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Call for Papers

(Un)Versöhnt: Repräsentationen von 'Versöhnung' zwischen nationalen Geschichtspolitiken und pluralen Gedenk-Kulturen seit 1989 – Erinnerungsorte und Interaktionsformen in vergleichender Perspektive

vom 19.11.2020 | bis zum 21.11.2020

 [English Version below] „And reconciliation may not come, but truth must come. That’s the condition.” Die Aussage des US-amerikanischen Anwalts und Bürgerrechtlers Bryan Stevenson vom April 2018 verdeutlicht exemplarisch, wie zivilgesellschaftliche Akteure aktuelle Versöhnungsdiskurse mit der Forderung nach historischer Wahrheit konfrontieren: Versöhnung als politisch-gesellschaftliche Zielvorgabe wird an die Bedingung geknüpft, die in nationalen Geschichtsnarrativen verschwiegenen oder verdrängten Wahrheiten anzuerkennen und öffentlich sichtbar zu machen. Mit dem maßgeblich von Stevenson initiierten „National Memorial for Peace and Justice“ in Montgomery/Alabama, das an die Opfer rassistischer Lynchmorde in den USA erinnert, wurde 2018 der Anspruch, delegitimierte Opfergruppen in der nationalen Gedenk-Topographie zu verankern, architektonisch-museal umgesetzt. Die Benennung der Gedenkstätte übernimmt staatliche Handlungsziele (Frieden und Gerechtigkeit) und vereinnahmt diese selbstbewusst für zivilgesellschaftliches Engagement. Unsere Tagung fragt nach den medialen Repräsentationsformen, performativen Praktiken und ästhetischen Strategien, durch die aktuelle Versöhnungsdiskurse kommuniziert, kulturell übersetzt und transformiert werden. In historischer Perspektive gehen wir dabei von der Beobachtung aus, dass sich seit 1989 mit dem Ende der Blockbildung zwischen Ost und West sowohl die Schauplätze zwischenstaatlicher Versöhnungspolitiken vervielfacht haben und zugleich Versöhnungspostulate, die aus der ‚eigenen‘ konfliktbeladenen Vergangenheit abgeleitet werden, innergesellschaftlich neu verhandelt werden müssen. Nicht zuletzt die in den Jugoslawienkriegen manifest gewordene Rückkehr militärischer Konflikte nach Mitteleuropa hat dazu beigetragen, dass ‚geschlossene‘ Versöhnungsnarrative (etwa über den Aufbau der deutsch-französischen Freundschaft nach 1945) wieder geöffnet und auf ihren Orientierungswert für aktuelle Konflikttransformationen befragt werden. Seither ist eine Vervielfachung und globale Verflechtung von Versöhnungsdesideraten und -postulaten zu verzeichnen, die in vermittelter Form nahe und ferne, historische und aktuelle Ereignis- und Erfahrungshorizonte für aktuelle Debatten synchronisieren. Dies verweist einerseits auf die einstweilige Unverzichtbarkeit des Versöhnungskonzepts in zahlreichen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten, insbesondere dort, wo die Transition zwischen konfliktueller Vergangenheit und Kooperation in der Gegenwart und Zukunft bewerkstelligt werden muss. Andererseits sieht sich der Versöhnungsbegriff im interessegeleiteten säkularen Kontext dem grundsätzlichen Verdacht ideologischer Verschleierung ausgesetzt und sein inflationärer Gebrauch wird als Indiz für eine fortschreitende Bedeutungsentleerung kritisiert (Hahn, Hans Henning u.a.: Erinnerungskultur und Versöhnungskitsch, 2008). Gerade die semantische Unschärfe des Versöhnungsbegriffs verweist auf seine fortdauernde Ergänzungsbedürftigkeit in symbolischer, performativer und affektiver Hinsicht. Vor dem Hintergrund einer zunehmend synchronisierten Verflechtung lokal situierter Versöhnungsdiskurse bieten sich hier vielfältige Untersuchungsperspektiven für vergleichend angelegte Fallstudien an. Indem wir den Fokus auf die öffentlich wirksamen Repräsentationsformen, ästhetischen Strategien und medialen Inszenierungsformen legen, rücken wir Varianten der Rhetorizität und Expressivität von Versöhnungshandeln in den Mittelpunkt der Analyse. Damit soll zugleich der Versuch unternommen werden, die bislang stark von politik-, religions- und sozialwissenschaftlichen Zugängen geprägten ‚Reconciliation Studies‘ um eine kunst- und kulturwissenschaftliche Perspektive zu ergänzen. Drei Untersuchungsbereiche lassen sich hierbei vorläufig näher eingrenzen; Anregungen zu weiteren Themenbereichen sind willkommen: 1. Lokalisierungen von Versöhnung: Weltweit sind in den letzten beiden Jahrzehnten in zahlreichen Städten Plätze, Brücken und Straßen in prominenten Lagen zu Trägern offizieller Versöhnungspostulate resemantisiert worden (z. B. Reconciliation Place im Regierungsviertel von Canberra mit zahlreichen Arbeiten von Aborigines-KünstlerInnen, 2001). Parallel dazu sind kriegszerstörte Bauwerke nach ihrer Wiederherstellung umgehend als Versöhnungssymbole adressiert worden (z. B. die Alte Brücke von Mostar oder die Dresdner Frauenkirche, 2004). Wie wurden und werden Orte und Objekte für Versöhnungsappelle vereinnahmt und angepasst, um veränderten gesellschaftlichen Forderungen gerecht zu werden? Geht mit diesen Akten, Versöhnungspostulate urban zu lokalisieren, der Wunsch nach einer diskursiven Schließung des Versöhnungsnarrativs einher? Wie differieren hier lokale Wahrnehmungen von der medial transportierten Versöhnungsrepräsentation? Lässt sich im Anschluss an Kirk Savage (Therapeutic Monument, 2006) von ‚therapeutischen‘ Lokalitäten sprechen? 2. Dokumentarische und fiktionale Imaginationen von Versöhnung: Aktuelle Versöhnungspostulate steuern die Relektüre historischer Konflikte und führen vielfach zu Reaktualisierungen von vergangenen Versöhnungsakten in fiktionaler Form. So hat etwa der kurzfristige Waffenstillstand zwischen deutschen und englischen Truppen zu Weihnachten 1914 und das dabei anberaumte Fußballspiel längst ein eigenes mediales Nachleben entwickelt, das sich Sportorganisationen und Verbände für die ‚eigene‘ Erinnerungskultur angeeignet haben. Weiterhin ist die konfliktträchtige Arbeit von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen in Südafrika und weiteren Staaten wiederholt Gegenstand fotografischer Dokumentation und filmisch-literarischer Narration geworden. Welche Rückkoppelungen lassen sich zwischen dokumentarischer und dramaturgischer Behandlung von institutionalisierter Versöhnungsarbeit erkennen? Wie wirken z.B. filmische Inszenierungen auf die Erfahrung der Erinnerungsorte zurück? 3. Versöhnung und Naturästhetik: Bei der affektiven Modellierung von Versöhnung spielen naturalisierte Konzepte von zyklischer Regeneration und organischem Wachstum eine wichtige Rolle. Mit dem Friedenspark von Hiroshima ist bereits 1948 ein Typus von Gedenklandschaft geprägt worden, der die Spuren maximaler Zerstörungsenergie mit der regenerativen Resilienz des Pflanzlichen kontrastiert. Auch jüngere Memorial-Museen bieten neben und in einer traumatisch kodierten ‚Architektur der Absenz‘ auch Pflanzen-Enklaven (z. B. Garden of Stones mit eingesetzten Bäumen von Andy Goldsworthy im Museum of Jewish Heritage, New York oder der Garten des Exils im Jüdischen Museum Berlin von Daniel Libeskind). Der Genozid-Gedenkstätte in Kigali/Ruanda sind Gardens of Reflection angegliedert, wobei ein Teilbereich explizit dem Thema „Unity, Division and Reconciliation“ gewidmet ist. Beispiele für die Beanspruchung naturästhetischer Konzepte im deutsch-französischen Versöhnungsnarrativ ließen sich gleichfalls anführen (Deutsch-Französischer Garten in Saarbrücken, Jardin pour la paix im lothringischen Bitche). Neben den historischen Genealogien für die naturästhetische Rahmung von Versöhnungskonzepten wäre in vergleichender Perspektive zu ermitteln, wie ‚Versöhnung‘ von lokalen Akteuren als kulturelle Ressource eingesetzt wird. Die interdisziplinär orientierte Tagung zielt darauf ab, konzeptuelle Zugänge aus dem Spektrum der Kunst-, Kultur-, Geschichts- und Medienwissenschaften zusammenzuführen. Im Hinblick auf die transregionale Ausrichtung des Vorhabens, sind Themenvorschläge aus dem Bereich inner- und außereuropäischer Area Studies willkommen. Ausdrücklich erbitten wir auch Beiträge von qualifizierten Nachwuchswissenschaftlern. Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch. Abstracts (max. 300 Wörter) für 30-minütige Referate inkl. Vortragstitel und ein kurzer CV können bis 19. Januar 2020 unter schaefer.s@mx.uni-saarland.de eingereicht werden. Die Konferenz wird vom 19.–21. November 2020 an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken stattfinden. —————————————— (Un)Reconciled Representations of ›Reconciliation‹ between National Politics of History and Plural Commemorative Cultures since 1989 – Places of Remembrance and Forms of Interaction in a Comparative Perspective »And reconciliation may not come, but truth must come. That’s the condition.« — This statement by US attorney and civil rights activist Bryan Stevenson from April 2018 exemplifies how civil society actors confront current reconciliation discourses with the demand for historical truth(s): reconciliation as a socio-political goal is always contingent on the recognition and public visibility of truths hidden and repressed in national historical narratives. Initiated by Stevenson in 2018, the »National Memorial for Peace and Justice« in Montgomery, AL, remembering the victims of racist lynching in the US, for instance embraces the claim of delegitimized groups of victims in a national commemorative topography. Here, the actual naming of this memorial takes on state action goals (namely peace and justice) and confers them self-confidently on civil society engagement. Our conference thus wants to explore such forms of media representation, performative practices and aesthetic strategies through which contemporary discourses of reconciliation are communicated, culturally translated and transformed. From a historical perspective, we start with the observation that since 1989—following the end of the block formation between ›East‹ and ›West‹—the sites of inter-state reconciliation policies have multiplied, and at the same time demands for reconciliation derived from the ›own‹ controversial past thus have to be renegotiated within the society. In this regard, it were not least the Yugoslav Wars, the return of military conflicts to Central Europe, which contributed to the reopening of ›closed‹ reconciliation narratives (for example about the development of Franco-German friendship after 1945) as well as to a new scrutinization concerning its orientation value for current conflict transformation. Since then, we have seen a striking proliferation and growing interconnectedness of reconciliation discourses on a global scale, in which nearby and distant sets of events, past and present ranges of conflict-ridden experiences are synchronized via mediatization and thus processed for current debates. On the one hand, this may refer to the provisional indispensability of reconciliation in social and cultural contexts in general, especially where the transition between a conflictual past and cooperation in the present and the future must be accomplished. Simultaneously, the concept of reconciliation—influenced by partisan or bias interests within a secular context—is exposed to the potential suspicion of ideological obfuscation, while its inflationary use is criticized as an indicator of a progressive emptying of meaning (cf. Hahn, Hans Henning et al.: Erinnerungskultur und Versöhnungskitsch, 2008). But just that very semantic blurring of the concept of reconciliation points to its continuing need for supplementation in a symbolic, performative and affective sense. And it is the increasingly synchronized interweaving of locally situated reconciliation discourses that ultimately offer a wide range of investigative perspectives for comparative case studies. By focusing on the publicly effective forms of representation, aesthetic strategies and media depiction, our emphasis thereby is on the rhetoricity and expressivity of reconciliatory acts, while at the same time we want to add a cultural studies and visual arts perspective to the expanding field of Reconciliation Studies, at present strongly marked by political sciences, ethic studies and sociology. For our approach, we suggest three possible main topics but welcome any additional ideas: 1. Localizations of Reconciliation: Over the last two decades, places, bridges and streets around the world have been re-semanticized to convey a reconciliatory message (e.g. the »Reconciliation Place« in Canberra’s government district with numerous works by Aboriginal artists, 2001). Similarly, war-damaged buildings were immediately addressed as symbols of reconciliation after their restoration (e.g. the Mostar Bridge or the Dresden »Frauenkirche«, 2004). To what extent do sites and objects officially adopted for reconciliatory purposes shape the public perception of those places? Are such strategies to inscribe reconciliation into the urban fabric also accompanied by a desire for a discursive closure of the reconciliation narrative? How do local perceptions differ from the medially conveyed reconciliation representation? Is it possible to speak of ›therapeutic‹ localities, following Kirk Savage (Therapeutic Monument, 2006)? 2. Documentary and Fictional Imaginations of Reconciliation: Current calls for reconciliation control the re-reading of historical conflicts and often lead to re-actualizations of past acts of reconciliation in fictional form. For example, the short-term ceasefire between German and British troops around Christmas 1914 (including spontaneous games of football) has long since developed its own media legacy and is appropriated by sports organizations and associations for their ›own‹ culture of remembrance. Similarly, the conflictual work of truth and reconciliation commissions in South Africa and other states has repeatedly been the subject of photographic documentation as well as literary or cinematic narration. What kind of feedback can be identified between documentary and dramaturgical treatment of institutionalized reconciliation work? How do, for example, filmic productions in turn also influence the experience of places of memory? 3. Reconciliation and natural aesthetics: Naturalized concepts of cyclic regeneration and organic growth play an important role in the affective modeling of reconciliation. As early as 1948, the Hiroshima »Peace Park« marked a type of memorial landscape that contrasts the traces of maximum destruction with the regenerative resilience of plants. Other recent memorial museums feature plant enclaves as well (e.g. »Garden of Stones« with trees by Andy Goldsworthy at the Museum of Jewish Heritage, New York or the »Garden of Exile« outside the Jewish Museum Berlin by Daniel Libeskind). Similarly, the Genocide Memorial in Kigali, Rwanda consists of Gardens of Reflection, with a section dedicated explicitly to the topic of »Unity, Division & Reconciliation«. Further examples using such natural aesthetic concepts in the German-French reconciliation narrative include the »Deutsch-Französischer Garten« in Saarbrücken or the »Jardin pour la paix« in Bitche, Lorraine). In addition to the historical genealogies for the natural-aesthetic framing of concepts of reconciliation, it should also be explored in a comparative perspective how ›reconciliation‹ is used by local actors as a cultural resource. This interdisciplinary conference aims to bring together conceptual approaches from the fields of art history, cultural studies, historical sciences and media studies. With regard to the transregional orientation of the project, we both welcome suggestions from intra- and extra-European Area Studies. We also specifically ask for contributions from qualified junior researchers. The conference languages will be German and English. Abstracts (max. 300 words) for 30-minute presentations including a working title and a short CV are due by 19 January 2020. Please send your paper proposals to schaefer.s@mx.uni-saarland.de. Notifications will be sent out soon after the deadline. The conference is to be held 19–21 November 2020 at Saarland University (Saarbrücken, Germany).

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Call for Papers

“The revolution will (not) be gamified" - Marx und das Computerspiel

vom 01.10.2020 | bis zum 01.12.2020

Auch in der Gaming-Szene werden ideologisch aufgeladene Begrifflichkeiten zur Denunzierung ideologischer Gegner verwendet. Gleichzeitig werden politische Positionen offen nach außen vertreten, besipielsweise bedankten sich die Entwickler des Spiels „Disco Elysium“ bei der Preisverleihung der Game Awards bei Marx und Engels für ihre politische Bildung. Doch wie lassen sich Marx/Marxismus und digitale Spiele überhaupt zusammen denken? Zudem lassen sich immer häufiger kapitalistische Grundmuster in digitalen Spielen finden. So bezeichnet das sogenannte “Grinding” das Phänomen, dass Spiele immer mehr Arbeit werden. Stehen Arbeit und Spiel in einem widersprüchlichen Verhältnis zueinander? Mögliche Antworten lassen sich mit einem Rückgriff auf Marx sowie den von ihm angestoßenen Diskursen finden. Wissenschaftler aller Disziplinen sind dazu eingeladen, sich auf verschiedensten Ebenen mit Marx und Spiel zu beschäftigen. Dies kann sowohl mit Fokus auf die Seite der Produktion sowie der Rezeption, auf die inhaltliche oder formale Ebene, auf philosophische oder historische Perspektiven geschehen. Mögliche Themen: - Darstellungen von Karl Marx, Sozialismus, Kommunismus bzw. allgemeiner von einem “Klassenkampf” in allen denkbaren Facetten in digitalen Spielen (sowohl in Spielen mit historischem Setting als auch in fiktiven Settings) - Darstellungen des Kapitalismus als “auf Warenproduktion, Marktwirtschaft, Investition von Kapital, Lohnarbeit und Profit beruhende Produktionsweise“ in digitalen Spielen - Darstellung von Revolutionen in Spielen - Gamification (Theorie & Fallbeispiele) - Workification (Theorie & Fallbeispiele) - Arbeitsbedingungen in der Spielentwicklung - Arbeitendenorganisation in der Spieleindustrie - Allgemein das veränderte Verhältnis von Arbeit und Spiel - Digitale Spiele als systemstabilisierende und systemverändernde Kraft zugleich - Exemplifizierung neuerer Theorieentwicklung des Marxismus am Medium Digitales Spiel Die Beiträge sollen einen Umfang von maximal 35.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) aufweisen. Die Herausgeber bitten bis zum 15. April um ein ein Abstract (pdf, doc, docx, rtf) im Umfang von max. 300 Wörtern an paidia@germanistik.uni-muenchen.de. Da die Vorschläge im Blind-Peer-Review-Verfahren gesichtet werden, muss das Textdokument selbst anonymisiert werden. Die vollständigen Beiträge sollen bis 31. August eingesendet werden. Die Veröffentlichung der Ausgabe ist für Herbst/Winter 2020 auf PAIDIA geplant. 

Screenshot der Kongresswebsite sites.events.concordia.ca/sites/iccees/en/iccees2020

Konferenz

Soviet Cultural Policy: Agencies, Regulations, Bureaucracy

vom 04.08.2020 | bis zum 09.08.2020

Vom 4. bis zum 9. August 2020 findet der 10. Kongress des International Council for Central and East European Studies (ICCEES) in Montreal statt. Teil davon ist das Panel „Soviet Cultural Policy: Agencies, Regulations, Bureaucracy“, welches noch bis zum 15. August 2019 dazu einlädt, Proposals einzureichen. Der Fokus des Panels liegt auf Aspekten der sowjetischen Kulturpolitik. Die Kulturpolitik der Sowjetunion war seit der Oktoberrevolution ein wichtiges Mittel, um den Übergang von der zaristischen, theokratischen Gesellschaft zu einer sozialistischen Gesellschaft von „Sowjetmenschen“ zu befördern. Dabei umfasst die Kulturpolitik diverse Bereiche: Finanzielle Förderung durch den Staat, die bestimmte Kunst, Kultur, und Traditionen bevorzugen ebenso wie unterschiedliche Kanäle, über die Kultur kommuniziert wird, wie Film, Printmedien, Radio und Fernsehen. Schließlich richtet das Panel den Augenmerk auf die bürokratischen Prozesse, die der Kulturpolitik zugrunde liegen. Bürokratie, berüchtigt in ihrer sowjetischen Ausprägung, soll dabei als ein Mittel der Kommunikation zwischen Staat und kulturellen Institutionen, und somit als ein Instrument der Kulturpolitik, verstanden werden.  Das Panel lädt Beiträge ein, die sich den infrastrukturellen, legislativen und kommunikativen Elementen sowjetischer Kulturpolitik widmen: institutionelle und transnationale Akteure, bürokratischer Verwaltung, Regulationen der Kreativwirtschaft, und weiteren.

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Workshop

Sozialistische Televisionen

vom 15.05.2020 | bis zum 16.05.2020

Vom 15.05.2020 bis zum 16.05.2020 findet an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein Workshop über sozialistisches Fernsehen von der AG Fernsehen der Gesellschaft für Medienwissenschaft statt. Sozialistisches Fernsehen will eine alternative Antwort zu kapitalistisch und/oder liberal ausgerichteten Programmangeboten geben auf die Herausforderungen der modernen Welt. Der Workshop will sich damit beschäftigen, wie sich sozialistische Televisionen im westlichen Fernsehen wiederfinden lassen, zum Beispiel in dokumentarischen und seriellen Fernsehprojekten oder in Fernsehtheorien der BRD und anderer westlicher Nationen. Ebenso soll es auch um Resonanzen dieser Projekte und Ansätze in der heutigen Fernsehlandschaft gehen. Der Workshop behandelt vornehmlich diese explizit ideologische Television mithilfe einer medienwissenschaftlich perspektivierten Bestandsaufnahme. 

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Tagung

Welche politische Bildung für welche Demokratie? Transnationale Perspektiven vom 19. bis 21. Jahrhundert

vom 01.04.2020 | bis zum 04.04.2020

Vom 1. bis zum 4. April 2020 findet am Deutschen Historischen Institut Paris die Tagung "Welche politische Bildung für welche Demokratie? Transnationale Perspektiven vom 19. bis 21. Jahrhundert" statt. Durch die Ausweitung des Wahlrechts entwickelten sich in der Gesellschaft unterschiedliche Herangehensweisen an die Frage der politischen Bildung. Darum möchte die Veranstaltung Forscher aus verschiedenen Ländern und Disziplinen zusammenbringen, um die Entwicklung der Vorstellungen von Demokratie und Bürger-Sein in Diskursen und sozialen Praktiken zu analysieren, und politische Ideen aus einem sozialgeschichtlichen Blickwinkel zu betrachten. Im Detail wird sich mit den folgenden Themen beschäftigt: Konzepte der politischen Bildung; Krisen, Brüche und Kontinuitäten; Zusammenspiel von Inklusion und Exklusion sowie unterschiedliche Perspektiven von Akteuren; Von lokal zu global.

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Konferenz

Peace and Security in Times of Transition: Socialist and Post-Socialist States and the Development of International Peacekeeping Since 1945

vom 29.10.2020 | bis zum 31.10.2020

Vom 29. bis zum 31. Oktober 2020 findet am Deutschen Historischen Institut Moskau die Konferenz "Peace and Security in Times of Transition: Socialist and Post-Socialist States and the Development of International Peacekeeping Since 1945" statt. Debatten über das Gleichgewicht zwischen staatlicher Souveränität und territorialer Integrität, internationaler Sicherheit, Menschrechte und verschiedener Friedensdimensionen, wurden und werden durch internationale Lösungsansätzensätze dieser Herausforderungen, wie beispielsweise der Kalte Krieg oder der Entkolonialisierung, reflektiert. Die Veranstaltung möchte versuchen, die sozialistischen Länder Osteuropas und deren Nachfolger in die miteinander verwobene und vernetzte internationale Geschichte der Friedenssicherung seit 1945 zu reintegrieren. Obwohl die historische Forschung dieses Themenfeld im Allgemeinen bedient, bleibt trotzdem der Beitrag sozialistischer sowie postsozialistischer Staaten ein noch eher unbeachtetes Feld. Diese Beiträge sollen analysiert und Fallstudien diskutier werden.

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Call for Papers

Der Holodomor in akademischen und öffentlichen Debatten: Ukrainische und europäische Perspektiven

vom 24.09.2020 | bis zum 26.09.2020

Die Deutsch-Ukrainische Historikerkommission bittet um Zusendungen für eine Tagung vom 24. bis 26. September 2020, welche den Holodomor, eine schwere Hungersnot in der Ukraine 1932/33 mit Millionen von Opfern, thematisiert. Diese sei der deutschen Öffentlichkeit weitesgehend unbekannt. Eine Einordnung des Holodomors als Genozid ist sehr umstritten. Dies möchte die Historikerkommission sowohl aus historischer Perspektive als auch im Hinblick des Völkerrechts, insbesondere die Umstände, welche 1948 zur Unterzeichnung der Völkermordkonvention führten, auf ihrer jährlichen Tagung in Berlin untersuchen. Zudem soll die Hungersnot im breiteren Rahmen der sowjetischen Politik und dem globalen Kontext der sowjetischen Rivalität mit dem Westen eingeordnet werden.  Abstracts (500-800 Wörter) und ein kurzer CV können bis zum 30. April 2020 an folgende Adresse eingereicht werden: duhk@lrz.uni-muenchen.de. Die Konferenz wird auf Deutsch, Englisch, Russisch und Ukrainisch abgehalten. Die Reisekosten und die Unterbringung übernimmt der Veranstalter. Eine Publikation der Konferenzergebnisse ist beabsichtigt.

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Termine

Autoritarismus und Nationalismus in staatssozialistischen Gesellschaften

vom 18.06.2020 | bis zum 20.06.2020

Das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung richtet in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vom 18. bis zum 20. Juni 2020 in Berlin die „2. Hermann-Weber-Konferenz zur Historische Kommunismusforschung“ aus. Die Tagung widmet sich den Traditionen und Mentalitäten des Autoritarismus und Nationalismus in den Gesellschaften der sowjetischen Hegemonialsphäre. Mit dem Aufkommen von rechtspopulistischen, autoritären Bewegungen und der Etablierung illiberaler Regime (auch) in Ländern des ehemaligen Ostblocks richtet sich die Aufmerksamkeit der Geschichtswissenschaften verstärkt auf Ursprünge und Traditionen dieser politischen Strömungen in der Zeit des Staatssozialismus. Dabei wird die Interpretation des Zusammenbruchs des historischen Kommunismus 1989/91 als säkularer Triumph des liberalen „Westens“ und seiner Werte von Demokratie und Pluralität zunehmend infrage gestellt. Die Entwicklungen in den postkommunistischen Gesellschaften lenken den Blick auf eine Fülle von Mentalitäten und politisch-kulturellen Haltungen jenseits der weltanschaulichen Sphären des orthodoxen Kommunismus, aber auch – im weitesten Sinne – westlich-liberaler Freiheitsvorstellungen, wie sie etwa in der Dissidenz beansprucht wurden. Charakteristisch für diese Phänomene ist, dass sie sich in der Dichotomie von Regime versus Bevölkerung oft nicht eindeutig zuordnen lassen, sondern quer dazu zu finden sind. Zur Konferenz werden unter anderem Vorträge angeboten, welche nach den historischen Wurzeln von Erscheinungen des Autoritarismus in der Gegenwart fragen.

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Konferenz

Men and Masculinities under Socialism. A Social and Cultural History

vom 14.05.2020 | bis zum 15.05.2020

Am 14. und 15. Mai 2020 findet am Historischen Institut der Universität Bern die Konferenz “Men and Masculinities under Socialism. A Social and Cultural History” statt. Die Veranstaltung verortet sich im Bereich der Gender Studies. Eine Herangehensweise an das Feld ist die Analyse von Männlichkeit und Maskulinitäten als soziale und kulturelle Konstrukte, die in einer gegenseitigen Beziehung zur Gesellschaft und dementsprechend zu gesellschaftlichem Wandel stehen. Diese Analyse eröffnet vielfältige Fragestellungen in Bezug auf  den post-sozialistischen Raum: Wie wurden Konzepte von Männlichkeit und Vaterschaft durch die “neuen” Frauen im Sozialismus (gebildet, unabhängig und rechtlich gleich gestellt) beeinflusst? Wie reagierten Männer auf die Gendernormen der sozialistischen Gesellschaften? Welche Rolle spielte Männlichkeit für das öffentlichen Bild einer sozialistischen Gesellschaft? Die meiste Forschung in diesem Bereich konzentriert sich bisher auf die künstlerische Artikulation von Männlichkeit; einige Arbeiten setzen sich mit Homosexualität auseinander. Die meisten Forschenden sind in den Russischen Geschichtswissenschaften zu verorten. Die Konferenz hat zum Ziel, den Horizont des Feldes zu erweitern – sowohl geografisch als auch theoretisch und disziplinär. Die Beiträge der Konferenz werden in einem Schwerpunktheft des Journals Aspaia: The International Yearbook of Central, Eastern, and Southeastern European Women’s and Gender History veröffentlicht.

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Veranstaltung

Veranstaltungsjahr Friedrich Engels - Engels2020

vom 01.01.2020 | bis zum 14.02.2021

Im Jahr 2020 wird der 200. Geburtstag von Friedrich Engels begangen. Dieses Jubiläum soll in seiner Geburtsstadt Wuppertal mit einem großen Veranstaltungsjahr, dem sogennanten "Engelsjahr", gefeiert werden: Lesungen, Stadtführungen, Schülerwettbewerbe, Theateraufführungen und Ausstellungen sind nur ein paar Beispiele für die Bandbreite an Veranstaltungsformaten. Das ausführliche Veranstaltungsprogramm finden Sie auf der Webseite: https://www.wuppertal.de/microsite/engels2020/index.php.

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Konferenz

The Struggle for Social Control in the Soviet Union, 1929 to 1956

vom 15.10.2020 | bis zum 16.10.2020

Vom 15. bis zum 16. Oktober 2020 findet in Jena die Konferenz „The Struggle for Social Control in the Soviet Union, 1929 to 1956“ statt. Die Veranstaltung widmet sich der Regierungszeit Stalins. Diese war geprägt von einem extrem repressiven Staat, Massenverhaftungen und der Ausweitung des Lagersystems, in dem unzählige Menschen ihr Leben ließen; der Terror wurde mit der Gefährdung der sozialistischen Utopie begründet. Die bisherige Forschung zu dem Thema hat ihren Fokus vor allem auf die Geheimpolizei als das ausführende Element der extremen sozialen Kontrolle, die die stalinistische Gesellschaft prägte, gelegt. Die Konferenz will auf der Grundlage der bestehenden Forschungsarbeiten diesen Fokus erweitern, indem der Aspekt der sozialen Kontrolle weiter gefasst wird: Er soll nicht nur von der Polizei aus gedacht werden – trotz deren unbestreitbaren enormen Macht – sondern will auch in den Blick nehmen, dass Gerichte, Staatsanwälte und ebenso Bürgerinnen und Bürger soziale Kontrolle ausübten, indem sie die bestehenden repressiven Instrumente des juristischen Apparats für sich und ihre Interessen in Anspruch nahmen. Mit dieser Herangehensweise wollen die Veranstalterinnen und Veranstalter der Konferenz zum einen die vermeintliche Dualität zwischen Staat und Bevölkerung auflösen und zum andern zur Analyse der Beziehungen zwischen einzelnen Akteurinnen und Akteuren einladen. Schwerpunkte der Konferenz sind: Ideological conceptions of social order/social engineering under/after Stalin; Crime and disorder in political and institutional communication; Law enforcement and police operations; Court proceedings; Social care institutions (esp. children/youth); Corruption.

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Call for Papers

Workers of the world? The Communist Party of Great Britain as a global party

vom 18.09.2020 | bis zum 19.09.2020

Vom 18. bis zum 19. September 2020 veranstaltet das People's History Museum die Konferenz "Workers of the world? The Communist Party of Great Britain as a global party", welche sich anlässlich des hundertjährigen Jubiläum der Gründung der Kommunistischen Partei Großbritanniens (engl. Communist Party of Great Britain, CPGB) mit dieser auseinandersetzt. Die Verbindungen der Partei zur UdSSR bietet Historikern ein interessantes aber auch kontroversen Forschungsfeld. Das People's History Museum verwahrt die Archive des CPGB und macht diese der Öffentlichkeit zugänglich. So spielte das Museum eine wichtige Rolle bei der Anregung einer kritischen Geschichtsschreibung der kommunistischen Bewegung in Großbritannien. Diese Konferenz soll die Gelegenheit bieten, eine Bestandsaufnahme dieser kritischen Auseinandersetzung zum hundertsten Jahrestag der Parteigründung zu machen. Mögliche Themen könnten sein:  - die CPGB als Teil der kommunistischen Weltbewegung - Kommunisten, das Imperium und der Antiimperialismus - Kommunisten, die UdSSR und der "Realsozialismus". - transnationale Aktivismus- und Solidaritätsnetzwerke - Delegationen, Studienreisen und politischer Tourismus - Komintern Großbritannien - Auswanderer und politische Exilanten in Großbritannien - Kommunisten, Antifaschismus und der Krieg in Spanien - Eurokommunismus - Kommunisten, Maoismus und die Volksrepublik China - Kulturkriege, Übersetzungen und Verlagsunternehmen Die Vorträge sollen von 5000 bis 8000 Wörter betragen. Abstracts (Englisch) bis zum 31. März an cpgb100phm@gmail.com. Eine Publikation der Beiträge in der Zeitschrift "Socialist History" ist angedacht. Die Unkosten für die Konferenz betragen 15 Pfund.

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Termine

Nostalgie und Erinnerung

vom 16.06.2020 | bis zum 17.06.2020

Am 16. Und 17. Juni 2020 richtet das Leipniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) den Workshop „Nostalgie und Erinnerung“ aus. In gegenwärtigen Gesellschaftsdiagnosen wird Nostalgie immer wieder als Erklärung für die wahrgenommene Rückwärtsgewandtheit und kulturelle Spaltung westlicher Gesellschaften genutzt. Als die Grundlage der diagnostizierten gesellschaftlichen Spaltung lassen sich die verschiedenen Geschichtsbilder heranziehen: Was die einen als Fortschritt feiern (beispielsweise die Auflösung traditioneller Geschlechterrollen oder soziale Emanzipationsbewegungen), kündigt für die anderen den gesellschaftlichen Verfall an. Nun stellt sich die Frage nach dem analytischen Mehrwert des Nostalgiebegriffs für die Zeitgeschichtsforschung. Das Forum Neue Zeitgeschichte möchte dabei u.a. folgende Fragen diskutieren: Was zeichnet Nostalgie aus und wie lassen sich womöglich verschiedene Nostalgien zu unterschiedlichen Zeiten und bei verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen feststellen? Wie wurde Nostalgie in der Vergangenheit bewertet? Welche Rolle spielten Anlehnungen an, Verweise auf und Instrumentalisierungen von Vergangenheit in verschiedenen zeithistorischen Kontexten, seien sie politischer, kultureller oder sozialer Natur? In welchem Wechselspiel steht Nostalgie mit den geschichtswissenschaftlichen Konzepten der Erinnerungs- und Geschichtskultur? Wie wäre folglich ein spezifisch zeithistorischer Nostalgiebegriff zu fassen? Stattdessen wollen wir das Forum als Aufschlag verstanden wissen und dazu einladen, den Nostalgiebegriff grundsätzlich für die Zeitgeschichte zu diskutieren. Einreichungen können beispielsweise, müssen aber nicht folgende Themenfelder berühren, auch wenn sie als Nebenaspekte des eigenen Forschungsprojekts auftreten: -"Linke" und "rechte" Nostalgien und politische Gründungsmythen (Rechtspopulismus, Emanzipationserzählungen sozialer Bewegungen etc., Militär, Geheimdienste und Sicherheitsorgane als Erinnerungsgemeinschaften) -Alltagsweltliche Nostalgien (Jahrzehnte als nostalgische Rückzugsräume, Dörfliche Gemeinschaften, Sportvereine als Erinnerungsgemeinschaften) -Fiktionale/Nostalgische Welten in Medien  -Subalterne/nicht-hegemoniale Erinnerungen und Nostalgien (Migrantische Erinnerungen, Queere Erinnerung, Gender- und Körperbilder) -Neue Perspektiven auf professionelle öffentliche Geschichtserzählungen (Erzählungen/ Debatten in und über Ausstellungen, Public History, Geschichtspolitik). Einreichungen von Promovierenden oder jungen Forschenden für alle Sektionen sollten nicht mehr als 500 Wörter umfassen und können auf Deutsch oder Englisch gehalten werden. Die Deadline ist der 17. März 2020. Einsendungen zusammen mit einem kurzen akademischen Lebenslauf per Mail an: forumneuezeitgeschichte@zzf-potsdam.de.

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Konferenz

Putting the Empire into Music. Investigating the VIA Phenomenon

vom 23.04.2020 | bis zum 24.04.2020

Vom 23. bis zum 24. April 2020 findet am Wissenschaftsforum Potsdam die Konferenz "Putting the Empire into Music. Investigating the VIA Phenomenon" statt. Die Veranstaltung ist der als "VIA" bekannt gewordenen Musikrichtung gewidmet. VIA ist eine Abkürzung für Vokal-Instrumental-Ensemble (russ.Vokal’no–instrumental’nyi ansambl’/ Вока́льно-инструмента́льный анса́мбль). Entgegen der großen Zahl an Bands, die der Subkultur zuzuordnen sind, wird die Bezeichung VIA für Bands verwendet, die das Wohlwollen der sowjetischen Parteiführung genossen und seit den 1960er-Jahren als Gegengewicht zum wachsenden Einfluss westlicher Kultur gefördert wurden. Die große Zahl und Präsenz dieser Bands machen sie zu einem festen Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der ehemaligen Sowjetunion. Während sich die sowjetische Kulturgeschichte bisher vor allem mit subkultureller Musik beschäftigt hat, will diese Konferenz das VIA-Phänomen in seinen musikalischen, ästhetischen und poetischen Besonderheiten interdisziplinär analysieren.

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Call for Papers

Memory of The Communist Past

vom 14.10.2020 | bis zum 16.10.2020

30 years after the fall of the communist regimes in Central and Eastern Europe the Institute of Ethnology and Social Anthropology the Slovak Academy of Sciences (SAS) organizes the Conference “Memory of the Communist Past” to tackle this ever-present topic. Therefore, they search for analytic and theoretical papers, as well as qualitative research reports and essays on the broad topic of the “Communist past”. They aim to bring together experts from the areas of social sciences and the humanities to enable them to exchange their experiences and knowledge. The contributions should focus on such topics as: - How do images of socialism (if we use the emic term for the Communist dictatorship period) get communicated by the eye-witnesses as part of their biographies? - Current representations of the Communist past and transformation of the individual memory of the Communist past - How did the life under Communist regimes influence the values and attitudes of the witnesses? - How are representations/recollections on Socialism transmitted to the younger generation (children, grandchildren)? - How do the (grand)children generation deal with the experiences of their (grand)parents? - In what ways family/social memory and cultural memory connected and related? A. Assmann, Shadows of Trauma: Memory and the Politics of Postwar Identity (New York: Fordham University Press, 2016). - How are images of the Communist period shared in contemporary cultural memory and political discourse in Central and East European countries (in school curricula, literature, and theatre as well as documentary films, movies, museum exhibitions, memory policy)? - What are the challenging methodological and ethical questions pertaining to the research focused on the Socialist past of the country? - We would like to invite colleagues to share their expertise as well as present the possible questions or challenges of their work. Each paper proposal should include a title and abstract (up to 300 words) and short c.v. (max. 300 words). All proposals should be submitted by email to: communistpast.conference@savba.sk. Submission deadline: 31st March 2020. Applicants will be informed by end of April 2020 regarding inclusion in the conference program. Chosen conference papers will be published in a monothematic volume of Slovak Ethnology 1/2021 (in English) and in the Journal of Nationalism, Memory and Language Politics 1/2021 (in English). The final date for papers: 15th October 2020. Dr. Monika Vrzgulova (IoESA SAS) Dr. Ľubica Voľanska (IoESA SAS) Dr. Petra Schindler-Wisten (OH Center, Institute of Conpemporary History, Czech Academy of Sciences)

Screenshot der Veranstalterwebseite

Konferenz

Courage and Dictatorships: Cultures of Dissent, Cultures of Control in the 20th Century

vom 23.08.2020 | bis zum 29.08.2020

Der XXIII International Congress of Historical Sciences findet vom 23.08.2020 - 29.08.2020 in Poznan statt und veranstaltet unter dem Titel „Courage and Dictatorships: Cultures of Dissent, Cultures of Control in the 20th Century“ eine spezielle thematische Diskussion. Diese beschäftigt sich unter anderem mit der kulturellen Opposition in Diktaturen. Dabei nimmt die Sitzung kommunistische Regime wie die stalinistische Sowjetunion in den Blick, aber auch die Diktatur der Nationalsozialisten in Deutschland sowie die südosteuropäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, zu analysieren, wer die typischen Gruppen kultureller Opposition waren. Welche Rollen spielten Religion, alternative Künste, Jugendkulturen oder neue soziale und ökologische Bewegungen?

Screenshot Programm

Konferenz

Internationaler Kongress Friedrich Engels 200

vom 03.06.2020 | bis zum 05.06.2020

Vom 03.06.2020 bis zum 05.06.2020 findet an der Universität Wuppertal der "Internationale Kongress Friedrich Engels 200: Die Lage der arbeitenden Klasse(n) in Europa - heute/ Conditions of the Working Class(es) in Europe – Today Gesellschaftliche und Gewerkschaftspolitische Perspektiven" statt. Im Fokus steht die Betrachtung der arbeitenden Klassen in verschiedenen Ländern Europas, die Bedingungen von Arbeit und Arbeitsleben und die Perspektive der heutigen Gewerkschaftspolitik wobei u.a Reiner Hoffmann, DGB-Vorsitzender, zu Worte kommt. Im Bezug auf Engels werden historische Verortungen seiner Studien vorgenommen sowie deren Relevanz für eine Gegenwartsanalyse ergründet. Anmeldungen bis zum 12.05.2020 an stephan.stracke@yahoo.de.

Logo des Instituts für Audio-Visuelle Kunst

Call for Papers

Comparative and Transnational Perspectives on Women’s Cinema in the GDR and Poland 1945-1989

vom 23.04.2020 | bis zum 25.04.2020 | Institut für Audio-Visuelle Kunst der Jagiellonen-Universität

Vom 23. bis 25. April 2020 findet am Institut für Audio-Visuelle Kunst der Jagiellonen-Universität der internationale akademische Workshop "Comparative and Transnational Perspectives on Women’s Cinema in the GDR and Poland 1945-1989" statt, welcher Frauenfilme in der Deutschen Demokratischen Republik und Polen vom Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 bis zum Fall der Berliner Mauer 1989 thematisiert.  Ziel des Workshops ist es Beispiele von film- und medienbezogener Arbeit von Frauen aufzuzeigen, bestehende methodische Herangehensweisen zu erweitern und neue vergleichende und transnationale Methoden zur Bewertung des Filmemachens von Frauen in Mittel- und Osteuropa in seinen verschiedenen gesellschaftspolitischen, ideologischen und ästhetischen Dimensionen zu entwickeln. Es soll auch zur Reflexion über die Stellung der Frau in der polnischen und ostdeutschen sozialistischen Filmindustrie und Filmkultur angeregt werden. Workshopsprache ist Englisch.