...

 

Die Zwischenkriegszeit 1919-1939 globalgeschichtlich betrachtet – Perspektiven für den Geschichtsunterricht

Berichte | Tagungsbericht | vom 12.02.2018 | bis zum 13.02.2018 | Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“
Logo der Universität Augsburg
Logo der Universität Augsburg

Vom 12. bis 13. Februar 2018 fand an der Universität Augsburg die Tagung „Die Zwischenkriegszeit 1919-1939 globalgeschichtlich betrachtet – Perspektiven für den Geschichtsunterricht“ statt. Ziel der Tagung war es, einen Beitrag zu leisten zur Entwicklung globalgeschichtlicher Perspektiven für einen kompetenzorientierten Geschichtsunterricht, der sich derzeit nach wie vor auf die Geschichte von Nationen konzentriert. Die Veranstaltung fragte deshalb – nachdem im vorangegangen Jahr globalgeschichtliche Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg debattiert wurden – nach neuen Betrachtungsweisen für die Zwischenkriegszeit der 1920er- und 1930er-Jahre. Die Panels gingen von den gegebenen Lehrplänen aus und wollten konkrete Realisierungsmöglichkeiten für globalgeschichtliche Perspektiven diskutieren. Neben einem theoretischen Fundament wurde die Frage nach unterrichtsgerechtem Quellenmaterial aufgeworfen, da die Ergebnisse der Tagung in quellenbasierte Unterrichtsbeispiele münden sollten. Die Themenbereiche der Tagung legen einen Fokus u.a. auf die globalgeschichtlichen Folgen der Russischen Revolution, die Entstehung der Arbeiterbewegung und die Genese der kommunistischen Ideologie.

„Die Zwischenkriegszeit (1919-1939) wird in den geläufigen deutschen Schulbüchern wie Lehrplänen in einer Weise präsentiert, die transnationale und globale Zusammenhänge fast bis zur Unkenntlichkeit verschwinden lässt.“ Diese Problemdiagnose stellten die Organisatoren SUSANNE POPP und PHILIPP BERNHARD (Augsburg) gedanklich an den Anfang der Tagung des Arbeitskreises Welt- und Globalgeschichte der Konferenz für Geschichtsdidaktik. Diese setzte sich eine globalgeschichtliche Sichtweise auf die Zwischenkriegszeit ebenso von fachwissenschaftlicher wie auch von geschichtsdidaktischer Warte zum Ziel. Themen und Debatten der transnationalen Geschichtsschreibung sollten mit dem Fokus auf die Zeit zwischen den Weltkriegen dargestellt, diskutiert und auf Nutzungsmöglichkeiten und Potenziale im sowie für den Unterricht untersucht werden.

Den ganzen Tagungsbericht von Ludwig Lenzgeiger für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einführung: Susanne Popp und Philipp Bernhard (Augsburg)

Panel 1
Moderation: Michael Wobring (Augsburg)

Dennis Röder (Stade / Augsburg): „Mythos Rasse“? Die Auseinandersetzung mit der Kategorie „Rassismus“ in der Zwischenkriegszeit

Jochen Gollhammer (Freilassing / Salzburg): Das Ende freier Migration? Restriktive Einwanderungsgesetzgebung der USA und der britischen Siedlergesellschaften in den 1920er und 1930er Jahren

Philipp Bernhard (Augsburg) / Susann Lewerenz (Neuengamme): „Ein postkolonialer Staat in einer noch kolonialen Welt“? – Die Weimarer Republik und das nationalsozialistische Deutschland im Spannungsfeld von Imperialismus, Kolonialrevisionismus und Antikolonialismus

Keynote
Daniel Hedinger (München / Rom): Überlegungen zu einer Globalgeschichte des Faschismus

Panel 2
Moderation: Hannes Liebrandt (München)

Susanne Popp (Augsburg): Der liberale Internationalismus der Zwischenkriegszeit und die Kategorie der rassischen Ungleichheit

Michael Zech (Kassel): Nationalistische bzw. ideologische Selbstkonzepte im Spannungsfeld demokratischer und autokratisch-totalitärer Staatsideen. Eine globalgeschichtliche Betrachtung zur Zwischenkriegszeit 1919-1939 an Beispielen

Bernd-Stefan Grewe (Tübingen): Gold und Great Depression. Südafrika, Indien und das britische Empire in der Zwischenkriegszeit

Panel 3
Moderation: Friedemann Scriba (Berlin)

Urte Kocka (Berlin): Bauhaus und Moderne in der Zwischenkriegszeit
Christiane Hoth (Eichstätt): „Das höchste Interesse aller unterdrückten Völker“ – Die Russische Revolution und ihre Rezeption in Lateinamerika

Panel 4
Moderation: Elisabeth Erdmann (Freiburg)

Christian Grieshaber (Koblenz): Das Faisal-Weizmann-Abkommen von 1919 – Eine Chance für den Frieden im „Mittleren Osten“?

Viktoria Luise Gräbe (Berlin): Antikolonialer Widerstand im Reformislam oder zur Gleichzeitigkeit von Nationalismus und Globalität

Abschlussdiskussion
Moderation: Susanne Popp (Augsburg)
Globalgeschichtliche Perspektivierung der Zwischenkriegszeit und ihre Bedeutung für den Geschichtsunterricht