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Konferenz

Soviet Cultural Policy: Agencies, Regulations, Bureaucracy

vom 03.08.2021 | bis zum 08.08.2021

Aufgrund der Corona-Pandemie wird der 10. Kongress des International Council for Central and East European Studies (ICCEES) in Montreal nun vom 3. bis 8. August 2021 stattfinden. Teil davon ist das Panel „Soviet Cultural Policy: Agencies, Regulations, Bureaucracy“, welches noch bis zum 15. August 2019 dazu einlädt, Proposals einzureichen. Der Fokus des Panels liegt auf Aspekten der sowjetischen Kulturpolitik. Die Kulturpolitik der Sowjetunion war seit der Oktoberrevolution ein wichtiges Mittel, um den Übergang von der zaristischen, theokratischen Gesellschaft zu einer sozialistischen Gesellschaft von „Sowjetmenschen“ zu befördern. Dabei umfasst die Kulturpolitik diverse Bereiche: Finanzielle Förderung durch den Staat, die bestimmte Kunst, Kultur, und Traditionen bevorzugen ebenso wie unterschiedliche Kanäle, über die Kultur kommuniziert wird, wie Film, Printmedien, Radio und Fernsehen. Schließlich richtet das Panel den Augenmerk auf die bürokratischen Prozesse, die der Kulturpolitik zugrunde liegen. Bürokratie, berüchtigt in ihrer sowjetischen Ausprägung, soll dabei als ein Mittel der Kommunikation zwischen Staat und kulturellen Institutionen, und somit als ein Instrument der Kulturpolitik, verstanden werden.  Das Panel lädt Beiträge ein, die sich den infrastrukturellen, legislativen und kommunikativen Elementen sowjetischer Kulturpolitik widmen: institutionelle und transnationale Akteure, bürokratischer Verwaltung, Regulationen der Kreativwirtschaft, und weiteren.

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Call for Papers

(Un)Versöhnt: Repräsentationen von 'Versöhnung' zwischen nationalen Geschichtspolitiken und pluralen Gedenk-Kulturen seit 1989 – Erinnerungsorte und Interaktionsformen in vergleichender Perspektive

vom 19.11.2020 | bis zum 21.11.2020

 [English Version below] „And reconciliation may not come, but truth must come. That’s the condition.” Die Aussage des US-amerikanischen Anwalts und Bürgerrechtlers Bryan Stevenson vom April 2018 verdeutlicht exemplarisch, wie zivilgesellschaftliche Akteure aktuelle Versöhnungsdiskurse mit der Forderung nach historischer Wahrheit konfrontieren: Versöhnung als politisch-gesellschaftliche Zielvorgabe wird an die Bedingung geknüpft, die in nationalen Geschichtsnarrativen verschwiegenen oder verdrängten Wahrheiten anzuerkennen und öffentlich sichtbar zu machen. Mit dem maßgeblich von Stevenson initiierten „National Memorial for Peace and Justice“ in Montgomery/Alabama, das an die Opfer rassistischer Lynchmorde in den USA erinnert, wurde 2018 der Anspruch, delegitimierte Opfergruppen in der nationalen Gedenk-Topographie zu verankern, architektonisch-museal umgesetzt. Die Benennung der Gedenkstätte übernimmt staatliche Handlungsziele (Frieden und Gerechtigkeit) und vereinnahmt diese selbstbewusst für zivilgesellschaftliches Engagement. Unsere Tagung fragt nach den medialen Repräsentationsformen, performativen Praktiken und ästhetischen Strategien, durch die aktuelle Versöhnungsdiskurse kommuniziert, kulturell übersetzt und transformiert werden. In historischer Perspektive gehen wir dabei von der Beobachtung aus, dass sich seit 1989 mit dem Ende der Blockbildung zwischen Ost und West sowohl die Schauplätze zwischenstaatlicher Versöhnungspolitiken vervielfacht haben und zugleich Versöhnungspostulate, die aus der ‚eigenen‘ konfliktbeladenen Vergangenheit abgeleitet werden, innergesellschaftlich neu verhandelt werden müssen. Nicht zuletzt die in den Jugoslawienkriegen manifest gewordene Rückkehr militärischer Konflikte nach Mitteleuropa hat dazu beigetragen, dass ‚geschlossene‘ Versöhnungsnarrative (etwa über den Aufbau der deutsch-französischen Freundschaft nach 1945) wieder geöffnet und auf ihren Orientierungswert für aktuelle Konflikttransformationen befragt werden. Seither ist eine Vervielfachung und globale Verflechtung von Versöhnungsdesideraten und -postulaten zu verzeichnen, die in vermittelter Form nahe und ferne, historische und aktuelle Ereignis- und Erfahrungshorizonte für aktuelle Debatten synchronisieren. Dies verweist einerseits auf die einstweilige Unverzichtbarkeit des Versöhnungskonzepts in zahlreichen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten, insbesondere dort, wo die Transition zwischen konfliktueller Vergangenheit und Kooperation in der Gegenwart und Zukunft bewerkstelligt werden muss. Andererseits sieht sich der Versöhnungsbegriff im interessegeleiteten säkularen Kontext dem grundsätzlichen Verdacht ideologischer Verschleierung ausgesetzt und sein inflationärer Gebrauch wird als Indiz für eine fortschreitende Bedeutungsentleerung kritisiert (Hahn, Hans Henning u.a.: Erinnerungskultur und Versöhnungskitsch, 2008). Gerade die semantische Unschärfe des Versöhnungsbegriffs verweist auf seine fortdauernde Ergänzungsbedürftigkeit in symbolischer, performativer und affektiver Hinsicht. Vor dem Hintergrund einer zunehmend synchronisierten Verflechtung lokal situierter Versöhnungsdiskurse bieten sich hier vielfältige Untersuchungsperspektiven für vergleichend angelegte Fallstudien an. Indem wir den Fokus auf die öffentlich wirksamen Repräsentationsformen, ästhetischen Strategien und medialen Inszenierungsformen legen, rücken wir Varianten der Rhetorizität und Expressivität von Versöhnungshandeln in den Mittelpunkt der Analyse. Damit soll zugleich der Versuch unternommen werden, die bislang stark von politik-, religions- und sozialwissenschaftlichen Zugängen geprägten ‚Reconciliation Studies‘ um eine kunst- und kulturwissenschaftliche Perspektive zu ergänzen. Drei Untersuchungsbereiche lassen sich hierbei vorläufig näher eingrenzen; Anregungen zu weiteren Themenbereichen sind willkommen: 1. Lokalisierungen von Versöhnung: Weltweit sind in den letzten beiden Jahrzehnten in zahlreichen Städten Plätze, Brücken und Straßen in prominenten Lagen zu Trägern offizieller Versöhnungspostulate resemantisiert worden (z. B. Reconciliation Place im Regierungsviertel von Canberra mit zahlreichen Arbeiten von Aborigines-KünstlerInnen, 2001). Parallel dazu sind kriegszerstörte Bauwerke nach ihrer Wiederherstellung umgehend als Versöhnungssymbole adressiert worden (z. B. die Alte Brücke von Mostar oder die Dresdner Frauenkirche, 2004). Wie wurden und werden Orte und Objekte für Versöhnungsappelle vereinnahmt und angepasst, um veränderten gesellschaftlichen Forderungen gerecht zu werden? Geht mit diesen Akten, Versöhnungspostulate urban zu lokalisieren, der Wunsch nach einer diskursiven Schließung des Versöhnungsnarrativs einher? Wie differieren hier lokale Wahrnehmungen von der medial transportierten Versöhnungsrepräsentation? Lässt sich im Anschluss an Kirk Savage (Therapeutic Monument, 2006) von ‚therapeutischen‘ Lokalitäten sprechen? 2. Dokumentarische und fiktionale Imaginationen von Versöhnung: Aktuelle Versöhnungspostulate steuern die Relektüre historischer Konflikte und führen vielfach zu Reaktualisierungen von vergangenen Versöhnungsakten in fiktionaler Form. So hat etwa der kurzfristige Waffenstillstand zwischen deutschen und englischen Truppen zu Weihnachten 1914 und das dabei anberaumte Fußballspiel längst ein eigenes mediales Nachleben entwickelt, das sich Sportorganisationen und Verbände für die ‚eigene‘ Erinnerungskultur angeeignet haben. Weiterhin ist die konfliktträchtige Arbeit von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen in Südafrika und weiteren Staaten wiederholt Gegenstand fotografischer Dokumentation und filmisch-literarischer Narration geworden. Welche Rückkoppelungen lassen sich zwischen dokumentarischer und dramaturgischer Behandlung von institutionalisierter Versöhnungsarbeit erkennen? Wie wirken z.B. filmische Inszenierungen auf die Erfahrung der Erinnerungsorte zurück? 3. Versöhnung und Naturästhetik: Bei der affektiven Modellierung von Versöhnung spielen naturalisierte Konzepte von zyklischer Regeneration und organischem Wachstum eine wichtige Rolle. Mit dem Friedenspark von Hiroshima ist bereits 1948 ein Typus von Gedenklandschaft geprägt worden, der die Spuren maximaler Zerstörungsenergie mit der regenerativen Resilienz des Pflanzlichen kontrastiert. Auch jüngere Memorial-Museen bieten neben und in einer traumatisch kodierten ‚Architektur der Absenz‘ auch Pflanzen-Enklaven (z. B. Garden of Stones mit eingesetzten Bäumen von Andy Goldsworthy im Museum of Jewish Heritage, New York oder der Garten des Exils im Jüdischen Museum Berlin von Daniel Libeskind). Der Genozid-Gedenkstätte in Kigali/Ruanda sind Gardens of Reflection angegliedert, wobei ein Teilbereich explizit dem Thema „Unity, Division and Reconciliation“ gewidmet ist. Beispiele für die Beanspruchung naturästhetischer Konzepte im deutsch-französischen Versöhnungsnarrativ ließen sich gleichfalls anführen (Deutsch-Französischer Garten in Saarbrücken, Jardin pour la paix im lothringischen Bitche). Neben den historischen Genealogien für die naturästhetische Rahmung von Versöhnungskonzepten wäre in vergleichender Perspektive zu ermitteln, wie ‚Versöhnung‘ von lokalen Akteuren als kulturelle Ressource eingesetzt wird. Die interdisziplinär orientierte Tagung zielt darauf ab, konzeptuelle Zugänge aus dem Spektrum der Kunst-, Kultur-, Geschichts- und Medienwissenschaften zusammenzuführen. Im Hinblick auf die transregionale Ausrichtung des Vorhabens, sind Themenvorschläge aus dem Bereich inner- und außereuropäischer Area Studies willkommen. Ausdrücklich erbitten wir auch Beiträge von qualifizierten Nachwuchswissenschaftlern. Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch. Abstracts (max. 300 Wörter) für 30-minütige Referate inkl. Vortragstitel und ein kurzer CV können bis 19. Januar 2020 unter schaefer.s@mx.uni-saarland.de eingereicht werden. Die Konferenz wird vom 19.–21. November 2020 an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken stattfinden. —————————————— (Un)Reconciled Representations of ›Reconciliation‹ between National Politics of History and Plural Commemorative Cultures since 1989 – Places of Remembrance and Forms of Interaction in a Comparative Perspective »And reconciliation may not come, but truth must come. That’s the condition.« — This statement by US attorney and civil rights activist Bryan Stevenson from April 2018 exemplifies how civil society actors confront current reconciliation discourses with the demand for historical truth(s): reconciliation as a socio-political goal is always contingent on the recognition and public visibility of truths hidden and repressed in national historical narratives. Initiated by Stevenson in 2018, the »National Memorial for Peace and Justice« in Montgomery, AL, remembering the victims of racist lynching in the US, for instance embraces the claim of delegitimized groups of victims in a national commemorative topography. Here, the actual naming of this memorial takes on state action goals (namely peace and justice) and confers them self-confidently on civil society engagement. Our conference thus wants to explore such forms of media representation, performative practices and aesthetic strategies through which contemporary discourses of reconciliation are communicated, culturally translated and transformed. From a historical perspective, we start with the observation that since 1989—following the end of the block formation between ›East‹ and ›West‹—the sites of inter-state reconciliation policies have multiplied, and at the same time demands for reconciliation derived from the ›own‹ controversial past thus have to be renegotiated within the society. In this regard, it were not least the Yugoslav Wars, the return of military conflicts to Central Europe, which contributed to the reopening of ›closed‹ reconciliation narratives (for example about the development of Franco-German friendship after 1945) as well as to a new scrutinization concerning its orientation value for current conflict transformation. Since then, we have seen a striking proliferation and growing interconnectedness of reconciliation discourses on a global scale, in which nearby and distant sets of events, past and present ranges of conflict-ridden experiences are synchronized via mediatization and thus processed for current debates. On the one hand, this may refer to the provisional indispensability of reconciliation in social and cultural contexts in general, especially where the transition between a conflictual past and cooperation in the present and the future must be accomplished. Simultaneously, the concept of reconciliation—influenced by partisan or bias interests within a secular context—is exposed to the potential suspicion of ideological obfuscation, while its inflationary use is criticized as an indicator of a progressive emptying of meaning (cf. Hahn, Hans Henning et al.: Erinnerungskultur und Versöhnungskitsch, 2008). But just that very semantic blurring of the concept of reconciliation points to its continuing need for supplementation in a symbolic, performative and affective sense. And it is the increasingly synchronized interweaving of locally situated reconciliation discourses that ultimately offer a wide range of investigative perspectives for comparative case studies. By focusing on the publicly effective forms of representation, aesthetic strategies and media depiction, our emphasis thereby is on the rhetoricity and expressivity of reconciliatory acts, while at the same time we want to add a cultural studies and visual arts perspective to the expanding field of Reconciliation Studies, at present strongly marked by political sciences, ethic studies and sociology. For our approach, we suggest three possible main topics but welcome any additional ideas: 1. Localizations of Reconciliation: Over the last two decades, places, bridges and streets around the world have been re-semanticized to convey a reconciliatory message (e.g. the »Reconciliation Place« in Canberra’s government district with numerous works by Aboriginal artists, 2001). Similarly, war-damaged buildings were immediately addressed as symbols of reconciliation after their restoration (e.g. the Mostar Bridge or the Dresden »Frauenkirche«, 2004). To what extent do sites and objects officially adopted for reconciliatory purposes shape the public perception of those places? Are such strategies to inscribe reconciliation into the urban fabric also accompanied by a desire for a discursive closure of the reconciliation narrative? How do local perceptions differ from the medially conveyed reconciliation representation? Is it possible to speak of ›therapeutic‹ localities, following Kirk Savage (Therapeutic Monument, 2006)? 2. Documentary and Fictional Imaginations of Reconciliation: Current calls for reconciliation control the re-reading of historical conflicts and often lead to re-actualizations of past acts of reconciliation in fictional form. For example, the short-term ceasefire between German and British troops around Christmas 1914 (including spontaneous games of football) has long since developed its own media legacy and is appropriated by sports organizations and associations for their ›own‹ culture of remembrance. Similarly, the conflictual work of truth and reconciliation commissions in South Africa and other states has repeatedly been the subject of photographic documentation as well as literary or cinematic narration. What kind of feedback can be identified between documentary and dramaturgical treatment of institutionalized reconciliation work? How do, for example, filmic productions in turn also influence the experience of places of memory? 3. Reconciliation and natural aesthetics: Naturalized concepts of cyclic regeneration and organic growth play an important role in the affective modeling of reconciliation. As early as 1948, the Hiroshima »Peace Park« marked a type of memorial landscape that contrasts the traces of maximum destruction with the regenerative resilience of plants. Other recent memorial museums feature plant enclaves as well (e.g. »Garden of Stones« with trees by Andy Goldsworthy at the Museum of Jewish Heritage, New York or the »Garden of Exile« outside the Jewish Museum Berlin by Daniel Libeskind). Similarly, the Genocide Memorial in Kigali, Rwanda consists of Gardens of Reflection, with a section dedicated explicitly to the topic of »Unity, Division & Reconciliation«. Further examples using such natural aesthetic concepts in the German-French reconciliation narrative include the »Deutsch-Französischer Garten« in Saarbrücken or the »Jardin pour la paix« in Bitche, Lorraine). In addition to the historical genealogies for the natural-aesthetic framing of concepts of reconciliation, it should also be explored in a comparative perspective how ›reconciliation‹ is used by local actors as a cultural resource. This interdisciplinary conference aims to bring together conceptual approaches from the fields of art history, cultural studies, historical sciences and media studies. With regard to the transregional orientation of the project, we both welcome suggestions from intra- and extra-European Area Studies. We also specifically ask for contributions from qualified junior researchers. The conference languages will be German and English. Abstracts (max. 300 words) for 30-minute presentations including a working title and a short CV are due by 19 January 2020. Please send your paper proposals to schaefer.s@mx.uni-saarland.de. Notifications will be sent out soon after the deadline. The conference is to be held 19–21 November 2020 at Saarland University (Saarbrücken, Germany).

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Konferenz

The Struggle for Social Control in the Soviet Union, 1929 to 1956

vom 15.10.2020 | bis zum 16.10.2020

Vom 15. bis zum 16. Oktober 2020 findet in Jena die Konferenz „The Struggle for Social Control in the Soviet Union, 1929 to 1956“ statt. Die Veranstaltung widmet sich der Regierungszeit Stalins. Diese war geprägt von einem extrem repressiven Staat, Massenverhaftungen und der Ausweitung des Lagersystems, in dem unzählige Menschen ihr Leben ließen; der Terror wurde mit der Gefährdung der sozialistischen Utopie begründet. Die bisherige Forschung zu dem Thema hat ihren Fokus vor allem auf die Geheimpolizei als das ausführende Element der extremen sozialen Kontrolle, die die stalinistische Gesellschaft prägte, gelegt. Die Konferenz will auf der Grundlage der bestehenden Forschungsarbeiten diesen Fokus erweitern, indem der Aspekt der sozialen Kontrolle weiter gefasst wird: Er soll nicht nur von der Polizei aus gedacht werden – trotz deren unbestreitbaren enormen Macht – sondern will auch in den Blick nehmen, dass Gerichte, Staatsanwälte und ebenso Bürgerinnen und Bürger soziale Kontrolle ausübten, indem sie die bestehenden repressiven Instrumente des juristischen Apparats für sich und ihre Interessen in Anspruch nahmen. Mit dieser Herangehensweise wollen die Veranstalterinnen und Veranstalter der Konferenz zum einen die vermeintliche Dualität zwischen Staat und Bevölkerung auflösen und zum andern zur Analyse der Beziehungen zwischen einzelnen Akteurinnen und Akteuren einladen. Schwerpunkte der Konferenz sind: Ideological conceptions of social order/social engineering under/after Stalin; Crime and disorder in political and institutional communication; Law enforcement and police operations; Court proceedings; Social care institutions (esp. children/youth); Corruption.

Call for Papers

CfP: Crossing the Lines between Marxism and Christianity in the 20th Century East-Central Europe

vom 10.09.2020 | bis zum 15.02.2021 | Jure Ramšak, Science and Research Centre Koper, Slovenia

Für Jure Ramšak zählen die transnationalen Interaktionen zwischen Marxismus und Christentum, die außerhalb der offiziellen Staat-Kirche Kontakte in den ostmitteleuropäischen Staaten des Realsozialismus zu verzeichnen waren, zu den Desideraten der Forschung. Diese Kontakte hätten sich von den Zwischenkriegsjahren bis zum Fall des Kommunismus erstreckt und böten einen guten Einblick in die intellektuelle, kulturelle und politische Dynamik Ostmitteleuropas des 20. Jahrhunderts. Daher lädt der Historiker vom Science and Resarch Centre im slowenischen Koper vom 15. April bis 16. April 2021 zur Konferenz "Crossing the Lines between Marxism and Christianity in the 20th Century East-Central Europe". Historikerinnen und Historiker, die einen Beitrag zum Thema leisten wollen, können sich bis zum 15. Februar 2021 im Rahmen eines Call for Papers um die Teilnahme bewerben.

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Call for Papers

Schau-Prozesse: Medien und Mobilisierung im Stalinismus

vom 12.05.2021 | bis zum 15.05.2021

Vom 12. bis zum 15 Mai 2021 findet an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die Konferenz „Schau-Prozesse: Medien und Mobilisierung im Stalinismus“ statt. Im Fokus stehen Schauprozesse in den sozialistischen Staaten. Diese dienten als Mittel, um den ideologischen Einfluss des Westens einzudämmen. Die mediale Inszenierung der Prozesse und deren historischer Ursprünge sollen erforscht werden. Ziel der Konferenz ist es, einen Beitrag zur Medien- und Mobilisierungsgeschichte im Kontext stalinistischer Schauprozesse leisten. Das Augenmerk soll neben den Moskauer Prozessen der 1930er-Jahre besonders auf den Nachkriegsprozessen in den sozialistischen Staaten liegen. Beiträge folgender Themenbereiche sind besonders erwünscht: - Planung und Umsetzung: Rolle der lokalen Apparate und ihrer sowjetischen Sicherheitsberater, Drehbuchanalyse, Inszenierung - Performance im Gerichtssaal: Rolle unterschiedlicher Akteure, insbesondere auch des Publikums - Mitmachen und Mobilisieren: Partizipationsformen von Eliten (Medienvertreter, Intellektuelle, Künstler) und Partizipationsangebote an bzw. Partizipationsdruck auf die breite Bevölkerung - Rezeption: zeitgenössische Reaktionen im Inland, in den Sozialistischen „Bruder“-Staaten sowie im westlichen Ausland - Medien: Untersuchung konkreter Produkte – neben Printmedien auch Hörfunk und Bildmedien (Film, Karikatur, Fotografie, Plakat) Abstracts mit einem kurzen CV bis zum 28. Juni 2020 an Prof. Dr. Beate Fieseler (fieseler@phil.hhu.de) und Dr. Ute Caumanns (ute.caumanns@hhu.de).

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Termine

Die Treuhandanstalt – Pragmatismus, Erfolgskonzept oder Ausverkauf?

vom 16.11.2020 | bis zum 17.11.2020

Am 1. März 1990 wurde die Treuhandanstalt gegründet, am 17. Juni 1990 erließ die Volkskammer der DDR ein Treuhandgesetz, das am 1. Juli 1990 in Kraft trat, mit dem Auftrag, die DDR-Volkswirtschaft in die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik zu überführen. Bis heute werden Wirken und Wirkung der Treuhandanstalt zwiespältig eingeschätzt. Wenngleich gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost wie West längst noch nicht erreicht sind, liegen viele betroffene Regionen doch in den neuen Bundesländern, trotz aller Anstrengungen des „Aufbau Ost“. Manche Ursachen dieses Ungleichgewichts werden pauschal auf die Treuhandanstalt zurückgeführt – und differenziertere Urteile mit der Forderung einer intensiveren Aufarbeitung der Geschichte und Arbeit der Treuhandanstalt verbunden. Die Deutsche Gesellschaft e. V. nimmt das ausgeprägte öffentliche wie wissenschaftliche Interesse an der Treuhandanstalt im Jubiläumsjahr 2020 zum Anlass, um gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf einer Konferenz zum Thema „Die Treuhandanstalt – Pragmatismus, Erfolgskonzept oder Ausverkauf?“ in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund (Luisenstr. 18, 10117 Berlin) vom 16. bis 17. November 2020 einen differenzierten Beitrag zur Auseinandersetzung mit Vorgeschichte, Stand und Perspektiven des einzigartigen wirtschaftlichen Strukturwandels in Ostdeutschland zu leisten, der bis heute nachwirkt. Der Eintritt ist frei. Anmeldung bis zum 13. November 2020 an Dr. Heike Tuchscheerer (heike.tuchscheerer@deutsche-gesellschaft-ev.de). Die Veranstaltung wird als Bildungsurlaub anerkannt. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus wird die geplante Konferenz zum Thema „Die Treuhandanstalt – Pragmatismus, Erfolgskonzept oder Ausverkauf?“ vom 8. bis 9. Juni 2020 auf den 16. bis 17. November 2020 verschoben.

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Call for Papers

Memory of The Communist Past

vom 14.10.2020 | bis zum 16.10.2020

30 years after the fall of the communist regimes in Central and Eastern Europe the Institute of Ethnology and Social Anthropology the Slovak Academy of Sciences (SAS) organizes the Conference “Memory of the Communist Past” to tackle this ever-present topic. Therefore, they search for analytic and theoretical papers, as well as qualitative research reports and essays on the broad topic of the “Communist past”. They aim to bring together experts from the areas of social sciences and the humanities to enable them to exchange their experiences and knowledge. The contributions should focus on such topics as: - How do images of socialism (if we use the emic term for the Communist dictatorship period) get communicated by the eye-witnesses as part of their biographies? - Current representations of the Communist past and transformation of the individual memory of the Communist past - How did the life under Communist regimes influence the values and attitudes of the witnesses? - How are representations/recollections on Socialism transmitted to the younger generation (children, grandchildren)? - How do the (grand)children generation deal with the experiences of their (grand)parents? - In what ways family/social memory and cultural memory connected and related? A. Assmann, Shadows of Trauma: Memory and the Politics of Postwar Identity (New York: Fordham University Press, 2016). - How are images of the Communist period shared in contemporary cultural memory and political discourse in Central and East European countries (in school curricula, literature, and theatre as well as documentary films, movies, museum exhibitions, memory policy)? - What are the challenging methodological and ethical questions pertaining to the research focused on the Socialist past of the country? - We would like to invite colleagues to share their expertise as well as present the possible questions or challenges of their work. Each paper proposal should include a title and abstract (up to 300 words) and short c.v. (max. 300 words). All proposals should be submitted by email to: communistpast.conference@savba.sk. Submission deadline: 31st March 2020. Applicants will be informed by end of April 2020 regarding inclusion in the conference program. Chosen conference papers will be published in a monothematic volume of Slovak Ethnology 1/2021 (in English) and in the Journal of Nationalism, Memory and Language Politics 1/2021 (in English). The final date for papers: 15th October 2020. Dr. Monika Vrzgulova (IoESA SAS) Dr. Ľubica Voľanska (IoESA SAS) Dr. Petra Schindler-Wisten (OH Center, Institute of Conpemporary History, Czech Academy of Sciences)

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Veranstaltung

Veranstaltungsjahr Friedrich Engels - Engels2020

vom 01.01.2020 | bis zum 14.02.2021

Im Jahr 2020 wird der 200. Geburtstag von Friedrich Engels begangen. Dieses Jubiläum soll in seiner Geburtsstadt Wuppertal mit einem großen Veranstaltungsjahr, dem sogennanten "Engelsjahr", gefeiert werden: Lesungen, Stadtführungen, Schülerwettbewerbe, Theateraufführungen und Ausstellungen sind nur ein paar Beispiele für die Bandbreite an Veranstaltungsformaten. Das ausführliche Veranstaltungsprogramm finden Sie auf der Webseite: https://www.wuppertal.de/microsite/engels2020/index.php.

Call for Papers

Nach dem Terror. Formen der Herrschaft und Repression im Spätsozialismus

vom 06.05.2021 | bis zum 08.05.2021

[English version below] Alle kommunistischen Diktaturen unterdrückten ihre vermeintlichen und tatsächlichen Gegner: Kommunistische Herrschaft ohne Repression gab es nicht. Die Mechanismen und Praktiken, derer sich die einzelnen Regime dabei bedienten, unterschieden sich erheblich voneinander und sie veränderten sich im Laufe der Zeit. Setzten die meisten Diktaturen anfangs auf brutalen Terror, physische Gewalt und Willkür, wurden Repressionen zunehmend verrechtlicht und institutionalisiert. Sie wurden gezielter eingesetzt und damit für die Bevölkerung zu einem – wenigstens teilweise – kalkulierbaren Phänomen. Immer öfter trat die Androhung von Sanktionen an die Stelle konkreter Repressionen. Wer tat, wasvon ihm erwartet wurde, konnte in der Regel davon ausgehen, von direkter parteistaatlicher Gewalt verschont zu bleiben. Was waren die Gründe für diesen bemerkenswerten Wandel, den alle kommunistischen Staaten – wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise – durchliefen? Waren sich die Herrscher ihrer Macht so sicher, dass sie auf den Terror verzichten konnten oder hatten sie verstanden, dass es effizientere Repressionsmechanismen gab als physische Gewalt? Lässt sich dieses Phänomen mit dem Begriff der „Verrechtlichung“ beschreiben und zeigte es sich tatsächlich überall in der sozialistischen Staatenwelt? Inwiefern beeinflussten transnationale Verflechtungen im „Kalten Krieg“ derartige Tendenzen? Damit verbunden ist eine zweite Ebene: Wie rationalisierten Menschen in unterschiedlichen Staaten und kulturellen Kontexten diese Prozesse? Was bedeutete es, wenn Repressionen berechenbarer – und damit letztlich auch vermeidbar – wurden? Drittens schließlich geht es um die Dauerhaftigkeit solcher Prozesse: Handelte es sich bei der Abkehr von der Gewalt um einen irreversiblen Vorgang? Oder wurde Gewalt in Krisensituationen wieder zu einer Option? Kam es hier auf die konkrete Situation an, wie es etwa ein Blick auf die unterschiedlichen Situationen in der DDR, Rumänien, der Sowjetunion oder China in den Jahren 1989/91 nahelegt? Diese Fragen stehen im Zentrum der 3. „Hermann-Weber-Konferenz zur Historischen Kommunismusforschung“, die vom 6. – 8. Mai 2021 vom Lehrstuhl Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin in Verbindung mit dem Forschungsverbund „Landschaften der Verfolgung“ und dem „Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung“ ausgerichtet wird. Die Tagung wird von der „Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ gefördert. Im Rahmen der Konferenz sollen sowohl konzeptionelle Beiträge als auch konkrete empirische Untersuchungen diskutiert werden. Besonders willkommen sind Beiträge, die eine vergleichende oder transnationale Perspektive einnehmen. Ziel ist es, ausgewählte Konferenzbeiträge im „Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung“ 2023 zu veröffentlichen. Mit der Bewerbung wird die Bereitschaft vorausgesetzt, einen Beitrag zur Begutachtung für diese Publikation einzureichen. Bitte senden Sie Ihre Themenvorschläge (max. 300 Wörter) sowie einen kurzen CV bis zum 1. September 2020 an folgende Adresse: robert.kindler@hu-berlin.de. Die ausgewählten Beiträger werden bis Ende September benachrichtigt. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Reise- und Unterkunftskosten werden von den Veranstaltern übernommen. All communist dictatorships oppressed their opponents, whether they were imagined or real. There was no communist rule that was free from practices of repression. The mechanisms and practices employed by the individual regimes, however, differed considerably and changed over time. While most dictatorships initially relied on brutal terror, physical violence and arbitrary despotism, the mechanisms of repression became increasingly legalized and institutionalized as the systems grew to be more consolidated over time. With the instruments of repression being used in a much more targeted manner, oppression became – at least partially – a predictable phenomenon for the citizens affected. The threat of imposing sanctions increasingly replaced actual repression. Everyone who did not openly oppose the regime could generally assume that they would be spared direct party-state violence. What were the reasons for this remarkable transformation, which all communist systems went through – albeit in very different ways? Were the leaders confident enough of their power that they could renounce terror, or had they realized that there were more efficient mechanisms of oppression than physical violence? Can this phenomenon accurately be described as “juridification” and was it actually evident throughout the socialist world? To what extent did transnational 'Cold War' entanglements shape these tendencies? There is a second aspect involved in this problem: How did people in different countries and cultural contexts rationalize these processes? What did it mean when repression became more predictable – and thus ultimately avoidable? Thirdly, and finally, we are concerned with the lasting effects of these processes: Was the renunciation of violence and state terror an irreversible process? Or did they again become a feasible option in critical situations? Does this question depend on specific circumstances, as the different conditions in the GDR, Romania, the Soviet Union or China in 1989/91 suggest? These questions are the focus of the 3rd “Hermann Weber Conference for the Historical Research of Communism” organized by the Department of Eastern European History at Humboldt University of Berlin, in cooperation with the research cluster “Landschaften der Verfolgung” (Mapping Persecution) and the “Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung” (Yearbook for Historical Research of Communism). The conference, which will be held from May 6-8, 2021, is funded by the “Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur”. Both conceptual contributions and specific empirical studies will be discussed. Papers that take a comparative or transnational perspective are particularly welcome. Selected contributions will be published in German in the “Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung” (Yearbook for Historical Research of Communism) 2023. Translations from English will be arranged if required. We encourage applicants to send abstracts of maximum 300 words, together with a brief CV to robert.kindler@hu-berlin.de by 1 September 2020. Notifications of acceptance will be sent out by the end of September. The conference will be held in both English and German. Costs for travel expenses and accommodation will be covered by the organizers.

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Call for Papers

Shaping the ‘Socialist Self’? The Role of Psy-Sciences in Communist States of the Eastern Bloc (1948–1989)

vom 06.11.2020

Für den Workshop „Shaping the ‘Socialist Self’? The Role of Psy-Sciences in Communist States of the Eastern Bloc (1948–1989)“ am 6. November 2020 sucht das Französische Forschungszentrum für Sozialwissenschaften in Prag Beiträge. Die Geschichte der Psychologie unter kommunistischer Herrschaft im ehemaligen Ostblock wurde weithin als Spiegelbild der staatlichen sozialistischen Politik im Bereich der psychischen Gesundheit wahrgenommen. Diesen Entwicklungen folgend besteht das Ziel des Workshops darin, Forscher zusammenbringen, die sich mit der Geschichte der Psychologie im kommunistischen Europa befassen. Zeitgenössische Ansätze, Themen und Fragestellungen in der aktuellen Forschung über die Rolle der Psychologie jenen Staaten sollen diskutiert werden, um Erkenntnisse zu gewinnen, welche für die zukünftige Forschung relevant sind. Beiträge folgender Themenbereiche sind besonders erwünscht: Psy-sciences between East and West: circulation of ideas and practices  -How did the production of knowledge and practices of psy-experts look like in Eastern Europe?  -Were psy-experts involved in discussions with their colleagues from other parts of Europe or were they working in isolation?  -Were psy-experts in Eastern Europe more influenced by their national scientific traditions or by globalising trends in the field?  -Was there any forum for exchanging ideas and theories?  -What kind of role had international conferences in shaping the knowledge of psy-experts? Creating the ‘socialist self’: psy-sciences, identity and politics  -How did the knowledge and practices of psy-sciences form the ‘self’ of people under the communist rule?  -How was the concept of ‘socialist personality’ constructed and where was it operating (e.g. in mental health institutions, at schools or in the military)?  -Was the discourse of psy-sciences subjugating or empowering?  -What kind of ‘techniques of the self did psy-sciences produce and to what extent did people internalize them?  -How did psy-sciences shape the communist art of governing? Regulating the socialist society: psy-sciences, security and social control  -What was perceived as ‘abnormal’ or ‘anti-social’ behaviour and how was it treated by psy-experts and the state?  -How did the knowledge and practices of psy-science influence socialist criminology and penology?  -How was the ‘medicalisation’ of crime integrated into the socialist criminal justice system?  -To what extent did psy-sciences get involved public health campaigns propagated by the socialist state? Kurzbiographie (ca. 150 Wörter) und Abstract (bis zu 400 Wörter für eine 20-minütige Präsentation) bis zum 30. Juni 2020 an Jakub Střelec (jakub.strelec@fsv.cuni.cz). Der Workshop wird auf Englisch gehalten.

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Workshop

Arab Marxism: The Global History of Revolutionary Movements in the Middle East in the Twentieth and Twenty-First Centuries

vom 25.09.2020 | bis zum 26.09.2020

Der Doktorandenworkshop „Arabischer Marxismus: Die globale Geschichte der revolutionären Bewegungen im Nahen Osten im 20. und 21. Jahrhundert“ setzt sich mit dem Arabischen Marxismus in historischer sowie thematischer Perspektive auseinander. Die frühen radikal sozialistischen und kommunistischen Bewegungen in den arabischen Ländern vor sowie nach dem Ersten Weltkrieg mobilisierten die Massen im Kampf für politische Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und rechtlicher Gleichheit. Daraus entstanden marxistisch/kommunistische Arbeiterbünde und politische Parteien, deren Anhänger sich aus allen Bereichen der arabischen Gesellschaften, insbesondere aus religiösen und ethnischen Minderheiten sowie Angehörigen ausländischer Nationalitäten, rekrutierten. Dagegen standen arabisch-nationalistische und islamische Bewegungen mit dem Ziel einer homogene Nation auf Grundlage der nationalen und/oder religiöser Identität.  Trotz der politischen Unterschiede gingen Kommunisten im Laufe der Geschichte Teilzeitallianzen mit nationalistischen, islamistischen und autoritären Staaten ein, oft mit nachteiligen Folgen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges 1990 verlor die kommunistische Bewegung an Einfluss. Die verbliebenen und auch neu entstehenden linken Gruppierungen versuchten sich an neuen Formen der Organisation, Mobilisierung, Aktion und ideologischen Vermischung. Charakteristisch für die postkommunistische Linke ist eine höhere Sensibilität für Fragen der Bürgerrechte. So sind bei den jüngsten Bürgeraufständen von 2010/11 und 2019/2020 in vielen arabischen Ländern diverse linke Bewegungen präsent. Folgende Themen werden im Besonderen behandelt: Sozialistische und kommunistische Bewegungen vor und nach dem Ersten Weltkrieg Partizipation von Frauen und Frauenrechte in marxistisch/kommunistischen Bewegungen Kommunistische/marxistische Bewegungen und Religion Die Linke in den jüngsten Aufständen in der arabischen Welt

Call for Papers

Jährliche Konferenz der Studiengruppe zur Russischen Revolution

vom 04.01.2021 | bis zum 06.01.2021

Vom 4. bis zum 6. Januar 2021 findet die 47. Konferenz der Studiengruppe zur Russischen Revolution an der Universität Löwen statt. Hierfür werden Beiträge, wie auch Podiumsvorschläge gesucht, die sich mit einem beliebigen Aspekt der Geschichte Russlands von 1880 bis 1932 beschäftigen. Besonders begrüßt werden interdisziplinäre Perspektiven. Die Studiengruppe wurde 1973 mit dem Ziel gegründet, neue Ansätze für das Studium der Russischen Revolution zu fördern, mit Schwerpunkt auf dem Zeitraum 1880-1932. Sie ist der British Association for Slavonic and East European Studies (BASEES) angeschlossen.  Konferenzsprachen sind Englisch und Russisch. Abstracts und CV bis zum 31. August 2020 an Prof. Wim Coudenys (wim.coudenys@kuleuven.be).

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Konferenz

Peace and Security in Times of Transition: Socialist and Post-Socialist States and the Development of International Peacekeeping Since 1945

vom 29.10.2020 | bis zum 31.10.2020

Vom 29. bis zum 31. Oktober 2020 findet am Deutschen Historischen Institut Moskau die Konferenz "Peace and Security in Times of Transition: Socialist and Post-Socialist States and the Development of International Peacekeeping Since 1945" statt. Debatten über das Gleichgewicht zwischen staatlicher Souveränität und territorialer Integrität, internationaler Sicherheit, Menschrechte und verschiedener Friedensdimensionen, wurden und werden durch internationale Lösungsansätzensätze dieser Herausforderungen, wie beispielsweise der Kalte Krieg oder der Entkolonialisierung, reflektiert. Die Veranstaltung möchte versuchen, die sozialistischen Länder Osteuropas und deren Nachfolger in die miteinander verwobene und vernetzte internationale Geschichte der Friedenssicherung seit 1945 zu reintegrieren. Obwohl die historische Forschung dieses Themenfeld im Allgemeinen bedient, bleibt trotzdem der Beitrag sozialistischer sowie postsozialistischer Staaten ein noch eher unbeachtetes Feld. Diese Beiträge sollen analysiert und Fallstudien diskutier werden.

Logo Deutsch-Ukrainische Historikerkommission

Konferenz

Der Holodomor in akademischen und öffentlichen Debatten: Ukrainische und europäische Perspektiven

vom 24.09.2020 | bis zum 26.09.2020

Vom 24. bis 26. September 2020 veranstaltet die Deutsch-Ukrainische Historikerkommission die Tagung "Der Holodomor in akademischen und öffentlichen Debatten: Ukrainische und europäische Perspektiven", welche den Holodomor, eine schwere Hungersnot in der Ukraine 1932/33 mit Millionen von Opfern, thematisiert. Diese sei der deutschen Öffentlichkeit weitesgehend unbekannt. Eine Einordnung des Holodomors als Genozid ist sehr umstritten. Dies möchte die Historikerkommission sowohl aus historischer Perspektive als auch im Hinblick des Völkerrechts, insbesondere die Umstände, welche 1948 zur Unterzeichnung der Völkermordkonvention führten, auf ihrer jährlichen Tagung in Berlin untersuchen. Zudem soll die Hungersnot im breiteren Rahmen der sowjetischen Politik und dem globalen Kontext der sowjetischen Rivalität mit dem Westen eingeordnet werden.