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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Wander, Fred

* 5.1.1917 – ✝ 10.7.2006

Geb. in Wien in einer jüd. Fam., Vater Handelsvertreter (1942 im KZ Auschwitz ermordet); Volks- u. Hauptschule in Wien; Lehrling im Textilhandel, Laufbursche u. Diener, dann arbeitslos; ab 1931 Gelegenheitsarb. in der Landw., im Straßenbau, als Hoteldiener, Zeichner u. Fotograf in Italien, Schweiz u. Dtl.; Mai 1938 Flucht aus Wien nach Paris, dort Unterstützung durch jüd. Hilfsorg., Gelegenheitsarbeiten; Sept. 1939 in Paris als »feindl. Ausländer« verhaftet, interniert im Lager Le Meslay-du-Maine (Mayene), Mai 1940 Flucht nach Marseille, anschl. in Südfrankreich interniert; Sept. 1942 bei der Flucht in die Schweiz von der Schweizer Bundespolizei festgenommen u. an die Gestapo ausgeliefert; Haft in den KZ Auschwitz, Groß-Rosen u. Buchenwald, Apr. 1945 Befreiung durch US-Truppen. 1945 Rückkehr nach Österreich (Wien); 1945 – 68 KPÖ; Reporter in Wien; brach ein Regiestudium am Max-Reinhardt-Seminar aus finanz. Gründen ab; 1950 offizielle Namensänderung in Fritz Wander; 1955 Teiln. am 1. Lehrgang des Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« in Leipzig; seit 1956 verh. mit  Maxie Wander; 1958 Übersiedl. in die DDR; als freischaff. Schriftst. in Kleinmachnow (b. Berlin); 1959 – 70 als Ermittler des militär. Nachrichtendiensts des MfNV tätig; 1974 – 77 vom MfS als IM »Skorpion« bzw. »Karl« erf.; 1966 Fontane-Preis; ab 1972 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR, dann Dt. PEN-Zentrum (Ost); 1972 Heinrich-Mann-Preis für seine autobiogr. Lager-Erzählung »Der siebente Brunnen« (Berlin 1971); nach dem Tod von Frau u. Tochter 1983 Rückkehr nach Wien; ab 1983 wieder freischaff. Schriftst., 2003 Theodor-Kramer-Preis; 2006 Literaturpreis der Stadt Wien; gest. in Wien. Debütierte 1958 mit dem Jugendbuch über den Freiheitskampf der Philippinos »Taifun über den Inseln«; andere Arbeiten haben Grunderlebnisse des Autors, wie Emigr. u. KZ zum Thema, so z. B. der Reportageband »Doppeltes Antlitz. Pariser Impressionen« (mit Maxie W./ Berlin 1966); trat auch als Dramatiker hervor (»Der Bungalow«, UA 1978); größere Beachtung fand die Hrsg. der Tagebücher u. Briefe seiner Frau (1979).Ein Zimmer in Paris. Berlin 1976; Provenzalische Reise. Report. Berlin 1977; Hôtel Baalbeck. Berlin 1991; Das gute Leben. Erinnerungen. München, Wien 1996. Loebell, I.: Eine Reise nach Genf. Schweiz 1999 (Dok.-Film über F. W.); Grünzweig, W., Seeber, U. (Hrsg.): F. W. Leben u. Werk. Bonn 2005; Debazi, E.: Zeugnis – Erinnerung – Verfremdung: literar. Darstellung u. Reflexion von Holocausterfahrung bei F. W., Ruth Klüger u. Edgar Hilsenrath. Klagenfurt 2005; Sandberg, B.: Der Zeitzeuge F. W. Erinnerungen zwischen Authentizität u. Fiktionalität im Kontext der Holocaustliteratur. In: Parry, Ch., Breuer, U. (Hrsg.): Grenzen der Fiktionalität u. der Erinnerung. München 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wangenheim, Gustav von

* 18.2.1895 – ✝ 5.8.1975

Geb. in Wiesbaden; Vater Schauspieler (Eduard v. Winterstein), Mutter Schauspielerin; 1909/10 Oberrealschule; 1911/12 Landw.-Lehrling; 1912/13 Militärdienst, Uffz.; 1913/14 Schauspielschüler bei Max Reinhardt; 1914/15 Soldat in Frankreich u. Belgien, Ltn., 1915 wegen Augenverletzung u. Ruhrerkrankung Entlassung aus dem Militärdienst; 1915/ 16 Schauspieler am Burgtheater Wien; 1916/ 17 am Dt. Theater Berlin (DT); 1917 erste eigene Stücke u. Sprechchöre; 1917/18 am Hoftheater in Darmstadt; 1918 USPD; während der Novemberrev. 1918 Mitgl. des Rates Geistiger Arbeiter; 1918/19 Schauspieler an der Berliner Volksbühne; ab 1921 auch Filmschauspieler, u. a. in »Kohliesels Töchter«, »Nosferatu«, »Schatten«, »Die Frau im Mond«, »Danton«; 1922 KPD; 1923 Ltr. des Zentr. Sprechchors der KPD in Berlin; 1924/25 Tätigkeit am DT in Berlin; 1926 – 28 Schauspieler am Dt. Schauspielhaus in Hamburg u. 1929/30 u. a. an der Piscator-Bühne in Leipzig; ab 1928 Mitarb., dann Ltr. des ATBD; 1928 – 30 Texter u. Regisseur der Agitproptruppe »Rote Blusen«; 1930 RGO; 1931 – 33 Kleines Theater Unter den Linden, Regisseur u. Autor der von ihm geleiteten professionellen Theatergr. »Truppe 1931«; nach Verbot der Gruppe im März 1933 Emigr. nach Paris; Mai – Juni 1933 zur Teiln. an der Ersten Internat. Olympiade des Rev. Theaters in Moskau; Juli 1933 Rückkehr nach Paris; Aug. 1933 Emigr. in die UdSSR; bis Ende 1934 künstl. Leiter des Dt. Theaters »Kolonne Links«; Nov. 1934 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; Nov. 1934 Mitgl. des Präs. des IRTB; Regisseur bei Meshrabpom-Film in Moskau; Szenarium u. Regie für den Film »Der Kämpfer« (UA Mai 1936 in Moskau); Mitglied der dt. Sekt. des sowj. Schriftst.-Verb.; lieferte der Kaderabt. des EKKI zahlreiche Berichte über Mitgl. der »Kolonne Links«, wurde 1936 vom NKWD über Zenzl Mühsam u. Carola Neher verhört; 1940 sowj. Staatsbürgerschaft; Anf. 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; Okt. 1941 Evakuierung über Kasan nach Taschkent; 1943 Mitgl. des NKFD; Red. des Senders »Freies Dtl.«; vom RKG wegen »Hochverrats« in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Anf. 1945 Mitgl. einer Kommission der Moskauer KPD-Führung für Filmfragen. Juni 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1.8.1945 –1.9. 1947 Intendant des DT Berlin; Eröffnung mit der Neuinszenierung von Gotthold E. Lessings »Nathan der Weise« u. »Der Gerichtstag« von Julius Hay (u. a. auch Inszenierung des »Hamlet«); 1946 SED; Mitbegr. des KB; ab 1946 Vors. der Gewerkschaft der Bühnenangeh.; Nov. 1947 Mitgl. der Filmkommission beim ZS der SED; Korr. Mitgl. der ADK; mit seinem Stück »Du bist der Richtige« wird 1950 das neugegr. Theater der Freundschaft im Haus der Kultur der Sowjetunion in Berlin eröffnet; NP; ab 1.11.1952 Regisseur beim DEFA-Studio für Spielfilme; VdN; Mitte der 50er Jahre Regisseur u. Schauspieler in Altenburg u. Schauspieler an der Volksbühne; 1957 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; ab 1961 freischaff. Schriftst. u. Regisseur; Autor u. Regisseur der Filme: »Und wieder 1948«, »Der Fall Högler«, »Heimliche Ehen«; 1961 Ehrenmitgl. des Vorst. des DSV; 1966 Dr. phil. h. c. der HU Berlin; 1970 Mitgl. der Sektion Darstellende Künste der ADK; 1975 Ehrenspange zum VVO; verh. mit Inge v. W.; gest. in Berlin.u. a. Die Maus in der Falle, Komödie, Berlin 1947; Du bist der Richtige, Berlin 1950; Auch in Amerika, Schauspiel, Berlin 1950 (Bühnenmanuskript); Die fromme Martha, Komödie, Berlin 1953; Die vertauschten Brüder, Schauspiel, Studentenkomödie, UA in Rostock 1959, Berlin 1959; Fährmann wohin? Berlin 1961; Im Kampf geschrieben. Berlin 1962; Da liegt der Hund begraben u. andere Stücke. Reinbek b. Hamburg 1974. Agde, G.: Kämpfer, Biogr. eines Films u. seiner Macher. Berlin 2001; Müller, R.: Menschenfalle Moskau. Hamburg 2001; Arnold, J.: Die Revolution frisst ihre Kinder. Marburg 2003.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Wansierski, Bruno

* 5.8.1904 – ✝ 30.7.1994

Geb. in Oliva (Krs. Danziger Höhe / Oliwa, Polen); Vater Arbeiter; Grundschule; Lehre u. Arbeit als Tischler; 1922 KJVD; 1923 KPD; 1940 – 45 Wehrmacht; kurzz. sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Tischler bei der VdgB in Seehof; 1946 SED; 1946 – 49 Neubauer in Seehof; 1949/50 Kulturltr. der MAS in Wickendorf; 1950 Abt.-Ltr. der SED-KL Schwerin; 1950/ 51 Landrat in Ludwigslust; 1951/52 1. Sekr. der SED-KL Güstrow; 1952 Eintritt in die DVP/KVP, Instrukteur der Pol. HA der VP-See; 1952/53 Ltr. der Pol.-Abt. Baubelehrung Wolgast; 1953/54 Ltr. der Pol.-Abt. der Unteroffiziersschule der VP-See; 1954 Korv.-Kapitän; 1954/55 Ltr. der Pol.-Abt. der Seeoffizierslehranstalt der VP-See in Stralsund; 1955/ 56 Studium an der Politoffiziersschule der NVA in Berlin-Treptow; 1956 Instrukteur, 1957 – 60 kommissar. bzw. Ltr. der Abt. Sicherheitsfragen des ZK der SED (Nachf. von  Walter Borning) u. 1958 Ltr. des Sektors NVA; 1960 – 76 stellv. Ltr. dieser ZK-Abt.; 1959 Fregattenkapitän; Kapitän z. S.; 1963 Konteradmiral; 1971 Vizeadmiral; 1972 Mitgl. der Kontrollgruppe des NVR; 1969 VVO; 1974 KMO; 1976 Ruhestand; gest. in Klein Rogahn.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Warnke, Hans (Johannes)

* 15.8.1896 – ✝ 9.1.1984

Geboren am 15. August 1896 in Hamburg, Sohn eines Sattlers und Dachdeckers; lernte von 1911 bis 1914 ebenfalls Dachdecker. 1914 Mitglied der SPD. Von 1914 bis 1918 Frontsoldat, danach Angehöriger der Volkswehr in Hamburg. Er trat 1919 in die USPD ein und flüchtete im Juni 1919 vor den Truppen des Generals von Lettow-Vorbeck nach Güstrow, wo er bis 1923 als Dachdecker arbeitete. Dort Mitbegründer der USPD, ging mit deren linkem Flügel Ende 1920 zur KPD. Von 1920 bis 1924 und von 1928 bis 1931 Stadtverordneter in Güstrow, seit 1923 hauptamtlicher Funktionär und aktiv an der Vorbereitung des Oktoberaufstandes 1923 beteiligt. Im Januar 1924 wurde Warnke in den Landtag von Mecklenburg-Schwerin gewählt. Wegen der Aktionen von 1923 im August 1924 verhaftet, 1925 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, wodurch er sein Landtagsmandat verlor. Er wurde 1926 jedoch erneut gewählt, im Juli 1926 aus dem Zuchthaus Hamburg entlassen. Zunächst als Instrukteur tätig, dann ab 1. November 1926 Polleiter der BL Mecklenburg. Seit November 1931 schwer erkrankt, fuhr er im April 1932 zur Kur in die Sowjetunion. An seiner Stelle wurden zunächst Arthur Vogt und nach dessen Verhaftung Hans Sawadzki Polleiter. Warnke war dann ab Sommer 1932 Orgleiter der BL. Vom 13. April 1933 bis 1935 in »Schutzhaft«, danach wieder Dachdecker in Güstrow. Bei Kriegsausbruch als ehemaliger KPD-Funktionär erneut verhaftet, bis Ende 1939 im KZ Sachsenhausen, dort im Juli/August 1944 nochmals eingesperrt. Im Mai 1945 Oberbürgermeister von Güstrow. Von Juli 1945 bis Ende 1946 1. Vizepräsident der Landesverwaltung Mecklenburg, dann bis Oktober 1949 Innenminister der Landesregierung Mecklenburg und von 1949 bis 1952 Staatssekretär im DDR-Ministerium des Innern. Warnke gehörte von 1946 bis 1981 dem PV bzw. dem ZK der SED an. Ab August 1952 Vorsitzender des Rates des Bezirks Rostock, mehrmals wegen »Abweichungen« kritisiert, dann im Mai 1959 »wegen seines Gesundheitszustandes« als Vorsitzender des Rates abgelöst und zum Direktor des Hafenamtes von Rostock degradiert. Seit 1965 Mitarbeiter der Direktion des Seeverkehrs und der Hafenwirtschaft in Rostock, er erhielt zu seinem 65. Geburtstag 1971 den Karl-Marx-Orden. Hans Warnke starb am 9.Januar 1984.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Warzecha, Heinz

* 21.6.1930 – ✝ 27.1.2007

Geb. in Halberstadt; Vater Eisenbahner; Ausbildung als Bergmann; anschl. Bergarb. im Kali- u. Uranbergbau der SDAG Wismut; 1948 – 90 SED; Umschulung zum Härter im VEB Modul Karl-Marx-Stadt; 1959 Abitur; anschl. Studium der Wirtschaftswiss. an der KMU Leipzig; Planungsltr. u. wiss. Mitarb. im Forschungszentrum Werkzeugmaschinenbau Karl-Marx-Stadt; 1971 Prom. zum Dr. oec. an der TU Dresden; Dir. des Stammbetriebs u. stellv. GD des VEB Werkzeugmaschinenkombinat »Fritz Heckert« Karl-Marx-Stadt; Ende der 70er Jahre Sekr. für Wirtschaftspol. der SED-Stadtltg.; Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; stellv. Min. für Werkzeug- u. Verarbeitungsmaschinenbau; Sektorenltr. in der Abt. Maschinenbau u. Metallurgie des ZK der SED; April 1984 – 90 GD des VEB Werkzeugmaschinenkombinat »7. Okt.« Berlin – neben den Kombinaten »Fritz Heckert«, Umformtechnik Erfurt u. dem Werkzeugkombinat Schmalkalden eine der Säulen des Werkzeugmaschinenbaus der DDR, nach Japan u. der Bundesrep. Dtl. größter Exporteur von Werkzeugmaschinen in der Welt; 1987 – 90 Vizepräs. der KdT; Herbst 1989 früher Befürworter der Marktwirtschaft; Anf. 1990 führend bei der Auflösung des Kombinats. 1990 Geschäftsf. der Holding NILES-Industrie; geschäftsf. Gesellschafter der Treba Euroconsult M&A GmbH bis April 1992; anschl. Immobilienberater bei der Stuttgarter Bank AG; 1992 Ruhestand; gest. in Erkner (b. Berlin).»Eine Art sozialist. Schweiz«. N. Piper im Gespräch mit H. W. In: Die Zeit, 1.12. 1989; Gaus, G.: Porträts in Frage u. Antwort. Berlin 1991.Hagen Schwärzel

Wer war wer in DDR

Wattenberg, Diedrich

* 13.6.1909 – ✝ 26.11.1996

Geb. in Burgdamm (b. Bremen) in einer Handwerkerfamilie; Lehre als Kfm.; autodidakt. Ausbildung in Astronomie; seit 1930 populärwiss. Schriftst. in Berlin. 1945 – 48 ausgedehnte Vortragsreisen; 1948 Vors. der Olbers-Ges. Bremen; 1948 – 76 Dir. der Archenhold-Sternwarte Berlin, Ltg. der Reor. u. ab 1959 der Neuausstattung mit mod. Fernrohren u. einem Planetarium; 1954 Gründungsmitgl. der Urania; 1958 Ernennung zum Prof.; Mitgl. des Präs. des Friedensrats; maßgebl. an der Vorber. u. Einführung der Astronomie als Unterrichtsfach an den Schulen 1959 beteiligt u. Verf. erster Unterrichtsmaterialien; arbeitete wiss. auf dem Gebiet der Astronomiegeschichte (Ur- u. Frühgeschichte, 16. u. 19. Jh.); rund 2.800 wiss. u. populärwiss. Veröff., zahlr. Bücher; Mitw. in vielen Rundfunk- u. Fernsehsend.; gest. in Berlin.Gestirnter Himmel über mir. Unverlierbares aus meinem Leben. Berlin 1984 (Autobiogr.). Hamel, J.: D. W. Mitteilungen der Astronom. Ges. (1997) 80.Jürgen Hamel

Handbuch Deutsche Kommunisten

Weber, Hans

* 23.1.1895 – ✝ 15.1.1986

Geboren am 23. Januar 1895 in Mühldorf/Inn, Sohn eines Kachelofensetzers, der früh starb, Bruder von Joseph Weber. Er konnte wegen der ärmlichen Familienverhältnisse nur die Volksschule besuchen, wurde aber mit einer sehr guten Handschrift als Schreibgehilfe angestellt. In Speyer/Pfalz trat er 1913 der Arbeiterjugendbewegung bei und hielt bei den Arbeiterturnern Bildungsvorträge. Weber stand 1914 in Opposition zur die Politik der SPD-Führung, wechselte 1917 sofort zur USPD. Er gründete die Gesellschaft »Ideal«, eine »Tarnorganisation« der Spartakusgruppe. Bis 1920 blieb er mit dieser Gruppe in der USPD, war aber seit 1919 zugleich Mitglied der KPD. 1919 UB-Leiter in der Pfalz, 1920 in den ZA der KPD gewählt, dem er bis 1924 angehörte. Als kaufmännischer Angestellter qualifizierte er sich zum Buchhalter und war in Betrieben in Ludwigshafen und Mannheim beschäftigt. Anfang 1923 zum hauptamtlichen Sekretär des KPD-Bezirks Pfalz berufen. Weber stand auf dem linken Flügel der Partei, der Bezirk Pfalz war schon vor 1924 einer der linken KPD-Bezirke. 1925 schloß sich Weber den Ultralinken an und war auf dem X. Parteitag 1925 in Berlin (der Bezirk Pfalz stand fast geschlossen hinter ihm) einer der Sprecher der Ultralinken. Vom Parteitag zum Mitglied des ZK gewählt, nach dem »Offenen Brief« 1925 nach Berlin geholt, arbeitete er in der Gewerkschaftsabteilung des ZK. Weber blieb in der Opposition aktiv, er war einer der Mitunterzeichner des »Briefes der 700«. Beim Auseinanderfallen der Ultralinken trat er mit dem Bezirk Pfalz, in dem er auch von Berlin aus dominierte, der Weddinger Opposition bei. Er hatte seinen Wohnsitz in Berlin-Wedding und war der eigentliche Führer dieser linken Oppositionsgruppe. Im ZK stimmte er 1926 gegen die Ausschlüsse der Linken. Auf dem Parteitag 1927 nicht mehr ins ZK gewählt, aber zunächst noch Angestellter des ZK. Am 14. März 1928 aus der KPD ausgeschlossen, weil er an einer Konferenz der linken Opposition teilgenommen hatte, außerdem das Kopfblatt des linksoppositionellen Suhler »Volkswillen« in der Pfalz verbreitete und dort Sonderbeiträge für die Linken erhob. Einige Zeit Leiter der Weddinger Opposition (Linke Bolschewiki-Leninisten) in der Pfalz, zog er sich dann von der aktiven Politik zurück. Nach Speyer übergesiedelt, wurde er Anzeigenwerber für die IAH und ähnliche Organisationen. 1933 tauchte er unter, stand später unter Polizeiaufsicht, schließlich Anzeigenwerber für »Der Deutsche« (ein früheres Gewerkschaftsblatt, das die DAF übernommen hatte). Er ging nach Gleiwitz, kam dann nach Ludwigshafen/Rhein und machte sich hier als Kunstgewerbler selbständig. Im März 1943 als Angestellter zur BASF dienstverpflichtet, blieb er auch nach 1945 bis zu seiner Pensionierung in der Anilinfabrik. Er wohnte mit seiner Familie in Ludwigshafen. 1946 trat Hans Weber der SPD bei, die er später wieder verließ, da sie ihm zu »rechts« war. Er erklärte, »kein Renegat« zu sein und Sympathien für Josip B. Tito zu haben. Hans Weber starb am 15.Januar 1986.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Weber, Joseph (Johre)

* 11.4.1901 – ✝ 16.7.1959

Geboren am 11. April 1901; nach dem Studium Musiker. Mitglied der KPD-UB-Leitung Gelsenkirchen, 1932 aus der KPD ausgeschlossen. Im gleichen Jahr wurde Weber als »Johre« einer der Führer und Theoretiker der trotzkistischen LO in Deutschland. Auf der Leipziger Konferenz der Trotzkisten im März 1933 in die illegale Leitung gewählt, mußte er im Dezember nach Amsterdam fliehen. Dann war er in Paris im Auslandskomitee der trotzkistischen IKD. Johre gewann das AK als Kontrahent Eugen Bauers ( Erwin Ackerknecht) für Trotzkis Politik des »Entrismus«, er wurde gemeinsam mit Oskar Fischer ( Otto Schüssler) Redakteur des IKD Organs »Unser Wort«. 1937 trennte er sich vom Trotzkismus, 1939 konnte er in die USA fliehen, nach dem Krieg lebte er in der Bundesrepublik. Mit einer Gruppe Gleichgesinnter gab er (erst in London, dann in der Bundesrepublik) die Zeitschrift »Dinge der Zeit« heraus und trat für die Demokratie ein. Joseph Weber starb am 16. Juli 1959 in Köln.

Wer war wer in DDR

Weber, Erna

* 2.12.1897 – ✝ 19.5.1988

Geb. in Berlin; Vater Kfm.; 1919 Abitur; anschl. Studium der Naturwiss., insbes. Mathematik u. Physik an der Univ. Berlin; hier 1925 Prom. mit der Arbeit »Auswahlprinzip u. Nadelstrahlung« (Physik) bei Max von Laue u. Max Planck; 1925 – 30 Statikerin im Bauwesen in Berlin; 1931 – 1.7.1935 als Statistikerin am Kaiser-Wilhelm-Inst. für Anthropol., menschl. Erblehre u. Eugenik in Berlin-Dahlem in der Abt. von Otmar v. Verschuer tätig; ab 1935 in Jena; zunächst Assistentin am Thüring. Landesamt für Rassewesen, Abt. Lehre u. Forschung; ab 1937 an der Univ. Jena, Lehrbeauftr. für Biolog. Statistik; dort am 10.2.1945 Habil. zu »Methodik der biolog. Statistik, insbes. die mathemat.-statist. Beurteilung von Stichprobenergebnissen« (siehe Veröff. 1948). 1945 – 51 versch. Anstellungen in Jena, in der Industrie u. in Ämtern; 1951 – 57 Doz., ab 1954 a. o. Prof. an der Univ. Jena; ab 1957 Prof. mit Lehrauftrag für mathemat. Statistik an der HU Berlin; ab 1960 auch am Inst. für angewandte Mathematik u. Mechanik der DAW zu Berlin, Ltr. der Abt. Statistik; von 1967 bis zu ihrem Tode Hrsg. des »Biometric Journal« (gegr. 1958); 1964 u. 1972 VVO; 1972 Ehrendoktor der Univ. Jena; 1978 Ehrenmitgl. der International Biometric Society (IBS); gest. in Berlin. Arbeitsgebiete: Statistik, mathemat. Statistik, Biometrie, Biomathematik.Einführung in die Variations- u. Erblichkeits-Statistik. München 1935; Grundriß der biolog. Statistik für Naturwissenschaftler u. Mediziner. Jena 1948 (7. Aufl. Jena 1972); Mathemat. Grundlagen der Genetik. Jena 1967; Einführung in die Faktorenanalyse. Stuttgart 1974. Nachruf von H. Ahrens, K. Bellmann. In: Biometric Journal (1988) 30.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Weck, Rudolf

* 3.5.1885 – ✝ 6.8.1951

Geb. in Königsberg (Ostpr./Kaliningrad, Rußland); Vater Bäckermstr., SPD; Bürgerschule in Königsberg; danach in einem Anwaltsbüro tätig; 1901 – 03 Ausbildung zum Verw.-Angest. in Königsberg; 1902 SPD u. Mitgl. des ZdA; Ltg.-Mitgl. der SPD Königsberg u. Ostpr.; publ. 1910 das »Handbuch der Krankenversicherung«, 1911 die »Anleitung für Kassenärzte« u. später über »Die landw. Unfallversicherung«; 1915 – 21 SPD-Stadtverordn. von Königsberg; April 1917 Mitbegr. der USPD in Gotha, zeitw. deren Vors. für den Bez. Ostpr.; 1918 – 21 Stadtrat u. Abg. des Provinziallandtags; 1922 – 29 Abt.-Ltr. im HV des Verb. der Gemeinde- u. Staatsarb.; 1929 –33 Min.-Rat im Min. für Volkswohlfahrt, entlassen wegen »pol. Unzuverlässigkeit«; 1933 –46 Mitinhaber einer Hausverw. u. Grundstücksvermittlung in Berlin. 1946 SED; Apr. 1946 – Juni 1950 parität. Ltr. der Abt. Arbeit u. Sozialfürsorge des PV der SED (die Abt. wurde im Juni 1950 aufgelöst); gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wedler, Heinz

* 9.5.1927

Geb. in Tilsit (Ostpr. / Sowjetsk, Rußland); Kriegsteiln. u. schwere Verwundung; Berufsausbildung zum Feinmechaniker. 1949 – 52 Ing.-Studium in Jena; 1953 – 56 Haupttechnologe im VEB Maßindustrie Werdau; 1956 – 59 Techn. Dir. im VEB Werkstoffprüfmaschinen Leipzig; 1959 – 62 Ltr. der Abt. Forschung u. Entw. in der VVB Mechanik Leipzig; Studium am Industrieinst. der KMU Leipzig, Dipl.-Wirtsch., Prom. zum Dr. rer. oec.; 1963 Werkdir. des VEB Uhrenwerke Ruhla; 1964 NP; 1967 GD des VEB Uhrenkombinat Ruhla; Mitgl. der SED-BL Erfurt; 1978 – 89 GD des VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt, zu dessen Leitbetrieb der VEB Uhrenwerke Ruhla wurde; 1984 Honorarprof. an der TH Leipzig; Ruhestand; 1987 KMO.Hagen Schwärzel

Wer war wer in DDR

Wegner, Axel

* 3.6.1963

Geb. in Loitz (b. Demmin); 1979 mit dem Training beim Schießclub Loitz begonnen; 1981 Spartakiadesieger; zum GST-Klub nach Leipzig (Trainer: Rudolf Hager) delegiert; spezialisiert auf Skeetschießen; bei den Europameisterschaften 1984: 16. Platz; 1985 DDR-Mstr.; bei den Europameisterschaften 1985: 8. Platz; 1988 Olymp. Spiele: Sieger; Verdienter Mstr. des Sports; VVO; Ausbildung zum Kraftfahrer. Ab 1990 Mitgl. der Schützengilde Leipzig; 1991 EM; Taxifahrer; Fahrlehrer.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Wander, Maxie

* 3.1.1933 – ✝ 20.11.1977

Geb. in Wien in einer kommunist. Fam., Vater Tankwart; OS, Abbruch kurz vor dem Abitur; Gelegenheitsarbeiten als Sekretärin, Fotografin u. Journalistin; Sekr. im Wiener Scala-Theater; 1956 Heirat mit  Fred W.; 1958 Übersiedl. in die DDR; Sekr., Fotografin u. Journalistin; veröff. zus. mit ihrem Mann Reisebücher; ihr aufsehenerregendes Buch »Guten Morgen, du Schöne. Protokolle nach Tonband« (1977, UA der Bühnenfassung im Dt. Theater Berlin 1978) steht (mit  Sarah Kirschs »Pantherfrau«) am Beginn einer über emanzipator. Werke von Schriftstellerinnen hinausgehenden krit. Dok.-Lit.; gest. in Kleinmachnow (b. Berlin).Tagebücher u. Briefe. Berlin 1979 (Hrsg. F. W.); Leben wär’ eine prima Alternative. Berlin 1980 (Hrsg. F. W.); Wander, F. (Hrsg.): Ein Leben ist nicht genug. Tagebuchaufzeichnungen u. Briefe. München 1996. Schröder, H. J.: Zwei Klassikerinnen der Interviewlit.: Sarah Kirsch u. M. W. Bremen 1996; Zurmühl, S.: Das Leben, dieser Augenblick. Die Biogr. der M. W. Berlin 2001; Conrad, G., Denecke, G.: Warten auf das Wunder. M. W.: Guten Morgen Du Schöne. Dok.-Film, ORB 2002.Leonore Krenzlin / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wangenheim, Gustav von

* 18.2.1895 – ✝ 5.8.1975

(* 1895 – † 1975) Geboren am 18. Februar 1895 in Wiesbaden, Sohn des Schauspielers Eduard von Winterstein. 1911/12 Landwirtschaftslehre, 1912/13 Militärdienst. 1913/14 Schauspielschüler bei Max Reinhardt; 1914/15 Soldat u. a. in Frankreich und Belgien, zuletzt Leutnant, wegen einer Augenverletzung entlassen. Danach Schauspieler am Burgtheater Wien und am Deutschen Theater in Berlin. 1918 Mitglied der USPD, während der Novemberrevolution Mitglied des Rats Geistiger Arbeiter, ging 1922 zur KPD. Seit 1928 Schauspieler in Berlin, künstlerischer Leiter des Arbeitertheater-Bunds Deutschland (ATBD), erprobte verschiedene Formen der Agitprop-Gruppenarbeit, um die politische Arbeit der KPD zu unterstützen. Regisseur und Autor des von ihm 1931 geleiteten Theaterkollektivs »Truppe 31«. 1933 emigrierte er mit seiner Frau, der Schauspielerin und späteren Schriftstellerin Ingeborg Franke (*1. 7. 1912 – † 6. 4. 1993) in die Sowjetunion, Leiter der deutschen Agitprop-Truppe »Kolonne Links«. Als Szenarist und Regisseur schuf er 1936 den Film »Kämpfer«, den einzigen Spielfilm mit ausschließlich exilierten deutschen Künstlern. Wangenheim war Mitglied der deutschen Sektion des sowjetischen Schriftstellerverbandes und lieferte der Kaderabteilung des EKKI und dem NKWD zahlreiche Berichte über Mitglieder der »Kolonne Links«, die verfolgt wurden, 1936 aber auch über Zensl Mühsam und Carola Neher. Von 1941 bis 1943 Evakuierung nach Kasan und Taschkent, 1943 im NKFD und Redakteur am Deutschen Volkssender. Anfang 1945 in einer Kommission der Moskauer KPD-Führung für Filmfragen, kehrte Wangenheim als einer der ersten exilierten Künstler im Juni 1945 nach Deutschland zurück, wurde Intendant des Theaters am Schiffbauerdamm, dann des Deutschen Theaters in Berlin. Mitglied der SED und der AdK, bekam 1950 den Nationalpreis. Er war 1952 Regisseur bei der DEFA, ab 1961 freischaffend, er erhielt die Ehrenspange zum VVO in Gold. Gustav von Wangenheim starb am 5.August 1975 in Ost-Berlin.Peter Erler

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Wappler, Erich

* 17.5.1926 – ✝ 27.5.1974

Geb. in Bernsbach (Krs. Aue); Vater Fabrikationsklempner; 1940 – 42 Handelsschule; 1942 – 44 Ausbildung zum Bankkfm.; 1944 Wehrmacht; Nov.1944 – Dez. 1945 amerik. Gefangenschaft. 1946/47 Neulehrer in Carlsfeld; 1947 – 49 Bankkfm. in Aue; 1949 SED; 1950 – 53 Filialdir. der Dt. Notenbank in Aue; 1949/50 u. 1953 Studium an der Finanzschule in Radebeul; 1953 – 55 Parteisekr. in der SED-BL Berlin; 1955 – 58 PHS; 1958 – 60 Abt.-Ltr. der Dt. Notenbank; seit 1960 pol. Mitarb., Arbeitsgr.-Ltr., Sektionsltr., ab 1967 stellv. Abt.-Ltr. u. 1970 – 74 Ltr. der Abt. Planung u. Finanzen im ZK der SED (Nachf. von  Karl Hengst); 1969 VVO; 1971 – 74 Kand. des ZK der SED; gest. in Berlin.Elke Reuter / Helmut Müller-Enbergs

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Warnke, Herbert

* 24.2.1902 – ✝ 26.3.1975

Geb. in Hamburg; Vater Maurer; Volksschule; 1916 – 20 Bote; 1920 – 24 Lehre als Nieter; 1923 KPD, versch. Parteifunktionen; 1924 – 28 DMV (ausgeschl.); 1927 Mitgl. der KPD-BL Wasserkante; Ref. an der MASCH; 1929/30 Betriebsratsvors. bei Blohm & Voss in Hamburg; nach Arbeitslosigkeit hauptamtl. Funktionär; Sekr. des Bez.-Komitees der RGO in Bremen; Sekr. für Gewerkschaftsfragen bei der KPD-BL Weser-Ems; 1932/33 MdR; illeg. antifa. Tätigkeit; 1933 – 35 Sekr. der RGI in Saarbrücken u. Paris; Aufenthalt in Moskau; 1936 – 38 Mitgl. der Abschnittsltg. Nord der KPD in Kopenhagen; 1938 Ausbürgerung; anschl. in Schweden Ltr. der Parteiemigr.; 1939 – Nov. 1943 Haft u. Internierung in Långmora; hier Mitgl. der illeg. Parteiltg.; 1943 Mitgl. der Landesgr. der Dt. Gewerkschaften; Landesvorst. des Freien Dt. KB; Arbeit unter Militärflüchtlingen; Chefred. der Ztschr. »Der Weg ins Leben«. Dez. 1945 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); Febr. 1946 Vors. des Landesvorst. des FDGB Mecklenb.-Vorpom., Mitgl. des Bundesvorst.; 1946/ 47 hier Ltr. der HA 7 (Betriebsräte); 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 25.10.1948 bis zu seinem Tode 1. Vors. des Bundesvorst. des FDGB (Nachf. von  Hans Jendretzky); 1949 – 75 Mitgl. des SED-PV bzw. des ZK; 1949 – 53 Mitgl. des EK des WGB; 1949 – 75 Abg. der Volkskammer; 1950 Mitgl. des NR der NF; 1950 – 53 Mitgl. des Sekr., Juli 1953 Kand.; 1958 Mitgl. des PB des ZK der SED; 1953 – 69 einer der Vizepräs. des WGB; seit 1969 Mitgl. des Büros des Gen.-Rats des WGB; Stern der Völkerfreundschaft; 1971 – 75 Mitgl. des Staatsrats; 1955 VVO; 1962 KMO; 1967 Lenin-Friedenspreis; 1972 Lenin-Orden; gest. in Berlin.Freiheitskämpfe in der dt. Geschichte. Stockholm 1945 u. Schwerin 1948; Arbeiterkl. u. Gewerkschaften. Aus Reden u. Schriften 1945 – 1952. Berlin 1953; Überblick über die Geschichte der dt. Gewerkschaftsbew. Berlin 1954; Gewerkschaften – Sachwalter der Arbeiterinteressen. Berlin 1977. Deutschland, H., Förster, A., Lange, E. E.: Vertrauensmann seiner Klasse – H. W. Berlin 1982; Scholz, M. F.: Skandinav. Erfahrungen erwünscht? Nachexil u. Remigration. Stuttgart 2000; Hübner, P.: Im Parteiauftrag. H. W. an der Spitze des FDGB. In: Mitteilungsblatt des Inst. für soziale Beweg. (2006) 35.Michael F. Scholz

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Wascher, Rudolf

* 2.4.1904 – ✝ 1.2.1956

Geboren am 2. April 1904 in Hirschburg/Krs. Ribnik in Mecklenburg, unehelicher Sohn einer Reinemachefrau. Laufbursche, Gärtner, ab 1922 im Baugewerksbund und in der SPD. Seit 1925 in der KPD, wurde 1928 Leiter des Arbeitsgebietes Bonn-Siebengebirge, 1931/32 UB-Leiter in Trier, anschließend UB-Leiter von Köln, schließlich Orgsekretär der BL Mittelrhein. Im März 1933 entging er der Verhaftung, flüchtete in die Niederlande, arbeitete dort mit August Creutzburg zusammen. Ab Januar 1935 in Paris, Anleitung von Kurieren, zunächst Grenzarbeit zum Saarland. Anfang September 1939 Internierung, im Juni 1940 Flucht nach Südfrankreich. In Toulouse war er gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria in der Bewegung Freies Deutschland und der Résistance. Im Juni 1945 kam er zunächst ins Saargebiet, dann nach Köln, wurde 1. Sekretär der KPD-BL Mittelrhein. Dann Sekretär für Wirtschaft und Arbeit bzw. Orgsekretär der KPD Nordrhein-Westfalens. Er war von Oktober 1946 bis Juni 1952 Abgeordneter des Landtages von NRW. Von Oktober 1950 bis Oktober 1951 unter dem Namen Rudi Winter Kursant am II. Einjahreslehrgang an der SED-PHS »Karl Marx« in Kleinmachnow. Danach Instrukteur des KPD-PV für Bayern, ab Dezember 1954 1. Sekretär der KPD-Landesleitung Bayern. Rudolf Wascher starb am 1. Februar 1956 in München.

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Watzek, Hans

* 10.10.1932

Geb. in Niemes (ČSR / Mimoň, Tschechien), Vater Bauer; Mittelschule; 1945 Zwangsumsiedl. der Familie in die SBZ; Arbeit in der elterl. Neubauernwirtschaft in Könnern (Saalkrs.); 1946 – 49 landw. Lehre, Landw.-Gehilfe; 1949 – 52 Studium an der FS für Landw., staatl. geprüfter Landwirt; 1950 DBD; FDGB; 1952 – 55 Studium an der DASR Potsdam u. am Inst. für Agrarökon. in Potsdam, Dipl.-Wirtsch.; 1955 – 62 Assistent an der MTS Ivenack bzw. wiss. Mitarb. an der HS für Landw. Bernburg; 1962 Prom. zum Dr. rer. pol. mit einer Diss. zur leihweisen Übergabe der MTS-Technik an LPG; 1962 – 65 Vors. der LPG »12. Juli« in Brietzig (Krs. Pasewalk); 1963 – 90 Mitgl. des PV der DBD; 1963 – Okt. 1990. Abg. der Volkskammer; 1971 stellv. Vors. des Verfassungs- u. Rechtsaussch.; Vors. der Parl. Freundschaftsgr. DDR – Belgien; ab 1963 Mitgl. des Bezirkslandw.-Rats Neubrandenb.; 1965 – 89 Dir. des Inst. bzw. Wiss.-techn. Zentrums für Landw. des Rats des Bez.; 1965 – 69 Vors. der Urania im Bez.; ab 1966 Mitgl. des Präs. der Urania; ab 1969 Vors. des Bez.-Aussch. der NF u. Mitgl. des NR; 18.11. 1989 – April 1990 Minister für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtsch. (Nachf. von  Bruno Lietz) in der Reg.  Hans Modrow, Vorber. einer umfass. Gesetzgebung zur Agrarreform sowie zum Bestandsschutz der DDR-Landw. im Vereinigungsprozeß, insbes. der Garantieerklärung der UdSSR für den Erhalt der Ergebnisse der Bodenreform; 27./28.1.1990 vom a. o. DBD-Parteitag erneut in den PV gewählt, auch Mitgl. des Präs.; März 1990 erneut Abg. der Volkskammer, Vors. ihres Ausschusses für Ernährung, Land- u. Forstw.; Ende Juli Übertritt zur SPD-Fraktion; seit Sept. 1990 parteilos. 1991 Vorruhestand, dann Rentner; Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Agrarpol. u. ländl. Raum beim PV der PDS; Mitgl. des Ältestenrates der Partei Die Linke.mehrere Veröff. zur Agrarrechtsreform 1990 in der DDR u. zur nachf. Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse, u. a.: Wie stand es um die Landw. in der DDR? In: Ansichten zur Geschichte der DDR, Bd. VI. Eggersdorf 1996.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

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Weber, Hermann

* 15.2.1888 – ✝ 16.12.1937

Geboren am 15. Februar 1888 in Horn/Lippe, Bruder von Hanna Staubes bzw. Rautenbach; lernte Schlosser und kam vor dem Weltkrieg nach Barmen. 1906 Mitglied der SPD, 1917 Übertritt zur USPD. Mit der linken USPD – Weber war Delegierter des Spaltungsparteitags in Halle – kam er 1920 zur KPD. Seit 1921 hauptamtlicher Sekretär der KPD, zunächst im UB Barmen. Der VIII. Leipziger Parteitag 1923 wählte ihn in die Gewerkschaftskommission. 1923 wurde er KPD-Sekretär für Gewerkschaftsfragen im Bezirk Rheinland-Süd/Niederrhein und übernahm 1925 die gleiche Aufgabe in der BL Wasserkante in Hamburg und im Mai 1927 in der BL Baden in Mannheim. Anfang 1929 ins Rheinland zurückgerufen, wurde Weber UB-Sekretär in Solingen und Vorsitzender der dortigen Stadtratsfraktion. Am 22. Januar 1930 und am 25. März 1930 jeweils mit einer Mehrheit von 27 Stimmen der KPD, KPO und SPD gegen 25 bürgerliche Stimmen zum Oberbürgermeister von Solingen gewählt, aber von der vorgesetzten Behörde nicht bestätigt. Ab April 1930 wieder Parteisekretär in Hamburg, dann Mitte 1931 als Mitarbeiter zum ZK nach Berlin versetzt. Da Weber Anhänger der Neumann-Gruppe war, wurde er Mitte 1932 seiner Funktionen enthoben. Im August 1932 übersiedelte er in die Sowjetunion, seine Familie folgte ihm Mitte Januar 1933. Weber lebte in Odessa, nahm Anfang 1937 die sowjetische Staatsangehörigkeit an. Er wurde Mitte 1937 in Odessa vom NKWD festgenommen und wegen »faschistischer Agitation« angeklagt. Hermann Weber erklärte sich für »nicht schuldig«, wurde aber am 16. Dezember 1937 erschossen. Seine Frau Else Weber (*1898) wurde 1937 ebenfalls inhaftiert, danach mit dem in Odessa geborene Sohn Werner nach NS-Deutschland ausgewiesen.

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Weber, Otto

* 23.10.1893 – ✝ 27.1.1961

Geboren am 23. Oktober 1893 in Witzhelden; lernte in Solingen Feilenhauer. 1913 Mitglied der SPD, 1917 Übertritt zur USPD. Während des Krieges Soldat an der Front, kehrte schwerkriegsbeschädigt (der rechte Arm war verkrüppelt) zurück. Mitglied des DMV, 1920 hauptamtlicher Sekretär der Gewerkschaft in Solingen. Ende 1920 ging er mit der linken USPD zur KPD. Im Mai 1921 wies ihn die britische Besatzungsmacht aus dem Rheinland aus. Er arbeitete in verschiedenen Orten als Gewerkschaftssekretär und kam 1923 nach Remscheid, dort 1924 Anhänger der KPD-Linken, Vorsitzender und Sekretär der Partei. Im Dezember 1924 als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, dem er bis 1928 angehörte. Schriftführer des XI. Parteitages 1927, bis Anfang 1928 UB-Leiter in Remscheid, dann nach Solingen versetzt, dort Sekretär und Leiter des UB. 1928 kandidierte Otto Weber wieder zum Reichstag, wurde aber nicht gewählt (bei späteren Wahlen nicht mehr aufgestellt). Er übernahm 1929 die Leitung der Roten Hilfe im Bezirk Niederrhein, wurde im Frühjahr 1931 in deren Zentralleitung nach Berlin berufen und 1932 Kassierer in der Zentrale. Schon 1933 entfernte er sich von der Partei und war nicht mehr aktiv. Im März 1935 kehrte er von Berlin nach Remscheid zurück. Nach dem Kriege trat er wieder der KPD bei, hatte aber keine Parteifunktion. Leiter der Ortskrankenkasse in Remscheid. Kurz vor dem Verbot der KPD in Westdeutschland 1956 soll er noch ausgeschlossen worden sein. Otto Weber starb am 27.Januar 1961 in Remscheid.

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Weber, Horst

* 4.9.1925

Geb. in Dresden; Vater Dreher; 1932 – 40 Volksschule; 1940 – 44 Lehre als Maschinenschlosser; 1943 NSDAP; Wehrmacht. Nach 1945 Abitur an der ABF Dresden, anschl. Studium an der TH Dresden, 1951 Dipl.-Ing.; SED; 1957 – 63 Lehrauftrag an der TH Dresden (Werkzeuge spanender Formung), 1958 Prom. zum Dr.-Ing.; 1959 – 63 Ing. u. Abt.-Ltr. im VEB »Germania« Chemieanlagenbau Karl-Marx-Stadt; 1963 Doz. an der TH Karl-Marx-Stadt, 1964 Prof., 1968 Habilitation (Abtrenntechnik); 1969 – 73 Prorektor, 1973 – 82 Rektor der TH Karl-Marx-Stadt; 1975 – 89 Korr. Mitgl. u. 1989 – 92 Ord. Mitgl. der AdW; 1989 Dr. h. c. an der TH Zwickau; 1990 em.Lamprecht, W.: Wissenschaftspolitik zwischen Ideologie u. Pragmatismus. Münster 2007.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wecker, Hans

* 17.3.1894 – ✝ 14.8.1980

Geboren am 17. März 1894 in Lockweiler/Saar, Sohn eines Bergmanns, sein Vater starb kurz zuvor bei einem Grubenunglück, seine Mutter mußte sich kümmerlich durchschlagen. Er besuchte ein Lehrerseminar, machte im Januar 1914 seine Abschlußprüfungen. Anschließend zum Militärdienst einberufen, kam er im August 1914 an die Front, dann zum Fliegerleutnant befördert und mit dem EK I ausgezeichnet. Von 1919 bis 1924 Volksschullehrer in Waldhölzbach/Krs. Wadern. Durch die Kriegserlebnisse wurde Wecker politisiert und schloß sich 1924 der KPD in Köln an, wo er seit Anfang April 1924 an der »Freien Schule« unterrichtete. Er gehörte ab März 1929 zur BL Mittelrhein, war dort für die Agitproparbeit zuständig und arbeitete auch in der RFB-Gauleitung. Im November 1929 in Köln zum Stadtverordneten gewählt, im März 1931 als Lehrer entlassen, wirkte Wecker seitdem hauptamtlich für die KPD. Im April 1932 wurde er im Wahlkreis Koblenz-Trier in den Preußischen Landtag gewählt und war noch Anfang März 1933 Spitzenkandidat der Kölner KPD zu den Kommunalwahlen. Wecker flüchtete in das Saargebiet, wurde nach der Rückgliederung 1935 verhaftet, nach der Untersuchungshaft in Berlin aber im Januar 1936 aus »Mangel an Beweisen« freigelassen. Später zog er in die Heimat seiner Frau nach Norddeutschland, wurde bei Kriegsausbruch 1939 erneut inhaftiert und kam in das KZ Sachsenhausen, aus dem er Ende Mai 1940 entlassen wurde. Nach 1945 wieder Lehrer in Köln, 1948 pensioniert, verzog er nach Eitorf/Sieg, wo er sich 1955 der SPD anschloß. Nach der Annahme des Godesberger Programms 1959 verließ er die SPD und gründete den Deutschen Arbeiter-Verlag, in dem bis 1965 u.a. die »Neuen Sozialistischen Hefte« erschienen. Er veröffentliche 1969 das Buch »40 Jahre Stalinismus 1929-1969«, in dem er scharfe Kritik an der KPdSU übte. 1970 verzog er nach Norddeutschland. Hans Wecker starb am 14.August 1980 in Bremen.

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Wegener, Oskar

* 18.11.1877 – ✝ 29.5.1962

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Lehre u. Arbeit als Steinmetz; 1896 Eintritt in die Gewerkschaft; 1900 SPD in Kassel; 1919 – 33 Vors. des SPD-Unterbez. Frankfurt (Oder) / Lebus; 1919 – 33 Stadtverordn. von Frankfurt (Oder), Vors. der SPD-Fraktion u. Abg. des Provinziallandtags sowie Mitgl. des Provinzialaussch. des Preuß. Landtags; 1926 – 33 Mitbegr. u. Geschäftsf. der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft »Gewoba«; Juni–Sept. 1933 Haft im Zuchthaus bzw. KZ Sonnenburg, 1935 erneute Verhaftung; seit 1939 dienstverpflichtet im Reservelazarett 101 in Frankfurt (Oder); Aug. 1944 – Jan. 1945 inhaftiert im KZ Schwetzig. 1945 Aufbau der Bezirksbürgermeisterei I von Frankfurt (Oder); 1945 SPD, 1946 SED; 1946 / 47 Mitgl. des SED-Parteivorst.; Sept. 1945 Stadtbaurat, 1946 – 48 OB von Frankfurt (Oder) (Nachf. von  Ernst Ruge); 1948 / 49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1957 VVO; gest. in Eisenhüttenstadt.Targiell, R.-R.: Die Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zur Wiedererlangung der kommunalen Selbstverwaltung im Jahr 1990. Frankfurt (Oder) 2000.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wegner, Bettina

* 4.11.1947

Geb. in Berlin; Vater  Karl-Heinz W., Chefred. »Freie Welt«, Mutter Sachbearb.; 1964 – 66 Ausbildung zur Bibliotheksfacharb.; anschl. Studium an der Schauspielschule in Berlin; 1965 Teiln. am Wettbewerb junger Talente; 1966 Mitbegr. des »Hootenanny-Klubs«, aus dem der Oktoberklub hervorging, Mitgl. bis 1968; 1968 Flugblattaktion gegen die Intervention der Warschauer-Pakt-Staaten in der ČSSR, Exmatrikulation, Verurteilung zu 16 Mon. Haft auf Bewährung nach § 106 StGB (staatsfeindl. Hetze); 1968 – 70 »Bewährung in der Prod.« – Fabrikarb. in den Berliner Elektro-Apparate-Werken (EAW); 1970 – 72 Berliner Stadtbibliothek u. Abendschule; 1970 – 82 verh. mit  Klaus Schlesinger; 1972 Abitur; 1972/73 Ausbildung als Sängerin am Zentr. Studio für Unterhaltungskunst, Diplom; seit 1973 freischaff. Liedermacherin; Auftritte mit eigenen Liedern u. lyr. Texten, Moderation der Veranstaltungsreihen »Eintopp« (1973 – 75) im Berliner Haus der Jungen Talente u. »Kramladen« (1975/76) in Berlin-Weißensee, jeweils durch staatl. Organe verboten; Mai 1976 Kand. des SV; Nov. 1976 öffentl. Protest gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns, zunehmende Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten u. Auftrittsverbote; 1978 Veröff. der LP »Sind so kleine Hände« in der Bundesrep. Dtl.; 1979 Austritt aus dem SV; 1983 Aufforderung zur Übersiedl. durch das Kulturmin. u. Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen »Verdachts auf Zoll- u. Devisenvergehen«; Juli 1983 Übersiedl. nach Berlin (West); Auftritte mit Joan Baez, Angelo Branduardi u. a.; am 2.12.1989 erster Auftritt nach der Wende in der DDR im Berliner »Haus der jungen Talente« (zus. mit anderen ausgebürgerten Liedermachern). 1992 Mitunterz. des Appells zur Gründung von Komitees für Gerechtigkeit; 1996 Thüring. Kleinkunstpreis; Benefizkonzerte für versch. soziale Projekte, 1998 Initiatorin einer Mahnwache für den inhaftierten Journalisten Mumia Abu-Jamal vor der US-Botschaft in Berlin; seit 2003 Benefizkonzerte für das Kinderhospiz »Sonnenhof« der Björn-Schulz-Stiftung; 22.1. 2005 Konzert zum 35. Bühnenjubiläum in der Berliner Passionskirche; Dez. 2007 offizieller Abschied von der Bühne. Jeweils als LP/CD u. z. T. als Buch erschienen u. a.: »Wenn meine Lieder nicht mehr stimmen« (1978); »Traurig bin ich sowieso« (1980); »Weine nicht – aber schrei« (1982); »Heimweh nach Heimat« (1995); »Von Dtl. nach Dtl.« (1985); »Sie hat’s gewußt« (1992); »Wege« (1998); »Mein Bruder« (2003); »Die Liebeslieder« (2004), »Die Abschiedstournee« (2007).Von Dtl. nach Dtl. ein Katzensprung. Reinbek 1986; Als ich gerade 20 war. Reinbek 1986; Im Niemandshaus habe ich ein Zimmer. Berlin 1997.Silvia Müller

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Wandrey, Horst

* 22.8.1929 – ✝ 7.9.2012

Geb. in Nordhausen; Vater Autoschlosser, Mutter Kontoristin; Stud. der Journalistik an der KMU Leipzig; Tätigkeiten als Lehrer, Doz. u. Verwaltungsangest. im Kulturbereich; 1956 Mitarb. im Amt für Lit. u. Verlagswesen des MfK; 1958 mit 29 Jahren Cheflektor des Henschelverlags u. damit jüngster Cheflektor der DDR, bis 1992 verantw. für ca. 2.000 Titel, darunter die erfolgr. Reihen »Welt der Kunst«, »Internationale Dramatik« (80 Bd.) u. »Dialog« (150 Bd.); 1987 – 89 Ltr. der Literaturarbeitsgemeinschaft der Kunstbuchverlage, Mitgl. im Verlegeraussch. des Börsenvereins der Buchhändler zu Leipzig. 1993 – 96 Ltr. des Henschelverlags innerhalb der Dornier-Verlagsgruppe, 1997 – 2002 Verlagsltr. im neugegr. Parthas Verlag für Theater, Film, Musik u. Bildende Kunst, danach freiberufl. Verlags- u. Autorenberater; zahlr. Herausgaben; gest. in Berlin.Käthe Kollwitz. Aus Tagebüchern u. Briefen. Berlin 1964; Mozart-Briefe. Berlin 1970; Französische Künstlergeschichten von Balzac bis Camus. Berlin 1988.Christoph Links

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Wangenheim, Inge(borg) von

* 1.7.1912 – ✝ 6.4.1993

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Mutter Konfektionsarb.; Besuch des Lyzeums; anschl. Schauspielschule; Mitgl. des Schauspielkoll. »Gruppe junger Schauspieler«; kleine Rollen auch bei Erwin Piscator; 1930 KPD; 1931 – 33 Mitgl. des vom Ehemann  Gustav v. W. geleiteten Schauspielkoll. »Truppe 1931«; 1933 Emigr. über Brüssel zunächst nach Paris, dann nach Moskau; 1934 – 35 Mitgl. des dt.-spr. Theaterkoll. »Dt. Theater Kolonne Links« u. Tätigkeit als Journalistin; 1937 sowj. Staatsbürgerschaft; 1937/38 Mitarb. der Red. »Das Wort«; 1939 – 41 Sprecherin der dt. Red. eines Moskauer Radiosenders; 1941 Evakuierung nach Chistopol, Kasan u. Taschkent; 1943 – 45 erneut in Moskau; u. a. Red. für die BFD, Sender »Freies Dtl.« (»Institut 205«). Nov. 1945 Rückkehr nach Berlin; 1946 SED; 1947 Gründungsmitgl. des Bunds Dt. Volksbühnen; 1947 – 48 Hrsg. der Monatsschrift »Volksbühne«; Schauspielerin u. Regisseurin, u. a. am Dt. Theater Berlin; Filmtätigkeit; ab 1949 vor allem schriftsteller. Tätigkeit (Romane, Erzählungen, Essays, theoret. Schriften, Reportagen); lebte nach der Scheidung von ihrem Mann ab Dez. 1961 in Rudolstadt, ab 1974 in Weimar; Vorstandsmitgl. des SV; 1966 Kunstpreis des FDGB; 1968 Heinrich-Heine-Preis; 1972 VVO; 1977 NP; 1987 KMO (Rückgabe des Ordens u. Übergabe der damit verbundenen 20.000 Mark an die Volkssolid. Weimar im Dez. 1989); 1989 Dr. h. c. der FSU Jena; gest. in Weimar. Im autobiogr. Buch »Mein Haus Vaterland« (Berlin 1950) beschreibt I. v. W. ihre frühen Lebensjahre bis 1933; die Exiljahre mit einer relativ offenen Darstellung der Moskauer Schauprozesse – wenngleich aus dogmat. Sicht – sind Gegenstand des Buchs »Auf weitem Feld« (Berlin 1954); »Am Morgen ist der Tag ein Kind« (Berlin 1957) thematisiert die Ereignisse des 17. Juni 1953. Sek.-Lit.: Kahle, W.: Essayistik im liter. Ensemble. Zum Schaffen I. v. W. In: Weimarer Beiträge (1971) 10; Falk, C.: 70. Geb. der DDR-Schriftst. I. v. W. (Biobibl.). In: Bibliograph. Kalenderblätter (1982) 7; Schmidt, S.: I. v. W. In: Geerdts, H. J. (Hrsg.): Lit. der DDR. Bd. 3. Berlin 1987.Die hypnotisierte Kellnerin. Rudolstadt 1968; Kalkutta liegt nicht am Ganges. Rudolstadt 1970; Die tickende Bratpfanne. Rudolstadt 1974; Hamburgische Elegie. Halle 1977; Spaal. Rudolstadt 1979; Die Entgleisung. Halle 1980; Genosse Jemand u. die Klassik. Halle 1981; Deutsch u. Geschichte. Halle 1987; Der goldene Turm. Rudolstadt 1988.Maren Horn / Bernd-Rainer Barth

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Warneke, Lothar

* 15.9.1936 – ✝ 5.6.2005

Geb. in Leipzig; Vater kfm. Angest.; Abitur; 1954 – 59 Theol.-Studium an der KMU Leipzig, anschl. Kirchenaustritt; SED; 1960 – 64 Regiestudium an der Dt. HS für Filmkunst Potsdam-Babelsberg; 1968 – 90 Regisseur im DEFA-Spielfilmstudio; Debüt 1969 mit der »soz. Kriminalgroteske« »Mit mir nicht, Madam!« (Kor.: Roland Oehme); danach vorwiegend Gegenwartsspielfilme mit stark dokumentar. Duktus: 1970 »Dr. med. Sommer II«; 1971 Heinrich-Greif-Preis; 1972 »Es ist eine alte Geschichte ...«, 1973 »Leben mit Uwe«, 1976 »Die unverbesserl. Barbara«; 1977 NP; 1978 erster hist. Film »Addio, piccola mia« über Georg Büchner; 1980 »Unser kurzes Leben« nach dem Roman »Franziska Linkerhand« von  Brigitte Reimann, 1981 »Die Beunruhigung«; 1983 Heinrich-Greif-Preis; 1984 »Eine sonderbare Liebe«, 1987 »Blonder Tango«; 1987 NP; 1988 »Einer trage des anderen Last«; 1980 – 90 Vizepräs. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden der DDR; Prof. an der Film-HS Potsdam-Babelsberg. 1991 Dok.-Film »Ich bin das achte Weltwunder – Marcello Cammi«; 1994 abendfüllender Dok.-Film »Zwei Schicksale oder Eine kleine Königstragödie«; gest. in Potsdam.Ralf Schenk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Warnke, Herbert

* 24.2.1902 – ✝ 26.3.1975

Geboren am 24. Februar 1902 in Hamburg als Sohn eines Maurers. Zunächst Bankbote, lernte Nieter und arbeitete auf der Hamburger Werft Blohm & Voss. 1923 trat er in die KPD ein, während der Wittorf-Affäre im Herbst 1928 gehörte er einige Zeit zur Versöhnlergruppe, brach aber, wie er 1945 schrieb, »freiwillig mit ihr, als ich ihren Weg erkannte, wobei ich eine freiwillige mündliche Erklärung auf der Stadtteildelegiertenkonferenz dazu abgab«. 1929 Betriebsratsvorsitzender bei Blohm & Voss, im Dezember 1930 entlassen, dann von 1931 bis 1933 Sekretär der RGO im Bezirk Bremen. Im November 1932 und im März 1933 wurde Warnke im Wahlkreis Ost-Hannover als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Bis Juni 1933 illegale Arbeit als RGO-Leiter Weser-Ems, anschließend RGI-Sekretär von Saarbrücken und Paris aus. 1936 ging er nach Dänemark, im Februar 1938 nach Schweden, gehörte zur AL Nord. Warnke wurde 1939 von den schwedischen Behörden interniert, im Sommer 1943 freigelassen, 1944 Mitglied des Freien Deutschen Kulturbundes in Schweden. Im Dezember 1945 kehrte Warnke nach Deutschland zurück, wurde im Januar 1946 Sekretär bzw. 1. Vorsitzender des FDGB-Landesverbandes Mecklenburg und war ab Februar 1946 Mitglied des Sekretariats des FDGB-Bundesvorstandes. Im Oktober 1948 löste er Hans Jendretzky als Vorsitzenden des FDGB ab und blieb dies bis 1975. Von 1949 bis 1975 gehörte Warnke dem PV bzw. dem ZK der SED an, kam 1953 zunächst als Kandidat und 1958 als Mitglied in das Politbüro, er erhielt 1962 den Karl-Marx-Orden. Herbert Warnke starb am 26.März 1975 in Ost-Berlin.Michael F. Scholz

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Waßmann, Robert

* 11.1.1915 – ✝ 20.11.2002

Geb. in Winz (Krs. Hattingen); Vater Angest.; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer; 1939 – 44 Wehrmacht, Jan. 1945 Desertion, illeg. Aufenthalt in Dresden. 1945 Gelegenheitsarbeiter; 1945 SPD, 1946 SED; 1946 – 51 Hilfsredakteur, Abt.-Ltr. (Wirtschaft), 1951 stellv. Chefred. der »Sächsischen Zeitung« Dresden; 1951 – 55 Chefred. der SED-Bezirksztg. »Lausitzer Rundschau« Cottbus (Nachf. von  Kurt Gentz); 1955 – 58 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU; 1958 – 81 wieder Chefred. der »Lausitzer Rundschau« Cottbus (Nachf. von  Paula Acker); 1958 – 81 Mitgl. der SED-BL Cottbus; 1961 – 88 VDJ-ZV u. zeitw. Vors. des VDJ-BV Cottbus.Kirsten Nies

Wer war wer in DDR

Watznauer, Adolf

* 29.4.1907 – ✝ 10.3.1990

Geb. in Reichenberg (Liberec / Tschechien); Vater Lehrer; 1925 / 26 Studium der Elektrotechnik u. ab 1926 der Geol. u. Naturwiss. an der Dt. Univ. Prag, dort 1929 Prom. mit einer petrograph.-mineralog. Arbeit, anschl. Militärdienst in der tschechoslowak. Armee; neben anderen Tätigkeiten 1932 – 36 Lehrer in Gablenz u. 1936 / 37 in Bratislava; 1938 – 44 wiss. Mitarbeiter in der Lagerstätten-Forschungsstelle des Reichsamtes für Bodenforsch. in Freiberg; 1944 / 45 Angeh. der Wehrgeologenstelle 2. 1945 – 47 Kriegsgef. in der UdSSR u. Überführung zur Wismut AG, dort bis 1958 Geologe; 1953 Prof. mit Lehrauftrag für Petrographie u. Mineral., 1956 Prof. für Geol. an der Bergakad. Freiberg, 1959 – 61 Dekan der Math.-Naturwiss. Fak.; 1954 Gründungsmitgl. der Geolog. Gesell. in der DDR, 1956 – 58 u.1968 – 70 deren Vors.; 1962 Mitgl. der Dt. Akad. der Naturforscher Leopoldina in Halle (Saale), 1957 Mitgl. der DAW zu Berlin, 1972 Mitgl. der Sächs. AdW zu Leipzig, 1957 Ehrenmitgl. der Tschechoslowak. Gesell. für Mineralogie in Prag; 1952 Hervorragender Wissenschaftler des Volkes; 1972 Fourmarier-Preis der Belg. AdW; 1982 Gustav-Steinmann-Med. der Geolog. Vereinigung; 1987 Cothenius-Med. der Leopoldina; gestorben in Leipzig. Forschungsschwerpunkte: Regionale Geol., Geotektonik, Petrol., geolog. Begriffe.Uranlagerstätten der Erde. 1957; Die wirtschaftl. Grundlagen der Energiegewinnung aus Uran als Spaltmaterie. 1960; Das Problem der Zwischengebirge im Saxo-Thuringikum. 1969; Die Bedeutung des Zeitbegriffs u. der Zeitvorstellung für das evolutionäre Denken. 1975; Wörterbuch Geowissenschaften, dt.-engl. u. engl.-dt. Berlin / Amsterdam 1973 / 89 (ca. 40.000 Begriffe). Nachruf. In: Jahrbuch der Sächs. AdW zu Leipzig 1989 / 90; H. Prescher, H., Hebig, Ch.: Lexikon der Geowissenschaftler in Sachsen 1494 – 1994. Dresden 1998.Martin Guntau

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Weber, Jakob

* 5.1.1892 – ✝ 7.3.1979

Geboren am 5. Januar 1892 in Köln-Mülheim, Sohn eines Seilermeisters. Schlosser, 1914/15 Soldat im Weltkrieg, wurde schwer verwundet. 1915 trat er in die SPD, 1917 in die USPD ein. Inzwischen nach Berlin übergesiedelt, während der Revolution Mitglied des Arbeiterrates, war er Ende 1918 Gast auf dem Gründungsparteitag der KPD und beteiligte sich an den Januarkämpfen. Weber wurde später Leiter der Arbeiterkorrespondenten-Bewegung der »Roten Fahne«, war in der BL Berlin-Brandenburg und gehörte dem Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller an. Im März 1933 zeitweilig in »Schutzhaft«, im Oktober 1935 erneut festgenommen und im Mai 1936 vom Kammergericht Berlin zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Danach bis 1945 Sachbearbeiter bzw. Lohnbuchhalter. 1945/46 Bürgermeister der Gemeinde Rahnsdorf bei Berlin. Im Dezember 1946 wegen angeblichen Amtsmißbrauchs und Korruption aus der SED ausgeschlossen, aber 1947 in eine Rüge wegen »fahrlässiger Handhabung der Amtsgeschäfte und Verletzung der Parteidisziplin« umgewandelt. Weber lebte als freischaffender Schriftsteller in Wilhelmshagen, veröffentlichte u. a. seinen dokumentarischen Erlebnisbericht »Trotz alledem« (1960). In dem Buch »Der Unbeugsame« porträtierte er Otto Franke. Mitglied der ZRK des Schriftstellerverbandes der DDR, er erhielt 1972 den VVO in Gold. Jakob Weber starb am 7. März 1979.

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Weber, Otto

* 17.2.1889 – ✝ 7.12.1972

Geboren am 17. Februar 1889 in Rathenow, Sohn einer Arbeiterfamilie. Der gelernte Optiker arbeitete nach seiner Lehre bis 1914 in Berlin, anschließend für einige Zeit in Paris. Bei Kriegsausbruch interniert, wegen Krankheit in die Schweiz abgeschoben, kam er im Oktober 1917 im Rahmen eines Austausches nach Deutschland. Seit 1907 Mitglied der SPD, er schloß sich dem Spartakusbund an und gehörte im November 1918 zum Arbeiter- und Soldatenrat von Rathenow. Dort gemeinsam mit Karl Gehrmann Gründer und Leiter der KPD. Auf der Parteikonferenz in Frankfurt/M. 1919 vertrat er diese Gruppe. 1924 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt, ab 1925 Mitglied des Brandenburgischen Provinziallandtages. Wie fast die gesamte Ortsgruppe Rathenow gehörte er nach dem »Offenen Brief« 1925 der linken Opposition an. Weber unterschrieb den »Brief der 700« und leitete nach dem Überschwenken Gehrmanns zur ZK-Mehrheit die linke Opposition in Rathenow und Brandenburg. Nach dem Tode Hans Bohlas kam Otto Weber im Januar 1928 als Abgeordneter in den Reichstag. Da er dem Ersuchen des ZK, sein Mandat niederzulegen, nicht folgte, wurde er am 3. Februar 1928 aus der KPD ausgeschlossen. Im Reichstag war er in der Gruppe der linken Kommunisten, im April 1928 einer der Mitbegründer des Leninbundes. Er leitete in den folgenden Jahren die starke Gruppe dieses Bundes in Rathenow. 1928 wegen Landfriedensbruchs zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die er aber wegen einer Amnestie nicht verbüßen mußte. Ende Februar 1933 kam er für zehn Tage in »Schutzhaft«, wurde am 17. April 1934 in Rathenow verhaftet und im August vom Kammergericht Berlin zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Danach bis 1945 in den Rathenower Optischen Werken beschäftigt, wo er französische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter unterstützte. Am 10. Mai 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht zum Stadtrat und Leiter des Dezernats für Volksbildung ernannt, gleichzeitig Vorsitzender des Antifa-Ausschusses und nach Zulassung der Parteien Polleiter der KPD in Rathenow, im April 1946 Mitvorsitzender der SED. Er arbeitete unter dem populären Rathenower Oberbürgermeister Paul Szillat. Weber geriet schon früh in das Visier des Landesparteischiedsgerichts der SED Brandenburg. Da er sich zur Politik des Leninbundes von vor 1933 bekannte, wurde er am 30. Oktober 1948 »wegen starker sektiererischer Tendenzen« aus der SED ausgeschlossen. In der Begründung hieß es u. a.: »Eine Reihe von Äußerungen zeigen klar, daß er mit der Linie der Partei nicht einverstanden ist, vielmehr versucht er immer zu ?beweisen?, daß die Politik des Leninbundes vor 1933 die richtige war und zeigt somit seine Verbundenheit mit seiner alten arbeiterfeindlichen Einstellung der damaligen Zeit ... Weber unterstützt auch die Stimmung innerhalb der Partei, daß man nicht offen sprechen darf, jeder hat Angst (!) etwas zu sagen. In diesem Zusammenhang werden dann noch einige Genossen verleumdet und als Spitzel bezeichnet... Der Genosse Weber hat somit durch seine ganze Handlungsweise gezeigt, daß er nicht gewillt ist, mit der Partei zu marschieren, sondern gegen sie. Weber ist konsequent den Weg gegangen, den er als der frühere Trotzkist gehen mußte – ins opportunistische, sowjetfeindliche Lager. Weber ist damit zum Parteischädling geworden.« Sein Einspruch gegen den Parteiausschluß wurde von der ZPKK trotz einer positiven Stellungnahme seines Mitgenossen Karl Gehrmann abgelehnt. 1965 erhielt er die Medaille »Kämpfer gegen den Faschismus«. Otto Weber starb am 7. Dezember 1972 in Rathenow.

Wer war wer in DDR

Weber, Lothar

* 29.4.1926 – ✝ 5.4.1991

Geb. in Hockenheim (Krs. Schwetzingen, Baden); Vater Maler; 1932 – 40 Volksschule; 1940 – 43 landw. Lehre u. Besuch der Landwirtschaftssschule; 1943 / 44 Bürogehilfe; 1944 / 45 Wehrmacht. 1945 – 47 landw. Gehilfe; 1946 SED; 1947 / 48 Ass. auf einem Schulgut; 1948 Angest. im thür. Min. für Land- u. Forstw.; 1948 / 49 Instrukteur des VdgB-KV Greiz; 1949 Referent des VdgB-LV Thür. in Weimar; 1949 – 51 1. Sekr. des VdgB-KV Greiz; 1950 Besuch der Bauern-HS; 1951 / 52 Sekr. der SED-KL Greiz; 1952 – 54 1. Sekr. der SED-KL Zeulenroda; 1954 / 55 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1955 Instrukteur des ZK der SED; 1956 – 58 Mitarb. des SED-Politbüromitglieds  Fred Oelßner; 1958 – 60 1. Sekr. der SED-KL Lobenstein; 1960 – 66 1. Sekr. der SED-KL Jena-Stadt, Mitgl. der SED-BL Gera; 1966 – 68 Studium an der HfÖ Berlin-Karlshorst, Dipl.-Wirtsch.; 1969 – 77 1. Sekr. der SED-KL Zwickau-Stadt; 1977 – 89 2. Sekr. der SED-BL Karl-Marx-Stadt; 1979 VVO.Mario Niemann

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Wecker, Andreas

* 2.1.1970

Geb. in Staßfurt; begann 1977 als Turner bei der SG Dynamo Magdeburg; 1979 KJS Berlin; Lehre als Kraftfahrzeugelektromechaniker; SC Dynamo Berlin, 1990 1. PSC Berlin, TK Hannover, 1991 SC Berlin (Trainer: Lutz Landgraf, Rainer Hanschke, Siegfried Wüstemann); 1983 Spartakiadesieger Mehrkampf u. Ringe, 3. Platz Reck u. Pferd; 1986 DDR-Vizemstr. Boden u. Ringe bei den Junioren; 1988 Junioren-EM Reck, DDR-Vizemstr. Reck, 3. Platz Barren; 1988 Olympiasilber mit der Mannschaft; 1992 Olympiasilber Reck, Bronze Seitpferd u. Ringe; 1996 Olympiasieger am Reck; WM: 1989 Silber Mannschaft, Pferd u. Ringe, Bronze Barren, 1991 Silber Ringe, 1993 Silber Seitpferd u. Ringe, Bronze Mehrkampf, 1995 WM am Reck; 1989 u. 1992 EM am Reck; Vize-EM 1989 Seitpferd u. Barren, 1994 Ringe, 1994 EM Bronze Mannschaft; Dt. Mstr. 1991 Mehrkampf, Boden, Barren u. Reck, 1992 Mehrkampf u. Ringe, 1994 Ringe u. Barren, 1995 Reck, 1996 Seitpferd u. Reck, 1999 Mehrkampf; 1991 – 93 Banklehre; 1993 – 2000 Sportförderkompanie der Bundeswehr (Stabsuffz.); danach künstler. Showturner (Exhibition gymnast); 1988 VVO, 1989 DDR-Sportler des Jahres, 1992 Silbernes Lorbeerblatt; geschäftl. Mißerfolg mit Wellness-Center in Wandlitz; Hinwendung zur amerik. fundamentalistischen Freien Nazareth-Kirche in Berlin-Wedding u. Berufung zum »Wunderheiler«; lebt in Wandlitz (b. Berlin).Volker Kluge

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Wegewitz, Olaf

* 2.10.1949

Geb. in Schönebeck; Vater Gartenarchitekt, Mutter Gartengestalterin; 1966 – 71 Lehre u. Tätigkeit als Traktorenschlosser; 1971 – 75 Plakatkleber in Leipzig; 1974 / 75 Materialstudien bei Hans Schulze, Bekanntschaft mit dem Maler  Frieder Heinze; seit 1975 freiberufl. Maler u. Grafiker; seit 1978 Malerbücher; Verbot zweier Ausstellungen mit  H.-H. Grimmling 1981 in Halle, 1982 in Merseburg; seit 1983 Papierherstellung aus Pflanzenfasern, Aufbau einer Werkstatt u. Ausbau eines Bauernhofes; 1984 Mitinitiator des »1. Leipziger Herbstsalons«, einer außerhalb des VBK organisierten Ausstellung; 1983 – 86 Arbeit am Kunstbuchprojekt »unaulutu« (dt. Steinchen im Sand) mit F. Heinze; 1985 Vernichtung einer großen Gemeinschaftsarbeit mit F. Heinze (Flugobjekt) im Leipziger »Haus Auensee« durch die Auftraggeber; 1987 / 88 Mitbegr. des Kunstvereins Röderhof, der bis heute für die Gegenwartskunst aktiv ist; 1989 Beteiligung an der Biennale in São Paulo mit F. Heinze (»Ararat«). Seit Anfang der 1990er Jahre Studien zur Natursoziol., des Verhältnisses zw. Natur u. menschl. Kultur; Beginn der Arbeit »Skulptur Gewächshaus«, Zeichnungen zu Ablagerungen im Posidonienschiefer (zus. mit Johanna Bartl u. Wieland Krause); Arbeiten zur Bewegung in der Natur; 2000 Kunstpreis des Landes Sachsen-Anh.; 2001 Beginn der Arbeit am »Herbarium« (Zeichnungen zum Naturleben); zahlr. Ausstellungen u. a. 2005 / 06 »Klopstockquelle – Ein Spaziergang« im Gleimhaus Halberstadt; lebt in Huy-Neinstedt (b. Halberstadt). Arbeiten im öffentl. Raum: u. a. »Streuobstwiese-Symbiose« im Westhuy (seit 1990); Wandarbeit »Calcium« in der Halle des Kurhauses in Bad Suderode (1996); Altarbilder in der Johanniskirche in Halberstadt (1997); »Stein, Pflanze, Tier, Mensch, Land«, Fußbodenarbeit in der Landesvertretung von Sachsen-Anhalt in Berlin (2003); »Respektiertes Areal« auf der Halde Beerwalde bei Ronneburg (Begleitprojekt der BUGA, 2006 / 07); »Skulptur Gewächshaus« (zus. mit Johanna Bartl u. Wieland Krause) in Magdeburg, Skulpturenpark des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen (2005); »Denk Ort, und der Lebende nehme sich das zu Herzen«, Raumskulptur am Ort der zerstörten Halberstädter Synagoge (2006 – 08).u. a. Kat. Galerie St. Florian Halberstadt 1982; Kat. »Ulfilas«. Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt 1987; Kat. 20. Biennale. São Paulo 1989; Kat. »Herbstzeitlose«. Lindenau-Museum Altenburg u. Schloss Philippsruhe Hanau 1990. Hüneke, A.: Vom Paradies u. dem Weg dorthin. In: Kat. Frieder Heinze / O. W. Dresden 1989.Doris Liebermann

Wer war wer in DDR

Wegner, Karl-Heinz Alfred Otto Ernst

* 16.1.1915 – ✝ 13.7.2009

Geb. in Jüterbog; Vater Polizeibeamter; Volks- u. Oberrealschule; 1928 – 32 Mitgl. der »Deutschen Freischar«; 1932 / 33 KJVD; 1934 landw. Lehre; 1934 / 35 RAD; 1935 – 38 Verwaltungslehre in der Stadtverw. Berlin-Steglitz, anschl. Stadtinspektor; 1938 – 44 Wehrmacht; 1944 – 47 brit. Kriegsgef. 1947 Reporter bei der KB-Ztg. »Sonntag« in Berlin; 1947 – 51 SED, 1951 »gestrichen«; 1947 – 55 Red. bei der Ztg. »Tägliche Rundschau«, Abt.-Ltr. u. Mitgl. des Red.-Kolleg.; 1948 – 50 Sekr. der SED-BPO bei der »Täglichen Rundschau«; 1955 Neuaufnahme in die SED; 1955 – 57 stellv. Chefred., 1957 – 67 Chefred. der Auslandsillustrierten »Freie Welt«; 1967 – 77 Chefred. u. stellv. Ltr. der DEFA-Gruppe 67 in Potsdam-Babelsberg; arbeitete ab 1977 bei der Staatlichen Filmdokumentation am Staatlichen Filmarchiv der DDR; Rentner; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wange, Udo-Dieter

* 31.10.1928 – ✝ 24.2.2005

Geb. in Berlin-Schöneberg; Vater Musiker, Mutter Verkäuferin; 1935 – 44 Volks- u. Mittelschule in Berlin-Friedenau; 1939 – 45 Dt. Jugend, HJ, Hordenführer; 1944/45 Wehrmacht, Luftwaffenoberhelfer. 1945/46 KPD/SED; 1945 – 48 Angest. beim Bez.-Amt Berlin-Schöneberg; 1947/48 Mitgl. der FDJ-KL Berlin-Schöneberg; 1948/49 Sachbearb. in der HV Materialversorgung der DWK; 1949/50 Hauptsachbearb. im Min. für Innerdt. Handel; 1950 – 54 Fernstudium an der DASR Potsdam, Dipl.-Wirtsch.; 1951 Hauptref. Außenhandel u. Materialversorgung in Berlin; 1951/52 Abt.-Ltr., 1952/53 persönl. Ref. im Staatssekr. für Materialversorgung; 1953 kommissar. Ltr. Staatssekr. für Verw. der Staatsreserve; 1953 – 55 kommissar. Planungsltr. SPK; 1954 – 68 Bat.-Kdr. der Kampfgr.; 1955 – 59 Vors. der Schiedskommission, 1. stellv. Vors. des Zentr. Staatl. Vertragsgericht Berlin; Sept. – Dez. 1957 Lehrgang für Kampfgr.-Kommandeure an der Zentralschule der DVP; 1964 Prom. zum Dr. jur. an der KMU Leipzig; 1965/66 HA-Ltr. u. Volkswirtschaftsrat der DDR in der HA Materialwirtschaft u. Außenhandel; 1966 stellv. Minister, 1966 – 72 Staatssekr. für Bezirksgeleitete Industrie u. Lebensmittelindustrie; 1972/73 stellv. Vors. der SPK; 1974 – 89 Minister für Bezirksgeleitete Industrie u. Lebensmittelindustrie (Nachf. von  Erhard Krack); seit 1974 Leiter der DDR-Delegation in der Ständigen Kommission des RGW; ab 1976 Mitgl. des Min.-Rates u. Mitgl. der Wirtschaftskommission beim PB des ZK der SED; 1977 VVO; 1981 –86 Kand., 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED. Geb. in Wiesbaden; Vater Schauspieler ( Eduard v. Winterstein), Mutter Schauspielerin; 1909/10 Oberrealschule; 1911/12 Landw.-Lehrling; 1912/13 Militärdienst, Uffz.; 1913/14 Schauspielschüler bei Max Reinhardt; 1914/15 Soldat in Frankreich u. Belgien, Ltn., 1915 wegen Augenverletzung u. Ruhrerkrankung Entlassung aus dem Militärdienst; 1915/ 16 Schauspieler am Burgtheater Wien; 1916/ 17 am Dt. Theater Berlin (DT); 1917 erste eigene Stücke u. Sprechchöre; 1917/18 am Hoftheater in Darmstadt; 1918 USPD; während der Novemberrev. 1918 Mitgl. des Rates Geistiger Arbeiter; 1918/19 Schauspieler an der Berliner Volksbühne; ab 1921 auch Filmschauspieler, u. a. in »Kohliesels Töchter«, »Nosferatu«, »Schatten«, »Die Frau im Mond«, »Danton«; 1922 KPD; 1923 Ltr. des Zentr. Sprechchors der KPD in Berlin; 1924/25 Tätigkeit am DT in Berlin; 1926 – 28 Schauspieler am Dt. Schauspielhaus in Hamburg u. 1929/30 u. a. an der Piscator-Bühne in Leipzig; ab 1928 Mitarb., dann Ltr. des ATBD; 1928 – 30 Texter u. Regisseur der Agitproptruppe »Rote Blusen«; 1930 RGO; 1931 – 33 Kleines Theater Unter den Linden, Regisseur u. Autor der von ihm geleiteten professionellen Theatergr. »Truppe 1931«; nach Verbot der Gruppe im März 1933 Emigr. nach Paris; Mai – Juni 1933 zur Teiln. an der Ersten Internat. Olympiade des Rev. Theaters in Moskau; Juli 1933 Rückkehr nach Paris; Aug. 1933 Emigr. in die UdSSR; bis Ende 1934 künstl. Leiter des Dt. Theaters »Kolonne Links«; Nov. 1934 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; Nov. 1934 Mitgl. des Präs. des IRTB; Regisseur bei Meshrabpom-Film in Moskau; Szenarium u. Regie für den Film »Der Kämpfer« (UA Mai 1936 in Moskau); Mitglied der dt. Sekt. des sowj. Schriftst.-Verb.; lieferte der Kaderabt. des EKKI zahlreiche Berichte über Mitgl. der »Kolonne Links«, wurde 1936 vom NKWD über Zenzl Mühsam u. Carola Neher verhört; 1940 sowj. Staatsbürgerschaft; Anf. 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; Okt. 1941 Evakuierung über Kasan nach Taschkent; 1943 Mitgl. des NKFD; Red. des Senders »Freies Dtl.«; vom RKG wegen »Hochverrats« in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Anf. 1945 Mitgl. einer Kommission der Moskauer KPD-Führung für Filmfragen. Juni 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1.8.1945 –1.9. 1947 Intendant des DT Berlin; Eröffnung mit der Neuinszenierung von Gotthold E. Lessings »Nathan der Weise« u. »Der Gerichtstag« von Julius Hay (u. a. auch Inszenierung des »Hamlet«); 1946 SED; Mitbegr. des KB; ab 1946 Vors. der Gewerkschaft der Bühnenangeh.; Nov. 1947 Mitgl. der Filmkommission beim ZS der SED; Korr. Mitgl. der ADK; mit seinem Stück »Du bist der Richtige« wird 1950 das neugegr. Theater der Freundschaft im Haus der Kultur der Sowjetunion in Berlin eröffnet; NP; ab 1.11.1952 Regisseur beim DEFA-Studio für Spielfilme; VdN; Mitte der 50er Jahre Regisseur u. Schauspieler in Altenburg u. Schauspieler an der Volksbühne; 1957 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; ab 1961 freischaff. Schriftst. u. Regisseur; Autor u. Regisseur der Filme: »Und wieder 1948«, »Der Fall Högler«, »Heimliche Ehen«; 1961 Ehrenmitgl. des Vorst. des DSV; 1966 Dr. phil. h. c. der HU Berlin; 1970 Mitgl. der Sektion Darstellende Künste der ADK; 1975 Ehrenspange zum VVO; verh. mit  Inge v. W.; gest. in Berlin.u. a. Die Maus in der Falle, Komödie, Berlin 1947; Du bist der Richtige, Berlin 1950; Auch in Amerika, Schauspiel, Berlin 1950 (Bühnenmanuskript); Die fromme Martha, Komödie, Berlin 1953; Die vertauschten Brüder, Schauspiel, Studentenkomödie, UA in Rostock 1959, Berlin 1959; Fährmann wohin? Berlin 1961; Im Kampf geschrieben. Berlin 1962; Da liegt der Hund begraben u. andere Stücke. Reinbek b. Hamburg 1974. Agde, G.: Kämpfer, Biogr. eines Films u. seiner Macher. Berlin 2001; Müller, R.: Menschenfalle Moskau. Hamburg 2001; Arnold, J.: Die Revolution frisst ihre Kinder. Marburg 2003.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Wanke, Joachim

* 4.5.1941

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Studium der Theol. u. Philos. in Erfurt; 1966 Priesterweihe; Vikar in Dingelstädt; 1969 Assistent u. Präfekt am Regional-Priesterseminar/Studium Erfurt; Dr. theol.; 1974 Lehrbeauftr. für Exegese des Neuen Testaments einschließl. Einleitungswiss. am Regional-Priesterseminar/ Studium Erfurt; 1975 Doz. für Exegese des Neuen Testaments; 1975 – 80 Seelsorger in Ichtershausen; 1978 Verw. des Lehrstuhls für neutestamentl. Exegese sowie neutestamentl. Einleitungs- u. Hilfswiss.; 1980 ord. Prof. für Exegese des Neuen Testaments am Regional-Priesterseminar/Studium Erfurt; Ernennung zum Titularbischof von Castello di Mauritania u. Weihbischof des Apostol. Administrators in Erfurt u. Meiningen; Dompropst des Marienstifts u. Dir. des Geistl. Gerichts in Erfurt; Bischofsweihe in Erfurt; 1981 Bischof u. Administrator Apostolicus permanenter constitutus in Erfurt-Meiningen; 1982 Mitgl. des Ständ. Rats der Berliner Bischofskonferenz (BBK); 1985 stellv. Vors. u. 1989 kommissar. Vors. der BBK; seit 1994 Bischof des neuerricht. Bistums Erfurt; 1995 – 2001 Vors. der Arbeitsgemeinschaft Christl. Kirchen in Dtl.; Vors. der Pastoralkommission der Dt. Bischofskonferenz.Beobachtungen zum Eucharistieverständnis des Lukas aufgrund der lukan. Mahlberichte. Leipzig 1973; Die Emmauserzählung. Leipzig 1973; Bezugs- u. Kommentarworte in den synopt. Evangelien. Leipzig 1981; Deine Auferstehung preisen wir. Freiburg, Basel, Wien 1990; Last u. Chance des Christseins (Vorträge, Hirtenbriefe u. Predigten 1980 –1990, Hrsg. K.-H. Ducke u. W. Weinrich). Leipzig 1991; Neue Herausforderungen – bleibende Aufgaben. Leipzig 1995; Sein Leben war das eines Menschen. Freiburg. i. Br. 1999; Christi Spuren im Umbruch der Zeiten. Leipzig 2006.Clemens Brodkorb

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Warnke, Hans (Johannes)

* 15.8.1896 – ✝ 9.1.1984

Geb. in Hamburg; Vater Sattler u. Hafenarb., Mutter Köchin; Volksschule in Hamburg; 1911 – 14 dort Ausbildung zum Dachdecker; 1912 – 14 SAJ; 1914 SPD; 1914/15, 1919 – 24, 1926 u. 1936 – 45 (mit Unterbrechungen) im Beruf tätig, meist in Güstrow; 1915 – 18 Wehrdienst; 1918 Vors. der USPD Güstrow; 1918/ 19 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrats Hamburg; 1920 – 24 u. 1927 – 30 Stadtverordn. in Güstrow; 1920 Mitgl. des LV der USPD; 1920 KPD; Sekr. in Güstrow; 1924 – 33 Abg. des Landtags Mecklenb. u. Vors. der KPD-Fraktion; 1924 – 26 Zuchthaus in Fuhlsbüttel wegen »Vorber. zum Hochverrat«; 1926 – 33 Pol.-Ltr., Org.-Ltr. der KPD-BL Mecklenb.; 1928 – 33 Mitgl. des ZK der KPD; 1933 – 45 illeg. pol. Tätigkeit; 1933 – 36 Zuchthaus Bützow-Dreibergen, 1937 u. 1938 Zuchthaus Bützow, 1939/40 u. 1944 KZ Sachsenhausen. 1945 OB von Güstrow; 1945/46 Mitgl. d. KPD-BL Mecklenb.-Vorpom.; 1945/46 1. Vizepräs., 1946 – 49 Innenmin. der Landesverw. Schwerin, Vors. der Landesbodenreformkommission; 1946 – 52 Mitgl. des SED-Landesvorst. Mecklenb. u. seines Sekr.; 1946 – 81 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 – 59 Abg. der Volkskammer; 1949 – 52 Staatssekr. im MdI; 1952 – 74 Mitgl. der SED-BL Rostock; 1952 – 59 Vors. des Rats des Bez. Rostock; 1959 u. 1966 VVO; 1959 –63 Dir. der Hafenbehörde Rostock; 1961 KMO; 1963 – 66 Ltr. des Büros des Präs. des VEB See- u. Hafenwirtsch. Rostock; 1966 Rentner.Die Enkel fochten’s besser aus. Berlin 1955. Mühlstädt, H., Elsner, L.: H. W. Ein Kommunist. Rostock 1972; Jawinsky, J.: Persönlichkeiten unserer Stadtgeschichte. H. W. Rostock. o. J.Helmut Müller-Enbergs

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Wartenberg, Hans

* 18.9.1900 – ✝ 21.7.1972

Geb. in Straßburg (Elsaß / Strasbourg, Frankreich); Vater Architekt; Volksschule in Konstanz u. Münster; 1914 – 17 Maurerlehre; 1917/18 Landw. Winterschule des Landkreises Münster; 1918 Militärdienst in Oldenburg; anschl. Mitarb. der Saatgutstelle Münster; 1920 – 25 Bergarbeiter im Ruhrgebiet u. Bauarb. in Münster; daneben Besuch der VHS u. 1921 – 25 Gasthörer an der Univ. Münster; 1925 Begabtenprüfung in Berlin, Studienzulassung ohne Reifezeugnis; 1925 – 28 Studium der Botanik u. Genetik bei Wilhelm Benecke u. Alfred Heilbronn an der Univ. Münster, 1929 Prom.; 1928 – 31 Assistent an der Zweigstelle Stade der Biolog. Reichsanstalt für Land- u. Forstw. (BRA); 1929 – 32 nebenamtl. Aufsicht beim Obstbau-Versuchsring im Alten Land, Krs. Jork; 1931 Assistent, 1937 Ltr. des botan. Labors der BRA in Berlin-Dahlem; 1939 Einberufung zur Wehrmacht, zuletzt Oltn.; 1945 amerikan. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Ltr. der Zweigstelle Münster der BRA; 1946 Ltr. der Zweigstelle Naumburg der Biolog. Zentralanstalt für Land- u. Forstw. (BZA), 1951 – 55 Ltr. des Inst. für Phytopathol. Naumburg der DAL; 1951 – 54 zugl. Ltr. der Forschungsstelle für Kartoffelkäferbekämpfung Mühlhausen; 1949 – 65 Prof. mit Lehrstuhl u. Dir. des Inst. für Allg. Botanik der FSU Jena, 1951 – 64 Fachrichtungsltr. Biologie; gest. in Naumburg. Arbeiten auf dem Gebiet der Resistenz- u. Streßphysiol., Zellbiophysik, Phytopathol. u. Mikrobiol.; Begründer einer bedeut. Jenenser Schule der allg. u. angew. Botanik; Wegbereiter der Mikrobiol. an der FSU Jena.Kälte u. Hitze als Todesursache der Pflanze u. als Ursache von Pflanzenkrankheiten. In: Sorauers Handbuch der Pflanzenkrankheiten 1.1 (1933); Das Redoxpotential des Gewebebreies. In: Planta (1936) 25 (mit A. Hey); Immunitäts- u. Resistenzforschung. In: Fs. Zum 50jährigen Bestehen der BZA. Berlin 1949. Arlt, K. et al.: 100 Jahre Pflanzenschutzforschung. Die Biol. Zentralanstalt in Kleinmachnow (1949 – 1991). In: Mitteilungen aus der Biolog. Bundesanstalt für Land- u. Forstw. Berlin-Dahlem (1998) 343; Braune, W., Liebert, H.-P. (Hrsg.): Das Inst. für Allg. Botanik der FSU Jena unter dem Direktorat von H. W. (1949 – 1965). Aachen 2001 (mit Schriftenverz.).Ekkehard Höxtermann

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Wastl, Karl

* 26.1.1889 – ✝ 7.3.1963

Geboren am 26. Januar 1889 in Dorfen/Landkrs. Erding, Sohn eines Braumeisters; lernte Kupferschmied. 1908 Mitglied der SPD. 1914 zum Militär einberufen, 1915 schwer verwundet, arbeitete ab 1919 bei der Bremer Vulkanwerft. 1918 USPD, Ende 1920 KPD. Zwischen 1923 und 1926 flüchtig, da er wegen der »Bildung Proletarischer Hundertschaften« polizeilich gesucht wurde. Wastl soll sich in der Sowjetunion aufgehalten und an militärischen Kursen teilgenommen haben. Nach einer Amnestie zurück, UB-Leiter in Aumund, dann Gauleiter des RFB Bremen, zwischen 1928 und 1931 erwerbslos. Im Sommer 1931 zog Wastl nach Oldenburg, wurde dort hauptamtlicher Sekretär und MdL. Von April bis Dezember 1933 »Schutzhaft«, am 1.September 1939 als ehemaliger KPD-Funktionär erneut festgenommen und in das KZ Sachsenhausen eingeliefert; dann in das KZ Mauthausen gebracht, wo er am 5.Mai 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde. Nach 1945 in Vegesack Mitglied der SPD und Gewerkschaftssekretär der IG Metall, schied er im November 1954 aus Altersgründen aus. Karl Wastl starb am 7.März 1963 in Löhnhorst, Landkreis Osterholz.

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Weber, Erna

* 30.4.1910

Über die auf dem XII. Weddinger Parteitag 1929 als Kandidat in das ZK gewählte Erna Weber waren keine eindeutigen biographischen Angaben zu ermitteln. Vermutlich handelt es sich um die am 30. April 1910 in Nürnberg als Tochter des Johann Weber geborene Erna Weber, von Beruf Kindergärtnerin. Sie war Ende der zwanziger Jahre in Berlin KPD-Funktionärin und wurde 1929 als junge Frau zur Kandidatin ins ZK berufen. Erna Weber nahm im Oktober 1932 an einer (von Walter Ulbricht geleiteten) Schulung in Brandenburg/Havel teil. Sie war nach 1933 für einige Jahre im Ausland, u. a. in Nordafrika und Schweden, kehrte später nach Deutschland zurück, wo sich ihre Spur verliert. Nach einer anderen Überlieferung kam Erna Weber 1929 als Delegierte Westssachsens zum XII. Weddinger Parteitag und ins ZK. Im März 1932 wurde Erna Weber vom Polbüro wegen »rechtsopportunistischen Verhaltens« aus der KPD ausgeschlossen.

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Weber, Joseph

* 19.2.1894 – ✝ 27.3.1932

Geboren am 19. Februar 1894 in Mühldorf/Inn, Bruder von Hans Weber. Lernte Schlosser, arbeitete als Kesselschmied und Schiffbauer in Speyer und Ludwigshafen/Rhein und wurde von seinem Bruder in die politische Bewegung eingeführt. Joseph Weber trat 1921 der KPD bei und wurde 1924 Sekretär des UB Pfalz (im Bezirk Rhein-Saar). Durch den Kampf gegen die Separatisten bekannt geworden, wurde er 1924 für die KPD in den Bayerischen Landtag gewählt. Wie sein Bruder stand auch er seit 1925 bei der ultralinken Opposition. Er verließ 1926 die KPD und war zunächst fraktionsloser Abgeordneter. 1928 trat er zur SPD über, für die er im selben Jahr in den Bayerischen Landtag wiedergewählt wurde. Der populäre Joseph Weber starb am 27. März 1932 in Speyer.

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Weber, Christine

* 1.12.1948

Geb. in Zschorlau (Sachsen); POS; 1965 – 68 Ausb. zur zahnärztl. Helferin; 1968 – 70 Zahnarzthelferin in der Poliklinik Aue; 1970 – 75 Sachbearb. beim Rat des Krs. Zschopau (Bez. Karl-Marx-Stadt), fristlose Entlass. wg. Nichtteilnahme an der Volkskammerwahl; 1976 – 85 Heimarb. für den Feingerätebau Drebach (Krs. Zschopau); 1985 – 90 Revisor bei der Sozialvers. 1990 – 94 Mitgl. des Kreistags Zschopau; 1990 – 94 Gesundheits- u. Sozialdezernentin, 1. Stellv. des Landrats im Landkrs. Zschopau; Nov. 1991 CDU; 1993 – 95 stellv. Vors., 1995 – 2002 Vors. des CDU-KV Mittleres Erzgebirge; Okt. 1993 Mitgl. des CDU-LV Sachsen, seit 1995 stellv. CDU-Landesvors.; seit 1994 Mitgl. des Kreistags Mittleres Erzgbirge, stellv. Fraktionsvors.; Okt. 1994 – 2003 MdL Sachsen; Okt. 1999 – Mai 2002 Staatsministerin für die Gleichstellung von Mann u. Frau in der Sächs. Staatskanzlei; Mai 2002 – 18.6. 2003 Staatsministerin für Gesundheit u. Soziales (Nachf. von Hans Geisler), Rücktritt im Zusammenhang mit »unrechtmäßig empfangenen« Fluchthilfegeldern.Helmut Müller-Enbergs

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Weber, Wilhelm

* 15.6.1914 – ✝ 3.5.1975

Geb. in Kaiserswalde (Krs. Habelschwerdt, Schles. / Lasówka, Polen); Vater Arbeiter; Volks- u. Bürgerschule; Lehre u. Arbeit als kaufm. Angest.; 1928 SAJ der ČSR; 1933 – 35 Arbeiter in der Holzwarenind.; 1935 – 37 Militärdienst; 1936 KPČ; 1937 – 39 Arbeiter in einer Filzfarbik; 1939 – 45 Wehrmacht. 1945 KPD, 1946 SED; 1945 / 46 2. Sekr. der KPD-KL Osterburg / Altmark; 1946 – 48 Sachbearb. in der Gemeindeverw. Germisch (b. Magdeburg); Stud. an der SED-LPS Wettin (Sachsen); 1948 / 49 Sekr. für Wirtschaftspol. der SED-KL Burg; 1949 / 50 1. Sekr. der SED-KL Salzwedel; 1950 »strenge Rüge« durch die LPKK Sachsen, zwei Jahre Funktionsverlust wg. Verletzung der polit. Wachsamkeit«; 1950 – 52 Fördermann, Hauer u. Schießmeister bei der SDAG Wismut, 1952 – 54 Schachtltr.-Helfer; 1954 / 55 hauptamtl. SED-Parteisekretär bei der SDAG Wismut; 1955 – 57 OB von Johanngeorgenstadt; 1957 erneut hauptamtl. Parteisekr. bei der SDAG Wismut; 1958 – 62 OB von Gera (Nachf. von  Otto Aßmann); gest. in Karl-Marx-Stadt.Andreas Herbst

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Wedding, Alex (eigtl. Grete Weiskopf

* 11.5.1905 – ✝ 15.3.1966

Geb. in Salzburg in einer verarmten jüd. Fam.; Vater kfm. Angest.; 1911 – 21 Volks- u. Mittelschule; ab 1921 Ausbildung zum Bankkfm., im Beruf tätig; 1923 Bruch mit der Fam.; Dolmetscherin in Innsbruck; 1925 Buchhandelsangest. in Berlin; KPD; Mitarb. im Malik-Verlag; Sekr. u. Stenotypistin in der Handelsvertr. der UdSSR in Berlin; erste journalist. Versuche; 1931 Heirat mit  F. C. Weiskopf; BPRS; 1931 unter dem Ps. Alex Wedding erste Buchveröff. »Ede u. Unku«; 1933 Emigr. nach Prag; red. Mitarb. an der »AIZ«; 1939 Emigr. nach Frankreich (Paris) u. in die USA (New York, Washington). 1948 – 52 Begleitung F. C. Weiskopfs im diplomat. Dienst der ČSR (USA, Schweden, China); 1952/53 in Prag; Nov. 1953 Übersiedl. des Ehepaars in die DDR; 1956 Mitgl. der DAK; 1965 VVO; NP; gest. in Saalfeld.Das Eismeer ruft. Die Abenteuer einer großen u. einer kleinen Mannschaft. London 1936; Die Fahne des Pfeiferhänsleins. Berlin 1948; Das große Abenteuer des Kaspar Schmeck. Berlin 1951; Das eiserne Büffelchen. Berlin 1952; Im Schatten des Baobab. Berlin 1965 (nacherzählte Fabeln u. Märchen aus Afrika); Lissy. Berlin 1965 (Drehbuch nach F. C. Weiskopf); Aus vier Jahrzehnten. Erinnerungen, Aufsätze, Fragmente. Berlin 1975 (hrsg. von G. Ebert). Wegehaupt, H.: Bibliographie der Werke A. W.s In: Marginalien (1966) 23G; Lange, M.: A. W. In: Beiträge zur Kinder- u. Jugendlit. (1975) 34; Scheibe, H.: A. W.s Beitrag zur soz. Kinderlit. Berlin 1976; Blumesberger, S., Seibert, E.: A. W. (1905 – 1966) u. die prolet. Kinder- u. Jugendlit. Wien 2007.Jürgen Kaulfuß / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wegmann, Paul

* 17.9.1889 – ✝ 17.2.1945

Geboren am 17. September 1889 in Ronsdorf im Rheinland, Sohn eines Bandwirkers. Da der Vater bereits früh starb, mußte Wegmann als Laufbursche zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Er lernte Schmied und arbeitete als Schlosser und Mechaniker in Berlin-Charlottenburg, wo er der SPD und der Gewerkschaft beitrat. Nach Kriegsausbruch gehörte er zu den Linken um 4 Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. 1916 zum Militärdienst eingezogen, wurde er 1917 Mitglied der USPD und kehrte nach einem Fronturlaub nicht zur Truppe zurück. Er lebte illegal in Berlin, war bei den Revolutionären Obleuten und von November 1918 bis September 1919 Mitglied des Berliner Vollzugausschusses der Arbeiter- und Soldatenräte. Anschließend Redakteur der »Freiheit« in Sachsen, Wegmann plädierte für den Anschluß an die Komintern und die Vereinigung mit der KPD. Anfang 1921 von der Zentrale als Bezirkssekretär der VKPD in Danzig vorgesehen, trat Wegmann aber bereits im Laufe des Jahres aus der VKPD aus und wurde nach einer kurzen Zugehörigkeit zur KAG wieder Mitglied der USPD. Nach dem Tode Ernst Däumigs 1922 wurde Wegmann (bis 1924) dessen Nachfolger als USPD-Abgeordneter im Reichstag. Er besuchte Kurse an der Hochschule für Politik in Berlin, 1927 Stadtjugendpfleger beim Bezirksamt Berlin-Weißensee. Er übersiedelte 1930 nach Zeitz, war dort Kreisjugendpfleger, in der SPD und auch der SAP aktiv. 1933 entlassen, im Februar 1934 erstmals festgenommen, wegen »Mangels an Beweisen« nach neun Monaten Untersuchungshaft freigelassen. Wegmann setzte seine illegale Arbeit mit SPD- (und SAP-) Mitgliedern in Zeitz fort, wurde Anfang Dezember 1935 erneut verhaftet. Am 29. Januar 1937 vom Kammergericht Berlin zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, kam er anschließend in das KZ Sachsenhausen. Am 20.April 1940 entlassen, arbeitete er als Lagerverwalter bei einer Kohlehandlung. Er wurde im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« nach dem 20. Juli 1944 als ehemaliger Reichstagsabgeordneter wieder festgenommen. Am 17.Februar 1945 in das KZ Bergen-Belsen eingeliefert, wo Paul Wegmann noch kurz vor Kriegsende am 4. April 1945 an Flecktyphus starb.

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Wehling, Ulrich

* 8.7.1952

Geb. in Halle; Vater Jurist, Mutter Apothekerin; KJS, 1972 Abitur; sportl. aktiv in der Nord. Kombination beim SC Traktor Oberwiesenthal; Sportstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1971 Junioren-EM; 1972, 1976 u. 1980 Olympiasieger; 1972 u. 1974 WM, 1978 WM-Dritter; 1976 Heirat mit Rennrodlerin Eva-Maria Wernicke; 1976 – 81 Mitgl. des FDJ-ZR; SED; 1980/81 Mitarb. am Wiss. Zentrum des Dt. Skiläuferverb. in Leipzig; 1981 – 90 Mitgl., 1990 Vizepräs. des NOK; 1982 – 90 stellv. Gen.-Sekr., 1990 Präs. bzw. Gen.-Sekr. des Dt. Skiläuferverb. der DDR. 1990 – 92 Koordinator des Dt. Skiverb. in den neuen Bundesländern; seit 1992 Sportl. Direktor im Komitee für die Nord. Kombination des Internationalen Skiverbandes (FIS); lebt in Oberhofen (Schweiz).Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann