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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Weiterer, Maria

* 18.2.1899 – ✝ 1.12.1976

Geb. in Essen (Ruhr); Vater Buchhalter, Mutter Hebamme; 1906 – 15 Volksschule, Präparandaranstalt, ein halbes Jahr kfm. Schule; 1915/16 Arbeit in versch. Privatbetrieben; ab 1916 in der Kriegsführsorge der Stadtverw. Bochum; 1921 KPD Essen; Mitarb. der Red. »Ruhr-Echo«, Stenotypistin bei  Lex Ende; Funktionärin der KPD-BL Berlin u. im Ruhrgeb.; Roter Frauen- u. Mädchenbund (RFMB); bis 1928 Gaultr. des RFMB; 1928 Mitgl. der Bundesltg. des RFMB; 1928 Mitarb. der Abt. Gewerkschaften des ZK der KPD; Lebensgem. mit Siegfried Rädel; Mitarb. in der Reichsltg. der RGO; später in der Org.-Abt. des KPD-UB Berlin-Charlottenburg; anschl. Frauenltr. im KPD-UB Berlin-Prenzlauer Berg; zul. bis 1933 Pol.-Ltr.; 1933 illeg. pol. Arbeit; Sept. 1933 verhaftet, Sept. 1933 – März 1934 Haft im KZ Mohringen (Solling); 1934 illeg. in die ČSR (Prag); Grenzarbeit im tschech.-dt. Grenzgeb.; Okt. 1934 verhaftet u. U-Haft in Prag; Nov. 1934 in die UdSSR; 1934/35 Stenotypistin bei der Profintern in Moskau; Jan. 1936 in die Schweiz; dort Grenzarbeit; Mitarb. der KPD-Abschnittsltg. Süd; Okt. 1936 verhaftet u. nach Frankr. ausgewiesen; Ltr. des Sozialaussch. der KPD-Emigr.-Ltg. u. Ltr. d. Kaderarchivs d. dt.-spr. Spanienfreiwilligen; Jan. 1940 verhaftet u. im Lager Rieucros intern., ab 1941 im Auswanderungslager Bompard in Marseille; Kontakte zu Noel H. Field; aus dem Lager geflohen u. illeg. in Frankr.; ab Dez. 1941 illeg. in die Schweiz (Genf), dort zus. mit Leo Bauer Abwehrarbeit für die KPD-Emigration; Ende 1944 wieder in Paris, dort Mitarb. des Unitarian Service Committee (USC). Aug. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 Gewerkschafts-Sekr., Ltr. des Frauensekr. des DGB-KV Heidelberg u. Mitgl. des Sekr. der KPD-KL Heidelberg; Juni 1946 Übersiedl. nach Berlin; 1946 Hauptref. im Frauensekr. der SED, zuständig für die Westzone; 1947 – 49 gemeinsam mit  Marie Hartung Ltr. der Frauenabt. des PV der SED (Nachf. von  Elli Schmidt u.  Käthe Kern); 1947 Mitbegr. u. Gen.-Sekr. des DFD, nach Konflikten mit der Vors.  Anne-Marie Durand-Wever zurückgetreten; 1949/50 Bundessekr. im Sekr. des DFD-BV; 24.8.1950 wegen ihrer Zusammenarbeit mit Noel H. Field aus SED u. VVN ausgeschl. u. von allen Funktionen entbunden; 1950 – 52 Buchhalterin bzw. Statistikerin in der Seidenweberei Novotex in Berga (Elster); 1952 – 55 Abt.-Ltr. des VEB Novotex in Berga (Elster); 1954 Wiederaufn. in die SED, parteiintern teilweise u. 1956 voll rehabil.; 1956 – 59 Sekr. der BPO im VEB Novotex; 1959 – 63 Hauptref. in der HV Verlage u. Buchhandel des Min. für Kultur, Ltr. des Ressorts private Verlage; Mitgl. der SED-Ltg. der VVB Verlage; 1962 Clara-Zetkin-Medaille; 1963 – 65 Hauptref. in der Kaderabt. der HV Verlage u. Buchhandel; 1964 VVO; April 1965 Rentnerin; 1967 Mitgl. der SED-KL Berlin-Köpenick; 1969 VVO; gest. in Berlin.Fölster, E. / M. W.: Siegfried Rädel. Berlin 1980. Lewis, F.: Bauer im roten Spiel. Berlin, Frankfurt (Main), Wien 1965; Kießling, W.: Partner im »Narrenparadies«. Berlin 1994; Bart, B.-R., Schweizer, W. (Hrsg.): Der Fall Noel Field. Schlüsselfigur der Schauprozesse in Osteuropa. 2 Bde. Berlin 2005 u. 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Welk, Ehm

* 29.8.1884 – ✝ 19.12.1966

Geb. in Biesenbrow (b. Angermünde); Vater Landwirt; 1903 Volontär u. Hilfsred. der »Stettiner Abendpost«; anschl. Seefahrt; danach journalist. tätig; 1922 aus dem Reichsverb. der Dt. Presse ausgeschlossen aufgrund seiner pazifist. Haltung; ab 1923 als Schriftst. in Berlin; 1926 aufsehenerregendes Drama »Gewitter über Gotland«; ab 1928 Chefred. der Ztg. »Grüne Post«; 1934 KZ (Oranienburg) Sachsenhausen wegen eines gegen Joseph Goebbels gerichteten Leitartikels; zeitw. Schreibverbot; 1937 Erfolgsroman »Die Heiden von Kummerow«; Übersiedl. nach Neukirchen (b. Stettin); 1938 »Die Lebensuhr des Gottlieb Grambauer«, 1943 »Die Gerechten von Kummerow«. 1945/46 KPD/SED; 1945 Begründ. des KB in Ueckermünde; Sachbearb. im Landratsamt; 1945 – 49 in Mecklenb. Mitarb. im Min. für Volksbildung; gründete sechs VHS in Mecklenb.; Dir. der VHS in Schwerin; ab 1949 PEN-Zentrum Dtl., dann PEN-Zentrum Ost-West; ab 1950 freischaff. in Bad Doberan; veröff. u. a. »Mein Land, das ferne leuchtet« (1952), »Mutafo oder das Ding, das durch den Wind geht« (1955); 1954 NP; 1954 Ehrenbürger von Bad Doberan u. Angermünde; Mitgl. der DAK; 1956 Dr. h. c. der EMAU Greifswald; 1959 VVO; Dt. Friedensmedaille; 1964 Prof.; Mitgl. des Wiss.-Künstler. Rats beim Min. für Kultur; gest. in Bad Doberan.Reich, K.: E. W. Stationen eines Lebens. Rostock 1976; Schürmann, M.: Der Hammer will gehandhabt sein. Untersuchungen zum literar. Nachkriegsschaffen E. W.s (1945 – 1966). Frankfurt (Main) u. a. 2001; Rösler, R.: »Ich bin ein politischer Mensch, aber keine Kämpfernatur?« E. W. u. sein Verhältnis zur Macht (1933 – 1953). In: Fallada-Jahrbuch, Bd. 5. Neubrandenburg 2006; Reich, K.: E. W. Der Heide von Kummerow. Die Zeit, das Leben. Rostock 2008.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Welskopf, Elisabeth Charlotte

* 15.9.1901 – ✝ 16.6.1979

Geb. in München; Vater Rechtsanwalt; Abitur am humanist. Gymnasium; 1921 – 25 Studium der Alten Geschichte, Rechtswiss., Ökon. u. Philos. an der Univ. Berlin; seit 1923 schriftsteller. tätig; 1925 Prom.; 1925 – 27 Betriebsstatistikerin; 1928 – 45 Ref. im Statist. Reichsamt; 1943 – 45 aktiv im Widerstand gegen das NS-Regime. Mai 1945 – Juli 1946 Verw.-Referentin im Bez.-Amt Berlin-Charlottenburg; 1946/47 Handlungsbevollm. in der Baustoff-Beschaffung-GmbH; 1946 KPD / SED; 1949 – 52 Aspirantin an der HU Berlin; 1952 – 59 Doz.; 1959 Habil. mit einer Arbeit über Muße im alten Hellas; 1960 Prof. mit Lehrauftrag; 1961 Ltr. der Abt. Geschichte des Altertums am Inst. für Allg. Geschichte der HU Berlin; 1962 – 72 Mitgl. des Präs. der Historikerges. u. Ltr. der Fachgr. Alte Geschichte; 1964 als erste Frau Ord. Mitgl. der DAW; 1966 Em.; 1958 u. 1961 VVO; 1972 NP; gest. in Garmisch-Partenkirchen. L. W.-H. gehörte zu den ersten marxist. Altertumsforschern in der DDR, ihre vornehml. Forschungsthemen waren: Produktionsverhältnisse im Alten Orient u. in der griech.-röm. Antike, soziale Gruppen- u. Typenbegriffe, die hellen. Poleis; v. a. mit ihren Indianerbüchern (»Die Söhne der großen Bärin«; »Nacht über der Prärie«; »Licht über weißen Felsen« u. a.) wurde L. W.-H. auch als Kinder- u. Jugendbuchautorin internat. bekannt.Die Produktionsverhältnisse im Alten Orient. Berlin 1957; Die Muße als Problem Stark, I. (Hrsg.): E. Ch. W. u. die Alte Geschichte in der DDR. Stuttgart 2005.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Wend, Diethard

* 10.12.1932

Geb. in Leipzig; Vater Angest.; OS, Abitur; 1950 NDPD; Volontär bei der Leipziger Beilage der »National-Ztg.«; 1952 Volontär bei den »Sächs. Neuesten Nachrichten«; 1954 VDJ; 1956 Red. der »National-Ztg.«; 1961 – 66 Fernstudium der Journalistik an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1972 stellv. Chefred., 1982 – 90 Chefred. der »National-Ztg.« (Nachf. von  Horst Kreter); 1981 VVO; 1982 Mitgl. des Hauptaussch. der NDPD, 1985 – 90 seines Sekr.; 1982 Mitgl. des ZV des VDJ, 1987 – 90 seines Präs.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wendt, Erich

* 29.8.1902 – ✝ 8.5.1965

Geb. in Leipzig; Vater Fleischermeister; 1908 – 16 Volksschule in Eisleben; 1916 – 20 Ausbildung zum Schriftsetzer bei Ullstein Berlin; 1920/21 dort im Beruf tätig; 1919 Freie Soz. Jugend; 1920 KJVD; 1922 KPD; 1921/22 Buchhändler »Die Junge Garde« Berlin; 1922/23 »Meshdunarodnaja Kniga« Berlin; gehörte 1923 innerhalb der KPD zur linken Opposition gegen Heinrich Brandler; 1923 wegen »Vorber. zum Hochverrat« verhaftet, U-Haft im Zuchthaus Cottbus, Dez. 1923 Verfahren eingestellt; 1923/24 Verlag der Jugendinternat. in Wien; 1925/26 Red. der KJI in Moskau; 1926 Mitgl. des ZK des KJVD; 1927/28 Red. beim ZK der KJVD in Berlin; 1928 – 31 Hersteller u. Red. im Verlag der Jugendinternat. Berlin; Juni 1931 nach Moskau emigriert, weil ein Gerichtsverfahren wegen »liter. Hochverrats« eingeleitet worden war; dort Herstellungsltr. u. stellv. Vors. der Verlagsgenossenschaft ausländ. Arbeiter in der UdSSR; Aug. 1936 in Moskau verhaftet u. aus der KPD ausgeschl.; 1936 – 38 U-Haft durch das NKWD in Saratow; 1939 KPD-Ausschl. zurückgenommen; 1938 – 40 Dt.-Lehrer in Engels; 1940/41 Übersetzer bei der Ztg. »Die Nachrichten« (Engels); 1941 mit Wolgadeutschen deportiert u. nach Kansk (Krasnojarsker Gebiet) verbannt; dort 1941/42 Arbeiter u. Hilfsbuchhalter im Sowchos »Majak«; 1942 – 47 Übersetzer in der dt. Red. von Radio Moskau. März 1947 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); SED; 1947 – 54 Ltr. des Aufbau-Verlags Berlin (Nachf. von Kurt Wilhelm); 1949 gleichz. Ltr. der Abt. Sowjetprop. im Berliner Rundfunk u. beim Dtl.-Sender; 1949 – 65 Präsidialratsmitgl. des KB; 1951 – 53 1. Bundessekr. des KB; seit 1958 Vizepräs. des KB; 1950 – 58 Abg. der Volkskammer, Vors. der KB-Fraktion; 1953 – 57 Ltr. der Leninabt. des IML; 1957 – 65 stellv. Minister für Kultur (im Rang eines Staatssekr.), verantw. für die Bereiche Org., Lit. u. Buchwesen; 1959 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1962 KMO; 1963 DDR-Beauftr. zur Verhandlung mit dem West-Berliner Senat über Privatbesuche in Berlin (Ost) (Passierscheinverhandlungen); 1964 VVO; war in erster Ehe (bis 1936) mit Lotte Kühn ( Lotte Ulbricht) verh.; seit 1950 verh. mit Charlotte Teuber (der ersten Ehefrau von Herbert Wehner); gest. in Berlin.E. W. zum Gedenken. Berlin, Weimar 1967; Wurm, C.: Der frühe Aufbau-Verlag 1945 – 61. Konzepte u. Kontroversen. Wiesbaden 1996.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wenzel, Johann

* 9.3.1902 – ✝ 2.2.1969

Geboren am 9. März 1902 in Niedau-Danzig, Sohn einer Arbeiterfamilie. Schlosserlehre und Arbeiter im Steinkohlebergbau, ab 1925 Montagearbeiter in Berlin. 1921 wurde Wenzel Mitglied des KJVD, 1923 der KPD. 1929/30 Kursant (Schuldeckname Horst) eines militärpolitischen Lehrgangs in Moskau, anschließend hauptamtlicher Instrukteur für Militärfragen in Hamburg und Bremen (Deckname Hermann). Er arbeitete 1932 im BB-Ressort und wurde um die Jahreswende 1930/31 zusätzlich für die sowjetische Militärspionage angeworben. Ab Mai 1932 Instrukteur für Militärfragen in den Bezirken Ober-, Mittel- und Niederrhein. Mit Theodor Bottländer reiste Wenzel im Sommer 1933 im Auftrag des ZK nach Holland, um Informationen über den in Berlin wegen des Reichstagsbrandes angeklagten Marinus van der Lubbe zu beschaffen. Seit Frühjahr 1935 in der Sowjetunion, nach einer Funkausbildung Mitarbeiter der 4. Abteilung des Generalstabs der Roten Armee und bildete selbst Funker aus. Anfang 1937 nach Belgien und die Niederlande geschickt, um eine Funkbasis aufzubauen. Er hatte engen Kontakt mit dem »Grand Chef« der »Roten Kapelle«, Leopold Trepper, und Alexander Kent (Gurewitsch). Er übermittelte im November 1941 Funksprüche nach Moskau mit Informationen, die Kent von Harro Schulze-Boysen Ende Oktober 1941 in Berlin erhalten hatte. Im Juni 1942 verhaftet und schwer gefoltert, ließ sich Wenzel angesichts der aussichtslosen Situation auf das bekannte »Funkspiel« der deutschen Abwehr ein (verhaftete Funker mußten zwecks Täuschung der sowjetischen Seite weiterfunken), er hoffte, die sowjetische Seite würde die richtigen Schlüsse ziehen. Ihm gelang im November 1942 die Flucht, er hielt sich bis zur Befreiung Belgiens illegal in Brüssel auf und meldete sich im Oktober 1944 bei der Vertretung der sowjetischen Militäraufklärung. Im Januar 1945 nach Moskau gebracht, wo sofort gegen ihn ermittelt wurde. Wegen des im Auftrag der deutschen Abwehr mit der Zentrale in Moskau geführten »Funkspiels« wurde er ohne Gerichtsurteil von der »Besonderen Kommission« zu fünf Jahren Zwangsarbeitslager verurteilt. Ende Mai 1955 durfte Wenzel in die DDR, zunächst auf einer MTS bei Strausberg. Er wurde Ende 1956 Mitarbeiter des funktechnischen Dienstes bei ADN. Johann Wenzel starb am 2.Februar 1969 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Wenzel, Horst

* 18.10.1921

Geb. in Weißbach bei Zschopau; Vater Fräser, Mutter Hausfrau; Volksschule, 1935 – 38 Berufsschule u. Lehre als Werkzeugschlosser bei der Auto-Union Chemnitz; 1938 / 39 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht, Mai – Juni 1945 amerik. Kriegsgef. in Österreich. 1945 / 46 Arbeit als Schlosser im RAW Chemnitz; 1946 Vorstudienanstalt (vier Monate), Abitur; 1946 SPD / SED; 1946 – 52 Stud. der Wirtschaftswiss. an der TH Dresden, Dipl.-Wirtschaftler; 1952 – 55 Ass. des Werkdir. u. Gruppenltr. Technologie im Eisenhüttenkombinat Eisenhüttenstadt; 1955 – 57 Abt.-Ltr. in der SED-KL Eisenhüttenstadt; 1957 / 58 Stud. an der PHS »Karl Marx«; 1958 – 63 Sekr. für Wirtschaft der SED-KL Saalfeld; 1963 1. Stellv. des Vors., 1965 – 73 Vors. des Rats des Bez. Gera (Nachf. von  Albert Wettengel), aus gesundheitl. Gründen aus der Funktion ausgeschieden.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, August

* 13.9.1894 – ✝ 7.6.1966

Geboren am 13. September 1894 in Hannover; Schlosser, dann Gastwirt. 1920 KPD-Mitglied. 1922 auf der KPD-Liste in der Firma Continental gewählt und Arbeiterratsvorsitzender. Ausschluß aus dem DMV, 1922 Entlassung durch die Werksleitung von Continental. Ende 1922 wurde Werner Polleiter des KPD-Bezirks Niedersachsen. Als Delegierter Hannovers auf dem VIII. Parteitag 1923 in Leipzig Mitglied der Beschwerde- und der Orgkommission. Ende 1923 von der Zentrale abgelöst und versetzt. Anfang April 1924 verhaftet, bis Oktober 1925 im Gefängnis. Ab 1925 in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen der BL aktiv. Da er zu den Versöhnlern gehörte, erhielt er ab Mai 1929 Funktionsverbot, arbeitete zusammen mit anderen Versöhnlern wie Eduard Wald. Über sein weiteres Schicksal konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Bekannt ist lediglich, daß er ab 1929 im Hannoverschen Adreßbuch als Kaufmann bzw. Zigarrenhändler aufgeführt ist und ab 1931 Gastwirt war. August Werner starb am 7. Juni 1966 in Hannover.

Wer war wer in DDR

Werner, Arthur

* 15.4.1877 – ✝ 27.7.1967

Geb. in Berlin; Volksschule, Gymn. in Berlin; 1898 Abitur u. Beginn eines Jura-Studiums an der Kaiser-Wilhelm-Univ. Berlin; 1898 – 1900 u. 1905 – 07 Architekturstudium an der TH Charlottenburg, 1907 Dipl.-Ing.; 1907 – 11 Regierungsbauführer im Staatsdienst in Potsdam u. Frankfurt (Oder); 1912 Prom. an der TH Berlin zum Dr.-Ing.; 1906 Gründer der »Schinkel-Akad.«, die nach dem 1. Weltkrieg zur bekanntesten techn. Privatschule Berlins wurde; parteilos; 1914 – 18 Militärdienst als Ltn. der Infanterie, schwer verletzt; Gegner des NS, Jan. – Aug. 1932 im Auftrag der KPD Mitgl. der NSDAP; März 1942 nach bürokrat. Schikanen Schließung der Schinkel-Akad., Rückzug ins Privatleben. Nach Ernennung durch den sowj. Stadtkommandanten  Nikolai Bersarin am 17. Mai 1945 bis Dez. 1946 OB von Groß-Berlin; Frühjahr 1946 Honorarprof. für Architektur an der TH Berlin-Charlottenburg; Mai – Dez. 1950 MA in einem Baugeschäft; Ende 1950 Wiedereröffn. der privaten Bauschule in Berlin-Lichterfelde; 1954 als parteiloser Kand. auf der SED-Liste zu den Abgeordnetenhauswahlen in West-Berlin; 1954 VVO; 1960 Banner der Arbeit; gest. in Berlin.Ein halbes Jahr Berliner Magistrat. Berlin 1946. Die Sitzungsprotokolle des Magistrats der Stadt Berlin 1945 / 46. Berlin 1999.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Werner, Rolf

* 12.11.1926 – ✝ 16.03.1991

Geb. in Wolfen (Krs. Bitterfeld); Vater Arbeiter; Volks- u. Fachschule für Chemie, Lehre u. Arbeit als Chemielaborant; 1944 RAD, 1945 Wehrmacht. 1946 – 49 Chemielaborant im EKB Bitterfeld; 1946 FDJ u. SED; 1948 / 49 1. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Bitterfeld; 1949 DSF-Kreissekr. in Bitterfeld; 1949 / 50 Instrukteur der SED-Stadtltg. Bitterfeld, 1951 / 52 1. Sekr. der SED-KL Bernburg, 1952 – 55 1. Sekr. der SED-KL Aschersleben; 1955 / 56 Lehrgang an der SED-PHS; 1956 – 58 1. Sekr. der SED-KL Köthen; 1958 – 63 zunächst 2., dann 1. Sekr. der SED-KL der VEB Leuna-Werke »Walter Ulbricht«, Mitgl. der SED-BL u. zeitw. auch des Büros der SED-BL Halle; 1963 – 66 Studium am Industrieinst. der TU Dresden, Dipl.-Ing.-Ökonom; 1966 / 67 Sekr., 1967 – 87 1. Sekr. der KdT (Nachf. von  Herbert Strampfer); zeitw. auch Vizepräsident der KdT; ab 1987 Ruhestand; 1968 – 72 Mitgl. des Präs. des FDGB-Bundesvorst.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Werzlau, Joachim

* 5.8.1913 – ✝ 23.10.2001

Geb. in Leipzig; Vater Orchestermusiker; 1928 – 31 Klavierbauerlehre bei Julius Blüthner, daneben Klavierunterricht; 1933 – 41 Korrepetitor an Ballettschulen u. am Leipziger Theater; 1942 Wehrmacht, 1943 – 45 Zwangsverpflichtung zur Fabrikarbeit. 1945 – 48 Korrepetitor u. Komponist der Mary-Wigman-Schule u. des Kabaretts »Die Rampe«; 1946 SED; 1949 – 52 Musikref. beim Berliner Rundfunk, Ltr. der Red. Unser Lied; seit 1952 freischaff.; 1951 Gründungsmitgl. des VDK; 1960 – 64 Vors. des Bez.-Verb. Berlin; 1967 – 81 Stadtverordn. von Berlin; 1969 DAK; 1974 VVO; 1967 u. 1981 NP; 1985 Vors. des Beirats der Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte (AWA); komponierte viele Massenlieder, u. a. »Weil wir jung sind«, ferner Hörspiel- u. Bühnenmusik sowie Opern, u. a. »Regine«, »Meister Röckle« (1976), u. insbes. Filmmusiken, u. a. »Lissy« (1957), »Sonnensucher« (1958), »Karbid u. Sauerampfer« (1964), »Jakob der Lügner« (1974); gest. in Berlin.Contra Lamento. Reminiszenzen eines Musikers. Berlin 1988 (Gesprächspartner u. Hrsg. H. Schaefer).Torsten Musial

Wer war wer in DDR

Wessel, Horst

* 16.8.1936

Geb. in Wuppertal-Elberfeld; Vater Arbeiter; 1942 evakuiert nach Ufhofen (b. Langensalza, Thür.); 1954 Abitur; 1954 – 89 SED; 1954 – 59 Studium der Philos. an der HU Berlin, insbes. der Logik bei  Georg Klaus u.  Karl Schröter; 1959 – 64 »Praxiseinsatz« in der Studentenabt. des FDJ-ZR; anschl. bis 1967 Zusatzstudium u. Aspirantur bei Aleksander A. Sinowjew an der Lomonossow-Univ. Moskau, Prom. zum Thema: »Das Wahrheitsproblem in der Dialektik u. in der mod. Logik«; 1967 Oberassistent, 1971 Doz. u. Ltr. des Bereichs Logik, nach der Habil. zum Thema »Philos. u. Logik« (veröff. Berlin 1976) ab 1976 Prof. für Logik an der Sekt. marxist.-leninist. Philos. der HU Berlin; 1984 Studienaufenthalt in den USA. 1990/91 Gastprof. in Trier; Dez. 1993 Berufung zum Prof. für Logik am neugegr. Inst. für Philos. der HU Berlin; 2001 em.; lebt in Berlin. Forschungsarbeiten u. Publ. auf versch. Gebieten der Logik sowie der Philos. der Logik; Hrsg. u. Übersetzer zahlr. sowj.-russ. Lit. vor allem zur mehrwertigen u. komplexen Logik, Modal- u. Wertungslogik, konstruktivist. u. institutionist. Logik.Quantoren, Modalitäten, Paradoxien. Berlin 1972 (Hrsg.); Logische Sprachregeln. Berlin, München, Salzburg 1975 (mit A. Sinowjew); Logik u. empir. Wissenschaft. Berlin 1977 (Hrsg.); Logik. Berlin 1984.Hans-Christoph Rauh

Handbuch Deutsche Kommunisten

Weiterer, Maria

* 18.2.1899 – ✝ 1.12.1976

Geboren am 18. Februar 1899 in Essen als Maria Tebbe, Tochter eines Buchhalters und einer Hebamme; kaufmännische Ausbildung. Nach dem Weltkrieg heiratete sie den Arbeiter Mathias Weiterer. Im April 1921 trat sie in die KPD ein und begann als Volontärin beim »Ruhr-Echo«, gehörte dem Frauensekretariat der BL Ruhrgebiet an und wurde Leiterin des RFMB Ruhr. Nach dem XI. Essener Parteitag 1927 nach Berlin berufen, Bundessekretärin des RFMB. Da sie sich gegen den von Helene Overlach propagierten paramilitärischen Charakter des RFMB aussprach und für eine Frauenorganisation eintrat, die vor allem politische Aufklärungsarbeit leisten sollte, mußte sie Ende 1928 ihre Funktion aufgeben. Anschließend in der Gewerkschaftsabteilung des ZK tätig, nach Gründung der RGO Mitarbeiterin in deren Reichsleitung. Seit 1928 lebte sie mit Siegfried Rädel zusammen. Ende Februar 1933 illegal, wurde sie am 1. September 1933 festgenommen, »Schutzhaft« im KZ Moringen. Im März 1934 entlassen, emigrierte sie in die ?CSR, Ende des Jahres in die Sowjetunion. Sie arbeitete bei der Profintern und kam im Dezember 1935 zusammen mit Siegfried Rädel in die Schweiz, der dort die Führung der AL Süd übernahm. Im Oktober 1936 nach Frankreich ausgewiesen, in der KPD-Emigrationsleitung aktiv. Am 27. Januar 1940 interniert, gelang ihr 1941 die Flucht in den noch unbesetzten Teil Frankreichs. Von Marseille aus reiste sie in die Schweiz, wo sie sich bis zum Herbst 1944 illegal aufhielt. Ab 1944 Angestellte der Hilfsorganisation »Unitarian Service Committee« und enge Zusammenarbeit mit Noel H. Field. Im August 1945 kehrte sie nach Deutschland zurück, Gewerkschaftssekretärin in Heidelberg und Mitglied der KPD-BL Baden. Sie übersiedelte im August 1946 in die SBZ, Hauptreferentin, dann Leiterin der Frauenabteilung des SED-PV. Von April bis November 1947 maßgeblich am Aufbau des DFD beteiligt, wurde sie erste Generalsekretärin der kommunistisch gelenkten Frauenorganisation, von Juli 1949 bis August 1950 Sekretärin des DFD-Bundesvorstandes, verantwortlich für Organisationsarbeit. Mit den 1950 einsetzenden »Säuberungen« und der Überprüfung aller Westemigranten in der SED wurde Maria Weiterer wegen ihrer engen Kontakte zu dem als amerikanischer Agent verleumdeten Noel H. Field Ende August 1950 mit Paul Merker u. a. aus der SED ausgeschlossen und aller Funktionen enthoben. Anfang Oktober 1950 zur »Bewährung« in den VEB Woll- und Seidenweberei »Novotex« nach Berga/Elster bei Greiz verbannt, mehrere Anträge auf Wiederaufnahme in die SED wurden abgewiesen. Anfang 1955 erhielt sie stillschweigend ihr Mitgliedsbuch zurück, eine von ihr geforderte öffentliche Rehabilitierung lehnte die ZPKK ab. Bis 1959 blieb sie in Berga, war dort zuletzt Schulungsleiterin und Parteisekretärin. Im Januar 1959 durfte sie nach Ost-Berlin zurückkehren und arbeitete bis April 1965 als Hauptreferentin im Kulturministerium, sie erhielt 1969 den VVO in Silber. Maria Weiterer starb am 1. Dezember 1976 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Well, Roman (Sobolevicius

* 1900 – ✝ 1962

(* 1900 – † 1962) Geboren 1900 (1901?) in Litauen, Sohn einer Industriellen- bzw. Pelzhändlerfamilie. Ruvin Sobolevicius studierte in Leipzig, reiste für ein Jahr in die Sowjetunion, kehrte Ende 1927 zurück und wurde in Leipzig Mitglied der KPD. Sein Bruder Abraham (Adolf Senin) (* 15. 3. 1903 – † ?, ) kam 1921 nach Deutschland und trat 1922 als Student der KPD bei. Er war Korrespondent der kommunistischen »Sächsischen Arbeiterzeitung«. Roman Well und Adolf Senin gründeten 1928 mit Erwin Ackerknecht eine der ersten trotzkistischen Gruppen in Deutschland. Nach einem intensiven Briefwechsel mit Leo Trotzki besuchte Well ihn im Sommer 1931, zusammen mit seinem Bruder, der damals bei den französischen Trotzkisten Ansehen genoß und in Paris lebte. Beide hatten offensichtlich Trotzki sehr beeindruckt und konnten ihre Rolle in der trotzkistischen Bewegung ausbauen. Doch während Well starke Ausstrahlungskraft besaß, galt Senin als haltlos und als Alkoholiker. Beim Zusammenschluß der Minderheit des Leninbundes, eines Teils der Weddinger Opposition und der Leipziger Gruppe zur trotzkistischen Linken Opposition (LO) wurde Roman Well im März und im Oktober 1930 in die Reichsleitung (RL) gewählt. Nach dem Ausschluß Landaus im Frühjahr 1931, die Brüder hatten den Sturz Landaus geschickt betrieben, nahmen sie nun in der trotzkistischen Gruppe eine entscheidende Stellung ein. Die Auffassung, die Brüder seien 1927/28 als Agenten der sowjetischen Geheimpolizei Stalins in die trotzkistische Bewegung eingeschleust worden (Erwin Ackerknecht), ist zwar umstritten, doch wirkten sie dann in der trotzkistischen Bewegung als Agenten des NKWD. Im Januar 1933 provozierten sie durch die Herausgabe einer gefälschten Nummer der »Permanenten Revolution« eine Krise der LO. Sie behaupteten, die Mehrheit habe mit Trotzki gebrochen und der Trotzkismus sei »bankrott«. Diese Version übernahm (am 22.Januar) die »Rote Fahne«. Daraufhin wurde Well von Trotzki hart kritisiert (»Permanente Revolution«, Nr. 5/1933), für ihn waren jetzt »Well wie auch sein Doppelgänger Senin« »fremde Figuren in den Reihen der Opposition«, »Stalinsche Agenten, die sich für Oppositionelle ausgeben«. Well, Senin und einige Anhänger, darunter Joko ( Joseph Kohn), wurden ausgeschlossen. Well und Senin traten zur KPD über, Joko u. a. kehrten zu den Trotzkisten zurück. Die Brüder flüchteten in die Sowjetunion. Der sowjetische Geheimdienst schickte beide 1947 in die USA. Roman Well (jetzt Robert Soblen) machte Karriere als Psychiater und schuf zusammen mit seinem Bruder Adolf Senin (jetzt Jack Soble) eine Agentengruppe, die für die Sowjetunion spionierte und auch wieder über Trotzkisten nach Moskau berichtete. 1957 rollte das FBI die Gruppe auf, alle Mitglieder wurden festgenommen, Robert Soblen alias Roman Well zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Er konnte nach Israel fliehen, doch wurde ihm Asyl verweigert, über England sollte er an die USA überstellt werden. Roman Well beging im September 1962 in London Selbstmord. Jack Soble alias Adolf Senin machte umfassende Aussagen, gab zu, daß er ab 1931 sowjetischer Agent war, behauptete u. a., in Moskau habe Berija zu ihm gesagt: »Genosse Stalin erinnerte sich an Ihren Namen und die Dienste, die Sie gegen den feigen Staatsfeind Trotzki geleistet haben.«

Handbuch Deutsche Kommunisten

Welter, Jakob

* 31.8.1907 – ✝ 19.4.1944

Geboren am 31. August 1907 in Dudweiler/ Saar, Sohn eines Bergarbeiters; lernte Schlosser, trat dem KJVD und 1927 der KPD bei. Anfang der dreißiger Jahre Leiter der KPD-Ortsgruppe Dudweiler und Mitglied der BL Saargebiet. Nach 1933 übernahm Welter die Leitung der RH für das Saargebiet, im März 1935 Emigration nach Schweden, Mitarbeit in der AL Nord, vor allem als Instrukteur unter deutschen Seeleuten in Göteborg. Im April 1940 interniert, flüchtete er aus dem Lager Langmora in die Niederlande, reiste 1942 zur illegalen Arbeit nach Deutschland. Er sollte im Saargebiet die Tätigkeit verschiedener Widerstandsgruppen koordinieren, wurde aber im Januar 1943 verhaftet und vom VGH zum Tode verurteilt. Jakob Welter wurde am 19. April 1944 in Stuttgart hingerichtet.

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Wendel, Friedrich

* 12.5.1886 – ✝ 8.3.1960

Geboren am 12. Mai 1886 als Sohn eines Tischlermeisters in Köslin/Pommern; lernte Buchdrukker. Aus Gesundheitsgründen mußte er den Beruf aufgeben und wurde Journalist. Von Lilly Braun 1907 für die SPD gewonnen, war er in deren Bildungsarbeit aktiv. Im Ersten Weltkrieg schloß er sich dem Spartakusbund an, dort eng mit Karl Schröder verbunden. Wendel wurde 1919 einer der Wortführer der linken Opposition in der Berliner KPD und 1920 Gründunsgmitglied der KAPD. Auf deren erstem ordentlichen Parteitag im August 1920 in Berlin hielt er das Referat zum Thema »Gewerkschaften und Arbeiterunion«. Als Redakteur der »Kommunistischen Arbeiterzeitung« sympathisierte er mit der Hamburger nationalbolschewistischen Richtung von Heinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim. Deshalb im Juni 1920 aus der Redaktion der KAZ entfernt, trat Wendel noch 1920 aus der KAPD aus und kehrte zur SPD zurück. Da er sich schon immer für Satire interessierte, wurde diese nun sein Arbeitsfeld. Zunächst Redakteur von »Lachen Links«, übernahm er 1924 die Leitung der satirischen SPD-Zeitschrift »Der wahre Jakob« und gewann bedeutende Künstler wie Karl Holtz und E. O. Plauen als Mitarbeiter. Wendel veröffentlichte Bücher über die Rolle der Karikatur als Ausdruck geschichtlicher Zustände, z. B. »Das 19. Jahrhundert in der Karikatur« (1925) und »Der Sozialismus in der Karikatur«, er schrieb u. a. auch über die Mode oder Wilhelm II. in der Karikatur. 1933 ging er in die »innere Emigration«, lebte von Versicherungstätigkeiten und fotografischen Arbeiten. Nach 1945 wurde er Leiter des städtischen Presseamtes in Kiel und wieder Mitglied der SPD. Friedrich Wendel starb am 8.März 1960 in Kiel.

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Wendt, Erich

* 29.8.1902 – ✝ 8.5.1965

Geboren am 29. August 1902 in Leipzig, Sohn eines Fleischers; lernte Schriftsetzer, trat 1919 der FSJ bei und gehörte 1922 der KJD-BL Berlin-Brandenburg an. 1924 Leiter der Wiener Filiale des Verlages der Kommunistischen Jugendinternationale, von 1925 bis 1927 Redakteur der Zeitschrift »Die Jugendinternationale« in Moskau. Dann in Deutschland Mitglied des ZK des KJVD, bis 1931 Redakteur des KJVD-Organs »Junge Garde«. Der zu den Versöhnlern gerechnete Wendt entzog sich einem drohenden Verfahren wegen »literarischen Hochverrats« durch das Reichsgericht und übersiedelte 1931 in die Sowjetunion, dort bis 1936 zunächst Mitarbeiter, zeitweilig auch Leiter der deutschen Sektion der VAA in der UdSSR. Wendt war in erster Ehe mit Lotte Kühn, der späteren Frau von Walter Ulbricht verheiratet. Am 14. August 1936 im Moskauer Hotel »Lux« verhaftet, saß er bis 1938 im Gefängnis des NKWD, nach seiner Freilassung Deutschlehrer in Engels, wurde 1941 nach Sibirien verbannt. Buchhalter in einem Volksgut, ab 1942 Übersetzer in der deutschen Abteilung des Staatlichen Rundfunkkomitees. Im April 1947 wieder nach Deutschland, bis 1950 Leiter des Aufbau-Verlages, von 1951 bis 1953 1. Bundessekretär des Kulturbundes, seit 1957 Staatssekretär und 1. Stellvertreter des Ministers für Kultur, 1963/64 Beauftragter der DDR für die Verhandlungen mit dem West-Berliner Senat über die Passierscheinabkommen, er erhielt 1964 den Karl-Marx-Orden. Erich Wendt starb am 8. Mai 1965 in Ost-Berlin. Seine zweite Frau Charlotte Wendt, geborene Treuber (*24. 1. 1907 – † 27. 10. 1999), Tochter von Julius Treuber, war Stenotypistin, Kontoristin und Schneiderin. 1925 Mitglied der KPD. Ab 1929 zeitweise Lebensgefährtin von Herbert Wehner, betätigte sich bis zur gemeinsamen Emigration im Herbst 1933 illegal für den Apparat der KPD. Zunächst im Saargebiet, nach der Saarabstimmung über Frankreich in Prag. Sie lebte später wieder in der Sowjetunion, war seit 1945 in Deutschland, zeitweise Lektorin am Institut für Zeitgeschichte bzw. am DWI in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wenzel, Hans Jürgen

* 4.3.1939 – ✝ 8.8.2009

Geb. in Weißwasser; Studium an der Univ. Rostock, Violine; 1957 – 62 Studium Komposition u. Dirigieren an der HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin (bei Ruth Zechlin); 1962 – 65 Repetitor u. Ballettkapellmstr. am Landestheater Halle; 1965 – 69 Musikal. Ltr. des Theaters der Jungen Garde Halle; 1969 – 79 Dirigent am Landestheater Halle; 1976 Begr. u. bis 1999 Ltr. der Kinderkomponistenklasse Halle-Dresden; 1978 – 88 Dirigent u. kulturpol. Mitarb. der Halleschen Philharmonie; Ltr. der Komponistenkl. des Bez. Halle u. der HS für Musik »Carl M. v. Weber« Dresden; Mitgl. des ZV u. BV Halle des VDK; 1986 Mitgl. der AdK; 1974 Verdienstmedaille der DDR; 1975 Händel-Preis; 1978 Kunstpreis des FDGB; 1979 VVO; 1984 Kunstpreis der DDR; 1988 freischaff. als Komponist u. Dirigent; Leiter von Spezialensembles für Neue Musik, darunter des Ensembles Phorminx (Darmstadt), des Ensembles United Berlin u. des Ensembles »Konfrontation«; 1990 – 93 Präs. des VDK (Nachf. von  Wolfgang Lesser). Schuf drei Sinfonien, 1972/73 die Oper »Geschichte vom alten Adam« (nach  Erwin Strittmatter), 1966/67 das Ballett »Fridolin« u. zahlr. Kammermusikwerke. Filmmusik: 1970 Zeit der Störche; 1973 Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow; 1976 Romeo u. Julia auf dem Dorfe; 1985/86 Der Traum vom Elch; 1986 Kindheit.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wenzel, Richard Max Peter

* 22.11.1904 – ✝ 13.10.1980

Geb. in Berlin; Mutter Näherin, Adoptivvater Kellner (1916 gefallen); Volksschule; 1918 Bote; 1919 – 22 Ausbildung zum Schriftmaler; 1920 – 28 Naturfreunde, später Fichte-Wandersparte; 1922 – 27 KJVD; 1922/23 im Beruf in versch. Betrieben tätig; 1923 Posthelfer; 1924 – 29 Schriftmaler; 1925 RH, Rot Sport; 1927 KPD; ab 1932 Mitarb. im Abwehrapparat der KPD, UB Berlin-Prenzlauer Berg; 1933 – 44 Reklamemaler; 1942 – 44 illeg. pol. Tätigkeit in der Anton-Saefkow-Gruppe (Quartierbeschaffung, Aufbau illeg. Betriebsgruppen); Dez. 1943 – Okt. 1944 Wehrmacht (Sold.); 8.10.1944 in Ostpr. festgenommen u. Okt. 1944 – April 1945 U-Haft in Berlin-Moabit wegen »Vorber. zum Hochverrat«, Befreiung durch die Rote Armee. 1945/46 Geschäftsf. der KPD- bzw. SED-KL Berlin-Prenzlauer Berg, zuletzt Ltr. der Abt. Presse u. Inf.; Nov. 1946 Ref. für Entnazifizierung der DVdI, später HV der VP; dort ab 1948 HA-Ltr. Personal (Nachf. von Hans Mikinn); 1946 – 52 Mitgl. der ZPL der DVdl bzw. HVdVP; Nov. 1950 – Dez. 1953 Fernstudium an der PHS; 1955 – 58 Ltr. der Kaderverw. des Min. des Innern, Gen.-Maj. der VP; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1958 – 66 stellv. Minister des Innern; 1958 – 76 Mitgl. der ZRK der SED; 1964 Banner der Arbeit; 1964 Vertreter der DDR bei der RGW-Bank in Moskau; 1966 Ruhestand; 1970 VVO; 1974 KMO; 1979 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Hochmuth, U.: Illeg. KPD u. Bew. »Freies Dtl.« in Berlin u. Brandenburg 1942 – 1945. Biogr. u. Zeugnisse aus der Widerstandsorg. um Seafkow, Jacob u. Bästlein. Berlin 1998.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, Hans

* 13.12.1900 – ✝ 1.10.1977

Geboren am 13. Dezember 1900 in Kaulsfeld/ Krs. Aue, Sohn eines Glasschmelzers; erlernte den Beruf des Vaters, trat 1915 in die Gewerkschaft ein. Er kam nach der Wanderschaft in die Niederlausitz und wurde im Juni 1918 zum Militär eingezogen. 1917 Mitglied der USPD und Mitglied der Leitung Spremberg. Seit seiner Rückkehr 1919 in Haidemühl Glasbläser. Ende 1920 Mitglied der KPD, gehörte er von 1925 bis 1930 der erweiterten BL Berlin-Brandenburg an. Nach einem dreimonatigen Besuch der Reichsparteischule im Frühjahr 1929 wurde Werner im Mai 1929 Orgleiter des UB Lausitz. Im Dezember 1930 Berufung in das Reichskomitee der RGO, Abteilung Chemie, Glas und Keramik. Hans Werner wurde im April 1932 im Wahlkreis Potsdam in den Preußischen Landtag gewählt. In der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, nach 14 Tagen »Schutzhaft« in Berlin-Spandau entlassen. Er arbeitete als Kurier des ZK, wurde aber bereits am 25. April 1933 erneut festgenommen und kam ins KZ Oranienburg. Anfang Juni 1934 freigelassen, blieb er bis 1941 in der Glasfabrik Haidemühl. Am 10. Mai 1945 von der sowjetischen Militärverwaltung zum Landrat des Kreises Hoyerswerda ernannt. Ab 1. Juli 1948 wurde Werner Hauptabteilungsleiter im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der Landesregierung Sachsen, später im DDR-Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, dann bis 1966 Dozent und Leiter des Instituts für Forstökonomie der TH Dresden. 1965 mit dem VVO in Silber ausgezeichnet. Hans Werner starb am 1.Oktober 1977 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Werner, Ernst

* 20.11.1920 – ✝ 15.2.1993

Geb. in Tyssa (ČSR / Tisá, Tschechien); Vater Angest.; 1940 Abitur an der Wirtschafts-OS Bodenbach; 1941 – 45 Soldat in der Wehrmacht. 1945 – 46 Neulehrer im Krs. Dippoldiswalde (Sachsen); 1946 – 51 Studium der Geschichte, Germanistik u. Latein. Sprache an der Univ. Leipzig; SED; 1951 – 54 Lehrauftrag an der Univ. Leipzig; 1952 Prom. mit der Arbeit »Die gesellsch. Grundlagen der Klosterreform im 11. Jh.« (Berlin 1953); 1954 – 56 Oberassistent; 1955 Habil. mit Studien zu sozial-religiösen Bew. im Zeitalter des Reformpapsttums (Pauperes Christi, Leipzig 1956); 1956 – 57 Doz. für allg. Geschichte des Mittelalters; 1956 – 62 Mitgl. der SED-Univ.-Parteiltg.; 1957 – 59 Prof. mit Lehrauftrag; 1959 – 61 Prof. mit vollem Lehrauftrag; 1961 – 86 ord. Prof.; 1960 – 64 Prorektor für den wiss. Nachwuchs; 1966 NP; 1967 – 69 Rektor der KMU Leipzig; 1967 – 75 Mitgl. der SED-KL an der KMU Leipzig; 1971 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW; 1973 Ord. Mitgl. der AdW; 1985 Dr. h. c. der KMU Leipzig; gest. in Leipzig. E. W. gilt als Begründer der marxist. Mediävistik in der DDR u. internat. anerkannter Vertreter eines universalhist. Ansatzes in der Forschung zur Geschichte des Mittelalters.Die Geburt einer Großmacht – Die Osmanen. Berlin 1966; Zw. Canossa u. Worms. Berlin 1973; Geschichte der Türken. Berlin 1978 (mit W. Markov); Jan Hus. Weimar 1991.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Werner, Ruth

* 15.05.1907 – ✝ 07.07.2000

Geb. in Berlin in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Nationalökonom u. Statistiker, Mutter Malerin, Bruder Jürgen K.; aufgew. in Berlin-Schlachtensee; Lyzeum in Berlin-Zehlendorf; 1924 – 26 Ausbildung zur Buchhändlerin in Berlin; 1924 – 30 ZdA; 1924 KJV, RHD; 1926 KPD; 1926/27 Bibliothekarinnenschule u. Mitarb. einer Leihbibliothek; 1926/27 Besuch einer KPD-Schule in Berlin; 1927/28 Mitarb. im Ullstein-Verlag, wegen KPD-Mitgliedschaft entlassen; Dez. 1928 – Aug. 1929 Arbeit in einer Buchhandlung in New York; Aug. 1929 Rückkehr nach Berlin, Heirat mit dem Architekten u. KPD-Mitgl. Rudolf Hamburger; Aug. 1929 – Juni 1930 Ltr. der Marxist. Arbeiter-Bibliothek Berlin; Juli 1930 – 35 China-Aufenthalt (Shanghai); Nov. 1930 Kontakt zu Richard Sorge, von ihm für den sowj. militär. Nachrichtendienst GRU rekrutiert (zuletzt Oberst der Roten Armee); ab Herbst 1933 sieben Mon. in der UdSSR; dann nachrichtendienstl. Einsätze (»Sonja«, »Sonja Schultz«) als Funkerin der GRU, März – Dez. 1934 in Mukden (Mandschurei), Dez. 1934 – Aug. 1935 in Peking, Aug./Sept. 1935 in der UdSSR, Sept. 1935 – Juli 1936 in Polen, April – Mai 1938 in der UdSSR; Herbst 1938 – Dez. 1940 Einsatz in der Schweiz, Funkausbilderin, zeitweise Ltr. der GRU-Residentur (»Rote Drei«) in der Schweiz (mit Sándor Radó); 1937 Rotbannerorden; 1940 Heirat mit dem brit. GRU-Agenten Leon Beurton, brit. Staatsbürgerschaft; 1941 – 50 in England; 1944 zus. mit Erich Henschke beteiligt an der Infiltration des OSS durch KPD-Emigranten, die als Fallschirmagenten der GRU nach Dtl. geschickt wurden (»Operation Hammer«); nachrichtendienstl. Kurier für den Physiker Klaus Fuchs, nach dessen Verhaftung Flucht in die DDR. März 1950 Rückkehr nach Berlin; SED; 1950 – 53 Ltr. der Abt. Kap. Länder in der HA Auslandsinformation im Amt für Information u. 1953 – 56 in der KfA; 1952 OdF / VdN; in den 50er Jahren journalist. Tätigkeit, Reportagen, Erzählungen; ab 1956 freischaff. Schriftst. in Berlin; 1969 sowj. Rotbannerorden; mit der 1977 publ. Autobiogr. »Sonjas Rapport« gelang ihr ein Bestseller; 1978 NP u. KMO; 1982 Mitgl. des PEN (DDR), dann Dt. PEN-Zentrum Ost; 1982 VVO; 1986 Jubiläumsmedaille 40. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941 – 45; 1987 Ehrenspange zum VVO; 1990 Mitgl. des PDS-Beirats der Alten; gest. in Berlin; posthume russ. Auszeichnung »Orden der Freundschaft«.Ein ungewöhnliches Mädchen. Berlin 1958; Olga Benario. Berlin 1958; Sonjas Rapport. Berlin 1977 (erste vollst. dt. Ausgabe Berlin 2006); Der Gong des Porzellanhändlers. Drei Erz. Berlin 1977; Gedanken auf dem Fahrrad. Publizistik. Berlin 1980; Kurgespräche. Erz. Berlin 1988. Biogr. Film-Portrait: Mieder, S.: »Deckname Sonja« – Das geheime Leben der Agentin R. W. (ARD 2001). Foote, A.: Handbuch für Spione. Darmstadt 1954; Whymant, R.: Richard Sorge – der Mann mit den drei Gesichtern. Hamburg 1999; Fischer, B.: Farewell to Sonja, the Spy Who Haunted Britain. In: International Journal of Intelligence and Counterintelligence (2002) 1; Panitz, E.: Treffpunkt Banbury oder Wie die Atombombe zu den Russen kam. Berlin 2003; Hempel, R.: Funksprüche an Sonja. Die Geschichte der R. W. Berlin 2007.Karin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wesche, Heinrich

* 13.12.1889 – ✝ 24.11.1953

Geboren am 13. Dezember 1889 in Querfurt; verzog nach dem Tode der Eltern nach Berlin, dort Metallarbeiter. 1908 schloß er sich der SPD und dem DMV an, ging 1912 nach Chemnitz. Im Weltkrieg Soldat, danach im Vollzugausschuß des Chemnitzer Arbeiter- und Soldatenrates. Seit 1917 Mitglied der USPD, trat er im Januar 1919 in die KPD ein. Mitglied des Arbeiterrates der Prestowerke, wurde hier 1921 gemaßregelt und gehörte dann dem Erwerbslosenrat an. Beim Einmarsch der Reichswehr in Sachsen im Herbst 1923 in der Fabrik festgenommen, bis zum 16.Dezember 1923 saß er in »Schutzhaft«. Wesche nahm als Chemnitzer Delegierter am IX.Frankfurter Parteitag 1924 und an der 7.Tagung der Erweiterten Exekutive der Komintern im November 1926 in Moskau teil. Seit 1924 hauptamtlicher Funktionär und einer der Führer der Chemnitzer Linken. Von 1925 bis März 1927 Polleiter des KPD-Bezirks Chemnitz (Erzgebirge-Vogtland), dann von Ernst Schneller, den das ZK geschickt hatte, abgelöst, bis Ende 1930 Agitpropsekretär der BL. Der XI. Parteitag 1927 in Essen wählte ihn in die Politische Kommission und als Kandidat ins ZK. Er war auch Delegierter des XII. Weddinger Parteitages 1929, wurde aber nicht mehr ins ZK berufen. 1931 Bezirks-Agitpropleiter des illegalen RFB, mit dem Aufbau des Kampfbundes gegen den Faschismus betraut. Wesche gehörte seit 1920 der Chemnitzer Stadtverordnetenversammlung an, bis 1933 leitete er die Fraktion der KPD und war 1929 zum 2. Stadtverordnetenvorsteher gewählt worden. Im März 1933 festgenommen und von Juli bis November 1933 im KZ Sachsenburg. Wesche zog dann nach Berlin und arbeitete als Kraftfahrer. Als ehemaliger Spitzenfunktionär im September 1939 verhaftet, blieb er bis Juni 1943 im KZ Sachsenhausen. Nach Aussagen einstiger kommunistischer Weggefährten soll Wesche nach 1933 die Seiten gewechselt und für die Gestapo Spitzeldienste geleistet haben. Im Mai 1945 tauchte er in Chemnitz auf, soll kurzzeitig verhaftet gewesen sein, ihm wurde geraten, »aus Chemnitz für immer zu verschwinden«. Wesche ging nach Berlin, lebte in Neukölln und wurde als VdN anerkannt. Da er im Westteil Berlins wohnte, blieb eine Überprüfung seiner Vergangenheit durch die SED für ihn folgenlos. Zu den Abgeordnetenhauswahlen im Dezember 1950 kandidierte er für die Splitterpartei USPD. Heinrich Wesche starb am 24. November 1953 in Berlin.

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Wessel, Karl-Friedrich

* 14.6.1936

Geb. in Hamburg; Vater Kellner; Grundschule u. kaufm. Lehre; Sonderreifeprüfung; 1957 – 62 Studium der Philos. mit Nebenfach theoret. Physik; 1962 – 70 wiss. Assistent am Bereich Philosoph. Probleme der Naturwiss. des Inst. für Philos. der HU Berlin; 1968 Prom. mit der Arbeit »Krit. Realismus u. dialekt. Materialismus« (veröff. 1971); 1971 Doz. an der Sektion Philos. der HU; 1971/72 Zusatzstudium in Moskau; 1975 Habil. mit einer Arbeit zu »Philosoph. Problemen der Pädagogik« (veröff. unter »Pädagogik in Philos. u. Praxis«, Berlin 1975); ab 1977 Prof. mit Lehrstuhl u. Ltr. des Bereichs für Philosoph. Probleme der Naturwiss an der Sektion Philos. der HU (Nachf. von  Hermann Ley); seit Mitte der 1960er Jahre bis 1993 Veranstalter der jährl. Interdisziplinären Arbeitstagung zu Philos. u. Naturwiss. in Kühlungsborn. 1990 Gründer u. Dir. des Inst. für Wissenschaftsphilos. u. Humanontogenetik an der HU, Hrsg. der gleichnamigen »Berliner Studien« (bisher 20 Bände); 1995 Mitbegr. u. Vors. der Ges. für Humanontogenetik, seit 1998 Mithrsg. der Ztschr. »Humanontogenetik« (mit Günter Tembrock); 2000 Ruhestand; lebt in Berlin.Philosoph. Entwicklungstheorie. Berlin 1983 (mit H. Hörz); Philos. u. Naturwiss. Berlin 1988 (Hrsg. mit H. Hörz). Kleinhempel, F. (Hrsg.): Die biopsychosoziale Einheit Mensch – Begegnungen. Fs zum 60. Geburtstag von K.-F. W. Bielefeld 1996.Hans-Christoph Rauh

Wer war wer in DDR

Weiz, Herbert

* 27.6.1924

Geb. in Cumbach (b. Ernstroda, Krs. Gotha); Vater Schuhmacher; Volksschule; 1938 – 41 kfm. Ausbildung; 1941 – 43 Angest. in Sättelstadt (Thür.); 1.9.1942 NSDAP; 1943 Wehrmacht; 1943 – Dez. 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; 1946 – 49 Studium an der FSU Jena, Dipl. rer. pol.; 1949 – 51 dort Doktorant; gleichz. Mitarb. u. Oberref. im Min. für Wirtschaft u. Arbeit in Erfurt; 1951 – 55 Fernstudium an der TH Dresden, Ing.-Ökon.; 1951/ 52 Abt.-Ltr., Werkltr. des VEB »Optima« Büromaschinenwerk Erfurt; 1953 – 55 Ltr. der HV Leichtmaschinenbau im Min. für Maschinenbau; 1955 – 62 1. stellv. Werkltr. im VEB Carl Zeiss Jena; seit 1958 Mitgl. des ZK der SED; 1962 Prom. zum Dr. rer. oec. am IfG mit einer Diss. zur Mitrofanow-Methode; 1962 – 67 Staatssekr. für Forschung u. Technik (Nachf. von  Hans Frühauf); ab 1963 Mitgl. des Forschungsrats; 1963 – März 1990 Abg. der Volkskammer; ab 1967 stellv. Vors. des Min.-Rats; ab 1974 Minister für Wiss. u. Technik (Nachf. von  Günter Prey); stellv. Vors. des DDR-Parts der Reg.-Kommission für ökon. u. wiss.-techn. Zusammenarbeit DDR – UdSSR; 1976 VVO; ab 1982 fakt. Vors. des Forschungsrats; 1984 Ehrenspange zum VVO; 1986 Dr.-Ing. h. c. der TU Karl-Marx-Stadt; 1989 KMO; Nov./Dez. 1989 Rücktritt von allen Ämtern mit der Reg.  Willi Stoph u. dem ZK der SED.Methoden u. ökonom. Nutzen der Gruppenbearbeitung. Berlin 1962.Elke Reuter / Helmut Müller-Enbergs

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Wellm, Alfred

* 22.8.1927 – ✝ 17.12.2001

Geb. in Neukrug (b. Elbing, Westpr. / Nowa Karczma, Polen); Vater Fischer; Besuch der Lehrerbildungsanstalt; 1944/45 Kriegsdienst. 1945 Landarb.; 1946 Neulehrer; danach bis 1962 versch. Funktionen im Schuldienst (u. a. Dir. einer OS, Krs.-Schulrat); ab 1963 freischaff. Schriftst.; 1978 Mitgl. der AdK; 1959, 1964 u. 1969 Fritz-Reuter-Preis; 1969 Heinrich-Mann-Preis; 1976 NP; sein vielgelesener Roman »Pause für Wanzka oder Die Reise nach Descansar« (1968) brachte Probleme der Volksbildung zur Sprache; weitere bekannte Werke: »Pugowitza oder Die silberne Schlüsseluhr« (1975), »Morisco« (1987); gest. in Güstrow.Homann, H.: A. W. Greifswald 1981.Leonore Krenzlin

Wer war wer in DDR

Wempe, Johann

* 31.12.1906 – ✝ 29.5.1980

Geb. in Bremen in einer Kfm.-Familie; 1925 – 30 Studium der Mathematik, Physik u. Astronomie in Göttingen u. München; 1932 Prom. mit der Diss. »Beiträge zur fotograf. Spektralfotometrie«; 1932 – 36 Assistent an der Sternwarte Heidelberg; 1938 – 44 außerplanm. Assistent an der Univ.-Sternwarte Jena; 1944 Habil. mit der Arbeit »Die Wellenlängenabhängigkeit der atmosphär. Extinktion«; ab 1944 am Astrophysikal. Observatorium Potsdam. Teiln. am Wiederaufbau des o. g. Observatoriums, des späteren ZI für Astrophysik der AdW; 1946 hier Observator; 1950 stellv. Dir.; 1956 Dir.; 1947 Doz. u. 1958 – 71 Inhaber des Lehrstuhls für Astronomie an der HU Berlin; 1947 Schriftltr. u. 1951 – 73 Hrsg. der Ztschr. »Astronom. Nachrichten«; Mitgl. der Internat. Astronom. Union. Forschungen: zu Spektralfotometrie der Sterne, himmelsmechan. Problemen der Planetoiden u. zur atmosphär. u. physiolog. Optik; Ende der 50er Jahre führend beteiligt an der Planung u. Errichtung des 2-m-Spiegelteleskops im Karl-Schwarzschild-Observatorium Tautenburg (b. Jena); nach ihm wurde der Kleinplanet Nr. 1950 benannt.Jürgen Hamel

Wer war wer in DDR

Wendel, Otto

* 13.3.1926

Geb. in Latscha (Krs. Gleiwitz, Schles. / Lacza, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; 1941 – 44 Lehrerbildungsanstalt in Tarnowitz / Neisse; 1944 unwissentliche Aufn. in die NSDAP; 1944/45 Wehrmacht. 1945 – 48 sowj. Gefangenschaft, Antifa-Schüler; 1949 FDJ-Krs.-Vors. in Erfurt; 1949 SED; 1951/52 Lehrgang an der PHS; 1952 Instrukteur beim ZR der FDJ; dann Einstellung beim APN (ab 1953 HA XV, ab 1956 HV A des MfS); Lehrer für Geschichte der KPdSU an der APN-Schule; 1955 – 63 Fernstudium an der PHS, Dipl-Ges.-Wiss.; 1956 Versetzung zur HVA-HA I (pol. Spionage); 1959 Lehrstuhlltr. »Operativ« an der HVA-Schule; 1963 stellv. Schulltr.; 1966 Schulltr.; 1973 Oberst; 1974 Prom. zum Dr. jur.; 1975 Facultas docendi; 1982 Prom. B; 1986 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

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Wenig, Josef (Sepp)

* 17.7.1896 – ✝ 16.4.1981

Geb. in Leiter (Krs. Mies, Westböhmen / Řebří, Tschechien); Eltern Ziegelarbeiter; 1903 – 11 Volks- u. Bürgerschule in Zeulenroda (Thür.); 1911 – 14 Ofen-, Transport-, Ziegelei- u. Gelegenheitsarb.; 1914 – 18 Militärdienst; 1918 – 29 Transportarb. in Zeulenroda, 1919 – 24 in Kahla; März 1920 aktiv gegen den Kapp-Putsch; 1924 – 33 KPD; RFB; Transportarbeiterverb.; 1929 – 36 Seemann; 1931 Mitgl. der Kampfgem. für Rote Sporteinheit; 1936 – 39 Ausbildung zum Schiffsmaschinisten; 1936 – 45 Heizer u. Maschinist auf Handelsschiffen; gelegentl. Artist auf Jahrmärkten. 1945 – 47 Transportarb. beim Großhandel in Zeulenroda; 1946 KPD/SED; ab 1948 Fördermann, dann Hauer, Brigadier, Obersteiger in der SADG Wismut (Uranbergbau); ab 1949 Mitgl. der SED-Gebietsltg. Wismut; ab 1949 Arbeitsinspektor bei der SAG Wismut in Schneeberg u. Auerbach; 1950 Held der Arbeit; 1950 – 81 Abg. der Volkskammer, FDGB-Fraktion; gehörte zu den ersten Initiatoren der Neuerer- u. Aktivistenbew. im Bergbau der DDR; im April 1951 überbot seine Brigade die Norm beim Abteufen eines Steigerschachts um 220 Prozent; 1952 – 58 Mitgl. des Bundesvorst. des FDGB; 1954 – 81 Mitgl. des ZK der SED; 1955 Verdienter Bergmann; 1955 – 66 Dir. für Arbeit bei der GD der SDAG Wismut in Karl-Marx-Stadt; 1955 – 68 Mitgl. des ZV der IG Wismut; Mitgl. der Zentr. Neuererkommission; ab 1959 Mitgl. der Kaderkommission der SED-Gebietsltg. Wismut; 1966 – 68 Beauftr. der GD der SDAG Wismut für Neuererwesen; Juli 1968 Rentner; 1951 NP; 1954 u. 1961 VVO; 1961 Verdienstmedaille der NVA; 1966 Lenin-Orden; 1970 Ehrenspange zum VVO; 1971 KMO; 1976 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Karl-Marx-Stadt.Meine Arbeitserfahrungen. Berlin 1951.Bernd-Rainer Barth

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Wenzel, Hans-Eckardt

* 31.7.1955

Geb. in Kropstädt (b. Wittenberg) in einer Lehrerfam.; 1962 – 74 POS, EOS, Abitur; 1974 – 76 Soldat; 1976 – 81 Studium der Kulturwiss. an der HU Berlin; seit 1981 freischaff.; 1976 – 85 Mitgl. des Liedertheaters Karls Enkel (Textautor, Komponist, Regisseur, Sänger, Musiker u. Schauspieler), mit diesem zahlr. Programme, u. a. »Von meiner Hoffnung laß ich nicht – oder der Pilger Mühsam« (1980), »Hammer=Rehwü« (1982, mit Gästen), »Die komische Tragödie des 18. Brumaire ... oder Ohrfeigen sind schlimmer als Dolchstöße« (1983); auch Arbeit (Buch u. R.) für andere Interpr. (u. a. Gina Pietsch); 1984 erster Gedichtband »Lied vom wilden Mohn«; auch Veröff. von Essays; 1986 erste LP »Stirb mit mir ein Stück«; 1989 LP »Reisebilder«; seit 1979 (zunächst in der Gruppe Karls Enkel) Zusammenarbeit mit dem Schriftst. u. Schauspieler  Steffen Mensching, 1982 – 99 als Clownsduo W. & Mensching, Programm »Neues aus der DaDaeR«, mehrf. aktualisiert, 1988/89 »Altes aus der DaDaeR«, 1989 »Letztes aus der DaDaeR« (1990 auch Film u. MC); Mitunterz. der Resolution der Rockmusiker u. Liedermacher für Demokratisierung u. Medienfreiheit vom 18.9.1989; Auftritt bei der Demonstration am 4.11.1989 in Berlin; 1990 Heinrich-Heine-Preis. Weitere Programme von W. & Mensching, u. a. »Hundekomödie« (1990) u. »Der Abschied der Matrosen vom Kommunismus« (1992, auch als CD); Wiederaufführung der »Hammer=Rehwü« von 1982 (1993, 1994 auch als CD) u. »Ab klappte der Adapter« (1999); seit 1999 arbeitet W. verstärkt musikalisch, teils solo, teils mit Band, 1999 CD »Schöner lügen«; 2003 CD »Ticky Tock – W. singt Woody Guthrie«; 2007 CD »Glaubt nie, was ich singe«; 2008 CD »WENZEL: SOLO: LIVE«; Regie- und Bühnenarbeiten im Konzerthaus Berlin; 2002 Dt. Kleinkunstpreis, 2001, 2005, 2008 Liederpreis.Lied vom wilden Mohn. Leipzig 1982; Textbücher. Letztes aus der DaDaeR. Hundekomödie. Leipzig 1991; Der Abschied der Matrosen vom Kommunismus. Berlin 1999 (beide mit S. Mensching); Ich mag das lange Haar. Liederbuch. Berlin 1998; W.: Hundert Lieder. Berlin 2009. Robb, D.: Zwei Clowns im Lande des verlorenen Lachens. Das Liedertheater W. & Mensching. Berlin 1998.Lutz Kirchenwitz

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Werbs, Norbert

* 20.5.1940

Geb. in Warnemünde; Vater Ing.; Studium der Theol. in Erfurt u. auf der Huysburg b. Halberstadt, Lic. theol.; 1964 Priesterweihe in Rostock; Kaplan in Neubrandenb. u. Parchim; 1966 – 71 Assistent u. Präfekt am Priesterseminar in Erfurt; 1971 Mitgl. des Priesterrats; ab 1971 Pfarrer in Parchim u. 1975 – 80 in Neubrandenb.; Diozösanadministrator; 1981 Weihbischof in Schwerin. 1995 Eingliederung des Bischöfl. Amtes Schwerin in das neugegr. Erzbistum Hamburg, seitdem Bischofsvikar in Mecklenb. des Erzbischofs von Hamburg; 1983 – 90 u. seit 1995 Vorstandsvors. der Caritas Mecklenb. e.V.Renate Krüger

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, Hugo

* 26.4.1886 – ✝ 27.12.1960

Geboren am 26. April 1886 in Sangerhausen/ Thüringen, in jungen Jahren im Rheinland Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD, für die er als Redakteur tätig war. 1920 Delegierter des USPD-Spaltungs- und des Vereinigungsparteitages mit der KPD im Dezember 1920. Als Vertreter des Bezirks Niederrhein in den ZA der VKPD gewählt, übernahm er in Essen die Chefredaktion des »Ruhr-Echos«. Am 20. April 1921 in Essen zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, kam er aber bereits durch einen Erlaß des Reichspräsidenten vom 12. April 1922 wieder frei. Anschließend Redakteur verschiedener KPD-Zeitungen, z. B. 1925 der »Roten Tribüne« in Hagen, 1928/29 Chefredakteur der »Süddeutschen Arbeiterzeitung« in Stuttgart. Von März 1933 bis April 1934 in »Schutzhaft« u. a. im KZ Heuberg. Nach 1945 trat er politisch nicht mehr hervor. Hugo Werner starb am 27.Dezember 1960 in der Gemeinde Bruch in Württemberg.

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Werner, Klaus

* 22.9.1940 – ✝ 8.1.2010

Geb. in Holzhau (Erzgeb.); Vater Mechaniker, 1942 gefallen; Schulbesuch in Hamburg u. Chemnitz, 1957 Abitur; anschl. Studium der Kunstgeschichte; Kontakte zu bildenden Künstlern, Ausrichtung von Grafikausstellungen; 1963 – 64 Ref. im Kulturmin.; SED; nach Konflikt um nichtkonforme Künstler (u. a.  Harald Metzkes,  Werner Stötzer,  Robert Rehfeldt) Entlassung u. Ausschl. aus der SED (später aufgehoben); NVA; ab 1965 freischaff. Kunstwissenschaftler; 1966 Forschungsauftrag »Künstlerpersönlichkeit u. Kunst« des Kulturmin., vorz. Abbruch wegen angebl. unbefriedigender Resultate; 1968 erneute Berufung durch Kulturmin.  Klaus Gysi, anläßl. eines Aufsatzes über den Künstler Helmut Diehl, der gegen den Einmarsch in Prag protestiert hatte, aus der Stelle gedrängt; 1969 – 72 Projekt »VEB Zentrum Bildende Kunst« in Neubrandenb., Aussetzung der staatl. Unterstützung wegen der Anwerbung der unabh. Künstler  Michael Morgner u. Thomas Ranft; 1970 Prom. an der HU Berlin; 1973 Mitarb. an der Kunst-HS Berlin-Weißensee, Kündigung u. Parteiverfahren wegen Kritik am »Staatsratserlaß zu Fragen der Kunst u. Kultur« u. Teiln. an einer Feier mit  Wolf Biermann; 1973 Tätigkeit in der Genossenschaft Bildender Künstler Berlins; 1975 Gründung der Galerie »Arkade«, die zu einem der bedeutendsten öffentl. Orte der Präsentation experiment. Kunst der DDR avancierte, trotz Übernahme der Galerie durch den Staatl. Kunsthandel bis 1981 über 70 Ausstellungen insbes. krit. junger Künstler sowie jährl. Pleinairs, in denen neue Formen der Kunstprod. (Video, Installationen) praktiziert wurden; 1976 – 81 Hrsg. der Edition Arkade; Beratung der Ständ. Vertr. der Bundesrep. Dtl. bei der Org. von Ausstellungen; ab 1977 vom MfS in den OV »Arkade« u. »Galerie« bearbeitet; Dez. 1981 nach mehreren Verwarnungen (u. a. wegen Teiln. des westdt. Künstlers Klaus Staeck an einem Pleinair) Schließung der Galerie Arkade, fristlose Entlassung u. Ausschl. aus der SED; Lebensunterhalt durch Vorträge u. Publ.; 1984 Umzug nach Leipzig; 1988 Mitbegr. einer opp. Gruppe im VBK mit dem Ziel der Reform des VBK u. der Ablösung  Willi Sittes als Verb.-Präs., Vortrag des Forderungskat. auf dem letzten VBK-Kongreß; 1990 vom Kulturmin.  Herbert Schirmer zum Ltr. der Abt. Bildende Kunst, Denkmalpflege u. Museen berufen; ostdt. Ltr. der AG »Kulturelles Erbe« in der Verhandlungsgr. »Kultur« zum Einigungsvertrag. Nach 1990 Engagement für die Gründung eines Museums für Zeitgenöss. Kunst in Leipzig, Geschäftsf. des Förderkrs. zur Gründung der Galerie für zeitgenöss. Kunst; Ausrichtung zahlr. größerer Ausstellungen; 1998 – 2000 Geschäftsf. u. Dir. der Galerie für Zeitgenöss. Kunst Leipzig (Eröffn. im Mai 1998); 2000 – 03 Rektor der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; Mitgl. versch. kulturpol. Gremien im Freistaat Sachsen u. auf Bundesebene; Mitgl. der Jury Villa Massimo, der Findungskommission der documenta 10; Sachverständiger im Kunstbeirat des Dt. Bundestags; 2006 Übergabe seiner Sammlg. an das Archiv der Akad. der Künste; 2008/09 Ausst. »KW – Hommage à K. W.« in der Galerie für zeitgenöss. Kunst Leipzig; gest. in Leipzig. Zahlr. Publ. zu nonkonformen Künstlern der DDR u. der klass. Moderne, u. a. zu Charlotte E. Pauly, Herbert Tucholski u. zur Künstlergr. Clara Mosch in Chemnitz; Werkverz. zu A. R. Penck (nicht veröff.) u. Carlfriedrich Claus; Heiner Stachelhaus: Joseph Beuys. Leipzig 1988 (Hrsg.).Anke Scharnhorst

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Werner-Böhnke, Ursula

* 17.05.1927

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater BVG-Schaffner (nach 1945 techn. Dir. der BVG-West), Mutter Hausfrau; Mittelschule, dann Handelsschule, Pflichtjahr in Haushalten in Berlin u. Bad Kissingen; Sekretärin im Bühnen- u. Musikverlag Dr. Sikorski, der von Berlin nach Bad Kissingen verlagert worden war. 1945 Rückkehr nach Berlin; Neulehrerkursus; SED; Delegierung zum Pädagogik-Studium an die HU Berlin (Deutsch u. Gesch.), nebenher Arbeit als Redakteurin im FDJ-Verlag Neues Leben u. ab Februar 1947 bei der Tagesztg. »Junge Welt«; nach Gründung der Kinderzeitschriften tätig für »Unsere Zeitung«, später »Junger Pionier«; Initiative zur Entw. einer Zschr. für Vorschulkinder, 1957 Begründerin der Zeitschrift »BUMMI«; Texterin des bekannten BUMMI-Liedes (Melodie Hans Naumilkat); durchgängig bis 1989 Chefredakteurin; 1982 VVO; verh. mit dem Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Armin-Gerd Kuckhoff. Ab 1990 freie Mitarbeiterin u. Autorin der Zschr. »BUMMI«, die vom Verlag Pabel-Moewig in Rastatt übernommen wurde; schreibt weiterhin alle Geschichten der Titelfigur Bummi sowie Märchen, Lieder, Verse und zeitgeschichtliche Texte, lebt in Berlin.(unter U. Werner-Böhnke): Bummi in Afrika. Leipzig 1967; Wackelzahn fährt Eisenbahn. Leipzig 1977; Bummi am Nordpol (mit H. Irrgang). Leipzig 1983; Bummi und seine Freunde. Berlin 2006. Hg. von Armin-Gerd Kuckhoff: Die in Ewigkeiten stehen ... Norderstedt 2005.Christoph Links

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Weskamm, Wilhelm

* 13.5.1891 – ✝ 21.8.1956

Geb. in Helsen (b. Arolsen); Vater Eisenbahnbeamter; Studium der Theol. in Paderborn u. München; 1914 Priesterweihe in Pader- born; 1914 – 16 Kaplan in Daseburg (Westf.), 1916 – 19 stellv. Ltr. der kirchl. Kriegsgefangenenhilfe in Paderborn; 1919 – 32 Domvikar in Paderborn; 1932 – 43 Pfarrer in Merseburg; 1943 – 50 Propst in Magdeburg; seit 1944 Ltr. des Erzbischöfl. Kommissariats Magdeburg. 1949 Ernennung zum Weihbischof von Paderborn mit Sitz in Magdeburg; 1950 stellv. Vors. der Berliner Ordinarienkonferenz; Promotor kath. Existenz unter den Bedingungen der DDR; 1951 Ernennung zum Bischof des Bistums Berlin (Nachf. von  Konrad Graf von Preysing); 1951 – 56 Vors. der Berliner Ordinarienkonferenz; gest. in Berlin.Schäfer, B.: Staat und kath. Kirche in der DDR. Köln, Weimar 1998; Thorak, Th.: W. W. Diasporaseelsorger in der SBZ / DDR. Würzburg 2009.Bernd Schäfer

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Wessel, Paul

* 9.4.1904 – ✝ 20.1.1967

Geb. in Plauen; Vater Arbeiter; 1910 – 18 Volksschule, 1918 – 21 Volksfortbildungs-Gewerbeschule; Metallarb.; 1918 SAJ; 1921 – 32 SPD; 1924 Besuch der SPD-Parteischule Gera-Tinz; 1926/27 Korrespondent der SPD-Fraktion im Sächs. Landtag; 1929 – 38 Arbeiter, später Mstr. in den Chem. Werken Wolfen; 1932/33 SAP; 1938 Obermstr. in einem Kunstseidewerk in Athen; Aufenthalt in der Schweiz u. Italien; 1939 – 46 Mstr. in der Agfa-Filmfabrik Wolfen. 1945 Vors. der SPD Wolfen u. Vors. des Antifa-Komitees; Jan. 1946 Ltr. der Abt. Wirtschaft der SPD für die Provinz Sachsen in Halle; Mai 1946 Ltr. der Abt. Wirtschaft beim SED-LV Sachsen-Anh.; Okt. 1946 Abg. des Landtags Sachsen-Anh.; 1946 – 49 Sekr. des SED-LV Halle; 1948 Mitgl. des Volksrats; 1949 – 51 zus. mit  Fred Oelßner u.  Edith Baumann zum Mitgl. des Kleinen Sekr. des PB des ZK der SED gewählt; 1950 PHS; 1951 – 57 stellv. Dir. im AHB; 1957/58 erkrankt u. Rentner; 1958 – 60 stellv. GD des AHB Bergbau-Handel GmbH; 1961 – 65 Handelsrat in Pjöngjang (Nordkorea); 1965 Mitarb. im Min. für Außen- u. Innerdt. Handel; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wekwerth, Manfred

* 3.12.1929 – ✝ 16.7.2014

Geb. in Köthen; 1950/51 Ausbildung als Neulehrer; Mitgl. u. Ltr. einer Laienspielgr., von  Bertolt Brecht entdeckt; 1951 Regieassistent u. Mstr.-Schüler am Berliner Ensemble (BE) bei Bertolt Brecht; 1953 erste selbst. Inszenierung »Die Mutter« am Neuen Theater in der Scala Wien; 1953 – 55 Regieassistent von Bertolt Brecht, u. a. 1953 bei »Katzgraben«, 1954 »Der kaukas. Kreidekrs.«; 1955 »Winterschlacht« (von  J. R. Becher); 1959 NP (im Koll.); 1960 – 69 Chefregisseur am BE; Inszenierungen in Zusammenarbeit mit Jochen Tenschert (J. T.) u.  Peter Palitzsch (P. P.), u. a. 1961 »Frau Flinz« von  Helmut Baierl (P. P.), 1962 »Die Tage der Commune« (J. T.), 1964 »Coriolan« (J. T.), 1965 »In der Sache J. Robert Oppenheimer« (J. T.), 1969 UA »Johanna von Döbeln« (J. T.); 1961 NP (im Koll.); 1965 Mitgl. der DAK, bis 1974 Sekretar der Sekt. Darstellende Kunst; 1970 Prom. an der HU Berlin (»Theater u. Wissenschaft«, publ. u. a. 1974 in München mit erw. Titel »Theater u. Wiss. – Überlegungen für das Theater von heute u. morgen«); 1970 nach Differenzen mit  Helene Weigel über die Entw. des BE Gastregisseur am Dt. Theater Berlin (u. a. 1972 »Leben u. Tod Richards des Dritten«), 1971 am National Theatre London (»Coriolan«), am Schauspielhaus Zürich (1972 »Jegor Bulytschow u. die anderen«, 1974 »Leben u. Tod Richards des Dritten«, 1990 »Der Prinz von Homburg«); 1974 Vizepräs. der DAK; 1974 – 77 erster Dir. des Inst. für Schauspielregie Berlin; 1975 Titularprof.; 1977 – 91 Intendant des BE (Nachf. von  Ruth Berghaus); 1979 VVO; 1982 – 90 Präs. der AdK (Nachf. von  Konrad Wolf); verh. mit Renate Richter, Schauspielerin; Inszenierungen am BE u. a. 1982 »Johann Faustus«, 1983 UA »Großer Friede« von  Volker Braun, 1989 »Der Selbstmörder«; Tourneen mit dem BE, u. a. 1981 Griechenland, 1986 Italien, 1989 Israel; zahlr. TV-Inszenierungen mit seiner Frau Renate Richter als Protagonistin, u. a. 1971 »Optimist. Tragödie« (Wsewolod Wischnewski), 1972 »Zement« (nach Fjodor Gladkow), 1975 »Die unheilige Sophia« (von Eberhard Panitz); 1984 KMO; 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1989 NP; 1955 u. 1969 – 89 als IM/GMS des MfS erf. (»Manfred«). 1992 am BE »Die Abenteuer des braven Soldaten Schweyk«; 1995 in Meiningen »Kleiner Mann, was nun?« von  Hans Fallada / Tankred Dorst; Gastinszenierungen am Burgtheater Wien; 1994 »Der Herr Puntila u. sein Knecht Matti« (neues theater halle), 1996 »Der gute Mensch von Sezuan« (Meiningen); 1998 – 2000 R. am Theater des Ostens Berlin: »Wie man sich bettet, so liegt man« oder »Was kostet die Welt?« (Brecht-Revue), »Iphigenie auf Tauris«, 1999 »Gefährliche Liebschaften« u. »Florentiner Strohhut« (neues theater halle); 2000 – 02 Westdt. Tourneetheater; gest. in Berlin.Schriften. Arbeit mit Brecht. Berlin 1973; Erinnern ist Leben. Eine dramat. Autobiogr. Leipzig 2000.Aune Renk

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Welm, Charlotte

* 25.10.1923

Geb. in Nowawes (Krs. Teltow); Vater Maurer; Volksschule; 1938 – 41 Ausbildung zum Kfm.; 1941 – 47 Buchhalterin in Potsdam-Babelsberg. 1945/46 SPD/SED; FDGB; 1945 – 47 Betriebsratsvors. in der Märk. Knäckebrotfabrik; 1946 – 51 Mitgl. des Landesvorst. Brandenb. der IG Nahrung, Genuß u. Gaststätten, 1950/ 51 deren Vors.; seit 1946 Mitgl. des ZV; 1952 – 54 dort Abt.-Ltr.; 1952/53 FDGB-HS in Bernau; 1954 – 84 Vors. der IG Handel, Nahrung u. Genuß; 1954 – 87 Mitgl. des Bundesvorst. des FDGB, bis 1984 seines Präs.; 1960/ 61 PHS; 1965 – 67 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1971 – 81 Abg. der Volkskammer, Mitgl. des Aussch. für Handel u. Versorgung; 1974 VVO; 1984 Rentnerin.Aufgaben zur Entw. der schöpfer. Masseninitiative im soz. Wettbewerb. o. O. 1971.Helmut Müller-Enbergs

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Wend, Arno

* 3.8.1906 – ✝ 8.3.1980

Geb. in Zittau; Eltern Arbeiter; Ausbildung als Anwaltsgehilfe in Dresden; anschl. bis 1933 dort im Arbeitsamt tätig; 1925 SPD; Weiterbildungskurse an der Heimvolksschule Tinz u. der TH Dresden; 1929 – 31 Vors. der SAJ Ostsachsen; 1932 Stadtverordn. in Dresden, 1933 entlassen; im März 1933 inhaftiert, 23.6. – 30.7.1933 Haft im KZ Hohenheim; am 3.11.1933 verhaftet u. am 24.3.1934 zu drei Monaten Gefängnis wg. Tätigkeit für die SPD verurteilt; am 15.11.1938 erneut verhaftet, am 16.2.1939 wg. Mangels an Beweisen entlassen; Febr. 1940 Einberufung in die Wehrmacht; 1945 US-Kriegsgef., Entlassung in die SBZ. Juli 1945 Mitgl. des SPD-LV Sachsen, 7.4. 1946 Mitgl. des SED-LV Sachsen, 1.9.1946 Mitgl. der Stadtverordnetenversamml. Dresden, Sept. 1946 Entlassung als Parteiangest.; Geschäftsf. der landw. Zentralgenossenschaft Sachsen; Nov. 1947 Ausschluß aus der SED; wiederholte Treffen mit westdt. SPD-Politikern in West-Berlin; 7.7.1948 Verhaftung wg. Tätigkeit für das Ostbüro der SPD; 20.4.1950 durch das Sowj. Militärtribunal Berlin-Lichtenberg zum Tode verurteilt, Umwandl. der Strafe zu 25 Jahren Haft, deportiert u. a. nach Workuta u. Nowaja Semlja; Dez. 1955 in die DDR entlassen; Jan. 1956 Flucht in die Bundesrep.; Arbeit für das Ostbüro der SPD, Mitgl. im Häftlingsbeirat der SPD; Beamter in der Staatskanzlei u. im Innenmin. des Landes Hessen in Wiesbaden; Stadtverordn. in Wiesbaden; 1971 pensioniert.Schmeitzner, M.: Doppelt verfolgt. Das widerständige Leben des A.W. Berlin 2009.Bernd Florath

Wer war wer in DDR

Wendland, Günter

* 4.6.1931 – ✝ 9.3.2003

Geb. in Königsberg (Ostpr./Kaliningrad, Rußland); Vater Sparkassenangest.; Mutter Verkäuferin; 1937 Grund-, ab 1941 Oberrealschule in Königsberg, dann 1945 – 48 in Grabow (Krs. Ludwigslust); 1941 – 45 Dt. Jungvolk der HJ, Jungenschaftsführer. 1948 – 57 FDJ; 1950/51 Instrukteur u. Abt.-Ltr. f. Agit. u. Prop. der FDJ-KL Ludwigslust; 1951 FDJ-Landesjugendschule in Dömitz; 1951 SED; 1951/52 Instrukteur u. Sektorenltr. der FDJ-LL Schwerin; 1952/53 Instrukteur der FDJ-BL Neubrandenb.; 1953 – 57 Jurastudium an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1957 Staatsanwalt des Bez. Schwerin; 1957 – 59 Staatsanwalt, 1959 – 62 Krs.-Staatsanwalt des Krs. Perleberg; 1957 – 62 Kampfgr.; 1962 stellv. Bez.-Staatsanwalt in Schwerin; 1964 – 86 stellv. Gen.-Staatsanwalt der DDR; 1972 – 75 Fernstudium an der PHS, ohne Abschl.; ab 1980 – Jan. 1990 Vizepräs. der Vereinigung der Juristen; Juni 1986 – Dez. 1989 Gen.-Staatsanwalt der DDR (Nachf. von  Josef Streit); 1986 – Dez. 1989 Kand. des ZK der SED; 1988 VVO; 1990 Zulassung als Rechtsanwalt.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wenzel, Hugo

* 23.8.1891 – ✝ 24.1.1940

Geboren am 23. August 1891 in Bojanowa/Posen, Sohn eines Dampfmühlenarbeiters; lernte Schmied, danach Wanderschaft. Im Oktober 1913 zum Militär einberufen, Kanonier im Weltkrieg. Anfang 1918 desertierte er und war während der Novemberrevolution Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates und der Arbeiterwehr in Diedenhofen/Hessen. 1908 Mitglied der SPD, während des Krieges Spartakusgruppe und seit 1917 in der USPD. Anfang 1919 zog Wenzel nach Mecklenburg, wurde Mitglied der KPD in Wismar und zählte bald zu den führenden Funktionären in Mecklenburg, dort im März 1919 Parteisekretär. 1921 in den Landtag von Mecklenburg-Schwerin gewählt, stand 1923 auf dem linken Flügel, wurde 1924 Orgleiter des KPD-Bezirks Mecklenburg und zog im Februar 1924 wieder in den Landtag ein. Er wurde Vorsitzender der neun Abgeordnete umfassenden KPD-Fraktion. Nach dem »Offenen Brief« 1925 aktiver Anhänger der linken Opposition. Die KPD verlor bei den Wahlen im Juni 1926 drastisch und bekam nur noch drei Abgeordnete ( Alfred Buhler, Hans Warnke und Wenzel). Da diese durch Stimmenthaltung eine sozialdemokratisch geführte Koalitionsregierung ermöglichten, wurden sie vom ZK einer »opportunistischen Entgleisung« bezichtigt. Nach der Landtagsauflösung im Frühjahr 1927 verlor Wenzel seine Immunität, ihm drohte eine lange Haftstrafe. Er wurde als Bezirkssekretär abgelöst und nach einem zweimonatigen Sanatoriumsaufenthalt an die Internationale Leninschule nach Moskau geschickt. Im Oktober 1928 zurück, Chefredakteur des »Volksechos«, eines Kopfblattes der »Roten Fahne« für die Provinz Brandenburg. Im März 1930 vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr und drei Monaten Festung verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es: »Der Angeklagte verdient eine besonders harte Strafe, weil er, von Beruf Schmied, sich aus eigener Kraft und aufgrund seines Besuchs von kommunistischen Parteischulen ein so umfangreiches Wissen angeeignet hat...« Nach der Entlassung aus der Festung Gollnow im Sommer 1931 wieder Redakteur. Im Februar 1933 zog er nach Berlin, um unterzutauchen, soll aber seine Wohnung Mitarbeitern des AM-Apparates unter Wilhelm Bahnik, mit dem er verwandt war, zur Verfügung gestellt haben. Im Juli 1933 verhaftet, im Mai 1934 wegen »Mangels an Beweisen« überraschend außer Verfolgung gesetzt, arbeitete Wenzel in den Berliner Siemens-Schuckert-Werken. Bei Kriegsausbruch als ehemaliger KPD-Spitzenfunktionär verhaftet und ins KZ Sachsenhausen eingeliefert, wurde gegen ihn wegen seiner Verbindungen zum AM-Apparat erneut ermittelt. Hugo Wenzel litt an einer schweren Lungen-Tbc und starb am 24.Januar 1940 im KZ Sachsenhausen.

Wer war wer in DDR

Wenzel, Heinz

* 16.8.1914 – ✝ 14.6.1974

Geb. in Leipzig; Vater Schneider; Volks- u. Gewerbeschule; 1929 – 33 Lehre u. Arbeit als Buchdrucker u. Schriftsetzer; 1928 SAJ, 1933 des KJVD; illeg. antifasch. Arbeit in Leipzig, 1934 Verhaftung, Verurteilung durch das OLG Dresden wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus, Haft in Dresden u. im Zuchthaus Waldheim; 1937 – 42 Arbeit als Vulkaniseur; 1942 Wehrmacht, Strafbataillon. 999 in Afrika, 1943 – 46 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1946/47 Lehrer an der Jugendschule Mutschen, 1947 Wirtschaftsltr. an der Landesjugendschule Hartenstein, 1947 – 49 Abt.-Ltr. beim FDJ-LV Sachsen; ab Juli 1949 Ltr. der Geschäftsabt. des ZR der FDJ; 1950 Abt.-Ltr. Wirtschaft u. Finanzen im Vorbereitungskomitee des 1. Dtl.-Treffens; Okt. 1951 – Sept. 1952 Wirtschaftsltr. der FDJ-HS »Wilhelm Pieck« Bogensee, ab Okt. 1952 Abt.-Ltr. Innere Verwaltung des ZR der FDJ; 1954 – 57 Fernstudium an der Finanzschule Gotha, Finanzwirtsch.; ab Febr. 1957 Hauptdir., 1964 – 73 GD des Reisebüros der DDR.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, Alfred

* 6.4.1899 – ✝ 17.3.1938

Geboren am 6. April 1899 in Königsberg. Der gelernte Buchhalter arbeitete in der Heeresabwicklungsstelle in Ostpreußen, wurde 1919 Mitglied der USPD und trat nach dem Vereinigungsparteitag in Halle 1920 in die VKPD ein. Er war ehrenamtlich für die KPD in Allenstein tätig, bald einer der führenden Funktionäre im Bezirk Ostpreußen. 1923/24 Referent der BL, Vertreter Ostpreußens im Angestelltenausschuß des ZK der KPD. Von 1926 bis 1933 in der deutsch-sowjetischen Handelsgesellschaft in Königsberg, leitete Werner dort bis 1933 die Parteizelle und war zugleich Leiter der Roten Hilfe. 1929 soll er den Versöhnlern nahegestanden haben. Im Oktober 1932 Delegierter Ostpreußens auf der 3. Parteikonferenz. Der drohenden Verhaftung durch die SA entzog er sich im April 1933 durch die Flucht in die Sowjetunion. Werner nahm als deutscher Delegierter am VII. Weltkongreß und der »Brüsseler Konferenz« 1935 (Deckname Werner II) teil. Er wurde am 17. März 1938 vom NKWD verhaftet und am 9.August desselben Jahres erschossen. Seine Frau Magdalena Werner, geborene Wasserberg (*7. 1. 1902 – † 23. 11. 1981), mit der er seit 1924 verheiratet war, folgte ihrem Mann mit den Kindern im Juni 1933 in die Sowjetunion, arbeitete ehrenamtlich im Klub der Ausländischen Arbeiter. Nach der Verhaftung ihres Mannes bis 1941 Näherin in einer Moskauer Wäschefabrik, dann bis 1945 Landarbeiterin in einem Kolchos in Karaganda. Im Dezember 1945 durfte sie nach Deutschland zurück und war bis Ende 1948 Buchhalterin auf dem Parteigut der SED in Klein Trebbow/Mecklenburg, ab 1957 Rentnerin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, Maria

* 8.3.1903

Geboren am 8. März 1903 in Vukovar/Kroatien (Österreich-Ungarn), als Greta Diamant, stammte aus einer bürgerlichen Familie; Journalistin. Sie lebte lange Zeit mit dem jugoslawischen Schriftsteller Theodor Balk zusammen. 1923 kam sie nach Deutschland, trat 1929 in die KPD ein und wurde Leiterin (Sekretärin) des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Im März 1933 in Berlin verhaftet, konnte sie nach ihrer Freilassung nach Frankreich emigrieren. Dort wurde sie (Pseudonyme Grete Fodor, Toni Haak) Sekretärin der RGI für Eisenbahner. Durch die RGI kam sie Mitte 1935 in die Sowjetunion, auch dort in der RGI tätig. Vom NKWD im März 1937 verhaftet, wurde Maria Werner am 4. April aus der KPD ausgeschlossen mit dem internen Hinweis: »Es sind Mitteilungen vorhanden, daß sie schon in Jugoslawien zu der ersten trotzkistischen Gruppe gehörte. Im März 1937 wurde sie hier verhaftet.« Maria Werner hat Lager und Verbannung überlebt und wurde nach 1956 rehabilitiert. Sie lebte in Moskau, ein Todesdatum konnte nicht ermittelt werden.

Wer war wer in DDR

Werner, Monika

* 10.3.1938

Geb. in Markranstädt (Krs. Leipzig); Vater Arbeiter; OS, Abitur; 1952 FDJ-Funktionärin; 1958 SED; 1956 – 60 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Ökonom; 1960 – 62 Ökonom im VEB Kohleanlage Leipzig; 1962 – 74 Mitarb., Abt.-Ltr. u. Dir. für Arbeitsversorgung im VEB Lokomotivbau, Elektrotechn. Werke »Hans Beimler« Hennigsdorf; 1960 – 89 FDGB; 1963/ 64 Mitgl. der Ideolog. Kommission der SED-KL Oranienburg; ab 1976 Mitgl. der SED-Ortsltg. Hennigsdorf; 1974 – 81 Bürgermstr. der Stadt Hennigsdorf; 1963 – 89 Abg. der Volkskammer; 1963 – 67 Mitgl. des Aussch. für Haushalt u. Finanzen; ab 1967 des Aussch. für Arbeit u. Sozialpol.; 1986 – 90 Mitgl. des Staatsrats; VVO. Nach 1990 Immobilienberaterin in Hennigsdorf.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wernicke, Petra

* 2.3.1953

Geb. in Aschersleben; EOS, 1971 Abitur; 1971 – 75 Studium an der MLU Halle, Dipl.-Agraring.; ab 1975 Ass., Abt.-Ltr. u. Ökonomin, 1987 – 90 stellv. Dir. des VEG Walbeck (Krs. Hettstedt); 1978 – 90 DBD; Mitarb. im Rat des Krs. Hettstedt; 1979 – 84 Abg. der Gemeindevertretung Walbeck; 1984 – 90 stellv. Bürgermstr.; seit 1990 CDU. 1990 – 98 stellv. Vors. des CDU-Landesverb. Sachsen-Anh.; Mitgl. des CDU-KV Hettstedt; 1990 / 91 Mitgl. des Kreistags Hettstedt; 1990 – 99 stellv. Vors. des CDU-KV Hettstedt; seit Okt. 1990 MdL Sachsen-Anh.; Mitgl. des CDU-LV Sachsen-Anh.; Juli-Sept.1991 Ministerin für Raumordnung, Städtebau u. Wohnungswesen, Sept. 1991 – Juli 1994 Ministerin für Ernährung, Landw. u. Forsten des Landes Sachsen-Anh.; anschl. stellv. Vors. der CDU-Landtagsfrakt.; seit 1995 ehrenamtl. Bürgermstr. in Walbeck; 1999 – 2002 Mitgl. des Kreistags Mansfelder Land; seit 2002 Ministerin für Landw. u. Umwelt des Landes Sachsen-Anh.; 2009 Bundesverdienstkreuz.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wessel, Harald

* 12.2.1930

Geb. in Wuppertal; Vater Arbeiter; 1946/47 FDJ-Funktionär in Thür.; 1948 SED; 1948/49 Studium der Biol. an der FSU Jena; Mitarbeiter im Min. für Volksbildung; 1955 – 58 Aspirantur, 1959 Prom. zum Dr. phil. an der HU Berlin mit einer Arbeit zur Dialektik des organ. Seins; 1963 – 90 Mitgl. des Red.-Koll. des »Neuen Dtl.«, dort Abt.-Ltr. für Prop. u. Wiss.; 1978 VVO; 1981 – 90 stellv. Chefred. des »Neuen Dtl.«, trat hier insb. mit Artikeln gegen die sowj. Politik der Perestroika hervor; Mitgl. der Jugendkommission beim PB des ZK der SED. Seit 1990 freier Autor, vornehml. für die Tagesztg. »Junge Welt«.Tussy oder 32 Reisebriefe. Leipzig 1982; Kisch war hier. Berlin 1988; Münzenbergs Ende. Berlin 1991.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wessig, Gerd

* 16.7.1959

Geb. in Lübz (Mecklenb.); Eltern Sportlehrer; 1969 mit dem Hochsprungtraining begonnen; 1971 KJS des SC Traktor Schwerin (Trainer: Bernd Jahn); 1979 – 89 SED; 1980 Olymp. Spiele: Sieger u. WR (2,36 m); Ausbildung zum Koch im Weinhaus Uhle in Schwerin; Fernstudium zum Heimerzieher; nach 1989 Teiln. an versch. Hochsprungmeetings. Ab 1992 Verkaufsltr. eines Sportgeräteherstellers für Mecklenb.-Vorpom.Olaf W. Reimann