...

 

Diktaturen als alternative Ordnungen. Auftaktkonferenz des interdisziplinären Verbunds für vergleichende Diktaturforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin

Berichte | Tagungsbericht | vom 12.10.2017 | bis zum 13.10.2017 | Prof. Dr. Jörg Baberowski | Prof. Dr. Michael Wildt
Logo der Humboldt-Universität zu Berlin
Logo der Humboldt-Universität zu Berlin

Vom 12. bis 13. Oktober 2017 fand in Berlin die Konferenz "Diktaturen als alternative Ordnungen" statt. Die Professoren für die Geschichte Osteuropas (Prof. Jörg Baberowski) und des Nationalsozialismus (Prof. Michael Wildt) an der Humboldt-Universität zu Berlin haben sich für den interdisziplinären Verbund für vergleichende Diktaturforschung zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie eine integrierte Erforschung von Stalinismus und Nationalsozialismus am Beispiel des Zweiten Weltkrieges leisten. Die zweitägige Auftaktkonferenz des Verbunds mit dem Titel „Diktaturen als alternative Ordnungen“ widmete sich der Frage, weshalb sich Menschen in spezifischen historischen Situationen freiwillig für die Diktatur entscheiden, sich für sie engagieren oder sich ihr widerspruchslos unterordnen. Nach der Keynote von György Dalos wurde in drei Podiumsdiskussionen nach Diktaturerfahrungen in zahlreichen vergangenen und derzeit existierenden politischen Systemen gefragt. Die Veranstaltung wurde vom Leibniz-Zentrum Moderner Orient, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stiftung Humboldt-Universität gefördert.

Die Vorstellung eines ungebrochenen Siegeszugs der liberalen Demokratie, wie sie etwa der US-amerikanische Politologe Francis Fukuyama vertritt, stellt sich mit jedem weiteren Tag als Fehleinschätzung heraus. Autoritäre politische Systeme erfreuen sich im Moment größter Beliebtheit und auch die einst stabilen Vorkämpfer freiheitlicher Ordnungen wanken unter dem Druck autokratischer politischer Akteure. Diese Tatsache stellt die Frage nach der Funktionsweise von Diktaturen. Woraus resultiert ihre Stabilität und Attraktivität? Welche Angebote können sie der Bevölkerung unterbreiten? Welche Rolle spielt Repression? Und wie arrangieren sich Menschen mit nicht-freiheitlichen politischen Ordnungen?

Den Tagungsbericht von Julian Sandhagen für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen.

Konferenzübersicht:

Eröffnung und Keynote

György Dalos (Budapest): Große und Kleine Diktaturen

Panel I Herrschaftsdurchsetzung: Furcht und Teilhabe
Moderation: Iris Därmann (Kulturtheorie und Kulturwissenschaftliche Ästhetik, Humboldt-Universität zu Berlin)

Birgit Aschmann, (Europ. Geschichte des 19. Jahrhunderts, Humboldt-Universität zu Berlin)
Aloys Winterling, (Alte Geschichte, Humboldt-Universität zu Berlin)
Jörg Baberowski, (Geschichte Osteuropas, Humboldt-Universität zu Berlin,)
Sebastian Lange, (Theorie der Politik, Humboldt-Universität zu Berlin)

Panel II Wohlfahrt und Sicherheit
Moderation: Stefan Rinke, (Geschichte Lateinamerikas, Freie Universität zu Berlin)

Hannes Grandits, (Südosteurop. Geschichte, Humboldt Universität zu Berlin)
Stefan Kirmse, (Postsowjetische Republiken, Leibniz Zentrum Moderner Orient)
Daniel Hedinger, (Neueste- und Zeitgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München)

Panel III Legitimität und Öffentlichkeit
Moderation: Michael Wildt (NS Geschichte, Humboldt Universität zu Berlin)

Benjamin Lahusen, (Juristische Fakultät, Humboldt-Universität zu Berlin)
Martin Sabrow, (Neueste und Zeitgeschichte Humboldt-Universität zu Berlin)
Sonja Hegasy, (Nordafrika, Leibniz-Zentrum Moderner Orient)
Klaus Mühlhahn, (Chinesische Geschichte und Kultur, Freie Universität Berlin)