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Der Mensch und das System. Das „sowjetische Gepäck“ der Russlanddeutschen zwischen Erfahrung und Erinnerung

Archiv | Tagung | vom 05.12.2019 | bis zum 06.12.2019 | Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa | Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte | Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück

Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte richtet gemeinsam mit dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück sowie dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) am 5. und 6.12.2019 die Tagung "Der Mensch und das System. Das „sowjetische Gepäck“ der Russlanddeutschen zwischen Erfahrung und Erinnerung" aus.  Der Aufbau einer neuen Gesellschaft und die Transformation eines jeden Menschen war erklärtes Ziel der Sowjetunion. Alle gesellschaftlichen Akteure waren aufgefordert, sich an der Schaffung eines „neuen Menschen“ zu beteiligen. In der Folge entzog sich kaum ein Aspekt des täglichen Lebens der staatlichen Überwachung. Die Behörden, allen voran der Geheimund Staatssicherheitsdienst, überwachten das öffentliche und private Leben der Sowjetbürger intensiv. Dissidenten waren von staatlichen Repressalien und schweren Strafen bis hin zur Deportation ins Straflager („Gulag“) bedroht.
Diese alltägliche Auseinandersetzung mit dem sowjetischen System, seiner Gewalt, aber auch seinen Versprechen, prägte die Mentalität und die Erinnerungskultur der in die Bundesrepublik zugewanderten Russlanddeutschen nachhaltig. Angesichts der etwa 2,4 Millionen Zugewanderten mit russlanddeutschem Migrationshintergrund stellt diese sowjetische Erfahrung somit einen erheblichen Teil gesamtdeutscher Erinnerung dar.
Deswegen werden im Rahmen der Konferenz werden alltagsgeschichtliche und erinnerungskulturelle Ansätze betrachtet und in vergleichender Perspektive mit den Erfahrungen der Bewohner anderer staatssozialistischer Systeme in Beziehung gesetzt.

Anmeldungen bis zum 24.11.2019 an k.ens[at]russlanddeutsche.de.

Donnerstag, 05.12.19

15.00 -15:15 Uhr: Begrüßung
Kornelius Ens, M.A.

15.15 -16:00 Uhr: Keynote
PD Dr. Hans-Christian Petersen

16.00 -16.30 Uhr: Pause

16.30 -18.00 Uhr: Panel I
Sowjetischer Alltag zwischen Verfolgung und Versprechen

Moderation: Jun Prof. Dr. Jannis Panagiotidis

1. Dr. Viktor Krieger
Bildungsstand als Indikator der gesellschaftspolitischen
Lage der Deutschen in der UdSSR und in Russland

2. Dr. Dmytro Myeshkov
Die Gerichtsprozesse gegen ehemalige Mitglieder des „volksdeutschen Selbstschutzes“ in der Ukrainischen Sowjetrepublik in den 1960er Jahren: historische Hintergründe, gesellschaftliche Kontexte und Auswirkungen

3. Apl. Prof. Dr. Dr. Victor Dönninghaus
Die russlanddeutschen Protestanten in der Sowjetunion zwischen Anpassung und Widerstand (1960er-1980er Jahre)

Freitag, 06.12.19

09.30 -11.00 Uhr: Panel II
Wie die Sowjetunion erinnern?
Ambivalenzen russlanddeutscher Erinnerungskultur

Moderation: Kornelius Ens, M.A.

1. Natalja Salnikova, M.A.
Sich an die Sowjetunion erinnern, heißt, sich an Siege erinnern?

2. Prof. Dr. Julia Obertreis
Erinnerungsnarrative und Oral History: zwischen Verschweigen, Verklärung, Abgrenzung und Identifikation

3. Nico Wiethof, M.A.
Kunst, Mensch, System. Jakob Wedel zwischen Anpassung und Widerstand in Sowjetunion und Bundesrepublik

11.00 -11.30 Uhr: Pause

11.30 -13.00 Panel III
Erinnerungskulturen in vergleichender Perspektive

Moderation: PD Dr. Hans-Christian Petersen

1. Dr. Hanna Haag
Die DDR im Gedächtnis. Wechselverhältnis von System und Mensch im Erinnerungsprozess

2. Dr. Florian Kührer-Wielach
Paradise lost. Erinnerte Erfahrungen und erfahrene Erinnerungen bei den Rumäniendeutschen

3. Kerstin Bischl, M.A.
Sowjetisch-jüdische Entfremdungen?
Zur Ausreisebewegung der sowjetischen Jüdinnen und Juden 1953-1991

13.00 -14.30 Uhr: Mittagessen

14.30 -16.00 Uhr: Abschlussdiskussion

- PD Dr. Malte Griesse
- Jun Prof. Dr. Jannis Panagiotidis
 

 

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