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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Wolle, Stefan

* 22.10.1950

Geb. in Halle; Vater Hist. u. Journalist, Mut- ter Dolmetscherin; 1969 Abitur in Berlin; 1971 – 72 Studium der Geschichte an der HU Berlin, 1972 aus pol. Gründen relegiert; Hilfsarb.; 1973 – 76 Forts. des Studiums; 1976 – 90 wiss. Mitarb. am ZI für Geschichte bzw. am Inst. für Allg. Geschichte der AdW; Jan. 1990 gem. mit  Armin Mitter Initiatior der Gründung des Unabh. Historiker-Verb. (Konstituierung im April 1990); Mitgl. des Vorst.; Jan. 1990 Sachverständiger der Arbeitsgr. Sicherheit des Zentr. Runden Tisches; Mitgl. des Bürgerkomitees Normannenstraße; im März 1990 gem. mit Armin Mitter Veröff. der ersten Dokumentation von Befehlen u. Berichten des MfS (Absatz von 200.000 Exemplaren binnen weniger Tage); März – Okt. 1990 Mitarb. des Staatl. Komitees für die Auflösung des ehem. MfS/AfNS. Okt. 1990 Mitarb. beim Bundesbeauftr. für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehem. DDR, nach Veröff. seiner Auffassung, wonach die IM-Tätigkeit des Synodalen u. letzten Min.-Präs. der DDR,  Lothar de Maizière, erwiesen sei, sowie öffentl. Kritik an einer diesbezügl. Interpretation durch den Bundesinnenmin. Wolfgang Schäuble im März 1991 fristlos entlassen; 1991 – 97 wiss. Assistent an der HU Berlin; 1998 – 2000 wiss. Mitarb. der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; Mitgl. der Hist.-Kommission beim PV der SPD; ab 2002 Mitarb. an der FU Berlin, ab 2004 Lehraufträge an der Europa-Univ. Viadrina Frankfurt (Oder); seit 2006 auch wiss. Koordinator im privaten »DDR-Museum« in Berlin. Arbeitsgebiete: altruss. Geschichte, dt.-russ. Kultur- u. Wissenschaftsbeziehungen im 18. u. 19. Jh.; 1984 Prom. über dt.-spr. Rußlandhistoriographie.»Ich liebe Euch doch alle!« Berlin 1990 (Hrsg. mit A. Mitter); Wladimir der Heilige. Berlin 1991; Untergang auf Raten (mit A. Mitter). München 1993; Der Tag X – 17. Juni 1953 (Hrsg. mit I.-S. Kowalczuk u. A. Mitter). Berlin 1995; Die heile Welt der Diktatur. Berlin 1998/2009; Roter Stern über Dtl. Berlin 2001 (mit I.-S. Kowalczuk); Damals in der DDR München 2004 (mit H. H. Hertle); Aufbruch in die Stagnation. Bonn 2005; Der Traum von der Revolte. Die DDR 1968. Berlin 2008.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Wollweber, Ernst

* 29.10.1898 – ✝ 3.5.1967

Geb. in Hannoversch-Münden; Vater Tischler; 1904 – 13 Volksschule, dann Schiffsjunge u. Matrose; 1916 – 18 Kaiserl. Marine (U-Bootsabt.); 1918 aktiv am Matrosenaufstand in Kiel beteiligt, Vors. des Soldatenrats beim U-Boot-Kreuzerverb. u. Mitgl. des Obersten Soldatenrats in Kiel; 1919 KPD; 1920/21 Teiln. an den bewaffn. Kämpfen in Mitteldtl.; 1921 Pol.-Sekr. des KPD-Bez. Hessen-Waldeck; Mitgl. des ZA der KPD; 1922 Reichsparteischule der KPD; 1923 Ltr. von KPD-Militärorg. in Hessen-Waldeck u. Thür., 1924 in Schles.; 1924 –26 Hochverratsprozeß u. Gefängnishaft; 1928 – 32 Abg. des Preuß. Landtags, 1929/30 auch des Provinziallandtags Niederschles., Nov. 1932 – März 1933 des Dt. Reichstags; 1932 Reichsltr. des Einheitsverb. der Seeleute, Hafenarb. u. Binnenschiffer in Hamburg; 1932 Ltr. der Org.-Abt. des ZK der KPD; Mitgl. des Sekr. des EK der Internationale der Seeleute u. Hafenarb. (ISH); 1933 Sekr. der ISH in Kopenhagen; ab 1936 Aufbau eines illeg. Apparats zur weltweiten Schiffssabotage gegen die sog. fasch. Staaten; organisierte im span. Bürgerkrieg auch Waffenlieferungen für die republikan. Reg. (»Wollweber«-Org., eigtl. Org. »Bernhard«); illeg. pol. Arbeit (Sabotage) vor allem in Skandinavien; Mai 1940 in Schweden verhaftet, sechs Mon. Strafarbeit, um der Auslieferung nach Dtl. zu entgehen, anschl. zu drei Jahren Haft verurteilt; nach Erhalt der sowj. Staatsbürgerschaft im Nov. 1944 Ausreise in die UdSSR; Kuraufenthalt in Kislowodsk; 1945 in Moskau. März 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Stellv. bzw. ab 1947 Ltr. der GD für Schiffahrt; 1950 – 53 Staatssekr. im Min. für Verkehrswesen; ab Juli 1953 Staatssekr. bzw. Min. für Staatssicherheit (Nachf. des gestürzten  Wilhelm Zaisser); 1954 VVO; 1954 – 58 Mitgl. des ZK der SED u. Abg. der Volkskammer; geriet in der Einschätzung der Entw. in Polen 1956 bzw. der Maßnahmen der DDR-Sicherheitskräfte im Herbst 1956 gegen opp. Gruppen in Widerspruch zu  Walter Ulbricht u.  Erich Honecker; 1957 krankheitshalber u. »auf eigenen Wunsch« pensioniert; Mitgl. der Kommission für gesamtdt. Fragen beim BV des FDGB; Jan. 1958 Untersuchungsverfahren; Febr. wegen »Fraktionstätigkeit« zus. mit  Karl Schirdewan aus dem ZK der SED ausgeschlossen, strenge Parteirüge, Rückgabe des Volkskammermandats; Rentner; trotz Krankheit Weiterarbeit an seinen Memoiren; gest. in Berlin.Aus Erinnerungen. Ein Porträt W. Ulbrichts. In: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbew. (1990) 3. Flocken, J. v., Scholz, M. F.: E. W. Saboteur, Minister, Unperson. Berlin 1994; Borgersrud, L.: Die Wollweberorg. u. Norwegen. Berlin 2001; Engelmann, R.: E. W. Chefsaboteur der Sowjets u. Zuchtmeister der Stasi. In: Krüger, H., Wagner, A. (Hrsg.): Konspiration als Beruf. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth / Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Wonneberger, Christoph

* 5.3.1944

Geb. in Wiesa (Krs. Annaberg); Vater Pfarrer, Mutter Krankenschwester; 1960 Abschl. der Mittelschule in Karl-Marx-Stadt, zum Abitur nicht zugelassen; 1960 – 63 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1963 – 65 Sprachstudium am Theolog. Seminar in Leipzig; anschl. bis 1970 Studium der Theol. an der Univ. Rostock; danach Vikar in Dresden; 1972 Zweites theolog. Examen; 1973 Ordination u. Pfarrvikar in Leipzig; ab 1974 Gemeindepfarrer in Taucha; 1977 – 84 Pfarrer der Dresdener Weinbergskirchgemeinde, eines Zentrums der »offenen Jugendarbeit«, Beratung von Wehrdienstverweigerern; 1979 Begr. der Initiative »Sozialer Friedensdienst«, einer DDR-weiten Initiative innerhalb der kirchl. Friedensbew., seitdem exponierter Vertreter der Opp., zahlr. Disziplinierungsversuche staatl. Stellen über die Kirchenltg.; 1984 Ephoralvikar in Meißen; ab 1985 Pfarrer in der Lukas-Gemeinde in Leipzig; Mitgl. versch. opp. Gruppen; 1986 Gründer der opp. Gruppe »Menschenrechte«, über die versch. Leipziger Gruppen vernetzt wurden, beteiligt an zahlr. Aktionen der Leipziger Opp., schwere Konflikte mit staatl. u. kirchl. Stellen, vom MfS im Rahmen versch. OV bearbeitet; Sept./Okt. 1989 Verantw. der Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche u. Mitorganisator der anschl. Demonstrationen; Ende Okt. 1989 schwer erkrankt; 1991 Ruhestand; 1995 Bundesverdienstkreuz.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wosikowski, Irene

* 9.2.1910 – ✝ 13.9.1944

Geboren am 9. Februar 1910, Tochter von Alice Wosikowski; kaufmännische Angestellte u. a. in der sowjetischen Handelsvertretung in Hamburg. 1924 trat sie in die KJD, 1930 in die KPD ein, war ab 1930 in Berlin. Im Sommer 1932 technische Mitarbeiterin im AM-Apparat. Sie war 1933 für die illegale Landesleitung in Berlin tätig, emigrierte 1935 über die ?CSR in die Sowjetunion. Unter dem Decknamen Helga Rühler von September 1935 bis Ende 1937 Kursantin der Internationalen Leninschule in Moskau. Anschließend in Paris bei der »Deutschen Volkszeitung« und zeitweilig enge Mitarbeiterin von Franz Dahlem. Im Mai 1940 in Südfrankreich interniert, gelang ihr im Juli die Flucht aus dem Lager Gurs. Am 26. Juli 1943 in Marseille verhaftet, vom VGH am 13. September 1944 zum Tode verurteilt. Irene Wosikowski wurde am 27.Oktober 1944 hingerichtet.

Wer war wer in DDR

Wrana, Joachim

* 13.2.1909 – ✝ 8.11.1986

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Justizinspektor; 1915 – 21 Volksschule u. Gymnasium in Hamm, 1921 – 29 Gymnasium in Cottbus, Abitur; 1929 – 34 Studium der Elektrotechnik, Fachrichtung Starkstromtechnik an der TH Dresden, Dipl.-Ing.; 1934 – 38 wiss. Ass. am Inst. für Starkstrom- u. Hochspannungstechnik der TH Dresden, dort 1939 Prom.; 1938 – 45 Versuchsing., ab 1942 Einrichtung u. Ltg. einer Versuchsabt. für Hoch- u. Niederspannungsschaltgeräte u. Transformatoren im Sachsenwerk Niedersedlitz. 1945 – 47 nach Demontage des Sachsenwerks Ltr. eines elektr. Laboratoriums u. Prüffeldes im sowj. Konstruktions- u. Technolog. Entwicklungsbüro auf dem ehem. Sachsenwerkgelände; 1946 Habil. an der TH Dresden; 1947 wg. Nichtbefolgung eines SMA-Befehls (Verheimlichung von elektr. Meßgeräten bei der Demontage des Sachsenwerkes) von einem sowj. Militärgericht zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt, Anfang 1950 im Zuge der Amnestie u. der Auflösung der Internierungslager entlassen; 1950 Prof. für Elektrotechnik u. Dir. des Inst. für Elektrotechnik der Bergakad. Freiberg (bis 1951 kommissarisch); 1953 – 55 Prodekan u. 1955 – 63 Dekan der Fak. für Bergbau u. Hüttenwesen, 1963 – 65 Rektor der Bergakad. Freiberg (Nachf. von  Günther Hollweg); 1960 Verdienter Techniker des Volkes; 1965 VVO; 1968 bei Auflösung der Institute im Rahmen der 3. Hochschulreform Entbindung von der Funktion als Institutsdir.; 1969 Umberufung zum ord. Prof. für Elektrotechnik (Elektroenergietechnik), 1974 em.; 1981 Ehrenprom. der TU Dresden. Hauptarbeitsgebiete: Entw. von Schaltanlagen u. Hochspannungsschaltern, spezielle Anwendung der Elektrotechnik in der Montanindustrie. Meßtechnik.Emons, H.-H. / Stock, W.: Nachruf. In: Neue Bergbautechnik (1987) 5; Lauterbach, W.: J. W. In: Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins (2003) 92.Roland Volkmer

Wer war wer in DDR

Wulf, Uwe

* 4.3.1942

Geb. in Hagenow; Vater Angestellter, Mutter Telefonistin; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1960 – 66 Studium an der TH Ilmenau, Dipl.-Ing.; 1966 – 68 dort wiss. Ass., 1968 wiss. Mitarb.; 1967 SED; 1969 / 70 HA-Ltr., 1970 – 74 Staatl. Ltr. der Techn. Kontrollorg. (TKO), 1974 – 77 Dir. für Absatz u. Außenwirtschaft, 1977 1. Stellv. des GD des VEB Kombinat Robotron Dresden; 1986 – 90 GD des VEB Kombinat NARVA »Rosa Luxemburg« Berlin (Nachf. von Werner Meyer); 1986 Nachfolgekand. der Volkskammer; 1990 GD bzw. Vors. des Vorstands der NARVA-Licht; auf Vorschlag des Ministerpräs.  Lothar de Maizière am 5.7.1990 von der Volkskammer zusammen mit  Karl Döring (EKO-Stahl),  Jürgen Mäder (Glasindustrie-AG),  Lutz Modes (SKL-Motoren u. Systemtechnik), Harald Tausch-Marton (Dresdener Spitzen GmbH) u. Gerd-Rainer Grimm (Takraf Schwermaschinenbau AG) in den Verwaltungsrat der Treuhandanstalt / THA) gewählt. Bis Nov. 1990 Aufsichtsratsmitgl., dann Angest. der THA.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wundersee, Erich

* 25.5.1889 – ✝ 6.6.1978

Geboren am 25. Mai 1889 in Berlin-Weißensee, Sohn eines Zimmermanns; lernte selbst Zimmermann. Von 1911 bis 1913 Militärdienst, 1913 Eintritt in die SPD, während des Weltkrieges Mitglied der USPD. 1917 desertierte er und lebte illegal in Berlin. Im November 1918 gehörte er unter 4 Emil Eichhorn zu den Besetzern des Berliner Polizeipräsidiums und war Mitglied des Soldatenrates der Berliner Sicherheitswehr. Ende 1918 nahm Wundersee als Gast am Gründungsparteitag der KPD teil, blieb aber in der USPD, militärischer Leiter des Bezirks Berlin-Kreuzberg. 1920 Mitglied der KPD und Leiter der Proletarischen Hundertschaften. 1923/24 Angestellter in der sowjetischen Botschaft bzw. Handelsvertretung. Im Oktober 1924 verhaftet und nach einjähriger Untersuchungshaft 1925 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« verurteilt. Nach seiner Freilassung Angestellter des ZK der KPD, ab Dezember 1928 Verwalter der Reichsparteischule »Rosa Luxemburg« in Fichtenau bei Berlin. Am 4. Juli 1933 floh er über Hamburg in die Sowjetunion, dort ab 1. August 1933 Angestellter an der Parteischule der Komintern. Er kam 1936 als Mechaniker auf einen Sowchos im Rayon Kaluga, wurde 1941 vom NKWD verhaftet und zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. 1949 entlassen, arbeitete er in der Region Altai, zuletzt Reparaturschlosser bei der Eisenbahn. Er beantragte bei der Generalstaatsanwaltschaft der UdSSR seine Rehabilitierung und durfte im Dezember 1957 in die DDR ausreisen. Bis 1962 ehrenamtlicher SED-Funktionär, er erhielt 1974 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Erich Wundersee starb am 6. Juni 1978 in Schöneiche bei Berlin.

Wer war wer in DDR

Wünscher, Marianne

* 30.12.1930 – ✝ 9.8.1990

Geb. in Berlin; Mutter Köchin, Vater Geigenbauer, später Betreiber einer Wäscherei u. Plätterei; Grund- u. OS; 1947 – 49 Ausbildung bei Fritz Kirchhoff an der Schauspielakad. »Der Kreis« in Berlin-Halensee, daneben Arbeit als Hörspiel- u. Nachrichtensprecherin beim Berliner Rundfunk; 1950 Fortsetzung des Schauspielstudiums am Marie-Borchardt-Studio, 1951 Bühnenreifeprüfung; Mai 1951 Debüt am Dt. Theater, daneben Auftritte im Kabarett »Parodie«; 1952 Engagement beim Theater am Schiffbauerdamm, 1953 dort erster größerer Erfolg als Agafia in Gogols »Die Heirat«; 1954 – 90 Mitgl. des Ensembles der Volksbühne, dort zunächst zahlr. Episodenrollen, später größere Rollen u. a. als Goldonis »Mirandolina« (1964), Hausbesetzerin Mi Tzü in  Brechts »Der gute Mensch von Sezuan« (1970) u. Mutter Wolfen in Hauptmanns »Der Biberpelz« (1980); seit Mitte der 1950er Jahre zahlr. Auftritte in TV-Serien u. Filmen, vorzugsweise in komödiant. u. heiteren Tanten-, Mutter- u. Großmutterrollen, die W. den Ruf einer beliebten »Volksschauspielerin« eintrugen, so u. a. als Tante Elsie im TV-Mehrteiler »Aber Vati!« (1973) u. versch. Rollen in »Drei reizende Schwestern« (1990); Mitwirkung in legendären Filmen, u. a. »Kabale u. Liebe« (1959), »Mir nach, Canaillen!« (1964), »Heißer Sommer« (1968), »Der Mann, der nach der Oma kam« (1972) sowie der TV-Serie »Polizeiruf 110«; Erfolge als Chansoninterpretin, eigene TV-Sendungen »Hand aufs Herz« u. »Chansons mit Marianne«; Mitgl. der LDPD, zeitw. Abg. der Volkskammer; 1971 Kunstpreis; 1977 NP; gest. in Berlin.Funke, Ch.: M. W. Ansichten u. Absichten einer Schauspielerin. Berlin 1987.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Wußing, Hans-Ludwig

* 15.10.1927

Geb. in Waldheim (Sachsen); 1947 – 52 Studium der Mathematik u. Physik an der Univ. Leipzig; 1955 – 57 hier Lehrtätigkeit an der ABF; 1957 Prom. mit einer Arbeit über die Einbettung endl. Gruppen; Mitarb. im Karl-Sudhoff-Inst. für Geschichte der Med. u. Naturwiss.; 1966 Habil. zur Geschichte der Gruppentheorie; Doz.; 1968 – 92 Prof. für Geschichte der Naturwiss. an der KMU Leipzig; Vertreter der Wiss.-Geschichte in nat. u. internat. Gremien; 1981 – 89 stellv. Gen.-Sekr. der International Union of History and Philosophy of Science (IUHPS); 1985 Mitgl. der Sächs. AdW; 1989 – 93 2. Vizepräs. der IUHPS; 1992 em; 1993 Kenneth O. May Prize. Arbeitsgebiete: Geschichte der Algebra, Mathematikgeschichte, allg. Fragen der Historiogr. der Mathematik. Sek.-Lit.: Demidov, S. S. u. a. (Hrsg.): Fs. für H. W. zu seinem 65. Geb. Basel u. a. 1992.Autor von »Mathematik in der Antike« (1961); »Die Genesis des abstrakten Gruppenbegriffes« (1969); »Vorlesungen zur Geschichte der Mathematik« (1979); sowie Biogr. von Carl F. Gauss, Isaac Newton, Nikolaus Kopernikus u. Adam Riese (Mithrsg.; Biogr. Reihe des Teubner-Verlags Leipzig); 6000 Jahre Mathematik. Heidelberg 2008.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Wyschinski, Andrej Janwarewitsch

* 11.12.1883 – ✝ 22.11.1954

Geb. in Odessa; Studium der Rechtswiss. in Kiew; Rechtsanwalt in Odessa; 1919 KPdSU; Doz. u. Prof. für Rechtswiss.; 1925 – 28 Rektor der Moskauer Univ.; ab 1931 bei der Staatsanwaltschaft; 1934 – 44 stellv. Vors. des Rats der Volkskommissare der UdSSR; 1935 – 39 Gen.-Staatsanwalt der UdSSR; er war Chefankläger in den Schauprozessen gegen Aleksander A. Sinowjew, Lew B. Kamenew, Nikolai I. Bucharin u. Michail N. Tuchatschewski; mit seiner These vom »subjektiven Geständnis« statt eines objektiven Straftatbestands rechtfertigte er den völligen Mißbrauch der Rechtswissensch. in der UdSSR; 1939 Mitgl. der AdW der UdSSR; 1940 – 46 Erster Stellv. des Volkskommissars des Äußern der UdSSR; er arbeitete die Kapitulationsurkunde vom 8.5.1945 aus. Bis Aug. 1945 Pol. Berater des Oberbefehlshabers der Gruppe der sowj. Besatzungstruppen in Dtl. u. des Obersten Chefs der SMAD; 1946 – 49 stellv. Außenmin, 1949 – 53 Außenmin. der UdSSR; 1953/54 Erster stellv. Außenmin. der UdSSR u. sowj. Vertreter bei der UNO; gest. in New York.Waksberg, A.: Gnadenlos. A. W. – Mörder im Dienste Stalins. Bergisch Gladbach 1991.Jan Foitzik

Wer war wer in DDR

Zachmann, Siegfried

* 13.4.1928

Geb. in Dresden; Vater Eisenbahner; Volks- u. Berufsschule; Reichsbahnhelfer; 1945 RAD u. Wehrmacht. 1945 erneut bei der DR, Fahrdienstltr.; 1949 SED; 1950/51 Jugendinstrukteur u. Sachbearb. bei der RBD Dresden; 1951 – 53 Studium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; ab 1953 Mitarb. des MfAA, Referent, Oberreferent, Hauptreferent, Ltr. der Abt. Internat. Organisationen; 1959 – 63 stellv. Ltr. der DDR-Deleg. bei der Europ. Wirtschaftskommission der UNO in Genf, anschl. wiss. Mitarb. im MfAA; 1964 – 66 Studium an der Diplomatenakad. in Moskau; 1966 – 68 wiss. Mitarb. im Büro des Außenmin.; 1968 Prom. zum Dr. jur.; ab März 1968 Ständiger Beobachter der DDR im Range eines Gesandten, später Botschafters bei der UNO in Genf, 1972/73 Ständiger Vertreter der DDR am Sitz der UNO in Genf sowie bei anderen internat. Organisationen; DDR-Vertreter im Wirtschaftsaussch. der UNO-Vollversamml., 1973 – 77 Ltr. der Abt. Internat. ökonom. Organisationen im MfAA; 1977 – 83 stellv. Ltr. des Ständigen Vertreters der DDR bei der UNO in New York; ab 1983 Ltr. der Abt. UNO im MfAA; 1988 – 90 Ständiger Vertreter der DDR bei der UNO in New York (Nachf. von  Harry Ott). Ab 1990 Mitgl. im Verband für Internat. Pol. u. Völkerrecht.Die Beziehung der DDR zu internat. Org. o. O. 1956. Bock, S., Muth, I., Schwiesau, H. (Hrsg.): Alternative deutsche Außenpolitik? DDR-Außenpolitik im Rückspiegel. Berlin 2006.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Zahn, Kurt

* 3.10.1940

Geb. in Jena; Vater Handwerker; Grundschule; 1955 – 58 Ausbildung zum Kfm. im VEB Carl Zeiss Jena; 1955 FDJ; 1960 – 63 Fernstudium der Außenhandelswirtsch.; 1961 SED; 1963 2. Sekr., 1964/65 1. Sekr. der FDJ-GO im VEB Carl Zeiss Jena; 1965 – 69 Sekr., 1969 – 74 1. Sekr. der FDJ-BL Gera, Mitgl. der SED-BL Gera; ab 1966 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1971 – 77 Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1974 – 77 Sekr. des ZR; 1977 – 89 Sekr. des FDGB-Bundesvorst. u. Mitgl. seines Präs.; 1977 – 89 Mitgl. des Präs. des DTSB; 1979 VVO; Nov. 1989 aller Funktionen enthoben; 1990 Buchhalter.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wollenberg, Erich

* 15.8.1892 – ✝ 6.11.1973

Geboren am 15. August 1892 in Königsberg, Sohn eines Sanitätsrats und Militärarztes; besuchte das humanistische Gymnasium, begann nach dem Abitur ein Medizinstudium. 1914 Kriegsfreiwilliger, ab 1917 Leutnant, fünfmal verwundet. Im Oktober 1918 Eintritt in die USPD. Am 9. November stürmte Wollenberg »als einziger Offizier an der Spitze der feldgrauen Massen« das Generalkommando und das Militärgefängnis in Königsberg, wurde Chef des Sicherheitsdienstes des Arbeiter- und Soldatenrates Ostpreußen und Führer der Matrosenvolkswehr. Rücktritt am 1. Januar 1919 aus Protest gegen die Aufstellung von Freiwilligenverbänden und deren Einsatz im Kampf gegen die sowjetische Revolution im Baltikum. Übersiedlung nach München, Fortsetzung des Studiums. Während der Bayerischen Räterepublik (April 1919) war Wollenberg militärischer Führer der Roten Nordarmee (Dachau). Nach der Niederschlagung der Räterepublik zu zwei Jahren Festung verurteilt, bis März 1922 inhaftiert. Im April 1922 Volontär der Berliner »Roten Fahne«, ab Juli 1922 Chefredakteur der »Roten Fahne des Ostens« in Königsberg. Im April 1923 Redakteur der KPD in Bochum, im Mai (unter dem Pseudonym Walter) Leiter des dortigen Maiaufstands, dann Redakteur in Hamborn. Kurze Zeit Orgleiter der KPD im Ruhrgebiet. Im August 1923 zum »Militär-Politischen Oberleiter Süd-West« ernannt (als Walter), deswegen Strafverfolgung wegen Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes, Sprengstoffattentate usw. Ende April 1924 zur »Ersten deutschen Militärschule beim Generalstab der Roten Armee« nach Moskau delegiert. Er veröffentlichte dort ein Buch über die Bayerische Räterepublik (russisch). Im Herbst 1924 Eintritt in die Rote Armee im Range eines Brigadekommandeurs (Brigadegeneral), im Sommer 1926 nach Moskau zur Ersten Proletarischen Division (Gardedivision der Kaderarmee) versetzt. Wollenberg kehrte im Februar 1927 illegal nach Deutschland zurück, kurz Chefredakteur der Saarbrücker »Arbeiterzeitung«. Danach wissenschaftliche Arbeit am Moskauer Marx-Engels-Institut, Leiter des dortigen Militärkabinetts. Ab 1928 Professor für Geschichte der Arbeiterbewegung des Westens an der Internationalen Leninschule. Nach der Herbstamnestie 1930 seit April 1931 wieder in Deutschland, militärischer Leiter des illegalen RFB, Chefredakteur der »Roten Front«. Auf einer als »Kommunalkonferenz« getarnten RFB-Konferenz in Schlesien im November 1931 verhaftet, wurde Wollenberg im Februar 1932 vorläufig freigelassen. Im März 1932 innenpolitischer Redakteur der »Roten Fahne«, kritisierte er in mehreren Schreiben an das ZK sowohl den RFB als auch die Berliner BL, die damals unter der Führung von Walter Ulbricht stand. Dafür erhielt er eine »Parteirüge« und wurde aus der Redaktion der »Roten Fahne« entlassen. Bei den in Berlin-Britz lebenden Erich und Zenzl Mühsam, die er seit seiner Münchner Zeit und der gemeinsamen Festungshaft in Niederschönenfeld kannte, fand Wollenberg Unterkunft, entfernte sich von der Politik der KPD-Führung. Da mit Haftbefehl gesucht, ging er Ende 1932 wieder in die Sowjetunion und kam zur VAA in Moskau. Dort diskutierte er in der Wohnung von Else und Hermann Taubenberger nach den Radio-Nachrichten am Abend des 5. März 1933 mit einstigen Mitkämpfern der Münchner Räterepublik über die Ergebnisse der Reichstagswahlen in Deutschland und die Ursachen für die Niederlage der deutschen Arbeiterklasse. Diese Zusammenkunft wurde als Fraktionstreffen denunziert und Wollenberg vor die Internationale Kontrollkommission (IKK) geladen. Wegen seiner Kritik am ZK der KPD wurde er zusammen mit Felix Wolf ( Werner Rakow) am 4. April 1933 von der IKK der Komintern aus der Partei ausgeschlossen. Im Juli 1934 gelang Wollenberg die Flucht nach Prag, im Herbst 1938 nach Paris. Er wurde sowohl durch den Apparat der KPD (Mordanschlag) und die Gestapo verfolgt, arbeitete für antinazistische Zeitungen und Zeitschriften und veröffentlichte das Buch »The Red Army« (1938 und 1940) in London. Der Verhaftung durch die Gestapo entging er 1940 durch Flucht nach Marokko, wurde dann aber von der Vichy-Polizei in Casablanca verhaftet. Nach acht Monaten Untersuchungshaft stellte das Kriegstribunal das Verfahren (angebliche »kommunistische Tätigkeit und Verherrlichung des Sowjetregimes«) ein und verfügte seine sofortige Freilassung. Die zivile Vichy-Verwaltung in Marokko überführte ihn aber in ein Straflager am Rande der Wüste in Ostmarokko. Die Landung der Alliierten im November 1942 verhinderte seine Auslieferung an die Gestapo. Wollenberg arbeitete für französische Zeitungen und Zeitschriften in Marokko und Algier und forderte 1943 in einem Buch die Schaffung einer »Europäischen Föderation, der Vereinigten Staaten Europas unter Einschluß des demokratischen Deutschlands«. Im April 1946 nach Paris repatriiert, kam Wollenberg im Sommer 1946 nach Bayern. Er wurde Leiter der Außenpolitikredaktion der Zeitschrift »Echo der Woche«, trat 1951 aus der Redaktion aus und lebte als freier Journalist von 1954 bis 1959 in Paris, danach in München. Von ihm erschienen zahlreiche antistalinistische Arbeiten, u. a. zu den Legenden der DDR über Ernst Thälmann in einem DEFA-Film. Erich Wollenberg starb am 6. November 1973 in München.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wollweber, Ernst

* 29.10.1898 – ✝ 3.5.1967

Geboren am 29. Oktober 1898 in Hannoversch Münden, Sohn eines aus Schlesien stammenden Bautischlers und seiner Frau Lina, hatte eine schwere Kindheit. Ende 1912 wurde er Schiffsjunge bei der »Mündener Schlepp-Schiffahrtsgesellschaft« und schloß sich der sozialistischen Jugendbewegung an. Im Oktober 1916 zur Marine eingezogen, wegen Antikriegsagitation zur U-Boot-Marine strafversetzt. Am 3. November 1918 gehörte Wollweber zu den Matrosen, die in Kiel meuterten, er wurde Vertreter der U-Bootsmannschaften im Kieler Soldatenrat. Im März 1919 vom Militär entlassen, gründete er in Hannoversch Münden eine Ortsgruppe der KPD, wurde Mitglied der BL Hannover-Braunschweig und Wanderredner der Partei. Während des Kapp-Putsches leitete er die örtliche Arbeiterwehr. Im März 1921 berief ihn die KPD zum Polleiter des Bezirks Hessen in Kassel, den er bis Ende 1923 leitete. Der VII. Jenaer Parteitag im August 1921 wählte ihn in den ZA. Von Mitte August bis Ende Oktober 1922 Teilnahme an der 1. Reichsparteischulung in Berlin, anschließend Delegierter des IV. Weltkongresses der Komintern in Petrograd und Moskau. Der VIII. Leipziger Parteitag 1923 berief ihn in die Beschwerdekommission und erneut in den ZA. Während der Aufstandsvorbereitungen 1923 war Wollweber militärpolitischer Leiter für Hessen-Waldeck und Thüringen. Nach dem Scheitern des Aufstandes (unter dem Decknamen Stein) Kursant an der Ersten Militärschule in Moskau. Im Frühjahr 1924 kehrte Wollweber nach Deutschland zurück, hier sollte er gemeinsam mit Christian Heuck einen Spitzel entlarven, der im inneren Kreis der schlesischen Parteiorganisation für die politische Polizei arbeitete. Als Wollweber herausfand, daß es sich dabei um den KPD-Reichstagsabgeordneten Alfred Hamann handelte, denunzierte dieser Wollweber und Heuck bei der Polizei, beide wurden daraufhin Ende Mai 1924 verhaftet. Nach eineinhalbjähriger Untersuchungshaft verurteilte das Reichsgericht Wollweber am 23. Dezember 1925 zu drei Jahren Gefängnis, am 6. März 1926 begnadigt und entlassen. Das ZK schickte ihn als Instrukteur und Gewerkschaftssekretär zur BL Schlesien nach Breslau, im Mai 1928 zog er als Abgeordneter in den Preußischen Landtag ein. Bei den Auseinandersetzungen mit der Mehrheit der Rechten in Breslau vertrat Wollweber die Linie des ZK. Mit einigen Gefolgsleuten, unter ihnen der KJVD-Funktionär Karl Schirdewan, organisierte er einen regelrechten Putsch und besetzte mit thälmanntreuen RFB-Mitgliedern das dortige Parteibüro. Anfang 1929 wurde er als Nachfolger Erich Hausens Polleiter in Schlesien, Ende 1930 in Berlin Industriegruppenleiter im Reichskomitee der RGO. Seit 1931 Reichsleiter des Einheitsverbandes der Seeleute, gehörte er zum Sekretariat der in Hamburg residierenden Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter, Ziel war der Aufbau eines Geheimapparates. Im November 1932 wurde Wollweber im Wahlkreis Schleswig-Holstein in den Reichstag gewählt. Nach 1933 war Wollweber mit seinem Apparat führend im Widerstandskampf der KPD gegen Hitler. Von Kopenhagen aus leitete er als Sekretär die Aktivitäten der Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter, reiste 1934 nach Moskau und wurde stellvertretender Leiter des Internationalen Seemannsclubs (Interclub) in Leningrad. Ende 1935 schuf Wollweber mit massiver sowjetischer Unterstützung eine Sabotage-Truppe, die als »Wollweber-Organisation« in die Geschichte einging und von Dänemark und Norwegen aus Anschläge auf deutsche und italienische Schiffe durchführte. Beim Versuch, in die UdSSR zu kommen, am Grenzort Ottebol/Schweden am 18. Mai 1940 verhaftet. Um Wollwebers geforderte Auslieferung nach Deutschland zu verhindern, verlieh ihm die Sowjetunion ihre Staatsbürgerschaft. Dennoch Ende 1941 in Schweden zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt, kam er im November 1944 auf dem Luftwege von Stockholm nach Moskau. Auf eigenen Antrag von seiner »internationalen Arbeit« entbunden, konnte er im März 1946 nach Deutschland zurückkehren. Zunächst Leiter des Schiffahrtsamtes in der SBZ, ab Oktober 1949 Staatssekretär im DDR-Verkehrsministerium. Nach der Absetzung des Staatssicherheitsministers Wilhelm Zaisser wurde Wollweber 1953 Vize-Innenminister und Leiter des Staatssekretariats für Staatssicherheit, Ende November 1955 dann Minister für Staatssicherheit. Auf dem IV. SED-Parteitag 1954 ins ZK gewählt, erhielt den VVO in Gold. Nach dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 gehörte Wollweber mit Karl Schirdewan zu den Opponenten gegen Walter Ulbricht, der sie aber nach der Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn ausschalten konnte. Im November 1957 bat Wollweber (offiziell aus gesundheitlichen Gründen) um seine Ablösung. Er und Schirdewan wurden am 6.Februar 1958 auf dem 35. Plenum des ZK der SED der »Fraktionstätigkeit« bezichtigt und aus dem ZK ausgeschlossen. Wohnhaft in Ost-Berlin, Ernst Wollweber starb schwerkrank am 3. Mai 1967. Über ihn und seinen Apparat gibt es mehrere Veröffentlichungen, z. B. Jan v. Flocken/ Michael Scholz: Ernst Wollweber, 1994; Lars Borgersrud: Die Wollweber-Organisation und Norwegen, 2001.Bernd-Rainer Barth / Michael F. Scholz

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Wonneberger, Günther

* 24.7.1926 – ✝ 9.8.2011

Geb. in Maxen (b. Pirna); Volksschule; 1944 / 45 Kriegsdienst; Mai – Juli 1945 Kriegsgef.; danach Landarbeiter; Mitgl. im antifasch. Jugendaussch. 1946 SED; 1946 / 47 Vorstudienanstalt in Dresden; 1947 – 50 Studium der Philos., Gesch. u. Kulturgesch. an der Univ. Leipzig; 1947 – 52 aktiver Leichtathlet bei Konsum Leipzig, 1949 / 50 DDR-Vizemeister 400 m-Hürden (Bestleistung 56,8 s / 1950); ab 1950 Lehrtätigkeit an der DHfK Leipzig; 1950 – 55 Aspirantur an der Univ. bzw. DHfK Leipzig, 1956 Dr. phil.; 1952 / 53 Referent im Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport; 1967 Prof. für Geschichte der Körperkultur an der DHfK; 1967 – 72 Rektor, danach Ltr. des Wissenschaftsbereichs Theorie u. Gesch. der Körperkultur; 1967 – 72 Mitgl. des Präsidiums des DTSB-Bundesvorst.; 1971 – 83 Präs. der Internat. Kommission für Gesch. des Sports u. der Körpererziehung beim Weltrat des Sports u. der Körperkultur der UNESCO; 1973 – 89 Ltr. der Fachkommission Gesch. der Körperkultur beim Wiss. Rat für Körperkultur u. Sport der DDR; 1989 – 91 Vizepräs. der Internat. Gesell. für Gesch. des Sports u. der Körpererziehung. Juli 1991 em.; Autor bzw. Co-Autor zahlr. sporthistor. Publ.; gest. in Leipzig.Dt. Arbeitersportler gegen Faschisten u. Militaristen 1929 – 1933. Berlin 1959; Geschichte der Körperkultur in Dtl. Band I–IV. Berlin 1964 – 69 (Mitautor); Geschichte des DDR-Sports. Berlin 2002; Dt. Hochschule für Körperkultur Leipzig 1950 – 1990. Aachen 2007 (Mitautor).Volker Kluge

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Wöstenfeld, Dieter

* 17.4.1930 – ✝ 13.4.2009

Geb. in Dresden; Vater Lokführer; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser in der Lokinstandhaltung des RAW Dresden; 1949 – 52 ABF an der TH Dresden; 1952 – 56 Studium an der HS für Verkehrswesen Dresden, Dipl.-Ing.; 1956 RAW Dresden; 1958 SED; 1958/59 Haupttechnologe im RAW Dresden; 1959 – 65 Mitarb., Abt.-Ltr. u. Haupting. im Min. für Verkehrswesen; 1965 – 71 Ltr. der HV RAW des Min. für Verkehrswesen; 1971/ 72 Studium an der PHS; 1971 – 77 Präs. der RAW der DR u. Stellv. des GD der DR; 1977 – 87 stellv. Minister für Verkehrswesen; 1987 – 89 Ltr. der Abt. Eisenbahn/Transport u. Nachrichtenwesen des ZK der SED (Nachf. von  Hubert Egemann); 1980 VVO; 1985 Dr. h. c. der HS für Verkehrswesen Dresden; gest. in Berlin.Andreas Herbst

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Wrazidlo, Georg

* 3.6.1917 – ✝ 3.8.1959

Geb. in Gleiwitz (Schles. / Gliwice, Polen); Vater Maschinensteller; kath. Grundschule in Gleiwitz; 1930 – 37 kath. Internatsschule in Neiße, Abitur; 1937 RAD, 1939 Wehrmacht, Okt. 1940 entlassen als Ltn. d. R.; 1941 erneute Einberufung u. 1942 als Oberltn. abkommandiert zum Studium der Med. in Breslau; Aufbau einer Gruppe von NS-Gegnern; Nov. 1944 Verhaftung wg. »Wehrkraftzersetzung«, bis Jan. 1945 U-Haft im Polizeigefängnis Breslau, danach Haft in den KZ Groß-Rosen u. Buchenwald, ab 20.4.1945 Strafbat.; Anf. Mai 1945 freiwillig in amerikan. Kriegsgef., Ende Mai Entlassung. Rückkehr nach Gleiwitz, erfuhr dort, daß seine Mutter u. eine Schwester von sowj. Soldaten erschossen worden sind, der Vater verstorben war u. der Bruder an der Ostfront vermißt wurde; Juli 1945 Hilfsarzt in Breslau; Okt. 1945 Umzug nach Berlin; CDU, in der Jungen Union; Wiederaufnahme des Medizinstud. an der Berliner Univ., Mitbegr. u. Ltr. der »Studentischen Arbeitsgemeinschaft«, in der alle zugelassenen Parteien vertreten waren; legte als Sprecher der Studentenschaft bei der Wiedereröffn. der Berliner Univ. am 29.1.1946 das »Gelöbnis der Studentenschaft« ab; 5.5. 1946 Initiator einer öff. student. Protestaktion gegen kommunist. Symbole an der Univ., anschl. von der Funktion des Ltr. der »Student. Arbeitsgemeinschaft« enthoben; weiterhin aktiv in der student. Selbstverwaltung, enge Kontakte zu amerikan. Hochschuloffizieren; am 13.3.1947 von der sowj. Besatzungsmacht verhaftet, U-Haft in Potsdam u. Berlin-Hohenschönhausen; am 12.12.1948 vom Sowj. Militärtribunal Berlin-Lichtenberg wg. »Spionage« u. »antisowj. Bestrebungen« zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, bis Juli 1950 Haft im Zuchthaus Bautzen, dann wg. Beteiligung an einem Häftlingsaufstand verlegt nach Brandenburg-Görden; 13.10.1956 Begnadigung u. Freilassung; anschl. Fortsetzung des Studiums an der FU Berlin, 1958 med. Staatsexamen; 1958 Bundesverdienstkreuz für bezeugte Verdienste als Hilfsarzt in den Haftanstalten Bautzen u. Brandenburg; gest. durch einen nie aufgeklärten Verkehrsunfall. 30.9.1994 Rehabilitation durch die russ. Generalstaatsanwaltschaft.Rehfeld, W.: G. W. In: Fricke K. W. u. a. (Hrsg.): Opposition u. Widerstand in der DDR. München 2002; Klein, M.: Jugend zwischen den Diktaturen 1945 – 1956. Mainz 1956.Ilko-Sascha Kowalczuk

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Wulz, Hans

* 1.10.1893 – ✝ 10.12.1975

Geb. in Neubreisach (Elsaß / Neuf-Brisach, Frankreich); Vater Artillerieoffizier u. später Landgerichtsdir.; Volksschule u. Gymnasium, 1912 Abitur; anschl. Fahnenjunker, Offiziersanwärter in Ulm, 1917 Oberltn., Batterieführer, 1919 aus dem Heer ausgeschieden; Studium der Volkswirtschaft an der Univ. Tübingen; 1920 Eintritt in die Reichswehr, Berufsoffizier in München, Erlangen u. Berlin; 1920 Kursant an der Militärturnanstalt Wünsdorf; 1920 – 24 Insp.-Offz. u. Adjutant der Artillerie-Schule Jüterbog; 1924 – 29 Batterie-Chef im Artillerieregiment 2 in Itzehoe; 1929 –34 Lehrer an der Pionierschule in München; 1934 – 36 Abt.-Kdr. im Artillerieregiment 33; 1936 – 42 Referent u. Abt.-Chef beim Heeresamt Berlin; 1939 Oberst; 1942 Kdr. des Artillerieregiments 33; 1942 / 43 Artillerie-Kdr. des IV. Korps bei Stalingrad; Jan. 1943 bei Stalingrad als Generallt. in sowj. Kriegsgef., Antifaschule, Angeh. des Bundes Dt. Offiziere u. des NKFD. Sept. 1948 Entlassung u. Rückkehr nach Dtl., stellv. Schulltr. der Höheren Polizeischule der DVdI; 1951 SED; 1949 zunächst Ltr. der Hauptabt. Schulung, dann Stabschef der HA Grenze u. Bereitschaften der DVdI; 1949 / 50 Stellv. des Ltr. für Allgem. der HV A Berlin; 1950 – 52 Ltr. der Abt. Inspektion beim Stab HV A; 1.10.1952 Generalmajor der KVP; 1952 – 55 Chef der Verw. Artillerie-Versorgung beim Stab der KVP; 1955 / 56 Chef des Standortbereichs Ost-Berlin (Ltr. der Standortkommandantur Berlin (Ost), 1956 – 58 Stadtkommandant von Berlin (Ost); 1958 aus dem aktiven Dienst ausgesch.; Mitgl. des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft ehem. Offiziere.Andreas Herbst

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Wundsch, Hans Helmuth

* 29.9.1887 – ✝ 13.11.1972

Geb. in Lyck (Ostpr. / Ełk, Polen); Vater Berufsoffz.; Gymnasium in Berlin; 1908 – 11 Studium der Naturwiss. in Lausanne, München u. Berlin; Prom. zum Dr. phil. mit einer Diss. zur Parasitenkunde; 1912 – 17 Assistent am Inst. für Fischerei in Berlin-Friedrichshagen; 1917 – 25 Ltr. der Fischereiabt. der Landw. Versuchsstation Münster der Landw.-Kammer u. nebenamtl. Oberfischmstr. für Westf.; 1917 Habil. an der Landw. HS Berlin, 1918 auch an der Univ. Münster; hier Lehrauftrag für Hydrobiol. bis 1925; ab 1925 ord. Prof. für Fischereiwiss. u. Dir. des Fischerei-Inst. der Landw. HS Berlin bzw. der Landw.-Gärtner. Fak. der Univ. Berlin; nebenamtl. Dir. der Preuß. Landesanstalt für Fischerei in Berlin-Friedrichshagen; 1937 aus pol. Gründen in den Ruhestand versetzt; bis 1945 priv. Forschungen. Sommer 1945 für die Wiederaufn. des Lehrbetriebs an der Univ. Berlin u. den Wiederaufbau der Fischwirtschaft auf den Berliner Gewässern als nebenamtl. Dir. des Fischereiamts des Magistrats tätig; bei Neueröffnung der Univ. im Jan. 1946 als ord. Prof. für Fischerei u. Fischzucht bestätigt; 1954 – 56 Dekan der Landw.-Gärtner. Fak. der HU Berlin; wirkte ab 1947 als nebenamtl. Dir. für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Inst. in Berlin-Friedrichshagen; 1951 Gründungsmitgl. der DAL; bis 1958 Dir. des (nunmehrigen) Inst. für Binnenfischerei der DAL; 1953 NP; 1957 Dr. h. c. der HU Berlin; 1962 em. Sek.-Lit.: Schäperclaus, W.: Ein Leben für die Fischerei. H. H. W. zum 70. Geb. (mit Bibl.). Radebeul 1957; Kowalczuk, I.-S.: Geist im Dienste der Macht. Berlin 2003. H. H. W. gilt als Begründer des fischereiwiss. Fachstudiums in Dtl. (ab 1952 an der HU Berlin); er war Hrsg. der Abhandlungen aus der Fischerei (ab 1949), der Ztschr. für Fischerei (ab 1952) u. der Dt. Fischerei-Ztg. (ab 1954); mehr als 200 Publ. zur wiss. Fundierung der Fischereiwiss. als Spezialdisz., u. a.: Fischereikunde (2. Aufl., 1963).Ilko-Sascha Kowalczuk

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Wünschmann, Werner

* 31.10.1930

Geb. in Leipzig; Vater Angest.; OS, Abitur; 1948 CDU; 1949 – 59 Lehrer in Leisnig u. Groß Weitzschen (Döbeln, Sachsen); 1949 – 59 u. 1961 – 67 Abg. örtl. Vertr., u. a. stellv. Bürgermstr. von Groß Weitzschen; 1952 – 74 Mitgl. des CDU-Krs.-Vorst.; 1950 FDGB; 1951 Erste Lehrerprüfung, 1953 Zweite Lehrerprüfung, 1957 St.-Ex. als Fachlehrer für Dt.; 1959/60 Doz. an der Zentr. Parteischule der CDU in Burgscheidungen; 1960 – 65 Fernstudium Geschichte an der HU Berlin, Dipl.-Hist.; 1960 Instrukteur, 1961 – 65 Abt.-Ltr. beim Sekr., 1965 – 89 Sekr. des CDU-Hauptvorst.; 1972 – 89 Mitgl. des Präs.; 1967 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1967 – 71 Schriftführer, ab 1971 stellv. Vors. des Aussch. für Kultur; 1969 Studienrat; 1970 – 74 Mitgl. des Zentralvorst. der DSF; 1974 VVO; 1985 Prom. zum Dr. phil. an der PH Potsdam mit einer Diss. zum Verhältnis von Christentum u. Marxismus; 1990 Mitarb. im Min. für Bauwesen.Zur Dtl.-Konzeption der Führung der CDU in der sowj. Besatzungszone 1945 – 47. Berlin 1966; Kulturvoll leben – staatsbewußt handeln. Berlin 1972; Aus christl. Ethik u. Tradition. Berlin 1987.Helmut Müller-Enbergs

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Wüst, Ulrich

* 12.5.1949

Geb. in Magdeburg; Vater Angest.; 1967 Abitur; 1967 – 72 Studium an der HS für Architektur u. Bauwesen in Weimar; dort 1972 Dipl. als Stadtplaner; 1972 Umzug nach Berlin; Stadtplaner beim Magistrat von Berlin, 1977 Abbruch der Berufstätigkeit als Ing.; zunehmende Beschäftigung mit Fotografie; 1979 – 83 Bildred. der Ztschr. »Farbe u. Raum«; 1980 VBK; erste größere Ausstellung in der Galerie im Krs.-Kulturhaus Treptow; seit 1984 freiberufl. Fotograf, Arbeiten für versch. Ztschr., u. a. »Farbe u. Raum«, »Form u. Zweck«, »Bildende Kunst«, »Sonntag«; Beginn größerer Fotoprojekte, u. a. 1979 – 89 »Stadtwanderung«, 1980 – 83 »Stadtbilder«; seit 1983 freischaff. Fotograf; Arbeit für mehrere, später nicht realisierte Buchprojekte des Verlags der Kunst Dresden, u. a. 1984 – 86 (Stipendium der Ges. für Fotografie) »Berliner S-Bahn« u. 1985 – 86 »Jüd. Friedhöfe«. 1991 Stipendium der Stiftung Kulturfonds; Teiln. an nat. u. internat. Fotoausstellungen, u. a. der 2. Fototriennale in Esslingen 1992, »Memento. Positionen zeitgenöss. Kunst«, Prag 1994; 1994 Stipendium der Senatsverw. für kulturelle Angelegenh. Berlin; 1997 Teiln. an der 7th International Biennial of Photography Turin; 1998 Stipendium des Kunstfonds Bonn; lebt in Berlin u. Schönhof (Mecklenb.). Werke: Projekt »Fragmente – Notizen«. 1984 – 86; »Die Pracht der Macht«. 1986 – 90; »Unter südlicher Sonne«. 1988; »Vergangene Zukunft« 1990 – 93; »Nachlass« 1991 – 92.Abschlußball. Kat. Haus am Kleistpark. Berlin 1993; Prenzlauer Berg – Besichtigung einer Legende. Berlin 1994 (mit A. Haeder); Berlin-Mitte. Amsterdam, Dresden 1997; Peripherie als Ort. Das Hellersdorf-Projekt. Stuttgart 1999; Jahresringe: Kunstraum DDR. Dresden 1999; Die ganze Stadt. Stuttgart 2003; geschlossen. Altenburg 2007; Jahrebuch. Nürnberg 2009. Kat. U. W. Galerie Helsingforser Platz Berlin-Friedrichshain, 1986; Trilogie. Galerie vier Berlin, 1991; Flügge, M.: Fassaden-Werk. U. W.: Abschlußball. In: neue bildende Kunst (1993) 1.Anke Scharnhorst

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Wyschka, Arthur

* 8.1.1894 – ✝ 8.2.1964

Geb. in Weimar; Vater Schlosser u. Werkmstr.; 1900 – 08 Volksschule in Hindenburg (Oberschles.); 1908 – 11 Ausbildung zum Werkzeugschlosser; ab 1911 Schlosser im Ruhrgeb., in Berlin u. Oberschles.; 1914 – 18 Militärdienst (Marine); Mai 1919 KPD; 1919 – 30 DMV, wegen RGO-Tätigkeit ausgeschl.; 1919 – 23 Obmann bzw. Vors. des Betriebsrats des Hüttenwerks sowie Vors. des Gesamtbetriebsrats der A.G. Borsigwerke Hindenburg (Oberschles.); 1923/24 in Polen tätig; 1924 – 33 KPD-Abg. u. 1930 – 33 Mitgl. des Stadtrats von Hindenburg; 1928 – 33 Abg. des Provinziallandtags Oberschles.; ab 1924 Angest. der KPD-BL Gleiwitz; 1924 – 33 Mitgl. der KPD-BL Oberschles.; Org.-Ltr. des Bez., Bez.-Kassierer, Ltr. des Lit.- u. Zeitschriftenvertriebs; 1928 Lehrgang an der zentr. KPD-Parteischule »Rosa-Luxemburg« in Berlin; ab 1930 Verantw. der KPD für die Bez.-Kommunalpol., Verbindungsmann zw. der KPD u. der KP Polens; 1931 drei Mon. Haft wegen Landfriedensbruchs, 1932 wegen »Vorber. zum Hochverrat« angeklagt; 1933 illeg. nach Berlin; April 1933 Verbindungen zu  Walter Ulbricht; Mai 1933 verhaftet, 1933/34 Haft im KZ Esterwegen; 1934 Ltr. des KPD-Bez. Hindenburg (Oberschles.); Febr. 1935 verhaftet, U-Haft in Hindenburg, KZ Lichtenburg, 1937 – 39 KZ Buchenwald; dort Blockältester u. 1938/39 Lagerältester; 1939 – 44 Werkzeugmacher in Berlin; 1939 – 44 DAF; ab 1940 illeg. pol. Arbeit, Kontakte zu Walter Husemann; 1944 verhaftet, 1944/45 KZ Sachsenhausen. 1945/46 Ref. für kommunalpol. Fragen im ZK der KPD; 1946 – 49 Ltr. der Abt. Kommunalpol. im ZS beim ZV der SED (in Parität mit  Hugo Zimmer); 1949 1. Sekr. der diplomat. Mission der DDR in Warschau, teilw. deren Ltr.; 1950 – 52 Mitgl. der BPO der Mission; 1951 3. Missionsrat der Botschaft; 1952 – 55 Ltr. der Konsularabt. in Warschau (Nachf. von Edwin Lesniewski) Mai 1955 Abberufung aus der Funktion des Konsuls bei der DDR-Botschaft in Warschau wg. »Mißbrauch seiner Funktion für die Regelung persönl. Angelegenh.«; danach Abt.-Ltr. im Min. für Ausw. Angelegenh.; Dez. 1963 Banner der Arbeit; gest. in Berlin.van Bergh, H.: ABC der Spione. 1963; Niethammer, L. (Hrsg.): Der »gesäuberte« Antifaschismus. Die SED u. die kommunist. Kapos von Buchenwald. Berlin 1994; Kschieschan, A.: A. W. (1894 – 1964). In: Mielke, S. (Hrsg.): Gewerkschafter in den KZ Oranienburg u. Sachsenhausen. Berlin 2002; Peters, U.: Wer die Hoffnung verliert, hat alles verloren. Kommunist. Widerstand in Buchenwald. Köln 2003.Bernd-Rainer Barth

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Zagrodnik, Stephan

* 20.9.1916 – ✝ 30.11.1990

Geb. in Waldau (Krs. Kassel); Vater Kleinbauer; Volksschule; seit 1931 in der Landw. tätig; Wehrmacht. 1945 – 51 Neubauer in Hirschfeld (Krs. Freiberg); 1949 DBD; seit 1952 dort hauptamtl. tätig; 1956/57 Studium am Inst. des ZK der SED zur Ausbildung von Funktionären für die soz. Landw. in Schwerin, staatl. geprüfter Landwirt; 1955 – 60 Sekr. des Bez.-Vorst. Karl-Marx-Stadt der DBD; 1960 – 76 Sekr. für Schulung u. Aufklärung des PV; 1960 – 82 Mitgl. des PV u. seines Präs.; 1960 – 72 Mitgl., dann bis 1977 Vors. des Parteischiedsgerichts; 1963 – 81 Abg. der Volkskammer; 1963 – 76 stellv. Vors. der DBD-Fraktion; Vors. des Aussch. für Land- u. Forstw.; ab 1966 Mitgl. des Landw.-Rats der DDR; 1961 – 67 Mitgl. des Präs. der Liga für Völkerfreundschaft u. des Präs. der Dt.-Afrikan. Ges.; 1965 Mitgl. des Friedensrats; 1974 VVO; 1974 Vize- präs. der Freundschaftsges. DDR – Nordeuropa; Nov. 1976 Ausscheiden aus der hauptamtl. Funktion aus gesundheitl. Gründen.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

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Zaisser, Elisabeth

* 16.11.1898 – ✝ 15.12.1987

Geb. in Essen; Vater Güterexpedient; 1905 – 08 Kath. Volksschule, 1908 – 15 Höhere Mädchenschule u. 1915 – 18 Oberlyzeum; 1919 Lehramtsprüfung; 1919/20 Lehrerin an Essener Volksschulen; 1920 – 22 Lehrerin an der Höheren Privatschule in Essen; 1921 Freie Lehrergewerkschaft; 1922 Entlassung aus dem Schuldienst; Eheschließung mit  Wilhelm Zaisser; 1922 – 32 Hausfrau; 1926 Übersiedlung mit ihrem Mann nach Berlin; KPD; 1927 erneut in Essen; 1928 Übersiedl. zu ihrem Mann nach Mukden in China; 1930 viermonatiger Aufenthalt in Moskau; 1930 – 32 Parteiarbeit im UB Berlin-Köpenick der KPD; 1.4.1932 Übersiedl. nach Moskau; 1.9.1932/ 33 Lehrerin an der Karl-Liebknecht-Schu- le; 1932 – Juni 1935 Abendstudium an der KUNMZ; dort gleichz. Doz. für Dt. u. Geogr.; 1934 – 46 Doz. für dt. Sprache am Moskauer Staatl. Pädagog. Inst.; dort weitere Studien u. Aspirantur; Red. u. Rezensent im Moskauer Verlag für Lehrbücher; Mitarb. bei der Aufstellung von staatl. Hochschulprogrammen; 1934 – 37 Doz. für dt. Sprache am Inst. der Roten Professur; 1938 Ltr. des Lehrstuhls für dt. Philol. am Pädag. Inst. für Fremdsprachen in Gorki; 1939 – 41 Ltr. des Lehrstuhls für Dt. Sprache an den Übersetzerkursen beim ZK der KPdSU; seit 1939 Autorin von Lehrbüchern für dt. Sprache u. Grammatik; 1940 sowj. Staatsbürgerschaft; 1941 – Febr. 1942 u. 1944 – 47 Oberlehrerin u. Ltr. des Absolventenkurses am Militärinst. für Fremdsprachen der Roten Armee; Anf. Okt. 1941 – Herbst 1942 Evakuierung, Stawropol u. Engels; 1942/ 43 fünf Mon. Übersetzerin beim Staatl. Rundfunkkomitee. Okt. 1947 Rückkehr nach Dtl.; März 1948 SED; Doz. an der ABF u. Lehrbeauftr. für sowj. Lit. an der MLU Halle; Okt. 1949 Berufung als Prof. für Sowjetpädagogik u. Methodik des Russ.-Unterichts an der TH Dresden; 1.1.1950 Dir. des Dt. Pädagog. ZI in Berlin u. Hrsg. der Ztschr. »Pädagogik«; 1950 – 54 Abg. der Volkskammer u. Mitgl. des Bundesvorst. des DFD; Dez. 1950 Staatssekr. im Min. für Volksbildung; Juli 1952 – Okt. 1953 Ministerin für Volksbildung (Nachf. von  Paul Wandel), im Zusammenhang mit der Wilhelm-Zaisser – Rudolf-Herrnstadt-Affäre auf eigenen Wunsch Ausscheiden aus der Funktion; Dez. 1953 VdN; Lektorin im Verlag Volk u. Welt; danach bis 1983 freischaff. Übersetzerin; 1978 Ehrenspange zum VVO; 1983 VVO.Müller-Enbergs, H., Otto, W.: Wilhelm Zaisser: Spanienkämpfer – MfS-Chef – Unperson. Berlin 2009; Klein, Th.: »Für die Einheit u. Reinheit der Partei«. Köln 2002; Uhlig, C.: »Es gäbe hierzu viel zu berichten«. Berlin 2003.Peter Erler / Helmut Müller-Enbergs

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Wollenberg, Otto

* 7.10.1898 – ✝ 19.3.1973

Geboren am 7. Oktober 1898 in Berlin, Sohn einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie. Kaufmännische Lehre, Angestellter. Nach dem Ersten Weltkrieg kurz SPD-Mitglied, seit 1919 Mitglied und Funktionär im AM-Apparat der KPD. Er gehörte später zu den Versöhnlern, deshalb 1929 als »Rechtsabweichler« aus der KPD ausgeschlossen, wurde jedoch 1931 von Hans Kippenberger wieder zur Arbeit herangezogen, Decknamen O. Burg und Murgl. Am 8. Mai 1933 in Berlin festgenommen und 1934 vom Berliner Kammergericht zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Im August 1935 Emigration nach Prag, dort zeitweise Leiter des KPD-Abwehrapparates, Ende 1936 durch Herbert Lessig (Bert), dem stellvertretenden Leiter des AM-Apparates seiner Funktion enthoben, wurde Wollenberg 1937 aus der KPD ausgeschlossen. Er emigrierte 1938 nach Großbritannien, 1939 in die USA. In New York war er als Journalist Mitarbeiter der sozialdemokratischen »Neuen Volks-Zeitung«. Wollenberg kehrte 1945 mit Unterstützung Kurt Schumachers nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SPD und leitete einige Jahre das Landesamt für Verfassungsschutz in Schleswig-Holstein. Anschließend war er Referent im Niedersächsischen Innenministerium, dann bis 1959 Leiter der Pressestelle des DGB-Landesbezirks NRW, zuletzt bis 1965 Redakteur bei der DGB-Wochenzeitung »Welt der Arbeit«. Otto Wollenberg starb am 19. März 1973 in Hamburg.

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Wolters, Hermann

* 25.5.1910 – ✝ 24.10.1974

Geboren am 25. Mai 1910 in Bremen, Sohn eines Schlossers. Schiffsjunge und Matrose, 1930 wurde er Mitglied des KJVD und der KPD. 1931 Instrukteur der BL Wasserkante im Hamburger Hafen. Nach einem Lehrgang im Oktober 1931 an der Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau wurde Wolters vom ZK als hauptamtlicher Agitpropleiter im Bezirk Wasserkante eingesetzt. 1932 war er als führendes Mitglied des »Roten Marinesturms« an einem Überfall auf einen NSDAP-Stützpunkt und 1933 an einem »Raubüberfall« beteiligt. Daraufhin im Mai 1933 verhaftet und zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung im November 1939 kehrte Wolters nach Bremen zurück, Angestellter. 1944 hielt er sich illegal in Bremen auf. Im April 1945 gehörte Wolters zum Vorstand der überparteilichen Bremer Kampfgemeinschaft gegen den Faschismus, war nach deren Auflösung Mitglied der KPD-BL Bremen. Er kritisierte die Politik der KPD/SED, trat am 18. Mai 1946 aus der KPD aus und wurde Mitglied der SPD. Von 1945 bis 1959 war er zunächst für die KPD, dann für die SPD Bremer Senator für Wirtschaft sowie Abgeordneter der Bürgerschaft. Hermann Wolters starb am 24.Oktober 1974 in Bremen.

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Woschni, Eugen-Georg

* 18.2.1929

Geb. in Berlin; Vater Reichsbahnoberrat; Abitur in Dresden, Studium der Elektrotechnik an der TH Dresden, 1951 Dipl., 1953 Prom. mit einer Arbeit zu Verzerrungsproblemen in der Nachrichtentechnik bei  H. Barkhausen, anschließend Oberassistent bei  H. Frühauf; 1956 Habil.; 1957 Berufung als ord. Professor an die HS für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt, dort 1959 – 62 Prorektor für Forschung, 1965 – 68 Gründungsdekan der Fak. für Elektrotechnik; Gastprof. in Australien, Finnland u. Österreich; 1965 – 68 Vors. des Wiss. Beirats Elektroingenieurwesen beim Min. für Hoch- u. Fachschulwesen; ab 1966 Ltr. der Gruppe »Grundlagen der Elektronik u. Automatisierungstechnik« u. Mitgl. des Vorst. im Forschungsrat der DDR; 1976 Korr. Mitgl. der AdW; 1981 Dr. h.c. der TU Dresden, VVO; 1985 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW zu Leipzig. 1992 Neuberufung als Prof. für Nachrichtentechnik an die TU Chemnitz; 1995 – 2001 Mitgl. des Präs. u. Sekretär der Technikwiss. Klasse der Sächs. AdW, Gründungsmitgl. der Techn. Komitees 1 (education) u. 7 (theory) der International Measurement Confereration, 1996 – 2000 Mitgl. des Senats der Dt. Akad. der Wiss. zu Mainz; 2002 Mitgl. der Dt. Akad. der Technikwiss. »acatech«; 12 Fach- u. Lehrbücher, zahlr. wiss. Zeitschriftenbeiträge, Überarbeitung u. Neuherausgabe von Barkhausens Standardwerk »Elektronenröhren«; lebt in Dresden.Frequenzmodulation. Berlin 1962; Meßdynamik. Leipzig 1964; Meßinformationssysteme. Berlin 1972 (mit M. Krauß); Informationstechnik. Berlin 1981; Messgenauigkeit. München, Wien 1997 (mit H. Hart u. W. Lotze).Günter Dörfel

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Wötzel, Roland

* 3.6.1938

Geb. in Plauen; bis 1960 Studium der Wirtschafts- u. Rechtswiss, Dipl.-Ökon. u. Dipl.-Jur.; 1959 SED; bis 1971 1. stellv Vors., 1971 – 77 Vors. der Bez.-Plankommission Leipzig; 1971 – 77 stellv. Vors. des Rats des Bez. Leipzig; 1971 Mitgl. der SED-BL Leipzig u. Abg. des Bez.-Tags Leipzig; 1977/78 Studium an der PHS der KPdSU; 1978 – 84 1. Sekr. der SED-KL Leipzig-Stadt; 1979 VVO; 1984 Sekr. für Wiss., Erziehung u. Kultur der SED-BL Leipzig; am 9. Okt. 1989 beteiligt an dem von  Kurt Masur im Leipziger Stadtfunk verlesenen »Appell der Sechs«, der mit einem Aufruf zu »friedl. Meinungsaustausch« u. »Besonnenheit« zum friedl. Ausgang der großen Montagsdemonstration beitrug; 4.11.1989 – 90 1. Sekr. der SED-BL Leipzig (Nachf. von  Horst Schumann). Lebt als Rechtsanwalt in Leipzig. Im Fernsehfilm »Deutschlandspiel« (2000) spielt  Jaecki Schwarz die Rolle des R. W.Neues Forum Leipzig: Jetzt oder nie. Leipzig 1989; Links, Ch. (Hrsg.): Das wunderbare Jahr der Anarchie. Berlin 2005.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wrobel, Gustav

* 1904 – ✝ 1938

Geboren 1904 in Hagen, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Schlosser und war dann Metallarbeiter. Er trat 1922 in die KJD ein und wurde 1925 Mitglied der KPD. Ende der zwanziger Jahre wurde Wrobel hauptamtlicher Funktionär, Mitglied der BL Niederrhein in Düsseldorf, zeitweise auch im zentralen AM-Apparat tätig (Pseudonym Emil Stölzer). Ab 1933 illegale Widerstandsarbeit in Deutschland, 1934 Emigration in die Tschechoslowakei, in der Grenzarbeit für die KPD eingesetzt. Im Januar 1936 wurde er in die Sowjetunion kommandiert und arbeitete dort kurze Zeit im Komintern-Apparat. Gustav Wrobel wurde im April 1938 vom NKWD verhaftet und soll noch im gleichen Jahr erschossen worden sein.

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Wunderlich, Gert

* 18.11.1933

Geb. in Leipzig; 1948 – 51 Lehre als Schriftsetzer; 1953 – 58 Stud. an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig bei  Albert Kapr, Oskar Zech u. Otto Erler; 1958 – 60 Buchgestalter in der Druckerei Fortschritt, Erfurt; 1959 VBK; seit 1960 freischaff.; 1964 Sekr. der Internat. Buchkunstausstellung (IBA) Leipzig; seit 1966 Teiln. an Plakatbiennalen in Warschau, Brno, Mons, Lahti, u. a.; 1966 Aspirantur an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, 1971 Doz., 1979 Prof. mit künstler. Lehrtätigkeit, 1979 – 94 Ltr. der Fachrichtung Buchgestaltung / Gebrauchsgrafik (bis 1999 der Fachklasse für Buchgestaltung, Typografie, Plakat); 1971 Mitgl. des Bundes Dt. Buchkünstler (Offenbach a. M.); 1976 Kunstpreis der DDR; 1977 u. 1989 Goldmed. der IBA; 1979 Gutenberg-Preis; 1982 Vors. des ICOGRADA-Komitees (International Council of Graphic Design Associations) der DDR; Ausstellungen 1985 »L’image des mots« in Paris u. 1989 »Self-Image« in Jerusalem; 1986 NP; 1988 / 89 Gastdoz. an der Akad. für Kunst u. Design Beijng; Gesamtgestaltung von Büchern, Plakaten, Entwurf u. Zeichnung von Druckschriften (»Maxima«, 26 Versionen); zahlr. Auszeichnungen »Schönste Bücher«, »Schönste Buchumschläge«, »Beste Plakate«. 1992 Berufung zum Prof. (nach bundesdt. Recht) an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, 1999 em.; 1998 Goldmed. der XI. Biennale Gebrauchsgrafik in Brno u. Walter-Tiemann-Oeuvre-Preis; 2004 »Bestes Design« für Bücher u. Ausstellungskat. zur XXI. Biennale Graphic Design Brno; lebt in Leipzig. Buchgestaltung: Schifner, K.: Otto Pankok. Dresden 1963; Wegbereiter – 25 Künstler der DDR. Dresden 1976; Büttner, H. u. Meißner, G.: Bürgerhäuser in Europa. Leipzig 1980; George, M.: Max Schwimmer. Dresden 1981; Brühl, G.: Herwarth Walden und DER STURM (mit Sonja Wunderlich). Leipzig 1983; Schönemann, H.: Wolfgang Mattheuer. Leipzig 1988; Meißner, G.: Werner Tübke. Leipzig 1989; Büchergilde Gutenberg, Frkf. a. M.: Artaud, A.: Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft. (Büchergilde Gutenberg) Frankfurt (Main) 1998; Herfurth, E., G. W.: Von Affe bis Zebra. Das Tieralphabet. München 2001; Faber & Faber Leipzig: Reihe »Graphische Blätter«. Leipzig 2001 – 04. Plakate: »Tod jedem Faschismus!«, Thomas-Mann-Ehrung der DDR (1975); 50. Jahrestag der ASSO (1978); »hochrüsten-totrüsten« (1982); »Jan Tschichold«, 100. Geb. (2002).Bergner, W.: Die Gebrauchsgrafiker Sonja u. G. W. In: Bildende Kunst (1980) 6; Kapr, A.: G. W. In: novum gebrauchsgraphik, München (1981) 7; Von zart bis extrafett –Typo-Grafik von G. W. 1957 – 1998. Leipzig 1998; Überklebt. Plakate aus der DDR. Schwerin 2007.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

Wer war wer in DDR

Wünsche, Harry

* 8.5.1929 – ✝ 3.5.2008

Geb. in Plauen als Sohn eines Angestellten, Volks- u. Oberschule, Abitur, 1946 Mitbegr. der FDJ in Chemnitz, März-Sept. 1946 CDU, ab 1947 SED; 1947 – 49 Lehrer an Oberschulen in Chemnitz, 1949 / 50 stellv. Dir. am Seminar für soziale Frauenberufe in Chemnitz; Studium der Rechtswiss. an der MLU Halle; 1950 – 52 Ass. an der DASR Potsdam-Babelsberg, 1952 dort Staatsexamen, 1952 – 54 Oberass., 1956 Prom. zum Dr. jur., 1954 – 61 dort Doz.; 1961 / 62 1. Sekr. bzw. Botschaftsrat in der UdSSR, 1962 / 63 Rat an der Botschaft in Moskau bzw. im MfAA; 1964 / 65 Doz., 1965 Habil., 1966 / 67 Prof. für Völkerrecht an der ASR, Ltr. des Lehrstuhls Internat. Org.- u. Vertragsrecht; 1968 – 71 Ltr. der Abt. Analyse, Prognose u. Planung im MfAA; ab 1971 Prof. für Völkerrecht / Recht der internat. Org. am Inst. für Internat. Beziehungen der ASR; 1954 – 60 Vizepräs. der Dt. Liga für die Vereinten Nationen; 1965 – 67 Generalsekr., 1967 – 70 Vizepräs., 1970 – 90 Präs. der Gesell. für Völkerrecht der DDR. Ab 1994 Vors. des Kuratoriums Stiftung West-Östl. Begegnungen, zuletzt Ehrenvors.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wurm, Christoph

* 8.8.1891 – ✝ 1939

Geboren am 8. August 1891 in Offenbach/M., Sohn eines bekannten Sozialisten; besuchte die Reformschule, das Technikum und die Hochschule und absolvierte eine Drechslerlehre. 1905 trat er in die Arbeiterjugend, 1908 in die SPD ein. Wurm arbeitete an sozialdemokratischen Parteizeitungen und hatte während des Weltkrieges Verbindung zur Spartakusgruppe. 1917 Mitglied der USPD, war er 1918/19 einer der Führer des Roten Soldatenbundes und nahm als dessen Delegierter am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 teil. Er hatte die militärische Gesamtleitung des Januaraufstandes und betätigte sich anschließend illegal für den Roten Soldatenbund in Berlin und anderen Städten, damals einer der wichtigsten Mitarbeiter der Zentrale. Nach dem II. Heidelberger Parteitag 1919 kam Wurm in die Schulungsarbeit und war hauptamtlicher Wanderredner für die KPD. Bei der März-Aktion 1921 Beauftragter der Zentrale für Mitteldeutschland, wurde 1923 Oberleiter für die Bezirke Ostpreußen und Danzig. Als Anhänger der Mittelgruppe nach dem IX. Frankfurter Parteitag 1924 aus dem deutschen Parteiapparat entfernt, ging er im Auftrag der Komintern als Redakteur zur Wiener »Roten Fahne«. Am 24.September 1924 zusammen mit Walter Ulbricht in Wien verhaftet und nach Verbüßung einer kurzen Gefängnisstrafe abgeschoben. Bis 1929 im Komintern-Apparat zunächst als Referent, zuletzt als Leiter der Informationsabteilung tätig. Nach der Reorganisation der Komintern nach dem X. EKKI-Plenum wurde deren Informationsabteilung aufgelöst und Wurm kehrte im November 1929 nach Deutschland zurück. Gemeinsam mit Erich Kunik leitete er die Informationsabteilung des ZK der KPD. Während der Auseinandersetzungen mit Neumann-Remmele stand Wurm auf seiten von Ernst Thälmann und wurde im Sekretariat des ZK vor allem für theoretische Fragen eingesetzt. Bis Juli 1934 Mitarbeiter der LL in Berlin, emigrierte dann nach Prag und später nach Paris. Ende April 1935 wieder in der Sowjetunion, Lektor, anschließend Leiter des deutschen Sektors an der Internationalen Leninschule. In der bedrükkenden Atmosphäre der Moskauer Säuberungen erlitt er 1937 einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Kurz nach Kriegsausbruch, im September 1939, starb Christoph Wurm nach einem zweiten Schlaganfall. Seine Lebensgefährtin Hedwig Linke (*23. 2. 1899 – † 1. 3. 1976), Schneiderin und Kontoristin, seit 1919 KPD, führte gemeinsam mit ihrem ersten Mann, Karl Prinz, illegale Aktionen durch, deshalb 1924 zeitweise inhaftiert. Anfang 1925 nach Moskau geschickt, bis 1929 Archivarin im Dokumentararchiv des EKKI, nach Aussagen von Ruth von Mayenburg auch Sekretärin von Richard Sorge, arbeitete eng mit der 4.Abteilung der GRU zusammen. Seit der Trennung von Karl Prinz 1927 Lebensgemeinschaft mit Christoph Wurm, mit dem sie Ende 1929 nach Deutschland zurückkehrte. Im April 1935 wieder in die Sowjetunion, erneut im Komintern-Apparat tätig. Im Juli 1945 nach Berlin, bis Januar 1947 Leiterin des Amtes für Wirtschaftshilfe beim Magistrat. Anschließend Chefsekretärin von Rudolf Herrnstadt bei der »Berliner Zeitung«, sie erhielt 1969 den VVO in Gold.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wuttke, Franz

* 26.11.1899 – ✝ 14.10.1973

Geboren am 26. November 1899 in Olesno/ Oberschlesien; wurde Heizer und war von 1917 bis 1918 Soldat. Er trat 1923 in die KPD ein, war 1924 kurz inhaftiert und gehörte ab 1928 als hauptamtlicher Funktionär der BL Oberschlesien an. Von 1930 bis 1933 in der RGO aktiv und 1932 Orgleiter für Oberschlesien, Stadtverordneter in Hindenburg. Im Juli 1933 Emigration in die ?CSR, dort Leiter des KPD-Grenzstützpunkts Mährisch-Ostrau. Bis 1938 war Wuttke für die Anleitung des Widerstands in Schlesien verantwortlich (Deckname Peter Rudolf), dann Emigration nach Großbritannien. Bis Februar 1945 Mitglied der KPD-Landesgruppe, danach an die polnische Emigration überwiesen und bis Dezember 1945 Sekretär der Parteigruppe der polnischen Arbeiterpartei in Leeds. 1946 ging er zurück nach Oberschlesien, wurde Direktor eines Betriebs und Parteisekretär der polnischen Kommunisten, Stadtverordneter in Zabrze. Dort starb Franz (Franciszek) Wuttke am 14. Oktober 1973.

Wer war wer in DDR

Wyschofsky, Günther

* 8.5.1929

Geb. in Bischofswerda (Sachsen); Vater Konditor, Mutter Glasmacherin; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Laborant u. Drogist in Bautzen u. Bischofswerda. 1945/46 KPD/SED; 1946 – 48 ABF Halle; 1948 – 51 Chemiestudium an der TH Dresden u. der Univ. Leipzig, Dipl.-Chemiker; 1951 – 53 Betriebschemiker u. Ltr. des Forschungslabors im VEB Plaste Espenhain, 1953 – 55 Instrukteur, 1955 – 57 Sektorenltr. Sektor Chemie der Abt. Grundstoffindustrie im ZK der SED; 1957/58 Studium an der PHS; 1958/59 stellv. Ltr. der Abt. Bergbau, Kohle, Energie u. Chemie; 1959 – 62 Ltr. der Abt. Grundstoffindustrie des ZK der SED (Nachf. von  Berthold Handwerker); 1960 VVO; 1962 – 65 Stellv. des Vors. der SPK; 1964 Banner der Arbeit; 1965/66 Ltr. der Abt. Chemieplanung in der SPK; ab 1963 Kand., ab 1964 Mitgl. des ZK der SED; Mai 1966 – Nov. 1989 Minister für chem. Industrie (Nachf. von Siegbert Löschau); 1970 VVO; Vors. der ständ. Kommission des RGW für chem. Industrie; 1979 VVO; 1984 Dr. rer. nat. h. c. (THC Leuna-Merseburg) u. Ehrenspange zum VVO; 1989 KMO; 1990 Vorruhestand; lebt in Bischofswerda.Die chemische Industrie. Berlin 1959; Zusammenarbeit mit der Intelligenz. Berlin 1961; Die chem. Industrie der DDR. Berlin 1964; Fragen an einen Zeitzeugen. Berlin 2004. Es gab keine Macht gegen die Macht. Interview mit G. W. In: Pirker, Th. u. a.: Der Plan als Befehl u. Fiktion. Opladen 1995.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Zahn, Alfred Franz

* 17.8.1903 – ✝ 14.4.1972

Geb. in Hamburg; Vater Maschinist, Mutter Dienstmädchen; 1910 – 18 Volksschule in Hamburg, 1918 – 21 Lehrerseminar in Havelberg; Nov. 1919 KPD Hamburg (Spartakusbund); 1920 Erste Lehrerprüfung, 1921 Lehrerseminar abgebrochen; 1921 – 23 techn. Sekr. der KPD Hamburg; Mitgl. der KJV-BL Wasserkante, Ressort Bildung; Ltr. der in der »Hamburger Volksztg.« erscheinenden Jugendbeilage »Der Stürmer«; Okt. 1923 Teiln. am Hamburger Aufstand; steckbrieflich gesucht; illeg. in Kassel, Halle, Berlin u. Staaken; 1924 Mitarb. der KPD-Wahlkampfztg. »Die Laterne« (Berlin-Spandau); Mai 1924 in die UdSSR; 1924 – 27 WKP (B); in Melitopol (Ukraine), dann in Prischib (Molotschansk) u. Odessa; Englischlehrer an der dt. Schule u. Kursant der KPdSU-Schule der nat. Minderheiten; in Cherson Inspektor am Volksbildungskommissariat für nat. Minderheiten; 1925 – 27 in Moskau Mitarb. im EK der IRH, Ltr. des Pressebüros u. verantw. Red. der Funktionärsztschr. MOPR (IRH-Organ); 1927 Rückkehr nach Dtl.; in Hamburg-Bramfeld hauptamtl. Dtl.-Korrespondent der Moskauer Eisenbahnerztg. »Goudok«; daneben Theater- u. Filmkritiker der »Hamburger Volksztg.«; Abt.-Ltr. im RFB Hamburg; Angest., dann Geschäftsf. der Zweigstelle Hamburg der sowj. Handels-Ges. »Centrosojus«; bis 1932 Mitarb. der Hamburger Filiale der »Garantie u. Kreditbank für den Osten«; arbeitslos; Ltr. eines pol. Antiquariats mit einem Ztschr.-Leihzirkel; 1932 Mitarb. der KPD-Paßzentr. Berlin; Mai 1933 verhaftet u. vom VGH wegen »Vorber. zum Hochverrat« u. Urkundenfälschung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, 1933 – 35 Haft in Plötzensee, Hamburg u. Wolfenbüttel; 1935 nach Frankreich (Paris) emigriert; Fotograf; journalist. Mitarb. beim »Komitee für Recht u. Freiheit in Dtl.«, Ltr. der Presse- u. Prop.-Arbeit des Komitees für Recht u. Frieden (Nachf. von  Michael Tschesno-Hell); Mitarb. am Buch »Blut u. Ehre«; 1937 aus Dtl. ausgebürgert; Mitarb. am Freiheitssender 29,8; Sept. 1939 in Paris verhaftet, U-Haft in der Santé (Paris), 1939 – 41 in Le Vernet u. Les Milles interniert; 1941 Emigr. in die USA; 1941/42 Arbeiter in einer chem. Fabrik u. einer Hefefabrik in New York; 1943 – 45 Red. der Ztg. »German American«; 1946/47 Chefred. von »Germany Today«. Dez. 1946 Rückkehr nach Dtl.; zunächst in einem amerik. Lager in Ludwigsburg; Jan. 1947 in Berlin; 1947 Lektor an der PHS Liebenwalde, erster Lehrgang für Journalisten; 1947 – 49 Rundfunkintendant des Landessenders Schwerin; 1949 – 53 Programmdir., dann Chef der Hauptnachrichten b. Berliner Rundf.; Chefred. der Ztschr. »Unser Rundfunk«; 1953 Chef vom Dienst bei ADN, Berlin; 1954 u. 1956/57 stellv. Chefred. »Magazin«; 1954 – 56 Chefred. des Kongress-Verlags u. der dort ersch. Monatsztschr. »Der Reporter« (Nachf. von  Georg F. Alexan); 1957/58 stellv. Chefred. der »NBI«; 1958/59 Red. beim Dietz Verlag in Berlin für d. Ztschr. »Probleme des Friedens u. des Soz.«; ab 1958 Ltr. der Arab. Red. bei Radio Berlin International; 1959 VVO; 1961 – 62 Ltr. des Überseeprogramms, 1962 – 68 Ltr. des Pressearchivs u. der Bibliothek des Staatl. Rundfunkkomitees; 1968 Rentner; gest. in Berlin.Atom – Tod oder Segen. Berlin 1955.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zaisser, Elisabeth

* 16.11.1898 – ✝ 15.12.1987

Geboren am 16. November 1898 in Essen als Elisabeth Knipp, Tochter eines Kaufmanns; besuchte nach der katholischen höheren Mädchenschule ein Oberlyzeum, 1919 Lehramtsprüfung, anschließend Lehrerin in Essen. 1922 heiratete sie Wilhelm Zaisser, am 22. April 1924 wurde Tochter Renate geboren. 1926 Mitglied der KPD, sie ging mit ihrem Mann nach Berlin, dort führend in der KPD-Frauenarbeit. 1928 folgte sie Zaisser in die Sowjetunion, später nach China, kehrte nach einiger Zeit aber wieder nach Deutschland zurück, ehrenamtliche Funktionärin in Berlin. Anfang April 1932 erneute Übersiedlung in die Sowjetunion, zunächst Lehrerin an der Karl-Liebknecht-Schule in Moskau, später Dozentin an der KUNMS. Ab 1934 Lehrtätigkeit an Instituten und Parteischulen des ZK der KPdSU. Anfang Oktober 1941 nach Stawropol bzw. nach Engels evakuiert, im Herbst 1942 konnte sie nach Moskau zurück und arbeitete als Lehrerin und Übersetzerin sowie Autorin von Lehrbüchern für deutsche Sprache. Im Oktober 1947 wieder in Deutschland, Mitglied der SED, Dozentin an der Universität Halle-Wittenberg. 1950 Direktorin des Deutschen Pädagogischen Zentralinstituts, ab Dezember 1950 Staatssekretärin im Ministerium für Volksbildung. Else Zaisser übernahm im Juli 1952 als Nachfolgerin von Paul Wandel das Ministerium für Volksbildung. Sie trat jedoch im Zusammenhang mit der Zaisser-Herrnstadt-Affäre im Oktober 1953 »auf eigenen Wunsch« zurück. Danach Lektorin im Verlag Volk und Wissen und bis 1983 freischaffende Übersetzerin. Sie erhielt 1978 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Else Zaisser starb am 15. Dezember 1987 in Ost-Berlin.Peter Erler / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wollstadt, Hanns-Joachim

* 6.2.1929 – ✝ 4.3.1991

Geb. in Mollwitz (Krs. Brieg, Schles./Małujowice, Polen); Vater Pfarrer; ab 1947 Studium der Theol. in Berlin, Bethel u. Heidelberg; Vikar in Rothenburg; 1955 Ordination in Görlitz; 1956 Pfarrer in Jänkendorf / Ullersdorf (Kirchenkr. Niesky); 1960 – 65 Provinzialpfarrer für Innere Mission u. Ev. Hilfswerk; 1965 Prom. an der KMU Leipzig; 1965 – 70 Ltr. des Diakon. Werks im Görlitzer Kirchengeb. u. bis 1979 Vorsteher der Heil- u. Pflegeanstalt Martinshof in Rothenburg (Oberlausitz); 1968 Vors. der Brüderhausvorsteherkonferenz; 1970 – 76 Vizepräses der Synode der Ev. Kirche der Union (EKU) in der DDR; 1975 Mitgl. des Hauptaussch. des Werks Innere Mission u. des Hilfswerks der Ev. Kirche in der DDR; 1979 Wahl zum Bischof der Kirchenprovinz Görlitz (Nachf. von  Hans-J. Fränkel); 1982 – 84 Vors. des Rats der EKU (Nachf. von  Eberhard Natho); Okt. 1985 aus gesundheitl. Gründen Versetzung in den Ruhestand; gest. in Görlitz.Roger Sitter / Ehrhart Neubert

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Womacka, Walter

* 22.12.1925 – ✝ 18.9.2010

Geb. in Obergeorgenthal (Krs. Brüx, ČSR / Horní Juřetín, Tschechien); Vater Gärtner; 1940 – 43 handw. Ausbildung an der Staatsschule für Keramik u. verwandte Gebiete in Teplitz; 1943 – 45 Kriegsdienst u. Gefangenschaft. 1945/46 Landarb.; 1946 – 48 Studium an der Mstr.-Schule für gestaltendes Handwerk Braunschweig; 1949 – 51 Studium der Wandmalerei an der HS für Baukunst u. bildende Künste Weimar, 1951/52 an der HS für bildende Künste Dresden; 1952 SED; 1953/54 Assistent für Malerei; 1963 – 68 Lehrtätigkeit; 1965 Prof.; 1968 – 88 Rektor der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee (Nachf. von  Fritz Dähn); 1959 – 88 Vizepräs. des VBK; 1969 DAK; 1969 – 71 Mitgl. der BL der SED Berlin; ab 1974 Ltr. einer Mstr.-Kl. an der HS für bildende Künste Dresden; Studienreisen u. a. nach Bulgarien, Italien, Ägypten, Griechenland, Jugosl. u. in die UdSSR; 1962, 1968 u. 1985 NP. Ab 1990 Studienreisen in die USA, nach Zypern, Taiwan, Frankreich, Italien, Norwegen, Spanien; vorw. Landschaftsmalerei u. Stilleben; 2004 Retrospektive in Eisenhüttenstadt u. Beeskow; 2005/06 Ausst. zum 80. Geb. in Berlin; 2007 Gründung des »Freundeskreis W. W. e.V.«; gest. in Berlin. Werke: Glasfenster für die Trinkhalle der Marienquelle in Bad Elster (1958/59), Gemälde: Am Strand (1962/63), Glasfenster für die KZ-Gedenkstätte in Sachsenhausen (1960 – 63), Mosaikfries für das Berl. »Haus des Lehrers« (1963/64), Gemälde: Ostseefischer (1967), Brunnen am Berl. Alexanderplatz (1970), Gemälde: Zerstörte Plastik u. Blumen (1972), Berlin (1975 – 77), Erika Steinführer (1981), Der Strand (1982 – 87).Farbe bekennen. Berlin 2004 (Autobiogr.). Pommeranz-Liedke, G.: W. W. Dresden 1970; Hütt, W.: W. W. Dresden 1980; Kat. W. W. Ausstellung in der Kunsthalle Weimar 1969; Kat. Staatl. Museen zu Berlin 1985; Kat. Kulturhaus VEB Synthesewerk Schwarzheide 1990.Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

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Wosikowski, Alice

* 18.10.1886 – ✝ 7.4.1949

Geboren am 18. Oktober 1886 in Danzig; von Beruf Kindergärtnerin und mit dem Dreher Wilhelm Wosikowski verheiratet. Dieser wurde wegen seiner Gewerkschaftstätigkeit 1911 gemaßregelt, zog deshalb mit der Familie nach Kiel und ist 1914 im Weltkrieg gefallen. Alice Wosikowski war wie ihr Mann aktive Sozialdemokratin und engagierte sich in der Frauen- und Jugendarbeit. Von 1915 bis 1921 Fürsorgerin beim Kieler Magistrat. Sie heiratete den Bruder ihres gefallenen Ehemanns und übersiedelte nach Hamburg, wo sie der KPD beitrat, leitete die Frauenabteilung der BL Wasserkante und gehörte von 1927 bis 1933 der Hamburger Bürgerschaft an. 1930 starb ihr zweiter Mann, der bei der »Hamburger Volkszeitung« gearbeitet hatte. 1933 und 1936/37 war Alice Wosikowski in »Schutzhaft«, im September 1939 erneut inhaftiert, in das KZ Ravensbrück eingeliefert, aus dem sie ihr Sohn Eberhard, der als Soldat bei der Wehrmacht war, 1941 herausholte. Bis 1945 als Buchhalterin bei einer Textilfirma beschäftigt. Ab 1945 stellvertretende Verlagsleiterin der »Hamburger Volkszeitung« und Vorsitzende der Fachgruppe Zeitungsgewerbe in der DAG. Alice Wosikowski starb am 7. April 1949 in Hamburg.

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Woyski, Jürgen von

* 23.3.1929 – ✝ 30.5.2000

Geb. in Stolp (Pommern/Słupsk, Polen); Bildhauer- u. Steinmetzlehre in Posen; 1948/49 Studium an der Kunstschule Burg Giebichenstein, Lehrer  Gustav Weidanz, 1950 – 55 an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee, Lehrer  Fritz Koelle u.  Heinrich Drake; seit 1955 freischaff. in Hoyerswerda; 1961 Abg. des Krs.-Tags Hoyerswerda (Fraktion des KB); 1965 Kunstpreis der DDR; 1969 Mitgl. der DAK; 1973 Vors. der Zentr. Sektionsltg. beim VBK; Studienreisen in die UdSSR, nach Polen, Rumänien, Indien; 1981 – 86 Lehrauftrag an der Kunst-HS Berlin-Weißensee, dort Ltr. der Abt. Baukeramik; 1987 NP. 1993 Honorarprof. für plast. Gestalten an der TU Cottbus; gest. in Dresden. Werke: Porträt Elisabeth Wolf, Albert Schweitzer (1960), Gedenkstätte KZ Dora-Mittelbau bei Nordhausen (1962), Mahnmal Jessen bei Cottbus (1964), Relief Dörfl. Fest (1965), Vereinigung (1971), Brunnen im Zentrum von Cottbus (1976/77), Gestaltung Stadtpark Cottbus (1985).J. v. W. Galerie am Robert-Koch-Platz. Berlin 1989.Bernd-Rainer Barth

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Wulf, Ernst

* 3.10.1921 – ✝ 2.10.1979

Geb. in Poppendorf (b. Marlow, Mecklenb.); Vater Bauer; Volksschule; 1936 – 38 Mitar- beit in der elterl. Wirtschaft; 1938/39 RAD, 1939 – 45 Wehrmacht; Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Industriearb. in Stuttgart; 1946 – 48 erneut in der elterl. Wirtschaft tätig; 1949 VdgB; SED; ab 1949 Neubauer in Schulenberg (Krs. Stralsund), 1952 Mstr.-Bauer; Dez. 1952 hier Mitbegr. der LPG »Freundschaft«, deren Vors. bis 1962; 1958 Kand., 1963 Mitgl. des ZK der SED, Mitgl. der Agrarkommission; 1960 stellv. Vors., 25.3.1964 Vors. des Zentralvorst. der VdgB (Nachf. von  Friedrich Wehmer); 1962 Kand. (als erster Praktiker), 1968 Ord. Mitgl. der DAL, 1972 auf eigenen Wunsch ausgeschieden; 1963 nach Sonderstudium an der Landw.-Fak. der Univ. Rostock Dipl.-Landwirt; ab 1964 Vors. der LPG »Recknitztal« in Semlow, Entw. eines der ersten Beispiele industriemäßiger Prod. in Kooperationsbeziehungen; später Ltr. der KAP bzw. Vors. der LPG Pflanzenprod. Schulenberg; ab 1968 Mitgl. des Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1969 KMO.Ein Pionier der soz. Landw. – E. W. (Hrsg. Geschichtskommission Ribnitz-Damgarten). o. O. 1982.Siegfried Kuntsche

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Wunderlich, Helmut

* 3.12.1919 – ✝ 22.12.1994

Geb. in Draisdorf (Krs. Chemnitz); Vater Arbeiter; Volksschule; 1934/35 Ausbildung u. Arbeit als Dreher; danach als Dreher tätig; 1938 – 40 Staatl. Ing.-Schule Chemnitz, Ing. für Maschinenbau; 1949/50 TAN-Sachbearb. in der VVB Werkzeugmaschinen; 1950 DVA Forst-Zinna; 1951 SED; 1951 – 53 Dir. des VEB Nobas Nordhausen; 1953 Minister für Allg. Maschinenbau; 1954/55 Staatssekr.; 1955 – 58 erneut Minister für Allg. Maschinenbau; 1958/59 Abt.-Ltr. für Maschinenbau in der SPK, 1959/60 stellv. Vors. der SPK; 1961 – 63 stellv. Vors. des Volkswirtschaftsrats; 1963 – 67 Werkdir. im VEB Elektrokohle Berlin-Lichtenberg, danach Werkdir. des VEB Transformatorenwerk Berlin-Oberschöneweide; 1967 – 71 Mitgl. der SED-BL Berlin; ab 1966 Mitgl. des Präs. der Urania; ab 1970 des Präs. der KdT; 1971 – 75 GD des VEB Carl Zeiss Jena; ab 1971 Abg. der Volkskammer u. Kand. des ZK, 1976 – 81 Mitgl. des ZK der SED; ab 1976 Mitarb. bzw. Gruppenltr. im ZI für soz. Wirtschaftsführung beim ZK der SED; 1980 VVO.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Wünsche, Kurt

* 14.12.1929

Geb. in Obernigk (Krs. Trebnitz, Schles. / Oborniki Śląskie, Polen); Vater Chemiker; aufgew. in Dresden; Volks- u. Oberschule in Dresden, 1948 Abitur; 1946 LDPD; FDJ; 1948 – 50 Geschäftsf. einer Stadtgr. des LDPD-Krs.-Verb. Dresden; Abt.-Ltr. im Krs.-Verb.; 1950/51 Abtl.-Ltr. beim Landesvorst. Sachsen; 1951 – 54 HA-Ltr. für Org. beim PV; 1953/54 im Zusammenhang mit dem 17. Juni 1953 als Agent verdächtigt, zeitw. vom MfS inhaftiert; 1954 - 61 als GI "Wendler" des MfS erf.; ab 1954 Mitgl. des PV der LDPD; 1954 – 72 dort Mitgl. im Pol. Aussch.; 1954 – 66 Sekr. bzw. ab 1960 stellv. Gen.-Sekr.; 1965 – 68 Mitgl. des Friedensrats der DDR; ab 1970 Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1967 – 72 stellv. Vors. der LDPD; 1954 – 59 Fernstudium, Dipl.-Jur. u. Dez. 1964 Prom. an der DASR Potsdam zum Dr. jur., Diss. zus. mit  Manfred Gerlach über die Rolle der LDPD im Parteiensystem der DDR; 1954 – 76 Abg. der Volkskammer; 1957/58 Mitgl. des Jugendaussch.; 1958 – 63 Mitgl. des Justizaussch.; 1963 – 65 Mitgl. des Verfassungs- u. Rechtsaussch.; 1965 VVO; 1965 – 72 stellv. Vors. des Min.-Rats (Nachf. von  Max Suhrbier); 1967 Minister für Justiz (Nachf. von  Hilde Benjamin); 1969 Banner der Arbeit; 16.10.1972 als Minister aus angebl. gesundheitl. Gründen, tatsächl. aber aufgrund von Konflikten zu Fragen des Rechtswesens u. der Verstaatlichung privater u. halbstaatl. Betriebe zurückgetreten; anschl. ord. Prof. für Gerichtsverfassungsrecht an der HU Berlin; 1982 Habil.; seit April 1987 erneut Mitgl. des Pol. Aussch. des Zentralvorst. der LDPD; 11.1.1990 wiederum Minister für Justiz (Nachf. von  Hans-Joachim Heusinger); Febr. 1990 stellv. Vors. der LDPD; März Bund Freier Demokraten, stellv. Vors., 3.7.1990 ausgetreten; 15.8.1990 als Minister zurückgetreten.Grundlagen der Rechtspflege. Lehrbuch. Berlin 1983 (zus. mit F. Müller).Helmut Müller-Enbergs

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Würzberger, Werner

* 21.5.1924 – ✝ 30.4.1994

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; 1930 Jung-Spartakusbund; 1938 – 45 Lehre u. Arbeit als Buchdrucker. 1945/46 KPD/SED; 2. Sekr. der FDJ-KL Kamenz; ABF; 1946 – 49 Studium der Wirtschaftswiss. an der Univ. Leipzig, Dipl.-Volkswirt; 1950 – 52 Lehrer an versch. FS; 1952 – 56 Revisor im Finanzmin.; 1956 – 63 Hauptbuchhalter im ZK der SED; 1963/1964 stellv. GD der Zentrag; 1964 – 83 stellv. Ltr. der Abt. Finanzverw. u. Parteibetriebe; 1983 – 90 GD der Zentrag (Nachf. von  Paul Kubach); 1989 VVO.Andreas Herbst

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Wyludda, Ilke

* 28.3.1969

Geb. in Leipzig; 1980 TZ Hohenmölsen; 1981 KJS Halle, SC Chemie Halle, 1990 – 94 SV Halle, 1995 – 2001 LAC Erdgas Chemnitz (Trainer: Siegfried Eichfeld, Gerhard Böttcher); Junioren-EM 1985 Diskus (2. Platz Kugel), 1987 Diskus u. Kugel; Junioren-WM 1986 u. 1988 Diskus; 1987 4. Platz bei der Senioren-WM; 1988 Junioren-WR Diskus (74,40 m); seitdem Spezialistin Diskus; 1989 Europacupsiegerin; 1989 u. 1990 DDR-Mstr.; 1990 u. 1994 EM; 1991 u. 1995 Vize-WM; 1996 Olympiasiegerin; Grand Prix 1990, 1992, 1994 u 1996; Dt. Meisterschaften: 1991, 1992, 1994 – 96 u. 1999 Bronze, 2000 Silber; 1987 – 90 sieben Länderkämpfe für die DDR, 1991 – 96 14 Länderkämpfe für den Dt. Leichtathletikverb.; 1996 Silbernes Lorbeerblatt; nach zahlr. Verletzungen 2001 Rücktritt vom Leistungssport; Fernstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrerin für Therapie u. Behindertensport; danach Physiotherapeutin; lebt in Halle.Volker Kluge

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Wyzniewski, Arno

* 9.10.1938 – ✝ 14.9.1997

Geb. in Berlin; Vater Elektriker; als Kind u. Jugendl. Rundfunk- u. Synchronarbeit; Abitur; 1956 – 59 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin-Schöneweide; 1959 – 61 am Theater der Freundschaft in Berlin; 1961 – 64 am Hans-Otto-Theater Potsdam; 1964 Kunstpreis der FDJ; 1964/65 am Maxim-Gorki-Theater Berlin; 1965 – 75 an der Berliner Volksbühne, hier u. a. in »Moritz Tassow« von  Peter Hacks (1965) u. »Marat/de Sade« von Peter Weiss (1967); 1977 von  Manfred Wekwerth am Berliner Ensemble engagiert, dem er bis 1997 angehörte; der »schlanke Schauspieler mit dem sonoren Organ« (F.-B. Habel & Volker Wachter) spielte dort u. a. in  Brechts »Galileo Galilei« (1978), den Peachum in der »Dreigroschenoper« (1981) u. Mephistopheles in Goethes »Urfaust« (1984); neben dem Theater versch. Rollen in DEFA- u. Fernsehfilmen, u. a. in »Die Abenteuer des Werner Holt« (1965), der  Fallada-Adaption »Kleiner Mann – was nun« (TV, 1967),  Konrad Wolfs »Goya« (1971), als Friedrich der Große in »Sachsens Glanz u. Preußens Gloria (TV, 1985) u. in »Die Spur des Bernsteinzimmers« (1992); 1981 Helene-Weigel-Med., 1986 NP; gest. in Berlin. MaB; ChK Z

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Zahn, Alfred Franz

* 17.8.1903 – ✝ 14.4.1972

Geboren am 17. August 1903 in Hamburg, Sohn eines Maschinisten. Ab 1918 besuchte er das Lehrerseminar, das er 1921 verließ. Im November 1919 Mitglied der KPD. Von 1921 bis 1923 technischer Sekretär im Büro der Hamburger Partei. Wegen Teilnahme am Hamburger Aufstand steckbrieflich gesucht, lebte illegal in Halle und Berlin, flüchtete im Mai 1924 in die Sowjetunion, dort Schulinspektor, von 1925 bis 1927 im Apparat der IRH beschäftigt, Chefredakteur der deutschen Ausgabe deren Funktionärszeitschrift. Anfang 1927 nach einer Amnestie wieder in Deutschland, bis 1932 Geschäftsführer der Hamburger Zweigstelle von »Centro-Sojus«. Zahn war Mitarbeiter des AM-Apparats, 1932/33 zum Schein Inhaber eines Antiquariats, tatsächlich in der Paßfälscherzentrale des ZK. Er wurde am 8.Mai 1933 verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Im Mai 1935 emigrierte er nach Frankreich, zunächst Fotograf, anschließend im »Komitee für Recht und Freiheit in Deutschland«. Bei Kriegsausbruch interniert, gelangte Zahn im März 1941 in die USA, hier Herausgeber der Zeitung »German today«. Im Dezember 1946 nach Deutschland zurück, zeitweilig in Ludwigsburg interniert, er übersiedelte in die SBZ. Lektor bzw. Dozent an der SED-PHS in Liebenwalde, 1947 Intendant des Landessenders Schwerin, 1949 mit dem Aufbau des Deutschlandsenders betraut. Wegen »politischer Unachtsamkeit« zum ADN versetzt, dort Chef vom Dienst, 1954 bei Gründung der Zeitschrift »Magazin« deren stellvertretender Chefredakteur. 1959 im Rundfunkkomitee Leiter der arabischen Redaktion bzw. des Überseeprogramms von Radio Berlin International, ab Ende 1962 Leiter des Pressearchivs und der Bibliothek des Rundfunkkomitees. Er erhielt 1963 den VVO in Silber. Alfred Zahn starb am 14. April 1972 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

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Zaisser, Wilhelm

* 20.6.1893 – ✝ 3.3.1958

Geb. in Rotthausen (b. Gelsenkirchen); Vater Gendarmeriewachtmstr., dann Schuldiener; 1899 – 1913 Volksschule, Präparandenanstalt, Ev. Lehrerseminar in Essen; 1913/14 Militärdienst, danach Volksschullehrer in Essen; 1914 – 19 Militärdienst, 1916 Ltn.; anschl. erneut Lehrer; 1919 KPD; während des Kapp-Putsches einer der militär. Ltr. der Roten Ruhrarmee; 1921 nach vier Mon. Gefängnis aus dem Schuldienst entlassen; 1921/22 Ztg.-Red.; 1922 – 26 Mitgl. der KPD-BL Ruhrgebiet bzw. Ober-BL West; 1924 militärpol. Lehrgang an der M-Schule der KI in Moskau; 1926 Mitarb. des ZK der KPD, verantw. für militärpol. Schulung; ab 1927 Mitarb. der KI in Moskau, 1927 – 30 Agent in der Mandschurei, 1930 – 32 in Prag; 1932 Mitgl. der KPdSU (B); 1932 – 36 Ltr. der militärpol. Schule in Babowka (b. Moskau); 1936 – 38 Teiln. am span. Bürgerkrieg, zunächst militärpol. Berater, ab Nov. 1936 Kdr. der XIII. Internat. Brigade, Brigade-Gen. (»General Gómez«), 1937 Kdr. der Basis der Interbrigaden in Albacete; 1938/39 Mitarb. des EKKI in Moskau, 1939 – 43 Chefred. der dt. Sekt. im Verlag für fremdsprachige Lit. in Moskau; 1943 – 46 Lehrer an Antifa-Schulen. Febr. 1947 Rückkehr nach Dtl.; 1947/48 Chef der Landesbehörde der Polizei Sachsen-Anh. in Halle; 1948/49 Innenminister des Landes Sachsen; 1949/50 Ltr. der Verw. für Schulung der DVdI, dann HV Ausbildung des MdI; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; ab Febr. 1950 Min. für Staatssicherheit u. Mitgl. des PV/ZK sowie des PB des ZK der SED; 1953 KMO; Juli 1953 wegen »parteifeindl. fraktioneller Tätigkeit« mit  Rudolf Herrnstadt aus dem PB u. dem ZK der SED ausgeschlossen u. als Minister abgesetzt; Jan. 1954 Ausschluß aus der SED; bis zum Tode als Übersetzer tätig; verh. mit Elisabeth Z.; gest. in Berlin. Am 25.4.1993 durch die PDS rehabilitiert.Görldt, A.: Rudolf Herrnstadt u. W. Z. Frankfurt (Main) 2002; Müller-Enbergs, H.: W. Z. In: Krüger, D., Wagner, A. (Hrsg.): Konspiration als Beruf. Berlin 2003; Müller-Enbergs, H., Otto, W.: Wilhelm Zaisser: Spanienkämpfer – MfS-Chef – Unperson. Berlin 2010.Jens Gieseke / Bernd-Rainer Barth