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Aktuelles

In der Kategorie Aktuelles finden Sie ständig neue Termine, Artikel, Veranstaltungen und Mitteilungen zum Thema Aufarbeitung des Kommunismus.

 

In der Unterkategorie News sind Meldungen zum Zeitgeschehen sowie Ausschreibungen und Mitteilungen befreundeter Aufarbeitungsinstitutionen eingestellt. Bundesstiftung informiert über Neuigkeiten, Fördermöglichkeiten und verschiedene Veranstaltungsformate aus unserem Haus.

Vielleicht findet ja eine interessante Veranstaltung in ihrer Nähe statt? Die Unterkategorie Termine bietet erstmals einen weltweiten Überblick zu Veranstaltungen zum Thema Kommunismus. Aktuelle wissenschaftliche Konferenzen, Tagungen und Call for Papers, aber auch Theaterstücke, Seminare und Sonderausstellungen, die sich mit der Historisierung und Verarbeitung kommunistischer Vergangenheiten beschäftigen werden in Kurztexten vorgestellt. Über unsere interaktive Karte lassen sich die Termine auch nach Veranstaltungsorten durchsuchen. Für Recherchezwecke sind im Archiv alle vergangenen Veranstaltungen aufrufbar.

OnlinePresse versammelt eine Auswahl an tagesaktuellen Zeitungsartikeln, die historische Ereignisse der Kommunismusgeschichte kommentieren, ihre Folgen bis in die Gegenwart aufzeigen und auf die unterschiedliche Rezeption in Kultur, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft hinweisen.

In Kooperation mit dem deutschsprachigen geschichtswissenschaftlichen Fachinformationsportal HSozKult präsentieren wir Ihnen eine Reihe ausführlicher Veranstaltungsnachlesen und Ausstellungsrezensionen in der Unterkategorie Berichte.

 

Die Bewegung ist tot – Viva la Revolución? Lebenswege nach 1968

Berichte | Tagungsbericht | vom 12.04.2018 | bis zum 13.04.2018 | Goethe-Universität Frankfurt am Main | Evangelische Akademie Frankfurt
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Vom 12. bis 13. April 2018 fand an der Evangelischen Akademie Frankfurt die Tagung „Die Bewegung ist tot – Viva la Revolución? Lebenswege nach 1968“ statt. Die 68er-Bewegung wurde in der bisherigen geschichtswissenschaftlichen Forschung vor allem als ganze Bewegung untersucht, sowie auf ihre Entwicklung, ihre Brüche und ihr Scheitern. Dem entgegen setzte die Tagung einen Ansatz, der die 68-er Bewegung nicht als Einheit betrachtet, sondern als Einzelpersonen, die für einen beschränkten Zeitraum gemeinsam agierten. Auf die divergierenden Lebensentwürfe dieser Einzelpersonen nach dem Auseinanderbrechen der 68er-Bewegng konzentrierte sich die Veranstaltung. Entsprechend wurden vier mögliche Leitfragen formuliert: Welche nationalen/transnationalen Netzwerke entstanden innerhalb der 68er-Bewegung und wie wurden diese nach Auflösung der Studentenbewegung weiter genutzt?; Wie veränderte sich der Blick der beteiligten Akteur/innen auf die Politik, die Justiz und die Medien?; Welche bisher wenig beachteten Alternativ-Lebenswege gab es neben dem „Marsch durch die Institutionen“ oder der Radikalisierung der Akteur/innen?; Inwiefern spielen biografische Zugänge und Zeitzeug/innen eine wesentliche Rolle bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Studentenbewegung und ihrer Folgen?

Nicht so sehr die Erörterung dessen, was ‚1968‘ war und ist bzw. was die damals erhobenen kulturrevolutionären Pläne nach fünfzig Jahren noch für die Bundesrepublik bedeuten, stand im Mittelpunkt der Tagung zu den Akteuren der Bewegung und ihren Lebenswegen. Stattdessen sollten die nachträglichen Sinnstiftungen ganz unterschiedlicher Personengruppen der Revolte und ihr Einfluss auf die Wahrnehmung der Proteste und ihre Verstetigung beleuchtet werden. Die einzelnen Beiträge brachten biographische Bruchstücke, Bewegungsmuster und Netzwerke in neuen, oft überraschenden Konfigurationen zum Vorschein, weil den individuellen Spuren gefolgt wurde, anstatt ein weiteres Mal vor allem „die großen Gesänge“ anklingen zu lassen oder die allfälligen Generalabrechnungen mit der Studentenbewegung weiterzuschreiben.

Den Tagungsbericht von Martin G. Maier für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen.

Konferenzübersicht:

Barbara Wolbring (Frankfurt am Main): Einleitung

Panel I: Zeitgenössisch und retrospektiv entwickelte „68er-Narrative“ als Problemstellungen der Zeitgeschichte

Benjamin Möckel (Köln): Fair Trade: Ein Generationenprojekt der „68er“ in Westeuropa?

Robert Wolff (Frankfurt am Main): Selbsthistorisierung der AkteurInnen der „68er-Bewegung“ als Problemstellung der Zeitgeschichte

Panel II: Gewalt als Erbe der „68er-Bewegung“?

Max Gedig (München): Lebenswege nach 1968 – Michael Baumann und die Gewalt

Kevin Lenk (Berlin): Kritik jenseits von Kaderpartei und Spontaneismus: Das Sozialistische Büro und das Problem linker Gewalt, 1972-1977.

Panel III: Chancen und Möglichkeiten der Frauenbewegung(en) nach 1968

Clara Woopen (Berlin): Neuorientierung in der Frauenbewegung. Zur NS-Erinnerung in der Berliner Frauenzeitung Courage

Vojin Saša Vukadinović (Zürich): Weiterdenken nach '68. Silvia Bovenschen und die Frauenemanzipation

Panel IV: Das kulturelle Erbe der „68er-Bewegung“

Lisa-Frederike Seidler (Berlin): ‚Lektoren-Revolte‘ – Netzwerke dramatischer Distribution nach 1968

Simon Maier (Konstanz): Werte, Wissen, Wirkungen – Biographische Intellektuellensoziologie als Wirkungsgeschichte der 68er Bewegung

Panel V: Der Blick nach Osten – Auswirkungen der „68er-Bewegung“ auf die Lebenswege in Mittel- und Osteuropa

Adrian Matus (Florenz): Die Spektren von 1968 in Ost- und Mitteleuropa

Ewgeniy Kasakov (Bremen u. Perm): 68er, Šestidesjatniki, Dissidenten – gab es „globales 68“ in der Sowjetunion?

Abschlussdiskussion