...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Vogel, Horst

* 11.5.1931

Geb. in Theißen (Krs. Zeitz); Vater Schlosser; Volksschule; 1945 – 49 Ausbild. zum Schlosser; 1948 SED; 1949 – 52 ABF; 1952 – 55 Studium; 1955 Einstellung beim MfS; 1955/56 Besuch der Schule der HV A; 1968 – 70 Chemiestudium an der TH Leuna-Merseburg; 1970 stellv. Ltr., 1971 Ltr. der Abt. XIII (Grundlagenforschung) der HV A; 1975 Ltr. des Sektors Wiss. u. Technik; 1983 außerdem stellv. Ltr. der HV A; 1987 Gen.-Major; 1989 1. Stellv. des Ltr. der HV A; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vogelsang, Johannes

* 11.12.1892 – ✝ 10.1.1987

Geboren am 11. Dezember 1892 in Ringethal/Krs. Rochlitz, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Baumwollspinner und war später Bergarbeiter. 1910 Mitglied der SPD. Von 1912 bis 1919 Militärdienst und Soldat im Weltkrieg. 1919 Mitbegründer der KPD in Mittweida und ab 1924 dort Stadtverordneter. Er wurde 1929 Leiter der Roten Hilfe im Bezirk Erzgebirge-Vogtland, nach Fusion der drei sächsischen Bezirke Sekretär der RHD für Sachsen. Anfang 1931 ging er nach Moskau, dort bis 1933 offizieller Vertreter der RHD bei der Internationalen Roten Hilfe. Im Mai 1933 illegal nach Deutschland zurückgekehrt, wurde Vogelsang schon am 10. August 1933 in Berlin festgenommen und saß bis Mai 1934 in »Schutzhaft«. Erneut im August 1935 verhaftet, bis November 1936 im KZ Sachsenburg, bei Kriegsausbruch 1939 nochmals für zehn Wochen im KZ Buchenwald. Seine Firma, eine kriegswichtige Verbandswattefabrik, reklamierte ihn, er war von Juli bis November 1944 abermals im KZ. Im Februar 1945 zum Volkssturm eingezogen, desertierte er. Von Mai bis September 1945 Bürgermeister von Mittweida, anschließend übernahm er den Vorsitz der KPD im Kreis Döbeln, dort von 1946 bis 1952 1. Sekretär der SED. Von 1952 bis 1962 Vorsitzender der Bezirks-PKK Leipzig, er erhielt 1972 den Karl-Marx-Orden. Johannes Vogelsang starb am 10. Januar 1987 in Leipzig.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voigt, Arno

* 18.6.1895 – ✝ 9.2.1986

Geboren am 18. Juni 1895 in Großbreitenbach/ Krs. Ilmenau, Sohn eines Nagelschmiedes; lernte Glasmacher, seit 1910 in der Arbeiterjugend. 1915 Soldat, kehrte er Ende 1918 aus dem Krieg zurück, trat zunächst in die USPD, 1919 in die KPD ein. Er leitete die KPD-Ortsgruppe in Oelze und gehörte seit 1926 der KPD-BL Thüringen an. Von 1929 bis 1933 Abgeordneter des Thüringer Landtags, ging Voigt im Februar 1933 in die Illegalität, emigrierte in die âSR, wurde am 5. März 1935 bei einem Einsatz in Deutschland verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er bis März 1941 verbüßte. Danach bis 1943 wieder Glasmacher, 1944 wurde Arno Voigt zur Organisation Todt dienstverpflichtet und geriet Ende 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zurückgekehrt nach Thüringen, wurde er Mitglied der SED und 1948/49 Treuhänder der VVB (Glasbetriebe). Ab 1956 Sekretär der Nationalen Front Ilmenau und zuletzt Personalchef beim Rat des Kreises Ilmenau. Arno Voigt starb am 9. Februar 1986.

Wer war wer in DDR

Voigt, Angela

* 18.5.1951 – ✝ 17.4.2013

Geb. in Weferlingen (Sachsen-Anh.); Leichtathletin; Spezialdisz.: Weitsprung (Trainer: Willi Olfert); 1976 Olymp. Spiele: Siegerin; bei den Europameisterschaften 1978: 2. Platz; Studium der Pädagogik an der PH Magdeburg; 1979 endete ihre sportl. Laufbahn; Jugendtrainerin bei der BSG Lok Haldensleben u. Lehrerin an der PH Magdeburg. Arbeitete in der Seniorenbetreuung in Haldensleben.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Voigt, Volker

* 6.3.1949

Geb. in Sachsenbrunn; Vater Lehrer; EOS, Abitur mit Ausbildung zum Rinderzüchter; 1963 FDJ; 1968 SED; 1967 – 71 Studium an der Pädagog. HS Erfurt-Mühlhausen, Dipl.-Fachlehrer für Dt. u. Russ.; 1971 – 73 Lehrer an der 15. POS Cottbus; 1973/74 Sekr. der FDJ-GO am Inst. für Lehrerbildung Cottbus; 1975 – 77 Fernstudium an der BPS Cottbus der SED; 1974/75 Instrukteur, 1975 – 80 1. Sekr. der FDJ-KL Cottbus-Stadt u. Mitgl. der SED-KL Cottbus-Stadt; seit 1976 Mitgl. des ZR der FDJ; 1980 – 82 1. Sekr. der FDJ-BL Cottbus; 1982/83 Sekr. des ZR der FDJ; seit 1982 Mitgl. des Büros u. des Sekr.; 1983 – Juni 1989 2. Sekr. des FDJ-ZR (Nachf. von  Eberhard Aurich); 1975 – 80 Mitgl. des Sekr. der KL Cottbus-Stadt der SED; 1980 – 82 Mitgl. des Sekr. der BL Cottbus der SED (Nachf. von  Albrecht Schauerhammer); Abg. des Bez.-Tags Cottbus; 1986 – März 1990 Abg. der Volkskammer u. Mitgl. des Präs. der Volkskammer, Mitgl. des Aussch. für Nat. Verteidigung; Juli 1989 Vizepräs. des DTSB.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Volkmann, Irma

* 5.5.1904 – ✝ 19.4.1988

Geboren am 5. Mai 1904 in Berlin, Tochter eines Heilmasseurs. Nach dem Lyzeum (Freistelle) Sekretärin und Stenotypistin, 1923/24 in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin beschäftigt. 1924 Mitglied der KPD, von 1924 bis 1927 Sekretärin im ZK der KPD. Sie reiste 1925 gemeinsam mit Emmy Scholem, der Frau Werner Scholems, u. a. nach Moskau, war während der Tagung des EKKI Stenotypistin und 1927 Sekretärin von Otto Kuusinen im Apparat der Komintern. Von 1928 bis 1930 erneut bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin, lernte sie den Russen Nikolai Farber kennen und übersiedelte mit ihm 1930 in die UdSSR. Sie wurde Mitglied der KPdSU und von 1930 bis 1932 Sekretärin der deutschen Redaktion am Internationalen Agrarinstitut in Moskau, später Übersetzerin für die Zeitschrift »Kommunistische Internationale«. Ihr Mann Farber, Leiter der Planungsabteilung im Volkskommissariat für Wirtschaft, wurde im Herbst 1937 vom NKWD verhaftet und ist in den Stalinschen Säuberungen umgekommen. Irma Volkmann wurde Anfang 1938 aus der KPdSU ausgeschlossen, als »Frau eines Vaterlandsverräters« zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt und nach Archangelsk verbannt. Seit 1946 Lehrerin in Kowrow/Gebiet Wladimir, im Februar 1955 durfte sie in die DDR ausreisen, kam u. a. an das Institut für Sprachen der HU Berlin. Gegen einen verharmlosenden Artikel von Gertraud Teschner im »Neuen Deutschland« anläßlich des 100. Geburtstages von Stalin Ende 1979 schrieb sie einen (natürlich nie veröffentlichten) Protestleserbrief; deshalb wurde sie vom ZK der SED zu einer Aussprache vorgeladen. Irma Volkmann starb am 19.April 1988 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Volmer, Max

* 3.5.1885 – ✝ 3.6.1965

Geb. in Hilden (Rheinl.) als Sohn einer begüterten Familie; Oberrealschule, Abitur; Chemiestudium in Marburg, München u. Leipzig; hier 1910 Prom. mit einer Arbeit über fotograf. Umkehrerscheinungen; 1913 Habil.; 1912 – 14 Assistent; 1914 Privatdoz. an der Univ. Leipzig; 1914 – 18 Kriegsdienst, Forschungen zu chem. Kampfstoffen; 1918 – 20 Industrietätigkeit in der Auer-Ges. Berlin; 1920 a. o. Prof. für Physikal. Chemie an der Univ. Hamburg; 1922 ord. Prof. an der TH Berlin; 1934 Ablehnung der Wahl in die Preuß. AdW durch den NS-Erziehungsminister wegen seiner »pol. Haltung«; 1943 Dienststrafverfahren wegen Unterstützung eines ehem., jüd. Mitarb. Ab 1945 als Spezialist in der UdSSR, tätig im Rahmen des sowj. Atomprojekts; 1946 nachträgl. Ernennung zum Ord. Mitgl. der DAW; 1955 Rückkehr nach Berlin u. Berufung zum ord. Prof. für physikal. Chemie u. Elektrochemie an der HU Berlin; 1955 NP; 1956 – 58 Präs. der AdW (Nachf. von  Walter Friedrich), 1958 – 61 Vizepräs. (Nachf. von Walter Friedrich); 1958 em.; gest. in Potsdam. Hauptarbeitsgebiete: Forschungen zur physikal. Chemie, grundlegende Untersuchungen der Phasenbildung u. des Kristallwachstums; daneben auch erfinder. Tätigkeit (»Volmer-Pumpe« 1919).Blumtritt, O.: M. V. 1885 – 1965. Berlin 1985.Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Voßke, Heinz

* 8.5.1929

Geb. in Anklam; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre als Verw.-Angest. in Anklam; 1945 Volkssturm; sowj. Kriegsgefangenschaft, Bergmann, Mitgl. eines Antifa-Aktivs. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1950 Studium an der Verw.-Schule der Landesreg. Mecklenb. in Teterow, Abschl. als Verw.-Angest.; anschl. Mitarb. beim RdK Anklam; 1951 – 56 Studium, anschl. Lehrer für Geschichte an der SED-LPS in Wiligrad bei Schwerin; ab 1953 Ltr. des Lehrstuhls Geschichte der dt. Arbeiterbew. an der Zentralschule des ZK der SED in Wiligrad bei Schwerin; 1954 – 57 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; ab 1957 Mitarb. am IML, zunächst Ltr. des Sektors Erinnerungen; 1965 Prom. zum Dr. phil.; 1969 VVO; 1971 Prom. B; 1971 Berufung zum ord. Prof. für Geschichte der dt. Arbeiterbew.; 1963 – 90 Ltr. des Zentr. Parteiarchivs der SED; Oberarchivrat; 1979 u. 1989 VVO.Zum Kampf um die Vereinigung der KPD und SPD zur SED Mecklenb./Vorpomm. Berlin 1965; Wilhelm Pieck. Leipzig 1979; Walter Ulbricht. Berlin 1983; Otto Grotewohl. Berlin 1984; Friedrich Ebert. Berlin 1987.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Waasner, Fritz

* 20.4.1920 – ✝ 30.5.2007

Geb. in Preußlitz (Krs. Köthen); Vater Bergmann; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Buchdrucker; 1940 – 43 Wehrmacht; anschl. arbeitslos, kriegsbeschädigt. 1945 – 46 Maschinensetzer bzw. Volontär bei der Ztg. »Freiheit« in Halle, Kreisred. der »Volkszeitung« in Eisleben; 1946 SED; 1947 Red. der Ztg. »Tribüne« beim FDGB-LV Sachsen-Anhalt; 1947 – 51 Red., Chefred. bzw. Intendant des Landessenders in Halle; 1951 / 52 Intendant des Landessenders in Dresden; 1952 – 54 Chefred. der »Schweriner Volkszeitung« (Nachf. von Wilhelm Müller); Mitgl. der SED-BL Schwerin; 1954 – 56 im Auftrag des ZK der SED Korrespondent in der Redaktion der Ztschr. »Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie« in Bukarest; 1956 / 57 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Freiheit« in Halle (Nachf. von  Horst Sindermann); Mitgl. der SED-BL Halle; anschl. leitender Mitarb. beim ADN; gest. in Blankenfelde-Mahlow.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wachner, Arno

* 16.2.1876 – ✝ 1.10.1950

Geboren am 16. Februar 1876 in Hamburg; lernte von 1890 bis 1894 Maler und war anschließend in diesem Beruf tätig. Ab 1919 Angestellter beim Hamburger Arbeitsamt. Mitglied der SPD, der USPD und seit 1920 der KPD. Im März 1919 kam er für die USPD in die Hamburger Bürgerschaft und war von Ende 1920 bis zur Neuwahl am 20. Februar 1921 dort Abgeordneter der KPD. Danach trat er politisch nicht mehr hervor. Arno Wachner starb am 1.Oktober 1950 in Hamburg.

Wer war wer in DDR

Wächter, Erich

* 26.8.1908 – ✝ 10.4.1971

Geb. in Essen, Vater Dreher, Mutter Näherin; 1918 – 24 Besuch der Oberrealschule, 1924/25 der Höheren Handelsschule; 1925 – 27 Volontariat als Feld- u. Industriebahner in Essen; 1927 – 44 Industrie- u. Handelskfm. bei der Dt. Lufthansa in Essen u. Berlin; 1944/45 Wehrmacht; Kriegsgefangenschaft. 1945 CDU; 1945 – 50 Verw.-Angest.; 1946 Krs.-Rat für Wirtschaft u. stellv. Landrat im Krs. Hagenow; 1950 Landrat im Krs. Usedom; ab März 1950 kurzz. Min. für Industrie u. Aufbau in der Landesreg. Mecklenb.; Nov. 1950 – 53 Staatssekr. im Min. für Verkehr; 1950 – 58 Abg. der Volkskammer; 1953 – 55 Präs. der IHK; Mai 1955 – 68 Stellv. des Ministers für Außenhandel u. Innerdt. Handel (Nachf. von  Hans-Paul Ganter-Gilmans); 1950 – 58 Mitgl. des Hauptvorst. der CDU u. des Präs. des Hauptvorst. der CDU, Vors. der Revisionskommission; 1968 – 71 Handelsrat in Bulgarien; 1955 VVO.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wagener, Hermann

* 4.5.1921 – ✝ 30.1.1994

Geb. in Hannover, aufgew. in einer antifasch. Arbeiterfam.; 1928 – 36 Schulbesuch in Hannover, anschl. Lehre als Kupferschmied; 1939 / 40 Industrietätigkeit als techn. Zeichner u. Aufnahme eines techn. Fernstudiums; 1941 zur Wehrmacht eingezogen, gleichzeitig Maschinenbaustudium an der Ingenieurschule Weimar u. Aue, dort 1945 Abschluß; 1945 – 48 sowj. Kriegsgef., Antifaschule. 1949 / 50 Betriebsass. bzw. Fertigungsltr. in der Möbelfabrik Zeulenroda; 1949 SED; Herbst 1950 Aufnahme eines Studiums an der DVA »Walter Ulbricht« in Forst Zinna, dort 1952 Dipl.-Gesellschaftswiss. u. Lehrtätigkeit; 1953 Doz. für Ökonomik der Wirtschaftszweige an der HfV Dresden, dort 1954 Prom. mit der Arbeit »Die besonderen Probleme der techn. Arbeitsnormung im Werkstättenteil der Bahnbetriebswerke«, 1954 – 56 Prorektor für Studienangelegenh., 1956 Prof. für Ökonomik der Arbeit u. Ltr. der Fachrichtung Ökonomik des Transportwesens; 1959 Habil. mit einer Studie zur Arbeitsproduktivität im Eisenbahnwesen, 1962 Dir. des Inst. für komplexe ökon. Transportprobleme; 1964 / 84 Mitglied des Forschungsrats; 1964 – 68 Prorektor für Gesellschaftswiss. u. 1968 – 73 Rektor der HfV, ab 1973 Dir. des Industrieinst.; ab 1981 Mitgl. des Kollegiums des Min. für Verkehrswesen; 1984 aus gesundheitl. Gründen vorzeitig em.; 1967 VVO, 1969 NP, 1971 Dr.h.c. des Polytechnikums Szczecin; gest. in Berlin. W. war einer der führenden Verkehrswissenschaftler der DDR u. beschäftigte sich in seinen arbeitsökon. Untersuchungen mit Fragen des Arbeitslohns, der Arbeitsproduktivität u. der allg. Ökonomik des Transportwesens.Die Arbeitsproduktivität im Eisenbahnwesen der DDR. Berlin 1960, Grundlagen der Ökonomik des Transport- u. Nachrichtenwesens. Berlin 1960 (mit. G. Rehbein); Ökonomik der Arbeit in der DDR. Berlin 1962; Ökonomik der Arbeit im Transportwesen der DDR. Berlin 1965.Dieter Hoffmann / Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Vogel, Karl

* 21.5.1925 – ✝ 18.4.2004

Geb. in Oelsnitz; Vater Landwirt; Volksschu- le, Landwirtschaftsgehilfe; Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. FDJ; 1949 pol. Ltr. der MAS Nierwürschnitz; ab 1949 Mitarb. im ZR der FDJ, dort 1950/51 Instrukteur, dann stellv. Abt.-Ltr.; 1951 SED; 1951/52 Studium an der Komsomol-HS in Moskau; 1952 – 58 1. Sekr. der FDJ-BL u. Mitgl. der SED-BL Suhl, Kand., dann Mitgl. des Büros; 1954 – 58 Mitgl. des Bez.-Tags Suhl; 1958 – 61 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1961 – 85 Mitarb., dann Sektorenltr. in der Abt. Jugend, 1985 – 89 Ltr. der Abt. Befreundete Parteien im ZK der SED (Nachf. von  Waldemar Pilz); 1978 VVO; 1986 – März 1990 Mitgl. der Volkskammer, dort Mitgl. des Verfass.- u. Rechtsaussch.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Vogler, Günter

* 28.7.1933

Geb. in Reinhardsgrimma (Krs. Dippoldiswalde); Vater selbst. Sattler; ab 1940 Volks-, Grund- u. Zentralschule Reinhardsgrimma; 1948 FDJ; 1948 – 52 Abitur in Altenberg (Erzgeb.); 1952 – 56 Studium der Geschichte an der HU Berlin; 1956 Kirchenaustritt; 1956 – 63 Assistent am Histor. Inst. der HU; 1960 SED; 1962 Prom. mit einer Studie zur feudalen Arbeitsrente u. zum bäuerl. Widerstand im 18. Jh.; 1963 – 66 Mitarb. im Staatssekr. für Hoch- u. Fachschulwesen, nebenamtl. Lehre an der HU; 1966 Doz., 1968 erster Dir. der neu gegr. Sektion Geschichte an der HU, 1969 ord. Prof. für Geschichte der Frühen Neuzeit; 1978 Habil. mit einer Arbeit über die reformator. u. soziale Bewegung in der Reichsstadt Nürnberg 1524/25; 1979 – 91 Ltr. des Bereichs Dt. Geschichte an der Sektion Geschichte der HU Berlin (Nachf. von  Heinrich Scheel); Febr. 1990 letzter Präs. der Historiker-Ges. der DDR, Mitgl. zahlr. nat. u. internat. Verbände u. Gremien, seit den 1960er Jahren Vortrags- u. Konferenzreisen in zahlr. Länder Europas u. die USA; 1994 Vorruhestand. V. gilt als internat. geachteter Historiker für die Geschichte der Frühen Neuzeit u. zählt zu den bekanntesten Verfechtern der Deutung des Bauernkriegs als »frühbürgerl. Rev.«; Hrsg. zahlr. Monogr. u. Sammelbände, u. a. Martin Luther (Berlin 1983); Europäische Herrscher (Weimar 1988); Buch der Reformation (Berlin 1989); Wegscheiden der Reformation (Weimar 1994).Zur Geschichte der Weber u. Spinner von Nowawes 1751 – 1785. Potsdam 1965; Preußen. Berlin 1970 (mit K. Vetter); Die Gewalt soll gegeben werden dem gemeinen Volk. Berlin 1975; Nürnberg 1524/25. Berlin 1982; Thomas Müntzer. Berlin 1989; Absolutistische Herrschaft u. ständ. Ges. Stuttgart 1996; Europas Aufbruch in die Neuzeit. Stuttgart 2003; Thomas Müntzer u. die Ges. seiner Zeit. Mühlhausen 2003; Bauernkrieg zwischen Harz u. Thüringer Wald. Stuttgart 2008 (Hrsg.).Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voigt, Otto Albert

* 17.3.1893 – ✝ 20.5.1971

Geboren am 17. März 1893 in Badra bei Sondershausen; Schlosserlehre, dann als Schlosser beschäftigt; im Krieg Soldat. 1918 in Leipzig Mitglied der USPD, 1920 mit der linken USPD zur KPD. Anhänger der Linken, seit 1924 Mitglied der BL Westsachsen und hauptamtlicher Funktionär. In Leipzig 1925 aktiver Anhänger der Ultralinken, deshalb 1927 zusammen mit Arthur Vogt aus der Partei ausgeschlossen, aber nach einer Selbstkritik wieder in die KPD aufgenommen. 1928 wieder Mitglied der BL Westsachsen, wurde Otto Voigt vom XII. Parteitag 1929 als Kandidat ins ZK gewählt. 1931 sechs Monate Kursant der Komintern-Schule in Moskau, anschließend Parteisekretär der UBL Leipzig. Er arbeitete nach 1933 als Schlosser, zeitweise inhaftiert, trat politisch nicht mehr hervor, weitere Daten ließen sich nicht ermitteln. Otto Albert Voigt starb am 20. Mai 1971 in Dresden.

Wer war wer in DDR

Voigt, Elisabeth

* 5.8.1893 – ✝ 8.11.1977

Geb. in Leipzig; Vater Chemiker; 1904 – 15 Besuch einer Privatschule, teilw. in Ameri- ka; Ausbildung u. Tätigkeit als Laborantin; 1922 – 29 Studium an der HS für bildende Künste Berlin-Charlottenburg bei Karl Hofer; 1929 – 33 Mstr.-Schülerin von Käthe Kollwitz an der Preuß. AdK Berlin; 1933 Dürerpreis; 1934/35 Rom-Stipendium; danach freischaff. in Berlin mit häufigen Studienreisen nach Tirol (1935 – 43); 1937 Gold- u. Silbermedaille der Internat. Kunstausstellung in Paris; 1941 Kunstpreis der Stadt Berlin; 1943/44 Zerstörung des Berliner Ateliers, Umzug nach Leipzig. 1946 – 58 Doz. an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; daneben 1952 – 58 Lehrbeauftr. am Inst. für Kunsterziehung der KMU Leipzig; 1952 Prof.; Verdächtigung als Formalistin u. Verdrängung aus dem Lehramt; 1953 Austritt aus dem VBK; seit 1958 freischaff.; 1975 Ehrenmitgl. des VBK. Werke: Holzschnitt-Zyklus Werwolf, Illu- sion (1945), Der rote Stier, Zeichnungen zu  Brecht: Mutter Courage (1952), zum Buch Jeremias (1958), zum Buch Esther (um 1965).Helmut S.: E. V. Berlin 1962.Dieter Gleisberg

Wer war wer in DDR

Voigtberger, Dietrich

* 4.4.1941 – ✝ 17.12.1988

Geb. in Gera; Vater kfm. Angest.; Grund- u. Oberschule, 1959 Abitur; 1953 FDJ; 1959 – 62 NVA; 1962 – 67 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1966 CDU; 1967 – 70 wiss. Assistent an der HfÖ Berlin; 1969 Prom. zum Dr. oec.; 1970 – 73 Ltr. der Abt. Wissenschaftsorg. am Inst. für Regelungstechnik Berlin; 1973 – 81 wiss. Oberassistent an der HfÖ Berlin; 1979 Habil. zum Dr. sc. oec.; ab 1980 Doz. an der HfÖ Berlin; 1986 a. o. Prof.; 1970 – 81 Vors. des CDU-KV Berlin-Lichtenberg; 1971 – 88 Abg. der Volkskammer, Mitgl. des Aussch. für Arbeit u. Sozialpol.; 1986 – 88 stellv. Vors. der Interparl. Gruppe; 1981 – 88 Vors. des CDU-BV Berlin (Nachf. von Ursula Raurin-Kutzner); 1982 – 88 Mitgl. des Hauptvorst. der CDU u. seines Präs.; VVO.Grundsätzliche Möglichkeiten der Qualifizierung der Wettbewerbsführung. Berlin 1974; Zum wechselseitigen Zusammenwirken ausgew. ökonom. Gesetze. Berlin 1975.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Volkmann, Johannes (Hans)

* 1.8.1893 – ✝ 27.9.1957

(* 1893 – † 1957) Geboren am 1. August 1893 in Merseburg, Sohn eines Buchbindermeisters und Kunstmalers; lernte Bau- und Maschinenschlosser, trat 1908 in die sozialistische Arbeiterjugend ein. Während des Weltkriegs in einem Schweißmaschinenbetrieb in Berlin-Schöneberg »unabkömmlich«. Ende November 1918 Schlosser in der Reichsbahn-Hauptwerkstatt Berlin-Tempelhof, aus politischen Gründen entlassen. Von 1920 bis 1923 Lokomotivführer und Betriebsrat bei den Anhaltinischen Kohlewerken in Mücheln, er trat 1922 in die KPD ein. Ab 1924 im Leunawerk beschäftigt, Betriebsratsmitglied und Leiter der KPD-Betriebszelle. Volkmann war Abgeordneter des Provinziallandtages der Provinz Sachsen, wurde im September 1930 im Wahlkreis Merseburg in den Reichstag gewählt, dem er bis 1932 angehörte. Am 4. März 1933 festgenommen, bis Ende Mai 1934 in »Schutzhaft«, 1937 erneut vier Wochen inhaftiert. Von 1937 bis 1945 war Volkmann Angestellter einer Baufirma. Ab Oktober 1945 hauptamtlicher Funktionär der VVN im Land Thüringen, er baute die OdF-Betreuungsstelle in der Stadt sowie im Landkreis Rudolstadt auf. Später Mitarbeiter der IHK des Kreises Rudolstadt. Johannes Volkmann starb am 27. September 1957.

Wer war wer in DDR

Volpert, Heinz

* 21.12.1932 – ✝ 15.2.1986

Geb. in Rastenberg (Krs. Sömmerda); Volksschule; 1947 – 50 Lehre als landw. Gehilfe; 1948 SED; 1950 Einstellung bei der VP, Schutzpolizei Weimar; 1951 Einstellung beim MfS, Länderverw. Thür., Kraftfahrer; 1951/52 Lehrgang an der MfS-Schule Potsdam-Eiche; 1952 Krs.-Dienststelle Rudolstadt; dann stellv. Ltr. der Abt. V (Untergrund) der BV Gera; 1954 stellv. Abt.-Ltr. in der HA V, MfS Berlin; 1956 Abt.-Ltr.; 1960 – 65 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1964 stellv. Ltr. der HA XX (Staatsapparat, Kirchen, Untergrund); 1969 Versetzung zum Büro der Ltg. (ab 1971 zum Sekr. des Ministers) »zur Durchführung von Sonderaufg.« (Devisenbeschaffung, Häftlingsfreikauf); 1970 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche (gem. mit  Alexander Schalck-Golodkowski); 1972 Oberst; 1975 VVO.Pötzl, N.: Basar der Spione. Hamburg 1997.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voss, Walter

* 31.7.1907 – ✝ 21.3.1983

Geboren am 31. Juli 1907 in Berlin, Sohn eines Schmieds; zunächst Bote und Lagerarbeiter, dann Maschinenbaulehre, später kaufmännischer Angestellter. Seit 1925 Mitglied der SAJ, dann des KJVD und der Roten Jungfront, im Oktober 1927 der KPD. Nach der Ablösung Konrad Blenkles durch Kurt Müller wurde Voss im ZK des KJVD »Gegner-Obmann«. Er absolvierte 1930 einen mehrmonatigen Kurs an der KJI-Schule in Moskau, danach enger Mitarbeiter von Philipp Dengel und zeitweise Büromitglied des ZK des KJVD. Anschließend Jugendleiter der (späteren) Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit unter Ernst Grube. Voss leitete 1931 die deutsche Spartakiade-Delegation nach Moskau zum Drei-Städte-Treffen Moskau, Leningrad und Charkow. Bis Dezember 1931 Jugendsekretär im Verlag der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit, dann Ende 1931 zum Polleiter der KJVD-BL Berlin berufen. Mit Helmut Remmele befreundet, geriet Voss 1932 in die Auseinandersetzungen innerhalb der Parteiführung. Da er Kurt Müller und Alfred Hiller unterstützte, wurde er im Sommer 1932 auf einer Sitzung des erweiterten Jugend-ZK heftig kritisiert und trotz ergebener Selbstkritik abgesetzt. Voss wurde noch im Juli 1932 in den Reichstag gewählt und daher bis Oktober 1932 Instrukteur (weil er als MdR mit einer Freifahrkarte der Bahn reisen konnte), aber im November 1932 nicht mehr als Abgeordneter nominiert und erwerbslos. Im März 1933 kurzzeitig festgenommen, setzte Voss im UB Reinickendorf die illegale Arbeit fort, war von 1935 bis 1942 Mechaniker in Berlin. Im November 1942 zur Wehrmacht eingezogen, desertierte er im Frühjahr 1945 zur Roten Armee, kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft und wurde Angehöriger des NKFD. Am 1. September 1945 wieder in Berlin-Wedding, hier sofort in der KPD-UB-Leitung. Seit Januar 1949 Abteilungsleiter für Arbeit und Sozialfürsorge im SED-LV, von 1954 bis 1956 Sekretär des FDGB von Ost-Berlin und ab März 1957 Leiter der dort angesiedelten Arbeitsschutzinspektion. Er erhielt 1977 den VVO in Gold. Walter Voss starb am 21. März 1983 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Wabra, Ernst

* 31.3.1907 – ✝ 4.11.1970

Geb. in Chemnitz; Vater Bauarb.; Volksschule, drei Jahre Fortbildungsschule in Chemnitz; Ausbildung zum Eisenhobler; 1921 Freie Gewerkschaft; 1923 DMV; 1926 Mitgl. u. Funktionär des KJVD-UB Chemnitz; Mitgl. der KJVD-BL Erzgeb. (Vogtl.); ab 1930 Mitgl. der engeren Ltg. des KJVD-UB Chemnitz u. der KPD; 1932 Sonderbeauftr. des KJVD-ZK; 1932/33 kommissar. Ltr. des KJVD Oberschles.; Febr. 1933 Emigr. in die ČSR; Sept. 1933 illeg. Rückkehr nach Dtl.; Instrukteur des KJVD-ZK im Bez. Ruhr-Niederrhein (»Karl«); um Zusammenarbeit mit der kath. Jugend um Josef Rossaint bemüht; 1933/34 abermals in der ČSR u. April 1934 wieder illeg. nach Berlin (»Fritz«); Mitgl. der Reichsltg. des illeg. KJVD; Aug. 1934 verhaftet u. 1935 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, 1935 – 45 Zuchthaus. 1945 Polizeipräs. von Chemnitz; 1946 KPD/ SED; 1946 Sekr. für Agit.-Prop.-Arbeit der KPD-BL Sachsen; stellv. Org.-Ltr. im SED-LV Sachsen; ab 1949 stellv. Ltr. der Staatl. Kontrollkommission des Landes Sachsen; 1952/53 Mitgl. der SED-BL Karl-Marx-Stadt; März 1953 stellv. Vors., ab Nov. 1954 amt. Vors. der ZKSK (Nachf. von  Fritz Lange); 1954/55 Ltr. der Kaderabt. der ZKSK; 1955 VVO; 1958 Banner der Arbeit; 1958 – 61 amt. Vors. der ZKSK; Mitgl. des Min.-Rates; 1961 stellv. Ltr. der BdVP Karl-Marx-Stadt; Aug. 1962 – 70 stellv. Ltr. der Zollverw. der DDR, verantw. für Wirtschaftsfragen; 1965 VVO; 1967 Banner der Arbeit; gest. in Berlin.SED-BL Karl-Marx-Stadt (Hrsg.): Rev. Kämpfer. Biogr. Skizzen. Karl-Marx-Stadt 1972.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wachowiak, Jutta

* 13.12.1940

Geb. in Berlin; Ausb. zur Stenotypistin u. Sekretärin; 1961 – 63 Ausb. an der HS für Film u. Fernsehen Potsdam-Babelsberg; 1963 – 68 Engagement am Hans-Otto-Theater Potsdam, 1968 – 70 am Städt. Theater Karl-Marx-Stadt, 1970 – 2004 am Dt. Theater Berlin; 1979 Kunstpreis der DDR; 1980 NP (im Koll.); 1980 Schauspielerpreis der DDR; 1982 Darstellerpreis (Karl-Marx-Stadt); 1983 Mitgl. der AdK; Mitorganisatorin der Kundgebung am 4.11.1989 in Berlin. 1990 Bundesverdienstkreuz, 2004 Verdienstorden des Landes Berlin; ab 2004 am Grillo-Theater Essen; 2009 am Berliner Ensemble in »Doña Rosita oder Die Sprache der Blumen« (R:  Thomas Langhoff); lebt in Potsdam. Bühnenrollen: 1970 in »Kabale u. Liebe« von Friedrich Schiller, 1972 in »Onkel Wanja« von Anton Tschechow, 1973 in »Die neuen Leiden des jungen W.« von  Ulrich Plenzdorf, 1978 in »Guten Morgen, du Schöne« nach  Maxie Wander, 1985 in »Der blaue Boll« von Ernst Barlach; 1997 Mutter Wolfen in der »Rote Hahn« u. »Biberpelz« von Gerhart Hauptmann; Theresia in »Antigone« von Sophokles; 2005 Amanda Wingfield in »Glasmenagerie« von Tennessee Williams; 2005 Mamy in »8 Frauen« von Robert Thomas; 2006 Frau Grollfeuer in »Volksvernichtung« von Werner Schwab; 2007 Herzog von Venedig in William Shakespeares »Othello«; 2007 Frieda in Lutz Hübners »Blütenträume«; 2007 Großmutter in Georg Büchners »Woyzeck«; 2007 Gora in Franz Grillparzers »Das Goldene Vlies«; 2008 Madame Pernelle in Molières »Tartuffe«; 2009 Tante in Federico García Lorcas »Doña Rosita oder Die Sprache der Blumen«. Filmrollen: 1968 »Krupp u. Krause«, 1970 »KLK an PTX – Die rote Kapelle«, 1979 »Die Verlobte«, 1981 »Märkische Forschungen«, 1990 »Schlaraffenland«; 1992 »Scheusal«; 1995 »Nikolaikirche«, 1995 »Der Trinker«; 1996 »Fremde Heimat«; 1998/99 »Der letzte Zeuge«; 2000 »Jahrestage«; 2001 »Alles mit Besteck«; 2001 »Staatsgeheimnis«; 2001 »Zutaten für Träume«; 2002 »Rosenstraße«. Sprecherin: Die kluge Bauerntochter. Berlin 1991 (Text: Dieter Scharfenberg); Sonetschka. Schwäbisch Hall 1999 (Text: Ljudmila E. Ulickaja); Hans Falladas Jahre in Carwitz. Berlin 2000 (Text: Wolfgang Rödel); Iphigenie auf Tauris. Düsseldorf 2003 (Text: Johann Wolfgang von Goethe); Grimms Märchen. Köln 2004 (Text: Dieter Scharfenberg).Helmut Müller-Enbergs / Gerd Dietrich

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wackwitz, Marie

* 11.1.1865 – ✝ 23.11.1930

Geboren am 11. Januar 1865 in Löbau/Sachsen als Johanna Marie Louise Zinske, Tochter eines Maurergesellen. Sie absolvierte Fortbildungskurse, trat 1889 in den Arbeiterbildungsverein ein, 1890 wurde sie Mitglied der SPD. 1897 heiratete sie den Arbeiter Adolf Clemens Wackwitz. Seit 1901 Agitatorin im Auftrage des SPD-PV zur Organisierung sozialdemokratischer Frauen in Sachsen, Delegierte der Parteitage 1908 in Nürnberg und 1911 in Jena. 1917 Mitglied der USPD, ab Ende 1919 Kreissekretärin der USPD für das Weißenfelser Gebiet, 1919 nahm sie an den USPD-Parteitagen in Berlin und Leipzig teil, war im USPD-Reichsfrauenausschuß. Marie Wackwitz wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Merseburg-Weißenfels in den Reichstag gewählt. Als Delegierte des USPD-Spaltungsparteitags in Halle stimmte sie für die Annahme der 21 Bedingungen und den Anschluß an die Komintern. Sie gehörte mit den linken USPD-Abgeordneten Wilhelm Bartz, Ernst Däumig, Hermann Remmele u. a. Anfang Oktober 1920 zunächst zur USPD-Fraktion (Linke), danach Anfang Dezember 1920 mit den beiden KPD-Abgeordneten Clara Zetkin und Paul Levi zur VKPD-Reichstagsfraktion. Im September 1921 aus Protest gegen die Politik der KPD (Putschismus-Vorwurf) aus der Partei ausgetreten, zunächst fraktionslos, im April 1922 schloß sie sich erneut der USPD und im September 1922 der SPD an. Bis April 1924 Reichstagsabgeordnete, sie lebte als Publizistin in Weißenfels, war Vorsitzende der sozialdemokratischen Frauen und Vorsitzende des Bezirksausschusses der Arbeiterwohlfahrt für Halle-Merseburg. Im Mai und Dezember 1924 sowie im Mai 1928 kandidierte sie erfolglos für den Reichstag. Marie Wackwitz starb am 23. November 1930 in Dresden.

Wer war wer in DDR

Wagenknecht, Egon

* 29.3.1908 – ✝ 19.1.2005

Geb. in Rauen (Krs. Beeskow-Storkow); Vater Revierförster; Realgymnasium; 1928 – 33 Studium der Forstwiss. an der Univ. Berlin u. der Forstl. HS Eberswalde, Forstreferendar; 1936 Forstassessor; 1936 – 39 Assistent im Waldbauinst. der Forstl. HS Eberswalde; Prom. zum Dr. forest. mit einer Diss. über den Einfluß versch. Bodenbearbeitungsverfahren auf das Wachstum von Kiefernkulturen; 1937 NSDAP; 1939 – 44 Wehrmacht, zul. Ltn., verwundet entlassen; 1944 – 48 in versch. Forstämtern tätig. 1948 – 50 Ref. für Waldbau in der HV Land- u. Forstw. der DWK bzw. der HA Forstw. des Min. für Land- u. Forstw.; 1949 SED; 1949 – 63 Lehrtätigkeit an der Forstw. Fak. der HU Berlin in Eberswalde; 1950 Doz.; 1951 Prof.; 1954 Habil. mit einer Arbeit über die waldbaul. Behandlung der Roteiche; 1955 Prof. mit Lehrstuhl für Waldbau u. Jagdkunde; 1955 – 57 Dekan; ab 1950 Aufbau eines Inst. für Waldbau u. dessen Dir.; nach Auflösung der Fak. 1963 – 71 Dir. des Bereichs Waldbau mit Abt. Wildforschung im Inst. für Forstwiss. der DAL Eberswalde; 1971/72 Ltr. der Abt. Jagdwirtschaft; 1962 Ord. Mitgl. der DAL; 1964 – 72 Sekretar der Sekt. Forstwesen bzw. Vors. der Kommission Forst- u. Holzwirtschaft; 1952 Mitgl.; 1962 stellv. Vors. des Wiss. Beirats beim Staatssekretär für HFS-Wesen; 1954 Mitgl. des Jagdbeirats bei der Obersten Jagdbehörde der DDR; 1965 Mitgl. des Staatl. Komitees für Forstwirtschaft beim Landw.-Rat; 1972 invalidisiert; 1973 em.; Nov. 1989 Austritt aus der SED; gest. in Eberswalde. Über 200 Publ. zu Waldbau u. Jagdwirtschaft.Aufforsten planmäßig durchgeführt. 1951; Eberswalde 1953 – Wege zu standortgerechter Forstw. 1956 (mit A. Scamoni u. a.); Bewirtschaftung unserer Schalenwildbestände. 1965; Rotwild. 1981; Hrsg. des Archivs für Forstwesen (seit Gründung 1952). Brandenburg. Forstverein (Hrsg.): Wald, Wild u. Jagd in Brandenb. Fs. zum 90. Geburtstag. Potsdam 1998; Milnik, A.: E. W. – Ein langes Leben für Wald u. Wild. Remagen-Oberwinter 2005.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Vogel, Wolfgang

* 30.10.1925 – ✝ 21.8.2008

Geb. in Wilhelmsthal (Krs. Habelschwerdt, Niederschles. / Bolesławów, Polen); Vater Lehrer; 1932 – 44 Schulbesuch in Wilhelmsthal u. im Internat in Glatz; 1944/45 Ausb. zum Flugschüler bei einem Fliegerregt. 1945 – 49 Jurastudium in Jena u. Leipzig; 1949 Erstes u. 1952 Zweites jurist. St.-Ex.; Referendar am Amtsgericht Waldheim; 1952 Hauptref. im Min. der Justiz; 1953 aus dem Staatsdienst ausgeschieden; vom MfS als IM »Eva« bzw. »Georg« erf.; 1954 Rechtsanwalt in Berlin; 1957 auch an Gerichten in Berlin (West) zugelassen; Vertreter von Kollegen aus Berlin (West) an Gerichten in Berlin (Ost) u. der DDR; ab 1962 betraut mit der Lösung humanitärer Probleme im Ost-West-Konflikt; 1963 staatl. Beauftragter für Freikauf u. Austausch pol. Häftlinge, 1965 für die Zusammenführung getrennter Familien; 1969 offiz. »Bevollm. der DDR für humanitäre Fragen bei der Bundesreg.«, Dr. jur. h. c. (DASR); 1973 »Persönl. Beauftr. des Staatsratsvors. für die Lösung humanitärer Probleme«; 1975 VVO; 1982 SED; 1985 Prof. für Strafprozeßrecht an der ASR Potsdam; 5.12.1989 vorübergehende Verhaftung unter dem Vorwurf verbrecher. Erpressung, danach Niederlegung des Regierungsmandats; bis Okt. 1990 Anwalt von  Erich Honecker. 1991 Verzicht auf die Zulassung als Anwalt; 1992 Durchsuchung der Kanzlei u. im März Verhaftung wegen Fluchtgefahr, Entlassung nach Kaution durch die kath. Kirche; räumte im Aug. 1992 ein, für das MfS inoffiz. gearbeitet zu haben; Juli 1993 erneute U-Haft aufgrund des Verdachts der Erpressung ausreisewilliger Bürger in 51 Fällen sowie der Steuerhinterziehung; Okt. 1993 Anklage wegen »Meineids« (als Zeuge vor dem Kammergericht im Feb. 1993); Jan. 1994 gegen Kaution aus der U-Haft entlassen; am 9.1.1996 von der 6. Großen Strafkammer des Berliner LG wegen »Meineids in einem Fall u. Erpressung in vier Fällen« zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung u. wegen »Falschbeurkundung in fünf Fällen« zu einer Geldstrafe von 92.000 DM verurteilt, nach Antrag auf Revision 1998 durch den BGH vom Vorwurf der Erpressung freigesprochen; gest. in Schliersee (Oberbayern). W. V. vermittelte die Ausreise von über 250.000 DDR-Bürgern in die Bundesrep. Dtl., den Freikauf von 33.775 Häftlingen u. den Austausch von ca. 150 Agenten, darunter von Francis G. Powers gegen Rudolf I. Abel (1962) u. von  Günter Guillaume (1981); Vermittler bei der Besetzung der US-Botschaft in Berlin (1984) u. der bundesdt. Botschaften in Budapest, Prag u. Warschau (1989) durch ausreisewillige DDR-Bürger.Die Wiedergutmachung fasch. Unrechts in der DDR. Berlin 1952. Schmidthammer, J.: Rechtsanwalt W. V. Mittler zw. Ost u. West. Hamburg 1987; Whitney, C. R.: Advocatus Diaboli. W. V. Anwalt zw. Ost u. West. Berlin 1993; Pötzl, N. F.: Basar der Spione. Hamburg 1997; Wölbern, J. P.: Die Entstehung des Häftlingsfreikaufs. In: Deutschland Archiv (2008) 5.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Vogler, Manfred

* 12.11.1934

Geb. in Langewiesen (Krs. Ilmenau); Vater Porzellanmaler; 1953 – 59 Studium an der HAB Weimar, Dipl.-Ing.; 1959 – 62 Architekt bei der Fundament GmbH Berlin, Regionalplanung Druckereistandorte u. Mitarb. bei Druckereikombinaten Dresden u. Rostock; 1962 – 64 Chefarchitekt im Büro für Gebiets-, Stadt- u. Dorfplanung Neubrandenb.; mehrgeschossige Wohnungsbauten in etwa 40 Dörfern des Bez.; 1963 Dorfplanung Krien (b. Anklam); 1964 – 66 stellv. Dir. im Büro für Territorialplanung Neubrandenb., Planung der Stadtzentren in Prenzlau u. Torgelow sowie Wohnkomplexe in Neubrandenb.; Entwurfsplanung Mehrzweckhalle Altentreptow; seit 1966 Stadtarchitekt in Frankfurt (Oder); prägte maßgebl. die Entw. der Stadt, u. a. Wohnkomplex: Kopernikusstraße (1966 – 72), Frankfurt-Nord (1968 – 74), »Halbe Stadt« (1968 –75); 1974 Promotion, seit 1968 Planung u. Gestaltung des Stadtzentrums, insbes. Ausbau der Verkehrsstrukturform u. Gestaltung innerstädt. Parkanlagen wie Oderpromenade, Promenadengasse u. Klingetal; seit 1970 Planung der Naherholung Frankfurt (Oder) u. Helenesee; 1967 – 72 Gen.-Planung; Planung mehrerer Denkmalanlagen, darunter Antifa. Widerstand, Rosa-Luxemburg-Str. u. Karl-Marx-Denkmal (1968), Rekonstruktion des got. Rathauses u. baul.-funktionale Umgestaltung der gesamten Anlage, Restauration der Marienkirche (1981 –89), Mitw. beim Konzerthallenanbau am ehem. Franziskanerkloster; Initiator u. Autor der ersten Baumschutzordnung für eine DDR-Stadt, seit 1973 in Frankfurt (Oder) in Anwendung.Simone Hain

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voigt, Walter

* 17.1.1905

Geboren am 17. Januar 1905 in Dresden, lernte Schlosser, gehörte von 1919 bis 1924 der SAJ, von Mai bis Oktober 1923 der SPD, ab Oktober 1924 der KPD an. Er war Leiter des KPD-UB Siemenswerk Berlin, von 1931 bis 1934 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau. Anschließend zur illegalen Arbeit nach Deutschland entsandt, nahm Voigt als Vertreter Berlins unter den Parteinamen Walter Talkenberg bzw. Erwin Boldt am VII. Weltkongreß und an der »Brüsseler Konferenz« der KPD 1935 in Moskau teil. Der weitere Lebensweg von Walter Voigt konnte nicht ermittelt werden, er soll in Deutschland verhaftet worden sein und ist seitdem verschollen.

Wer war wer in DDR

Voigt, Fritz-Georg

* 21.11.1925 – ✝ 27.9.1995

Geb. in Magdeburg; Vater Zollbeamter; Volksschule, Abitur; April 1943 NSDAP; 1943 – 45 RAD u. Wehrmacht; 1945 amerik. u. brit. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Kellereihilfsarb. in Bernkastel (Mosel); 1946 SED; 1946 – 50 Studium der Romanistik in Jena; 1951 Prom.; 1951/52 Assistent an der ABF Jena; ab 1952 als IM »Kant« des MfS erf.; 1952 – 58 Lektor im Aufbau-Verlag; 1953 – 58 dort BGL-Vors.; 1958 – 62 Ltr. des Lektorats Auslandslit.; 1961 – 64 Parteisekr. des Aufbau-Verlags; 1963 – 65 Cheflektor; 1966 – 82 Verlagsltr. (Nachf. von  Klaus Gysi); Übersetzer von Paul Thiry d’Holbachs »Das System der Natur«; Hrsg. u. Nachwortautor von Honoré de Balzac u. Robert Merle; 1965 – 82 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1967 – 82 Mitgl. des Vorst. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig u. Vors. der Kommission Internat. Arbeit; 1970 Medaille für Treue Dienste in der NVA; 1971 NP; 1983 invalidisiert; danach bis 1990 liter. Berater des Aufbau-Verlags; gest. in Berlin.Janka, W.: Die Unterwerfung. München 1994.Carsten Wurm

Wer war wer in DDR

Vojta, Günter

* 23.10.1928

Geb. in Bautzen; Vater Steinmetz; 1935 – 39 Volksschule, anschl. Lessing-OS Bautzen, dort 1949 Abitur; 1946 – 48 Mitgl. der FDJ-Stadtleitung Kamenz; 1949 – 54 Studium der Physik an der Univ. Leipzig, 1955 Dipl.-Physiker; 1954 – 58 Ass. am Theoret.-Physikal. Inst. der KMU Leipzig, dort 1957 Prom. mit der Arbeit »Eine Theorie der Sättigung bei der magnet. Kernresonanz« bei Bernhard Kockel; 1960 Habil. »Zur Quantenstatistik von Gasen mit mehratomigen Molekülen«; 1959 – 70 wiss. Mitarb., ab 1961 Ltr. der Abt. für statist. Thermodynamik am Inst. für Stofftrennung der DAW in Leipzig; zugl. ab 1961 Doz., 1962 Prof. für theoret. Physik an der KMU; ab 1970 Ltr. des Bereichs statist. Physik am ZI für Festkörperphysik u. Werkstofforschung der AdW in Dresden u. Honorarprof. für theoret. Physik (Statistik von Vielteilchensystemen) der TU Dresden; 1972 SED; 1970 korr. Mitgl., 1975 ord. Mitgl. der AdW; 1977 Gauss-Ehrenplakette der ADW; 1984 ord. Prof. für theoret. Physik an der KMU; 1986 Mitgl. der Leopoldina; 1993 em.; lebt in Dresden. Führender theoret. Physiker der DDR; Hauptforschungsgebiet: Statist. Physik u. ihre Anwendung in der theoret. Festkörperphysik, Plasmaphysik sowie physikal. u. theoret. Chemie; V. beschäftigte sich u. a. mit den Grundlagen u. allg. Anwendungen der thermodynam. u. statist. Theorie auf irreversible Prozesse, insb. von Transportprozessen in Gasplasmen u. Festkörpern, sowie mit der Anwendung der statist. Thermodynamik auf Isotopensysteme; Mithrsg. der Ztschr. für physikal. Chemie, Annalen der Physik, Contribution to Plasma Physics, Res mechnica. Sek.-Lit.: Eisenberg, W. (Hrsg.): Physik, Statistik, Information. Fs. zum 80. Geb. von G. V. Leipzig 2008.Statistische Thermodynamik. Leipzig 1962; Teubner-Taschenbuch der statist. Physik. Wiesbaden 2000 (mit Matthias Vojta).Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Volkmann, Herbert

* 22.7.1901 – ✝ 8.8.1983

Geb. in Berlin; Vater Büroassistent beim Armenamt im Berliner Magistrat, Mutter Dienstmädchen; Gemeinde- u. bis 1921 Kirschner-Oberrealschule, Abitur; ab 1921 Studium der Malerei u. Grafik an der Vereinigten Staatsschule für freie u. angewandte Kunst in Berlin, Anatomie, Soziol. u. Staatswiss. an Univ. in Berlin, Leipzig u. Innsbruck; 1923 Angest. einer Buchhandlung in Neapel (Italien); 1923 – 25 Mitgl. der Kommunist. Studentenfraktion u. der Ges. der Freunde des neuen Rußland; 1924 Mitgl. im Reichsaussch. rev. Jugend; 1924 – 33 RHD; 1933 Red. beim Verlag Atlantik; 1933 – 37 Vertreter für Pressebilder; seit 1936 Verbindung zur Gruppe um Harro Schulze-Boysen (»Rote Kapelle«); in deren Auftrag 1937 – 40 Red. im Berliner Eurocont Department der Nachrichtenagentur »United Press of America«, ab 1939 stellv. Hauptschriftltr. u. Chef vom Dienst; 1941 – 45 Wehrmacht, zul. OGfr., März 1945 desertiert; Juni – Aug. 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft (Parchim, Neubrandenb. u. Rüdersdorf). 1945/46 KPD/SED; 1945 – 48 Ltr. des Hauptamts bzw. der Abt. Kunst u. Kultur der Dt. ZV für Volksbildung (allein verantw. für die DEFA); 1946 – 49 mehreren Überprüfungen im Kontext der »Roten Kapelle« u. der Parteisäuberungen unterworfen; 1949/50 Ltr. der HA Kunst u. Lit. im Min. für Volksbild.; ab 1950 Ltr., dann Gen.-Sekr. des Kulturfonds d. DDR (Nachf. von  Heinz Willmann); 1950 – 53 Fernstudium an der PHS; 1953/54 erneute ZPKK-Untersuchung im Kontext des Slánský-Prozesses; 1954 – 58 Wirtschaftsdir. im DEFA-Spielfilmstudio Babelsberg; 1958 – 69 Dir. des Staatl. Filmarchivs in Potsdam (Nachf. von  Rudolf Bernstein), maßgebl. Verdienst am Aufbau des Filmlagers u. an der Entw. des Staatl. Filmarchivs zum zweitgrößten Filmarchiv der Welt; seit 1959 jährl. zum Mitgl. des Comité Directeur der Fédération Internationale des Archivs du Film (FIAF) gewählt, später auf dem XXIV. Kongreß der FIAF in London zum Ehrenmitgl. des Comité Directeur ernannt; ab 1964 Präs. des Internat. Komitees für Filmkonservierung / Preservation-Commission der FIAF; unter seiner Ltg. entstand ein Handbuch zu Fragen der Lagerung u. Erhaltung von Filmmaterial; 1968 Banner der Arbeit; 1969 – 76 archivwiss. Mitarb. im Staatl. Filmarchiv; 1981 VVO; gest. in Kleinmachnow.Film-Präservation. Konservierung u. Restaurierung von Kinofilmen. Berlin 1963. Bermann, K. H.: Der Schlaf vor dem Erwachen. Stationen der Jahre 1931 – 1949. Berlin 2004.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vorkörper, Ewald

* 19.4.1887

Geboren am 19. April 1887 in Teterow; Handlungsgehilfenlehre, Wanderschaft in Deutschland und im Ausland, 1906 Mitglied der SPD. Bis 1909 Handlungsgehilfe, von 1909 bis 1921 Inhaber eines Schreibmaschinengeschäfts in Rostock. Vorkörper wurde 1918 Mitglied der USPD, Ende 1920 der KPD. Im Juni 1920 für die USPD in den Landtag von Mecklenburg-Schwerin gewählt, bildete er ab dem 10. Dezember 1920 bis zum Ende der Legislaturperiode am 3.März 1921 gemeinsam mit Herbert von Mayenburg, Hans Kollwitz und Hans Fuchs die KPD-Fraktion im Landtag. Über Ewald Vorkörpers weiteren Lebensweg konnte nichts ermittelt werden.

Wer war wer in DDR

Voss, Torsten

* 24.3.1963

Geb. in Güstrow; begann bei der BSG Einheit Güstrow als Leichtathlet; 1975 KJS Schwerin; Lehre als Kraftfahrzeugschlosser, danach Studium an der DHfK Leipzig; SC Traktor Schwerin (Trainer: Bernd Jahn), 1979 Spartakiadesieger im Weitsprung u. Silber bei der DDR-Juniorenmeisterschaft im Zehnkampf; ab 1980 Zehnkampf; 1981 Vize-EM der Junioren; DDR-Mstr. 1982, 1983, 1987 u. 1990; DDR-Hallenmstr. im Sieben- bzw. Achtkampf 1982 u. 1984 – 87; 4. Platz EM 1986; 1987 WM, DDR-Sportler des Jahres; 1988 Olympia-Zweiter, VVO; 1980 – 88 16 Länderkämpfe für die DDR; Bestleistung Zehnkampf 8.680 Punkte (1987). Herbst 1990 Wechsel nach Uerdingen; Anstellung beim Werkschutz der Bayer-Werke; Dt. Vizemstr. 1993; Aug. 1994 Wechsel zum Bobsport, Ski-Klub Bayer Uerdingen (Trainer: Gerd Leopold); Vierer-WM: 1997 Silber, 1995 u. 1996 Bronze; Vierer-EM: 1998 u. 2001 Gold, 1995, 1997 u. 2002 Bronze; Dt. Mstr. im Vierer 1995, 1997, 1998 u. 2001; kfm. Angest., Zehnkampftrainer bei Bayer Uerdingen (u. a. Dennis Leyckes u. Martin Schrader); lebt in Krefeld.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Wach, Curt

* 5.2.1906 – ✝ 18.6.1974

Geb. in Gersdorf / Hainichen (Sachsen); Vater Landarbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser, Arbeiter in einer Papierfabrik, später in einer Ziegelei; 1927 KPD, ab 1928 Instrukteur im KPD-Arbeitsgebiet Hainichen, 1932 Mitgl. des Sekr. der KPD-BL Sachsen u. Ltr. des KPD-Unterbez. Riesa; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit als Instrukteur, Mai 1933 Verhaftung, April 1934 Verurteilung durch den 2. Strafsenat des OLG Dresden zu 21 Monaten Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Waldheim; 1936 entlassen, zeitw. beschäftigt als Heilpraktiker, später Arbeit als Dreher; Jan. 1945 erneute Verhaftung, März 1945 Flucht. 1945 / 46 Bürgermeister von Hainichen (Sachsen); 1946 SED; 1946 zeitw. Sekr. des SED-LV Sachsen für die Oberlausitz; 1947 – 50 Kreisrat bzw. Landrat des Krs. Dippoldiswalde; 1950 1. Vors. der Landeskontrollkommission Brandenb.; 1950 – 52 Mitgl. der SED-LL Brandenb.; 1952 / 53 Vors. des Rats des Bez. Potsdam, zeitw. Mitgl. der SED-BL Potsdam u. ihres Büros; 1953 – 59 Minister für Handel u. Versorgung u. Mitgl. des Präs. des Min.-Rats; ab 1959 Rentner; VVO.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wachtel, Max

* 14.3.1896 – ✝ 15.10.1963

Geboren am 14. März 1896 in Kiel, Sohn eines Büroangestellten. Tischler, 1917 Mitglied der USPD. Im Ersten Weltkrieg Soldat bei der Marine, wurde wegen seiner oppositionellen politischen Aktivitäten zweimal eingekerkert. 1918 Mitglied des Soldatenrates bei der 4. Minenräumflottille in der Ostsee vor Helsinki, 1918/19 Angehöriger der Volksmarinedivision, wurde 1920 Mitglied der KPD. Von 1920 bis 1929 Betriebsratsmitglied bei General-Motors, dann als hauptamtlicher RGO-Funktionär u. a. Leiter der Abteilung Betriebsräte Berlin-Brandenburg und Vorsitzender des Betriebsräteausschusses Berlin. Er gehörte zum engeren Sekretariat der RGO Berlin-Brandenburg und war zusätzlich Instrukteur der BL Berlin-Brandenburg. Das Stadtverordnetenmandat, das er bei den Wahlen im März 1933 errang, durfte er als Kommunist nicht mehr wahrnehmen. 1933/34 Haft im KZ Sonnenburg, setzte nach seiner Freilassung die illegale Arbeit fort. Am 16. Juni 1936 in Berlin festgenommen und am 22. September 1937 vom VGH zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde am 12. April 1938 in 15 Jahre Zuchthaus umgewandelt, bis 1945 in Brandenburg-Görden. Er leitete als KPD- bzw. SED-Mitglied 1945/46 die Polizeiinspektion in Berlin-Charlottenburg, von der britischen Militärregierung des Amtes enthoben. Danach Vorsitzender des ZV der IG Holz und Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes. Von 1950 bis 1952 Hauptgeschäftsführer des HO Möbelhauses in Ost-Berlin, dann bis 1961 Kaderleiter in mehreren volkseigenen Betrieben. Max Wachtel starb am 15. Oktober 1963 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wadle, Anni

* 18.7.1909 – ✝ 9.4.2002

Geboren am 18. Juli 1909 in Itzehoe als Anna Maria Dorothea Kreuzer, Tochter eines Steinmetzes; Lauf- und Dienstmädchen. Mitglied des KJVD und der KPD. Ab April 1929 Schreibhilfe im Büro der KPD in Kiel. Volontärin, dann Redakteurin der »Norddeutschen Zeitung« für Schleswig-Holstein. Ab Herbst 1930 in Hamburg Mitarbeiterin der BL Wasserkante und zeitweise verantwortliche Redakteurin der HVZ in Hamburg. 1933 illegale Arbeit, am 15. September 1933 festgenommen und am 1. November 1934 vom OLG Hamburg zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, danach ab April 1937 Arbeit in einem Schuhgeschäft. 1945 wieder Mitglied der KPD, ab 1969 der DKP. 1988 veröffentlichte sie: »Mutti warum lachst Du nie? Erinnerung an Zeiten der Verfolgung und des Krieges«, ihre Memoiren. Anni Wadle starb am 9. April 2002 in Neumünster.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wagner, Georg

* 22.1.1867 – ✝ 30.5.1935

(* 1867 – † 1935) Geboren am 22. Januar 1867 in Militsch/Bezirk Breslau; studierte Medizin und promovierte zum Dr. med. Umzug nach Hanau, als niedergelassener Arzt Vertrauensarzt der gewerkschaftlichen Organisationen in Hanau. Bereits vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD, seit 1912 in der Stadtverordnetenversammlung von Hanau. 1917 Wechsel zur USPD und deren Vorsitzender in Hanau. In der Revolutionszeit 1918/19 kommissarischer Landrat und Polizeidirektor für die Stadt und den Landkreis Hanau. Gemeinsam mit Friedrich Schnellbacher organisierte er im April 1919 den Übertritt der großen Mehrheit der Hanauer USPD zur KPD. Wagner war der populärste Kommunist in Hanau und im Umland und dort auch Führer der KPD. Als Anhänger Paul Levis trat er 1921 aus der KPD aus und bildete in Hanau sofort einen eigenen kommunistischen Kreis, die Wagner-Gruppe, für die er bis 1933 in der Stadtverordnetenversammlung blieb und als Stadtrat amtierte. Der Arzt Wagner war kein »Theoretisierer«, sondern, wie der Historiker Hartfried Krause schrieb, »ein Mann der unermüdlichen praktischen Arbeit, der sein Lebenszentrum in der täglichen Sorge um die Tagesnöte der Arbeiter sah«. In der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, zog Georg Wagner später nach Frankfurt/M., wo er am 30. Mai 1935 im Israelitischen Krankenhaus starb. Wagners geisteskranker Sohn Friedrich (* 8. 5. 1898 in Hanau) wurde im Rahmen der »Vernichtung« jüdischer psychischer Kranker aus der Heilanstalt Marburg nach Gießen verlegt und im Oktober 1940 in Cholm II ermordet. Der Sohn Hans Justus (* 25. 5. 1897 in Hanau), der ebenfalls Arzt war, beging 1934 wegen ständiger NS-Verfolgungen gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn Selbstmord.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vogeler, Heinrich (Johann)

* 12.12.1872 – ✝ 14.6.1942

(* 1872 – † 1942) Geboren am 12. Dezember 1872 in Bremen, Sohn eines Kaufmanns und Eisenwarengroßhändlers. Er sollte eine kaufmännische Lehre beginnen, erkrankte schwer und durfte von 1890 bis 1895 seinem Wunsch entsprechend an der Kunstakademie Düsseldorf studieren. Danach gehörte er zum Künstler-Verein Worpswede, dort erwarb er den Barkenhoff, den er bis 1914 zu einem kulturellen Zentrum ausbaute, als Mittelpunkt wirkten zunächst u. a. Rainer Maria Rilke, Paula Becker und Otto Moderson sowie Martha Schröder (* 1879 – † 1961), die er 1901 heiratete. Vogeler wurde ab 1901 einer der bedeutendsten Künstler des Jugendstils. 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, war als Beobachter eingesetzt, wandelte sich aber 1917 zum Kriegsgegner. Beim Fronturlaub 1918 richtete er einen Appell für den Frieden an den Kaiser und wurde daraufhin in eine Irrenanstalt eingewiesen. Er kam 1918 in den Arbeiter- und Soldatenrat Osterholz, veränderte dann den Barkenhoff in eine Arbeitskommune mit Arbeitsschule. Kurzfristig bis Februar 1920 in der KPD, eng mit Franz Pfemfert verbunden, an dessen Zeitschrift »Aktion« er mitarbeitete. Dann 1920 in der KAPD und der syndikalistischen AAU aktiv, wandte sich vom Jugendstil der modernen Kunst zu und verfaßte Bücher, u. a. »Die Freiheit der Liebe in der kommunistischen Gesellschaft«. Im September 1919 gehörte er zu den Begründern des »Bundes für proletarische Kultur« (der schon 1921 auseinanderbrach) und engagierte sich für den »Proletkult«. In dieser frühen kommunistischen Kulturorganisation waren Kommunisten, ebenso Anarchisten und Syndikalisten aktiv, neben Vogeler wirkten radikalkommunistische Künstler (die in der späteren KPD keine Rolle spielten, deshalb im Handbuch nicht erfaßt sind), beispielsweise Hermann Schüller (* 1893 – †1948), der mit Erwin Piscator (* 1893 – †1966) auch das »Proletarische Theater« in Berlin organisierte. Im Bund für proletarische Kultur waren Arthur Holitscher (* 1869 – † 1941), Max Barthel (* 1893 – † 1975), Ludwig Rubiner (*1882 – † 1920, vgl. auch Frida Rubiner). Vogeler war zugleich verbunden mit Oskar Kanehl, Max Hermann-Neiße (* 1886 – †1941), Franz W. Seiwert und vielen anderen, die bald mit dem Parteikommunismus brachen, ebenso mit Eduard Fuchs, Adam Scharrer und Franz Jung. Im Sommer 1920 hatte sich Martha Vogeler von ihm getrennt und lebte mit Ludwig Bäumer zusammen. 1923 reiste Vogeler mit seiner späteren Frau Sonja Marchlewskaja (* 1898 – †1983), der Tochter von Julian Marchlewski, erstmals in die Sowjetunion, und schloß sich 1924 wieder der KPD an. Den Barkenhoff, den er mit seinen berühmten und umstrittenen Fresken geschmückt hatte, überließ er der Roten Hilfe als Kinderheim. Inzwischen ein berühmter Künstler, gehörte Vogeler 1928 zu den Gründern der »Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler«. Die ultralinke Wende der KPD 1929 führte in allen kommunistischen Nebenorganisationen zu Ausschlüssen, besonders in der Roten Hilfe, zu der Vogeler in engster Beziehung stand. Seine Mitstreiter, etwa Eduard Fuchs oder der Generalsekretär der RHD Jakob Schloer verloren ihre Funktionen, wurden aus der Partei entfernt und gingen zur KPO. Da sich Vogeler mit den Altkommunisten der KPO solidarisierte, wurde auch er 1929 aus der KPD ausgeschlossen und wie üblich beschimpft. Er hielt zwar enge Verbindung zur KPO, war aber politisch nicht mehr organisiert. Im Sommer 1931 übersiedelte Vogeler ganz in die Sowjetunion, dort künstlerisch tätig, unternahm er in der UdSSR viele ausgedehnte Reisen und erlebte Ausstellungen seiner Werke, etwa der umstrittenen Komplexbilder. Nach 1933 engagierte er sich politisch gegen die NS-Diktatur in Deutschland. Während der stalinistischen Säuberungen zwar nicht verhaftet, überlebte aber verarmt. Im Herbst 1941 wurde Vogeler nach Kasachstan evakuiert, litt in dieser Verbannung, bereits todkrank, unter schrecklichen Entbehrungen. Erst im Mai 1942 wurde er ins »Hospital« des Kolchos »Budjonny« eingeliefert, wo Heinrich Vogeler am 14. Juni 1942 starb. Inzwischen gibt es über ihn und sein Werk eine vielfältige Literatur. Seine Tochter Marie Luise (Mieke) (* 23. 12. 1901 – † 21. 9. 1945) war die Frau von Gustav Regler. Der Sohn Jan Vogeler (* 9. 10. 1923 in Moskau), aus der Ehe mit Sonja Marchlewskaja, kam auf die Komintern-Schule, war im Zweiten Weltkrieg Soldat der Roten Armee, danach Philosophie-Professor an der Lomonossow-Universität in Moskau, übersiedelte später nach Deutschland. Jan Vogeler starb am 23.Januar 2005 in Worpswede.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vogt, Arthur

* 21.8.1894 – ✝ 6.7.1964

Geboren am 21. August 1894 in Breslau, Sohn eines Arbeiters und einer Wäscherin; nach der Schulentlassung Hilfsarbeiter in verschiedenen Betrieben, vor allem in der Metallindustrie. 1908 Mitbegründer der Arbeiterjugendbewegung in Breslau, 1912 Mitglied der SPD, er übersiedelte 1914 nach Leipzig. Ab 1915 Soldat, seit 1917 nur noch »arbeitsverwendungsfähig«. 1917 Übertritt zur USPD, in der Revolution 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates, war 1919 Vorsitzender der Betriebsräte von Leipzig und Delegierter zum 1. Betriebsrätekongreß 1920 in Berlin. Mit der USPD-Mehrheit 1920 zur KPD, wurde Mitglied der VKPD-BL Westsachsen, ab Juli 1922 UB-Sekretär von Riesa. Vogt stand auf dem linken Flügel der KPD, wurde 1924 nach der Übernahme der Parteiführung durch die Linken Orgleiter für den KPD-Bezirk Westsachsen in Leipzig. Er schloß sich 1925 den Ultralinken an und vertrat diese auf dem X. Parteitag 1925 in Berlin. Leipzig war damals ein wichtiger Stützpunkt für die Ultralinken, Vogt ihr Sprecher. Nach dem Auseinanderfallen der Ultralinken gehörten die Leipziger unter Vogt zur Weddinger Opposition und vertraten diese auf dem XI. Parteitag in Essen im März 1927. Bis Juli 1927 blieb Vogt Orgleiter in Westsachsen. Das ZK degradierte ihn zum Sekretär für Gewerkschaftsfragen, dann wurde er am 24. Juli 1927 aus der KPD ausgeschlossen. Einen Tag darauf mußte er eine achtmonatige Gefängnisstrafe antreten (wegen Störung einer NS-Versammlung). Aus der Haft schickte Vogt Ende September 1927 eine Ergebenheitserklärung an das ZK und wurde wieder in die KPD aufgenommen. Er schrieb: »Ich erkenne an, daß die Partei das Recht hat, über ihre Mitglieder zu verfügen, ihnen Funktionen zuzuweisen oder die Funktionäre aufzufordern, ihre Funktionen niederzulegen (auch Funktionen in überparteilichen Organisationen). Ich verpflichte mich, die Beschlüsse der Partei durchzuführen.« Vogt wurde zunächst Instrukteur in der Orgabteilung des ZK, später im Ruhrgebiet. Erst nachdem er mit der Weddinger Opposition gebrochen hatte, schickte ihn das ZK im August 1928 wieder nach Leipzig, um dort die rechte Opposition zu bekämpfen. Im Mai 1928 wurde Vogt im Wahlkreis Westfalen-Nord Abgeordneter des Reichstags, dem er bis September 1930 angehörte. Anfang 1929 in den Bezirken Ober- und Niederschlesien, 1929 in Württemberg eingesetzt, löste er Ende 1931 Hans Warnke als Polleiter für den Bezirk Mecklenburg ab. Im Juli 1932 wieder in den Reichstag gewählt, aber nach dessen Auflösung in Rostock verhaftet, sollte Vogt eine 18monatige Strafe absitzen, wurde aber nach seiner Wiederwahl in den Reichstag im November 1932 aus der Festung Bergedorf entlassen. Vom ZK als Orgleiter in den Bezirk Berlin-Brandenburg entsandt. Da Wilhelm Florin in die Leitung des ZK wechselte, wurde Vogt für die Überführung des Bezirks in die Illegalität zuständig. Bei seiner Verhaftung am 15. April 1933 fand die Gestapo große Mengen illegalen Materials, sein beschlagnahmter Notizkalender enthielt Hinweise, die zur Festnahme von Kurt Krautter und Ewald Blau führten. Vogt wurde von der Gestapo schwer mißhandelt, er sollte Ernst Thälmann zum Übertritt zum Nationalsozialismus bewegen. In der Haftanstalt mit Thälmann zusammengeführt, wagte er es nicht, diesem die Vorschläge der Nazis zu unterbreiten. Das Reichsgericht verurteilte Vogt 1934 zu drei Jahren Gefängnis, anschließend saß er im Gestapokerker in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße. Von 1938 bis 1942 Gießereiarbeiter in Berlin-Reinickendorf, bis Kriegsende Bürogehilfe bei einer Feuerbestattungsfirma. Vogt war mit Ernst Torgler befreundet und hatte sich im März 1933 mit diesem und Wilhelm Kasper getroffen, weshalb es nach 1945 zu umfangreichen Nachfragen und Verhören kam. Als Mitglied der KPD/SED 1945/46 Vizebürgermeister in Berlin-Wedding, ab Juli 1947 Vizepräsident der SBZ-Zentralverwaltung für Umsiedler. Anfang 1948 von der Deutschen Verwaltung des Innern übernommen, er wurde Chefinspekteur und Leiter der Hauptabteilung für die politische Schulung. Im Juli 1949 Geschäftsführer der VVB, nach deren Reorganisation Ende 1950 in untergeordneten Funktionen, er erhielt 1956 den VVO nur in Bronze. Arthur Vogt starb am 6. Juli 1964 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voigt, Willi

* 1892

Geboren 1892 vermutlich in Zeitz; zunächst Holzarbeiter, 1909 schloß sich Voigt der SPD an und kam 1917 zur USPD. Mit der linken USPD wechselte Voigt 1920 zur KPD. Bis 1926 als Verwalter beschäftigt, danach hauptamtlicher Sekretär der KPD-BL Halle-Merseburg, zeitweise war er Orgleiter der BL. Auf dem XII. Parteitag in Berlin-Wedding wurde Willi Voigt zum Kandidaten des ZK gewählt, 1930 war er Gauführer des illegalen RFB in Halle-Merseburg. Er gehörte auch dem dortigen Provinziallandtag an. Das weitere Schicksal von Willi Voigt ließ sich nicht ermitteln.

Wer war wer in DDR

Voigt, Manfred

* 23.2.1935 – ✝ 25.9.2001

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Angest.; Grund- u. Oberschule; 1953 – 57 Studium der Wirtschaftswiss., Dipl.-Wirtsch.; 1955 SED; bis 1965 Mitarb. bzw. Vors. der Plankommission beim Rat des Krs. Altenburg, zeitw. auch Stellv. des Vors. des Rats des Krs.; ab 1965 Mitarb. der SPK; 1969 – 76 Sektorenltr. in der SPK; 1976 – 81 2. Sekr. u. 1981 – 86 1. Sekr. der SED-KL in der SPK; 1984/85 Studium an der PHS; 1986 – 89 Ltr. der Abt. Leicht-, Lebensmittel- u. bezirksgeleitete Industrie des ZK der SED (Nachf. von  Hans-Joachim Rüscher).Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Volk, Karl (Robert)

* 1.4.1896 – ✝ 1961

Geboren am 1. April 1896 in Zolkiev (damals Galizien), Sohn eines Kaufmanns, verlebte seine Jugend in Proßnitz/Mähren. Nach dem Gymnasium studierte er in Prag einige Semester Volkswirtschaft und Philosophie. Er wurde nach dem Krieg Mitglied der jüdischen sozialistischen »Poale Zion«, seit Gründung Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Volk war 1921 kurze Zeit in Rußland, dann Sekretär der russischen Botschaft in Peking, schließlich Leiter des russischen Pressebüros in Wien. Ende 1922 Übersiedlung nach Deutschland, hier als hauptamtlicher Funktionär der KPD 1923 Polleiter des Bezirks Niedersachsen. Von den Linken im April 1924 abgelöst, noch einige Monate Chefredakteur der »Sächsischen Arbeiterzeitung« in Leipzig, kam er dann ein Jahr in den Komintern-Apparat nach Moskau. Dort wechselte er – früher Anhänger der Mittelgruppe – zu den Linken. 1925 ging Volk als Chefredakteur des »Kämpfers« nach Chemnitz (Pseudonym Karl Chemnitz) und bekannte sich damals zu den Chemnitzer Linken, er war eng mit Heinrich Süßkind befreundet. In Berlin übernahm er 1926 die Leitung des KPD-Pressedienstes. Gemeinsam mit Süßkind trennte er sich 1928 von den Linken und wurde in der Folgezeit einer der führenden Versöhnler. Durch Vereinbarungen zwischen den Spitzen von KPD und KPdSU im Februar 1928 wurde Volk zu Beginn der ultralinken Wende der Partei vom Pressedienst entfernt und als Chefredakteur an die »Hamburger Volkszeitung« versetzt, aber sofort nach der Wittorf-Affäre als Gegner Ernst Thälmanns seines Postens enthoben. Wieder in Berlin, leitete er die Versöhnler-Gruppe nach deren offizieller Kapitulation Ende 1929 illegal weiter. Dabei konnte er sich vor allem auf Berliner Funktionäre stützen, die unter seiner Führung auch noch nach 1933 arbeiteten. Volk nahm an der »Versöhnler-Konferenz« 1933 in Zürich teil und hoffte vor allem nach dem VII. Weltkongreß der Komintern 1935 auf eine Wende der Generallinie. Nach den Moskauer Schauprozessen, insbesondere gegen Bucharin 1938, brach er endgültig mit der KPD. Volk lebte zuerst in Frankreich, wanderte während des Krieges illegal in die USA ein und trug dort den Namen Robert Rintel. Unter dem Pseudonym Ypsilon war er Herausgeber des Buches »Pattern for World Revolution«, Chicago-New York 1947, eines der frühen Werke mit internen Kenntnissen über die Stalinisierung der KPD. Als Mitarbeiter für Rußlandfragen an verschiedenen amerikanischen Zeitungen hielt er auch Verbindungen zur SPD. Karl Volk starb im März 1961 in New York.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vollmer, Otto

* 1.11.1894 – ✝ 6.5.1978

Geboren am 1. November 1894 in Neckargartach/Württemberg, Sohn eines Maurers; lernte in den NSU-Werken Neckarsulm Eisendreher und arbeitete anschließend in diesem Werk. 1913 Mitglied der SPD, Leiter der Arbeiterjugend und 1914 Anhänger der Kriegsgegner in der Partei. Von 1916 bis 1918 Soldat an der Westfront. Er trat 1918 der USPD bei und kam mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD, USPD-Delegierter auf dem Vereinigungsparteitag. Von 1918 bis 1922 Dreher in den NSU-Werken, dort Betriebsrat, wurde 1922 zum Geschäftsführer des Metallarbeiterverbandes, Zahlstelle Heilbronn, gewählt. Gleichzeitig war er Leiter des KPD-UB Heilbronn und ab 1924 Parteisekretär, Mitglied der BL Württemberg. Vollmer wurde 1928 in den Württembergischen Landtag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Von 1929 bis 1933 Bezirksleiter der RGO. 1933 Emigration in die Schweiz, 1935 Rückkehr nach Deutschland, zunächst erwerbslos, dann Hilfsarbeiter beim Autobahnbau und in verschiedenen Metallbetrieben, die Tätigkeit im erlernten Beruf wurde ihm verweigert. Nach dem Attentat auf Hitler 1944 verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Seit 1945 wieder Mitglied der KPD, als Sekretär am Neuaufbau der Gewerkschaften in Heilbronn beteiligt, dann Leiter der Rechtsabteilung am Arbeitsgericht in Heilbronn. Ab November 1946 Vorsitzender des Arbeitsgerichts Heilbronn und anschließend zum Arbeitsgerichtsrat ernannt. Von 1952 bis zur Pensionierung 1955 beim Arbeitsgericht in Göppingen tätig. Otto Vollmer starb am 6. Mai 1978.

Wer war wer in DDR

Vorwerg, Manfred

* 3.4.1933 – ✝ 26.6.1989

Geb. in Primkenau (Krs. Sprottau, Niederschles. / Przemków, Polen); Vater Arbeiter; 1945 Umsiedl. nach Thür.; 1948 Abschluß der Volksschule in Stadtroda; dort 1948 – 50 Verwaltungslehrling, anschl. Sachbearbeiter im Referat Jugendhilfe beim Rat des Landkrs. Jena; 1951 – 53 Abitur an der ABF Jena, anschl. Studium der Psychol. an der KMU Leipzig, 1958 Dipl.-Psychologe, 1958 – 61 dort Aspirantur; 1959 – 60 Zusatzstudium in Tblissi u. Leningrad; 1961 Prom. mit einer »Untersuchung über Einstellungsstereotype« bei  Hans Hiebsch an der KMU Leipzig; 1962 Wechsel (mit Hiebsch) an die FSU Jena, dort 1965 Habil. mit »Strukturanalysen des Kollektivs«, 1965 Doz., 1967 Prof. mit Lehrauftrag für Sozialpsychol., 1969 ord. Prof. für Entwicklungspsychol.; 1975 Prof. für Persönlichkeitspsychol. u. Dir. der Sektion Psychol. der KMU; ab 1981 dort Ltr. der »Forschungsstelle für experimentelle Persönlichkeitspsychol. u. Verhaltensmodifikation«; Mitgl. der Sächs. AdW; gest. in Leipzig. V. hat (gemeinsam mit H. Hiebsch) wesentl. zur Entw. der emp. Sozial- u. Persönlichkeitspsychol. der DDR in der Rezeption wie auch Abgrenzung des (empirischen) Entwicklungsstandes, der Methodologie u. Methodik der sowj. u. westl. Entwicklungs-, Persönlichkeits- u. Sozialpsychol. beigetragen; führender Sozialpsychologe der DDR, maßgebl. beteiligt an der Entw. sozialpsycholog. Trainings- u. Psychotherapien.Einführung in die marxist. Sozialpsychologie. Berlin 1966 (Autorenkollektiv unter Ltg. von M. Vorwerg u. H. Hiebsch); Sozialpsychologische Optimierung von Gruppenleistungen. Jena 1969 (Hrsg.); Einstellungspsychologie – Untersuchungen der Georgischen Schule. Berlin 1976 (Hrsg.); Sozialpsychologie. Berlin 1979 (Autorenkollektiv unter Ltg. von H. Hiebsch und M. Vorwerg); Klinische Psychologie u. soziales Verhalten. Leipzig 1982 (Hrsg.); Persönlichkeitspsychologische Forschungen zur Regulation u. Modifikation individuellen Verhaltens. Leipzig 1984; Psychologie der individuellen Handlungsfähigkeit. Berlin 1990; (posth. hrsg. von T. Alberg). Psychodrama. Leipzig / Heidelberg 1991. G. Claus: Nachruf. In: Zeitschr. für Psychol. (1990) 198.Dieter Hoffmann / Ulrich Jahnke

Wer war wer in DDR

Vrštala, Jiří

* 31.7.1920 – ✝ 10.6.1999

Geb. in (Liberec, ČSR); Abitur; Arbeit in versch. Berufen; Zwangsarbeit in Dtl. 1945 – 55 Theaterschauspieler in Liberec u. Prag; 1955 erste Auftritte als »Clown Ferdinand« (R: Jindřich Polák), in dieser Rolle in zahlr. Kinderfilmen der ČSSR; 1965 Übersiedl. in die DDR; 1966 – 76 verh. mit  Angelica Domröse; versch. Spielfilmrollen, u. a. in »Chronik eines Mordes« (1965), »Flucht ins Schweigen« (1966), »Die Söhne der großen Bärin« (1966), »Die gefrorenen Blitze« (1967), »Als Hitler den Krieg überlebte« (1968, ČSSR) sowie in Fernsehprod., darunter in »Der kleine u. der große Klaus« (1971) u. »Das Licht der schwarzen Kerze« (1972) sowie der TV-Serie »Clown Ferdinand« (ab 1973); mehrere Kinderrevuen im Berliner Friedrichstadtpalast; 1983 Rückzug aus dem Schauspielerberuf, danach schriftsteller. Tätigkeit (ohne Veröffentlichungen); gest. in Berlin.Clown Ferdinand. Mein freier Tag. Leipzig 1976 (mit A. Bauer). IKF

Wer war wer in DDR

Wachholz, Bärbel

* 20.10.1938 – ✝ 13.11.1984

Geb. in Angermünde; Lehre als Fotolaborantin; nebenher Gesangsunterricht; Sängerin beim Tanzorchester Max Reichelt in Eberswalde; 1957 Beginn der Zusammenarbeit mit  Gerd Natschinski; erste Funkprod. (insges. ca. 500) u. Schallplattenaufn. (insges. zwei LP, ca. 40 Singles); Erfolgstitel: »Mama«, »Damals«, »Das wünsch ich mir«, »Treu sein« u. a.; 1962 – 69 mit Tourneeprogrammen (»Musik im Blut«, »Sing für mich«) in der DDR u. osteurop. Ländern unterwegs, Sologastspiele auch in Westeuropa; Teiln. an internat. Schlagerfestivals 1961 in Sopot (2. Preis), 1962 in Rostock (1. Preis), 1965 in Bratislava (3. Preis); 1976 Comeback-Versuch, schon gezeichnet von schwerer Krankheit.Bernhard Hönig

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wachter, Maria

* 21.4.1910 – ✝ 18.8.2010

Geboren am 21. April 1910 in Düsseldorf, Tochter einer sozialdemokratisch orientierten Arbeiterfamilie. Die gelernte Kontoristin wurde Mitglied eines Arbeitersportvereins, als dieser sich spaltete, ging sie zu den Kommunisten, im Parteibüro der Düsseldorfer KPD angestellt, gehörte zur Agitpropgruppe »Nordwest-Ran«. Ab 1933 im Widerstand, 1935 Mitglied der UB-Leitung, sie arbeitete dort eng mit Heinrich Wiatrek und Irene Gärtner ( Elli Schmidt) zusammen. Von Wiatrek für einen Kurs an der Leninschule vorgeschlagen, entkam sie so der Verhaftung durch die Gestapo. Unter dem Decknamen Erna blieb Maria Wachter über zwei Jahre in Moskau und kam im Herbst 1937 nach Deutschland zurück. Sie ging gemeinsam mit Fritz Sperling zunächst nach Paris zur AL West, dann Instrukteurin für Ostwestfalen-Lippe. 1938 reiste sie von Amsterdam nach Bielefeld, betreute dort illegal wirkende Betriebszellen und war anschließend in Paris für das KPD-Auslandssekretariat tätig. Nach Ausbruch des Krieges interniert, an die Gestapo ausgeliefert und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Befreiung 1945 wieder Mitglied der KPD, vor allem für die VVN aktiv, als Sekretärin in einer Düsseldorfer Firma beschäftigt. Nach dem KPD-Verbot 1956 kurzzeitig in Neuss in Untersuchungshaft, sie wurde aber nicht verurteilt. Im Alter von 100 Jahren verstarb Maria Wachter am 18. August 2010 in Düsseldorf.

Wer war wer in DDR

Wagenbreth, Rolf

* 28.6.1929

Geb. in Breitenbach (Krs. Zeitz); Volksschule; 1943 – 46 Lehre u. Arbeit als landw. Rechnungsführer. 1945/46 KPD/SED; 1946 Angest. beim Rat der Stadt Zeitz; 1949 Einstellung bei der VP, Schüler, dann Lehrer an der VP-Schule Torgau; 1950 Einstellung beim MfS, Abt. VIIa (ab 1951 Abt. I, VP-Bereitschaften); 1952/53 Lehrgang an der LPS Schwerin; 1953 Ltr. der Abt. Politkultur der BV Frankfurt (Oder), dann stellv. Operativ des Ltr. der BV; 1954 Ltr. der Krs.-Dienststelle Beeskow; 1954 – 61 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1955 Ltr. der Abt. XV (Auslandsspionage) der BV Frankfurt (Oder); 1958 Ref.-Ltr. in der HVA-HA II (Westalliierte), MfS Berlin; 1961 stellv. Ltr. der HVA-Abt. VII (Auswertung/Information); 1966 Ltr. der HVA-Abt. X (Desinformation); 1972 Oberst; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wagner, Heinrich

* 1.2.1886 – ✝ 26.1.1945

Geboren am 1. Februar 1886 in ¸ód´z, Sohn eines Maurers; lernte Schmied, von 1906 bis 1909 Militärdienst beim Jägerregiment in Graudenz. Dann Schmiedegeselle in Tilsit, zog 1912 nach Delmenhorst, arbeitete in einer Wagenfabrik. Seit 1913 schwer lungenkrank, wurde Wagner kein Soldat, sondern 1914 Schmied bei den Atlas-Werken in Bremen. Ab 1919 wieder in Tilsit, dort selbständiger Schmied, 1922 kehrte er nach Delmenhorst zurück und war bis 1925 bei mehreren größeren Firmen in Bremen beschäftigt, dann von 1925 bis 1935 erwerbslos. Seit Oktober 1918 Mitglied der USPD, 1922 leitete er die Delmenhorster Ortsgruppe. Ab 1924 Mitglied der KPD, 1929/30 Vorsitzender der Ortsgruppe Delmenhorst, Wagner gehörte zu den aktivsten KPD-Funktionären im Land Oldenburg. Er war 1931/32 im Oldenburger Stadtrat und wurde im Mai 1931 als Abgeordneter in den Oldenburger Landtag gewählt. Sein Mandat legte er 1932 wegen Differenzen mit der Partei nieder und wurde im November 1932 aus der KPD ausgeschlossen. Im März 1933 in »Schutzhaft« und am 1. Mai 1933 wegen des »Verdachts der illegalen Betätigung für die KPD« erneut für mehrere Wochen inhaftiert. Seit Frühjahr 1935 bei einer Straßenbaufirma in Delmenhorst, danach bei der AG Weser in Bremen beschäftigt, stand Wagner unter Gestapoaufsicht. Er verbrachte zehn Monate in Untersuchungshaft und wurde am 17.Mai 1938 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis Mitte Juli 1940 im Zuchthaus Bremen-Oslebshausen, kam anschließend in das KZ Sachsenhausen, von dort noch nach Bergen-Belsen, wo Heinrich Wagner am 26. Januar 1945 mit Giftgas umgebracht wurde.