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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

West, Herbert

* 22.11.1911 – ✝ 25.12.1959

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1930 DMV, 1931 SPD; 1932 Eintritt in die Schutzpolizei, Fachingenieurstudium Maschinenbau an der Heereswaffenmeisterschule in Berlin; ab 1935 Wehrmacht, techn. Verwaltungsdienst; 1945 – 49 sowj. Kriegsgef., Antifa-Komitee. Juli 1949 Rückkehr nach Dtl.; zunächst Ing. bei der VVB Eisen-Metall Kleinmachnow; ab Nov. 1949 Mitarb., später Ltr. der Abt. Arbeit u. Soziales des FDGB-LV Brandenburg; 1951 – 53 Geschäftsf. bzw. Vizepräs. der Landeshandwerkskammer Brandenburg; 1952 SED; Mitgl. des Sekr. des FDGB-LV Brandenburg; ab April 1952 Ltr. der Hauptabt. Organisation, ab 1953 der Hauptabt. »Techn. Fortschritt« in der Zentralltg. der KdT, 1953 – 59 1. Sekr. der KdT; 1955 – 59 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst. u. seines Präs.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Westphal, Kurt

* 31.12.1913 – ✝ 5.6.1986

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Feinmechaniker; Mitgl. des Arbeitersportvereins »Fichte« u. des KJVD, 1930 KPD; ab 1933 antifasch. Arbeit, 1934 Verhaftung u. Verurteilung wg. »Vorbereitung zum Hochverrat«; nach Haftentlassung Tätigkeit für die illeg. Kampfgemeinschaft »Rote Sporteinheit«. 1945 KPD, 1946 SED; HA-Ltr. in der Koordinationsstelle für Ind. u. Verkehr; 1950 – 54 Abg. der Volkskammer; 1953 – 58 Minister für bezirksgeleitete Ind. u. Lebensmittelind.; 1958 – 62 Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Rostock u. Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Rostock; 1958 – 63 u. 1976 – 86 Mitgl. der SED-BL Rostock, zeitw. Mitgl. ihres Büros; später stellv. Ltr. der ABI-Bezirksinspektion Rostock; 1974 – 86 Vors. des Bez.-Komitees der Antifasch. Widerstandskämpfer Rostock.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wetzel, Rudi

* 10.1.1909 – ✝ 31.8.1992

Geb. in Rechenberg (Erzgeb.); Vater Dekorations- u. Möbelmaler; Volksschule, Aufbauschule in Dresden, Abitur; ab 1929 Studium der Pädagogik an der TH Dresden; 1929 SPD; 1931 KPD; Vors. des Kommunist. Studentenbunds in Dresden; 1934 Abbruch des Studiums durch Verhaftung, zwei Jahre Zuchthaus, anschl. KZ Sachsenburg; 1937 Emigr. nach Budapest, dann über Paris nach London u. Hull; Ausbildung u. Arbeit als Elektroschweißer; 1938 nach Göteborg u. Jönköping; Mitgl. im schwed. Metallarbeiterverb.; 1940 geriet er als Verf. der sog. Göteborger Resolution gegen den dt.-sowj. Nichtangriffspakt in Gegensatz zur KPD-Führung in Moskau, daraufhin wurde er von der KPD zeitw. isoliert; 1942 nach Stockholm; ab 1943 wieder Parteiarbeit; Red.-Sekr. der »Pol. Information«; im Exil entstanden viele Artikel, häufige Ps.: »B. Wernau«, »Karl Scharf«, »Max Richter«. Jan. 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); Hauptref. in der Abt. Presse-Rundfunk-Information beim ZK der SED; 1947 Ltr. der Auslandspressestelle (2. stellv. Ltr. der Abt. Agit.); 1949 PHS; 1950 – 53 Chefred. des SED-Funktionärsblatts »Neuer Weg«; 1953 – 57 Vors. des Verb. der Dt. Presse (Nachf. von  Karl Bittel); Mitgl. des Präs. der Internat. Org. der Journalisten; 1953 Chefred. der »Friedenspost«; 1953 – 57 Aufbau u. Chefred. der »Wochenpost«; aus Protest gegen die Haltung der SED-Führung zu den Volkserhebungen in Polen u. Ungarn 1956 verfaßte er gem. mit dem Red.-Kolleg. am 27.10.1956 einen Brief an das PB des ZK der SED, in dem »wahrheitsgetreue Informationen« u. Einhaltung der »Leninschen Normen des Partei- u. Staatslebens« eingeklagt wurden; mußte auf Druck der Parteiführung daraufhin im Jan. 1957 seine Ämter niederlegen, Ausscheiden aus dem Berliner Verlag; Juni 1957 Red. bei der Illustrierten »Freie Welt«, Febr. 1958 wegen »ideolog. Mängel« fristlos aus dem Verlag Kultur u. Fortschritt entlassen; 1959 Red. bei der Ztschr. »Urania«, ab 1965 freischaff. Journalist, Reportagen für schwed. Ztschr.; spätestens seit 1968 unter ständ. Kontrolle des MfS; als Freund des Regimekritikers  Rudolf Bahro 1975 – 77 an der Redaktion von dessen Buch »Die Alternative« beteiligt, blieb aber nach Rudolf Bahros Verhaftung relativ unbehelligt. 1990 PDS; am 25.1.1990 vom a. o. Kongreß des VDJ rehabil.; gest. in Berlin.Der Mann im Lodenmantel. Autobiogr. Novellen. Berlin 1978, 1980. Scholz, M.: R. W. – Schicksal eines ehem. Schweden-Emigranten in der SBZ / DDR. In: Exil (1992) 2; Polkehn, K.: Das war die »Wochenpost«. Berlin 1997; Herzberg, G., Seifert, K.: Rudolf Bahro – Glaube an das Veränderbare. Berlin 2002.Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Wichert, Erich

* 26.1.1909 – ✝ 5.8.1985

Geb. in Leipzig; Vater Schlosser; Volksschule; 1923 – 29 Tätigkeiten als Fräser, Beifahrer, Hausdiener, Bauarb. u. Hilfsarb.; 1929 – 33 Aushilfsarb., sonst erwerbslos; 1929 KPD; 1929 – 33 Angeh. des Parteischutzes; 1933 – 45 Zuchthaus wegen Beihilfe zum Mord (Bülowplatz) in den Zuchthäusern Luckau, Sonnenberg, Brandenb.-Görden, Moorlager u. Untermaßfeld. 1945 Agententätigkeit für den sowj. Geheimdienst in Berlin (West); Angest. bzw. Geschäftsf. einer Theaterkasse; 1947 Einstellung bei der VP; 1948 Ltr. der Abt. Personal der HA Politkultur der DVdI; Ltr. der Abt. Personal der HV zum Schutz der Volkswirtschaft, ab Febr. 1950 des MfS; 1953 Ltr. der HA Kader u. Schulung; 1957 Ltr. der Verw. Groß-Berlin des MfS (Nachf. von  Hans Fruck); 1958 – 74 Mitgl. der SED-BL Berlin; 1964 Gen.-Major; 1969 VVO; 1974 Entlassung, Rentner; 1979 KMO.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiebach, Albert

* 22.11.1893 – ✝ 6.2.1974

Geboren am 22. November 1893 in Wettin/ Saalkreis, Sohn eines Steinbrucharbeiters. Der gelernte Gärtner arbeitete ab 1912 als Bergmann und trat im selben Jahr in die SPD ein. 1914 zum Militär einberufen und 1917 schwer verwundet, begann er nach einem längeren Lazarettaufenthalt als Reviergärtner im Botanischen Garten in Berlin-Steglitz. Inzwischen Mitglied der USPD und des Spartakusbundes, 1919 trat er in die KPD ein, bis 1933 Polleiter in Berlin-Steglitz. Wiebach gehörte der BL Berlin-Brandenburg an, war zeitweise stellvertretendes Mitglied des Preußischen Staatsrates, im Juni 1929 Delegierter des XII. Parteitages der KPD. Er wurde als UB-Leiter Süd-West im April 1933 festgenommen, einige Wochen »Schutzhaft«. Bereits im Oktober 1933 erneut verhaftet, wurde er zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, danach wieder Gärtner. Im Mai 1945 von der sowjetischen Kommandantur zum Bürgermeister in Teltow ernannt, von 1947 bis 1949 Sekretär für Landwirtschaft des dortigen SED-Kreisvorstandes, von 1952 bis 1960 1. Sekretär der VdgB Teltow. Er erhielt 1968 den VVO in Silber. Albert Wiebach starb am 6.Februar 1974.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiedmaier, Eugen

* 16.11.1900 – ✝ 12.3.1940

Geboren am 16. November 1900 in Stuttgart-Zuffenhausen, Sohn einer Arbeiterfamilie; kaufmännische Lehre, dann Angestellter. 1918 zunächst Mitglied der SPD, dann der USPD und 1919 der KPD. Wiedmaier gehörte zu den Mitbegründern der FSJ in Württemberg, wirkte ab 1920 als Sekretär der KJD in Württemberg und war Mitglied der KPD-BL. Seit 1922 in der Reichszentrale der KJD, Sekretär für antimilitaristische Arbeit. Er war 1923 Instrukteur der KJD im Ruhrgebiet, anschließend in den BL Saar, Pfalz und Württemberg. 1924 wechselte er aus der Jugendarbeit in den Parteiapparat und gehörte bis 1929 der BL Berlin-Brandenburg an. Im Juni 1929 Delegierter des XII. Parteitages, schickte ihn das ZK 1929/30 als Sekretär zur BL Danzig, 1931/32 in gleicher Funktion zur BL Schlesien. 1932 Orgleiter der BL Württemberg, im Februar 1933 kam Wiedmaier nach Mitteldeutschland und war dort als ZK-Instrukteur für die KPD-Bezirke Magdeburg und Thüringen zuständig, zuletzt Instrukteur in Baden. Er wurde im Januar 1934 in Karlsruhe verhaftet, im Dezember 1934 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, ihm danach 1936 erneut der Prozeß gemacht und nun zu insgesamt zwölfeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach sechs Jahren Einzelhaft im Zuchthaus Ludwigsburg bei Stuttgart wurde Eugen Wiedmaier am 12. März 1940 ermordet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiehn, Karl

* 7.5.1902 – ✝ 8.7.1973

Geboren am 7. Mai 1902 in Berlin-Charlottenburg, Sohn eines Bürovorstehers. Werkzeugmacher, seit 1920 in der KJD und ab 1922 in der KPD. Von 1921 bis 1933 offiziell Mitarbeiter in der Organisations- bzw. Geschäftsabteilung der Zentrale bzw. des ZK der KPD, eingesetzt vor allem in der Paßfälscherorganisation des AM-Apparates. Anfang Dezember 1932 festgenommen, wurde er durch die »Schleicher-Amnestie« freigelassen und erneut illegal für die KPD tätig. Nach einer Kurierreise nach Prag am 8. Mai 1933 in Berlin verhaftet und schwer mißhandelt. Am 11. Januar 1935 vom VGH zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt, bis 1942 im Zuchthaus Luckau, dann im KZ Sachsenhausen. Auf dem Evakuierungsmarsch der Häftlinge wurde er am 3. Mai 1945 durch Einheiten der Roten Armee befreit. Rückkehr nach Berlin, Mitglied der KPD/SED, im Bezirksamt Berlin-Neukölln tätig. Von Dezember 1946 bis Juli 1947 Betriebsleiter in Berlin-Oberschöneweide, anschließend Hauptreferent in der DWK bzw. im Amt für Reparationen. Später Angestellter des Ministeriums für Außen- und Innerdeutschen Handel, von 1952 bis 1955 Handelsattaché der DDR in Budapest. Zuletzt als Offizier im MfS, enger Mitarbeiter von Richard Großkopf. Karl Wiehn starb am 8. Juli 1973 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Wienken, Heinrich

* 14.2.1883 – ✝ 21.1.1961

Geb. in Stalförden (b. Cloppenburg); Vater Landwirt; 1904 Abitur in Vechta; 1904 – 09 Studium der Theol. in Innsbruck u. Münster; 1909 Priesterweihe in Münster; 1909 – 12 Kaplan in Münster; 1913 – 22 Kaplan u. Jugendseelsorger in Berlin; 1919 – 22 zusätzl. Jurastudium in Berlin; 1922 – 37 Ltr. der Hauptvertr. Berlin des Dt. Caritasverb.; 1929 – 33 Abg. der Zentrumspartei in der Berliner Stadtverordnetenvers.; Feb. 1937 Koadjutor des ausgewiesenen Bischofs  Petrus Legge in Bautzen; Gen.-Vikar des Bistums Meißen in Bautzen; Dez. 1937 Rückkehr nach Berlin wegen Petrus Legges Rückkehr nach Bautzen; 1937 – 51 Ltr. des Commissariats der Fuldaer Bischofskonferenz in Berlin; Verhandlungen mit diversen Dienststellen des NS-Staates, u. a. Reichsministerien, Gestapo, SD u. RSHA. Ab Mai 1945 Verhandlungen in Berlin mit diversen Stellen der SMAD, den SBZ-Behörden, der SED, der CDU u. der Reg. der DDR; 1951 – 57 Bischof von Meißen mit Sitz in Bautzen (Nachf. von Petrus Legge), seit 1955 durch Krankheit amtsbehindert; vom MfS bearbeitet von 1953 – 57 im OV »Der Alte«; 1957 em. u. bis zu seinem Tode Krankenhausaufenthalt; gest. in Berlin.Höllen, M.: H. W., der »unpol. Kirchenpolitiker«. Mainz 1981.Bernd Schäfer

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiesener, Rudolf

* 1.8.1899 – ✝ 14.8.1972

Geboren am 1. August 1899 in Braunschweig, Sohn eines Schuhmachermeisters; lernte Buchdrucker und gehörte vor dem Ersten Weltkrieg der sozialistischen Arbeiterjugendbewegung an. 1917/18 Soldat, schloß sich 1919 der KPD an, er war politischer Redakteur an verschiedenen Parteizeitungen. Als Rechter wurde er Ende 1928 ausgeschlossen und trat der KPO bei, auch in der KPO hatte er führende Funktionen inne. Mit deren Minderheitsflügel wechselte er im Frühjahr 1932 zur SAPD. 1933 flüchtete Wiesener in die âSR, gehörte zu den aktiven Unterstützern der Volksfront-Bewegung und wurde daher Ende der dreißiger Jahre aus der Partei ausgeschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges Emigrant in Schweden. 1945 Rückkehr nach Deutschland, wieder KPD-Mitglied. Er war von 1946 bis 1947 in den ernannten Landtagen von Braunschweig und Niedersachsen sowie von Mai bis November 1946 als Arbeitsminister auch in der Landesregierung von Braunschweig. 1949 wurde Wiesener wegen Kontakten zur Gruppe Arbeiterpolitik aus der KPD ausgeschlossen. In den Folgejahren war er Arbeitsdirektor. Rudolf Wiesner starb am 14. August 1972 in Bad Harzburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiest, Fritz

* 21.7.1895 – ✝ 4.12.1983

Geboren am 21. Juli 1895 in Botnang/Stuttgart, Sohn eines Obsthändlers; lernte Gürtler, trat 1910 dem Metallarbeiterverband bei und war Mitbegründer der Arbeiterjugend in Botnang. Im Arbeitersport und bei den Naturfreunden aktiv, wurde er 1913 SPD-Mitglied und gehörte zum linken Flügel um Friedrich Westmeyer. 1915 zum Militär eingezogen, 1917 in den Karpaten schwer verwundet, er schloß sich der Spartakusgruppe an, deswegen Anfang 1918 verhaftet, kam erst im November 1918 frei. Seit Parteigründung Mitglied der KPD, 1921 Jugendsekretär der BL Württemberg. Nach der März-Aktion 1921 mit der Stuttgarter BL der KPD erneut für kurze Zeit inhaftiert. Ab 1922 war Wiest in der Zentrale der KPD angestellt, befaßte sich in der Gewerkschaftsabteilung mit Fragen des Arbeitersports. Er blieb, obwohl Rechter, auch im ZK unter Ruth Fischer bis 1928 verantwortlich für Sport. Als Anhänger der Rechten wurde Wiest Anfang 1929 aus der KPD ausgeschlossen, war dann in Berlin und Stuttgart bis Ende 1932 in der KPO aktiv. 1933 Gewerkschaftsleiter des illegalen Dreierkopfes der KPO in Berlin, Emigration in die ?CSR, dann nach Norwegen und schließlich Großbritannien. Dort arbeitete er in der Metallindustrie. Nach Kriegsende knüpfte er Verbindungen zwischen dem in Kuba lebenden Heinrich Brandler und ehemaligen KPO-Aktivisten in Deutschland. Er kam 1957 als Rentner in die Bundesrepublik und unterstützte die Gruppe Arbeiterpolitik. Fritz Wiest starb am 4. Dezember 1983 in Stuttgart.

Wer war wer in DDR

Wildführ, Georg

* 30.8.1904 – ✝ 4.6.1984

Geb. in Hannover-Linden; Vater Werkmstr.; 1911 – 23 Realgymnasium in Hannover, Abitur; zwischenzeitl. Lehrerseminar in Einbeck; kfm. Volontär in Hannover; 1923 – 25 Studium der Architektur in Hannover; 1925 – 31 Studium der Med. in Göttingen u. Berlin; 1931 St.-Ex.; 21.7.1931 Prom. zum Dr. med.; 1928 – 33 SPD; 1932/33 Assistent an Krankenhäusern in Berlin u. Hannover; 1933/34 Oberassistent am Hygieneinst. in Gelsenkirchen; 1934 – 36 Oberarzt am Staatl. Medizinaluntersuchungsamt Hannover; 1936 Amtsarztexamen; 1936/ 37 Ltr. des bakteriolog. Laboratoriums u. der techn. Assistentenschule am St. Elisabeth-Krankenhaus in Köln; 1937 – 45 Ltr. der bakteriolog.-serolog. Abt. u. der Forschungsabt. des Sächs. Serumwerkes in Dresden; 8.11.1943 habil. an der TH Dresden über Toxinbildung bei Gasödem-Bazillen. 1945 – 47 Ltr. des Hygieneinst. in Dresden; 1946 – 49 ord. Prof. für Hygiene u. Dir. des Hygieneinst. der TH Dresden; 1947 – 70 ord. Prof. für Hygiene an der Univ. Leipzig u. Dir. des Hygieneinst., später des Inst. für Med. Mikrobiol. u. Epidemiol.; in Personalunion Ltr. der Leipziger Zentralstelle für Hygiene u. später des Bez.-Hygieneinst. bis 1976; 1949 SED; anschl. CDU; 1957/58 Ärztl. Dir. u. 1. stellv. Dir. der Kliniken der KMU Leipzig; 1961 – 65 hier Dekan der Med. Fak.; 1969 em.; 1970 – 73 Präs. der Ges. für die gesamte Hygiene (Nachf. von Karl-Heinz Renker); 1962 NP; gest. in Leipzig.Über Chorea minor u. Tic. Göttingen 1931; Studien zur Frage des Toxinbildungsvermögens der Gasödem-Bazillen in künstl. Nährboden. o. O. 1943; Med. Mikrobiol., Immunol. u. Epidemiol. 2 Bde. Berlin 1959 – 61.Ralf Schenk / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wilhelmi, Bernd

* 6.1.1938

Geb. in Erfurt; Physikstudium an der FSU Jena; 1966 Prom.; 1972 Habil.; 1973 – 89 Prof. für angewandte Physik an der FSU; 1981 NP; 1983 – 87 Rektor der FSU; 1985 Korr. u. 1988 Ord. Mitgl. der AdW; 1987 Mitgl. der Leopoldina; 1989 – 91 Dir. des ZI für Optik u. Spektroskopie der AdW. 1992 Projektmanager bei Jenoptik Technol. GmbH Jena; Mitgl. der Leibniz-Sozietät; lebt in Jena. Hauptarbeitsgebiete: Quantenelektronik, Laserspektroskopie u. Ultrakurzzeitmeßtechnik; Mithrsg. u. a. der Ztschr. »Laser Chemistry« u. »Scientific Instrumentation«.(jeweils mit M. Schubert) Einführung in die nichtlineare Optik. 2. Aufl. 1979; Nonlinear Optics and Quantum Electronics. 1986.Horst Kant

Handbuch Deutsche Kommunisten

Westermann, Hans

* 17.7.1890 – ✝ 16.3.1935

Geboren am 17. Juli 1890 in Hamburg; lernte Schneider. 1910 Mitglied der SPD, ehrenamtlicher Funktionär. Im Weltkrieg zur Marine eingezogen, schloß sich Westermann den Bremer Linksradikalen an und war führend für sie tätig. Er wurde 1918 Mitglied des Marine-Rates Kiel, Vertreter der Minenräumflottille. Seit Gründung der KPD Mitglied der Partei, einer der wenigen Funktionäre, die sich in Hamburg 1921 nicht der KAPD anschlossen, sondern in der KPD blieben. Seit 1921 hauptamtlicher Sekretär und Beisitzer des Hamburger Vorstandes, Leiter der Betriebsrätebewegung. Westermann, der auf dem rechten Flügel der KPD stand, wurde im Frühjahr 1925 zusammen mit Karl Jannack u. a. aus der KPD ausgeschlossen. Er hatte sich für die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten beider Arbeiterparteien zum zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl und gegen die Kandidatur Ernst Thälmanns ausgesprochen. Nach dem »Offenen Brief« im Oktober 1925 wieder aufgenommen, blieb er auch ohne Parteiamt führender Kopf der Mittelgruppe, der späteren Versöhnler, in Hamburg. Ab 1927 wieder Mitglied der BL Wasserkante und Parteisekretär, im selben Jahr in die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Da er bei den Auseinandersetzungen 1928/29 in Hamburg der Wortführer der Versöhnler war, aus der BL entfernt. Anfang Februar 1930 aus der KPD ausgeschlossen, schied er 1930 auch aus der Bürgerschaft aus. Westermann leitete zusammen mit dem ehemaligen Chefredakteur der Hamburger »Volks-Zeitung« Stephan die (innerhalb und außerhalb der KPD wirkende) straff organisierte Versöhnlergruppe in Hamburg. Nach 1933 kam es zum Bruch zwischen Stephan und Westermann, letzterer bejahte die KPD-These, die Arbeiterbewegung habe durch Hitlers Sieg »keine Niederlage« erlitten. Die KPD hatte unter voller Namensnennung vor Westermann »gewarnt«, und im Juni 1933 wurde er verhaftet. Nach sieben Monaten aus dem KZ zurück, traf er sich 1934 mit Hermann Schubert und schwenkte nach einer Absprache wieder zur KPD über. Die Versöhnlergruppe spaltete sich. Kurze Zeit später wieder festgenommen, kam er ins KZ Fuhlsbüttel, wo Hans Westermann am 16. März 1935 grausam ermordet wurde. Seine Frau, Käthe Latzke, gehörte ebenfalls zu den Versöhnlern. Sie arbeitete 1934 weiter für die KPD, wurde auch verhaftet, aber wieder entlassen. Nach dem 20. Juli 1944 erneut inhaftiert, starb sie am 31. März 1945 im KZ Ravensbrück den Hungertod.

Wer war wer in DDR

Wettengel, Albert

* 31.1.1921 – ✝ 4.11.2004

Geb. in Pohorsch (Bez. Litomĕřice, ČSR / Pohoš, Tschechien); Vater Kleinbauer u. Landarb.; Volksschule; 1936 – 43 Lehre u. Arbeit als Schmied u. Dreher; RAD; 1943 – 45 Wehrmacht; April – Aug. 1945 amerikan. Kriegsgef. in Bayern. 1945 / 46 Landarb. u. Kfz-Schlosser in Bayern; 1945 KPD, Übersiedl. in die SBZ; 1946 SED; 1946 / 47 Berufsschullehrerausbildung, 1. Lehrerprüfung; Fernstud. an der DVA; 1947 – 50 Berufsschullehrer u. Ltr. der Abt. Volksbildung beim Rat der Stadt Schönebeck; 1950 / 51 Bürgermeister von Schönebeck; 1951 / 52 Landrat des Krs. Weißenfels; 1952 / 53 Vors. des Rats des Krs. Eisleben; 1953 – 56 OB von Stalinstadt (heute: Eisenhüttenstadt); 1956 – 59 Studium an der PHS des ZK der KPdSU, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1959 – 65 Vors. des Rats des Bez. Gera (Nachf. von  Lydia Poser); Studium an der HfÖ Berlin-Karlshorst, anschl. Ltr. der Abt. Kader u. Weiterbildung beim Büro des Ministerrats der DDR.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wetzel, Friedrich

* 10.1.1903

Geboren am 10. Januar 1903 in Hohensalza/ Posen; lernte in Stettin Feinmechaniker, anschließend Wanderschaft. 1926 Eintritt in die KPD, seit 1927 wieder in Stettin, hier war er Mitarbeiter im AM-Apparat (Funktionär des Waffenressorts) der BL Pommern, 1931/32 Leiter des dortigen AM-Apparates. 1932 Kursant an der M-Schule der Komintern bei Moskau, nach seiner Rückkehr wurde er Orgleiter der BL Pommern. Am 16. Juli 1933 Festnahme und Anklage vor dem VGH. Ihm gelang im September 1934 gemeinsam mit Hermann Matern und Bruno Retzlaw-Kresse der Ausbruch aus dem Gefängnis in Altdamm bei Stettin. Flucht in die âSR, später nach Großbritannien. Friedrich Wetzel lebte nach 1945 in Südengland und kehrte nicht nach Deutschland zurück.

Wer war wer in DDR

Wicke, Peter

* 17.6.1951

Geb. in Zwickau; 1970 Abitur in Dresden; 1970 – 74 Studium der Musikwiss. an der HU Berlin; 1974 – 90 wiss. Assistent im Bereich Musikwiss.; 1980 Prom. zum Dr. phil. mit einer Arbeit zur Ästhetik der Popmusik; ab 1983 Ltr. des Forschungszentrums Popmusik an der HU; 1986 Habil.; seit 1987 Europ.-Dir. des Internat. Communication and Youth Culture Consortium der UNESCO; 1987 – 91 Gen.-Sekr., seitdem Vizepräs. der Internat. Association for the Study of Popular Music; seit 1988 Adjunct Research Prof. der Carleton University Ottawa. 1990 HS-Doz. für Theorie u. Geschichte der Popmusik an der HU Berlin; 1992 ord. Prof. auf dem weltweit ersten Lehrstuhl für Popmusik; zahlr. Artikel u. Aufsätze in Fachztschr., Gastvorlesungen u. Vorträge zur Popmusik.Rock Pop Jazz Folk – Handbuch der Popmusik. Leipzig 1985 (mit W. Ziegenrücker; erw. Neuausg. Mainz, München 1989); Rockmusik. Zur Ästhetik u. Soziol. eines Massenmediums. Leipzig 1987; Anatomie des Rock. Leipzig 1987; Bigger Than Life – Rock u. Pop in den USA. Leipzig 1991; Vom Umgang mit Popmusik. Berlin 1993; Puhdys. Eine Kultband aus dem Osten. Berlin 1994 (Hrsg. mit I. Hannover); Rockmusik und Pol. Analysen, Interviews und Dokumente. Berlin 1996 (mit L. Müller); Handbuch Populäre Musik. Rock Pop Jazz Weltmusik. Zürich 1997 (mit K.-E. u. W. Ziegenrücker); Von Mozart zu Madonna. Kleine Kulturgeschichte der Popmusik. Leipzig 1998; Musik Basiswissen. Berlin 2006; Handbuch der populären Musik. Mainz 2007.Rainer Bratfisch

Wer war wer in DDR

Wiebershausen, Willi

* 9.12.1917 – ✝ 8.7.1958

Geb. in Köln-Ehrenfeld; Vater Schlosser; Volksschule; Ausb. zum Karosseriebauer; Arbeit im Beruf; 1930 Mitgl. der Roten Pioniere u. des Jungspartakusbundes; 1932 KJVD; 1939 – 45 Wehrmacht, dort illeg. pol. Tätigkeit; Desertion nach Dänemark. 1945 Mitgl. KPD in Köln; Übersiedl. nach Mecklenb.; SED; Vors. der SED in Bartow (Krs. Demmin), danach Arbeitsgebietssekr. in Altentreptow; 1949 Studium an der LPS in Wiligrad; Sekr. der SED-Landesltg. Mecklenb.; 1949 – 52 1. Sekr. der SED-KL Anklam u. Wismar; 1952/53 1. Sekr. der SED-BL Neubrandenb.; 1953 – 58 2. Vors. des Bez.-Aussch. u. Sekr. für Aufklärung, Presse u. Schulung der NF Halle; gest. bei Gernrode im Harz (Suizid).Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiedmaier, Maria

* 19.10.1896 – ✝ 20.12.1977

Geboren am 19. Oktober 1896 in Stuttgart-Zuffenhausen als Maria Siegloch, Tochter einer Eisenbahnerfamilie. Die drittälteste von sieben Geschwistern arbeitete von 1910 bis 1916 in der Schuhfabrik Salamander in Kornwestheim. Während des Krieges war sie in der Munitionsfabrik in Feuerbach und heiratete 1916 den Arbeiter Albert Volz. Ende 1918 zunächst Mitglied der USPD, trat 1919 in die KPD ein. Zusammen mit Heinrich Rau und Eugen Wiedmaier, den sie 1923 heiratete, gehörte sie zu den Mitbegründern der KPD in Stuttgart-Zuffenhausen. 1923 folgte sie Eugen Wiedmaier nach Berlin, später auch an die Saar und in die Pfalz, war zunächst Jugendfunktionärin, dann 1924/25 Sekretärin der BL Saarbrücken und ab 1925 Instrukteurin des ZK. 1929/30 Kursantin an der Internationalen Leninschule in Moskau, anschließend hauptamtliche Funktionärin der BL Berlin-Brandenburg. Von Januar 1933 bis April 1935 illegale Instrukteurin in Berliner Betrieben. Maria Wiedmaier gehörte ab 1934 zum AM-Apparat von Emil Pietzuch und reiste mehrmals als Kurier in die Sowjetunion. Am 6. April 1935 in Berlin verhaftet, saß sie drei Jahre in Untersuchungshaft, dann am 28. Februar 1938 zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, zuletzt im KZ Ravensbrück. Von 1945 bis 1949 Referentin für Sozialwesen beim Bezirksamt Berlin-Charlottenburg, nach der Spaltung der Stadtverwaltung Mitarbeiterin des Magistrats von Ost-Berlin. 1948 erhielt sie wegen »mangelnder Zusammenarbeit zwischen der VVN und der SED« eine Rüge, bis 1952 Referentin für Kultur bei der Deutschen Investitionsbank, später nur noch ehrenamtlich. Sie war mit dem Kommunisten, Buchenwaldhäftling und späteren Generalsekretär der VVN Harry Kuhn verheiratet, erhielt 1976 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Maria Kuhn-Wiedmaier starb am 20. Dezember 1977 in Glienicke bei Potsdam

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Wieland, Deba

* 25.3.1916 – ✝ 16.12.1992

Geb. in Moskau in einer jüd. Familie; Vater Handelsvertreter, Mutter Buchhalterin; ab 1919 in Riga aufgew.; OS, 1933 Abitur in Riga; 1932 Mitgl. des illeg. KJV Lettlands; 1933 – 37 Studium der Gebrauchsgrafik in Straßburg, ab Herbst 1934 in Brüssel; 1933 u. ab 1937 KPF; 1934 – 37 KP Belgiens; 1933/34 Mitarb. der Ztg. »Frau als Kämpferin« (Straßburg); 1937 – 39 in Paris freischaff. Zeichnerin u. Übersetzerin für die CGT u. den Verlag der »L’Humanité«; 1939 Emigr. in die UdSSR (Moskau); 1939 – Juni 1941 Übersetzerin u. Lehrerin im Spezialsanatorium für Spanienkämpfer Peredelkino; lernte dort ihren späteren Mann  Heinrich Wieland kennen; Juni 1941 Rückkehr nach Riga; nach dem dt. Überfall 1941 Evakuierung nach Osch (Kirgisien). Juni 1946 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPF/ SED; 1946 – 49 Übersetzerin, Red. u. Chefred. des Sowj. Nachrichtenbüros (SNB) in Berlin-Weißensee; 1948 VDJ; Aug./Nov. 1949 Chefred. im Dt. Inst. für Sozialökon. Probleme in Berlin-Weißensee (beim MdI); Dez. 1949 Mitarb. im Amt für Information; dort ab März 1950 Ltr. der Abt. Sowjetunion u. Volksdemokratien; Sept. 1950 – 52 1. stellv. Ltr. im Amt für Information u. Instrukteur der DSF; Mitbegr. der Ztschr. »Presse der Sowjetunion«; ab Nov. 1952 – 77 Dir., später GD des ADN (Nachf. von  Georg Hansen); 1956 Präs.-Mitgl. des Zentralvorst. u. bis 1972 stellv. Vors. des VDJ; Mitgl. der Agit.-Kommission beim PB des ZK der SED; 1970 VVO; 1975 Vizepräs. der Allianz Europ. Presseagenturen; 1976 Ehrenspange zum VVO; 1977 Vizepräs. des Friedensrats der DDR; Mitgl. des Weltfriedensrats; Vizepräs. der UNESCO-Kommission der DDR; 1980 Ruhestand; 1984 Stern der Völkerfreundschaft; 1986 KMO. 1990 Mitgl. der PDS; gest. in Berlin.Minholz, M., Stirnberg, U.: Der Allg. Dt. Nachrichtendienst. Gute Nachrichten für die SED. München 1995.Karin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wiens, Paul

* 17.8.1922 – ✝ 6.4.1982

Geb. in Königsberg (Ostpr./Kaliningrad, Rußland), aufgew. in Berlin; Vater Kfm., Mutter Malerin; wegen jüd. Herkunft vorz. Abbruch der Schule; 1933 Emigr. mit den Eltern in die Schweiz; 1934 – 39 Schulbesuch in Villars, 1939 Abitur; Aufenthalte in Italien, Frankreich u. England; 1939 – 42 Studium der Philos. u. Nationalökon. in Genf u. Lausanne, abgebrochen; 1943 in Wien wegen »Abhörens von Feindsendungen« u. »Wehrkraftzersetzung« verhaftet, zunächst Gefängnis St. Pölten, dann bis April 1945 Durchgangs-KZ (»Arbeitserziehungshaus der SS«) Oberlanzendorf (b. Schwechat); danach Nachhilfelehrer u. Übersetzer in Wien. 1947 Rückkehr nach Dtl. (Weimar); 1948 KB; Schutzverb. Dt. Autoren/DSV; ab 1949 in Berlin; Mitgl. der KB-LL; 1948 – 50 Lektor u. Übersetzungsred. im Aufbau-Verlag; Beginn der schriftsteller. Tätigkeit; 1951 Ltr. der Abt. Wort u. Laienspiele in der Landeskulturkommission der FDJ (Vorber. der Weltfestspiele 1951); anschl. freischaff. Schriftst.; 1952 Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1959 NP; Mai 1961 Vors. des Berliner DSV bzw. SV; Nov. 1961 erste Kontakte zum MfS; 1962 – 68 als GI, ab 1972 als IMS, ab 1980 als IMB »Dichter« des MfS erf., ab Mitte der 70er Jahre auch im Ausland aktiv (PEN), zeitw. an das KGB »ausgeliehen« (Berichte über Lew Kopelew u. Efim Etkind); 1962 Heinrich-Heine-Preis des MfK; 1964 Mitgl. des Dt. PEN-Zentrums Ost u. West, dann PEN-Zentrum DDR; 1960 – 66 Red.-Mitgl. der »Neuen Dt. Lit.«; 1978 Verdienstmedaille der NVA; 1976 Johannes-R.-Becher-Preis; 1979 VVO; seit 1971 verh. mit  Irmtraut Morgner; 1980 – 82 Mitgl. des Präs. des PEN-Zentrums DDR; 1981/82 kurzz. Chefred. der Ztschr. »Sinn u. Form« (Nachf. von  Wilhelm Girnus); Vizepräs. des KB; 1952 Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1959 NP; gest. in Berlin. P. W. wurde v. a. als Textdichter von Massenliedern u. als Lyriker (Sammlungen »Beredte Welt« 1953, »Vier Linien aus meiner Hand« 1972) bekannt; das Werk umfaßt des weiteren Prosa (»Die Haut von Paris« 1960), zahlr. Übersetzungen u. Nachdichtungen aus mehr als 20 Sprachen (Nazim Hikmet, Louis Aragon, Paul Eluard, Wladimir Majakowski, chin. Kampf- u. Liebeslieder) sowie Drehbücher für DEFA-Filme (»Einmal ist keinmal« 1955; »Genesung« 1956; »Leute mit Flügeln« 1960; »Sonnensucher« 1958, Erstausstrahlung 1972 im DFF); Publizistiksammlung 1949 – 81 »Einmischungen«, 1982.Walther, J.: Sicherungsber. Lit. Berlin 1996.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wiesner, Erich

* 17.4.1897 – ✝ 19.10.1968

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Tischler; 1903 – 11 Volksschule in Stettin; 1911 – 14 Buchbinderlehre; 1911 – 16 SAJ; 1913 Dt. Buchbinder-Verband; 1914 / 15 SPD; Austritt aus Protest gegen die Haltung der SPD-Führung zum Krieg; ab 1915 im Internat. Spartakusbund, antimilitarist. Arbeit im Thür. Jugendbildungsverein; 1917 Militärdienst, Nov. 1917 wg. antimilitarist. Propaganda verhaftet u. von einem Militärgericht zum Tode verurteilt; Okt. 1918 Befreiung aus dem Militärgefängnis, anschl. nach Weimar, dort 1918 Spartakusbund u. im Arbeiter- u. Soldatenrat; 1919 Mitgl. der BL der FSJ u. Eintritt in die KPD, Mitarb. im KPD-Sicherheitsdienst in Weimar; ab 1920 Mitgl. des ZK des KJV, Vors. der kommunist. Kindergruppen; 1922 Referent auf dem IV. Weltkongress der KI in Moskau; 1923 Instrukteur des ZK der KPD in Königsberg, später in Breslau; 1927 Flucht in die UdSSR, dort Mitgl. der WKP (B); 1927 – 30 Schüler der Internat. Lenin-Schule (»Friedrich Burgwald«); gleichz. Sekr. des »Kinderbüros« im EK der KJI in Moskau; ab 1930 Instrukteur der KPD-BL Pommern, 1930 Chefred. der KPD-Ztg. »Volkswacht« in Stettin; 1931 RGO; 1932 Abg. des Preuß. Landtags; 1932 / 33 Sekr. der KPD-BL Stettin, Funktionär im AM-Apparat Stettin; 1933 / 34 Haft, anschl. illeg. Arbeit; 1936 Heizer, dann Buchbinder in Stettin; erneut verhaftet, Haft im KZ Börgermoor; 1944 Flucht aus dem Straflager Deutsch Krone, anschl. illeg. in Stettin, Mitgl. der Gr. Empacher-Krause. Mai – Juli 1945 von der Roten Armee eingesetzt als OB von Stettin (Nachf. von Erich Spiegel) bis zur Übergabe Stettins an den poln. Staat; Aug. – Nov. 1945 OB von Schwerin (Nachf. von Heinz Maus); Vors., ab 1949 2. Vors. der VVN Mecklenb.; 1946 – 49 Ltr. der Abt. Propaganda der SED-LL Mecklenb.; 1949 – 52 Landrat in Güstrow; 1952 – 64 Kaderltr., Parteisekretär u. Mitgl. der Red. der »Schweriner Volkszeitung«; 1957 VVO; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1962 Banner der Arbeit; 1964 Parteiehrenrente; 1964 Mitgl. im reorganisierten Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer; gest. in Schwerin.Man nannte mich Ernst. Erlebnisse u. Episoden aus der Arbeiterjugendbewegung. Berlin 1956. Neuhoff, W.: E. W. – zweiter Nachkriegsbürgermeister von Stettin. In: Stettiner Bürgerbrief (2002) 28.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wild, August

* 12.12.1881 – ✝ 8.6.1953

Geboren am 12. Dezember 1881 in Idar-Oberstein, Sohn eines Goldschmieds; lernte selbst den Beruf des Vaters und arbeitete als Graveur. Von Oktober 1919 bis 1923 war er Mitglied des Gemeinderates in Oberstein, gehörte 1920 dem Landesausschuß an und war für die KPD von 1923 bis 1925 Abgeordneter im Oldenburgischen Landtag. Er trat aus der KPD aus, war 1926/27 Mitglied der SPD und schloß sich 1931 der SAP an. Später trat er politisch nicht mehr hervor. August Wild starb am 8. Juni 1953 in seinem Geburtsort.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wildt, Albert

* 12.1.1887 – ✝ 14.8.1952

Geboren am 12. Januar 1887 in Magdeburg, Sohn eines Bauarbeiters; Lehre und Arbeit als Kunstschlosser und Kaufmann. 1906 Mitglied der Gewerkschaft und der SPD. 1916 schloß er sich in Berlin der Spartakusgruppe an und war an der Jahreswende 1918/19 Delegierter Magdeburgs auf dem Gründungsparteitag der KPD. 1921 zeitweilig in der KAPD, trat aber später wieder der KPD bei. 1932 Politischer Leiter des Kampfbundes gegen den Faschimus in Sachsen. Am 4. Mai 1933 festgenommen und bis November 1933 in »Schutzhaft«. Im Februar 1934 erneute Verhaftung, am 30. November 1934 vom 5. Strafsenat des Kammergerichts Berlin zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung wieder illegal tätig, u. a. mit dem ehemaligen anhaltinischen Landtagsabgeordneten Alfred Kettig. Wildt wurde am 19. Dezember 1944 nochmals festgenommen und saß bis April 1945 in Magdeburg in Haft. 1945 KPD, 1946 SED, dann im September 1950 durch die LPKK Sachsen-Anhalt aus der SED ausgeschlossen. Als ihm 1951 auch der Status eines Verfolgten des Nazi-Regimes aberkannt wurde, legte er bei der ZPKK gegen seinen Parteiausschluß (erfolglos) Widerspruch ein. Albert Wildt starb bei einem Autounfall am 14.August 1952.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wilk, Alfred

* 17.10.1886 – ✝ 11.6.1954

Geboren am 17. Oktober 1886 in Potsdam, Sohn eines Dachdeckers. Nach Maurer- und Zimmererlehre qualifizierte er sich zum Baugewerksmeister und Architekten. Ab 1909 selbständiger Architekt und Baumeister, erwarb mehrere Grundstücke und Häuser. Über Oscar Cohn hatte Wilk Verbindung zu den Bolschewiki und unterstützte diese bei der Errichtung der ersten russischen Handelsvertretung in Berlin sowie bei der Kreditbeschaffung. Seit 1922 Mitglied der KPD, beriet er die Parteiführung in allen geschäftlichen und finanziellen Fragen, z.B. beim Verkauf des alten ZK-Gebäudes in der Rosentaler Straße und Kauf und Umbau ihres Karl-Liebknecht-Hauses am Bülowplatz. Wilk wirkte zudem bei zahlreichen geschäftlichen Transaktionen der Partei und von ihr gesteuerter Organisationen wie des RFB, der RHD und der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit: »Eine meiner Hauptaufgaben bestand darin, die notwendigen Kredite für die Partei und die ihr nahestehenden Organisationen zu besorgen.« Bis 1933 selbständiger Bauunternehmer, 1933 flüchtete er nach Frankreich und übernahm bis 1939 besondere Aufgaben für die Geschäftsabteilung des ZK und für die Komintern. Ab September 1939 vierzehn Monate interniert, anschließend illegale Arbeit in der Résistance, Deckname Albert Reynaid. Ende 1946 nach Deutschland, er war im SED-PV tätig. Alfred Wilk starb am 11. Juni 1954 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Westmeyer, Friedrich

* 14.1.1873 – ✝ 12 bis 191

Geboren am 14. Januar 1873 in Osnabrück, Sohn eines Maurers; lernte Kaminkehrer. Nach der Wanderschaft trat er in Fürth der Holzarbeitergewerkschaft bei und wurde wegen seines Engagements als Anführer eines Streiks gemaßregelt. 1898 Lokalredakteur bei der »Fränkischen Tagespost« in Nürnberg, für die er bereits zuvor Beiträge geschrieben hatte, wechselte 1902 als Feuilletonredakteur nach Hannover zum »Volkswillen«. August Bebel erkannte Westmeyers Talent und riet ihm 1905, sich beim »Vorwärts« als Redakteur zu bewerben. Westmeyer lehnte ab und ging statt dessen an die Stuttgarter »Schwäbische Tagwacht«, bei der er bis 1911 blieb. Dort geriet er in Konflikte zwischen Radikalen und Gemäßigten in der württembergischen SPD, profilierte sich als einer der Wortführer des linken Flügels und wurde SPD-Vorsitzender von Stuttgart. In der Redaktion arbeitete er u. a. mit Wilhelm Keil, einem führenden Reformisten, zusammen. Die ständigen Spannungen endeten 1911 mit der Kündigung Westmeyers durch die Landesversammlung der SPD. Er war fortan freier Journalist, außerdem von 1912 bis 1917 Abgeordneter des Württembergischen Landtags und stand mit der Mehrheit der Stuttgarter SPD zusammen mit Cara Zetkin, Jacob Walcher, Edwin Hoernle u. a. zu den Linken. Nach Ausbruch des Weltkrieges war er scharfer Gegner der Burgfriedenspolitik der Partei und Mitbegründer der Gruppe Internationale. Als Vertreter der Stuttgarter Linken nahm er an der Konferenz der Spartakusgruppe im März 1916 teil. Schon vor Gründung der KPD zählte er zu den führenden deutschen Kommunisten. Im März 1917 zum Kriegsdienst eingezogen, an die Westfront geschickt, starb Friedrich Westmeyer am 14.November 1917 in einem Lazarett in Rethel bei Reims an einer Ruhr-Infektion.

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Wettengel, Rudolf

* 16.1.1924 – ✝ 6.6.1986

Geb. in Asch (ČSR / Aš, Tschechien); Vater Wirker, später Red.; Volks- u. Bürgerschule; 1930 Rote Pioniere; 1937/38 KJV; Arbeit als Wirker in der Wirkwarenfabrik in Sezemice, Lagerarb.; 1942 RAD u. 1942 – 45 Wehrmacht. 1945/46 Bauhilfsarb. u. Buchhalter in Asch; 1946 Umsiedl. mit Antifa-Transport nach Aue; 1947 SED; 1947 – 50 Mitarb. u. Sekr. der SED-Ortsltg. in Crimmitschau; 1948 – 50 Instrukteur der SED-LL Sachsen; 1950 Studium an der PHS; 1951 – 53 Red.; 1953 – 56 stellv. Ltr. der Abt. Parteileben in der Red. des »Neuen Dtl.«; 1956 – 58 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1959 – 73 Abt.-Ltr. des ZK u. Chefred. der Ztschr. »Neuer Weg« (Nachf. von  Fritz Geißler); Journalistikfernstudium an der FS für Journalistik Leipzig (Außenstelle Berlin); 1965 u. 1973 VVO; 1970 Banner der Arbeit; 1973 – 78 Vertreter des ZK der SED im Red.-Kolleg. der Ztschr. »Probleme des Friedens u. des Soz.« in Prag (Nachf. von  Erich Glückauf); 1978 – 81 persönl. Mitarb. des Vors. der ZRK  Kurt Seibt; ab 1981 wiss. Mitarb. der ZRK; 1981 – 86 Kand. der ZRK; 1984 VVO.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Weyer, Paul

* 18.4.1887 – ✝ 12.10.1943

Geboren am 18. April 1887 in Berlin; lernte Schlosser. 1910 Mitglied der SPD, übte Funktionen im Metallarbeiterverband aus. Weyer war einer der Berliner Revolutionären Obleute, nach der Revolution Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrates. Seit 1917 USPD-Funktionär, 1920 Delegierter des Spaltungsparteitages, Übertritt zur KPD. Weyer war Anhänger des linken Flügels der Partei. Delegierter des VII. und VIII. Parteitags 1921 und 1923; seit 1922 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Nach der Austrittswelle linksradikaler Arbeiter aus den Freien Gewerkschaften gründete er 1923 den Deutschen Industrieverband, Gruppe Metall, dessen Vorsitzender er wurde. Wegen der Schwenkung der KPD in der Gewerkschaftsfrage kam er Mitte 1924 in Gegensatz zur Ruth-Fischer-Führung. Er wurde zusammen mit Wilhelm Schumacher und Paul Kaiser im September 1924 aus der KPD ausgeschlossen. Weyer leitete weiterhin den Deutschen Industrieverband und bildete mit Wilhelm Schumacher (Bekleidung) und Paul Kaiser (Baugewerbe) ein Kartell der linkskommunistischen Gewerkschaften. Sein Verband zählte etwa 8000 Mitglieder, davon 3600 in Berlin. Ende der zwanziger Jahre näherte er sich der SPD, er soll auch in die SPD eingetreten sein und bis 1933 verschiedene Gewerkschaftsfunktionen innegehabt haben. Nach 1933 als Arbeiter beschäftigt, Paul Weyer starb am 12. Oktober 1943 in Berlin-Wedding.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wicker, Eugen

* 26.7.1903 – ✝ 10.8.1971

Geboren am 26. Juli 1903 in Stuttgart; Metallfacharbeiter, Angestellter. 1920 Mitglied der KJD, 1924 der KPD, zweiter Gauführer der Roten Jungfront in Württemberg. Ab 1930 im AM-Apparat tätig, besuchte er 1930 unter dem Decknamen Heini einen Lehrgang an der Militärschule der Komintern bei Moskau. Nach seiner Rückkehr Leiter des AM-Apparates der BL Württemberg, 1932 durch Josef Steidle abgelöst, blieb offiziell Bezirkskassierer der BL. Er wurde 1933 festgenommen und in das KZ Oberer Heuberg bei Ulm gebracht. Eugen Wicker und sein älterer Bruder Alfons (* 13. 3. 1898 – †2. 8. 1966), ein Mitbegründer des Spartakusbundes in Stuttgart, seit 1929 im Stadtrat, verrieten der Gestapo zahlreiche Widerstandskämpfer, so z. B. Liselotte Herrmann und Josef Steidle. Die Brüder Wicker, die noch weitere Zeit für die Gestapo arbeiteten, gehörten im Mai 1936 sogar der illegalen BL Württemberg an. Eugen Wicker, der versuchte, die Verbindungen in die Schweiz auszukundschaften, verwickelte sich in Zürich, von KPD-Funktionären zur Rede gestellt, in Widersprüche. Er wurde als Gestapoagent entlarvt, überwältigt und der Züricher Polizei übergeben, konnte jedoch unbehelligt nach NS-Deutschland zurückkehren. Im August 1945 wurde Eugen Wicker festgenommen und 1948 zusammen mit seinem Bruder Alfons wegen ihrer Zusammenarbeit mit der Gestapo vor Gericht gestellt. Alfons und Eugen Wicker wurden am 21. Februar 1948 von der Spruchkammer des Internierungslagers Ludwigsburg als Hauptschuldige eingestuft und erhielten als Sühnemaßnahme zehn Jahre Arbeitslager. Beide legten Berufung ein, Eugen Wicker erhielt sechs Jahre Arbeitslager, Alfons Wicker wurde freigesprochen. Eugen Wicker wurde vorzeitig entlassen, er starb am 10. August 1971 in Ludwigsburg.

Wer war wer in DDR

Wieczisk, Georg

* 20.7.1922 – ✝ 27.10.2011

Geb. in Gleiwitz (Oberschles./Gliwice, Polen) in einer Arbeiterfamilie; Volksschule, 1936 –40 Berufsschule; kfm. Lehre; 1940 – 45 Kriegsdienst, zul. Bootsmaat. 1945/46 Land- u. Bergarb.; 1945/46 KPD/ SED; 1946 – 48 Vorstudienanstalt Berlin, Abitur; 1948/49 ehrenamtl. Ref. für Hochschulsport im DS; 1948 – 51 Studium Geschichte u. Sport an der Pädagog. Fak. der HU Berlin, St.-Ex.; 1951 – 55 Aspirantur an der HU Berlin u. der DHfK Leipzig; 1956 Prom. zum Dr. paed.; 1955 – 59 Ltr. der Abt. Sportwiss. im Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport; 1958 Vizepräs., 1959 – 90 Präs. des Dt. Verb. für Leichtathletik (DVfL) (Nachf. von  Günter Erbach) u. Mitgl. des NOK der DDR; 1959/60 Doz. u. Dir. des Forschungsinst. für Körperkultur u. Sport in Leipzig; 1960/61 stellv. Vors. des Staatl. Komitees für Körperkultur u. Sport sowie Präs. des Wiss. Rats für Körperkultur u. Sport; 1961 – 87 Doz. u. a. o. Prof. für Theorie, Soziol. u. Geschichte der Körperkultur am Instit. für Körpererziehung, bis 1968 auch stellv. Dir.; ab 1968 Sekt. Sportwiss. der HU Berlin; zahlr. sportwiss. Veröff., Hrsg. der »Bilder u. Dokumente aus der dt. Turn- u. Sportgeschichte« (1956); 1968 u. 1972 VVO; 1970 – 90 Mitgl. des DTSB-Präs.; 1970 – 87 Mitgl. der Exekutive der Europ. u. 1972 – 91 der Exekutive der Internat. Leichtathletik-Föderation; 1986 Olymp. Orden des IOC; 1989 em.; 1990 Ehrenpräs. des DVfL; gest. in Berlin.Klaus Gallinat

Wer war wer in DDR

Wiegand, Joachim

* 14.8.1932

Geb. in Meißen; Eltern Landarb.; 1939 – 47 Volksschule; Lehre zum Landw.-Gehilfen, dann Traktorist; 1952 Eintritt in das MfS; Qualifikationslehrgang an der Schule Potsdam-Eiche; danach Krs.-Dienststelle Rostock; 1953 SED; 1958 stellv. Ltr. der Krs.-Dienststelle Ribnitz; 1959 BV Rostock; 1966 HA XX/4 (Kirchen) im MfS Berlin; 1970 – 75 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1973 stellv. Abt.-Ltr., 1979 Abt.-Ltr. der HA XX/4; 1985 Oberst; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Wieland, Günther

* 16.4.1931 – ✝ 13.1.2004

Geb. in Oberlungwitz (Sachsen); Vater Arbeiter; 1937 – 45 Volksschule; 1945 – 48 Ausbildung als Anwaltsgehilfe; 1945 Antifa-Jugendaussch.; 1946 FDJ; 1949 SED; 1949 – 52 ABF in Chemnitz u. Greifswald, 1952 Abitur; 1952 – 56 Studium der Rechtswiss. an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1956 – 63 Staatsanwalt im Bez. Karl-Marx-Stadt; 1963 – 90 beim Gen.-Staatsanwalt der DDR, dort mit der Verfolgung von NS- u. Kriegsverbrechern befasst; 1989 Prom. zum Dr. jur. an der HU Berlin mit der Diss. »Das war der VGH.« (Berlin 1989); Dez. 1989 – 93 Vors. der Schiedskommission der SED/PDS bzw. PDS.Recht in unserer Zeit. Berlin 1986; Der Jahrhundertprozeß von Nürnberg. Berlin 1986; System der NS-Konzentrationslager 1933 – 39. Berlin 1993 (zus. mit K. Drobisch); MfS-Operativvorgang »Teufel«. »Euthanasie«-Arzt Otto Hebold vor Gericht. Berlin 1996 (zus. mit J. Hohmann); Die Ahndung von NS-Verbrechen in Ostdtl. 1945 – 1900. In: Rüter, C. F. (Hrsg.): DDR-Justiz u. NS-Verbrechen. Amsterdam 2002; Naziverbrechen u. dt. Justiz. Berlin 2002.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wiese, Heinz

* 16.9.1927

Geb. in Magdeburg; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; kaufm. Lehre; 1944 RAD; Wehrmacht. 1945 – 48 Expedient bei der Fa. Rudolph & Sohn in Magdeburg; 1948 – 52 Jugend- bzw. Gebietssekr. der IG Transport Magdeburg; 1953 Besuch der Zentralschule des ZK der SED in Ballenstedt; 1953 – 59 Red. bzw. Abt.-Ltr. u. Mitgl. des Red.-Kolleg. des SED-Bezirksorgans »Volksstimme« in Magde- burg; 1957 Redakteursprüfung; 1959 – 62 Studium an der PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1962 – 69 stellv. Chefred., 1969 – 89 Chefred. der »Volksstimme« (Nachf. von  Herbert Kopietz); 1969 – 89 Mitgl. der SED-BL Magdeburg; 1972 Mitgl. des Präs. des VDJ; Vors. des VDJ-BV Magdeburg.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiesner, Erich

* 17.4.1897 – ✝ 19.10.1968

Geboren am 17. April 1897 in Weimar, Sohn eines Tischlers; lernte Buchbinder und Buchdrukker. 1914 trat er in die SPD ein, aus der er ein Jahr später aus Protest gegen die Politik des Parteivorstandes wieder austrat, dann antimilitaristische Arbeit im Thüringer Jugendbildungsverein. 1917 zum Militär eingezogen, wurde er im November wegen antimilitaristischer Propaganda verhaftet und von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Nach der Befreiung aus dem Militärgefängnis kehrte Wiesner im November 1918 nach Weimar zurück und gehörte dort dem Arbeiter- und Soldatenrat an. 1919 wurde er Bezirksleiter der FSJ und Mitglied der KPD, von 1920 bis 1927 im Büro des ZK der FSJ bzw. der KJD tätig. Er war Vorsitzender der Zentrale der kommunistischen Kindergruppen. Im Sommer 1923 Instrukteur des ZK der KPD in Königsberg, später auch in Breslau. Wiesner emigrierte 1927 wegen drohender Verhaftung mit seiner Lebensgefährtin Lucie Rebentisch (* 30. 10. 1905 – †25. 7. 1980) in die Sowjetunion, arbeitete bis 1930 im Büro der KJI in Moskau. Nach (teils illegalen) Auslandseinsätzen in mehreren europäischen Ländern kehrte er 1930 nach einer Amnestie nach Deutschland zurück, wurde Chefredakteur der »Volkswacht« und Sekretär für Agitation der BL Pommern in Stettin. Bereits am 17. Februar 1933 verhaftet, saß Wiesner bis Sommer 1934 im Zuchthaus. 1935 erneut festgenommen und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, zuletzt im KZ Börgermoor. Nochmals 1944 verhaftet, floh er aus dem Straflager Deutsch-Krone, bis zur Befreiung illegal in Stettin. Wiesner war 1945 zwei Monate Oberbürgermeister von Stettin, kam im Sommer 1945 nach Schwerin, hier ebenfalls Oberbürgermeister. Von 1946 bis 1949 Abteilungsleiter der KPD- bzw. SED-Landesleitung Mecklenburg und bis 1952 Mitglied des Landesvorstandes und Landtagsabgeordneter von Mecklenburg, von 1949 bis 1952 war er Landrat in Güstrow, dann Redakteur an der »Schweriner Volkzeitung«. Unter dem Titel »Man nannte mich Ernst« veröffentlichte er 1956 seine Erinnerungen, erhielt 1962 den Orden Banner der Arbeit. Erich Wiesner starb am 16.Oktober 1968.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wilde, Grete

* 12.5.1904 – ✝ 1943\/

Geboren am 12. Mai 1904 in Berlin, Tochter einer Fleischerfamilie. Kaufmännische Ausbildung, trat im Januar 1919 in die FSJ ein, war Stenotypistin und Kontoristin. 1921 Mitglied der KPD, bis März 1922 ehrenamtliche KJD-Leiterin eines Berliner Verwaltungsbezirks. Ab März 1922 gehörte sie zur KJD-BL Berlin-Brandenburg und wurde im Herbst 1923 Sekretär der KJD Berlin-Brandenburg. Von 1924 bis 1926 war Grete Wilde als Berliner Vertreterin im Sekretariat des ZK des KJVD. 1927 reiste sie in die Sowjetunion, war bis 1930 Kursantin an der Internationalen Leninschule in Moskau, anschließend Instrukteurin der Kaderabteilung der Komintern. Sie wirkte u. a. im Auftrag von Wilhelm Knorin 1931 als Instrukteurin beim ZK der KP Österreich in Wien, später mit gleicher Aufgabe in der Türkei. In Ankara, wo sie u.a. eng mit dem bekannten Dichter Nazim Hikmet und dessen Sohn befreundet war, wurde sie verhaftet und im Dezember 1932 wegen »kommunistischer Umtriebe« zu einer vierjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Durch eine Amnestie konnte sie in die Sowjetunion zurückkehren. Unter dem Parteinamen Erna Mertens arbeitete sie seit 1935 in der Kaderabteilung der Komintern. In Moskau lebte sie mit dem türkischen Kommunisten und Vertreter beim EKKI Resat Fuat Baraner (* 1900 – † 1968) zusammen, ihr gemeinsamer Sohn Klaus wurde am 19. Juli 1935 in Moskau geboren. Grete Wilde war zusammen mit Georg Brückmann (ebenfalls Referent in der Kaderabteilung) aufs engste in die Parteisäuberungen verstrickt. An zahlreichen »Überprüfungen« von deutschen Emigranten in der Sowjetunion und des »Münzenberg-Apparats« direkt beteiligt, geriet Grete Wilde im Sommer 1937 selbst in die Säuberungen. Am 4. August 1937 wurde sie von der Parteigruppe der Kaderabteilung aus der KPdSU(B) ausgeschlossen, unter den Anschuldigungen: »Teilnahme am Fraktionskampf der Ruth-Fischer-Maslow-Gruppe gegen die Parteiführung der KPD im Jahre 1923, Verbindung mit partei- und sowjetfeindlichen Elementen wie Schatzkin, Lominadse, Vujovic, prinzipienloser Kampf gegen die Leitung der Leninschule im Jahre 1928, Führung eines Gruppenkampfes gegen die Parteiführung der KPÖ im Jahre 1931 und Belastung eines türkischen Parteigenossen vor der türkischen Polizei.« Grete Wilde wurde am 5.Oktober 1937 vom NKWD in Moskau verhaftet und von einem Sondertribunal »wegen Mitgliedschaft in der rechtstrotzkistischen Antikominternorganisation im EKKI-Apparat« zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt. Sofort in den Gulag nach Karaganda deportiert, dort ist Grete Wilde (wahrscheinlich 1943/44) ums Leben gekommen. Ihr Bruder Arthur Wilde (* 5. 1. 1902 in Berlin), Arbeiter, gehörte seit 1922 der KJD und seit 1925 der KPD an. Von 1924 bis 1931 Angestellter im Scherl-Verlag, hier 1931 als kommunistischer »Roter Betriebsrat« entlassen, dann Mitarbeiter im WEB der Komintern unter Georgi Dimitroff. Ende Januar 1934 emigriert, unter dem Namen Franz Rotter für die OMS und die GRU im Ausland tätig, u. a. 1934 in China, von 1935 bis 1937 in Prag. Im Oktober 1937 kehrte er nach Moskau zurück, bis 1939 im Apparat der Komintern, dann Lehrer am Lehrinstitut für ausländische Sprachen in Moskau, zuletzt Instrukteur an einer Antifaschule in Ogre in der Lettischen SSR. Erst im April 1955 konnte er mit seiner Frau und seinem Adoptivsohn Klaus (Sohn von Grete Wilde) in die DDR. Ab Mai 1955 am Institut für Marxismus-Leninismus tätig, starb Arthur Wilde am 19. August 1958 in Heringsdorf.

Wer war wer in DDR

Wilhelm, Katarina (Kati)

* 2.8.1976

Geb. in Schmalkalden; begann 1983 bei der BSG Motor Steinach bzw. im Trainingszentrum Steinbach-Hallenberg mit Skilanglauf (Übungsleiter: Reinhard Heil); 1989 Teiln. an der zentralen Kinder- u. Jugendspartakiade in Oberhof; 1990 Sportgymnasium Oberhof; 1995 Abitur, danach Sportfördergruppe der Bundeswehr Oberhof; SC Steinbach-Hallenberg, später Motor Zella-Mehlis (Trainer: Helmut Rothämel); viermal Dt. Jugendmstr.: 1994: 5 km klassisch, Staffel, 1995: Staffel, 1996: 5 km klassisch; dreimal Dt. Mstr. Staffel (1995 – 97); WM 1997 Staffel (6. Pl.); Olymp. Spiele: 1998 Staffel (5. Pl.); 1999 Wechsel zum Biathlon (Trainer: Harald Böse, Manfred Geyer); Olymp. Spiele: 2002: 7,5 km (Gold), Staffel (Gold), Verfolgung (Silber); 2006: Verfolgung (Gold), Massenstart (Silber), Staffel (Silber), Sprint (7. Pl.); WM: 2001 Sprint (Gold), 2001/02 Staffel (Silber), 2003/04 Staffel (Bronze), 2007 Staffel (Gold), 2009 Sprint (Gold); Gesamt-Weltcup 2004/05 (2. Pl.), 2005/06 (1. Pl.); Sprint-Weltcup 2005/ 06 (1. Pl.); 2004 Wechsel nach Ruhpolding (Trainer: Uwe Müssiggang); 2009 Bayer. Sportpreis; 2009 »Goldene Henne«; lebt in Steinbach-Hallenberg.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Wilke, Alfred

* 23.3.1921 – ✝ 8.2.1997

Geb. in Werder (Havel); Vater Buchhalter; Volks- u. Mittelschule; 1937 – 40 Ausbildung zum Metallflugzeugbauer; 1940 – 45 Monteur bei den Henschel-Flugzeugwerken in Berlin-Schönefeld, zeitw. im Ausland eingesetzt; 1942/43 Besuch der Techn. Abendschule von Prof. Arthur Werner in Berlin. 1945 Schulhelfer in Werder; SPD; 1946 Kursant am Pädagog. Inst. Wiesenburg; 1946 SED; FDGB; 1946/47 Kulturdezernent in Werder; 1946 – 49 Neulehrer, zul. Dir. der Berufsschule Werder; 1946 – 49 Mitgl. u. Vors. des Krs.-Tags Werder; 1948/49 Mitgl. der SED-Ortsltg.; 1949 – 52 Landesvors. Brandenb. u. 1952/53 Bez.-Vors. Potsdam der Gewerkschaft Unterricht u. Erziehung; 1953 – 55 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1954 – 72 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst. u. des Präs., seit 1968 des Sekr., zuständig für Bildungspol.; 1955 – 72 Mitgl. u. Vors. des Zentralvorst. der Gewerkschaft Unterricht u. Erziehung; 1955 – 64 Mitgl. der Administrativkommission der Lehrerinternationale (FISE) im WGB; 1957 – 72 Mitgl. des Zentr. Aussch. für Jugendweihe; 1958 – 63 Mitgl. der Schulkommission beim PB des ZK der SED u. der Staatl. Kommission zur Gestaltung des einheitl. soz. Bildungssystems beim Min.-Rat; 1963 – 75 Mitgl. des Weltfriedensrats; 1965 – 72 Vizepräs. des Friedensrats der DDR; 1971 – 74 Sekr. der DDR beim Weltfriedensrat in Helsinki; 1966 – 71 Mitgl. des Präs. der Urania; 1974 – 86 Mitgl., stellv. Vors. u. Vors. der ZRK des FDGB (Nachf. von Hans Hünich); 1976 VVO; 1986 Rentner; gest. in Berlin.Die Vorber. des 5. Pädagog. Kongresses. Berlin 1956; Die gewerksch. Revisionskommission. Berlin 1980.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Westphal, Johann Heinrich

* 21.9.1886 – ✝ 30.5.1954

(* 1886 – † 1954) Geboren am 21. September 1886 in Dosenmoor bei Kiel, Sohn eines Landbriefträgers. Das älteste von elf Kindern lernte Kesselschmied und arbeitete auf der Deutschen Werft in Hamburg. 1907 Mitglied der SPD, trat er während des Krieges zur USPD über und kam 1920 mit der USPD-Mehrheit zur KPD. Er war Anhänger des linken Parteiflügels, zog 1924 als Abgeordneter in die Hamburger Bürgerschaft ein, der er ununterbrochen bis 1933 angehörte. 1924 Orgleiter des KPD-Bezirks Wasserkante. 1925 abgelöst, blieb aber Mitglied der BL. Seit 1927 Angestellter im Arbeits- und Wohlfahrtsamt. 1930 Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus in Hamburg, bis 1933 aktiver KPD-Funktionär. Am 5.März 1933 nochmals in die Bürgerschaft gewählt, am 19. März 1933 festgenommen, bis Januar 1934 im KZ. Im Juni 1934 und im April 1937 erneut kurz inhaftiert. Verbindung zu Franz Jacob, Robert Abshagen und Bernhard Bästlein, daher im Juli 1944 abermals festgenommen. 1945 Mitglied und Funktionär der BL Hamburg, 1946 wieder Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Während seiner Teilnahme am Deutschlandtreffen der FDJ in Ost-Berlin starb Johann Heinrich Westphal am 30.Mai 1954 und wurde in Hamburg beigesetzt.

Wer war wer in DDR

Wetzel, Hans

* 28.2.1920 – ✝ 31.1.1999

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer; Chemiearb.; 1938 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht; 1945 kurzzeitig in amerikan. Kriegsgef. 1945 – 47 Arbeit im Braunkohlentagebau Espenhain; 1946 SED; 1947 – 52 Lehrer u. Schulltr. an einer Gewerkschaftsschule; 1952 / 53 Schriftsetzer; 1953 – 55 1. Sekr. der SED-KL Döbeln; 1955 – 62 Sekr. für Agit. u. Prop., 1962 – 69 2. Sekr. der SED-BL Leipzig; Fernstudium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1969 – 86 2. Sekr. der SED-BL Cottbus; 1977 VVO; Mitgl. des Redaktionskollektivs der theoret. SED-Ztschr. »Einheit«; gest. in Berlin.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiatrek, Heinrich

* 1.7.1896 – ✝ 29.10.1945

Geboren am 1. Juli 1896 in Gleiwitz, fünftes von zehn Kindern eines Eisenbahnbeamten; ungelernter Arbeiter, im Sommer 1913 freiwillig zur Kaiserlichen Marine. 1916 kam er zur U-Bootflotte, war Bootsmannsmaat und erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse. Von Dezember 1918 bis 1927 arbeitete Wiatrek im Eisenbahnausbesserungswerk Gleiwitz. Wegen eines Herzleidens, das er sich als Soldat zugezogen hatte, bekam er eine Rente. Politisch zunächst nicht aktiv, war allerdings als Mitglied des oberschlesischen Selbstschutzes und des »Verbandes heimattreuer Oberschlesier« an den Abstimmungskämpfen (Anschluß Oberschlesiens an Polen oder Deutschland) beteiligt. Im November 1922 trat er in die KPD ein, ab 1927 Stadtverordneter und Mitglied des Stadtrats Gleiwitz, dann Gauleiter des RFB in Oberschlesien. Im Herbst 1929 in den oberschlesischen Provinziallandtag gewählt und in die BL Oberschlesien kooptiert. Während der innerparteilichen Auseinandersetzungen soll er laut Herbert Wehner bei den Versöhnlern gestanden haben. Als Kassierer gehörte er bis 1932 dem Sekretariat der BL Oberschlesien an, zeitweise Org- bzw. Agitpropleiter. Wegen persönlicher Differenzen mit Polleiter Paul Wojtkowski vom Polbüro aus Gleiwitz abgezogen; von November 1932 bis Oktober 1934 (Parteiname Heinrich Kirsch) Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau. Er kam Ende November 1934 nach Düsseldorf, dort Orgleiter, dann Polleiter (Deckname Stefan). Wiatrek nahm 1935 in Moskau als Delegierter Fritz Weber am VII. Weltkongreß sowie der »Brüsseler Konferenz« teil und wurde zum Kandidaten des ZK gewählt. Ab Januar 1936 als Nachfolger des abgelösten Fritz Schulte deutscher Vertreter bei der Komintern. Gegenüber der Gestapo erklärte Wiatrek später, daß er dieser Funktion nicht gewachsen war. Sein ungenügender Rückhalt bei den in Moskau weilenden KPD-Spitzenfunktionären habe dazu geführt, daß er während der Prozesse 1936/37 sogar als Trotzkist verdächtigt wurde. Wiatrek wurde der Funktion entbunden und als Leiter der KPD-AL Nord nach Kopenhagen geschickt. Unter seiner und Konrad Blenkles Leitung sollte sich die Arbeit auf die wichtigsten Hafenstädte in Deutschland konzentrieren. Nach Ausbruch des Krieges 1939 blieb Wiatrek in Kopenhagen, wo die AL Nord wegen der durch den Hitler-Stalin-Pakt entstandenen Irritationen vorläufig ihre Tätigkeit einstellte. Mitte Januar 1940 fuhren Wiatrek und Blenkle nach Stockholm zu Karl Mewis, der aus Moskau neue Weisungen mitgebracht hatte. Danach war in Kopenhagen eine Auslandsleitung aus Mewis, Wiatrek und Wehner zu bilden, was nicht realisiert wurde. Im Frühjahr 1940 sollte er zur Verstärkung der illegalen Arbeit nach Hamburg gehen, blieb aber in Kopenhagen. Dort wurde Wiatrek am 19. Mai 1941 verhaftet und an die Gestapo in Hamburg überstellt. Nach einigen Wochen machte er ausführliche Aussagen, aufgrund derer die Gestapo umfangreiche Verhaftungen vornehmen konnte. Am 17. Mai 1943 wurde Wiatrek vom 1. Senat des VGH in Berlin zum Tode verurteilt, die Vollstreckung auf Intervention höchster Gestapostellen mehrmals aufgeschoben und er aus der Todeszelle in Plötzensee sogar wieder nach Hamburg überführt. Kurz vor dem Einmarsch der britischen Armee Ende April 1945 wurde Wiatrek freigelassen und tauchte in Hamburg unter. Aus Furcht, daß einstige Mitgenossen in ihm einen Verräter sahen und »abrechnen« wollten, flüchtete er im Sommer 1945 nach Reichenbach im Vogtland, wo sein jüngerer Bruder Fritz zu den führenden KPD-Funktionären zählte. Fritz Wiatrek (* 24. 10. 1910 – † 25. 5. 1982), der selbst aktiver KJVD- bzw. KPD-Funktionär in Oberschlesien war, nach 1933 illegal arbeitete und mehrmals inhaftiert wurde, engagierte sich ab Juni 1945 als Sekretär des FDGB in Reichenbach. Für seinen schwerkranken, an Tbc leidenden Bruder besorgte er einen Platz in der Lungenheilstätte Bad Reiboldsgrün. Dort starb Heinrich Wiatrek kurz nach der Einlieferung am 29. Oktober 1945.

Wer war wer in DDR

Wicklein, Adolf

* 11.2.1924 – ✝ 13.4.2005

Geb. in Sonneberg (Thür.); Vater Spielwarenarb.; Volksschule; 1938 – 42 Lehre u. Arbeit in der Holzspielzeugind. in Sonneberg; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 brit. Kriegsgef. 1945 / 46 KPD / SED; 1945 – 48 Angest. beim Rat der Stadt Sonneberg; 1947 Lehrgang an der SED-LPS; 1948 – 50 Abt.-Ltr. in der SED-KL Sonneberg; 1950 / 51 Lehrgang an der SED-PHS; 1951 / 52 1. Sekr. der SED-KL Torgau; 1952 / 53 Ltr. der Abt. Leitende Organe in der SED-BL Halle; 1953 / 54 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Halle; 1954 / 55 Instrukteur des ZK der SED u. Beauftragter für den Bez. Suhl; 1955 – 58 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1958 / 59 Sekr. für Agit. u. Prop., 1959 – 81 2. Sekr. der SED-BL Erfurt; 1974 VVO; gest. in Erfurt.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Wiedemann, Hans

* 18.5.1888 – ✝ 16.10.1959

Geb. in Berlin; Vater Beamter; Volksschule, Gymnasium; bis 1913 Studium der Philol. an den Univ. Berlin u. Jena; 1913 St.-Ex.; Dr. phil.; Studienrat in Erfurt; 1926 Mitgl. der Akad. Gemeinnützige Wiss. von 1756, Sekretar der Akad.; Mitgl. der DVP. 1945 stellv. Dir. der Lehrerbildungsanstalt Erfurt; 1946 CDU; Dir. der Goethe-Schule; Dir. der Lessing-OS Erfurt; 1950 – 52 Abg. des Thüring. Landtags; 1952 – 54 Abg. des Bez.-Tags Erfurt; 1951/52 Mitgl. des Landesvorst. Thür. der CDU; ab 1952 Mitgl. des Hauptvorst. der CDU, seit 1953 seines Präs.; 1953 – 59 OB u. Vors. des Rats der Stadt Weimar; 1954 – 58 Abg. der Volkskammer; Mitgl. des Verfassungsaussch.; 1954 VVO; 1957 – 59 Vizepräs. des Dt. Städte- u. Gemeindetags.Aus meinen Reden. Burgscheidungen 1960.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wiegand, Klaus

* 16.8.1941

Geb. in Stadtilm (Krs. Arnstadt); Vater Arbeiter; Grund- u. OS; 1958/59 Arbeit als Dreher; 1959 NVA, 1959 – 61 Offiziersschüler an der Offiziersschule der Landstreitkräfte; 1961 – 66 Zugführer im Panzerregt. 4, 1966 – 71 Offizier für Information der 4. Mot.-Schützendiv.; 1962 SED; 1971 – 75 Offiziershörer an der Militärakad. »M. W. Frunse« in der UdSSR, Dipl.-Militärwiss.; 1975 – 77 Ltr. der Unterabt. Aufklärung, 1977 – 79 Ltr. der Unterabt. Operativ der 4. Mot.-Schützendiv.; 1979/80 Ltr. der Abt. Operativ im Kdo. des Militärbez. III (Leipzig); 1980 – 82 Offiziershörer an der Militärakad. des Generalstabs der Streitkräfte der UdSSR »K. J. Woroschilow«.; 1982 – 84 Stellv. des Kdr. u. Stabschef der 7. Panzerdiv.; 1984 – 86 Kdr. der 11. Mot.-Schützendiv. (Nachf. von Manfred Zeh); Febr. 1986 Generalmajor; 1987 – 90 Stellv. des Chefs u. Stabschef im Kdo. des Militärbez. III (Nachf. von  Wolfgang Steger), 1990 Chef des Militärbez. III (Nachf. von Wolfgang Steger); 2.10. 1990 Entlassung.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wieland, Heinrich (Heinz) Robert

* 19.9.1907 – ✝ 5.6.1980

Geb. in Mannheim; Vater Hafenarb., Mutter Büglerin u. Fabrikarb.; Volksschule; 1922 – 26 Ausbildung zum Former; bei Daimler-Benz in Mannheim im Beruf tätig; 1922 – 29 DMV; 1931 KPD; RFB; RH; Mai – Juli 1933 »Schutzhaft« wegen RFB-Mitgliedschaft; Okt. 1933 erneute Verhaftung, Okt. – Dez. 1933 Gefängnis, Febr. 1934 Einstellung des Verfahrens mangels Beweisen; 1934 – 36 illeg. pol. Arbeit in der KPD-BL Baden; Mai 1936 auf Parteibeschluß Emigr. nach Frankreich (Metz); Sept./Okt. 1936 über Paris nach Spanien; Politkommissar der 2. Komp. in Albacete (XI. Internat. Brigade); Hauptmann der Bat. »Hans Beimler« u. »Ernst Thälmann«, Jan. 1937 Verwundung; dann drei Mon. Schule für Offz. in Spanien, zweimal verwundet; Aug. 1938 als Verwundeter nach Paris evakuiert; Mai 1939 Reise in die UdSSR; Aufenthalt in med. Einrichtungen; 1941 in Moskau Heirat mit Käthe Niederkirchner; Evakuierung nach Osch (Kirgisien), lebte dort im Invalidenheim; dort Lebensgem. mit  Deba Wieland, später Ehe; 1941 – 43 Pol.-Instrukteur des NKWD unter dt. Kriegsgefangenen; 1945 Schulung in der KPD-Schule »Objekt 12« bei Moskau. Jan 1946 Rückkehr nach Dtl.; KPD/SED; Mitarb. des ZK-Apparats, zunächst in der Abt. Org.-Instrukteur, dann 1947 Ref. der Abt. Presse-Rundfunk-Information des ZS der SED; ab Feb. 1952 Ltr. des Sektors II (Registrierung leitender Kader/Nomenklatur) der Abt. Kader des ZK der SED; anschl. Sektorenltr. für ltd. Parteikader der Abt. Ltd. Organe, Parteien u. Massenorg. beim ZK der SED (LOPM); 1952 – 68 stellv. Ltr. der Zentr. Kaderregistratur; 1951 Mitgl. der Zentr. Kommission zur Überprüfung der Parteimitgl. u. Kand.; 1957 – 76 stellv. Ltr. der Abt. für Kaderfragen des ZK der SED, ab 1968 auch zuständig für die Betreuung der ZK-Mitgl. (Nachf. von  Fritz Geißler); 1962 – 76 Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Neuer Weg«; 1969/70 Lehrgang für ltd. Parteikader; 1965 KMO; 1967 u. 1972 VVO; 1970 Verdienstmedaille der NVA; 1971 Partisanenmedaille der Ungar. Volksrep.; April 1970 Ehrenspange zum VVO; Parteiveteran; 1977 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wiese, Karl-Heinz

* 25.4.1935 – ✝ 27.8.2008

Geb. in Kleinoschersleben (b. Magdeburg); Vater Kraftfahrer; Volksschule; 1949 – 54 Lehre u. Arbeit als Böttcher; 1954 Einstellung beim MfS, KD Rathenow; 1954/55 Lehrgang an der Schule des MfS Potsdam-Eiche; 1955 HA V (Staatsapparat, Kirchen, Kultur, Untergrund), MfS Berlin; 1961 Versetzung zur HA VII (MdI/DVP); 1962 AG Paßwesen/ Fahndung; 1964 – 67 Studium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1967 HA Paßkontrolle/Fahndung; 1971 Fahndungsführungsgr., 1980 stellv. Ltr., 1986 Ltr.; 1987 Abt.-Ltr. u. stellv. Ltr. der HA VII; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Wiesner, Hans-Joachim

* 10.9.1925 – ✝ 2.11.2013

Geb. in Görlitz; Vater Zimmermann; Mittelschule; 1941/42 Ausbildung zum Zimmermann; 1943 RAD; 1943/44 Wehrmacht, Kanonier; 1944 – 50 sowj. Kriegsgefangenschaft, Zentr. Antifa-Schule. 1950 Rückkehr nach Dtl.; SED; ab 1.2.1950 Offiziersschule der HV für Ausbildung; 1951 VP-Kommissar; bis 1960 Politoffz. in KVP- u. NVA-Dienststellen; 1960 – 62 Militärakad. Dresden, Dipl. rer. mil.; 1962 – 64 Ltr. der Politverw. des Militärbez. Leipzig, 1964 Gen.-Major; 1964 – 86 Kdr. bzw. Chef der Militär- akad. »Friedrich Engels« in Dresden (Nachf. von  Heinrich Heitsch); Prof.; 1973 Gen.-Ltn.; 1967 – 86 Abg. der Volkskammer; 1985 Scharnhorstorden; 1986 Ruhestand; gest. in Leipzig.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wildenhain, Heinz

* 11.12.1927

Geb. in Uhlmannsdorf (Krs. Glauchau); Vater Schlosser u. Hausmeister, Mutter Fabrikarbeiterin; 1934 – 42 Volksschule in Ziegelhain u. Schmölln; Dt. Jugend; 1942 – 44 Ausbildung zum Industriekfm. in Schmölln; 1942 – 44 HJ; Dez. 1944 – Febr. 1945 RAD, Arbeitsmann; Febr. – Mai 1945 Wehrmacht, Sold. in Plauen. 1945 – 49 Buchhalter, später Hauptbuchhalter beim VEB Gas- u. Wasserwerk Schmölln; 1949 – 51 Betriebsassistent bei den Stadtwerken KWU Schmölln; 1949 Jungaktivist; 1951 FDJ; 1951 – 55 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1952 SED, 1953 – 55 Mitgl. der ZPL der HfÖ; 1955 – 61 Instrukteur für wirtschaftl. Rechnungsführung, ab 1957 auf dem Gebiet Geld- u. Kreditpolitik, 1961 – 69 Sektorenltr., 1969 – 72 stellv. Ltr. der Abt. Planung u. Finanzen des ZK der SED; 1956 NVA; 1972 – 82 stellv. Ltr. der ZK-Abt. Planung u. Finanzen, Mai 1982 – Nov. 1989 Ltr. der Abt. Finanzverw. u. Parteibetriebe des ZK der SED; 1981 Verdienstmed. der NVA; ab 1982 Vors. der Lohn- u. Gehaltskommission des ZK der SED; 1986 Mitgl. der Zentr. Kommission des PB zur Betreuung alter verdienter Parteimitglieder; 1984 VVO; 1987 Ehrenspange zum VVO; lebt in Hallein (Österr.).Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wilhelm, Paul

* 1887 – ✝ 1940

Geboren 1897 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; wurde Metallarbeiter. Von 1911 bis 1915 in der SAJ organisiert, 1915/16 Mitglied der SPD, dann bis 1920 der USPD und ab 1920 der KPD. Zunächst im AM-Apparat tätig, wurde er (Pseudonym Wilhelm Block) 1925 für die Komintern eingesetzt (»Abteilung SS im Ausland«). Einzelheiten seiner geheimen Funktionen waren nicht zu ermitteln. Er kam 1936 in die UdSSR und arbeitete in einem Betrieb. Im Juli 1937 vom NKWD verhaftet, am 1. August aus der KPD ausgeschlossen. In Moskau zu 20 Jahren Lager verurteilt, Paul Wilhelm soll 1940 im Gulag umgekommen sein.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wilke, Walter

* 31.7.1901 – ✝ 16.6.1938

Geboren am 31. Juli 1901 in Berlin, nach Abschluß der Volksschule Lehre bei einer Berliner Speditionsfirma als Expedient, später auch in Hamburg tätig, nach Arbeitslosigkeit, Tätigkeit als Postbote, bei einer Autofirma in Berlin Adlershof, in der Behala Westhafen und beim NDV unter Willi Münzenberg“, 1927 Eintritt in die KPD, 1928/29 Orgleiter einer Straßenzelle in Berlin-Kreuzberg, 1930 Orgleiter einer Straßenzelle in Niederschöneweide, bemühte sich um eine Arbeit in der Sowjetunion, ab September 1931 Tätigkeit als Referent bei Technopromimport Moskau, ab März 1933 bei Elektroimport Moskau. Übernahme in die KPdSU, 1933 bis 1936 Student an der KUNMS, danach zur Arbeit nach Engels delegiert, nach Verhaftung der Ehefrau Johanna noch Ende 1936 „Flucht“ mit dem Sohn Peter nach Frankreich, einem kleinen Dorf im Kanton Pallasowka, ASSR der Wolgadeutschen (heute zum Oblast Wolgograd gehörend), wo er als Grundschullehrer arbeitete, bemühte sich vergeblich als Freiwilliger nach Spanien zu den Interbrigaden zu kommen, lt. FSB-Archiv Wolgograd wurde Walter Wilke am 10. Februar 1938 verhaftet und am 26. Mai 1938 zum Tode durch Erschießen verurteilt. Das Urteil wurde am 16. Juni 1938 vollstreckt. Wilkes Frau Johanna, geborene Hartog (* 15. 8. 1904 – † 4. 6. 1988), war (wie ihre Schwestern Golda Fröhlich und Selma Gabelin [ Bernward Gabelin]) Funktionärin in der KPD, zeitweise Sekretärin von Heinrich Rau. Sie folgte ihrem Mann Walter mit dem Sohn Hans Peter (*18. 10. 1930) in die UdSSR, war Redakteurin an Gewerkschaftszeitungen und wurde bereits im September 1936 verhaftet und zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Im Gefängnis in Saratow wurde im Januar 1937 ihre Tochter Tamara geboren, die zehn Jahre von ihr getrennt blieb. Nach der Haft im Herbst 1946 in Magadan zwangsangesiedelt. Johanna Wilke (nach Rehabilitierung durch die UdSSR-Justiz) durfte mit ihrer Tochter erst 1958 in die DDR ausreisen.