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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Wenig, Josef (Sepp)

* 17.7.1896 – ✝ 16.4.1981

Geb. in Leiter (Krs. Mies, Westböhmen / Řebří, Tschechien); Eltern Ziegelarbeiter; 1903 – 11 Volks- u. Bürgerschule in Zeulenroda (Thür.); 1911 – 14 Ofen-, Transport-, Ziegelei- u. Gelegenheitsarb.; 1914 – 18 Militärdienst; 1918 – 29 Transportarb. in Zeulenroda, 1919 – 24 in Kahla; März 1920 aktiv gegen den Kapp-Putsch; 1924 – 33 KPD; RFB; Transportarbeiterverb.; 1929 – 36 Seemann; 1931 Mitgl. der Kampfgem. für Rote Sporteinheit; 1936 – 39 Ausbildung zum Schiffsmaschinisten; 1936 – 45 Heizer u. Maschinist auf Handelsschiffen; gelegentl. Artist auf Jahrmärkten. 1945 – 47 Transportarb. beim Großhandel in Zeulenroda; 1946 KPD/SED; ab 1948 Fördermann, dann Hauer, Brigadier, Obersteiger in der SADG Wismut (Uranbergbau); ab 1949 Mitgl. der SED-Gebietsltg. Wismut; ab 1949 Arbeitsinspektor bei der SAG Wismut in Schneeberg u. Auerbach; 1950 Held der Arbeit; 1950 – 81 Abg. der Volkskammer, FDGB-Fraktion; gehörte zu den ersten Initiatoren der Neuerer- u. Aktivistenbew. im Bergbau der DDR; im April 1951 überbot seine Brigade die Norm beim Abteufen eines Steigerschachts um 220 Prozent; 1952 – 58 Mitgl. des Bundesvorst. des FDGB; 1954 – 81 Mitgl. des ZK der SED; 1955 Verdienter Bergmann; 1955 – 66 Dir. für Arbeit bei der GD der SDAG Wismut in Karl-Marx-Stadt; 1955 – 68 Mitgl. des ZV der IG Wismut; Mitgl. der Zentr. Neuererkommission; ab 1959 Mitgl. der Kaderkommission der SED-Gebietsltg. Wismut; 1966 – 68 Beauftr. der GD der SDAG Wismut für Neuererwesen; Juli 1968 Rentner; 1951 NP; 1954 u. 1961 VVO; 1961 Verdienstmedaille der NVA; 1966 Lenin-Orden; 1970 Ehrenspange zum VVO; 1971 KMO; 1976 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Karl-Marx-Stadt.Meine Arbeitserfahrungen. Berlin 1951.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wenzel, Hans-Eckardt

* 31.7.1955

Geb. in Kropstädt (b. Wittenberg) in einer Lehrerfam.; 1962 – 74 POS, EOS, Abitur; 1974 – 76 Soldat; 1976 – 81 Studium der Kulturwiss. an der HU Berlin; seit 1981 freischaff.; 1976 – 85 Mitgl. des Liedertheaters Karls Enkel (Textautor, Komponist, Regisseur, Sänger, Musiker u. Schauspieler), mit diesem zahlr. Programme, u. a. »Von meiner Hoffnung laß ich nicht – oder der Pilger Mühsam« (1980), »Hammer=Rehwü« (1982, mit Gästen), »Die komische Tragödie des 18. Brumaire ... oder Ohrfeigen sind schlimmer als Dolchstöße« (1983); auch Arbeit (Buch u. R.) für andere Interpr. (u. a. Gina Pietsch); 1984 erster Gedichtband »Lied vom wilden Mohn«; auch Veröff. von Essays; 1986 erste LP »Stirb mit mir ein Stück«; 1989 LP »Reisebilder«; seit 1979 (zunächst in der Gruppe Karls Enkel) Zusammenarbeit mit dem Schriftst. u. Schauspieler  Steffen Mensching, 1982 – 99 als Clownsduo W. & Mensching, Programm »Neues aus der DaDaeR«, mehrf. aktualisiert, 1988/89 »Altes aus der DaDaeR«, 1989 »Letztes aus der DaDaeR« (1990 auch Film u. MC); Mitunterz. der Resolution der Rockmusiker u. Liedermacher für Demokratisierung u. Medienfreiheit vom 18.9.1989; Auftritt bei der Demonstration am 4.11.1989 in Berlin; 1990 Heinrich-Heine-Preis. Weitere Programme von W. & Mensching, u. a. »Hundekomödie« (1990) u. »Der Abschied der Matrosen vom Kommunismus« (1992, auch als CD); Wiederaufführung der »Hammer=Rehwü« von 1982 (1993, 1994 auch als CD) u. »Ab klappte der Adapter« (1999); seit 1999 arbeitet W. verstärkt musikalisch, teils solo, teils mit Band, 1999 CD »Schöner lügen«; 2003 CD »Ticky Tock – W. singt Woody Guthrie«; 2007 CD »Glaubt nie, was ich singe«; 2008 CD »WENZEL: SOLO: LIVE«; Regie- und Bühnenarbeiten im Konzerthaus Berlin; 2002 Dt. Kleinkunstpreis, 2001, 2005, 2008 Liederpreis.Lied vom wilden Mohn. Leipzig 1982; Textbücher. Letztes aus der DaDaeR. Hundekomödie. Leipzig 1991; Der Abschied der Matrosen vom Kommunismus. Berlin 1999 (beide mit S. Mensching); Ich mag das lange Haar. Liederbuch. Berlin 1998; W.: Hundert Lieder. Berlin 2009. Robb, D.: Zwei Clowns im Lande des verlorenen Lachens. Das Liedertheater W. & Mensching. Berlin 1998.Lutz Kirchenwitz

Wer war wer in DDR

Werbs, Norbert

* 20.5.1940

Geb. in Warnemünde; Vater Ing.; Studium der Theol. in Erfurt u. auf der Huysburg b. Halberstadt, Lic. theol.; 1964 Priesterweihe in Rostock; Kaplan in Neubrandenb. u. Parchim; 1966 – 71 Assistent u. Präfekt am Priesterseminar in Erfurt; 1971 Mitgl. des Priesterrats; ab 1971 Pfarrer in Parchim u. 1975 – 80 in Neubrandenb.; Diozösanadministrator; 1981 Weihbischof in Schwerin. 1995 Eingliederung des Bischöfl. Amtes Schwerin in das neugegr. Erzbistum Hamburg, seitdem Bischofsvikar in Mecklenb. des Erzbischofs von Hamburg; 1983 – 90 u. seit 1995 Vorstandsvors. der Caritas Mecklenb. e.V.Renate Krüger

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, Hugo

* 26.4.1886 – ✝ 27.12.1960

Geboren am 26. April 1886 in Sangerhausen/ Thüringen, in jungen Jahren im Rheinland Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD, für die er als Redakteur tätig war. 1920 Delegierter des USPD-Spaltungs- und des Vereinigungsparteitages mit der KPD im Dezember 1920. Als Vertreter des Bezirks Niederrhein in den ZA der VKPD gewählt, übernahm er in Essen die Chefredaktion des »Ruhr-Echos«. Am 20. April 1921 in Essen zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, kam er aber bereits durch einen Erlaß des Reichspräsidenten vom 12. April 1922 wieder frei. Anschließend Redakteur verschiedener KPD-Zeitungen, z. B. 1925 der »Roten Tribüne« in Hagen, 1928/29 Chefredakteur der »Süddeutschen Arbeiterzeitung« in Stuttgart. Von März 1933 bis April 1934 in »Schutzhaft« u. a. im KZ Heuberg. Nach 1945 trat er politisch nicht mehr hervor. Hugo Werner starb am 27.Dezember 1960 in der Gemeinde Bruch in Württemberg.

Wer war wer in DDR

Werner, Klaus

* 22.9.1940 – ✝ 8.1.2010

Geb. in Holzhau (Erzgeb.); Vater Mechaniker, 1942 gefallen; Schulbesuch in Hamburg u. Chemnitz, 1957 Abitur; anschl. Studium der Kunstgeschichte; Kontakte zu bildenden Künstlern, Ausrichtung von Grafikausstellungen; 1963 – 64 Ref. im Kulturmin.; SED; nach Konflikt um nichtkonforme Künstler (u. a.  Harald Metzkes,  Werner Stötzer,  Robert Rehfeldt) Entlassung u. Ausschl. aus der SED (später aufgehoben); NVA; ab 1965 freischaff. Kunstwissenschaftler; 1966 Forschungsauftrag »Künstlerpersönlichkeit u. Kunst« des Kulturmin., vorz. Abbruch wegen angebl. unbefriedigender Resultate; 1968 erneute Berufung durch Kulturmin.  Klaus Gysi, anläßl. eines Aufsatzes über den Künstler Helmut Diehl, der gegen den Einmarsch in Prag protestiert hatte, aus der Stelle gedrängt; 1969 – 72 Projekt »VEB Zentrum Bildende Kunst« in Neubrandenb., Aussetzung der staatl. Unterstützung wegen der Anwerbung der unabh. Künstler  Michael Morgner u. Thomas Ranft; 1970 Prom. an der HU Berlin; 1973 Mitarb. an der Kunst-HS Berlin-Weißensee, Kündigung u. Parteiverfahren wegen Kritik am »Staatsratserlaß zu Fragen der Kunst u. Kultur« u. Teiln. an einer Feier mit  Wolf Biermann; 1973 Tätigkeit in der Genossenschaft Bildender Künstler Berlins; 1975 Gründung der Galerie »Arkade«, die zu einem der bedeutendsten öffentl. Orte der Präsentation experiment. Kunst der DDR avancierte, trotz Übernahme der Galerie durch den Staatl. Kunsthandel bis 1981 über 70 Ausstellungen insbes. krit. junger Künstler sowie jährl. Pleinairs, in denen neue Formen der Kunstprod. (Video, Installationen) praktiziert wurden; 1976 – 81 Hrsg. der Edition Arkade; Beratung der Ständ. Vertr. der Bundesrep. Dtl. bei der Org. von Ausstellungen; ab 1977 vom MfS in den OV »Arkade« u. »Galerie« bearbeitet; Dez. 1981 nach mehreren Verwarnungen (u. a. wegen Teiln. des westdt. Künstlers Klaus Staeck an einem Pleinair) Schließung der Galerie Arkade, fristlose Entlassung u. Ausschl. aus der SED; Lebensunterhalt durch Vorträge u. Publ.; 1984 Umzug nach Leipzig; 1988 Mitbegr. einer opp. Gruppe im VBK mit dem Ziel der Reform des VBK u. der Ablösung  Willi Sittes als Verb.-Präs., Vortrag des Forderungskat. auf dem letzten VBK-Kongreß; 1990 vom Kulturmin.  Herbert Schirmer zum Ltr. der Abt. Bildende Kunst, Denkmalpflege u. Museen berufen; ostdt. Ltr. der AG »Kulturelles Erbe« in der Verhandlungsgr. »Kultur« zum Einigungsvertrag. Nach 1990 Engagement für die Gründung eines Museums für Zeitgenöss. Kunst in Leipzig, Geschäftsf. des Förderkrs. zur Gründung der Galerie für zeitgenöss. Kunst; Ausrichtung zahlr. größerer Ausstellungen; 1998 – 2000 Geschäftsf. u. Dir. der Galerie für Zeitgenöss. Kunst Leipzig (Eröffn. im Mai 1998); 2000 – 03 Rektor der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; Mitgl. versch. kulturpol. Gremien im Freistaat Sachsen u. auf Bundesebene; Mitgl. der Jury Villa Massimo, der Findungskommission der documenta 10; Sachverständiger im Kunstbeirat des Dt. Bundestags; 2006 Übergabe seiner Sammlg. an das Archiv der Akad. der Künste; 2008/09 Ausst. »KW – Hommage à K. W.« in der Galerie für zeitgenöss. Kunst Leipzig; gest. in Leipzig. Zahlr. Publ. zu nonkonformen Künstlern der DDR u. der klass. Moderne, u. a. zu Charlotte E. Pauly, Herbert Tucholski u. zur Künstlergr. Clara Mosch in Chemnitz; Werkverz. zu A. R. Penck (nicht veröff.) u. Carlfriedrich Claus; Heiner Stachelhaus: Joseph Beuys. Leipzig 1988 (Hrsg.).Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Werner-Böhnke, Ursula

* 17.05.1927

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater BVG-Schaffner (nach 1945 techn. Dir. der BVG-West), Mutter Hausfrau; Mittelschule, dann Handelsschule, Pflichtjahr in Haushalten in Berlin u. Bad Kissingen; Sekretärin im Bühnen- u. Musikverlag Dr. Sikorski, der von Berlin nach Bad Kissingen verlagert worden war. 1945 Rückkehr nach Berlin; Neulehrerkursus; SED; Delegierung zum Pädagogik-Studium an die HU Berlin (Deutsch u. Gesch.), nebenher Arbeit als Redakteurin im FDJ-Verlag Neues Leben u. ab Februar 1947 bei der Tagesztg. »Junge Welt«; nach Gründung der Kinderzeitschriften tätig für »Unsere Zeitung«, später »Junger Pionier«; Initiative zur Entw. einer Zschr. für Vorschulkinder, 1957 Begründerin der Zeitschrift »BUMMI«; Texterin des bekannten BUMMI-Liedes (Melodie Hans Naumilkat); durchgängig bis 1989 Chefredakteurin; 1982 VVO; verh. mit dem Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Armin-Gerd Kuckhoff. Ab 1990 freie Mitarbeiterin u. Autorin der Zschr. »BUMMI«, die vom Verlag Pabel-Moewig in Rastatt übernommen wurde; schreibt weiterhin alle Geschichten der Titelfigur Bummi sowie Märchen, Lieder, Verse und zeitgeschichtliche Texte, lebt in Berlin.(unter U. Werner-Böhnke): Bummi in Afrika. Leipzig 1967; Wackelzahn fährt Eisenbahn. Leipzig 1977; Bummi am Nordpol (mit H. Irrgang). Leipzig 1983; Bummi und seine Freunde. Berlin 2006. Hg. von Armin-Gerd Kuckhoff: Die in Ewigkeiten stehen ... Norderstedt 2005.Christoph Links

Wer war wer in DDR

Weskamm, Wilhelm

* 13.5.1891 – ✝ 21.8.1956

Geb. in Helsen (b. Arolsen); Vater Eisenbahnbeamter; Studium der Theol. in Paderborn u. München; 1914 Priesterweihe in Pader- born; 1914 – 16 Kaplan in Daseburg (Westf.), 1916 – 19 stellv. Ltr. der kirchl. Kriegsgefangenenhilfe in Paderborn; 1919 – 32 Domvikar in Paderborn; 1932 – 43 Pfarrer in Merseburg; 1943 – 50 Propst in Magdeburg; seit 1944 Ltr. des Erzbischöfl. Kommissariats Magdeburg. 1949 Ernennung zum Weihbischof von Paderborn mit Sitz in Magdeburg; 1950 stellv. Vors. der Berliner Ordinarienkonferenz; Promotor kath. Existenz unter den Bedingungen der DDR; 1951 Ernennung zum Bischof des Bistums Berlin (Nachf. von  Konrad Graf von Preysing); 1951 – 56 Vors. der Berliner Ordinarienkonferenz; gest. in Berlin.Schäfer, B.: Staat und kath. Kirche in der DDR. Köln, Weimar 1998; Thorak, Th.: W. W. Diasporaseelsorger in der SBZ / DDR. Würzburg 2009.Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Wessel, Paul

* 9.4.1904 – ✝ 20.1.1967

Geb. in Plauen; Vater Arbeiter; 1910 – 18 Volksschule, 1918 – 21 Volksfortbildungs-Gewerbeschule; Metallarb.; 1918 SAJ; 1921 – 32 SPD; 1924 Besuch der SPD-Parteischule Gera-Tinz; 1926/27 Korrespondent der SPD-Fraktion im Sächs. Landtag; 1929 – 38 Arbeiter, später Mstr. in den Chem. Werken Wolfen; 1932/33 SAP; 1938 Obermstr. in einem Kunstseidewerk in Athen; Aufenthalt in der Schweiz u. Italien; 1939 – 46 Mstr. in der Agfa-Filmfabrik Wolfen. 1945 Vors. der SPD Wolfen u. Vors. des Antifa-Komitees; Jan. 1946 Ltr. der Abt. Wirtschaft der SPD für die Provinz Sachsen in Halle; Mai 1946 Ltr. der Abt. Wirtschaft beim SED-LV Sachsen-Anh.; Okt. 1946 Abg. des Landtags Sachsen-Anh.; 1946 – 49 Sekr. des SED-LV Halle; 1948 Mitgl. des Volksrats; 1949 – 51 zus. mit  Fred Oelßner u.  Edith Baumann zum Mitgl. des Kleinen Sekr. des PB des ZK der SED gewählt; 1950 PHS; 1951 – 57 stellv. Dir. im AHB; 1957/58 erkrankt u. Rentner; 1958 – 60 stellv. GD des AHB Bergbau-Handel GmbH; 1961 – 65 Handelsrat in Pjöngjang (Nordkorea); 1965 Mitarb. im Min. für Außen- u. Innerdt. Handel; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Westmeyer, Friedrich

* 14.1.1873 – ✝ 12 bis 191

Geboren am 14. Januar 1873 in Osnabrück, Sohn eines Maurers; lernte Kaminkehrer. Nach der Wanderschaft trat er in Fürth der Holzarbeitergewerkschaft bei und wurde wegen seines Engagements als Anführer eines Streiks gemaßregelt. 1898 Lokalredakteur bei der »Fränkischen Tagespost« in Nürnberg, für die er bereits zuvor Beiträge geschrieben hatte, wechselte 1902 als Feuilletonredakteur nach Hannover zum »Volkswillen«. August Bebel erkannte Westmeyers Talent und riet ihm 1905, sich beim »Vorwärts« als Redakteur zu bewerben. Westmeyer lehnte ab und ging statt dessen an die Stuttgarter »Schwäbische Tagwacht«, bei der er bis 1911 blieb. Dort geriet er in Konflikte zwischen Radikalen und Gemäßigten in der württembergischen SPD, profilierte sich als einer der Wortführer des linken Flügels und wurde SPD-Vorsitzender von Stuttgart. In der Redaktion arbeitete er u. a. mit Wilhelm Keil, einem führenden Reformisten, zusammen. Die ständigen Spannungen endeten 1911 mit der Kündigung Westmeyers durch die Landesversammlung der SPD. Er war fortan freier Journalist, außerdem von 1912 bis 1917 Abgeordneter des Württembergischen Landtags und stand mit der Mehrheit der Stuttgarter SPD zusammen mit Cara Zetkin, Jacob Walcher, Edwin Hoernle u. a. zu den Linken. Nach Ausbruch des Weltkrieges war er scharfer Gegner der Burgfriedenspolitik der Partei und Mitbegründer der Gruppe Internationale. Als Vertreter der Stuttgarter Linken nahm er an der Konferenz der Spartakusgruppe im März 1916 teil. Schon vor Gründung der KPD zählte er zu den führenden deutschen Kommunisten. Im März 1917 zum Kriegsdienst eingezogen, an die Westfront geschickt, starb Friedrich Westmeyer am 14.November 1917 in einem Lazarett in Rethel bei Reims an einer Ruhr-Infektion.

Wer war wer in DDR

Wettengel, Rudolf

* 16.1.1924 – ✝ 6.6.1986

Geb. in Asch (ČSR / Aš, Tschechien); Vater Wirker, später Red.; Volks- u. Bürgerschule; 1930 Rote Pioniere; 1937/38 KJV; Arbeit als Wirker in der Wirkwarenfabrik in Sezemice, Lagerarb.; 1942 RAD u. 1942 – 45 Wehrmacht. 1945/46 Bauhilfsarb. u. Buchhalter in Asch; 1946 Umsiedl. mit Antifa-Transport nach Aue; 1947 SED; 1947 – 50 Mitarb. u. Sekr. der SED-Ortsltg. in Crimmitschau; 1948 – 50 Instrukteur der SED-LL Sachsen; 1950 Studium an der PHS; 1951 – 53 Red.; 1953 – 56 stellv. Ltr. der Abt. Parteileben in der Red. des »Neuen Dtl.«; 1956 – 58 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1959 – 73 Abt.-Ltr. des ZK u. Chefred. der Ztschr. »Neuer Weg« (Nachf. von  Fritz Geißler); Journalistikfernstudium an der FS für Journalistik Leipzig (Außenstelle Berlin); 1965 u. 1973 VVO; 1970 Banner der Arbeit; 1973 – 78 Vertreter des ZK der SED im Red.-Kolleg. der Ztschr. »Probleme des Friedens u. des Soz.« in Prag (Nachf. von  Erich Glückauf); 1978 – 81 persönl. Mitarb. des Vors. der ZRK  Kurt Seibt; ab 1981 wiss. Mitarb. der ZRK; 1981 – 86 Kand. der ZRK; 1984 VVO.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Weyer, Paul

* 18.4.1887 – ✝ 12.10.1943

Geboren am 18. April 1887 in Berlin; lernte Schlosser. 1910 Mitglied der SPD, übte Funktionen im Metallarbeiterverband aus. Weyer war einer der Berliner Revolutionären Obleute, nach der Revolution Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrates. Seit 1917 USPD-Funktionär, 1920 Delegierter des Spaltungsparteitages, Übertritt zur KPD. Weyer war Anhänger des linken Flügels der Partei. Delegierter des VII. und VIII. Parteitags 1921 und 1923; seit 1922 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Nach der Austrittswelle linksradikaler Arbeiter aus den Freien Gewerkschaften gründete er 1923 den Deutschen Industrieverband, Gruppe Metall, dessen Vorsitzender er wurde. Wegen der Schwenkung der KPD in der Gewerkschaftsfrage kam er Mitte 1924 in Gegensatz zur Ruth-Fischer-Führung. Er wurde zusammen mit Wilhelm Schumacher und Paul Kaiser im September 1924 aus der KPD ausgeschlossen. Weyer leitete weiterhin den Deutschen Industrieverband und bildete mit Wilhelm Schumacher (Bekleidung) und Paul Kaiser (Baugewerbe) ein Kartell der linkskommunistischen Gewerkschaften. Sein Verband zählte etwa 8000 Mitglieder, davon 3600 in Berlin. Ende der zwanziger Jahre näherte er sich der SPD, er soll auch in die SPD eingetreten sein und bis 1933 verschiedene Gewerkschaftsfunktionen innegehabt haben. Nach 1933 als Arbeiter beschäftigt, Paul Weyer starb am 12. Oktober 1943 in Berlin-Wedding.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wicker, Eugen

* 26.7.1903 – ✝ 10.8.1971

Geboren am 26. Juli 1903 in Stuttgart; Metallfacharbeiter, Angestellter. 1920 Mitglied der KJD, 1924 der KPD, zweiter Gauführer der Roten Jungfront in Württemberg. Ab 1930 im AM-Apparat tätig, besuchte er 1930 unter dem Decknamen Heini einen Lehrgang an der Militärschule der Komintern bei Moskau. Nach seiner Rückkehr Leiter des AM-Apparates der BL Württemberg, 1932 durch Josef Steidle abgelöst, blieb offiziell Bezirkskassierer der BL. Er wurde 1933 festgenommen und in das KZ Oberer Heuberg bei Ulm gebracht. Eugen Wicker und sein älterer Bruder Alfons (* 13. 3. 1898 – †2. 8. 1966), ein Mitbegründer des Spartakusbundes in Stuttgart, seit 1929 im Stadtrat, verrieten der Gestapo zahlreiche Widerstandskämpfer, so z. B. Liselotte Herrmann und Josef Steidle. Die Brüder Wicker, die noch weitere Zeit für die Gestapo arbeiteten, gehörten im Mai 1936 sogar der illegalen BL Württemberg an. Eugen Wicker, der versuchte, die Verbindungen in die Schweiz auszukundschaften, verwickelte sich in Zürich, von KPD-Funktionären zur Rede gestellt, in Widersprüche. Er wurde als Gestapoagent entlarvt, überwältigt und der Züricher Polizei übergeben, konnte jedoch unbehelligt nach NS-Deutschland zurückkehren. Im August 1945 wurde Eugen Wicker festgenommen und 1948 zusammen mit seinem Bruder Alfons wegen ihrer Zusammenarbeit mit der Gestapo vor Gericht gestellt. Alfons und Eugen Wicker wurden am 21. Februar 1948 von der Spruchkammer des Internierungslagers Ludwigsburg als Hauptschuldige eingestuft und erhielten als Sühnemaßnahme zehn Jahre Arbeitslager. Beide legten Berufung ein, Eugen Wicker erhielt sechs Jahre Arbeitslager, Alfons Wicker wurde freigesprochen. Eugen Wicker wurde vorzeitig entlassen, er starb am 10. August 1971 in Ludwigsburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wenzel, Hugo

* 23.8.1891 – ✝ 24.1.1940

Geboren am 23. August 1891 in Bojanowa/Posen, Sohn eines Dampfmühlenarbeiters; lernte Schmied, danach Wanderschaft. Im Oktober 1913 zum Militär einberufen, Kanonier im Weltkrieg. Anfang 1918 desertierte er und war während der Novemberrevolution Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates und der Arbeiterwehr in Diedenhofen/Hessen. 1908 Mitglied der SPD, während des Krieges Spartakusgruppe und seit 1917 in der USPD. Anfang 1919 zog Wenzel nach Mecklenburg, wurde Mitglied der KPD in Wismar und zählte bald zu den führenden Funktionären in Mecklenburg, dort im März 1919 Parteisekretär. 1921 in den Landtag von Mecklenburg-Schwerin gewählt, stand 1923 auf dem linken Flügel, wurde 1924 Orgleiter des KPD-Bezirks Mecklenburg und zog im Februar 1924 wieder in den Landtag ein. Er wurde Vorsitzender der neun Abgeordnete umfassenden KPD-Fraktion. Nach dem »Offenen Brief« 1925 aktiver Anhänger der linken Opposition. Die KPD verlor bei den Wahlen im Juni 1926 drastisch und bekam nur noch drei Abgeordnete ( Alfred Buhler, Hans Warnke und Wenzel). Da diese durch Stimmenthaltung eine sozialdemokratisch geführte Koalitionsregierung ermöglichten, wurden sie vom ZK einer »opportunistischen Entgleisung« bezichtigt. Nach der Landtagsauflösung im Frühjahr 1927 verlor Wenzel seine Immunität, ihm drohte eine lange Haftstrafe. Er wurde als Bezirkssekretär abgelöst und nach einem zweimonatigen Sanatoriumsaufenthalt an die Internationale Leninschule nach Moskau geschickt. Im Oktober 1928 zurück, Chefredakteur des »Volksechos«, eines Kopfblattes der »Roten Fahne« für die Provinz Brandenburg. Im März 1930 vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr und drei Monaten Festung verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es: »Der Angeklagte verdient eine besonders harte Strafe, weil er, von Beruf Schmied, sich aus eigener Kraft und aufgrund seines Besuchs von kommunistischen Parteischulen ein so umfangreiches Wissen angeeignet hat...« Nach der Entlassung aus der Festung Gollnow im Sommer 1931 wieder Redakteur. Im Februar 1933 zog er nach Berlin, um unterzutauchen, soll aber seine Wohnung Mitarbeitern des AM-Apparates unter Wilhelm Bahnik, mit dem er verwandt war, zur Verfügung gestellt haben. Im Juli 1933 verhaftet, im Mai 1934 wegen »Mangels an Beweisen« überraschend außer Verfolgung gesetzt, arbeitete Wenzel in den Berliner Siemens-Schuckert-Werken. Bei Kriegsausbruch als ehemaliger KPD-Spitzenfunktionär verhaftet und ins KZ Sachsenhausen eingeliefert, wurde gegen ihn wegen seiner Verbindungen zum AM-Apparat erneut ermittelt. Hugo Wenzel litt an einer schweren Lungen-Tbc und starb am 24.Januar 1940 im KZ Sachsenhausen.

Wer war wer in DDR

Wenzel, Heinz

* 16.8.1914 – ✝ 14.6.1974

Geb. in Leipzig; Vater Schneider; Volks- u. Gewerbeschule; 1929 – 33 Lehre u. Arbeit als Buchdrucker u. Schriftsetzer; 1928 SAJ, 1933 des KJVD; illeg. antifasch. Arbeit in Leipzig, 1934 Verhaftung, Verurteilung durch das OLG Dresden wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus, Haft in Dresden u. im Zuchthaus Waldheim; 1937 – 42 Arbeit als Vulkaniseur; 1942 Wehrmacht, Strafbataillon. 999 in Afrika, 1943 – 46 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1946/47 Lehrer an der Jugendschule Mutschen, 1947 Wirtschaftsltr. an der Landesjugendschule Hartenstein, 1947 – 49 Abt.-Ltr. beim FDJ-LV Sachsen; ab Juli 1949 Ltr. der Geschäftsabt. des ZR der FDJ; 1950 Abt.-Ltr. Wirtschaft u. Finanzen im Vorbereitungskomitee des 1. Dtl.-Treffens; Okt. 1951 – Sept. 1952 Wirtschaftsltr. der FDJ-HS »Wilhelm Pieck« Bogensee, ab Okt. 1952 Abt.-Ltr. Innere Verwaltung des ZR der FDJ; 1954 – 57 Fernstudium an der Finanzschule Gotha, Finanzwirtsch.; ab Febr. 1957 Hauptdir., 1964 – 73 GD des Reisebüros der DDR.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, Alfred

* 6.4.1899 – ✝ 17.3.1938

Geboren am 6. April 1899 in Königsberg. Der gelernte Buchhalter arbeitete in der Heeresabwicklungsstelle in Ostpreußen, wurde 1919 Mitglied der USPD und trat nach dem Vereinigungsparteitag in Halle 1920 in die VKPD ein. Er war ehrenamtlich für die KPD in Allenstein tätig, bald einer der führenden Funktionäre im Bezirk Ostpreußen. 1923/24 Referent der BL, Vertreter Ostpreußens im Angestelltenausschuß des ZK der KPD. Von 1926 bis 1933 in der deutsch-sowjetischen Handelsgesellschaft in Königsberg, leitete Werner dort bis 1933 die Parteizelle und war zugleich Leiter der Roten Hilfe. 1929 soll er den Versöhnlern nahegestanden haben. Im Oktober 1932 Delegierter Ostpreußens auf der 3. Parteikonferenz. Der drohenden Verhaftung durch die SA entzog er sich im April 1933 durch die Flucht in die Sowjetunion. Werner nahm als deutscher Delegierter am VII. Weltkongreß und der »Brüsseler Konferenz« 1935 (Deckname Werner II) teil. Er wurde am 17. März 1938 vom NKWD verhaftet und am 9.August desselben Jahres erschossen. Seine Frau Magdalena Werner, geborene Wasserberg (*7. 1. 1902 – † 23. 11. 1981), mit der er seit 1924 verheiratet war, folgte ihrem Mann mit den Kindern im Juni 1933 in die Sowjetunion, arbeitete ehrenamtlich im Klub der Ausländischen Arbeiter. Nach der Verhaftung ihres Mannes bis 1941 Näherin in einer Moskauer Wäschefabrik, dann bis 1945 Landarbeiterin in einem Kolchos in Karaganda. Im Dezember 1945 durfte sie nach Deutschland zurück und war bis Ende 1948 Buchhalterin auf dem Parteigut der SED in Klein Trebbow/Mecklenburg, ab 1957 Rentnerin.

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Werner, Maria

* 8.3.1903

Geboren am 8. März 1903 in Vukovar/Kroatien (Österreich-Ungarn), als Greta Diamant, stammte aus einer bürgerlichen Familie; Journalistin. Sie lebte lange Zeit mit dem jugoslawischen Schriftsteller Theodor Balk zusammen. 1923 kam sie nach Deutschland, trat 1929 in die KPD ein und wurde Leiterin (Sekretärin) des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Im März 1933 in Berlin verhaftet, konnte sie nach ihrer Freilassung nach Frankreich emigrieren. Dort wurde sie (Pseudonyme Grete Fodor, Toni Haak) Sekretärin der RGI für Eisenbahner. Durch die RGI kam sie Mitte 1935 in die Sowjetunion, auch dort in der RGI tätig. Vom NKWD im März 1937 verhaftet, wurde Maria Werner am 4. April aus der KPD ausgeschlossen mit dem internen Hinweis: »Es sind Mitteilungen vorhanden, daß sie schon in Jugoslawien zu der ersten trotzkistischen Gruppe gehörte. Im März 1937 wurde sie hier verhaftet.« Maria Werner hat Lager und Verbannung überlebt und wurde nach 1956 rehabilitiert. Sie lebte in Moskau, ein Todesdatum konnte nicht ermittelt werden.

Wer war wer in DDR

Werner, Monika

* 10.3.1938

Geb. in Markranstädt (Krs. Leipzig); Vater Arbeiter; OS, Abitur; 1952 FDJ-Funktionärin; 1958 SED; 1956 – 60 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Ökonom; 1960 – 62 Ökonom im VEB Kohleanlage Leipzig; 1962 – 74 Mitarb., Abt.-Ltr. u. Dir. für Arbeitsversorgung im VEB Lokomotivbau, Elektrotechn. Werke »Hans Beimler« Hennigsdorf; 1960 – 89 FDGB; 1963/ 64 Mitgl. der Ideolog. Kommission der SED-KL Oranienburg; ab 1976 Mitgl. der SED-Ortsltg. Hennigsdorf; 1974 – 81 Bürgermstr. der Stadt Hennigsdorf; 1963 – 89 Abg. der Volkskammer; 1963 – 67 Mitgl. des Aussch. für Haushalt u. Finanzen; ab 1967 des Aussch. für Arbeit u. Sozialpol.; 1986 – 90 Mitgl. des Staatsrats; VVO. Nach 1990 Immobilienberaterin in Hennigsdorf.Helmut Müller-Enbergs

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Wernicke, Petra

* 2.3.1953

Geb. in Aschersleben; EOS, 1971 Abitur; 1971 – 75 Studium an der MLU Halle, Dipl.-Agraring.; ab 1975 Ass., Abt.-Ltr. u. Ökonomin, 1987 – 90 stellv. Dir. des VEG Walbeck (Krs. Hettstedt); 1978 – 90 DBD; Mitarb. im Rat des Krs. Hettstedt; 1979 – 84 Abg. der Gemeindevertretung Walbeck; 1984 – 90 stellv. Bürgermstr.; seit 1990 CDU. 1990 – 98 stellv. Vors. des CDU-Landesverb. Sachsen-Anh.; Mitgl. des CDU-KV Hettstedt; 1990 / 91 Mitgl. des Kreistags Hettstedt; 1990 – 99 stellv. Vors. des CDU-KV Hettstedt; seit Okt. 1990 MdL Sachsen-Anh.; Mitgl. des CDU-LV Sachsen-Anh.; Juli-Sept.1991 Ministerin für Raumordnung, Städtebau u. Wohnungswesen, Sept. 1991 – Juli 1994 Ministerin für Ernährung, Landw. u. Forsten des Landes Sachsen-Anh.; anschl. stellv. Vors. der CDU-Landtagsfrakt.; seit 1995 ehrenamtl. Bürgermstr. in Walbeck; 1999 – 2002 Mitgl. des Kreistags Mansfelder Land; seit 2002 Ministerin für Landw. u. Umwelt des Landes Sachsen-Anh.; 2009 Bundesverdienstkreuz.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wessel, Harald

* 12.2.1930

Geb. in Wuppertal; Vater Arbeiter; 1946/47 FDJ-Funktionär in Thür.; 1948 SED; 1948/49 Studium der Biol. an der FSU Jena; Mitarbeiter im Min. für Volksbildung; 1955 – 58 Aspirantur, 1959 Prom. zum Dr. phil. an der HU Berlin mit einer Arbeit zur Dialektik des organ. Seins; 1963 – 90 Mitgl. des Red.-Koll. des »Neuen Dtl.«, dort Abt.-Ltr. für Prop. u. Wiss.; 1978 VVO; 1981 – 90 stellv. Chefred. des »Neuen Dtl.«, trat hier insb. mit Artikeln gegen die sowj. Politik der Perestroika hervor; Mitgl. der Jugendkommission beim PB des ZK der SED. Seit 1990 freier Autor, vornehml. für die Tagesztg. »Junge Welt«.Tussy oder 32 Reisebriefe. Leipzig 1982; Kisch war hier. Berlin 1988; Münzenbergs Ende. Berlin 1991.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wessig, Gerd

* 16.7.1959

Geb. in Lübz (Mecklenb.); Eltern Sportlehrer; 1969 mit dem Hochsprungtraining begonnen; 1971 KJS des SC Traktor Schwerin (Trainer: Bernd Jahn); 1979 – 89 SED; 1980 Olymp. Spiele: Sieger u. WR (2,36 m); Ausbildung zum Koch im Weinhaus Uhle in Schwerin; Fernstudium zum Heimerzieher; nach 1989 Teiln. an versch. Hochsprungmeetings. Ab 1992 Verkaufsltr. eines Sportgeräteherstellers für Mecklenb.-Vorpom.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Westphal, Johann Heinrich

* 21.9.1886 – ✝ 30.5.1954

(* 1886 – † 1954) Geboren am 21. September 1886 in Dosenmoor bei Kiel, Sohn eines Landbriefträgers. Das älteste von elf Kindern lernte Kesselschmied und arbeitete auf der Deutschen Werft in Hamburg. 1907 Mitglied der SPD, trat er während des Krieges zur USPD über und kam 1920 mit der USPD-Mehrheit zur KPD. Er war Anhänger des linken Parteiflügels, zog 1924 als Abgeordneter in die Hamburger Bürgerschaft ein, der er ununterbrochen bis 1933 angehörte. 1924 Orgleiter des KPD-Bezirks Wasserkante. 1925 abgelöst, blieb aber Mitglied der BL. Seit 1927 Angestellter im Arbeits- und Wohlfahrtsamt. 1930 Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus in Hamburg, bis 1933 aktiver KPD-Funktionär. Am 5.März 1933 nochmals in die Bürgerschaft gewählt, am 19. März 1933 festgenommen, bis Januar 1934 im KZ. Im Juni 1934 und im April 1937 erneut kurz inhaftiert. Verbindung zu Franz Jacob, Robert Abshagen und Bernhard Bästlein, daher im Juli 1944 abermals festgenommen. 1945 Mitglied und Funktionär der BL Hamburg, 1946 wieder Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Während seiner Teilnahme am Deutschlandtreffen der FDJ in Ost-Berlin starb Johann Heinrich Westphal am 30.Mai 1954 und wurde in Hamburg beigesetzt.

Wer war wer in DDR

Wetzel, Hans

* 28.2.1920 – ✝ 31.1.1999

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer; Chemiearb.; 1938 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht; 1945 kurzzeitig in amerikan. Kriegsgef. 1945 – 47 Arbeit im Braunkohlentagebau Espenhain; 1946 SED; 1947 – 52 Lehrer u. Schulltr. an einer Gewerkschaftsschule; 1952 / 53 Schriftsetzer; 1953 – 55 1. Sekr. der SED-KL Döbeln; 1955 – 62 Sekr. für Agit. u. Prop., 1962 – 69 2. Sekr. der SED-BL Leipzig; Fernstudium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1969 – 86 2. Sekr. der SED-BL Cottbus; 1977 VVO; Mitgl. des Redaktionskollektivs der theoret. SED-Ztschr. »Einheit«; gest. in Berlin.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiatrek, Heinrich

* 1.7.1896 – ✝ 29.10.1945

Geboren am 1. Juli 1896 in Gleiwitz, fünftes von zehn Kindern eines Eisenbahnbeamten; ungelernter Arbeiter, im Sommer 1913 freiwillig zur Kaiserlichen Marine. 1916 kam er zur U-Bootflotte, war Bootsmannsmaat und erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse. Von Dezember 1918 bis 1927 arbeitete Wiatrek im Eisenbahnausbesserungswerk Gleiwitz. Wegen eines Herzleidens, das er sich als Soldat zugezogen hatte, bekam er eine Rente. Politisch zunächst nicht aktiv, war allerdings als Mitglied des oberschlesischen Selbstschutzes und des »Verbandes heimattreuer Oberschlesier« an den Abstimmungskämpfen (Anschluß Oberschlesiens an Polen oder Deutschland) beteiligt. Im November 1922 trat er in die KPD ein, ab 1927 Stadtverordneter und Mitglied des Stadtrats Gleiwitz, dann Gauleiter des RFB in Oberschlesien. Im Herbst 1929 in den oberschlesischen Provinziallandtag gewählt und in die BL Oberschlesien kooptiert. Während der innerparteilichen Auseinandersetzungen soll er laut Herbert Wehner bei den Versöhnlern gestanden haben. Als Kassierer gehörte er bis 1932 dem Sekretariat der BL Oberschlesien an, zeitweise Org- bzw. Agitpropleiter. Wegen persönlicher Differenzen mit Polleiter Paul Wojtkowski vom Polbüro aus Gleiwitz abgezogen; von November 1932 bis Oktober 1934 (Parteiname Heinrich Kirsch) Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau. Er kam Ende November 1934 nach Düsseldorf, dort Orgleiter, dann Polleiter (Deckname Stefan). Wiatrek nahm 1935 in Moskau als Delegierter Fritz Weber am VII. Weltkongreß sowie der »Brüsseler Konferenz« teil und wurde zum Kandidaten des ZK gewählt. Ab Januar 1936 als Nachfolger des abgelösten Fritz Schulte deutscher Vertreter bei der Komintern. Gegenüber der Gestapo erklärte Wiatrek später, daß er dieser Funktion nicht gewachsen war. Sein ungenügender Rückhalt bei den in Moskau weilenden KPD-Spitzenfunktionären habe dazu geführt, daß er während der Prozesse 1936/37 sogar als Trotzkist verdächtigt wurde. Wiatrek wurde der Funktion entbunden und als Leiter der KPD-AL Nord nach Kopenhagen geschickt. Unter seiner und Konrad Blenkles Leitung sollte sich die Arbeit auf die wichtigsten Hafenstädte in Deutschland konzentrieren. Nach Ausbruch des Krieges 1939 blieb Wiatrek in Kopenhagen, wo die AL Nord wegen der durch den Hitler-Stalin-Pakt entstandenen Irritationen vorläufig ihre Tätigkeit einstellte. Mitte Januar 1940 fuhren Wiatrek und Blenkle nach Stockholm zu Karl Mewis, der aus Moskau neue Weisungen mitgebracht hatte. Danach war in Kopenhagen eine Auslandsleitung aus Mewis, Wiatrek und Wehner zu bilden, was nicht realisiert wurde. Im Frühjahr 1940 sollte er zur Verstärkung der illegalen Arbeit nach Hamburg gehen, blieb aber in Kopenhagen. Dort wurde Wiatrek am 19. Mai 1941 verhaftet und an die Gestapo in Hamburg überstellt. Nach einigen Wochen machte er ausführliche Aussagen, aufgrund derer die Gestapo umfangreiche Verhaftungen vornehmen konnte. Am 17. Mai 1943 wurde Wiatrek vom 1. Senat des VGH in Berlin zum Tode verurteilt, die Vollstreckung auf Intervention höchster Gestapostellen mehrmals aufgeschoben und er aus der Todeszelle in Plötzensee sogar wieder nach Hamburg überführt. Kurz vor dem Einmarsch der britischen Armee Ende April 1945 wurde Wiatrek freigelassen und tauchte in Hamburg unter. Aus Furcht, daß einstige Mitgenossen in ihm einen Verräter sahen und »abrechnen« wollten, flüchtete er im Sommer 1945 nach Reichenbach im Vogtland, wo sein jüngerer Bruder Fritz zu den führenden KPD-Funktionären zählte. Fritz Wiatrek (* 24. 10. 1910 – † 25. 5. 1982), der selbst aktiver KJVD- bzw. KPD-Funktionär in Oberschlesien war, nach 1933 illegal arbeitete und mehrmals inhaftiert wurde, engagierte sich ab Juni 1945 als Sekretär des FDGB in Reichenbach. Für seinen schwerkranken, an Tbc leidenden Bruder besorgte er einen Platz in der Lungenheilstätte Bad Reiboldsgrün. Dort starb Heinrich Wiatrek kurz nach der Einlieferung am 29. Oktober 1945.

Wer war wer in DDR

Wicklein, Adolf

* 11.2.1924 – ✝ 13.4.2005

Geb. in Sonneberg (Thür.); Vater Spielwarenarb.; Volksschule; 1938 – 42 Lehre u. Arbeit in der Holzspielzeugind. in Sonneberg; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 brit. Kriegsgef. 1945 / 46 KPD / SED; 1945 – 48 Angest. beim Rat der Stadt Sonneberg; 1947 Lehrgang an der SED-LPS; 1948 – 50 Abt.-Ltr. in der SED-KL Sonneberg; 1950 / 51 Lehrgang an der SED-PHS; 1951 / 52 1. Sekr. der SED-KL Torgau; 1952 / 53 Ltr. der Abt. Leitende Organe in der SED-BL Halle; 1953 / 54 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Halle; 1954 / 55 Instrukteur des ZK der SED u. Beauftragter für den Bez. Suhl; 1955 – 58 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1958 / 59 Sekr. für Agit. u. Prop., 1959 – 81 2. Sekr. der SED-BL Erfurt; 1974 VVO; gest. in Erfurt.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wenzel, Johann

* 9.3.1902 – ✝ 2.2.1969

Geboren am 9. März 1902 in Niedau-Danzig, Sohn einer Arbeiterfamilie. Schlosserlehre und Arbeiter im Steinkohlebergbau, ab 1925 Montagearbeiter in Berlin. 1921 wurde Wenzel Mitglied des KJVD, 1923 der KPD. 1929/30 Kursant (Schuldeckname Horst) eines militärpolitischen Lehrgangs in Moskau, anschließend hauptamtlicher Instrukteur für Militärfragen in Hamburg und Bremen (Deckname Hermann). Er arbeitete 1932 im BB-Ressort und wurde um die Jahreswende 1930/31 zusätzlich für die sowjetische Militärspionage angeworben. Ab Mai 1932 Instrukteur für Militärfragen in den Bezirken Ober-, Mittel- und Niederrhein. Mit Theodor Bottländer reiste Wenzel im Sommer 1933 im Auftrag des ZK nach Holland, um Informationen über den in Berlin wegen des Reichstagsbrandes angeklagten Marinus van der Lubbe zu beschaffen. Seit Frühjahr 1935 in der Sowjetunion, nach einer Funkausbildung Mitarbeiter der 4. Abteilung des Generalstabs der Roten Armee und bildete selbst Funker aus. Anfang 1937 nach Belgien und die Niederlande geschickt, um eine Funkbasis aufzubauen. Er hatte engen Kontakt mit dem »Grand Chef« der »Roten Kapelle«, Leopold Trepper, und Alexander Kent (Gurewitsch). Er übermittelte im November 1941 Funksprüche nach Moskau mit Informationen, die Kent von Harro Schulze-Boysen Ende Oktober 1941 in Berlin erhalten hatte. Im Juni 1942 verhaftet und schwer gefoltert, ließ sich Wenzel angesichts der aussichtslosen Situation auf das bekannte »Funkspiel« der deutschen Abwehr ein (verhaftete Funker mußten zwecks Täuschung der sowjetischen Seite weiterfunken), er hoffte, die sowjetische Seite würde die richtigen Schlüsse ziehen. Ihm gelang im November 1942 die Flucht, er hielt sich bis zur Befreiung Belgiens illegal in Brüssel auf und meldete sich im Oktober 1944 bei der Vertretung der sowjetischen Militäraufklärung. Im Januar 1945 nach Moskau gebracht, wo sofort gegen ihn ermittelt wurde. Wegen des im Auftrag der deutschen Abwehr mit der Zentrale in Moskau geführten »Funkspiels« wurde er ohne Gerichtsurteil von der »Besonderen Kommission« zu fünf Jahren Zwangsarbeitslager verurteilt. Ende Mai 1955 durfte Wenzel in die DDR, zunächst auf einer MTS bei Strausberg. Er wurde Ende 1956 Mitarbeiter des funktechnischen Dienstes bei ADN. Johann Wenzel starb am 2.Februar 1969 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Wenzel, Horst

* 18.10.1921

Geb. in Weißbach bei Zschopau; Vater Fräser, Mutter Hausfrau; Volksschule, 1935 – 38 Berufsschule u. Lehre als Werkzeugschlosser bei der Auto-Union Chemnitz; 1938 / 39 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht, Mai – Juni 1945 amerik. Kriegsgef. in Österreich. 1945 / 46 Arbeit als Schlosser im RAW Chemnitz; 1946 Vorstudienanstalt (vier Monate), Abitur; 1946 SPD / SED; 1946 – 52 Stud. der Wirtschaftswiss. an der TH Dresden, Dipl.-Wirtschaftler; 1952 – 55 Ass. des Werkdir. u. Gruppenltr. Technologie im Eisenhüttenkombinat Eisenhüttenstadt; 1955 – 57 Abt.-Ltr. in der SED-KL Eisenhüttenstadt; 1957 / 58 Stud. an der PHS »Karl Marx«; 1958 – 63 Sekr. für Wirtschaft der SED-KL Saalfeld; 1963 1. Stellv. des Vors., 1965 – 73 Vors. des Rats des Bez. Gera (Nachf. von  Albert Wettengel), aus gesundheitl. Gründen aus der Funktion ausgeschieden.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, August

* 13.9.1894 – ✝ 7.6.1966

Geboren am 13. September 1894 in Hannover; Schlosser, dann Gastwirt. 1920 KPD-Mitglied. 1922 auf der KPD-Liste in der Firma Continental gewählt und Arbeiterratsvorsitzender. Ausschluß aus dem DMV, 1922 Entlassung durch die Werksleitung von Continental. Ende 1922 wurde Werner Polleiter des KPD-Bezirks Niedersachsen. Als Delegierter Hannovers auf dem VIII. Parteitag 1923 in Leipzig Mitglied der Beschwerde- und der Orgkommission. Ende 1923 von der Zentrale abgelöst und versetzt. Anfang April 1924 verhaftet, bis Oktober 1925 im Gefängnis. Ab 1925 in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen der BL aktiv. Da er zu den Versöhnlern gehörte, erhielt er ab Mai 1929 Funktionsverbot, arbeitete zusammen mit anderen Versöhnlern wie Eduard Wald. Über sein weiteres Schicksal konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Bekannt ist lediglich, daß er ab 1929 im Hannoverschen Adreßbuch als Kaufmann bzw. Zigarrenhändler aufgeführt ist und ab 1931 Gastwirt war. August Werner starb am 7. Juni 1966 in Hannover.

Wer war wer in DDR

Werner, Arthur

* 15.4.1877 – ✝ 27.7.1967

Geb. in Berlin; Volksschule, Gymn. in Berlin; 1898 Abitur u. Beginn eines Jura-Studiums an der Kaiser-Wilhelm-Univ. Berlin; 1898 – 1900 u. 1905 – 07 Architekturstudium an der TH Charlottenburg, 1907 Dipl.-Ing.; 1907 – 11 Regierungsbauführer im Staatsdienst in Potsdam u. Frankfurt (Oder); 1912 Prom. an der TH Berlin zum Dr.-Ing.; 1906 Gründer der »Schinkel-Akad.«, die nach dem 1. Weltkrieg zur bekanntesten techn. Privatschule Berlins wurde; parteilos; 1914 – 18 Militärdienst als Ltn. der Infanterie, schwer verletzt; Gegner des NS, Jan. – Aug. 1932 im Auftrag der KPD Mitgl. der NSDAP; März 1942 nach bürokrat. Schikanen Schließung der Schinkel-Akad., Rückzug ins Privatleben. Nach Ernennung durch den sowj. Stadtkommandanten  Nikolai Bersarin am 17. Mai 1945 bis Dez. 1946 OB von Groß-Berlin; Frühjahr 1946 Honorarprof. für Architektur an der TH Berlin-Charlottenburg; Mai – Dez. 1950 MA in einem Baugeschäft; Ende 1950 Wiedereröffn. der privaten Bauschule in Berlin-Lichterfelde; 1954 als parteiloser Kand. auf der SED-Liste zu den Abgeordnetenhauswahlen in West-Berlin; 1954 VVO; 1960 Banner der Arbeit; gest. in Berlin.Ein halbes Jahr Berliner Magistrat. Berlin 1946. Die Sitzungsprotokolle des Magistrats der Stadt Berlin 1945 / 46. Berlin 1999.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Werner, Rolf

* 12.11.1926 – ✝ 16.03.1991

Geb. in Wolfen (Krs. Bitterfeld); Vater Arbeiter; Volks- u. Fachschule für Chemie, Lehre u. Arbeit als Chemielaborant; 1944 RAD, 1945 Wehrmacht. 1946 – 49 Chemielaborant im EKB Bitterfeld; 1946 FDJ u. SED; 1948 / 49 1. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Bitterfeld; 1949 DSF-Kreissekr. in Bitterfeld; 1949 / 50 Instrukteur der SED-Stadtltg. Bitterfeld, 1951 / 52 1. Sekr. der SED-KL Bernburg, 1952 – 55 1. Sekr. der SED-KL Aschersleben; 1955 / 56 Lehrgang an der SED-PHS; 1956 – 58 1. Sekr. der SED-KL Köthen; 1958 – 63 zunächst 2., dann 1. Sekr. der SED-KL der VEB Leuna-Werke »Walter Ulbricht«, Mitgl. der SED-BL u. zeitw. auch des Büros der SED-BL Halle; 1963 – 66 Studium am Industrieinst. der TU Dresden, Dipl.-Ing.-Ökonom; 1966 / 67 Sekr., 1967 – 87 1. Sekr. der KdT (Nachf. von  Herbert Strampfer); zeitw. auch Vizepräsident der KdT; ab 1987 Ruhestand; 1968 – 72 Mitgl. des Präs. des FDGB-Bundesvorst.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Werzlau, Joachim

* 5.8.1913 – ✝ 23.10.2001

Geb. in Leipzig; Vater Orchestermusiker; 1928 – 31 Klavierbauerlehre bei Julius Blüthner, daneben Klavierunterricht; 1933 – 41 Korrepetitor an Ballettschulen u. am Leipziger Theater; 1942 Wehrmacht, 1943 – 45 Zwangsverpflichtung zur Fabrikarbeit. 1945 – 48 Korrepetitor u. Komponist der Mary-Wigman-Schule u. des Kabaretts »Die Rampe«; 1946 SED; 1949 – 52 Musikref. beim Berliner Rundfunk, Ltr. der Red. Unser Lied; seit 1952 freischaff.; 1951 Gründungsmitgl. des VDK; 1960 – 64 Vors. des Bez.-Verb. Berlin; 1967 – 81 Stadtverordn. von Berlin; 1969 DAK; 1974 VVO; 1967 u. 1981 NP; 1985 Vors. des Beirats der Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte (AWA); komponierte viele Massenlieder, u. a. »Weil wir jung sind«, ferner Hörspiel- u. Bühnenmusik sowie Opern, u. a. »Regine«, »Meister Röckle« (1976), u. insbes. Filmmusiken, u. a. »Lissy« (1957), »Sonnensucher« (1958), »Karbid u. Sauerampfer« (1964), »Jakob der Lügner« (1974); gest. in Berlin.Contra Lamento. Reminiszenzen eines Musikers. Berlin 1988 (Gesprächspartner u. Hrsg. H. Schaefer).Torsten Musial

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Wessel, Horst

* 16.8.1936

Geb. in Wuppertal-Elberfeld; Vater Arbeiter; 1942 evakuiert nach Ufhofen (b. Langensalza, Thür.); 1954 Abitur; 1954 – 89 SED; 1954 – 59 Studium der Philos. an der HU Berlin, insbes. der Logik bei  Georg Klaus u.  Karl Schröter; 1959 – 64 »Praxiseinsatz« in der Studentenabt. des FDJ-ZR; anschl. bis 1967 Zusatzstudium u. Aspirantur bei Aleksander A. Sinowjew an der Lomonossow-Univ. Moskau, Prom. zum Thema: »Das Wahrheitsproblem in der Dialektik u. in der mod. Logik«; 1967 Oberassistent, 1971 Doz. u. Ltr. des Bereichs Logik, nach der Habil. zum Thema »Philos. u. Logik« (veröff. Berlin 1976) ab 1976 Prof. für Logik an der Sekt. marxist.-leninist. Philos. der HU Berlin; 1984 Studienaufenthalt in den USA. 1990/91 Gastprof. in Trier; Dez. 1993 Berufung zum Prof. für Logik am neugegr. Inst. für Philos. der HU Berlin; 2001 em.; lebt in Berlin. Forschungsarbeiten u. Publ. auf versch. Gebieten der Logik sowie der Philos. der Logik; Hrsg. u. Übersetzer zahlr. sowj.-russ. Lit. vor allem zur mehrwertigen u. komplexen Logik, Modal- u. Wertungslogik, konstruktivist. u. institutionist. Logik.Quantoren, Modalitäten, Paradoxien. Berlin 1972 (Hrsg.); Logische Sprachregeln. Berlin, München, Salzburg 1975 (mit A. Sinowjew); Logik u. empir. Wissenschaft. Berlin 1977 (Hrsg.); Logik. Berlin 1984.Hans-Christoph Rauh

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West, Herbert

* 22.11.1911 – ✝ 25.12.1959

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1930 DMV, 1931 SPD; 1932 Eintritt in die Schutzpolizei, Fachingenieurstudium Maschinenbau an der Heereswaffenmeisterschule in Berlin; ab 1935 Wehrmacht, techn. Verwaltungsdienst; 1945 – 49 sowj. Kriegsgef., Antifa-Komitee. Juli 1949 Rückkehr nach Dtl.; zunächst Ing. bei der VVB Eisen-Metall Kleinmachnow; ab Nov. 1949 Mitarb., später Ltr. der Abt. Arbeit u. Soziales des FDGB-LV Brandenburg; 1951 – 53 Geschäftsf. bzw. Vizepräs. der Landeshandwerkskammer Brandenburg; 1952 SED; Mitgl. des Sekr. des FDGB-LV Brandenburg; ab April 1952 Ltr. der Hauptabt. Organisation, ab 1953 der Hauptabt. »Techn. Fortschritt« in der Zentralltg. der KdT, 1953 – 59 1. Sekr. der KdT; 1955 – 59 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst. u. seines Präs.Andreas Herbst

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Westphal, Kurt

* 31.12.1913 – ✝ 5.6.1986

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Feinmechaniker; Mitgl. des Arbeitersportvereins »Fichte« u. des KJVD, 1930 KPD; ab 1933 antifasch. Arbeit, 1934 Verhaftung u. Verurteilung wg. »Vorbereitung zum Hochverrat«; nach Haftentlassung Tätigkeit für die illeg. Kampfgemeinschaft »Rote Sporteinheit«. 1945 KPD, 1946 SED; HA-Ltr. in der Koordinationsstelle für Ind. u. Verkehr; 1950 – 54 Abg. der Volkskammer; 1953 – 58 Minister für bezirksgeleitete Ind. u. Lebensmittelind.; 1958 – 62 Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Rostock u. Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Rostock; 1958 – 63 u. 1976 – 86 Mitgl. der SED-BL Rostock, zeitw. Mitgl. ihres Büros; später stellv. Ltr. der ABI-Bezirksinspektion Rostock; 1974 – 86 Vors. des Bez.-Komitees der Antifasch. Widerstandskämpfer Rostock.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wetzel, Rudi

* 10.1.1909 – ✝ 31.8.1992

Geb. in Rechenberg (Erzgeb.); Vater Dekorations- u. Möbelmaler; Volksschule, Aufbauschule in Dresden, Abitur; ab 1929 Studium der Pädagogik an der TH Dresden; 1929 SPD; 1931 KPD; Vors. des Kommunist. Studentenbunds in Dresden; 1934 Abbruch des Studiums durch Verhaftung, zwei Jahre Zuchthaus, anschl. KZ Sachsenburg; 1937 Emigr. nach Budapest, dann über Paris nach London u. Hull; Ausbildung u. Arbeit als Elektroschweißer; 1938 nach Göteborg u. Jönköping; Mitgl. im schwed. Metallarbeiterverb.; 1940 geriet er als Verf. der sog. Göteborger Resolution gegen den dt.-sowj. Nichtangriffspakt in Gegensatz zur KPD-Führung in Moskau, daraufhin wurde er von der KPD zeitw. isoliert; 1942 nach Stockholm; ab 1943 wieder Parteiarbeit; Red.-Sekr. der »Pol. Information«; im Exil entstanden viele Artikel, häufige Ps.: »B. Wernau«, »Karl Scharf«, »Max Richter«. Jan. 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); Hauptref. in der Abt. Presse-Rundfunk-Information beim ZK der SED; 1947 Ltr. der Auslandspressestelle (2. stellv. Ltr. der Abt. Agit.); 1949 PHS; 1950 – 53 Chefred. des SED-Funktionärsblatts »Neuer Weg«; 1953 – 57 Vors. des Verb. der Dt. Presse (Nachf. von  Karl Bittel); Mitgl. des Präs. der Internat. Org. der Journalisten; 1953 Chefred. der »Friedenspost«; 1953 – 57 Aufbau u. Chefred. der »Wochenpost«; aus Protest gegen die Haltung der SED-Führung zu den Volkserhebungen in Polen u. Ungarn 1956 verfaßte er gem. mit dem Red.-Kolleg. am 27.10.1956 einen Brief an das PB des ZK der SED, in dem »wahrheitsgetreue Informationen« u. Einhaltung der »Leninschen Normen des Partei- u. Staatslebens« eingeklagt wurden; mußte auf Druck der Parteiführung daraufhin im Jan. 1957 seine Ämter niederlegen, Ausscheiden aus dem Berliner Verlag; Juni 1957 Red. bei der Illustrierten »Freie Welt«, Febr. 1958 wegen »ideolog. Mängel« fristlos aus dem Verlag Kultur u. Fortschritt entlassen; 1959 Red. bei der Ztschr. »Urania«, ab 1965 freischaff. Journalist, Reportagen für schwed. Ztschr.; spätestens seit 1968 unter ständ. Kontrolle des MfS; als Freund des Regimekritikers  Rudolf Bahro 1975 – 77 an der Redaktion von dessen Buch »Die Alternative« beteiligt, blieb aber nach Rudolf Bahros Verhaftung relativ unbehelligt. 1990 PDS; am 25.1.1990 vom a. o. Kongreß des VDJ rehabil.; gest. in Berlin.Der Mann im Lodenmantel. Autobiogr. Novellen. Berlin 1978, 1980. Scholz, M.: R. W. – Schicksal eines ehem. Schweden-Emigranten in der SBZ / DDR. In: Exil (1992) 2; Polkehn, K.: Das war die »Wochenpost«. Berlin 1997; Herzberg, G., Seifert, K.: Rudolf Bahro – Glaube an das Veränderbare. Berlin 2002.Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Wichert, Erich

* 26.1.1909 – ✝ 5.8.1985

Geb. in Leipzig; Vater Schlosser; Volksschule; 1923 – 29 Tätigkeiten als Fräser, Beifahrer, Hausdiener, Bauarb. u. Hilfsarb.; 1929 – 33 Aushilfsarb., sonst erwerbslos; 1929 KPD; 1929 – 33 Angeh. des Parteischutzes; 1933 – 45 Zuchthaus wegen Beihilfe zum Mord (Bülowplatz) in den Zuchthäusern Luckau, Sonnenberg, Brandenb.-Görden, Moorlager u. Untermaßfeld. 1945 Agententätigkeit für den sowj. Geheimdienst in Berlin (West); Angest. bzw. Geschäftsf. einer Theaterkasse; 1947 Einstellung bei der VP; 1948 Ltr. der Abt. Personal der HA Politkultur der DVdI; Ltr. der Abt. Personal der HV zum Schutz der Volkswirtschaft, ab Febr. 1950 des MfS; 1953 Ltr. der HA Kader u. Schulung; 1957 Ltr. der Verw. Groß-Berlin des MfS (Nachf. von  Hans Fruck); 1958 – 74 Mitgl. der SED-BL Berlin; 1964 Gen.-Major; 1969 VVO; 1974 Entlassung, Rentner; 1979 KMO.Jens Gieseke

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Wiebach, Albert

* 22.11.1893 – ✝ 6.2.1974

Geboren am 22. November 1893 in Wettin/ Saalkreis, Sohn eines Steinbrucharbeiters. Der gelernte Gärtner arbeitete ab 1912 als Bergmann und trat im selben Jahr in die SPD ein. 1914 zum Militär einberufen und 1917 schwer verwundet, begann er nach einem längeren Lazarettaufenthalt als Reviergärtner im Botanischen Garten in Berlin-Steglitz. Inzwischen Mitglied der USPD und des Spartakusbundes, 1919 trat er in die KPD ein, bis 1933 Polleiter in Berlin-Steglitz. Wiebach gehörte der BL Berlin-Brandenburg an, war zeitweise stellvertretendes Mitglied des Preußischen Staatsrates, im Juni 1929 Delegierter des XII. Parteitages der KPD. Er wurde als UB-Leiter Süd-West im April 1933 festgenommen, einige Wochen »Schutzhaft«. Bereits im Oktober 1933 erneut verhaftet, wurde er zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, danach wieder Gärtner. Im Mai 1945 von der sowjetischen Kommandantur zum Bürgermeister in Teltow ernannt, von 1947 bis 1949 Sekretär für Landwirtschaft des dortigen SED-Kreisvorstandes, von 1952 bis 1960 1. Sekretär der VdgB Teltow. Er erhielt 1968 den VVO in Silber. Albert Wiebach starb am 6.Februar 1974.

Wer war wer in DDR

Wenzel, Hans Jürgen

* 4.3.1939 – ✝ 8.8.2009

Geb. in Weißwasser; Studium an der Univ. Rostock, Violine; 1957 – 62 Studium Komposition u. Dirigieren an der HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin (bei Ruth Zechlin); 1962 – 65 Repetitor u. Ballettkapellmstr. am Landestheater Halle; 1965 – 69 Musikal. Ltr. des Theaters der Jungen Garde Halle; 1969 – 79 Dirigent am Landestheater Halle; 1976 Begr. u. bis 1999 Ltr. der Kinderkomponistenklasse Halle-Dresden; 1978 – 88 Dirigent u. kulturpol. Mitarb. der Halleschen Philharmonie; Ltr. der Komponistenkl. des Bez. Halle u. der HS für Musik »Carl M. v. Weber« Dresden; Mitgl. des ZV u. BV Halle des VDK; 1986 Mitgl. der AdK; 1974 Verdienstmedaille der DDR; 1975 Händel-Preis; 1978 Kunstpreis des FDGB; 1979 VVO; 1984 Kunstpreis der DDR; 1988 freischaff. als Komponist u. Dirigent; Leiter von Spezialensembles für Neue Musik, darunter des Ensembles Phorminx (Darmstadt), des Ensembles United Berlin u. des Ensembles »Konfrontation«; 1990 – 93 Präs. des VDK (Nachf. von  Wolfgang Lesser). Schuf drei Sinfonien, 1972/73 die Oper »Geschichte vom alten Adam« (nach  Erwin Strittmatter), 1966/67 das Ballett »Fridolin« u. zahlr. Kammermusikwerke. Filmmusik: 1970 Zeit der Störche; 1973 Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow; 1976 Romeo u. Julia auf dem Dorfe; 1985/86 Der Traum vom Elch; 1986 Kindheit.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wenzel, Richard Max Peter

* 22.11.1904 – ✝ 13.10.1980

Geb. in Berlin; Mutter Näherin, Adoptivvater Kellner (1916 gefallen); Volksschule; 1918 Bote; 1919 – 22 Ausbildung zum Schriftmaler; 1920 – 28 Naturfreunde, später Fichte-Wandersparte; 1922 – 27 KJVD; 1922/23 im Beruf in versch. Betrieben tätig; 1923 Posthelfer; 1924 – 29 Schriftmaler; 1925 RH, Rot Sport; 1927 KPD; ab 1932 Mitarb. im Abwehrapparat der KPD, UB Berlin-Prenzlauer Berg; 1933 – 44 Reklamemaler; 1942 – 44 illeg. pol. Tätigkeit in der Anton-Saefkow-Gruppe (Quartierbeschaffung, Aufbau illeg. Betriebsgruppen); Dez. 1943 – Okt. 1944 Wehrmacht (Sold.); 8.10.1944 in Ostpr. festgenommen u. Okt. 1944 – April 1945 U-Haft in Berlin-Moabit wegen »Vorber. zum Hochverrat«, Befreiung durch die Rote Armee. 1945/46 Geschäftsf. der KPD- bzw. SED-KL Berlin-Prenzlauer Berg, zuletzt Ltr. der Abt. Presse u. Inf.; Nov. 1946 Ref. für Entnazifizierung der DVdI, später HV der VP; dort ab 1948 HA-Ltr. Personal (Nachf. von Hans Mikinn); 1946 – 52 Mitgl. der ZPL der DVdl bzw. HVdVP; Nov. 1950 – Dez. 1953 Fernstudium an der PHS; 1955 – 58 Ltr. der Kaderverw. des Min. des Innern, Gen.-Maj. der VP; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1958 – 66 stellv. Minister des Innern; 1958 – 76 Mitgl. der ZRK der SED; 1964 Banner der Arbeit; 1964 Vertreter der DDR bei der RGW-Bank in Moskau; 1966 Ruhestand; 1970 VVO; 1974 KMO; 1979 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Hochmuth, U.: Illeg. KPD u. Bew. »Freies Dtl.« in Berlin u. Brandenburg 1942 – 1945. Biogr. u. Zeugnisse aus der Widerstandsorg. um Seafkow, Jacob u. Bästlein. Berlin 1998.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Werner, Hans

* 13.12.1900 – ✝ 1.10.1977

Geboren am 13. Dezember 1900 in Kaulsfeld/ Krs. Aue, Sohn eines Glasschmelzers; erlernte den Beruf des Vaters, trat 1915 in die Gewerkschaft ein. Er kam nach der Wanderschaft in die Niederlausitz und wurde im Juni 1918 zum Militär eingezogen. 1917 Mitglied der USPD und Mitglied der Leitung Spremberg. Seit seiner Rückkehr 1919 in Haidemühl Glasbläser. Ende 1920 Mitglied der KPD, gehörte er von 1925 bis 1930 der erweiterten BL Berlin-Brandenburg an. Nach einem dreimonatigen Besuch der Reichsparteischule im Frühjahr 1929 wurde Werner im Mai 1929 Orgleiter des UB Lausitz. Im Dezember 1930 Berufung in das Reichskomitee der RGO, Abteilung Chemie, Glas und Keramik. Hans Werner wurde im April 1932 im Wahlkreis Potsdam in den Preußischen Landtag gewählt. In der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, nach 14 Tagen »Schutzhaft« in Berlin-Spandau entlassen. Er arbeitete als Kurier des ZK, wurde aber bereits am 25. April 1933 erneut festgenommen und kam ins KZ Oranienburg. Anfang Juni 1934 freigelassen, blieb er bis 1941 in der Glasfabrik Haidemühl. Am 10. Mai 1945 von der sowjetischen Militärverwaltung zum Landrat des Kreises Hoyerswerda ernannt. Ab 1. Juli 1948 wurde Werner Hauptabteilungsleiter im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der Landesregierung Sachsen, später im DDR-Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, dann bis 1966 Dozent und Leiter des Instituts für Forstökonomie der TH Dresden. 1965 mit dem VVO in Silber ausgezeichnet. Hans Werner starb am 1.Oktober 1977 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Werner, Ernst

* 20.11.1920 – ✝ 15.2.1993

Geb. in Tyssa (ČSR / Tisá, Tschechien); Vater Angest.; 1940 Abitur an der Wirtschafts-OS Bodenbach; 1941 – 45 Soldat in der Wehrmacht. 1945 – 46 Neulehrer im Krs. Dippoldiswalde (Sachsen); 1946 – 51 Studium der Geschichte, Germanistik u. Latein. Sprache an der Univ. Leipzig; SED; 1951 – 54 Lehrauftrag an der Univ. Leipzig; 1952 Prom. mit der Arbeit »Die gesellsch. Grundlagen der Klosterreform im 11. Jh.« (Berlin 1953); 1954 – 56 Oberassistent; 1955 Habil. mit Studien zu sozial-religiösen Bew. im Zeitalter des Reformpapsttums (Pauperes Christi, Leipzig 1956); 1956 – 57 Doz. für allg. Geschichte des Mittelalters; 1956 – 62 Mitgl. der SED-Univ.-Parteiltg.; 1957 – 59 Prof. mit Lehrauftrag; 1959 – 61 Prof. mit vollem Lehrauftrag; 1961 – 86 ord. Prof.; 1960 – 64 Prorektor für den wiss. Nachwuchs; 1966 NP; 1967 – 69 Rektor der KMU Leipzig; 1967 – 75 Mitgl. der SED-KL an der KMU Leipzig; 1971 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW; 1973 Ord. Mitgl. der AdW; 1985 Dr. h. c. der KMU Leipzig; gest. in Leipzig. E. W. gilt als Begründer der marxist. Mediävistik in der DDR u. internat. anerkannter Vertreter eines universalhist. Ansatzes in der Forschung zur Geschichte des Mittelalters.Die Geburt einer Großmacht – Die Osmanen. Berlin 1966; Zw. Canossa u. Worms. Berlin 1973; Geschichte der Türken. Berlin 1978 (mit W. Markov); Jan Hus. Weimar 1991.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Werner, Ruth

* 15.05.1907 – ✝ 07.07.2000

Geb. in Berlin in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Nationalökonom u. Statistiker, Mutter Malerin, Bruder Jürgen K.; aufgew. in Berlin-Schlachtensee; Lyzeum in Berlin-Zehlendorf; 1924 – 26 Ausbildung zur Buchhändlerin in Berlin; 1924 – 30 ZdA; 1924 KJV, RHD; 1926 KPD; 1926/27 Bibliothekarinnenschule u. Mitarb. einer Leihbibliothek; 1926/27 Besuch einer KPD-Schule in Berlin; 1927/28 Mitarb. im Ullstein-Verlag, wegen KPD-Mitgliedschaft entlassen; Dez. 1928 – Aug. 1929 Arbeit in einer Buchhandlung in New York; Aug. 1929 Rückkehr nach Berlin, Heirat mit dem Architekten u. KPD-Mitgl. Rudolf Hamburger; Aug. 1929 – Juni 1930 Ltr. der Marxist. Arbeiter-Bibliothek Berlin; Juli 1930 – 35 China-Aufenthalt (Shanghai); Nov. 1930 Kontakt zu Richard Sorge, von ihm für den sowj. militär. Nachrichtendienst GRU rekrutiert (zuletzt Oberst der Roten Armee); ab Herbst 1933 sieben Mon. in der UdSSR; dann nachrichtendienstl. Einsätze (»Sonja«, »Sonja Schultz«) als Funkerin der GRU, März – Dez. 1934 in Mukden (Mandschurei), Dez. 1934 – Aug. 1935 in Peking, Aug./Sept. 1935 in der UdSSR, Sept. 1935 – Juli 1936 in Polen, April – Mai 1938 in der UdSSR; Herbst 1938 – Dez. 1940 Einsatz in der Schweiz, Funkausbilderin, zeitweise Ltr. der GRU-Residentur (»Rote Drei«) in der Schweiz (mit Sándor Radó); 1937 Rotbannerorden; 1940 Heirat mit dem brit. GRU-Agenten Leon Beurton, brit. Staatsbürgerschaft; 1941 – 50 in England; 1944 zus. mit Erich Henschke beteiligt an der Infiltration des OSS durch KPD-Emigranten, die als Fallschirmagenten der GRU nach Dtl. geschickt wurden (»Operation Hammer«); nachrichtendienstl. Kurier für den Physiker Klaus Fuchs, nach dessen Verhaftung Flucht in die DDR. März 1950 Rückkehr nach Berlin; SED; 1950 – 53 Ltr. der Abt. Kap. Länder in der HA Auslandsinformation im Amt für Information u. 1953 – 56 in der KfA; 1952 OdF / VdN; in den 50er Jahren journalist. Tätigkeit, Reportagen, Erzählungen; ab 1956 freischaff. Schriftst. in Berlin; 1969 sowj. Rotbannerorden; mit der 1977 publ. Autobiogr. »Sonjas Rapport« gelang ihr ein Bestseller; 1978 NP u. KMO; 1982 Mitgl. des PEN (DDR), dann Dt. PEN-Zentrum Ost; 1982 VVO; 1986 Jubiläumsmedaille 40. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941 – 45; 1987 Ehrenspange zum VVO; 1990 Mitgl. des PDS-Beirats der Alten; gest. in Berlin; posthume russ. Auszeichnung »Orden der Freundschaft«.Ein ungewöhnliches Mädchen. Berlin 1958; Olga Benario. Berlin 1958; Sonjas Rapport. Berlin 1977 (erste vollst. dt. Ausgabe Berlin 2006); Der Gong des Porzellanhändlers. Drei Erz. Berlin 1977; Gedanken auf dem Fahrrad. Publizistik. Berlin 1980; Kurgespräche. Erz. Berlin 1988. Biogr. Film-Portrait: Mieder, S.: »Deckname Sonja« – Das geheime Leben der Agentin R. W. (ARD 2001). Foote, A.: Handbuch für Spione. Darmstadt 1954; Whymant, R.: Richard Sorge – der Mann mit den drei Gesichtern. Hamburg 1999; Fischer, B.: Farewell to Sonja, the Spy Who Haunted Britain. In: International Journal of Intelligence and Counterintelligence (2002) 1; Panitz, E.: Treffpunkt Banbury oder Wie die Atombombe zu den Russen kam. Berlin 2003; Hempel, R.: Funksprüche an Sonja. Die Geschichte der R. W. Berlin 2007.Karin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

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Wesche, Heinrich

* 13.12.1889 – ✝ 24.11.1953

Geboren am 13. Dezember 1889 in Querfurt; verzog nach dem Tode der Eltern nach Berlin, dort Metallarbeiter. 1908 schloß er sich der SPD und dem DMV an, ging 1912 nach Chemnitz. Im Weltkrieg Soldat, danach im Vollzugausschuß des Chemnitzer Arbeiter- und Soldatenrates. Seit 1917 Mitglied der USPD, trat er im Januar 1919 in die KPD ein. Mitglied des Arbeiterrates der Prestowerke, wurde hier 1921 gemaßregelt und gehörte dann dem Erwerbslosenrat an. Beim Einmarsch der Reichswehr in Sachsen im Herbst 1923 in der Fabrik festgenommen, bis zum 16.Dezember 1923 saß er in »Schutzhaft«. Wesche nahm als Chemnitzer Delegierter am IX.Frankfurter Parteitag 1924 und an der 7.Tagung der Erweiterten Exekutive der Komintern im November 1926 in Moskau teil. Seit 1924 hauptamtlicher Funktionär und einer der Führer der Chemnitzer Linken. Von 1925 bis März 1927 Polleiter des KPD-Bezirks Chemnitz (Erzgebirge-Vogtland), dann von Ernst Schneller, den das ZK geschickt hatte, abgelöst, bis Ende 1930 Agitpropsekretär der BL. Der XI. Parteitag 1927 in Essen wählte ihn in die Politische Kommission und als Kandidat ins ZK. Er war auch Delegierter des XII. Weddinger Parteitages 1929, wurde aber nicht mehr ins ZK berufen. 1931 Bezirks-Agitpropleiter des illegalen RFB, mit dem Aufbau des Kampfbundes gegen den Faschismus betraut. Wesche gehörte seit 1920 der Chemnitzer Stadtverordnetenversammlung an, bis 1933 leitete er die Fraktion der KPD und war 1929 zum 2. Stadtverordnetenvorsteher gewählt worden. Im März 1933 festgenommen und von Juli bis November 1933 im KZ Sachsenburg. Wesche zog dann nach Berlin und arbeitete als Kraftfahrer. Als ehemaliger Spitzenfunktionär im September 1939 verhaftet, blieb er bis Juni 1943 im KZ Sachsenhausen. Nach Aussagen einstiger kommunistischer Weggefährten soll Wesche nach 1933 die Seiten gewechselt und für die Gestapo Spitzeldienste geleistet haben. Im Mai 1945 tauchte er in Chemnitz auf, soll kurzzeitig verhaftet gewesen sein, ihm wurde geraten, »aus Chemnitz für immer zu verschwinden«. Wesche ging nach Berlin, lebte in Neukölln und wurde als VdN anerkannt. Da er im Westteil Berlins wohnte, blieb eine Überprüfung seiner Vergangenheit durch die SED für ihn folgenlos. Zu den Abgeordnetenhauswahlen im Dezember 1950 kandidierte er für die Splitterpartei USPD. Heinrich Wesche starb am 24. November 1953 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Wessel, Karl-Friedrich

* 14.6.1936

Geb. in Hamburg; Vater Kellner; Grundschule u. kaufm. Lehre; Sonderreifeprüfung; 1957 – 62 Studium der Philos. mit Nebenfach theoret. Physik; 1962 – 70 wiss. Assistent am Bereich Philosoph. Probleme der Naturwiss. des Inst. für Philos. der HU Berlin; 1968 Prom. mit der Arbeit »Krit. Realismus u. dialekt. Materialismus« (veröff. 1971); 1971 Doz. an der Sektion Philos. der HU; 1971/72 Zusatzstudium in Moskau; 1975 Habil. mit einer Arbeit zu »Philosoph. Problemen der Pädagogik« (veröff. unter »Pädagogik in Philos. u. Praxis«, Berlin 1975); ab 1977 Prof. mit Lehrstuhl u. Ltr. des Bereichs für Philosoph. Probleme der Naturwiss an der Sektion Philos. der HU (Nachf. von  Hermann Ley); seit Mitte der 1960er Jahre bis 1993 Veranstalter der jährl. Interdisziplinären Arbeitstagung zu Philos. u. Naturwiss. in Kühlungsborn. 1990 Gründer u. Dir. des Inst. für Wissenschaftsphilos. u. Humanontogenetik an der HU, Hrsg. der gleichnamigen »Berliner Studien« (bisher 20 Bände); 1995 Mitbegr. u. Vors. der Ges. für Humanontogenetik, seit 1998 Mithrsg. der Ztschr. »Humanontogenetik« (mit Günter Tembrock); 2000 Ruhestand; lebt in Berlin.Philosoph. Entwicklungstheorie. Berlin 1983 (mit H. Hörz); Philos. u. Naturwiss. Berlin 1988 (Hrsg. mit H. Hörz). Kleinhempel, F. (Hrsg.): Die biopsychosoziale Einheit Mensch – Begegnungen. Fs zum 60. Geburtstag von K.-F. W. Bielefeld 1996.Hans-Christoph Rauh

Handbuch Deutsche Kommunisten

Westermann, Hans

* 17.7.1890 – ✝ 16.3.1935

Geboren am 17. Juli 1890 in Hamburg; lernte Schneider. 1910 Mitglied der SPD, ehrenamtlicher Funktionär. Im Weltkrieg zur Marine eingezogen, schloß sich Westermann den Bremer Linksradikalen an und war führend für sie tätig. Er wurde 1918 Mitglied des Marine-Rates Kiel, Vertreter der Minenräumflottille. Seit Gründung der KPD Mitglied der Partei, einer der wenigen Funktionäre, die sich in Hamburg 1921 nicht der KAPD anschlossen, sondern in der KPD blieben. Seit 1921 hauptamtlicher Sekretär und Beisitzer des Hamburger Vorstandes, Leiter der Betriebsrätebewegung. Westermann, der auf dem rechten Flügel der KPD stand, wurde im Frühjahr 1925 zusammen mit Karl Jannack u. a. aus der KPD ausgeschlossen. Er hatte sich für die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten beider Arbeiterparteien zum zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl und gegen die Kandidatur Ernst Thälmanns ausgesprochen. Nach dem »Offenen Brief« im Oktober 1925 wieder aufgenommen, blieb er auch ohne Parteiamt führender Kopf der Mittelgruppe, der späteren Versöhnler, in Hamburg. Ab 1927 wieder Mitglied der BL Wasserkante und Parteisekretär, im selben Jahr in die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Da er bei den Auseinandersetzungen 1928/29 in Hamburg der Wortführer der Versöhnler war, aus der BL entfernt. Anfang Februar 1930 aus der KPD ausgeschlossen, schied er 1930 auch aus der Bürgerschaft aus. Westermann leitete zusammen mit dem ehemaligen Chefredakteur der Hamburger »Volks-Zeitung« Stephan die (innerhalb und außerhalb der KPD wirkende) straff organisierte Versöhnlergruppe in Hamburg. Nach 1933 kam es zum Bruch zwischen Stephan und Westermann, letzterer bejahte die KPD-These, die Arbeiterbewegung habe durch Hitlers Sieg »keine Niederlage« erlitten. Die KPD hatte unter voller Namensnennung vor Westermann »gewarnt«, und im Juni 1933 wurde er verhaftet. Nach sieben Monaten aus dem KZ zurück, traf er sich 1934 mit Hermann Schubert und schwenkte nach einer Absprache wieder zur KPD über. Die Versöhnlergruppe spaltete sich. Kurze Zeit später wieder festgenommen, kam er ins KZ Fuhlsbüttel, wo Hans Westermann am 16. März 1935 grausam ermordet wurde. Seine Frau, Käthe Latzke, gehörte ebenfalls zu den Versöhnlern. Sie arbeitete 1934 weiter für die KPD, wurde auch verhaftet, aber wieder entlassen. Nach dem 20. Juli 1944 erneut inhaftiert, starb sie am 31. März 1945 im KZ Ravensbrück den Hungertod.

Wer war wer in DDR

Wettengel, Albert

* 31.1.1921 – ✝ 4.11.2004

Geb. in Pohorsch (Bez. Litomĕřice, ČSR / Pohoš, Tschechien); Vater Kleinbauer u. Landarb.; Volksschule; 1936 – 43 Lehre u. Arbeit als Schmied u. Dreher; RAD; 1943 – 45 Wehrmacht; April – Aug. 1945 amerikan. Kriegsgef. in Bayern. 1945 / 46 Landarb. u. Kfz-Schlosser in Bayern; 1945 KPD, Übersiedl. in die SBZ; 1946 SED; 1946 / 47 Berufsschullehrerausbildung, 1. Lehrerprüfung; Fernstud. an der DVA; 1947 – 50 Berufsschullehrer u. Ltr. der Abt. Volksbildung beim Rat der Stadt Schönebeck; 1950 / 51 Bürgermeister von Schönebeck; 1951 / 52 Landrat des Krs. Weißenfels; 1952 / 53 Vors. des Rats des Krs. Eisleben; 1953 – 56 OB von Stalinstadt (heute: Eisenhüttenstadt); 1956 – 59 Studium an der PHS des ZK der KPdSU, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1959 – 65 Vors. des Rats des Bez. Gera (Nachf. von  Lydia Poser); Studium an der HfÖ Berlin-Karlshorst, anschl. Ltr. der Abt. Kader u. Weiterbildung beim Büro des Ministerrats der DDR.Andreas Herbst

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Wetzel, Friedrich

* 10.1.1903

Geboren am 10. Januar 1903 in Hohensalza/ Posen; lernte in Stettin Feinmechaniker, anschließend Wanderschaft. 1926 Eintritt in die KPD, seit 1927 wieder in Stettin, hier war er Mitarbeiter im AM-Apparat (Funktionär des Waffenressorts) der BL Pommern, 1931/32 Leiter des dortigen AM-Apparates. 1932 Kursant an der M-Schule der Komintern bei Moskau, nach seiner Rückkehr wurde er Orgleiter der BL Pommern. Am 16. Juli 1933 Festnahme und Anklage vor dem VGH. Ihm gelang im September 1934 gemeinsam mit Hermann Matern und Bruno Retzlaw-Kresse der Ausbruch aus dem Gefängnis in Altdamm bei Stettin. Flucht in die âSR, später nach Großbritannien. Friedrich Wetzel lebte nach 1945 in Südengland und kehrte nicht nach Deutschland zurück.

Wer war wer in DDR

Wicke, Peter

* 17.6.1951

Geb. in Zwickau; 1970 Abitur in Dresden; 1970 – 74 Studium der Musikwiss. an der HU Berlin; 1974 – 90 wiss. Assistent im Bereich Musikwiss.; 1980 Prom. zum Dr. phil. mit einer Arbeit zur Ästhetik der Popmusik; ab 1983 Ltr. des Forschungszentrums Popmusik an der HU; 1986 Habil.; seit 1987 Europ.-Dir. des Internat. Communication and Youth Culture Consortium der UNESCO; 1987 – 91 Gen.-Sekr., seitdem Vizepräs. der Internat. Association for the Study of Popular Music; seit 1988 Adjunct Research Prof. der Carleton University Ottawa. 1990 HS-Doz. für Theorie u. Geschichte der Popmusik an der HU Berlin; 1992 ord. Prof. auf dem weltweit ersten Lehrstuhl für Popmusik; zahlr. Artikel u. Aufsätze in Fachztschr., Gastvorlesungen u. Vorträge zur Popmusik.Rock Pop Jazz Folk – Handbuch der Popmusik. Leipzig 1985 (mit W. Ziegenrücker; erw. Neuausg. Mainz, München 1989); Rockmusik. Zur Ästhetik u. Soziol. eines Massenmediums. Leipzig 1987; Anatomie des Rock. Leipzig 1987; Bigger Than Life – Rock u. Pop in den USA. Leipzig 1991; Vom Umgang mit Popmusik. Berlin 1993; Puhdys. Eine Kultband aus dem Osten. Berlin 1994 (Hrsg. mit I. Hannover); Rockmusik und Pol. Analysen, Interviews und Dokumente. Berlin 1996 (mit L. Müller); Handbuch Populäre Musik. Rock Pop Jazz Weltmusik. Zürich 1997 (mit K.-E. u. W. Ziegenrücker); Von Mozart zu Madonna. Kleine Kulturgeschichte der Popmusik. Leipzig 1998; Musik Basiswissen. Berlin 2006; Handbuch der populären Musik. Mainz 2007.Rainer Bratfisch

Wer war wer in DDR

Wiebershausen, Willi

* 9.12.1917 – ✝ 8.7.1958

Geb. in Köln-Ehrenfeld; Vater Schlosser; Volksschule; Ausb. zum Karosseriebauer; Arbeit im Beruf; 1930 Mitgl. der Roten Pioniere u. des Jungspartakusbundes; 1932 KJVD; 1939 – 45 Wehrmacht, dort illeg. pol. Tätigkeit; Desertion nach Dänemark. 1945 Mitgl. KPD in Köln; Übersiedl. nach Mecklenb.; SED; Vors. der SED in Bartow (Krs. Demmin), danach Arbeitsgebietssekr. in Altentreptow; 1949 Studium an der LPS in Wiligrad; Sekr. der SED-Landesltg. Mecklenb.; 1949 – 52 1. Sekr. der SED-KL Anklam u. Wismar; 1952/53 1. Sekr. der SED-BL Neubrandenb.; 1953 – 58 2. Vors. des Bez.-Aussch. u. Sekr. für Aufklärung, Presse u. Schulung der NF Halle; gest. bei Gernrode im Harz (Suizid).Helmut Müller-Enbergs