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Sehnsucht nach dem „Kommunismus“? Kulturen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bei jungen Menschen in Südost- und Osteuropa und in Ostdeutschland im 21. Jahrhundert

Berichte | Tagungsbericht | vom 23.10.2017 | Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit (19.-21. Jahrhundert), Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg | Lehrstuhl für Transformationsprozesse in Mittel-, Ost- und Südeuropa, Universität Wien | Franz Vranitzky Chair for European Studies, Universität Wien
Titel der Tagung auf vorläufigem Tagungsprogramm
Titel der Tagung auf vorläufigem Tagungsprogramm

Am 23. Oktober 2017 fand an der Universität Wien eine internationale und interdisziplinäre Konferenz mit dem Titel Sehnsucht nach dem „Kommunismus“? statt. Die Veranstaltung wurde vom Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit (19.-21. Jahrhundert) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Transformationsprozesse in Mittel-, Ost- und Südeuropa und dem Franz Vranitzky Chair for European Studies der Universität Wien organisiert. Die Konferenz ist die erste europäische Bestandsaufnahme von Erscheinungsformen wie etwa jugendlicher Neo-Stalinisten in Russland, Jugo- und Titonostalgiker in Ex-Jugoslawien oder der Antifa-Bewegung in Deutschland und will diese Phänomene analysieren. Methodologisch dominiert ein generationentheoretischer Ansatz. Neben einem Rahmenprogramm widmete sich die Veranstaltung sich in drei Sektionen diesen nostalgischen Erscheinungsformen junger Menschen. Die Panels tragen die Titel Phänomenologie und Politik der „Jugo- und Tito-Nostalgie“, Europäische und generationelle Vergleichshorizonte und Alternativen zum neoliberalen Kapitalismus der Gegenwart – hat der „Kommunismus“ doch eine Zukunft?.

Anlässlich des 100. Jahrestages der „Oktoberrevolution“ in Russland stellten Historiker und Soziologen, Sozialanthropologen sowie Politik-, Kommunikations- und Kulturwissenschaftler die Frage nach der Rückkehr „kommunistischer“ Konzepte, Werte, Ideen und Relikte in Südost- und Osteuropa sowie in Ostdeutschland. Dabei legten sie den Fokus ihrer Erörterungen auf Jugendliche sowie junge Erwachsene – und damit auf „Schlüsselgenerationen“ für die Zukunft Europas: Nach den fundamentalen „Krisen“ und Erschütterungen stehen wir vor einer Periode der Reformulierung, womöglich einer Reformatierung „Europas“: Aufs Neue wird über den Kanon seiner Werte, über seine Geschichte und Grenzen, über die Architektur seiner Institutionen und über die Wege der Entscheidungen debattiert.

Den Tagungsbericht von David Schmiedel für H-Soz-Kult können Sie hier weiterlesen.

 

Konferenzübersicht:

Welcome Speeches

Oliver Rathkolb (Head of the Department of Contemporary History at the University of Vienna, Austria)

Silke Satjukow (Department of History at the Martin Luther University Halle-Wittenberg, Germany)

Introduction

Dieter Segert (Chair for Transformation Processes in Central, Eastern and Southeastern Europe at the University of Vienna, Austria)

Rainer Gries (Franz Vranitzky Chair for European Studies at the University of Vienna, Austria)

I. Panel: Phenomenology and Politics of “Yugo- and Tito-Nostalgia”
Chair: Silvia Nadjivan (Franz Vranitzky Chair for European Studies at the University of Vienna / Institute for the Danube Region and Central Europe (IDM), Austria)

Nataša Simeunović Bajić (Department of Cultural Theory and Political Science at the John Naisbitt University, Belgrade, Serbia): Cultural and Media Memory. Yugoslavia as the Image of Yugoslavia among the Young Generation

Irena Ristić (Resource Centre for Research Support, Institute of Social Sciences at the University of Belgrade, Serbia): Yugo-Nostalgia. Pride and Prejudice

Mitja Velikonja (Center for Cultural and Religious Studies at the University of Ljubljana, Slovenia): Yugoslavia after Yugoslavia. Graffiti about Yugoslavia in Post-Yugoslav Urbanscape

Zlatko Jovanovic (Research Centre “The many Roads in Modernity” at the University of Copenhagen, Denmark): Living and Rocking in the Best of All Worlds. Longing for Communist Yugoslavia

II. Panel: European and Generational Comparative Perspectives
Chair: Rainer Gries (Wien)

Thomas Ahbe (Social Scientist and Publicist, Leipzig, Germany): Eastern Germany as an Exceptional Case in the Historical View of the Era of State Socialism. The GDR in the Public Light and in the Memory and Appropriation of Today’s Eastern German Generations

Anke Giesen (Department of History of Modern Times at the Otto von Guericke University Magdeburg, Germany): Dreams of USSR 2.0 – Communist Utopias of Young Members of the Russian Organisation “The Essence of Time”

Magdalena Saryusz-Wolska (Institute of Contemporary Culture at the University of Łódź, Poland): Between Longing and Refusal. Memories of Communism in Post-Communist Poland

Anna Schor-Tschudnowskaja (Faculty of Psychology at the Sigmund Freud Private University, Vienna, Austria): References in the Soviet Past among Young Adults in Contemporary Russia

Sabine Stach (German Historical Institute Warsaw, Max Weber Foundation, Poland): Locus of Longing. Tourist Product Communism. Consumers and Guides Giving “Communism Tours” in Slovakia

III. Panel: Alternatives to Present-Day Neoliberal Capitalism: Does “Communism” Have a Future?
Chair: Dieter Segert (Wien)

Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Diese Veranstaltung wurde aus Mitteln des Sonderförderprogramms "Der Kommunismus im 20. Jahrhundert" unterstützt.

Veranstalter: