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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Wittgen, Tom

* 26.4.1932

Geb. in Wittgensdorf (b. Chemnitz); Volksschule; Arbeit in der Landw. u. Besuch des Seminars für Soziale Frauenberufe in Chemnitz; Abitur an der ABF in Leipzig; danach Germanistikstudium in Leipzig u. Berlin, Dipl.; Reporterin u. Red. bei Radio DDR; Lektorin im Verlag des Min. des Innern, ab 1963 im Verlag Das Neue Berlin, betreute hier die Kriminalheftreihe »Blaulicht«, in der sie selbst debütierte (»Der Überfall«, »Tapetenwechsel«, beides 1967); seit 1970 freischaff.; 1972 Drehbuch »Ein bißchen Alibi« (Polizeiruf 110); 1978 Vorlage für »Doppeltes Spiel« (Polizeiruf 110). 1994 Ausz. mit dem Ehrenglauser der Autorengr. Dt. Kriminalliteratur »Das Syndikat«; 1993 Vorlage für »Blue Dream – Tod im Regen« (Polizeiruf 110); führende Kriminalautorin der DDR; 1999 erschien ihr letzter Roman; Ruhestand.Im Dreieck. Berlin 1969; Der zweite Ring. Berlin 1970; Das sanfte Mädchen. Ber-Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wittik, Johann

* 9.8.1923

Geb. in Liberec (ČSR / Tschechien); Vater Bäkckergehilfe; Volks- u. Bürgerschule; Lehre u. Arbeit als Weber, Textilfachschule; 1931 Mitgl. der »Roten Falken« u. des tschech. KJV; 1942 – 45 Wehrmacht, 1945 brit. Kriegsgefangenschaft in den Niederlanden u. in der ČSR. 1946 Umsiedl. nach Pirna; 1947 SED; 1947 – 49 Tiefbauarb., Spinnereitechniker im VEB Textilwerke Zittau; 1947 – 49 Studium an der Textilingenieurschule Zittau, Textiling.; 1949/50 Lehrgang an der DVA in Forst-Zinna; 1950/51 Assi. des Hauptdir., Produktionsltr. u. stellv. techn. Dir. der VVB Webereien Meerane; 1951/52 Techn. Dir. der VVB Woll- u. Seidenweberei Glauchau; 1952 – 55 Abt.-Ltr. bzw. stellv. HV-Ltr. im Min. für Leichtindustrie, 1955/56 dort Ltr. der HA Technik, 1956 – 58 Stellv. Min. für Leichtindustrie; 1958 – 61 Vors. des Bezirkswirtschaftsrats u. stellv. Vors. des Rats des Bez. Gera, Mitgl. der SED-BL Gera; 1961 – 65 1. Stellv des Vors. des VWR; 1965 – 72 Min. für Leichtindustrie; 1963 Kand., 1964 – 76 Mitgl. des ZK der SED; 1967 Studium am ZI für soz. Wirtschaftsführung; 1973 – 76 Botschafter der DDR in der VR China; 1976 – 90 GD des VEB Minol Berlin.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wittorf, John Friedrich

* 5.9.1894 – ✝ 19.6.1981

(* 1894 – † 1981) Geboren am 5. September 1894 in Stellingen/ Hamburg; Hilfsarbeiter und später Hafenarbeiter in Hamburg, trat 1917 der USPD bei und kam mit der linken USPD 1920 zur KPD. Er war ein enger Freund Ernst Thälmanns. Die Behauptung, er sei auch mit Thälmann verschwägert gewesen, ist falsch, unbestreitbar aber, daß ihn Thälmann protegierte. Wittorf gehörte seit 1925 der BL Wasserkante als hauptamtlicher Funktionär an. Er war einer der drei Vorsitzenden des X. KPD-Parteitages 1925 in Berlin. 1926 UB-Leiter von Kiel, übernahm er im März 1927 als Polleiter den KPD-Bezirk Wasserkante. Der XI. Parteitag 1927 in Essen wählte Wittorf auch zum Mitglied des ZK. Ebenso gehörte er 1927 und 1928 der Hamburger Bürgerschaft als Abgeordneter an. Bei den Reichstagswahlen 1928 kandidierte er in Hamburg hinter Thälmann auf Platz zwei, wurde aber nicht gewählt. 1928 häuften sich die Hinweise, daß Wittorfs Geldausgaben mit seinen Einnahmen nicht übereinstimmten. Als bei einer Kassenrevision Unregelmäßigkeiten entdeckt wurden, schob Wittorf das dem Kassierer der BL, Richard Dehmel, der mit der linken Opposition sympathisierte, unter. Bei einer genauen Überprüfung stellte sich jedoch heraus, daß Wittorf 1800 Mark unterschlagen hatte, später erwies sich, daß die Summe (aus geheimen Mitteln der Komintern) höher war. Thälmann bemühte sich gemeinsam mit John Schehr, Willy Presche und Ludwig Rieß, die Unterschlagungen zu vertuschen. Sie versuchten, Wittorf zu ermöglichen, das Geld wieder beizuschaffen. Doch inzwischen erfuhren die Versöhnler Hugo Eberlein und Gerhart Eisler von dieser Angelegenheit und alarmierten das ZK. Daraufhin wurde Wittorf im September 1928 aus der KPD ausgeschlossen. Der Vertuschungsskandal führte zur vorübergehenden Funktionsenthebung Thälmanns (Wittorf-Affäre). In der Politik spielte Wittorf keine Rolle mehr. John Wittorf starb am 19. Juni 1981 in Hamburg.

Wer war wer in DDR

Wöckel, Bärbel

* 21.3.1955

Geb. in Leipzig; EOS; Pädagogikstudium, Unterstufenlehrerin; 1969 – 84 aktiv in der Leichtathletik (Sprint, Hürden); SC DHfK Leipzig (Trainer: Wolfgang Viertler, Karl-Heinz Balzer); 1977 – 84 SC Motor Jena (Trainer: Horst-Dieter Hille); 1972 Siegerin bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft; 1973 Siegerin über 200 m, 100 m Hürden u. mit der 4 x 100-m-Staffel bei den Junioren-Europameisterschaften; 1973 fünfmal Junioren-ER; 1974 – 84 16mal DDR-Rekord; 1974 – 80 achtmal WR; zweimal Teiln. an Europameisterschaften: 1974 Siegerin mit der 4 x 100-m-Staffel u. 7. Platz über 100 m, 1982 Siegerin über 200 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel sowie 2. Platz über 100 m; 1976 – 84 zehnmal DDR-Mstr.; zweimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1976 u. 1980 Siegerin über 200 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel; 1981 Siegerin beim Europacup. Lebt im Odenwald; angestellt beim Dt. Leichtathletikverb. in Darmstadt.Klaus Gallinat

Wer war wer in DDR

Wohllebe, Gert

* 24.3.1931

Geb. in Grechwitz (Krs. Grimma); Vater Steinbrucharb.; Volksschule; Lehre als Kupferschmied im VEB Maschinen- u. Apparatebau Grimma; 1955 – 57 Abendstudium an der Ing.-Schule für Schwermaschinenbau Leipzig; 1957 Mstr. der volkseigenen Industrie, 1955 – 62 Obermstr.; 1958 SED; 1962 – 65 Betriebsteilltr.; 1964 Held der Arbeit; 1964 – 66 Studium an der Ing.-Schule für chemischen Apparatebau in Bernburg, 1966 Ing.; 1965 – 71 Dir. für Technik; 1971 Obering.; 1962 – 79 Mitgl. der SED-BL Leipzig; 1971 – 78 Kombinatsdir. des VEB Maschinen- u. Apparatebau Grimma/ Chemieanlagenbau; ab Jan. 1979 GD des Chemieanlagenkombinats Grimma; 1969/70 Studium an der BPS Leipzig; 1970 NP; ab 1971 Kand., ab 1986 Mitgl. des ZK der SED; 1977 Verdienter Techniker des Volkes; 1981 VVO; 1987 Verdienter Erfinder u. Dr. h. c. (KMU Leipzig); 1990 Vorruhestand.Hagen Schwärzel / Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wojtkowski, Paul

* 20.12.1892 – ✝ 14.4.1960

Geboren am 20. Dezember 1892 in Wollstein/ Posen, Sohn eines Schneidermeisters. Da der Vater früh starb, mußte der Zwölfjährige als Laufbursche zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Lehre als Schlosser, dann Wanderschaft. Er trat im September 1913 in die SPD ein, die er nach Kriegsbeginn wieder verließ, 1917 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1926 hauptamtlicher Leiter des UB Essen, später des UB Bochum und des UB Hamm/Westfalen, gehörte er zeitweise auch dem Sekretariat der BL Ruhrgebiet an. Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau, dann Instrukteur des ZK in Oberschlesien. Im Februar 1931 löste er Fritz Selbmann als Polleiter ab und blieb in dieser Funktion bis 1933. Im Mai 1928 war Wojtkowski in Düsseldorf-Ost in den Preußischen Landtag gewählt worden, im April 1932 erneut MdL Preußen. Am 27. April 1933 in »Schutzhaft«, dann wieder Schlosser, 1938 erneut verhaftet, kam er in das KZ Buchenwald. Im April 1945 befreit, im Juli Abteilungsleiter in der KPD-Landesleitung Thüringen. Anfang 1946 vom ZK nach Hamburg geschickt, leitete er bis September 1947 das KPD-Zonenbüro und gehörte der Parteileitung für die britische Zone an. Nach dem II.Parteitag der SED 1947 wieder in der SED-Landesleitung Thüringen. Ab August 1949 1. Vorsitzender des FDGB Thüringen, ab 1953 Vorsitzender des Rates des Kreises Nordhausen, er erhielt 1956 den VVO in Silber. Paul Wojtkowski starb am 14. April 1960 in Nordhausen. Wojtkowskis Lebensgefährtin Luise Sattler (* 13. 6. 1906 - † 21. 4. 2002), Stenotypistin, war seit 1923 in der KJD und der KPD. Sie arbeitete zunächst bei der Union der Hand- und Kopfarbeiter in Bochum, ab 1925 bei der KPD-BL Essen. Seit 1930 in Berlin im Sekretariat der Orgabteilung, ab 1933 für die illegale Landesleitung tätig. Sie emigrierte 1936 in die Niederlande, wo sie mit Paul Bertz zusammenarbeitete. Anfang 1937 ging sie nach Norwegen, heiratete den KPÖ-Funktionär und Kandidaten des EKKI Kurt Dernberger (* 1. 4. 1900 – † ?). Beide wurden im Oktober 1944 in Oslo festgenommen und nach Deutschland ausgewiesen. Sie konnten bis zum Einmarsch der Roten Armee in Berlin untertauchen. Kurt Dernberger ging nach Wien zurück, wurde vom NKWD verhaftet, weil er angeblich als V-Mann für die Gestapo gearbeitet haben soll. Sein Schicksal ist bis heute nicht geklärt.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wolf, Friedrich

* 23.12.1888 – ✝ 5.10.1953

(* 1888 – † 1953) Geboren am 23. Dezember 1888 in Neuwied/ Rhein, Sohn eines jüdischen Kaufmanns. Nach dem Abitur 1907 Studium der Medizin, Philosophie und Kunstgeschichte in München, Tübingen, Bonn und Berlin. 1913 Promotion zum Dr. med. mit einer Arbeit über »Die multiple Sklerose im Kindesalter«. Anschließend Assistenzarzt, Schiffs- und Lazarettarzt, schrieb auch Gedichte, Erzählungen und Dramen. Bei Kriegsbeginn als Truppenarzt an der Westfront, er wurde zum entschiedenen Kriegsgegner. Im November 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Dresden, Mitglied der USPD. 1920 Stadtarzt in Remscheid, beteiligt am Kampf gegen den Kapp-Putsch. Wolf war sowohl Mediziner als auch Schriftsteller, debütierte 1919 mit dem expressionistischen Stück »Das bist Du«. Seit 1921 Landarzt in Hechingen, spezialisierte er sich auf Naturheilkunde, heiratete 1922 in zweiter Ehe Else Dreibholz, Geburt der Söhne Markus (1923) und Konrad (1925). Mit dem Drama »Der arme Konrad« wurde Wolf ein anerkannter Schriftsteller. 1926 erschien sein »Doktor«-Buch, »Die Natur als Arzt und Helfer«. Wolf war von 1927 bis 1933 Arzt für Homöopathie und Naturheilkunde in Stuttgart, seit 1928 Mitglied der KPD und gehörte dem BPRS an. Sein 1924 uraufgeführtes Drama »Cyankali« leitete in den zwanziger Jahren eine Kampagne gegen den Abtreibungsparagraphen 218 ein. Er wurde deswegen verhaftet und der »gewerbsmäßigen Abtreibung« beschuldigt, Massenproteste führten zu seiner Freilassung. 1933 emigrierte er über Österreich und die Schweiz nach Frankreich, dort verfaßte er sein erfolgreichstes Stück »Professor Mamlock«. Er ging 1934 in die Sowjetunion, wo inzwischen auch seine Familie lebte. Beim Versuch, nach Spanien zu gelangen, um als Arzt auf der Seite der Internationalen Brigaden zu kämpfen, wurde Wolf 1938 in Frankreich verhaftet, 18 Monate Internierung. Er erhielt 1941 die sowjetische Staatsbürgerschaft und konnte wieder nach Moskau. 1943 Mitbegründer und Frontbeauftragter des NKFD, kehrte 1945 nach Deutschland zurück und war in Berlin neben seiner schriftstellerischen Arbeit vor allem Kulturpolitiker. Wolf gehörte 1946 zu den Mitbegründern der DEFA und dem »Bund deutscher Volksbühnen«, war dessen Vorsitzender und Herausgeber der Zeitschrift »Volk und Kunst«. Dann 1948 auch Mitbegründer des PEN-Zentrums Deutschlands sowie 1. Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft, Wolf wohnte ab 1948 in Lehnitz bei Berlin. Er war von 1949 bis 1951 der erste Botschafter der DDR in Polen. Am 5. Oktober 1953 starb Friedrich Wolf nach einem Herzinfarkt in Lehnitz, wo seine Schwiegertochter Emmy Stenzer seinen Nachlaß verwaltete. Wolfs gesammelte Werke wurden in den Jahren von 1960 bis 1968 in 16 Bänden in der DDR herausgegeben.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wolf, Hanna

* 4.2.1908 – ✝ 22.6.1999

Geb. in Gonionds (b. Białystok, Rußland / Goniądz, Polen); Vater Rabbiner u. Lehrer, Mutter Lehrerin; dt. u. hebräische Volksschule in Gonionds, bis 1927 Gymnasium in Białystok, Abitur; 1920 Rote Schülergr.; 1922 poln. KJV; 1927 Austritt aus der jüd. Gemeinde; 1927 – 32 Studium der Geschichte u. Philos. an der Univ. Berlin, aus wirtschaftl. Gründen ohne Abschluß; zugl. Übersetzerin u. Lehrerin; Mitarb. des M-Apparates der KPD (deshalb erst 1930 Mitgl. der KPD); Apr. 1932 Emigr. in die UdSSR (Moskau); Sept. – Dez. 1932 Red. u. Übersetzerin im Verlag für fremdspr. Lit. in Moskau; 1933 – 35 Studium u. wiss. Mitarb., 1935 – 37 Aspirantin an der Internat. Lenin-Schule in Moskau; 1934 sowj. Staatsbürgerschaft; nach Auflösung der Lenin-Schule 1937 – 39 aus persönl. Gründen Unterbrechung der Arbeit; arbeitete Aug. 1939 – Okt. 1941 zu geschichtswiss. Themen in der Hist. Bibliothek des Geschichtsinst. der AdW der UdSSR in Moskau; Okt. 1941 Evakuierung nach Kuibyschew; 1941 – 43 Mitarb. (Kontrollred.) der dt. Red. u. des Abhörbüros des sowj. Rundfunkkomitees in Kuibyschew; 1943 – 48 Lehrerin an Antifa-Schulen, Aug. 1943 – Jan 1945 an der Zentralschule in Krasnogorsk (Inst. 99 beim ZK der WKP(B)); 1945 – 48 Ltr. der Zentralschule (1947/48 zus. mit  Wilhelm Zaisser); 1946 sowj. Medaille für ruhmreiche Arbeit im Großen Vaterländ. Krieg. April 1948 Rückkehr nach Dtl.; KPD/SED; ab Juni 1948 persönl. Ref. des Ltr. der Dt. ZV für Volksbildung,  Paul Wandel; Mai 1949 Ltr. des neugegr. Konsultationsbüros zum Studium der Geschichte der KPdSU in der Abt. Parteischulung beim PV bzw. ZK der SED; dann kurzz. Ltr. des Sektors mündl. u. schriftl. Prop.; 1950 dt. Staatsbürgerschaft; Sept. 1950 – Juni 1983 Dir. der PHS (Nachf. von  Rudolf Lindau); Mitgl. des wiss. Rats des Museum für Dt. Gesch.; Prof.; 1978 Dr. phil. h. c. der KMU Leipzig; bis 1976 Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Einheit«; 1954 – 58 Kand., 1958 – 89 Mitgl. des ZK der SED u. Mitgl. der Ideolog. Kommission beim PB des ZK der SED; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1959 Banner der Arbeit; 1964 u. 1978 KMO; 1968 VVO; 1970 Orden des Vaterländ. Krieges (UdSSR); Lenin-Erinnerungsmedaille; 1973 Held der Arbeit; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; sowj. Orden Zeichen der Ehre; 1983 Hervorragender Wissenschaftler des Volkes; 1983 – 89 Konsultant beim ZK der SED; 1988 Ehrenspange zum VVO; 10.2.1990 aus der PDS ausgeschl.; in dritter Ehe verh. mit  Wilhelm Knigge; gest. in Berlin.Die Aufgaben eines Zirkelleiters. Berlin 1949; Im Dienste des Volkes. 20 Jahre SED. Berlin 1966; Reden u. Aufsätze. Berlin 1979. H. W. 80 Jahre. In ZfG (1988) 1; Leonhard, W.: Spurensuche. 40 Jahre nach »Die Rev. entläßt ihre Kinder«. Köln 1992; Hartewig, K.: Zurückgekehrt. Jüd. Kommunisten in der DDR 1945 – 1990. Weimar 2000; Möller, U., Preußer, B. (Hrsg.): Die Parteihochschule der SED – ein krit. Rückblick. Schkeuditz 2006.Peter Erler / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wolf, Klaus

* 12.8.1938

Geb. in Fuchshain (Krs. Grimma); Vater Schmiedemeister; Volksschule; 1952 – 55 Lehre als Schmied; staatl. geprüfter Landwirt; 1956 CDU; 1956 – 57 Mitarb. beim Rat des Krs. Schmölln; 1958 – 65 Sekr. des CDU-KV Schmölln; 1965 – 77 Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Schmölln bzw. Döbeln; 1965 – 70 Vors. des CDU-KV Schmölln; 1977 – 81 Mitgl., 1981 – 86 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Leipzig; 1985 Prom. zum Dr. oec.; 1982 – 89 Mitgl. des CDU-HV, ab 1987 auch seines Präs., 1989 / 90 Mitgl. des CDU-PV; 1986 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1986 Stellv. des Ministers für Verkehrswesen, zuständig für den Bereich Tourismus; 1987 – 89 Vors. der Zentralen Kommission Auslandstourismus beim Min.-Rat der DDR; Nov. 1989 – März 1990 Minister für Post- u. Fernmeldewesen in der Reg. Modrow (Nachf. von  Rudolph Schulze).Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wolff, Friedrich

* 30.7.1922

Geb. in Berlin-Neukölln; Vater Arzt; 1928 – 32 Volksschule, anschl. Gymnasium, 1941 Abitur; 1941 – 43 Ausbildung zum Kfm; wegen jüd. Abstammung nicht zur Wehrmacht eingezogen, sondern in Munitionsfabriken dienstverpflichtet, 1943 in Berlin-Neukölln u. 1944/45 in Treuenbrietzen. 1945/46 Übersetzer bei Gericht u. der Staatsanwaltschaft Berlin-Neukölln; 1945/46 KPD/ SED; 1946 – 49 Studium der Rechtswiss. an der HU Berlin; Referendarsexamen; 1949/50 Richter am Amtsgericht Berlin-Weißensee; 1950/51 Seminarltr. an der Richterschule Berlin; 1951 – 53 Ref. bzw. Hauptref. in der Hauptabt. Justiz des Magistrats von Berlin, Entlassung aus »kaderpol. Gründen«; 1953 Gründer des Rechtsanwaltskolleg. Berlin u. 1954 – 70, 1984 – 88, Febr. – Sept. 1990 dessen Vors.; wegen fakt. Koppelung beider Ämter in den gleichen Zeiträumen Vors. der DDR-Dachorg. der Rechtsanwaltskollegien; 1962 Mitgl. des Zentralvorst. der Vereinigung Demokrat. Juristen, 1985 ihr Vizepräs., März – Sept. 1990 ihr Präs. (Nachf. von  Günter Sarge); 1983 Prom. an der HU Berlin mit einer Diss. zur Stellung des Rechtsanwalts; ab 1981 Moderator der Fernsehreihe »Alles was Recht ist« (Nachf. von  Friedrich Karl Kaul); Autor populärer Schriften zu Rechtsfragen; vertrat vor Gericht u. a. Demonstranten vom 17.6.1953 u. 1957  Walter Janka; 1960 Pflichtverteidiger von Theodor Oberländer, Dez. 1989 – 93 Anwalt von  Erich Honecker; 1982 VVO. Mitgl. im Ältestenrat der PDS; Mithrsg. der Ztschr. »Neue Justiz«; lebt in Stolzenhagen (b. Berlin).Vertrauensvoll zum Rechtsanwalt. Berlin 1982; Pol. Strafprozesse in Dtl. Von 1945 – 68. In: PDS (Hrsg.): Ansichten zur Geschichte der DDR. Bonn 1994; Verlorene Prozesse 1953 – 98. Meine Verteidigung in pol. Verfahren. Baden-Baden 1999; Einigkeit u. Recht. Berlin 2005; Verlorene Prozesse. Berlin 2009.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wolff, Fritz

* 9.7.1897 – ✝ 1946

Geboren am 9. Juli 1897 in Graudenz/Westpreußen, Sohn einer begüterten Familie. Er studierte Rechtswissenschaft, schloß sich 1917 der USPD an. Mit der linken USPD trat Wolff 1920 zur KPD über, arbeitete als Graphiker für Parteiorgane, darunter die »Rote Fahne«, und war Mitbegründer sowie einer der Leiter der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands (ASSO). Nach Ausschluß aus der KPD war er 1933 kurzzeitig Mitglied der SAP, emigrierte im gleichen Jahr nach Paris, dort als Zeichner u. a. für das »Pariser Tageblatt« tätig. Er setzte sich für Hilfsorganisationen der Emigranten ein und engagierte sich in KPD-nahen Vereinigungen. Wolff war 1939/40 Herausgeber der »Pariser Tageszeitung«, flüchtete 1942 nach London, dort in der Freien Deutschen Bewegung aktiv. Wegen der KPD-Politik verließ er 1944 die FDB und ging 1946 zur SPD. Fritz Wolff starb 1946 in London.

Wer war wer in DDR

Wolfram, Klaus

* 4.12.1950

Geb. in Berlin; Vater Theaterregisseur  Gerhard W., Mutter Schauspielerin; EOS, 1969 Abitur; 1969 / 70 wiss.-techn. Mitarb. im IML, Marx-Engels-Abt. (MEGA-Edition); 1970 Kand., 1971 SED; 1970 – 74 Studium der Philos. an der HU Berlin; 1975 Mitarb. des IPW, Hauptabt. Ökonomie; Frühjahr 1975 Gründung einer illeg. opp. Gruppe (mit  Wolfgang Templin,  Sebastian Kleinschmidt u. a.); nach Zerschlagung der Gruppe durch das MfS im Juni 1977 Berufsverbot für wiss. Tätigkeit u. Ausschluß aus der SED; 1977 – 81 Fabrikarbeiter im VEB Steremat Berlin; vergebl. Bewerbungen an wiss. Instituten, 1981 / 82 arbeitslos; fortgesetzte Aktivitäten in opp. Kreisen; 1982 – 89 Lektor im Akademie-Verlag; Sept. 1989 Mitgl. im Neuen Forum (NF), Mitgl. im Arbeitsaussch. des NF, ab Nov. 1989 Ltr. der Programmgruppe, ab Dez. NF-Vertreter in der Verfassungsgruppe des zentr. Runden Tischs; Dez. 1989 Mitbegr. der BasisDruck Verlag GmbH, einem der ersten unabh. DDR-Verlage; Jan. 1990 – Aug. 1992 Hrsg. u. Red. der ersten unabh. Ztg. »Die Andere«; 1990 Mitbegr. der Robert-Havemann-Ges. e. V., Mitbegr. der Stiftung »Haus der Demokratie Berlin«, Vorstandsarbeit im »Haus der Demokratie«. 1991 – 2008 Vorstandsarbeit in der Robert-Havemann-Ges.; 1993 Teiln. am Arbeitskampf im Kaliwerk Bischofferode; 1994 – 99 Redaktionsmitgl. der Ztschr. »Sklaven«; 1998 – 2004 Vorstand im Haus der Demokratie; seit 1994 Lektor im BasisDruck Verlag.Zur Geschichte des Guten Willens. Skizzen aus der Opposition. (11 Folgen). In: Sklaven. Berlin 1994 – 1996. Dok.-Film über die Oppositionsgruppe: »Verraten. Sechs Freunde u. ein Spitzel«, R: Inga Wolfram, WDR 2007; Wolfram, I.: Verraten. Düsseldorf 2009.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wittich, Dieter

* 7.2.1930 – ✝ 22.6.2011

Geb. in Mansbach (Hessen); Vater Lehrer; 1948 Abitur; anschl. bis 1950 Besuch der Pädagog. FS sowie Lehramtsbewerber (Neulehrer) für russ. Sprache in Schmalkalden (Thür.); 1948 SED; 1950 – 56 Studium der Pädagogik, Geschichte u. Philos. an der FSU Jena sowie der HU Berlin; 1956 – 66 wiss. Assistent bzw. Oberassistent am Inst. für Philos. der HU Berlin; dort Prom. zum Dr. phil. mit einer Arbeit über den »kleinbürgerl. Materialismus der Reaktionsjahre nach 1848/49« (Georg Büchner, Carl Vogt, Jakob Moleschott) u. 1966 Habil. mit einer Arbeit zur marxist. Praxisauffassung u. zum Verhältnis von Praxis u. Erkenntnis; 1966 – 91 zunächst Doz., dann Prof. für Erkenntnistheorie am Inst. für Philos. der KMU Leipzig; 1972 – 89 Mitgl. des Red.-Kolleg. der »Dt. Ztschr. für Philos.«; 1974 – 90 Dekan der Fak. für Philos. u. Geschichtswiss. der KMU; 1979 u. 1981 NP; 1979 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW (1992 ausgetreten); 1991 Vorruhestand; lebte bis zu seinem Tod in Strausberg (Landkrs. Märkisch Oderland). Mitautor eines Grundrisses der marxist.-leninist. Erkenntnistheorie (mit Klaus Gößler u.  Kurt Wagner, Berlin 1978); Mithrsg. der »Studien zur Erkenntnistheorie« (1973 – 79); 1972 – 88 Veranstalter von jährl. Arbeitstagungen zur Erkenntnistheorie in Leipzig; weitere Arbeitsthemen: Wissenschaftstheorie (insbes. Rezeption von Thomas Kuhn) u. Geschichte der Philos.Praxis, Erkenntnis, Wissenschaft. Berlin 1965; Über Gegenstand u. Methoden der marxist.-leninist. Erkenntnistheorie. Berlin 1973; Warum u. wie Lenins philosoph. Hauptwerk entstand. Berlin 1985.Hans-Christoph Rauh

Wer war wer in DDR

Wittkowski, Margarete (Grete)

* 18.8.1910 – ✝ 20.10.1974

Geb. in Posen (Poznań, Polen) in einer jüd. Fam.; Vater Kfm.; Mutter Pianistin (im KZ Auschwitz ermordet); Lyzeum u. Privatgymnasium; 1926 Übersiedl. nach Berlin; bis 1931 in der zionist. Bew. aktiv; 1929 – 32 Studium der Nationalökon. in Berlin, Dipl.-Volkswirt; Sept. 1932 KPD; 1933 Emigr. in die Schweiz; 1933/34 Studium an der Univ. Basel; dort 1934 bei Hermann Schmalenbach Prom. zum Dr. rer. pol. über die Beziehungen der Berliner Großbanken zur Industrie in Dtl. 1918 bis 1933; 1934/35 illeg. pol. Arbeit in Berlin; Mitarb. der RGO-Ztg. »Der Gewerkschaftler« (Berlin); Febr. 1935 Emigr. in die Schweiz; Mitarb. einer illeg. Bauernztg. für Süddtl.; Untersuchungen zur NS-Wirtschaft; Okt. 1936 nach Paris; übernahm 1937 die Red. der »Süddt. Informationen«; Kurierfahrten nach Dtl. (»Hilde«); Nov. 1938 in Zürich verhaftet u. aus der Schweiz ausgewiesen, aber bis Frühj. 1939 illeg. in Basel; April 1939 Emigr. nach England; ab 1940 Org.-Ltr. der KPD-Gruppe, Zusammenarbeit mit dem Gen.-Sekr. der KP Großbritannien Harry Pollitt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1946 SED; mit  Jürgen Kuczynski Begr. der Wochen- ztg. »Die Wirtschaft«; 1946/47 Wirtschafts- red. (Ressortltr.) bei der Ztg. »Neues Dtl.«; 1948/49 stellv. Ltr. der HV Planung der DWK; 1949/50 PHS; Studienaufenthalt inder UdSSR; 1950/51 Vizepräs., 1951 – 54 Präs. des Verb. Dt. Konsumgenossenschaften; 1952 – 58 u. 1963 – 67 Abg. der Volkskammer; ab 1954 Mitgl. des ZK der SED u. 1. Stellv. des Vors. der SPK; 1958 des Managertums bezichtigt, danach bis 1961 nur noch eine der Stellv. des SPK-Vors. u. vom Mitgl. zum Kand. des ZK der SED zurückgestuft; Febr. 1961 – Juli 1967 stellv. Vors. des Min.-Rats für die Bereiche Handel, Versorgung u. Landw.; 1963 – 74 wieder Mitgl. des ZK der SED; 1964 Sonderbotschafterin in Indien; 1967 – 74 Präs. der Dt. Notenbank bzw. Staatsbank (Nachf. von  Helmut Dietrich); 1972 – 74 Mitgl. des Min.-Rats; 1970 VVO; Mitgl. des Präs. des Friedensrats; gest. in Singen während einer Reise.Witt, M. (Ps.): The Economics of Barbarism – Hitler’s New Economic Order in Europe. London 1942 (zus. mit J. Kuczynski); Die dt.-russ. Handelsbeziehungen in den letzten 50 Jahren. Berlin 1974 (zus. mit J. Kuczynski). Riechert, E.: Die DDR – Elite oder unser Partner von Morgen? Hamburg 1968; Gast, G.: Die pol. Rolle der Frau in der DDR. Düsseldorf 1973; Teubner, H.: Exilland Schweiz. Berlin 1975.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

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Wloch, Karl

* 4.8.1905 – ✝ 30.9.1982

Geb. in Berlin-Moabit; Vater Metallarb., Mutter Näherin; Volks- u. drei Jahre Mittelschule bzw. ab 1919 Förderkl. des Kölln. Gymnasiums; Nov. 1919 – 25 Freie Soz. Jugend; 1922 – 25 Ausbildung zum Kfm.; 1924 KJVD u. KPD; Mitgl. der KPD-UBL Moabit; 1925 – 28 überwiegend arbeitslos; in der Berliner Arbeitslosenbew. aktiv, Mitgl. des Provinzialaussch. der Erwerbslosen Berlin-Brandenb.; Ref. der KPD; 1928 Instrukteur der KPD-BL Berlin-Brandenb., aktiv gegen die »Rechten« u. »Versöhnler« innerhalb der KPD; Red.-Volontär bei der »Sächs. Arbeiterztg.« (Leipzig); 1929 stellv. Chefred. des »Thür. Volksblatts« in Gotha, ab 1930 in Erfurt; 1931 Gewerkschaftsred. der »Roten Fahne« (Berlin); zeitw. Red. für Außenpol. von »Die Nachrichten«; 1932 Sekr. in der Abt. Agit.-Prop. des ZK der KPD; 1933 illeg. pol. Arbeit; Ltr. des KPD-UB Hessen-Kassel (»Erich Werm«, »Erich Wiesner«); Hrsg. kommunist. Ztg. wie »Rundschau«; 1933 verhaftet u. mißhandelt, zu 30 Mon. Zuchthaus u. drei Jahren Ehrverlust verurteilt, strenge Einzelhaft im Zuchthaus Kassel-Welheiden, 1935/36 KZ Esterwegen, 1936 – 38 KZ Sachsenhausen; 1939/40 Arbei- ter u. Expeditient in Potsdam-Babelsberg; 1940 – 43 Betriebsassistent in Berlin u. Mitgl. der Anton-Saefkow-Gruppe; 1943 – 45 Strafbat. 999; dort illeg. pol. Arbeit; März 1945 verhaftet wegen »Zersetzung« u. Mitgl. in der Gruppe Anton Saefkow, geflohen; Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien. 1945/46 Verbindungsmann der KPD u. der KP Jugosl. in der Frage der Kriegsgefangenen; 1946 – 48 Hauptref. in der Abt. Werbung u. Schulung im PV der SED; 1948/49 in Polen, dort zuständig für die Umschulung dt. Kriegsgefangener, Org. u. Leitung einer Zentral- schule, Hrsg. einer Ztg. für dt. Kriegsgefangene, Ltr. der Kriegsgefangenenselbstverw.; 1949/50 Vors. der Helmuth-von-Gerlach-Ges.; 1950 – 52 Gen.-Sekr. der Dt.-Poln. Ges. für Frieden u. gute Nachbarschaft; 1952 – 54 Gen.-Sekr. u. Mitgl. des Präs. der Ges. für Kulturelle Verbindungen mit dem Ausland (Vorläufer der Liga für Völkerfreundschaft); 1954 – 56 Ltr. des Amts für Lit. u. Verlagswesen; 1956 – 58 Mitgl. der ZK-Agit.-Kommission (im Rang eines Abt.-Ltr. des ZK der SED), zuständig für die NF; 1957 Banner der Arbeit; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1958 – 62 Chefred. der »Volkswacht« (Gera) u. Mitgl. der SED-BL Gera; Sept. 1962 – 64 Mitarb. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer in Berlin; Journalist; ab 1964 »Parteiveteran«; 1965 Banner der Arbeit; 1970 VVO; 1975 Ehrenspange zum VVO; 1980 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Kochanowski, J.: In poln. Gefangenschaft. Dt. Kriegsgefangene in Polen 1945 – 1950. Osnabrück 2004; Gebhardt, M. et al.: Deutsche in Polen nach 1945. Gefangene u. Fremde. München 2006.Bernd-Rainer Barth

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Wodars-Grau, Sigrun

* 7.11.1965

Geb. in Neu-Kaliß (Mecklenb.); Leichtathletiktraining bei der BSG Traktor Eldena (Trainerin: Gisela Hartmann); 1979 KJS Schwerin; anfängl. spezialisiert auf 300 m bzw. 400 m Hürden; ab 1983 Mitgl. des SC Neubran- denb. (Trainer: Walter Gladow); Spezialdisz.: 800 m; 1987 WM; 1988 Olymp. Spiele: Siegerin; VVO; 1990 EM. 1992 Teiln. an den Olymp. Spielen; Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrerin; Ausbildung zur Physiotherapeutin.Olaf W. Reimann

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Woisnitza, Karla

* 16.8.1952

Geb. in Rüdersdorf (b. Berlin); Vater Elektriker, Mutter Buchhalterin; 1971 Abitur; 1969 – 73 Mal- u. Zeichenzirkel b. Erika Stürmer-Alex; 1971/72 Szenenbild-Volontariat beim DFF u. 1972/73 Bühnenbildassistentin am Kindertheater in Halle, 1973 – 78 Bühnenbild- u. Kostümbildstudium an der HS für Bildende Künste Dresden; Exmatrikulation wegen nicht gewährtem Fachrichtungswechsel; alternative Kunstprojekte; seit 1978 freischaff. Künstlerin in Dresden u. ab 1980 in Berlin-Prenzlauer Berg; kl. Auftragswerke über d. Zentrum f. Künstler. Werkstätten Frankf. (Oder); 1982 VBK; 1983 – 2003 Künstlerkeramik i. d. Werkstatt Wilfriede Maaß; 1980 – 92 zahlr. Publ. im Selbstverl. (Künstlerbücher u. Kalender) u. Grafik bei Streupresse u. in MIKADO; 1982/83 Performance in Privaträumen in Berlin und Lietzen. 1991 externes Diplom in Malerei / Grafik an der HS für Bildende Künste Dresden; 1992 Marianne-Werefkin-Preis; Gewinnerin im Wettbewerb »Sieben Wände«; Kunst am Bau (Universitätsklinikum R. Virchow Berlin); 1993 – 95 Jury-Tätigkeit; 1994 Käthe-Kollwitz-Preis; 1996 Initiatorin d. Ausst.reihe »QUATERNIO« in Berlin; 1998 – 2000 Fresken für die Hoffnungskirche Rüdersdorf (gem. mit J. Lazeanu); 2000 Doz. an der Thüring. Sommerakad. in Böhlen; 2003 – 05 Kunstprojekte mit Schülern; 2007 Experimente auf Glas; zahlr. Ausst., u. a. in Berlin, Dresden, Paris u. Warschau, seit 1990 auch in Europa u. Amerika; lebt in Berlin. Werke: u.a. Werkgr. der Energieblätter (Zeichnungen auf Tosa-Bütten) ab 1988; Tecuna-Projekt, Frauenmuseum Bonn 1990; 100 golden Girls, Sammlung Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), 1992; Sieben Wände, Freskomalerei im Univ.-Klinikum Rudolf-Virchow Berlin, 1993 – 95; Werkgr. Korrespondenz (Zeichnungen auf Briefumschlägen), ab 1995.Illustr. zu »Der Nachtvogel. Zigeunermärchen aus Rußland«, Berlin 1986; Die Hermannsschlacht: Drama von Kleist, eine Bildgeschichte in 50 Zeichng., Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn 2002. Jahnke, J. In: Kat. K. W. Galerie im Alten Museum, Berlin 1988; Ebert, H. In: Gillen, E./ Haarmann, R. (Hrsg.): Kunst in der DDR. Köln 1990; Badstübner-Gröger, S. In: Faltblatt K. W. Was abfällt bleibt. Galerie Johannes Zielke, Berlin 1990; Lang, L. In: Berliner Montmartre – Künstler vom Prenzlauer Berg. Berlin 1991; Gegensätze zusammenbringen. In: Förster, G. (Hrsg.): Es zählt nur, was ich mache. Gespräche mit bildenden Künstlerinnen aus Berlin (Ost) seit 1990. Berlin 1992; Katalog zu Käthe Kollwitz Preis, AdK. Berlin 1994; Knaup, B. in: Kat. »und jetzt«, Nürnberg 2009.Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

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Wolf, Christa

* 18.3.1929 – ✝ 1.12.2011

Geb. in Landsberg (Warthe / Gorzów Wielkopolski, Polen); Eltern Kaufleute; 1939 – 45 OS in Landsberg; 1945 Aussiedl. nach Mecklenb.; Schreibkraft beim Bürgermstr. in Gammelin (b. Schwerin); OS in Schwerin; 1947 Umzug nach Bad Frankenhausen; 1949 Abitur; SED; 1949 – 53 Germanistikstudium in Jena u. Leipzig (u. a. bei  Hans Mayer); 1953 – 55 wiss. Mitarb. des DSV; 1956 Cheflektorin im Verlag Neues Leben; 1958/59 Red. der Ztschr. »Neue Dt. Lit.«; 1959 – 62 freischaff. Lektorin am Mitteldt. Verlag Halle; wurde 1959 – 62 vom MfS als IM »Margarete« geführt, später Bearbeitung durch das MfS im OV »Doppelzüngler« (zus. mit ihrem Mann  Gerhard W.); bis 1962 in Halle ansässig; dort auch zeitw. Parteisekr. im DSV; ab 1962 freischaff. Schriftst.; 1963 – 67 Kand. des ZK der SED; 1964 u. 1987 NP; 1965 Mitgl. des PEN-Zentrums Ost u. West; 1974 AdK; Nov. 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; ab 1978 Gastvorlesungen in den USA, Schottland, der Bundesrep. Dtl., der Schweiz, Italien; Mitgl. versch. europ. Kunstakad.; 1980 Georg-Büchner-Preis; 1981 Mitgl. der AdK Berlin (West); Teiln. an der »Berliner Begegnung zur Friedensförderung«; 1982 Poetikvorlesungen an der Univ. Frankfurt (Main); 1983 Ehrendoktor der Ohio State University, Columbia, USA, 1985 der Phil. Fak. der Univ. Hamburg; 1985 Österr. Staatspreis für Europ. Lit.; 1986 Mitgl. der Freien AdK Hamburg; 1987 NP; Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München; Juni 1989 Austritt aus der SED; 4.11.1989 Rede »Sprache der Wende« auf dem Berliner Alexanderplatz. 1990 Dr. h. c. der Univ. Hildesheim u. FU Brüssel; 1991 Honorary Member der American Academy and Institute of Arts and Letters; 1992 Erich-Fried-Ehrung, Wien; 1993 Scholar des Getty Center in Santa Monica (USA); März 1993 Austritt aus den AdK Berlin, Ost u. West, um die Auseinandersetzungen um ihre Person zu beenden; Okt. 1994 Wiederaufn. in die AdK Berlin-Brandenb.; 1999 Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund; Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis der Stadt Alzey; Samuel-Bagumil-Linde-Preis der Städte Thorn u. Göttingen; 2002 Dt. Bücherpreis; gest. in Berlin. Liter. Durchbruch mit dem die Teilung Dtl. thematisierenden Roman »Der geteilte Himmel« (1963; gleichnamiger Film, R:  Konrad Wolf 1964); »Nachdenken über Christa T.« (1968), ein eindringl. Plädoyer für die Subjektivität eines Menschen, löste wegen themat. u. ästhet. Grenzüberschreitung heftige Debatten in der DDR aus, begründete den internat. Ruhm der Autorin; in »Kindheitsmuster« (1976) setzte sie sich mit der NS-Vergangenheit auseinander; zunehmend griff sie feminist. Fragestellungen auf; »Kein Ort. Nirgends« (1978) bewegt die Frage zum Verhältnis zw. Illusion u. Utopie in der patriarch., durch techn. Rationalität geprägten europ. Zivilisation; Geschlechterkonflikt u. Gefährdung des Friedens bilden das Zentrum in »Kassandra« (1983); ein krit. aufklärer. Gestus bestimmt die nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl entstandene Erzählung »Störfall« (1987); »Was bleibt« (1990) löste eine in der dt. liter. Öffentlichkeit kontrovers geführte Debatte über die Haltung der Intellektuellen zur pol. Macht aus (dt.-dt. Literaturstreit); »Akteneinsicht C. W. Zerrspiegel u. Dialog« (1993) dokumentierte die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit anhand ihrer Stasiakten; »Medea: Stimmen« (Frankfurt (Main) 1996) von Euripides zur Kindsmörderin ernannt, wird bei C. W. umgedeutet zu einer Figur, die Leben rettet, Traditionen zu bewahren sucht u. selbst ins Fadenkreuz patriarch. Machtanmaßung kommt, als sie ihre Erkenntnis über die Machtmechanismen offen ausspricht, was zur Folge hat, daß sie zum Sündenbock gemacht wird.Moskauer Novelle. Halle 1961; Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht. Gesprächsraum Romantik. Berlin, Weimar 1985 (zus. mit G. Wolf); Die Dimension des Autors. Berlin, Weimar 1986; Sommerstück. Berlin, Weimar 1989; Im Dialog. Berlin, Weimar 1990; Brigitte Reimann, C. W. Sei gegrüßt u. lebe. Berlin, Weimar 1993 (Briefwechsel); Auf dem Weg nach Tabou. Texte 1990 – 94. Köln 1994; Lebhaftig. Frankfurt (Main) 2002; Ein Tag im Jahr 1960 – 2000. München 2003; C. W., Charlotte Wolff. Ja, unsere Kreise berühren sich. Briefe. München 2004; Mit anderem Blick. Erzählungen. Frankfurt (Main) 2005. Hilzinger, S.: C. W. Stuttgart 1986; Stephan, A.: C. W. München 1976 u. 1991; Hörnigk, Th.: C. W. Berlin, Göttingen 1989/ 90; Drescher, A. (Hrsg.): C. W. Ein Arbeitsbuch. Berlin, Weimar 1989; ders. (Hrsg.): Dokumentation zu C. W. Nachdenken über Christa T. Neuwied 1991; Wild, H. de: Bibl. der Sekundärlit. zu C. W. Frankfurt (Main) 1995; Ein Text für C. W. zum 65. Geb. Berlin 1996; Wittek, B.: Der Literaturstreit im sich vereinigenden Dtl. Marburg 1997; Magenau, J.: C. W. Eine Biogr. Berlin 2002; Hörnigk, Th. (Hrsg.): Sich aussetzen. Das Wort ergreifen: Texte u. Bilder zum 80. Geb. von C. W. Göttingen 2009.Therese Hörnigk

Wer war wer in DDR

Wolf, Friedrich

* 9.2.1920 – ✝ 20.1.1986

Geb. in Leipzig; Vater Angest.; Schulbesuch in Leipzig, dort 1938 Abitur an der Herder-Schule; anschl. Arbeitsdienst u. Wehrmacht; 1943 / 44 Studium der Chemie u. Physik an der Univ. Leipzig. 1946 SED; 1946 – 49 Fortsetzung des Studiums an der MLU Halle, Dipl.-Chemiker; 1950 – 53 Aspirantur an der MLU, 1953 Prom. mit der Arbeit »Struktur- u. Eigenschaftsuntersuchungen an synthet. organ. Austauschadsorbentien insb. in Hinblick auf deren Wirksamkeit als Katalysatoren«; 1950 – 63 Mitarbeiter der Farbenfabrik Wolfen, dort 1955 Ltr. einer Forschungsgr. für anorgan. Chemie, 1958 Ltr. des anorgan.-wiss. Laboratoriums u. stellv. Ltr. für Forsch., 1961 Dir. für Forsch. u. Entw.; 1961 Habil. »Über die Wirkungen u. das Wesen der Neutraladsorption an synthet. organ. Austauschadsorbentien« an der MLU Halle u. dort im Nebenamt Doz. für techn. Chemie; 1963 Berufung zum ord. Prof. u. Dir. des Inst. für techn. Chemie, 1965 – 71 Rektor der MLU Halle (Nachf. von  Alfred Mäde); 1959 u. 1966 NP; 1971 korr. Mitgl. der AdW; 1985 em.; gest. in Leipzig. Forschungsgebiete: Grenzflächenchemie, insb. Funktionsweise u. Steigerung der Wirksamkeit von Katalysatoren.Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Wolf, Herbert

* 3.5.1925

Geb. in Böhlitz-Ehrenberg (Sachsen); Va- ter Arbeiter; Volks- u. Wirtschafts-OS Leip- zig; Ausbildung zum Schleifscheibenformer; 1939 – 42 Ausbildung zum Kfm.; 1942 – 45 Wehrmacht (Luftwaffe). 1945/46 KPD/SED; 1945/46 Neulehrer in Böhlitz-Ehrenberg; Sonderreifeprüfung; 1946 – 49 Studium der Wirtschafts- u. Ges.-Wiss.; 1949 – 52 wiss. Assistent an der HS für Finanzwirtsch. bzw. der KMU Leipzig; 1952 Prom. zum Dr. rer. oec.; 1952/53 Aspirant in Moskau; 1953 – 56 Prof. mit Lehrstuhl an der Finanz-HS Berlin; 1956 – 60 Prof. u. Dir. des Inst. für Pol. Ökon. der KMU Leipzig, mit Fritz Behrens u.  Arne Benary zusammengearbeitet; 1958/59 Mitarb. in der Wirtschaftskommission beim PB des ZK der SED; 1960 – 63 Planer, Ltr. der Planökon. Abt. des VEB Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig; 1963 – 66 stellv. Dir. des Ökon. Forschungsinst. der SPK; Mitautor der Richtlinie zum »Neuen Ökon. System der Planung u. Ltg. der Volkswirtschaft«; 1966 NP; 1966 – 72 stellv. Vors. der SPK; Vors. ihres Beirats für ökon. Forschung; 1966 – 71 Mitgl. im »Strateg. Arbeitskrs.« beim PB des ZK der SED; 1972 – 90 Prof. für Pol. Ökon. des Soz. an der Sekt. Marx.-Lenin. der HfÖ Berlin; Vors. des Wiss. Beirats für Wirtschaftswiss. beim Min. für HFS-Wesen; Banner der Arbeit; 1990 em.Wirtschaftskrisen eine unheilbare Krankheit des Kap. Leipzig 1956; Volkswirtsch. Proportionen. Berlin 1979 (zus. mit B. Minc); Hatte die DDR je eine Chance? Hamburg 1991.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wolf, Konrad

* 20.10.1925 – ✝ 7.3.1982

Geb. in Hechingen (Süd-Württ.); Vater Naturheilarzt u. Schriftst.  Friedrich W., Mutter Else W., geb. Dreibholz, Bruder  Markus (Mischa) W.; ab 1927 aufgew. in Stuttgart; 1933 Emigr. mit den Eltern in die Schweiz (Basel) u. nach Frankreich (Ile de Bréhat, Haus von Elsa Triolet u. Paul Vaillant-Couturier); 1933 Bingen (b. Basel), Besuch der dortigen Schule; Vater ging über Österreich nach Moskau, Familie folgte Ende 1934; 1934 – 37 Besuch der dt. Karl-Liebknecht-Schule; 1936 für die gesamte Familie sowj. Staatsbürgerschaft; ab 1938 russ. Mittelschule 110 in Moskau (6. – 8. Kl.); 1939 – 41 Evakuierung nach Tschistopol u. Okt. 1941 Alma-Ata; Jan. 1942 Rückkehr nach Moskau, hier bis Sommer 1942 Verlade- u. Erdarb. der »Komsomol-Arbeitsfront«; zeitgleich weiter Schulbesuch (Externatschule) in Moskau (Abschl. 9. Kl.); Dez. 1942 Einberufung zur Roten Armee, Dolmetscher u. Übersetzer in der Pol. Abt. der 47. Armee, Aufklärungsarbeit unter dt. Kriegsgefangenen; Mai 1943 – 52 Komsomol; 1945 an der 1. Belorruss. Front unter Marschall  Georgi K. Shukow Teiln. an der Befreiung Warschaus; Medaille für die Befreiung Warschaus; in Bernau erster sowj. Stadtkommandant vom 11. – 14.4. (1975 Ehrenbürger); Teiln. an den Geländekämpfen um Berlin. Siegesfeier am 9.5. in Premnitz nach der Befreiung von Rathenow; sowj. Auszeichnungen u. a. Roter Stern, Medaille für die Eroberung Berlins; 1945/46 Korrespondent der »Berliner Ztg.«; 1946 Kulturref. in der Informationsabt. der SMA Sachsen-Anh. in Halle; Dez. 1946 als Obltn. demobilisiert; 1947 – 49 Ref. für Jugenderziehung, Studenten u. Sport im Haus der Kultur der Sowjetunion in Berlin; 1948/49 Abitur an der Abendschule der SMAD in Berlin-Karlshorst; 1949 – 55 Regiestudium am Staatl. Allunionsinst. für Kinematogr. in Moskau (Schüler von Michail Romm u. Sergej Gerassimow); 1951 Assistent bei Joris Ivens; Jan. 1952 DDR-Staatsbürgerschaft; Aug. 1952 SED; Aug. 1953 – Mai 1954 Regieassistent bei DEFA Spielfilm u. a. bei  Kurt Maetzig; 1955 – 82 Regisseur bei der DEFA; 1956 – 60 Mitgl. des ZR der FDJ; 1956 – 62 Mitgl. der Kampfgr. der DEFA; 1959 – 66 Vors. der Gewerkschaft Kunst; 1961 Mitgl. DAK, ab Juni 1965 – 82 Präs. der AdK (Nachf. von  Willi Bredel); 1967 Gründungsmitgl. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden; ab Juli 1971 Mitgl. der Kulturkommission beim PB der SED; 1980 Mitgl. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1981 Mitgl. des ZK der SED; 1959, 1968 u. 1971 NP (im Koll. für »Sterne«, »Ich war neunzehn« u. »Goya«); 1965 VVO; 1970 sowj. Orden des Vaterländischen Krieges; Lenin-Erinnerungsmedaille; 1974 KMO; 1979 NP für filmisches Gesamtwerk; 1960 – 78 verh. mit der Schauspielerin  Christel Bodenstein; gest. in Berlin. Werke: 14 Spielfilme, ein Dokumentarfilm; autobiogr. Themen: »Ich war neunzehn« (1969), »Mama, ich lebe« (1977); Lit.-Verfilmungen: »Lissy« (1957), »Professor Mamlock« (1961), »Der geteilte Himmel« (1964), »Der kleine Prinz« (1966), »Goya« (1971); DDR-Thematik: »Genesung« (1956), »Sonnensucher« (1958), »Leute mit Flügeln« (1960), »Der nackte Mann auf dem Sportplatz« (1974), »Solo Sunny« (1980); Dok.-Film: »Busch singt. Sechs Filme über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts« (1982 posthum aufgefunden).K. W. Selbstzeugnisse, Fotos, Dokumente (hrsg. von B. Köppe, A. Renk, K. Wischnewski). Berlin 1985; Renk, A. (Hrsg.): Direkt in Kopf u. Herz. Aufzeichnungen, Reden, Interviews. Berlin 1989; Wolf, M.: Die Troika. Berlin 1989; HS für Film u. Fernsehen (Hrsg.): K. W. Neue Sichten auf seine Filme. Ein Beitrag zur Kulturgesch. der DDR. Berlin 1990; Renk, A.: Zur Position von K. W. In: Kahlschlag. Das 11. Plenum des ZK der SED 1965. Studien und Dokumente. Berlin 1991; Musial, T., Knospe, K. (Hrsg.): K. W. Berlin 2005; Jacobsen, W.: Der Sonnensucher K. W. Berlin 2005 (Biogr.).Aune Renk

Wer war wer in DDR

Wolff, Gerry (Gerald)

* 26.6.1920 – ✝ 16.2.2005

Geb. in Bremen; Vater Martin W., Schauspieler, Mutter Grete Lilien, Soubrette, Großvater Rabbiner; verlor mit 11 Jahren seine Eltern, aufgw. bei der Großmutter in Berlin; jüd. Gymnasium; 1935 von seinem Onkel mit einem jüd. Kindertransport ins Exil nach England geschickt; Schulabschluß im südengl. Halsemere, danach Arbeit als Tischler, Gärtner, Tellerwäscher u. Autoschlosser; 1939 Internierung auf der brit. Insel Man, im Lagertheater erstmals mit Agitpropstücken auf der Bühne; anschl. Kriegsfreiwilliger für den brit. Zivilschutz; bis Kriegsende Lektor eines Londoner Verlags, gleichzeitig Mitgl. einer Theatergruppe des KB u. der FDJ in London. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED, Engagement im KB; 1949 Engagement am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin, ab 1954 an der Volksbühne, ab 1960 Auftritte am Maxim-Gorki-Theater; seit 1961 im Ensemble der DEFA, über 100 Film- u. Fernsehrollen, u. a. in: »Sie kannten sich alle« (1956), »Emilia Galotti« (1957), »Die schwarze Galeere« (1962), »Die Jagd nach dem Stiefel« (1962), »Nackt unter Wölfen« (1963), »Wenn du groß bist, lieber Adam« (1965), »Aus dem Leben eines Taugenichts« (1973), »Orpheus in der Unterwelt« (1973), »Die Wahlverwandtschaften« (1974), »Beethoven – Tage aus einem Leben« (1976), »El Cantor« (1977), »Glück im Hinterhaus« (1979), »Dein unbekannter Bruder« (1981), »Die Tänzerin« (1989); Fernsehrollen u. a. in »Familie Rechlin« (1981), »Martin Luther« (1983), »Spuk im Hochhaus« (1982), »Kiezgeschichten« (1987), »Das Trio« (1990); in zahlr. Filmen in der Rolle des Sprechers, außerdem Synchron- u. Hörspielarbeiten; ab Mitte der 1960er Jahre musikal.-literar. Programme; Chanson-Interpret (»Die Rose war rot«, Lieder über Che Guevara u. Ho Chi Minh); Fernsehmoderation »Von Melodie zu Melodie«). Nach 1990 weiterhin Rollen in Film- u. TV-Produktionen: »Ende der Unschuld« (1991), »Der Hauptmann von Köpenick« (1997), »Tod im Jaguar« (1996, »Tatort«), »Jetzt oder nie: Zeit ist Geld« (2000), »Engel sucht Flügel« (2001); nach einem Schlaganfall 2001 kaum noch Auftritte; gest. in Oranienburg.Jüdische Witze. Hörbuch (zus. mit Angelika Waller). Berlin 1999; »Die Rose war rot«. Eine Schauspielerlegende erinnert sich. Mit CD (Hrsg. von W. Herzberg), Berlin 2006.Ingrid Kirschey-Feix

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Wolffheim, Fritz

* 30.10.1888 – ✝ 17.3.1942

Geboren am 30. Oktober 1888 in Berlin, Sohn einer Kaufmannsfamilie; Handlungsgehilfe. Mit 20 Jahren Redaktionsvolontär, trat 1909 in die SPD ein. Von 1910 bis 1913 Aufenthalt in den USA, dort Mitglied der Socialist Party of America, 1912 Redakteur des deutschsprachigen sozialistischen »Vorwärts der Pacific-Küste« in San Francisco. Er kehrte 1913 nach Deutschland zurück, lebte in Hamburg. Im Weltkrieg opponierte er gegen die Burgfriedenspolitik der SPD. Gemeinsam mit Heinrich Laufenberg stand er an der Spitze der Hamburger Linksradikalen, beide publizierten gemeinsame Broschüren, z. B. »Imperialismus und Demokratie. Ein Wort zum Weltkrieg«, 1914, und »Demokratie und Organisation, 1915. Er war von 1915 bis 1918 Soldat, mehrmals inhaftiert. Wolffheim nahm als Vertreter der Hamburger Linksradikalen an der Reichskonferenz der Spartakusgruppe in Berlin am 7. Oktober 1918 teil. Während der Novemberrevolution gehörte er zur Führung des Arbeiter- und Soldatenrates in Hamburg, war allerdings vom 15. November 1918 bis 15. Mai 1919 wegen eines Nervenleidens im Sanatorium. 1919 Mitglied der KPD, Wolffheim stand zusammen mit Otto Rühle und Laufenberg auf dem ultralinken Flügel der Partei. Auf dem II. Parteitag der KPD in Heidelberg/ Mannheim wandte er sich gegen die »Leitsätze über kommunistische Grundsätze und Taktik« und durfte deshalb an den weiteren Verhandlungen des Parteitages nicht mehr teilnehmen. Der III. Parteitag in Karlsruhe schloß ihn aus der KPD aus. Im April 1920 war er Mitbegründer der KAPD, stand mit Laufenberg an der Spitze des Parteibezirks Nord. Beide wurden im August 1920 vom Parteitag der KAPD in Berlin-Weißensee wegen »bürgerlich-nationalistischer Anschauungen« aus dieser Partei ausgeschlossen, sie galten nun als Hauptvertreter des »Nationalbolschewismus«. Im Herbst 1920 gründete Wolffheim den Bund der Kommunisten in Hamburg, blieb bis zur Selbstauflösung 1925 und nach der Neugründung 1929 dessen Leiter. Er ging 1930 zur Gruppe Sozialrevolutionärer Nationalisten (Pseudonym Friedrich Wulf). Nach 1933 verhaftet, kam Fritz Wolffheim am 17. März 1942 im KZ Ravensbrück ums Leben.

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Wolfstein (Frölich), Rosi

* 27.5.1888 – ✝ 11.12.1987

(* 1888 – † 1987) Geboren am 27. Mai 1888 in Witten/Ruhr als Alma Rosali Wolfstein, genannt Rosi, Tochter eines Kaufmanns. Rosis Bruder Paul (* 1884) fiel im Weltkrieg, ihre beiden Schwestern Wilhelmine (* 1886) und Bertha (* 1891) wurden 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Nach Absolvierung einer höheren Mädchenschule und einer kaufmännischen Lehre jahrelang als Angestellte tätig. 1907 Beitritt zum Frauen- und Mädchen-Arbeiterbildungsverein Hagen, ab 1908 Mitglied der SPD, 1910 des Zentralverbandes der Angestellten. Sie wirkte agitatorisch für die SPD am Niederrhein. 1913 Besuch der Parteischule der SPD in Berlin, an der Rosa Luxemburg lehrte, bis zu deren Ermordung blieb Rosi Wolfstein deren Schülerin und Weggenossin. 1914 stand sie in Opposition zur Politik des Burgfriedens. Mitarbeit in der Spartakusgruppe, während des Weltkrieges mehrfach verhaftet. Delegierte der Duisburger Arbeiterjugend auf der illegalen Jugendkonferenz Ostern 1916 in Jena. Sie vertrat beim Gründungsparteitag der USPD in Gotha 1917 die Spartakusgruppe. Im November 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Düsseldorf. Rosi Wolfstein war Ende 1918 Delegierte und Schriftführerin des Gründungsparteitags der KPD. Sie wurde wegen einer Rede zum Gedächtnis von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg verfolgt und mehrmals verhaftet. Als deutsche Delegierte nahm sie 1920 am II. Weltkongreß der Komintern teil und wurde im gleichen Jahr als Kandidatin in die Zentrale der KPD berufen. Von 1921 bis 1923 Mitglied der Zentrale und des Orgbüros, hier mit der Leitung der Parteiverlage betraut. Rosi Wolfstein wurde 1921 als Abgeordnete in den Preußischen Landtag gewählt, dem sie bis 1924 angehörte. Wegen politischer Differenzen mit der Ruth-Fischer-Führung demissionierte sie nach dem IX. Frankfurter Parteitag 1924. Sie wurde Mitarbeiterin und Lebensgefährtin Paul Frölichs – den sie 1948 in New York heiratete –, half bei der Herausgabe der Werke Rosa Luxemburgs und war Lektorin am Malik-Verlag. Anfang 1929 mit der rechten Fraktion aus der KPD ausgeschlossen, war sie bis 1932 in der KPO aktiv, ging dann mit der Minderheit der KPO zur SAP. Im März 1933 Flucht nach Belgien, 1936 nach Frankreich. In Paris war Rosi Frölich Mitglied der Auslandsleitung der SAP und unterzeichnete (mit dem Pseudonym Marta Koch) im Januar 1937 den Aufruf für eine Volksfront mit dem Ziel: »Sturz Hitlers und aller Peiniger des deutschen Volkes! Für Freiheit, Frieden und Brot!« Ab September 1939 in Frankreich interniert, kam sie 1941 mit einem Notvisum (mit Paul Frölich) nach New York und lebte dort bis 1950. 1951 nach Deutschland zurückgekehrt, wohnte sie in Frankfurt/M. und war Mitglied der SPD. Seit dem Tod Paul Frölichs 1953 dessen Nachlaßverwalterin, bearbeitete sie mit wissenschaftlicher Akribie einige seiner Werke. Im Alter von 99 Jahren starb Rosi Wolfstein-Frölich am 11. Dezember 1987. Der hessische Ministerpräsident Holger Börner sagte beim Begräbnis, daß sie »stets mit Herz und Verstand für die soziale Sache eingetreten« sei, ja er nannte sie sogar »eine zweite Rosa Luxemburg«. In ihrer Geburtsstadt Witten wurde 1991 eine »Rosi-Wolfstein-Gesellschaft« gegründet.

Wer war wer in DDR

Wittig, Heinz

* 2.3.1921 – ✝ 14.9.1989

Geb. in Kauern (Krs. Gera); Vater Maurer; Volksschule; 1935 – 38 Ausbildung zum Maurer; anschl. im Beruf tätig; 1940 – 45 Wehrmacht. 1945 – 48 Maurer u. Mitarb. auf dem väterlichen Neubauernhof; 1945/46 SPD/SED; bis 1956 Mitgl. der SED-KL Gera; 1948 – 53 Bürgermeister in Kauern; Juli 1952 Mitbegr. u. 1953 – 63 Vors. der LPG »Wilhelm Pieck« in Kauern, einer der leistungsstärksten u. bekanntesten genossensch. Agrarbetriebe der DDR; 1954 Mitgl. der SED-BL Gera; 1956 – 62 Kand., 1960 – 62 Mitgl. ihres Büros; 1958 Kand., 1959 – 86 Mitgl. des ZK der SED; 1959 NP; 1963 VVO; 1963 – 86 Vors. des Bez.-Landw.-Rats bzw. Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Gera für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1965 staatl. geprüfter Landwirt; 1967 – 76 Mitgl. des Sekr. der SED-BL Gera; ab 1968 Mitgl. des Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft der DDR; 1969 Qualifizierung zum Agrar-Ing.; 1971 – 86 Abg. des Bez.-Tags Gera; 1972 KMO; 1981 VVO; 1986 Ehrenspange zum VVO.Wer sollte beginnen, wenn nicht wir! In: Wie wir angefangen haben. Berlin 1985 (autobiogr. Bericht).Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

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Wittkowski, Wilhelm

* 22.8.1913 – ✝ 1.11.1964

Geboren am 22. August 1913 in Hamburg, Sohn eines Metallarbeiters; lernte Schiffsbauer. 1928 Mitglied der SAJ, im September 1931 nach Kritik an der Politik des SPD-PV ausgeschlossen. Er gehörte zu den Mitbegründern der Jugendorganisation der SAPD und trat im September 1932 zum KJVD über, Orgleiter des KJVD in Hamburg. Seit April 1934 in der Sowjetunion, von Mai 1934 bis August 1935 Kursant der Internationalen Leninschule. Er wurde Mitglied der KPD, die ihn im März 1936 nach Dänemark entsandte. Dort gehörte er der Emigrationsleitung an, arbeitete in der Überprüfungskommission für die Spanienfreiwilligen und war in der AL Nord bei Heinrich Wiatrek, unter den Parteinamen Anker, Ernst und Jugendernst für die Jugendarbeit verantwortlich. Am 27. Juli 1940 in Kopenhagen durch die dänische Polizei festgenommen, wurde Wittkowski am 31. Januar 1941 an die Gestapo ausgeliefert. Der VGH verurteilte ihn am 20.April 1942 zu zehn Jahren Zuchthaus. In Brandenburg im April 1945 von der Roten Armee befreit, im Jugendreferat des Sozialamtes Berlin-Spandau tätig. 1947 für sieben Wochen zur politischen Schulung in Wilton-Park/Großbritannien, anschließend bis 1948 wieder im Bezirksamt Spandau. Ab 1949 in Ost-Berlin, von 1950 bis 1956 Kulturdirektor im VEB KWO Berlin-Köpenick, bis 1964 Sekretär der SED Berlin-Köpenick. Wilhelm Wittkowski starb am 1. November 1964 an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

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Wloch, Karl

* 4.8.1905 – ✝ 30.9.1982

Geboren am 4. August 1905 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; kaufmännische Lehre. Im November 1919 Mitglied der FSJ, 1924 der KPD. Ab 1928 zunächst ehrenamtlicher Redakteur der Zeitschrift »Der Arbeitslose«, ab Januar 1929 Redakteur am »Thüringer Volksblatt« in Gotha, Ende 1929 in Suhl, Redakteur der KPD-Zeitung »Arbeiterwille«. Nachdem ein Thüringer Bezirksparteitag im Sommer 1930 alle Thüringer Zeitungen zusammenfaßte, wurde Wloch stellvertretender Chefredakteur am »Thüringer Volksblatt« in Erfurt. 1931 Redakteur der »Roten Fahne«, 1932 Mitarbeiter in der Agitpropabteilung des ZK der KPD. Anfang 1933 Redakteur der KPD-Zeitung in Kassel, sollte dort die illegale KPD führen. Von April bis Juli 1933 in Untersuchungshaft, dann zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, zuletzt bis Dezember 1938 im KZ. Danach Expedient in Berliner Firmen, Verbindung zur Saefkow-Gruppe. Am 15.Februar 1943 zum Strafbataillon 999 eingezogen, in Jugoslawien Ende März 1945 wegen »Zersetzungsarbeit innerhalb der Wehrmacht« inhaftiert, seine Überführung nach Berlin scheiterte wegen des Vormarsches der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee. Wloch wurde Antifa-Leiter im Kriegsgefangenenlager Agram. Er kehrte im Mai 1946 nach Berlin zurück, Hauptreferent in der Abteilung Parteischulung des ZS der SED. Im April 1948 im Parteiauftrag nach Polen, dort Betreuer der deutschen Kriegsgefangenen, im September 1949 wurde er Generalsekretär der Helmuth-von-Gerlach-Gesellschaft, der späteren Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft. Von 1952 bis 1954 Generalsekretär und Vizepräsident der Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland, anschließend Leiter des Amtes für Literatur und Verlagswesen, ab Mai 1958 Chefredakteur der »Volkswacht« in Gera. Er erhielt 1975 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Karl Wloch starb am 30. September 1982 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wogatzki, Benito

* 31.8.1932 – ✝ 25.7.2016

Geb. in Berlin; Vater Vertreter; Mutter Putzmacherin; Arbeit als ungelernter Weber, zeitw. im VEB Feintuch; 1950 ABF in Potsdam; anschl. Studium der Journalistik in Leipzig; SED; Mitarb. der Studentenztg. »Forum«, zeitw. stellv. Chefred.; bis 1961 Deckadresse »Ocker« für das MfNV; 1963/64 als IM »Bodo« des MfS erf.; seit 1966 freischaff. Schriftst. u. Autor von Fernsehspielen über den soz. Alltag, reflektierte dabei Probleme der wiss.-techn. Rev. (»Zeit ist Glück« 1968, »Die Zeichen der Ersten« 1969); 1967 u. 1968 NP (im Koll.); 1968 Johannes-R.-Becher-Medaille; 1968 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1969 Mitgl. der DAK; ab 1977 Mitgl. des Präs. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden u. ab 1978 des Vorst. des SV; 1982 NP; 1984 Vizepräs. des Friedensrats; veröff. seit den 70er Jahren auch Prosa (u. a. »Romanze für Amélie« 1977, »Das Narrenfell« 1982) u. Drehbücher zu den Fernsehfilmen »Broddy« (1975), »Tull« (1983). Nach 1990 Mitautor an Fernsehserien für versch. Sender; gest. in Südfrankreich.Die Geduld der Kühnen. Berlin 1969; Schwalbenjagd. Berlin 1985; Ein goldener Schweif am Horizont von Thumbach. Berlin 1987; Satti. Stuttgart, Wien 1989; Flieh mit den Löwen. Berlin 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Woithe, Jörg

* 11.4.1963

Geb. in Berlin; 1971 zunächst Brustschwimmer beim TZ Dynamo Brandenb. Tor Berlin, 1973 KJS »Werner Seelenbinder« in Berlin; 1975 u. 1977 Spartakiadesieger; Mitgl. des SC Dynamo Berlin (Trainer: Norbert Warnatzsch); Spezialdisz.: Freistil; Olymp. Spiele 1980: Sieger über 100 m, Zweiter mit der 4 x 200-m-Freistilstaffel; 1982 WM über 100 m; 1987 EM über 50 m; mehrf. DDR-Mstr.; 1982 – 90 SED; 1984 Abitur; 1988 Ende der sportl. Laufbahn; anschl. Nachwuchstrainer beim SC Dynamo Berlin; VVO. 1991 Abschl. des Fernstudiums an der DHfK Leipzig als Sportlehrer; Vorwürfe hinsichtl. einer früheren IM-Tätigkeit für das MfS in der Presse; zwischenzeitl. Vertreter einer Firma für Schwimmsportartikel; 1991 Übersiedl. nach Hildesheim (Niedersachsen); Ausbildung zum Industriekfm.; Geschäftsf. eines Chemieunternehmens für Hochleistungsschmierstoffe in Hildesheim.Klaus Gallinat

Wer war wer in DDR

Wolf, Ernst

* 1.6.1907 – ✝ 2.3.1989

Geb. in Berlin; Vater Gasarbeiter, Mutter Plätterin; 1914 – 21 Volksschule in Berlin; 1921 – 24 Ausbildung zum Werkzeugmacher in der Telefonapparate-Fabrik Berlin; 1923 DMV; 1924 – 27 Werkzeugmacher in versch. Berliner Betrieben; 1927 – 31 Werkmeister bei der Reißverschluß GmbH Berlin; 1929 KPD; 1930 Maschinenbaustudium an der Ingenieurschule Beuth in Berlin, ohne Abschluß; 1931 / 32 Lehrgang an der MASCH Berlin; 1931 – 34 arbeitslos; 1934 – 40 Werkmeister bei Krone & Co. Berlin, Fabrik für elektron. Geräte; 1936 – 43 illeg. polit. Arbeit in Berlin; 1940 – 45 Betriebsing. bei Krone, Presswerk GmbH Berlin. 1946 SED; 1945 – 48 Referent bzw. Abt.-Ltr. in der Dt. ZV für Industrie; 1948 / 49 HA-Ltr. der DWK; 1949 – 52 HA-Ltr. u. Staatssekretär im Min. für Maschinenbau; 1951 Lehrgang an der DVA »Walter Ulbricht«; 1952 / 53 Staatssekr. im Min. für Transportmittel u. Landmaschinenbau; 1953 / 54 Sekr. für Wirtschaft u. Mitgl. des Büros der SED-Bez.-Ltg. Berlin; Lehrgang an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1955 – 58 Staatssekretär im MdI u. Ltr. des Amts für Technik, hier maßgebl. beteiligt am geheimen Aufbau der DDR-Rüstungsindustrie; 1958 – 63 Mitgl. der SED-BL Berlin; stellv. OB von Berlin; Vors. des Wirtschaftsrats beim Magistrat von Groß-Berlin; 1956 Verdienstmed. der NVA in Gold; 1958 – 67 Mitgl. des ZK der SED; 1963 Sektorenltr. im Volkswirtschaftsrat, Abt. Allg. Maschinenbau; 1964 – 73 stellv. Ltr. der Staatl. Verw. der Staatsreserve der DDR; 1972 Orden Banner der Arbeit; 1974 Rentner; 1977 VVO; 1987 Ehrenspange zum VVO in Gold; gest. in Berlin.Hänsel, W.: Zu histor. Aspekten der Entw. der Verteidigungsprod. der DDR. In: Militärwesen (VS) (1989) 9; Diedrich, T. / Wenzke, R.: Die getarnte Armee. Geschichte der KVP. Berlin 2001.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wolf, Gerhard

* 16.10.1928

Geb. in Bad Frankenhausen (Kyffhäuser); Vater Angest.; OS; 1944/45 Luftwaffenhelfer; amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 SED; 1947 Abitur; 1947 – 49 Oberschulhelfer; 1949 – 51 Studium der Germanistik u. Geschichte an der FSU Jena; 1951 – 53 Rundfunkred. in Leipzig u. Berlin; 1954/55 Germanistikdiplom an der HU Berlin; 1956/57 Ltr. der Literaturred. beim Dtl.-Sender; seit 1957 freischaff. (Lektor, Hrsg., Essayist, Literaturkritiker, Filmautor, Erzähler); 1961 u. 1964 Hrsg. der Lyrikanthol. »Bekanntschaft mit uns selbst« sowie »Sonnenpferde u. Astronauten«, die ersten Publ. von Autoren der sog. Lyrikwelle, u. a. Wolf Biermann, Volker Braun, Heinz Czechowski, Adolf Endler, Uwe Greßmann, Sarah u. Rainer Kirsch, Karl Mickel; seit 1969 zunehmende Überprüfung durch das MfS im OV »Doppelzüngler« (zus. mit seiner Frau Christa W.); 1972 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR; 1974 Heinrich-Mann-Preis; Nov. 1976 Mitunterz. der Wolf Biermann-Resolution; SED-Ausschl.; 1980 – 88 Hrsg. (zus. mit -> Günter de Bruyn) der Reihe »Märk. Dichtergarten«, wiederentdeckte Lyrik u. Prosa aus Preußen; 1988 – 91 Hrsg. von »Außer der Reihe« im Aufbau-Verlag, erstmalige Buchpubl. (v. a.) von Autoren der inoffiz. Lit. des Prenzl. Bergs in einem offiz. DDR-Verlag, u. a. Bert Papenfuß-Gorek, Jan Faktor, Stefan Döring, Gabriele Kachold.L. Fürnberg: Ges. Werke. Berlin 1962 – 73 (Hrsg.); Wie ein Leben gemalt wird – A. Ebert. Berlin 1974; Im dt. Dichtergarten. Darmstadt, Neuwied 1985; Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht. Gesprächsraum Romantik. Berlin, Weimar 1985 (zus. mit C. W.); Sprachblätter Wortwechsel. Im Dialog mit Dichtern. Leipzig 1992; Schleier u. Spiegel. München 2002. Ebert-Zacovic, B.: Romantikrezeption in der DDR: C. W u. G. W. Michigan 1998; Böthig, P. (Hrsg.): Die Poesie hat immer recht. Berlin 1998.Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Wolf, Herbert F.

* 24.6.1927 – ✝ 15.5.1993

Geb. in Rudelsdorf (ČSR / Rudoltice, Tschechien); 1945 Umsiedl. nach Schönebeck; 1947 Abitur; Aufn. eines Studiums der Soziol. an der Sozialwiss. Fak. der Univ. Rostock; SED; 1951 nach Abschaffung der Soziol. als »bürgerl. Wiss.« Studienabschl. am Inst. für Ges.-Wiss. der Univ. Leipzig; danach zunächst Doz. an der Leipziger ABF; dann Oberassistent am Inst. für Ges.-Wiss.; in der »Tauwetterperiode« ab 1956 Initiierung u. Ltg. industriesoziolog. Untersuchungen; Sekr. der neugegr. Soziolog. Kommission der Univ. Leipzig; Ende der 50er Jahre Maßregelungen wegen Kritik an der Kampagne gegen  Ernst Bloch, zeitw. »Bewährung« in einem Industriebetrieb wegen »ungefestigten Klassenstandpunkts«; 1963 Prom. auf dem Gebiet der sozialen Beziehungslehre; ab 1965 Mitarb. der neugegr. Abt. Soziol.; Forschung u. Lehre insbes. zu sozialen Normen u. Wertorientierungen; Mitbegr. u. bis 1990 Ltr. der Leipziger Soziolog. Kolloquien; 1973 Habil. mit einer Arbeit über »Perspektivbewußtsein«; 1976 ord. Prof. für Soziol.; Mitgl. des Problemrats Methodolog. / Methodik beim Wiss. Rat für Soziolog. Forschung in der DDR; Okt. 1989 Gründungsinitiator eines Berufsverb. der Soziologen u. ab Febr. 1990 Vors. des daraus hervorgegangenen Regionalverb. Süd der neugegr. Ges. für Soziol. der DDR; 1990 vorzeitige Em. auf eigenen Wunsch; gest. in Leipzig. Zahlr. Einzelpubl. insbes. zu arbeits- u. industriesoziolog. Themen, sozialen Beziehungen sowie zu Methoden empir. Sozialforschung.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Wolf, (Bruno) Manfred

* 20.3.1931

Geb. in Weißenborn (b. Freiberg, Sachsen); Vater Bergmann; 1941 – 49 Schulbesuch in Freiberg, Abitur am Gymnasium »Albertinum«; 1949 Bergbaulehre; 1950 – 55 Studium an der Bergakad. Freiberg; 1955 – 61 Techn. Ltr. u. Werkltr. der VEB Flußspatgruben Ilmenau-Gehren; 1958 – 89 SED; 1961 – 63 Chefred. für die Publ. der Bergakad., anschl. wiss. Mitarb. am Inst. für Mineralogie u. Lagerstättenlehre der Bergakad., dort 1962 Prom.; 1964 – 66 Prof. für Lagerstättenlehre u. Bergwirtschaft an der Univ. Potosí (Bolivien); 1967 Doz. für außereurop. Lagerstätten u. mineral. Rohstoffe an der Bergakad. Freiberg, dort 1973 Prom. B (Dr. sc. nat.) u. ab 1975 ord. Prof. für Ökonom. Geologie; ab 1976 Mitgl. der Zentralen Vorratskommission für mineral. Rohstoffe (ZVK) u. der parität. sowj.-dt. Experten-Kommission für die SDAG Wismut; 1978 Dr. h. c. der Univ. Potosí; 1980 – 84 Dir. der Sektion für Geowiss. der Bergakad. Freiberg; ab 1983 Mitgl. des Nationalkomitees für Geolog. Wiss. der DDR; 1963 – 67 u. 1971 – 90 Abg. der Volkskammer, FDGB-Frakt. 1992 Abberufung als Prof.; lebt in Freiberg. Forschungsschwerpunkte: Angew. Geologie; Ökonom. Geologie; Lagerstättenlehre.Der Floßberggangzug bei Ilmenau u. Gehren. Leipzig 1964; Zum Magmatismus der Cordillera de Potosí in Bolivien. Leipzig 1973; Zur Metallogenie u. Lagerstättenhöffigkeit der Cordillera de Potosí in Bolivien. Leipzig 1975; Einführung in die Geologie u. Erkundung von Lagerstätten fester mineral. Rohstoffe. Leipzig 1978 / 79 (mit L. Baumann u. J. L. Nikolskij). Kurzbiographie In: Geohistorica (2008) 3.Martin Guntau

Wer war wer in DDR

Wolff, Hellmuth Christian

* 23.5.1906 – ✝ 1.7.1988

Geb. in Zürich; Vater Univ.-Prof.; 1919 – 25 Gymnasium in Halle; 1925 – 32 Studium der Musikwiss. an der Univ. Berlin; 1932 Prom.; 1933/34 Assistent von Heinz Hilpert an der Berliner Volksbühne; 1936 Assistent von Hermann Scherchen; 1942 Habil. mit »Die Barockoper in Hamburg (1678 – 1738)«, 2 Bde. (veröff. Wolfenbüttel 1957); 1943 – 45 Geschäftsf. der Niedersächs. Musikges. 1945/46 freischaff.; 1947 Doz. an der Univ. Leipzig; 1954 – 67 Prof., 1960 Prof. mit vollem Lehrauftrag; 1967 – 71 wiss. Mitarb.; seit 1950 auch bildkünstler. tätig, Ausstellungen in Leipzig u. Düsseldorf; Forschungen u. Publ. zur Barockoper: »Die Oper«. 3 Bde. Köln 1971 ff., auch engl.; gest. in Leipzig.Torsten Musial

Wer war wer in DDR

Wolfgramm, Willi

* 25.1.1904 – ✝ 30.1.1975

Geb. in Berlin; Vater Stellmacher, Bautischler, Mutter Hausfrau; 1910 – 18 Volksschule in Berlin; 1918 – 22 Lehre als Werkzeugmacher; 1918 – 24 Mitgl. im Metallarbeiterverb.; 1923 KPD; Volontär der Graph. Kunstanstalt Labisch & Co. in Berlin; 1924 – 49 Mitgl. im Verb. der Steindrucker u. Lithographen; 1924 –26 Stud. der Fotografik an der Höheren Graph. Fachschule Berlin, anschl. Arbeit bei versch. graph. Kunstanstalten; 1929 Studienreise nach Frankreich; 1929 – 31 Zeichner bei der Kunstanstalt Sauer & Co. Berlin; Okt. / Nov. 1931 Reise mit einer Arbeiter- / Schriftstellerdeleg. in die UdSSR; 1931 – 33 arbeitslos, Aufträge für die AIZ; 1933 Ltr. der graph. Abt. u. Retusche bei der Fa. Merk in Berlin; 1934 – 44 graph. Zeichner u. Ltr. des graph. Ateliers P. Merk; 1939 Studienreise in die Schweiz; 1939 – 43 auch Fachlehrer für Fotowerbegraphik an der Höheren Graph. Fachschule Berlin. 1945 KPD, Gewerkschaftsarbeit in Berlin-Wilmersdorf; 1945 – 49 Ltr. der graph. Abt. der Rex-Film AG in Berlin-Wilmersdorf, dort viele Aufträge für die Fa. Sowexportfilm; 1949 / 50 Ltr. der graph. Abt. der sowj. Fa. Derophot; Jan. 1949 Mitgl. im Schutzverb. bildender Künstler, ab 1950 dessen Berliner Vors.; 1950 – 57 freischaff. Gebrauchsgraphiker u. Ausstellungsgestalter; im Auftrag des ZS bzw. ZK der SED Beteiligung an zahlr. Ausstellungen (Gestaltung der Stalin-Ausstellung, Lenin-Ausstellung, Gestaltung III. Parteitag der SED u. a.); 1951 NP u. Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1952 VBK, 1954 / 55 Präs. des VBK, 1955 – 64 Vizepräs. u. 1956 – 59 amt. Präs. des VBK; 1960 – 64 1. Sekr. des ZV des VBK; 1959 VVO; Mitgl. des Beirats Postwertzeichen im Min. für Post- u. Fernmeldewesen; 1968 / 69 Mitarb. im Zentr. Inst. für Gestaltung Berlin; ab 1969 freischaff. Künstler; gest. in Berlin.Beatrice Vierneisel / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wölk, Arthur

* 20.4.1900 – ✝ 5.5.1969

Geboren am 20. April 1900 in Siegsruhe/Krs. Culm in Westpreußen, Sohn eines Bahnwärters; nach der Schulentlassung Hilfsarbeiter in Thorn, mußte zum Unterhalt der Großfamilie (sechs Geschwister) beitragen. Nach abgebrochener Feinmechanikerlehre ab 1920 Bergarbeiter im Senftenberger Revier. Noch im Juli 1918 Soldat im Weltkrieg, trat er 1919 in die USPD und Ende 1920 in die KPD ein. Anhänger des linken Flügels in der KPD, ab 1922 Mitglied der BL Lausitz und UB-Leiter für Senftenberg/Calau. Ab 1924 hauptamtlicher Sekretär des KPD-Bezirks Lausitz, Delegierter des V. Weltkongresses der Komintern. Von 1925 bis 1929 Abgeordneter des Provinziallandtages Brandenburg. Nach dem »Offenen Brief« 1925 war Wölk aktiver Anhänger der linken Opposition, deswegen aus dem hauptamtlichen Apparat entlassen. Wieder als Bergarbeiter tätig, mußte er Ende 1926 auch seine Funktion als Leiter der Ortsgruppe Senftenberg niederlegen und wurde Anfang 1928 aus der KPD ausgeschlossen. 1928 war er einer der Mitbegründer des Leninbundes und Leiter des Bundes im Senftenberger Revier. Im Exil schrieb Arkadi Maslow im November 1941 in einem Brief an Ruth Fischer noch von »unserem Wölk«. 1928/29 Tiefbauarbeiter und von 1929 bis 1933 städtischer Arbeiter in Senftenberg, hier gehörte er auch von 1929 bis 1933 der Stadtverordnetenversammlung an. Nach der Linkswendung der KPD 1929 näherte sich Wölk der Partei an und wurde im Oktober 1929 wieder Mitglied und aktiver Funktionär. Anfang März 1933 festgenommen, von Juni bis Dezember 1933 »Schutzhaft«, wurde Wölk am 1.August 1934 erneut verhaftet und durch den IV. Strafsenat des Kammergerichts Berlin zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte. Anschließend in das KZ Buchenwald gebracht und dort bis April 1945 festgehalten. Nach der Befreiung für das Lagerkomitee in Buchenwald tätig, wurde Wölk Mitte Juni 1945 Bürgermeister der Stadt Senftenberg. Mitglied der KPD-BL Brandenburg, seit November 1945 mit der Leitung der Partei im Kreis Calau betraut, führte er diese Funktion ab April 1946 als paritätischer Vorsitzender des SED-Kreisvorstandes. 1947 Parteiinstrukteur in Cottbus, im August 1948 Sekretär der SED-Landesleitung Brandenburg, seit Oktober 1946 gehörte er auch dem Landtag an. Ende 1950 als einstiger »Abweichler« und »Parteifeind« während der SED-Säuberungskampagne zurückgedrängt. Zur Selbstkritik genötigt, schrieb Wölk am 4. und 6. Januar 1951 an die LPKK Brandenburg: »Ich stehe vorbehaltlos zu den Beschlüssen der Partei, ich habe erkannt, wohin letzten Endes, ob gewollt oder nicht von vornherein gewollt, die Tätigkeit parteifeindlicher Gruppierungen führt: in das Lager des Gegners. Dies zeigt ja am eindringlichsten die Tito-Clique. Sie steht in Diensten der angloamerikanischen Imperialisten. Sie ist eine Bande von Agenten, Spionen und Mördern.« Ende 1951 schied er wegen gesundheitlicher Gründe aus dem Sekretariat der Landesleitung aus, arbeitete bis zur Auflösung der Länder 1952 als Direktor des Landtages von Brandenburg. Bis September 1953 Sekretär der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft in Potsdam, anschließend bis Ende 1958 Redakteur an der »Märkischen Volksstimme«, bis 1958 auch Mitglied der SED-BL Potsdam. Zu seinem 60. Geburtstag erhielt er 1960 den VVO in Silber, wohnte als Parteiveteran in Potsdam. Arthur Wölk starb am 5. Mai 1969.

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Wittig, Werner

* 24.10.1926 – ✝ 8.1.1976

Geb. in Lüttewitz (Krs. Döbeln); Vater Arbeiter; Volksschule; 1942 – 44 Ausb. zum Kfm.; 1944 NSDAP; Wehrmacht. 1945/46 SPD/SED; 1945/46 Arbeiter; 1946/47 Referent für Jugendfragen der SED-Landesltg. Brandenb.; 1947 Studium an der PHS; 1947 – 52 Abt.-Ltr. in der SED-Landesltg. Brandenb.; 1952/53 1. Sekr. der SED-KL Potsdam-Stadt; 1953 – 56 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1956 – 60 Abt.-Ltr. Parteiorgane der SED-BL Potsdam; 1961 – 64 1. Sekr. der SED-KL Brandenb.; 1964 – 76 1. Sekr. der SED-BL Potsdam (Nachf. von  Kurt Seibt); 1965 VVO; 1967 – 76 Mitgl. des ZK der SED; 1967 – 76 Mitgl. der Volkskammer u. Abg. des Bez.-Tags Potsdam.Helmut Müller-Enbergs

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Wittkugel, Klaus

* 17.10.1910 – ✝ 19.9.1985

Geb. in Kiel; Vater Kfm.; Realschule u. Reformrealgymnasium; 1927 – 29 Ausbildung zum Kfm. in Hamburg; zugl. Studien an der Staatl. Kunstschule Hamburg; 1929 – 32 Studium an der Folkwang Schule Essen bei Karl Rössing u. Wilhelm Poetter, Mstr.-Schüler von Max Burchartz; 1932 – 35 Gebrauchsgrafiker in einem Warenhauskonzern in Berlin u. Studien an der Mstr.-Schule für Grafik u. Buchkunst Berlin; 1935 – 37 Atelierleiter einer Berliner Werbeagentur; 1937 – 39 freischaffend; 1939 – 45 Wehrmacht u. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 49 Gebrauchsgrafiker bei der Dt. ZV für Handel u. Versorgung; 1946 SED; 1949 – 52 Chefgrafiker im Amt für Information; 1947 Lehrbeauftr., 1949 Doz. u. 1952 Prof. für Gebrauchsgrafik an der HS für angewandte Kunst in Berlin; 1975 em.; 1950 Gründungsmitgl. des VBKD; Präsidiumsmitgl. u. 1. Vors. der zentr. Sektionsltg. Gebrauchsgrafik; 1956 Mitgl. des künstler. Beirats der Briefmarkenkommission des Min. für Post- u. Fernmeldewesen; 1958 NP; 1961 DAK; 1968 – 74 Vizepräs. der DAK bzw. AdK; 1968 – 74 Mitgl. u. Präs. der internat. Vereinigung der Gebrauchsgrafikerverbände; 1969 VVO; 1975 Ehrenmitgl. des VBK; NP; 1979 Kunstpreis des FDGB; gest. in Berlin. Kat.: K. W., Photographien 1927 – 57. Berlin 1986; Ein neuer Mensch – Herr einer neuen Welt. Berlin 1970; Frans Masereel: Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte. Berlin 1969 (Hrsg.).Wolf, H.: K. W. Biogr. Dresden 1964; Frommhold, E.: K. W. Dresden 1979.Bernd-Rainer Barth

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Wloch, Wilhelm

* 13.2.1897 – ✝ 4.4.1939

Geboren am 13. Februar 1897 in Berlin, Sohn eines Metallarbeiters; Graveurlehre, anschließend Metallarbeiter, 1911 Arbeiterjugend. Er wurde 1915 Mitglied der SPD. Ab April 1916 Soldat im Weltkrieg, Ende 1916 von der Front zurück, Metallarbeiter in der Rüstungsindustrie. Wloch trat 1917 zur USPD über. Wegen Beteiligung am Januarstreik 1917 wieder eingezogen, kam er an die deutsch-russische Front. 1918 aktiv im Soldatenrat, Teilnehmer an den Januarkämpfen 1919 in Berlin, anschließend Bauarbeiter. Wloch wurde 1920 Mitglied der KPD, Bezirksverordneter in Berlin-Treptow, Funktionär im Provinzialausschuß der Erwerbslosen Berlin-Brandenburg. Seit Mitte der zwanziger Jahre offiziell in der sowjetischen Handelsvertretung beschäftigt, war er seit dieser Zeit für die OMS tätig. Nach Einsätzen in China (u. a. Aufbau einer Residentur in Shanghai), kam er 1935 über Kopenhagen, Amsterdam und Brüssel in die Sowjetunion. Am 27. Juli 1937 wurde er vom NKWD verhaftet, am 4. April 1939 zu 20 Jahren Lager verurteilt. Wilhelm Wloch soll nach russischen Angaben beim Transport in ein anderes Gulag am 21. Oktober 1939 an »Herzversagen« ums Leben gekommen sein.

Wer war wer in DDR

Wohlgemuth, Gerhard

* 16.3.1920 – ✝ 26.10.2001

Geb. in Frankfurt (Main); Abitur; 1940 – 48 Med.-Studium; auf musikal. Gebiet Autodidakt; 1949 – 56 Lektor im Mitteldt. Verlag Halle u. im VEB Friedrich Hofmeister-Verlag Leipzig; seit 1956 freischaff. Komponist in Halle; 1956 – 72 Lehrbeauftr. für Musiktheorie am Inst. für Musikwiss. der MLU Halle; 1969 – 91 Mitgl. der DAK; schuf vier Sinfonien, 1956 die Oper »Till«, Orchester- u. Kammermusik sowie Filmmusik; 1962 Händel-Preis; 1969 Verdienstmedaille der DDR; 1980 u. 1985 VVO; gest. in Halle.Christiane Niklew

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Wojahn, Eberhard

* 31.10.1922 – ✝ 12.1.2006

Geb. in Jaasde (Krs. Kolberg, Hinterpomm. / Jazy, Polen); Vater Großbauer; OS; 1941 – 45 Wehrmacht, Ltn.; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, in Kemerowo Antifa-Lehrgang. 1949 Landw.-Lehre auf einem altmärk. Bauernhof; SED; 1949 – 52 Studium der Landw. an der Univ. Rostock; dabei stellv. Vors. des Studentenrats; Dipl.-Landwirt; 1952 – 57 wiss. Assistent bzw. Ltr. der neu aufgebauten Abt. Moorforschung am Inst. für Acker- u. Pflanzenbau der DAL Müncheberg (Mark); 1955 Prom. mit einer Diss. zur Wechselnutzung auf Niedermoor; 1957 – 59 Ltr. der Abt. Moorforschung am Inst. für Grünland- u. Moorforschung der DAL Paulinenaue; 1959 – 62 Dir. des Inst. für Landeskultur u. Standortkartierung des Landw.-Min. in Schöneiche; 1962 – 70 Dir. des o. g. Inst. Paulinenaue (Nachf. von  Asmus Petersen); 1962 Habil. zur Tiefpflugkultur auf Niedermoor; 1963 Prof.; 1962 Kand., 1963 – 87 Ord. Mitgl. der DAL bzw. AdL; 1963 – 69 Sekretar der Sekt. Landeskultur; 1965 NP (im Koll.); 1966 – 76 Mitgl. des Forschungsrats; 1968 – 77 in der Zeit der Umbildung zur Forschungsakad. 1. Vizepräs. der DAL bzw. AdL; 1968 – 74 Mitgl. des Kolleg. des Min. für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1977 – 87 Dir. des o. g. Inst. Paulinenaue; 1982 VVO; 1988 Ruhestand; Dr. h. c. der HU Berlin. 1990 – 93 Mitgl. des Präs. des Landesjagdverb. Brandenb. Red. der dt. Ausgabe der Ztschr. »Internationale Landw.« sowie der »Ztschr. für Landeskultur u. Grünland«; zahlr. wiss. Aufsätze zur Niedermoor- u. Grünlandbewirtschaftung, u. a.: Über die Stickstoffmobilisierung im Niedermoor. Berlin 1959; HS-Lehrbuch »Futterprod.« Berlin 1985 (mit  W. Breunig u. B. Märtin).Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Wolf, Friedrich

* 23.12.1888 – ✝ 5.10.1953

Geb. in Neuwied in einer jüd. Familie; Vater Kfm.; Gymnasium, 1907 Abitur; Med.-Studium u. Studium der Philos. u. Kunstgeschichte in Tübingen, Bonn u. Berlin; 1913 Dr. med. (Diss. »Die multiple Sklerose im Kindesalter«); anschl. Assistenzarzt, Schiffsarzt, Lazarettarzt; Nov. 1918 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrats in Dresden, anschl. des Zentr. Arbeiter- u. Soldatenrats Sachsens; Funktionär der USPD; 1919 dramat. Debüt mit dem expressionist. Stück »Das bist du«; seit 1921 Landarzt, med., pol. u. liter. Arbeit; 1923 militär. Führer im Ruhrkampf; Söhne  Konrad u.  Markus W.; 1927 – 33 Arzt für Homöopathie u. Naturheilkunde in Stuttgart; 1928 programmat. Rede »Kunst ist Waffe«; 1928 KPD u. BPRS; 1931 Verhaftung; ab 1933 Exil, überwiegend in der UdSSR; Vortragsreisen nach Amerika u. Skandinavien; 1938 Aufenthalt in Frankreich; dort 1939 Verhaftung u. Internierung in Le Vernet, Les Milles; März 1941 mit sowj. Hilfe durch Bereitstellung eines falschen sowj. Passes befreit; Rundfunkarbeit in der UdSSR, u. a. an der Front; 1943 sowj. Orden Roter Stern; 1943 Mitbegr. des NKFD; Agitationseinsätze im Kriegsgefangenenlager Jelabuga (zus. mit Heinrich Graf von Einsiedel); 1944 Lehrer an der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk. Sept. 1945 Rückkehr nach Berlin; KPD; 1946 SED; pol. u. kulturpol. Tätigkeit; 1946 Mitbegr. von DEFA u. Bund dt. Volksbühnen, 1948 dessen Vors.; Hrsg. der Ztschr. »Volk u. Kunst«; 1948 Mitbegr. des PEN-Zentrums Dtl.; 1949 NP; 1949 – 51 erster DDR-Botschafter in Polen; 1950 NP; 1951/52 1. Vors. der Dt.-Poln. Ges. für Frieden u. gute Nachbarschaft; März 1952 Präs. der neugegr. Gesell. für kulturelle Verbindung mit dem Ausland; gest. in Lehnitz (b. Berlin). Werke: »Der arme Konrad« (UA 1924 Stuttgart), »Cyankali« (UA 1924 Berlin), »Die Matrosen von Cattaro« (UA 1930 Volksbühne Berlin) u. »Professor Mamlock« (UA, in Jidd. 1934 am Kaminski Theater Warschau unter dem Titel »Der gelbe Fleck«), in der DDR Schullektüre; »Floridsdorf« (UA, in Russ. am Wachtangow Theater Moskau), »Beaumarchais« (UA 1946 am Dt. Theater Berlin); verf. in der DDR u. a. »Thomas Müntzer, der Mann mit der Regenbogenfahne« (UA 1953 am Dt. Theater Berlin).Ges. Werke. 16 Bde. Berlin 1960 – 68 (Hrsg. W. Pollatschek). Hohmann, L.: F. W. Bilder einer dt. Biogr. Berlin 1988 (Dokumentation); Wolf, E., Struzyk, B. (Hrsg.): Auf wieviel Pferden ich geritten ...: der junge F. W. Dokumentation. Berlin, Weimar 1988; »Mut, nochmals Mut, immerzu Mut!« Protokollbd. Internat. wiss. F.-W.-Symposion. Neuwied 1990; Berger, Ch.: F. W. 1953. Eine unvollst. Biogr. rückwärts. Berlin 2006; Müller, H.: F. W. 1888 – 1953. Teetz 2009.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wolf, Günter

* 28.4.1926 – ✝ 27.2.2013

Geb. in Waldenburg (Schles. / Wałbrzych, Polen); Vater Bergmann; Volksschule; 1941 – 43 Lehre als Vermessungstechniker; 1943/44 RAD, Hauptvormann; 1944/45 Wehrmacht; 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1948 Einstellung bei der VP; 1949 SED; 1950 Lehrgang an der Höheren Offiziersschule der VP; dann VP-Dienststelle Prora (Rügen); 1952 KVP-Bereitschaft Prora; 1953/54 Lehrgang an der KVP-HS Dresden; 1956 NVA Schwerin, Prora; 1959 Versetzung in die Reserve u. Einstellung beim MfS; Kdr. des Wachregt. Berlin des MfS; 1962/63 Einjahreslehrgang an der Militärakad. der NVA Dresden; 1963 stellv. Ltr. der HA Personenschutz (PS) des MfS Berlin; 1968/69 PHS der KPdSU in Moskau; 1974 Ltr. der HA PS; 1988 Gen.-Ltn.; 1979 VVO; Dez. 1989 von seiner Funktion entbunden; Jan. 1990 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Wolf, Jochen

* 26.8.1941

Geb. in Kleinolbersdorf (b. Chemnitz); OS, Abitur; Ausbildung zum Großhandelskfm.; Berufskraftfahrer; Studium an der HS für Verkehrswesen Dresden, Dipl.-Ingenieurökonom; 1960 / 61 NVA; Okt. 1989 Mitbegr. der SDP; Vors. des SPD-Bezirksverb. Potsdam. 1990 Reg.-Bevollmächtiger für den Bez. Potsdam. 1990 – 94 MdL Brandenb.; Mitgl. des SPD-LV Brandenb.; Okt. 1990 – Aug. 1993 Minister für Stadtentw., Wohnen u. Verkehr des Landes Brandenburg. (Rücktritt wg. eines Immobilienskandals); 1994 Austritt aus der SPD; 1994 / 95 Mitarb. einer Außenhandelsagentur des Landes Brandenb., dann bis 1997 Mitarb. des Min. für Wirtschaft des Landes Brandenb.; Dez. 1999 vom Amtsgericht Potsdam wg. Vorteilsnahme zu 8.400 DM Strafe verurteilt; 27.7.2001 Festnahme, Jan. 2002 Anklage wg. zweifacher Anstiftung zum Mord an seiner Ehefrau, vom Landgericht Potsdam zu 5 Jahren Haft verurteilt; Nov. 2002 verwarf der 5. Strafsenat des BGH die Revision, 2004 entlassen; lebt in Groß-Glienicke.Helmut Müller-Enbergs

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Wolf, Markus (Mischa)

* 19.1.1923 – ✝ 9.11.2006

Geb. in Hechingen (Krs. Sigmaringen, Süd-Württemb.); Vater  Friedrich W., Arzt u. Schriftsteller, Bruder Regisseur  Konrad W.; 1929 – 33 Schiecker-Schule in Stuttgart; 1933 mit den Eltern Emigr. in die Schweiz u. nach Frankreich, April 1934 in die UdSSR; Besuch der Emigrantenschule Karl Liebknecht in Moskau; 1940 – 42 Studium an der HS für Flugzeugbau in Moskau, nach deren Evakuierung in Alma-Ata; 1942 KPD; 1942/43 Besuch der KI-Schule in Kuschnarenkowo (b. Ufa); 1943 – 45 Red., Sprecher u. Kommentator beim Dt. Volkssender in Moskau. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; 1945 – 49 Mitarb. beim Berliner Rundfunk (Ps. Michael Storm), 1945/46 Berichterstatter beim Hauptkriegsverbrecherprozeß in Nürnberg; 1949 – 51 1. Rat der DDR-Mission in Moskau; 1951 stellv. Abt.-Ltr. im IWF (»Inst. für wirtschaftswiss. Forschung«); 1953 Ltr. des IWF; nach Eingliederung des IWF in das Staatssekr. für Staatssicherheit Ltr. der HA XV (ab 1956 HV A); stellv. Staatssekr. bzw. stellv. Minister für Staatssicherheit; 1954 Gen.-Major, 1965 Gen.-Ltn.; 1973 sowj. Rotbannerorden; 1974 KMO; 1980 Gen.-Oberst; Febr. 1986 fakt. Ausscheiden aus der Funktion, zunächst beauftragt mit der Aufarbeitung der Geschichte der HV A, Nov. 1986 Verabschiedung aus dem aktiven Dienst, schriftsteller. Tätigkeit; Dez. 1989 Mitgl. des zeitw. Arbeitsaussch. der SED. Okt. 1990 Flucht über Österreich in die UdSSR; Sept. 1991 Aufenthalt in Österreich; 24.9.1991 Festnahme beim Grenzübertritt in die Bundesrep. Dtl., U-Haft, 4.10.1991 Aussetzung des Haftbefehls gegen Auflagen; 1993 Verurteilung wegen »Landesverrats u. Bestechung« zu sechs Jahren Haft, Urteil 1995 aufgehoben; Jan. 1997 Anklage u. Prozeß vor dem OLG Düsseldorf wegen »Verdachts der Freiheitsberaubung, Nötigung u. Körperverletzung«, Mai 1997 Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung u. Geldstrafe wegen Freiheitsberaubung, Nötigung u. Körperverletzung; gest. in Berlin.Die Troika. Berlin 1989; In eigenem Auftrag. Bekenntnisse u. Einsichten. München 1991; Spionagechef im geheimen Krieg. Erinnerungen. München 1997; Die Kunst der Verstellung. Dokumente, Gespräche, Interviews. Berlin 1998; Freunde sterben nicht. Berlin 2002; M. W. Letzte Gespräche. Hrsg. von Hans-Dieter Schütt. Berlin 2007. Runge, I., Stellbrink, U.: M. W. Ich bin kein Spion. Berlin 1990; Reichenbach, A.: Chef der Spione. Die M.-W.-Story. Stuttgart 1992; Leonard, W.: Spurensuche. Köln 1992; Fricke, K.W.: M. W. Drei Jahrzehnte Spionagechef des SED-Staats. In: Krüger, D., Wagner, A. (Hrsg.): Konspiration als Beruf. Berlin 2003; Schütt, H.-D.: M. W. Letzte Gespräche. Berlin 2007.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Wolff, Willy

* 5.7.1905 – ✝ 8.7.1985

Geb. in Dresden; Vater Schneider, Mutter Waschfrau; 1919 – 24 Ausbildung u. Tätigkeit als Kunsttischler; 1924 – 27 Kurse bei Richard Müller u. Georg Lührig an der Staatl. Kunstgewerbeakad. in Dresden, 1926 Studium an der Kunstakad. Dresden, 1930 – 33 Mstr.-Schüler bei Otto Dix; 1929 KPD; 1930 ASSO; Mstr.-Schüler von Otto Dix; nach Machtübernahme der Nazis Rückzug in die innere Emigr., gelegentl. Verkäufe, Zeitungsausträger, Anstreicher; 1940 – 45 Wehrmacht; Verlust des gesamten künstler. Werks im Zuge der Zerstörung Dresdens. Ab 1945 Mitgl. der von  Edmund Kesting gegr. Künstlergr. »der ruf«; 1947 Gründung der Dresdener Künstlergem. »Das Ufer«; 1953 Heirat mit der Künstlerin Annemarie Balden (erste Ehefrau von  Theo Balden); 1957 Reise nach London u. 1958 nach Mittelengland, hier wesentl. Anregungen für das spätere, durch Pop-Art beeinflußte Werk; 1960 Halbtagsbeschäftigung als Führungsassistent bei den Staatl. Kunstsammlungen Dresden; erste Collagen, erste Assemblagen; 1971 Aufgabe der Malerei aus gesundheitl. Gründen, seitdem vorwiegend Drucke; 1979 VVO; gest. in Dresden. Werke: Trümmerzeichnungen. 1946; Wandbild »RAW« für die II. Dt. Kunstausstellung in Dresden (mit K.-E. Schäfer u. P. Sinkwitz), 1949; Helmzeichnungen. 1960 – 62; Mahnmal. 1964; Gemälde Weiße Wolke mit Rose. 1967/ 68; Selbstbildnis. 1970.März, R.: W. W. In: Kat. Rev. u. Realismus. Staatl. Museen, Berlin 1978; Löffler, F.: W. W. Kat. Dresden 1983; Lehmann, H.-U.: W. W. Dresden 1986 (Reihe Maler u. Werk).Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Wolfram, Gerhard

* 15.6.1922 – ✝ 20.1.1991

Geb. in Naumburg (Saale); Vater Zollsekretär; 1928 – 40 Grundschule u. Realgymnasium in Naumburg (Saale), ab 1936 in Dresden, 1941 Abitur in Dresden; 1939 – 41 Schauspieleleve am Schauspielhaus Dresden u. am Komödienhaus bei Heinz Papst; Sept. 1940 NSDP; 1941 RAD, Aug. 1941 Militärdienst, Gefr. der Luftwaffe beim 17. Luftwaffen-Versuchsregt., Fliegerhorst Köthen (Sachsen-Anh.); 1941 – 44 Schauspieler, Dramaturg u. Regisseur der Soldatenbühne beim Nachrichtenversuchsregt. Köthen; 1944 Uffz., 1945 Fahnenjunker, 1944/ 45 Zwangsschließung des Theaters; Einsatz als Ausbilder für Hochfrequenztechnik in Köthen, Fronteinsatz (Schlacht an der Oder), Verwundung u. Entlassung aus dem Lazarett vor der dt. Kapitulation. 1945/46 Schauspieler, Dramaturg u. Regisseur am Stadttheater Köthen, Inszenierung »Leonce u. Lena«; 1946/47 Abt.-Ltr. »Künstler. Wort« beim Landesrundfunk, Sender Halle; 1947/48 Sprecher u. Dramaturg beim Landesrundfunk, Sender Leipzig; 1948/49 Schauspieler, Regisseur, Autor u. Ltr. des Künstler. Betriebsbüros an der Volksbühne Leipzig; 1953 SED; 1949 – 51 Dramaturg u. Abt.-Ltr. »Theater u. Film« beim Berliner Rundfunk, trotz Intervention von  Bertolt Brecht Entlassung im Zusammenhang mit den Diskussionen um den »Lukullus« (Formalismus-Debatte); 1951/52 Regisseur beim DEFA-Synchronstudio; 1952/53 Ressortltr. »Theater u. Film« bei der Ztg. »Tägl. Rundschau«; Autor von Kritiken; Mitbegr. der Ztschr. »Die dt. Filmkunst« (1953, keine Aufn. in die Red.); 1955 – 63 Dramaturg am Maxim-Gorki-Theater Berlin (Ltg.:  Maxim Vallentin); 1962 NP; 1963 – 65 Chefdramaturg u. stellv. Intendant der Vereinigten Bühnen Maxim-Gorki-Theater u. Volksbühne; 1965 Funktionsenthebung nach Zerwürfnis mit Maxim Vallentin u. im Zusammenhang mit dem 11. Plenum des ZK; 1966 – 72 Intendant des Landestheaters Halle, das durch Experimente sowie Förderung junger Künstler u. Autoren zu einem Zentrum der DDR-Theaterkultur wurde; 1969 NP; 1971 – 76 Kand. des ZK der SED; 1971 – 89 Mitgl. des Präs. des Verb. der Theaterschaffenden der DDR; 1972 – 82 Intendant des Dt. Theaters Berlin, Nachf. von  Hanns Anselm Perten; Abberufung nach einer pol. Intrige des 1. Sekr. der BL der SED Berlin; 1975 – 89 Vizepräs. des Verb. der Theaterschaffenden; Förderer von DDR-Dramatik u. Autoren, u. a.  Peter Hacks,  Horst Schönemann,  Alexander Lang,  Wolfgang Engel,  Volker Braun,  Christoph Hein,  Alfred Matusche,  Heiner Müller,  Ulrich Plenzdorf; 1983 – 90 Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Disziplinar- u. Parteiverfahren wegen der Aufn. der »Übergangsgesellschaft« von Volker Braun in den Spielplan; 1990 dort Ehrenmitgl.; gest. in Berlin.Aune Renk / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wolke, Manfred

* 14.1.1943

Geb. in Potsdam-Babelsberg; erlernter Beruf: Fräser; zunächst Fußballspieler in der BSG Motor Babelsberg; 1960 Wechsel in die Sekt. Boxen; dreimaliger DDR – Juniorenmstr.; 1965 – 89 SED; 1965 Delegierung zum ASK Vorwärts Berlin, ab 1969 ASK Vorwärts Frankfurt (Oder); Armeeangeh., zul. Hptm.; 1966, 1967 u. 1971 jeweils Vize-EM, 1968 Olympiasieger im Weltergewicht (Trainer: Martin Neef); 1972 Ende der sportl. Laufbahn; seitdem Boxtrainer beim ASK Vorwärts Frankfurt (Oder), zeitw. Co-Trainer der DDR-Nationalmannschaft; seit 1990 Trainer für Berufsboxer, u. a. der Profi-WM  Henry Maske u. Axel Schulz; Boxcamp in Frankfurt (Oder); 2006 / 07 wieder Henry Maske trainiert, lebt in Frankfurt (Oder).Klaus Gallinat