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“The revolution will (not) be gamified" - Marx und das Computerspiel

Archiv | Call for Papers | vom 01.04.2020 | bis zum 15.04.2020
Screenshot Webseite
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Auch in der Gaming-Szene werden ideologisch aufgeladene Begrifflichkeiten zur Denunzierung ideologischer Gegner verwendet. Gleichzeitig werden politische Positionen offen nach außen vertreten, besipielsweise bedankten sich die Entwickler des Spiels „Disco Elysium“ bei der Preisverleihung der Game Awards bei Marx und Engels für ihre politische Bildung. Doch wie lassen sich Marx/Marxismus und digitale Spiele überhaupt zusammen denken? Zudem lassen sich immer häufiger kapitalistische Grundmuster in digitalen Spielen finden. So bezeichnet das sogenannte “Grinding” das Phänomen, dass Spiele immer mehr Arbeit werden. Stehen Arbeit und Spiel in einem widersprüchlichen Verhältnis zueinander? Mögliche Antworten lassen sich mit einem Rückgriff auf Marx sowie den von ihm angestoßenen Diskursen finden. Wissenschaftler aller Disziplinen sind dazu eingeladen, sich auf verschiedensten Ebenen mit Marx und Spiel zu beschäftigen. Dies kann sowohl mit Fokus auf die Seite der Produktion sowie der Rezeption, auf die inhaltliche oder formale Ebene, auf philosophische oder historische Perspektiven geschehen.

Mögliche Themen:

- Darstellungen von Karl Marx, Sozialismus, Kommunismus bzw. allgemeiner von einem “Klassenkampf” in allen denkbaren Facetten in digitalen Spielen (sowohl in Spielen mit historischem Setting als auch in fiktiven Settings)
- Darstellungen des Kapitalismus als “auf Warenproduktion, Marktwirtschaft, Investition von Kapital, Lohnarbeit und Profit beruhende Produktionsweise“ in digitalen Spielen
- Darstellung von Revolutionen in Spielen
- Gamification (Theorie & Fallbeispiele)
- Workification (Theorie & Fallbeispiele)
- Arbeitsbedingungen in der Spielentwicklung
- Arbeitendenorganisation in der Spieleindustrie
- Allgemein das veränderte Verhältnis von Arbeit und Spiel
- Digitale Spiele als systemstabilisierende und systemverändernde Kraft zugleich
- Exemplifizierung neuerer Theorieentwicklung des Marxismus am Medium Digitales Spiel

Die Beiträge sollen einen Umfang von maximal 35.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) aufweisen. Die Herausgeber bitten bis zum 15. April um ein ein Abstract (pdf, doc, docx, rtf) im Umfang von max. 300 Wörtern an paidia[at]germanistik.uni-muenchen.de. Da die Vorschläge im Blind-Peer-Review-Verfahren gesichtet werden, muss das Textdokument selbst anonymisiert werden. Die vollständigen Beiträge sollen bis 31. August eingesendet werden. Die Veröffentlichung der Ausgabe ist für Herbst/Winter 2020 auf PAIDIA geplant.