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Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org: http://www.dekoder.org/de/dossier/stalinkult-entstalinisierung-aufarbeitung-erinnerungskultur

Onlinedossier

Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung

dekoder [Russland entschlüsseln]

Die preisgekrönte Online-Plattform dekoder [Russland entschlüsseln] veröffentlicht Recherchen, Reportagen und Projekte aus russischsprachigen Medien und macht diese für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Deutschsprachige Russlandexperten kommentieren auf der Plattform in Beiträgen das Geschehen in Russland. 80 Jahre nach der Beendigung der stalinistischen Säuberungen der Jahre 1937/1938 präsentiert dekoder.org das Dossier "Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung". Das multimediale Dossier beschäftigt sich mit der Frage wie die Stalinzeit sowie die Säuberungen im Russland der Gegenwart reflektiert und diskutiert werden. Über aktuelle Restalinisierungstendenzen wird ebenso berichtet wie über die Geschichte der stalinistischen Säuberungen, den Prozess der Entstalinisierung in den 1950er-Jahren und in der Zeit der Perestroika. Umfangreiche Reportagen zu den Ereignissen in der Sowjetunion und im heutigen Russland, Informationen zur Kultur- Sozial- und Politikgeschichte sowie ausgewählte, digitalisierte und kommentierte Quellen werden den Lesenden präsentiert. Auf aktuelle politische Debatten wird ebenso eingegangen wie auf wissenschaftliche Kontroversen. Es wird damit die große Bedeutung Stalins in der kollektiven als auch der offiziellen staatlichen Erinnerung im heutigen Russland deutlich. Die Aktualität des Themas zeigt sich gerade in der öffentlichen Debatte um das Aufführungsverbot des Filmes The Death of Stalin, wozu dekoder bereits eine umfangreiche Debattenschau in dem Dossier veröffentlicht hat. Es lassen sich folgende Beiträge in dem Dossier finden: Video #16: Loblied auf Stalin Fabian Thunemann: Stalins Tod Leonid A. Klimov: Die Brüder Henkin Interview mit Juri Dmitrijew: „Wie es ausgeht, weiß keiner” von Anna Jarowaja Debattenschau Nr. 61: The Death of Stalin nicht im russischen Kino vom 24.01.2018 Ekaterina Schulmann: Stalin: eine aufgezwungene Liebe Natalia Fjodorowa: „Die Vergangenheit ist uns allen im Blut”Pawel Merslikin, Sascha Sulim: Wieso ist Stalin heute so populär?Schura Burtin: Die Geister der VergangenheitEkaterina Makhotina: Der Große Vaterländische Krieg in der Erinnerungskultur Sergej Medwedew: Die Täter-DebatteNikolay Epplée: Erinnerungs-Entzündung  Boris Grosowski: Zurück in die UdSSRIvan Kurilla: Die Fragen der EnkelNina Frieß: Der Große TerrorCorinna Kuhr-Korolev: GulagTorben Philipp: TauwetterAnastasia Surkov: Wolgograd (Stalingrad)Sergej Mitrofanow: Stalins Follower

Stalinporträt hinter Werbetafel in Tiflis 2015, (c) Bundesstiftung Aufarbeitung

Vortrag | Veranstaltungsreihe

Stalin und Georgien – gestern und heute

vom 30.05.2018

Am 30. Mai um 18.00 Uhr wird Prof. Dr. Giorgi Maisuradze in der Bundesstiftung Aufarbeitung einen Vortrag zu Stalin und Georgien – gestern und heute halten. Die Veranstaltung ist der ertse Teil der zweiteiligen Reihe Stalins langer Schatten: Zwei Vorträge über die Aufarbeitung der Sowjetgeschichte in Georgien. Die Tatsache, dass Stalin Georgier war, nützte die Sowjetrepublik Georgien aus, um ihre symbolische Sonderstellung in der „Familie der sowjetischen Brüdervölker“ zu inszenieren: Stalin als „Vater der Völker“ war ein Sohn Georgiens. Stalin wurde zum georgischen Nationalheld stilisiert, wobei die „Größe“ Stalins auf sein Heimatland übertragen wurde. Dadurch entstand ein georgischer Stalinkult, der auch nach dem Tod des Diktators im Jahr 1953 und der ab 1956 einsetzenden Entstalinisierung fortwirkte. Prof. Dr. Giorgi Maisuradze wird in seinem Vortrag die Besonderheiten des georgischen Stalinkultes und dessen Fortwirken bis in die Gegenwart beschreiben. Maisuradze ist Leiter des Instituts für Sozial-. Und Kulturwissenschaften an der staatlichen Ilia Universität Tbilisi. Er studierte Geschichte, Philosophie und Kulturwissenschaften an der Universität Tbilisi, der Universität des Saarlandes sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2008 bis 2013 war er am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin tätig. Seit 2014 ist er Professor der Ilia Universität Tbilisi. Maisuradze ist Autor mehrerer Publikationen. Zuletzt erschienen: Sonniges Georgien. Figuren des Nationalen im Sowjetimperium (zusammen mit Franziska Thun-Hohenstein), Berlin 2015.

Screenshot des Veranstaltungsflyers: 1968 – eine weltpolitische Zäsur

Konferenzdokumentation | Veranstaltungsmitschnitt

1968 – eine weltpolitische Zäsur

vom 07.03.2018 | bis zum 08.03.2018

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von 1968 veranstaltete die Deutsche Gesellschaft e. V. gemeinsam mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 7. und 8. März 2018 eine Konferenz in die Landesvertretung Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin. Journalisten, Politiker und Wissenschaftler warfen einen europäischen und globalgeschichtlichen Blick auf die Ereignisse des Jahres 1968. Die gesellschaftliche Bedeutung, das Vermächtnis, die Rolle im heutigen politischen Diskurs und die Bedeutung als europäischer Erinnerungsort wurden diskutiert. Folgende drei Panels setzten die inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung: Die 1960er-Jahre im internationalen Kontext, 1968 – Gesellschaften im Aufbruch, Nachwirkungen und Perspektiven von 1968. Gerade durch den globalgeschichtlichen Blick gelang es den Veranstaltern die Aufstandsversuche und Revolten in den kommunistischen Diktaturen der 1960er-Jahre nicht aus dem Blick zu verlieren und in Bezug zu den Ereignissen in Westeuropa und den USA zu setzen. Die Konferenz war auch Auftakt zu einer siebenteilige Veranstaltungsreihe in der Bundesstiftung über das Jahr 2018 hinweg, die weitere Aspekte von 1968 in den kritischen Blick nehmen wird. Das Jahr 1968 gilt als Mythos, verklärt, verdammt, von einer jüngeren Generation neugierig beäugt. Vor allem aber ist es die Chiffre für eine Zäsur in der deutschen und europäischen Nachkriegs-Geschichte. Was sagen uns diese Ereignisse, Prozesse und Diskurse ein halbes Jahrhundert später? Was ist abgetan, welche Fragen stellen sich erneut? Die Vorträge von Detlef Siegfried und Jürgen Danyel im des Panels 1968 – Gesellschaften im Aufbruch können sie hier auf der Seite von RBB-Inforadio nachhören. Die anschließende Podiumsdiskussion des Panels wurde ebenfalls im RBB-Inforadio in der Reihe Das Forum übertragen und kann hier nachgehört werden.

Flyer der Veranstaltung (c) Bundesstiftung Aufarbeitung

Dokumentarfilm

Moskau. Lubjanka. Ein Platz mit Geschichte.

Kerstin Nickig

Die Dokumentation von Kerstin Nickig über den zentralen Platz in Moskau entstand als Co-Produktion von Time Prints und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Der Lubjankaplatz im Zentrum von Moskau: über Jahrzehnte der Hauptsitz des russischen Geheimdienstes. Die „Lubjanka“: ein Synonym für massenhafte willkürliche Verhaftungen, Folterungen und Erschießungen. In fast jeder Familie finden sich Opfer oder Täter. Der Lubjankaplatz steht aber auch für den Beginn eines demokratischen Aufbruchs Anfang der neunziger Jahre, der die Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit einforderte. Hier wurde das Denkmal des Gründers des ersten Geheimdienstes nach der Oktoberrevolution Felix Dserschinski gestürzt. Hier errichteten Bürgerrechtler den Solowetski-Stein, den ersten Gedenkstein für die Opfer politischer Verfolgung in der Sowjetunion.Das Filmteam begegnet auf dem Lubjankaplatz sehr verschiedenen Menschen, deren Vergangenheit und Gegenwart mit jeweils einer bestimmten Adresse an diesem Ort verbunden sind. Die einzelnen Episoden fügen sich collageartig zu einem Porträt des Platzes zusammen. In den Stimmen der Protagonisten spiegelt sich die russische Gesellschaft – gespalten in ihrem Blick auf die Vergangenheit und damit in ihrer Vorstellung von der Zukunft.  Der Film läuft am Sonntag, den 29. April 2018 um 22:55 Uhr im RBB und ist anschließend in der Mediathek des Senders abrufbar.

Stalinporträt hinter Werbetafel in Tiflis 2015, (c) Bundesstiftung Aufarbeitung

Vortrag | Veranstaltungsreihe

Stalins Volk. Nationale Identität in Georgien

vom 06.06.2018

Am 6. Juni um 18.00 Uhr wird Davit Jischkariani  in der Bundesstiftung Aufarbeitung einen Vortrag zu Stalins Volk. Nationale Identität in Georgien halten. Die Veranstaltung ist der letzte Teil der zweiteiligen Reihe Stalins langer Schatten: Zwei Vorträge über die Aufarbeitung der Sowjetgeschichte in Georgien. Die Kritiker und Gegner der sowjetischen Herrschaft in Georgien warfen Moskau vor, das Land seiner nationalen Identität beraubt zu haben. Diese Rhetorik hielt auch nach der Erlangung der Unabhängigkeit 1991 an und ist in Georgien weithin verbreitet. Der Historiker Davit Jischkariani hinterfragt diese Perspektive. Tatsächlich wurden die zentralen Linien der Politik in Georgien bis 1991 im Moskauer Zentrum geplant. So wie für alle anderen Sowjetrepubliken auch. Allerdings waren es lokale Eliten, die die Moskauer Politik in der Peripherie ausführten und dabei nach Stalins Tod wachsende Handlungsspielräume ausnutzten. Der Historiker Davit Jischkariani ist Mitbegründer von SOVLAB, dem Soviet Past Research Laboratory in Tbilisi. Er studierte dort von 2004 bis 2008 Geschichte an der staatlichen Iv. Javakhischwili Universität Tbilisi. Zwischen 2010 und 2012 absolvierte er ein Magisterstudium in Russlandkunde. 2013/2014 war Jischkariani Junior Research Fellow am Zentrum für Russland- und Osteuropakunde der Universität Warsaw. Im Moment unterrichtet er „Totalitäre Regimes des 20. Jahrhunderts” an der kaukasischen Universität. Seine Forschungsfelder umfassen: Repressionen in der Sowjetunion, Stalinismus, sowjetische Nationalpolitik. 

Screenshot des Gulag-Zeitzeugenarchivs

Podcast | Interview

Gulag-Zeitzeugenarchiv

Dr. Meinhard Stark

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Historiker Dr. Meinhard Stark mehr als 250 ehemalige Lagerhäftlinge bzw. ihre Kinder in Russland, Polen, Kasachstan, Litauen und Deutschland interviewt. Im Rahmen eines von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projektes der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn sind die über 1.200 Stunden umfassenden Gespräche ebenso wie die schriftlichen Unterlagen im Umfang von mehr als 46.000 Blatt digitalisiert worden. Einige der beeindruckenden Interviews sind nun als Podcasts verfügbar. Jede Interviewpartner/in wird in einem Online-Dossier mit privaten und aktuellen Fotos, Dokumenten und dem Weg der Deportation in einer interaktiven Karte vorgestellt. Die Interviews sind als Podcasts in Gesamtlänge verfügbar und mit einem Manuskript und einer Biografie versehen. Es besteht ebenso die Möglichkeit, thematisch gegliederte Einzelpodcasts abzuspielen, die bei jedem Zeitzeugen und jeder Zeitzeugin mit denselben Schwerpunkten verfügbar sind. So kann ein Nutzer etwa alle Einzelpodcasts zum Thema „Lagertopograhie und Haftordnung“ anhören.  Die Audiodateien können direkt online angehört oder zur nicht-kommerziellen Nutzung kostenlos heruntergeladen werden. Exemplarisch finden Sie nachfolgend drei Ausschnitte aus Zeitzeugeninterviews, die einen ersten Einblick vermitteln sollen.

Logo der Veranstalter

Sonderausstellung

Karl-Marx in der DDR. Bilder eines „Klassikers“ im SED-Staat

vom 15.05.2018 | bis zum 15.08.2018

Die Bundesstiftung Aufarbeitung fördert im Karl Marx Jahr eine Plakatausstellung in Lutherstadt-Wittenberg zur Rolle von Karl Marx in der SED-Diktatur. Die Ausstellung kann vom 16. Mai bis 15. August 2018 in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt besichtigt werden. Weitere Informationen zur Ausstellung finden sie hier.

Logo des Austauschprogramms "Memory Work"

Förderprogramm

Internationales Austauschprogramm "Memory Work"

bis zum 31.08.2017

Im Rahmen ihrer internationalen Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung von Diktaturen und Gewaltherrschaft schreibt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung zum 1. Januar 2018 der SED-Diktatur Mittel für ein internationales Austauschprogramm im Bereich „Memory Work“ aus.Das Austauschprogramm dient dem Zweck, den internationalen Austausch in Fragen von Erinnerungsarbeit und Auseinandersetzung mit Gewaltherrschaft und Diktatur anzuregen, die gegenseitige Kenntnis über die jeweilige Geschichte und deren Verarbeitung zu vertiefen und so zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Debatten und deren historischer und politischer, aber auch gesellschaftlicher Hintergründe im jeweiligen Kontext beizutragen.Im Rahmen dieses Programms erhalten Vertreter von NGOs, Gedenkprojekten und Initiativen, unabhängigen Archiven, Museen, Aufarbeitungsinstitutionen die Möglichkeit, in einem anderen Land einen Austausch bei einer entsprechenden Einrichtung, die sich thematisch mit der Aufarbeitung von Diktatur- und Gewalterfahrungen befasst, zu absolvieren.Bewerbungsschluss für das Austauschprogramm ist der 31. August 2017.Für die Fristwahrung beim Einreichen vom Projekt- und Stipendienanträgen ist ab sofort der Posteingang bei der Stiftung maßgebend. Ihre Anträge für das Memory-Work-Programm müssen daher bereits bis zum Ablauf der Antragsfrist am 31. August des Jahres 2017 in der Geschäftsstelle der Bundesstiftung Aufarbeitung vorliegen. Die fristwahrende Absendung bzw. Abgabe bei einem Post- oder Transportunternehmen (und damit der Poststempel oder ein anderer Einlieferungsbeleg) sind dann für die Einhaltung der Fristen nicht mehr ausreichend. Wir bitten Sie, diese Änderung künftig zu beachten.

Flyer der Veranstaltungsreihe: Das doppelte 1968. Hoffnung – Aufbruch – Protest

Veranstaltungsreihe

Das doppelte 1968. Hoffnung – Aufbruch – Protest

vom 10.04.2018 | bis zum 04.12.2018

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Studierendenproteste des Jahres 1968 lädt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Deutsche Gesellschaft e. V. und der Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB) des Landes Berlin zu einer siebenteiligen Diskussionsreihe in die Räume der Bundesstiftung ein. Vom 10. April bis 4. Dezember 2018 widmen sich die Veranstaltungen verschiedenen Aspekten des Epochenjahres. Neben Veranstaltungen zu Popkultur und NS-Aufarbeitung nehmen die restlichen Veranstaltungen gezielt 1968, die kommunistische Ideologie und die sozialistischen Diktaturen in den Blick. Die verschiedenen Formen des Aufbegehrens in Politik, Gesellschaft, Alltag und Kultur in Ost und West sollen miteinander verglichen werden. Die Auftaktveranstaltung fragt nach der Erinnerung der Ereignisse in Ost und West. Ein anderes Podium beschäftigt sich mit der politischen Ideengeschichte von 1968 und ihrem Verhältnis zur kommunistischen Ideologie. Aber auch die Rolle der kommunistischen Geheimdienste wird ebenso kritisch beleuchtet, wie die Frage nach einer transnationalen Perspektive über die Ost-West-Grenzen hinweg oder Kontinuitäten zu den Ereignissen von 1989. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltungen beginnen um 18.00 Uhr. Eine Übersicht der Veranstaltungsreihe finden sie hier: 10. April 2018: 1968: Mythos Ost – Mythos West8. Mai 2018: Renaissance des Kommunismus? Zur Ideengeschichte der „Achtundsechziger“5. Juni 2018: Gelenkter Protest? SED, Stasi und Studentenbewegung4. September 2018: „Rockmusik, Rebellion und freie Liebe“. Die Jugendkulturen der 1960er-Jahre9. Oktober 2018: Zwischen Paris und Prag. Wie international war 1968?6. November 2018: Aufarbeitung oder Schlussstrich? Vom Umgang mit der NS-Vergangenheit in Deutschland4. Dezember 2018: Von der Revolte zur Revolution. Wie viel 1968 steckt in 1989?