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„Klassenkampf und Judenhass?“ Antisemitismus in der Arbeiterbewegung in Quellen und Dokumenten

Berichte | Tagungsbericht | vom 13.11.2018 | bis zum 14.11.2018 | Europa-Universität Viadrina
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Vom 13. bis zum 14. November 2018 fand an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder die Tagung „„Klassenkampf und Judenhass?“ Antisemitismus in der Arbeiterbewegung in Quellen und Dokumenten“ statt.  Gegenstand der Veranstaltung war der Widerspruch zwischen dem teils offenen Antisemitismus im Spätstalinimus einerseits und der Annahme, große Teile der Arbeiterbewegung seien antisemitischen Haltungen gegenüber resistent, andererseits. Ausgewählte Quellen sollten die Grundlage bilden, anhand derer dieser Widerspruch erörtert wurde und das Thema eines „Antisemitismus von links“ analysiert werden sollte. Fragen, deren Beantwortung angestrebt wurde, widmeten sich unter anderem dem Nachweis antisemitischer Einstellungsmusterin der Arbeiterbewegung, möglichen methodischen und theoretischen Zugänge;  dem Verhältnis von Arbeiterbewegung und jüdischen Abwehrvereinen, den Reformulierungen antisemitischer Stereotype in politischen Milieus aus und dem Vorhandensein partei- oder gruppeninterner Abwehrmechanismen gegen den Antisemitismus.

Paul W. Massing, Ernst Hamburger, Edmund Silberner, Walter Grab und Reinhard Rürup: Die Frage, ob sich antisemitische Elemente in der deutschen Arbeiterbewegung vor 1933 finden lassen oder ob sich diese positiv vom deutschen Bürgertum unterschied, ist nicht neu und schon vieldiskutiert. In den letzten Jahren wird sie – mit Betonung auf historische Diskurse und Einzelbiographien – wieder verstärkt und kontrovers besprochen. Mit Olaf Kistenmacher, Mirjam Zadoff und Susanne Wein referierten drei einschlägige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der an der Europa-Universität Viadrina veranstalteten Tagung. Mit ihnen traten eine ganze Reihe von Doktorandinnen und Doktoranden ins Gespräch. Die Tagung war in drei Programmpunkte gegliedert, die auf methodische, regionale und forschungsperspektivische Schwerpunkte fokussierten.

Den ganzen Tagungsbericht von Alisa Jachnowitsch für H-Soz-Kult können Sie hier nachlesen.

Konferenzübersicht:


Prolog – Positionsbestimmungen
Moderation: Frank Voigt (Potsdam)
Christian Dietrich (Frankfurt an der Oder): Im Schatten August Bebels. Antisemitismusdiskussionen in der deutschen Sozialdemokratie (1924–1932)
Olaf Kistenmacher (Hamburg): Antisemitische Aussagen in der Tageszeitung der Kommunistischen Partei Deutschlands ‚Die Rote Fahne’ zur Zeit der Weimarer Republik
Jakob Stürmann (Berlin): Sozialistische Bruderparteien zwischen Internationalismus, nationaler Selbstbestimmung und Antisemitismus – Die Debatte über den Schwarzbard Prozess innerhalb der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (SAI). 1926–1928
Mirjam Zadoff (München): Der Mantel des Revolutionärs oder: warum jüdische Revolutionäre eine innovative Erzählung ihrer Geschichte verlangen


Antisemitismus in den deutschen Arbeiterparteien
Moderation: Martin Küpper (Berlin)
Susanne Wein (Berlin): Die Sprache der Judenfeindschaft im Weimarer Reichstag
Rhena Stürmer (Frankfurt an der Oder): Antisemitismus in der KAPD Hamburger Richtung 1919/1920


Jüdische Perspektiven und Perspektiven auf „Jüdisches“
Moderation: Konstantin Baehrens (Potsdam)
Knut Bergbauer (Köln): Wider die rote Assimilation. Die Auseinandersetzungen über Sozialismus, Kommunismus und Zionismus in der jüdischen Jugendbewegung Deutschlands
Yuval Rubovitch (Halle): Der ‚Sozialdemokrat’ und die Judenfrage. 1897–1890


Abschlussdiskussion
Moderation: Alisa Jachnowitsch (Berlin)

Veranstalter:

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