...

 

Logo der Humboldt-Universität Berlin

Tagungsbericht

Es ist nicht alles gesagt. Ein Workshop zur DDR-Forschung

vom 30.11.2018 | bis zum 01.12.2018

Vom 30. November 2018 bis zum 1. Dezember 2018 fand am Institut für Geschichtswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin ein Workshop unter dem Titel „Es ist nicht alles gesagt. Ein Workshop zur DDR-Forschung“ statt. Die Veranstalterinnen Steffi Brüning und Maria Neumann nahmen den 2019 anstehenden 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution zum Anlass, gängige geschichtswissenschaftliche Forschungsansätze zur DDR kritisch zu hinterfragen und neue Perspektiven zu eröffnen. Dabei wurde der Blick auf vielfältige Themenfelder gerichtet: Konzeptionelle Überlegungen zur Nutzung zentraler Begriffe innerhalb der DDR-Forschung; Praktische und Methodische Überlegungen in Hinblick auf die Quellenlage und Oral History; Die DDR aus der Perspektive der Akteur/innen; Lokal- und Regionalstudien zur Analyse der Herrschaftspraxis in der DDR sowie Forschungen zu einer Geschichte „von unten“. Zu Beginn des Workshops führten STEFFI BRÜNING (Rostock) und MARIA NEUMANN (Berlin) in das Thema ein. Sie fassten Überlegungen zur DDR-Forschung zusammen, die sie im Vorfeld gemeinsam entwickelt hatten. Dabei schilderten sie ihre Beobachtungen, wonach sich die DDR-Forschung häufig in Legitimationsdebatten verliere und die oftmals institutionelle Vermischung von Aufarbeitung und Forschung, den Zugang zu bestimmten Themenfeldern wie der Täterinnen- und Täterforschung erschwere, wenn nicht gar blockiere. Die immer wieder bemerkbare Angst vor einem Deutungsverlust hänge auch damit zusammen, dass mit Blick auf die DDR häufig Zeitzeugenschaft und Forschung in einer Person zusammenfielen, ohne dass diese in der Lage seien, ihre eigene Standortgebundenheit zu thematisieren. Den gesamten Tagungsbericht von Jan-Paul Hartmann für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Einführung Steffi Brüning (Rostock) / Maria Neumann (Berlin): Warum dieser Workshop? Keynote Katharina Lenski (Jena): Die Frau in der Leere der Aktenberge. Randlagen der DDR-Geschichtsbewältigung Panel I: Perspektivwechsel. Quellen und Ansätze für eine Alltagsgeschichte Jan Kleinmanns (Bonn): Abseits der Aufarbeitung. Alltagsgeschichtliche Zugänge zur Öffentlichkeit in der DDR Nick Wetschel (Dresden): „[...] hielt sie das erst für einen dummen Scherz, dann für eine indiskutable Angelegenheit“ – Zwei Tagebücher als Quelle einer Alltagsgeschichte des wirtschaftlich-wissenschaftlichen Austauschs mit dem Irak Nikolai Okunew (Potsdam): Heavy Metal in der DDR: Eine politische Subkultur? Exkursion: Einblick ins Geheime. Führung durch das Archiv der BStU Panel II: Wir und die Anderen. Zur Konstruktion von Identitäten Stephanie Kanne (Münster): „So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen arbeiten.“ (De-)Konstruktionen weiblicher Rollenbilder auf Plakaten der SBZ/DDR Katinka Meyer (Göttingen): Wenn nicht alles gesagt werden darf... Tabuisierung familiärer Vergangenheiten und ihre Folgen (Vertriebene in der DDR) Panel III: Systemträger/innen? Eliten und ihre Praxen Anika Manschwetus / Simon Scholz (beide Kassel): Systembezüge in Sozialprofilen von DDR-Eliten Regine Dehnel (Berlin): Die Rolle der Zentralstelle für wissenschaftliche Altbestände (1953-1995) bei der Weiterverteilung von NS-Raubgut Panel IV: Akteure im Kollektiv. Handlungsspielräume der Integration und Ausgrenzung Constanze Schliwa (Hamburg): Heimerziehung in der DDR Julia Reinke (Jena): Sozialistische Flüchtlingspolitik. Überlegungen zu Akteuren im Flüchtlingsmanagement am Beispiel der Aufnahme griechischer Bürgerkriegsflüchtlinge in der DDR Panel V: Zeitenwandel. Zwischen Kontinuitäten und Brüchen Nadine Kulbe (Dresden): „Die Sicherstellung der DAF-Buchbestände für den FDGB erscheint von großer Wichtigkeit.“ Die Bedeutung der DDR-Forschung für die Suche nach NS-Raubgut Jessica Bock (Dresden): Frauen in Ost und West – 30 Jahre (Un-)Einigkeit?

Logo Rutgers University

Tagungsbericht

Social Movements after '68: Germany, Europe, and Beyond

vom 07.11.2018 | bis zum 09.11.2018

Unter dem Titel "Social Movements after '68: Germany, Europe, and Beyond" veranstaltete das Center for European Studies der Rutgers University vom 07.11.2018 bis zum 09.11.2018 eine mehrtägige Konferenz. Die 68er-Bewegung war eine soziale Bewegung der Neuen Linken seit den 1960er-Jahren, die im Jahr 1968 ihren Höhepunkt erfuhr. Ihren Ursprung hatte die Bewegung in den USA und griff von dort aus auf zahlreiche Staaten weltweit über. Die 68er-Bewegung war vor allem eine Kritik an den damaligen Verhältnissen und übernahm Argumente und Denkmuster des Marxismus und der Kapitalismus- und Imperialismustheorie. Seit 1968 entwickelte sich eine wissenschaftliche Aktivismusforschung rund um die 68er-Bewegung, wobei sich diese auf unterschiedliche sozialwissenschaftliche Ansätze stützt. Auf diese Thematik ging die Konferenz näher ein. With half a century passed since 1968 – a year widely regarded as a high-water mark of postwar social activism – we can now look back from a sufficient distance to warrant revisiting conventional wisdom that soon emerged in connection with that momentous year and its aftermath. Scholarly research on activism after 1968 developed under the influence of various social scientific approaches, such as the New Social Movement theory, which posited that 1968 represented a moment of political breakdown within developed capitalist societies, defined by conventional categories, such as class, and initiated a departure from a mode of politics rooted in material concerns in favor of one preoccupied with “quality of life” issues. These theories suggest that political mobilization after 1968 unfolded on a terrain which was de-centered, disorganized, and ineffective in comparison to what preceded it. In light of more recent approaches that have cast doubt on these conclusions – particularly within the field of history – this conference questioned prevailing assumptions about the nature of social movements after 1968, aiming to refine our understanding of popular politics and social change in Europe during the final decades of the twentieth century. Den Tagungsbericht von Dustin Stalnaker für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Keynote Address I Geoff Eley (University of Michigan, Ann Arbor): Leaving the Borderlands… but for Where? 1968 and the New Registers of Political Feeling Panel 1: Beyond the Single Issue Craig Griffiths (Manchester Metropolitan University): The Gay Movement in 1970s West Germany: Liberation in Its Multi-Dimensional Context Susan Colbourn (Yale University, New Haven): Evangelicals, Environmentalists, and the Euromissiles: Anti-Nuclear Activism in the Late Cold War David Spreen (University of Michigan, Ann Arbor): No Retreat to ‘Single-Issue’ Politics: West German Maoists and the Zimbabwe African National Union Comment: Temma Kaplan (Rutgers University, New Brunswick) Panel 2: All Politics is Glocal Adam Seipp (Texas A&M University, College Station): ‘One does not casually run over trees in Germany’: Social Movements and the U.S. Military, 1975-1989 Félix Jiménez Botta (Boston College): Between Solidarity and Human Rights: West German Activists and Latin America’s Cold War, 1973-1990 Pavla Veselá (University of Prague): From the Local to the Global and Back: Remarks on the Czechoslovak Radical Left after August 1968 Comment: Stephen Milder (University of Groningen) Panel 3: Identities and the Self after 1968 Friederike Brühöfener (University of Texas – Rio Grande Valley, McAllen): The Self, Emotions, and Gender in West German Social Movements David Templin (University of Osnabrück): Initiative Groups and the Paradigms of Self-Organization and Grass-Roots Democracy in 1970s Germany Freia Anders (University of Mainz): Between Protest and Belligerency: The West German Militant Left and the Vietnam War during the Early 1970s Comment: Anna von der Goltz (Georgetown University, Washington, D.C.) Keynote Address II Ingrid Gilcher-Holtey (Bielefeld University): New Social Movements and the Role of the Intellectual, 1970s to 2000s Panel 4: Hopes, Goals, and New Understandings of Change Julia Ault (University of Utah): Environmental Activism in East Germany: A Local and Transnational Movement under Communism, 1975-1989 Bernhard Gotto (Institute for Contemporary History, Munich): The Best Thing that Remained of 1968? Experiences of Protest and Expectations of Change in the West German Women’s Movement during the 1970s and 1980s Michael Hughes (Wake Forest University, Winston-Salem): Conceptions of Democracy and West German NSM Activism Comment: Belinda Davis (Rutgers University, New Brunswick) Roundtable Discussion Belinda Davis (Rutgers University, New Brunswick) / Geoff Eley (University of Michigan, Ann Arbor) / Ingrid Gilcher-Holtey (University of Bielefeld): Looking Back into the Future: Post-’68 and a Longer Historical View  

Logo des Instituts für soziale Bewegungen

Tagungsbericht

A Period of Global Revolutions (Mid-1900s until mid-1920s). Foreshadowing the 20th century or ending a long revolutionary tradition?

vom 24.05.2018 | bis zum 26.05.2018

Vom 24.05 bis 26.05.2018 veranstalteten Prof. Dr. Stefan Berger und Prof. Dr. Klaus Weinhauer am Institut für soziale Bewegungen den Young Scholar Workshop unter dem Titel „A Period of Global Revolutions“. Bis dato wurden die Revolutionen zwischen 1905 und Mitte der 1920er Jahre in der transnationalen historischen Forschung vernachlässigt. Der Workshop ermöglichte mit Hilfe eines vergleichenden, begriffsgeschichtlichen und transnationalen Ansatzes neue Perspektiven auf die revolutionären Umwälzungen innerhalb dieser Zeitspanne zu erhalten. Der Workshop fokussierte sich auf „relevante Weltregionen“ und löste sich somit von nationalen und regionalen Narrativen. Revolutions have traditionally been integral parts of national historical master narratives. Consequently, most research on the ‘Period of Global Revolutions’ from mid-1900s to mid-1920s has focused on regional and local aspects of revolutions. However, the transnational dimension of revolutions during that time span was neglected. To reconsider the transnational aspects of revolutions, an international conference was held at Bielefeld University and the Institute for Social Movements in Bochum, funded by the Institute for Social Movements, the German Research Foundation and the Collaborative Research Center SFB 1288. Vollständiger Tagungsbericht von Christopher Schulte-Schüren unter: https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7800. Konferenzübersicht: Walter Erhard (Universität Bielefeld): Welcome Address SFB 1288 Stefan Berger (Bochum), Klaus Weinhauer (Bielefeld): Welcome and Introduction Shelton Stromquist (Iowa): Revolutionary Waves and Capitalist Breakwaters: the United States in a Period of Global Revolution, 1894-1925 Matt Kerry (Durham): Between Revolution and Antifascism: Asturias, October 1934 Stefan Berger (Bochum), Klaus Weinhauer (Bielefeld): The German Revolution: Social Movements, Transnational / Translocal Transfers, and Narratives of Revolution Bedross Der Matossian (Lincoln): The Young Turks and the Eurasian Revolutions at the Beginning of the Twentieth Century Geoffrey Swain (Glasgow): Losing the Workers, Finding the Peasants: the Russian Revolution 1905-1921 Amerigo Caruso (Padua), Romain Bonnet (Padua) et.al.: Industrial Unrest, Revolutionary Fears and Anti-Labor Mobilization in Austria-Hungary, Germany, Great-Britain and France (1905-1920s) Marica Tolomelli (Bologna): Global vs. National Revolutionaries. The Italian Case from the ‘Great Migration’ to the ‘Fascist Revolution’ Raymond B. Craib (Cornell): Mexico Between Decolonization and Revolution Rana Mitter (Oxford): The Legacy of 1911: China’s Revolutions in a Global Context Ars Alp Yenen (Basel): Prologue to Decolonization. A Comparative and Connected History of Muslim Revolutionary Movements Before and After the First World War Sean Scalmer (Melbourne) et. al.: Australia. The Age of Revolution and the Limits of Reform

Screenshot der Webite des Historischen Kollegs

Tagungsbericht

Gute Erinnerungen an böse Zeiten – Nostalgie in „posttotalitären“ Erinnerungsdiskursen nach 1945 und 1989

vom 18.04.2018 | bis zum 20.04.2018

Vom 18. bis 20. April fand am Historischen Kolleg in München das wissenschaftliche Kolloquium „Gute Erinnerungen an böse Zeiten – Nostalgie in „posttotalitären“ Erinnerungsdiskursen nach 1945 und 1989“ statt. Im Zentrum der Konferenz stand die Beziehung zwischen kollektiver und individueller Erinnerung an die Zeiten totalitärer Regime. Zu Grunde lag die Annahme, dass das, was als "kollektive Erinnerung“ einer Gesellschaft, und damit als „richtig“ wahrgenommen wird, von normativen Erinnerungsdiskursen geprägt ist. Der Erforschung anderer Formen der Erinnerung widmen sich seit den 1980er-Jahren Ansätze wie z.B. Oral History und Alltagsgeschichte. Diese lassen individuelle Erinnerungen zu Wort kommen, welche nicht deckungsgleich mit den „richtigen“ Erinnerungen sind, die dem normativen Diskurs entsprechen. Im Zuge einer umfassenden Analyse der Erinnerungskultur kann eine Berücksichtung persönlicher Erinnerungen, die dem dominanten Erinnerungsdiskurs nicht entsprechen, nicht ignoriert werden. Im Zuge der Veranstaltung wurde vor allem die Frage des positiven Erinnerns an die Zeit des  Nationalsozialismus und Staatssozialismus thematisiert, wie zum Beispiel die positiven Erfahrungen von Gemeinschaft unter Jugendlichen während des Dritten Reiches. Darüber hinaus wurde die Schwierigkeiten verschiedener Ansätze im wissenschaftlichen Umgang mit Erinnerungen diskutiert. Die Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit im politischen Diskurs erlebt jüngst national wie international eine Renaissance. Stabil geglaubte Leitlinien der Vergangenheitspolitik werden neu herausgefordert. In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und einer damit einhergehenden Verunsicherung trägt das Greifen nach der Geschichte in sich ein Heilsversprechen: Eine stabilisierende Selbstverortung in unübersichtlichen Zeiten. In individuellen Biographien wie im politischen Diskurs beruft man sich immer dann auf die Erinnerung an die Geschichte, wenn es in der Gegenwart etwas zu konsolidieren oder neu auszuloten gilt. Zeit, sich auch innerhalb der Historikerzunft, die – gegen ihren Willen – mitunter zu Wächtern der Erinnerung stilisiert wird, mit erinnerungstheoretischen Paradigmen auseinanderzusetzen. Lesen Sie den kompletten Tagungsbericht von Stella Maria Frei für H-Soz-Kult hier nach.  Konferenzübersicht: Andreas Wirsching (München): Begrüßung Monica Rüthers (Hamburg / München): Schön war’s! Nostalgie nach Diktaturen 1. Sektion: Gesellschaftliche Diskurse über positives Erinnern nach 1945/1989 Tanja Zimmermann (Leipzig): Appropriation totalitärer Ästhetik nach 1945 und 1989 Ekaterina Makhotina (Bonn): Stalin als Nostalgie: Gesellschaftliches Erinnern und Geschichtspolitik im post-sowjetischen Russland Jonathan Bach (New York): Ostalgie – eine Rezeptionsgeschichte Diskussion Moderation: Jürgen Zarusky (München) Abendvortrag Dorothee Wierling (Hamburg): Das Gute erzählen, um das Schlimme nicht zu erinnern (DDR) Impulse und Podiumsdiskussion Moderation: Monica Rüthers (Hamburg / München) Jonathan Bach (New York) Gudrun Brockhaus (München): „immer ganz unpolitisch ...“ – Camouflage-Techniken in positiven Erinnerungen an die NS-Zeit Alexander von Plato (Hagen): Ambivalente Erinnerungen an den Nationalsozialismus aus der Arbeiterklasse 2. Sektion: Themen guten Erinnerns: Geborgenheit und glückliche Kindheit Ekaterina Emeliantseva Koller (Zürich): „Wir leben heute besser als unsere Eltern, aber so fröhlich feiern, das können wir nicht!“ Spätsowjetische Festkultur und Gemeinschaft in den post-sowjetischen Erinnerungen Anja Tippner (Hamburg): „Der Sozialismus ist zu Ende, aber wir sind geblieben.“ Positive Erinnerungen an die Sowjetunion in Svetlana Aleksievičs Vremja sekond chėnd Martina Winkler (Kiel): Kindheitserinnerungen: Tschechische Populärkultur nach 1989 _Diskussion_Moderation: Monica Rüthers (Hamburg / München) 3. Sektion: Wendebiografien: Leben in Systemwechseln Nina Leonhard (Potsdam): NVA-Offiziere im vereinigten Deutschland: Herausforderungen der (berufs-)biografischen Vergangenheitsverarbeitung im Kontext eines Systemwechsels Julia Richers (Bern): Das Böse kam von außen. Jüdische Kindheit in der Karpato-Ukraine Claudia Fröhlich (Berlin): (K)eine neue Meistererzählung! Kritische Überlegungen zur positiven Erinnerung an personelle Kontinuitäten vom NS-Staat in die Bundesrepublik Diskussion Moderation: Johannes Hürter (München) 4. Sektion: Arenen positiven Erinnerns. Familien und soziale Netzwerke Oksana Sarkisova (Budapest): Mining Family Albums: Domestic Photography and Nostalgia Revisited Sabine Moller (Berlin): Nostalgie als Systemkritik. Familienerinnerungen an die NS-Zeit in Ostdeutschland Marketa Spiritova (München): „Es war nicht alles schlecht“: Erinnerungen an den sozialistischen Alltag in der ČSSR Diskussion Moderation: Carmen Scheide (Bern) Schlussrunde Wie lassen sich die Forschungsdebatten um postsozialistische Nostalgie und positive Erinnerungen an den Nationalsozialismus sinnvoll aufeinander beziehen?

Screenshot der Website des Historischen Kollegs

Tagungsbericht

Internationale Beziehungen und „emotional regimes“. Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges

vom 14.03.2018 | bis zum 17.03.2018

Vom 14.03. bis zum 16. 03. 2018 fand am Historischen Kolleg München die Tagung “Internationale Beziehungen und „emotional regimes“: Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges” statt. Im Fokus der Tagung stand der Gedanke, die Geschichte der Internationalen Beziehungen um die Perspektive der subjektiven Erfahrungen und Wahrnehmungen zu bereichern. Die Begriffsfelder Angst, Hass und Besorgnis; Vertrauen und Misstrauen; Begeisterung und Empörung sowie Enttäuschung und Ernüchterung standen im Zentrum dieser Reflexion. Theoretische Anknüpfungspunkte hierfür waren unter anderem die Grundlagen von Reinhart Koselleck, Ute Frevert, Alexander Wendt und Thomas Diez. Es wurde auf dieser Konferenz der Versuch unternommen, Methodik und Theorie der Emotionsgeschichte auf den Untersuchungsgegenstand Internationale Beziehungen anzuwenden, um ein neues Licht auf die Handlungsspielräume und -Motivationen der handelnden Akteure zu werfen. Historiographisch kann die Tagung in den größeren Kontext des “emotional turn” der letzten Jahre eingeordnet werden; dieser bezeichnet die zunehmende Bedeutung von “weichen” Faktoren wie Gefühle und Erwartungen in einer zuvor eher traditionell analysierenden Disziplin wie den Internationalen Beziehungen. Nach einer kurzen Begrüßung durch MARTIN SCHULZE WESSEL (München) legte HÉLÈNE MIARD-DELACROIX (Paris) in ihrer Einleitung den Anspruch der Tagung dar: Ziel sei es, die Geschichte der internationalen Beziehungen im Kalten Krieg anhand eines bisher vernachlässigten emotionsgeschichtlichen Ansatzes neu zu betrachten. Dabei definierte sie die im Titel der Tagung erwähnten „emotional regimes“ (William Reddy) zunächst als kommunikative Codes, die zur Blockbildung und -kohäsion genutzt wurden, und betonte die zeitliche Dimension und Wandelbarkeit von Emotionen. ANDREAS WIRSCHING (München) ging daraufhin ebenfalls auf die Zeitlichkeiten von Emotionen ein und fragte nach deren Übereinstimmung mit der Periodisierung des Kalten Kriegs. Den ganzen Tagungsbericht von Valérie Dubslaff für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Keynote: Ute Frevert (Berlin): Die Gefühle der Staaten. Völkerrecht und politische Praxis in der Moderne Sektion 1: Angst, Hass und Besorgnis Birgit Aschmann (Berlin): Antikommunismus als emotionales Regime und Gründungsnarrativ im Franquismus Corine Defrance (Paris): Reaktionen und Emotionen in Frankreich während der Berlin-Krisen Thomas Freiberger (Bonn): Emotionen als Faktor in der Suezkrise 1956 Jost Dülffer (Köln): Multiple Ängste vor dem Nuklearwaffensperrvertrag in den 1960er Jahren Sektion 2: Vertrauen und Misstrauen Jessica Gienow-Hecht (Berlin): Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Ein Blick in die US-außenpolitische Geschichte Bernd Greiner (Hamburg): Vertrauen und Misstrauen als Ressource internationaler Politik – dargestellt am Beispiel der amerikanisch- sowjetischen Detente Kristina Spohr (London): Vertrauen auf dem Gipfel. Das Ende des Kalten Krieges Sektion 3: Begeisterung und Empörung Joachim Scholtyseck (Bonn): „Unter der Fahne der heiligen Sache der Erlösung der Menschheit“: Dekolonisierung, Revolutionsbegeisterung und romantische Verklärungen der Neuen Linken Magnus Brechtken (München): „Mad men“ und Napalm – Nutzen, Versuchungen und Grenzen des Blicks auf Emotional Regimes in der Wirkungsgeschichte des Vietnam-Krieges Laurence Badel (Paris): Das Tian'anmen-Massaker (1989): „Chaos, Grauen und Erstarrung“ (Médecins sans Frontières) — Die Globalisierung einer internationalen Emotion und ihre Grenzen Sektion 4: Enttäuschung und Ernüchterung Bernhard Gotto (München): Enttäuschung als Beziehungsmarker und Bewertungskategorie in den Internationalen Beziehungen nach 1945 Martin Schulze Wessel (München): „Mit der Sowjetunion auf ewige Zeiten – aber keinen Tag länger!“ Emotionalisierung und Ernüchterung in den tschechoslowakisch-sowjetischen Beziehungen im Prager Frühling Frank Bösch (Potsdam): Euphorie, Angst und Enttäuschung: Das sandinistische Nicaragua und das Ende des Kalten Krieges Sektion 5: „Emotional regimes“, Deutschland und die internationale Politik Frederike Schotters (Tübingen): Außenpolitik als Geschäft mit Emotionen. Ein Einblick in Prozesse und Mechanismen deutsch- französischer Vertrauensbildung Anfang der 1980er Jahre Philipp Gassert (Mannheim): „Vertrauen schaffen“: Emotionale Vergemeinschaftung als Ressource westdeutscher Außenpolitik im Kalten Krieg Sektion 6: NGOs/humanitäre Hilfe Agnes von Bressensdorf (München): Westdeutschland und das humanitäre Regime im Afghanistan-Konflikt Johannes Paulmann (Mainz): Zwischen Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe: Westdeutsche Beziehungen zur „Dritten Welt“ Claudia Kemper (Hamburg): „Wir können und dürfen diesen Wahnsinn nicht mehr dulden, wenn unsere Erde überleben soll.“ NGOs als Emotionsagenturen internationaler Konflikte

Screenshot von dla-marbach.de

Berichte

Die Ideen von 1917. Debatten auf Burg Lauenstein über die Neuordnung Deutschlands nach dem Krieg

vom 07.12.2017 | bis zum 08.12.2017

Vom 7. bis 8. Dezember 2017 fand am Deutschen Literaturarchiv in Marbach die Konferenz „Die Ideen von 1917. Debatten auf Burg Lauenstein über die Neuordnung Deutschlands nach dem Krieg“ statt. In vielfältigen Beiträgen widmeten sich deutsche und amerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den beiden Konferenzen, die 1917 auf der Burg Lauenstein stattfanden. 1917, im dritten Jahr des Ersten Weltkrieges sahen sich Bürgerinnen und Bürger aller europäischer Staaten mit der Frage konfrontiert, welche Zukunft für die eigene Nation sowie für Europa denkbar schien. Im Jahr der Russischen Revolution fanden sich auf der Burg Lauenstein deutsche Intellektuelle mit dem Ziel zusammen, die Gemeinsamkeiten, auf denen eine zukünftige deutsche Nation aufbauen würden, zu debattieren – nur, um mehr Konflikte und Unterschiede als die ersehnten Gemeinsamkeiten aufzudecken. Zu den Gästen der Konferenzen von 1917 gehörten prominente Intellektuelle wie Max Weber und Ferdinand Tönnies. Die Konferenz von 2017 analysiert das intellektuelle und ideologische Spektrum der Debatten von 1917 in seinem historischen und nationalen Kontext. On 7-8 December 2017 a conference, entitled “The Ideas of 1917: Debates at Burg Lauenstein on the New Order of Post-War Germany”, took place at the Deutsches Literaturarchiv in Marbach am Necker, Germany. Scholars from Germany and the United States were invited to discuss the history of two conferences that took place at Burg Lauenstein in Upper Franconia in 1917. In that year Germany experienced its third year of the First World War and, with the social, economical and political reorganisation of the country subject to great debate, Eugen Diederichs and his co-organising Dürerbund, Comeniusgesellschaft and Vaterländische Gesellschaft 1914 in Thüringen hoped to formulate a vision of Germany’s future that was rooted in “German Spirituality” (Geistigkeit). The first of the two conferences took place from May 29 to 31, the second from September 29 to October 3, 1917. Den Tagungsbericht von Steven Schouten für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Conference Overview: Ulrich Raulff, Marbach; Marcel Lepper, Marbach und Meike G. Werner, NashvilleBegrüßung und thematische Einführung Roger Chickering, Georgetown, USAEröffnungsvortrag: Deutschland im Jahr 1917 Sektion 1: ‚Geist‘ in den Zeiten des Krieges Moderation: Jan Bürger Meike G. Werner, Vanderbilt UniversityDer Verleger als Choreograph: Eugen Diederichs lädt ein auf die Burg Lauenstein zur Debatte über Deutschlands Zukunft Teresa Löwe-Bahners, MünchenDie Unsichtbaren: Die Frauen auf den Lauensteiner Tagungen Steffen Bruendel, Frankfurt am MainFür Freiheit, Volk und Vaterland. Künstler und Schriftsteller auf Burg Lauenstein Carolin Vogel, HamburgZwei Menschen. Richard und Ida Dehmel 1917 Justus Ulbricht, DresdenReformation des 20. Jahrhunderts? Religiöse Orientierungen auf Lauenstein im Jahr des Lutherjubiläums 1917 Öffentliche Abendveranstaltung / Podikumsdiskussion Moderation Meike G. Werner, Vanderbilt UniversityDie Ideen von 1917 Jürgen Reulecke, Gießen; Carola Dietze, Jena; Ulrich Sieg, Marburg; Barbara Stambolis, Paderborn Sektion 2: Im Schatten Max Webers Moderation: Sonja Asal, Berlin Gangolf Hübinger, Frankfurt an der OderMax Weber, die Nationalökonomen und der Streit um Max Maurenbrecher Jan Eike Dunkhase, MarbachJudentum und Kapitalismus. Die Weber-Sombart-Kontroverse nach 100 Jahren Michael Pilz, InnsbruckErnst Toller 1917: Auf dem Weg ins literarische Feld Sektion 3: Generation Jugend Moderation: Jürgen Reulecke, Gießen Barbara Stambolis, PaderbornLauenstein als jugendbewegter Experimentier- und Erfahrungsraum Thomas Hertfelder, StuttgartSpaziergang in wirrer Gesellschaft. Theodor Heuss auf Burg Lauenstein Karin Priem, LuxemburgLauenstein im Bild Frank Trommler, PhiladelphiaZur Politik der kulturellen Erneuerung Deutschlands Abschlussrunde

Logo des Gießener Zentrum Östliches Europa

Tagungsbericht

Regional Revolution(s) – 1917 and its Consequences in the Province

vom 09.11.2017 | bis zum 10.11.2017

Die Russischen Revolutionen des Jahres 1917 bewirkten tiefgreifende politische und soziale Umwälzungen in Russland, aber auch in Europa und der restlichen Welt. Ereignisgeschichtliche Zentren der Februar- und Oktoberrevolution waren St. Petersburg und Moskau, weshalb sich die Forschung bis in die 1990er-Jahre auf diese Städte konzentrierte. Erst nach dem Fall der kommunistischen Systeme in Osteuropa und Asien begannen einige Historiker, die Russische Revolution jenseits der großen Städte zu analysieren und konzentrierten sich auf ländliche Gegenden. Das Gießener Zentrum Östliches Europa veranstaltete mit Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung eine Tagung mit dem Titel „Regional Revolution(s) – 1917 and its Consequences in the Province“, die einen weiteren Beitrag zur Erforschung der Revolution in der „Provinz“ leistete. Die Referentinnen und Referenten eröffneten dabei internationale Perspektiven auf das Jahr 1917, wobei neben der Russischen Revolution auch die „Ukrainische Revolution 1917-1921“ auf die Tagesordnung rückte. Das Jahr 2017 steht weltweit im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der Russischen Revolutionen von 1917. Auch die Justus-Liebig-Universität Gießen würdigte in Kooperation mit dem Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) dieses Jubiläum, indem eine Konferenz mit dem Fokus auf den „Regionale(n) Revolution(en)“ mit internationalen Forschern aus Russland respektive Tatarstan, Belarus und Ukraine veranstaltet wurde. Gefördert wurde die Konferenz von der Fritz Thyssen Stiftung und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Ein solches Format wurde nicht von ungefähr gewählt, denn während die revolutionären Geschehnisse in St. Petersburg und Moskau zur Genüge erforscht sind, blieben die Ereignisse an der Peripherie des Russischen Reiches eher unbekannt. Die Konferenz sollte ihren Beitrag leisten, diese Lücke in der öffentlichen Wahrnehmung zu schließen. Lesen Sie den vollständigen Tagungsbericht von Artem Kouida bei H-Soz-Kult. Konferenzübersicht: Welcome and IntroductionThomas Bohn (Gießen) / Svetlana Malysheva (Kazan’): Revolution at the Imperial Centers – questions from a German/Russian perspective Panel 1: Preconditions and PresumptionsChair: Alla Salnikova (Kazan’) Natalia Shlikhta (Kyiv), The 1917 Break and its Aftermath: A Ukrainian Perspective (2007-2017) Pavel Tereshkovich (Minsk), Was Belarus’ ready for the revolution in 1917? The Economic Dimension in the Context of Eastern Europe Vitaly Skalskyy (Kyiv), What is this „Ukrainian Revolution of 1917-1921?“ Commentator: Viacheslav Men’kovskii (Minsk) Panel 2: Regional Alltag- and Mass Culture after 1917Chair: Thomas Bohn (Gießen) Svetlana Malysheva (Kazan’), The Formation of Soviet holiday culture between center and periphery Andrej Czernakiewicz (Hrodna), The Temptation of Liberty: Two Models for the Sovietization of Grodno Mark Berman (Gießen), Everyday Life in Soviet Minsk 1921-1928 Commentator: Bianka Pietrow-Ennker (Konstanz) Panel 3: Revolution in the Polyethnic Empire: Ethnic and National DimensionsChair: Birte Kohtz (Moscow/Gießen) Dimitri Tolkatsch (Freiburg), Revolution without Ideology and War without Frontlines – the Ukrainian Village, 1917-1921 Alla Ehrlich (Hannover), Diverging Timelines in respect to the Russian Revolution 1917-1921 and the Crimean Tatars Iskander Gilyazov (Kazan’), Volga Tatars and the Russian Revolutions of 1917, Expectations and Realities Commentator: Immo Rebitschek (Gießen) Panel 4: Science and Scientific Culture in the Province after 1917Chair: Svetlana Malysheva (Kazan’) Alla Salnikova (Kazan’), New Goals, New Symbols, New Myths: Revolutionary changes at Provincial Universities Birte Kohtz (Moscow/Gießen), To Discipline and Build up. Provincial Psychiatry and Central Power after 1917 Tobias Haberkorn (Gießen), Emancipation instead of Revolution. Local museums in the 1920s Commentator: Roland Cvetkovski (Köln) Concluding DiscussionAlla Salnikova (Kazan’) / Birte Kohtz (Moscow/Gießen): Revolutions on the Periphery – Insights from Belarus, Tatarstan and the Ukraine

Logo der Stiftung Ettersberg

Tagungsbericht

Verheißung und Bedrohung: Die Oktoberrevolution als globales Ereignis

vom 27.10.2017 | bis zum 28.10.2017

Vom 27.-28. Oktober 2017 fand das 16. Symposium der Stiftung Ettersberg in Erfurt statt.  Die Tagung unter dem Titel “Verheißung und Bedrohung : Die Oktoberrevolution als globales Ereignis” versammelte renommierte WissenschaftlerInnen die die Ereignisse im Russland des Jahres 1917 kritisch und aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten. Analysen, die das große Ganze in den Blick nahmen fanden sich unter den Vorträgen ebenso, wie Fallstudien, die mit ihrem Fokus auf regional-spezifische Ausprägungen des Jahres 1917 Schlaglichter auf eher unbekannte Aspekte der Russischen Revolution lieferten. Die Vorträge, deren geographischer Fokus sich von Panel zu Panel von Deutschland hin zu Europa und schließlich China und den USA erweitert, verdeutlichen die globale Dimension der Oktoberrevolution und damit die Notwendigkeit, Forschung zu ihr aus einer ebenso globalen Perspektive zu denken.  Das 16. Symposium der Stiftung Ettersberg leistete beides: großangelegte Gedankenskizzen zu den politischen wie ideellen Linien, welche sich von der Oktoberrevolution ausgehend bis in die heutige Zeit erstrecken ebenso wie historische Situationen erhellende Fallstudien. Den Teilnehmenden erschloss sich eine vielschichtige, durch Persönlichkeiten wie Phänomene geprägte Landschaft des Kommunismus – Sozialismus –Bolschewismus. Die einzige Großregion, welche auf der mentalen Landkarte des Symposiums weiß blieb, war Lateinamerika. Insbesondere im Vergleich zur US-amerikanischen Red Scare wäre ein Blick auf die südlichen Nachbarn wünschenswert gewesen. Mir scheint jedoch, dass diese Leerstelle symptomatisch für eine generell schwach ausgeprägte überseeische Verbindungslinie der deutschen Kommunismusforschung steht. So sei an dieser Stelle zu neuen wissenschaftlichen Wegen eines transatlantischen Brückenschlags ermutigt, um die globalen Dimensionen des Kommunismus – Sozialismus – Bolschewismus großflächiger auszuleuchten.Lesen Sie den vollständigen Tagungsbericht von Cornelia Bruhn hier auf HSozKult.de Konferenzübersicht: Eröffnung Jörg Ganzenmüller (Weimar / Jena) Gerd Koenen (Frankfurt am Main): Die Oktoberrevolution und das 20. Jahrhundert SEKTION I: DIE OKTOBERREVOLUTION UND DIE DEUTSCHE LINKE Moderation: Jörg Ganzenmüller (Weimar / Jena) Bernhard Bayerlein (Bochum): Revolutionsvorstellungen und Revolutionsvorbereitungen der KPD Eva Oberloskamp (München): Nachrichten aus einem gelobten Land: Die Reisen Linksintellektueller in die frühe Sowjetunion SEKTION II: ANTIBOLSCHEWISMUS ALS ABWEHRREAKTION AUF DIE OKTOBERREVOLUTION Moderation: Christiane Kuller (Erfurt) Karsten Brüggemann (Tallinn): Katalysatoren des Antibolschewismus: Deutschbaltische Emigranten und die Oktoberrevolution Agnieszka Pufelska (Lüneburg): Die Erfindung des „Judäo-Bolschewismus“ und dessen Resonanz in der Weimarer Republik SEKTION III: DIE RESONANZ DER OKTOBERREVOLUTION IN EUROPA Moderation: Malte Rolf (Bamberg) Thomas Kroll (Jena): Großbritannien/Frankreich: 1920er Jahre Hans Woller (München): Italien Julia Richers (Bern): Ungarn: Räterepublik und Gegenrevolution SEKTION IV: DER GLOBALE RESONANZRAUM DER OKTOBERREVOLUTION Moderation: Franz-Josef Schlichting (Erfurt) Michael Dreyer (Jena): „Red Scare“ in den USA Gotelind Müller-Saini (Heidelberg): Vorbild Russland? Die Oktoberrevolution in China Gero Fedtke (Weimar): Oktoberrevolution und Islam: Muslimkommunisten in Turkestan SCHLUSSWORT Franz-Josef Schlichting (Erfurt)

Logo des IFRA

Tagungsbericht

"Und wenn wir einfach aufhörten?" Kulturen des Krieges und des Friedens im Jahr 1917 – Vorläufer, Folgen und Echos

vom 27.09.2017 | bis zum 29.09.2017

Vom 27. bis 29. September 2017 fand in Frankfurt am Main die Tagung "Und wenn wir einfach aufhörten?" Kulturen des Krieges und des Friedens im Jahr 1917 – Vorläufer, Folgen und Echos“ statt. Anlass war das sich im November 1918 zum 100. Mal jährende Ende des Zweiten Weltkriegs. In drei thematischen Sektionen wurde das Kriegsende aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Einfach aufhören – wann und für wen endete der Erste Weltkrieg?; 1917 – Der Anfang vom Ende des Krieges?; Aufhören – Das Ende des Ersten Weltkriegs in den literarischen und visuellen Kulturen (1917-2017); Trauma und Verstümmelung – Der endlose Krieg. Eine derart vielfältige Blickweise auf das formale Kriegsende 1918 macht deutlich, dass ein Ende der Kriegshandlungen noch keinen Beginn eines Friedens implizierte, sondern dass der Krieg noch lange nach 1918 in den Menschen nachwirkte. Am 11. November 1918, Schlag 11 Uhr, beendeten die Armeen auf den Schlachtfeldern der Westfront ihre Kriegshandlungen. Qua Unterzeichnung des Waffenstillstands waren die zuvor noch verfeindeten Soldaten nun zu friedlichen Soldaten zweier Nationen geworden. Sie begegneten sich auf den Landstreifen zwischen den Gräben und tauschten Zigaretten. Es sind solche Szenen, die den Ersten Weltkrieg besonders töricht erscheinen lassen. Das Frankfurter Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften stellte sich aus diesem Grund auf seiner alljährlichen Tagung die retrospektive Frage „Und wenn wir einfach aufhörten?“. Im sich ebenfalls langsam zu seinem Ende neigenden Jubiläumsmarathon 2014 bis 2018 warfen die OrganisatorInnen der Tagung einen umfassenden Blick auf das Ende des Kriegs, oder besser gesagt die Enden des Krieges: In drei Sektionen ging es um kulturelle Vorstellungen vom Kriegsende, Friedensinitiativen und um Schauplätze, auf denen der Krieg nie zu einem Ende kam. Den ganzen Tagungsbericht von Paul Alke und Carla Reitter für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: I. Einfach aufhören – wann und für wen endete der Erste Weltkrieg? Christoph Cornelißen (Frankfurt am Main): „Die Friedensnote Benedikts XV. vom 1. August 1917 – Probleme des Friedensschließens im Weltkrieg“ Corine Defrance (Paris) / Ullrich Pfeil (Metz) : „Quand s’arrête la Première Guerre mondiale en France et en Allemagne?“ Axel Dröber (Paris): „Wann endete der Krieg? Phänomene transnationaler Mobilität in Deutschland und Frankreich während der Zwischenkriegszeit“ Vincent Laniol (Paris): „L’armistice de Rethondes et le traité de Versailles : une entrée en paix?“ Anne Duménil (Amiens): „Les initiatives de paix des institutions et organisations supranationales“ Guillaume Lancereau (Paris): „Les usages politiques de l’histoire en lendemain de guerre: la démobilisation intellectuelle des historiens de la Révolution française“ II. 1917 – Der Anfang vom Ende des Krieges? Sophie Cœré (Paris): „1917, les révolutions russes et la paix. Les paradoxes de la géopolitique et de l’idéologie“ Matthias Waechter (Nizza / Freiburg): „Die Rolle der USA und Präsident Wilsons 1917“ Nina Régis (Toulouse / Berlin): „‘Der Schrei nach besserem Brot‘: Eine unmögliche Zensur? Eine Analyse zum Kriegsbrot in der deutschen Presse des Jahres 1917. Hintergründe und Auswirkungen“ III. Aufhören – Das Ende des Ersten Weltkriegs in den literarischen und visuellen Kulturen (1917-2017) Steffen Bruendel (Frankfurt am Main): „Vorstellungen vom Kriegsende. Kunst und Literatur 1917/18“ Milan Horňáček (Olmütz): „‘Abschied von Habsburg‘. Inszenierungen des Kriegsendes in deutschsprachigen Kriegsromanen aus Böhmen und Mähren“ Brigitte Braun (Trier): „Krieg? Frieden? Grenzen? – Film und kulturelle Mobilmachung“ Nicholas Bianchi (Montpellier): „L’empire des absentes. Présences féminines et retours à la vie civile dans le roman de 14, France-Allemagne“ Maria Erben (Bonn): „Menschengemachte Apokalypse: Romain Rollands und Karl Kraus‘ Visionen des endlosen Kriegs“ Olag Müller (Marburg): „Frieden am Horizont: 1917 in Autobiographie und Fiktion nichtmobilisierter Autoren“ IV. Trauma und Verstümmelung – Der endlose Krieg Stéphane Tison (Le Mans): „Les soldats blessé psychiques. Une sortie de guerre interminable?“ Ugo Pavan Dalla Torre (Padua): „Living Memory of the War: Mutilated Soldiers in Italy” Nils Löffelbein (Frankfurt am Main): „Der staatliche Umgang mit den Kriegsbeschädigten des Ersten Weltkrieges in der Weimarer Republik und im Dritten Reich“ Bérénice Zunino (Besançon): „‘Hier aber ist das nüchtern-wahre, das gemein-naturgetreue Bild des Krieges photographisch festgehalten‘ – Körperversehrte als visuelle Erinnerungsorte des Krieges in Ernst Friedrichs Friedenspädagogik“

Screenshot der Website des Forschungsprojektes "1989 after 1989"

Tagungsbericht

The Other Globalisers: How the Socialist and the Non-Aligned World Shaped the Rise of Post-War Economic Globalisation

vom 06.07.2017 | bis zum 07.07.2017

Die Konferenz “The Other Globalisers: How the Socialist and the Non-Aligned World Shaped the Rise of Post-War Economic Globalisation” fand vom 6.-7. Juli 2017 in Exeter statt. Ziel der Konferenz war nicht weniger, als das vorherrschende Narrativ der Globalisierung herauszufordern. Dieses tendiert dazu, kapitalistische Staaten als die treibende Kraft der wirtschaftlichen Globalisierungsprozesse zu beurteilen. Dem gegenüber werden socialistische Staaten als die gescheiterten, passiven Elemente gestellt, Diese Darstellung ignoriert jedoch vielseitige Formen transnationaler Vernetzung zwischen sozialistischen und blockfreien Staaten. Die Konferenz “The Other Globalisers” stellte diesem Narrativ die Frage entgegen, inwieweit sozialistische und blockfreie Staaten als Akteure der Globalisierung betrachtet werden sollten und welche Alternativen sie dem globalen Kapitalismus entgegenzusetzen versuchten. In ihrer Konsequenz führen diese Aspekte schließlich zu der Frage, inwieweit eine Anerkennung sozialistischer und blockfreier Staaten nach einer alternativen Geschichtsschreibung verlange – und zu welchem Zeitpunkt diese beginnen müsse.  The story of post-World War II global economic integration is often told as a one of capitalist success and socialist failure, in which non-Western actors appear as the objects rather than the subjects of globalisation. Yet this narrative ignores countless forms of transnational connection and entanglement that emerged out of socialist and non-aligned contexts in the second half of the twentieth century, including circulations of people, goods, expertise, and ideas, as well as the creation of new markets and institutions, many of which survived long past the collapse of the Cold War order. “The Other Globalisers,” invited scholars from three continents and a wide array of disciplinary backgrounds to address this imbalance. Lesen Sie den ausführlichen Tagungsbericht von Johanna Folland bei HSozKult. Conference Overview: Panel 1: Chronologies of Socialist Globalisations Marc-William Palen (University of Exeter) – Marx and Manchester: The Socialist Foundations of Post-1945 Globalisation James Mark (University of Exeter) – Alternative? Socialist? Writing Eastern Europe and the Soviet Union into Postwar Globalisation  Christina Schwenkel (University of California – Riverside) – The Afterlife of Global Socialism: Technology and Mobility in the Postcolony  Discussant: Wolfgang Knöbl (Hamburger Institut für Sozialforschung) Panel 2: Global Integration Angela Romano (University of Glasgow) – Competing Plans of Pan-European Cooperation: European Community’s Policy and Soviet Proposals During the 1970s Globalization Besnik Pula (Virginia Tech) – From Reform Socialism to Transnational Capitalism: The Political Economy of Foreign Direct Investment in Central and Eastern Europe Discussant: Federico Romero (European University Institute) Panel 3: Global Institutions Without Imperialism Johanna Bockman (George Mason University) – Financial Globalisation Through Socialist and Non-Aligned Banks Max Trecker (Institute for Contemporary History, Berlin) – Globalisation by Import Substitution? The Council for Mutual Economic Assistance (CMEA) and the Global South Vlad Pașca (New Europe College) – Global Advocacy or Self-Interested Relativism? Socialist Romania, International Organizations, and the Quest for Economic Development (1960s-1980s) Ljubica Spaskovska (University of Exeter) – The Non-Aligned, the UN and the Defeat of the ‘New International Economic Order’ Discussant: Richard Toye (University of Exeter) Round Table Discussion Johanna Bockman (George Mason University) Wolfgang Knöbl (Hamburger Institut für Sozialforschung) Federico Romero (European University Institute) Panel 4: Neoliberalism and the Socialist and Nonaligned Worlds Patrick Neveling (School of Oriental and African Studies) – The New International Division of Labour before the New International Economic Order: Special Economic Zones and Neoliberal Globalisation since 1947 Tobias Rupprecht (University of Exeter) – “Neoliberal” Ideas in the Communist Periphery Discussant: James Mark (Exeter) Panel 5: Africa and Alternative Globalisations Darius A’Zami (Renmin University of China) – Extra-Liberal Interdependence: The Land Commission, Heterodox Globalisation and its Roots in Sino-Tanzanian Relations in the Cold War Theodora Dragostinova (The Ohio State University) – The Second World in the Third: Bulgarian Notions of Economic and Cultural Development in Nigeria, 1976-1982 Pavel Szobi (European University Institute) – Was Angola the “Czechoslovak Africa?” The Obstacles of the ČSSR Support for the MPLA Government Between 1975 and 1992 Discussant: Patrick Neveling (School of Oriental and African Studies) Panel 6: Resources and Experts Ned Richardson-Little (University of Exeter) – East Germany and the Failed Dream of Global Socialist Oil Solidarity Jan Zofka (University of Leipzig) – Coal as the Other Oil: East German Technical Experts and Industrial Expansion in the Socialist World of the 1950s Andrew Kloiber (McMaster University) – Brewing Global Socialism: Coffee, East Germans and the World, 1949-1989 Discussant: Piers Ludlow (LSE) Concluding Discussion

Screenshot des Tagungsberichts auf www.hsozkult.de

Tagungsbericht

Faszinosum Revolution. Verheißung oder Bedrohung? Osteuropäische und globale Perspektiven

vom 25.05.2017 | bis zum 27.05.2017

Der 100. Jahrestag der Russischen Revolutionen von 1917 bot der von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Tagung den Anlass, um vom 25. bis zum 27. Mai 2017 in Tübingen über die historische Rolle des Kommunismus, aber auch über die Revolution als einen Modus des beschleunigten und radikalen sozialen Wandels nachzudenken. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Ambivalenz von Befreiung und Unterdrückung. Historikerinnen und Historiker aus zahlreichen Ländern gingen auf der Konferenz zentralen Fragen zum Roten Oktober nach und zeigten neue Forschungsperspektiven auf. Darüber hinaus erörterten sie, wie sich der Umbruch der Jahre 1989/1991 auf das allgemeine Verständnis von Revolution ausgewirkt hat und wie im heutigen Russland Geschichte gedeutet wird. Die Konferenz konnte zeigen, dass die Russischen Revolutionen seit 1917 eine prägende Rolle in der russischen Politik und Gesellschaft spielte. Die Aktualität des politischen Umgangs mit der Erinnerungskultur in Russland stellt die Geschichtswissenschaften erneut vor die Aufgabe, sich mit der Faszinosum Revolution auseinanderzusetzen. Aus Anlass des einhundertsten Jahrestages der Russischen Februar- und Oktoberrevolution von 1917 sowie des 75. Geburtstages von Dietrich Beyrau, der sich in seinen Forschungen seit mehreren Jahrzehnten mit Krieg und Revolution in Russland auseinandersetzt, erörterten HistorikerInnen im Rahmen geschichtswissenschaftliche und erinnerungspolitische Fragen rund um die Aktualität des Faszinosums Revolution. In seiner Einführung verwies KLAUS GESTWA (Tübingen) vor dem Hintergrund des arabischen Frühlings und des ukrainischen Euromajdans auf die Aktualität der Thematik Revolution. Mit dem von Francis Fukuyama prognostizierten „Ende der Geschichte“ sei es keineswegs zum Abschied von der Revolution gekommen. Lesen Sie den vollständigen Tagungsbericht von Lina Loh bei H-Soz-Kult hier.Konferenzübersicht: EröffnungKlaus Gestwa (Tübingen) Keynote IGerd Koenen (Frankfurt am Main): Der Rote Oktober im Zyklus des europäischen und globalgeschichtlichen „Zeitalters der Revolutionen“ Keynote IIJan Plamper (London): Wie klang Februar, wie roch der Rote Oktober? Zur Sinnesgeschichte der Russischen Revolution Sektion I: Jenseits der MetropolenPavel Shcherbini (Tambov): Die Russische Revolution in der Provinz Igor Narskij (Čeljabinsk): Der Schrecken der Revolution. Reaktionen der Bevölkerung 1917-1921 im Ural. Sektion II: Nach der RevolutionSvetlana Malysheva (Kazan): „Die Macht installiert sich auf dieser Barriere zum Tode“. Die Russische Revolution und die politische Instrumentalisierung des TotenkultsNikolaus Katzer (Moskau): Gesichter und Masken. Russische Schriftsteller in Krieg und Revolution, 1914-1921 Sektion III: Kompliziertes Erinnern: Revolutionsjubiläen in Zeiten politischen WandelsElena Zubkova (Moskau): Das Imaginäre der Revolution: Oktober 1917 in den sowjetischen Spielfilmen – von Eisenstein bis PerestrojkaBoris Kolonickij (St. Petersburg): The Unpredictable Past in an Unpredictable Time. The 100th Anniversary of the Russian Revolution Keynote IIISheila Fitzpatrick (Sydney): Celebrating (or not) the Centenary of the Russian Revolution_ Sektion IV: Umbrüche seit 1989Malte Rolf (Bamberg): Der Umbruch im Baltikum 1989-91Benno Ennker (Radolfzell/ St. Gallen): „Konservative Revolution“ unter Putin -auf dem Weg zu einem neuen Führer-Regime? Podiumsdiskussion: Die Ambivalenzen der Revolution: Gemeinschaftserlebnis, Gewaltraum, ErinnerungsortBenno Ennker (Radolfzell / St. Gallen) / Klaus Gestwa (Tübingen) / Dietrich Beyrau (Tübingen) / Madhavan Palat (Neu Delhi)

Tagungsbericht | Symposium

100 Jahre Gründung der USPD

vom 06.04.2017

Das wissenschaftliche Kolloquium in Gotha beschäftigte sich in zwei Themenblöcken mit der Entstehungsgeschichte der USPD und der Stellung der Partei zwischen "Parlamentarismus und Bolschewismus". Die Beiträge widmeten sich den Beweggründen für eine Abspaltung von der Sozialdemokratie während des Ersten Weltkriegs, der steigenden Radikalisierung der Partei und der Novemberrevolution. Die Referenten setzten besonders bei der Betrachtung der Rätebewegung einen Fokus auf die Städte Berlin und Gotha. Die Betrachtung der USPD und der Spaltung der Arbeiterbewegung ist bisher weder abgeschlossen, noch erscheint sie obsolet. Insbesondere die Fragen nach der Zusammensetzung der Mitglieder der Basis, die Bedeutung der ideologischen und strategischen Differenzen bei der Parteispaltung, die Gründe des Wechsel von der USPD zur KPD, das Zusammenspiel von USPD, Räte, Revolutionären Obleuten und Gewerkschaften, aber auch die Auslotung möglicher Handlungsalternativen der SPD im Zeitraum von 1914 bis 1922, die durch die USPD herausgefordert wurde, vermögen als bisherige Desiderate der Forschung Anstoß zu neuen Betrachtungen auf die Geschichte der Spaltung der Arbeiterbewegung geben. Erste neue Perspektiven auf das Jahr 1917 sollte die Veranstaltung in Gotha liefern. Den vollständigen Tagungsbericht für H-Soz-Kult von Ronny Noak können sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht:Die Entstehung der USPD im Spannungsfeld von Krieg und FriedenBurgfrieden oder Burgkrieg? Die deutsche Sozialdemokratie im Ersten WeltkriegWolfgang Kruse (Hagen): Zwischen Opposition und Integration. Die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie im Ersten WeltkriegMax Bloch (Köln): Die Burgfriedenspolitik der SPD: Wegmarke der parlamentarischen Demokratie?Stefan Bollinger (Berlin): Staatstragend, revolutionär oder ein dritter Weg? Deutsche Linke im Ersten Weltkrieg zwischen Anpassung und konsequenter KriegsgegnerschaftWege zum Frieden: parlamentarischer Verständigungsfrieden oder revolutionärer Massenstreik?Thilo Scholle (Berlin): Das Gebot der Stunde. Die USPD und die FriedensfrageMarcel Bois (Hamburg): „Krieg dem Kriege“. Spartakusgruppe und Friedensbewegung 1916-1918Walter Mühlhausen (Heidelberg):Die Erosion des Burgfriedens: Die Spaltung der Sozialdemokratie und der Versuch eines parlamentarischen VerständigungsfriedensRevolution oder Reform? Die USPD zwischen Parlamentarismus und BolschewismusWege in die Revolution, Wege in der Revolution: Rätemodell vs. Parlamentarische DemokratieMike Schmeitzner (Dresden): Diktatur als Demokratie? Karl Kautsky und die Perspektiven der MachtBernd Braun (Heidelberg): „Der Geburtstag der deutschen Demokratie“ – Die Regierung Max von Baden als Ausgangs- oder Endpunkt sozialdemokratischer Systemziele?Metropole und Provinz: Revolution und USPD in Berlin und GothaAxel Weipert (Berlin): Eine zweite Revolution durch die Räte? Die USPD-Linke 1919/20Stefan Gerber (Jena): Das „rote“ Gotha in Revolution und Kapp-Putsch: Ereignis und GeschichtspolitikDie USPD zwischen KPD und SPD & AbschlussdiskussionReiner Tosstorff (Mainz): Das Ende der USPD als Massenpartei: zwischen der sich etablierenden parlamentarischen Demokratie und der bolschewistischen RevolutionÖffentliche Abendveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und des Weimarer Republik e.V.„Vor hundert Jahren: Die Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung und die Gründung der USPD in Gotha“Vortrag von Hartfrid Krause (Darmstadt)Anschließend: Diskussion mit Steffen Kachel (Erfurt) und Walter Mühlhausen (Heidelberg)Moderation: Peter Reif-Spirek (Erfurt)

Logo Zentrum für Osteuropa und internationale Studien (ZOiS)

Tagungsbericht

Borders from Below. Processes of Re- and De-Bordering within the Post-Soviet Space

vom 29.11.2018 | bis zum 30.11.2018

Unter dem Titel „Borders from Below. Processes of Re- and De-Bordering within the Post-Soviet Space“ fand vom 29.11.2018 bis 30.11.2018 in Berlin ein mehrtägiger Workshop statt. Dieser beschäftigte sich mit grenzüberschreitenden Interaktionen und analysierte unterschiedliche Grenzsituationen nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Sowjetunion. Das Ende der Sowjetunion führte zur Entstehung mehrerer postsowjetischer Staaten, die auf den Territorien der ehemaligen Sowjetrepubliken beruhen. Zusätzlich entstanden so genannte De-facto-Staaten, beispielsweise Abchasien in Georgien oder Transnistrien in Moldau. Diese Entwicklungen zogen eine Reihe neuer Grenzen nach sich, die nur teilweise internationale Anerkennung erfahren.  The workshop focused on borders and cross-border interactions from the perspective of people living in border regions. Its aim was to analyse various border situations after the collapse of the Soviet Union, which led to new borders but also to changes in the nature of borders in the post-Soviet space. The workshop addressed how borders are imagined, perceived, and produced, both by local people living in border regions and by various other actors on different levels. Borders are understood as socially constructed and permanently “made” (the act of bordering) and changed (re- and de-bordering). Even though the perspective “from below” was highlighted, attention was also directed towards the perspectives of different actors on other scales. Den Tagungsbericht von Sabine v. Löwis für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Public Lecture Tatiana Zhurzhenko (Faculty of Social Sciences, University of Vienna): Between State of Exception and Everyday Banality: Precarious Borders in the Post-Soviet Space Beate Eschment / Sabine von Löwis (both Zentrum für Osteuropa und internationale Studien (ZOiS), Berlin) / Carolin Leutloff-Grandits (Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION, Frankfurt an der Oder): Welcome and Introduction Panel 1 – “Contested” Borders Moderator: Beate Eschment (Berlin) Anton Gritsenko (Institute of Geography, Russian Academy of Sciences, Moscow / Immanuel Kant Baltic Federal University, Kaliningrad): Local Actors in Contested Border Realities: Northern Crimea and the Russian Part of Donbass after 2014 Saodat Olimova (Independent Research Centre Sharq / Oriens, Dushanbe): Transborder Informal Integration Vs. Disintegration: How People in the Border Regions of the Fergana Valley Live Discussion Input: Sophie Lambroschini (CMB, Berlin) Panel 2 − De Facto Borders Moderator: Sabine von Löwis (Berlin) Ketevan Khutsishvili (Tblisi State University): Crossing the De Facto Borderlines between the Gali and Zugdidi Municipalities Mikhail Klyuchnikov / Nikita Turov (both Moscow State University): Transnistria: Life Despite the Conflict Borders Discussion Input: Daria Isachenko (Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION, Frankfurt an der Oder) Panel 3 – “External” Borders Moderator: Carolin Leutloff-Grandits (Frankfurt an der Oder) Rita Sanders (University of Cologne): Farming beyond Borders: Economic Activities, Adventuresomeness and Daily Boundary Crossings of ‘Western’ Farmers in Russia’s Exclave of Kaliningrad Tobias Holzlehner (University of Halle an der Saale): Subversive Economies: Informal Trade in a Russian-Chinese Borderland Discussion Input: Vladimir Kolosov (Institute of Geography, Russian Academy of Sciences, Moscow / Immanuel Kant Baltic Federal University, Kaliningrad) Final Discussion Moderator Beate Eschment (Berlin) Discussion Input: Vladimir Kolosov (Moscow / Kaliningrad) / Carolin Leutloff-Grandits (Frankfurt an der Oder) / Sabine von Löwis (Berlin) / Tatiana Zhurzhenko (Vienna) Book Presentation Vladimir Kolosov (Ed.): Russian Border Regions: Neighbourhood Challenges, Moscow 2018.

Logo Deutsches Historisches Institut Warschau

Tagungsbericht

Seit 1918… Staatsentstehung, Monarchienzerfall und Revolutionserfahrung im Rückspiegel nationaler Jubiläen

vom 11.10.2018 | bis zum 13.10.2018

Unter dem Titel „Seit 1918… Staatsentstehung, Monarchienzerfall und Revolutionserfahrung im Rückspiegel nationaler Jubiläen“ fand vom 11.10.2018 - 13.10.2018 in Warschau eine mehrtägige Konferenz statt. Ziel der Konferenz war es, die unterschiedlichen Aspekte von Erinnerungspraktiken zu ergründen und dabei vor allem die Jahre 1918, 1928, 1938 und 1988 in den Fokus zu nehmen. Die Konferenzbeiträge beschäftigten sich mit Gedenkfeiern in der Zwischenkriegszeit und Unabhängigkeitsbewegungen im Zusammenhang mit neuen Staatsgründungen. Themen waren unter anderem die Oktoberrevolution 1917 als die kommunistischen Bolschewiki die Macht in Russland übernahmen oder die Republikausrufung in Österreich am 12. November 1918. The annual conference of the German-Czech and the German-Slovak Historical Associations focused on the commemorations and celebrations of (post-)1918 key and watershed dates in the history of Central and Eastern Europe. The presentations dealt with various commemorations in countries within the purview of the Associations, however, presentations that focused on other countries such as Poland, the Baltic states, Austria and Hungary were also invited, thus providing fertile ground for discussions from a wider regional standpoint. The main aim of the conference was to bring together scholars focusing on various aspects of commemorative practices and to provide a long-term perspective on the commemorations in the region, with a special focus on the decadal anniversaries of 1918 such as 1928, 1938 and 1988. Importantly, these dates also represented dates just before dramatic political, cultural and social changes in the region’s history. Of central interest to the conference was the interaction between the history of the state, politics, public discourses of history and the different interpretations of commemorations and celebrations. Den Tagungsbericht von Andrea Talabér für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Podiumsdiskussion „Erste Republik“, „Zweite Republik“, „Weimarer Republik“ und „der Staat, den keiner wollte“ – Parallele Anfänge 1918 in der Mitte Europas mit diversen Ausgängen. Moderation: Jana Osterkamp (München) / Roman Holec (Bratislava) / Frank Hadler (Leipzig) / Andrii Portnov (Frankfurt an der Oder) / Miloš Řezník (Warschau) Filmvorführung Grosses Zerstören (1918) aus dem Zyklus Tschechische Jahrhundert. Regie: R. Sedláček Eröffnung der Tagung Maciej Górny / Miloš Řezník (beide Warschau) / Frank Hadler (Leipzig): Einführung in das Tagungsthema Maciej Górny (Warschau): Parallele Erinnerungskulturen an den Ersten Weltkrieg und die Unabhängigkeitskriege in Ostmitteleuropa 1918–1939 Marcin Jarząbek (Krakau): Czechoslovak Legionnaires in 1938 and Their Rituals of National Consolidation, or from the Children to the Orphans of the Republic Piotr T. Kwiatkowski (Warschau): Die Herausbildung von Mustern zur Feier historischer Jahrestage in Polen Nina Lohmann / Jiří Pešek (beide Prag): Die Prager Feierlichkeiten zur Gründung der Tschechoslowakei 1928: Zwischen einer Erinnerung an die historische Realität und einem Dekolonialisierungsmythos Miloslav Szabo (Bratislava): Repräsentationen der „Wende“ von 1918 anlässlich des 10. Jahrestages der Gründung der RČS Christhardt Henschel (Warschau): Waffenbrüder auf Distanz. Jüdische Sichtweisen auf die polnische Unabhängigkeit (1928 und 1938) Iwona Dadej (Berlin / Warschau) / Anna Nowakowska-Wierzchoś (Warschau): „Umkämpfte Erinnerung“. Wie und von wem wurde die Teilnahme von Polinnen am Ersten Weltkrieg in der Öffentlichkeit und auf der Jubiläumsfeier 1928 präsentiert? Roman Holec (Bratislava): Rituale der Republik 1928 – 1938 – 1948 Geschlossene Arbeitssitzungen der Kommissionssektionen Hildegard Schmoller (Wien): Nichts zu feiern?! – Der „12. November“ in Österreich Andrea Talabér (Prag): The Saint and the King: The National Day of St. Stephen in Hungary in 1938 and 1988 Frank Hadler (Leipzig): Im Schatten von 70 Jahren „Roter Oktober“ und Perestroika Arūnas Vyšniauskas (Vilnius): Zur Problematik der baltischen Staatsgeburten vor 100 Jahren. Ein Vergleich der Monografien zur Entstehungsgeschichte der baltischen Staaten von Gregor Rutenberg (1928), Stanley W. Page (1959) und Sigmar Stopinski (1997) Abschlussdiskussion Geschlossene Arbeitssitzung der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission

Logo der Veranstaltungsreihen anlässlich Karl Marx 200. Geburtstages der Universität Trier

Tagungsbericht

What is Left of Marxism? Historiography and the Possibilities of Thinking with Marxian Themes and Concepts

vom 22.05.2018 | bis zum 23.05.2018

Die DFG-Leibniz-Forschergruppe „Vergleichende Zeitgeschichte der modernen Geschichtswissenschaften“ am Forschungszentrum Europa der Universität Trier lud anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx am 22. und 23. Mai zu einem Workshop in die Geburtsstadt des Philosophen ein. Die Organisatoren fragten nach der heutigen Bedeutung von Karl Marx' Begriffen, Theorien und Konzepten in der Geschichtswissenschaft. Somit wollte die Veranstaltung Möglichkeiten und Grenzen marxistischer Analysekategorien in der modernen Geschichtswissenschaft neu ausloten und ihre Sinnhaftigkeit diskutieren. Die drei Sektionen widmeten sich den Modi der Produktion vor dem industriellen Kapitalismus, Klassenkonflikten und subalternen Gruppen sowie marxistischen Ansätzen für eine Globalgeschichte. Diesen hohen Ansprüchen wurde der Workshop vor allem durch die thematisch breit aufgestellten und internationalen Referierenden gerecht. Die Eingeladenen kamen aus unterschiedlichsten Fachgebieten wie der Labor History, den Cultural Studies, der Global History oder sind Area Studies Experten. Der Workshop war Teil eines vielfältigen Veranstaltungsprogramms an der Universität Trier anlässlich des 200. Marx Geburtstages. Gewissermaßen als Auftakt und Vorspann zum internationalen Marx-Kongress der Universität Trier (23.-25. Mai) veranstaltete die DFG-Leibniz-Forschergruppe „The contemporary history of Historiography“ einen Workshop zur Relevanz Marx'scher Konzepte und Ansätze in der gegenwärtigen Geschichtswissenschaft. Ausgangspunkt war, wie BEN ZACHARIAH (Universität Trier), einer der Organisatoren eingangs formulierte, die Beobachtung, dass Marx' Erbe nach den verschiedenen turns der internationalen Geschichtswissenschaft zu einer vergessenen oder verschütteten Tradition geworden sei und es heute vielfach darum gehe, sich wieder an Ideen und Begriffe zu erinnern, die man gekannt, aber zwischenzeitlich verdrängt habe. Sympathie und Neugierde für Marx'sche und marxistische Ansätze war denn auch ein roter Faden dieses Workshops. Den Tagungsbericht von Lutz Raphael für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: A: Modes of Production Before Industrial CapitalismChair: Josef Ehmer (Universität Wien) Kaveh Yazdani (Universität Bielefeld): Reading Marx in the Divergence DebateDiscussant: Benjamin Zachariah (Universität Trier) Jorge Grespan (University of São Paulo): Marxism and the Debates on Slavery in BrazilDiscussant: Amar Baadj (Universität Bonn / Universität Trier) Amar Baadj (Universität Bonn / Universität Trier): Mahmud Isma’il and his Historical-Materialist Approach to the History of the Medieval Islamic WorldDiscussant: Benjamin Zachariah (Universität Trier) Mohammed Maraqten (Universität Heidelberg): Marxist Historiography and the Ancient Near East: The Impact of Marxist Writings on the Historical Interpretation of the Ancient Near East in RetrospectDiscussant: Amar Baadj (Univeristät Bonn / Universität Trier) B. Class Conflict and Subaltern GroupsChair: Benjamin Zachariah (Universität Trier) Mischa Suter (Universität Basel): The Critique of Political Economy and the Politics of Moral EconomyDiscussant: Josef Ehmer (Universität Wien) Benjamin Zachariah (Universität Trier): Historiographical Turning Points: Marx versus Marxism in India Discussant: Lutz Raphael (Universität Trier) C. Marxist Approaches to Global HistoryChair: Lutz Raphael (Universität Trier) Matthias Middell (Universität Leipzig): Marx and Today's Global HistoryDiscussant: Benjamin Zachariah (Universität Trier) Preben Kaarsholm (re:work HU Berlin): Marx, Globalisation, and the Reserve Army of Labour David Mayer (Universität Wien / IISG Amsterdam): Modes of Production - Past Debates and Future Potential of a Key Marxist NotionDiscussant: Benjamin Zachariah (Universität Trier) Kavita Philip (UC Irvine): Marxist Techné? Tactical Lessons from the History of Science and TechnologyDiscussant: Lutz Raphael (Universität Trier)

Logo der Goethe-Universität

Tagungsbericht

Die Bewegung ist tot – Viva la Revolución? Lebenswege nach 1968

vom 12.04.2018 | bis zum 13.04.2018

Vom 12. bis 13. April 2018 fand an der Evangelischen Akademie Frankfurt die Tagung „Die Bewegung ist tot – Viva la Revolución? Lebenswege nach 1968“ statt. Die 68er-Bewegung wurde in der bisherigen geschichtswissenschaftlichen Forschung vor allem als ganze Bewegung untersucht, sowie auf ihre Entwicklung, ihre Brüche und ihr Scheitern. Dem entgegen setzte die Tagung einen Ansatz, der die 68-er Bewegung nicht als Einheit betrachtet, sondern als Einzelpersonen, die für einen beschränkten Zeitraum gemeinsam agierten. Auf die divergierenden Lebensentwürfe dieser Einzelpersonen nach dem Auseinanderbrechen der 68er-Bewegng konzentrierte sich die Veranstaltung. Entsprechend wurden vier mögliche Leitfragen formuliert: Welche nationalen/transnationalen Netzwerke entstanden innerhalb der 68er-Bewegung und wie wurden diese nach Auflösung der Studentenbewegung weiter genutzt?; Wie veränderte sich der Blick der beteiligten Akteur/innen auf die Politik, die Justiz und die Medien?; Welche bisher wenig beachteten Alternativ-Lebenswege gab es neben dem „Marsch durch die Institutionen“ oder der Radikalisierung der Akteur/innen?; Inwiefern spielen biografische Zugänge und Zeitzeug/innen eine wesentliche Rolle bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Studentenbewegung und ihrer Folgen? Nicht so sehr die Erörterung dessen, was ‚1968‘ war und ist bzw. was die damals erhobenen kulturrevolutionären Pläne nach fünfzig Jahren noch für die Bundesrepublik bedeuten, stand im Mittelpunkt der Tagung zu den Akteuren der Bewegung und ihren Lebenswegen. Stattdessen sollten die nachträglichen Sinnstiftungen ganz unterschiedlicher Personengruppen der Revolte und ihr Einfluss auf die Wahrnehmung der Proteste und ihre Verstetigung beleuchtet werden. Die einzelnen Beiträge brachten biographische Bruchstücke, Bewegungsmuster und Netzwerke in neuen, oft überraschenden Konfigurationen zum Vorschein, weil den individuellen Spuren gefolgt wurde, anstatt ein weiteres Mal vor allem „die großen Gesänge“ anklingen zu lassen oder die allfälligen Generalabrechnungen mit der Studentenbewegung weiterzuschreiben. Den Tagungsbericht von Martin G. Maier für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Barbara Wolbring (Frankfurt am Main): Einleitung Panel I: Zeitgenössisch und retrospektiv entwickelte „68er-Narrative“ als Problemstellungen der Zeitgeschichte Benjamin Möckel (Köln): Fair Trade: Ein Generationenprojekt der „68er“ in Westeuropa? Robert Wolff (Frankfurt am Main): Selbsthistorisierung der AkteurInnen der „68er-Bewegung“ als Problemstellung der Zeitgeschichte Panel II: Gewalt als Erbe der „68er-Bewegung“? Max Gedig (München): Lebenswege nach 1968 – Michael Baumann und die Gewalt Kevin Lenk (Berlin): Kritik jenseits von Kaderpartei und Spontaneismus: Das Sozialistische Büro und das Problem linker Gewalt, 1972-1977. Panel III: Chancen und Möglichkeiten der Frauenbewegung(en) nach 1968 Clara Woopen (Berlin): Neuorientierung in der Frauenbewegung. Zur NS-Erinnerung in der Berliner Frauenzeitung Courage Vojin Saša Vukadinović (Zürich): Weiterdenken nach '68. Silvia Bovenschen und die Frauenemanzipation Panel IV: Das kulturelle Erbe der „68er-Bewegung“ Lisa-Frederike Seidler (Berlin): ‚Lektoren-Revolte‘ – Netzwerke dramatischer Distribution nach 1968 Simon Maier (Konstanz): Werte, Wissen, Wirkungen – Biographische Intellektuellensoziologie als Wirkungsgeschichte der 68er Bewegung Panel V: Der Blick nach Osten – Auswirkungen der „68er-Bewegung“ auf die Lebenswege in Mittel- und Osteuropa Adrian Matus (Florenz): Die Spektren von 1968 in Ost- und Mitteleuropa Ewgeniy Kasakov (Bremen u. Perm): 68er, Šestidesjatniki, Dissidenten – gab es „globales 68“ in der Sowjetunion? Abschlussdiskussion

Screenshot des Veranstaltungsflyers: 1968 – eine weltpolitische Zäsur

Konferenzdokumentation | Veranstaltungsmitschnitt

1968 – eine weltpolitische Zäsur

vom 07.03.2018 | bis zum 08.03.2018

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von 1968 veranstaltete die Deutsche Gesellschaft e. V. gemeinsam mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 7. und 8. März 2018 eine Konferenz in die Landesvertretung Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin. Journalisten, Politiker und Wissenschaftler warfen einen europäischen und globalgeschichtlichen Blick auf die Ereignisse des Jahres 1968. Die gesellschaftliche Bedeutung, das Vermächtnis, die Rolle im heutigen politischen Diskurs und die Bedeutung als europäischer Erinnerungsort wurden diskutiert. Folgende drei Panels setzten die inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung: Die 1960er-Jahre im internationalen Kontext, 1968 – Gesellschaften im Aufbruch, Nachwirkungen und Perspektiven von 1968. Gerade durch den globalgeschichtlichen Blick gelang es den Veranstaltern die Aufstandsversuche und Revolten in den kommunistischen Diktaturen der 1960er-Jahre nicht aus dem Blick zu verlieren und in Bezug zu den Ereignissen in Westeuropa und den USA zu setzen. Die Konferenz war auch Auftakt zu einer siebenteilige Veranstaltungsreihe in der Bundesstiftung über das Jahr 2018 hinweg, die weitere Aspekte von 1968 in den kritischen Blick nehmen wird. Das Jahr 1968 gilt als Mythos, verklärt, verdammt, von einer jüngeren Generation neugierig beäugt. Vor allem aber ist es die Chiffre für eine Zäsur in der deutschen und europäischen Nachkriegs-Geschichte. Was sagen uns diese Ereignisse, Prozesse und Diskurse ein halbes Jahrhundert später? Was ist abgetan, welche Fragen stellen sich erneut? Die Vorträge von Detlef Siegfried und Jürgen Danyel im des Panels 1968 – Gesellschaften im Aufbruch können sie hier auf der Seite von RBB-Inforadio nachhören. Die anschließende Podiumsdiskussion des Panels wurde ebenfalls im RBB-Inforadio in der Reihe Das Forum übertragen und kann hier nachgehört werden.

Logo des Veranstalters Weimarer Republik e.V.

Tagungsbericht

Zusammenbruch, Aufbruch, Abbruch? Die Novemberrevolution als Ereignis und Erinnerungsort

vom 25.11.2017 | bis zum 27.11.2017

In der Endphase des Ersten Weltkrieges führte die Novemberrevolution von 1918/19 zum Sturz der Monarchie im Deutschen Reich und zu dessen Umwandlung in eine parlamentarische Demokratie, die Weimarer Republik. Die im November 2017 in Weimar stattgefundene Konferenz „Zusammenbruch, Aufbruch, Abbruch? Die Novemberrevolution als Ereignis und Erinnerungsort“ nutzte die Gelegenheit, die Novemberrevolution in ihren sehr verschiedenen Kontexten und aus verschiedenen Perspektiven neu zu betrachten und ihr in einem umfassenden Sinne neue Konturen zu verleihen: Als herausragendes und immer wieder umstrittenes und neu zu verhandelndes Ereignis der deutschen und europäischen Geschichte. Denn die Novemberrevolution hört zusehends auf, eine „vergessene Revolution“ zu sein: In Wissenschaft und Öffentlichkeit wächst die Einsicht, dass der Aufbruch in die erste parlamentarische Demokratie Deutschlands mehr war als eine halbe, stecken gebliebene oder gar verratene Revolution. Die Referenten der Konferenz diskutierten die Bedeutung der Novemberrevolution für die deutsche Demokratiegeschichte sowie neue Ansätze der Geschichtswissenschaft, die die Revolutions- und Weimarforschung derzeit verändern. Neben Vorträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wurden auch hervorragende Bachelor- und Masterarbeiten zur Weimarer Republik ausgezeichnet. Versteht man Jubiläen mit Aleida Assmann als „Denkmäler in der Zeit“, so müsste die derzeitige „Jubiläumitis“ als Exzess der Denkmalpflege in die Geschichte unserer Gegenwart eingehen. Um einer derart vergangenheitsversessenen Zeitkrankheit vorzubeugen, fühlen sich viele Geistes- und Kulturwissenschaftler neuerdings dazu verpflichtet, jedem Gedenktag eine nützliche Denktagung entgegenzusetzen. Nichtsdestotrotz werden wissenschaftliche Veranstaltungen mit Jubiläumsappeal oft erst durch diesen ermöglicht: sei es finanziell durch die Unterstützung vom Bund oder von Forschungsgemeinschaften oder medien- und marktökonomisch durch die Generierung der öffentlichen wie wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. Lesen Sie den ausführlichen Tagungsbericht von Verena Wirtz bei H-Soz-Kult. Konferenzübersicht: Michael Dreyer / Andreas Braune (Jena): Begrüßung und Einführung 1. Sitzung: War das Kaiserreich noch zu retten? Lothar Machtan (Bremen): Geburtshelfer der Demokratie? Prinz Max von Baden – der letzte Kanzler des KaisersKarl Heinrich Pohl (Kiel): Die unnötige Revolution? Überlegungen zu einer Neuinterpretation der Ereignisse von 1918/19 2. Sitzung: Umwälzungen des Sagbaren oder Business as usual? Nadine Rossol (Essex): „Die Abdankung unseres Kaisers hat mich nicht besonders getroffen..." - Emotionen, Erwartungen und Teilhabe an der deutschen Revolution 1918/19Wolfram Pyta (Stuttgart): Demokratischer Urknall im Traumland – Kulturhistorische Reflexionen über den Gestaltwandel des Politischen von November 1918 bis Mai 1919 Abendveranstaltung Verleihung der Preise zu Forschungsarbeiten zur Weimarer Republik Festvortrag von Martin Sabrow (Potsdam / Berlin): Verhasst – Verehrt – Vergessen: Die Novemberevolution in der deutschen Gedächtnisgeschichte 3. Sitzung: Die Russische Revolution und die deutsche Linke Gleb J. Albert (Zürich): 1917-19 – Eine russisch-deutsche Doppelrevolution?Walter Mühlhausen (Heidelberg): Programm vs. Realpolitik – Sozialdemokratie und radikale Linke in der Revolution 4. Sitzung: Auf- oder Zusammenbruch? Liberale und Konservative in der Revolution Jens Hacke (Halle): Das Wagnis der Demokratie. Der Liberalismus zwischen Erneuerung und Existenzkrise Kirsten Heinsohn (Hamburg): Zusammenbruch und Kontinuitäten. Konservative Reaktionen auf die Revolution 5. Sitzung: Frauen(-bewegung) und Revolution Ingrid Sharp (Leeds): Die Frauenbewegung und die RevolutionHedwig Richter (Hamburg): Eine revolutionäre Selbstverständlichkeit? Das Frauenwahlrecht als nichtkontroverse Errungenschaft der Revolution 6. Sitzung: Revolution und Gewalt; Orte der Revolution Mark Jones (Dublin): Am Anfang war Gewalt. Violence and the German Revolution of 1918-19Detlef Lehnert (Berlin): Eine Revolution der Städtevielfalt? 7. Sitzung: Die Revolution und das Recht Manfred Baldus (Erfurt): Die Novemberrevolution und ihre Fragen an das RechtDaniel Siemens (Newcastle): Revolutionäre Justiz? Volkssouveränität und Recht bei Erich Kuttner und Walther Lamp'l in der frühen Weimarer Republik 8. Sitzung: Vorstellung der B.A.- und M.A.-Arbeiten der PreisträgerInnen Matthias-Erzberger-Preis:Ludwig Decke, B.A. (Leipzig): Feindschaft statt Vermittlung. Carl Schmitts Antiliberalismus in der Weimarer RepublikSimon Sax, B.A. (Bremen): Wahlempfehlungen in der deutsch-jüdischen Presse vor den Reichstagswahlen im September 1930 und Juli 1932. Eine VersicherheitlichungsanalyseHugo-Preuß-Preis:Angela Schuberth, M.A. (Berlin): Der Begriff der „Volksgemeinschaft“ vor dem Nationalsozialismus. Eine empirische Analyse des Begriffsgebrauchs in der Vossischen Zeitung zwischen 1918 und 1933Grischa Sutterer, M.A. (Tübingen): Alternative Ordnungsentwürfe im deutschen Offizierskorps zwischen Nation und Weltpolitik, 1915-1923. Friedrich von Boetticher, Oskar von Niedermayer, Hans von Seeckt 9. Sitzung: Die Novemberrevolution: Ein verlorener Erinnerungsort? Wolfgang Niess (Stuttgart): Die ungeliebte Revolution. Die verdrängte und politisierte Erinnerung an 1918/19 im geteilten DeutschlandMartin Sabrow (Potsdam / Berlin): Kommentar: Die Novemberrevolution als Erinnerungsort der Republik?Andreas Braune / Michael Dreyer (Jena): Schlussworte

Logo der Universität Würzburg

Tagungsbericht

Kriegsgewalt und Kriegsverbrechen in historischer Dimension

vom 06.11.2017 | bis zum 07.11.2017

Vom 6. bis zum 7. November 2017 fand die Tagung „Kriegsgewalt und Kriegsverbrechen in historischer Dimension“ an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg statt. Die im Zuge der Veranstaltung präsentierten Blickwinkel auf die Thematik sind in ihren Fragestellungen überaus vielfältig und analysieren mit diesen unterschiedliche gewaltsame Konflikte der vergangenen Jahrhunderte. Dabei decken sie sowohl eine regionale als auch eine internationale Perspektive ab, die sich aus dem Veranstaltungsort Würzburg sowie der Kooperation mit der Universität Smolensk (Russland) ergab. Die Konferenz gliederte sich in drei Sektionen: "Würzburg als Fallbeispiel von Kriegsgewalt"; "Kriegsgewalt als kulturelle Praktik"; "Kriegsopfer". Die Vortragenden ziehen eine große Bandbreite historischer Beispiele zur Veranschaulichung ihrer Thesen heran, die vom Dreißigjährigen Krieg und dem Massaker an polnischen Kriegsgefangenen im sowjetischen Katyn bis hin zu Auseinandersetzung mit Kriegsgewalt in russischen Literaturdiskursen reicht und gewähren somit einen vielseitigen Einblick in ihren Forschungsgegenstand.  Vom 6. bis zum 7. November 2017 fand an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Rahmen einer vom Auswärtigen Amt geförderten Projektwoche mit der Staatlichen Universität Smolensk (Russland) ein Workshop zu „Kriegsgewalt und Kriegsverbrechen in historischer Dimension“ mit elf Beiträgen aus verschiedenen Disziplinen und zu unterschiedlichen Epochen der Neuzeit statt. Die erste Sektion richtete einen allgemeinen Blick auf das Thema und begann mit einem Beitrag von OLGA IWANOWA (Smolensk), die Beispiele aus den französischen Religionskriegen, dem Dreißigjährigen Krieg und der Herrschaft Zar Iwans des Schrecklichen beleuchtete. Sie zeigte, dass der Einsatz physischer Gewalt in der Frühen Neuzeit mit Initiativen zur Normierung einherging. Theorie und die Praxis des Völkerrechts beeinflussten sich wechselseitig, was insbesondere an Hugo Grotius deutlich wird, der Einfluss auf die Kriegführung Gustavs II. Adolf von Schweden hatte. Grundsätzlich wurde Gewalt in der Frühen Neuzeit nicht delegitimiert, sondern ihr Gebrauch Normen unterworfen. Den Tagungsbericht von Anuschka Tischer für HSozKult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Olga Iwanowa (Smolensk): Kriegsgewalt und Kriegsverbrechen aus historischer Perspektive (am Beispiel der Religionskriege und des Dreißigjährigen Kriegs) (Vortrag in russischer Sprache mit Simultanübersetzung) Peter Hoeres (Würzburg): Was ist in der Moderne ein Kriegsverbrechen? Christian Mühling (Würzburg): Religionskrieg und konfessionelle Repressalien an der Schwelle vom 17. zum 18. Jahrhundert Sektion „Würzburg als Fallbeispiel von Kriegsgewalt“ Anuschka Tischer (Würzburg): Die schwedische Eroberung Würzburgs im Dreißigjährigen Krieg und ihre Folgen Peter A. Süß (Würzburg): Die Zerstörung Würzburgs im Zweiten Weltkrieg AbendvortragOksana Kornilova (Smolensk): Katyn: a long life of the Nazi term Sektion „Kriegsgewalt als kulturelle Praktik“ Marcel Mallon (Bonn): Kunstraub im Dreißigjährigen Krieg Demjan Walujew (Smolensk): Deutungsmuster „Feind” und „Kriegsgewalt” in der Propaganda der europäischen Staaten und Russlands vom Dreißigjährigen Krieg bis Napoleon (1618–1815) (Vortrag in russischer Sprache mit Simultanübersetzung) Irina Romanowa (Smolensk): Kriegsgewalt und Kriegsverbrechen im modernen russischen Literatur-Diskurs (Vortrag in russischer Sprache mit Simultanübersetzung) Sektion „Kriegsopfer“ Roman Beljutin (Smolensk): Der letzte Pass: Opfer des Nazi-Regimes im Sport Dmitrij Komarow (Smolensk): Politische Repressalien gegenüber den Handlangern der Eroberer auf den besetzten sowjetischen Territorien (1941–1943) anhand von Materialien aus der Region Smolensk (Vortrag in russischer Sprache mit Simultanübersetzung )

Titel der Tagung auf vorläufigem Tagungsprogramm

Tagungsbericht

Sehnsucht nach dem „Kommunismus“? Kulturen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bei jungen Menschen in Südost- und Osteuropa und in Ostdeutschland im 21. Jahrhundert

vom 23.10.2017

Am 23. Oktober 2017 fand an der Universität Wien eine internationale und interdisziplinäre Konferenz mit dem Titel Sehnsucht nach dem „Kommunismus“? statt. Die Veranstaltung wurde vom Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit (19.-21. Jahrhundert) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Transformationsprozesse in Mittel-, Ost- und Südeuropa und dem Franz Vranitzky Chair for European Studies der Universität Wien organisiert. Die Konferenz ist die erste europäische Bestandsaufnahme von Erscheinungsformen wie etwa jugendlicher Neo-Stalinisten in Russland, Jugo- und Titonostalgiker in Ex-Jugoslawien oder der Antifa-Bewegung in Deutschland und will diese Phänomene analysieren. Methodologisch dominiert ein generationentheoretischer Ansatz. Neben einem Rahmenprogramm widmete sich die Veranstaltung sich in drei Sektionen diesen nostalgischen Erscheinungsformen junger Menschen. Die Panels tragen die Titel Phänomenologie und Politik der „Jugo- und Tito-Nostalgie“, Europäische und generationelle Vergleichshorizonte und Alternativen zum neoliberalen Kapitalismus der Gegenwart – hat der „Kommunismus“ doch eine Zukunft?. Anlässlich des 100. Jahrestages der „Oktoberrevolution“ in Russland stellten Historiker und Soziologen, Sozialanthropologen sowie Politik-, Kommunikations- und Kulturwissenschaftler die Frage nach der Rückkehr „kommunistischer“ Konzepte, Werte, Ideen und Relikte in Südost- und Osteuropa sowie in Ostdeutschland. Dabei legten sie den Fokus ihrer Erörterungen auf Jugendliche sowie junge Erwachsene – und damit auf „Schlüsselgenerationen“ für die Zukunft Europas: Nach den fundamentalen „Krisen“ und Erschütterungen stehen wir vor einer Periode der Reformulierung, womöglich einer Reformatierung „Europas“: Aufs Neue wird über den Kanon seiner Werte, über seine Geschichte und Grenzen, über die Architektur seiner Institutionen und über die Wege der Entscheidungen debattiert. Den Tagungsbericht von David Schmiedel für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Welcome Speeches Oliver Rathkolb (Head of the Department of Contemporary History at the University of Vienna, Austria) Silke Satjukow (Department of History at the Martin Luther University Halle-Wittenberg, Germany) Introduction Dieter Segert (Chair for Transformation Processes in Central, Eastern and Southeastern Europe at the University of Vienna, Austria) Rainer Gries (Franz Vranitzky Chair for European Studies at the University of Vienna, Austria) I. Panel: Phenomenology and Politics of “Yugo- and Tito-Nostalgia” Chair: Silvia Nadjivan (Franz Vranitzky Chair for European Studies at the University of Vienna / Institute for the Danube Region and Central Europe (IDM), Austria) Nataša Simeunović Bajić (Department of Cultural Theory and Political Science at the John Naisbitt University, Belgrade, Serbia): Cultural and Media Memory. Yugoslavia as the Image of Yugoslavia among the Young Generation Irena Ristić (Resource Centre for Research Support, Institute of Social Sciences at the University of Belgrade, Serbia): Yugo-Nostalgia. Pride and Prejudice Mitja Velikonja (Center for Cultural and Religious Studies at the University of Ljubljana, Slovenia): Yugoslavia after Yugoslavia. Graffiti about Yugoslavia in Post-Yugoslav Urbanscape Zlatko Jovanovic (Research Centre “The many Roads in Modernity” at the University of Copenhagen, Denmark): Living and Rocking in the Best of All Worlds. Longing for Communist Yugoslavia II. Panel: European and Generational Comparative Perspectives Chair: Rainer Gries (Wien) Thomas Ahbe (Social Scientist and Publicist, Leipzig, Germany): Eastern Germany as an Exceptional Case in the Historical View of the Era of State Socialism. The GDR in the Public Light and in the Memory and Appropriation of Today’s Eastern German Generations Anke Giesen (Department of History of Modern Times at the Otto von Guericke University Magdeburg, Germany): Dreams of USSR 2.0 – Communist Utopias of Young Members of the Russian Organisation “The Essence of Time” Magdalena Saryusz-Wolska (Institute of Contemporary Culture at the University of Łódź, Poland): Between Longing and Refusal. Memories of Communism in Post-Communist Poland Anna Schor-Tschudnowskaja (Faculty of Psychology at the Sigmund Freud Private University, Vienna, Austria): References in the Soviet Past among Young Adults in Contemporary Russia Sabine Stach (German Historical Institute Warsaw, Max Weber Foundation, Poland): Locus of Longing. Tourist Product Communism. Consumers and Guides Giving “Communism Tours” in Slovakia III. Panel: Alternatives to Present-Day Neoliberal Capitalism: Does “Communism” Have a Future? Chair: Dieter Segert (Wien)

Eingangsbereich des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm, Urheber: Ocrho, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Tagungsbericht

Christen unter totalitärer Herrschaft in Südosteuropa von 1945 bis ca. 1960

vom 31.07.2017 | bis zum 03.08.2017

Nachdem auf der letztjährigen Konferenz des Instituts für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa e.V. die Situation der katholischen Kirche unter den kommunistischen Regimen Mittel- und Osteuropas in den Blick genommen wurde, sollten auf der diesjährigen Tagung die südöstlichen Länder Europas thematisiert werden. In einem regional und konfessionell  komparatistischen Zugang behandelte die in Ulm stattfindende Tagung die Geschichte der Christen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Jugoslawien, Ungarn und Rumänien. Dabei sollten alltags- und mentalitätsgeschichtliche Aspekte eingebunden werden, um die Situation der untersuchten Gruppe und ihrer individuellen Angehörigen zu kontextualisieren. Denn die Repressionen gegen die Christen in den kommunistischen Systemen können nicht ohne eine Kenntnis des staatlich-institutionellen Rahmens verstanden werden. Das Verhältnis von Staat und Kirche, Ideologie und Theologie ist ein zentraler Faktor für das Verständnis der Gläubigen. Die 54. Arbeitstagung des Instituts für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa (vormals Institut für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte) setzte die 2016 begonnene Thematik fort nunmehr mit Blick auf Südosteuropa. RAINER BENDEL (Tübingen) wies einführend darauf hin, dass sich Qualität und Intensität der Repressionsformen diktatorischer politischer Systeme auf christliche Gruppen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur auf der Zeitachse veränderten, sondern diese auch regionale Spezifika aufwiesen, wobei sich durchaus das Phänomen der herrschaftsnäheren und herrschaftsferneren Gruppen beobachten lässt. Für einen interdisziplinären Ansatz sei es vor allem notwendig, die Reaktionen auf Repression wie Permission im Alltagsleben zu untersuchen und zu vergleichen, und dies zwischen den Polen von Resignation und Kooperation/Kollaboration. Den gesamten Tagungsbericht von Marco Bogade für H-Soz-Kult können Sie hier nachlesen. Konferenzübersicht: Einführung in das Tagungsthema RAINER BENDEL (Tübingen) KLAUS BUCHENAU (Regensburg): Christen und Kommunisten – wirklich nur eine Konfliktgeschichte? Themenschwerpunkt: Jugoslawien ALEKSANDAR JAKIR (Split): Dechristianisierung als Programm? Religionspolitik in Kroatien zwischen 1945 und 1960 am Beispiel des Verhältnisses der jugoslawischen Kommunisten zur katholischen Kirche BOGDAN KOLAR (Ljubljana): The Catholic Community in Slovenia after 1945 VATROSLAV ŽUPANČIĆ (Zagreb): Deutsche Evangelische aus Jugoslawien nach 1945 – Geschichte einer Verfolgung Themenschwerpunkt: Ungarn ESZTER CÚTHNÉ GYÓNI (Budapest): In the Shadow of the Communist Power: the History of the Catholic Church in Hungary from the Conclusion of World War II until the Trials known as the “Black Raven” series ÉVA PETRÁS (Budapest): Jehovah’s Witnesses in Hungary as Scapegoats. Communist Enemy seeking among small religious Entities GÁBOR BÁNKUTI (Pécs): Lage der Jesuiten in Ungarn und Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg Themenschwerpunkt: Rumänien LUCIAN LEUSTEAN (Birmingham): Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche im Kalten Krieg CRISTIAN VASILE (Bukarest): Romanian Greek Catholic Church and the State: An Underground Existence during the Communist Regime SIGRUN COMATI (Rüsselsheim): Zur Bulgarischen Orthodoxen Kirche und der Situation der Gläubigen in den Zeiten des staatlich verordneten Atheismus bis zur Wende Zusammenfassung und Diskussion RAINER BENDEL (Tübingen)

Tagungsbericht: Historische Museumsanalyse. Die Museen der ehemaligen Sowjetunion, Screenshot von der Website der Veranstaltung

Tagungsbericht | Workshop

Historische Museumsanalyse. Die Museen der ehemaligen Sowjetunion

vom 03.07.2017 | bis zum 04.07.2017

An der historischen Fakultät der Universität Basel fand ein Workshop für Nachwuchswissenschaftler zum sowjetischen Museum statt. Demnach hatten sowjetische Museen nicht nur die Funktion über einen glorifizierenden Blick in die Vergangenheit Identität zu stiften, sondern auch den Menschen zu erziehen. Museen in der Sowjetunion waren demnach mehr als bloße Indoktrinations- und Propaganda-Einrichtungen. Der Workshop versuchte das Museum in der Sowjetunion als Lernort zu verstehen, an dem Wissen vermittelt, der Geschmack geschult und politische Narrative gelehrt wurden. Die ehemaligen Sowjetmuseen waren nicht nur ein zeitlich spezifisches Phänomen, sondern zeichneten sich auch durch eigene Narrative und Ausstellungstraditionen aus. Der von Anne E. Hasselmann (Basel) organisierte zweitägige internationale Workshop zur Historischen Museumsanalyse hatte zum Ziel, nicht nur die Besonderheiten der sowjetischen Museumskultur herauszuarbeiten, sondern auch die Bandbreite dieser Museen aufzuzeigen und die sozialistische museale Praxis in einen transnationalen Kontext zu stellen. Es wurde der Anspruch verfolgt, über das Verständnis des sowjetischen Museums als Indoktrinations- und Propagandaeinrichtung hinauszugehen und nach der lebensweltlichen Bedeutung der Museen für Mitarbeiter/innen und Besucher/innen zu fragen. Die zehn Vorträge und die Keynote deckten dabei eine grosse thematische, räumliche und zeitliche Spannbreite ab: von Museumsgästebüchern zu Kriegsdenkmälern, von der Wolgadeutschen Republik zu den Solowezki-Inseln, von den Narrativen über die Revolution bis hin zum „Grossen Vaterländischen Krieg“ im heutigen Deutsch-Russischen Museum in Berlin. Lesen die vollständigen Tagungsbericht von Sonia Calvi hier auf H-Soz-Kult. Konferenzübersicht:Panel IModeration: Nadine Freiermuth Samardžić (Universität Basel)Kommentar: Martina Baleva (Universität Basel)Anne Wanner (Universität Tübingen): "Wichtige Anregungen" und "zu viele Leninmützen". Ostdeutsche Museumsmitarbeiter auf Dienstreise in sowjetischen MuseenNatalja Salnikova (Universität Freiburg): Die Repräsentation des Vielvölkerstaates in sowjetischen Heimatkundemuseen am Beispiel des Zentralmuseums der Wolgadeutschen Republik in EngelsJörg Morré (Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst): Entsowjetisierung eines Museums. Vom "Kapitulationsmuseum" zum "Deutsch-Russischen Museum" in Berlin-KarlshorstKeynoteModeration: Alexis HofmeisterRoland Cvetkovski (Universität zu Köln): Dinge einer Ausstellung oder eine Gesellschaft in der Totale. Überlegungen zu einer sowjetischen MuseumskulturPanel IIModeration: Anne Krier (Universität Zürich)Kommentar: Gertrud Pickhan (Freie Universität Berlin)Mirjam Voerkelius (University of Berkeley, CA): Darwinism for the Masses: Art and Science at the Moscow Darwin MuseumAnne E. Hasselmann (Universität Basel): Ausstellungsanalyse: „Die Rolle Tscheljabinsks im Grossen Vaterländischen Krieg 1941-1945“Mischa Gabowitsch (Einstein Forum Potsdam): Die Künstler des Marschalls: Kliment Vorošilovs Patronagenetzwerk und die sowjetischen KriegsdenkmälerPanel IIIModeration: Felix Frey (ETH Zürich)Kommentar: Benjamin Schenk (Universität Basel)Ekaterina Makhotina (Universität Bonn): Revolutionierung der Museen, Musealisierung der Revolution: Inszenierung der Geschichte im Revolutionsmuseum der Litauischen SowjetrepublikMarina Shcherbakova (Universität Heidelberg): Zwischen Leningrad und Berdyčiv: Die Rezeptionsgeschichte der sowjetischen Judaica-Ausstellungen der 1930er Jahre am Beispiel der Museums-GästebücherKatharina Schwinde (Stiftung Ettersberg, Weimar): Kirche, Lager oder Museum? Die Interpretation einer ‚doppelt’ belasteten Vergangenheit im Solovecker Museum der 1960er Jahre

5. Deutsch-Schweizerischer Studientag für osteuropäische Geschichte, Logo vom Veranstaltungsort: Studienhaus Wiesneck

Tagungsbericht

5. Deutsch-Schweizerischer Studientag für Osteuropäische Geschichte

vom 11.05.2017 | bis zum 12.05.2017

Am 11. und 12. Mai 2017 fand der von der Universität Basel organisierte fünfte deutsch-schweizerischen Studientag für Osteuropäische Geschichte statt, auf dem sich Studierende und WissenschaftlerInnen der Universitäten Basel, Bern, Freiburg, Heidelberg, Konstanz, Tübingen und Zürich trafen, um gemeinsam im Studienhaus Wiesneck (bei Freiburg) aktuelle Qualifikationsarbeiten und Forschungsprojekte vorzustellen und zu diskutieren.Der Studientag gab einen interessanten Einblick in aktuelle Forschungsprojekte und -ergebnisse zur Geschichte Osteuropas und trug zur weiteren Vernetzung der Forschenden bei. Das Programm der Tagung konnte dabei vor allem mit geographischer Vielfalt beeindrucken: Die Vorträge verbanden ostmitteleuropäische Perspektiven mit Betrachtungen zur zentralasiatischen Geschichte. Sie umspannten einen zeitlichen Rahmen vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Referenten zeigten eine große Zahl von Projekten mit vielversprechenden Analyse- und Forschungsansätzen auf, deren weitere Entwicklung mit Spannung zu erwarten ist.Den Auftakt im ersten Panel bestritt MANUEL GEIST (Freiburg) mit der Vorstellung seines Dissertationsprojekts zu britischen und französischen Russlandexperten Anfang des 20. Jahrhunderts. Während die Russlandexperten in Deutschland für die Zeit vor 1945 gut erforscht seien, stellen die britischen Experten bislang eine Forschungslücke dar. In einem gruppenbiografischen Ansatz vergleicht Geists Forschungsprojekt Karrieren französischer und britischer Russlandexperten. In seinem Vortrag zeichnete Geist am Beispiel von Donald Mackenzie Wallace exemplarisch die zunehmende Bedeutung von Russlandexperten zwischen 1890 und 1924 für die internationalen Beziehungen nach. Diesen Prozess setzte Geist in Beziehung mit drei übergreifenden Entwicklungen der Zeit: Der Aufstieg der Russlandexperten müsse im Zusammenhang mit der zunehmenden Medialisierung, Verwissenschaftlichung und Demokratisierung gesehen werden. Geist möchte mit seinem Projekt einen Beitrag zur neueren Diplomatiegeschichte leisten, indem er die klassischen diplomatiehistorischen Ansätze um kulturwissenschaftliche Methoden ergänzt: Einerseits sollen anhand der Expertendiskurse die russisch-britischen und russisch-französischen Beziehungen aus dem Schatten der deutsch-russischen Beziehungen gerückt werden. Den ausführlichen Tagungsbericht von Ilja Gottwald für H-Soz-Kult finden Sie hier. Konferenzübersicht:Panel 1Chair: Nada BoskovskaManuel Geist (Freiburg): Französische und britische Russlandexperten und die Beziehungen zu Russland, 1890-1924Henning Lautenschläger (Basel): Projektionen eines Imperiums- Die Farbfotografien S.M. Prokudin-Gorskijs vom Zarenreich bis in die Pariser Emigration (ca. 1900-1948)Panel 2Chair: Tanja PenterThorsten Zachary (Tübingen): "Meine guten alten Freunde"- Werner Markert und die Anfänge der Osteuropaforschung in TübingenNils Pfändler (Zürich): Erinnern ans Ende. Tschechische Erinnerungskultur an Racheakte gegenüber Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel des südböhmischen SoběslavAbendvortragDmytro Tytarenko (Donezk / Heidelberg): Die aktuelle Situation in DonezkPanel 3Chair: Dietmar NeutatzViktoria Abakumovskikh (Konstanz): City-Branding russländischer Großstädte der Peripherie: Imagebildung durch Großveranstaltungen in Ekaterinburg und KazanTimo Hagen (Heidelberg): Die Unbeständigkeit gebauter Gemeinschaft. Konzeption, Verlust und Neuaneignung siebenbürgisch-sächsischer Architektur im 20.-21. JahrhundertPanel 4Chair: Klaus GestwaKatja Emeliantseva Koller (Zürich): Das spätsowjetische Dorf: Menschen, Institutionen und Dinge zwischen sozialistischem Urbanitätskult und Ruralisierung städtischer LebensweisenStefan Guth (Bern): Rückkehr zum Gulag? Zwangsarbeit in der poststalinistischen Sowjetunion am Beispiel der Atomstadt Shevchenko/Aktau

Flyer zum Workshop "Imagining the Future in Russia's February Revolution"

Tagungsbericht

Imagining the Future in Russia's February Revolution

vom 06.04.2017 | bis zum 08.04.2017

In diesem Workshop wurde die Februarrevolution aus einem einzigen Winkel betrachtet, und zwar aus der Sicht der zeitgenössischen Boulevardpresse. Zu diesem Zweck wurden Tages- und Wochenzeitungen sowie Zeitschriften analysiert. So sollten die Erwartungen an die Zukunft in dieser turbulenten Zeit erfasst werden, die geprägt war von Aufruhr, Umbruch und dem Ende des russischen Zarenreiches. Als Ausgangspunkt für Diskussionen und Vergleiche präsentierten die Teilnehmer des Workshops je ihre Analyse von Kennzeichen und Grundideen einer einzelnen Zeitung. Indem der Fokus auf einer sehr kurzen Zeitspanne lag, nämlich Februar und März 1917, sollten in diesen Momentaufnahmen die Vielfalt der Reaktionen auf die Februarrevolution eingefangen werden. The aim of the workshop was to explore the February Revolution exclusively through the analysis of one type of source, the popular press (daily and weekly newspapers, partly journals as well), in order to grasp expectations for the future at this critical juncture, the end of Tsarism. The participants presented an analysis of the character and major ideas of a single newspaper to the workshop as a point for discussion and comparison. The idea was to look at just a short time span, in order to grasp, in the form of ´snap shots´, the variety of instant reactions to the Revolution and so to reconstruct "futures past". GABRIELE FREITAG (Berlin) opened the workshop, emphasising the relevance of investigating immediate expectations and options of different organisations, actors and parties in a setting of crisis, war and revolution. Lesen Sie den vollständigen Tagungsbericht von Steven Müller für H-Soz-Kult hier. Conference Overview: Gabriele Freitag (Berlin): Welcome address Introductory PanelFranziska Schedewie / Dennis Dierks (Jena): Introduction Anton Reshetov (St. Petersburg): Historical discourse on the pages of Russian newspapers in March 1917 - Note: not held due to illness Political party pressChair: Gabriele Freitag (Berlin) Heinz-Dietrich Löwe (Heidelberg): The liberal newspaper Rech.Lutz Häfner (Bielefeld): The Socialist Revolutionaries’ Central Organ “Delo Naroda” and the conception of a social revolution of the whole people in 1917. Reactions in the press across the Empire Centre and Western SiberiaChair: Raphael Utz (Jena) Anastasia Surkov (Berlin): “Russia free through the will of the people! The country’s genius will lead the people to happiness!” – Reactions and expectations in Vladimir, March 1917, as from the daily newspaper “Staryi Vladimirets”.Margarete Zimmermann (Jena): “Let’s act like socialists!” Reactions towards the February Revolution 1917 and visions of the future in the diocese Tobol’sk. SouthChair: Dennis Dierks (Jena) Jérémy Caro (Bremen): A Time of Political Innovation? Jewish Press in Ukraine.Franziska Schedewie (Jena): Donskie Oblastnye Vedomosti. Muslim PressChair: Franziska Schedewie (Jena) Ingeborg Baldauf (Berlin): The Tashkent journal Al-Izoh after the February Revolution.Dennis Dierks (Jena): “Historical and serious days and our duties.” Tercüman’s reporting on the February Revolution. Student panelChair: Franziska Schedewie (Jena) Philipp Scholz (Jena): Gazeta Kopeika North and EastChair: Joachim von Puttkamer (Jena) Pasi Ihalainen (Jyväskylä): The international and national future in the Finnish party press from the abdication of Nicholas II to the opening of the Finnish parliament in April 1917.Alistair Dickins (Manchester): Between Pogroms and Class Struggle: The Conflicting Scripts of a Local Revolution in Siberia. Roundtable: Future Expectations in the Press

Logo des Network of Ukrainian Research in Switzerland (URIS)

Tagungsbericht

War and Revolution in Ukraine, 1914–1920. 4th URIS Workshop

vom 26.11.2018

Das Network of Ukrainian Research in Switzerland (URIS) veranstaltete unter dem Titel „War and Revolution in Ukraine, 1914–1920. 4th URIS Workshop“ am 26.11.2018 eine Konferenz. Der Workshop zeichnete die historische Entwicklung der Ukraine nach und beleuchtete die Zeit des Krieges, der Besatzungszeit, die Revolution und den Staatsaufbau seit dem Ersten Weltkrieg. Internationale Expertinnen und Experten für die Geschichte Osteuropas und der Ukraine diskutierten über zentrale Fragen, die bisher von der Forschung weitestgehend ignoriert wurden. So wurde besipielsweise über die Sinnhaftigkeit generationeller Konzepte in der ukrainischen Geschichte debattiert oder über die Rolle von Antisemitismus in der Genese des modernen ukrainischen Staates. This workshop was initiated by the “Ukrainian Research in Switzerland” (URIS) program; it’s objective was to bring together scholars from different countries and backgrounds who work on related topics, to exchange ideas, share work in progress and point the way for new research. The URIS workshop took occasion of the centenary of the withdrawal of the Central Powers from Ukraine and the subsequent overthrow of Hetman Skoropads’kyi in late 1918 in order to reexamine the history of war, occupation, revolution, diplomacy, and state building in Ukraine during World War I, as well as the various upheavals and conflicts to which it gave rise. Den Tagungsbericht von Oliver Sterchi für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Olena Betlii (Kyiv / Lviv): The Right to the City: Kyiv Stories of World War I and Revolution Fabian Baumann (Basel): Was there a “Generation of 1917”? Generational Change and Political Radicalization in the Ukrainian National Movement Christopher Gilley (Durham): Beat the Jews, Save… Ukraine. Antisemitic Violence and the Ukrainian State-Building Projects during the Civil War Trevor Erlacher (Basel / Chapel Hill): The Götterdämmerung of Ukrainophilism: Dmytro Dontsov, Ukrainian Nationalism and the Entangled Eastern Front, 1914-1918 Borislav Chernev (Exeter): The Brest-Litovsk Peace Conference and Ukraine Wolfram Dornik (Graz): What Arrived in Graz? Hope and Reality of the Results of Austro-Hungarian Exploitation of Ukraine in 1918 Eric Aunoble (Geneva): Lower Classes’ Involvement in the Making of the Communist (Bolshevik) Party of Ukraine 1918-1921: A Research Project Hanna Perekhoda (Lausanne): The Bolsheviks in Eastern Ukraine and Their Competing State Projects (1917-1918): On the Emergence of the Donets-Krivoy Rog Soviet Republic Dmitri Tolkatsch (Freiburg): Reconsidering the “Dark Masses” of the Ukrainian Peasantry

Logo der Universität Erfurt

Tagungsbericht

Africa and the Global Cold War

vom 05.07.2018 | bis zum 06.07.2018

Vom 5. bis 7. Juli 2018 fand am Internationalen Begegnungszentrum der Universität Erfurt die Konferenz "Africa and the Global Cold War" statt. Die Veranstaltung war gemeinsam von den Universitäten in Erfurt und in Mekelle, Äthiopien, organisiert. Im Zentrum der Konferenz stand die Analyse der Konflikte, in denen der Kalte Krieg auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wurde. Nach dem Ende der Kolonialherrschaft entstanden viele neue, unabhängige Staaten. Diese gerieten ins Visier des Machtkalküls der beiden Großmächte des Kalten Krieges, die ihre Einflusssphäre ausdehnen wollten. Durch gezielte militärische Unterstützung bestimmter Gruppen versuchten die Großmächte, Einfluss zu nehmen und schürten und verursachen somit eine Vielzahl gewaltsamer Auseinandersetzungen auf dem afrikanischen Kontinent. Entgegen der zahlreichen Interventionen der USA und der Sowjetunion, die diesen zum eigenen Vorteil dienen sollten, herrschte auf dem afrikanischen Kontinent schon bald der Konsens, dass die Konflikte nicht durch solche Interventionen gelöst werden würden. Als Antwort auf diese Problematik wurde 1963 die Organisation für Afrikanische Einheit gegründet. Die Konferenz widmete sich diesem Aspekt des Kalten Krieges mit einem besonderen Fokus auf die Rolle, die zwischenstaatliche Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und der Entwicklungszusammenarbeit in den Konflikten spielten.  Building on new research trends, this workshop challenged the perception of the Cold War as a struggle exclusively between the superpowers and their ideological views.The participants rather sought to understand the Cold War in Africa as a history of many regional struggles, various actors and national interests. For this purpose, the program focused on the role of international organizations, non-governmental organizations (NGOs) and development projects. After the Second World War, a steadily increasing number of African countries were able to participate in international organizations for the first time. The global process of decolonization had a strong impact on the agenda of the United Nations (UN), since former colonies could now prompt the international community to discuss their concerns. Furthermore, with the founding of the Organization of African Unity (OAU) in 1963, African states created a platform to facilitate the achievement of consensus and speak with one voice on the international stage whenever possible. Den gesamten Tagungsbericht von Philipp Metzler für H-Soz-Kult können Sie hier nachlesen.  Conference Overview: Aychegrew Hadera Hailu (Mekelle) / Christian Methfessel (Erfurt) / Iris Schröder (Erfurt / Gotha): Welcome and Introduction Panel 1: International Organisations and the Cold War in Africa I: The United Nations Nils Schliehe (Hamburg): Portugal’s Wars in Africa: Decolonization, the Cold War, and the United Nations, 1961-1975  Christian Methfessel (Erfurt): Ethiopia in the United Nations: Between Afro-Asian Solidarity and Cold War Rhetoric Comment: Michelle Mart (Reading, PA / Erfurt) Panel 2: International Organisations and the Cold War in Africa II: The Organisation of African Unity Michael Pesek (Hamburg): Cold War Crises and the Organisation of African Unity: The Angolan Civil War and the Ogaden War Comment: Thomas Spielbüchler (Linz) Wrap-Up Discussion Day 1 Panel 3: International Organisations and the Cold War in Africa III: Non-Governmental Organisations Aychegrew Hadera Hailu (Mekelle): NGOs and Relief Operations in Ethiopia in Cold War Context Florian Wagner (Erfurt): Repatriations in the Horn of Africa: Governmental and Non-Governmental Initiatives in the Age of the Cold War Comment: Sonja Dolinsek (Erfurt) Panel 4: Ideological Conflicts and Development Politics in Africa I: Building Socialism in Africa Iris Schröder (Erfurt / Gotha): The German Democratic Republic, Ethiopia, and the Making of a Socialist State Anna Warda (Potsdam): The East German Ministry of State Security in Zanzibar and Mozambique: The GDR, the Cold War, and the Global South  Comment: Thomas Lindenberger (Dresden) Panel 5: Ideological Conflicts and Development Politics in Africa II: Concepts of Development and Cooperation Fesseha Berhe Gebregergis (Mekelle / Gotha): The Tigray People’s Liberation Front (TPLF), Socialist Ideology, the Concept of “Self-Reliance,” and the Cold War in the Horn of Africa Hubertus Büschel (Groningen): West-German Help for Self-Help and East-German International Solidarity in Africa: Cold War Governmentality and Development Franziska Rantzsch (Erfurt): The Concept of “International Solidarity” and the German Democratic Republic’s Recruitment of Contract Workers from Mozambique Comment: Christiane Kuller (Erfurt) Final Discussion and Concluding Remarks Introductory Note Achim von Oppen (Bayreuth)

Logo der Universität Stettin

Tagungsbericht

Vergangenheitsbewältigung im Jahr 2018. Denkmäler des Zweiten Weltkriegs in Ostmitteleuropa

vom 18.05.2018

Am 15. Mai 2018 fand an der Universität zu Stettin, Polen, die Tagung "Vergangenheitsbewältigung im Jahr 2018. Denkmäler des Zweiten Weltkriegs in Ostmitteleuropa" statt. In Polen, dem Gastland der internationalen Tagung, ist das Thema Vergangenheitsbewältigung besonders aktuell: 2016 wurde ein Gesetz erlassen, welches kommunistische Propaganda verbietet. Unter dieses Gesetz fallen auch die zahlreichen Denkmäler, die an die militärischen Siege der Roten Armee über das NS-Regime auf heute polnischem Staatsgebiet erinnern; die Frage nach ihrer Beseitigung führte zu hitzigen Debatten über Polen hinaus. Ziel der Tagung war es, diese Debatten um eine sachliche und transnationale Perspektive aus anderen Ländern zu bereichern. Beiträge analysierten und verglichen, wie Deutschland, Polen, die baltischen Länder, Tschechien und die Ukraine mit Denkmälern aus dem Zweiten Weltkrieg umgehen.  Das polnische Gesetz über das Verbot kommunistischer und sonstiger totalitärer Propaganda von 2016 hat eine neue Welle von Vergangenheitsbereinigungen in Polen in Gang gesetzt, in deren Mittelpunkt seit Herbst 2017 die Denkmäler an den Sieg über das NS-Regime im Zweiten Weltkrieg stehen. Dabei handelt es sich – entgegen den in öffentlichen Debatten dominierenden Vereinfachungen – um eine vielschichtige Gruppe von Erinnerungsorten, die teils unmittelbar nach Kriegsende, teils auch erst in späteren Jahrzehnten entstanden sind und zudem im Laufe der Jahrzehnte wiederholt modifiziert wurden. Um die gegenwärtige Diskussion zu versachlichen und um die Debatten über umstrittene Themen des Zweiten Weltkriegs in der Erinnerungskultur auf eine breitere Grundlage zu stellen, diese internationale Tagung statt, deren Ziel die vergleichende Betrachtung des Umgangs mit Denkmälern an den Zweiten Weltkrieg in Ostmitteleuropa war.  Den ganzen Tagungsbericht von Maciej Chrostowski für H-Soz-Kult können Sie hier nachlesen.  Konferenzübersicht: Jörg Hackmann (Uniwersytet Szczeciński): Eröffnung der Konferenz, Begrüßung und Einführung in das Thema Rafał Wnuk (Katolicki Uniwersytet, Lublin): Das kulturelle Gedächtnis des Zweiten Weltkriegs in Europa Dr. Mischa Gabowitsch (Einstein Forum, Potsdam): Sowjetische Kriegsdenkmäler in Deutschland Eryk Krasucki (Uniwersytet Szczeciński): Die Gegenwart der Denkmäler zur Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Polen – ausgewählte Beispiele Petra Švardová (Institute of History, Slovak Academy of Sciences, Bratislava / PhD candidate, INALCO, Université Sorbonne, Paris): Denkmäler des Zweiten Weltkriegs in Tschechien Oleksandr Grytsenko / Nadia Honcharenko (Institute of Culture Studies, National Academy of Arts, Kyiv): Denkmäler des Zweiten Weltkriegs in der Ukraine: Die Innen- und Außenseite des Dekommunisierungsprozesses Jörg Hackmann (Uniwersytet Szczeciński): „Monumentaler Konflikt“: Denkmäler des Zweiten Weltkriegs in Estland Rasa Čepaitienė (University of Vilnius): Denkmäler des Zweiten Weltkriegs in Litauen

Logo des DHI Moskau

Tagungsbericht

Russia‘s North Pacific Between Imperialism and Globalization. Institutions and Spaces

vom 29.03.2018 | bis zum 30.03.2018

Vom 29. bis 30. März 2018 fand am Deutschen Historischen Institut (DHI) Moskau die Konferenz „Russia‘s North Pacific Between Imperialism and Globalization. Institutions and Spaces“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom DHI sowie der Ludwigs-Maximilian-Universität München (LMU). Der Workshop widmete sich einer in der Forschung stark unterrepräsentierten Region: die nördlichen Pazifik-Gebiete Russlands. Die Veranstaltung war die erste gemeinsame Veranstaltung des gemeinsamen Forschungsprojektes „Russia‘s North Pacific“ zwischen DHI und LMU. Die Beiträge verteilten sich auf  vier Panels: Environment and Resources; Migration and Transfer; Representations and Norms; International and Regional Actors Between Cooperation and Conflict.For many researchers Russia's North Pacific is a terra incognita. So far, most scholars of Eastern Europe and Russia have focused on European and, to some lesser extent, Caucasian or Central Asian areas of the Russian Empire, the Soviet Union or the Russian Federation. The aim of this workshop, organized by the German Historical Institute Moscow and the Ludwig Maximilians University of Munich as the first result of a new joint research project on “Russia´s North Pacific”, was to broaden and develop these existing perspectives on Russia, by highlighting transnational political, economic, social and ecologic processes, discourses and interactions between Russian actors and subjects of other countries neighbouring the North Pacific.Den gesamten Tagungsbericht von Jochen Wiesner für H-Soz-Kult können Sie hier weiter lesen. Conference Overview 29 MARCH 2018 PANEL I ENVIRONMENT AND RESOURCES Chair: Nikolaus Katzer (German Historical Institute Moscow)Robert Kindler (Humboldt University, Berlin): Sushi in Petropavlovsk. Russia, Japan and the Struggle over Maritime Resources in the Northern Pacific, 1900-1941Bathsheba Demuth (Brown University, Providence): Soviet Whaling in the Russian Far East: Making Socialist Utopia at Sea, 1930s-1970s Benjamin Beuerle (German Historical Institute Moscow): Climate Change and Emissions in the Russian Far East: Perceptions and Approaches in Late Soviet and Post-Soviet Times, 1970s-2010sCommentator: Julia Herzberg (Ludwig Maximilians University, Munich) PANEL II MIGRATION AND TRANSFER Chair: Helena Holzberger (GS for East and Southeast European Studies, Munich)Sergei Tkachev (Far Eastern Federal University, Vladivostok): Chinese Labour Migrants in the Russian Empire (End of the 19th - Early 20th Cent.): the Point of View of Authorities and BusinessDavid Wolff (Hokkaido University, Sapporo): Sugihara’s Transit Visas and the Rise of Vladivostok Tourism Infrastructure, 1940-1941Frank Grüner (Bielefeld University): Contested Spaces and Places of Transnational Entanglement: Bazaars and Ethnic Markets in Manchuria and the Russian Far East from 1900 until TodayTobias Holzlehner (Martin Luther University, Halle-Wittenberg): A Coast Gone Lonesome: Forced Migration, Resistance and Littoral Reserves in ChukotkaCommentator: Sebastian Lentz (Leibniz Institute for Regional Geography, Leipzig) 30 MARCH 2018 PANEL III REPRESENTATIONS AND NORMS Chair: Birte Kohtz (German Historical Institute Moscow)Paul Richardson (University of Birmingham): Geopolitical Cultures, Pragmatic Patriotism, and Russia´s Disputed IslandsSören Urbansky (German Historical Institute Washington D.C.): ’The Chinese Plague’. Hygiene and Sinophobic Sentiments in Vladivostok, San Francisco and SingaporeJoonseo Song (Hankuk University, Seoul): Memory of War in the Russian Far East and SiberiaCommentator: Sandra Dahlke (German Historical Institute Moscow) PANEL IV INTERNATIONAL AND REGIONAL ACTORS BETWEEN COOPERATION AND CONFLICT Chair: Andreas Hilger (German Historical Institute Moscow)Yuexin Rachel Lin (University of Exeter): Poison Money: The Chinese Rublezone in War and RevolutionNatalia Ryzhova (Far Eastern Branch of the Russian Academy of Sciences, Vladivostok): Asia as a Source for the Development of the Russian Far East?Tamara Troyakova (Far Eastern Federal University, Vladivostok) & Jeremy Tasch (Towson University, MD): More than just a ‘Bridge’? Russia’s Asian Pivot through VladivostokCommentator: Andreas Renner (Ludwig Maximilians University, Munich) FINAL DISCUSSION & OUTLOOK

Logo der TU Chemnitz

Tagungsbericht

Die Gewerkschaft Solidarność – Brücke zwischen Ost und West. Historische Kontexte – Biographien – Nachwirkungen

vom 23.02.2018 | bis zum 25.02.2018

Vom 23. Bis 25. Februar 2018 fand in Chemnitz die Konferenz "Die Gewerkschaft Solidarność – Brücke zwischen Ost und West. Historische Kontexte – Biographien – Nachwirkungen" statt. Thema der Veranstaltung waren die langfristigen Auswirkungen des 13. Dezembers 1981. An diesem Datum wurde in Polen das Kriegsrecht verhängt. Auslöser war das zunehmende Erstarken der polnischen Oppositionsbewegung Solidarność, welche im Zuge der Verhängung des Kriegsrechts verboten wurde. Eine große Zahl Oppositioneller wurde inhaftiert, ein weiterer Teil verließ Polen – teils nach Westdeutschland. Den langfristigen Auswirkungen dieser Kontakte zwischen polnischen Oppositionellen und westdeutscher Zivilgesellschaft widmen sich die Kernfragen der Veranstaltung – der Kontakt resultierte in einem intensiven Diskurs über Fragen der sozialistischen Ideologie, die Rollen Deutschlands und Polens zueinander sowie in Europa. Diese Diskurse wirken bis heute sowohl auf die Debatten zwischen Deutschland und Polen als auch in den Diskursen übereinander nach. Die Konferenz zur Solidarność stand am Ende eines am Lehrstuhl für Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas an der Technischen Universität Chemnitz angesiedelten und von der Hans-Böckler-Stiftung unterstützten Forschungsprojekts zum Thema Solidarność und westdeutsche Gewerkschaften. Das Thema war die Situation nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen am 13. Dezember 1981, als nach dem Verbot der Gewerkschaft Solidarność viele ihrer Mitglieder ins Ausland emigrierten, unter anderem nach Westdeutschland. Dort begann ein intensiver Diskurs mit westdeutschen Gewerkschaften und Intellektuellen über die grundsätzliche (Un)-Reformierbarkeit des Sozialismus, die gewerkschaftliche Arbeit, die nationale Frage in Polen und in Deutschland, über Deutschland und Polen in der europäischen Außenpolitik sowie über die Vision eines Europas nach dem Ende von Staatssozialismus und Kaltem Krieg. Den Tagungsbericht von Rüdiger Ritter für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Keynote Michal Nowosielski (Poznań): Poles in action. Social activity of Polish migrants in Germany 1. Die Solidarność im Westen Magdalena Heruday-Kielczewska (Poznań): „Außenministerium“ der Solidarność? Auslandsorganisationen im Westen Rüdiger Ritter (Chemnitz / Bremerhaven): Lokale Netzwerke in Westdeutschland (Bremen, Rheinland, West-Berlin, Rhein-Main, München) Tytus Jaskułowski (Berlin): Das volkspolnische Innenministerium und die Solidarność-Außenstellen im Westen 2. Konfliktpunkte bei der Begegnung Małgorzata Świder (Opole): Der DGB und die Außenpolitik der Bundesregierung zum östlichen Europa Jacek Kołtan (Gdańsk): Solidarität, Arbeit, Hoffnung. Józef Tischners Philosophie und ihre gegenwärtige Rezeption Christie Miedema (Utrecht): Die westdeutsche Grünen, Solidarność und Wolność i Pokój Bernd Rother (Berlin): Friede oder Freiheit - Willy Brandt, die europäische Sozialdemokratie und Solidarność und die Überwindung des Kalten Kriegs Friedhelm Boll (Bonn): Deutsch-polnische Beziehungen von Katholiken in den 1970er und 1980er Jahren 3. Konzepte und Zweiter Umlauf Stefan Garsztecki (Chemnitz): Auf dem Weg zur Bürgergesellschaft? Demokratiekonzepte ostmitteleuropäischen Dissidenten Karina Garsztecka (Bremen): Schriften der polnischen Emigration in der BRD und Westberlin in den 1980er Jahren ZeitzeugengesprächWojciech Drozdek (damals Arbeitsgruppe Solidarność West-Berlin), Marek Wolski (damals Arbeitsgruppe Solidarność Köln), Christof Hyla (damals Köln / Bonn), Zbigniew Wilkiewicz (damals Hilfskomitee Solidarność Mainz), Hartwig Zillmer (damals GEW Hamburg) 4. Nachwirkungen Mateusz Fałkowski (Warszawa): Wie ausländische Verbündete die Institutionalisierung der polnischen Opposition beeinflussten Piotr Kocyba (Chemnitz): Reflexionen über die polnische Zivilgesellschaft knapp 40 Jahre nach der Gründung der Solidarność Wolfgang Templin (Berlin): Was bleibt vom Bürgerprotest in Ostdeutschland? Konrad Sziedat (München): Wandel top-down oder bottom-up? Transformationserwartungen westdeutscher Linker an Solidarność und an Gorbatschow

Logo der University of Southern Denmark

Tagungsbericht

1917 and the Consequences

vom 24.11.2017 | bis zum 26.11.2017

Vom 24. bis zum 26. November 2017 fand in Sankelmark die Tagung "1917 and the Consequences" statt. Die Konferenz hatte zum Ziel, Akademikerinnen und Akademiker aus verschiedenen europäischen Ländern zusammenzubringen und einen interdisziplinären Blick darauf zu werfen, wie die Russische Revolution in unterschiedlichen nationalen Kontexten rezipiert und interpretiert wurde. Die Ergebnisse der Konferenz ermöglichen ein Verständnis, wie stark die Russische Revolution Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen einzelnen Ländern geprägt hat. Darüber hinaus präsentierte die Tagung eine große Anzahl theoretischer Ansätze zur Analyse der Entwicklungen des 20. Jahrhunderts.  The international conference “1917 and the Consequences”, organized by the Sigmund Neumann Institute and the University of Southern Denmark, and supported by the Bundesstiftung Aufarbeitung, aimed at bringing together scholars from various European universities and examine national reactions and interpretations of the 1917 Russian Revolutions in an interdisciplinary context. The research presented at the conference offers a glimpse of how interconnected and interdependent various countries and regions became as a result of the Russian Revolutions, and provided theoretical and conceptual frameworks for understanding the political and historical developments of the 20th century. Den ganzen Tagungsbericht von Joanna Schou McIntyre für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen.  Conference Overview: Greetings Christian Pletzing (Akademie Sankelmark) Thomas Wegener Friis (University of Southern Denmark, Odense) Steen Bo Frandsen (University of Southern Denmark, Sønderborg) Introduction to the Topic Katarzyna Stoklosa (University of Southern Denmark, Sønderborg) Keynote Address Erik Kulavig (University of Southern Denmark, Odense): Cultural Explanations of the Russian Revolution and its Implications for the History of Everyday Life 1917-1953 Panel I “The Echo of the Revolution in the Baltic Sea Region” Chair: Steen Bo Frandsen (University of Southern Denmark, Sønderborg) Thomas Wegener Friis (University of Southern Denmark, Odense): Danish Perceptions of the 1917 Revolution Benjamin Conrad (Humboldt University of Berlin): Perceptions of the 1917 Revolution in the Baltic StatesGerhard Besier (Dresden University of Technology): Whites and Reds in Finland and the German Intervention Panel II “Effects at the Western Borders of the Russian Realm” Chair: Tobias Haimin Wun-Sung (University of Southern Denmark, Odense) Lina Klymenko (University of Eastern Finland, Joensuu): The Meaning of the Battle of Kruty of 1918 for the Current Ukrainian Nation-Building Policy Bernhard Bachinger (Ludwig Boltzmann Institute for Research on War Consequences, Graz): Austrian Perceptions of the 1917 Revolution Panel III “The Resonance afar from Petrograd” Chair: Martin Klatt (University of Southern Denmark, Odense) Jeremy Smith (University of Eastern Finland, Joensuu): Reception of the 1917 Revolution in Central AsiaMaximiliano Fuentes Codera (University of Girona): 1917, a Turning Point: Great War, Russian Revolutions and Social and Political Crisis in Spain (and a Glance at Argentina) Panel IV “The aftermath of the Revolution” Chair: Vincent Keating (University of Southern Denmark, Odense) Stefan Troebst (Leibniz Institute for the History and Culture of Eastern Europe/Leipzig University): November 7 in Post-Soviet Politics of History Jan Ruzicka (Aberystwyth University): Securing the Revolution in a Dangerous World Excursion in the Danish-German Border Region Martin Klatt (University of Southern Denmark, Sønderborg): War, Revolution and Plebicite: Bordering the Danish-German Border Zone

Screenshot der Website der Rosa Luxemburg Stiftung

Tagungsbericht

Perspektiven auf den Roten Oktober

vom 03.11.2017 | bis zum 05.11.2017

Vom 3. bis 5. November 2017 veranstaltete die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) einen dreitägigen wissenschaftlichen Kongress, zu dem mehr als 200 Gäste in das Berliner Hauptgebäude der Stiftung gekommen waren. Ausgangspunkt der Veranstaltung war, dass die Russische Revolution nicht nur das 20. Jahrhundert im Allgemeinen, sondern auch die politische Theorie und Praxis der Linken in besonderer Weise nachhaltig geprägt hat. Daher beleuchtete die Tagung neben den weltgeschichtlichen Dimensionen und Folgen der Russischen Revolution vor allem auch die Frage, welche Bedeutung sie für heutige politische Diskussionen besitzt. Daher wurden die globalen Folgen der Oktoberrevolution beschrieben, aber auch verschiedene Lesarten des Roten Oktober analysiert. Im Reigen der Jubiläen sind 100 Jahre immer wieder Anlass, sich wissenschaftlich neu mit historischen Großereignissen zu befassen. Das war mit 100 Jahren Erster Weltkrieg ab 2014 nicht anders als jetzt mit 100 Jahren Oktoberrevolution in 2017. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) organisierte vom 3. bis 5. November 2017 unter der Federführung von Uwe Sonnenberg und Christoph Jünke eine dreitägige wissenschaftliche Großveranstaltung im Berliner Hauptgebäude der RLS, die mehr als 200 Gäste anzog. Das Besondere an dieser Tagung war der Zugang über Theorie und Praxis der Linken in den vergangenen 100 Jahren, denn kontinuierlich war diese weltweit von den Ereignissen des Jahres 1917 geprägt. Als Auftakt debattierten am Freitagabend MICHAEL BRIE (Berlin) und die hessische Fraktionsvorsitzende der Linkspartei des hessischen Landtages JANINE WISSLER (Frankfurt am Main) über den Umgang mit dem Erbe des wohl bedeutendsten Linken des 20. Jahrhunderts: Wladimir I. Lenin.Lesen Sie den vollständigen Tagungsbericht von Riccardo Altieri bei H-Soz-Kult hier.Konferenzübersicht:Podiumsdiskussion:Janine Wissler (Frankfurt am Main) und Michael Brie (Berlin): Das Erbe Lenins: Unausschlagbar, unannehmbarEröffnung:Florian Weis (Berlin)Keynotes:Jodi Dean (New York): The Red October and the idea of communism yesterday and todayBoris Kagarlitzki (Moskau): Past and Presence of Revolution in RussiaSektion 1: Globale Folgen der Oktoberrevolution:Moderation: Julia Killet (RLS)David Mayer (Wien): Mächtig marginal. Die Kommunistische Internationale und LateinamerikaReiner Tosstorff (Mainz): Westeuropa im Schatten der Russischen RevolutionFelix Wemheuer (Köln): Eine Alternative zur Nation? Der Einfluss der sowjetischen Nationalitätenpolitik auf den chinesischen KommunismusGeorgi Mamedow (Bischkek): October Revolution in Central Asia: Legacy and Contemporary PoliticsSektion 2: Lesarten des Roten Oktober (I):Moderation: Sabine Nuss (RLS)Wladislaw Hedeler (Berlin): Zwischen Demokratie und Revolution: Menschewiki vs. BolschewikiUli Schoeler (Berlin): Die österreichischen Sozialdemokraten und die russische RevolutionPhilippe Kellermann (Berlin): Die internationale anarchistische Bewegung und der BolschewismusGisela Notz (Berlin): Die Frauen der russischen Revolution und ihre Impulse für die Feminismen des 20. JahrhundertsSektion 3: Auf dem Weg zum „Neuen Menschen“?Moderation: Marcus Hawel (RLS)Marcel Bois (Hamburg): Die Kunst der Revolution. Russische Avantgarde im jungen SowjetstaatOksana Bulgakowa (Berlin): Filmische Modelle des sowjetischen Menschen in der AvantgardeLudmila Bulawka (Moskau): The Soviet People: Hero? Übermensch? Party Conformist?Sektion 4: Staat und Ökonomie im Übergang:Moderation: Antonella Muzzapappa (RLS)Alex Demirovic (Frankfurt am Main): Demokratie und RäteDario Azzellini (Ithaca, NY): Bilanz und Perspektiven der Rätediskussion im 20. JahrhundertJudith Dellheim (Berlin): Über Neue Ökonomische Politik und CommonsKeynotes:Bini Adamczak (Berlin): Postrevolutionäre Depression und bolschewistische UtopieMarcel van der Linden (Amsterdam): Rückblick auf den realen Sozialismus im 20. JahrhundertSektion 5: Lesarten des Roten Oktober (II):Moderation: Ralf Hoffrogge (Bochum)Renate Hürtgen (Berlin): Die Russische Revolution aus den nach-revolutionären Gesellschaften heraus verstehenChristoph Jünke (Bochum): Die Geburt des sozialistischen Humanismus aus dem Geist des AntistalinismusBeat Ringger (Zürich): Kann der Mensch überhaupt sozialistisch?

Logo der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg

Tagungsbericht

Linke Zwischengruppen – vor, mit und jenseits der Neuen Linken in beiden deutschen Staaten

vom 12.10.2017 | bis zum 13.10.2017

Vom 12. bis 13. Oktober 2017 fand die Konferenz "Linke Zwischengruppen – vor, mit und jenseits der Neuen Linken in beiden deutschen Staaten" statt. Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam thematisierten bei dieser Konferenz die sogenannten linken „Zwischengruppen“. Diese entstanden in der Weimarer Republik als Abspaltungen von SPD und KPD, meist nachdem mehrere Mitglieder aus den Parteien ausgeschlossen wurden. Darauf folgte dann die Gründung von neuen Parteien wie der Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) und des Leninbunds oder von Splittergruppen wie der Kommunistischen Partei-Opposition (KPO). Die zweitägige Konferenz beschäftigte sich mit diesen „Zwischengruppen“ und fragte nach den Überresten und Reaktivierungen der Gruppierungen nach der Verfolgung durch die Nationalsozialisten und der Jahre im Exil. Die Vorträge und Podiumsdiskussionen beschäftigten sich mit den intellektuellen und politischen Einflüssen ebenso wie mit biografischen Zugängen. Auf diese Weise sollen die Nachwirkungen und Einflüsse der „Zwischengruppen“ in der Bundesrepublik, der DDR und Osteuropa erkundet werden. Was blieb 1945 nach den Jahren der Verfolgung und des Exils von den häufig intellektuell kraftvollen, aber politisch meist einflusslosen linken Zwischengruppen der Weimarer Republik? Das Wirken von AkteurInnen und Netzwerken der Zwischengruppen nach 1945 sollte untersucht werden, wie auch Resonanzen in der Neuen Linken seit den 1960er-Jahren. Dass neue Perspektiven auf die linken Zwischengruppen notwendig sind und Forschungen zur Linken Diversitäten in den Blick nehmen sollten, stellte bereits die stellvertretende Direktorin der Forschungsstelle für Zeitgeschichte (FZH) KIRSTEN HEINSOHN (Hamburg) in ihrer Begrüßung heraus. Als weitere Fragestellung hob sie die geschlechterhistorische Analyse der linken Zwischengruppen hervor: Wie funktionierte die männliche Vergemeinschaftung, wie der männliche Zugriff auf linke Gruppen und Überzeugungen? Den Tagungsbericht von Vera Bianchi für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Kirsten Heinsohn (Hamburg): Begrüßung Knud Andresen (Hamburg): Einführung Sektion 1: Kontinuitäten und RezeptionenModeration: Axel Schildt (Hamburg) Marcel Bois (Hamburg): Vergessen, verdrängt und wiederentdeckt. Zur Rezeption des Linkskommunismus der Zwischenkriegszeit in der Bundesrepublik Willy Buschak (Bochum): Kontinuitäten und Brüche im europäischen Linkssozialismus nach 1945 Sektion 2: Der Blick in den globalen SüdenModeration: Knud Andresen (Hamburg) Natalija Dimić (Belgrad): Forging an Ideological Alliance: Yugoslavia and German Left Socialists in the Late 1940s and Early 1950s Michael Frey (Dortmund): Ideologische Brücken zwischen den dreißiger und sechziger Jahren? Trotzkistische Intellektuelle, die entstehende Neue Linke und der (geteilte) Weg in die Dritte Welt Öffentliche AbendveranstaltungModeration: Ralf Hoffrogge (Bochum) Jens Becker (Düsseldorf): Heinrich Brandler – Anmerkungen zum 50. Todestag Mario Keßler (Potsdam / New York): Theodor Bergmann - Kommunistischer Kritiker des Sowjet-Kommunismus (1916-2017) Sektion 3: Osteuropäische AuseinandersetzungenModeration: Uwe Sonnenberg (Berlin) Martina Metzger (Planegg): Die Kontakte der DDR-Dissidenten Robert Havemann und Wolf Biermann zu westeuropäischen linken Zwischengruppen und gleichgesinnten Exilkommunisten in den 1970er bis 1980er Jahren Dirk Mathias Dalberg (Bratislava): Die tschechische „Bewegung der revolutionären Jugend“ und ihre ideologischen Verbindungen zu deutschen linken Zwischengruppen Sektion 4: Biografische Dimensionen in etablierten OrganisationenModeration: Yvonne Robel (Hamburg) Jens Becker (Düsseldorf): "Die Arbeiterbewegung (...) hat sich die große Aufgabe gestellt, unsere Gesellschaftsordnung zu verbessern und umzugestalten." Otto Brenners Politik- und Gewerkschaftsansatz in der frühen Bundesrepublik Philipp Kufferath (Bonn / Köln): Netzwerke, Lernprozesse und Traditionsstiftung. Peter von Oertzen und die Erfahrungswelten der Weimarer Zwischengruppen nach 1945 Sektion 5: Biografische Dimensionen außerhalb etablierter OrganisationenModeration: Mario Keßler (Potsdam / New York) Michael Buckmiller (Hannover): Wolfgang Abendroth - Von der "Freien Sozialistischen Jugend" zur linkssozialistischen Erneuerung in der Bundesrepublik Hartmut Rübner (Berlin): Antiautoritäre Jugend, Freidenkerwiderstand und Heimatlose Linke. Der Grenzgänger Fritz Parlow (1905-1983)

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Tagungsbericht

Transatlantic Summer School: A Century of Communism

vom 17.07.2017 | bis zum 21.07.2017

Der 100. Jahrestag der Russischen Revolution bot den Anlass für die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderte und vom Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF), der University of North Carolina at Chapel Hill (USA) und der Freien Universität Berlin veranstaltete Summerschool „A Century of Communism“. Vom 17. bis zum 21. Juli 2017 hatten junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Gelegenheit, mit renommierten Historikern wie Paul Nolte (FU Berlin), Martin Sabrow (ZZF Potsdam)  und Konrad H. Jarausch (Chapel Hill) ins Gespräch zu kommen und sich untereinander auszutauschen. Damit wurde eine vergleichende Perspektive auf das 20. Jahrhundert eingenommen und sowohl dessen Alltagsgeschichte als auch die Gewalt- und Herrschaftsgeschichte untersucht. Auch Erinnerungskultur und Biografiearbeit standen auf dem Programm. Die erstmals in Potsdam durchgeführte Veranstaltung soll den transatlantischen Austausch zur Kommunismusgeschichte befördern und anhand von Expeditionen zu Erinnerungs- und Gedenkorten des Kommunismus in Berlin und Potsdam einen Praxisbezug herstellen. The centenary of the 1917 Revolutions proved to be an excellent occasion for the first transatlantic summer school co-organized by the Berlin Program for Advanced German and European Studies at the FU Berlin, the Center for Contemporary History (ZZF) in Potsdam, and the University of North Carolina at Chapel Hill. The week-long event paired established scholars of communism with graduate students and junior scholars from European and North American institutions to enter into a transatlantic dialogue over central problems in the histories of communism. Most days began with morning sessions consisting of short presentations by senior faculty and public historians, followed by afternoon sessions for project presentations by graduate students and junior scholars. Monday's introductory discussion on "Communism as Alternative Modernity" raised questions about the relationships between communism and democracy, as well as communism and violence. These questions were revisited throughout the week. How much of the "democratic deficit" within twentieth-century state socialisms can be explained with reference to the nineteenth-century classics of Marxism? Lesen die vollständigen Tagungsbericht von David Spreen auf HSozKult hier. Programm:Montag, 17. Juli 2017 • Der Kommunismus im 20. Jahrhundert Ort: ZZF Potsdam, Am Neuen Markt 9d, Potsdam13 – 15 Uhr: Panel IBegrüßung: Prof. Dr. Konrad Jarausch und Hanno HochmuthModeration: Hanno HochmuthHilfskraft: Johanna Heinecke/Viktor zu SachsenChairs: Prof. Dr. Konrad H. Jarausch (UNC Chapel Hill) und Prof. Dr. Paul Nolte (FU Berlin)Vorstellungsrunde, Impulsreferate und Diskussion programmatischer Texte zum Thema15:30 – 17 Uhr Projektpräsentationen durch die Teilnehmer/innen17-19 Uhr Exkursion: „Auf den Spuren des Kalten Krieges in Potsdam"(Margit Hattendorf, Start am ZZF) Dienstag, 18. Juli 2017 • Herrschaft und Gewalt im KommunismusOrt: ZZF Potsdam, Am Neuen Markt 9d, Potsdam10 – 13 Uhr: Panel II – Textdiskussion und ImpulsreferateModeration: Scott KrauseHilfskraft: Johanna HeineckeChairs: Uta-Ulrike Gerlant (Leiterin der Stiftung Lindenstraße, Potsdam), Dr. Jens Gieseke (ZZF Potsdam), Prof. Dr. Claudia Weber (Frankfurt/Oder)14 – 16 Uhr: Projektpräsentationen durch die Teilnehmer/innen16.30 Uhr: Exkursion Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam Mittwoch, 19. Juli 2017 • Kommunismus in BiographienOrt: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, Berlin10 – 13 Uhr: Panel III – Textdiskussion und ImpulsreferateModeration: Stefanie EisenhuthChairs: Prof. Dr. Mario Keßler (ZZF Potsdam), Prof. Dr. Susan Pennybacker (UNC Chapel Hill); Prof. Dr. Martin Sabrow (ZZF Potsdam/HU Berlin)14.00 Uhr: Besuch der Poster-Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“Einführung in das „Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung“ (JHK), das biographische Handbuch „Deutsche Kommunisten 1918-1945“ und in die Websiten www.kommunismusgeschichte.de und www.dissidenten.de Donnerstag, 20. Juli 2017 • Alltag im Staatssozialismus Ort: ZZF Potsdam, Am Neuen Markt 9d, Potsdam10 – 13 Uhr: Panel IV – Textdiskussion und ImpulsreferateModeration: René Schlott/Stefanie EisenhuthHilfskraft: Viktor zu SachsenChairs: Prof. Dr. Thomas Lindenberger (ZZF Potsdam), Dr. Andreas Ludwig (ZZF Potsdam), Prof. Dr. Arnd Bauerkämper (FU Berlin)14 – 17:30 Uhr: Projektpräsentationen durch die Teilnehmer/innen18 Uhr: Öffentlicher Abendvortrag „Das Mandat der Gewissheit: Kommunismus als Avantgardeherrschaft“, Prof. Dr. Martin Sabrow Freitag, 21. Juli 2017 • Das Erbe des Kommunismus Ort: FU Berlin, Ehrenbergstraße 26/28, Berlin10 – 13 Uhr: Panel V – Textdiskussion und ImpulsreferateModeration: Hanno HochmuthChairs: Prof. Dr. Stefan Troebst (Leipzig), Dr. Jan C. Behrends (ZZF Potsdam), Dr. Irmgard Zündorf (ZZF Potsdam)14 – 17 Uhr: Projektpräsentationen durch die Teilnehmer/innen Öffentlicher AbendvortragProf. Dr. Martin Sabrow (Direktor des ZZF Potsdam)Das Mandat der Gewissheit. Kommunismus als AvantgardeherrschaftModeration: Priv.-Doz. Dr. Rüdiger BergienDatum: Do., 20. Juli 2017, 18 UhrOrt: ZZF Potsdam, Am Neuen Markt 9d, Großer Seminarraum

Flyer zum Symposium

Tagungsbericht

"Nur wer arbeitet, soll auch essen." Zur Kultur- und Sozialgeschichte der Arbeitslosigkeit

vom 23.06.2017 | bis zum 24.06.2017 | Simon Dudek

In der Geschichtsschreibung bedarf es besonderer Anstrengung, um bestimmte historische Dimensionen, etwa der Alltagsgeschichte, zu erschließen, die aufgrund der Quellenlage nicht leicht zugänglich sind. Der bisher ungeschriebenen Kultur- und Sozialgeschichte der Arbeitslosigkeit widmete sich am 23. und 24.06.2017 ein Symposium an der Universität Bamberg. Unter dem bis in die Gegenwart oft aufgegriffenem paulinischen Motto „Nur wer arbeitet, soll auch essen“ stellte sich die Veranstaltung die Historisierung des politischen Umgangs sowie der milieuspezifischen Deutung Arbeitsloser und der Arbeitslosigkeit zum Ziel. Darüber hinaus sollte die Kultur der Arbeitslosigkeit eng mit der Geschichte politischer Ökonomie verbunden werden, um einen Beitrag zu heutigen Debatten zu liefern und der Geschichtswissenschaft ein neues Feld zu erschließen. Der Tagungsbericht von Simon Dudek bezeichnet dies als Desiderat und hebt besonders die gelungene Integration von akademischen und politischen Aspekten bei der Veranstaltung hervor, die mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg- und der Petra-Kelly-Stiftung vom AK Kritische Geschichte des AStA Bamberg e.V. organisiert wurde. „Es liegt in der Natur des Kapitals, einen Teil der Arbeiterbevölkerung zu überarbeiten und einen anderen zu verarmen.“ – Die Evidenz der Marxschen Analyse kapitalistischer Akkumulation zeigte sich auf der Tagung zur Kultur- und Sozialgeschichte der Arbeitslosigkeit schon beim ersten Blick auf das epochenübergreifende Vortragsprogramm. Der historischen Ubiquität des sozialen Verhältnisses Arbeitslosigkeit zum Trotz stellt es als Forschungsfeld in den Geschichtswissenschaften ein Desiderat dar, dem anzunehmen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung zur Aufgabe gemacht haben. In seiner Einführung griff MARC MALISCHKE (Bamberg) den provokativen Titel der Tagung „Nur wer Arbeitet, soll auch essen“ auf. Dieser geht auf einen Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher zurück, in dem dieser die Neuchristen zur Arbeitsamkeit ermahnt. Zugleich stellt die Aussage in ihrer Wiederkehr bei Bebel, Hitler und Stalin auch die Persistenz eines Denkens dar, das in verschiedenen ideologischen Gewändern die Arbeit zum Zweck an sich erhebt. Malischke stellte in diesem Zusammenhang die Parallelen zur gegenwärtigen Schuldenkrise in der Eurozone und deren Folgen, grassierender Jugendarbeitslosigkeit und steigender Altersarmut her. Den ausführlichen Tagungsbericht von Simon Dudek finden Sie hier auf H-Soz-Kult. Konferenzübersicht:Marc Malischke (Bamberg): EinführungMarcel Korge (Leipzig): Unterstützung, Reglementierung und Sanktionierung. Die Ausgestaltung des Systems sozialer Sicherung bei „Arbeitslosigkeit“ durch die vormodernen HandwerksorganisationenJan Markert (Bamberg): „mußte erst der Souverain verwundet werden ehe solche Maßregeln erreicht werden konnten!“ Kaiser Wilhelm I. und die Soziale Frage im Deutschland des späten 19. JahrhundertsHarald Rein (Frankfurt): „…denn das Stempeln is uns lieber, als das Schuften auf der Welt!“ Organisation und Selbstorganisation Erwerbsloser in der Weimarer Republik.Jule Ehms (Bochum): „Erwerbslose! Auf zur Solidarität!“ Thesen zur gewerkschaftlichen Organisierung von Erwerbslosen in der Freien Arbeiter Union Deutschlands (Anarcho-Syndikalisten).Nikolas Lelle (Berlin): „Ich könnte nicht ohne Arbeit sein“ Der Nationalsozialismus und sein Hass auf Arbeitslosigkeit und Nicht-ArbeitYves Müller (Hamburg): „Menschen ohne Glück, ohne Arbeit und Brot“? zur Inszenierung von Arbeit und Erwerbslosigkeit in der nationalsozialistischen Sturmabteilung (SA) 1930-1941 unter männlichkeitenhistorischer PerspektiveMarc Malischke (Bamberg): Arbeitslose in der Wirtschaftswunderökonomie? Erwerbslosigkeit zwischen Ausblendung und Steuerungshybris in der westdeutschen Nachkriegsökonomik und Wirtschaftspolitik 1948-1973Benjamin Bauer (Bamberg): Arbeitszwang als Instrument der Vergangenheitspolitik? Das ehemalige KZ Dachau im PostfaschismusKyra Palberg (Duisburg-Essen): Praktiken des Nichtstuns. Konstruktionen von Arbeitslosen in der Meinungsforschung

Screenshot der Website zur Konferenz "Blick ins Ungewisse. Visionen und Utopien im Donau-Karpaten-Raum 1917 und danach"

Tagungsbericht

Blick ins Ungewisse. Visionen und Utopien im Donau-Karpaten-Raum 1917 und danach

vom 10.05.2017 | bis zum 12.05.2017

Die Tagung "Blick ins Ungewisse. Visionen und Utopien im Donau-Karpaten-Raum 1917 und danach" stellte die zum Ende des Ersten Weltkriegs und unmittelbar danach entwickelten politischen und gesellschaftlichen Ideen, Visionen und Utopien im Donau-Karpaten-Raum vergleichend vor. Es wurde nach Konzepten gefragt, wie sie sich im politischen und gesellschaftlichen Diskurs, in der Publizistik und in der Literatur sowie in der Geschichtsschreibung abzeichnen. Anhand von thematischen Schwerpunkten wurde die heute in den Meistererzählungen mitteleuropäischer Staaten postulierte Unumgänglichkeit der nationalen Neuordnung Europas nach dem Ende der Donaumonarchie hinterfragt und neu beurteilt.An der vom IKGS, der Abteilung für Germanistik und der Abteilung für Übersetzen der Philosophischen Fakultät in Ljubljana organisierten internationalen Konferenz "Blick ins Ungewisse. Visionen und Utopien im Donau-Karpaten-Raum 1917 und danach" diskutierten Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Disziplinen (Literaturwissenschaft, Geschichte, Kirchengeschichte) und Ländern (Deutschland, Kroatien, Republik Moldau, Nordirland, Österreich, Rumänien, Slowenien, Ukraine, Ungarn) über politische, religiöse, geschichtliche, kulturelle und literarische Gemengelagen, Ereignisse und Visionen der Zeit, die sich vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs ausgebildet hatten. Leitmotiv und Themenfokus der zweitägigen Tagung war das weitgreifende Gefühl des Ungewissen, das alle besprochenen Bereiche während und insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg geprägt hatte. Den ausführlichen Tagungsbericht von Mateja Gaber für H-Soz-Kult finden Sie hier. Konferenzübersicht: Begrüßung und Einführung Branka Kalenić Ramšak (Dekanin der Philosophischen Fakultät, Universität Ljubljana)Špela Virant (Institutsleiterin der Abteilung für Germanistik mit Nederlandistik und Skandinavistik, Universität Ljubljana)Mira Miladinović Zalaznik / Irena Samide / Tanja Žigon (Philosophische Fakultät, Universität Ljubljana)Florian Kührer-Wielach (Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München) Keynote (I)Moderation: Florian Kührer-Wielach (München) Clemens Ruthner (Dublin): »Versuchsstationen des Weltuntergangs«. Apokalyptische Szenarios in der deutschsprachigen Fantastik vor und nach dem Ersten Weltkrieg (dt.) Visionen des KriegesModeration: Irena Samide (Ljubljana) Milka Car (Zagreb): Die Utopien und Freiheitsprojektionen in der Novellensammlung Der kroatische Gott Mars von Miroslav Krleža (dt.)Éamonn Ó Ciardha (Derry): Arthur Griffith, Sinn Féin und The Resurrection of Hungary: Irland und Ungarn: vergleichender, imperialer Kontext (eng.) Zwischen Wirklichkeit und UtopieModeration: Peter Becher (München) Anja Urekar Osvald (Maribor): Vom »Michel«, der »Tante Germania« und dem »Nibelungenland« – Visionen und Utopien in der historischen deutschen Presse aus der Untersteiermark und ihr Wandel (1900–1917) (dt.)Johann Georg Lughofer (Ljubljana): Eine »Reise durchs Heanzenland« mit Joseph Roth (dt.) Politische Visionen und Utopien (I)Moderation: Elvis Orbanić (Pazin) Gorazd Bajc (Maribor / Triest): Britische Sachkundige in ihren Analysen des Pulverfasses an der Oberen Adria, 1916–1919 (slo.)Ljubinka Toševa Karpowicz (Rijeka): Der Staat Fiume – der italienische Nationalrat (23. November 1918 – 16. September 1920) (eng.)Csaba Zahorán (Budapest): Utopien im Schatten der Katastrophe. Die Idee der Selbstbestimmung der Szekler nach dem Fall von Österreich-Ungarn (eng.) Politische Visionen und Utopien (II)Moderation: Rok Stergar (Ljubljana) Andrei Cuşco (Chișinău): Gescheiterter Versuch? Bessarabische Eliten zwischen Autonomie, Föderalismus und Nationalismus (1917–1918) (eng.)Nataliya Nechayeva-Yuriychuk (Černivci): Die Rolle der nationalen Identität bei der Staatenbildung am Beispiel der Huzulischen Republik (eng.)Rudolf Gräf (Cluj-Napoca): Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Versuche, das Banat politisch neuzugestalten (dt.) Keynote (II)Moderation: Mira Miladinović Zalaznik (Ljubljana) France Martin Dolinar (Ljubljana): Zwischen den Erwartungen und politischer Realität. Die Bischöfe der Kirchenprovinz Görz während des Ersten Weltkrieges und danach (slo.) Kirchliche Visionen innerhalb und außerhalb neuer StaatsgrenzenModeration: Angela Ilić, München Pál Lackner (Budapest): »Vom Bruder zu Nachbarn – geht’s auch umgekehrt?« Das Verhältnis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn zu ihren ehemaligen Teilen (dt.)Oleh Turiy (Lviv): Zwischen ekklesialer Identität, nationalem Engagement und politischer Loyalität. Kirchliche Strukturen unierter Ruthenen nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie (dt.)Heiner Grunert (München): »Zeichen unserer Befreiung, Vereinigung und Auferstehung.« Visionen und Geschichtskonzepte der serbischen Orthodoxie am Ende des Großen Krieges (dt.) Das Reformationsjubiläumsjahr 1917Moderation: Angela Ilić (München) Botond Kertész (Budapest): Krieg und Feier – Das 400. Reformationsjubiläum in Ungarn (dt.)Lajos Szász (Budapest / Leipzig): Das Reformationsjubiläum in Ungarn und Siebenbürgen im Jahr 1917: Konzepte und Pläne für die Zukunft (dt.)Tanja Žigon (Ljubljana): Das Jahr 1917 in den »slowenischen« Gebieten in Österreich-Ungarn im Hinblick auf den 400. Jahrestag der Reformation (dt.) AbschlussdiskussionAngela Ilić, IKGS München, Stellvertreterin des Direktors

Euromaidan in Kiew am 1. Dezember 2013, Urheber: Nwssa Gnatoush, Lizenz: CC-BY 2.0

Tagungsbericht

Über Revolutionen: Ursachen, Versprechen, Folgen

vom 16.03.2017 | bis zum 17.03.2017

Zum Cenntenial der Russischen Revolution widmete sich die von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung veranstaltete Konferenz den Ursachen, Versprechen und Folgen von Revolutionen. So war eine der zentralen Fragen, inwiefern sich die gesellschaftlichen Umstürze des 20. Jahrhunderts sich – imitierend oder abwehrend  – auf den „Roten Oktober“ bezogen.  Die vier Panels der Konferenz behandelten folgende Aspekte der Oktoberrevolution: Memorialisierung, Auswirkungen an der Peripherie (Finnland, Zentralasien, Mongolei), Ästhetik und künstlerische Ausdrucksformen sowie Eigentumsvorstellungen, die Revolutionen unverändert überdauern. Im abschließenden Plenum wurden die gegenwärtigen Beziehungen Russlands zum Westen und populistische Tendenzen in Ostmitteleuropa diskutiert. Über die Ursachen, Versprechen und Folgen von Revolutionen im Allgemeinen wie im Besonderen diskutierten auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde in Kooperation mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam Historiker, Soziologen, Literatur-, Politik- und Wirtschaftswissenschaftler aus dem In- und Ausland. Anlass war das 100-jährige Jubiläum der russischen Revolutionen des Jahres 1917. Zum Auftakt der Konferenz kennzeichnete der DDR-Bürgerrechtler und Bundestagspräsident a. D. WOLFGANG THIERSE (Berlin) die friedliche Revolution von 1989 als „vielfachen Ausbruch aus dem Gefängnis der Angst“. Als Lehre von 1989 begreift er die Überwindung geschlossener, eingesperrter Gesellschaften: In ihnen herrsche Stillstand und sie seien nicht überlebensfähig. Mit Blick auf die derzeit allgegenwärtige populistische Versuchung warnte er vor einer „Art Konterrevolution“, in der sich autoritärer Nationalismus und Wohlstandschauvinismus durchsetzten. Die Aussage des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der angesichts des Flüchtlingsstroms aus Syrien gesagt habe: „Niemand kann verlangen, dass Ungarn sich ändert“, nannte Thierse fatal. Zugleich sei sie ein Zeugnis der wohl in Europa weit verbreiteten Angst vor Veränderungen. Er sieht die Zeit gekommen, eine kritische Bilanz der Transformationszeit zu ziehen und appellierte – eingedenk der europäischen Revolution von 1989/91 –, die „liberale, rechts- und sozialstaatliche Demokratie als politische Lebensform unserer Freiheit zu verteidigen“. Lesen Sie den vollständigen Tagungsbericht von Sophie Schmäing bei H-Soz-Kult. Konferenzübersicht: Ruprecht Polenz (Berlin / Münster) / Frank Bösch (Potsdam): Eröffnung Wolfgang Thierse (Berlin): Prolog: Gesellschaften im Umbruch VortragJack A. Goldstone (Arlington/Virginia): Revolutionen in der Moderne Kommentar und DiskussionModeration: Jan Kusber (Mainz) Liudmila Novikova (Moskau): Die Einordnung der russischen Revolutionen von 1917 VortragHelmut König (Aachen): Hannah Arendt und die Theorie der Revolution Kommentare und DiskussionModeration: Manfred Sapper (Berlin) Asef Bayat (Illinois / Berlin), Kateryna Mishchenko (Kiew): Der arabische Frühling und der Euromajdan Panel 1: Dekaden des Roten OktoberModeration: Thomas Lindenberger (Potsdam) Jean-François Fayet (Freiburg / Fribourg)Juliane Fürst (Bristol)Maciej Górny (Warschau) Panel 2: Die Oktoberrevolution an den früheren Peripherien des Zarenreichs. Interpretation und GeschichtspolitikModeration: Jan C. Behrends (Potsdam) Zaal Andronikashvili (Berlin)Irina Morozova (Regensburg)Oula Silvennoinen (Helsinki) Panel 3: Radical Chic. Ästhetik der RevolutionenModeration: Birgit Menzel (Mainz) Roland Cvetkovski (Köln)Ekaterina Degot (Köln) Panel 4: Eigentumsvorstellungen und Eigentumsrechte. Der lange Schatten der RevolutionModeration: Volker Weichsel (Berlin) Kerstin Brückweh (Potsdam)Carsten Herrmann-Pillath (Erfurt)Alexander Libman (München) Podiumsdiskussion: Revolution und internationale OrdnungModeration: Gabriele Freitag (Berlin) Iryna Busygina (Moskau)Jost Dülffer (Köln)Harald Müller (Frankfurt am Main) Podiumsdiskussion: Revolutionen und Gegenrevolutionen. 1989 und danachModeration: Michael Thumann (Berlin) Mischa Gabowitsch (Potsdam)Ruprecht Polenz (Berlin / Münster)Wolfgang Templin (Berlin)

Collegium Carolinum Logo

Tagungsbericht

Was war die Normalisierung? Die Tschechoslowakei 1969-1989. Jahrestagung des Collegium Carolinum

vom 08.11.2018 | bis zum 11.11.2018

Für die Epoche zwischen dem „Prager Frühling“ und der „samtenen Revolution“ wurde in der Tschechoslowakei der Begriff der Normalisierung gebraucht. Noch bis heute wird diese Epoche als eine „bleierne Zeit“ wahrgenommen, die geprägt war von Kontrolle und Repressionen, aber auch als die einer grundsätzlichen Ereignislosigkeit, in der oppositionelle Kräfte selten die Chance hatten zu der apathischen Mehrheitsgesellschaft durchzudringen. Eine differenziertere Wahrnehmung dieser Epoche lässt sich in den vergangenen Jahren erkennen. Die Tagung des Collegium Carolinum, die vom 08.11.2018 bis zum 11.11.2018 stattfand, verfolgte deshalb das Ziel, die Epoche der „Normalisierung“ in ihren unterschiedlichen Facetten zu beleuchten und zu diskutieren. Im Fokus standen dabei die kulturellen, sozialen und politischen Wandlungsprozesse von 1969 bis 1989, sowie die innere Pluralität dieser „Normalisierungsgesellschaft“ und deren Lebenswirklichkeit. Vorträge widmeten sich folgenden Fragen: Welche Lebensmodelle entwickelten sich seit den 70er Jahren in der Tschechoslowakei? Welche Phänomene bildeten sich auf dem Feld zwischen Subversion und offizieller Kultur und welche davon sind „normalisierungstypisch“ und lassen sich auch in benachbarten sozialistischen Gesellschaften ausmachen? Welche Entwicklungsschritte können als systemübergreifende Epochenmerkmale klassifiziert werden? Die letzte Jahrestagung des Collegium Carolinum hatte mit dem Jahrestag zum Prager Frühling eines der großen Jubiläen des zu Ende gehenden Gedenkjahres thematisiert. Daran knüpfte die diesjährige Konferenz, die vom 8. bis 11. November 2018 in Pelham stattfand, direkt an: Sie widmete sich der Frage, was die Normalisierung war, die der Niederschlagung des reformsozialistischen Experiments folgte. Handelte es sich um eine rein restaurative Epoche, oder lassen sich Kontinuitäten zu den 1960er-Jahren, vielleicht sogar Bemühungen um Modernisierung ausmachen? Zur informellen Eröffnung stand der Film „A bude hůř“ („Und es wird noch schlimmer“) auf dem Programm, in den Zuzana Jürgens (München) einführte.  Den ganzen Tagungsbericht von Judith Brehmer für H-Soz-Kult können Sie hier nachlesen.  Konferenzübersicht: Einführung Thomas Lindenberger (Dresden): „Was war die Normalisierung?“ Legitimation und Herrschaftspraxis Martin Schulze Wessel (München): Der „Prager Frühling“ in der Normalisierung Zuzana Polačková (Bratislava): Gustáv Husák, Slovak Federalism, and the Making of ‘Normalisation’, 1968–1970 Stefan Lehr (Münster): Kollektive Entscheidungsfindung im Präsidium des Zentralkomitees der KSČ? (Gegen-)Kulturen I Marek Nekula (Regensburg): Jan Palach und der Wandel der Öffentlichkeit Peter Jašek (Bratislava): Unofficial Culture as a Part of the Slovak Dissent (Gegen-)Kulturen II Libuše Heczková / Kateřina Svatoňová (Prag): Czech Experimental Stage Laterna Magica During the Time of Normalisation – the Case of Cultural Dislocation and Defense Geschlechterverhältnisse Celia Donert (Liverpool / Berlin): Gender in Socialism, Late and Post-Socialism Peter Hallama (Bern): Normalisierte Geschlechterverhältnisse? Tschechische Väter in den 1970er und 1980er Jahren Franz Schindler (Gießen): „Žena za pultem“ revisited Lebensstil Martin Franc (Prag): Weißer Mercedes vor moderner Villa: Luxuriöse Lebensstile während der Normalisierung Jakub Machek (Prag): Between Bubblegum and Disco – Searching for a New Form of Official Popular Music Retrospektive Konzeptualisierungen Anna Artwińska (Jena): Wiederspiegelungseffekte: Zur Verschränkung von „Makro“- und „Mikrogeschichte“ in Michael Vieweghs Familienroman „Bájecná léta pod psa“ (1992) Marketa Spiritova (München): „Hand aufs Herz: Nicht alles im Sozialismus war schlecht“. Die Normalisierung in der populären Erinnerungskultur Jan Mervart (Prag): Differing Approaches to the Normalization Era in Czech Historiography and Social Sciences Übergänge, Post-Normalisierung Ondřej Daniel (Prag): “Wine Comedies” of Czechoslovak Normalization Period: Conservative Skeleton in the Closet? Michal Kopeček (Prag/Jena): From Socialist Legality to Rule of Law? Law and Jurisprudence between Communist Authoritarianism and Liberal Constitutionalism

Logo des Hannah-Arendt-Instituts

Tagungsbericht

Diktaturforschung und Diktaturerfahrung in der Demokratie

vom 21.06.2018

Am 21. Juni 2018 fand am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden die Tagung "Diktaturforschung und Diktaturerfahrung in der Demokratie" statt. Im Rahmen der Konferenz sollten neue Forschungsansätze und Perspektiven im Bereich der Totalitarismusforschung vorgestellt, analysiert und diskutiert werden. Dies geschah innerhalb von vier Panels: Diktaturen denken: Genealogien – Typologien – Praktiken; Nach dem Memory Boom: Diktaturforschung und Geschichtspolitik in transnationaler Perspektive; Diktaturerfahrungen der ‚Provinz Europa‘: Im Blick der Anderen; Autokratie, Populismus, ‚souveräne Demokratie‘: Wohin mit der Totalitarismus- und Diktaturforschung? Innerhalb dieser Panels wurde ein bewusst interdisziplinärer Austausch zwischen Vortragenden der Geschichts- sowie der Politikwissenschaft angeregt. Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums veranstaltete das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden eine Fachtagung zum Thema „Diktaturforschung und Diktaturerfahrung in der Demokratie“. Dabei standen weniger konkrete aktuelle Forschungsprojekte im Mittelpunkt; vielmehr ging es darum, ausgehend von den vergangenen 25 Jahren Totalitarismusforschung in Dresden, zukünftige Forschungsansätze und Perspektiven für das Institut und die Diktaturforschung zu diskutieren. Dementsprechend wählten die Veranstalter ein Format, das den interdisziplinären Austausch der Teilnehmer/innen (Historiker/innen und Politikwissenschaftler/innen) untereinander anregen sollte: In vier thematischen Panels hielt ein/e Teilnehmer/in ein fünfzehnminütiges Impulsreferat, worauf drei Teilnehmer/innen mit einem fünfminütigen Kommentar antworten durften. Anschließend wurden die Panels zur Diskussion geöffnet, sodass sich ein lebendiger Austausch entwickeln konnte. Den ganzen Tagungsbericht von Florian Schikowski für H-Soz-Kult können Sie hier nachlesen. Konferenzübersicht: Keynote Lutz Niethammer (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Imaginationen von System und Erfahrung. Der Totalitarismus-Begriff nach dem Kalten Krieg Panel 1: Diktaturen denken: Genealogien – Typologien – Praktiken Impulsreferat: Uwe Backes (Hannah-Arendt-Institut) Kommentare: Ralph Jessen (Universität zu Köln) / Mary Fulbrook (University College London) / Silke Satjukow (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) Moderation: Günther Heydemann (Hannah-Arendt-Institut) Panel II: Nach dem Memory Boom: Diktaturforschung und Geschichtspolitik in transnationaler Perspektive Ulrike Jureit (Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur): Impulsreferat Kommentare: Mike Schmeitzner (Hannah-Arendt-Institut) / Guillaume Mouralis (Centre Marc Bloch Berlin) / Ekaterina Makhotina (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Moderation: Alfons Kenkmann (Universität Leipzig) Panel III: Diktaturerfahrungen der ‚Provinz Europa‘: Im Blick der Anderen Impulsreferat: You Jae Lee (Eberhard Karls Universität Tübingen) Kommentare: Dirk Moses (University of Sydney) / Julia Schulze Wessel (Universität Leipzig) / Frank Schubert (Universität Zürich) Moderation: Dagmar Ellerbrock (TU Dresden) Panel IV: Autokratie, Populismus, ‚souveräne Demokratie‘: Wohin mit der Totalitarismus- und Diktaturforschung? Impulsreferat: Michal Kopecek (Institut für Zeitgeschichte, Prag / Imre Kertész Kolleg Jena) Kommentare: Juliane Fürst (University of Bristol) / Konrad Jarausch (University of North Carolina at Chapel Hill) / Ellen Bos (Andrássy Universität Budapest) Moderation: Klaus-Dietmar Henke (TU Dresden)      

Logo der Stiftung Ettersberg

Tagungsbericht

Das lange Ende des Ersten Weltkriegs. Europa zwischen gewaltsamer Neuordnung und Nationalstaatsbildung

vom 21.04.2018

Das Jahr 1918 beendete durch den Waffenstillstand der europäischen Großmächte den Ersten Weltkrieg, der seinen endgültigen Abschluss durch die Pariser Vorortsverträge 1919/20 fand. Trotzdem ebbten die inneren Unruhen in Europa nach dem ersten Weltkrieg nicht ab. Stattdessen war die Nachkriegszeit geprägt von Bürgerkriegen, ethnischen Konflikten und Gründungen neuer Nationalstaaten. Im Fokus der Tagung am 21.04.2018 in Erfurt standen deswegen die Jahre zwischen 1918/19 und 1923, die als das „lange Ende des Ersten Weltkrieges“ bezeichnet werden. Näher analysiert wurde die These, dass die Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg keinen Frieden für Ost-, Mittel- und Südeuropa brachte, sondern sich stattdessen eine Gewaltperiode anschloss. Ebenfalls wurde die Frage nach den Gewinnern und Verlierern des Ersten Weltkriegs neu gestellt. Näher eingegangen wurde auch auf den Zusammenhang zwischen den gewalttätigen Konflikten in Deutschland und der Entstehung der Weimarer Republik 1918 aus eben diesen. Insgesamt stellte die Tagung kritisch heraus, dass die historische Festlegung des Kriegsendes auf das Jahr 1918 mit Blick auf die weiteren Unruhen innerhalb Europas in Frage gestellt werden muss. Infolge des Waffenstillstands der europäischen Großmächte an der Westfront bedeutete das Jahr 1918 de jure das Ende des Ersten Weltkriegs, der durch die Pariser Vorortsverträge 1919/20 seinen endgültigen Abschluss Infolge des Waffenstillstands der europäischen Großmächte an der Westfront bedeutete das Jahr 1918 de jure das Ende des Ersten Weltkriegs, der durch die Pariser Vorortsverträge 1919/20 seinen endgültigen Abschluss fand. Dennoch brachte der Waffenstillstand vom November 1918 nicht für alle den erhofften Frieden, da es im Anschluss zu zahlreichen Bürgerkriegen, Grenzkonflikten und ethnischen Auseinandersetzungen, zum Zerfall von Imperien und zur Gründung neuer Nationalstaaten kam, was von FRANZ-JOSEF SCHLICHTING (Erfurt) und JÖRG GANZENMÜLLER (Weimar / Jena) in ihren Konferenzeröffnungen unterstrichen wurde. Letzterer gab eine kurze Einführung in das Thema und bezeichnete das 14-Punkte-Programm von Woodrow Wilson als Ausgangspunkt eines „langen Endes des Ersten Weltkriegs“. Obwohl Wilson in seinen 14 Punkten eine moralisch gerechte demokratische Ordnung für Europa vorgegeben hatte, indem er das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker und die öffentliche Kontrolle der internationalen Beziehungen durch die Gründung einer internationalen Organisation (des späteren Völkerbunds) vorschlug, nahmen die inneren Unruhen in Europa unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg nicht ab. Aus diesem Grund nahmen die Tagungsteilnehmenden die Jahre zwischen 1918/19 und 1923 als das „lange Ende des Ersten Weltkrieges“ besonders in den Blick. Den Tagungsbericht von Daria Kozlova für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Franz-Josef Schlichting (Landeszentrale für politische Bildung Thüringen) / Jörg Ganzenmüller (Stiftung Ettersberg): Begrüßung und Einführung Robert Gerwarth (Centre for War Studies, University College Dublin), vorgetragen von Jochen Böhler (Imre Kertész Kolleg Jena): Kriege und Konflikte als Erbe des Ersten Weltkriegs Mark Jones (Centre for War Studies, University College Dublin): Deutschland Jochen Böhler (Imre Kertész Kolleg Jena): Polen und die Ukraine Sabina Ferhadbegović (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Jugoslawien Dennis Dierks (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Türkei Gerhard Paul (Universität Flensburg): Visuelle und akustische Erinnerungsorte des Ersten Weltkriegs

Screenshot von maxweberstiftung.de

Tagungsbericht

Settlement and Unsettlement. The Ends of World War I and their Legacies

vom 22.03.2018 | bis zum 24.03.2018

Vom 22. bis 24. März 2018 fand in Washington, D.C. die Jahrestagung der Max-Weber-Stiftung unter dem Thema „Settlement and Unsettlement. The Ends of World War I and their Legacies“ statt. Themenstíftend war der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs. Betont wurde hierbei, dass weder das Jahr 1918 noch das Kriegsende als isolierte Landmarken betrachtet werden sollen, sondern als Teil eines größeren Prozesses mit weitreichenden Konsequenzen. In der bisherigen Forschung zu den Auswirkungen des Kriegsendes findet sich häufig ein Fokus auf die Pariser Konferenz von 1919 und deren Bedeutung für die europäischen Staaten. Ein solcher Fokus vernachlässigt jedoch die Bedeutung, die das Kriegsende nicht nur für die europäischen Staaten, sondern weit darüber hinaus hatte und die die globale Ordnung nachhaltig beeinflusste. The centenary of the 1918 Armistice provided a perfect occasion to reassess the historical consequences of the First World War. To this end, the 2018 Annual Conference of the Max Weber Foundation, which took place at the German Historical Institute in Washington on March 22-24 in cooperation with the American Historical Association (AHA), the National History Center (NHC), and the German Historical Association (Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, VHD), set out to reassess the postwar settlement's global repercussions. The conference was opened on the evening of March 22 by SIMONE LÄSSIG (GHI Washington DC), HANS VAN ESS (Max Weber Foundation) and DANE KENNEDY (National History Center), who highlighted the legacies of the Great War, including the principle of national self-determination, the redrawing of borders, decolonization and forced migration, and noted new research trends and the need to reassess the war’s legacies. Den Tagungsbericht von Paul Schweitzer-Martin für H-Soz-Kult können Sie hier weiter lesen. Conference Overview: Simone Lässig (GHI Washington DC) / Hans van Ess (Max Weber Foundation) / Dane Kennedy (National History Center): Welcome remarks Jörn Leonhard (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg): Keynote “Overburdened Peace: Competing Visions of World Order in 1918 / 19” Panel 1 Treaties and the Making of the Postwar Order Regine Mathias (Ruhr-Universität Bochum), chairJesse Kauffman (Eastern Michigan University): Brest-Litovsk at 100: Re-evaluating a Misunderstood PeaceLeonard Smith (Oberlin College): The Politics of Recognition at the Paris Peace ConferenceTosh Minohara (Kobe University): Elusive Equality: Japan’s Leadership and the Postwar Issue of Race Panel 2 Wilsonianism and its Discontents Jan C. Jansen (GHI Washington DC), chairRoberta Pergher (Indiana University): Fascist Italy and the Rights of OthersMiklós Zeidler (Eötvös Loránd University): Revisionism as a Means of Nation Building: The Characteristics of Hungarian Revisionism between the World Wars Panel 3 Empires after the War (part 1) Birgit Schäbler (Universität Erfurt / Orient-Institut Beirut), chairNoriko Kawamura (Washington State University): Post-World War I Search for an Order in the Pacific: Reexamination of the Versailles-Washington Treaty SystemDonal Hassett (University of Bristol): Contesting the Colonial Culture of Victory in the French Empire Panel 4 Empires after the War (part 2) Mustafa Aksakal (Georgetown University), chairSean Andrew Wempe (Washington State University): A Question of Respectability: Colonial German Responses to the Treaty of Versailles and “Colonial Guilt”Leila Fawaz (Tufts University): WWI and the Reshaping of Daily Life in the Eastern MediterraneanPanel discussion at Residence of the German Ambassador Peter WittigAdam Tooze (Columbia University): Brief keynote “1918: The Botched Entry into the American Century”Heidrun Tempel (German State Department), chairAviel Roshwald (Georgetown University)Jeremi Suri (University of Texas at Austin) Panel 5 Internationalisms Axel Jansen (GHI Washington DC), chairMadeleine Herren-Oesch (Universität Basel): The Coincidence of Densification and Disentanglement: An Alternative History of the Twentieth CenturyMichele Louro (Salem State University): Nehru, India and Global Anti-Imperialism between the World WarsClaudia Siebrecht (University of Sussex): “Universal Conscience” and Lasting Peace: League of Nation Youth Education in the 1920s and 1930s Panel 6 Post-war Economies / Labor and Economy after the War Jamie Martin (Georgetown University), chairAnna Karla (Universität zu Köln): Reparation Policies Reconsidered: Material Reconstruction after World War I in Europe and BeyondMadeleine Dungy (European University Institute): Economic Freedom of Movement in the League of Nations and the International Labor Organization, 1919 –1923Nicholas Mulder (Columbia University): The Birth of Economic Sanctions from the Spirit of Blockade, 1918 –1920 Panel 7 Minorities Carole Fink (Ohio State University), chairVolker Prott (University of Melbourne / Aston University): Taming Wilsonianism: The League of Nations and Territorial Conflict after VersaillesLaura Robson (Portland State University): Capitulations Redux: The Imperial Genealogy of the post-WWI “Minority” RegimesConcluding discussionAdele Lindenmeyr (Villanova University), chairLeonard Smith (Oberlin College)Barbara Potthast (Universität zu Köln)Elizabeth Thompson (American University)

Logo der Universität Augsburg

Tagungsbericht

Die Zwischenkriegszeit 1919-1939 globalgeschichtlich betrachtet – Perspektiven für den Geschichtsunterricht

vom 12.02.2018 | bis zum 13.02.2018

Vom 12. bis 13. Februar 2018 fand an der Universität Augsburg die Tagung „Die Zwischenkriegszeit 1919-1939 globalgeschichtlich betrachtet – Perspektiven für den Geschichtsunterricht“ statt. Ziel der Tagung war es, einen Beitrag zu leisten zur Entwicklung globalgeschichtlicher Perspektiven für einen kompetenzorientierten Geschichtsunterricht, der sich derzeit nach wie vor auf die Geschichte von Nationen konzentriert. Die Veranstaltung fragte deshalb – nachdem im vorangegangen Jahr globalgeschichtliche Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg debattiert wurden – nach neuen Betrachtungsweisen für die Zwischenkriegszeit der 1920er- und 1930er-Jahre. Die Panels gingen von den gegebenen Lehrplänen aus und wollten konkrete Realisierungsmöglichkeiten für globalgeschichtliche Perspektiven diskutieren. Neben einem theoretischen Fundament wurde die Frage nach unterrichtsgerechtem Quellenmaterial aufgeworfen, da die Ergebnisse der Tagung in quellenbasierte Unterrichtsbeispiele münden sollten. Die Themenbereiche der Tagung legen einen Fokus u.a. auf die globalgeschichtlichen Folgen der Russischen Revolution, die Entstehung der Arbeiterbewegung und die Genese der kommunistischen Ideologie. „Die Zwischenkriegszeit (1919-1939) wird in den geläufigen deutschen Schulbüchern wie Lehrplänen in einer Weise präsentiert, die transnationale und globale Zusammenhänge fast bis zur Unkenntlichkeit verschwinden lässt.“ Diese Problemdiagnose stellten die Organisatoren SUSANNE POPP und PHILIPP BERNHARD (Augsburg) gedanklich an den Anfang der Tagung des Arbeitskreises Welt- und Globalgeschichte der Konferenz für Geschichtsdidaktik. Diese setzte sich eine globalgeschichtliche Sichtweise auf die Zwischenkriegszeit ebenso von fachwissenschaftlicher wie auch von geschichtsdidaktischer Warte zum Ziel. Themen und Debatten der transnationalen Geschichtsschreibung sollten mit dem Fokus auf die Zeit zwischen den Weltkriegen dargestellt, diskutiert und auf Nutzungsmöglichkeiten und Potenziale im sowie für den Unterricht untersucht werden. Den ganzen Tagungsbericht von Ludwig Lenzgeiger für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Begrüßung und Einführung: Susanne Popp und Philipp Bernhard (Augsburg) Panel 1 Moderation: Michael Wobring (Augsburg) Dennis Röder (Stade / Augsburg): „Mythos Rasse“? Die Auseinandersetzung mit der Kategorie „Rassismus“ in der Zwischenkriegszeit Jochen Gollhammer (Freilassing / Salzburg): Das Ende freier Migration? Restriktive Einwanderungsgesetzgebung der USA und der britischen Siedlergesellschaften in den 1920er und 1930er Jahren Philipp Bernhard (Augsburg) / Susann Lewerenz (Neuengamme): „Ein postkolonialer Staat in einer noch kolonialen Welt“? – Die Weimarer Republik und das nationalsozialistische Deutschland im Spannungsfeld von Imperialismus, Kolonialrevisionismus und Antikolonialismus Keynote Daniel Hedinger (München / Rom): Überlegungen zu einer Globalgeschichte des Faschismus Panel 2 Moderation: Hannes Liebrandt (München) Susanne Popp (Augsburg): Der liberale Internationalismus der Zwischenkriegszeit und die Kategorie der rassischen Ungleichheit Michael Zech (Kassel): Nationalistische bzw. ideologische Selbstkonzepte im Spannungsfeld demokratischer und autokratisch-totalitärer Staatsideen. Eine globalgeschichtliche Betrachtung zur Zwischenkriegszeit 1919-1939 an Beispielen Bernd-Stefan Grewe (Tübingen): Gold und Great Depression. Südafrika, Indien und das britische Empire in der Zwischenkriegszeit Panel 3 Moderation: Friedemann Scriba (Berlin) Urte Kocka (Berlin): Bauhaus und Moderne in der Zwischenkriegszeit Christiane Hoth (Eichstätt): „Das höchste Interesse aller unterdrückten Völker“ – Die Russische Revolution und ihre Rezeption in Lateinamerika Panel 4 Moderation: Elisabeth Erdmann (Freiburg) Christian Grieshaber (Koblenz): Das Faisal-Weizmann-Abkommen von 1919 – Eine Chance für den Frieden im „Mittleren Osten“? Viktoria Luise Gräbe (Berlin): Antikolonialer Widerstand im Reformislam oder zur Gleichzeitigkeit von Nationalismus und Globalität Abschlussdiskussion Moderation: Susanne Popp (Augsburg) Globalgeschichtliche Perspektivierung der Zwischenkriegszeit und ihre Bedeutung für den Geschichtsunterricht

Logo der Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung

Tagungsbericht

Weltwende 1917 – Europa, Russland und die bolschewistische Revolution

vom 16.11.2017 | bis zum 18.11.2017

Vom 17. bis 19. November 2017 fand inder Akademie Herrnhut sie Tagung "Weltwende 1917 – Europa, Russland und die bolschewistische Revolution" statt. Die dreitägige, von der Akademie Herrnhut ausgerichtete und mit der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens (DGEPD) und der TU Chemnitz durchgeführte Tagung beschäftigte sich mit den Nachwirkungen und der Bedeutung der russischen Revolution für die europäische Geschichte. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Bundesstiftung Aufarbeitung, der Konrad Adenauer-Stiftung und dem Landkreis Görlitz. In den Fokus rückten die Veranstalter der Tagung die Ideologie der Doppelrevolution von 1917. Das Tagungsprogramm bestand aus den folgenden vier Panels: „Ideologische Grundlegungen und Vorläufer“; „Ideologie - Terror - „Welterlösung“; „Der rote Terror und die Kirchen“ sowie „Aktuelle Perspektiven“. Im Rahmenprogramm der Tagung wurden die Ausstellungen „Archipel Solovki“, die sich mit der Topographie des Terrors im Solovki-Kloster (Weißes Meer) beschäftigt und die Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter" gezeigt. Eine weitere Ausstellung von Studierenden der TU Chemnitz war ebenfalls während der Tagung zu sehen. Die Veranstaltung war vor allem Multiplikatoren der historisch-politischen Bildungsarbeit gerichtet. „Jeder Staat wird auf Gewalt gegründet.“ Dieses von Leo Trotzki stammende Zitat artikuliert bereits einen normativen Wesenszug kommunistischer Herrschaft, ihrer Sicherung ebenso wie ihrer Expansion. Mit der Machteroberung der Bolschewisten im Oktober 1917 vollzog sich eine Weltwende, die nicht nur das Russische Zarenreich in eine kommunistische Ein-Parteien-Diktatur verwandelte, sondern auch ganz Europa fundamental veränderte. Anlässlich des 100. Jahrestages der bolschewistischen Revolution organisierte die Technische Universität Chemnitz (Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Frank-Lothar Kroll) eine Konferenz in Kooperation mit der Akademie Herrnhut, der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens, der Bundesstiftung Aufarbeitung, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Umweltbibliothek Großhennersdorf „Weltwende 1917 – Russland, Europa und die bolschewistische Revolution“ im Tagungshaus der Akademie Herrnhut (16. bis 18. November 2017). Den Tagungsbericht von Antonia Sôphia Podhraski für H-Soz-Kult können sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Grußworte Frank-Lothar Kroll (Technische Universität Chemnitz)Landrat Bernd Lange (Landkreis Görlitz)Sabine Kuder (Bundesstiftung Aufarbeitung, Berlin)Michael Borchard (Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin)Albert Löhr (Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V.)Clemens Kauffmann (Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens) Eröffnungsvortrag Jörg Baberowski (Humboldt-Universität Berlin): Die bolschewistische Herausforderung – Russische Revolution und europäische Antworten I. Ideologische Grundlegungen und Vorläufer (Teil I)Moderation: Peter Nitschke, Universität Vechta Frank-Lothar Kroll (Technische Universität Chemnitz): Russland, Europa – und der Westen. Historische Entwicklungslinien und PerspektivenClaus Scharf (Institut für Europäische Geschichte Mainz): Ambivalenzen der politischen Aufklärung in der Vorgeschichte von Revolutionen I. Ideologische Grundlegungen und Vorläufer (Teil II)Moderation: Eva Odzuck (Friedrich-Alexander Universität Erlangen) Jutta Scherrer (Centre Marc Bloch/Berlin): Russische Revolution und Russische Idee heute – Wandlungen eines Mythos im postsowjetischen RusslandRaj Kollmorgen (Hochschule Zittau/Görlitz): Das proletarische Revolutionskonzept von Karl Marx – und seine Umkehrung durch Lenin? II. Ideologie – Terror – „Welterlösung“Moderation: Clemens Kauffmann (Friedrich-Alexander Universität Erlangen) Hendrik Hansen (Andrassy Universität Budapest): Lenins Ideologie der Gewalt und die Grundlegung des SowjetsystemsBarbara Zehnpfennig (Universität Passau): Innenansichten eines Revolutionärs. Arthur Koestlers Auseinandersetzung mit dem BolschewismusSusanne Frank (Humboldt-Universität Berlin): Eurasianismus – Revolution und Rekonstruktion Abendvortrag Alfons Söllner (Technische Universität Chemnitz): Totalitarismus und Totalitarismustheorien im 20. Jahrhundert III. Aktuelle PerspektivenModeration: Hendrik Hansen (Andrássy Universität Budapest) Matthias Stadelmann (Friedrich-Alexander Universität Erlangen): Utopische Verheißung und kulturelle Herrschaftssicherung – 1917 und die MusikIgor Narskij (Universität Tscheljabinsk): Gewalt und Terror heute – zum Umgang mit dem bolschewistischen Massenmord in Russland und EuropaStefan Garsztecki (Technische Universität Chemnitz): Polen und die bolschewistische Herausforderung – Ein Sonderfall?

Logo der Gemeinsamen Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen

Tagungsbericht

Erste Nachwuchstagung der Gemeinsamen Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen

vom 29.10.2017 | bis zum 02.11.2017

Die Gemeinsame Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen wollte mit ihrer ersten Nachwuchstagung in Heidelberg ein Forum für die Diskussion aktueller Forschungsprojekte zu Themen der deutsch-russischen Beziehungsgeschichte kreieren. Der zeitliche Fokus lag auf dem 19. und 20. Jahrhundert, die Vortragenden wurden aber animiert, Themen in einen globalen Kontext einzuordnen. In neun Panels stellten 20 deutsche und russische Doktoranden und Postdocs in Vorträgen ihre Arbeiten zu ambivalenten Themen vor. Die Panels beschäftigten sich dabei unter anderem mit „Verflechtungsgeschichten im Kalten Krieg“, „Diktatur im Kino“ und „Konfrontationen, Loyalitäten und Identitäten im 1. Weltkrieg“, um nur einige zu nennen. Die fünftägige Veranstaltung an der Universität Heidelberg gab nicht nur Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Gelegenheit, ihre Forschungen vorzustellen und zu diskutieren, sondern ermöglichte auch den Wissenstransfer der deutschen und russischen Geschichtswissenschaft. Vom 29. Oktober bis 2. November 2017 richtete die Gemeinsame Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen ihre erste Nachwuchstagung an der Universität Heidelberg aus. Eine Gruppe von 20 russischen und deutschen Doktoranden und Postdocs diskutierte gemeinsam mit weiteren eingeladenen Wissenschaftlern und Kommissionsmitgliedern ihre aktuellen Forschungsprojekte zu Themen der „deutsch-russischen Beziehungs- und Verflechtungsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts im globalen Kontext“. Neben den jeweiligen Fragestellungen einer deutsch-russischen Beziehungsgeschichte standen dabei neuere methodische Ansätze im Fokus. Die Tagung wurde von Tanja Penter (Universität Heidelberg) und Alexander Vatlin (MGU Moskau) organisiert. Neben ihnen waren mit Jörg Morré (Deutsch-Russisches Museum Karlshorst) und Nikolaus Katzer (DHI Moskau) zwei weitere Mitglieder der deutsch-russischen Historikerkommission vertreten. Lesen Sie den ausführlichen Tagungsbericht von Wolfgang Schneider bei H-Soz-Kult. Konferenzübersicht: Einführungsvortrag Andreas Hilger (DHI-Moskau, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg): Deutsch-russische Geschichte und Globalgeschichte 1. Panel: Wissenschaftsgeschichte Margarita Kolesnikova (Universität Jena): Wissenschaftstransfer und Politik. Jenaer Wissenschaftler und die Russische Akademie der Wissenschaften Nadezda Fichtner (Universität Kassel): Der Althistoriker Michail Rostovtzeff: Wissenschaft und Politik im vorrevolutionären und bolschewistischen Russland (1890-1918) 2. Panel: Stereotype Bilder im langen 19. Jahrhundert Oleksiy Salivon (Universität Stuttgart): The anti-Semite stereotypes in cartoons, pamphlets and literature in Germany and in Russia in XIX and early XX century 3. Panel: Konfontrationen, Loyalitäten und Identitäten im 1. Weltkrieg Igor Barinov (IMEMO Moskau): Kaiserliche russische Offiziere deutschbaltischer Herkunft 1914-18: zwischen zwei Identitäten Leontij Lannik (Universität Saratov): Deutschland in der Konfrontation an der Ostfront nach Abschluss des Brester Friedens 4. Panel: Kulturelle Rezeptionen und Transfers in der Zwischenkriegszeit Oksana Maistat (HU Berlin): Jenseits der Montage: die Begrifflichkeit des sowjetischen Filmdiskurses in den 1920er Jahren Nataliya Kopcha (Universität Freiburg/RGGU Moskau): Politische Dostoevskij-Rezeption in Deutschland: Arthur Moeller van den Bruck und Hans Schwarz -5. Panel: Terror, Alltag und Kultur unter Deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg_ Marija Kirpičnikova (Staatliches Museum Gatčina): Die Besonderheiten des Kulturlebens in einer okkupierten Sadt in den Jahren 1941-1944 und die Interaktion der lokalen Bevölkerung mit den „neuen Machthabern“ (am Beispiel der Stadt Gatčina/Oblast Leningrad) Stanislav Aristov (Moskauer Energetisches Institut): Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager in den besetzten sowjetischen Gebieten Yuliya von Saal (IfZ München), Sowjetische Kriegskindheiten: Kriegskinder unter deutscher Besatzung und im Spätstalinismus in Belarus 1941-1944-1953 6. Panel: Die Verfolgung von NS- und Kriegsverbrechern in der Sowjetunion Wolfgang Schneider (Universität Heidelberg): Sowjetische Kollaborationsprozesse gegen Judenräte und Ghettopolizisten 1943-1989 Dmitrij Astaškin (Universität Velikij Novgorod): Sowjetische Gerichtsprozesse gegen Kriegsverbrecher (1949-1991): Ziele, Funktionen und Effekte der Auswahlmediatisierung 7. Panel: Diktatur im Kino Kristina Filenko (Universität Nowokusnezk): Das Kino des Dritten Reiches als Mittel der nationalsozialistischen Propaganda (1933-1945) Kristina Tanis (EUSPB St. Petersburg): Beutekino in der UdSSR (1940er-1950er Jahre): Geschichte, Ideologie, Rezeption 8. Panel: Erfahrungstransfers und visuelle Regime: Sowjetische Besatzungspolitik in Deutschland Alexey Tikhomirov (Universität Frankfurt am Main): Making the Occupation's Visual Regime and the Defeated Nation's Emotional Responses – The Case of East Germany after the Second World War Roman Boldyrev (Universität Archangelsk): Die sowjetische Besatzungspolitik in Deutschland, 1945-1949: Der Transfer der sowjetischen Erfahrung und ihre Grenzen 9. Panel: Verflechtungsgeschichten im Kalten Krieg Alexander Friedman (Universität Saarbrücken): Das Großherzogtum Luxemburg, die Sowjetunion und die DDR im Kalten Krieg Irina Parkhomenko (Universität Bochum): NTS: Die Opposition gegen das Sowjetregime 1956 – 1991 Alexey Sorokin (Universität Omsk): Sowjetunionbilder Konrad Adenauers und Willy Brandts

Logo der Humboldt-Universität zu Berlin

Tagungsbericht

Diktaturen als alternative Ordnungen. Auftaktkonferenz des interdisziplinären Verbunds für vergleichende Diktaturforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin

vom 12.10.2017 | bis zum 13.10.2017

Vom 12. bis 13. Oktober 2017 fand in Berlin die Konferenz "Diktaturen als alternative Ordnungen" statt. Die Professoren für die Geschichte Osteuropas (Prof. Jörg Baberowski) und des Nationalsozialismus (Prof. Michael Wildt) an der Humboldt-Universität zu Berlin haben sich für den interdisziplinären Verbund für vergleichende Diktaturforschung zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie eine integrierte Erforschung von Stalinismus und Nationalsozialismus am Beispiel des Zweiten Weltkrieges leisten. Die zweitägige Auftaktkonferenz des Verbunds mit dem Titel „Diktaturen als alternative Ordnungen“ widmete sich der Frage, weshalb sich Menschen in spezifischen historischen Situationen freiwillig für die Diktatur entscheiden, sich für sie engagieren oder sich ihr widerspruchslos unterordnen. Nach der Keynote von György Dalos wurde in drei Podiumsdiskussionen nach Diktaturerfahrungen in zahlreichen vergangenen und derzeit existierenden politischen Systemen gefragt. Die Veranstaltung wurde vom Leibniz-Zentrum Moderner Orient, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stiftung Humboldt-Universität gefördert. Die Vorstellung eines ungebrochenen Siegeszugs der liberalen Demokratie, wie sie etwa der US-amerikanische Politologe Francis Fukuyama vertritt, stellt sich mit jedem weiteren Tag als Fehleinschätzung heraus. Autoritäre politische Systeme erfreuen sich im Moment größter Beliebtheit und auch die einst stabilen Vorkämpfer freiheitlicher Ordnungen wanken unter dem Druck autokratischer politischer Akteure. Diese Tatsache stellt die Frage nach der Funktionsweise von Diktaturen. Woraus resultiert ihre Stabilität und Attraktivität? Welche Angebote können sie der Bevölkerung unterbreiten? Welche Rolle spielt Repression? Und wie arrangieren sich Menschen mit nicht-freiheitlichen politischen Ordnungen? Den Tagungsbericht von Julian Sandhagen für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht: Eröffnung und Keynote György Dalos (Budapest): Große und Kleine Diktaturen Panel I Herrschaftsdurchsetzung: Furcht und Teilhabe Moderation: Iris Därmann (Kulturtheorie und Kulturwissenschaftliche Ästhetik, Humboldt-Universität zu Berlin) Birgit Aschmann, (Europ. Geschichte des 19. Jahrhunderts, Humboldt-Universität zu Berlin) Aloys Winterling, (Alte Geschichte, Humboldt-Universität zu Berlin) Jörg Baberowski, (Geschichte Osteuropas, Humboldt-Universität zu Berlin,) Sebastian Lange, (Theorie der Politik, Humboldt-Universität zu Berlin) Panel II Wohlfahrt und Sicherheit Moderation: Stefan Rinke, (Geschichte Lateinamerikas, Freie Universität zu Berlin) Hannes Grandits, (Südosteurop. Geschichte, Humboldt Universität zu Berlin) Stefan Kirmse, (Postsowjetische Republiken, Leibniz Zentrum Moderner Orient) Daniel Hedinger, (Neueste- und Zeitgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München) Panel III Legitimität und Öffentlichkeit Moderation: Michael Wildt (NS Geschichte, Humboldt Universität zu Berlin) Benjamin Lahusen, (Juristische Fakultät, Humboldt-Universität zu Berlin) Martin Sabrow, (Neueste und Zeitgeschichte Humboldt-Universität zu Berlin) Sonja Hegasy, (Nordafrika, Leibniz-Zentrum Moderner Orient) Klaus Mühlhahn, (Chinesische Geschichte und Kultur, Freie Universität Berlin)

Logo der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Tagungsbericht

Die Russische Revolution und ihre Wahrnehmung in Bayern, Deutschland & der Welt

vom 10.07.2017 | bis zum 11.07.2017

Thema der Tagung war die internationale und im Besonderen deutsche und bayerische Rezeption der Russischen Revolution. Das eröffnende Panel untersuchte den Umgang der deutschen Linken mit den revolutionären Umwälzungen in Russland. Im Zentrum stand dabei die Analyse der sozialdemokratischen und sozialistischen Reaktionen in ihrer Entwicklung von Euphorie zu Instrumentalisierung im Kampf der Parteien zwischen 1918 und 1923. Das zweite Panel thematisierte die Überschneidungen von Antibolschewismus und Antisemitismus und die Konstruktion des Stereotyps des „jüdischen Bolschewisten“ im  Zusammenhang mit antisemitischen Weltverschwörungstheorien. Im Fokus des zweiten Konferenztages standen regionale Perspektiven auf die Ereignisse von 1917. Thematisiert wurden die Initiatoren des Januarstreiks 1918 in München, das „Rote Königreich“ in Sachsen sowie der deutsche Syndikalismus und Unionismus. Anschließend wurde die Wahrnehmung der revolutionären Umwälzungen in Russland innerhalb Europas untersucht. Allgemein zeichnete sich in den Reaktionen der europäischen wie auch der amerikanischen linken Intellektuellen auf die Russische Revolution eine Entwicklung von Euphorie hin zu Enttäuschung ab. Das abschließende Panel befasste sich mit historiographischen, didaktischen und musealen Perspektiven auf die Ereignisse von 1917. Während 2014 von Veranstaltungen rund um den Ersten Weltkrieg geprägt war, jähren sich derzeit die Ereignisse der Russischen Revolutionen des Jahres 1917 zum hundertsten Mal. Dabei werden oft die beiden Revolutionen selbst sowie deren Auswirkungen auf das kurze 20. Jahrhundert untersucht, um in teils oft nur repetitiven und wenig originellen Vorträgen die Bedeutung des sogenannten Epochenjahres herauszustellen. Die Würzburger Tagung, die von Frank Jacob (New York) in Zusammenarbeit mit dem Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert worden war, widmete sich deshalb explizit anderen Fragestellungen, nämlich denen, die sich mit der Wahrnehmung der revolutionären Umwälzungen in Russland auseinandersetzten. Den Anfang der Tagung bildete ein Panel, das sich mit der Rezeption der Russischen Revolutionen innerhalb der deutschen Linken beschäftigte. RICCARDO ALTIERI (Potsdam / Würzburg) analysierte die Positionen der beiden KPD-Gründungsmitglieder Rosi Wolfstein (1888-1987) und Paul Frölich (1884-1953), die zunächst denen glichen, die der russischen Oktoberrevolution kritisch gegenüberstanden, jedoch gleichfalls der Auffassung waren, dass nur die Weltrevolution die drohende Diktatur des Bolschewismus hätte abwenden können. Lesen Sie den vollständigen Tagungsbericht von Frank Jacob hier bei H-Soz-Kult. Konferenzübersicht: BegrüßungFrank Jacob (New York) Panel 1: Die Russische Revolution und die Wahrnehmung der deutschen Linken Riccardo Altieri (Würzburg / Potsdam): Luxemburg oder Lenin: Die unterschiedlichen Positionen Rosi Wolfsteins und Paul Frölichs zur Revolution in Russland Andreas Morgenstern (Schiltach): Die Bolschewiki als Bremsklotz – die eurasischen Großraumwünsche der Sozialistischen Monatshefte (AT) Tobias Hirschmüller (Eichstätt): Von der Abrechnung zur Annäherung. Die Auswirkungen der Revolutionen von 1917 auf das Russlandbild der deutschen Sozialdemokratie Lutz Häfner (Bielefeld / Göttingen): Demokratie, Diktatur oder «Dekretinismus»? Russische revolutionäre Erfahrungsräume und ihre Erwartungshorizonte in sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien Deutschlands, 1918 bis 1923 Panel 2: «Die Revolution und die Juden» Carsten Schapkow (Norman, Oklahoma): Die Russische Revolution 1917: Ein Wendepunkt aus jüdischer Perspektive Christoph Valentin (Münster): «Hauptsächlich das Werk von Juden»: Die Wahrnehmung der Russischen Revolution und der Sowjetunion durch die Apostolischen Nuntiaturen in Deutschland Panel 3: Darstellung der Revolution in den Künsten Anke Napp (Universität Hamburg): Massenmensch und Maschinenmensch: Die Angst vor der Sowjetkultur in deutschen Bildbändern von 1931-1934 Panel 4: Regionale und Soziale Perspektiven Cornelia Naumann (München): «Eine russische Steppenfurie» Sarah Sonja Lerchs Agitation während der Januarstreiks 1918 Sven Brajer (Dresden): Reflektionen der «Oktoberrevolution» 1917 im ‚Roten Königreich‘ Sachsen Jule Ehms (Bochum) / Richard Stoenescu (Pirna): Die Russische Revolution in der Rezeption des deutschen Syndikalismus und Unionismus Panel 5: TransNationale Perspektiven Alexander Friedman (Saarbrücken): Die Rezeption der russischen Oktoberrevolution im Großherzogtum Luxemburg Ibolya Murber (Budapest): Österreich und Ungarn in revolutionärer Sogwirkung Russlands 1918-1919 Reiner Tosstorff (Mainz): Spaniens Anarchisten und Syndikalisten angesichts der russischen Revolution. Zwischen begeisterter Unterstützung und libertärer Ablehnung Frank Jacob (New York): Emma Goldman und die Russische Revolution Panel 6: Historiographische und museale Wahrnehmung Vincent Streichhahn (Halle): Lenin und Luxemburg im Streit – Was bleibt? Andrea Brait (Innsbruck): Umbrüche im Russischen Reich 1917: Narrative in österreichischen und deutschen Geschichtslehrwerken Kristiane Janeke (Berlin): 1917. Revolution … Zwei Sonderausstellungen im Schweizerischen Nationalmuseum und im Deutschen Historischen Museum, Berlin

Konferenz: Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Deportierte im Zweiten Weltkrieg, Screenshot von der Website Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Tagungsbericht

Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Deportierte im Zweiten Weltkrieg. Perspektiven für historische Forschung und Erinnerungskultur

vom 14.06.2017 | bis zum 15.06.2017

Die Konferenz widmete sich der Vernetzung- und Kooperation im Datenbank- bzw. Archivbereich zum Thema sowjetische und deutsche Kriegsgefangene. Bis heute sind nicht alle Schicksale ausreichend geklärt. Die interdisziplinäre und internationale Konferenz diskutierte Chancen und Herausforderungen von internationalisierten Datenbanken und transnationalen Gedenkprojekten. Die Veranstaltung offenbarte ein erhebliches Defizit an Vernetzung, Kooperation und Zusammenarbeit über Nationalstaatsgrenzen hinweg. Die Konferenz bot somit einen ersten Ansatzpunkt diese Situation konstruktiv zu verbessern. Wichtige Akteure aus Forschung, Beauskundung und Erinnerungsarbeit aus verschiedenen Ländern diskutierten Lösungsansätze für die mangelnde Kooperation in der Vergangenheit. Im Juni 2016 wurde das vom Auswärtigen Amt geförderte Recherche- und Datenbankprojekt „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte“ infolge einer gemeinsamen Erklärung des russischen und des deutschen Außenministers in die Wege geleitet. Das Projekt ruft russische und deutsche Fachbehörden, Archive sowie Forscherinnen und Forscher zu einer engeren Kooperation bei der Suche und Digitalisierung von Archivunterlagen auf, um das Schicksal sowjetischer und deutscher Kriegsgefangener des Zweiten Weltkrieges zukünftig umfassender aufzuklären und den Zugang und Austausch von Archivalien grenzüberschreitend zu erleichtern und neue Impulse in der Gedenkarbeit zu setzen.Im Rahmen dieses Kooperationsprojekts luden der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., das Deutsche Historische Institut (DHI) Moskau, das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst und das österreichische Ludwig-Boltzmann-Institut (LBI) für Kriegsfolgen-Forschung Vertreter/innen von Forschungs- und Beauskunftungseinrichtungen aus Russland, Deutschland, der Ukraine, Polen, Belarus und Österreich zur Konferenz „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Deportierte im Zweiten Weltkrieg“ ein. Den ausführlichen Tagungsbericht von Laura Eckl für H-Soz-Kult finden Sie hier. Konferenzübersicht:Kriegsgefangenschaft und Internierung: Wege der ForschungMichael Reiffenstuehl (Auswärtiges Amt), Järg Morré (Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst), Wolfgang Schneiderhan (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.), Nikolaus Katzer (Deutsches Historisches Institut Moskau), Stefan Karner (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Graz): BegrüßungPanel 1: Das bilaterale Recherche- und Datenbankprojekt „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangenschaft und Internierte“Moderation: Heike Winkel (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.)Wasilij Tolotschko (Vereinigung Soldatengedenken Moskau): Datenbanken zu ausländischen Kriegsgefangenen in der Russischen FöderationHans-Hermann Söchtig (Deutsche Dienststelle WAst, Berlin)Andreas Hilger (Deutsches Historisches Institut Moskau)Sergej Balandjuk (Aktiengesellschaft „Elektronisches Archiv“/ELAR AG, Moskau): Die Arbeit der ELAR AG zu KriegsgefangenenViktor Tumarkin (OBD Memorial, Moskau)Panel 2: Sowjetische Kriegsgefangene in deutschem GewahrsamModeration: Jörg Skriebeleit (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg)Rolf Keller (Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Celle): Sowjetische Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam 1941-1945. Anmerkungen zum ForschungsstandRenata Kobylarz-Buła; Violetta Rezler-Wasielewska (Zentrales Museum der Kriegsgefangenen, Łambinowice): Sowjetische Kriegsgefangene im Stalag 318 VIII f (344) LamsdorfDaniel Bißmann (Humboldt Universität, Berlin): Das Unternehmen „Zeppelin“Seth Bernstein (National Research University, Higher School of Economics, Moskau): Vektoren der Heimkehr. Schicksale von Repatriierten in der stalinistischen UdSSR nach dem Zweiten WeltkriegPanel 3: Deutsche Kriegsgefangene in sowjetischem GewahrsamModeration: Viktor Muchin (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Moskau)Stefan Karner (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Graz): Die Hauptverwaltung für Kriegsgefangene und Internierte (GUPVI). Zur wissenschaftlichen und humanitären Bearbeitung des Projekts in ÖsterreichBoris Chawkin (Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität, Moskau): Deutsche Kriegsgefangene in sowjetischem Gewahrsam. ForschungsstandAlexander Epifanow (Universität Wolgograd): Deutsche Kriegsgefangene und sowjetische Verfolgung von Kriegs- und NS-VerbrechenNatalja Markdorf (Staatliche Pädagogische Universität Nowosibirsk): Ausländische Kriegsgefangene in SibirienPanel 4: Deportation und ZwangsarbeitModeration: Heike Winkel (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.)Tetiana Pastuschenko (Ukrainische Akademie der Wissenschaften, Kiew): Politik und Praxis von Zwangsarbeit von Arbeitern aus den Ostgebieten des deutschen Reichs. Vom Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen bis zur Deportation der OstarbeiterDieter Bacher (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Graz): Der österreichische Umgang mit Displaced Persons in der sowjetischen BesatzungszoneUte Schmidt (Freie Universität, Berlin): Deportierte deutsche Zivilisten in der Sowjetunion: deutsche Staatsbürger und Angehörige deutscher Minderheiten in Ost- und SüdosteuropaNikita Petrow (Memorial, Moskau): Deutsche Zivilinternierte in Russland – Archivlage und Forschungsperspektiven, 1945-1948Kriegsgefangenschaft und Internierung: Erinnerung und GedenkenPanel 5: Lebenswege und SchicksalsklärungModeration: Johannes Ibel (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg)Akim Jah (International Tracing Service Arolsen): Der International Tracing Service ArolsenStephan Kühmayer (Deutsche Dienststelle WASt): Schicksalsklärung durch die Deutsche Dienststelle (WASt)Annika Estner (Deutsches Rotes Kreuz Suchdienst): Schicksalsklärung als SuchdienstarbeitRobert Zaka (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.): Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und seine Arbeit in OsteuropaPanel 6: Erinnerung und Gedenken IModeration: Andreas Ehresmann (Gedenkstätte Lager Sandbostel)Semjon Mudrow, Darja Mudrow (Jaroslawl): Grablagen deutscher Kriegsgefangener auf dem Territorium des heutigen Gebiets JaroslawlAnatolij Scharkow (Minsk): Grablagen deutscher Kriegsgefangener auf dem Territorium des Gebietes MinskSwjatoslaw Scheremeta (Zwischenbehördliche Staatskommission zur Wahrung des Andenkens der Opfer des Krieges und politischer Repression, Kiew): Grablagen deutscher Kriegsgefangener auf dem Territorium des Gebietes PoltawaPanel 7: Erinnerung und Gedenken IIModeration: Jörg Morré (Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst)Juriij Alexejew (Stiftung „Verbürgte Geschichte“, Pksow): Das Stalag 372. Gedenkpraxis und ErinnerungskulturJan Effinger (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.): Gedenkpraktische Perspektiven: NamensziegelprojekteDimitri Stratievski (Osteuropazentrum Berlin e.V.): Der Umgang mit Briefen aus der Sammlung des Vereins Kontakte / Kontakty e.V. als SelbstzeugnissePanel 8: Die Macht der Bilder – Kommentiertes Filmscreening und PodiumsdiskussionJurij Kuzawkow: Kommentiertes Filmscreening I von „Odin iz pjati millionow“ / „Einer von fünf Millionen“Sonja Czekaj (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.): Kommentiertes Filmscreening II von „Soweit die Füße tragen“Jurij Kuzawkow, Sonja Czekaj (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.), Jens Nagel (Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain), Jörg Morré (Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst): Podiumsdiskussion.

Logo der Universität Passau

Tagungsbericht

Russlanddeutsche: Zeugnisse ihrer Lebens- und Wirkungsgeschichte in postsowjetischen Archiven II

vom 04.05.2017 | bis zum 06.05.2017

Der zweite Teil der der Tagungsreihe "Russlanddeutsche – Zeugnisse ihrer Lebens- und Wirkungsgeschichte in postsowjetischen Archiven II" beschäftigte sich vom 04.05. bis zum 06.05.2017 mit postsowjetischen Archiven, in denen Nachlässe von deutschsprachigen Migranten und Migrantinnen lagern. Die Tagung möchte vor allem Dingen die verzweigte Archivlandschaft in der Region mit Forschungsinteressierten vernetzen, um eine Geschichte der Russlanddeutschen schreiben zu können. Die Nachlässe können Aufschluss über Geschichte, Kultur und Migrationswege der deutschsprachigen Siedler und Siedlerinnen im heutigen postsowjetischen Raum geben. „Die Archivierung bringt das Ereignis in gleichem Maße hervor, wie sie es aufzeichnet.“, schreibt Jacques Derrida und benennt damit die konstruktive Rolle der Archive für die Geschichtsschreibung. Aus welchen bedeutungsträchtigen Quellen die heutigen ForscherInnen die Geschichte(n) Russlanddeutscher rekonstruieren (können) und welches rechtlich-administrative Gedächtnis eines Landes, einer Kommune oder einer Region dafür in Frage kommt, wurde in Passau beim zweiten Teil der Tagungsreihe ‚Russlanddeutsche – Zeugnisse ihrer Lebens- und Wirkungsgeschichte in postsowjetischen Archiven II‘ diskutiert. Thomas Wünsch (Passau) und Natalia Donig (Passau) beabsichtigten mit der Fortsetzung des Forschungsprojekts, wie sie in ihren Grußworten nochmals betonten, ArchivarInnen und WissenschaftlerInnen aus Russland, der Ukraine, Kasachstan, Usbekistan und Aserbaidschan miteinander zu vernetzen, um gemeinsam an der Erstellung eines quellenkundlichen Repertoriums zur Geschichte der Russlanddeutschen zu arbeiten. Den Tagungsbericht von Natalja Salnikova für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen. Konferenzübersicht:Eröffnung der Konferenz, BegrüßungThomas Wünsch (Universität Passau)Einführung in die ThematikNatalia Donig (Universität Passau)KeynoteIrina Čerkaz’janova (Deutsch-Russisches Begegnungszentrum, St. Petersburg): „Pitomničeskij promysel“ i peterburgskie kolonisty: ot častnogo sjužeta k oščej istorii rossijskich nemcevModeration: Alfred Eisfeld (Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa, Göttingen)EinführungsvortragDmytro Meškov (IKGN e. V. - Nordost-Institut, Lüneburg): O perspektivach issledovanij kul’tury i istorii nemcev Rossijskoj imperii na primere Severnogo Pričernomor’ja i jugo-zapadnych gubernij v poreformennyj periodSektion I: Föderale / Zentrale Archive RusslandsGalina Solov’jeva (RGIA, St.Petersburg): Obzor fondov Rossijskogo gosudarstvennogo istoričeskogo archiva, soderžaščich dokumenty o rossijskich nemcach Oleg Čistjakov (RGVIA, Moskau): Dokumenty o nemeckich kolonistach v Rossii v fondach Rossijskogo gosudarstvennogo voenno-istoričeskogo archivaElena Knjazeva (Zentrales Historisches Staatsarchiv, St. Petersburg): Dokumenty o rossijskich nemcach v fondach Central’nogo gosudarstvennogo istoričeskogo archiva Sankt-Peterburga. Tematičeskij obzorOksana Morozan (CGAKFFD, St.Petersburg): Obzor dokumental’nych materialov po istorii i kul’ture rossijskich nemcev v Central’nom gosudarstvennom archive kinofotofonodokumentov Sankt-PeterburgaSektion II: Regionale Archive RusslandsModeration: Erik Radisch (Universität Passau)Tatjana Plochotnjuk (Universität Stawropol): „Prostranstvennaja“ istorija rossijskich nemcev: analiz kartografičeskich fondov regional’nych archivov Severnogo KavkazaEkaterina Koscova (GA OO, Orenburg): Nemeckie kolonisty v Orenburgskoj gubernii XIX vv.: problemy adaptacii, integracii, vzaimootnošenij s mestnym naseleniemSektion III: Regionale Archive Russlands – Ural, SibirienModeration: Viktor Bruhl (Göttingen)Viktor Kirillov (Staatliches Pädagogisches Institut, Nischni Tagil): Dokumenty o trudmobilizovannych rossijskich nemcach ITL Bakalstroj- čeljabmetallurgstroj NKVD v fondach Ob“edinjennogo gosudarstvennogo archiva Čeljabinskoj oblastiVladimir Motrevič (Universität Jekaterinburg): Istočniki po istorii sovetskich nemcev v gosudarstvennych i vedomstvennych archivach Sverdlovskoj oblastiJulija Beloglazova, (Staatliches Geschichts- und Heimatkundemuseum, Omsk): Izučenie istorii i kul’tury rossijskich nemcev v Omskom gosudarstvennom istoriko-kraevedčeskom muzeeSektion IV: Archive der UkraineModeration: Dmytro Meškov (IKGN e. V. - Nordost-Institut, Lüneburg)Natalija Venger (Universität Dnipro): Nemeckij ėtnos Ukrainy v materialach Central’nogo Gosudarstvennogo Archiva Vysšych Organov Vlasti i Upravlenija UkrainyAndrij Kogut (OGA SBU, Kiew): Istorija nemcev v archivach kommunističeskich specslužb: materialy Otraslevogo Gosudarstvennogo Archiva Služby Bezopasnosti UkrainyMihajlo Kostjuk (Universität Luzk): Istorija volynskich nemcev v dokumentach i materialach Gosudarstvennogo Archiva Žitomirskoj oblastiOlga Eisfeld (Göttingen): Dokumenty o nemcach Pričernomor’ja: Peremeščenija iz archivov v voennye i poslevoennye gody i ich posledstvija Sektion V: Archive der GUS-Länder: Kasachstan, Usbekistan, AserbaidschanModeration: Nataliia Ivanusa (Universität Passau)Alija Mustafina (Zentrales Staatsarchiv der Republik Kasachstan, Almaty): Dokumenty Central’nogo gosudarstvennogo archiva Respubliki Kazachstan po istorii nemcev na territorii KazachstanaErlan Nel’dybaev (Staatlichen Archive der Karaganda-Region, Karaganda): Archivnye dokumenty po istorii nemcev v gosudarstvennych archivach Karagandinskoj oblastiAbulkasym Machammatov (CGA RUz, Taschkent): Obzor archivnych materialov Central’nogo gosudarstvennogo archiva Respubliki Uzbekistan po istorii nemeckoj diasporyChadžar Verdieva (Universität Baku): Kolonisty Elizavetinki v pervye gody sovetskoj vlasti – po svidetel’stvam dokumentov Archiva političeskich dokumentov Upravlenija delami prezidenta Aserbaidschanskoj RespublikiKommentarViktor Krieger (Universität Heidelberg)

Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhundert

Konferenzdokumentation

Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhundert

vom 23.02.2017 | bis zum 25.02.2017

2017 jähren sich die Februar- und Oktoberrevolution zum einhundertsten Mal. Bereits am 23. Februar 1917 kam es nach vorangegangenen Streiks und Plünderungen zur Gründung der Arbeiter- und Soldatenräte, die gemeinsam mit dem russischen Parlament die Regierungsgewalt übernahmen und den Zaren entmachteten. Damit nahm die Russische Revolution ihren Anfang, an deren Ende die Bolschewiki eine kommunistische Herrschaft errichteten, die das gesamte 20. Jahrhundert nachhaltig prägen sollte. Aus diesem Anlass veranstalteten die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Friedrich-Ebert-Stiftung vom 23. bis 25. Februar 2017 in Berlin die internationale Konferenz »Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhundert«. Die Konferenz war der Auftakt des Themenjahres »Der Kommunismus: Utopie und Wirklichkeit« der Bundesstiftung Aufarbeitung. Ausgehend von einem Überblick zur Geschichte des Kommunismus und seinem historischen Kontext wurden die unterschiedlichen Ausformungen der verschiedenen »Kommunismen« weltweit sowie deren Gemeinsamkeiten in den Blick genommen. Welche Konjunkturen des Kommunismus gab es und welche Bilanz können wir heute ziehen? Wie präsent ist der Kommunismus in der Forschung, in der Öffentlichkeit, in der Populärkultur und als politisches Erbe im vereinten Deutschland? Und wie sind die Verbrechen und die Opfer kommunistischer Regime in die Gewaltgeschichte des »Zeitalters der Extreme« einzuordnen? Die internationale Konferenz lud in vier Panels renommierte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Kultur und historisch-politischer Bildung dazu ein, den Ort des Kommunismus in der deutschen und europäischen Erinnerungskultur zu vermessen und damit verbundene Herausforderungen für die Forschung und Bildung zu diskutieren. Der 100. Jahrestag der Russischen Revolution bot die Chance, die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kommunismus im 20. Jahrhundert in einem neuen Licht zu betrachten und in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Einen ausführlichen Tagungsbericht für H-Soz-Kult von Cornelius de Fallois und Stefan Finkele finden sie hier. Tagungsprogramm: Donnerstag | 23. Februar 2017 Begrüssung Eröffnungsvortrag Gerd Koenen | »Kommunismen im 20. Jahrhundert« Ulrich Mählert und Gerd Koenen | Präsentation der Plakatausstellung »Der Kommunismus in seinem Zeitalter« Eine Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung und des Deutschen Historischen Museum Freitag | 24. Februar 2017 9.00-11.30 Panel 1 Bestandsaufnahmen. Der Kommunismus in Forschung, Öffentlichkeit, Populärkultur und als politisches Erbe im vereinten Deutschland Detlef Siegfried | »Der Kommunismus in der Populärkultur und als politische Nische« Stephen Anthony Smith | »Der Kommunismus als Forschungsgegenstand seit 1990« Hans-Joachim Veen | »Das politische Erbe des Kommunismus im vereinten Deutschland« Moderation: Jacqueline Boysen 11.30–16.30 Panel 2 Der Kommunismus in der Erinnerungskultur und der poltischen Bildung Impulsvortrag Anna Kaminsky | »Der Kommunismus als Stiefkind der Erinnerungskultur« Podiumsdiskussion »Kommunismuserinnerung - (k)ein Thema für die politische Bildung?« Sabine Bamberger-Stemmann | Andreas Kleine-Kraneburg | Thomas Krüger | Anja Kruke | Florian Weis Moderation: Michael Parak Videoübertragung Charles S. Maier | »Konjunkturen der Kommunismusdebatte und Kommunismuskritik« 16.30–18.00 Panel 3 Die europäische Dimension der Erinnerung Podiumsdiskussion »Der Kommunismus in der europäischen Erinnerungskultur« Markus Meckel | Etienne François | Adam Krzemiński | Neela Winkelmann-Heyrovská              Moderation: Sabine Adler Samstag | 25. Februar 2017 9.00–12.30 Panel 4 Politische Gewalt im Zeitalter der Extreme Vortrag Jörg Baberowski | »Politik und Massenmord im Zeitalter der Extreme - eine vergleichende Bilanz« Podiumsdiskussion »Wie über politische Gewalt im Zeitalter der Extreme sprechen?« Benjamin Ziemann | Zsuzsa Breier | Juri Durkot | Jörg Baberowski                                           Moderation: Harald Asel Schlusswort Katharina Hochmuth