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Kundgebung eines Regimekritikers auf dem Tiananmen-Platz kurz vor dem Massaker am 4. Juni 1989. (c) Bundesstiftung Aufarbeitung/Harald Schmitt.

Meldung

DDR und China – alte Gesetze in neuem Gewand?

vom 09.07.2020

Berlin, 9. Juli 2020. Wie die Machthaber der früheren DDR versucht die Kommunistische Partei Chinas, nun auch systemkritische Stimmen in der Sonderverwaltungszone Hongkong mundtot machen zu wollen. Anlässlich der dort anhaltenden Proteste beruft sich die Regierung in Peking auf ein „Nationales Sicherheitsgesetz“, das in Teilen stark an entsprechende Paragraphen des Strafgesetzbuches der DDR erinnert. So heißt es dort in Artikel 22, dass sich strafbar macht, wer durch „schwerwiegende Einmischung“ oder „Störung“  den „Umsturz oder die Untergrabung des durch die Verfassung der Volksrepublik geschaffenen Grundsystems der Volksrepublik China“,  anstrebt, sprich die kommunistische Herrschaftsordnung in Frage stellt.    In Artikel 24 zählen dazu neben offensichtlich terroristischen auch unbestimmte „andere gefährliche Tätigkeiten“. Wie beim Straftatbestand der „staatsfeindlichen Hetze“ (StGB §106) in der DDR sind der Regierung mit diesen Gummiparagraphen Tür und Tor für willkürliche Maßnahmen gegen Oppositionelle geöffnet. Es bleibt abzuwarten, wie und gegen wen das Gesetz angewendet wird. Doch die Parallelen zum Strafrecht in der DDR und die damit verfolgten Absichten scheinen nicht zufällig zu sein. Jüngst berichtete die Nachrichtenagentur Reuters über das „June 4th Museum“ in Hongkong, das seine Bestände zur blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Pekinger Tiananmen-Platz 1989 digitalisiert, um sie im Falle einer Schließung auch weiterhin zeigen zu können.   Weitere Informationen zum „June 4th Museum“ in Hongkong finden Sie hier auf kommunismusgeschichte.de.

Ulrich Mählert, Felix Wemheuer (Gastherausgeber der Ausgabe 2020) u.a. im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung (Hrsg.): Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2020, Berlin: Metropol Verlag 2020.

Pressemitteilung

Machterhalt durch Wirtschaftsreformen. Chinas Einfluss auf die sozialistische Welt

vom 19.02.2020

Berlin, 19. Februar 2020. Am 6. März erscheint die Ausgabe des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 2020 mit dem Schwerpunkt „Machterhalt durch Wirtschaftsreformen. Chinas Einfluss auf die sozialistische Welt“. Die Beiträge des von Felix Wemheuer (Universität zu Köln) konzipierten und in Kooperation mit ihm herausgegebenen Bandes knüpfen an das Konzept einer globalgeschichtlichen Kommunismusforschung an. Sie gehen dabei insbesondere auf die Frage ein, welche Auswirkungen die chinesische Reform- und Öffnungspolitik seit 1978 auf andere staatssozialistische Länder hatte. Darüber hinaus wird analysiert, wie die Volksrepublik seit den 1960er-Jahren von den letztlich vergeblichen Reformversuchen in Osteuropa lernte. Das Jahrbuch können Sie direkt über den Metropol Verlag (www.metropol-verlag.de) beziehen oder im Buchhandel erwerben. Die JHK-Jahrgänge 2002 bis 2018 finden Sie als Volltextversionen hier auf unserer Website. Weitere Informationen zum JHK 2020 online unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/jahrbuch.

Politiker der Links Partei legen Blumen am Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus ab. ©Bundesstiftung Aufarbeitung, U. Mählert.

Pressemitteilung

Liebknecht-Luxemburg-Demo 2020: Bundesstiftung Aufarbeitung erinnert an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft

vom 14.01.2020

Berlin, den 12.01.2020. Zur alljährlichen Liebknecht-Luxemburg-Demonstration erinnert die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde mit einem Kranz an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft. „Zur Geschichte des Kommunismus gehören untrennbar staatliche Gewalt und massive Menschenrechtsverletzungen. Millionen Menschen wurden im Namen des Kommunismus verfolgt, entrechtet und ermordet “, so die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. In der Vergangenheit haben Demonstrationsteilnehmer immer wieder gezeigt, dass sie die Geschichte des Kommunismus verherrlichen und verharmlosen: „Wer sich heute noch mit Plakaten zu Stalin, Lenin oder Mao bekennt, demonstriert vor allem die eigene historische Blindheit“, so Kaminsky. Als politische Demonstration findet die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration alljährlich zum Gedenken an die am 15. Januar 1919 in Berlin durch Freikorpssoldaten ermordeten Mitbegründer der KPD Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Sie endet traditionell an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Dort ist seit 2006 ein Gedenkstein „Den Opfern des Stalinismus“ gewidmet.

Mahnmal für die Opfer des Kommunismus, Prag, Tschechische Republik, Foto: Ingo Schulz, picture alliance

News

Europäischer Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus

vom 23.08.2019

Berlin, der 23. August 2019. Zum heutigen Europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus erinnert die Bundesstiftung Aufarbeitung an die Unterzeichnung des sogenannten „Hitler-Stalin-Pakts“ vor 80 Jahren und dessen Folgen. Der Pakt ermöglichte Hitler letztendlich den Angriff auf Polen, ohne ein Eingreifen der Sowjetunion befürchten zu müssen. Zudem legten die Diktatoren ihre Einflusssphären fest und teilten die baltischen und ostmitteleuropäischen Staaten unter sich auf. Für diese Länder markiert das Datum den Beginn von Jahrzehntelanger Unfreiheit, Krieg und sowjetischer Diktatur, die erst 1989/90 endete. Unter der Herrschaft Stalins (1927-1953) wurden Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion willkürlich verfolgt, in Straflager deportiert und in politischen Schauprozessen zum Tode verurteilt. Auf unserem Portal finden Sie zahlreiche Angebote, die den Opfern stalinistischer Verfolgung und Repression eine Stimme geben, die Verbrechen der Diktatur wissenschaftlich aufarbeiten und ihnen die Erinnerungslandschaften in den postkommunistischen Ländern vorstellen.

Pressemitteilung

Kommunismus jenseits des Eurozentrismus. Das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2019 erscheint am 1. April

vom 01.04.2019

Berlin, der 1. April 2019. Heute erscheint die Ausgabe des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 2019 mit dem Schwerpunkt „Kommunismus jenseits des Eurozentrismus“: Die Beiträge dieses von Matthias Middell (Universität Leipzig) konzipierten und in Kooperation mit ihm herausgegebenen Bandes spannen den Bogen von frühen Versuchen, die internationalistische Tradition des Marxismus mit kommunistischer Mobilisierung zusammenzubringen, über die staatssozialistischen Bemühungen um Geländegewinne im globalen Kalten Krieg bis zur Frage, welche Formen kommunistische Programmatik und Praxis in den neuen Verhältnissen nach 1989 annehmen können. Die Artikel ermöglichen einen Blick in ein Laboratorium neuer Forschungsansätze, die die ausgetretenen Pfade der Geschichtswissenschaft verlassen. Das Jahrbuch können Sie direkt über den Metropol Verlag (www.metropol-verlag.de) beziehen oder im Buchhandel erwerben. Die JHK-Jahrgänge 2002 bis 2017 finden Sie als Volltextversionen hier auf unserer Website. Weitere Informationen zum JHK 2019 online unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/jahrbuch

Logo: Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Pressemitteilung

Einweihung der Namenstafel am Ehrengrab Chemnitz am 28. Februar 2019

vom 25.02.2019

Dresden, der 25. Februar 2019. Der Sächsische Landesbeauftragte erinnert an die feierliche Einweihung der Namenstafel am Ehrengrab Chemnitz am 28. Februar 2019, zu der die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) einlädt. Hintergrund: Im Ehrengrab Chemnitz befinden sich die Urnen von 136 Häftlingen der Haftanstalten Waldheim und Hoheneck: Männer, Frauen und Kinder. 1950 waren sie aus den sowjetischen Speziallagern nach Hoheneck und Waldheim überstellt worden und dort aufgrund katastrophaler Haftbedingungen gestorben. Um die hohe Sterberate zu vertuschen, hielt man die Todesdaten geheim und informierte die Angehörigen nur selten. Auch die sterblichen Überreste wurden in der Regel nicht den Familien überge-ben. Dadurch wollte man öffentlichkeitswirksame Trauerfeiern vermeiden. Die Anfang der 1950er Jahre verstorbenen Häftlinge wurden eingeäschert, ihre Urnen auf den Dachböden der Haftanstalten eingelagert. Erst 1957 wurden sie anonym im Urnengrab Nr. 18 beigesetzt. Nach dem Zusammenbruch der DDR begannen ehemalige Häftlinge, die damaligen Ereignisse zu rekonstruieren und die Namen der Toten zusammen-zutragen. 1993 wurde auf ihr Engagement hin von der Stadt Chemnitz die Grabanlage errichtet und feierlich eingeweiht, jedoch ohne eine namentliche Nennung der Opfer. Dafür setzten sich Vereinsmitglieder der VOS ein, denn sie wollen durch die Namens-nennung der Verstorbenen am authentischen Ort eine Erinnerungskultur fördern, die einerseits den Familien und Haftkameraden ein Abschiednehmen ermöglicht und andererseits in die Zukunft gewandt ist. „In Schulprojekten können SchülerInnen durch aktives Erforschen einzelner Schicksale das Leben in Diktatur und Demokratie erforschen und Rückschlüsse ziehen“, heißt es in einem Schreiben der Opfervereinigung. Der Landesbeauftragte würdigt das Engagement der VOS, die maßgeblich dazu beigetragen hat, diese Idee umzusetzen, ausdrücklich. Dr. Nancy Aris wird bei der Gedenkfeier anwesend sein und zu den Gästen sprechen. „Heute, fast siebzig Jahre nach dem Tod der Häftlinge, bekommen die einst anonym beigesetzten, vertuschten Opfer der SED-Diktatur ihren Namen und ihre Geschichte zurück. Dieser Schritt ist sehr wichtig, weil Unrecht sich immer im Konkreten abspielt und die Erinnerung daran auch konkret und anschaulich sein sollte“, meint Lutz Rathenow. Ort: Zentralfriedhof, Eingang Reichenhainer Straße, links vom Krematorium, Urnenhain 18. Zeit: 28. Februar 2019 - Beginn: 10:00 Uhr

 Alexander Solschenizyn im Haus von Heinrich Böll am 14. Februar 1974, Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO), 1945-1989, Nummer toegang 2.24.01.05 Bestanddeelnummer 927-0019

Meldung

Gedenken an Alexander Solschenizyn anlässlich seines 100. Geburtstages

vom 11.12.2018

Kislowodsk, 11.12.2018. Im Geburtsort sowie in ganz Russland gedachte die Literaturwelt anlässlich seines 100. Geburtstages dem Schriftsteller Alexander Solschenizyn. Der oppositionelle Intellektuelle galt vielen als moralischer Kompass im Geistesleben der Sowjetunion. Der Nobelpreisträger wurde 1974 aus der Sowjetunion ausgebürgert und kehrte 1994 aus dem Exil nach Russland zurück, wo er 2008 starb. Mit seinem Hauptwerk "Archipel Gulag" hat der Mathematiklehrer und Schriftsteller ein aufrüttelndes Epos geschaffen, das die "unmenschliche Macht von Menschen über Menschen" bezeugt. Er selbst verbrachte viele Jahre seines Lebens in den Straflagern Sibiriens. Basierend auf seinen eigenen Erfahrungen, aber auch auf den Berichten von über 200 Überlebenden, stellt er die geschichtliche Entwicklung des Systems in den Mittelpunkt, beschreibt die Lagerwelt aus der Sicht der verschiedenen Gruppen, die sie bevölkerten und zeichnet den Weg der Häftlinge von der Einlieferung bis zum Tode durch Erschöpfung, Krankheiten oder dem Sadismus der Bewacher nach. Solschenizyn hat das sowjetische Lagersystem weltweit bekannt gemacht, er hat die Öffentlichkeit aufgerüttelt und das Sowjetunionbild des Westens maßgeblich geprägt. Die Biografie von Alexander Solschenizyn und weitere Informationen zu den Aktivitäten und Akteuren der Oppositionsbewegung in der Sowjetunion vor 1991 finden sie auf dem Portal dissidenten.eu.

Logo des Estonian Institute of Historical Memory

Denkmal | Gedenkveranstaltung

Denkmal für die Opfer des Kommunismus in Estland eröffnet

vom 23.08.2018

Tallinn, 23. August 2018. Am internationalen Gedenktag für die Opfer von totalitären Regimen wurde in der estnischen Hauptstadt in Maarjamäe ein Denkmal für die Opfer des sowjetischen Regimes in Estland eingeweiht. Neben staatlichen Delegierten aus dem Baltikum, Rumänien, Kroatien, Tschechien und Ungarn nahmen auch Opferverbände an der Eröffnung teil. Das Denkmal trägt den Titel Teekond ("Reise") und wurde nach einem Entwurf des Architektenbüros Arhitektuuriburoo JVR gebaut. Das Projekt wurde durch eine Zusammenarbeit des estnischen Justizministeriums, Opferverbänden, der Stadt Tallinn, dem estnischen Architekturverband und der staatlichen Immobiliengesellschaft RKAS realisiert. Das Denkmal besteht aus zwei Teilen. Die "Reise" ist ein langer Korridor mit Namensplaketten von über 20.000 Opfern der kommunistischen Gewaltherrschaft in Estland. Durch den Korridor gelangt man in den Koduaed ("Heimatgarten"), einen freundlich gestalteten von Apfelbäumen umgebenen Platz, den man erst nach der „Reise“ durch die Diktaturvergangenheit erreicht. Das Denkmal erinnert an die 75.000 verhafteten, deportierten oder ermordeten Esten in der Zeit vom 17. Juni 1940 und 20. August 1991 während der Zeit der sowjetischen Besetzung. Auf der Website des Denkmals wurde eine Datenbank mit allen namentlich bekannten Opfern der Diktatur veröffentlicht. Mit der inhaltlichen Betreuung der Datenbank und des Gedenkortes ist das Estonian Institute of Historical Memory betraut.

Ausstellung

Karl-Marx-Jahr in Trier

vom 05.05.2018 | bis zum 21.10.2018

Trier, 4. Mai 2018. Ein Festakt am 4. Mai in der Konstantin-Basilika in Trier bildet den feierlichen Auftakt des Karl-Marx-Jubiläums und läutet die Eröffnung mehrerer Ausstellungen in Trier anlässlich des 200. Geburtstages des Philosophen ein. Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Enthüllung der neuen Karl-Marx-Statue in seiner Geburtsstadt Trier, der am 5. Mai rund 200 Ehrengäste beiwohnen. In der großen Landesausstellung „Karl Marx 1818 - 1883. Leben. Werk. Zeit“ werden sein Leben, seine bedeutendsten Werke und sein Wirken beleuchtet. Diese wird von 5. Mai bis 21. Oktober 2018 im Rheinischen Landesmuseum Trier zu sehen sein. Auf insgesamt 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird der Werdegang Marx´ dargestellt. Die Ausstellungen behandeln nicht nur Karl Marx bedeutendste Werke selbst, sondern in den insgesamt 14 Ausstellungsräumen sind ca. 300 Zeitdokumente, Gemälde und Archivalien zu sehen. Das Stadtmuseum Simeonstift Trier zeichnet unter dem Ausstellungstitel „Stationen eines Lebens“ das Leben Marx´ in Form eines Rundganges nach, beginnend 1818 in seiner Geburtsstadt Trier bis hin zu seinem Tod 1883 in London. Mit Hilfe von Marx´ verschiedenen Lebensstationen werden Wendepunkte und wichtige Entwicklungen herausgestellt: Durch welche Personen wurde der Revolutionär, Philosoph und Gesellschaftskritiker Karl Marx beeinflusst und geprägt? Antwort auf diese und weitere Fragen zur Person Marx gibt die Ausstellung auf insgesamt 600 Quadratmetern mit Hilfe persönlicher Zeitdokumente. Durch zwei weitere ergänzende Partnerausstellungen im Museum Karl-Marx-Haus und im Museum am Dom werden die Wirkungsgeschichte sowie zeitgenössische Aspekte näher beleuchtet. Das Museum Karl-Marx-Haus eröffnete am 5. Mai eine neue Dauerausstellung unter dem Titel „Von Trier in die Welt. Karl Marx, seine Ideen und ihre Wirkung bis heute“, deren Schwerpunkt auf der Wirkungsgeschichte von Marx´ Thesen bis in die Gegenwart liegt. Das Museum am Dom geht in seiner ebenfalls am 5. Mai startenden Sonderausstellung „LebensWert Arbeit“ näher auf den zentralen Begriff der „Arbeit“ in Marx´ Werken ein. Thematisiert wird vor allem der Mensch mit seinem Bezug zur Arbeit. Dabei spannt die Ausstellung den Bogen zwischen selbstbestimmter Arbeit mit dem Ziel der eigenen Selbstverwirklichung bis hin zu den Folgen einer digital und global gestalteten Arbeitswelt. Erworben werden kann eine Karl-Marx-Card für 20 €, die zum einmaligen Eintritt in die vier  Museen während der Laufzeit der Landesausstellung berechtigt.

Cover des Jahrbuches für Historische Kommunismusforschung 2016

Weblaunch

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2016 online

vom 05.03.2018

Berlin, 05. März 2018. Ab heute ist das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2016 mit dem Titel „Konspiration und Kommunismus. Konspiration – Widerstand – Verrat: Biografische Skizzen“ als Volltext auf unserer Website verfügbar. Anhand biographischer Skizzen nähern sich die Autoren in den 15 Beiträgen dem Phänomen der Konspiration in der kommunistischen Bewegung. Die Beiträge spannen einen zeitlichen Bogen vom 19. Jahrhundert bis in die Zeit der kommunistischen Diktaturen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Konspiration in Parteistrukturen, den internationalen Beziehungen, Spionage und geheimdienstliche Aktivitäten werden in den Aufsätzen thematisiert. Kommunismusgeschichte.de veröffentlicht mit einem Abstand von zwei Jahren die aktuellen Jahrbücher als Volltext. Inzwischen sind bereits 15 Jahrgänge mit circa 400 Aufsätzen, Beiträgen und Miszellen online. Anhand verschiedener Schwerpunkte werden den Lesenden die neuesten Forschungsergebnisse zur Kommunismusgeschichte präsentiert. Die Jahrgänge 2002 bis 2016 können sie hier aufrufen.

Cover des Onlinemagazins "1956. Symptome einer Revolution", KARTA Zentrum

On­line­ma­ga­zin

1956. Symptome einer Revolution

vom 27.11.2017

Berlin/Warschau 27.112017. Das KARTA Zentrum in Warschau hat das Onlinemagazin „1956. Symptome einer Revolution“ veröffentlicht, das sich den Ereignissen des Jahres 1956 widmet. Im Fokus stehen dabei vier Länder: Polen, Ungarn, die Tschechoslowakei und die DDR. Chronologisch sortiert werden Zitate der staatlichen Machthaber präsentiert und zentrale Dokumente des Geschehens im Jahr 1956 zitiert. Ebenso zu Wort kommen Teilnehmer der dargelegten Ereignisse und einfache Bürger, die ihre Meinung zum Geschehen mitteilen. Kontextualisiert werden diese Auszüge von kurzen Überblickstexten zur jeweiligen Nation, die die Ereignisse des betreffenden Tages zusammenfassen. Das reich illustrierte Magazin legt einen deutlichen Fokus auf den Ungarischen Volksaufstand im Oktober 1956, verliert aber das Geschehen in den drei weiteren betrachteten Ländern nie aus dem Blick. Das Magazin möchte ein Gesamtbild entwerfen, um eine Antwort auf die Frage zu geben, was in diesem Teil Europas in dem Jahr passierte, „das als Wende in die Geschichte eingegangen ist, aber dessen Ende nichts mehr mit dem Beginn des politischen Tauwetters gemein hatte.“ Die Publikation wurde in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erstellt.

Die Justizminister der EU trafen sich im Tallinn Creative Hub, Urheber: Aron Urb, Lizenz: CC-BY 2.0

Gedenkveranstaltung

Justizminister der Europäischen Union begehen den Europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus

vom 23.08.2017

Tallinn, 23.08.2017. Die Justizminister der Europäischen Union haben sich am Mittwoch in Tallinn getroffen, um den Europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus zu begehen. Die Einrichtung eines Gedenktages für die Opfer aller totalitären und autoritären Regime in Europa im 20. Jahrhundert wurde vom Europäischen Parlament im Jahr 2009 gefordert. Der anschließend von der OSZE auf den 23. August bestimmte Gedenktag wird seitdem jedes Jahr mit einem Treffen der EU-Justizminister und Institutionen, die sich dem Studium totalitärer Regime gewidmet haben, begangen. Die diesjährige Veranstaltung fand in Tallinn statt, bei der vor allem die Einrichtung einer transnationalen Einrichtung diskutiert wurde, die die Verbrechen kommunistischer Regime aufarbeiten und die Vergehen der noch lebenden Funktionäre juristisch verfolgen soll. Auf dem Podium sprachen Professoren aus Toronto und Chișinău und Vertreter transnationaler Organisationen wie Dr. Anna Kaminsky, die Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Im Rahmen der Konferenz wurde auch die estnische Fassung der Ausstellung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter" eröffnet.

News

Lenin in Gelsenkirchen? Bundesstiftung Aufarbeitung unterstützt demokratische Bildungsarbeit

vom 18.06.2020

Berlin, den 18. Juni 2020. Eine Lenin-Statue will die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) am 20. Juni 2020 in Gelsenkirchen vor ihrer Parteizentrale einweihen. Juristisch kann die Errichtung auf Privatbesitz nicht verhindert werden. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt jedoch die Initiative der Stadt Gelsenkirchen, aus Anlass der Denkmalsetzung eine kritische Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und seinen Verbrechen anzustoßen. Die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky erklärte: „Lenin als einen der Begründer des roten Terrors und der sowjetischen Lager heute mit einem Denkmal zu verherrlichen, zeugt nicht nur von historischer Dummheit, sondern ist auch eine Verhöhnung der Millionen Opfer des kommunistischen Systems.“ Die Bundesstiftung folgt einem Aufruf des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen und stellt ihre Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“, die letzten zehn Jahrgänge des von ihr herausgegebenen „Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung“ sowie zahlreiche weitere Bände zur Kommunismusgeschichte für die Bildungsarbeit vor Ort zur Verfügung. Informationen zu der Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ von Gerd Koenen, herausgegeben von der Bundesstiftung Aufarbeitung und dem Deutschen Historischen Museum, finden Sie hier

Weblaunch

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2018 online

vom 17.02.2020

Berlin, 17. Februar 2020. Ab jetzt ist das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2018 auf unserem Portal im Volltext aufrufbar. Der Schwerpunkt des Bandes trägt den Titel „Die Stalinisierung der kommunistischen Parteien in den 1920er-Jahren. Mechanismen. Protagonisten. Widersacher“. Der Band widmet sich der kommunistischen Bewegung, die als Bolschewisierung, Sowjetisierung oder auch Stalinisierung beschrieben wird. Das JHK 2018 nimmt kommunistische Anhänger, Funktionäre und Intellektuelle in den Blick, die den Prozess der Unterordnung nicht akzeptierten, ihn bekämpften oder im Lauf der Jahrzehnte mit dem Kommunismus Moskauer Prägung brachen. Mit diesem Schwerpunkt soll das JHK 2018 auch an das Leben und Werk seines Begründers Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Weber erinnern, der 2018 seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Auf kommunismusgeschichte.de werden die aktuellen Jahrbücher zwei Jahre nach ihrem Erscheinen als gedrucktes Buch auch elektronisch im Volltext zugänglich gemacht. Mittlerweile sind 17 Jahrgänge mit über 400 Aufsätzen, Beiträgen und Miszellen online. Anhand verschiedener Schwerpunkte werden den Lesenden die neuesten Forschungsergebnisse zur Kommunismusgeschichte präsentiert. Die Jahrgänge 2002 bis 2017 können sie hier aufrufen.

Logo Bundesstiftung Aufarbeitung

Förderprogramm

Sonderförderprogramm „30 Jahre deutsche Einheit"

vom 08.01.2020

Berlin, der 8. Januar 2020. Aus Anlass des 30. Jahrestags der deutschen Einheit schreibt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Rahmen ihres Schwerpunkts #RevolutionTransformation für das Jahr 2020 ein Veranstaltungsförderprogramm aus. Unter Verwendung des Antragsformulars können bis zum 2. März 2020 Anträge auf Förderung öffentlicher Veranstaltungen, Tagungen und Weiterbildungen bis zu einer Höhe von 10.000 Euro gestellt werden. Gefördert werden u.a. Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, Filmvorführungen, Buchvorstellungen, Ausstellungseröffnungen, Lehrerfortbildungen etc., die aus Anlass des 30. Jahrestags der Wiedervereinigung zur Diskussion über die Geschichte der deutschen Einheit seit 1990 einladen. Im Vordergrund soll dabei der Transformationsprozess der 1990er Jahre stehen. Das Förderprogramm richtet sich insbesondere an Geschichtsvereine, Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung, Gedenkstätten und Museen, Einrichtungen der Lehrerfort- und -weiterbildung sowie der Wissenschaft.

Screenshot der Website workuta.de

Meldung

Ergänzte & erweiterte Kurzbiografien auf Workuta.de

vom 14.08.2019

Berlin, der 14. August 2019. Auf der Jahrestagung der Lagergemeinschaft Workuta 2012, die in Berlin stattfand und mit dem Besuch der ersten Gulag-Ausstellung im Schloss Neuhardenberg abgeschlossen wurde, reifte abermals der Idee, die Schicksale der deutschen Gulag-Häftlinge für die Nachwelt festzuhalten. Nach vielen schlaflosen Nächten und Gesprächen mit Horst Schüler wurde das Vorhaben formuliert, eine eigene Website aufzusetzen. Und so wurde workuta.de am 11. September 2013 mit 36 Hauptbiografien live geschaltet. Als Hauptbiografien werden die Biografien bezeichnet, die mindestens einen Lebenslauf, eine biografische Selbstaussage und eine Dokumentengalerie aufweisen. Mittlerweile umfasst workuta.de 45 Hauptbiografien. Neben den Hauptbiografien umfasst workuta.de aber noch über 100 weitere Namen. Einige Namen sind entweder auf von-potsdam-nach-workuta.de, gulag-memorial.de oder auf bundesstiftung-aufarbeitung.de verlinkt. Wenn zu einer Person keine Biografie veröffentlicht wurde, kann ihre Kurzbiografie in der alphabetischen Leiste des Zeitzeugen-Portals workuta.de eventuell lediglich den Namen, oder noch Geburtsjahr und Jahr der Verhaftung umfassen. Der Nachlass von Horst Schüler verbarg nun einen wahren Schatz. Bereits im Jahr 2008 hat die Lagergemeinschaft nämlich einen ersten Anlauf gestartet, die Biografien der deutschen ehemaligen GULag-Häftlinge festzuhalten. Hierzu wurden Fragebögen an die Mitglieder verschickt. Die Rückmeldung war überwältigend. Nun konnte ich diese Angaben auswerten, mit den alten Angaben vergleichen und ergänzen um zusätzliche persönliche Auskünfte.

Horst Schüler bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Meldung

Horst Schüler verstorben

vom 01.04.2019

Berlin, den 1. April 2019. Für den 27-jährigen Horst Schüler, geboren 1924 in Babelsberg, muss es die bittere Ironie der Geschichte gewesen sein: Als er nach seiner Verhaftung am 4. November 1951 für sechs Monate im Potsdamer KGB-Gefängnis Lindenstraße inhaftiert wird, befindet er sich an dem Ort, wo er zehn Jahre zuvor seinen Vater besucht hatte. Fritz Schüler war als Sozialdemokrat und Gewerkschafter von den Nationalsozialisten verhaftet worden, wurde 1942 im KZ Sachsenhausen ermordet. Als anerkanntes „Opfer des Faschismus“ glaubte Horst Schüler, im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands einen gewissen Schutz zu genießen. Doch als er nach seiner Ausbildung zum Redakteur der Märkischen Volksstimme ab 1949 in seiner Kolumne die Zustände in der DDR kritisiert, gerät er ins Visier der kommunistischen Organe. Ausschlaggebend für die Verhaftung war seine Weigerung, sich als Spitzel des KGB zu betätigen. Im März 1952 wird Schüler von einem Sowjetischen Militärtribunal wegen angeblicher Spionage zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und in die Strafregion Workuta verschleppt, einen der härtesten Lagerkomplexe des Gulag. Mit Tausenden anderen muss er Zwangsarbeit in den Kohleminen leisten. Als die Häftlinge im Juli 1953 gegen die menschenunwürdigen Haftbedingungen in Streik treten, ist Horst Schüler mit dabei. Er überlebt die blutige Niederschlagung des Aufstandes, die 64 Tote und 123 Verwundete fordert. Im September 1955 wird er entlassen und zurück nach Deutschland geschickt, täuscht einen falschen Wohnort vor und wird so in die Bundesrepublik entlassen. Der ausgebildete Journalist arbeitet von 1964 bis 1989 als Redakteur beim Hamburger Abendblatt, 1974 erhält er für seine Arbeit den renommierten Theodor-Wolff-Preis. Nach seiner offiziellen Rehabilitierung 1993 beginnt Horst Schüler 1996 ein zweites Berufsleben, das er ganz den Opfern politischer Verfolgung und der Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen widmet: Horst Schüler engagiert sich als Sprecher der Lagergemeinschaft Workuta/Gulag Sowjetunion. Von 2001 bis 2007 ist er Vorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), wird danach deren Ehrenvorsitzender. 2003 erhält er für seinen Einsatz das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, nachdem er bereits 1992 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden ist. Am 27. März 2019 ist Horst Schüler im Alter von 94 Jahren in Hamburg verstorben. „Horst Schüler hat sich wie kaum ein Zweiter bis ins hohe Alter mit großer Energie dafür eingesetzt, dass die Schicksale der deutschen Gulag-Häftlinge nicht in Vergessenheit geraten“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Dr. Anna Kaminsky. „Wer ihn kannte, wird sich immer an seine kluge, umsichtige und warme Persönlichkeit erinnern. Bei allem Schlimmen, das ihm in seinem Leben widerfahren ist, wurde er doch wie viele andere Leidensgenossen seiner Generation niemals bitter. Horst Schülers Lebenswerk mahnt uns, die Erinnerung an die kommunistischen Verbrechen wachzuhalten. Er wird fehlen“, sagte Anna Kaminsky. Für das Projekt „Gedächtnis der Nation“ hat Horst Schüler von den Härten des Gulags Anfang der 1950er-Jahre berichtet.

Pressemitteilung

Start für Förderprogramm "Revolution und Demokratie"

vom 30.01.2019

Dresden, den 29.01.2019. Der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow, begrüßt das von der Sächsischen Staatskanzlei aufgelegte Förderprogramm „Revolution und Demokratie“, das den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution und die Gründung des Freistaates Sachsen vor 100 Jahren würdigt. Das Förderprogramm unterstützt Projekte, die an die revolutionären Ereignisse erinnern und den Aufbau der Demokratie vor hundert beziehungsweise dreißig Jahren in den Blick rücken und vergegenwärtigen. Dabei interessieren nicht nur historische Schlaglichter in den sächsischen Metropolen, sondern auch kleinere Ereignisse in den Regionen. Lutz Rathenow ermutigt deshalb vor allem kleinere Initiativen im gesamten Freistaat, sich um eine Förderung zu bemühen: „Das Programm kann einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung leisten, wenn es von möglichst vielen genutzt und mit Leben gefüllt wird. Die Friedliche Revolution war eine Gesamtleistung vieler Gruppen und einzelner Menschen an ganz unterschiedlichen Orten, die wie in einem Mosaik als Teile des Ganzen wirkten. Diesen vielstimmigen Aufbruch in all seinen Facetten näher bekannt und für die Gegenwart nutzbar zu machen, ist ein wichtiges Vorhaben der demokratischen Selbstvergewisserung. Daran könnten sich auch Schulen beteiligen. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit kann jüngeren Menschen auch aufzeigen, dass es nicht selbstverständlich ist, in Freiheit zu leben und demokratische Grundrechte zu genießen.“ Der Förderzeitraum erstreckt sich über zwei Jahre: Für 2019 sind eine Million Euro vorgesehen, für 2020 stehen insgesamt 600.000 Euro zur Verfügung. Anträge können ab dem 1. Februar 2019 bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gestellt werden. Auf der Homepage https://www.sab.sachsen.de befinden sich die Förderrichtlinie „Revolution und Demokratie“, die Auskunft über Förderschwerpunkte, Antragsfristen und Bewilligungsmodalitäten gibt sowie die dazugehörigen Antragsunterlagen. Die Auswahl, welche Projekte gefördert werden, trifft ein Expertenbeirat. Bei inhaltlichen Fragen zum Fördergegenstand helfen Henry Krause (0351 564-1361) und Rico Nakoinz (0351 564-1296) von der Sächsischen Staatskanzlei gern weiter. Von Seiten der SAB steht Frank Fiedler (0351 4910-4242) für Fragen zur Verfügung.

Logo Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.

Pressemitteilung

Eröffnung der neuen Dauerausstellung „Vergangen, nicht vergessen – Das Zuchthaus Cottbus im Spiegel der Zeiten“ im Menschenrechtszentrum Cottbus

vom 10.12.2018

Cottbus, 10. Dezember 2018. Am Montag, den 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wird um 13:30 Uhr die neue Dauerausstellung „Vergangen, nicht vergessen – Das Zuchthaus Cottbus im Spiegel der Zeiten“ im Außenbereich der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus eröffnet. Während die anderen beiden Dauerausstellungen der Gedenkstätte sich auf politische Verhältnisse konzentrieren, befasst sich die neue Ausstellung an 16 Stationen mit Stelen, Vertiefungs- und Objektwürfeln vielmehr mit der wechselvollen Geschichte des gesamten Geländes von der Erbauung der ersten Gebäude bis zur heutigen Nutzung durch das Menschenrechtszentrum Cottbus. Mit alten und neuen Fotos, historischen Plänen und Texten ermöglicht sie den Besuchern einen Einblick in die Baugeschichte und Nutzung der Gebäude. Die Ausstellung beschreibt dabei nicht nur Geschichte, sondern gibt mit Originalzitaten besondere Erlebnisse, Gedanken und Gefühle von ehemaligen Inhaftierten aus der Zeit der Nazi-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur wieder. „Damit soll dieser Ort durch die Stimmen der Menschen, denen aus politischen Gründen Unrecht angetan worden ist, noch lange lebendig für die Nachwelt erhalten bleiben. Denn eines Tages werden keine Zeitzeugen mehr Führungen durch die Gedenkstätte mehr machen können“, sagt die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins und Gedenkstättenleiterin Sylvia Wähling. Die Ausstellung geht auch auf die neuere Geschichte des Geländes ein, als es Justizvollzugsanstalt des Landes Brandenburg war. Sie spiegelt mit Fotografien die Zeit der Verwahrlosung nach der Schließung des Gefängnisses wieder und geht auf einige wichtige Ereignisse seit dem Kauf des ehemaligen Gefängnisses durch das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. ein. Sie hält die verschiedenen Phasen der Entwicklung der heutigen Gedenkstätte fest, die im Falle eines zukünftigen Ausbaus kaum einer noch kennen wird. An einigen Stationen der weitläufigen Ausstellung finden die Besucher kreative Werke von Cottbuser Jugendlichen, die im Rahmen von Bildungsworkshops und eines Schreibworkshops nach Gesprächen mit Zeitzeugen entstanden sind. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit Fragen nach Freiheit, Gefühlen, Ungewissheit, Gefangenschaft, Gesellschaft, Ausbeutung, Fremd- und Selbstbestimmung. Unter Anleitung des Regisseurs Erik Schiesko produzierten darüber hinaus Jugendliche im Herbst 2018 ein animiertes Plakat, das Bestandteil der neuen Dauerausstellung ist. Besucher der Gedenkstätte können hier erste Einblicke in die wechselvolle Geschichte des einstigen Haftortes gewinnen, bevor sie in den verschiedenen Ausstellungsbereichen mehr über einzelne Themen und Zeitabschnitte erfahren. Nach einleitenden Worten durch die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung, Dr. Anna Kaminsky, findet eine kostenlose Führung durch die neue Ausstellung statt. Besucher sind zur Eröffnung am Montag, den 10. Dezember um 13:30 Uhr herzlich willkommen, wetterfeste Kleidung empfohlen!

Akten aus dem Bestand Hermann Weber © Reni Tillig, Bundesstiftung Aufarbeitung

Pressemitteilung

Neue Quellen zur Kommunismusgeschichte erschlossen / Bundesstiftung Aufarbeitung erinnert an den Mannheimer Historiker Hermann Weber (1928-2014)

vom 20.08.2018

Berlin, 20.08.2018. Der Mannheimer Historiker Hermann Weber (1928-2014) hat die Forschung zur Geschichte des Kommunismus vor und nach 1989 wesentlich geprägt. Seinen Nachlass hatte der Nestor der historischen DDR- und Kommunismusforschung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vermacht. Rechtzeitig zu Webers 90. Geburtstag am 23. August konnte das Archiv der Stiftung die Erschließung seines Dokumenten- und Bibliotheksbestandes abschließen. Damit stehen rund 95 laufende Meter Akten der Forschung zur Verfügung. Der Nachlass spiegelt sechs Jahrzehnte intensiver wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit der Geschichte des deutschen und internationalen Kommunismus sowie mit der DDR wider. In dieser Zeit trug der Mannheimer Historiker zahlreiche Originaldokumente namhafter kommunistischer Parteigrößen zusammen, etwa von Rosa Luxemburg und Clara Zetkin. Hinzu kommt umfangreiches Quellenmaterial aus den entlegensten Archiven. Im Bestand Hermann Weber finden sich darüber hinaus einzigartige Quellen, die die Aufarbeitung des Kommunismus vor und nach 1989 in Wissenschaft und Politik dokumentieren. Weber zählte zu den einflussreichsten Historikern im deutschen Einigungsprozess. Als Mitglied beider Bundestags-Enquetekommissionen, die sich in den 1990er Jahren mit der Geschichte und den Folgen der deutschen Teilung befassten, gehörte Weber ab 1998 zu den Begründerinnen und Begründern der Bundesstiftung Aufarbeitung, der er bis zuletzt auf das engste verbunden war. Gemeinsam mit seiner Frau Gerda hatte Hermann Weber 2003 innerhalb der Bundesstiftung die unselbständige Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung als Erbe ihres gemeinsamen Vermögens gegründet.  

Screenshot von dissidenten.eu

Nachruf

Rumänische Bürgerrechtlerin Doina Maria Cornea verstorben

vom 04.05.2018

Cluj, 4. Mai 2018. Am 4. Mai 2018 starb die Bürgerrechtlerin Doina Maria Cornea. Die seit Ende der 1970er-Jahre oppositionell engagierte Philologin veröffentliche zwischen 1982 und 1989 mehr als 30 über Radio Freies Europa verbreitete offene Briefe, in denen sie sich gegen die sogenannte Systematisierung, und die damit einhergehende Zerstörung historisch gewachsener Dorfstrukturen wandte. Eine ausführliche Biografie Doina Corneas und weitere Informationen zu den Aktivitäten und Akteuren der Oppositionsbewegung in Rumänien vor 1989 finden Sie im Biografischen Lexikon Widerstand und Opposition im Kommunismus 1945–91 unter dissidenten.eu oder im biographischen Lexikon auf unserer Website.  

Cover von Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2018, Berlin: Metropol-Verlag 2018.

News

»Stalinisierung« – Schwerpunkt des Jahrbuchs für Kommunismusforschung 2018

vom 05.03.2018

Berlin, 5. März 2018. Heute erscheint das neue Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung mit dem Schwerpunkt „Die Stalinisierung der kommunistischen Parteien in den 1920er-Jahren. Mechanismen. Protagonisten. Widersacher“. Anhand biografischer Studien wird die Stalinisierung der kommunistischen Bewegung nachgezeichnet. Beispielhaft wird das politische Handeln polnischer, sowjetischer, österreichischer und deutscher Dissidenten und Befürworter des stalinistischen Kommunismus skizziert. Damit will der Band auch an das Leben und Werk seines Begründers Professor Hermann Weber erinnern, der am 23. August 2018 seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Seine Stalinisierungsthese wird in zwei Beiträgen konträr diskutiert, ein weiterer Artikel zum Nachlass des Wissenschaftlers in der Stiftung Aufarbeitung rundet den Schwerpunkt ab. Das Jahrbuch können Sie direkt über den Metropol Verlag (www.metropol-verlag.de) beziehen oder im Buchhandel erwerben. Die JHK-Jahrgänge 2002 bis 2016 finden Sie als Volltextversionen hier auf unserer Website. Weitere Informationen zum JHK 2018 online unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/jahrbuch

Logo des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Projekt

Projektwoche an sächsischen Schulen zur politischen Gewalt in der DDR

vom 06.11.2017 | bis zum 10.11.2017

Sachsen, 26.10.2017. Können sich junge Menschen ohne eigene Erfahrungen mit dem SED-Regime überhaupt ein Bild vom Unrecht in der DDR machen? Können Berichte von politisch Verfolgten dies befördern? Diesen Fragen wollen der Schriftsteller Utz Rachowski und der Theologe Wolfram Tschiche vom 6. bis 10. November 2017 in sächsischen Schulen nachgehen. In Schneeberg, Werdau, Freital, Dresden und Grimma führen sie zehn Veranstaltungen in Gymnasien durch und diskutieren mit Schülerinnen und Schülern über politische Gewalt in der DDR. Grundlage der Diskussion ist das Buch „Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich“, der aktuelle Band der Schriftreihe des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Schüler diskutieren in der Projektwoche gelesene Texte und die Geschichten der Referenten, die selbst Zeitzeugen und ehemalige Oppositionelle sind. Neben den Schulveranstaltungen gibt es eine öffentliche Abendveranstaltung. Diese findet am 6. November 2017 im Martin-Luther-King-Zentrum, Stadtgutstraße 23, in Werdau statt. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Plakat der Ausstellung " Der Kommunismus in seinem Zeitalter"

Ausstellung

„Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ – Plakatausstellung im Lüchower Kreishaus-Foyer

vom 15.08.2017 | bis zum 31.10.2017

Lüchow-Dannenberg, 11.08.2017. Aus Anlass des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution schildert die Plakatausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegungen. Vom 15. August bis 31. Oktober 2017 ist sie im Foyer des Lüchower Kreishauses zu sehen. Die kommunistischen Bewegungen waren im 20. Jahrhundert dazu angetreten, nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen grundlegend zu verändern. Ihr letztendlich totalitärer Anspruch mobilisierte rund um den Globus Millionen und entwickelte sich zum Albtraum von Abermillionen, die Opfer kommunistischer Gewaltregime wurden. Die Ausstellung umfasst 25 Plakate mit über 200 zeithistorischen Fotos, Dokumenten sowie QR-Codes, die mit Filmdokumenten im Internet verlinkt sind. Herausgeber der Ausstellung sind die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Deutsche Historische Museum Berlin. Ihr Autor ist der Frankfurter Historiker Gerd Koenen. Die Ausstellung ist im Rahmen der Reihe „KuK – Kunst & Kultur im Kreishaus“ Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 16 Uhr und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr zu sehen. Ausführliche Informationen über die vom Frankfurter Historiker Dr. Gerd Koenen konzipierte und verfasste Schau finden sich unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/k-ausstellung

Wikipedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Meldung

Horst Henning verstorben

vom 28.05.2020

Berlin, den 28.05.2020. Die Lagergemeinschaft Workuta gibt den Tod ihres Mitglieds Generalarzt Dr. Horst Hennig bekannt. Er verstarb am 21. Mai 2020 in Köln, eine Woche vor seinem 94. Geburtstag. Durch seine Beiträge und Buchveröffentlichungen hat er dazu beigetragen, die Verbrechen des Stalinismus/Kommunismus im allgemeinen und konkret die Schicksale seiner Haftkameraden von Workuta festzuhalten und zu dokumentieren. Kurz vor seinem Tod hat er sein letztes großes Buchprojekt noch vollenden können. Gemeinsam mit Gerald Wiemers hat er das Buch über seinen Lagerkameraden aus dem 29. Schacht von Workuta, Sigurd Binski, unter dem Titel „Freiheit in Verantwortung“ herausgegeben. Horst Hennig wird im Juni in seiner alten Heimat auf dem Friedhof in Klostermansfeld beigesetzt. Den Nachruf von Gerald Wiemers können Sie auf der Homepage workuta.de lesen: http://www.workuta.de/aktuelles/index.html

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Markus Meckel neuer Vorsitzender der deutsch-belarussischen gesellschaft

vom 27.01.2020

Berlin, den 20.01.2020. Markus Meckel, früherer Außenminister und Bundestagsabgeordneter, wurde auf der Mitgliederversammlung der deutsch-belarussischen gesellschaft zum neuen Vorsitzenden gewählt. Prof. Dr. Rainer Lindner und die langjährige Vorständin Dr. Astrid Sahm wechseln in den Beirat, welcher für die Koordination der zwischengesellschaftlichen  Zusammenarbeit mit Russland und Zentralasien zuständig ist. Zusätzlich übernimmt Meckel den Vorsitz des 1997 gegründeten Minsk Forums. Dieses regt zu Begegnungen zwischen Politikern und Diplomaten der EU und Belarus an. Die deutsch-belarussische gesellschaft e.V. (dbg) wurde 1999 in Berlin gegründet, um Verständigung und Kooperation zwischen den Akteuren in Belarus und Deutschland zu fördern. Hierfür werden Diskussionsabende, Rundtische, internationale Foren sowie Expertenseminare veranstaltet.

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Gulag-Zeitzeugen Podcast: Didaktische Material verfügbar

vom 25.11.2019

Berlin, der 26.11.2019. Das Didaktische Material zu den Gulag-Podcasts ist jetzt auf der Internetseite der Bundesstiftung zum Download verfügbar. In dem Gulag Zeitzeugenarchiv finden sich Interviews mit mehr als 250 ehemaligen Lagerhäftlingen bzw. ihrer Kinder aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Historiker Dr. Meinhard Stark trug so im Rahmen eines von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projektes der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn über 1.200 Stunden umfassende Gespräche und die schriftlichen Unterlagen im Umfang von mehr als 46.000 Blatt zusammen. Einige der Interviews sind als Podcasts in Gesamtlänge verfügbar. Nun ist auf der Internetseite der Bundesstiftung didaktisches Material zur Unterrichtsgestaltung mit den Gulag-Podcasts erschienen. Dies besteht aus dem Artikel „Der Gulag. Umrisse eines Archipels“ von Dr. Meinhard Stark, „NS-KZ-System und Gulag-System. Zur Frage ihrer Vergleichbarkeit und ihrer Bedeutung für die europäische Erinnerungskultur“ von Bernd Faulenbach und den Didaktischen Vorschlägen zur Arbeit mit den Podcast zum Gulag in Form von mehreren Gestaltungsvorschlägen einer Doppelstunde und einer mehrtägigen Projektwoche von Dr. Meinhard Stark.   Die Beschäftigung mit den Gulag-Podcasts kann im regulären Unterricht für Geschichte, Politische Weltkunde oder verwandter Fächer als auch im Studium erfolgen.

Weblaunch

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2017 online

vom 04.06.2019

Berlin, der 4. Juni 2019. Ab heute ist das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2017 mit dem Titel „100 Jahre Oktoberrevolution“ auf unserem Portal im Volltext aufrufbar. Die Autorinnen und Autoren nahmen anlässlich des Zentenariums der russischen Revolutionen die Ereignisse und seine Folgen aus verschiedenen Perspektiven in den Blick. Darüber hinaus werden die sich im Verlauf eines Jahrhunderts wandelnden Geschichtsbilder des kommunistischen Umsturzes und seine Rezeption kritisch reflektiert. Kommunismusgeschichte.de veröffentlicht mit einem Abstand von zwei Jahren die aktuellen Jahrbücher als Volltext. Inzwischen sind bereits 16 Jahrgänge mit über 400 Aufsätzen, Beiträgen und Miszellen online. Anhand verschiedener Schwerpunkte werden den Lesenden die neuesten Forschungsergebnisse zur Kommunismusgeschichte präsentiert. Die Jahrgänge 2002 bis 2017 können sie hier aufrufen.

Logo: Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

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Aufruf Bildmaterial Grenzöffnungen 1989 der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

vom 14.03.2019

Marienborn, der 14. März 2019. Am 9. November 2019 jährt sich die Öffnung der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze zum 30. Mal. Am Grenzübergang Marienborn war es die Ärztin Annemarie Reffert, die sich noch am Abend der verkündeten Neuregelung für Westreisen den Weg durch die DDR-Grenzkontrollen erstritt und erstmals die innerdeutsche Grenze in Richtung Helmstedt überquerte. In den folgenden Tagen und Wochen öffneten zahlreiche weitere Grenzpassagen zwischen Ost und West in der gesamten Region: am 11.11.1989 demontierten Bürger aus Stapelburg den Grenzzaun zu Eckertal, am 12.11. öffnete sich der Grenzzaun zwischen Hessen und Mattierzoll, am 18.11. zwischen Böckwitz und Zicherie sowie zwischen Weferlingen und Grasleben, am 19.11. zwischen Hötensleben und Schöningen, am 22.12. zwischen Harbke und Helmstedt, am 8.12. zwischen Dedeleben und Jerxheim, am 12.12. zwischen Sorge und Braunlage, am 27. Januar 1990 zwischen Abbenrode und Lochtum, am 11. Februar  1990 zwischen Lockstedt und Saalsdorf, am 8. April 1990 zwischen Hornburg und Os erode. Zahlreiche weitere Übergänge entstanden in schneller Folge. Zwischen dem 9. November 1989 und dem Juni 1990 begegneten sich tausende Menschen beidseits der ehemaligen Grenze an mehr als 40 neuen Ost-West-Passagen. Für sehr Viele waren die damaligen Ereignisse eindrückliche und bewegende Momente, die vielfach in Bildern festgehalten worden – ob direkt beim Überqueren der Grenze oder bei Feiern, bei Zusammenkünften oder bei Ausflügen in den Folgetagen und -wochen. Wenn dies auch Sie betrifft und noch heute bewegt: Schicken Sie der Gedenkstätte Marienborn Ihre Impressionen aus der Zeit 1989/90 und schreiben Sie Ihre Gedanken dazu auf. Im Rahmen der Feierlichkeiten am 9. November 2019 soll das eingereichte Material auf einer Großleinwand in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn gezeigt werden, um vielfältige Perspektiven aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen auf die Grenzöffnungen 1989/90 zu zeigen. Bitte kontaktieren Sie: Sven Sachenbacher 039 406 920 912 sven.sachenbacher@stgs.sachsen-anhalt.de

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Pressemitteilung

Liebknecht-Luxemburg-Demo 2019: Bundesstiftung Aufarbeitung erinnert an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft

vom 11.01.2019

Berlin, 11.01.2019. Die alljährliche Liebknecht-Luxemburg-Demonstration findet 100 Jahre nach der KPD-Gründung, dem gewaltsamen Januaraufstand und der Gründung der Weimarer Republik besondere Aufmerksamkeit. „Eine Romantisierung kommunistischer Politik sowohl in der Frühphase als auch im weiteren Verlauf der Weimarer Republik muss vermieden werden“, fordert daher die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky und spricht sich „für einen differenzierten und kritischen Umgang mit den beiden Gründungsmitgliedern der KPD und Symbolfiguren der Revolution Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht“ aus. Einerseits wurden Luxemburg und Liebknecht jahrelang für die realsozialistische Propaganda in der DDR herangezogen, aber andererseits beriefen sich Angehörige oppositioneller Gruppen bei der Demonstration von 1988 auf Luxemburg-Zitate wie „Die Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersdenken“ und „Der einzige Weg zur Wiedergeburt – breiteste Demokratie“. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erinnert am 13. Januar 2019 erneut mit einem Gedenkkranz auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft. Die Geschichte des Kommunismus ist untrennbar mit der Erinnerung an die begangenen Verbrechen und die Millionen Opfer verbunden. Als politische Großdemonstration findet die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration alljährlich zum Gedenken an die am 15. Januar 1919 in Berlin durch Freikorpssoldaten ermordeten Mitbegründer der KPD Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Sie endet traditionell an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Ein Gedenkstein am Rande der Gedenkstätte der Sozialisten erinnert seit 2006 an die Opfer politischer Repression in der Sowjetunion sowie der SBZ und der DDR.

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Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa im Alter von 91 Jahren in Moskau verstorben

vom 09.12.2018

Moskau, 9.12.2018. Die Menschenrechtlerin und Dissidentin Ljudmila Alexejewa ist am 8. Dezember 2018 in Moskau im Alter von 91 Jahren verstorben. Die Mitbegründerin der Moskauer Helsinki-Gruppe wurde ab Ende der 1970er-Jahre zu einer der hörbarsten Stimmen der Menschenrechtsbewegung der Sowjetunion im Exil. 1993 kehrte sie nach Russland zurück. Bis ins hohe Alter war sie gesellschaftlich aktiv, und kritisierte Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land. Die Biografie von Ljudmila Alexejewa und weitere Informationen zu den Aktivitäten und Akteuren der Oppositionsbewegung in der Sowjetunion vor 1991 finden sie auf dem Portal dissidenten.eu.

Pilsen (ČSSR), 1968. Foto: Dieter Prescher. © Bundesstiftung Aufarbeitung, Dieter Prescher, Bild 191

News

50. Jahrestag der Niederschlagung des Prager Frühlings

vom 20.08.2018

Am 20. August 1968 besetzten Truppen des von der Sowjetunion kontrollierten Militärbündnisses Warschauer Pakt die damalige CSSR, um eine politische Reformbewegung unter der Leitung von Alexander Dubček gewaltvoll niederzuschlagen. Dieser so genannte Prager Frühling - die Versuche einen Sozialismus mit „menschlichem Antlitz“ zu verwirklichen – wurde von Moskau als Konterrevolution interpretiert und mit der Okkupation von Prag gewaltvoll beantwortet. Die Ereignisse gelten als Kristallisationspunkt und entscheidende Bewegung in der Geschichte von Protest und Opposition gegen die kommunistischen Diktaturen in Osteuropa nach 1945. Die Protestierenden bezogen sich einerseits auf die gescheiterten Reformversuche in Ungarn 1956 und dem Aufstand in der DDR 1953, andererseits bezogen sich die Oppositionsbewegungen der 1970er und 1980er-Jahre auf die Versuche von Dubček. Die Brutalität im Agieren der Machthaber führte dazu, dass sich viele Menschen enttäuscht vom kommunistischen Staat abwandten. Somit ist die Bedeutung des Prager Frühlings vor allem für das Ende der kommunistischen Diktaturen als hoch einzuschätzen. Anlässlich des 50. Jahrestages möchten wir sie auf unsere vielfältigen Angebote zum Thema Prager Frühling auf unserer Website hinweisen. Neben Dubcek-Biographien, diplomatischen Quellen und wissenschaftlichen Darstellungen finden sie auch Radiofeatures aus Tschechien, spannende Dokumentarfilme mit Zeitzeugeninterviews oder ein Webportal. Mit unserem Angebot möchten wir ihnen breite multimediale Möglichkeiten an die Hand geben, um sich zu diesem wichtigen Themenkomplex der Demokratiegeschichte informieren zu können.  

Logo des sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Pressemitteilung

Begegnungstreffen der ehemaligen „Hoheneckerinnen“ am 28.04.2018

vom 27.04.2018 | SÄCHSISCHER LANDESBEAUFTRAGTER ZUR AUFARBEITUNG DER SED-DIKTATUR

Hoheneck, 27.04.2018. Morgen findet in der Gedenkstätte Hoheneck ein Begegnungstreffen der in der DDR in Hoheneck inhaftierten Frauen statt. Den Auftakt bildet das Gedenken an die vom Kommunismus verfolgten Frauen am Gedenkstein vor der Gedenkstätte. Hoheneck war das größte Frauengefängnis der DDR. Tausende Frauen und Mädchen waren dort aus politischen Gründen eingesperrt. Sie waren unvorstellbaren Haftbedingungen ausgesetzt und dem SED-Regime schutzlos ausgeliefert. Als politische Gefangene wurden sie auf besondere Weise schikaniert. Man legte sie mit Schwerverbrecherinnen zusammen und verpflichtete sie zu Zwangsarbeit für den Arbeiter- und Bauernstaat.Die Gedenkansprache des Landesbeauftragten hält Maximilian Heidrich, der das Vermächtnis von Hoheneck vor allem als Auftrag für die politische Bildung sieht:„Die Erfahrungen müssen uns Auftrag sein, das weiterzugeben, was nicht dem Ver-gessen anheimfallen darf. Den Erinnerungen muss eine Zukunft gegeben werden. Auch deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass wir ein „Schloss Hoheneck“ als historisch authentischen Ort haben, innerhalb dessen eine Gedenkstätte entsteht, in der wir uns erinnern und uns historisch-politisch bilden können.“, so Maximilian Heidrich.Die Besucher haben im Anschluss Gelegenheit, mit den Zeitzeuginnen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam mit ihnen die ehemaligen Hafträume zu besichtigen. Die Begegnung der Frauen und ihre Zeitzeugenarbeit fördert der Sächsische Landes-beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.Um 17:00 Uhr hält Dr. Tobias Wunschik, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim BStU einen Vortrag über die Häftlingszwangsarbeit in Hoheneck unter dem Titel „Knastware für den Klassenfeind“. Ablauf09:30 Uhr ǀ Gedenkrede, Grußworte und Kranzniederlegung mit musikalischer Umrahmung10:00 Uhr ǀ Begehung der ehemaligen Hafträume mit den Zeitzeuginnen11:30 Uhr ǀ Informationen zum Baugeschehen13:00 Uhr ǀ Erkundung der Phänomenia (kostenpflichtig)17:00 Uhr ǀ Vortrag von Dr. Tobias Wunschik „Knastware für den Klassenfeind“

Gedenkstein mit Kränzen für die die Opfer politischer Repression in der Sowjetunion sowie der SBZ und der DDR.

Gedenkveranstaltung

Luxemburg-Liebknecht-Demo: Bundesstiftung Aufarbeitung erinnert an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft

vom 14.01.2018

Berlin, 14.01.2018. Zur alljährlichen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration erinnert die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit einem Gedenkkranz auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft. „Die Geschichte des Kommunismus ist untrennbar verbunden mit der Erinnerung an die begangenen Verbrechen und das Unrecht“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky.Als politische Großdemonstration findet die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration alljährlich zum Gedenken an die am 15. Januar 1919 in Berlin durch Freikorpssoldaten ermordeten Mitbegründer der KPD Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Sie endet traditionell an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Seit 2006 erinnert ein Gedenkstein am Rande der Gedenkstätte der Sozialisten an die Opfer politischer Repression in der Sowjetunion sowie der SBZ und der DDR.Anna Kaminsky erinnerte in diesem Zusammenhang an die massenhafte Verhaftung von Oppositionellen im Umfeld der offiziellen „Kampfdemonstration“ der DDR zu Ehren von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 30 Jahren. Am 17. Januar 1988 hatten Angehörige oppositioneller Gruppen in der DDR im Demonstrationszug Plakate mit Luxemburg-Zitaten entrollt. Mit Sätzen wie „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“, „Der einzige Weg zur Wiedergeburt – breiteste Demokratie“ und „Wer sich nicht bewegt, spürt die Fesseln nicht“ machten sie die Gegensätze zwischen kommunistischer Propaganda und realsozialistischer Wirklichkeit deutlich. Bei der Demonstration und in den folgenden Tagen wurden mehr als 100 Oppositionelle verhaftet, mit hohen Haftstrafen bedroht und teilweise nach Westdeutschland abgeschoben.

Demonstrationszug in Berlin-Friedrichshain am 5.11.2017 (c) Bundesstiftung Aufarbeitung

News

Altkommunisten demonstrieren in Berlin für die revolutionäre Tat

vom 05.11.2017

Berlin, 5.11.2017. Kurz vor dem 100. Jahrestag der russischen Revolution meldete nach Angaben der Polizei die Gruppe "Verein für die unliteratische Verwendung der Literatur und außergewöhnliche Brechtvorhaben" am Sonntag einen Demonstrationszug von Friedrichshain nach Moabit und wieder zurück an. Circa 30 Teilnehmende begleiteten den Zug, auf dem sowjetische Militärdevotionalien ausgestellt wurden. Ein Kriegsschiff und ein Panzer wurden über die Straßen Berlins gezogen. Die Demonstration wollte an den 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution erinnern und die Berlinerinnen und Berliner zu revolutionären Taten mobilisieren. Ob man allerdings mit altbackener Proletkulturromantik und einer Verklärung des Militarismus der 1920er-Jahre in Berlin im Jahr 2017 erfolgreiche linke Politik machen kann, bleibt stark zu bezweifeln.

Stipendium

100 Jahre Umbruch in Nordosteuropa

vom 31.07.2017 | bis zum 31.07.2017

Lüneburg, 12.05.2017. Das Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN) der Universität Hamburg in Lüneburg vergibt ab dem 1. September 2017 ein Forschungsstipendium. Es möchte damit eine Forschungsarbeit unterstützen, die die Jahre 1917/1918 in der nordosteuropäischen Geschichte thematisiert. Diese Jahre zeichnen sich durch globale Ereignisse wie die Russische Revolution, das Ende des Ersten Weltkrieges, die Proklamierung der Weimarer Republik sowie die Unabhängigkeit der baltischen Staaten und Polens aus und hatten somit großen Einfluss auf die Geschehnisse in Nordosteuropa. Das Stipendium wird für drei Monate gewährt und richtet sich in erster Linie an Nachwuchswissenschaftler, kann aber auch an habilitierte Wissenschaftler und Professoren vergeben werden. Nur Forschungsvorhaben, für die bereits Vorarbeit geleistet wurde, kommen in Frage. Das Stipendium in Höhe von 2500 Euro pro Monat ist für den durch den Forschungsaufenthalt in Lüneburg entstehenden Mehraufwand des Empfängers bestimmt. Es wird erwartet, dass der/die Stipendiat/-in beispielsweise durch Vorträge am Institut, Lesungen oder Gespräche für die breitere Öffentlichkeit zu den Aktivitäten des Instituts beiträgt. Bewerbungen (kurze Beschreibung des Forschungsprojekts, Arbeitsplanung für den Forschungsaufenthalt, wissenschaftliches Curriculum Vitae mit Publikationsliste) sind bis zum 31. Juli 2017 einzureichen.

Denkmal in Radom, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Pressemitteilung

80. Jahrestag: Bundesstiftung Aufarbeitung erinnert an das Massaker von Katyń

vom 03.04.2020

Berlin, 3. April 2020. Vor genau 80 Jahren begann der sowjetische NKWD auf Befehl Stalins mit der systematischen Ermordung polnischer Gefangener. In einem Waldstück bei dem Dorf Katyń in der Nähe von Smolensk wurden bis zum 11. Mai etwa 4.400 Menschen erschossen. Das Massaker war der Beginn eines Massenmordes an insgesamt 22.000 bis 25.000 Militärangehörigen und Intellektuellen. Die Urheberschaft wurde von der Sowjetunion vertuscht und geleugnet, nachdem die deutsche Wehrmacht das Gebiet erobert, die Massengräber gefunden und die Toten für die eigene Propaganda ausgenutzt hatte. Bis 1990 hielten die sowjetischen Machthaber daran fest, dass die polnischen Gefangenen von deutschen Einheiten ermordet worden seien. Dass das Massaker auf Befehl der obersten sowjetischen Führung unter Stalin erfolgte, wurde zu einem der am strengsten gehüteten Tabus in der Geschichte der kommunistischen Diktaturen. Erst 1990 räumte Michail Gorbatschow auf Druck der polnischen Regierung die Verantwortung der Sowjetunion öffentlich ein. Der Massenmord von Katyń ist bis heute das weltweit am meisten erinnerte kommunistische Verbrechen und spielt nicht nur in Polen eine prägende Rolle. „Nachdem der Massenmord über Jahrzehnte verleugnet wurde, ist die Erinnerung daran bis heute weltweit so präsent wie die an kaum ein anderes kommunistisches Verbrechen“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. In dem von ihr herausgegebenen Band „Erinnerungsorte für die Opfer von Katyń“ hat die Bundesstiftung Aufarbeitung eine Auswahl von 178 Erinnerungsorten in 18 Ländern zusammengestellt, die an das Verbrechen von Katyń erinnern. Denkmäler stehen an den historischen Tatorten selbst sowie in fast jeder polnischen Stadt. Hinzu kommen Erinnerungszeichen in aller Welt, wo ins Exil getriebene Polen an die Ermordeten erinnerten. „Erinnerungsorte für die Opfer von Katyń“, herausgegeben von Anna Kaminsky im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, ist erschienen im Leipziger Universitätsverlag 2013.

Screenshot Institutslogo

Pressemitteilung

Radu Preda als Direktor des IICCMER entlassen

vom 14.01.2020

Bukarest, den 14.01.2020. Radu Preda wurde als Direktor des Instituts für die Untersuchung der kommunistischen Verbrechen und des Gedenkens an das Rumänische Exil (IICCMER) entlassen. Der vom Premierminister, Ludovic Orban (PNL) gefasste Beschluss wurde am 14. Januar 2020 im Amtsblatt veröffentlicht. Preda wurde auf Vorschlag der Konrad-Adenauer-Stiftung von Premier Victor Ponta (damals PSD) 2014 zum Direktor ernannt. Sein fünfjähriges Mandat wurde 2019 ein zweites Mal von der Regierungschefin, Viorica Dăncilă (ebenfalls PSD) verlängert. Bereits im September 2015 forderten fünf Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats - Zoe Petre, Dennis Deletant, Cristian Pârvulescu, William Totok und Adrian Cioroianu - die Entlassung Predas. Aus Protest gegen die ultrarechten Aussagen Predas legten sie ihr Amt nieder. Das Institut für die Untersuchung der kommunistischen Verbrechen und des Gedenkens an das Rumänische Exil wurde 2005 unter Koordinierung des damaligen Premierministers eingerichtet. Die Aufgabe des IICCMERs ist die wissenschaftliche Analyse der totalitären Periode und ihrer Folgen durch Forschungsarbeiten, Veröffentlichungen von Fachbänden und der Organisation wissenschaftlicher Konferenzen sowie Diskussionsrunden. Außerdem unterstützt das IICCMER die Schaffung von Bildungsmaterialien für Gedenkzwecke und sammelt, archiviert und veröffentlicht Dokumente zur Erinnerung an das rumänische Exil.

Logo der Uni Greifswald

Pressemitteilung

Zeitzeugen gesucht zu Todesfällen bei Fluchtversuchen aus der DDR über die Ostsee

vom 26.08.2019

Greifswald, der 26. August 2019. Ein Forschungsteam des Instituts für Politik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Greifswald unter der Leitung von Prof. Dr. Hubertus Buchstein untersucht seit dem 1. Juli 2019 die Todesfälle bei Fluchtversuchen aus der DDR über die Ostsee. Das Projekt ist Teil eines gemeinsamen Verbundprojektes mit dem Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin und einer Forschungsgruppe an der Universität Potsdam. Das Bündnis „Grenzregime“ der drei Universitäten wird mit rund drei Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Für das Projekt sucht das Greifswalder Projektteam nach weiteren Zeitzeugen und Zeitzeuginnen sowie nach Angehörigen. Die Fluchten über die Berliner Mauer und an der Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR sind mittlerweile gut erforscht. Vergleichbare wissenschaftliche Untersuchungen zu den bei Fluchtversuchen über die Ostsee oder an den Grenzen der anderen Ostblockstaaten ums Leben gekommenen DDR-Bürger liegen bislang nicht vor. Diese Lücke soll durch das Verbundprojekt geschlossen werden. Ende der 1950er/Anfang der 60er Jahre führte die anhaltende Abwanderung aus dem Staatsgebiet der DDR zu verschärften Grenzkontrollen. Mit einer kompletten Abschottung mittels Mauern und kilometerlangen kontrollierten Grenzgebieten erreichte die Grenzpolitik 1961 ihren Höhepunkt. Nach Norden hin hatte das Staatsgebiet durch die Ostsee zwar eine natürliche Grenze, diese wurde allerdings noch zusätzlich abgesichert. Hier wurde eine Art „unsichtbare Mauer“ gezogen. Mittels eines strengen Grenzregimes wurden die Seegrenze und die Ostseeküste kontrolliert, um Abwanderungswillige abzuschrecken und von einer geplanten Republikflucht abzuhalten. Trotz des engen Kontrollnetzes an den Küstenabschnitten an der Ostsee wagten viele Menschen bis zur Grenzöffnung 1989 die Flucht über diese sogenannte „nasse Grenze“. Nach dem bisherigen Kenntnisstand handelt es sich dabei um ca. 5 600 Personen. Rund 80 Prozent von ihnen wurden bei dem Versuch verhaftet, vermutlich 913 (etwa 16 Prozent) ist die Flucht gelungen und mindestens 174 Menschen fanden bei ihrem Fluchtversuch den Tod. Die Leichen der Geflüchteten wurden an die Strände zwischen Fehmarn, Rügen und Dänemark gespült oder im Meer in Fischernetzen gefunden. Die Greifswalder Forschungsgruppe widmet sich vor allem der Aufarbeitung und Aufklärung von Fluchtversuchen mit tödlichem Ausgang. Das Ziel des Projektes ist, die Schicksale der Opfer nachzuzeichnen und sie dadurch vor dem Vergessen zu bewahren. Dafür werden weitere Zeitzeugen und Zeitzeuginnen sowie Angehörige gesucht, die mit ihren persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen zur Aufarbeitung dieses heute fast vergessenen Themas beitragen können. Wer Auskünfte zu Fluchten aus der DDR über die Ostsee geben kann oder auch Dokumente und Material hat, wird gebeten, sich bei der Projektgruppe zu melden. Allen Hinweisen wird nachgegangen, damit die Einzelschicksale nicht in Vergessenheit geraten. Die Ergebnisse aller drei Teilprojekte sollen jeweils als Buch veröffentlicht werden. Das Center für Digitale Systeme (CeDiS) https://www.cedis.fu-berlin.de/index.html in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin wird Zeitzeugeninterviews und Forschungsergebnisse der Teilprojekte auf einer Website im Internet für die politische Bildung und Aufklärungsarbeit über die zwei deutschen Staaten und die SED-Diktatur zugänglich machen. Weitere Informationen Auch fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer gilt es, Wissenslücken über das in der DDR begangene Unrecht sowie über die Nachwirkungen des Transformationsprozesses seit 1989/90 zu schließen. Dafür hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einem Wettbewerbsverfahren aus über 100 Bewerbungen 14 Forschungskonsortien ausgewählt, die bis 2022 mit einer Fördersumme von 40 Millionen Euro unterstützt werden, um eine stärkere Verankerung der DDR-Forschung in der deutschen Hochschul- und Forschungslandschaft zu unterstützen.

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Pressemitteilung

The anniversary of the European Parliament resolution on “European Conscience and Totalitarianism”

vom 02.04.2019

Prague, 2 April – On this day ten years ago (2 April 2009), the European Parliament adopted a resolution on “European Conscience and Totalitarianism”, which, besides other things, called for establishing the Platform of European Memory and Conscience to provide support for networking and cooperation among national research institutes specialising in the subject of totalitarian history, and for the creation of a pan-European documentation centre/memorial for the victims of all totalitarian regimes. After several years of preparation, the Platform of European Memory and Conscience was solemnly founded during an accompanying event of the summit of the prime ministers of the Visegrad Group on 14 October 2011 in Prague. Twenty founding members from Bulgaria, the Czech Republic, Estonia, Germany, Hungary, Latvia, Lithuania, the Netherlands, Poland, Romania, Slovakia, Slovenia and Sweden were in the following years accompanied by new members, the overall number of which has reached 62 governmental and non-governmental organisations from all of Europe, Canada and the USA. In its brief history the Platform became the biggest supranational organisation in the field and proved to be an important actor in fulfilling the tasks which the resolution called for. The Platform of European Memory and Conscience has organised a dozen international conferences, seminars and workshops regarding the 20th century totalitarian past, launched the successful international project “Justice 2.0”, introduced a new reader for high school students in Europe, launched a competition for a Pan-European Memorial to the victims of all totalitarian regimes in Brussels, and much more. This year, the European Union is commemorating the 80thanniversary of the outbreak of World War II and also the 30th anniversary of the collapse of the Communist regimes in Central and Eastern Europe and the fall of the Berlin Wall, which brought millions of people new hope for a better future and life in freedom. Today, countries from both sides of the former Iron Curtain form the European Union together. However, the European remembrance is still fragmented and the harsh experience of Communism is not widely recognised. The Platform strongly believes in the values on which the European Union is built. Respect for human dignity, freedom, democracy, equality, the rule of law and respect for human rights are an elementary basis of its work. The professional experience and knowledge of all members allows the Platform to face dangerous re-emerging tendencies, threatening to undermine our freedom and democracy. The Platform also recognises the European Parliament resolution from November 2016 to counteract anti-EU propaganda, and the need to raise awareness of the crimes of Communist regimes through public campaigns and educational systems and to conduct research and documentation activities in that field. “After a decade, the European Parliament resolution from 2009 remains, in many aspects, unfulfilled. Our duty to the victims is to continue the work on commemorating the crimes of all totalitarian regimes and to honour all those who resisted them. Those efforts are focused on the past, but are crucial both to the present and future. Should we fail to preserve this painful part of European legacy, we would risk facing such atrocities again,” said dr Łukasz Kamiński, the president of the Platform of European Memory and Conscience.

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Pressemitteilung

Übergabe des 14. Tätigkeitsberichts der Stasi-Unterlagen-Behörde an den Bundestag. Inhalte der Arbeit des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in 2017/2018 sowie das Konzept zur Zukunft der BStU vorgestellt

vom 13.03.2019

Berlin, der 13. März 2019. Wie soll sie konkret aussehen, die Zukunft der Stasi-Akten? Diese Frage hat den Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) im Berichtszeitraum 2017 und 2018 stark beschäftigt. Mehr als eine Generation ist in einem vereinten Deutschland aufgewachsen. In diesem Jahr wird an den 30. Jahrestag des Mauerfalls erinnert, auch ein wichtiges Datum für die Stasi-Akten. Dazu sagte Jahn: "Es ist in diesem Jahr 30 Jahre her, dass mutige Bürgerinnen und Bürger in der Friedlichen Revolution die Stasi-Unterlagen gesichert und den Zugang erkämpft haben. Die Öffnung der Stasi-Unterlagen gehört zu den zentralen Errungenschaften der Friedlichen Revolution. 30 Jahre Arbeit mit den Stasi-Unterlagen sind ein guter Zeitpunkt, um die Weichen für die Zukunft zu stellen." Im Berichtszeitraum hat der BStU gemeinsam mit dem Bundesarchiv ein Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen im Auftrag des Bundestags erarbeitet. Es beschreibt die Leitlinien für den Zukunftsprozess. Mit dem Bundesarchiv hat das Stasi-Unterlagen-Archiv einen starken Partner, mit dem es sich den Herausforderungen einer digitalen Welt stellen kann. Jahn beschrieb den Kern des Konzepts wie folgt: "Mit dem Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen unter dem Dach des Bundesarchivs werden unsere Kompetenzen, Technik und Ressourcen gebündelt, um das Stasi-Unterlagen-Archiv fit für die Zukunft zu machen. Durch die Bündelung wollen wir die langfristige Sicherung der Akten gewährleisten und die Nutzungsmöglichkeiten durch eine breit angelegte Digitalisierung erweitern." Die notwendigen Investitionen in archivgerechte Lagerung, Bauten und Digitalisierung können in gemeinsamer Anstrengung angegangen werden. Dazu wird am Standort des Stasi-Unterlagen-Archivs am historischen Ort der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg ein Kompetenzzentrum zum Erhalt der Unterlagen mit Werkstätten zur Restaurierung und Digitalisierung aufgebaut. Auch die Rekonstruktion von zerrissenen Stasi-Unterlagen wird dort einen Platz einnehmen. Dieses Zentrum soll Teil eines Archivzentrums zur SED-Diktatur werden, in dem in Zukunft auch die Unterlagen der Bestände der zentralen DDR-Behörden und der Stiftung Parteien und Massenorganisationen in der DDR (SAPMO) des Bundesarchivs untergebracht werden. Das Recht auf den Zugang zu den Akten bleibt unverändert. Die Nutzung wird weiterhin auf Basis des Stasi-Unterlagen-Gesetzes erfolgen. Für die Zukunft wird auch die Forschung neu ausgerichtet. Um die Recherche-Möglichkeiten für Forschung, Bildung und Medien zu verbessern und den steigenden Ansprüchen einer sich verändernden Wissenschaftslandschaft gerecht zu werden, wird die Forschung beim Stasi-Unterlagen-Archiv in Richtung einer gezielten quellenkundlichen Forschung weiterentwickelt. Das Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen soll in den nächsten Monaten in den Facharbeitsgruppen der unterschiedlichen Bundestagsfraktionen und innerhalb der Regierungskoalition beraten werden. Zudem ist im Ausschuss für Kultur und Medien in den kommenden Monaten eine ausführliche Vorstellung und Beratung des Konzeptes geplant.

Förderprogramm

Ausschreibung von Förderungen Hermann-Weber-Konferenz zur historischen Kommunismusforschung

vom 20.12.2018 | bis zum 31.01.2019

Berlin, 18.12.2018. Gemeinsam mit seiner Frau Gerda hat der Nestor der historischen DDR- und Kommunismusforschung Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Weber (1928-2014) 2003 die "Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung" in der Bundesstiftung Aufarbeitung eingerichtet. Gerda Weber hat der gemeinsamen Stiftung aus Anlass des 90. Geburtstages ihres verstorbenen Mannes eine beträchtliche Spende zukommen lassen. Sie hat diese Spende mit der Auflage verbunden, bis zu deren Verbrauch alljährlich eine Konferenz zu finanzieren, die zu Forschungsprojekten zur Geschichte des Kommunismus anstoßen sowie bestehende Projekte zusammenführen soll und deren Beiträge jeweils im Nachgang im "Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung" veröffentlicht werden. Auf diese Weise soll das Andenken an Hermann Weber gewahrt, dessen Forschungsinteresse befördert und das von ihm 1993 gegründete Jahrbuch weiter profiliert werden. Die Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung lädt Sie daher gemeinsam mit dem "Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung" dazu ein, sich mit einem Exposé um die Ausrichtung einer "Hermann-Weber-Konferenz zur historischen Kommunismusforschung" in den Jahren 2019, 2020 oder 2021 zu bewerben. Mit Blick auf die Thematik der Konferenz gibt es seitens der Stiftung und der Herausgeber keine Vorgaben, insofern diese nachvollziehbar der Kommunismusforschung zugeordnet werden kann. Dies schließt ausdrücklich auch Perspektiven auf die jüngere Vergangenheit sowie die Gegenwart ein, sei es in Bezug auf die Folgen kommunistischer Bewegungen oder Herrschaft, Fragen der Erinnerungskultur oder aber heutige Ausprägungen des Kommunismus bzw. Linksradikalismus. Für jede Konferenz stehen bis zu 20.000,- Euro Fördermittel zur Verfügung.

Logo: Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Pressemitteilung

Erscheinen der „Chronik des Arbeitskreises ehemaliger politischer Häftlinge in der früheren DDR“

vom 28.08.2018

Dresden, 28.08.2018. Der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur weist in einer Pressemitteilung auf das Erscheinen der „Chronik des Arbeitskreises ehemaliger politischer Häftlinge in der früheren DDR“ hin. Gegründet hatte sich der Arbeitskreis im Jahr 1958 in Westdeutschland. In ihm waren jene aktiv, die im Sowjetischen Speziallager Nr. 4, im Bautzner „Gelben Elend“, jahrelang hinter Gitter saßen. In die Freiheit gelangt, gründeten sie den Kreis, um die westdeutsche Öffentlichkeit über das Unrecht in der Sowjetischen Besatzungszone und der frühen DDR aufzuklären. 58 Jahre lang traf sich der Arbeitskreis, pflegte enge Kontakte und wirkte ins politische und kommunale Leben hinein, damit die Zeit nach 1945 nicht in Vergessenheit gerät. Die vorliegende Chronik legt ein beredtes Zeugnis davon ab. Sie hält die jährlichen Treffen von 1988 bis 2016 fest und zeigt, unterstützt durch Fotos und Originaldokumente, das Wirken des Kreises. Der kürzlich verstorbene ehemalige Häftling Johannes Oesterhelt hat die Chronik maßgeblich zusammengestellt. Sie kann über den Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur kostenfrei bezogen werden.

Screenshot von Startseite des Onlinedossiers auf dekoder.org: http://www.dekoder.org/de/dossier/stalinkult-entstalinisierung-aufarbeitung-erinnerungskultur

Onlinedossier | Weblaunch

Interview mit Historiker zur Erinnerung an den zweiten Weltkrieg in Russland und der Sowjetunion

vom 22.06.2018

Berlin, 22.06.2018. Anlässlich des Jahrestages des Überfalls von NS-Deutschland auf die Sowjetunion 1941, hat das Online-Portal dekoder.org im Rahmen eines Dossiers zur Re- und Entstalinisierung in Russland ein Interview mit dem russischen Historiker Alexander Etkind veröffentlicht. Der Historiker spricht vor allem über die erinnerungskulturelle Bedeutung des "großen vaterländischen Krieges" in der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft. Die mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnete Online-Plattform dekoder [Russland entschlüsseln] hat ein Dossier zur Ent- und Restalinisierung in Russland gestartet. Das Projekt wird von der Bundesstiftung Aufarbeitung gefördert. Unter dem Titel "Stalin: Zwischen Kult und Aufarbeitung" werden Artikel, Essays, Reportagen, Videos, Podcasts und Infografiken auf der Website der Plattform veröffentlicht. 80 Jahre nach der Beendigung der stalinistischen Säuberungen der Jahre 1937/1938, fragt das Dossier nach der Bedeutung Stalins in der kollektiven als auch der offiziellen staatlichen Erinnerung im heutigen Russland. Ein Autorenteam aus renommierten Wissenschaftlern und Journalisten steht hinter den Beiträgen. Zudem werden Artikel aus der russischsprachigen Presse für das geförderte Dossier übersetzt.

Screenshot von der Projektwebsite: Volksaufstand des 17. Juni 1953: live. in Twitter-Projekt anlässlich des 65. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR

Projekt

Twitter-Projekt anlässlich des 65. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR

vom 25.04.2018

Chester, 25. April 2018. Der britische Historiker und Dozent an der Universität Chester, Dr. Richard Millington hat sein Storytelling-Projekt Volksaufstand des 17. Juni 1953: live vorgestellt. Der Historiker wird am 17. Juni 2018 die Ereignisse am Tag des Aufbegehrens der DDR-Bevölkerung aus der Perspektive von sieben Betroffenen in Echtzeit twittern. Das reentweetment-Projekt fußt dabei auf der umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit von Millington. Eine extra Website, die Hintergrundinformationen zum DDR-Volksaufstand liefert und die twitternden Protagonisten vorstellt ist online. Der Forscher möchte mit seinem Projekt die in Großbritannien kaum bekannten Ereignisse bekannter machen und über den unkonventionellen Weg der Twistory zur wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aufarbeitung des Aufstandes und seiner brutalen Niederschlagung beitragen. Sie können am 17. Juni unter dem Hashtag #17juni1953live oder direkt auf dem Kanal @17juni1953live dieses spannende DDR-Geschichtsprojekt mitverfolgen.  

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Pressemitteilung

Bayerisches Landeskriminalamt beginnt mit der Aufklärung der Tötungen deutscher Bürger am Eisernen Vorhang in der ehemaligen Tschechoslowakei

vom 13.12.2017

Prag, 13.12.2017. The Bavarian state criminal investigation office Munich (LKA München) is starting the investigation of the killings of German citizens on the Iron Curtain in former Czechoslovakia. The respective criminal complaint was filed by the Platform of European Memory and Conscience in August 2016 with the German Federal Prosecutor General. The responsible persons include the last living members of the politburo of the Communist party of Czechoslovakia Milouš Jakeš, Lubomír Štrougal and Peter Colotka. The victims include eighteen-year-old Hartmut Tautz who was killed outside Bratislava in August 1986. This is the first time that Germany is investigating the killings of its citizens abroad during Communism, as well as the first time that highranking Communist officials are being investigated by a third country. In August 2016, the Platform of European Memory and Conscience filed a criminal complaint with the Federal Prosecutor General in five signal cases of kilings of German citizens on the borders of Czechoslovakia with the Federal Republic of Germany and Austria during Communism. The German Federal Court has since decided that the cases will be handled by the authorities of Bavaria. In the latest development, the Bavarian state criminal investigation office in Munich (Landeskriminalamt in München) will lead the investigations. The Platform had researched at least 67 persons responsible for the deaths of the refugees who might still be alive. On the top of the chain of command are the last living members of the politburo of the Communist party of Czechoslovakia Milouš Jakeš, Lubomír Štrougal and Peter Colotka. One of the cases is that of eighteen-year-old Hartmut Tautz who was mauled by Border guard dogs on the border with Austria and left to die without medical help in August 1986. “We are excited that the Platform is writing legal history”, says Dr. Neela Winkelmann, Managing Director of the Platform. “Since 1989, Germany has never investigated the killings of GDR-refugees on the Iron Curtain in the Eastern bloc. Equally, no country has ever prosecuted Communist perpetrators from another country. This means that finally, the invisible borders of the former Eastern bloc are being torn down and justice is becoming more and more a universal value.”

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Pressemitteilung

Platform of European Memory and Conscience kritisiert die bestehende Ausstellung im House of European History

vom 23.10.2017

Prag, Warschau, 23.10.2017. The Platform of European Memory and Conscience has prepared a critical report on the House of European History, a project of the European Parliament in Brussels inaugurated earlier this year. Based on grave shortcomings, a clear ideological bias towards Marxism and historical misinterpretations, especially regarding European values and the history of the Cold War, the Platform calls for the exhibition to be replaced by an objective and professional one, prepared in a transparent way. Reacting to initial concerned reactions of visitors to the House of European History which opened in May 2017 in Brussels, the Platform of European Memory and Conscience conducted a study visit to the museum in August 2017. A team of professionals active in the field of history and remembrance from 9 countries compiled a Report edited by Paweł Ukielski, member of the Executive Board of the Platform and Deputy Director of the Warsaw Rising Museum. According to the Platform, the permanent exhibition in the House of European History does not uphold and celebrate today’s Europe and the European unification process as a victory of European values – freedom, democracy, protection of human rights and the rule of law - over non-freedom, war and totalitarian dictatorships, but is rather an ideological, neo-Marxist exhibition which grossly misrepresents particularly the history of the Cold War and the fall of Communism.

Plakatausstellung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter" - © Bundesstiftung Aufarbeitung

Ausstellung

Ausstellung zur Kommunismusgeschichte in Kiew präsentiert

vom 12.07.2017

 Kiew, 12.07.2017. Die ukrainische Fassung der Plakatausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ ist derzeit im Auslandsbüro der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kiew zu besichtigen. Der Autor der Ausstellung, Gerd Koenen, diskutierte bei der Eröffnung am 30. Juni 2017 mit Andriy Kohut, Direktor der Staatsarchive beim Sicherheitsdienst der Ukraine SBU, Vladislawa Osmak, Leiterin des Zentrums für Urbanistik an der Kiewer Mohyla-Universität und dem in der Ukraine lebenden Historiker Andreas Umland. Die Friedrich-Naumann-Stiftung wollte mit dieser Veranstaltung eine Brücke schlagen zwischen dem deutschen und ukrainischen Überwinden des Kommunismus. Ausführliche Informationen über die vom Frankfurter Historiker Dr. Gerd Koenen konzipierte und verfasste Schau finden sich unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/k-ausstellung