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Die Gewerkschaft Solidarność – Brücke zwischen Ost und West. Historische Kontexte – Biographien – Nachwirkungen

Berichte | Tagungsbericht | vom 23.02.2018 | bis zum 25.02.2018 | Lehrstuhl für Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas, Technische Universität Chemnitz
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Vom 23. Bis 25. Februar 2018 fand in Chemnitz die Konferenz "Die Gewerkschaft Solidarność – Brücke zwischen Ost und West. Historische Kontexte – Biographien – Nachwirkungen" statt. Thema der Veranstaltung waren die langfristigen Auswirkungen des 13. Dezembers 1981. An diesem Datum wurde in Polen das Kriegsrecht verhängt. Auslöser war das zunehmende Erstarken der polnischen Oppositionsbewegung Solidarność, welche im Zuge der Verhängung des Kriegsrechts verboten wurde. Eine große Zahl Oppositioneller wurde inhaftiert, ein weiterer Teil verließ Polen – teils nach Westdeutschland. Den langfristigen Auswirkungen dieser Kontakte zwischen polnischen Oppositionellen und westdeutscher Zivilgesellschaft widmen sich die Kernfragen der Veranstaltung – der Kontakt resultierte in einem intensiven Diskurs über Fragen der sozialistischen Ideologie, die Rollen Deutschlands und Polens zueinander sowie in Europa. Diese Diskurse wirken bis heute sowohl auf die Debatten zwischen Deutschland und Polen als auch in den Diskursen übereinander nach.

Die Konferenz zur Solidarność stand am Ende eines am Lehrstuhl für Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas an der Technischen Universität Chemnitz angesiedelten und von der Hans-Böckler-Stiftung unterstützten Forschungsprojekts zum Thema Solidarność und westdeutsche Gewerkschaften. Das Thema war die Situation nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen am 13. Dezember 1981, als nach dem Verbot der Gewerkschaft Solidarność viele ihrer Mitglieder ins Ausland emigrierten, unter anderem nach Westdeutschland. Dort begann ein intensiver Diskurs mit westdeutschen Gewerkschaften und Intellektuellen über die grundsätzliche (Un)-Reformierbarkeit des Sozialismus, die gewerkschaftliche Arbeit, die nationale Frage in Polen und in Deutschland, über Deutschland und Polen in der europäischen Außenpolitik sowie über die Vision eines Europas nach dem Ende von Staatssozialismus und Kaltem Krieg.

Den Tagungsbericht von Rüdiger Ritter für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen.

 

Konferenzübersicht:

Keynote

Michal Nowosielski (Poznań): Poles in action. Social activity of Polish migrants in Germany

1. Die Solidarność im Westen

Magdalena Heruday-Kielczewska (Poznań): „Außenministerium“ der Solidarność? Auslandsorganisationen im Westen

Rüdiger Ritter (Chemnitz / Bremerhaven): Lokale Netzwerke in Westdeutschland (Bremen, Rheinland, West-Berlin, Rhein-Main, München)

Tytus Jaskułowski (Berlin): Das volkspolnische Innenministerium und die Solidarność-Außenstellen im Westen

2. Konfliktpunkte bei der Begegnung

Małgorzata Świder (Opole): Der DGB und die Außenpolitik der Bundesregierung zum östlichen Europa

Jacek Kołtan (Gdańsk): Solidarität, Arbeit, Hoffnung. Józef Tischners Philosophie und ihre gegenwärtige Rezeption

Christie Miedema (Utrecht): Die westdeutsche Grünen, Solidarność und Wolność i Pokój

Bernd Rother (Berlin): Friede oder Freiheit - Willy Brandt, die europäische Sozialdemokratie und Solidarność und die Überwindung des Kalten Kriegs

Friedhelm Boll (Bonn): Deutsch-polnische Beziehungen von Katholiken in den 1970er und 1980er Jahren

3. Konzepte und Zweiter Umlauf

Stefan Garsztecki (Chemnitz): Auf dem Weg zur Bürgergesellschaft? Demokratiekonzepte ostmitteleuropäischen Dissidenten

Karina Garsztecka (Bremen): Schriften der polnischen Emigration in der BRD und Westberlin in den 1980er Jahren

Zeitzeugengespräch
Wojciech Drozdek (damals Arbeitsgruppe Solidarność West-Berlin), Marek Wolski (damals Arbeitsgruppe Solidarność Köln), Christof Hyla (damals Köln / Bonn), Zbigniew Wilkiewicz (damals Hilfskomitee Solidarność Mainz), Hartwig Zillmer (damals GEW Hamburg)

4. Nachwirkungen

Mateusz Fałkowski (Warszawa): Wie ausländische Verbündete die Institutionalisierung der polnischen Opposition beeinflussten

Piotr Kocyba (Chemnitz): Reflexionen über die polnische Zivilgesellschaft knapp 40 Jahre nach der Gründung der Solidarność

Wolfgang Templin (Berlin): Was bleibt vom Bürgerprotest in Ostdeutschland?

Konrad Sziedat (München): Wandel top-down oder bottom-up? Transformationserwartungen westdeutscher Linker an Solidarność und an Gorbatschow

Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Diese Konferenz wurde mit Mitteln aus der Projektförderung der Bundesstiftung Aufarbeitung unterstützt.

Veranstalter:

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