...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Winkler, Werner

* 27.12.1913 – ✝ 10.9.1964

Geb. in Waldheim (Sachsen); Vater Arbeiter; Volksschule u. Gymnasium; Studium der Chemie an der Univ. Leipzig, Prom. zum Dr. rer. nat.; 1931 NSDAP; Arbeit als Chemiker in Berlin u. Sachsen. 1948 SED; 1950 Hauptdir. der VVB Kunstfaser bzw. Dir. des VEB Kunstseidewerkes »Friedrich Engels« in Schwarza (Thür.) bzw. Premnitz; 1953 – 56 Staatssekr., Stellv. bzw. 1. Stellv. des Ministers, 1956 – 58 Minister für chem. Industrie; 1958 – 63 Ltr. der Abt. Chem. Industrie in der SPK; 1961 – 63 Vors. der Ständigen Kommission für chemische Industrie im RGW; 1956 Prof. mit vollem Lehrauftrag an der TH für Chemie Leuna-Merseburg; 1950 u. 1954 NP.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Winter, Elly (Eleonora)

* 1.11.1898 – ✝ 13.5.1987

Geb. in Bremen; Vater Tischler, SPD-Funktionär  Wilhelm P., Mutter Christine P., Schneiderin; Volks- u. Handelsschule; 1910 Übersiedl. nach Berlin; Ausbildung zur Sekr.; 1914 SAJ; ZdA; 1919 KPD; 1920 Verzug nach Bremen; 1920 – 23 Sekr. beim Eisenwerk »Varel« in Bremen; 1923 Ausschluß aus dem ZdA; RGO; 1926 – 30 hauptamtl. Kassiererin der KPD-BL Nordwest in Bremen; 1930 – 32 Hauptbuchhalterin bei der Bremer Filiale der PEUVAG (Papiererzeugungs- u. Verwertungsaktienges.); 1928 Heirat mit Theodor W.; 1932/33 Buchhalterin der »Zeitgeist-Buchhandlung« in Berlin; Aug./Sept. 1933 kurzz. inhaftiert; 15.9. 1933 Emigr. nach Frankreich, anschl. über die Schweiz u. Polen in die UdSSR; 1933 – 36 Ref. in der Finanzabt. der IRH; 1936 – 38 Sekr. an der KI-Schule; 1938 – 41 Sekr. der Auslandsred. der Ztschr. »Kommunist. Internationale«; 1941 – 45 Ltr. der Verteilerstelle beim Radiosektor der KI; bis 1945 zugl. persönl. Mitarb. ihres Vaters; 1945 Orden des Vaterländischen Krieges. 1.7.1945 Rückkehr nach Dtl.; Mitarb. des ZK der KPD; 1946 SED; 1946 – 48 Sekr., ab März 1948 Hauptref. im Sekr. von Wilhelm P. im ZS des SED-PV; ab Okt. 1949 – Sept. 1960 im Range eines Abt.-Ltr. persönl. Ref. ihres Vaters Wilhelm P., des Präs. der DDR in der Präsidialkanzlei; Sept. – Dez. 1960 Abt.-Ltr. in der Kanzlei des Staatsrats; ab Jan. 1961 – Juli 1981 Abt.-Ltr. bzw. wiss. Mitarb. am IML; Ltr. des Wilhelm-Pieck-Archivs des IML beim ZK der SED; 1955 Clara-Zetkin-Medaille; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1963 Banner der Arbeit; 1958 u. 1965 VVO; 1968 Ehrenspange zum VVO; 1978 KMO; 1983 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Winter, Karl

* 15.12.1897 – ✝ 31.12.1971

Geboren am 15. Dezember 1897 in Chemnitz, Sohn eines Holzmalers und Lackierers und einer Textilarbeiterin. Der gelernte Schlosser und Metallarbeiter trat 1913 in den Metallarbeiterverband ein. Im Weltkrieg Soldat, 1919 Mitglied der SPD. Zwei Monate beim Grenzschutz, dann bis 1928 Metallarbeiter in Chemnitz. 1921 trat er aus der SPD aus, war 1921/22 parteilos und wurde dann Mitglied der KPD. Von 1924 bis 1926 leitete er eine KPD-Betriebszelle, zeitweise Betriebsratsvorsitzender. Ab 1926 gehörte Winter der BL Erzgebirge-Vogtland an, war dort Orgleiter und wurde im Juni 1929 auf dem XII. Weddinger Parteitag Mitglied des ZK. Anstelle von Hans Sager, der als Jugendsekretär zur BL Ruhrgebiet ging, wurde Winter 1930 Stadtverordneter in Chemnitz. Ab Ende 1931 Vorsitzender des RGO-Ortskomitee Chemnitz, ab Februar 1933 illegaler RGO-Instrukteur in Sachsen. Am 13. November 1933 in Leipzig festgenommen und im August 1934 vom OLG Dresden zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Waldheim und Zwickau, zuletzt im KZ Sachsenburg verbüßte. Nach seiner Freilassung Metallarbeiter in Chemnitz, er hatte Kontakte zu Widerstandsgruppen. Am 22.August 1944 erneut verhaftet, kam er in das KZ Sachsenhausen und wurde noch in einem der letzten Prozesse des VGH am 13. April 1945 in Waldheim zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Befreiung durch die Rote Armee Politischer Sekretär des KPD-UB Chemnitz. Von April 1946 bis Dezember 1949 gehörte Winter dem Sekretariat des SED-Landesvorstandes Sachsen an. 1948 Mitglied der DWK, als Nachrücker für Robert Bialek kam er in den Sächsischen Landtag und leitete ab Januar 1950 die Landeskommission für Staatliche Kontrolle Sachsen. Er erhielt 1968 den Karl-Marx-Orden. Karl Winter starb am 31. Dezember 1971 in Dresden.

Wer war wer in DDR

Winterstein, Eduard von

* 1.8.1871 – ✝ 22.7.1961

Geb. in Wien; Schauspielunterricht bei seiner Mutter Luise von Wangenheim-Dub; 1889 erstes Engagement in Gera am Reuss. Theater; weitere Engagements in Gelsenkirchen, Hanau, Erfurt u. Göttingen; 1898 – 1901 am Dt. Theater Berlin (DT); 1901 – 25 Schauspielarbeit an versch. Berliner Bühnen (Lessing-Theater, Staatstheater, Theater am Kurfürstendamm, Tribüne), 1926 – 33 Theaterarbeit bei Max Reinhardt am DT; 1928 – 35 Verw.-Rat des Vorst. der Genossenschaft Dt. Bühnenangehöriger; 1933/34 am Preuß. Theater der Jugend im Schiller-Theater; 1934 – 36 am DT bei Heinz Hilpert; 1938 – 44 am Schiller-Theater; 1945 bis zu seinem Tode Mitglied des DT, spielte hier in der ersten Nachkriegsinszenierung den Klosterbruder – ab 1955 den Nathan – in Gotthold E. Lessings »Nathan der Weise« (Intendant war sein  Sohn Gustav v. W.); 1950, 1952 u. 1959 NP; 1954 Mitgl. der DAK; VVO; 1960 Banner der Arbeit; gest. in Berlin. Zählte zu den prominentesten Schauspielern Berlins; spielte den Horatio in »Hamlet«, Jago in »Othello« (William Shakespeare), Tellheim in »Minna von Barnhelm« (Gotthold E. Lessing), Faust (Johann W. v. Goethe); 1920 – 61 Mitwirkung in 168 Filmen, so in den DEFA-Filmen »Die Sonnenbrucks«, »Der Untertan« u. »Das verurteilte Dorf«.Mein Leben u. meine Zeit. Autobiogr. Berlin 1947.  Bering, H.: E. v. W. Berlin 1961.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wirsing, Willi

* 5.6.1895 – ✝ 26.3.1972

Geboren am 5. Juni 1895 in Berlin; Werkzeugschlosser, Soldat im Ersten Weltkrieg, zweimal verwundet und im August 1917 entlassen. Anschließend Schlosser und Lokomotivführer bei der Deutschen Reichsbahn, 1922 Meisterprüfung, seit 1925 bei der AEG tätig. Ab 1918 Mitglied der USPD, 1925 der KPD, gehörte ab 1929 der KPD-BL und der RGO-Leitung des Bezirks Berlin-Brandenburg an. Von 1929 bis 1933 war er Abgeordneter der KPD in der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Er war 2.Reichsleiter der »Roten Wohlfahrt« im Bezirk Berlin. Im Februar 1933 festgenommen, saß er bis September 1933 im KZ Sonnenburg in »Schutzhaft«. Nach Kriegsende Mitglied der KPD/SED und Betriebsleiter des VEB Polyadma Berlin-Lichtenberg. Willi Wirsing starb am 26.März 1972 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wischeropp, Oskar

* 11.6.1882 – ✝ 9.3.1956

Geboren am 11. Juni 1882 in Magdeburg; lernte Dreher bei Krupp und trat 1906 in die SPD ein. 1907 kam er nach Berlin und arbeitete als Rundschleifer. Soldat im Weltkrieg. 1917 Mitglied der USPD, 1919 der KPD. Wischeropp war zeitweise Betriebsratsvorsitzender bei Borsig und übernahm 1921 die Leitung der Roten Hilfe in Berlin-Brandenburg. Von November 1922 bis 1928 Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Bis Mitte 1925 Polleiter des Berliner Bezirks Tiergarten, er war einer der bekanntesten Berliner Linkskommunisten und gehörte zu den Anhängern Ruth Fischers. Deshalb 1926 aus der KPD ausgeschlossen. Dann als Mitbegründer des Leninbundes am 5. Dezember 1926 in deren Reichsleitung gewählt. Wischeropp stellte im August 1927 gemeinsam mit 17 prominenten Linkskommunisten, darunter Wolfgang Bartels, Ruth Fischer, Anton Grylewicz, Werner Scholem und Hugo Urbahns formal einen Antrag auf Wiederaufnahme in die KPD. Der wurde am 17.September 1927 vom Präsidium des EKKI als »Provokation« abgelehnt. Nach der Linkswendung wurde Wischeropp vom XII. Parteitag 1929 wieder in die KPD aufgenommen und von der BL als Instrukteur eingesetzt. Bis 1933 mehrmals inhaftiert und insgesamt 13 Monate in Gefängnissen. 1933 illegale Arbeit, im Herbst 1933 festgenommen, nach dreijähriger Untersuchungshaft in einem Verfahren des VGH gegen 32 kommunistische Funktionäre angeklagt, aber »aus Mangel an Beweisen« freigesprochen. Anschließend von der Gestapo für ein halbes Jahr in »Schutzhaft« genommen. Nach Georg Elsers Attentat auf Hitler in München im November 1939 erneut sechs Wochen inhaftiert. Erschwerend zu den eigenen Verfolgungen kam noch das Schicksal seiner Frau Gertrud (* 29. 10. 1894). Sie wurde im Dezember 1942 festgenommen und ist an den Folgen der Haft am 19. Juni 1944 im Krankenhaus Höchst gestorben. Ab Mai 1945 war Wischeropp im Bezirksamt Tiergarten tätig, trat der KPD/SED bei und zog 1949 nach Ost-Berlin. Zuletzt hauptamtlicher Mitarbeiter der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft. Oskar Wischeropp starb am 9. März 1956 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wistuba, Hans

* 30.8.1901

Geboren am 30. August 1901 in Berlin, Sohn vermögender Eltern. Nach abgebrochenem Studium Journalist, wurde er 1924 Mitglied der KPD, Mitarbeiter von »Inprekorr« und dann Redakteur der »Roten Fahne«. Anfang der dreißiger Jahre in den AM-Apparat übernommen, war er eng mit Erich Wollenberg verbunden. Nach der Freilassung von Willi Budich aus der Haft brachte Wistuba diesen nach Prag, wo sich in seiner Wohnung zeitweise auch Wollenberg aufhielt. Im Juli 1933 übersiedelte Wistuba in die Sowjetunion, er gehörte zum Freundeskreis um Wollenberg und Hermann Taubenberger. Im Juni 1934 von der Komintern nach Prag geschickt, er entging den stalinistischen Säuberungen. Wistubas Name tauchte in den Untersuchungen gegen »Trotzkisten« immer wieder auf, z. B. bei dem Verhör von Zensl Mühsam. In Prag trennte sich Wistuba von der KPD und hatte Verbindungen zu kommunistischen Oppositionsgruppen. Er kam im Mai 1939 nach Großbritannien, 1945 trat er in London in die SPD ein. Später lebte er in Hamburg und London und stand weiterhin in Verbindung zu Wollenberg. Sein Todesdatum ließ sich nicht ermitteln.

Wer war wer in DDR

Wittbrodt, Hans

* 19.11.1910 – ✝ 12.08.1991

Geb. in Berlin; Vater Rektor der Rütli-Schule in Berlin-Neukölln; 1928 Soz. Schülerbund; 1930 Abitur am Walter-Rathenau-Realgymnasium Berlin-Neukölln; 1930 – 35 Physikstudium an der TH Berlin bei  Gustav Hertz; 1930 – 36 Rote Studentengr.; 1935 – 38 wiss. Mitarb. im Sende- u. Kondensatoren-Prüffeld von Telefunken, Berlin; 1938 – 45 wiss. Mitarb. der Forschungsanstalt der Dt. Reichspost; verh. mit  Helga Mucke-Wittbrodt. 1945 Ref. der ZV Post- u. Fernmeldewesen Berlin; 1946 KPD; 1946 Prom. an der TU Berlin; 1946 – 48 Assistent am II. Physikal. Inst. der Univ. Berlin bei  Robert Rompe; 1948 Abt.-Ltr. in der DWK; 1949 – 53 HA-Ltr. im Min. für Planung bzw. ab 1951 Zentralamt für Forschung u. Technik der SPK; 1953 – 57 wiss. Dir. der DAW (Nachf. von  Josef Naas); 1957 – 64 Ltr. des wiss. Sekr. der Forschungsgem. der naturwiss., techn. u. med. Inst. der DAW unter  Hans Frühauf u.  Hermann Klare; 1964 – 68 stellv. Vors. der Forschungsgem., 1969 – 70 stellv. Ltr. des Forschungsber. für Kernwiss. der DAW; 1970 – 72 Dir. des ZI für solar-terrestr. Physik (Heinrich-Hertz-Inst.) der DAW; 1971 Ernennung zum Prof. an der AdW; 1972 – 73 Dir. der Forschungsstelle für kosm. Elektronik an der AdW (Umbenennung 1972); 1973 – 75 stellv. Ltr. des Forschungsber. Geo- u. Kosmoswiss. der AdW; 1960 u. 1971 VVO; gest. in Berlin.Peter Nötzold

Wer war wer in DDR

Wittich, Dieter

* 7.2.1930 – ✝ 22.6.2011

Geb. in Mansbach (Hessen); Vater Lehrer; 1948 Abitur; anschl. bis 1950 Besuch der Pädagog. FS sowie Lehramtsbewerber (Neulehrer) für russ. Sprache in Schmalkalden (Thür.); 1948 SED; 1950 – 56 Studium der Pädagogik, Geschichte u. Philos. an der FSU Jena sowie der HU Berlin; 1956 – 66 wiss. Assistent bzw. Oberassistent am Inst. für Philos. der HU Berlin; dort Prom. zum Dr. phil. mit einer Arbeit über den »kleinbürgerl. Materialismus der Reaktionsjahre nach 1848/49« (Georg Büchner, Carl Vogt, Jakob Moleschott) u. 1966 Habil. mit einer Arbeit zur marxist. Praxisauffassung u. zum Verhältnis von Praxis u. Erkenntnis; 1966 – 91 zunächst Doz., dann Prof. für Erkenntnistheorie am Inst. für Philos. der KMU Leipzig; 1972 – 89 Mitgl. des Red.-Kolleg. der »Dt. Ztschr. für Philos.«; 1974 – 90 Dekan der Fak. für Philos. u. Geschichtswiss. der KMU; 1979 u. 1981 NP; 1979 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW (1992 ausgetreten); 1991 Vorruhestand; lebte bis zu seinem Tod in Strausberg (Landkrs. Märkisch Oderland). Mitautor eines Grundrisses der marxist.-leninist. Erkenntnistheorie (mit Klaus Gößler u.  Kurt Wagner, Berlin 1978); Mithrsg. der »Studien zur Erkenntnistheorie« (1973 – 79); 1972 – 88 Veranstalter von jährl. Arbeitstagungen zur Erkenntnistheorie in Leipzig; weitere Arbeitsthemen: Wissenschaftstheorie (insbes. Rezeption von Thomas Kuhn) u. Geschichte der Philos.Praxis, Erkenntnis, Wissenschaft. Berlin 1965; Über Gegenstand u. Methoden der marxist.-leninist. Erkenntnistheorie. Berlin 1973; Warum u. wie Lenins philosoph. Hauptwerk entstand. Berlin 1985.Hans-Christoph Rauh

Wer war wer in DDR

Wittkowski, Margarete (Grete)

* 18.8.1910 – ✝ 20.10.1974

Geb. in Posen (Poznań, Polen) in einer jüd. Fam.; Vater Kfm.; Mutter Pianistin (im KZ Auschwitz ermordet); Lyzeum u. Privatgymnasium; 1926 Übersiedl. nach Berlin; bis 1931 in der zionist. Bew. aktiv; 1929 – 32 Studium der Nationalökon. in Berlin, Dipl.-Volkswirt; Sept. 1932 KPD; 1933 Emigr. in die Schweiz; 1933/34 Studium an der Univ. Basel; dort 1934 bei Hermann Schmalenbach Prom. zum Dr. rer. pol. über die Beziehungen der Berliner Großbanken zur Industrie in Dtl. 1918 bis 1933; 1934/35 illeg. pol. Arbeit in Berlin; Mitarb. der RGO-Ztg. »Der Gewerkschaftler« (Berlin); Febr. 1935 Emigr. in die Schweiz; Mitarb. einer illeg. Bauernztg. für Süddtl.; Untersuchungen zur NS-Wirtschaft; Okt. 1936 nach Paris; übernahm 1937 die Red. der »Süddt. Informationen«; Kurierfahrten nach Dtl. (»Hilde«); Nov. 1938 in Zürich verhaftet u. aus der Schweiz ausgewiesen, aber bis Frühj. 1939 illeg. in Basel; April 1939 Emigr. nach England; ab 1940 Org.-Ltr. der KPD-Gruppe, Zusammenarbeit mit dem Gen.-Sekr. der KP Großbritannien Harry Pollitt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1946 SED; mit  Jürgen Kuczynski Begr. der Wochen- ztg. »Die Wirtschaft«; 1946/47 Wirtschafts- red. (Ressortltr.) bei der Ztg. »Neues Dtl.«; 1948/49 stellv. Ltr. der HV Planung der DWK; 1949/50 PHS; Studienaufenthalt inder UdSSR; 1950/51 Vizepräs., 1951 – 54 Präs. des Verb. Dt. Konsumgenossenschaften; 1952 – 58 u. 1963 – 67 Abg. der Volkskammer; ab 1954 Mitgl. des ZK der SED u. 1. Stellv. des Vors. der SPK; 1958 des Managertums bezichtigt, danach bis 1961 nur noch eine der Stellv. des SPK-Vors. u. vom Mitgl. zum Kand. des ZK der SED zurückgestuft; Febr. 1961 – Juli 1967 stellv. Vors. des Min.-Rats für die Bereiche Handel, Versorgung u. Landw.; 1963 – 74 wieder Mitgl. des ZK der SED; 1964 Sonderbotschafterin in Indien; 1967 – 74 Präs. der Dt. Notenbank bzw. Staatsbank (Nachf. von  Helmut Dietrich); 1972 – 74 Mitgl. des Min.-Rats; 1970 VVO; Mitgl. des Präs. des Friedensrats; gest. in Singen während einer Reise.Witt, M. (Ps.): The Economics of Barbarism – Hitler’s New Economic Order in Europe. London 1942 (zus. mit J. Kuczynski); Die dt.-russ. Handelsbeziehungen in den letzten 50 Jahren. Berlin 1974 (zus. mit J. Kuczynski). Riechert, E.: Die DDR – Elite oder unser Partner von Morgen? Hamburg 1968; Gast, G.: Die pol. Rolle der Frau in der DDR. Düsseldorf 1973; Teubner, H.: Exilland Schweiz. Berlin 1975.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wloch, Karl

* 4.8.1905 – ✝ 30.9.1982

Geb. in Berlin-Moabit; Vater Metallarb., Mutter Näherin; Volks- u. drei Jahre Mittelschule bzw. ab 1919 Förderkl. des Kölln. Gymnasiums; Nov. 1919 – 25 Freie Soz. Jugend; 1922 – 25 Ausbildung zum Kfm.; 1924 KJVD u. KPD; Mitgl. der KPD-UBL Moabit; 1925 – 28 überwiegend arbeitslos; in der Berliner Arbeitslosenbew. aktiv, Mitgl. des Provinzialaussch. der Erwerbslosen Berlin-Brandenb.; Ref. der KPD; 1928 Instrukteur der KPD-BL Berlin-Brandenb., aktiv gegen die »Rechten« u. »Versöhnler« innerhalb der KPD; Red.-Volontär bei der »Sächs. Arbeiterztg.« (Leipzig); 1929 stellv. Chefred. des »Thür. Volksblatts« in Gotha, ab 1930 in Erfurt; 1931 Gewerkschaftsred. der »Roten Fahne« (Berlin); zeitw. Red. für Außenpol. von »Die Nachrichten«; 1932 Sekr. in der Abt. Agit.-Prop. des ZK der KPD; 1933 illeg. pol. Arbeit; Ltr. des KPD-UB Hessen-Kassel (»Erich Werm«, »Erich Wiesner«); Hrsg. kommunist. Ztg. wie »Rundschau«; 1933 verhaftet u. mißhandelt, zu 30 Mon. Zuchthaus u. drei Jahren Ehrverlust verurteilt, strenge Einzelhaft im Zuchthaus Kassel-Welheiden, 1935/36 KZ Esterwegen, 1936 – 38 KZ Sachsenhausen; 1939/40 Arbei- ter u. Expeditient in Potsdam-Babelsberg; 1940 – 43 Betriebsassistent in Berlin u. Mitgl. der Anton-Saefkow-Gruppe; 1943 – 45 Strafbat. 999; dort illeg. pol. Arbeit; März 1945 verhaftet wegen »Zersetzung« u. Mitgl. in der Gruppe Anton Saefkow, geflohen; Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien. 1945/46 Verbindungsmann der KPD u. der KP Jugosl. in der Frage der Kriegsgefangenen; 1946 – 48 Hauptref. in der Abt. Werbung u. Schulung im PV der SED; 1948/49 in Polen, dort zuständig für die Umschulung dt. Kriegsgefangener, Org. u. Leitung einer Zentral- schule, Hrsg. einer Ztg. für dt. Kriegsgefangene, Ltr. der Kriegsgefangenenselbstverw.; 1949/50 Vors. der Helmuth-von-Gerlach-Ges.; 1950 – 52 Gen.-Sekr. der Dt.-Poln. Ges. für Frieden u. gute Nachbarschaft; 1952 – 54 Gen.-Sekr. u. Mitgl. des Präs. der Ges. für Kulturelle Verbindungen mit dem Ausland (Vorläufer der Liga für Völkerfreundschaft); 1954 – 56 Ltr. des Amts für Lit. u. Verlagswesen; 1956 – 58 Mitgl. der ZK-Agit.-Kommission (im Rang eines Abt.-Ltr. des ZK der SED), zuständig für die NF; 1957 Banner der Arbeit; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1958 – 62 Chefred. der »Volkswacht« (Gera) u. Mitgl. der SED-BL Gera; Sept. 1962 – 64 Mitarb. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer in Berlin; Journalist; ab 1964 »Parteiveteran«; 1965 Banner der Arbeit; 1970 VVO; 1975 Ehrenspange zum VVO; 1980 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Kochanowski, J.: In poln. Gefangenschaft. Dt. Kriegsgefangene in Polen 1945 – 1950. Osnabrück 2004; Gebhardt, M. et al.: Deutsche in Polen nach 1945. Gefangene u. Fremde. München 2006.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wodars-Grau, Sigrun

* 7.11.1965

Geb. in Neu-Kaliß (Mecklenb.); Leichtathletiktraining bei der BSG Traktor Eldena (Trainerin: Gisela Hartmann); 1979 KJS Schwerin; anfängl. spezialisiert auf 300 m bzw. 400 m Hürden; ab 1983 Mitgl. des SC Neubran- denb. (Trainer: Walter Gladow); Spezialdisz.: 800 m; 1987 WM; 1988 Olymp. Spiele: Siegerin; VVO; 1990 EM. 1992 Teiln. an den Olymp. Spielen; Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrerin; Ausbildung zur Physiotherapeutin.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Winkler, Karl

* 15.8.1882 – ✝ 24.7.1957

Geboren am 15. August 1882 in Ottendorf/ Sachsen; Metallarbeiter. Vor 1914 Mitglied der SPD, im Krieg Anhänger der Spartakusgruppe, nahm Ende 1918 vermutlich als Delegierter aus Pirna am Gründungsparteitag der KPD teil. Gemeinsam mit Siegfried Rädel gehörte Winkler zu den Mitbegründern der KPD in Pirna. Karl Winkler war Delegierter des III. Parteitages 1920 in Karlsruhe und wurde vom IV. Parteitag im April 1920 in Berlin als Vertreter Ostsachsens in den ZA gewählt. 1923 auch Delegierter des VIII. Parteitages. Winkler gehörte zu den führenden KPD-Funktionären in Pirna, leitete zusätzlich die Ortsgruppe der RH und wurde mehrmals verurteilt, so u. a. im März 1927 vom Schöffengericht Dresden zu sechs Monaten Gefängnis wegen Landfriedensbruchs. Seit Mitte der zwanziger Jahre auch Leiter des Jungspartakusbundes, lehnte den ultralinken Kurs der KPD nach dem VI. Weltkongreß der Komintern ab und wurde Anfang 1929 parteioffiziell »wegen Unterschlagung von Geldern der KPD, befreundeter Organisationen und seines die Partei zersetzenden Verhaltens mit seiner Frau« aus der KPD ausgeschlossen. Er wurde Mitglied der KPO und war maßgeblich am Aufbau der KPD-Opposition im Kreis Pirna beteiligt. Im März 1933 kam er für einen Monat in »Schutzhaft«. Am 15. August 1933 erneut festgenommen und im April 1934 freigelassen. Nach 1945 schloß er sich der KPD/SED an. Karl Winkler starb am 24. Juli 1957 in Pirna.

Wer war wer in DDR

Winter, Kurt

* 11.5.1910 – ✝ 18.11.1987

Geb. in Glehn (Krs. Neuss); Vater Viehhändler; Gymnasium in Neuss, 1930 Abitur; anschl. Med.-Studium in München, Bonn, Berlin; 1933 Emigr. nach Palästina u. in die Schweiz; Forts. des Medizinstudiums an der Univ. Bern, dort 1936 Prom. (»Über die Simmonds’sche Kachexie«); 1937/38 Truppenarzt der Internat. Brigaden im span. Bürgerkrieg; 1937 KPD; 1938 – 45 Exil in Norwegen u. Schweden; 1943 – 46 Tätigkeit als Sozialarzt in Stockholm. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1946 – 49 Krs.-Arzt in Teltow u. Ltr. des Gesundheitsamts des Landes Brandenb., 1948/49 Vizepräs. der Dt. ZV für Gesundheitswesen u. stellv. Ltr. der HV Gesundheitswesen der DWK; 1950/51 Ltr. der HA für Kultur u. des Gesundheitswesens im Min. für Planung; 1950 – 56 wiss. Mitarb. am Inst. für Sozialhygiene der HU Berlin; 1952 Habil. zum Thema Polikliniken u. Ambulatorien; 1956 Prof. mit Lehrauftrag; 1957 Prof. mit Lehrstuhl; 1956 – 75 Dir. des Hygiene-Inst. der HU Berlin (Nachf. von  Alfred Beyer); 1964 – 66 Prodekan für Studienangelegenh.; 1967 – 79 Rektor der Akad. für ärztl. Fortbildung; Hrsg. u. Chefred. der Ztschr. für ärztl. Fortbildung; Vors. der Ges. für Sozialhygiene; 1956 – 59 Ltr. der Abt. Med. im Staatssekr. für HFS-Wesen; 1967 Vizepräs. des Rats für Planung u. Koordinierung der med. Wiss. beim Min. für Gesundheitswesen; 1975 – 80 Mitgl. des europ. Regionalbüros der WHO; 1967 NP; 1975 VVO; 1985 KMO; 1980 Dr. med. h. c. der Akad. für ärztl. Fortbildung Berlin; gest. in Berlin. Wiss. Arbeitsgebiete: Med. Soziol., Epidemiol., Demogr. u. Akzelerationsforschung.Lehrbuch der Sozialhygiene. Berlin 1953 (Hrsg. mit A. Beyer).Peter Schneck / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Winterich, Jean (Johann)

* 10.2.1886 – ✝ 27.6.1931

(* 1886 – † 1931) Geboren am 10. Februar 1886 in dem kleinen Moseldorf Speicher bei Bitburg, Sohn eines Kleinbauern; lernte Müller. Streng katholisch erzogen, kam in jungen Jahren nach Köln und hatte dort erstmals Berührung mit der Arbeiterbewegung. Er trennte sich von der Kirche, trat als Metallarbeiter 1908 dem Metallarbeiterverband und 1909 der SPD bei. Während des Krieges wechselte er zur USPD und ging mit der linken USPD Ende 1920 zur KPD. Bis 1922 Betriebsrat in Köln, ab 1923 hauptamtlicher Sekretär der KPD, zunächst für Gewerkschaftsfragen in der BL Mittelrhein. Winterich stand auf dem linken Fügel der KPD, er wurde 1924 Orgleiter des KPD-Bezirks Mittelrhein und wurde im gleichen Jahr in den Preußischen Landtag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Der IX. Parteitag 1924 berief ihn in den ZA der Partei. Auf dem X. Parteitag 1925 wurde Winterich, der seine bäuerliche Schüchternheit lange nicht ablegte, in die Beschwerdekommission und als Kandidat ins ZK gewählt. Ab 1925 Polleiter des Bezirks Mittelrhein, war eng mit Ruth Fischer und Arkadi Maslow verbunden und ging nach dem »Offenen Brief« von 1925 nur zögernd zur Thälmann-Gruppe. Auf dem XI. Parteitag 1927 wurde Winterich als Mitglied ins ZK berufen. Als die KPD Ende 1928 erneut einen ultralinken Kurs einschlug, wurde er einer der aktiven Vertreter dieser Linie und stieg in die Spitzengruppe der KPD auf. Im Februar 1929 als Polleiter nach Westsachsen geschickt, um den dortigen Bezirk von Rechten und Versöhnlern zu »reinigen«. Vom XII. Weddinger Parteitag 1929 wiederum ins ZK gewählt, außerdem auch ins Polbüro aufgenommen. Er blieb bis Ende 1929 als Polleiter ins Westsachsen und kam dann nach Berlin, um direkt im Polbüro mitzuarbeiten. Nach kurzer Krankheit starb Jean Winterich am 27. Juni 1931 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Winzer, Otto

* 3.4.1902 – ✝ 3.3.1975

Geb. in Berlin-Reinickendorf; Vater Droschkenkutscher u. Metallarb., Mutter Näherin; Volksschule, Fortbildungsschule für das grafische Gewerbe; 1916 – 22 Ausbildung zum Schriftsetzer in Berlin, danach im Beruf tätig; 1918 Mitgl. eines Arbeiterrats; Jan. 1919 Freie Soz. Jugend; KPD (»Otto Lorenz«); 1922 Ltr. einer KJVD-Ortsgr.; Hersteller im Verlag der KJI; 1923 Mitgl. der KJVD-BL Berlin-Brandenb.; 1924 Ltr. der Wiener Filiale des KJI-Verlags; Herbst 1924/25 Ltr. des Roten Jungsturms; Jan. 1925 nach Verlust des Parteiausweises KPD-Neueintritt; Okt. 1925 erneuter Einsatz in Wien, Ltr. des KJI-Verlags; 1925 – 27 Mitgl. der KPÖ; 1927 Rückkehr nach Berlin; Ltr. des KJI-Verlags in Berlin; 1928 Arbeit im EK der KJI in Moskau; 1928 – 30 KPdSU; 1930 Rückkehr nach Berlin; bis Okt. 1930 Mitarb. im Westeurop. Büro des EK; Reisen in die Niederlande, nach Frankreich u. Bulgarien; dann bis 1933 Übernahme der Ltg. des KJI-Verlags; Pol.-Ltr. der RGO Grafik; Okt. 1933 – Juli 1934 Pol.-Ltr. der RGO Berlin-Brandenb.; Aug. 1934 Emigr. nach Paris; dort verantw. Red. der Ztschr. »Freie Jugend«; Juli – Sept. 1935 Grenzarbeit in den Niederlanden (Amsterdam); Sept. 1935 Moskau; Mitarbeit in der Verlagsabt. des EKKI; März 1937 nach einer strengen Rüge u. Verwarnung durch die IKK wegen seiner Freundschaft mit dem Ende 1936 verhafteten  Erich Wendt Entlassung; dann Übersetzer u. Red. im Verlag für fremdspr. Lit.; 1941 durch die IKK parteiintern rehabil.; erneut Mitarb. der KI (Inst. 205), Presseabt. für die in Stockholm erscheinende Ztschr. »Die Welt«; Juni 1941 Auswerter von Briefen dt. Soldaten; Sept. 1941 Red. am Dt. Volkssender in Moskau, Ltr. der Red. des illeg., für dt. Soldaten bestimmten Senders »Die Heimat ruft die Front«; 1943 Mitgl. des NKFD; ab 1944 stellv. Red.-Ltr. des Dt. Volkssenders; ab Sept. 1944 Lehrer, Seminarltr. an der Parteischule der KPD (Objekt 12) bei Moskau, hier Ltr. der Berliner Gruppe. 30.4.1945 Rückkehr nach Dtl. mit der Initiativgr. von  Walter Ulbricht; 1945/46 Stadtrat für Volksbildung im Magistrat von Berlin; koopt. Mitgl. des ZK der KPD; 1946 KPD/ SED; Jan. 1947 gleichberechtigter Ltr. der HA Kultur u. Erziehung des ZS der SED (neben  Richard Weimann); ab 1947 Mitgl. des PV bzw. ab 1950 des ZK der SED; ab Febr. 1947 Ltr. der Abt. Presse, Rundfunk u. Information beim PV; Anf. 1949 stellv. Chefred. der Ztg. »Neues Dtl.«; Okt. 1949 persönl. Mitarb. des Präs.  Wilhelm Pieck (Nachf. von  Gerhard Kegel), 1949 – 56 Staatssekr. u. Chef der Privatkanzlei des Präs. der DDR; ab 1950 Abg. der Volkskammer; 1956 – 59 stellv. Außenmin., 1959 – 65 Staatssekr. u. 1. Stellv. des Außenministers; 1965 – 75 Minister für Ausw. Angelegenh. (Nachf. von  Lothar Bolz); 1955 u. 1972 VVO; sowj. Orden der Oktoberrev.; 1962 KMO; 1974 Ehrenspange zum VVO; Jan. 1975 Ruhestand; verblieb in der Außenpol. Kommission beim PB; Großer Stern der Völkerfreundschaft; wurde mit der Ausarbeitung der Geschichte der DDR-Außenpol. beauftragt; gest. in Berlin.Der Vaterlandsverrat des Dr. K. Adenauer. Berlin 1952; Der Rapallo Vertrag u. seine nat. Bedeutung für Dtl. Berlin 1954; Die große Lüge von den »freien Wahlen« in Westdtl. Berlin 1954; Dt. Außenpolitik des Friedens und des Soz. Berlin 1969. Hornbogen, L.: O. W., der Arbeiterklasse u. dem Soz. treu ergeben. In BzG (1984) 5; Wentker, H.: Außenpolitik in engen Grenzen. Die DDR im internat. System. München 2007.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wirth, Erich

* 16.4.1904 – ✝ 22.12.1981

Geb. in Leppersdorf (Krs. Dresden); Vater Bauarb.; 1910 – 18 Volksschule; 1918 – 21 Ausbildung zum Maschinenschlosser u. Dreher; 1919 Mitgl. im DMV; arbeitslos; 1924 RFB; Wanderschaft; ab 1925 als Dreher tätig; 1928 KPD; ab 1933 mehrf. verhaftet; 1941/42 Abendschule, Mstr.-Qualifikation. 1945 Mitbegr. u. Org.-Ltr. der KPD-Ortsgr. Großröhrsdorf; 1946 SED; 1946 LPS; 1947 Teiln. am 1. Dt. Volkskongreß; 1946 – 54 Dreher, Mstr., Obermstr., Prod.-Ltr. u. Vors. des Planungsaussch. im SAG bzw. VEB Sachsenwerk Radeberg; hat 1950 gem. mit Gustav Zabel das Schnelldrehen nach der »Pawel-Bykow-Methode« eingeführt, Aktivist; 1950 NP; 1950 – 54 Abg. der Volkskammer; 1950 – 52 Kand., 1952 – 67 Mitgl. des ZK der SED; 1951 – 58 Vizepräs. der DSF; 1956 – 58 HA-Ltr. im Min. für Maschinenbau; 1958 – 61 Ltr. des Büros für Erfindungswesen des VEB Flugzeugwerke Dresden; 1962 – 73 Ltr. des Bez.-Neuerungszentrums Dresden; 1969 u. 1974 VVO; 1979 Artur-Becker-Medaille; 1974 Rentner.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wischnewski, Klaus

* 11.12.1928 – ✝ 30.4.2003

Geb. in Kolberg (Hinterpomm. / Kołobrzeg, Polen); Vater Reichsbahn-Ing.; ab 1945 in Schwerin; Goethe-OS am Pfaffenteich, Abitur, Schulgr.-Sekr. der FDJ; SED; 1949 – 53 Studium der Kulturpol. u. Publizistik in Leipzig, der Theaterwiss. in Weimar, Dipl.; 1953 – 58 Dramaturg am Maxim-Gorki-Theater Berlin; erste Filmkritiken; ab 1955 Filmkritiken für Ztschr. »Dt. Filmkunst«, »Tägl. Rundschau«, »Neues Dtl.«; ab 1958 Dramaturg im DEFA-Spielfilmstudio, 1960 Chefdramaturg; (»Die Elenden«, »Trübe Wasser«); Zusammenarbeit mit  Slátan Dudow,  Frank Beyer,  Konrad Wolf u.  Günther Rücker; 1966 nach dem 11. Plenum des ZK als Verantw. für mehrere Filme (»Spur der Steine«), die verboten wurden, entlassen u. für Filmarbeit gesperrt; 1967 – 84 Dramaturg, ab 1976 Chefdramaturg am Dt. Theater Berlin; Zusammenarbeit mit  Maxim Vallentin,  Benno Besson,  Adolf Dresen u.  Alexander Lang; ab 1971 unter Ps. Peter Ahrens wieder Filmkritiken; 1983 PEN-Zentrum DDR; 1984 – 91 Autor u. Dramaturg im DEFA-Dok.-Filmstudio; 1988 Heinrich-Greif-Preis. 1991 – 93 Programmdir. des Leipziger Festivals für Dokumentar- u. Animationsfilme. Filme: 1966 »Der kleine Prinz« (Dramaturgie); 1976 »Mama, ich lebe« (Dramaturgie, Szenarium); 1984 »Das Jahr 1945« (Kommentar); 1985/86 »Spanien im Herzen« (Drehbuch); 1985 »Nürnberg – nicht schuldig« (Drehbuch); 1987 »Eine dt. Karriere. Rückblicke auf unser Jahrhundert« (Dramaturgie, Drehbuch); 1988 »Verzeiht, daß ich ein Mensch bin. Friedrich Wolf an seine Kinder« (Drehbuch, Kommentar); 1988 »Jeder konnte es sehen« (Drehbuch); 1989/90 »Aufgeben oder neu beginnen – Walter Janka« (Drehbuch); 1990 »Nationalität: deutsch« (Dramaturgie).Mitautor u. a. in: 100 Jahre Dt. Theater. Berlin 1983; K. Wolf. Berlin 1985; Brüche, Krisen, Wendepunkte. Berlin 1990; Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Berlin 1994. Poss, I., Warnecke, P. (Hrsg.): Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Witt, Günter

* 19.12.1925

Geb. in Stralsund; Vater Arbeiter; 1932 – 42 Volks- u. Mittelschule; 1942/43 Reichsfinanzschule u. RAD; 1943 – 45 Wehrmacht, Uffz.; brit. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 50 Lehrer in Stralsund; 1945/46 SPD/ SED; 1950 – 60 hauptamtl. Mitarb. von FDJ bzw. SED in Schwerin u. Potsdam; 1953 – 55 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1959 Verdienstmedaille der DDR; 1960 – 65 stellv. Minister für Kultur u. 1964/65 Ltr. der HV Film; 1965 Prom. zum Dr. phil. mit einer Diss. über den Zusammenhang von Kunst u. Sport (KMU Leipzig); 1963 – 72 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. von Berlin; 1965 fristlos aus dem Min. entlassen nach heftiger Kritik auf dem 11. Plenum des ZK der SED; 1966 – 74 Dir. der Berlin-Information; 1974 – 90 Hochschullehrer für Sportästhetik an der DHfK Leipzig; 1980 Habil. mit einer Arbeit über die Ästhetik des Sports (KMU); 1982 – 90 Prof. für Kulturtheorie u. Ästhetik an der DHfK; seit 1977 NOK-Mitgl., Kunstwart; 1981 – 90 Mitgl. des Präs. des NOK; 1985 VVO; 1990 Ruhestand.Hart wie Stahl – so war ihr Kampf! Potsdam 1960; Heiße Herzen, junger Mut. Berlin 1967; Sport in der Kunst. Leipzig 1969; Ästhetik des Sports. Berlin 1982; Anthol. »Sport u. Poesie«. 3 Bde. Berlin 1987 – 89; Sportler feiern, Sportlerfeiern. Berlin 1988; Armer Mensch, an dem Kopf alles ist. Weimar 2003; Skisport in der bildenden Kunst. Leipzig 2005.Volker Kluge / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Witteck, Günther

* 5.4.1928

Geb. in Dresden; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre als Elektromaschinenbauer in Görlitz; 1944 Arbeiter in Niederschles.; Wehrertüchtigungslager; 1945 RAD u. Wehrmacht. 1945 – 47 Elektriker in Niedersedlitz; 1945 KPD, 1946 SED u. FDJ; 1946 / 47 Sekr. einer FDJ-GO; 1947 / 48 2. Sekr. der FDJ-KL Dippoldiswalde; 1948 – 50 polit. Mitarb. bzw. Abt.-Ltr. der SED-KL Dippoldiswalde; 1949 Besuch der SED-LPS Sachsen in Ottendorf; 1950 – 52 Pressereferent beim Amt für Information der Landesreg. Sachsen; 1952 – 54 hauptamtl. Parteisekr. der SED-BPO beim Vors. des Rats des Bez. Dresden; 1954 – 60 Ltr. der Abt. Sicherheit der SED-BL Dresden; 1955 – 60 Fernstud. am 5. Lehrgang der PHS »Karl Marx«, ohne Abschluß; 1960 / 61 1. Stellv. des Vors., 1961 – 63 Vors. des Rats des Bez. Dresden; 1963 – 66 Stud. an der PHS beim ZK der KPdSU, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1966 – 69 Stellv. des Min. für die Anleitung u. Kontrolle der Bezirks- u. Kreisräte; 1969 – 82 stellv. Ltr. der Abt. für Staats- u. Rechtsfragen im ZK der SED; 1982 – Dez. 1989 erneut Vors. des Rats des Bez. Dresden; 1988 VVO in Gold; ab März 1990 Vorruhestand. Anklage durch die Staatsanwaltschaft Dresden wg. »Anstiftung zur Wahlfälschung als Vorsitzender der Wahlkommission des Bezirkes Dresden während der Kommunalwahlen am 7. Mai 1989«; am 27.5.1993 durch die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Dresden unter dem Vorbehalt einer Geldstrafe von 4900 DM verwarnt; auf Revision der Staatsanwaltschaft am 3.11.1994 Rückverweisung an eine andere Strafkammer des Landgerichts durch den 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs; am 9.8. 1995 durch die 4. Große Strafkammer des Landgerichts Dresden zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wittig, Heinz

* 2.3.1921 – ✝ 14.9.1989

Geb. in Kauern (Krs. Gera); Vater Maurer; Volksschule; 1935 – 38 Ausbildung zum Maurer; anschl. im Beruf tätig; 1940 – 45 Wehrmacht. 1945 – 48 Maurer u. Mitarb. auf dem väterlichen Neubauernhof; 1945/46 SPD/SED; bis 1956 Mitgl. der SED-KL Gera; 1948 – 53 Bürgermeister in Kauern; Juli 1952 Mitbegr. u. 1953 – 63 Vors. der LPG »Wilhelm Pieck« in Kauern, einer der leistungsstärksten u. bekanntesten genossensch. Agrarbetriebe der DDR; 1954 Mitgl. der SED-BL Gera; 1956 – 62 Kand., 1960 – 62 Mitgl. ihres Büros; 1958 Kand., 1959 – 86 Mitgl. des ZK der SED; 1959 NP; 1963 VVO; 1963 – 86 Vors. des Bez.-Landw.-Rats bzw. Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Gera für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1965 staatl. geprüfter Landwirt; 1967 – 76 Mitgl. des Sekr. der SED-BL Gera; ab 1968 Mitgl. des Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft der DDR; 1969 Qualifizierung zum Agrar-Ing.; 1971 – 86 Abg. des Bez.-Tags Gera; 1972 KMO; 1981 VVO; 1986 Ehrenspange zum VVO.Wer sollte beginnen, wenn nicht wir! In: Wie wir angefangen haben. Berlin 1985 (autobiogr. Bericht).Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wittkowski, Wilhelm

* 22.8.1913 – ✝ 1.11.1964

Geboren am 22. August 1913 in Hamburg, Sohn eines Metallarbeiters; lernte Schiffsbauer. 1928 Mitglied der SAJ, im September 1931 nach Kritik an der Politik des SPD-PV ausgeschlossen. Er gehörte zu den Mitbegründern der Jugendorganisation der SAPD und trat im September 1932 zum KJVD über, Orgleiter des KJVD in Hamburg. Seit April 1934 in der Sowjetunion, von Mai 1934 bis August 1935 Kursant der Internationalen Leninschule. Er wurde Mitglied der KPD, die ihn im März 1936 nach Dänemark entsandte. Dort gehörte er der Emigrationsleitung an, arbeitete in der Überprüfungskommission für die Spanienfreiwilligen und war in der AL Nord bei Heinrich Wiatrek, unter den Parteinamen Anker, Ernst und Jugendernst für die Jugendarbeit verantwortlich. Am 27. Juli 1940 in Kopenhagen durch die dänische Polizei festgenommen, wurde Wittkowski am 31. Januar 1941 an die Gestapo ausgeliefert. Der VGH verurteilte ihn am 20.April 1942 zu zehn Jahren Zuchthaus. In Brandenburg im April 1945 von der Roten Armee befreit, im Jugendreferat des Sozialamtes Berlin-Spandau tätig. 1947 für sieben Wochen zur politischen Schulung in Wilton-Park/Großbritannien, anschließend bis 1948 wieder im Bezirksamt Spandau. Ab 1949 in Ost-Berlin, von 1950 bis 1956 Kulturdirektor im VEB KWO Berlin-Köpenick, bis 1964 Sekretär der SED Berlin-Köpenick. Wilhelm Wittkowski starb am 1. November 1964 an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wloch, Karl

* 4.8.1905 – ✝ 30.9.1982

Geboren am 4. August 1905 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; kaufmännische Lehre. Im November 1919 Mitglied der FSJ, 1924 der KPD. Ab 1928 zunächst ehrenamtlicher Redakteur der Zeitschrift »Der Arbeitslose«, ab Januar 1929 Redakteur am »Thüringer Volksblatt« in Gotha, Ende 1929 in Suhl, Redakteur der KPD-Zeitung »Arbeiterwille«. Nachdem ein Thüringer Bezirksparteitag im Sommer 1930 alle Thüringer Zeitungen zusammenfaßte, wurde Wloch stellvertretender Chefredakteur am »Thüringer Volksblatt« in Erfurt. 1931 Redakteur der »Roten Fahne«, 1932 Mitarbeiter in der Agitpropabteilung des ZK der KPD. Anfang 1933 Redakteur der KPD-Zeitung in Kassel, sollte dort die illegale KPD führen. Von April bis Juli 1933 in Untersuchungshaft, dann zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, zuletzt bis Dezember 1938 im KZ. Danach Expedient in Berliner Firmen, Verbindung zur Saefkow-Gruppe. Am 15.Februar 1943 zum Strafbataillon 999 eingezogen, in Jugoslawien Ende März 1945 wegen »Zersetzungsarbeit innerhalb der Wehrmacht« inhaftiert, seine Überführung nach Berlin scheiterte wegen des Vormarsches der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee. Wloch wurde Antifa-Leiter im Kriegsgefangenenlager Agram. Er kehrte im Mai 1946 nach Berlin zurück, Hauptreferent in der Abteilung Parteischulung des ZS der SED. Im April 1948 im Parteiauftrag nach Polen, dort Betreuer der deutschen Kriegsgefangenen, im September 1949 wurde er Generalsekretär der Helmuth-von-Gerlach-Gesellschaft, der späteren Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft. Von 1952 bis 1954 Generalsekretär und Vizepräsident der Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland, anschließend Leiter des Amtes für Literatur und Verlagswesen, ab Mai 1958 Chefredakteur der »Volkswacht« in Gera. Er erhielt 1975 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Karl Wloch starb am 30. September 1982 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wogatzki, Benito

* 31.8.1932 – ✝ 25.7.2016

Geb. in Berlin; Vater Vertreter; Mutter Putzmacherin; Arbeit als ungelernter Weber, zeitw. im VEB Feintuch; 1950 ABF in Potsdam; anschl. Studium der Journalistik in Leipzig; SED; Mitarb. der Studentenztg. »Forum«, zeitw. stellv. Chefred.; bis 1961 Deckadresse »Ocker« für das MfNV; 1963/64 als IM »Bodo« des MfS erf.; seit 1966 freischaff. Schriftst. u. Autor von Fernsehspielen über den soz. Alltag, reflektierte dabei Probleme der wiss.-techn. Rev. (»Zeit ist Glück« 1968, »Die Zeichen der Ersten« 1969); 1967 u. 1968 NP (im Koll.); 1968 Johannes-R.-Becher-Medaille; 1968 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1969 Mitgl. der DAK; ab 1977 Mitgl. des Präs. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden u. ab 1978 des Vorst. des SV; 1982 NP; 1984 Vizepräs. des Friedensrats; veröff. seit den 70er Jahren auch Prosa (u. a. »Romanze für Amélie« 1977, »Das Narrenfell« 1982) u. Drehbücher zu den Fernsehfilmen »Broddy« (1975), »Tull« (1983). Nach 1990 Mitautor an Fernsehserien für versch. Sender; gest. in Südfrankreich.Die Geduld der Kühnen. Berlin 1969; Schwalbenjagd. Berlin 1985; Ein goldener Schweif am Horizont von Thumbach. Berlin 1987; Satti. Stuttgart, Wien 1989; Flieh mit den Löwen. Berlin 2007.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Winkler, Willi

* 16.9.1899 – ✝ 17.2.1938

Geboren am 16. September 1899 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie, seit 1913 in der sozialistischen Jugend aktiv, ab 1918 im Spartakusbund, dann in der KPD. Zunächst Schneider, studierte er nach dem Abitur an der Berliner Universität Wirtschaftswissenschaften. Er wurde wegen Beteiligung an der Ermordung des Polizeiagenten Blau im August 1919 verhaftet und am 5. Juli 1920 vom Schwurgericht beim Landgericht Berlin wegen »Beihilfe zum Totschlag« zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Da ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt wurden, konnte er nach seiner Freilassung das Studium nicht fortsetzen. Winkler war dann vor allem im Bund geistiger Berufe tätig, veröffentlichte zahlreiche politökonomische Arbeiten. In einer Gestapoliste zu den 250 »Führern der KPD« gezählt. Er emigrierte im März 1933 in die Sowjetunion, in Moskau an dem von Eugen Varga geleiteten Institut für Weltwirtschaft und Weltpolitik beschäftigt. Anschließend Dozent an der KUNMS, Lektor am Institut für Weltwirtschaft, zuletzt im Verlag für Ausländische Arbeiter und am Agrarinstitut. In der Nacht vom 16. zum 17.Februar 1938 wurde Willi Winkler vom NKWD verhaftet, am 21. Oktober 1938 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag in Moskau erschossen. Seine Lebensgefährtin und Mutter seiner beiden Kinder, Charlotte Rothkamm (* 31. 10. 1903 – † 4. 10. 1985), seit 1930 in der KPD, arbeitete ebenfalls im Bund geistiger Berufe. Sie folgte Winkler Ende 1933 in die Sowjetunion, wurde nach seiner Verhaftung ausgewiesen und kehrte über Schweden nach Deutschland zurück. Daß Willi Winkler ein Opfer der stalinistischen Säuberungen geworden war, erfuhr sie erst nach 1956.

Wer war wer in DDR

Winter, Rudolf

* 26.3.1927

Geb. in Siegmar-Schönau in einer Bauarbeiterfamilie; Schlosserlehre in den Wandererwerken Chemnitz; 1944 NSDAP. 1947 SED; ABF; anschl. Maschinenbaustudium an der TH Dresden, Dipl.-Ing.; ab 1953 Abt.-Ltr. bzw. Produktionsdir. in den Zittauer Roburwerken; danach Techn. Dir. im Motorradwerk Zschopau; 1961 – 68 Sektorenltr. Technik im Volkswirtschaftsrat, Abt.-Ltr. bzw. stellv. Min. für Verarbeitungsmaschinen- u. Fahrzeugbau; 1968 – 70 GD der VVB Werkzeugmaschinen; 1970 – 90 GD des Werkzeugmaschinenkombinats »Fritz Heckert« Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz – mit einem Anteil von 40 Prozent größter Werkzeugmaschinenhersteller der DDR; 1981 Prom. zum Dr. rer. oec. an der PHS; 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1987 KMO; 1988 Honorarprof. u. Vors. des Ges. Rats der TU Karl-Marx-Stadt; 1990 Vorruhestand.Hagen Schwärzel

Wer war wer in DDR

Winternitz, Joseph

* 18.2.1896 – ✝ 22.3.1952

Geb. in Oxford (England) in einer jüd. Fam., aufgew. in Prag; Vater Prof. für Indol. u. Ethnol.; dt. Volksschule u. Gymnasium in Prag; Studium der Philos., Mathematik u. Physik bis 1916 in Prag u. anschl. in Berlin; 1916 – 18 Militärdienst in der österr. Armee; 1918 – 20 Mitgl. der SDAP in der ČSR; Abschl. des Studiums, 1920 Dr. der Philos.; 1920/ 21 Studium an der Univ. Berlin; Spartakusbund u. VKPD; 1920 – 22 KPČ; 1921/22 ČSR; Chefred. des »Vorwärts« in Reichenbach; 1922 – 34 KPD; 1923 – 25 Studium in Frankfurt (Main); Mitarb. des ZS der KPD; Autor u. Ltr. der KPD-Parteischulung bis 1933; Kand. des ZK der KPD seit dem Essener Parteitag, später Mitgl. des ZK; Ltr. der Prop.-Abt. des ZK der KPD, 1931 abgelöst; bis Ende 1933 Mitarb. der ZL der KPD, stand in enger Verb. mit  Walter Ulbricht; Dez. 1933 Emigr. in die ČSR (Prag); bis 1935 Auslandsorg. der KPD; 1935 – 45 KPČ; 1935 – 39 Red. u. Ltr. der Prop.-Arbeit u. der Schulungsarbeit der KPČ; März 1939 Ausreise als brit. Staatsbürger nach England (London); bis 1945 Auslandsorg. der KPČ. Kehrte wegen starker Differenzen mit der KPČ in der Frage der Sudetendt. nicht in die ČSR zurück; 1945 – 48 KP Großbritannien; 1946 – 48 freier Schriftst. in London; verantw. Red. der Ztg. »Scheinwerfer über Dtl.« (Organ des brit. Rats zur Unterstützung der Demokratie), Mitarb. von »Labour Monthly« u. »World News and Views«. Sept. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; Okt. 1948 ord. Prof an der Univ. Berlin; gleichz. Ltr. der Abt. Polit-Ökon. am Wiss. Forschungsinst. der PHS; OdF; Ltr. des Forschungsinst. der SED in Kleinmachnow; mit Gründung im März 1949 Dir. des Marx-Engels-Lenin-Stalin-Inst. beim PV der SED; Ende Feb. 1950 abgelöst wegen angebl. Unterstützung einer »Kampagne der Imperialisten u. Tito-Agenten gegen Stalin« (Anlaß war sein Artikel »Von Stalin lernen« in der »Einheit«); 1949 VVN; März 1950 Dekan der wirtschaftswiss. Fak. der HU Berlin; wegen drohender Verhaftung 1951 erneute Übersiedl. nach England; Mitgl. der KP Großbritanniens; gest. in London.Röder, W.: Die dt. soz. Exilgr. in Großbritannien 1940 – 1945. Ein Beitrag zur Geschichte des Widerstandes gegen den Nationalsoz. Bonn, Bad Godesberg 1973; Keßler, M.: Sozialisten jüd. Herkunft zwischen Ost u. West. In: Schuppener, G. (Hrsg.): Jüd. Intellektuelle in der DDR. Leipzig 1999; Keßler, M.: Vom KPD-Apparat zum stillen Weggang aus der DDR: Der Wirtschaftswissenschaftler u. Historiker J. W. In: Ders.: Exil u. Nach-Exil. Hamburg 2002.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Winzer, Otto

* 3.4.1902 – ✝ 3.3.1975

Geboren am 3. April 1902 in Berlin-Reinickendorf, Sohn eines Droschkenkutschers; lernte bis 1922 Schriftsetzer. 1919 trat er in die FSJ und in die KPD ein, Mitglied der KJD-BL Berlin-Brandenburg. Als Anhänger der Mittelgruppe im Dezember 1923 nicht wieder in die BL gewählt. Bis 1927 Leiter der Wiener Filiale des Verlages der Kommunistischen Jugendinternationale. Von 1928 bis 1930 Redakteur beim EK der KJI in Moskau und Mitglied der KPdSU(B). Im März 1930 zurück nach Berlin, Mitarbeiter im WEB der KJI, leitete ab Oktober 1930 deren Verlag. Ab Februar 1933 führte er die Sektion Graphik der illegalen RGO, war von Ende 1933 bis Juli 1934 Leiter der RGO Berlin, anschließend Emigration und Redakteur der Zeitschrift »Freie Jugend« in Paris. Er kam Ende 1935 in die Sowjetunion, bis März 1937 in der Verlagsabteilung des EKKI. 1937 erhielt Winzer wegen seiner engen Bekanntschaft zum verhafteten Erich Wendt eine strenge Rüge durch die IKK und mußte aus dem Komintern-Apparat ausscheiden. Von 1937 bis 1941 Übersetzer im Verlag für fremdsprachige Literatur, ab Anfang 1941 wieder bei der Komintern, Mitarbeiter der Presseabteilung für die in Stockholm erscheinende Zeitschrift »Welt«. Nach Kriegsausbruch Redakteur beim Rundfunk, Chefredakteur des Soldatensenders beim Deutschen Volkssender. Ende April 1945 kehrte Winzer mit der Gruppe Ulbricht nach Deutschland zurück, wurde in das ZK der KPD kooptiert. Bis zu den Oktoberwahlen 1946 Stadtrat und Leiter der Abteilung Volksbildung des Berliner Magistrats. 1947 Leiter der Abteilung Presse im ZS der SED, Mitglied des PV bzw. ab 1950 des ZK der SED. Im Oktober 1949 wurde er Staatssekretär und Chef der Privatkanzlei des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck. Im August 1956 wechselte er ins Außenministerium, wurde Vizeaußenminister und im Juni 1965 DDR-Außenminister. Er erhielt 1962 und 1973 den Karl-Marx-Orden. Otto Winzer starb am 3.März 1975. Seine Schwester Ella (* 27. 10. 1907 – † 14. 10. 2002), die in erster Ehe mit dem im Februar 1934 ermordeten Rudolf Schwarz verheiratet war, kämpfte in Frankreich auf seiten der Résistance.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wirth, Günther

* 7.12.1929 – ✝ 5.12.2009

Geb. in Brand-Erbisdorf (Krs. Freiberg); Vater Sparkassenbeamter; 1940 – 48 OS in Freiberg. 1945 Mitbegr. des antifa. Jugendaussch. in Brand-Erbisdorf; 1946 FDJ; KB; 1947 CDU; 1948 – 50 Volontär bzw. Red. des CDU-Organs »Märkische Union« in Potsdam; 1950/ 51 Ref. bei der CDU-Parteiltg. in Berlin; 1951 – 54 (nicht durchgehend) Studium der Germanistik an der HU Berlin; gleichzeitig in der Westarbeit der FDJ, zeitw. auch nachrichtendienstl. tätig für das Inst. für Wirtschaftswiss. Forsch. (Vorläufer der HV A) 1952/53 Hauptref. beim CDU-Hauptvorst.; 1954 – 58 Sekr. des CDU-Hauptvorst.; 1958 – 61 Forts. des Studiums an der HU Berlin, Dipl.-Phil.; 1960 – 89 Mitgl. des CDU-Hauptvorst.; seit 1961 Mitgl. des Präs. des Friedensrats; 1961 –63 stellv. Chefred. des CDU-Zentralorgans »Neue Zeit«; 1964 – 70 Cheflektor im Union Verlag Berlin; 1967 – 90 Mitgl. der Berliner Stadtverordnetenvers.; 1968 – 86 Vors. ihrer Ständ. Kommission Kultur; 1970 – 72 Chefred. des »Ev. Pfarrerblatts«; 1973 – 85 Chefred., 1986 – 90 Hrsg. der ev. Monatsztschr. »Standpunkt« Berlin; 1972 – 89 Mitgl. des Präs. des CDU-Hauptvorst.; 1972 – 90 Vizepräs. des KB; 1977 Prom. zum Dr. phil. u. 1985 – 90 Honorarprof. für Neueste Kirchengeschichte an der HU Berlin; Hrsg. der »Beiträge zur Berliner Kirchengeschichte« (1987); 1989 Dr. h. c. (Theolog. Comenius-Fak. Prag); Mitgl. des Präs. der Freundschaftsges. DDR – Italien u. des Fortsetzungsaussch. der CFK; 1990 Ltr. der Wiss. Arbeitsgr. beim Vors. der CDU; 1967 u. 1973 VVO; gest. in Berlin.M. L. King. Berlin 1964; H. Böll. Berlin 1965, Köln 1969, Warschau 1970; J. L. Hromádka. Berlin 1977; J. Bobrowski. Berlin 1986; Albrecht Goes. Der Dichter u. sein Werk. Berlin 1989; Kulturprotestantisches in u. aus der DDR. Berlin / Basel 2009. Hübsch, R. (Hrsg.): Als die Mauer wuchs. Zur Deutschlandpol. der Christdemokraten. Potsdam 1998; Kroll, F.-L. (Hrsg.): G. W.: Landschaften des Bürgerlichen. Ausgew. Abhandlungen. Berlin 2008.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wisnewski, Franz

* 10.3.1896 – ✝ 18.3.1991

Geboren am 10. März 1896 in Berlin; lernte Mechaniker. Von 1915 bis 1917 Soldat im Weltkrieg, dann wieder in seinem Beruf tätig. 1917 trat er in die USPD ein und ging Ende 1920 zur KPD. Seit 1924 in der BL Berlin-Brandenburg und von 1925 bis 1933 Abgeordneter der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Wisnewski war Mitarbeiter im ZK der KPD, einige Jahre unter Christoph Wurm in der Informationsabteilung. Er wurde zwar noch bei den Wahlen am 12. März 1933 für die KPD in das Berliner Parlament gewählt, konnte sein Mandat jedoch nicht wahrnehmen, denn er war bereits seit 28.Februar 1933 (bis zum 23. September 1933) in »Schutzhaft«. Er blieb nach der Freilassung unter Polizeiaufsicht, wurde im August 1944 im Rahmen der Gestapoaktion »Gewitter« erneut inhaftiert. Ab Mai 1945 war Wisnewski Leiter des Bezirksarbeitsamtes Berlin-Kreuzberg, von 1946 bis 1948 dort Mitglied der KPD bzw. der SED-Kreisleitung. In den fünfziger Jahren Direktor der Mitropa in Ost-Berlin bzw. Mitarbeiter der Dewag Deutsche Reichsbahnwerbung. Er erhielt 1976 den VVO in Silber. Franz Wisnewski starb am 18. März 1991 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Witt, Hubert

* 20.6.1935 – ✝ 11.10.2016

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Schulbesuch in Glatz, Jeber-Bergfrieden; Abitur in Dessau-Roßlau; 1953 – 57 Stud. der Germanistik in Leipzig (bei  Hans Mayer; Hörer bei  Theodor Frings u.  Ernst Bloch; Praktika am Brecht-Theater); zwei Jahre arbeitslos, 1959 – 86 Lektor im Reclam-Verlag Leipzig, zunächst für Germanistik u. Philos., später für deutschsprachige Lit. der Gegenwart (u. a. Betreuung der Ausgaben von Arendt, Brecht, Braun, Fühmann, Hacks, Hermlin, Hilbig, Rainer Kirsch, Kirsten, Kunert, Kunze, Lorenc, Maurer, Heiner Müller, Seghers, Christa u. Gerhard Wolf); parteilos; das Amt eines kommissar. Cheflektors lehnte er wegen kulturpolit. Vorbehalte ab; 1985 NP (im Koll.); 1986 – 93 Lehrer am Inst. für Lit. in Leipzig; daneben u. danach freiberufl. Arbeit als Hrsg., Autor, Lektor u. Übersetzer (aus dem Mittelhochdeutschen u. Jiddischen). Initiator u. zeitw. Projektltr. des »Leipziger Literarischen Herbstes«; 1993 – 2003 einer der ehrenamtl. sächs. Kultursenatoren, mehrjähr. Mitgl. im Kuratorium des Dt. Literaturfonds Darmstadt, 1996 PEN-Zentrum der Bundsrep. Dtl.; gest. in Leipzig. Hsrg. von Werken von  Bertolt Brecht, Joseph Roth, Arno Schmidt,  Wolf Biermann,  Günter Kunert,  Jürgen Teller u. a.; Nachdichtungen: Afrikanische Lyrik; Oswald von Wolkenstein, Walther von der Vogelweide, Johannes von Saaz; Der Fiedler vom Getto (Jiddische Gedichte), Lyrik von Itzik Manger, Rajzel Zychlinski, Lajser Ajchenrand, Abraham Sutzkever; Hörspiel: Berg meines Jammers (Schubart auf dem Hohenasperg).Kürschners Dt. Literaturkalender; Auskünfte eines Büchermachers. In: Angezettelt (Leipzig) (2005) 3.Christoph Links

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wittfogel, Karl August

* 6.9.1896 – ✝ 25.5.1988

(* 1896 – † 1988) Geboren am 6. September 1896 in Woltersdorf/Krs. Lüchow in der Lüneburger Heide, Sohn eines Dorfschullehrers. 1904 übersiedelte die Familie nach Lüneburg, dort besuchte er ein humanistisches Gymnasium und trat 1912 der Lüneburger Ortsgruppe des Wandervogels bei. Während des Weltkrieges entwickelte er sich zum überzeugten Kriegsgegner. Er studierte zunächst in Leipzig, dann ab 1915 an der Münchner Universität, später auch in Berlin. Obwohl 1917 zum Militär einberufen, konnte er weiter studieren. Die russische Revolution 1917 zeigte eine starke Wirkung in Kreisen der Jugendbewegung, Wittfogel gehörte in Berlin zu einem Zirkel studentischer Revolutionäre, in dem sich u. a. Alexander Schwab und die drei Brüder Reichenbach ( Bernhard Reichenbach) engagierten. Im November 1917 Mitglied der USPD, schloß er sich 1920 der KPD an. Anfang 1920 holte Engelbert Graf, einer der bekanntesten Vertreter der Arbeiterbildung in der Weimarer Republik, Wittfogel an die sozialistische Heimvolksschule Schloß Tinz bei Gera. Dort lernte er den späteren Herausgeber der »Internationale« Karl Korsch kennen, nahm im Mai 1923 an der »Ersten Marxistischen Arbeitswoche« in Thüringen teil. 1925 ging Wittfogel an das Frankfurter Institut für Sozialforschung, wo er mit Franz Borkenau, Rudolf Schlesinger ( Gerber) und Béla Forgasi zusammentraf. Bereits 1922 hatte er im Verlag Junge Garde seine Schrift »Vom Urkommunismus bis zur proletarischen Revolution« publiziert. Auf dem VIII. Parteitag der KPD 1923 in Leipzig war er Lüneburger Delegierter, verfaßte gemeinsam mit Gertrud Alexander und Hermann Duncker das »Kulturpolitische Notprogramm«. Wittfogel war publizistisch produktiv, schrieb unzählige Artikel in zirka 30 Zeitungen und Zeitschriften. Der Malik-Verlag brachte 1924 sein umfangreiches Werk »Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft« heraus. Das wurde von der Agitpropabteilung des EKKI in der »Inprekorr« kritisiert, solche »skandalösen Erzeugnisse« wie die Schrift Wittfogels seien »vernichtend« abzulehnen, schließlich handele es sich um »Literatur allerübelsten Charakters«. Die Redaktion der »Internationale« veröffentlichte hingegen ein positives Gutachten, das durch einen Mitarbeiter des Moskauer Marx-Engels-Instituts erstellt worden war. Wittfogel blieb umstritten, auch wegen seiner Nähe zu Georg Lukács. 1925 als Anhänger Ruth Fischers Kulturredakteur der »Roten Fahne«, verfaßte ein 180 Seiten starkes Manuskript »Das erwachende China«. Das Buch erschien 1926 in Wien und fand begeisterte Zustimmung in der Fachwelt. In der Folge wurde das Thema zum Hauptforschungsgebiet Wittfogels. Ab 1929 Mitglied des Vorstandes des Schutzverbands Deutscher Schriftsteller, dem er seit 1925 angehörte, ebenso aktiv im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller, für dessen Zeitschrift »Linkskurve« er (neben Georg Lukács) einer der wichtigsten Theoretiker war. Außerdem begann er mit der regelmäßigen Lehrtätigkeit an der Berliner »Marxistischen Arbeiter-Schule« und gab dort gemeinsam mit Hermann Duncker und Alfons Goldschmidt die Selbststudienhefte der MASCH heraus. Nach Abschluß seiner Promotion im Juli 1928 besuchte Wittfogel die Sowjetunion und war von den russischen Verhältnissen geschockt. Der erste Teil seines Werks »Wirtschaft und Gesellschaft in China« erschien 1931 als Publikation des Frankfurter Instituts für Sozialforschung (der zweite wurde nie veröffentlicht). Im Februar 1931 hatte in Leningrad eine Konferenz stattgefunden, die sich mit der Frage der »asiatischen Produktionsweise« beschäftigte. Dort wurde Wittfogel vorgeworfen, in seiner Untersuchung die Klassenanalyse vollständig ignoriert zu haben, die Hoffnung auf eine russische Übersetzung seines Bandes zerschlug sich. Ende Januar 1933 war er deprimiert von der kampflosen Niederlage der KPD und ging verbittert zu Georg Lukács, um ihm von seinem Widerspruch zur KPD zu berichten. Lukács hörte ihm zu und machte den bekannten, berüchtigten Ausspruch, er »werde lieber Dreck fressen«, als sich »von der Bewegung losreißen zu lassen«. Beim Versuch, die Schweizer Grenze zu überqueren, wurde Wittfogel festgenommen und kam in »Schutzhaft«. Seinen Aufenthalt im KZ verarbeitete er in dem autobiographischen Roman »Staatliches Konzentrationslager VIII. Eine ?Erziehungsanstalt? im 3. Reich«, der 1936 erschien. Kurz vor Weihnachten 1933 freigelassen, emigrierte er über England in die USA, wurde dort Professor für Sinologie. 1939 erfolgte sein definitiver Bruch mit der KPD. Sein Werk »Die asiatische Despotie« wurde 1957 veröffentlicht. In der antikommunistischen McCarthy-Ära machte Wittfogel Aussagen, die ihm in liberalen Kreisen der USA verübelt wurden. Erst die 68er-Studentenbewegung nahm seine Ideen, vor allem das Problem der »asiatischen Produktionsweise« wieder auf, viele seiner Schriften wurden neu verlegt. Karl August Wittfogel starb am 25. Mai 1988 in New York. Sein erste Frau Rose Wittfogel, geborene Schlesinger (* 1. 8. 1889 in Halle), besuchte das Lyzeum, wurde Bibliothekarin. Sie studierte Kunstgeschichte und Philosophie, seit 1917 nebenberuflich Bildhauerin, 1918 Mitglied der FSJ, 1919 der KPD. 1921 Heirat mit Karl August Wittfogel (1932 Scheidung). Später arbeitete sie in der Zentrale der KPD in Berlin, leitete bis 1929 das Forschungsarchiv des Frankfurter Instituts für Sozialforschung. Von 1931 bis 1934 in Moskau Leiterin des Forschungsarchivs des Internationalen Agrarinstituts, dann bis 1941 Lektorin. Sie lebte mit dem Schauspieler der »Kolonne Links« Friedrich Voss (* 25. 8. 1903) zusammen. Dieser wurde am 11. Februar 1938 vom NKWD verhaftet und am 11. April 1938 erschossen. Sie selbst wurde aus der Partei ausgeschlossen, später wieder aufgenommen. Von 1941 bis 1945 in Usbekistan als Lehrerin und Dozentin tätig, blieb Rose Wittfogel nach Kriegsende in der Sowjetunion.

Wer war wer in DDR

Wittig, Werner

* 24.10.1926 – ✝ 8.1.1976

Geb. in Lüttewitz (Krs. Döbeln); Vater Arbeiter; Volksschule; 1942 – 44 Ausb. zum Kfm.; 1944 NSDAP; Wehrmacht. 1945/46 SPD/SED; 1945/46 Arbeiter; 1946/47 Referent für Jugendfragen der SED-Landesltg. Brandenb.; 1947 Studium an der PHS; 1947 – 52 Abt.-Ltr. in der SED-Landesltg. Brandenb.; 1952/53 1. Sekr. der SED-KL Potsdam-Stadt; 1953 – 56 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1956 – 60 Abt.-Ltr. Parteiorgane der SED-BL Potsdam; 1961 – 64 1. Sekr. der SED-KL Brandenb.; 1964 – 76 1. Sekr. der SED-BL Potsdam (Nachf. von  Kurt Seibt); 1965 VVO; 1967 – 76 Mitgl. des ZK der SED; 1967 – 76 Mitgl. der Volkskammer u. Abg. des Bez.-Tags Potsdam.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wittkugel, Klaus

* 17.10.1910 – ✝ 19.9.1985

Geb. in Kiel; Vater Kfm.; Realschule u. Reformrealgymnasium; 1927 – 29 Ausbildung zum Kfm. in Hamburg; zugl. Studien an der Staatl. Kunstschule Hamburg; 1929 – 32 Studium an der Folkwang Schule Essen bei Karl Rössing u. Wilhelm Poetter, Mstr.-Schüler von Max Burchartz; 1932 – 35 Gebrauchsgrafiker in einem Warenhauskonzern in Berlin u. Studien an der Mstr.-Schule für Grafik u. Buchkunst Berlin; 1935 – 37 Atelierleiter einer Berliner Werbeagentur; 1937 – 39 freischaffend; 1939 – 45 Wehrmacht u. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 49 Gebrauchsgrafiker bei der Dt. ZV für Handel u. Versorgung; 1946 SED; 1949 – 52 Chefgrafiker im Amt für Information; 1947 Lehrbeauftr., 1949 Doz. u. 1952 Prof. für Gebrauchsgrafik an der HS für angewandte Kunst in Berlin; 1975 em.; 1950 Gründungsmitgl. des VBKD; Präsidiumsmitgl. u. 1. Vors. der zentr. Sektionsltg. Gebrauchsgrafik; 1956 Mitgl. des künstler. Beirats der Briefmarkenkommission des Min. für Post- u. Fernmeldewesen; 1958 NP; 1961 DAK; 1968 – 74 Vizepräs. der DAK bzw. AdK; 1968 – 74 Mitgl. u. Präs. der internat. Vereinigung der Gebrauchsgrafikerverbände; 1969 VVO; 1975 Ehrenmitgl. des VBK; NP; 1979 Kunstpreis des FDGB; gest. in Berlin. Kat.: K. W., Photographien 1927 – 57. Berlin 1986; Ein neuer Mensch – Herr einer neuen Welt. Berlin 1970; Frans Masereel: Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte. Berlin 1969 (Hrsg.).Wolf, H.: K. W. Biogr. Dresden 1964; Frommhold, E.: K. W. Dresden 1979.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wloch, Wilhelm

* 13.2.1897 – ✝ 4.4.1939

Geboren am 13. Februar 1897 in Berlin, Sohn eines Metallarbeiters; Graveurlehre, anschließend Metallarbeiter, 1911 Arbeiterjugend. Er wurde 1915 Mitglied der SPD. Ab April 1916 Soldat im Weltkrieg, Ende 1916 von der Front zurück, Metallarbeiter in der Rüstungsindustrie. Wloch trat 1917 zur USPD über. Wegen Beteiligung am Januarstreik 1917 wieder eingezogen, kam er an die deutsch-russische Front. 1918 aktiv im Soldatenrat, Teilnehmer an den Januarkämpfen 1919 in Berlin, anschließend Bauarbeiter. Wloch wurde 1920 Mitglied der KPD, Bezirksverordneter in Berlin-Treptow, Funktionär im Provinzialausschuß der Erwerbslosen Berlin-Brandenburg. Seit Mitte der zwanziger Jahre offiziell in der sowjetischen Handelsvertretung beschäftigt, war er seit dieser Zeit für die OMS tätig. Nach Einsätzen in China (u. a. Aufbau einer Residentur in Shanghai), kam er 1935 über Kopenhagen, Amsterdam und Brüssel in die Sowjetunion. Am 27. Juli 1937 wurde er vom NKWD verhaftet, am 4. April 1939 zu 20 Jahren Lager verurteilt. Wilhelm Wloch soll nach russischen Angaben beim Transport in ein anderes Gulag am 21. Oktober 1939 an »Herzversagen« ums Leben gekommen sein.

Wer war wer in DDR

Wohlgemuth, Gerhard

* 16.3.1920 – ✝ 26.10.2001

Geb. in Frankfurt (Main); Abitur; 1940 – 48 Med.-Studium; auf musikal. Gebiet Autodidakt; 1949 – 56 Lektor im Mitteldt. Verlag Halle u. im VEB Friedrich Hofmeister-Verlag Leipzig; seit 1956 freischaff. Komponist in Halle; 1956 – 72 Lehrbeauftr. für Musiktheorie am Inst. für Musikwiss. der MLU Halle; 1969 – 91 Mitgl. der DAK; schuf vier Sinfonien, 1956 die Oper »Till«, Orchester- u. Kammermusik sowie Filmmusik; 1962 Händel-Preis; 1969 Verdienstmedaille der DDR; 1980 u. 1985 VVO; gest. in Halle.Christiane Niklew

Wer war wer in DDR

Winter, Eduard

* 16.9.1896 – ✝ 3.3.1982

Geb. in Grottau (Böhmen / Hrádek nad Nisou, Tschechien); Vater Schuhmacher, Kanzleiverwalter; Volksschule in Sebastiansberg, Obergymnasium in Böhmisch Leipa; 1914 Kriegsfreiw.; 1915 Abitur; 1915 – 19 Studium der Theol., Sozialwiss., Gesch. u. Philos. an der Univ. Innsbruck u. der dt. Univ. Prag; dort 1919 Priesterweihe; 1919 Adjunkt an der Theolog. Fak. der Dt. Univ. Prag; 1921 u. 1922 theol. Prom.; 1922 Habil. mit der Schrift »Die Bedeutung der Landkrankenpflege« für das Fach Soziol.; 1922 Doz. für Soziol. an der Theolog. Fak.; 1926 Prom. an der Philosoph. Fak. der Dt. Univ. Prag mit einer Arbeit zur kath. Aufklärung in Österreich; 1929 unbesoldeter a. o. Prof., 1931 besoldeter a. o. Prof., 1934 ord. Prof. für Kirchengeschichte u. Patristik; 1935 Habil. an der Philosoph. Fak. der Dt. Univ. Prag; Mai 1939 NSDAP; 1940 Entpflichtung von der Theolog. Fak. wegen Verstoßes gegen das Zölibat; 1941 Prof. für Geistesgeschichte an der Philosoph. Fak. der Dt. Univ. Prag; 1945 –47 in Wien. 1947 – 51 ord. Prof. für osteurop. Geschichte an der MLU Halle; dort 1948 – 51 Rektor (Nachf. von  Otto Eißfeldt); 1951 – 66 ord. Prof. für osteurop. Geschichte u. Dir. des Inst. für Geschichte der Völker der UdSSR an der HU Berlin; 1955 ord. Mitgl. der DAW; 1955 – 59 Ltr. der Hist. Abt. des Inst. für Slawistik der DAW; 1956 – 59 Ltr. der Arbeitsgr. Geschichte der slaw. Völker am Inst. für Geschichte der DAW; 1961 – 65 Ltr. der Abt. Geschichte der Wiss. u. der wiss. Beziehungen am Inst. für Geschichte der DAW; 1957 Mitgl. des Red.-Koll. der Ztschr. für Geschichtswiss.; 1958 stellv. Präs. der neugegr. Dt. Historikergesell. der DDR; 1961 – 65 Ltr. der Arbeitsstelle für dt.-slaw. Wiss.-Beziehungen an der DAW; 1963 Korr. Mitgl., 1967 Ord. Mitgl. der Académie Internationale d’Histoire des Sciences (Paris); 1966 em.; 1956 NP; 1981 VVO; gest. in Berlin. E. W. lebte als österr. Staatsangeh. in der DDR; er publizierte insbes. zur Geschichte Osteuropas, zu den dt.-slaw. Beziehungen, zur Geschichte des Papsttums u. des Katholizismus, zu den russ.-vatikan. Beziehungen, zur Aufklärung; internat. bekannt wurde er v. a. mit seinen Arbeiten über Bernard Bolzano.B. Bolzano u. sein Krs. Leipzig 1933; Leben u. geistige Entw. des Sozialethikers u. Mathematikers Bernard Bolzano. Halle 1949; Barock, Absolutismus u. Aufklärung in der Donaumonarchie. Wien 1971; Mein Leben im Dienst des Völkerverständnisses. Autobiogr. Berlin 1981; Bibl. in: Wegbereiter der dt.-slaw. Wechselseitigkeit. Berlin 1983 (Hrsg. E. W./G. Jarosch); Erinnerungen (1945 – 1976). Wien 1994 (Hrsg. G. Oberkofler). Grau, C.: E. W. In: Wegbereiter der DDR-Geschichtswiss. Berlin 1989; Luft, I.: Religiöses Selbstverständnis u. Lebenskontinuitäten. E. W. (1896 – 1982). München 2006; Nemec, J.: E. W. u. sein Prager Kreis. In: Albrecht, St. u. a. (Hrsg.): Die »sudetendt. Geschichtsschreibung« 1918 – 1960. München 2008.Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Winter, Ernst

* 21.11.1893 – ✝ 5.4.1958

Geboren am 21. November 1893 in Eilenstedt/Krs. Oschersleben, Sohn eines Schlossers, die Familie zog 1899 nach Braunschweig. Er besuchte das Lehrerseminar, wurde Ende 1915 zum Militär eingezogen und war bis Ende 1918 Soldat. Nach dem Krieg Volksschullehrer. 1920 Mitglied der KPD und Funktionär, im Dezember 1924 als Abgeordneter in den Landtag von Braunschweig gewählt, er blieb bis 1933 in diesem Parlament. Von 1924 bis 1933 in der Führung des UB Braunschweig, zeitweise auch in der BL Niedersachsen. 1928 gehörte er zu den Versöhnlern, er trennte sich aber Ende 1928 von ihnen und übte Selbstkritik. Ende 1932 wurde Winter, der sich mit der Führung der BL überworfen hatte, wegen »opportunistischen Verhaltens« aus der KPD ausgeschlossen. Er legte am 16. Februar 1933 sein Mandat nieder und zog nach Berlin. 1945 trat er wieder der KPD bei, wurde Hauptschulrat in Berlin-Pankow und anschließend Hauptreferent für Lehrerweiterbildung am Pädagogischen Institut in Ost-Berlin. Als bei der Parteiüberprüfung 1951 entdeckt wurde, daß Winter seinen Ausschluß aus der KPD im Jahre 1932 verschwiegen hatte, wurde er durch die Sonderkommission der LPKK Berlin aus der SED ausgeschlossen, sein Einspruch von der ZPKK am 13. Februar 1952 abgewiesen. Am Institut für Berufsschullehrerausbildung tätig, wurde er Ende 1956 wieder in die SED aufgenommen. Nach langer schwerer Krankheit starb Ernst Winter am 5. April 1958 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Winternitz, Joseph

* 18.2.1896 – ✝ 22.3.1952

(* 1896 – † 1952) Geboren am 18. Februar 1896 in Oxford, Sohn eines Universitätsprofessors, der noch im Geburtsjahr seines Sohnes nach Prag übersiedelte. Dort besuchte Winternitz das Gymnasium und begann mit dem Studium der Philosophie, Mathematik und Physik an der Universität. 1917 ins österreichische Heer eingezogen. 1918 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, kam er bei Gründung 1920 in die KP der ?CSR. Winternitz promovierte 1920 zum Dr. phil. und arbeitete als Wissenschaftler, war aber auch in der KP aktiv, 1921/22 als Chefredakteur der Zeitung »Vorwärts« in Reichenberg. 1923 Übersiedlung nach Deutschland, hauptamtlicher Funktionär der KPD, auf deren linkem Flügel er eine wichtige Rolle spielte. Winternitz wurde – unter den verschiedensten Pseudonymen: Lenz, Sommer u.a. – der Theoretiker der Linken in der KPD. 1924 Sekretär der KPD und Abteilungsleiter für Propaganda in der Zentrale, Delegierter des V. Weltkongresses der Komintern, sympathisierte er 1925 kurze Zeit mit der Ultralinken, blieb aber bei der Linken um Ruth Fischer. Auf dem X. Parteitag 1925 Sekretär der Politischen Kommission und als Kandidat ins ZK gewählt. Nach dem »Offenen Brief« 1925 (den er ablehnte) verteidigte er Ruth Fischer und Arkadi Maslow. Zunächst grenzte er sich von der Gruppe der Ultralinken um Werner Scholem, später aber auch von Ruth Fischer ab, blieb in der KPD und paßte sich der Parteilinie an. Auf dem XI. Parteitag 1927 wurde er deswegen auch wieder als Kandidat ins ZK berufen, übte aber bis 1928 nur untergeordnete Funktionen im ZK-Apparat aus, u. a. war er Redakteur der Zeitschrift »Internationale« und Leiter des »Rhein-Ruhr-Pressedienstes« in Düsseldorf. Nach der Wittorf-Affäre trat er wieder in den Vordergrund, wurde Leiter der Agitpropabteilung des ZK. Der XII. Parteitag 1929 wählte ihn als Mitglied ins ZK. 1931 war Winternitz (diesmal unter dem Pseudonym Kraus) Leiter der Propagandaabteilung des ZK, doch im Dezember 1931 wurden er und Alexander Emel ihrer führenden Posten im ZK enthoben, weil sie angeblich Stalin »falsch ausgelegt« und Lenin »verunglimpft« hatten. Daraufhin übte Winternitz-Kraus Selbstkritik: »Ich anerkenne vorbehaltlos und in vollem Umfange die in dem Artikel des Gen. Thälmann ... kritisierten Fehler in meiner Arbeit ...« Winternitz blieb bis 1933 in Deutschland. Bei den Auseinandersetzungen um die Nachfolge Ernst Thälmanns schloß er sich Walter Ulbricht an. 1934 emigrierte er in die Tschechoslowakei, 1939 nach Großbritannien und arbeitete während des Krieges in der KP Englands. Im März 1948 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SED und leitete bis Februar 1950 das Forschungsinstitut für wissenschaftlichen Sozialismus in Kleinmachnow bzw. das Marx-Engels-Institut. Durch Beschluß des Politbüros vom 21. Februar 1950 als Leiter abberufen und gerügt, weil er in einem Artikel in der »Einheit« (»Von Stalin lernen«) nach Ansicht des ZK »die Kampagne der Imperialisten und Tito-Agenten gegen Stalin« ungewollt unterstützte (er hatte darin antileninistische Auffassungen des jungen Stalin zitiert). Im März 1950 zum Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität in Ost-Berlin berufen, zog er es jedoch vor, 1951 wieder nach England zu gehen. Als Begründung gab er Sorge um seine dort lebende Familie an. Schließlich kannte er die stalinistischen Methoden wohl zu genau und wußte, wie solche »ideologischen Angriffe« endeten. Joseph Winternitz starb am 22. März 1952 in England. Die SED widmete ihm einen Nachruf, vermerkte darin jedoch, er sei »von gewissen Schwankungen nicht ganz frei« gewesen. Mario Keßler veröffentlichte 2002 eine biographische Skizze über Joseph Winternitz.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wiora, Josef

* 2.10.1892 – ✝ 2.8.1971

Geboren am 2. Oktober 1892 in Beuthen/Oberschlesien, Sohn eines Eisenbahners; lernte Kaufmann, von 1910 bis 1930 Angestellter der Eisenbahn in Oberschlesien. 1913 eingezogen, von 1914 bis 1916 Soldat im Weltkrieg. Wiora wurde 1911 Gewerkschaftsmitglied, trat 1916 in die SPD ein, gehörte zeitweise dem Hauptvorstand der Eisenbahnergewerkschaft an. 1919 Übertritt zur USPD, ab Ende 1920 Mitglied der KPD. Von 1924 bis 1930 Stadtverordneter in Beuthen und von 1930 bis 1933 Provinziallandtagsabgeordneter für Oberschlesien. Ab 1930 Bezirkssekretär der RGO für Oberschlesien, im Juli 1932 kam Wiora im Wahlkreis Oppeln in den Reichstag (im November nicht wiedergewählt). Seit März 1933 steckbrieflich gesucht, organisierte er die illegale KPD-Arbeit in Oberschlesien. Im November 1937 flüchtete Wiora in die Tschechoslowakei, dort Leiter des Grenzabschnitts Schlesien. Er emigrierte im Dezember 1938 nach Großbritannien, wurde bei Kriegsausbruch interniert und nach Australien gebracht. Ab 1942 wieder in Großbritannien, arbeitete er als Hausverwalter in London und gehörte auf Beschluß der KPD-Emigrationsleitung von 1944 bis 1947 der Polnischen Arbeiterpartei in England an. 1946 kehrte Wiora nach Beuthen, dem heutigen Bytom zurück, war zunächst Hilfsarbeiter und übersiedelte im September 1947 in die SBZ. Er begann am 1. Oktober 1947 als persönlicher Sekretär von Roman Chwalek, einem Landsmann, im FDGB-Landesvorstand Groß-Berlin. Ab Ende 1949 Referent bzw. Abteilungsleiter für Internationale Verbindungen beim Zentralvorstand der IG Eisenbahn, er erhielt 1962 den VVO in Silber. Josef Wiora starb am 2.August 1971 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Wirzberger, Karl-Heinz

* 2.6.1925 – ✝ 23.4.1976

Geb. in Grüneberg (Krs. Ruppin); Vater Angest.; OS, Abitur; 1943 NSDAP; 1943 – 45 Wehrmacht (Marine). 1946 – 51 Studium der Anglistik, Amerikanistik u. Germanistik an der HU Berlin; 1951 Prom.; 1954 Habil. über die Romane Theodore Dreisers; 1954 Doz.; 1958 Prof. mit Lehrauftrag; 1960 Prof. mit vollem Lehrauftrag; 1963 Prof. mit Lehrstuhl für Amerikanistik am Engl.-Amerik. Inst. der HU Berlin; 1960 Verdienstmedaille der DDR; 1960 – 65 Vors. der Univ.-Gewerksch.-Ltg. u. Senatsmitgl.; 1964 Mitgl. des ZV der Gewerkschaft Wiss.; 1965 Dekan der Philosoph. Fak.; 1967 – 76 Rektor der HU Berlin (Nachf. von  Heinz Sanke); 1969 Ord. Mitgl. der DAW u. Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1971 SED; 1971 – 76 Abg. der Volkskammer (Berliner Vertreter); 1976 VVO; Vizepräs. der Weltföderation der Wissenschaftler; Mitgl. des Exekutivrats der Internat. Vereinigung der Univ.; VVO; gest. in Berlin. Forschungs- u. Publikationstätigkeit auf dem Gebiet der amerik. Lit., Hrsg. von dt. Übers. amerik. Schriftst., darunter der Werke Theodore Dreisers; Mithrsg. der »Ztschr. für Anglistik u. Amerikanistik« (ab 1968)Abriß der Geschichte der amerik. Lit. vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Leipzig 1968; Von Cooper bis O’Neill. Beiträge zur USA-Lit. Berlin 1979. In memoriam K.-H. W. Berlin 1977.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wisten, Fritz

* 25.3.1880 – ✝ 12.12.1962

Geb. in Wien; Vater Bankangest.; 1909 – 12 Ausbildung zum Schauspieler an der k.u.k. Akad. für Musik u. darstellende Kunst; 1912 Engagement am Märk. Wandertheater Berlin, 1913 Stadttheater Kattowitz, 1914 Stadttheater Teplitz-Schönau, 1915 – 18 Stadttheater Eisenach; erste Regiearbeiten; 1919 Residenztheater Berlin, 1920 – 33 Württemberg, Landestheater Stuttgart; 1928 Mitarb. des Süddt. Rundfunks; 1933 wegen jüd. Herkunft entlassen; Neubeginn als Schauspieler im Theater des KB dt. Juden in Berlin; 1935 Regietätigkeit; 1936 Oberspielltr.; 1938 Schließung des Theaters; kurzz. Inhaftierung, Entlassung mit der Auflage, das Theater weiterzuführen (Nachf. von Kurt Singer); 1941 Verbot des jüd. KB u. endgültige Schließung des Theaters; 1942 – 45 Zwangsarbeit. 1945 Regisseur der »Nathan«-Inszenierung am Dt. Theater Berlin, »Professor Mamlock« von  Friedrich Wolf am Hebbel-Theater; 1946 Lizenz für die Ltg. des Theaters am Schiffbauerdamm; 1946 – 54 Intendant u. Ltr. des angegliederten Märchentheaters der Stadt Berlin; 1952 NP; 1954 – 62 Intendant der Volksbühne, Eröffnungsinszenierung »Wilhelm Tell«; 1956 Eröffnung des Theaters im 3. Stock; 1961 DAK; gest. in Berlin. Inszenierungen u. a.: 1946 »Der Snob«, 1950 »Stützen der Gesellschaft«, 1952 »Der arme Konrad«, 1956 »Ein Sommernachtstraum«, 1960 »Die Troerinnen« von Euripides, 1961 »Ravensbrücker Ballade« v.  Hedda Zinner.F. W. Drei Leben für das Theater. Ausstellungskat. Berlin 1990.Aune Renk

Wer war wer in DDR

Witt, Katarina

* 3.12.1965

Geb. in Staaken; begann fünfjährig in Karl-Marx-Stadt mit dem Eiskunstlauf; KJS, 1988 Abitur; trainiert von  Jutta Müller beim SC Karl-Marx-Stadt; elfmal Teiln. an Europameisterschaften: 1979 14., 1980 13., 1981 5. Platz, 1982 Vize-EM, 1983 – 88 EM; neunmal Teiln. an Weltmeisterschaften: 1980 10., 1981 5. Platz, 1982 Vize-WM, 1983 4. Platz, 1984 u. 1985 WM, 1986 Vize-WM, 1987 u. 1988 WM; 1984 u. 1988 Olympiasie- gerin; 1988/89 Schauspielstudium in Berlin; UNICEF-Sonderbotschafterin; 1988 Gastspiel bei der Eisrevue »Holiday on Ice«; VVO; 1988 Ehrenbürgerin von Karl-Marx-Stadt (ab 1990 Chemnitz). 1990 Eisrevuefilm »Carmen on Ice«; Besitzerin einer eigenen Firma »Art & Promotion« in Frankfurt (Main); startete 1993/94 ein erfolgr. Comeback als Amateureiskunstläuferin, u. a. Teiln. an den Olymp. Spielen 1994; danach wieder Profi; lebt zeitw. in den USA; veröff. versch. Bücher zu Fitness u. Gesundheit; 2003 »Goldene Henne«; 2005 Aufnahme in die International Women’s Sports Foundation Hall of Fame; als Unternehmerin in der Unterhaltungs- u. Werbebranche tätig; Febr./März 2008 Abschiedstournee; 2009 Vors. des Kuratoriums für die Bewerbung Olympische Spiele 2018.Meine Jahre zw. Pflicht u. Kür. München 1994; (Autobiogr.); Only with Passion. New York 2005. Kluge, V.: Katarina – eine Traumkarriere auf dem Eis. Berlin 1988; Osang, A.: Eiszeit. Eine Eiskunstläuferin gerät zwischen die Welten. In: ders.: Neunundachtzig. Heldengeschichten. Berlin 2002.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Wittgen, Tom

* 26.4.1932

Geb. in Wittgensdorf (b. Chemnitz); Volksschule; Arbeit in der Landw. u. Besuch des Seminars für Soziale Frauenberufe in Chemnitz; Abitur an der ABF in Leipzig; danach Germanistikstudium in Leipzig u. Berlin, Dipl.; Reporterin u. Red. bei Radio DDR; Lektorin im Verlag des Min. des Innern, ab 1963 im Verlag Das Neue Berlin, betreute hier die Kriminalheftreihe »Blaulicht«, in der sie selbst debütierte (»Der Überfall«, »Tapetenwechsel«, beides 1967); seit 1970 freischaff.; 1972 Drehbuch »Ein bißchen Alibi« (Polizeiruf 110); 1978 Vorlage für »Doppeltes Spiel« (Polizeiruf 110). 1994 Ausz. mit dem Ehrenglauser der Autorengr. Dt. Kriminalliteratur »Das Syndikat«; 1993 Vorlage für »Blue Dream – Tod im Regen« (Polizeiruf 110); führende Kriminalautorin der DDR; 1999 erschien ihr letzter Roman; Ruhestand.Im Dreieck. Berlin 1969; Der zweite Ring. Berlin 1970; Das sanfte Mädchen. Ber-Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wittik, Johann

* 9.8.1923

Geb. in Liberec (ČSR / Tschechien); Vater Bäkckergehilfe; Volks- u. Bürgerschule; Lehre u. Arbeit als Weber, Textilfachschule; 1931 Mitgl. der »Roten Falken« u. des tschech. KJV; 1942 – 45 Wehrmacht, 1945 brit. Kriegsgefangenschaft in den Niederlanden u. in der ČSR. 1946 Umsiedl. nach Pirna; 1947 SED; 1947 – 49 Tiefbauarb., Spinnereitechniker im VEB Textilwerke Zittau; 1947 – 49 Studium an der Textilingenieurschule Zittau, Textiling.; 1949/50 Lehrgang an der DVA in Forst-Zinna; 1950/51 Assi. des Hauptdir., Produktionsltr. u. stellv. techn. Dir. der VVB Webereien Meerane; 1951/52 Techn. Dir. der VVB Woll- u. Seidenweberei Glauchau; 1952 – 55 Abt.-Ltr. bzw. stellv. HV-Ltr. im Min. für Leichtindustrie, 1955/56 dort Ltr. der HA Technik, 1956 – 58 Stellv. Min. für Leichtindustrie; 1958 – 61 Vors. des Bezirkswirtschaftsrats u. stellv. Vors. des Rats des Bez. Gera, Mitgl. der SED-BL Gera; 1961 – 65 1. Stellv des Vors. des VWR; 1965 – 72 Min. für Leichtindustrie; 1963 Kand., 1964 – 76 Mitgl. des ZK der SED; 1967 Studium am ZI für soz. Wirtschaftsführung; 1973 – 76 Botschafter der DDR in der VR China; 1976 – 90 GD des VEB Minol Berlin.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wittorf, John Friedrich

* 5.9.1894 – ✝ 19.6.1981

(* 1894 – † 1981) Geboren am 5. September 1894 in Stellingen/ Hamburg; Hilfsarbeiter und später Hafenarbeiter in Hamburg, trat 1917 der USPD bei und kam mit der linken USPD 1920 zur KPD. Er war ein enger Freund Ernst Thälmanns. Die Behauptung, er sei auch mit Thälmann verschwägert gewesen, ist falsch, unbestreitbar aber, daß ihn Thälmann protegierte. Wittorf gehörte seit 1925 der BL Wasserkante als hauptamtlicher Funktionär an. Er war einer der drei Vorsitzenden des X. KPD-Parteitages 1925 in Berlin. 1926 UB-Leiter von Kiel, übernahm er im März 1927 als Polleiter den KPD-Bezirk Wasserkante. Der XI. Parteitag 1927 in Essen wählte Wittorf auch zum Mitglied des ZK. Ebenso gehörte er 1927 und 1928 der Hamburger Bürgerschaft als Abgeordneter an. Bei den Reichstagswahlen 1928 kandidierte er in Hamburg hinter Thälmann auf Platz zwei, wurde aber nicht gewählt. 1928 häuften sich die Hinweise, daß Wittorfs Geldausgaben mit seinen Einnahmen nicht übereinstimmten. Als bei einer Kassenrevision Unregelmäßigkeiten entdeckt wurden, schob Wittorf das dem Kassierer der BL, Richard Dehmel, der mit der linken Opposition sympathisierte, unter. Bei einer genauen Überprüfung stellte sich jedoch heraus, daß Wittorf 1800 Mark unterschlagen hatte, später erwies sich, daß die Summe (aus geheimen Mitteln der Komintern) höher war. Thälmann bemühte sich gemeinsam mit John Schehr, Willy Presche und Ludwig Rieß, die Unterschlagungen zu vertuschen. Sie versuchten, Wittorf zu ermöglichen, das Geld wieder beizuschaffen. Doch inzwischen erfuhren die Versöhnler Hugo Eberlein und Gerhart Eisler von dieser Angelegenheit und alarmierten das ZK. Daraufhin wurde Wittorf im September 1928 aus der KPD ausgeschlossen. Der Vertuschungsskandal führte zur vorübergehenden Funktionsenthebung Thälmanns (Wittorf-Affäre). In der Politik spielte Wittorf keine Rolle mehr. John Wittorf starb am 19. Juni 1981 in Hamburg.

Wer war wer in DDR

Wöckel, Bärbel

* 21.3.1955

Geb. in Leipzig; EOS; Pädagogikstudium, Unterstufenlehrerin; 1969 – 84 aktiv in der Leichtathletik (Sprint, Hürden); SC DHfK Leipzig (Trainer: Wolfgang Viertler, Karl-Heinz Balzer); 1977 – 84 SC Motor Jena (Trainer: Horst-Dieter Hille); 1972 Siegerin bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft; 1973 Siegerin über 200 m, 100 m Hürden u. mit der 4 x 100-m-Staffel bei den Junioren-Europameisterschaften; 1973 fünfmal Junioren-ER; 1974 – 84 16mal DDR-Rekord; 1974 – 80 achtmal WR; zweimal Teiln. an Europameisterschaften: 1974 Siegerin mit der 4 x 100-m-Staffel u. 7. Platz über 100 m, 1982 Siegerin über 200 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel sowie 2. Platz über 100 m; 1976 – 84 zehnmal DDR-Mstr.; zweimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1976 u. 1980 Siegerin über 200 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel; 1981 Siegerin beim Europacup. Lebt im Odenwald; angestellt beim Dt. Leichtathletikverb. in Darmstadt.Klaus Gallinat

Wer war wer in DDR

Wohllebe, Gert

* 24.3.1931

Geb. in Grechwitz (Krs. Grimma); Vater Steinbrucharb.; Volksschule; Lehre als Kupferschmied im VEB Maschinen- u. Apparatebau Grimma; 1955 – 57 Abendstudium an der Ing.-Schule für Schwermaschinenbau Leipzig; 1957 Mstr. der volkseigenen Industrie, 1955 – 62 Obermstr.; 1958 SED; 1962 – 65 Betriebsteilltr.; 1964 Held der Arbeit; 1964 – 66 Studium an der Ing.-Schule für chemischen Apparatebau in Bernburg, 1966 Ing.; 1965 – 71 Dir. für Technik; 1971 Obering.; 1962 – 79 Mitgl. der SED-BL Leipzig; 1971 – 78 Kombinatsdir. des VEB Maschinen- u. Apparatebau Grimma/ Chemieanlagenbau; ab Jan. 1979 GD des Chemieanlagenkombinats Grimma; 1969/70 Studium an der BPS Leipzig; 1970 NP; ab 1971 Kand., ab 1986 Mitgl. des ZK der SED; 1977 Verdienter Techniker des Volkes; 1981 VVO; 1987 Verdienter Erfinder u. Dr. h. c. (KMU Leipzig); 1990 Vorruhestand.Hagen Schwärzel / Andreas Herbst