...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vater, Albert

* 17.3.1859 – ✝ 8.2.1923

Geboren am 17. März 1859 in Soldin in der Neumark, Sohn eines Nagelschmieds; erlernte den Beruf des Vaters, übersiedelte Ende der achtziger Jahre nach Magdeburg und arbeitete als Schmied. Während des Sozialistengesetzes gehörte er der illegalen sozialdemokratischen Organisation »Copra« an, erwarb im Jahre 1900 die Gastwirtschaft »Bürgerhalle« und gründete in Magdeburg-Buckau zunächst eine eigene Partei, schloß sich aber bald wieder der SPD an. Er stellte der Partei und den Gewerkschaften seine Lokale zur Verfügung. Durch vorteilhafte Grundstückskäufe kam er (bis zur Inflation) zu einigem Wohlstand. Vater war ab 1909 Stadtverordneter in Magdeburg-Sudenburg, in der Magdeburger SPD zählte er zu den Linken und wandte sich während des Weltkrieges gegen die Mehrheitssozialdemokraten. 1917 trat er der USPD bei, gehörte im November 1918 dem Arbeiter- und Soldatenrat in Magdeburg an. Bis April 1919 Polizeipräsident von Magdeburg, wurde Vater im Februar 1919 Mitbegründer der KPD und war erster Bezirksleiter von Magdeburg-Anhalt. Auf seinem Grundstück befanden sich die Geschäftsräume der BL. Nach Einmarsch der General-Maercker-Truppen im April 1919 tauchte Albert Vater unter, gehörte vorübergehend wie die Mehrheit der Magdeburger Partei der KAPD an. Er wurde im Februar 1921 verhaftet und wegen Hochverrats (»Bildung bewaffneter Banden«) angeklagt. Der Prozeß endete mit einem Freispruch. In seinen letzten Lebensjahren sehr krank und schwerhörig, trat er im Mai 1921 als Parteisekretär und Bezirksleiter des VKPD-Bezirks Magdeburg zurück. Zunehmende Existenzsorgen und eine weitere Verschlechterung seiner Gesundheit veranlaßten Albert Vater dazu, sich in der Nacht vom 7. zum 8. Februar 1923 im Bahnhof von Halle zu erschießen. Seine Tochter Cläre Vater war Lebensgefährtin des während der stalinistischen Säuberungen in der UdSSR erschossenen KPD-Spitzenfunktionärs August Creutzburg.

Wer war wer in DDR

Vent, Hans

* 13.12.1934

Geb. in Weimar; Vater Landschaftsmaler; 1940 – 48 Volksschule; 1948 – 51 Lehre als Baumaler; 1951/52 Studium an der FS für Ausbautechnik in Weimar, Mstr.; 1953 Restaurationsvolontariat in Gotha; 1953 – 58 Studium an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee, Lehrer Toni Mau,  Kurt Robbel,  Bert Heller,  Gabriele Mucchi; seit 1958 freischaff. in Berlin; 1958 VBKD; 1958 Wandbild im VEB Stern-Radio; 1961/62 Mitarb. an der bildkünstler. Konzeption für Hoyerswerda; 1966/67 Wandbild »Poet. Version des Kosmos« in der Gaststätte Storkower Straße; 1967/68 Mitarbeit bei der künstler. Konzeption für das Gebiet Rathaus-/ Liebknechtstraße in Berlin-Mitte; 1969 Mitw. an der Außenwandgestaltung der Berliner Markthalle; 1972 Mitgestaltung der Betonglasfenster im Restaurant »Gastmahl des Meeres« in Berlin; 1973 Erarbeitung der bildkünstler. Konzeption für den Palast der Rep.; 1976 – 81 Lehrauftrag, später Honorardoz. für Malerei an der Kunst-HS Berlin-Weißensee; 1977 Kunstpreis der DDR; 1982 Kollwitzpreis der AdK; 1988 Teiln. an der Biennale Venedig; Studienreisen u. a. nach Indien u. in die Bundesrep. Dtl.; 1990 Mitgl. der AdK. 1990 Mitinitiator der ersten unabh. Ausstellung Berliner Malerei im »1. Berliner Maisalon«, 1991 Beteiligung am »2. Maisalon« in Frankfurt (Main) u. Berlin; 2000 Retrosp. Ausstellung im Kunsthaus Apolda; 2004 Ausstellung zum 70. Geb. in der Graphikpresse; lebt in Berlin. Werke: Tangenten – graf. Blätter zu Lit. (1966), Doppelbildnis des Ehepaars Z. (1971), Strandszenen (1974 ff.), Menschen am Strand (1977), Drei Frauen I – III (1979/80/81), Paar I (Erwartung) (1986), Ebenen (2000), Köpfe (2007).Förster, A.: H. V. Maler u. Werk. Dresden 1976; Kat. Galerie Arkade. Berlin 1974, Galerie am Hansering Halle 1979, Galerie Mitte. Berlin 1994.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Vesper, Rudolf

* 3.4.1939

Geb. in Niehmen (Krs. Ohlau, Oberschles./ Niemil, Polen); 1949 mit dem Ringtraining in Ramsin (Sachsen-Anh.) begonnen; 1959 zum ASK Vorwärts Rostock (Trainer: Heinz Weinhold) gewechselt; Spezialisierung im klass. Stil; 1960 – 90 SED; NVA (Volksmarine), Obltn.; sechsfacher DDR-Mstr.; 1968 Olymp. Spiele: Sieger (Weltergewicht); VVO; 1968 endete seine sportl. Laufbahn; ab 1974 Sportlehrer an einer Rostocker Berufsschule; lebt in Rostock.Olaf W. Reimann

dissidenten.eu

Vianu, Ion

* 1934

Psychiater, Mitglied der *Goma-Bewegung, Initiator einer internationalen Kampagne gegen die Psychiatrie als Repressionsmittel in totalitären Staaten.Ion Vianu wurde 1934 in Bukarest geboren, wo er auch Medizin studierte. Nach seiner Promotion übernahm er die Leitung einer Forschungsabteilung an der psychiatrischen Klinik der Medizinischen Fakultät der Universität Bukarest. Im November 1976 publizierte er in der Zeitschrift „Viața Românească“ (Rumänisches Leben) den Aufsatz „Psychiatrie, Antipsychiatrie, Hyperpsychiatrie“. In diesem Text wurden zum ersten Mal in Rumänien Fragen des Missbrauchs der Psychiatrie thematisiert – durchaus mit Verweisen auf die Situation in der UdSSR und in Rumänien. Obgleich Vianu aufgrund der Zensur bestimmte Dinge nicht direkt aussprechen konnte, wurde sein Text zu einem wichtigen Beitrag in der Diskussion über die Psychiatrie als Repressionsinstrument. 1977 fand Vianu Anschluss an die Dissidenten der sogenannten *Goma-Bewegung. Im gleichen Zeitraum ging er an die Öffentlichkeit, der er – jetzt schon ganz offen und detailliert – Fakten über den Missbrauch der Psychiatrie als Mittel zur politischen Repression in Rumänien präsentierte. Diese Aktivitäten hatten Verhöre und seinen Ausschluss aus der Medizinischen Fakultät zur Folge. Im Juli 1977 verließ er Rumänien und ließ sich in der Schweiz nieder. Dort knüpfte er Kontakte zur Association Against the Political Use of Psychiatry, die sich später Geneva Initiative on Psychiatry nannte. Viele Jahre war er Mitglied des Exekutivkomitees dieser Organisation, 1992–95 deren Vorsitzender. Gemeinsam mit der Geneva Initiative on Psychiatry startete er eine internationale Kampagne zur Unterstützung von Dissidenten, die in psychiatrischen Kliniken der Sowjetunion, Rumäniens und anderer totalitärer Staaten festgehalten wurden. In den 80er Jahren arbeitete er mit der im amerikanischen Philadelphia erscheinenden Zeitschrift „Agora“ zusammen, die er unter anderem dazu nutzte, die Öffentlichkeit über das Wirken der Pariser Liga für Menschenrechte zu informieren, deren Mitglied er war. Nach 1990 arbeitete Vianu mit großem Engagement daran, die internationale Öffentlichkeit möglichst umfassend über die verbrecherischen Methoden aufzuklären, deren sich die Psychiatrie in kommunistisch regierten Ländern bedient hatte. Er rief auch die demokratischen Kräfte in der rumänischen Ärzteschaft dazu auf, dieses Kapitel gründlich aufzuarbeiten. Obwohl unstrittige Beweise vorliegen und trotz zahlreicher Zeugenaussagen sowohl von Opfern dieser Praktiken als auch von daran beteiligten Ärzten, wurde das Problem der Psychiatrie als Repressionsmittel auch nach 1989 kaum umfassend thematisiert. Für demokratische Werte einzutreten, heißt für Ion Vianu auch, die Rechte Homosexueller sowie von Sinti und Roma zu verteidigen und sich gegen den Antisemitismus zur Wehr zu setzen. Bis heute ist er auch als Schriftsteller tätig. In seinen zahlreichen Romanen setzt er sich unter verschiedenen Aspekten auch autobiografisch mit der kommunistischen Diktatur in Rumänien auseinander.Gabriel Andreescu Aus dem Polnischen von Gero Lietz Letzte Aktualisierung: 05/17

Wer war wer in DDR

Viete, Günter Werner Georg

* 24.5.1920 – ✝ 27.7.1974

Geb. in Berlin; Vater Bankangest.; 1938 Abitur; 1938 – 41 Wehrmacht; ab 1941 Studium der Meteorologie u. Geophysik an den Univ. Breslau u. Berlin, dort 1943 Dipl.-Meteorologe; 1944 / 45 Reichswetterdienst. Ab 1946 wiss. Ass. im Inst. für Meereskunde u. im Inst. für Meteorologie u. Geophysik der Univ. Berlin, dort 1947 Prom.; 1952 – 56 wiss. Ass. im Inst. der Brennstoffgeologie u. 1957 – 59 Oberass. im Geolog. Inst. der Bergakad. Freiberg, dort 1959 Habil. u. Berufung zum Doz. für Allg. Geologie u. Quartärgeologie; 1960 Mitgl. der Dt.-Arab. Gesell., ab 1964 Präsidiumsmitgl.; 1963 SED; 1968 Professor mit Lehrauftrag an der Bergakad. Freiberg; 1968 – 70 Vors. der Geolog. Gesell. der DDR; 1973 aus disziplinar. Gründen als Prof. abberufen. Forschungsschwerpunkte: Quartärgeologie, Allg. Geologie, Paläoklimatologie, Braunkohlengeologie u. Neotektonik; ca. 50 wiss. Veröff.Allg. Geologie. Berlin 1960 (Lehrbuch).Martin Guntau

Wer war wer in DDR

Villain, Jean

* 13.6.1928 – ✝ 8.9.2006

Geb. in Zürich (Schweiz); Vater Neurologe u. Psychoanalytiker, Mutter Kunstmalerin; nach dem Abitur 1946 Journalistenschule; Volontariat beim sozialdemokr. »Volksrecht«; Militärdienst; 1949 Mitglied der sozialist. Partei der Arbeit der Schweiz (PdA), Sekr. der Parteiltg., später Sekr. der DDR-Sektion der PdA; Aufenthalt in einem Kibbuz, dort Ausbildung zum Tischler u. Arbeit für die Tageszeitung »Al Hamishmar« in Tel Aviv; Mitarb. der PdA-Ztg. »Vorwärts« u. der Berliner »Weltbühne«; 1950 erste Buchveröff. (»Der Kibbuz – Verwirklichung einer Illusion?«); 1951 – 61 Reisereportagen für die »Weltbühne« aus Westeuropa, ab 1957 v. a. aus Afrika; kurz vor dem Mauerbau 1961 Übersiedl. in die DDR; Korresp. des »Vorwärts« in Ost-Berlin u. Mitarb. der »Neuen Berliner Illustrierten« (NBI); 1963 / 64 maßgebl. beteiligt an der Konzipierung des DDR-Nachrichtenmagazins »Profil« nach Vorbild des »Spiegel«, das jedoch nicht über eine Nullnummer hinauskam; leitete für die NBI 1964 / 65 Kurs für Nachwuchsreporter (Teilnehmer u. a.  Klaus Schlesinger, Landolf Scherzer), der ihm nach dem 11. SED-Plenum 1965 ein partielles Schreibverbot einbrachte, da er Texte des »Spiegel« u. des amerik. Wirtschaftswiss. Paul Sweezy behandelte; Reportagereisen nach Afrika, Indien u. Kuba; 1971 / 72 Vorlesungen u. Seminare an der HU Berlin; lebte seit 1974 in Dreesch bei Prenzlau; seit 1978 vom MfS als IM »Erwin« geführt; Verfasser autobiogr. Romane (»Damals in Allenwinden«, 1978; »Junger Mann aus gutem Hause«, 1987); 1975 Heinrich-Heine-Preis des MfK der DDR; 1988 VVO. Nach 1990 breitere Anerkennung auch in der Schweiz, v. a. durch eine Biographie über die Kinderbuchautorin Johanna Spyri (»Heidi«), seine Urgroßtante (»Der erschriebene Himmel – Johanna Spyri u. ihre Zeit«, 1997); 1994 Fritz-Hüser-Peis; 1997 Ehrengabe der Stadt Zürich; 2007 Autobiogr. »Reisen ohne Rückfahrkarte. Ein Reporterleben« (posthum); gest. in Dreesch.Und so schuf Gott die Apartheid. Berlin 1961; Frühling auf Kuba. Berlin 1971; Die Revolution verstößt ihre Väter. Aussagen u. Gespräche zum Untergang der DDR. Bern 1990; Vineta 89 – Tagebuch einer Wende. Rostock 2002; Bitte nicht stürzen. Wie der DDR Profil abhanden kam u. weitere Zeitungsmacher-Geschichten aus Deutsch-Fernost. Rostock 2004. Knellwolf, T.: Der rasende Rapporteur. In: Die Weltwoche (2006) 23.Christian Krause

Wer war wer in DDR

Vogel, Heinrich

* 11.9.1932 – ✝ 14.11.1977

Geb. in Zwickau (Cvikov, Bez. Česká Lípa, ČSR); Vater Gewerbetreibender; 1946 Umsiedl. in die SBZ; 1947 – 51 Oberschule u. Abitur in Langensalza; 1949 SED; 1951 – 1955 Studium der Journalistik, später des Marxismus-Leninismus am Franz-Mehring-Inst. der KMU Leipzig, anschl. Einsatz im marxist.-leninist. Grundlagenstudium u. Lehrtätigkeit im dialekt. u. histor. Materialismus an der Math.-Naturwiss. Fak. der Univ. Rostock, dort 1959 Prom. mit der Arbeit »Kritik Max Plancks am Positivismus«, 1959 Berufung zum Doz. für dialekt. u. histor. Materialismus; 1962 – 64 SED-Parteisekretär der WPU u. 1964 – 66 Einsatz in der SED-BL Rostock, Sektor Wiss.; ab 1964 Aufbau der Abt. bzw. eines interdiszipl. Arbeitskreises für Philosoph. Probleme der Naturwiss. an der WPU Rostock; 1966 Habil. mit der Arbeit »Zum philosoph. Schaffen von Max Born« an der EMAU Greifswald; 1972 ord. Prof. für Dialekt. u. Histor. Materialismus an der Sektion Marxismus-Leninismus der WPU Rostock; 1977 VVO; gest. in Rostock. V. gehörte in der DDR zu den Pionieren des Gebietes Philosophische Probleme der Naturwissenschaften und der marxistischen Auseinandersetzung mit den philosophisch-erkenntnistheoretischen Positionen der Begründer der modernen Physik; Begr. u. 1964 – 77 Hrsg. der Schriftenreihe Rostocker Philosoph. Manuskripte.Zum philosoph. Wirken von Max Planck. Berlin 1961; Physik u. Philosophie bei Max Born. Berlin 1968. In memoriam Prof. Dr. H. V. (1932 – 1977): Gedenkreden zum 50. Geburtstag 1982 u. vollständige Bibl. In: Rostocker Philosoph. Manuskripte WPU Rostock (1983) 24/2.Hans-Christoph Rauh

Wer war wer in DDR

Vogel, Wolfgang

* 30.10.1925 – ✝ 21.8.2008

Geb. in Wilhelmsthal (Krs. Habelschwerdt, Niederschles. / Bolesławów, Polen); Vater Lehrer; 1932 – 44 Schulbesuch in Wilhelmsthal u. im Internat in Glatz; 1944/45 Ausb. zum Flugschüler bei einem Fliegerregt. 1945 – 49 Jurastudium in Jena u. Leipzig; 1949 Erstes u. 1952 Zweites jurist. St.-Ex.; Referendar am Amtsgericht Waldheim; 1952 Hauptref. im Min. der Justiz; 1953 aus dem Staatsdienst ausgeschieden; vom MfS als IM »Eva« bzw. »Georg« erf.; 1954 Rechtsanwalt in Berlin; 1957 auch an Gerichten in Berlin (West) zugelassen; Vertreter von Kollegen aus Berlin (West) an Gerichten in Berlin (Ost) u. der DDR; ab 1962 betraut mit der Lösung humanitärer Probleme im Ost-West-Konflikt; 1963 staatl. Beauftragter für Freikauf u. Austausch pol. Häftlinge, 1965 für die Zusammenführung getrennter Familien; 1969 offiz. »Bevollm. der DDR für humanitäre Fragen bei der Bundesreg.«, Dr. jur. h. c. (DASR); 1973 »Persönl. Beauftr. des Staatsratsvors. für die Lösung humanitärer Probleme«; 1975 VVO; 1982 SED; 1985 Prof. für Strafprozeßrecht an der ASR Potsdam; 5.12.1989 vorübergehende Verhaftung unter dem Vorwurf verbrecher. Erpressung, danach Niederlegung des Regierungsmandats; bis Okt. 1990 Anwalt von  Erich Honecker. 1991 Verzicht auf die Zulassung als Anwalt; 1992 Durchsuchung der Kanzlei u. im März Verhaftung wegen Fluchtgefahr, Entlassung nach Kaution durch die kath. Kirche; räumte im Aug. 1992 ein, für das MfS inoffiz. gearbeitet zu haben; Juli 1993 erneute U-Haft aufgrund des Verdachts der Erpressung ausreisewilliger Bürger in 51 Fällen sowie der Steuerhinterziehung; Okt. 1993 Anklage wegen »Meineids« (als Zeuge vor dem Kammergericht im Feb. 1993); Jan. 1994 gegen Kaution aus der U-Haft entlassen; am 9.1.1996 von der 6. Großen Strafkammer des Berliner LG wegen »Meineids in einem Fall u. Erpressung in vier Fällen« zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung u. wegen »Falschbeurkundung in fünf Fällen« zu einer Geldstrafe von 92.000 DM verurteilt, nach Antrag auf Revision 1998 durch den BGH vom Vorwurf der Erpressung freigesprochen; gest. in Schliersee (Oberbayern). W. V. vermittelte die Ausreise von über 250.000 DDR-Bürgern in die Bundesrep. Dtl., den Freikauf von 33.775 Häftlingen u. den Austausch von ca. 150 Agenten, darunter von Francis G. Powers gegen Rudolf I. Abel (1962) u. von  Günter Guillaume (1981); Vermittler bei der Besetzung der US-Botschaft in Berlin (1984) u. der bundesdt. Botschaften in Budapest, Prag u. Warschau (1989) durch ausreisewillige DDR-Bürger.Die Wiedergutmachung fasch. Unrechts in der DDR. Berlin 1952. Schmidthammer, J.: Rechtsanwalt W. V. Mittler zw. Ost u. West. Hamburg 1987; Whitney, C. R.: Advocatus Diaboli. W. V. Anwalt zw. Ost u. West. Berlin 1993; Pötzl, N. F.: Basar der Spione. Hamburg 1997; Wölbern, J. P.: Die Entstehung des Häftlingsfreikaufs. In: Deutschland Archiv (2008) 5.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Vogler, Manfred

* 12.11.1934

Geb. in Langewiesen (Krs. Ilmenau); Vater Porzellanmaler; 1953 – 59 Studium an der HAB Weimar, Dipl.-Ing.; 1959 – 62 Architekt bei der Fundament GmbH Berlin, Regionalplanung Druckereistandorte u. Mitarb. bei Druckereikombinaten Dresden u. Rostock; 1962 – 64 Chefarchitekt im Büro für Gebiets-, Stadt- u. Dorfplanung Neubrandenb.; mehrgeschossige Wohnungsbauten in etwa 40 Dörfern des Bez.; 1963 Dorfplanung Krien (b. Anklam); 1964 – 66 stellv. Dir. im Büro für Territorialplanung Neubrandenb., Planung der Stadtzentren in Prenzlau u. Torgelow sowie Wohnkomplexe in Neubrandenb.; Entwurfsplanung Mehrzweckhalle Altentreptow; seit 1966 Stadtarchitekt in Frankfurt (Oder); prägte maßgebl. die Entw. der Stadt, u. a. Wohnkomplex: Kopernikusstraße (1966 – 72), Frankfurt-Nord (1968 – 74), »Halbe Stadt« (1968 –75); 1974 Promotion, seit 1968 Planung u. Gestaltung des Stadtzentrums, insbes. Ausbau der Verkehrsstrukturform u. Gestaltung innerstädt. Parkanlagen wie Oderpromenade, Promenadengasse u. Klingetal; seit 1970 Planung der Naherholung Frankfurt (Oder) u. Helenesee; 1967 – 72 Gen.-Planung; Planung mehrerer Denkmalanlagen, darunter Antifa. Widerstand, Rosa-Luxemburg-Str. u. Karl-Marx-Denkmal (1968), Rekonstruktion des got. Rathauses u. baul.-funktionale Umgestaltung der gesamten Anlage, Restauration der Marienkirche (1981 –89), Mitw. beim Konzerthallenanbau am ehem. Franziskanerkloster; Initiator u. Autor der ersten Baumschutzordnung für eine DDR-Stadt, seit 1973 in Frankfurt (Oder) in Anwendung.Simone Hain

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voigt, Walter

* 17.1.1905

Geboren am 17. Januar 1905 in Dresden, lernte Schlosser, gehörte von 1919 bis 1924 der SAJ, von Mai bis Oktober 1923 der SPD, ab Oktober 1924 der KPD an. Er war Leiter des KPD-UB Siemenswerk Berlin, von 1931 bis 1934 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau. Anschließend zur illegalen Arbeit nach Deutschland entsandt, nahm Voigt als Vertreter Berlins unter den Parteinamen Walter Talkenberg bzw. Erwin Boldt am VII. Weltkongreß und an der »Brüsseler Konferenz« der KPD 1935 in Moskau teil. Der weitere Lebensweg von Walter Voigt konnte nicht ermittelt werden, er soll in Deutschland verhaftet worden sein und ist seitdem verschollen.

Wer war wer in DDR

Voigt, Fritz-Georg

* 21.11.1925 – ✝ 27.9.1995

Geb. in Magdeburg; Vater Zollbeamter; Volksschule, Abitur; April 1943 NSDAP; 1943 – 45 RAD u. Wehrmacht; 1945 amerik. u. brit. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Kellereihilfsarb. in Bernkastel (Mosel); 1946 SED; 1946 – 50 Studium der Romanistik in Jena; 1951 Prom.; 1951/52 Assistent an der ABF Jena; ab 1952 als IM »Kant« des MfS erf.; 1952 – 58 Lektor im Aufbau-Verlag; 1953 – 58 dort BGL-Vors.; 1958 – 62 Ltr. des Lektorats Auslandslit.; 1961 – 64 Parteisekr. des Aufbau-Verlags; 1963 – 65 Cheflektor; 1966 – 82 Verlagsltr. (Nachf. von  Klaus Gysi); Übersetzer von Paul Thiry d’Holbachs »Das System der Natur«; Hrsg. u. Nachwortautor von Honoré de Balzac u. Robert Merle; 1965 – 82 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1967 – 82 Mitgl. des Vorst. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig u. Vors. der Kommission Internat. Arbeit; 1970 Medaille für Treue Dienste in der NVA; 1971 NP; 1983 invalidisiert; danach bis 1990 liter. Berater des Aufbau-Verlags; gest. in Berlin.Janka, W.: Die Unterwerfung. München 1994.Carsten Wurm

Wer war wer in DDR

Vojta, Günter

* 23.10.1928

Geb. in Bautzen; Vater Steinmetz; 1935 – 39 Volksschule, anschl. Lessing-OS Bautzen, dort 1949 Abitur; 1946 – 48 Mitgl. der FDJ-Stadtleitung Kamenz; 1949 – 54 Studium der Physik an der Univ. Leipzig, 1955 Dipl.-Physiker; 1954 – 58 Ass. am Theoret.-Physikal. Inst. der KMU Leipzig, dort 1957 Prom. mit der Arbeit »Eine Theorie der Sättigung bei der magnet. Kernresonanz« bei Bernhard Kockel; 1960 Habil. »Zur Quantenstatistik von Gasen mit mehratomigen Molekülen«; 1959 – 70 wiss. Mitarb., ab 1961 Ltr. der Abt. für statist. Thermodynamik am Inst. für Stofftrennung der DAW in Leipzig; zugl. ab 1961 Doz., 1962 Prof. für theoret. Physik an der KMU; ab 1970 Ltr. des Bereichs statist. Physik am ZI für Festkörperphysik u. Werkstofforschung der AdW in Dresden u. Honorarprof. für theoret. Physik (Statistik von Vielteilchensystemen) der TU Dresden; 1972 SED; 1970 korr. Mitgl., 1975 ord. Mitgl. der AdW; 1977 Gauss-Ehrenplakette der ADW; 1984 ord. Prof. für theoret. Physik an der KMU; 1986 Mitgl. der Leopoldina; 1993 em.; lebt in Dresden. Führender theoret. Physiker der DDR; Hauptforschungsgebiet: Statist. Physik u. ihre Anwendung in der theoret. Festkörperphysik, Plasmaphysik sowie physikal. u. theoret. Chemie; V. beschäftigte sich u. a. mit den Grundlagen u. allg. Anwendungen der thermodynam. u. statist. Theorie auf irreversible Prozesse, insb. von Transportprozessen in Gasplasmen u. Festkörpern, sowie mit der Anwendung der statist. Thermodynamik auf Isotopensysteme; Mithrsg. der Ztschr. für physikal. Chemie, Annalen der Physik, Contribution to Plasma Physics, Res mechnica. Sek.-Lit.: Eisenberg, W. (Hrsg.): Physik, Statistik, Information. Fs. zum 80. Geb. von G. V. Leipzig 2008.Statistische Thermodynamik. Leipzig 1962; Teubner-Taschenbuch der statist. Physik. Wiesbaden 2000 (mit Matthias Vojta).Dieter Hoffmann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vehlow, Franz

* 24.10.1895 – ✝ 1.12.1936

Geboren am 24. Oktober 1895 in Köln-Kalk, Sohn eines Fabrikarbeiters; lernte Dreher. Mitglied der KPD und Betriebsrat, sein Mandat für den Anfang September 1928 in Leipzig tagenden ADGB-Kongreß wurde für ungültig erklärt. Wegen einer Unterschriftensammlung gegen seinen Ausschluß vom ADGB-Kongreß dann aus dem Betrieb entlassen, wurde er im März 1929 hauptamtlicher Funktionär der KPD-BL Mittelrhein. 1929/30 hielt er sich in Ostpreußen auf, war Redakteur am KPD-Blatt »Echo des Ostens« bzw. wirkte als Orgleiter der KPD Ostpreußen, dann zeitweise Sekretär des KPD-Reichstagsabgeordneten Fritz Selbmann. Vehlow absolvierte 1931 den V. deutschen Lehrgang an der M-Schule der Komintern in Moskau und gehörte vor 1933 unter dem Decknamen Louis Schuster dem AM-Apparat der KPD an. Im Frühjahr 1933 wurde er vom ZK beauftragt, die interne Überprüfung von »Fahrlässigkeiten im Zusammenhang mit der Verhaftung von Ernst Thälmann« zu leiten. Er emigrierte 1934 ins Saargebiet, anschließend in die Schweiz, dort Leiter der Roten Hilfe und zugleich für den Komintern-Nachrichtendienst OMS tätig. Deshalb festgenommen, nach Frankreich ausgewiesen, hier gehörte er der KPD-Emigrationsleitung an. 1936 ging er nach Spanien, war u. a. Politkommissar des »Thälmann-Bataillons«. Franz Vehlow ist am 1. Dezember 1936 vor Madrid gefallen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Verner, Wenzel

* 4.4.1887 – ✝ 1938

Geboren am 4. April 1887 in Prag; lernte Horizontalbohrer und ging auf Wanderschaft. Er ließ sich 1906 in Chemnitz nieder und wurde 1909 Mitglied der SPD. 1914 Soldat an der Ostfront, geriet in russische Gefangenschaft. Im Juli 1918 zurückgekehrt, schloß er sich der USPD an und wurde 1919 einer der Mitbegründer der KPD in Chemnitz. Verner arbeitete dort in seinem Beruf, zeitweise Betriebsratsvorsitzender, bis er 1924 in der BL Erzgebirge-Vogtland als Agitpropsekretär eingesetzt wurde. In den Auseinandersetzungen der zwanziger Jahre treuer Anhänger von Ernst Thälmann, 1930 wurde er Polleiter im UB Plauen, ab 1932 in Dresden aktiv, zuletzt im UB Bautzen. 1933 verhaftet und zu acht Monaten (nach anderen Angaben zwei Jahren) Gefängnis verurteilt, Verner und seiner Familie wurde die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Nach der Ausweisung im Oktober 1934 konnte er zunächst in die âSR, dann in die Sowjetunion emigrieren. Dort im Oktober 1937 vom NKWD verhaftet, am 27. Oktober aus der Partei ausgeschlossen, soll Wenzel Verner 1938 im Gulag umgekommen sein. Seine Söhne Paul (* 26. 4. 1911 – † 12. 12. 1986) und Waldemar (* 27. 8. 1914 – † 15. 2. 1982) waren bereits vor 1933 Funktionäre des KJVD, nach 1933 im Widerstand. Paul Verner war Soldat der Internationalen Brigaden in Spanien, anschließend in schwedischer Emigration. Nach 1945 Mitbegründer der FDJ, von 1963 bis 1984 Mitglied des Politbüros der SED. Waldemar Verner besuchte die Leninschule in Moskau, anschließend Instrukteur der AL Nord in Kopenhagen. Nach 1945 SED-Funktionär, später Admiral der Volksmarine.

Wer war wer in DDR

Vesper, Walter

* 26.6.1897 – ✝ 17.12.1978

Geb. in Wuppertal-Barmen; Eltern Fabrikarb.; 1903 – 11 kath. Volksschule; 1911 Hilfsarb.; 1911 – 14 Ausbildung zum Maurer in Wuppertal; 1912 SAJ u. 1915 Bauarbeiterverb.; 1915 – 18 Militärdienst (Infantrie), 1916 an der Ostfront, 1917 Italien, verwundet; Jan. 1918 Teiln. an Munitionsarbeiterstreik in Jena, Febr. 1918 verhaftet, bis Mai 1918 U-Haft in Halle; anschl. Frontdienst, desertiert; Nov. 1918 in Wuppertal Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrats; 1918 Spartakusbund; Dez. 1918/Jan. 1919 Teiln. an den Kämpfen in Berlin, verwundet; 1919 KPD-Gründungsmitgl.; 1919/20 Maurer in Dortmund; März 1920 aktiv gegen Freikorps in Wuppertal, Remscheid, Essen-Wasserturm, Lippe u. an der Ruhr; ab 1921 Seemann bei versch. Reedereien; 1922 Arbeiter im Hamburger Hafen; Heizer bei der Stinnes-Reederei; nach Beteiligung an einer Meuterei nach Leningrad; dort im Klub der Internationale der Seeleute u. Hafenarbeiter (ISH) tätig; Mai 1924 Rückkehr nach Hamburg; ab 1925 in Düsseldorf; 1928 BPS der KPD in Leichlingen (Rheinl.); 1928 – 33 Sekr. u. Kassierer im KPD-Bez. Niederrhein; 1930 Reichsparteischule »Rosa Luxemburg« Berlin-Fichtenau; März 1933 in Siegen (Westf.) verhaftet, U-Haft in Bonn, Haft in Köln, Düsseldorf u. im KZ Börgermoor (b. Papenburg); hier Ltr. der KPD-Gruppe (»Moritz«); Ostern 1934 entlassen, anschl. Illegalität; 1934/35 zentr. Funktion im M-Apparat der KPD in Berlin; 1935 nach Prag; erneut illeg. Einsatz in Berlin u. Hamburg, dann nach Moskau, Teiln. am VII. Weltkongreß der KI u. der »Brüsseler Konferenz« der KPD; 1935/36 Arbeit für die ISH im Internat. Seemannsklub in Leningrad, 1936/37 ISH-Sekretär; 1937 – 39 in Spanien; Angeh. des Thälmann-Btl. der Internat. Brigaden; kurzztg. Pol.-Kommissar in Pozo Rubio (Offiziersschule); dann nachrichtendienstl. Arbeit für den NKWD in Barcelona, der auch für »Säuberungen« zuständig war; 1939 illeg. in Paris, im Sept. verhaftet, Verhöre durch die französ. Spionageabwehr; ab Dez. interniert, im Mai 1940 aus dem Lager Marolles (Loir-et-Cher) geflohen; ab Dez. 1940 »Zersetzungsarbeit« (TA-Arbeit) in der dt. Wehrmacht; ab 1941 Mitgl. der Ltg. der KPD Toulouse (»Peter«); ab 1942 in der frz. Résistance Ltr. der TA-Arbeit für das Gebiet Lyon; ab 1943 Mitgl. des »Komitee Freies Dtl. des Westens«, zeitw. in Marseille; 1944 Mitarb. der Ltg. der KPD in Paris; anschl. Ltr. der dt. Gewerkschaftsgr. der CGT in Paris, organisierte die Rückführung der KPD-Kader nach Dtl. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; Juni Mitbegr. der KPD in Kusel, Birkenfeld u. Düsseldorf; 1945 – 48 1. Sekr. u. Kadersekr. des KPD-Bez. Niederrhein; 1946/47 Abg. des NRW Landtags, Mitgl. des KPD-Fraktionsvorst.; 1948 –51 Vors. des KPD-Bez. Niederrhein; Mitgl. des KPD-LV NRW u. des KPD-PV in Frankfurt (Main); 1949 – 52 Abg. des Dt. Bundestags; ab 1948 maßgebl. an der Arbeit des KPD/SED-Nachrichtendienstes (»Parteiaufklärung«) beteiligt, dessen Quellen später teilw. vom MfS übernommen wurden (»Peter«); Okt. 1951 illeg. Übersiedl. in die DDR; Dez. 1951 – 59 Ltr. der Westabt. des NR der NF u. stellv. Vors. des Büros des Präs. des NR der NF; 1957 Banner der Arbeit; 1959 – 61 Botschafter in Ungarn (Nachf. von  Rudolf Helmer); 1961 – 65 Botschafter in der ČSSR; Rentner; 1962 VVO; 1967 u. 1972 KMO; 1968 sowj. Medaille 50 Jahre Rote Armee; 1977 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Schaul, D.: Résistance. Berlin 1973; Krohn, B.: Vom »Karabinerkommunisten« zum Botschafter: W. V. In: »... Se krije us nit kaputt.« Geschichte des Wuppertaler Widerstands. Essen 1994 (hrsg. von der Forschungsgr. des Wuppertaler Widerstands); Müller-Enbergs, H. (Hrsg.): Inoffiz. Mitarb. des Min. für Staatssicherheit. Teil 2. Berlin 1998; Uhl, M.: Die internat. Brigaden im Spiegel neuer Dokumente. In: Internat. Wiss. Korresp. Nr. 4/1999.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Victor, Walther

* 21.4.1895 – ✝ 19.8.1971

Geb. in Bad Oeynhausen (Westf.) in einer jüd. Fam, ab 1901 aufgew. in Posen; Vater Besitzer einer Ziegelei u. Fabrikdir.; 1901 – 03 Volksschule, 1904 – 13 Gymnasium in Posen, Abitur; Wandervogelbew.; 1913 Teiln. an der Gründung der Freidt. Jugend auf dem Hohen Meißner; 1913/14 Studium der Rechtswiss. u. Lit.-Geschichte in Freiburg i. Br.; 1914 – 18 Militärdienst; 1918 Mitgl. eines Soldatenrats; ab 1918 Forts. des Studium in Halle; 1919 Mitbegr. u. Vors. der Soz. Studentengr. Halle; 1919 SPD, Mitarb. an der SPD-Ztg. »Volksstimme«; 1919 – 23 Red. am »Hamburger Echo«; 1923 – 31 Red. am »Sächs. Volksblatt« (Zwickau), 1924 – 31 dessen Feuilletonred.; 1923 – 31 Stadtverordneter, -rat u. Vors. der IAH in Zwickau; Mitarb. an der »Weltbühne«; 1930 wegen angebl. Gotteslästerung zu vier Mon. Gefängnis verurteilt, nach Intervention von Kurt Tucholsky amnestiert; 1931 wg. antisemit. Bedrohung Wegzug aus Zwickau; 1932/ 33 Feuilletonchef am »8-Uhr-Abendblatt« (Berlin); lebte 1933/34 illeg. in Berlin (»Werner Voigt«), dann auf der Bodenseeinsel Reichenau; 1935 Ausschluß aus der Reichsschriftumskammer, Flucht in die Schweiz; 1936 Red. der Ztschr. »Die Naturfreunde«, Gründer des Verbano-Verlags; publizierte in der Schweizer Arbeiterpresse, der »Volksillustrierten« (Prag) u. der Ztschr. »Das Wort« (Moskau); 1938 wegen pol. Betätigung aus der Schweiz ausgewiesen, Umzug nach Luxemburg, dort Mitarb. am »Escher Tageblatt«; Juli 1939 Frankreich; Jan. 1940 in Paris verhaftet, interniert in versch. Lagern; nach Entlassung Flucht nach Portugal; ab Okt. 1940 Exil in den USA, in New York zwitw. ungelernter Arbeiter; dort schrieb er die Autobiogr. »Kehre wieder über die Berge« (New York 1945, Neuausg. 1982); 1941 angestellt bei der American Book and Stratford Press, New York; 1943 – 45 Prod.-Ltr. des Alfred A. Knopf Verlags (New York); Mitarb. bzw. Korresp. von Ztgn. u. Ztschr. der Schweiz, Luxemburgs, der UdSSR, USA (»The German American«) u. Mexikos; 1943 – 46 Mitgl. der Ltg. des Komitees Freies Dtl. in den USA; ab 1946 UNO-Korresp. für Schweizer u. niederländ. Ztgn.; Febr. 1947 Rückkehr nach Eruopa, Aufenthalt in Luxemburg. Juni 1947 Rückkehr nach Dtl., zunächst Hamburg; Arbeit in der Landesreg. Sachsen, später Pressechef bei Ministerpräs.  Max Seydewitz; 1947 Mitgl. der SED; freier Schriftst.; 1948 Mitbegr. u. 2. Vors. des Schutzverb. Dt. Autoren Zone; 1949 »Goethe-Lesebuch«; 1949/50 liter. Ltr. der Büchergilde Gutenberg Berlin; 1950 »Heinrich Heine. Ein Lesebuch für unsere Zeit«; 1950 Geschäftsf. Vors. des SV im KB; lebte ab 1951 in Kleinmachnow u. Berlin; 1951 – 54 Hrsg. der »Lesebücher für unsere Zeit« (1949 ff., Gesamtaufl. über vier Mio. Expl.), eröffnete u. a. mit Bänden zu Gotthold E. Lessing, Heinrich v. Kleist, Kurt Tucholsky, William Shakespeare eine auf breite Leserschaft gerichtete Erberezeption; 1952 Vorstandsmitgl. im DSV, Arbeit mit jungen Autoren; 1957 Heinrich-Heine-Preis (zus. mit Karl Schnog); 1957 – 59 Sekr. des DSV; 1960 Dr. h. c. der EMAU Greifswald; 1961 Umzug nach Weimar; 1961 Ehrenmitgl. des Vorst. des DSV; 1961 NP; Heinrich-Heine-Preis; 1965 Banner der Arbeit; 1969 VVO; gest. in Bad Berka.Zwischen Himmel u. Hölle. Jack London. Der Roman meines Lebens. Zürich 1937; Ausgew. Schriften. Berlin 1960/62; Freund u. Feind. Kritiken aus fünf Jahrzehnten. Berlin 1980 (Hrsg. H. Greiner-Mai); Kehre wieder über die Berge. Eine Autobiogr. Berlin u. Weimar 1982 (Erstausg. New York 1945). Fritsch, H.: Bibliogr. der selbständig erschienenen Veröff. W. V.s aus den Jahren 1921 – 1982. Jena 1984; Sowa, C.: Maria Gleit u. W. V. Ein Schriftstellerehepaar auf Zwischenstation in Luxemburg. In Galerie (1991) 3; Voigt, W..: W. V. – Ein Weg nach Weimar. Berlin 1998; Goetzinger, G., Conter, C. D.: Luxemburger Autorenlexikon. Mersch, Luxembourg 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Vietze, Heinz

* 19.9.1948

Geb. in Zeitz; Vater Arbeiter; 1961 FDJ; POS, 1964 – 67 Abitur mit Berufsausb. zum Dreher; 1967/68 Einjahreslehrgang an der Jugend-HS der FDJ »Wilhelm Pieck«; 1966 SED; 1968 – 70 Mitarb. der FDJ-BL Potsdam; 1970 – 74 2., dann 1. Sekr. der FDJ-KL Potsdam; 1974 – 77 Studium an der PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; als GMS des MfS erf.; 1977 – 83 1. Sekr. der FDJ-BL Potsdam; 1984 – 88 1. Sekr. der SED-KL Oranienburg; 1988/89 1. Sekr. der SED-KL Potsdam-Stadt (Nachf. von Gerhard Pannhausen); Nov. 1989/90 1. Sekr. der SED-BL Potsdam (Nachf. von  Günther Jahn); Dez. 1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorbereitung des außerord. SED-Parteitags. 1990/91 Vors. des PDS-Landesverb. Brandenb.; seit Okt. 1990 MdL Brandenb., 1990 – 2007 stellv. Vors. u. parl. Geschäftsf. der PDS-Fraktion; seit Okt. 2004 Mitgl. des Präs. des Landtags Brandenb. seit 2007 Vorstandsvors. der Rosa-Luxemburg-Stiftung.Knabe, H.: Die Täter sind unter uns. Berlin 2007.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Vödisch, Rudolf

* 9.12.1910 – ✝ 16.10.1989

Geb. in Zwickau; Vater Bergarb.; Volksschule; 1925 – 29 Lehre u. Arbeit als Steindrucker; 1929 KPD; 1929 – 33 arbeitslos; 1933 mehrmals inhaftiert; 1933 – 39 Hilfsarb.; 1939 – 43 Wagenputzer bei der Reichsbahn; 1943/44 Wehrmacht; 1944 – 47 sowj. Gefangenschaft. 1947 SED; Einstellung bei der VP in Zwickau; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 Länderverw. Sachsen des MfS), stellv. Ltr. der Krs.-Dienststelle Zwickau; 1950 Stellv. Operativ des Ltr. der Länderverw. Sachsen; 1952 Ltr. der BV Halle (Nachf. von  Martin Weikert); 1953 Oberst; 1955 Ltr. der BV Schwerin; 1968 Entlassung, Rentner; 1976 VVO.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Vogel, Heinz

* 10.12.1919 – ✝ 19.8.1985

Geb. in Magdeburg; Vater selbst. Böttchermstr.; Volksschule; 1934 – 36 Lehre als Maschinenschlosser; 1936 – 38 Lehre u. anschl. Arbeit als Reparaturschlosser; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 / 46 amerikan. Kriegsgef. 1946 – 48 Arbeit als Schlosser in einer sowj. Militärdienststelle in Magdeburg; 1946 SPD / SED; 1948 Lehrgang an der SED-LPS Wettin; 1948 – 50 Ltr. der SED-KPS Magdeburg; 1950 / 51 1. Sekr. der SED-BPO im VEB Gerätewerk Magdeburg; 1950 / 51 Besuch eines Ökon.-Lehrgangs an der Sonderschule des ZK der SED in Mittweida; 1951 – 54 1. Sekr. der SED-BPO im VEB Maschinenfabrik u. Eisengießerei Dessau; 1954 / 55 1. Sekr. der SED-KL Dessau; 1955 / 56 Instrukteur des ZK der SED; 1956 – 59 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1959 – 65 erneut Instrukteur des ZK; 1965 – 68 2. Sekr. der SED-BL Frankfurt (Oder); 1968 / 69 Instrukteur der SED-BL Magdeburg; ab 1969 2. Sekr. der SED-KL Stendal; gest. in Magdeburg.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vogeler, Heinrich (Johann)

* 12.12.1872 – ✝ 14.6.1942

(* 1872 – † 1942) Geboren am 12. Dezember 1872 in Bremen, Sohn eines Kaufmanns und Eisenwarengroßhändlers. Er sollte eine kaufmännische Lehre beginnen, erkrankte schwer und durfte von 1890 bis 1895 seinem Wunsch entsprechend an der Kunstakademie Düsseldorf studieren. Danach gehörte er zum Künstler-Verein Worpswede, dort erwarb er den Barkenhoff, den er bis 1914 zu einem kulturellen Zentrum ausbaute, als Mittelpunkt wirkten zunächst u. a. Rainer Maria Rilke, Paula Becker und Otto Moderson sowie Martha Schröder (* 1879 – † 1961), die er 1901 heiratete. Vogeler wurde ab 1901 einer der bedeutendsten Künstler des Jugendstils. 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, war als Beobachter eingesetzt, wandelte sich aber 1917 zum Kriegsgegner. Beim Fronturlaub 1918 richtete er einen Appell für den Frieden an den Kaiser und wurde daraufhin in eine Irrenanstalt eingewiesen. Er kam 1918 in den Arbeiter- und Soldatenrat Osterholz, veränderte dann den Barkenhoff in eine Arbeitskommune mit Arbeitsschule. Kurzfristig bis Februar 1920 in der KPD, eng mit Franz Pfemfert verbunden, an dessen Zeitschrift »Aktion« er mitarbeitete. Dann 1920 in der KAPD und der syndikalistischen AAU aktiv, wandte sich vom Jugendstil der modernen Kunst zu und verfaßte Bücher, u. a. »Die Freiheit der Liebe in der kommunistischen Gesellschaft«. Im September 1919 gehörte er zu den Begründern des »Bundes für proletarische Kultur« (der schon 1921 auseinanderbrach) und engagierte sich für den »Proletkult«. In dieser frühen kommunistischen Kulturorganisation waren Kommunisten, ebenso Anarchisten und Syndikalisten aktiv, neben Vogeler wirkten radikalkommunistische Künstler (die in der späteren KPD keine Rolle spielten, deshalb im Handbuch nicht erfaßt sind), beispielsweise Hermann Schüller (* 1893 – †1948), der mit Erwin Piscator (* 1893 – †1966) auch das »Proletarische Theater« in Berlin organisierte. Im Bund für proletarische Kultur waren Arthur Holitscher (* 1869 – † 1941), Max Barthel (* 1893 – † 1975), Ludwig Rubiner (*1882 – † 1920, vgl. auch Frida Rubiner). Vogeler war zugleich verbunden mit Oskar Kanehl, Max Hermann-Neiße (* 1886 – †1941), Franz W. Seiwert und vielen anderen, die bald mit dem Parteikommunismus brachen, ebenso mit Eduard Fuchs, Adam Scharrer und Franz Jung. Im Sommer 1920 hatte sich Martha Vogeler von ihm getrennt und lebte mit Ludwig Bäumer zusammen. 1923 reiste Vogeler mit seiner späteren Frau Sonja Marchlewskaja (* 1898 – †1983), der Tochter von Julian Marchlewski, erstmals in die Sowjetunion, und schloß sich 1924 wieder der KPD an. Den Barkenhoff, den er mit seinen berühmten und umstrittenen Fresken geschmückt hatte, überließ er der Roten Hilfe als Kinderheim. Inzwischen ein berühmter Künstler, gehörte Vogeler 1928 zu den Gründern der »Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler«. Die ultralinke Wende der KPD 1929 führte in allen kommunistischen Nebenorganisationen zu Ausschlüssen, besonders in der Roten Hilfe, zu der Vogeler in engster Beziehung stand. Seine Mitstreiter, etwa Eduard Fuchs oder der Generalsekretär der RHD Jakob Schloer verloren ihre Funktionen, wurden aus der Partei entfernt und gingen zur KPO. Da sich Vogeler mit den Altkommunisten der KPO solidarisierte, wurde auch er 1929 aus der KPD ausgeschlossen und wie üblich beschimpft. Er hielt zwar enge Verbindung zur KPO, war aber politisch nicht mehr organisiert. Im Sommer 1931 übersiedelte Vogeler ganz in die Sowjetunion, dort künstlerisch tätig, unternahm er in der UdSSR viele ausgedehnte Reisen und erlebte Ausstellungen seiner Werke, etwa der umstrittenen Komplexbilder. Nach 1933 engagierte er sich politisch gegen die NS-Diktatur in Deutschland. Während der stalinistischen Säuberungen zwar nicht verhaftet, überlebte aber verarmt. Im Herbst 1941 wurde Vogeler nach Kasachstan evakuiert, litt in dieser Verbannung, bereits todkrank, unter schrecklichen Entbehrungen. Erst im Mai 1942 wurde er ins »Hospital« des Kolchos »Budjonny« eingeliefert, wo Heinrich Vogeler am 14. Juni 1942 starb. Inzwischen gibt es über ihn und sein Werk eine vielfältige Literatur. Seine Tochter Marie Luise (Mieke) (* 23. 12. 1901 – † 21. 9. 1945) war die Frau von Gustav Regler. Der Sohn Jan Vogeler (* 9. 10. 1923 in Moskau), aus der Ehe mit Sonja Marchlewskaja, kam auf die Komintern-Schule, war im Zweiten Weltkrieg Soldat der Roten Armee, danach Philosophie-Professor an der Lomonossow-Universität in Moskau, übersiedelte später nach Deutschland. Jan Vogeler starb am 23.Januar 2005 in Worpswede.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vogt, Arthur

* 21.8.1894 – ✝ 6.7.1964

Geboren am 21. August 1894 in Breslau, Sohn eines Arbeiters und einer Wäscherin; nach der Schulentlassung Hilfsarbeiter in verschiedenen Betrieben, vor allem in der Metallindustrie. 1908 Mitbegründer der Arbeiterjugendbewegung in Breslau, 1912 Mitglied der SPD, er übersiedelte 1914 nach Leipzig. Ab 1915 Soldat, seit 1917 nur noch »arbeitsverwendungsfähig«. 1917 Übertritt zur USPD, in der Revolution 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates, war 1919 Vorsitzender der Betriebsräte von Leipzig und Delegierter zum 1. Betriebsrätekongreß 1920 in Berlin. Mit der USPD-Mehrheit 1920 zur KPD, wurde Mitglied der VKPD-BL Westsachsen, ab Juli 1922 UB-Sekretär von Riesa. Vogt stand auf dem linken Flügel der KPD, wurde 1924 nach der Übernahme der Parteiführung durch die Linken Orgleiter für den KPD-Bezirk Westsachsen in Leipzig. Er schloß sich 1925 den Ultralinken an und vertrat diese auf dem X. Parteitag 1925 in Berlin. Leipzig war damals ein wichtiger Stützpunkt für die Ultralinken, Vogt ihr Sprecher. Nach dem Auseinanderfallen der Ultralinken gehörten die Leipziger unter Vogt zur Weddinger Opposition und vertraten diese auf dem XI. Parteitag in Essen im März 1927. Bis Juli 1927 blieb Vogt Orgleiter in Westsachsen. Das ZK degradierte ihn zum Sekretär für Gewerkschaftsfragen, dann wurde er am 24. Juli 1927 aus der KPD ausgeschlossen. Einen Tag darauf mußte er eine achtmonatige Gefängnisstrafe antreten (wegen Störung einer NS-Versammlung). Aus der Haft schickte Vogt Ende September 1927 eine Ergebenheitserklärung an das ZK und wurde wieder in die KPD aufgenommen. Er schrieb: »Ich erkenne an, daß die Partei das Recht hat, über ihre Mitglieder zu verfügen, ihnen Funktionen zuzuweisen oder die Funktionäre aufzufordern, ihre Funktionen niederzulegen (auch Funktionen in überparteilichen Organisationen). Ich verpflichte mich, die Beschlüsse der Partei durchzuführen.« Vogt wurde zunächst Instrukteur in der Orgabteilung des ZK, später im Ruhrgebiet. Erst nachdem er mit der Weddinger Opposition gebrochen hatte, schickte ihn das ZK im August 1928 wieder nach Leipzig, um dort die rechte Opposition zu bekämpfen. Im Mai 1928 wurde Vogt im Wahlkreis Westfalen-Nord Abgeordneter des Reichstags, dem er bis September 1930 angehörte. Anfang 1929 in den Bezirken Ober- und Niederschlesien, 1929 in Württemberg eingesetzt, löste er Ende 1931 Hans Warnke als Polleiter für den Bezirk Mecklenburg ab. Im Juli 1932 wieder in den Reichstag gewählt, aber nach dessen Auflösung in Rostock verhaftet, sollte Vogt eine 18monatige Strafe absitzen, wurde aber nach seiner Wiederwahl in den Reichstag im November 1932 aus der Festung Bergedorf entlassen. Vom ZK als Orgleiter in den Bezirk Berlin-Brandenburg entsandt. Da Wilhelm Florin in die Leitung des ZK wechselte, wurde Vogt für die Überführung des Bezirks in die Illegalität zuständig. Bei seiner Verhaftung am 15. April 1933 fand die Gestapo große Mengen illegalen Materials, sein beschlagnahmter Notizkalender enthielt Hinweise, die zur Festnahme von Kurt Krautter und Ewald Blau führten. Vogt wurde von der Gestapo schwer mißhandelt, er sollte Ernst Thälmann zum Übertritt zum Nationalsozialismus bewegen. In der Haftanstalt mit Thälmann zusammengeführt, wagte er es nicht, diesem die Vorschläge der Nazis zu unterbreiten. Das Reichsgericht verurteilte Vogt 1934 zu drei Jahren Gefängnis, anschließend saß er im Gestapokerker in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße. Von 1938 bis 1942 Gießereiarbeiter in Berlin-Reinickendorf, bis Kriegsende Bürogehilfe bei einer Feuerbestattungsfirma. Vogt war mit Ernst Torgler befreundet und hatte sich im März 1933 mit diesem und Wilhelm Kasper getroffen, weshalb es nach 1945 zu umfangreichen Nachfragen und Verhören kam. Als Mitglied der KPD/SED 1945/46 Vizebürgermeister in Berlin-Wedding, ab Juli 1947 Vizepräsident der SBZ-Zentralverwaltung für Umsiedler. Anfang 1948 von der Deutschen Verwaltung des Innern übernommen, er wurde Chefinspekteur und Leiter der Hauptabteilung für die politische Schulung. Im Juli 1949 Geschäftsführer der VVB, nach deren Reorganisation Ende 1950 in untergeordneten Funktionen, er erhielt 1956 den VVO nur in Bronze. Arthur Vogt starb am 6. Juli 1964 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voigt, Willi

* 1892

Geboren 1892 vermutlich in Zeitz; zunächst Holzarbeiter, 1909 schloß sich Voigt der SPD an und kam 1917 zur USPD. Mit der linken USPD wechselte Voigt 1920 zur KPD. Bis 1926 als Verwalter beschäftigt, danach hauptamtlicher Sekretär der KPD-BL Halle-Merseburg, zeitweise war er Orgleiter der BL. Auf dem XII. Parteitag in Berlin-Wedding wurde Willi Voigt zum Kandidaten des ZK gewählt, 1930 war er Gauführer des illegalen RFB in Halle-Merseburg. Er gehörte auch dem dortigen Provinziallandtag an. Das weitere Schicksal von Willi Voigt ließ sich nicht ermitteln.

Wer war wer in DDR

Voigt, Manfred

* 23.2.1935 – ✝ 25.9.2001

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Angest.; Grund- u. Oberschule; 1953 – 57 Studium der Wirtschaftswiss., Dipl.-Wirtsch.; 1955 SED; bis 1965 Mitarb. bzw. Vors. der Plankommission beim Rat des Krs. Altenburg, zeitw. auch Stellv. des Vors. des Rats des Krs.; ab 1965 Mitarb. der SPK; 1969 – 76 Sektorenltr. in der SPK; 1976 – 81 2. Sekr. u. 1981 – 86 1. Sekr. der SED-KL in der SPK; 1984/85 Studium an der PHS; 1986 – 89 Ltr. der Abt. Leicht-, Lebensmittel- u. bezirksgeleitete Industrie des ZK der SED (Nachf. von  Hans-Joachim Rüscher).Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Volk, Karl (Robert)

* 1.4.1896 – ✝ 1961

Geboren am 1. April 1896 in Zolkiev (damals Galizien), Sohn eines Kaufmanns, verlebte seine Jugend in Proßnitz/Mähren. Nach dem Gymnasium studierte er in Prag einige Semester Volkswirtschaft und Philosophie. Er wurde nach dem Krieg Mitglied der jüdischen sozialistischen »Poale Zion«, seit Gründung Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Volk war 1921 kurze Zeit in Rußland, dann Sekretär der russischen Botschaft in Peking, schließlich Leiter des russischen Pressebüros in Wien. Ende 1922 Übersiedlung nach Deutschland, hier als hauptamtlicher Funktionär der KPD 1923 Polleiter des Bezirks Niedersachsen. Von den Linken im April 1924 abgelöst, noch einige Monate Chefredakteur der »Sächsischen Arbeiterzeitung« in Leipzig, kam er dann ein Jahr in den Komintern-Apparat nach Moskau. Dort wechselte er – früher Anhänger der Mittelgruppe – zu den Linken. 1925 ging Volk als Chefredakteur des »Kämpfers« nach Chemnitz (Pseudonym Karl Chemnitz) und bekannte sich damals zu den Chemnitzer Linken, er war eng mit Heinrich Süßkind befreundet. In Berlin übernahm er 1926 die Leitung des KPD-Pressedienstes. Gemeinsam mit Süßkind trennte er sich 1928 von den Linken und wurde in der Folgezeit einer der führenden Versöhnler. Durch Vereinbarungen zwischen den Spitzen von KPD und KPdSU im Februar 1928 wurde Volk zu Beginn der ultralinken Wende der Partei vom Pressedienst entfernt und als Chefredakteur an die »Hamburger Volkszeitung« versetzt, aber sofort nach der Wittorf-Affäre als Gegner Ernst Thälmanns seines Postens enthoben. Wieder in Berlin, leitete er die Versöhnler-Gruppe nach deren offizieller Kapitulation Ende 1929 illegal weiter. Dabei konnte er sich vor allem auf Berliner Funktionäre stützen, die unter seiner Führung auch noch nach 1933 arbeiteten. Volk nahm an der »Versöhnler-Konferenz« 1933 in Zürich teil und hoffte vor allem nach dem VII. Weltkongreß der Komintern 1935 auf eine Wende der Generallinie. Nach den Moskauer Schauprozessen, insbesondere gegen Bucharin 1938, brach er endgültig mit der KPD. Volk lebte zuerst in Frankreich, wanderte während des Krieges illegal in die USA ein und trug dort den Namen Robert Rintel. Unter dem Pseudonym Ypsilon war er Herausgeber des Buches »Pattern for World Revolution«, Chicago-New York 1947, eines der frühen Werke mit internen Kenntnissen über die Stalinisierung der KPD. Als Mitarbeiter für Rußlandfragen an verschiedenen amerikanischen Zeitungen hielt er auch Verbindungen zur SPD. Karl Volk starb im März 1961 in New York.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vehmeier, Wilhelm

* 16.1.1893 – ✝ 1.11.1989

Geboren am 16. Januar 1893 in Detmold; Schlosser in Nienhagen, dort auch Gemeindevertreter. Mitglied der SPD, zeitweise Bevollmächtigter des DMV für Lippe. In den zwanziger Jahren Mitglied der KPD. Seit September 1932 Leiter des KPD-UB Lippe und Mitglied der erweiterten BL Ruhr. Am 15. Januar 1933 gemeinsam mit Adolf Scholz in den Lippischen Landtag gewählt. Bereits am 15. März 1933 in Osnabrück verhaftet und am 22. Juli 1933 vom OLG Hamm zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Am 22. Juni 1934 entlassen, im Juli erneut festgenommen, anschließend drei Monate »Schutzhaft«. Danach selbständiger Händler, kaufte Backwaren auf und vertrieb diese im einsamen nordlippischen Bergland. 1945 wieder Mitglied der KPD, bis 1947 Landtagsabgeordneter in Lippe und Vorsitzender der KPD in Lemgo. Nach dem KPD-Verbot kandidierte er auf einer eigenen Liste für einen Sitz im Gemeinderat. Er soll in den fünfziger Jahren beim Straßenverkehrsamt Detmold tätig gewesen sein. Wilhelm Vehmeier starb am 1.November 1989 in Detmold.

Wer war wer in DDR

Verner, Paul

* 26.4.1911 – ✝ 12.12.1986

Geb. in Chemnitz; Vater Metallarb., Mutter Textilarb., beide frühzeitig KPD, 1937 in der UdSSR verhaftet, 1956 rehabil.; Bruder  Waldemar V.; Volksschule; Lehre als Maschinenschlosser; Mitgl. der kommunist. Kindergr.; Jungspartakusbund; 1925 KJVD; 1929 KPD; Volontär im kommunist. Kämpfer-Verlag in Chemnitz; Jugendfunktionär, u. a. Mitgl. der BL des KJVD Sachsen, Instrukteurtätigkeit; Red. der »Jungen Garde«; 1932 – Aug. 1934 in Moskau Korrespondent bei der Ztg. »Komsomolskaja Prawda«; anschl. Werkzeugschlosser in Magnitogorsk; seit Ende 1933 im skandinav. Büro der KJI, Red. der dt. Ausgabe der »Jugendinternationale«; 1934 in Paris Chefred. der »Jungen Garde« bis Frühjahr 1935; dann zur Reorganisierung des KJVD nach Amsterdam; anschl. nach Belgien; Ende 1936 nach Spanien; Gehilfe des Kriegskdo. der 15. Internat. Brigade; Red. bei »El Voluntario«; Febr. 1939 im Parteiauftrag über Frankreich, Amsterdam, Kopenhagen, im März 1939 nach Schweden; 18.10.1939 verhaftet; März 1940 – 42 Internierung in Smedsbo u. Gefängnis; ab Aug. 1943 Arbeit als Metallarb. mit Aufenthaltsbeschränkung außerhalb von Großstädten. Jan. 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); Chefred. im Verlag Neues Leben; Mitbegr. der FDJ; 1946 KPD/SED; 1946 – 49 im PV der SED verantw. für Jugendfragen; Mitgl. des ZR der FDJ; Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Neuer Weg«; 1948 Dt. Volksrat; 1949 Ltr. der Org.-Abt. im ZK der SED; seit 1950 ZK-Mitgl.; 1950 – 53 ZK-Sekr. für gesamtdt. Fragen; 1953 – 58 Ltr. der ZK-Abt. für gesamtdt. Fragen (Westabt.), verantw. für konsp. Arbeit in der Bundesrep. Dtl.; ab 1958 wieder Mitgl. des ZK-Sekr.; Kand. des PB, verantw. für Westprop.; 1961 VVO; seit 1963 Mitgl. des PB; ab 1958 Abg. der Volkskammer; 1959 – 71 1. Sekr. der SED-BL Berlin (Nachf. von  Hans Kiefert); 1963 – 71 Stadtverordn. in Berlin; 1969 u. 1976 KMO; 1971 Ehrenspange zum VVO; 1971 – 86 Mitgl. des Staatsrats u. Vors. des Volkskammer-Aussch. für Nat. Sicherheit (Nachf. von  Paul Fröhlich); Nachf.  Erich Honeckers als ZK-Sekr. für Sicherheit; 1971 – 83 Ltr. der Jugendkommission beim PB; 1972 – 76 Vors. der Kommission zur Überarbeitung des SED-Statuts; 1981 – 84 stellv. Vors. des Staatsrats; 1984 aus gesundheitl. Gründen Rücktritt von allen Ämtern; 1986 Großer Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Auf bewährtem Kurs für Soz. u. Frieden. Ausgew. Reden u. Aufsätze. Berlin 1981.Michael F. Scholz

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vesper, Walter

* 26.6.1897 – ✝ 17.12.1978

Geboren am 26. Juni 1897 in Wuppertal, Sohn einer Arbeiterfamilie; zunächst Hilfsarbeiter, dann Maurerlehre. Im Herbst 1915 Soldat, wurde verwundet und schloß sich während eines Fronturlaubes 1917 der Spartakusgruppe an. Im Sommer 1918 desertiert, lebte er illegal im Bergischen Land. Da er sich gerade in Berlin aufhielt, nahm Vesper Ende 1918 als Gast am Gründungsparteitag der KPD und an den Januarkämpfen 1919 teil. Während des Kapp-Putsches Führer einer MG-Abteilung der Roten Ruhrarmee, gehörte der KAPD an, übernahm jedoch Ende 1920 den Vorsitz der VKPD Wuppertal. Von 1921 bis 1924 in Hamburg Seemann und Schiffsheizer, er schleuste kommunistische Kader in Deutschland ein. Nach der »Hindenburg-Amnestie« 1925 wieder in Wuppertal, Ende 1928 hauptamtlicher Bezirkskassierer und Mitglied des Sekretariats der BL Niederrhein. Am 11. März 1933 in Siegen festgenommen. Nach seiner Freilassung Pfingsten 1934 aus dem KZ Papenburg Leiter der »Reichstechnik« (Koordination der technischen Apparate der KPD im Inland). Im Sommer 1934 emigrierte Vesper in die ?CSR, 1935 in die Sowjetunion, wo er am VII. Weltkongreß und an der »Brüsseler Konferenz« teilnahm. Bis 1937 Leiter des Internationalen Klubs der Seeleute in Leningrad, 1937 Angehöriger der Internationalen Brigaden in Spanien, u.a. Politkommissar. Dann in Paris, bei Kriegsausbruch, interniert. Von Juni 1940 bis zur Befreiung in Frankreich Mitglied der KPD-Leitung in Toulouse und Kämpfer im Maquis, organisierte später die Rückführung der KPD-Emigranten nach Deutschland. Ab Mai 1945 2. Vorsitzender, 1946 1. Vorsitzender des KPD-Bezirks Niederrhein. Von 1946 bis 1949 Abgeordneter des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Ab Oktober 1948 Mitarbeiter im KPD-PV, im August 1949 als Abgeordneter in den ersten Deutschen Bundestag gewählt. Vesper mußte aber auf Parteibeschluß im Oktober 1951 in die DDR übersiedeln, wurde 1952 Leiter der Westabteilung der Nationalen Front, dann in deren Präsidiums-Büro. 1959 DDR-Botschafter in Ungarn und von 1961 bis 1965 Botschafter in der ?CSSR. Zuletzt arbeitete er im IML, er erhielt 1972 den Karl-Marx-Orden. Walter Vesper starb am 17.Dezember 1978 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Viehweger, Axel

* 27.11.1952

Geb. in Waldenburg (Krs. Glauchau); EOS, Abitur; 1970 LDPD; 1973 – 78 Studium der Energietechnik u. Kernphysik an der TU Dresden, Dipl.-Physiker; danach wiss. Assistent am Inst. für Energetik an der TU Dresden; 1985 Prom. zum Dr.-Ing. über Fernwärmeversorgung; 1979 – 85 Abg. der Stadtbez.-Vers. Dresden-West; 1981 – 85 dort Vors. des Stadtbez.-Verb., 1986 – 90 Vors. des Krs.-Verb. Dresden-Stadt der LDPD; 1985 – 90 Stadtrat für Energie in Dresden; 12.2.1990 Mitgl. des Präs. des Bunds Freier Demokraten, später Mitgl. der FDP; April – Juli 1990 Min. für Bauwesen, Städtebau u. Wohnungswirtschaft (Nachf. von  Gerhard Baumgärtel); trat nach Vorwürfen der Zusammenarb. mit dem MfS zurück; Geschäftsf. der Kracon Engineering Consultation. Okt. 1990 – März 1991 Abg. des Sächs. Landtags; seit 1992 freiberufl. tätig; seit 2000 Ltr. der Arbeitsgr. Mittel- u. Osteuropa der Cecodhas (Verb. der Europ. Sozialen Wohnungswirtsch.); seit 1.1.2002 Verbandsdir. u. Vorst. der Sächs. Wohnungsgenossenschaften; lebt in Berlin-Wilhelmsruh.Ein Beitrag zur Ermittl. »günstiger« hydraul. Betriebsregime für Heißwasser-Fernheiznetze. Dresden 1985.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Vieweg, Kurt

* 29.10.1911 – ✝ 2.12.1976

Geb. in Göttingen; Vater Bankangest.; Realgymnasium; Mitgl. der Wandervogel- u. der Landvolkbew. in Itzehoe; bis 1933 als Industrie- u. Landarb. tätig; 1930/31 Besuch der Landw.-Schule in Eisleben (Freistelle), landw. Gehilfe; 1930 – 32 HJ, stellv. Jungbannführer; ab 1931 für den KJVD tätig; Kontakte zum »Aufbruchkrs.«; 1932 Mitgl. des KJVD Weißenfels; KPD; Mitarb. der KJVD Sachsen-Anh.; 1933 Emigr. nach Dänemark; in Lyngby u. Gentofte für die RH tätig; 1935 – 40 Gasthörer der Landw. HS Kopenhagen; zus. mit  Hans Klein Aufbau eines Hilfskomitees in Aarhus; 1936 – 40 Mitarb. der illeg. KPD-Abschnittsltg. Nord, enge Zusammenarbeit mit dem Abwehrltr. der KPD, Kurt Granzow; Teiln. an kommunist. Emigr.-Arbeit (»Kurt Stein«); Red. der illeg. Ztschr. Bauernbriefe (»Oswald«); landw. Studien für die KPD; nach der Okkupation Dänemarks illeg.; in der KPD-Widerstandsgr. u. dän. Widerstandsbew. Frit Danmark; 1943 nach Schweden; kurze Internierung in Tyllesand; dann Wald- u. Fabrikarb.; 1943 Pol.-Ltr. der KPD Göteborg-Borås; 1944/45 Studium an der landw. HS Ultuna (Uppsala); Frühj. 1945 Rückkehr nach Dänemark; Sekr. des antifa. Flüchtlingsaussch. in Kopenhagen; Mitarb. des dän. Sozialmin.; zul. Pol.-Ltr. der KPD-Gruppe. Juli 1946 Rückkehr nach Dtl.; 1946/47 Landesbauernsekr. der VdgB Sachsen-Anh.; 1947 – 52 Gen.-Sekr. der VdgB (Nachf. von  Anton Jadasch); 1947 – 57 Mitgl. des ZV der VdgB (BHG); 1948 – 51 Mitgl. des Vorst. des Zentralverb. der landw. Genossenschaften; 1948 Mitgl. des Sekr. der DWK; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1949 – 54 Mitgl. des ZK der SED, 1950 – 53 auch des Sekr.; Sekr. für Landw.; 1950 – 54 Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1951 Ord. Mitgl. der DAL; ab 1954 Sekretar der Sekt. Agrarökonomik; im Rahmen des Gesamtdt. Arbeitskrs. für Land- u. Forstw. Entw. eines »Dt. Agrarplans« sowie Aufbau u. Ltg. mehrerer illeg. Apparate in der Bundesrep. Dtl.; nach seiner Enttarnung u. Öffentlichmachung betrieb die ZPKK der SED seine Absetzung aus allen Ämtern; 1953 – 57 Dir. des Inst. für Agrarökonomik; 1954 Mitgl. der Sekt. Wirtschaftswiss. der DAW; 1955 Prom. an der HU Berlin zum Dr. agr.; Habil. u. Ernennung zum Prof. der DAL; Hrsg. des »Handbuchs des Genossenschaftsbauern« (mit  Otto Rosenkranz); 1955 NP; Nov. 1955 Studienreise nach Schweden u. Dänemark; interne Ausarbeitung eines »Neuen Agrarprogramms für die Entw. der Landw. beim Aufbau des Soz. in der DDR«, im Febr. 1957 von der 30. Tagung des ZK der SED als revisionist. zurückgewiesen; März 1957 erzwungener Rücktritt von allen Ämtern bzw. Ausschl. von den Wahlfunktionen; 27.3. 1957 Flucht über Berlin (West) in die Bundesrep. Dtl., Kontakt mit Herbert Wehner; 19.10. 1957 Rückkehr in die DDR, sofort in »Schutzhaft«, 27.3.1958 Haftbefehl; Okt. 1959 durch das Oberste Gericht der DDR wegen »Staatsverrats« zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt (27.12.1990 Aufhebung des Urteils durch das LG Berlin), Aberkennung aller Titel u. Ansprüche; Dez. 1964 Gnadenerlaß des Vors. des Staatsrats u. Entlassung aus dem Zuchthaus Bautzen II; ab 1965 wiss. Mitarb. am Nord. Inst. in Greifswald; ab 1969 dort Forschungsgr.-Ltg. u. Lehrtätigkeit, Forschungstätigkeit u. a. Aktivitäten für die Hauptverw. Aufklärung des MfS; 1971 a. o. Prof.; 1974 Ruhestand; gest. in Greifswald.Die Bauern u. die kommende demokrat. Rep. In: Pol. Info. (1944) 13; Agrarprobleme des neuen Dtl. In: Ebd. (1944) 21 u. 22; Zur Theorie der Standortverteilung der landw. Prod. Berlin 1954; Zu Fragen des landw. Bauwesens. In: Die Dt. Landw. (1956) Sondernr.; Zu den neuen Aspekten der gegenwärt. ideolog. Diskussion in der dän. Sozialdemokratie; In: Nordeuropa Studien (1966) 1; Zu einigen theoret. Aspekten der Diskussion über europ. Sicherheitsfragen in Skandinavien. In: Ebd. (1969) 3. Rehabil. von Prof. K. V. u. M. Langendorf. In: Neue Justiz (1991) 3; Scholz, M. F.: Bauernopfer der dt. Frage. Der Kommunist K. V. im Dschungel der Geheimdienste. Berlin 1997.Siegfried Kuntsche / Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Voelkner, Hans

* 21.8.1928 – ✝ 15.11.2002

Geb. in Danzig (Gdańsk, Polen), Eltern Zirkusartisten; 1935 Emigr. nach Frankreich; in Paris Mitgl. der »Roten Kapelle«; seit 1932 als Zirkusartist tätig; 1937 – 41 Schulbesuch in Paris; 1941 – 43 »Umschulungslager für auslandsdt. Jugendl.« in Hohenelse (b. Rheinsberg); 1943/44 Ausbildung zum Buchhändler; 1944 RAD, desertiert; aufgegriffen u. inhaftiert in Stettin, »Todesmarsch« zum Zuchthaus »Dreibergen«, am 3.5.1945 befreit. Juni 1945 Rückkehr nach Frankreich; 1946/47 Maschinenschlosserlehre; Mai – Okt. 1947 Collège Cévenol in Chambon sur Lignon; Okt. 1947 nach Teiln. an einer Demonstration Ausweisung nach Mainz; 1947 – 49 Dolmetscher; 1949 Festnahme bei einem Versuch, illeg. in die SBZ zu gelangen, Verurteilung wegen »Spionage« zu 25 Jahren Arbeitslager, 1949 – Mai 1955 Haftstrafe in Bautzen; nach Schwerin entlassen, wohnte dort beim Schriftsteller Benno Voelkner; 1955 – 57 Bibliothekar in Schwerin; SED; Fernstudium, 1960 Dipl.-Bibliothekar; 1957 – 60 Ltr. eines Kulturhauses; 1960 – 64 Ltr. der Abt. Kultur beim Rat des Krs. Lübz; 1961 gepr. Dolmetscher u. Übersetzer für die französ. Sprache; 1962/63 Studium an der ASR in Potsdam-Babelsberg; Febr. 1956 – 62 für die MfS-Kreisdienststelle Lübz u. ab Juli 1962 für die HV A als »Janek« erf.; 1964 – 69 wiss. Mitarb. in der Generaldir. des Dt. Reisebüros u. Instrukteur der HV A; 1969 in Paris verhaftet u. zu 12 Jahren Haft verurteilt; 1969 – 74 Haft in Santé u. Melun, 6.9.1974 durch Häftlingsaustausch Rückkehr in die DDR; 1975 – 87 wiss. Mitarb. im IPW; 1987 Invalidenrentner. Mai 1992 Mitbegr. u. Mitgl. des Sprecherrats des Insider-Komitees zur Förderung der krit. Aneignung der MfS-Geschichte. V. betreute von 1962 – 69 wichtige Quellen der HV A in Frankreich, deren Informationen bedeutenden Aufschluß über die NATO erlaubten.Salto mortale. Berlin 1989.Wolfgang Hartmann

Wer war wer in DDR

Vogel, Horst

* 11.5.1931

Geb. in Theißen (Krs. Zeitz); Vater Schlosser; Volksschule; 1945 – 49 Ausbild. zum Schlosser; 1948 SED; 1949 – 52 ABF; 1952 – 55 Studium; 1955 Einstellung beim MfS; 1955/56 Besuch der Schule der HV A; 1968 – 70 Chemiestudium an der TH Leuna-Merseburg; 1970 stellv. Ltr., 1971 Ltr. der Abt. XIII (Grundlagenforschung) der HV A; 1975 Ltr. des Sektors Wiss. u. Technik; 1983 außerdem stellv. Ltr. der HV A; 1987 Gen.-Major; 1989 1. Stellv. des Ltr. der HV A; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vogelsang, Johannes

* 11.12.1892 – ✝ 10.1.1987

Geboren am 11. Dezember 1892 in Ringethal/Krs. Rochlitz, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Baumwollspinner und war später Bergarbeiter. 1910 Mitglied der SPD. Von 1912 bis 1919 Militärdienst und Soldat im Weltkrieg. 1919 Mitbegründer der KPD in Mittweida und ab 1924 dort Stadtverordneter. Er wurde 1929 Leiter der Roten Hilfe im Bezirk Erzgebirge-Vogtland, nach Fusion der drei sächsischen Bezirke Sekretär der RHD für Sachsen. Anfang 1931 ging er nach Moskau, dort bis 1933 offizieller Vertreter der RHD bei der Internationalen Roten Hilfe. Im Mai 1933 illegal nach Deutschland zurückgekehrt, wurde Vogelsang schon am 10. August 1933 in Berlin festgenommen und saß bis Mai 1934 in »Schutzhaft«. Erneut im August 1935 verhaftet, bis November 1936 im KZ Sachsenburg, bei Kriegsausbruch 1939 nochmals für zehn Wochen im KZ Buchenwald. Seine Firma, eine kriegswichtige Verbandswattefabrik, reklamierte ihn, er war von Juli bis November 1944 abermals im KZ. Im Februar 1945 zum Volkssturm eingezogen, desertierte er. Von Mai bis September 1945 Bürgermeister von Mittweida, anschließend übernahm er den Vorsitz der KPD im Kreis Döbeln, dort von 1946 bis 1952 1. Sekretär der SED. Von 1952 bis 1962 Vorsitzender der Bezirks-PKK Leipzig, er erhielt 1972 den Karl-Marx-Orden. Johannes Vogelsang starb am 10. Januar 1987 in Leipzig.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voigt, Arno

* 18.6.1895 – ✝ 9.2.1986

Geboren am 18. Juni 1895 in Großbreitenbach/ Krs. Ilmenau, Sohn eines Nagelschmiedes; lernte Glasmacher, seit 1910 in der Arbeiterjugend. 1915 Soldat, kehrte er Ende 1918 aus dem Krieg zurück, trat zunächst in die USPD, 1919 in die KPD ein. Er leitete die KPD-Ortsgruppe in Oelze und gehörte seit 1926 der KPD-BL Thüringen an. Von 1929 bis 1933 Abgeordneter des Thüringer Landtags, ging Voigt im Februar 1933 in die Illegalität, emigrierte in die âSR, wurde am 5. März 1935 bei einem Einsatz in Deutschland verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er bis März 1941 verbüßte. Danach bis 1943 wieder Glasmacher, 1944 wurde Arno Voigt zur Organisation Todt dienstverpflichtet und geriet Ende 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zurückgekehrt nach Thüringen, wurde er Mitglied der SED und 1948/49 Treuhänder der VVB (Glasbetriebe). Ab 1956 Sekretär der Nationalen Front Ilmenau und zuletzt Personalchef beim Rat des Kreises Ilmenau. Arno Voigt starb am 9. Februar 1986.

Wer war wer in DDR

Voigt, Angela

* 18.5.1951 – ✝ 17.4.2013

Geb. in Weferlingen (Sachsen-Anh.); Leichtathletin; Spezialdisz.: Weitsprung (Trainer: Willi Olfert); 1976 Olymp. Spiele: Siegerin; bei den Europameisterschaften 1978: 2. Platz; Studium der Pädagogik an der PH Magdeburg; 1979 endete ihre sportl. Laufbahn; Jugendtrainerin bei der BSG Lok Haldensleben u. Lehrerin an der PH Magdeburg. Arbeitete in der Seniorenbetreuung in Haldensleben.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Voigt, Volker

* 6.3.1949

Geb. in Sachsenbrunn; Vater Lehrer; EOS, Abitur mit Ausbildung zum Rinderzüchter; 1963 FDJ; 1968 SED; 1967 – 71 Studium an der Pädagog. HS Erfurt-Mühlhausen, Dipl.-Fachlehrer für Dt. u. Russ.; 1971 – 73 Lehrer an der 15. POS Cottbus; 1973/74 Sekr. der FDJ-GO am Inst. für Lehrerbildung Cottbus; 1975 – 77 Fernstudium an der BPS Cottbus der SED; 1974/75 Instrukteur, 1975 – 80 1. Sekr. der FDJ-KL Cottbus-Stadt u. Mitgl. der SED-KL Cottbus-Stadt; seit 1976 Mitgl. des ZR der FDJ; 1980 – 82 1. Sekr. der FDJ-BL Cottbus; 1982/83 Sekr. des ZR der FDJ; seit 1982 Mitgl. des Büros u. des Sekr.; 1983 – Juni 1989 2. Sekr. des FDJ-ZR (Nachf. von  Eberhard Aurich); 1975 – 80 Mitgl. des Sekr. der KL Cottbus-Stadt der SED; 1980 – 82 Mitgl. des Sekr. der BL Cottbus der SED (Nachf. von  Albrecht Schauerhammer); Abg. des Bez.-Tags Cottbus; 1986 – März 1990 Abg. der Volkskammer u. Mitgl. des Präs. der Volkskammer, Mitgl. des Aussch. für Nat. Verteidigung; Juli 1989 Vizepräs. des DTSB.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Volkmann, Irma

* 5.5.1904 – ✝ 19.4.1988

Geboren am 5. Mai 1904 in Berlin, Tochter eines Heilmasseurs. Nach dem Lyzeum (Freistelle) Sekretärin und Stenotypistin, 1923/24 in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin beschäftigt. 1924 Mitglied der KPD, von 1924 bis 1927 Sekretärin im ZK der KPD. Sie reiste 1925 gemeinsam mit Emmy Scholem, der Frau Werner Scholems, u. a. nach Moskau, war während der Tagung des EKKI Stenotypistin und 1927 Sekretärin von Otto Kuusinen im Apparat der Komintern. Von 1928 bis 1930 erneut bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin, lernte sie den Russen Nikolai Farber kennen und übersiedelte mit ihm 1930 in die UdSSR. Sie wurde Mitglied der KPdSU und von 1930 bis 1932 Sekretärin der deutschen Redaktion am Internationalen Agrarinstitut in Moskau, später Übersetzerin für die Zeitschrift »Kommunistische Internationale«. Ihr Mann Farber, Leiter der Planungsabteilung im Volkskommissariat für Wirtschaft, wurde im Herbst 1937 vom NKWD verhaftet und ist in den Stalinschen Säuberungen umgekommen. Irma Volkmann wurde Anfang 1938 aus der KPdSU ausgeschlossen, als »Frau eines Vaterlandsverräters« zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt und nach Archangelsk verbannt. Seit 1946 Lehrerin in Kowrow/Gebiet Wladimir, im Februar 1955 durfte sie in die DDR ausreisen, kam u. a. an das Institut für Sprachen der HU Berlin. Gegen einen verharmlosenden Artikel von Gertraud Teschner im »Neuen Deutschland« anläßlich des 100. Geburtstages von Stalin Ende 1979 schrieb sie einen (natürlich nie veröffentlichten) Protestleserbrief; deshalb wurde sie vom ZK der SED zu einer Aussprache vorgeladen. Irma Volkmann starb am 19.April 1988 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Velhagen, Karl

* 22.9.1897 – ✝ 19.12.1990

Geb. in Chemnitz; Vater Augenarzt; Gymnasium in Chemnitz; 1916 – 18 Kriegsdienst; 1918 – 22 Med.-Studium in München, Freiburg i. Br. u. Leipzig; 1922 Prom. in Halle; 1923/24 Volontärassistent in Chemnitz; 1924 – 27 Assistenzarzt an der Univ.-Augenklinik in Freiburg i. B., 1927 – 29 Assistent an Pharmakolog. Inst. in Freiburg u. Berlin; 1929 – 37 Univ.-Augenklinik Halle; dort 1930 Habil.; 1937/38 stellv. Dir. der Univ.-Augenklinik in Köln; 1938 – 46 Ordinarius u. Dir. der Univ.-Augenklinik in Greifswald. 1946/47 augenärztl. Praxis in Chemnitz; 1947 – 50 Chefarzt der Städt. Augenklinik in Chemnitz; 1950 – 58 Ordinarius u. Dir. der Univ.-Augenklinik Leipzig; hier 1955 – 57 Dekan der Med. Fak.; 1953 Mitgl. der Leopoldina; 1958 – 67 Ordinarius u. Dir. der Augenklinik der HU Berlin; 1962 – 69 Prorektor der Akad. für ärztl. Fortbildung in Berlin; wiss. Arbeiten vor allem auf pharmakotherapeut. u. endokrinolog. Gebiet der Augenheilkunde sowie Prüfung des Farbsinns; 1967 em.; 1960 NP; 1977 VVO; gest. in Berlin.Tafeln zur Prüfung des Farbsinns. Leipzig 1952; Der Augenarzt. 7 Bde. Leipzig 1958 – 67 (Hrsg., 2. Aufl. in 12 Bdn. Leipzig 1969 – 87).Peter Schneck

Wer war wer in DDR

Verner, Waldemar

* 27.8.1914 – ✝ 15.2.1982

Geb. in Chemnitz; Vater Metallarb., Mutter Strumpfformerin, beide in der UdSSR 1937 verhaftet, 1956 nach mutmaßl. Tod rehabil.; Bruder  Paul V.; 1920 – 28 Volksschule; Lehre als Dekorateur; 1923 kommunist. Kindergr. Chemnitz; 1929 KJVD; 1929 – 33 Dekorateur in Chemnitz u. Leipzig; 1930 KPD; 1933 Haft, März 1934 Anklage wegen »Vorber. zum Hochverrat«; auf Beschluß des ZK des KJVD in die Illegalität; als Instrukteur in Berlin u. Magdeburg; 1935 UdSSR; 1935 – 37 Lenin-Schule in Moskau (»Erich Benkert«, »Rudi«); Frühjahr 1938 nach Kopenhagen, u. a. Instrukteur für Hamburg; Mitgl. der KPD-Abschnittsltg. Nord aktiver Widerstand; Mai – Dez. 1945 Red. der »Dt. Nachrichten«; pol. Betreuung in Flüchtlingslagern. Dez. 1945 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); 1946/47 1. SED-Krs.-Sekr. in Hagenow; 1947 – 49 in Stralsund; 1947 – 50 Mitgl. der LL der SED; 1950 Ltr. des Amts für Information; 1950 mit deren Gründung Chef der Seepolizei bzw. der Seestreitkräfte; 1955/56 Besuch der Seekriegsakad. in Leningrad; 1957 – 59 Chef der Seestreitkräfte der NVA (Nachf. von  Felix Scheffler); 1959 gegen seinen Willen abgelöst; 1959 – 79 Stellv. des Min. u. Chef der Pol. HV der NVA (Nachf. von  Rudolf Dölling); 1961 Admiral; 1954 Kand. des ZK; 1963 Mitgl., 1974 – 78 Vors. des ASV »Vorwärts« (Nachf. von Arno Mücke); 1966 Scharnhorstorden; 1969 VVO; 1970 Kampforden; 1974 KMO; 1978 aus dem aktiven Wehrdienst entlassen; 1979 Gen.-Sekr. des DDR-Komitees für die KSZE; Ehrenspange zum VVO; 1981 Abg. der Volkskammer; gest. in Berlin.Hagemann, F.: W. V. – »Der Rote Admiral«. In: Ehlert, H., Wagner, A. (Hrsg.): Genosse General! Die Militärelite der DDR in biogr. Skizzen. Berlin 2003.Michael F. Scholz

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vettermann, Max

* 11.10.1878 – ✝ 20.7.1937

Geboren am 11. Oktober 1878 in Schönau bei Chemnitz, lernte Schlosser und trat 1901 in die SPD ein. Im Weltkrieg zusammen mit Heinrich Brandler und Fritz Heckert in Chemnitz führend in der Spartakusgruppe tätig, Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD, einer der Mitbegründer der KPD im Erzgebirge, 1919 Sekretär der KPD in Chemnitz. Mehrere Jahre Orgleiter des Bezirks Erzgebirge-Vogtland. Vom VII. Jenaer Parteitag 1921 in den ZA der KPD und vom VIII. Leipziger Parteitag 1923 in die Beschwerde- und Revisionskommission gewählt. Vettermann gehörte zum rechten Parteiflügel, deswegen wurde er Mitte 1924 als Orgleiter abgelöst, blieb noch einige Wochen Sekretär für Gewerkschaftsfragen und kam dann in untergeordnete Positionen (Rote Hilfe usw.). Anfang 1929 aus der KPD ausgeschlossen, trat er der KPO bei und wurde deren Geschäftsführer im Bezirk Erzgebirge. Große Aufregung gab es im April 1929, als Vettermann, einer der alten KPD-Kämpfer, von KPD(RFB)-Anhängern und -Mitgliedern in einer Versammlung zusammengeschlagen und schwer verletzt wurde. Bis 1933 war er in der KPO aktiv, danach im Widerstand gegen das NS-Regime. Max Vettermann starb am 20. Juli 1937 im Krankenhaus in Rabenstein. Sein Sohn Primus Vettermann (*6.1.1904 – †9.3.1982), Werkzeugmaschinendreher, ab 1923 Mitglied der KPD, ging wie sein Vater 1929 zur KPO. Nach 1933 am Widerstandskampf gegen die Nazis beteiligt. 1945 in Rabenstein Mitbegründer der KPD, war zeitweilig Mitarbeiter der Chemnitzer Sozialversicherung, später wieder Dreher. Im Zusammenhang mit den Parteiüberprüfungen 1951 verweigerte Primus Vettermann, sich vom eigenen Vater zu distanzieren, der laut Überprüfungskommission als KPO-Mitglied »Verbrechen an der Partei« begangen hatte. Deshalb aus der SED ausgeschlossen, erst 1958 wurde dieser Beschluß aufgehoben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vierath, Karl

* 29.2.1884 – ✝ 7.3.1951

Geboren am 29. Februar 1884 in Berlin; lernte Buchdrucker und fand in Berlin eine Anstellung. 1906 SPD-Mitglied, er trat während des Krieges zur USPD über. Er kam mit der USPD-Mehrheit 1920 zur KPD, wo er zum Berliner linken Flügel zählte. Seit 1922 ehrenamtliches Mitglied der BL, spielte er bei den Aufstandsvorbereitungen 1923 eine große Rolle. Vierath wurde auf Vorschlag Sinowjews am 5. Oktober (neben Arthur Rosenberg und Paul Schlecht) in die KPD-Zentrale gewählt. Im November 1923 stimmte er mit Ruth Fischer, Ernst Thälmann und Rosenberg in der Zentrale-Sitzung gegen die Thesen der Mehrheit und stand auch im Dezember 1923 fest zu Ruth Fischer. Vierath zog im Mai 1924 als Abgeordneter in den Reichstag ein und wurde auch im Dezember wiedergewählt. Zwischen den Sitzungspausen des Parlaments polizeilich gesucht (Steckbrief: »Volles Gesicht, Hornbrille«), lebte er illegal. 1924/25 arbeitete er hauptamtlich in der Berliner BL, schloß sich 1925 nach dem »Offenen Brief« der linken Opposition an. Vierath unterschrieb den »Brief der 700«, protestierte im März 1927 gemeinsam mit Hans Bohla und Wilhelm Obendiek gegen die Ausschlüsse von Linken: »Über tausend Funktionäre habt Ihr kaltlächelnd aus der Partei hinausgeworfen.« Nach dem Ausschluß von Jakob Ritter und Georg Kenzler aus der Partei, trat Vierath am 4. August 1927 unter Protest demonstrativ aus der KPD aus. Im Reichstag gehörte er zur »Gruppe der linken Kommunisten«. Als sein Mandat 1928 erlosch, trat er politisch nicht mehr hervor, war als Vertreter einer Sterbekasse tätig. Er war nach 1933 mehrmals kurz inhaftiert, auch nach 1945 nicht politisch aktiv. Karl Vierath starb am 7.März 1951 in Miersdorf (DDR).

Handbuch Deutsche Kommunisten

Vieweg, Kurt

* 29.10.1911 – ✝ 2.12.1976

Geboren am 29. Oktober 1911 in Göttingen, Sohn eines Angestellten; Landarbeiter, Mitglied der Landvolkbewegung, 1930 der HJ, seit 1931 für den KJVD tätig, ging 1932 offiziell zum KJVD in Weißenfels. Im Oktober 1933 Emigration nach Dänemark, dort ab 1936 Mitarbeiter und Kurier der KPD-AL Nord. Vieweg war ab Oktober 1944 illegal in Schweden, zeitweise interniert, 1945 Studium an der landwirtschaftlichen Hochschule in Uppsala. 1946 Rückkehr nach Deutschland. Mitbegründer und Funktionär der VdgB in Sachsen-Anhalt, von 1947 bis 1953 Generalsekretär der VdgB der SBZ/DDR, Mitglied des DWK-Sekretariats. Er wurde 1949 in den SED-PV kooptiert, dem er bis 1954 angehörte. Von 1950 bis 1953 Sekretär für Landwirtschaft im ZK der SED. Wegen seiner Kritik an der SED-Agrarpolitik vom Politbüro gemaßregelt und am 18. März 1957 aus der SED ausgeschlossen. Er floh in die Bundesrepublik, kehrte am 19.Oktober 1957 aber in die DDR zurück und stand zunächst unter MfS-Hausarrest. Vieweg wurde im März 1958 verhaftet und im Oktober 1959 zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Durch eine Amnestie 1964 vorzeitig entlassen, fertigte er für die HV A des MfS Gutachten an. Seit 1965 wissenschaftlicher Mitarbeiter und ab 1971 als außerordentlicher Professor an der Sektion Nordeuropa-Wissenschaften der Universität Greifswald. Kurt Vieweg starb am 2. Dezember 1976 in Greifswald. Die Revision des Urteils von 1959 erfolgte posthum im Dezember 1990. Eine Biographie über Kurt Vieweg (Bauernopfer der deutschen Frage) veröffentlichte Michael F. Scholz 1997.Siegfried Kuntsche / Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Vogel, Eberhard

* 8.4.1943

Geb. in Altenhain (b. Chemnitz); 1959 – 70 Fußballer beim FC Karl-Marx-Stadt, 1967 DDR-Mstr., 1969 DDR-Fußballer des Jahres; 1970 – 82 Spieler beim FC Carl Zeiss Jena, 1972, 1974 u. 1980 FDGB-Pokalsieger, 1981 im Finale des Europapokals der Pokalsieger; 1962 – 76 Nationalspieler, 1964 u. 1972 Olympiadritter, 1974 6. Platz bei der WM, 25 Tore in 74 Länderspielen; 1983 – 89 Nachwuchstrainer des Dt. Fußballverb., mit der DDR-Juniorenauswahl 1986 Europameister u. 1987 WM-Dritter; 1989/90 Co-Trainer der DDR-Nationalmannschaft. 1990 – 2003 Trainer versch. Amateur- u. Zweitligamannschaften, u. a. 1992 – 94 bei Hannover 96, 1995 – 97 beim FC Carl Zeiss Jena, 2000/01 beim 1. FC Magdeburg, 2002/ 03 beim Dresdner SC; 2004 – 06 beim VfB Sangerhausen; 1997/98 Nationaltrainer von Togo. V. ist mit 440 Einsätzen der Spieler mit den meisten Oberligaspielen in der Geschichte des DDR-Fußballs.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Vogel, Karl

* 21.5.1925 – ✝ 18.4.2004

Geb. in Oelsnitz; Vater Landwirt; Volksschu- le, Landwirtschaftsgehilfe; Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. FDJ; 1949 pol. Ltr. der MAS Nierwürschnitz; ab 1949 Mitarb. im ZR der FDJ, dort 1950/51 Instrukteur, dann stellv. Abt.-Ltr.; 1951 SED; 1951/52 Studium an der Komsomol-HS in Moskau; 1952 – 58 1. Sekr. der FDJ-BL u. Mitgl. der SED-BL Suhl, Kand., dann Mitgl. des Büros; 1954 – 58 Mitgl. des Bez.-Tags Suhl; 1958 – 61 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1961 – 85 Mitarb., dann Sektorenltr. in der Abt. Jugend, 1985 – 89 Ltr. der Abt. Befreundete Parteien im ZK der SED (Nachf. von  Waldemar Pilz); 1978 VVO; 1986 – März 1990 Mitgl. der Volkskammer, dort Mitgl. des Verfass.- u. Rechtsaussch.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Vogler, Günter

* 28.7.1933

Geb. in Reinhardsgrimma (Krs. Dippoldiswalde); Vater selbst. Sattler; ab 1940 Volks-, Grund- u. Zentralschule Reinhardsgrimma; 1948 FDJ; 1948 – 52 Abitur in Altenberg (Erzgeb.); 1952 – 56 Studium der Geschichte an der HU Berlin; 1956 Kirchenaustritt; 1956 – 63 Assistent am Histor. Inst. der HU; 1960 SED; 1962 Prom. mit einer Studie zur feudalen Arbeitsrente u. zum bäuerl. Widerstand im 18. Jh.; 1963 – 66 Mitarb. im Staatssekr. für Hoch- u. Fachschulwesen, nebenamtl. Lehre an der HU; 1966 Doz., 1968 erster Dir. der neu gegr. Sektion Geschichte an der HU, 1969 ord. Prof. für Geschichte der Frühen Neuzeit; 1978 Habil. mit einer Arbeit über die reformator. u. soziale Bewegung in der Reichsstadt Nürnberg 1524/25; 1979 – 91 Ltr. des Bereichs Dt. Geschichte an der Sektion Geschichte der HU Berlin (Nachf. von  Heinrich Scheel); Febr. 1990 letzter Präs. der Historiker-Ges. der DDR, Mitgl. zahlr. nat. u. internat. Verbände u. Gremien, seit den 1960er Jahren Vortrags- u. Konferenzreisen in zahlr. Länder Europas u. die USA; 1994 Vorruhestand. V. gilt als internat. geachteter Historiker für die Geschichte der Frühen Neuzeit u. zählt zu den bekanntesten Verfechtern der Deutung des Bauernkriegs als »frühbürgerl. Rev.«; Hrsg. zahlr. Monogr. u. Sammelbände, u. a. Martin Luther (Berlin 1983); Europäische Herrscher (Weimar 1988); Buch der Reformation (Berlin 1989); Wegscheiden der Reformation (Weimar 1994).Zur Geschichte der Weber u. Spinner von Nowawes 1751 – 1785. Potsdam 1965; Preußen. Berlin 1970 (mit K. Vetter); Die Gewalt soll gegeben werden dem gemeinen Volk. Berlin 1975; Nürnberg 1524/25. Berlin 1982; Thomas Müntzer. Berlin 1989; Absolutistische Herrschaft u. ständ. Ges. Stuttgart 1996; Europas Aufbruch in die Neuzeit. Stuttgart 2003; Thomas Müntzer u. die Ges. seiner Zeit. Mühlhausen 2003; Bauernkrieg zwischen Harz u. Thüringer Wald. Stuttgart 2008 (Hrsg.).Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Voigt, Otto Albert

* 17.3.1893 – ✝ 20.5.1971

Geboren am 17. März 1893 in Badra bei Sondershausen; Schlosserlehre, dann als Schlosser beschäftigt; im Krieg Soldat. 1918 in Leipzig Mitglied der USPD, 1920 mit der linken USPD zur KPD. Anhänger der Linken, seit 1924 Mitglied der BL Westsachsen und hauptamtlicher Funktionär. In Leipzig 1925 aktiver Anhänger der Ultralinken, deshalb 1927 zusammen mit Arthur Vogt aus der Partei ausgeschlossen, aber nach einer Selbstkritik wieder in die KPD aufgenommen. 1928 wieder Mitglied der BL Westsachsen, wurde Otto Voigt vom XII. Parteitag 1929 als Kandidat ins ZK gewählt. 1931 sechs Monate Kursant der Komintern-Schule in Moskau, anschließend Parteisekretär der UBL Leipzig. Er arbeitete nach 1933 als Schlosser, zeitweise inhaftiert, trat politisch nicht mehr hervor, weitere Daten ließen sich nicht ermitteln. Otto Albert Voigt starb am 20. Mai 1971 in Dresden.

Wer war wer in DDR

Voigt, Elisabeth

* 5.8.1893 – ✝ 8.11.1977

Geb. in Leipzig; Vater Chemiker; 1904 – 15 Besuch einer Privatschule, teilw. in Ameri- ka; Ausbildung u. Tätigkeit als Laborantin; 1922 – 29 Studium an der HS für bildende Künste Berlin-Charlottenburg bei Karl Hofer; 1929 – 33 Mstr.-Schülerin von Käthe Kollwitz an der Preuß. AdK Berlin; 1933 Dürerpreis; 1934/35 Rom-Stipendium; danach freischaff. in Berlin mit häufigen Studienreisen nach Tirol (1935 – 43); 1937 Gold- u. Silbermedaille der Internat. Kunstausstellung in Paris; 1941 Kunstpreis der Stadt Berlin; 1943/44 Zerstörung des Berliner Ateliers, Umzug nach Leipzig. 1946 – 58 Doz. an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; daneben 1952 – 58 Lehrbeauftr. am Inst. für Kunsterziehung der KMU Leipzig; 1952 Prof.; Verdächtigung als Formalistin u. Verdrängung aus dem Lehramt; 1953 Austritt aus dem VBK; seit 1958 freischaff.; 1975 Ehrenmitgl. des VBK. Werke: Holzschnitt-Zyklus Werwolf, Illu- sion (1945), Der rote Stier, Zeichnungen zu  Brecht: Mutter Courage (1952), zum Buch Jeremias (1958), zum Buch Esther (um 1965).Helmut S.: E. V. Berlin 1962.Dieter Gleisberg

Wer war wer in DDR

Voigtberger, Dietrich

* 4.4.1941 – ✝ 17.12.1988

Geb. in Gera; Vater kfm. Angest.; Grund- u. Oberschule, 1959 Abitur; 1953 FDJ; 1959 – 62 NVA; 1962 – 67 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1966 CDU; 1967 – 70 wiss. Assistent an der HfÖ Berlin; 1969 Prom. zum Dr. oec.; 1970 – 73 Ltr. der Abt. Wissenschaftsorg. am Inst. für Regelungstechnik Berlin; 1973 – 81 wiss. Oberassistent an der HfÖ Berlin; 1979 Habil. zum Dr. sc. oec.; ab 1980 Doz. an der HfÖ Berlin; 1986 a. o. Prof.; 1970 – 81 Vors. des CDU-KV Berlin-Lichtenberg; 1971 – 88 Abg. der Volkskammer, Mitgl. des Aussch. für Arbeit u. Sozialpol.; 1986 – 88 stellv. Vors. der Interparl. Gruppe; 1981 – 88 Vors. des CDU-BV Berlin (Nachf. von Ursula Raurin-Kutzner); 1982 – 88 Mitgl. des Hauptvorst. der CDU u. seines Präs.; VVO.Grundsätzliche Möglichkeiten der Qualifizierung der Wettbewerbsführung. Berlin 1974; Zum wechselseitigen Zusammenwirken ausgew. ökonom. Gesetze. Berlin 1975.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Volkmann, Johannes (Hans)

* 1.8.1893 – ✝ 27.9.1957

(* 1893 – † 1957) Geboren am 1. August 1893 in Merseburg, Sohn eines Buchbindermeisters und Kunstmalers; lernte Bau- und Maschinenschlosser, trat 1908 in die sozialistische Arbeiterjugend ein. Während des Weltkriegs in einem Schweißmaschinenbetrieb in Berlin-Schöneberg »unabkömmlich«. Ende November 1918 Schlosser in der Reichsbahn-Hauptwerkstatt Berlin-Tempelhof, aus politischen Gründen entlassen. Von 1920 bis 1923 Lokomotivführer und Betriebsrat bei den Anhaltinischen Kohlewerken in Mücheln, er trat 1922 in die KPD ein. Ab 1924 im Leunawerk beschäftigt, Betriebsratsmitglied und Leiter der KPD-Betriebszelle. Volkmann war Abgeordneter des Provinziallandtages der Provinz Sachsen, wurde im September 1930 im Wahlkreis Merseburg in den Reichstag gewählt, dem er bis 1932 angehörte. Am 4. März 1933 festgenommen, bis Ende Mai 1934 in »Schutzhaft«, 1937 erneut vier Wochen inhaftiert. Von 1937 bis 1945 war Volkmann Angestellter einer Baufirma. Ab Oktober 1945 hauptamtlicher Funktionär der VVN im Land Thüringen, er baute die OdF-Betreuungsstelle in der Stadt sowie im Landkreis Rudolstadt auf. Später Mitarbeiter der IHK des Kreises Rudolstadt. Johannes Volkmann starb am 27. September 1957.