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Verheißung und Bedrohung: Die Oktoberrevolution als globales Ereignis

Berichte | Tagungsbericht | vom 27.10.2017 | bis zum 28.10.2017 | Stiftung Ettersberg
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Vom 27.-28. Oktober 2017 fand das 16. Symposium der Stiftung Ettersberg in Erfurt statt.  Die Tagung unter dem Titel “Verheißung und Bedrohung : Die Oktoberrevolution als globales Ereignis” versammelte renommierte WissenschaftlerInnen die die Ereignisse im Russland des Jahres 1917 kritisch und aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten. Analysen, die das große Ganze in den Blick nahmen fanden sich unter den Vorträgen ebenso, wie Fallstudien, die mit ihrem Fokus auf regional-spezifische Ausprägungen des Jahres 1917 Schlaglichter auf eher unbekannte Aspekte der Russischen Revolution lieferten. Die Vorträge, deren geographischer Fokus sich von Panel zu Panel von Deutschland hin zu Europa und schließlich China und den USA erweitert, verdeutlichen die globale Dimension der Oktoberrevolution und damit die Notwendigkeit, Forschung zu ihr aus einer ebenso globalen Perspektive zu denken. 

Das 16. Symposium der Stiftung Ettersberg leistete beides: großangelegte Gedankenskizzen zu den politischen wie ideellen Linien, welche sich von der Oktoberrevolution ausgehend bis in die heutige Zeit erstrecken ebenso wie historische Situationen erhellende Fallstudien. Den Teilnehmenden erschloss sich eine vielschichtige, durch Persönlichkeiten wie Phänomene geprägte Landschaft des Kommunismus – Sozialismus –Bolschewismus. Die einzige Großregion, welche auf der mentalen Landkarte des Symposiums weiß blieb, war Lateinamerika. Insbesondere im Vergleich zur US-amerikanischen Red Scare wäre ein Blick auf die südlichen Nachbarn wünschenswert gewesen. Mir scheint jedoch, dass diese Leerstelle symptomatisch für eine generell schwach ausgeprägte überseeische Verbindungslinie der deutschen Kommunismusforschung steht. So sei an dieser Stelle zu neuen wissenschaftlichen Wegen eines transatlantischen Brückenschlags ermutigt, um die globalen Dimensionen des Kommunismus – Sozialismus – Bolschewismus großflächiger auszuleuchten.

Lesen Sie den vollständigen Tagungsbericht von Cornelia Bruhn hier auf HSozKult.de

Konferenzübersicht:

Eröffnung

Jörg Ganzenmüller (Weimar / Jena)

Gerd Koenen (Frankfurt am Main): Die Oktoberrevolution und das 20. Jahrhundert

SEKTION I: DIE OKTOBERREVOLUTION UND DIE DEUTSCHE LINKE

Moderation: Jörg Ganzenmüller (Weimar / Jena)

Bernhard Bayerlein (Bochum): Revolutionsvorstellungen und Revolutionsvorbereitungen der KPD

Eva Oberloskamp (München): Nachrichten aus einem gelobten Land: Die Reisen Linksintellektueller in die frühe Sowjetunion

SEKTION II: ANTIBOLSCHEWISMUS ALS ABWEHRREAKTION AUF DIE OKTOBERREVOLUTION

Moderation: Christiane Kuller (Erfurt)

Karsten Brüggemann (Tallinn): Katalysatoren des Antibolschewismus: Deutschbaltische Emigranten und die Oktoberrevolution

Agnieszka Pufelska (Lüneburg): Die Erfindung des „Judäo-Bolschewismus“ und dessen Resonanz in der Weimarer Republik

SEKTION III: DIE RESONANZ DER OKTOBERREVOLUTION IN EUROPA

Moderation: Malte Rolf (Bamberg)

Thomas Kroll (Jena): Großbritannien/Frankreich: 1920er Jahre

Hans Woller (München): Italien

Julia Richers (Bern): Ungarn: Räterepublik und Gegenrevolution

SEKTION IV: DER GLOBALE RESONANZRAUM DER OKTOBERREVOLUTION

Moderation: Franz-Josef Schlichting (Erfurt)

Michael Dreyer (Jena): „Red Scare“ in den USA

Gotelind Müller-Saini (Heidelberg): Vorbild Russland? Die Oktoberrevolution in China

Gero Fedtke (Weimar): Oktoberrevolution und Islam: Muslimkommunisten in Turkestan

SCHLUSSWORT

Franz-Josef Schlichting (Erfurt)