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Logo des Austauschprogramms "Memory Work"

Förderprogramm

Internationales Austauschprogramm "Memory Work"

bis zum 31.08.2017

Im Rahmen ihrer internationalen Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung von Diktaturen und Gewaltherrschaft schreibt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung zum 1. Januar 2018 der SED-Diktatur Mittel für ein internationales Austauschprogramm im Bereich „Memory Work“ aus.Das Austauschprogramm dient dem Zweck, den internationalen Austausch in Fragen von Erinnerungsarbeit und Auseinandersetzung mit Gewaltherrschaft und Diktatur anzuregen, die gegenseitige Kenntnis über die jeweilige Geschichte und deren Verarbeitung zu vertiefen und so zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Debatten und deren historischer und politischer, aber auch gesellschaftlicher Hintergründe im jeweiligen Kontext beizutragen.Im Rahmen dieses Programms erhalten Vertreter von NGOs, Gedenkprojekten und Initiativen, unabhängigen Archiven, Museen, Aufarbeitungsinstitutionen die Möglichkeit, in einem anderen Land einen Austausch bei einer entsprechenden Einrichtung, die sich thematisch mit der Aufarbeitung von Diktatur- und Gewalterfahrungen befasst, zu absolvieren.Bewerbungsschluss für das Austauschprogramm ist der 31. August 2017.Für die Fristwahrung beim Einreichen vom Projekt- und Stipendienanträgen ist ab sofort der Posteingang bei der Stiftung maßgebend. Ihre Anträge für das Memory-Work-Programm müssen daher bereits bis zum Ablauf der Antragsfrist am 31. August des Jahres 2017 in der Geschäftsstelle der Bundesstiftung Aufarbeitung vorliegen. Die fristwahrende Absendung bzw. Abgabe bei einem Post- oder Transportunternehmen (und damit der Poststempel oder ein anderer Einlieferungsbeleg) sind dann für die Einhaltung der Fristen nicht mehr ausreichend. Wir bitten Sie, diese Änderung künftig zu beachten.

Stalinporträt hinter Werbetafel in Tiflis 2015, (c) Bundesstiftung Aufarbeitung

Vortrag | Veranstaltungsreihe

Stalin und Georgien – gestern und heute

vom 30.05.2018

Am 30. Mai um 18.00 Uhr wird Prof. Dr. Giorgi Maisuradze in der Bundesstiftung Aufarbeitung einen Vortrag zu Stalin und Georgien – gestern und heute halten. Die Veranstaltung ist der ertse Teil der zweiteiligen Reihe Stalins langer Schatten: Zwei Vorträge über die Aufarbeitung der Sowjetgeschichte in Georgien. Die Tatsache, dass Stalin Georgier war, nützte die Sowjetrepublik Georgien aus, um ihre symbolische Sonderstellung in der „Familie der sowjetischen Brüdervölker“ zu inszenieren: Stalin als „Vater der Völker“ war ein Sohn Georgiens. Stalin wurde zum georgischen Nationalheld stilisiert, wobei die „Größe“ Stalins auf sein Heimatland übertragen wurde. Dadurch entstand ein georgischer Stalinkult, der auch nach dem Tod des Diktators im Jahr 1953 und der ab 1956 einsetzenden Entstalinisierung fortwirkte. Prof. Dr. Giorgi Maisuradze wird in seinem Vortrag die Besonderheiten des georgischen Stalinkultes und dessen Fortwirken bis in die Gegenwart beschreiben. Maisuradze ist Leiter des Instituts für Sozial-. Und Kulturwissenschaften an der staatlichen Ilia Universität Tbilisi. Er studierte Geschichte, Philosophie und Kulturwissenschaften an der Universität Tbilisi, der Universität des Saarlandes sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2008 bis 2013 war er am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin tätig. Seit 2014 ist er Professor der Ilia Universität Tbilisi. Maisuradze ist Autor mehrerer Publikationen. Zuletzt erschienen: Sonniges Georgien. Figuren des Nationalen im Sowjetimperium (zusammen mit Franziska Thun-Hohenstein), Berlin 2015.

Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org: http://www.dekoder.org/de/dossier/stalinkult-entstalinisierung-aufarbeitung-erinnerungskultur

Onlinedossier

Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung

dekoder [Russland entschlüsseln]

Die preisgekrönte Online-Plattform dekoder [Russland entschlüsseln] veröffentlicht Recherchen, Reportagen und Projekte aus russischsprachigen Medien und macht diese für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Deutschsprachige Russlandexperten kommentieren auf der Plattform in Beiträgen das Geschehen in Russland. 80 Jahre nach der Beendigung der stalinistischen Säuberungen der Jahre 1937/1938 präsentiert dekoder.org das Dossier "Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung". Das multimediale Dossier beschäftigt sich mit der Frage wie die Stalinzeit sowie die Säuberungen im Russland der Gegenwart reflektiert und diskutiert werden. Über aktuelle Restalinisierungstendenzen wird ebenso berichtet wie über die Geschichte der stalinistischen Säuberungen, den Prozess der Entstalinisierung in den 1950er-Jahren und in der Zeit der Perestroika. Umfangreiche Reportagen zu den Ereignissen in der Sowjetunion und im heutigen Russland, Informationen zur Kultur- Sozial- und Politikgeschichte sowie ausgewählte, digitalisierte und kommentierte Quellen werden den Lesenden präsentiert. Auf aktuelle politische Debatten wird ebenso eingegangen wie auf wissenschaftliche Kontroversen. Es wird damit die große Bedeutung Stalins in der kollektiven als auch der offiziellen staatlichen Erinnerung im heutigen Russland deutlich. Die Aktualität des Themas zeigt sich gerade in der öffentlichen Debatte um das Aufführungsverbot des Filmes The Death of Stalin, wozu dekoder bereits eine umfangreiche Debattenschau in dem Dossier veröffentlicht hat. Es lassen sich folgende Beiträge in dem Dossier finden: Leonid A. Klimov: Die Brüder Henkin Interview mit Juri Dmitrijew: „Wie es ausgeht, weiß keiner” von Anna Jarowaja Debattenschau Nr. 61: The Death of Stalin nicht im russischen Kino vom 24.01.2018 Ekaterina Schulmann: Stalin: eine aufgezwungene Liebe Natalia Fjodorowa: „Die Vergangenheit ist uns allen im Blut”Pawel Merslikin, Sascha Sulim: Wieso ist Stalin heute so populär?Schura Burtin: Die Geister der VergangenheitEkaterina Makhotina: Der Große Vaterländische Krieg in der Erinnerungskultur Sergej Medwedew: Die Täter-DebatteNikolay Epplée: Erinnerungs-Entzündung  Boris Grosowski: Zurück in die UdSSRIvan Kurilla: Die Fragen der EnkelNina Frieß: Der Große TerrorCorinna Kuhr-Korolev: GulagTorben Philipp: TauwetterAnastasia Surkov: Wolgograd (Stalingrad)Sergej Mitrofanow: Stalins Follower

Stalinporträt hinter Werbetafel in Tiflis 2015, (c) Bundesstiftung Aufarbeitung

Vortrag | Veranstaltungsreihe

Stalins Volk. Nationale Identität in Georgien

vom 06.06.2018

Am 6. Juni um 18.00 Uhr wird Davit Jischkariani  in der Bundesstiftung Aufarbeitung einen Vortrag zu Stalins Volk. Nationale Identität in Georgien halten. Die Veranstaltung ist der letzte Teil der zweiteiligen Reihe Stalins langer Schatten: Zwei Vorträge über die Aufarbeitung der Sowjetgeschichte in Georgien. Die Kritiker und Gegner der sowjetischen Herrschaft in Georgien warfen Moskau vor, das Land seiner nationalen Identität beraubt zu haben. Diese Rhetorik hielt auch nach der Erlangung der Unabhängigkeit 1991 an und ist in Georgien weithin verbreitet. Der Historiker Davit Jischkariani hinterfragt diese Perspektive. Tatsächlich wurden die zentralen Linien der Politik in Georgien bis 1991 im Moskauer Zentrum geplant. So wie für alle anderen Sowjetrepubliken auch. Allerdings waren es lokale Eliten, die die Moskauer Politik in der Peripherie ausführten und dabei nach Stalins Tod wachsende Handlungsspielräume ausnutzten. Der Historiker Davit Jischkariani ist Mitbegründer von SOVLAB, dem Soviet Past Research Laboratory in Tbilisi. Er studierte dort von 2004 bis 2008 Geschichte an der staatlichen Iv. Javakhischwili Universität Tbilisi. Zwischen 2010 und 2012 absolvierte er ein Magisterstudium in Russlandkunde. 2013/2014 war Jischkariani Junior Research Fellow am Zentrum für Russland- und Osteuropakunde der Universität Warsaw. Im Moment unterrichtet er „Totalitäre Regimes des 20. Jahrhunderts” an der kaukasischen Universität. Seine Forschungsfelder umfassen: Repressionen in der Sowjetunion, Stalinismus, sowjetische Nationalpolitik. 

Logos der Veranstalter

Podiumsgespräch

Die demokratischen Bewegungen in Armenien in den letzten Jahren vor dem Zerfall der Sowjetunion und der Umgang mit der Vergangenheit

vom 28.02.2018

Am 28. Februar 2018 laden die Botschaft von Armenien und die Bundesstiftung Aufarbeitung zu einer Diskussionsveranstaltung über die demokratische Zivilgesellschaft in Armenien der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre ein. In Armenien formierte sich erstmals in der Sowjetunion bereits 1988 eine autonome zivilgesellschaftliche Bewegung. 1991 erreichte diese Bewegung, die zuvor im Frühjahr 1990 die ersten freien Parlamentswahlen organisiert hatte, über ein Referendum den Austritt Armeniens aus der Sowjetunion. Am 21. September 1991 verkündete Armenien seine Unabhängigkeit. Der Zerfall der Sowjetunion ließ die unterdrückten nationalistischen Konflikte über Grenzziehungen wiederaufleben. Zudem konnten in der Perestroika-Zeit viele der einstigen Tabuthemen öffentlich zur Diskussion gestellt werden. So konnte einerseits offen über den Völkermord an den Armeniern 1915/1916 gesprochen werden. Zum anderen berichteten die durch Gorbatschows Amnestie 1987 freigekommenen politischen Gefangenen von ihren Erfahrungen. Experten werden über unterdrückte Erinnerungen in Armenien und ihre Rolle für die Unabhängigkeitsbewegung diskutieren. Welche Rolle spielte die Erinnerung an den Völkermord, die Sprache und die Rückbesinnung auf die christliche Religion für die armenische Nationalbewegung? Wie wurde an die stalinistische Repression erinnert? Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um eine Anmeldung bis zum 26. Februar 2018 per Mail an buero@bundesstiftung-aufarbeitung.de wird gebeten.

Gedenkstein mit Kränzen für die die Opfer politischer Repression in der Sowjetunion sowie der SBZ und der DDR.

Gedenkveranstaltung

Luxemburg-Liebknecht-Demo: Bundesstiftung Aufarbeitung erinnert an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft

vom 14.01.2018

Berlin, 14.01.2018. Zur alljährlichen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration erinnert die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit einem Gedenkkranz auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft. „Die Geschichte des Kommunismus ist untrennbar verbunden mit der Erinnerung an die begangenen Verbrechen und das Unrecht“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky.Als politische Großdemonstration findet die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration alljährlich zum Gedenken an die am 15. Januar 1919 in Berlin durch Freikorpssoldaten ermordeten Mitbegründer der KPD Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Sie endet traditionell an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Seit 2006 erinnert ein Gedenkstein am Rande der Gedenkstätte der Sozialisten an die Opfer politischer Repression in der Sowjetunion sowie der SBZ und der DDR.Anna Kaminsky erinnerte in diesem Zusammenhang an die massenhafte Verhaftung von Oppositionellen im Umfeld der offiziellen „Kampfdemonstration“ der DDR zu Ehren von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 30 Jahren. Am 17. Januar 1988 hatten Angehörige oppositioneller Gruppen in der DDR im Demonstrationszug Plakate mit Luxemburg-Zitaten entrollt. Mit Sätzen wie „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“, „Der einzige Weg zur Wiedergeburt – breiteste Demokratie“ und „Wer sich nicht bewegt, spürt die Fesseln nicht“ machten sie die Gegensätze zwischen kommunistischer Propaganda und realsozialistischer Wirklichkeit deutlich. Bei der Demonstration und in den folgenden Tagen wurden mehr als 100 Oppositionelle verhaftet, mit hohen Haftstrafen bedroht und teilweise nach Westdeutschland abgeschoben.

Logos der Veranstalter

Tagung

16. Ost-West-Europäisches Gedenkstättentreffen Krzyżowa/Kreisau. Das Zeitalter der Umbrüche. Fortschrittsglaube und Repression in den europäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts

vom 21.03.2018 | bis zum 24.03.2018

Die Bundesstiftung Aufarbeitung, die Evangelische Akademie zu Berlin, das Zentrum „Erinnerung und Zukunft“ Breslau, die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft und die Stiftung Kreisau laden vom 21. bis 24. März 2018 zu ihrem jährlichen Ost-West-Europäischen Gedenkstättentreffen in die internationale Begegnungsstätte Krzyżowa/Kreisau ein. Diktaturen und autoritäre Regime rechtfertigen tiefgreifende gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Veränderungen als Modernisierungsvorhaben und setzen diese mit Repressionen oder Zwang durch. Um die Gewalt der Umwälzungen zu rechtfertigen betten die autoritären Regime ihre Fortschrittserzählung in das nationale Narrativ ein. Aber auch in Demokratien hinterlassen Umwälzungen Spuren im nationalen Narrativ. Das Treffen thematisiert am Beispiel von Gedenkstätten und Museen in Ost- und Westeuropa die Ambivalenz von Modernisierungsbestrebungen. Diskutiert wird, wie an historischen Orten der Modernisierungswille dargestellt werden kann und auf welche Weise Repressions- und Industriegeschichte ineinandergreifen. Mit welchen Methoden können Gedenkstätten einer skrupellosen Technikbegeisterung vorbeugen und Phänomene wie Zwangsarbeit oder -umsiedlung aus der Perspektive der Opfer darstellen? Die Rolle von Medien und Wissenschaft in der Entwicklung nationaler Narrative wird dabei immer mitgedacht. Das Gedenkstättentreffen in Krzyżowa/Kreisau richtet sich an Historiker und Mitarbeiter von Erinnerungsorten, Museen, Gedenkstätten, Bildungszentren, Menschenrechtsorganisationen oder Zeitzeugenprojekten. Nationale oder auch lokale Narrative und ihren Einfluss auf das jeweilige Verständnis von der Geschichte des 20. Jahrhunderts sollen offen diskutiert werden. Das Treffen möchte so zur transnationalen Vernetzung in der Gedenkstättenarbeit beitragen. Anmeldungen sind noch bis zum 7. März hier möglich.