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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Woisnitza, Karla

* 16.8.1952

Geb. in Rüdersdorf (b. Berlin); Vater Elektriker, Mutter Buchhalterin; 1971 Abitur; 1969 – 73 Mal- u. Zeichenzirkel b. Erika Stürmer-Alex; 1971/72 Szenenbild-Volontariat beim DFF u. 1972/73 Bühnenbildassistentin am Kindertheater in Halle, 1973 – 78 Bühnenbild- u. Kostümbildstudium an der HS für Bildende Künste Dresden; Exmatrikulation wegen nicht gewährtem Fachrichtungswechsel; alternative Kunstprojekte; seit 1978 freischaff. Künstlerin in Dresden u. ab 1980 in Berlin-Prenzlauer Berg; kl. Auftragswerke über d. Zentrum f. Künstler. Werkstätten Frankf. (Oder); 1982 VBK; 1983 – 2003 Künstlerkeramik i. d. Werkstatt Wilfriede Maaß; 1980 – 92 zahlr. Publ. im Selbstverl. (Künstlerbücher u. Kalender) u. Grafik bei Streupresse u. in MIKADO; 1982/83 Performance in Privaträumen in Berlin und Lietzen. 1991 externes Diplom in Malerei / Grafik an der HS für Bildende Künste Dresden; 1992 Marianne-Werefkin-Preis; Gewinnerin im Wettbewerb »Sieben Wände«; Kunst am Bau (Universitätsklinikum R. Virchow Berlin); 1993 – 95 Jury-Tätigkeit; 1994 Käthe-Kollwitz-Preis; 1996 Initiatorin d. Ausst.reihe »QUATERNIO« in Berlin; 1998 – 2000 Fresken für die Hoffnungskirche Rüdersdorf (gem. mit J. Lazeanu); 2000 Doz. an der Thüring. Sommerakad. in Böhlen; 2003 – 05 Kunstprojekte mit Schülern; 2007 Experimente auf Glas; zahlr. Ausst., u. a. in Berlin, Dresden, Paris u. Warschau, seit 1990 auch in Europa u. Amerika; lebt in Berlin. Werke: u.a. Werkgr. der Energieblätter (Zeichnungen auf Tosa-Bütten) ab 1988; Tecuna-Projekt, Frauenmuseum Bonn 1990; 100 golden Girls, Sammlung Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), 1992; Sieben Wände, Freskomalerei im Univ.-Klinikum Rudolf-Virchow Berlin, 1993 – 95; Werkgr. Korrespondenz (Zeichnungen auf Briefumschlägen), ab 1995.Illustr. zu »Der Nachtvogel. Zigeunermärchen aus Rußland«, Berlin 1986; Die Hermannsschlacht: Drama von Kleist, eine Bildgeschichte in 50 Zeichng., Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn 2002. Jahnke, J. In: Kat. K. W. Galerie im Alten Museum, Berlin 1988; Ebert, H. In: Gillen, E./ Haarmann, R. (Hrsg.): Kunst in der DDR. Köln 1990; Badstübner-Gröger, S. In: Faltblatt K. W. Was abfällt bleibt. Galerie Johannes Zielke, Berlin 1990; Lang, L. In: Berliner Montmartre – Künstler vom Prenzlauer Berg. Berlin 1991; Gegensätze zusammenbringen. In: Förster, G. (Hrsg.): Es zählt nur, was ich mache. Gespräche mit bildenden Künstlerinnen aus Berlin (Ost) seit 1990. Berlin 1992; Katalog zu Käthe Kollwitz Preis, AdK. Berlin 1994; Knaup, B. in: Kat. »und jetzt«, Nürnberg 2009.Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Wolf, Christa

* 18.3.1929 – ✝ 1.12.2011

Geb. in Landsberg (Warthe / Gorzów Wielkopolski, Polen); Eltern Kaufleute; 1939 – 45 OS in Landsberg; 1945 Aussiedl. nach Mecklenb.; Schreibkraft beim Bürgermstr. in Gammelin (b. Schwerin); OS in Schwerin; 1947 Umzug nach Bad Frankenhausen; 1949 Abitur; SED; 1949 – 53 Germanistikstudium in Jena u. Leipzig (u. a. bei  Hans Mayer); 1953 – 55 wiss. Mitarb. des DSV; 1956 Cheflektorin im Verlag Neues Leben; 1958/59 Red. der Ztschr. »Neue Dt. Lit.«; 1959 – 62 freischaff. Lektorin am Mitteldt. Verlag Halle; wurde 1959 – 62 vom MfS als IM »Margarete« geführt, später Bearbeitung durch das MfS im OV »Doppelzüngler« (zus. mit ihrem Mann  Gerhard W.); bis 1962 in Halle ansässig; dort auch zeitw. Parteisekr. im DSV; ab 1962 freischaff. Schriftst.; 1963 – 67 Kand. des ZK der SED; 1964 u. 1987 NP; 1965 Mitgl. des PEN-Zentrums Ost u. West; 1974 AdK; Nov. 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; ab 1978 Gastvorlesungen in den USA, Schottland, der Bundesrep. Dtl., der Schweiz, Italien; Mitgl. versch. europ. Kunstakad.; 1980 Georg-Büchner-Preis; 1981 Mitgl. der AdK Berlin (West); Teiln. an der »Berliner Begegnung zur Friedensförderung«; 1982 Poetikvorlesungen an der Univ. Frankfurt (Main); 1983 Ehrendoktor der Ohio State University, Columbia, USA, 1985 der Phil. Fak. der Univ. Hamburg; 1985 Österr. Staatspreis für Europ. Lit.; 1986 Mitgl. der Freien AdK Hamburg; 1987 NP; Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München; Juni 1989 Austritt aus der SED; 4.11.1989 Rede »Sprache der Wende« auf dem Berliner Alexanderplatz. 1990 Dr. h. c. der Univ. Hildesheim u. FU Brüssel; 1991 Honorary Member der American Academy and Institute of Arts and Letters; 1992 Erich-Fried-Ehrung, Wien; 1993 Scholar des Getty Center in Santa Monica (USA); März 1993 Austritt aus den AdK Berlin, Ost u. West, um die Auseinandersetzungen um ihre Person zu beenden; Okt. 1994 Wiederaufn. in die AdK Berlin-Brandenb.; 1999 Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund; Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis der Stadt Alzey; Samuel-Bagumil-Linde-Preis der Städte Thorn u. Göttingen; 2002 Dt. Bücherpreis; gest. in Berlin. Liter. Durchbruch mit dem die Teilung Dtl. thematisierenden Roman »Der geteilte Himmel« (1963; gleichnamiger Film, R:  Konrad Wolf 1964); »Nachdenken über Christa T.« (1968), ein eindringl. Plädoyer für die Subjektivität eines Menschen, löste wegen themat. u. ästhet. Grenzüberschreitung heftige Debatten in der DDR aus, begründete den internat. Ruhm der Autorin; in »Kindheitsmuster« (1976) setzte sie sich mit der NS-Vergangenheit auseinander; zunehmend griff sie feminist. Fragestellungen auf; »Kein Ort. Nirgends« (1978) bewegt die Frage zum Verhältnis zw. Illusion u. Utopie in der patriarch., durch techn. Rationalität geprägten europ. Zivilisation; Geschlechterkonflikt u. Gefährdung des Friedens bilden das Zentrum in »Kassandra« (1983); ein krit. aufklärer. Gestus bestimmt die nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl entstandene Erzählung »Störfall« (1987); »Was bleibt« (1990) löste eine in der dt. liter. Öffentlichkeit kontrovers geführte Debatte über die Haltung der Intellektuellen zur pol. Macht aus (dt.-dt. Literaturstreit); »Akteneinsicht C. W. Zerrspiegel u. Dialog« (1993) dokumentierte die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit anhand ihrer Stasiakten; »Medea: Stimmen« (Frankfurt (Main) 1996) von Euripides zur Kindsmörderin ernannt, wird bei C. W. umgedeutet zu einer Figur, die Leben rettet, Traditionen zu bewahren sucht u. selbst ins Fadenkreuz patriarch. Machtanmaßung kommt, als sie ihre Erkenntnis über die Machtmechanismen offen ausspricht, was zur Folge hat, daß sie zum Sündenbock gemacht wird.Moskauer Novelle. Halle 1961; Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht. Gesprächsraum Romantik. Berlin, Weimar 1985 (zus. mit G. Wolf); Die Dimension des Autors. Berlin, Weimar 1986; Sommerstück. Berlin, Weimar 1989; Im Dialog. Berlin, Weimar 1990; Brigitte Reimann, C. W. Sei gegrüßt u. lebe. Berlin, Weimar 1993 (Briefwechsel); Auf dem Weg nach Tabou. Texte 1990 – 94. Köln 1994; Lebhaftig. Frankfurt (Main) 2002; Ein Tag im Jahr 1960 – 2000. München 2003; C. W., Charlotte Wolff. Ja, unsere Kreise berühren sich. Briefe. München 2004; Mit anderem Blick. Erzählungen. Frankfurt (Main) 2005. Hilzinger, S.: C. W. Stuttgart 1986; Stephan, A.: C. W. München 1976 u. 1991; Hörnigk, Th.: C. W. Berlin, Göttingen 1989/ 90; Drescher, A. (Hrsg.): C. W. Ein Arbeitsbuch. Berlin, Weimar 1989; ders. (Hrsg.): Dokumentation zu C. W. Nachdenken über Christa T. Neuwied 1991; Wild, H. de: Bibl. der Sekundärlit. zu C. W. Frankfurt (Main) 1995; Ein Text für C. W. zum 65. Geb. Berlin 1996; Wittek, B.: Der Literaturstreit im sich vereinigenden Dtl. Marburg 1997; Magenau, J.: C. W. Eine Biogr. Berlin 2002; Hörnigk, Th. (Hrsg.): Sich aussetzen. Das Wort ergreifen: Texte u. Bilder zum 80. Geb. von C. W. Göttingen 2009.Therese Hörnigk

Wer war wer in DDR

Wolf, Friedrich

* 9.2.1920 – ✝ 20.1.1986

Geb. in Leipzig; Vater Angest.; Schulbesuch in Leipzig, dort 1938 Abitur an der Herder-Schule; anschl. Arbeitsdienst u. Wehrmacht; 1943 / 44 Studium der Chemie u. Physik an der Univ. Leipzig. 1946 SED; 1946 – 49 Fortsetzung des Studiums an der MLU Halle, Dipl.-Chemiker; 1950 – 53 Aspirantur an der MLU, 1953 Prom. mit der Arbeit »Struktur- u. Eigenschaftsuntersuchungen an synthet. organ. Austauschadsorbentien insb. in Hinblick auf deren Wirksamkeit als Katalysatoren«; 1950 – 63 Mitarbeiter der Farbenfabrik Wolfen, dort 1955 Ltr. einer Forschungsgr. für anorgan. Chemie, 1958 Ltr. des anorgan.-wiss. Laboratoriums u. stellv. Ltr. für Forsch., 1961 Dir. für Forsch. u. Entw.; 1961 Habil. »Über die Wirkungen u. das Wesen der Neutraladsorption an synthet. organ. Austauschadsorbentien« an der MLU Halle u. dort im Nebenamt Doz. für techn. Chemie; 1963 Berufung zum ord. Prof. u. Dir. des Inst. für techn. Chemie, 1965 – 71 Rektor der MLU Halle (Nachf. von  Alfred Mäde); 1959 u. 1966 NP; 1971 korr. Mitgl. der AdW; 1985 em.; gest. in Leipzig. Forschungsgebiete: Grenzflächenchemie, insb. Funktionsweise u. Steigerung der Wirksamkeit von Katalysatoren.Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Wolf, Herbert

* 3.5.1925

Geb. in Böhlitz-Ehrenberg (Sachsen); Va- ter Arbeiter; Volks- u. Wirtschafts-OS Leip- zig; Ausbildung zum Schleifscheibenformer; 1939 – 42 Ausbildung zum Kfm.; 1942 – 45 Wehrmacht (Luftwaffe). 1945/46 KPD/SED; 1945/46 Neulehrer in Böhlitz-Ehrenberg; Sonderreifeprüfung; 1946 – 49 Studium der Wirtschafts- u. Ges.-Wiss.; 1949 – 52 wiss. Assistent an der HS für Finanzwirtsch. bzw. der KMU Leipzig; 1952 Prom. zum Dr. rer. oec.; 1952/53 Aspirant in Moskau; 1953 – 56 Prof. mit Lehrstuhl an der Finanz-HS Berlin; 1956 – 60 Prof. u. Dir. des Inst. für Pol. Ökon. der KMU Leipzig, mit Fritz Behrens u.  Arne Benary zusammengearbeitet; 1958/59 Mitarb. in der Wirtschaftskommission beim PB des ZK der SED; 1960 – 63 Planer, Ltr. der Planökon. Abt. des VEB Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig; 1963 – 66 stellv. Dir. des Ökon. Forschungsinst. der SPK; Mitautor der Richtlinie zum »Neuen Ökon. System der Planung u. Ltg. der Volkswirtschaft«; 1966 NP; 1966 – 72 stellv. Vors. der SPK; Vors. ihres Beirats für ökon. Forschung; 1966 – 71 Mitgl. im »Strateg. Arbeitskrs.« beim PB des ZK der SED; 1972 – 90 Prof. für Pol. Ökon. des Soz. an der Sekt. Marx.-Lenin. der HfÖ Berlin; Vors. des Wiss. Beirats für Wirtschaftswiss. beim Min. für HFS-Wesen; Banner der Arbeit; 1990 em.Wirtschaftskrisen eine unheilbare Krankheit des Kap. Leipzig 1956; Volkswirtsch. Proportionen. Berlin 1979 (zus. mit B. Minc); Hatte die DDR je eine Chance? Hamburg 1991.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wolf, Konrad

* 20.10.1925 – ✝ 7.3.1982

Geb. in Hechingen (Süd-Württ.); Vater Naturheilarzt u. Schriftst.  Friedrich W., Mutter Else W., geb. Dreibholz, Bruder  Markus (Mischa) W.; ab 1927 aufgew. in Stuttgart; 1933 Emigr. mit den Eltern in die Schweiz (Basel) u. nach Frankreich (Ile de Bréhat, Haus von Elsa Triolet u. Paul Vaillant-Couturier); 1933 Bingen (b. Basel), Besuch der dortigen Schule; Vater ging über Österreich nach Moskau, Familie folgte Ende 1934; 1934 – 37 Besuch der dt. Karl-Liebknecht-Schule; 1936 für die gesamte Familie sowj. Staatsbürgerschaft; ab 1938 russ. Mittelschule 110 in Moskau (6. – 8. Kl.); 1939 – 41 Evakuierung nach Tschistopol u. Okt. 1941 Alma-Ata; Jan. 1942 Rückkehr nach Moskau, hier bis Sommer 1942 Verlade- u. Erdarb. der »Komsomol-Arbeitsfront«; zeitgleich weiter Schulbesuch (Externatschule) in Moskau (Abschl. 9. Kl.); Dez. 1942 Einberufung zur Roten Armee, Dolmetscher u. Übersetzer in der Pol. Abt. der 47. Armee, Aufklärungsarbeit unter dt. Kriegsgefangenen; Mai 1943 – 52 Komsomol; 1945 an der 1. Belorruss. Front unter Marschall  Georgi K. Shukow Teiln. an der Befreiung Warschaus; Medaille für die Befreiung Warschaus; in Bernau erster sowj. Stadtkommandant vom 11. – 14.4. (1975 Ehrenbürger); Teiln. an den Geländekämpfen um Berlin. Siegesfeier am 9.5. in Premnitz nach der Befreiung von Rathenow; sowj. Auszeichnungen u. a. Roter Stern, Medaille für die Eroberung Berlins; 1945/46 Korrespondent der »Berliner Ztg.«; 1946 Kulturref. in der Informationsabt. der SMA Sachsen-Anh. in Halle; Dez. 1946 als Obltn. demobilisiert; 1947 – 49 Ref. für Jugenderziehung, Studenten u. Sport im Haus der Kultur der Sowjetunion in Berlin; 1948/49 Abitur an der Abendschule der SMAD in Berlin-Karlshorst; 1949 – 55 Regiestudium am Staatl. Allunionsinst. für Kinematogr. in Moskau (Schüler von Michail Romm u. Sergej Gerassimow); 1951 Assistent bei Joris Ivens; Jan. 1952 DDR-Staatsbürgerschaft; Aug. 1952 SED; Aug. 1953 – Mai 1954 Regieassistent bei DEFA Spielfilm u. a. bei  Kurt Maetzig; 1955 – 82 Regisseur bei der DEFA; 1956 – 60 Mitgl. des ZR der FDJ; 1956 – 62 Mitgl. der Kampfgr. der DEFA; 1959 – 66 Vors. der Gewerkschaft Kunst; 1961 Mitgl. DAK, ab Juni 1965 – 82 Präs. der AdK (Nachf. von  Willi Bredel); 1967 Gründungsmitgl. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden; ab Juli 1971 Mitgl. der Kulturkommission beim PB der SED; 1980 Mitgl. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1981 Mitgl. des ZK der SED; 1959, 1968 u. 1971 NP (im Koll. für »Sterne«, »Ich war neunzehn« u. »Goya«); 1965 VVO; 1970 sowj. Orden des Vaterländischen Krieges; Lenin-Erinnerungsmedaille; 1974 KMO; 1979 NP für filmisches Gesamtwerk; 1960 – 78 verh. mit der Schauspielerin  Christel Bodenstein; gest. in Berlin. Werke: 14 Spielfilme, ein Dokumentarfilm; autobiogr. Themen: »Ich war neunzehn« (1969), »Mama, ich lebe« (1977); Lit.-Verfilmungen: »Lissy« (1957), »Professor Mamlock« (1961), »Der geteilte Himmel« (1964), »Der kleine Prinz« (1966), »Goya« (1971); DDR-Thematik: »Genesung« (1956), »Sonnensucher« (1958), »Leute mit Flügeln« (1960), »Der nackte Mann auf dem Sportplatz« (1974), »Solo Sunny« (1980); Dok.-Film: »Busch singt. Sechs Filme über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts« (1982 posthum aufgefunden).K. W. Selbstzeugnisse, Fotos, Dokumente (hrsg. von B. Köppe, A. Renk, K. Wischnewski). Berlin 1985; Renk, A. (Hrsg.): Direkt in Kopf u. Herz. Aufzeichnungen, Reden, Interviews. Berlin 1989; Wolf, M.: Die Troika. Berlin 1989; HS für Film u. Fernsehen (Hrsg.): K. W. Neue Sichten auf seine Filme. Ein Beitrag zur Kulturgesch. der DDR. Berlin 1990; Renk, A.: Zur Position von K. W. In: Kahlschlag. Das 11. Plenum des ZK der SED 1965. Studien und Dokumente. Berlin 1991; Musial, T., Knospe, K. (Hrsg.): K. W. Berlin 2005; Jacobsen, W.: Der Sonnensucher K. W. Berlin 2005 (Biogr.).Aune Renk

Wer war wer in DDR

Wolff, Gerry (Gerald)

* 26.6.1920 – ✝ 16.2.2005

Geb. in Bremen; Vater Martin W., Schauspieler, Mutter Grete Lilien, Soubrette, Großvater Rabbiner; verlor mit 11 Jahren seine Eltern, aufgw. bei der Großmutter in Berlin; jüd. Gymnasium; 1935 von seinem Onkel mit einem jüd. Kindertransport ins Exil nach England geschickt; Schulabschluß im südengl. Halsemere, danach Arbeit als Tischler, Gärtner, Tellerwäscher u. Autoschlosser; 1939 Internierung auf der brit. Insel Man, im Lagertheater erstmals mit Agitpropstücken auf der Bühne; anschl. Kriegsfreiwilliger für den brit. Zivilschutz; bis Kriegsende Lektor eines Londoner Verlags, gleichzeitig Mitgl. einer Theatergruppe des KB u. der FDJ in London. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED, Engagement im KB; 1949 Engagement am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin, ab 1954 an der Volksbühne, ab 1960 Auftritte am Maxim-Gorki-Theater; seit 1961 im Ensemble der DEFA, über 100 Film- u. Fernsehrollen, u. a. in: »Sie kannten sich alle« (1956), »Emilia Galotti« (1957), »Die schwarze Galeere« (1962), »Die Jagd nach dem Stiefel« (1962), »Nackt unter Wölfen« (1963), »Wenn du groß bist, lieber Adam« (1965), »Aus dem Leben eines Taugenichts« (1973), »Orpheus in der Unterwelt« (1973), »Die Wahlverwandtschaften« (1974), »Beethoven – Tage aus einem Leben« (1976), »El Cantor« (1977), »Glück im Hinterhaus« (1979), »Dein unbekannter Bruder« (1981), »Die Tänzerin« (1989); Fernsehrollen u. a. in »Familie Rechlin« (1981), »Martin Luther« (1983), »Spuk im Hochhaus« (1982), »Kiezgeschichten« (1987), »Das Trio« (1990); in zahlr. Filmen in der Rolle des Sprechers, außerdem Synchron- u. Hörspielarbeiten; ab Mitte der 1960er Jahre musikal.-literar. Programme; Chanson-Interpret (»Die Rose war rot«, Lieder über Che Guevara u. Ho Chi Minh); Fernsehmoderation »Von Melodie zu Melodie«). Nach 1990 weiterhin Rollen in Film- u. TV-Produktionen: »Ende der Unschuld« (1991), »Der Hauptmann von Köpenick« (1997), »Tod im Jaguar« (1996, »Tatort«), »Jetzt oder nie: Zeit ist Geld« (2000), »Engel sucht Flügel« (2001); nach einem Schlaganfall 2001 kaum noch Auftritte; gest. in Oranienburg.Jüdische Witze. Hörbuch (zus. mit Angelika Waller). Berlin 1999; »Die Rose war rot«. Eine Schauspielerlegende erinnert sich. Mit CD (Hrsg. von W. Herzberg), Berlin 2006.Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wolffheim, Fritz

* 30.10.1888 – ✝ 17.3.1942

Geboren am 30. Oktober 1888 in Berlin, Sohn einer Kaufmannsfamilie; Handlungsgehilfe. Mit 20 Jahren Redaktionsvolontär, trat 1909 in die SPD ein. Von 1910 bis 1913 Aufenthalt in den USA, dort Mitglied der Socialist Party of America, 1912 Redakteur des deutschsprachigen sozialistischen »Vorwärts der Pacific-Küste« in San Francisco. Er kehrte 1913 nach Deutschland zurück, lebte in Hamburg. Im Weltkrieg opponierte er gegen die Burgfriedenspolitik der SPD. Gemeinsam mit Heinrich Laufenberg stand er an der Spitze der Hamburger Linksradikalen, beide publizierten gemeinsame Broschüren, z. B. »Imperialismus und Demokratie. Ein Wort zum Weltkrieg«, 1914, und »Demokratie und Organisation, 1915. Er war von 1915 bis 1918 Soldat, mehrmals inhaftiert. Wolffheim nahm als Vertreter der Hamburger Linksradikalen an der Reichskonferenz der Spartakusgruppe in Berlin am 7. Oktober 1918 teil. Während der Novemberrevolution gehörte er zur Führung des Arbeiter- und Soldatenrates in Hamburg, war allerdings vom 15. November 1918 bis 15. Mai 1919 wegen eines Nervenleidens im Sanatorium. 1919 Mitglied der KPD, Wolffheim stand zusammen mit Otto Rühle und Laufenberg auf dem ultralinken Flügel der Partei. Auf dem II. Parteitag der KPD in Heidelberg/ Mannheim wandte er sich gegen die »Leitsätze über kommunistische Grundsätze und Taktik« und durfte deshalb an den weiteren Verhandlungen des Parteitages nicht mehr teilnehmen. Der III. Parteitag in Karlsruhe schloß ihn aus der KPD aus. Im April 1920 war er Mitbegründer der KAPD, stand mit Laufenberg an der Spitze des Parteibezirks Nord. Beide wurden im August 1920 vom Parteitag der KAPD in Berlin-Weißensee wegen »bürgerlich-nationalistischer Anschauungen« aus dieser Partei ausgeschlossen, sie galten nun als Hauptvertreter des »Nationalbolschewismus«. Im Herbst 1920 gründete Wolffheim den Bund der Kommunisten in Hamburg, blieb bis zur Selbstauflösung 1925 und nach der Neugründung 1929 dessen Leiter. Er ging 1930 zur Gruppe Sozialrevolutionärer Nationalisten (Pseudonym Friedrich Wulf). Nach 1933 verhaftet, kam Fritz Wolffheim am 17. März 1942 im KZ Ravensbrück ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wolfstein (Frölich), Rosi

* 27.5.1888 – ✝ 11.12.1987

(* 1888 – † 1987) Geboren am 27. Mai 1888 in Witten/Ruhr als Alma Rosali Wolfstein, genannt Rosi, Tochter eines Kaufmanns. Rosis Bruder Paul (* 1884) fiel im Weltkrieg, ihre beiden Schwestern Wilhelmine (* 1886) und Bertha (* 1891) wurden 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Nach Absolvierung einer höheren Mädchenschule und einer kaufmännischen Lehre jahrelang als Angestellte tätig. 1907 Beitritt zum Frauen- und Mädchen-Arbeiterbildungsverein Hagen, ab 1908 Mitglied der SPD, 1910 des Zentralverbandes der Angestellten. Sie wirkte agitatorisch für die SPD am Niederrhein. 1913 Besuch der Parteischule der SPD in Berlin, an der Rosa Luxemburg lehrte, bis zu deren Ermordung blieb Rosi Wolfstein deren Schülerin und Weggenossin. 1914 stand sie in Opposition zur Politik des Burgfriedens. Mitarbeit in der Spartakusgruppe, während des Weltkrieges mehrfach verhaftet. Delegierte der Duisburger Arbeiterjugend auf der illegalen Jugendkonferenz Ostern 1916 in Jena. Sie vertrat beim Gründungsparteitag der USPD in Gotha 1917 die Spartakusgruppe. Im November 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Düsseldorf. Rosi Wolfstein war Ende 1918 Delegierte und Schriftführerin des Gründungsparteitags der KPD. Sie wurde wegen einer Rede zum Gedächtnis von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg verfolgt und mehrmals verhaftet. Als deutsche Delegierte nahm sie 1920 am II. Weltkongreß der Komintern teil und wurde im gleichen Jahr als Kandidatin in die Zentrale der KPD berufen. Von 1921 bis 1923 Mitglied der Zentrale und des Orgbüros, hier mit der Leitung der Parteiverlage betraut. Rosi Wolfstein wurde 1921 als Abgeordnete in den Preußischen Landtag gewählt, dem sie bis 1924 angehörte. Wegen politischer Differenzen mit der Ruth-Fischer-Führung demissionierte sie nach dem IX. Frankfurter Parteitag 1924. Sie wurde Mitarbeiterin und Lebensgefährtin Paul Frölichs – den sie 1948 in New York heiratete –, half bei der Herausgabe der Werke Rosa Luxemburgs und war Lektorin am Malik-Verlag. Anfang 1929 mit der rechten Fraktion aus der KPD ausgeschlossen, war sie bis 1932 in der KPO aktiv, ging dann mit der Minderheit der KPO zur SAP. Im März 1933 Flucht nach Belgien, 1936 nach Frankreich. In Paris war Rosi Frölich Mitglied der Auslandsleitung der SAP und unterzeichnete (mit dem Pseudonym Marta Koch) im Januar 1937 den Aufruf für eine Volksfront mit dem Ziel: »Sturz Hitlers und aller Peiniger des deutschen Volkes! Für Freiheit, Frieden und Brot!« Ab September 1939 in Frankreich interniert, kam sie 1941 mit einem Notvisum (mit Paul Frölich) nach New York und lebte dort bis 1950. 1951 nach Deutschland zurückgekehrt, wohnte sie in Frankfurt/M. und war Mitglied der SPD. Seit dem Tod Paul Frölichs 1953 dessen Nachlaßverwalterin, bearbeitete sie mit wissenschaftlicher Akribie einige seiner Werke. Im Alter von 99 Jahren starb Rosi Wolfstein-Frölich am 11. Dezember 1987. Der hessische Ministerpräsident Holger Börner sagte beim Begräbnis, daß sie »stets mit Herz und Verstand für die soziale Sache eingetreten« sei, ja er nannte sie sogar »eine zweite Rosa Luxemburg«. In ihrer Geburtsstadt Witten wurde 1991 eine »Rosi-Wolfstein-Gesellschaft« gegründet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wollenberg, Erich

* 15.8.1892 – ✝ 6.11.1973

Geboren am 15. August 1892 in Königsberg, Sohn eines Sanitätsrats und Militärarztes; besuchte das humanistische Gymnasium, begann nach dem Abitur ein Medizinstudium. 1914 Kriegsfreiwilliger, ab 1917 Leutnant, fünfmal verwundet. Im Oktober 1918 Eintritt in die USPD. Am 9. November stürmte Wollenberg »als einziger Offizier an der Spitze der feldgrauen Massen« das Generalkommando und das Militärgefängnis in Königsberg, wurde Chef des Sicherheitsdienstes des Arbeiter- und Soldatenrates Ostpreußen und Führer der Matrosenvolkswehr. Rücktritt am 1. Januar 1919 aus Protest gegen die Aufstellung von Freiwilligenverbänden und deren Einsatz im Kampf gegen die sowjetische Revolution im Baltikum. Übersiedlung nach München, Fortsetzung des Studiums. Während der Bayerischen Räterepublik (April 1919) war Wollenberg militärischer Führer der Roten Nordarmee (Dachau). Nach der Niederschlagung der Räterepublik zu zwei Jahren Festung verurteilt, bis März 1922 inhaftiert. Im April 1922 Volontär der Berliner »Roten Fahne«, ab Juli 1922 Chefredakteur der »Roten Fahne des Ostens« in Königsberg. Im April 1923 Redakteur der KPD in Bochum, im Mai (unter dem Pseudonym Walter) Leiter des dortigen Maiaufstands, dann Redakteur in Hamborn. Kurze Zeit Orgleiter der KPD im Ruhrgebiet. Im August 1923 zum »Militär-Politischen Oberleiter Süd-West« ernannt (als Walter), deswegen Strafverfolgung wegen Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes, Sprengstoffattentate usw. Ende April 1924 zur »Ersten deutschen Militärschule beim Generalstab der Roten Armee« nach Moskau delegiert. Er veröffentlichte dort ein Buch über die Bayerische Räterepublik (russisch). Im Herbst 1924 Eintritt in die Rote Armee im Range eines Brigadekommandeurs (Brigadegeneral), im Sommer 1926 nach Moskau zur Ersten Proletarischen Division (Gardedivision der Kaderarmee) versetzt. Wollenberg kehrte im Februar 1927 illegal nach Deutschland zurück, kurz Chefredakteur der Saarbrücker »Arbeiterzeitung«. Danach wissenschaftliche Arbeit am Moskauer Marx-Engels-Institut, Leiter des dortigen Militärkabinetts. Ab 1928 Professor für Geschichte der Arbeiterbewegung des Westens an der Internationalen Leninschule. Nach der Herbstamnestie 1930 seit April 1931 wieder in Deutschland, militärischer Leiter des illegalen RFB, Chefredakteur der »Roten Front«. Auf einer als »Kommunalkonferenz« getarnten RFB-Konferenz in Schlesien im November 1931 verhaftet, wurde Wollenberg im Februar 1932 vorläufig freigelassen. Im März 1932 innenpolitischer Redakteur der »Roten Fahne«, kritisierte er in mehreren Schreiben an das ZK sowohl den RFB als auch die Berliner BL, die damals unter der Führung von Walter Ulbricht stand. Dafür erhielt er eine »Parteirüge« und wurde aus der Redaktion der »Roten Fahne« entlassen. Bei den in Berlin-Britz lebenden Erich und Zenzl Mühsam, die er seit seiner Münchner Zeit und der gemeinsamen Festungshaft in Niederschönenfeld kannte, fand Wollenberg Unterkunft, entfernte sich von der Politik der KPD-Führung. Da mit Haftbefehl gesucht, ging er Ende 1932 wieder in die Sowjetunion und kam zur VAA in Moskau. Dort diskutierte er in der Wohnung von Else und Hermann Taubenberger nach den Radio-Nachrichten am Abend des 5. März 1933 mit einstigen Mitkämpfern der Münchner Räterepublik über die Ergebnisse der Reichstagswahlen in Deutschland und die Ursachen für die Niederlage der deutschen Arbeiterklasse. Diese Zusammenkunft wurde als Fraktionstreffen denunziert und Wollenberg vor die Internationale Kontrollkommission (IKK) geladen. Wegen seiner Kritik am ZK der KPD wurde er zusammen mit Felix Wolf ( Werner Rakow) am 4. April 1933 von der IKK der Komintern aus der Partei ausgeschlossen. Im Juli 1934 gelang Wollenberg die Flucht nach Prag, im Herbst 1938 nach Paris. Er wurde sowohl durch den Apparat der KPD (Mordanschlag) und die Gestapo verfolgt, arbeitete für antinazistische Zeitungen und Zeitschriften und veröffentlichte das Buch »The Red Army« (1938 und 1940) in London. Der Verhaftung durch die Gestapo entging er 1940 durch Flucht nach Marokko, wurde dann aber von der Vichy-Polizei in Casablanca verhaftet. Nach acht Monaten Untersuchungshaft stellte das Kriegstribunal das Verfahren (angebliche »kommunistische Tätigkeit und Verherrlichung des Sowjetregimes«) ein und verfügte seine sofortige Freilassung. Die zivile Vichy-Verwaltung in Marokko überführte ihn aber in ein Straflager am Rande der Wüste in Ostmarokko. Die Landung der Alliierten im November 1942 verhinderte seine Auslieferung an die Gestapo. Wollenberg arbeitete für französische Zeitungen und Zeitschriften in Marokko und Algier und forderte 1943 in einem Buch die Schaffung einer »Europäischen Föderation, der Vereinigten Staaten Europas unter Einschluß des demokratischen Deutschlands«. Im April 1946 nach Paris repatriiert, kam Wollenberg im Sommer 1946 nach Bayern. Er wurde Leiter der Außenpolitikredaktion der Zeitschrift »Echo der Woche«, trat 1951 aus der Redaktion aus und lebte als freier Journalist von 1954 bis 1959 in Paris, danach in München. Von ihm erschienen zahlreiche antistalinistische Arbeiten, u. a. zu den Legenden der DDR über Ernst Thälmann in einem DEFA-Film. Erich Wollenberg starb am 6. November 1973 in München.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wollweber, Ernst

* 29.10.1898 – ✝ 3.5.1967

Geboren am 29. Oktober 1898 in Hannoversch Münden, Sohn eines aus Schlesien stammenden Bautischlers und seiner Frau Lina, hatte eine schwere Kindheit. Ende 1912 wurde er Schiffsjunge bei der »Mündener Schlepp-Schiffahrtsgesellschaft« und schloß sich der sozialistischen Jugendbewegung an. Im Oktober 1916 zur Marine eingezogen, wegen Antikriegsagitation zur U-Boot-Marine strafversetzt. Am 3. November 1918 gehörte Wollweber zu den Matrosen, die in Kiel meuterten, er wurde Vertreter der U-Bootsmannschaften im Kieler Soldatenrat. Im März 1919 vom Militär entlassen, gründete er in Hannoversch Münden eine Ortsgruppe der KPD, wurde Mitglied der BL Hannover-Braunschweig und Wanderredner der Partei. Während des Kapp-Putsches leitete er die örtliche Arbeiterwehr. Im März 1921 berief ihn die KPD zum Polleiter des Bezirks Hessen in Kassel, den er bis Ende 1923 leitete. Der VII. Jenaer Parteitag im August 1921 wählte ihn in den ZA. Von Mitte August bis Ende Oktober 1922 Teilnahme an der 1. Reichsparteischulung in Berlin, anschließend Delegierter des IV. Weltkongresses der Komintern in Petrograd und Moskau. Der VIII. Leipziger Parteitag 1923 berief ihn in die Beschwerdekommission und erneut in den ZA. Während der Aufstandsvorbereitungen 1923 war Wollweber militärpolitischer Leiter für Hessen-Waldeck und Thüringen. Nach dem Scheitern des Aufstandes (unter dem Decknamen Stein) Kursant an der Ersten Militärschule in Moskau. Im Frühjahr 1924 kehrte Wollweber nach Deutschland zurück, hier sollte er gemeinsam mit Christian Heuck einen Spitzel entlarven, der im inneren Kreis der schlesischen Parteiorganisation für die politische Polizei arbeitete. Als Wollweber herausfand, daß es sich dabei um den KPD-Reichstagsabgeordneten Alfred Hamann handelte, denunzierte dieser Wollweber und Heuck bei der Polizei, beide wurden daraufhin Ende Mai 1924 verhaftet. Nach eineinhalbjähriger Untersuchungshaft verurteilte das Reichsgericht Wollweber am 23. Dezember 1925 zu drei Jahren Gefängnis, am 6. März 1926 begnadigt und entlassen. Das ZK schickte ihn als Instrukteur und Gewerkschaftssekretär zur BL Schlesien nach Breslau, im Mai 1928 zog er als Abgeordneter in den Preußischen Landtag ein. Bei den Auseinandersetzungen mit der Mehrheit der Rechten in Breslau vertrat Wollweber die Linie des ZK. Mit einigen Gefolgsleuten, unter ihnen der KJVD-Funktionär Karl Schirdewan, organisierte er einen regelrechten Putsch und besetzte mit thälmanntreuen RFB-Mitgliedern das dortige Parteibüro. Anfang 1929 wurde er als Nachfolger Erich Hausens Polleiter in Schlesien, Ende 1930 in Berlin Industriegruppenleiter im Reichskomitee der RGO. Seit 1931 Reichsleiter des Einheitsverbandes der Seeleute, gehörte er zum Sekretariat der in Hamburg residierenden Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter, Ziel war der Aufbau eines Geheimapparates. Im November 1932 wurde Wollweber im Wahlkreis Schleswig-Holstein in den Reichstag gewählt. Nach 1933 war Wollweber mit seinem Apparat führend im Widerstandskampf der KPD gegen Hitler. Von Kopenhagen aus leitete er als Sekretär die Aktivitäten der Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter, reiste 1934 nach Moskau und wurde stellvertretender Leiter des Internationalen Seemannsclubs (Interclub) in Leningrad. Ende 1935 schuf Wollweber mit massiver sowjetischer Unterstützung eine Sabotage-Truppe, die als »Wollweber-Organisation« in die Geschichte einging und von Dänemark und Norwegen aus Anschläge auf deutsche und italienische Schiffe durchführte. Beim Versuch, in die UdSSR zu kommen, am Grenzort Ottebol/Schweden am 18. Mai 1940 verhaftet. Um Wollwebers geforderte Auslieferung nach Deutschland zu verhindern, verlieh ihm die Sowjetunion ihre Staatsbürgerschaft. Dennoch Ende 1941 in Schweden zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt, kam er im November 1944 auf dem Luftwege von Stockholm nach Moskau. Auf eigenen Antrag von seiner »internationalen Arbeit« entbunden, konnte er im März 1946 nach Deutschland zurückkehren. Zunächst Leiter des Schiffahrtsamtes in der SBZ, ab Oktober 1949 Staatssekretär im DDR-Verkehrsministerium. Nach der Absetzung des Staatssicherheitsministers Wilhelm Zaisser wurde Wollweber 1953 Vize-Innenminister und Leiter des Staatssekretariats für Staatssicherheit, Ende November 1955 dann Minister für Staatssicherheit. Auf dem IV. SED-Parteitag 1954 ins ZK gewählt, erhielt den VVO in Gold. Nach dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 gehörte Wollweber mit Karl Schirdewan zu den Opponenten gegen Walter Ulbricht, der sie aber nach der Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn ausschalten konnte. Im November 1957 bat Wollweber (offiziell aus gesundheitlichen Gründen) um seine Ablösung. Er und Schirdewan wurden am 6.Februar 1958 auf dem 35. Plenum des ZK der SED der »Fraktionstätigkeit« bezichtigt und aus dem ZK ausgeschlossen. Wohnhaft in Ost-Berlin, Ernst Wollweber starb schwerkrank am 3. Mai 1967. Über ihn und seinen Apparat gibt es mehrere Veröffentlichungen, z. B. Jan v. Flocken/ Michael Scholz: Ernst Wollweber, 1994; Lars Borgersrud: Die Wollweber-Organisation und Norwegen, 2001.Bernd-Rainer Barth / Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Wonneberger, Günther

* 24.7.1926 – ✝ 9.8.2011

Geb. in Maxen (b. Pirna); Volksschule; 1944 / 45 Kriegsdienst; Mai – Juli 1945 Kriegsgef.; danach Landarbeiter; Mitgl. im antifasch. Jugendaussch. 1946 SED; 1946 / 47 Vorstudienanstalt in Dresden; 1947 – 50 Studium der Philos., Gesch. u. Kulturgesch. an der Univ. Leipzig; 1947 – 52 aktiver Leichtathlet bei Konsum Leipzig, 1949 / 50 DDR-Vizemeister 400 m-Hürden (Bestleistung 56,8 s / 1950); ab 1950 Lehrtätigkeit an der DHfK Leipzig; 1950 – 55 Aspirantur an der Univ. bzw. DHfK Leipzig, 1956 Dr. phil.; 1952 / 53 Referent im Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport; 1967 Prof. für Geschichte der Körperkultur an der DHfK; 1967 – 72 Rektor, danach Ltr. des Wissenschaftsbereichs Theorie u. Gesch. der Körperkultur; 1967 – 72 Mitgl. des Präsidiums des DTSB-Bundesvorst.; 1971 – 83 Präs. der Internat. Kommission für Gesch. des Sports u. der Körpererziehung beim Weltrat des Sports u. der Körperkultur der UNESCO; 1973 – 89 Ltr. der Fachkommission Gesch. der Körperkultur beim Wiss. Rat für Körperkultur u. Sport der DDR; 1989 – 91 Vizepräs. der Internat. Gesell. für Gesch. des Sports u. der Körpererziehung. Juli 1991 em.; Autor bzw. Co-Autor zahlr. sporthistor. Publ.; gest. in Leipzig.Dt. Arbeitersportler gegen Faschisten u. Militaristen 1929 – 1933. Berlin 1959; Geschichte der Körperkultur in Dtl. Band I–IV. Berlin 1964 – 69 (Mitautor); Geschichte des DDR-Sports. Berlin 2002; Dt. Hochschule für Körperkultur Leipzig 1950 – 1990. Aachen 2007 (Mitautor).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Wöstenfeld, Dieter

* 17.4.1930 – ✝ 13.4.2009

Geb. in Dresden; Vater Lokführer; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser in der Lokinstandhaltung des RAW Dresden; 1949 – 52 ABF an der TH Dresden; 1952 – 56 Studium an der HS für Verkehrswesen Dresden, Dipl.-Ing.; 1956 RAW Dresden; 1958 SED; 1958/59 Haupttechnologe im RAW Dresden; 1959 – 65 Mitarb., Abt.-Ltr. u. Haupting. im Min. für Verkehrswesen; 1965 – 71 Ltr. der HV RAW des Min. für Verkehrswesen; 1971/ 72 Studium an der PHS; 1971 – 77 Präs. der RAW der DR u. Stellv. des GD der DR; 1977 – 87 stellv. Minister für Verkehrswesen; 1987 – 89 Ltr. der Abt. Eisenbahn/Transport u. Nachrichtenwesen des ZK der SED (Nachf. von  Hubert Egemann); 1980 VVO; 1985 Dr. h. c. der HS für Verkehrswesen Dresden; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Woithe, Jörg

* 11.4.1963

Geb. in Berlin; 1971 zunächst Brustschwimmer beim TZ Dynamo Brandenb. Tor Berlin, 1973 KJS »Werner Seelenbinder« in Berlin; 1975 u. 1977 Spartakiadesieger; Mitgl. des SC Dynamo Berlin (Trainer: Norbert Warnatzsch); Spezialdisz.: Freistil; Olymp. Spiele 1980: Sieger über 100 m, Zweiter mit der 4 x 200-m-Freistilstaffel; 1982 WM über 100 m; 1987 EM über 50 m; mehrf. DDR-Mstr.; 1982 – 90 SED; 1984 Abitur; 1988 Ende der sportl. Laufbahn; anschl. Nachwuchstrainer beim SC Dynamo Berlin; VVO. 1991 Abschl. des Fernstudiums an der DHfK Leipzig als Sportlehrer; Vorwürfe hinsichtl. einer früheren IM-Tätigkeit für das MfS in der Presse; zwischenzeitl. Vertreter einer Firma für Schwimmsportartikel; 1991 Übersiedl. nach Hildesheim (Niedersachsen); Ausbildung zum Industriekfm.; Geschäftsf. eines Chemieunternehmens für Hochleistungsschmierstoffe in Hildesheim.Klaus Gallinat

Wer war wer in DDR

Wolf, Ernst

* 1.6.1907 – ✝ 2.3.1989

Geb. in Berlin; Vater Gasarbeiter, Mutter Plätterin; 1914 – 21 Volksschule in Berlin; 1921 – 24 Ausbildung zum Werkzeugmacher in der Telefonapparate-Fabrik Berlin; 1923 DMV; 1924 – 27 Werkzeugmacher in versch. Berliner Betrieben; 1927 – 31 Werkmeister bei der Reißverschluß GmbH Berlin; 1929 KPD; 1930 Maschinenbaustudium an der Ingenieurschule Beuth in Berlin, ohne Abschluß; 1931 / 32 Lehrgang an der MASCH Berlin; 1931 – 34 arbeitslos; 1934 – 40 Werkmeister bei Krone & Co. Berlin, Fabrik für elektron. Geräte; 1936 – 43 illeg. polit. Arbeit in Berlin; 1940 – 45 Betriebsing. bei Krone, Presswerk GmbH Berlin. 1946 SED; 1945 – 48 Referent bzw. Abt.-Ltr. in der Dt. ZV für Industrie; 1948 / 49 HA-Ltr. der DWK; 1949 – 52 HA-Ltr. u. Staatssekretär im Min. für Maschinenbau; 1951 Lehrgang an der DVA »Walter Ulbricht«; 1952 / 53 Staatssekr. im Min. für Transportmittel u. Landmaschinenbau; 1953 / 54 Sekr. für Wirtschaft u. Mitgl. des Büros der SED-Bez.-Ltg. Berlin; Lehrgang an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1955 – 58 Staatssekretär im MdI u. Ltr. des Amts für Technik, hier maßgebl. beteiligt am geheimen Aufbau der DDR-Rüstungsindustrie; 1958 – 63 Mitgl. der SED-BL Berlin; stellv. OB von Berlin; Vors. des Wirtschaftsrats beim Magistrat von Groß-Berlin; 1956 Verdienstmed. der NVA in Gold; 1958 – 67 Mitgl. des ZK der SED; 1963 Sektorenltr. im Volkswirtschaftsrat, Abt. Allg. Maschinenbau; 1964 – 73 stellv. Ltr. der Staatl. Verw. der Staatsreserve der DDR; 1972 Orden Banner der Arbeit; 1974 Rentner; 1977 VVO; 1987 Ehrenspange zum VVO in Gold; gest. in Berlin.Hänsel, W.: Zu histor. Aspekten der Entw. der Verteidigungsprod. der DDR. In: Militärwesen (VS) (1989) 9; Diedrich, T. / Wenzke, R.: Die getarnte Armee. Geschichte der KVP. Berlin 2001.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wolf, Gerhard

* 16.10.1928

Geb. in Bad Frankenhausen (Kyffhäuser); Vater Angest.; OS; 1944/45 Luftwaffenhelfer; amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 SED; 1947 Abitur; 1947 – 49 Oberschulhelfer; 1949 – 51 Studium der Germanistik u. Geschichte an der FSU Jena; 1951 – 53 Rundfunkred. in Leipzig u. Berlin; 1954/55 Germanistikdiplom an der HU Berlin; 1956/57 Ltr. der Literaturred. beim Dtl.-Sender; seit 1957 freischaff. (Lektor, Hrsg., Essayist, Literaturkritiker, Filmautor, Erzähler); 1961 u. 1964 Hrsg. der Lyrikanthol. »Bekanntschaft mit uns selbst« sowie »Sonnenpferde u. Astronauten«, die ersten Publ. von Autoren der sog. Lyrikwelle, u. a. Wolf Biermann, Volker Braun, Heinz Czechowski, Adolf Endler, Uwe Greßmann, Sarah u. Rainer Kirsch, Karl Mickel; seit 1969 zunehmende Überprüfung durch das MfS im OV »Doppelzüngler« (zus. mit seiner Frau Christa W.); 1972 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR; 1974 Heinrich-Mann-Preis; Nov. 1976 Mitunterz. der Wolf Biermann-Resolution; SED-Ausschl.; 1980 – 88 Hrsg. (zus. mit -> Günter de Bruyn) der Reihe »Märk. Dichtergarten«, wiederentdeckte Lyrik u. Prosa aus Preußen; 1988 – 91 Hrsg. von »Außer der Reihe« im Aufbau-Verlag, erstmalige Buchpubl. (v. a.) von Autoren der inoffiz. Lit. des Prenzl. Bergs in einem offiz. DDR-Verlag, u. a. Bert Papenfuß-Gorek, Jan Faktor, Stefan Döring, Gabriele Kachold.L. Fürnberg: Ges. Werke. Berlin 1962 – 73 (Hrsg.); Wie ein Leben gemalt wird – A. Ebert. Berlin 1974; Im dt. Dichtergarten. Darmstadt, Neuwied 1985; Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht. Gesprächsraum Romantik. Berlin, Weimar 1985 (zus. mit C. W.); Sprachblätter Wortwechsel. Im Dialog mit Dichtern. Leipzig 1992; Schleier u. Spiegel. München 2002. Ebert-Zacovic, B.: Romantikrezeption in der DDR: C. W u. G. W. Michigan 1998; Böthig, P. (Hrsg.): Die Poesie hat immer recht. Berlin 1998.Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Wolf, Herbert F.

* 24.6.1927 – ✝ 15.5.1993

Geb. in Rudelsdorf (ČSR / Rudoltice, Tschechien); 1945 Umsiedl. nach Schönebeck; 1947 Abitur; Aufn. eines Studiums der Soziol. an der Sozialwiss. Fak. der Univ. Rostock; SED; 1951 nach Abschaffung der Soziol. als »bürgerl. Wiss.« Studienabschl. am Inst. für Ges.-Wiss. der Univ. Leipzig; danach zunächst Doz. an der Leipziger ABF; dann Oberassistent am Inst. für Ges.-Wiss.; in der »Tauwetterperiode« ab 1956 Initiierung u. Ltg. industriesoziolog. Untersuchungen; Sekr. der neugegr. Soziolog. Kommission der Univ. Leipzig; Ende der 50er Jahre Maßregelungen wegen Kritik an der Kampagne gegen  Ernst Bloch, zeitw. »Bewährung« in einem Industriebetrieb wegen »ungefestigten Klassenstandpunkts«; 1963 Prom. auf dem Gebiet der sozialen Beziehungslehre; ab 1965 Mitarb. der neugegr. Abt. Soziol.; Forschung u. Lehre insbes. zu sozialen Normen u. Wertorientierungen; Mitbegr. u. bis 1990 Ltr. der Leipziger Soziolog. Kolloquien; 1973 Habil. mit einer Arbeit über »Perspektivbewußtsein«; 1976 ord. Prof. für Soziol.; Mitgl. des Problemrats Methodolog. / Methodik beim Wiss. Rat für Soziolog. Forschung in der DDR; Okt. 1989 Gründungsinitiator eines Berufsverb. der Soziologen u. ab Febr. 1990 Vors. des daraus hervorgegangenen Regionalverb. Süd der neugegr. Ges. für Soziol. der DDR; 1990 vorzeitige Em. auf eigenen Wunsch; gest. in Leipzig. Zahlr. Einzelpubl. insbes. zu arbeits- u. industriesoziolog. Themen, sozialen Beziehungen sowie zu Methoden empir. Sozialforschung.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Wolf, (Bruno) Manfred

* 20.3.1931

Geb. in Weißenborn (b. Freiberg, Sachsen); Vater Bergmann; 1941 – 49 Schulbesuch in Freiberg, Abitur am Gymnasium »Albertinum«; 1949 Bergbaulehre; 1950 – 55 Studium an der Bergakad. Freiberg; 1955 – 61 Techn. Ltr. u. Werkltr. der VEB Flußspatgruben Ilmenau-Gehren; 1958 – 89 SED; 1961 – 63 Chefred. für die Publ. der Bergakad., anschl. wiss. Mitarb. am Inst. für Mineralogie u. Lagerstättenlehre der Bergakad., dort 1962 Prom.; 1964 – 66 Prof. für Lagerstättenlehre u. Bergwirtschaft an der Univ. Potosí (Bolivien); 1967 Doz. für außereurop. Lagerstätten u. mineral. Rohstoffe an der Bergakad. Freiberg, dort 1973 Prom. B (Dr. sc. nat.) u. ab 1975 ord. Prof. für Ökonom. Geologie; ab 1976 Mitgl. der Zentralen Vorratskommission für mineral. Rohstoffe (ZVK) u. der parität. sowj.-dt. Experten-Kommission für die SDAG Wismut; 1978 Dr. h. c. der Univ. Potosí; 1980 – 84 Dir. der Sektion für Geowiss. der Bergakad. Freiberg; ab 1983 Mitgl. des Nationalkomitees für Geolog. Wiss. der DDR; 1963 – 67 u. 1971 – 90 Abg. der Volkskammer, FDGB-Frakt. 1992 Abberufung als Prof.; lebt in Freiberg. Forschungsschwerpunkte: Angew. Geologie; Ökonom. Geologie; Lagerstättenlehre.Der Floßberggangzug bei Ilmenau u. Gehren. Leipzig 1964; Zum Magmatismus der Cordillera de Potosí in Bolivien. Leipzig 1973; Zur Metallogenie u. Lagerstättenhöffigkeit der Cordillera de Potosí in Bolivien. Leipzig 1975; Einführung in die Geologie u. Erkundung von Lagerstätten fester mineral. Rohstoffe. Leipzig 1978 / 79 (mit L. Baumann u. J. L. Nikolskij). Kurzbiographie In: Geohistorica (2008) 3.Martin Guntau

Wer war wer in DDR

Wolff, Hellmuth Christian

* 23.5.1906 – ✝ 1.7.1988

Geb. in Zürich; Vater Univ.-Prof.; 1919 – 25 Gymnasium in Halle; 1925 – 32 Studium der Musikwiss. an der Univ. Berlin; 1932 Prom.; 1933/34 Assistent von Heinz Hilpert an der Berliner Volksbühne; 1936 Assistent von Hermann Scherchen; 1942 Habil. mit »Die Barockoper in Hamburg (1678 – 1738)«, 2 Bde. (veröff. Wolfenbüttel 1957); 1943 – 45 Geschäftsf. der Niedersächs. Musikges. 1945/46 freischaff.; 1947 Doz. an der Univ. Leipzig; 1954 – 67 Prof., 1960 Prof. mit vollem Lehrauftrag; 1967 – 71 wiss. Mitarb.; seit 1950 auch bildkünstler. tätig, Ausstellungen in Leipzig u. Düsseldorf; Forschungen u. Publ. zur Barockoper: »Die Oper«. 3 Bde. Köln 1971 ff., auch engl.; gest. in Leipzig.Torsten Musial

Wer war wer in DDR

Wolfgramm, Willi

* 25.1.1904 – ✝ 30.1.1975

Geb. in Berlin; Vater Stellmacher, Bautischler, Mutter Hausfrau; 1910 – 18 Volksschule in Berlin; 1918 – 22 Lehre als Werkzeugmacher; 1918 – 24 Mitgl. im Metallarbeiterverb.; 1923 KPD; Volontär der Graph. Kunstanstalt Labisch & Co. in Berlin; 1924 – 49 Mitgl. im Verb. der Steindrucker u. Lithographen; 1924 –26 Stud. der Fotografik an der Höheren Graph. Fachschule Berlin, anschl. Arbeit bei versch. graph. Kunstanstalten; 1929 Studienreise nach Frankreich; 1929 – 31 Zeichner bei der Kunstanstalt Sauer & Co. Berlin; Okt. / Nov. 1931 Reise mit einer Arbeiter- / Schriftstellerdeleg. in die UdSSR; 1931 – 33 arbeitslos, Aufträge für die AIZ; 1933 Ltr. der graph. Abt. u. Retusche bei der Fa. Merk in Berlin; 1934 – 44 graph. Zeichner u. Ltr. des graph. Ateliers P. Merk; 1939 Studienreise in die Schweiz; 1939 – 43 auch Fachlehrer für Fotowerbegraphik an der Höheren Graph. Fachschule Berlin. 1945 KPD, Gewerkschaftsarbeit in Berlin-Wilmersdorf; 1945 – 49 Ltr. der graph. Abt. der Rex-Film AG in Berlin-Wilmersdorf, dort viele Aufträge für die Fa. Sowexportfilm; 1949 / 50 Ltr. der graph. Abt. der sowj. Fa. Derophot; Jan. 1949 Mitgl. im Schutzverb. bildender Künstler, ab 1950 dessen Berliner Vors.; 1950 – 57 freischaff. Gebrauchsgraphiker u. Ausstellungsgestalter; im Auftrag des ZS bzw. ZK der SED Beteiligung an zahlr. Ausstellungen (Gestaltung der Stalin-Ausstellung, Lenin-Ausstellung, Gestaltung III. Parteitag der SED u. a.); 1951 NP u. Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1952 VBK, 1954 / 55 Präs. des VBK, 1955 – 64 Vizepräs. u. 1956 – 59 amt. Präs. des VBK; 1960 – 64 1. Sekr. des ZV des VBK; 1959 VVO; Mitgl. des Beirats Postwertzeichen im Min. für Post- u. Fernmeldewesen; 1968 / 69 Mitarb. im Zentr. Inst. für Gestaltung Berlin; ab 1969 freischaff. Künstler; gest. in Berlin.Beatrice Vierneisel / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wölk, Arthur

* 20.4.1900 – ✝ 5.5.1969

Geboren am 20. April 1900 in Siegsruhe/Krs. Culm in Westpreußen, Sohn eines Bahnwärters; nach der Schulentlassung Hilfsarbeiter in Thorn, mußte zum Unterhalt der Großfamilie (sechs Geschwister) beitragen. Nach abgebrochener Feinmechanikerlehre ab 1920 Bergarbeiter im Senftenberger Revier. Noch im Juli 1918 Soldat im Weltkrieg, trat er 1919 in die USPD und Ende 1920 in die KPD ein. Anhänger des linken Flügels in der KPD, ab 1922 Mitglied der BL Lausitz und UB-Leiter für Senftenberg/Calau. Ab 1924 hauptamtlicher Sekretär des KPD-Bezirks Lausitz, Delegierter des V. Weltkongresses der Komintern. Von 1925 bis 1929 Abgeordneter des Provinziallandtages Brandenburg. Nach dem »Offenen Brief« 1925 war Wölk aktiver Anhänger der linken Opposition, deswegen aus dem hauptamtlichen Apparat entlassen. Wieder als Bergarbeiter tätig, mußte er Ende 1926 auch seine Funktion als Leiter der Ortsgruppe Senftenberg niederlegen und wurde Anfang 1928 aus der KPD ausgeschlossen. 1928 war er einer der Mitbegründer des Leninbundes und Leiter des Bundes im Senftenberger Revier. Im Exil schrieb Arkadi Maslow im November 1941 in einem Brief an Ruth Fischer noch von »unserem Wölk«. 1928/29 Tiefbauarbeiter und von 1929 bis 1933 städtischer Arbeiter in Senftenberg, hier gehörte er auch von 1929 bis 1933 der Stadtverordnetenversammlung an. Nach der Linkswendung der KPD 1929 näherte sich Wölk der Partei an und wurde im Oktober 1929 wieder Mitglied und aktiver Funktionär. Anfang März 1933 festgenommen, von Juni bis Dezember 1933 »Schutzhaft«, wurde Wölk am 1.August 1934 erneut verhaftet und durch den IV. Strafsenat des Kammergerichts Berlin zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte. Anschließend in das KZ Buchenwald gebracht und dort bis April 1945 festgehalten. Nach der Befreiung für das Lagerkomitee in Buchenwald tätig, wurde Wölk Mitte Juni 1945 Bürgermeister der Stadt Senftenberg. Mitglied der KPD-BL Brandenburg, seit November 1945 mit der Leitung der Partei im Kreis Calau betraut, führte er diese Funktion ab April 1946 als paritätischer Vorsitzender des SED-Kreisvorstandes. 1947 Parteiinstrukteur in Cottbus, im August 1948 Sekretär der SED-Landesleitung Brandenburg, seit Oktober 1946 gehörte er auch dem Landtag an. Ende 1950 als einstiger »Abweichler« und »Parteifeind« während der SED-Säuberungskampagne zurückgedrängt. Zur Selbstkritik genötigt, schrieb Wölk am 4. und 6. Januar 1951 an die LPKK Brandenburg: »Ich stehe vorbehaltlos zu den Beschlüssen der Partei, ich habe erkannt, wohin letzten Endes, ob gewollt oder nicht von vornherein gewollt, die Tätigkeit parteifeindlicher Gruppierungen führt: in das Lager des Gegners. Dies zeigt ja am eindringlichsten die Tito-Clique. Sie steht in Diensten der angloamerikanischen Imperialisten. Sie ist eine Bande von Agenten, Spionen und Mördern.« Ende 1951 schied er wegen gesundheitlicher Gründe aus dem Sekretariat der Landesleitung aus, arbeitete bis zur Auflösung der Länder 1952 als Direktor des Landtages von Brandenburg. Bis September 1953 Sekretär der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft in Potsdam, anschließend bis Ende 1958 Redakteur an der »Märkischen Volksstimme«, bis 1958 auch Mitglied der SED-BL Potsdam. Zu seinem 60. Geburtstag erhielt er 1960 den VVO in Silber, wohnte als Parteiveteran in Potsdam. Arthur Wölk starb am 5. Mai 1969.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wollenberg, Otto

* 7.10.1898 – ✝ 19.3.1973

Geboren am 7. Oktober 1898 in Berlin, Sohn einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie. Kaufmännische Lehre, Angestellter. Nach dem Ersten Weltkrieg kurz SPD-Mitglied, seit 1919 Mitglied und Funktionär im AM-Apparat der KPD. Er gehörte später zu den Versöhnlern, deshalb 1929 als »Rechtsabweichler« aus der KPD ausgeschlossen, wurde jedoch 1931 von Hans Kippenberger wieder zur Arbeit herangezogen, Decknamen O. Burg und Murgl. Am 8. Mai 1933 in Berlin festgenommen und 1934 vom Berliner Kammergericht zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Im August 1935 Emigration nach Prag, dort zeitweise Leiter des KPD-Abwehrapparates, Ende 1936 durch Herbert Lessig (Bert), dem stellvertretenden Leiter des AM-Apparates seiner Funktion enthoben, wurde Wollenberg 1937 aus der KPD ausgeschlossen. Er emigrierte 1938 nach Großbritannien, 1939 in die USA. In New York war er als Journalist Mitarbeiter der sozialdemokratischen »Neuen Volks-Zeitung«. Wollenberg kehrte 1945 mit Unterstützung Kurt Schumachers nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SPD und leitete einige Jahre das Landesamt für Verfassungsschutz in Schleswig-Holstein. Anschließend war er Referent im Niedersächsischen Innenministerium, dann bis 1959 Leiter der Pressestelle des DGB-Landesbezirks NRW, zuletzt bis 1965 Redakteur bei der DGB-Wochenzeitung »Welt der Arbeit«. Otto Wollenberg starb am 19. März 1973 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wolters, Hermann

* 25.5.1910 – ✝ 24.10.1974

Geboren am 25. Mai 1910 in Bremen, Sohn eines Schlossers. Schiffsjunge und Matrose, 1930 wurde er Mitglied des KJVD und der KPD. 1931 Instrukteur der BL Wasserkante im Hamburger Hafen. Nach einem Lehrgang im Oktober 1931 an der Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau wurde Wolters vom ZK als hauptamtlicher Agitpropleiter im Bezirk Wasserkante eingesetzt. 1932 war er als führendes Mitglied des »Roten Marinesturms« an einem Überfall auf einen NSDAP-Stützpunkt und 1933 an einem »Raubüberfall« beteiligt. Daraufhin im Mai 1933 verhaftet und zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung im November 1939 kehrte Wolters nach Bremen zurück, Angestellter. 1944 hielt er sich illegal in Bremen auf. Im April 1945 gehörte Wolters zum Vorstand der überparteilichen Bremer Kampfgemeinschaft gegen den Faschismus, war nach deren Auflösung Mitglied der KPD-BL Bremen. Er kritisierte die Politik der KPD/SED, trat am 18. Mai 1946 aus der KPD aus und wurde Mitglied der SPD. Von 1945 bis 1959 war er zunächst für die KPD, dann für die SPD Bremer Senator für Wirtschaft sowie Abgeordneter der Bürgerschaft. Hermann Wolters starb am 24.Oktober 1974 in Bremen.

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Woschni, Eugen-Georg

* 18.2.1929

Geb. in Berlin; Vater Reichsbahnoberrat; Abitur in Dresden, Studium der Elektrotechnik an der TH Dresden, 1951 Dipl., 1953 Prom. mit einer Arbeit zu Verzerrungsproblemen in der Nachrichtentechnik bei  H. Barkhausen, anschließend Oberassistent bei  H. Frühauf; 1956 Habil.; 1957 Berufung als ord. Professor an die HS für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt, dort 1959 – 62 Prorektor für Forschung, 1965 – 68 Gründungsdekan der Fak. für Elektrotechnik; Gastprof. in Australien, Finnland u. Österreich; 1965 – 68 Vors. des Wiss. Beirats Elektroingenieurwesen beim Min. für Hoch- u. Fachschulwesen; ab 1966 Ltr. der Gruppe »Grundlagen der Elektronik u. Automatisierungstechnik« u. Mitgl. des Vorst. im Forschungsrat der DDR; 1976 Korr. Mitgl. der AdW; 1981 Dr. h.c. der TU Dresden, VVO; 1985 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW zu Leipzig. 1992 Neuberufung als Prof. für Nachrichtentechnik an die TU Chemnitz; 1995 – 2001 Mitgl. des Präs. u. Sekretär der Technikwiss. Klasse der Sächs. AdW, Gründungsmitgl. der Techn. Komitees 1 (education) u. 7 (theory) der International Measurement Confereration, 1996 – 2000 Mitgl. des Senats der Dt. Akad. der Wiss. zu Mainz; 2002 Mitgl. der Dt. Akad. der Technikwiss. »acatech«; 12 Fach- u. Lehrbücher, zahlr. wiss. Zeitschriftenbeiträge, Überarbeitung u. Neuherausgabe von Barkhausens Standardwerk »Elektronenröhren«; lebt in Dresden.Frequenzmodulation. Berlin 1962; Meßdynamik. Leipzig 1964; Meßinformationssysteme. Berlin 1972 (mit M. Krauß); Informationstechnik. Berlin 1981; Messgenauigkeit. München, Wien 1997 (mit H. Hart u. W. Lotze).Günter Dörfel

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Wötzel, Roland

* 3.6.1938

Geb. in Plauen; bis 1960 Studium der Wirtschafts- u. Rechtswiss, Dipl.-Ökon. u. Dipl.-Jur.; 1959 SED; bis 1971 1. stellv Vors., 1971 – 77 Vors. der Bez.-Plankommission Leipzig; 1971 – 77 stellv. Vors. des Rats des Bez. Leipzig; 1971 Mitgl. der SED-BL Leipzig u. Abg. des Bez.-Tags Leipzig; 1977/78 Studium an der PHS der KPdSU; 1978 – 84 1. Sekr. der SED-KL Leipzig-Stadt; 1979 VVO; 1984 Sekr. für Wiss., Erziehung u. Kultur der SED-BL Leipzig; am 9. Okt. 1989 beteiligt an dem von  Kurt Masur im Leipziger Stadtfunk verlesenen »Appell der Sechs«, der mit einem Aufruf zu »friedl. Meinungsaustausch« u. »Besonnenheit« zum friedl. Ausgang der großen Montagsdemonstration beitrug; 4.11.1989 – 90 1. Sekr. der SED-BL Leipzig (Nachf. von  Horst Schumann). Lebt als Rechtsanwalt in Leipzig. Im Fernsehfilm »Deutschlandspiel« (2000) spielt  Jaecki Schwarz die Rolle des R. W.Neues Forum Leipzig: Jetzt oder nie. Leipzig 1989; Links, Ch. (Hrsg.): Das wunderbare Jahr der Anarchie. Berlin 2005.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wojahn, Eberhard

* 31.10.1922 – ✝ 12.1.2006

Geb. in Jaasde (Krs. Kolberg, Hinterpomm. / Jazy, Polen); Vater Großbauer; OS; 1941 – 45 Wehrmacht, Ltn.; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, in Kemerowo Antifa-Lehrgang. 1949 Landw.-Lehre auf einem altmärk. Bauernhof; SED; 1949 – 52 Studium der Landw. an der Univ. Rostock; dabei stellv. Vors. des Studentenrats; Dipl.-Landwirt; 1952 – 57 wiss. Assistent bzw. Ltr. der neu aufgebauten Abt. Moorforschung am Inst. für Acker- u. Pflanzenbau der DAL Müncheberg (Mark); 1955 Prom. mit einer Diss. zur Wechselnutzung auf Niedermoor; 1957 – 59 Ltr. der Abt. Moorforschung am Inst. für Grünland- u. Moorforschung der DAL Paulinenaue; 1959 – 62 Dir. des Inst. für Landeskultur u. Standortkartierung des Landw.-Min. in Schöneiche; 1962 – 70 Dir. des o. g. Inst. Paulinenaue (Nachf. von  Asmus Petersen); 1962 Habil. zur Tiefpflugkultur auf Niedermoor; 1963 Prof.; 1962 Kand., 1963 – 87 Ord. Mitgl. der DAL bzw. AdL; 1963 – 69 Sekretar der Sekt. Landeskultur; 1965 NP (im Koll.); 1966 – 76 Mitgl. des Forschungsrats; 1968 – 77 in der Zeit der Umbildung zur Forschungsakad. 1. Vizepräs. der DAL bzw. AdL; 1968 – 74 Mitgl. des Kolleg. des Min. für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1977 – 87 Dir. des o. g. Inst. Paulinenaue; 1982 VVO; 1988 Ruhestand; Dr. h. c. der HU Berlin. 1990 – 93 Mitgl. des Präs. des Landesjagdverb. Brandenb. Red. der dt. Ausgabe der Ztschr. »Internationale Landw.« sowie der »Ztschr. für Landeskultur u. Grünland«; zahlr. wiss. Aufsätze zur Niedermoor- u. Grünlandbewirtschaftung, u. a.: Über die Stickstoffmobilisierung im Niedermoor. Berlin 1959; HS-Lehrbuch »Futterprod.« Berlin 1985 (mit  W. Breunig u. B. Märtin).Siegfried Kuntsche

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Wolf, Friedrich

* 23.12.1888 – ✝ 5.10.1953

Geb. in Neuwied in einer jüd. Familie; Vater Kfm.; Gymnasium, 1907 Abitur; Med.-Studium u. Studium der Philos. u. Kunstgeschichte in Tübingen, Bonn u. Berlin; 1913 Dr. med. (Diss. »Die multiple Sklerose im Kindesalter«); anschl. Assistenzarzt, Schiffsarzt, Lazarettarzt; Nov. 1918 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrats in Dresden, anschl. des Zentr. Arbeiter- u. Soldatenrats Sachsens; Funktionär der USPD; 1919 dramat. Debüt mit dem expressionist. Stück »Das bist du«; seit 1921 Landarzt, med., pol. u. liter. Arbeit; 1923 militär. Führer im Ruhrkampf; Söhne  Konrad u.  Markus W.; 1927 – 33 Arzt für Homöopathie u. Naturheilkunde in Stuttgart; 1928 programmat. Rede »Kunst ist Waffe«; 1928 KPD u. BPRS; 1931 Verhaftung; ab 1933 Exil, überwiegend in der UdSSR; Vortragsreisen nach Amerika u. Skandinavien; 1938 Aufenthalt in Frankreich; dort 1939 Verhaftung u. Internierung in Le Vernet, Les Milles; März 1941 mit sowj. Hilfe durch Bereitstellung eines falschen sowj. Passes befreit; Rundfunkarbeit in der UdSSR, u. a. an der Front; 1943 sowj. Orden Roter Stern; 1943 Mitbegr. des NKFD; Agitationseinsätze im Kriegsgefangenenlager Jelabuga (zus. mit Heinrich Graf von Einsiedel); 1944 Lehrer an der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk. Sept. 1945 Rückkehr nach Berlin; KPD; 1946 SED; pol. u. kulturpol. Tätigkeit; 1946 Mitbegr. von DEFA u. Bund dt. Volksbühnen, 1948 dessen Vors.; Hrsg. der Ztschr. »Volk u. Kunst«; 1948 Mitbegr. des PEN-Zentrums Dtl.; 1949 NP; 1949 – 51 erster DDR-Botschafter in Polen; 1950 NP; 1951/52 1. Vors. der Dt.-Poln. Ges. für Frieden u. gute Nachbarschaft; März 1952 Präs. der neugegr. Gesell. für kulturelle Verbindung mit dem Ausland; gest. in Lehnitz (b. Berlin). Werke: »Der arme Konrad« (UA 1924 Stuttgart), »Cyankali« (UA 1924 Berlin), »Die Matrosen von Cattaro« (UA 1930 Volksbühne Berlin) u. »Professor Mamlock« (UA, in Jidd. 1934 am Kaminski Theater Warschau unter dem Titel »Der gelbe Fleck«), in der DDR Schullektüre; »Floridsdorf« (UA, in Russ. am Wachtangow Theater Moskau), »Beaumarchais« (UA 1946 am Dt. Theater Berlin); verf. in der DDR u. a. »Thomas Müntzer, der Mann mit der Regenbogenfahne« (UA 1953 am Dt. Theater Berlin).Ges. Werke. 16 Bde. Berlin 1960 – 68 (Hrsg. W. Pollatschek). Hohmann, L.: F. W. Bilder einer dt. Biogr. Berlin 1988 (Dokumentation); Wolf, E., Struzyk, B. (Hrsg.): Auf wieviel Pferden ich geritten ...: der junge F. W. Dokumentation. Berlin, Weimar 1988; »Mut, nochmals Mut, immerzu Mut!« Protokollbd. Internat. wiss. F.-W.-Symposion. Neuwied 1990; Berger, Ch.: F. W. 1953. Eine unvollst. Biogr. rückwärts. Berlin 2006; Müller, H.: F. W. 1888 – 1953. Teetz 2009.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wolf, Günter

* 28.4.1926 – ✝ 27.2.2013

Geb. in Waldenburg (Schles. / Wałbrzych, Polen); Vater Bergmann; Volksschule; 1941 – 43 Lehre als Vermessungstechniker; 1943/44 RAD, Hauptvormann; 1944/45 Wehrmacht; 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1948 Einstellung bei der VP; 1949 SED; 1950 Lehrgang an der Höheren Offiziersschule der VP; dann VP-Dienststelle Prora (Rügen); 1952 KVP-Bereitschaft Prora; 1953/54 Lehrgang an der KVP-HS Dresden; 1956 NVA Schwerin, Prora; 1959 Versetzung in die Reserve u. Einstellung beim MfS; Kdr. des Wachregt. Berlin des MfS; 1962/63 Einjahreslehrgang an der Militärakad. der NVA Dresden; 1963 stellv. Ltr. der HA Personenschutz (PS) des MfS Berlin; 1968/69 PHS der KPdSU in Moskau; 1974 Ltr. der HA PS; 1988 Gen.-Ltn.; 1979 VVO; Dez. 1989 von seiner Funktion entbunden; Jan. 1990 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

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Wolf, Jochen

* 26.8.1941

Geb. in Kleinolbersdorf (b. Chemnitz); OS, Abitur; Ausbildung zum Großhandelskfm.; Berufskraftfahrer; Studium an der HS für Verkehrswesen Dresden, Dipl.-Ingenieurökonom; 1960 / 61 NVA; Okt. 1989 Mitbegr. der SDP; Vors. des SPD-Bezirksverb. Potsdam. 1990 Reg.-Bevollmächtiger für den Bez. Potsdam. 1990 – 94 MdL Brandenb.; Mitgl. des SPD-LV Brandenb.; Okt. 1990 – Aug. 1993 Minister für Stadtentw., Wohnen u. Verkehr des Landes Brandenburg. (Rücktritt wg. eines Immobilienskandals); 1994 Austritt aus der SPD; 1994 / 95 Mitarb. einer Außenhandelsagentur des Landes Brandenb., dann bis 1997 Mitarb. des Min. für Wirtschaft des Landes Brandenb.; Dez. 1999 vom Amtsgericht Potsdam wg. Vorteilsnahme zu 8.400 DM Strafe verurteilt; 27.7.2001 Festnahme, Jan. 2002 Anklage wg. zweifacher Anstiftung zum Mord an seiner Ehefrau, vom Landgericht Potsdam zu 5 Jahren Haft verurteilt; Nov. 2002 verwarf der 5. Strafsenat des BGH die Revision, 2004 entlassen; lebt in Groß-Glienicke.Helmut Müller-Enbergs

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Wolf, Markus (Mischa)

* 19.1.1923 – ✝ 9.11.2006

Geb. in Hechingen (Krs. Sigmaringen, Süd-Württemb.); Vater  Friedrich W., Arzt u. Schriftsteller, Bruder Regisseur  Konrad W.; 1929 – 33 Schiecker-Schule in Stuttgart; 1933 mit den Eltern Emigr. in die Schweiz u. nach Frankreich, April 1934 in die UdSSR; Besuch der Emigrantenschule Karl Liebknecht in Moskau; 1940 – 42 Studium an der HS für Flugzeugbau in Moskau, nach deren Evakuierung in Alma-Ata; 1942 KPD; 1942/43 Besuch der KI-Schule in Kuschnarenkowo (b. Ufa); 1943 – 45 Red., Sprecher u. Kommentator beim Dt. Volkssender in Moskau. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; 1945 – 49 Mitarb. beim Berliner Rundfunk (Ps. Michael Storm), 1945/46 Berichterstatter beim Hauptkriegsverbrecherprozeß in Nürnberg; 1949 – 51 1. Rat der DDR-Mission in Moskau; 1951 stellv. Abt.-Ltr. im IWF (»Inst. für wirtschaftswiss. Forschung«); 1953 Ltr. des IWF; nach Eingliederung des IWF in das Staatssekr. für Staatssicherheit Ltr. der HA XV (ab 1956 HV A); stellv. Staatssekr. bzw. stellv. Minister für Staatssicherheit; 1954 Gen.-Major, 1965 Gen.-Ltn.; 1973 sowj. Rotbannerorden; 1974 KMO; 1980 Gen.-Oberst; Febr. 1986 fakt. Ausscheiden aus der Funktion, zunächst beauftragt mit der Aufarbeitung der Geschichte der HV A, Nov. 1986 Verabschiedung aus dem aktiven Dienst, schriftsteller. Tätigkeit; Dez. 1989 Mitgl. des zeitw. Arbeitsaussch. der SED. Okt. 1990 Flucht über Österreich in die UdSSR; Sept. 1991 Aufenthalt in Österreich; 24.9.1991 Festnahme beim Grenzübertritt in die Bundesrep. Dtl., U-Haft, 4.10.1991 Aussetzung des Haftbefehls gegen Auflagen; 1993 Verurteilung wegen »Landesverrats u. Bestechung« zu sechs Jahren Haft, Urteil 1995 aufgehoben; Jan. 1997 Anklage u. Prozeß vor dem OLG Düsseldorf wegen »Verdachts der Freiheitsberaubung, Nötigung u. Körperverletzung«, Mai 1997 Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung u. Geldstrafe wegen Freiheitsberaubung, Nötigung u. Körperverletzung; gest. in Berlin.Die Troika. Berlin 1989; In eigenem Auftrag. Bekenntnisse u. Einsichten. München 1991; Spionagechef im geheimen Krieg. Erinnerungen. München 1997; Die Kunst der Verstellung. Dokumente, Gespräche, Interviews. Berlin 1998; Freunde sterben nicht. Berlin 2002; M. W. Letzte Gespräche. Hrsg. von Hans-Dieter Schütt. Berlin 2007. Runge, I., Stellbrink, U.: M. W. Ich bin kein Spion. Berlin 1990; Reichenbach, A.: Chef der Spione. Die M.-W.-Story. Stuttgart 1992; Leonard, W.: Spurensuche. Köln 1992; Fricke, K.W.: M. W. Drei Jahrzehnte Spionagechef des SED-Staats. In: Krüger, D., Wagner, A. (Hrsg.): Konspiration als Beruf. Berlin 2003; Schütt, H.-D.: M. W. Letzte Gespräche. Berlin 2007.Jens Gieseke

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Wolff, Willy

* 5.7.1905 – ✝ 8.7.1985

Geb. in Dresden; Vater Schneider, Mutter Waschfrau; 1919 – 24 Ausbildung u. Tätigkeit als Kunsttischler; 1924 – 27 Kurse bei Richard Müller u. Georg Lührig an der Staatl. Kunstgewerbeakad. in Dresden, 1926 Studium an der Kunstakad. Dresden, 1930 – 33 Mstr.-Schüler bei Otto Dix; 1929 KPD; 1930 ASSO; Mstr.-Schüler von Otto Dix; nach Machtübernahme der Nazis Rückzug in die innere Emigr., gelegentl. Verkäufe, Zeitungsausträger, Anstreicher; 1940 – 45 Wehrmacht; Verlust des gesamten künstler. Werks im Zuge der Zerstörung Dresdens. Ab 1945 Mitgl. der von  Edmund Kesting gegr. Künstlergr. »der ruf«; 1947 Gründung der Dresdener Künstlergem. »Das Ufer«; 1953 Heirat mit der Künstlerin Annemarie Balden (erste Ehefrau von  Theo Balden); 1957 Reise nach London u. 1958 nach Mittelengland, hier wesentl. Anregungen für das spätere, durch Pop-Art beeinflußte Werk; 1960 Halbtagsbeschäftigung als Führungsassistent bei den Staatl. Kunstsammlungen Dresden; erste Collagen, erste Assemblagen; 1971 Aufgabe der Malerei aus gesundheitl. Gründen, seitdem vorwiegend Drucke; 1979 VVO; gest. in Dresden. Werke: Trümmerzeichnungen. 1946; Wandbild »RAW« für die II. Dt. Kunstausstellung in Dresden (mit K.-E. Schäfer u. P. Sinkwitz), 1949; Helmzeichnungen. 1960 – 62; Mahnmal. 1964; Gemälde Weiße Wolke mit Rose. 1967/ 68; Selbstbildnis. 1970.März, R.: W. W. In: Kat. Rev. u. Realismus. Staatl. Museen, Berlin 1978; Löffler, F.: W. W. Kat. Dresden 1983; Lehmann, H.-U.: W. W. Dresden 1986 (Reihe Maler u. Werk).Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Wolfram, Gerhard

* 15.6.1922 – ✝ 20.1.1991

Geb. in Naumburg (Saale); Vater Zollsekretär; 1928 – 40 Grundschule u. Realgymnasium in Naumburg (Saale), ab 1936 in Dresden, 1941 Abitur in Dresden; 1939 – 41 Schauspieleleve am Schauspielhaus Dresden u. am Komödienhaus bei Heinz Papst; Sept. 1940 NSDP; 1941 RAD, Aug. 1941 Militärdienst, Gefr. der Luftwaffe beim 17. Luftwaffen-Versuchsregt., Fliegerhorst Köthen (Sachsen-Anh.); 1941 – 44 Schauspieler, Dramaturg u. Regisseur der Soldatenbühne beim Nachrichtenversuchsregt. Köthen; 1944 Uffz., 1945 Fahnenjunker, 1944/ 45 Zwangsschließung des Theaters; Einsatz als Ausbilder für Hochfrequenztechnik in Köthen, Fronteinsatz (Schlacht an der Oder), Verwundung u. Entlassung aus dem Lazarett vor der dt. Kapitulation. 1945/46 Schauspieler, Dramaturg u. Regisseur am Stadttheater Köthen, Inszenierung »Leonce u. Lena«; 1946/47 Abt.-Ltr. »Künstler. Wort« beim Landesrundfunk, Sender Halle; 1947/48 Sprecher u. Dramaturg beim Landesrundfunk, Sender Leipzig; 1948/49 Schauspieler, Regisseur, Autor u. Ltr. des Künstler. Betriebsbüros an der Volksbühne Leipzig; 1953 SED; 1949 – 51 Dramaturg u. Abt.-Ltr. »Theater u. Film« beim Berliner Rundfunk, trotz Intervention von  Bertolt Brecht Entlassung im Zusammenhang mit den Diskussionen um den »Lukullus« (Formalismus-Debatte); 1951/52 Regisseur beim DEFA-Synchronstudio; 1952/53 Ressortltr. »Theater u. Film« bei der Ztg. »Tägl. Rundschau«; Autor von Kritiken; Mitbegr. der Ztschr. »Die dt. Filmkunst« (1953, keine Aufn. in die Red.); 1955 – 63 Dramaturg am Maxim-Gorki-Theater Berlin (Ltg.:  Maxim Vallentin); 1962 NP; 1963 – 65 Chefdramaturg u. stellv. Intendant der Vereinigten Bühnen Maxim-Gorki-Theater u. Volksbühne; 1965 Funktionsenthebung nach Zerwürfnis mit Maxim Vallentin u. im Zusammenhang mit dem 11. Plenum des ZK; 1966 – 72 Intendant des Landestheaters Halle, das durch Experimente sowie Förderung junger Künstler u. Autoren zu einem Zentrum der DDR-Theaterkultur wurde; 1969 NP; 1971 – 76 Kand. des ZK der SED; 1971 – 89 Mitgl. des Präs. des Verb. der Theaterschaffenden der DDR; 1972 – 82 Intendant des Dt. Theaters Berlin, Nachf. von  Hanns Anselm Perten; Abberufung nach einer pol. Intrige des 1. Sekr. der BL der SED Berlin; 1975 – 89 Vizepräs. des Verb. der Theaterschaffenden; Förderer von DDR-Dramatik u. Autoren, u. a.  Peter Hacks,  Horst Schönemann,  Alexander Lang,  Wolfgang Engel,  Volker Braun,  Christoph Hein,  Alfred Matusche,  Heiner Müller,  Ulrich Plenzdorf; 1983 – 90 Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Disziplinar- u. Parteiverfahren wegen der Aufn. der »Übergangsgesellschaft« von Volker Braun in den Spielplan; 1990 dort Ehrenmitgl.; gest. in Berlin.Aune Renk / Bernd-Rainer Barth

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Wolke, Manfred

* 14.1.1943

Geb. in Potsdam-Babelsberg; erlernter Beruf: Fräser; zunächst Fußballspieler in der BSG Motor Babelsberg; 1960 Wechsel in die Sekt. Boxen; dreimaliger DDR – Juniorenmstr.; 1965 – 89 SED; 1965 Delegierung zum ASK Vorwärts Berlin, ab 1969 ASK Vorwärts Frankfurt (Oder); Armeeangeh., zul. Hptm.; 1966, 1967 u. 1971 jeweils Vize-EM, 1968 Olympiasieger im Weltergewicht (Trainer: Martin Neef); 1972 Ende der sportl. Laufbahn; seitdem Boxtrainer beim ASK Vorwärts Frankfurt (Oder), zeitw. Co-Trainer der DDR-Nationalmannschaft; seit 1990 Trainer für Berufsboxer, u. a. der Profi-WM  Henry Maske u. Axel Schulz; Boxcamp in Frankfurt (Oder); 2006 / 07 wieder Henry Maske trainiert, lebt in Frankfurt (Oder).Klaus Gallinat

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Wollstadt, Hanns-Joachim

* 6.2.1929 – ✝ 4.3.1991

Geb. in Mollwitz (Krs. Brieg, Schles./Małujowice, Polen); Vater Pfarrer; ab 1947 Studium der Theol. in Berlin, Bethel u. Heidelberg; Vikar in Rothenburg; 1955 Ordination in Görlitz; 1956 Pfarrer in Jänkendorf / Ullersdorf (Kirchenkr. Niesky); 1960 – 65 Provinzialpfarrer für Innere Mission u. Ev. Hilfswerk; 1965 Prom. an der KMU Leipzig; 1965 – 70 Ltr. des Diakon. Werks im Görlitzer Kirchengeb. u. bis 1979 Vorsteher der Heil- u. Pflegeanstalt Martinshof in Rothenburg (Oberlausitz); 1968 Vors. der Brüderhausvorsteherkonferenz; 1970 – 76 Vizepräses der Synode der Ev. Kirche der Union (EKU) in der DDR; 1975 Mitgl. des Hauptaussch. des Werks Innere Mission u. des Hilfswerks der Ev. Kirche in der DDR; 1979 Wahl zum Bischof der Kirchenprovinz Görlitz (Nachf. von  Hans-J. Fränkel); 1982 – 84 Vors. des Rats der EKU (Nachf. von  Eberhard Natho); Okt. 1985 aus gesundheitl. Gründen Versetzung in den Ruhestand; gest. in Görlitz.Roger Sitter / Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Womacka, Walter

* 22.12.1925 – ✝ 18.9.2010

Geb. in Obergeorgenthal (Krs. Brüx, ČSR / Horní Juřetín, Tschechien); Vater Gärtner; 1940 – 43 handw. Ausbildung an der Staatsschule für Keramik u. verwandte Gebiete in Teplitz; 1943 – 45 Kriegsdienst u. Gefangenschaft. 1945/46 Landarb.; 1946 – 48 Studium an der Mstr.-Schule für gestaltendes Handwerk Braunschweig; 1949 – 51 Studium der Wandmalerei an der HS für Baukunst u. bildende Künste Weimar, 1951/52 an der HS für bildende Künste Dresden; 1952 SED; 1953/54 Assistent für Malerei; 1963 – 68 Lehrtätigkeit; 1965 Prof.; 1968 – 88 Rektor der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee (Nachf. von  Fritz Dähn); 1959 – 88 Vizepräs. des VBK; 1969 DAK; 1969 – 71 Mitgl. der BL der SED Berlin; ab 1974 Ltr. einer Mstr.-Kl. an der HS für bildende Künste Dresden; Studienreisen u. a. nach Bulgarien, Italien, Ägypten, Griechenland, Jugosl. u. in die UdSSR; 1962, 1968 u. 1985 NP. Ab 1990 Studienreisen in die USA, nach Zypern, Taiwan, Frankreich, Italien, Norwegen, Spanien; vorw. Landschaftsmalerei u. Stilleben; 2004 Retrospektive in Eisenhüttenstadt u. Beeskow; 2005/06 Ausst. zum 80. Geb. in Berlin; 2007 Gründung des »Freundeskreis W. W. e.V.«; gest. in Berlin. Werke: Glasfenster für die Trinkhalle der Marienquelle in Bad Elster (1958/59), Gemälde: Am Strand (1962/63), Glasfenster für die KZ-Gedenkstätte in Sachsenhausen (1960 – 63), Mosaikfries für das Berl. »Haus des Lehrers« (1963/64), Gemälde: Ostseefischer (1967), Brunnen am Berl. Alexanderplatz (1970), Gemälde: Zerstörte Plastik u. Blumen (1972), Berlin (1975 – 77), Erika Steinführer (1981), Der Strand (1982 – 87).Farbe bekennen. Berlin 2004 (Autobiogr.). Pommeranz-Liedke, G.: W. W. Dresden 1970; Hütt, W.: W. W. Dresden 1980; Kat. W. W. Ausstellung in der Kunsthalle Weimar 1969; Kat. Staatl. Museen zu Berlin 1985; Kat. Kulturhaus VEB Synthesewerk Schwarzheide 1990.Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wosikowski, Alice

* 18.10.1886 – ✝ 7.4.1949

Geboren am 18. Oktober 1886 in Danzig; von Beruf Kindergärtnerin und mit dem Dreher Wilhelm Wosikowski verheiratet. Dieser wurde wegen seiner Gewerkschaftstätigkeit 1911 gemaßregelt, zog deshalb mit der Familie nach Kiel und ist 1914 im Weltkrieg gefallen. Alice Wosikowski war wie ihr Mann aktive Sozialdemokratin und engagierte sich in der Frauen- und Jugendarbeit. Von 1915 bis 1921 Fürsorgerin beim Kieler Magistrat. Sie heiratete den Bruder ihres gefallenen Ehemanns und übersiedelte nach Hamburg, wo sie der KPD beitrat, leitete die Frauenabteilung der BL Wasserkante und gehörte von 1927 bis 1933 der Hamburger Bürgerschaft an. 1930 starb ihr zweiter Mann, der bei der »Hamburger Volkszeitung« gearbeitet hatte. 1933 und 1936/37 war Alice Wosikowski in »Schutzhaft«, im September 1939 erneut inhaftiert, in das KZ Ravensbrück eingeliefert, aus dem sie ihr Sohn Eberhard, der als Soldat bei der Wehrmacht war, 1941 herausholte. Bis 1945 als Buchhalterin bei einer Textilfirma beschäftigt. Ab 1945 stellvertretende Verlagsleiterin der »Hamburger Volkszeitung« und Vorsitzende der Fachgruppe Zeitungsgewerbe in der DAG. Alice Wosikowski starb am 7. April 1949 in Hamburg.

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Woyski, Jürgen von

* 23.3.1929 – ✝ 30.5.2000

Geb. in Stolp (Pommern/Słupsk, Polen); Bildhauer- u. Steinmetzlehre in Posen; 1948/49 Studium an der Kunstschule Burg Giebichenstein, Lehrer  Gustav Weidanz, 1950 – 55 an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee, Lehrer  Fritz Koelle u.  Heinrich Drake; seit 1955 freischaff. in Hoyerswerda; 1961 Abg. des Krs.-Tags Hoyerswerda (Fraktion des KB); 1965 Kunstpreis der DDR; 1969 Mitgl. der DAK; 1973 Vors. der Zentr. Sektionsltg. beim VBK; Studienreisen in die UdSSR, nach Polen, Rumänien, Indien; 1981 – 86 Lehrauftrag an der Kunst-HS Berlin-Weißensee, dort Ltr. der Abt. Baukeramik; 1987 NP. 1993 Honorarprof. für plast. Gestalten an der TU Cottbus; gest. in Dresden. Werke: Porträt Elisabeth Wolf, Albert Schweitzer (1960), Gedenkstätte KZ Dora-Mittelbau bei Nordhausen (1962), Mahnmal Jessen bei Cottbus (1964), Relief Dörfl. Fest (1965), Vereinigung (1971), Brunnen im Zentrum von Cottbus (1976/77), Gestaltung Stadtpark Cottbus (1985).J. v. W. Galerie am Robert-Koch-Platz. Berlin 1989.Bernd-Rainer Barth

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Wojtkowski, Paul

* 20.12.1892 – ✝ 14.4.1960

Geboren am 20. Dezember 1892 in Wollstein/ Posen, Sohn eines Schneidermeisters. Da der Vater früh starb, mußte der Zwölfjährige als Laufbursche zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Lehre als Schlosser, dann Wanderschaft. Er trat im September 1913 in die SPD ein, die er nach Kriegsbeginn wieder verließ, 1917 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1926 hauptamtlicher Leiter des UB Essen, später des UB Bochum und des UB Hamm/Westfalen, gehörte er zeitweise auch dem Sekretariat der BL Ruhrgebiet an. Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau, dann Instrukteur des ZK in Oberschlesien. Im Februar 1931 löste er Fritz Selbmann als Polleiter ab und blieb in dieser Funktion bis 1933. Im Mai 1928 war Wojtkowski in Düsseldorf-Ost in den Preußischen Landtag gewählt worden, im April 1932 erneut MdL Preußen. Am 27. April 1933 in »Schutzhaft«, dann wieder Schlosser, 1938 erneut verhaftet, kam er in das KZ Buchenwald. Im April 1945 befreit, im Juli Abteilungsleiter in der KPD-Landesleitung Thüringen. Anfang 1946 vom ZK nach Hamburg geschickt, leitete er bis September 1947 das KPD-Zonenbüro und gehörte der Parteileitung für die britische Zone an. Nach dem II.Parteitag der SED 1947 wieder in der SED-Landesleitung Thüringen. Ab August 1949 1. Vorsitzender des FDGB Thüringen, ab 1953 Vorsitzender des Rates des Kreises Nordhausen, er erhielt 1956 den VVO in Silber. Paul Wojtkowski starb am 14. April 1960 in Nordhausen. Wojtkowskis Lebensgefährtin Luise Sattler (* 13. 6. 1906 - † 21. 4. 2002), Stenotypistin, war seit 1923 in der KJD und der KPD. Sie arbeitete zunächst bei der Union der Hand- und Kopfarbeiter in Bochum, ab 1925 bei der KPD-BL Essen. Seit 1930 in Berlin im Sekretariat der Orgabteilung, ab 1933 für die illegale Landesleitung tätig. Sie emigrierte 1936 in die Niederlande, wo sie mit Paul Bertz zusammenarbeitete. Anfang 1937 ging sie nach Norwegen, heiratete den KPÖ-Funktionär und Kandidaten des EKKI Kurt Dernberger (* 1. 4. 1900 – † ?). Beide wurden im Oktober 1944 in Oslo festgenommen und nach Deutschland ausgewiesen. Sie konnten bis zum Einmarsch der Roten Armee in Berlin untertauchen. Kurt Dernberger ging nach Wien zurück, wurde vom NKWD verhaftet, weil er angeblich als V-Mann für die Gestapo gearbeitet haben soll. Sein Schicksal ist bis heute nicht geklärt.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wolf, Friedrich

* 23.12.1888 – ✝ 5.10.1953

(* 1888 – † 1953) Geboren am 23. Dezember 1888 in Neuwied/ Rhein, Sohn eines jüdischen Kaufmanns. Nach dem Abitur 1907 Studium der Medizin, Philosophie und Kunstgeschichte in München, Tübingen, Bonn und Berlin. 1913 Promotion zum Dr. med. mit einer Arbeit über »Die multiple Sklerose im Kindesalter«. Anschließend Assistenzarzt, Schiffs- und Lazarettarzt, schrieb auch Gedichte, Erzählungen und Dramen. Bei Kriegsbeginn als Truppenarzt an der Westfront, er wurde zum entschiedenen Kriegsgegner. Im November 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Dresden, Mitglied der USPD. 1920 Stadtarzt in Remscheid, beteiligt am Kampf gegen den Kapp-Putsch. Wolf war sowohl Mediziner als auch Schriftsteller, debütierte 1919 mit dem expressionistischen Stück »Das bist Du«. Seit 1921 Landarzt in Hechingen, spezialisierte er sich auf Naturheilkunde, heiratete 1922 in zweiter Ehe Else Dreibholz, Geburt der Söhne Markus (1923) und Konrad (1925). Mit dem Drama »Der arme Konrad« wurde Wolf ein anerkannter Schriftsteller. 1926 erschien sein »Doktor«-Buch, »Die Natur als Arzt und Helfer«. Wolf war von 1927 bis 1933 Arzt für Homöopathie und Naturheilkunde in Stuttgart, seit 1928 Mitglied der KPD und gehörte dem BPRS an. Sein 1924 uraufgeführtes Drama »Cyankali« leitete in den zwanziger Jahren eine Kampagne gegen den Abtreibungsparagraphen 218 ein. Er wurde deswegen verhaftet und der »gewerbsmäßigen Abtreibung« beschuldigt, Massenproteste führten zu seiner Freilassung. 1933 emigrierte er über Österreich und die Schweiz nach Frankreich, dort verfaßte er sein erfolgreichstes Stück »Professor Mamlock«. Er ging 1934 in die Sowjetunion, wo inzwischen auch seine Familie lebte. Beim Versuch, nach Spanien zu gelangen, um als Arzt auf der Seite der Internationalen Brigaden zu kämpfen, wurde Wolf 1938 in Frankreich verhaftet, 18 Monate Internierung. Er erhielt 1941 die sowjetische Staatsbürgerschaft und konnte wieder nach Moskau. 1943 Mitbegründer und Frontbeauftragter des NKFD, kehrte 1945 nach Deutschland zurück und war in Berlin neben seiner schriftstellerischen Arbeit vor allem Kulturpolitiker. Wolf gehörte 1946 zu den Mitbegründern der DEFA und dem »Bund deutscher Volksbühnen«, war dessen Vorsitzender und Herausgeber der Zeitschrift »Volk und Kunst«. Dann 1948 auch Mitbegründer des PEN-Zentrums Deutschlands sowie 1. Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft, Wolf wohnte ab 1948 in Lehnitz bei Berlin. Er war von 1949 bis 1951 der erste Botschafter der DDR in Polen. Am 5. Oktober 1953 starb Friedrich Wolf nach einem Herzinfarkt in Lehnitz, wo seine Schwiegertochter Emmy Stenzer seinen Nachlaß verwaltete. Wolfs gesammelte Werke wurden in den Jahren von 1960 bis 1968 in 16 Bänden in der DDR herausgegeben.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wolf, Hanna

* 4.2.1908 – ✝ 22.6.1999

Geb. in Gonionds (b. Białystok, Rußland / Goniądz, Polen); Vater Rabbiner u. Lehrer, Mutter Lehrerin; dt. u. hebräische Volksschule in Gonionds, bis 1927 Gymnasium in Białystok, Abitur; 1920 Rote Schülergr.; 1922 poln. KJV; 1927 Austritt aus der jüd. Gemeinde; 1927 – 32 Studium der Geschichte u. Philos. an der Univ. Berlin, aus wirtschaftl. Gründen ohne Abschluß; zugl. Übersetzerin u. Lehrerin; Mitarb. des M-Apparates der KPD (deshalb erst 1930 Mitgl. der KPD); Apr. 1932 Emigr. in die UdSSR (Moskau); Sept. – Dez. 1932 Red. u. Übersetzerin im Verlag für fremdspr. Lit. in Moskau; 1933 – 35 Studium u. wiss. Mitarb., 1935 – 37 Aspirantin an der Internat. Lenin-Schule in Moskau; 1934 sowj. Staatsbürgerschaft; nach Auflösung der Lenin-Schule 1937 – 39 aus persönl. Gründen Unterbrechung der Arbeit; arbeitete Aug. 1939 – Okt. 1941 zu geschichtswiss. Themen in der Hist. Bibliothek des Geschichtsinst. der AdW der UdSSR in Moskau; Okt. 1941 Evakuierung nach Kuibyschew; 1941 – 43 Mitarb. (Kontrollred.) der dt. Red. u. des Abhörbüros des sowj. Rundfunkkomitees in Kuibyschew; 1943 – 48 Lehrerin an Antifa-Schulen, Aug. 1943 – Jan 1945 an der Zentralschule in Krasnogorsk (Inst. 99 beim ZK der WKP(B)); 1945 – 48 Ltr. der Zentralschule (1947/48 zus. mit  Wilhelm Zaisser); 1946 sowj. Medaille für ruhmreiche Arbeit im Großen Vaterländ. Krieg. April 1948 Rückkehr nach Dtl.; KPD/SED; ab Juni 1948 persönl. Ref. des Ltr. der Dt. ZV für Volksbildung,  Paul Wandel; Mai 1949 Ltr. des neugegr. Konsultationsbüros zum Studium der Geschichte der KPdSU in der Abt. Parteischulung beim PV bzw. ZK der SED; dann kurzz. Ltr. des Sektors mündl. u. schriftl. Prop.; 1950 dt. Staatsbürgerschaft; Sept. 1950 – Juni 1983 Dir. der PHS (Nachf. von  Rudolf Lindau); Mitgl. des wiss. Rats des Museum für Dt. Gesch.; Prof.; 1978 Dr. phil. h. c. der KMU Leipzig; bis 1976 Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Einheit«; 1954 – 58 Kand., 1958 – 89 Mitgl. des ZK der SED u. Mitgl. der Ideolog. Kommission beim PB des ZK der SED; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1959 Banner der Arbeit; 1964 u. 1978 KMO; 1968 VVO; 1970 Orden des Vaterländ. Krieges (UdSSR); Lenin-Erinnerungsmedaille; 1973 Held der Arbeit; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; sowj. Orden Zeichen der Ehre; 1983 Hervorragender Wissenschaftler des Volkes; 1983 – 89 Konsultant beim ZK der SED; 1988 Ehrenspange zum VVO; 10.2.1990 aus der PDS ausgeschl.; in dritter Ehe verh. mit  Wilhelm Knigge; gest. in Berlin.Die Aufgaben eines Zirkelleiters. Berlin 1949; Im Dienste des Volkes. 20 Jahre SED. Berlin 1966; Reden u. Aufsätze. Berlin 1979. H. W. 80 Jahre. In ZfG (1988) 1; Leonhard, W.: Spurensuche. 40 Jahre nach »Die Rev. entläßt ihre Kinder«. Köln 1992; Hartewig, K.: Zurückgekehrt. Jüd. Kommunisten in der DDR 1945 – 1990. Weimar 2000; Möller, U., Preußer, B. (Hrsg.): Die Parteihochschule der SED – ein krit. Rückblick. Schkeuditz 2006.Peter Erler / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wolf, Klaus

* 12.8.1938

Geb. in Fuchshain (Krs. Grimma); Vater Schmiedemeister; Volksschule; 1952 – 55 Lehre als Schmied; staatl. geprüfter Landwirt; 1956 CDU; 1956 – 57 Mitarb. beim Rat des Krs. Schmölln; 1958 – 65 Sekr. des CDU-KV Schmölln; 1965 – 77 Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Schmölln bzw. Döbeln; 1965 – 70 Vors. des CDU-KV Schmölln; 1977 – 81 Mitgl., 1981 – 86 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Leipzig; 1985 Prom. zum Dr. oec.; 1982 – 89 Mitgl. des CDU-HV, ab 1987 auch seines Präs., 1989 / 90 Mitgl. des CDU-PV; 1986 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1986 Stellv. des Ministers für Verkehrswesen, zuständig für den Bereich Tourismus; 1987 – 89 Vors. der Zentralen Kommission Auslandstourismus beim Min.-Rat der DDR; Nov. 1989 – März 1990 Minister für Post- u. Fernmeldewesen in der Reg. Modrow (Nachf. von  Rudolph Schulze).Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wolff, Friedrich

* 30.7.1922

Geb. in Berlin-Neukölln; Vater Arzt; 1928 – 32 Volksschule, anschl. Gymnasium, 1941 Abitur; 1941 – 43 Ausbildung zum Kfm; wegen jüd. Abstammung nicht zur Wehrmacht eingezogen, sondern in Munitionsfabriken dienstverpflichtet, 1943 in Berlin-Neukölln u. 1944/45 in Treuenbrietzen. 1945/46 Übersetzer bei Gericht u. der Staatsanwaltschaft Berlin-Neukölln; 1945/46 KPD/ SED; 1946 – 49 Studium der Rechtswiss. an der HU Berlin; Referendarsexamen; 1949/50 Richter am Amtsgericht Berlin-Weißensee; 1950/51 Seminarltr. an der Richterschule Berlin; 1951 – 53 Ref. bzw. Hauptref. in der Hauptabt. Justiz des Magistrats von Berlin, Entlassung aus »kaderpol. Gründen«; 1953 Gründer des Rechtsanwaltskolleg. Berlin u. 1954 – 70, 1984 – 88, Febr. – Sept. 1990 dessen Vors.; wegen fakt. Koppelung beider Ämter in den gleichen Zeiträumen Vors. der DDR-Dachorg. der Rechtsanwaltskollegien; 1962 Mitgl. des Zentralvorst. der Vereinigung Demokrat. Juristen, 1985 ihr Vizepräs., März – Sept. 1990 ihr Präs. (Nachf. von  Günter Sarge); 1983 Prom. an der HU Berlin mit einer Diss. zur Stellung des Rechtsanwalts; ab 1981 Moderator der Fernsehreihe »Alles was Recht ist« (Nachf. von  Friedrich Karl Kaul); Autor populärer Schriften zu Rechtsfragen; vertrat vor Gericht u. a. Demonstranten vom 17.6.1953 u. 1957  Walter Janka; 1960 Pflichtverteidiger von Theodor Oberländer, Dez. 1989 – 93 Anwalt von  Erich Honecker; 1982 VVO. Mitgl. im Ältestenrat der PDS; Mithrsg. der Ztschr. »Neue Justiz«; lebt in Stolzenhagen (b. Berlin).Vertrauensvoll zum Rechtsanwalt. Berlin 1982; Pol. Strafprozesse in Dtl. Von 1945 – 68. In: PDS (Hrsg.): Ansichten zur Geschichte der DDR. Bonn 1994; Verlorene Prozesse 1953 – 98. Meine Verteidigung in pol. Verfahren. Baden-Baden 1999; Einigkeit u. Recht. Berlin 2005; Verlorene Prozesse. Berlin 2009.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wolff, Fritz

* 9.7.1897 – ✝ 1946

Geboren am 9. Juli 1897 in Graudenz/Westpreußen, Sohn einer begüterten Familie. Er studierte Rechtswissenschaft, schloß sich 1917 der USPD an. Mit der linken USPD trat Wolff 1920 zur KPD über, arbeitete als Graphiker für Parteiorgane, darunter die »Rote Fahne«, und war Mitbegründer sowie einer der Leiter der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands (ASSO). Nach Ausschluß aus der KPD war er 1933 kurzzeitig Mitglied der SAP, emigrierte im gleichen Jahr nach Paris, dort als Zeichner u. a. für das »Pariser Tageblatt« tätig. Er setzte sich für Hilfsorganisationen der Emigranten ein und engagierte sich in KPD-nahen Vereinigungen. Wolff war 1939/40 Herausgeber der »Pariser Tageszeitung«, flüchtete 1942 nach London, dort in der Freien Deutschen Bewegung aktiv. Wegen der KPD-Politik verließ er 1944 die FDB und ging 1946 zur SPD. Fritz Wolff starb 1946 in London.

Wer war wer in DDR

Wolfram, Klaus

* 4.12.1950

Geb. in Berlin; Vater Theaterregisseur  Gerhard W., Mutter Schauspielerin; EOS, 1969 Abitur; 1969 / 70 wiss.-techn. Mitarb. im IML, Marx-Engels-Abt. (MEGA-Edition); 1970 Kand., 1971 SED; 1970 – 74 Studium der Philos. an der HU Berlin; 1975 Mitarb. des IPW, Hauptabt. Ökonomie; Frühjahr 1975 Gründung einer illeg. opp. Gruppe (mit  Wolfgang Templin,  Sebastian Kleinschmidt u. a.); nach Zerschlagung der Gruppe durch das MfS im Juni 1977 Berufsverbot für wiss. Tätigkeit u. Ausschluß aus der SED; 1977 – 81 Fabrikarbeiter im VEB Steremat Berlin; vergebl. Bewerbungen an wiss. Instituten, 1981 / 82 arbeitslos; fortgesetzte Aktivitäten in opp. Kreisen; 1982 – 89 Lektor im Akademie-Verlag; Sept. 1989 Mitgl. im Neuen Forum (NF), Mitgl. im Arbeitsaussch. des NF, ab Nov. 1989 Ltr. der Programmgruppe, ab Dez. NF-Vertreter in der Verfassungsgruppe des zentr. Runden Tischs; Dez. 1989 Mitbegr. der BasisDruck Verlag GmbH, einem der ersten unabh. DDR-Verlage; Jan. 1990 – Aug. 1992 Hrsg. u. Red. der ersten unabh. Ztg. »Die Andere«; 1990 Mitbegr. der Robert-Havemann-Ges. e. V., Mitbegr. der Stiftung »Haus der Demokratie Berlin«, Vorstandsarbeit im »Haus der Demokratie«. 1991 – 2008 Vorstandsarbeit in der Robert-Havemann-Ges.; 1993 Teiln. am Arbeitskampf im Kaliwerk Bischofferode; 1994 – 99 Redaktionsmitgl. der Ztschr. »Sklaven«; 1998 – 2004 Vorstand im Haus der Demokratie; seit 1994 Lektor im BasisDruck Verlag.Zur Geschichte des Guten Willens. Skizzen aus der Opposition. (11 Folgen). In: Sklaven. Berlin 1994 – 1996. Dok.-Film über die Oppositionsgruppe: »Verraten. Sechs Freunde u. ein Spitzel«, R: Inga Wolfram, WDR 2007; Wolfram, I.: Verraten. Düsseldorf 2009.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Wolle, Stefan

* 22.10.1950

Geb. in Halle; Vater Hist. u. Journalist, Mut- ter Dolmetscherin; 1969 Abitur in Berlin; 1971 – 72 Studium der Geschichte an der HU Berlin, 1972 aus pol. Gründen relegiert; Hilfsarb.; 1973 – 76 Forts. des Studiums; 1976 – 90 wiss. Mitarb. am ZI für Geschichte bzw. am Inst. für Allg. Geschichte der AdW; Jan. 1990 gem. mit  Armin Mitter Initiatior der Gründung des Unabh. Historiker-Verb. (Konstituierung im April 1990); Mitgl. des Vorst.; Jan. 1990 Sachverständiger der Arbeitsgr. Sicherheit des Zentr. Runden Tisches; Mitgl. des Bürgerkomitees Normannenstraße; im März 1990 gem. mit Armin Mitter Veröff. der ersten Dokumentation von Befehlen u. Berichten des MfS (Absatz von 200.000 Exemplaren binnen weniger Tage); März – Okt. 1990 Mitarb. des Staatl. Komitees für die Auflösung des ehem. MfS/AfNS. Okt. 1990 Mitarb. beim Bundesbeauftr. für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehem. DDR, nach Veröff. seiner Auffassung, wonach die IM-Tätigkeit des Synodalen u. letzten Min.-Präs. der DDR,  Lothar de Maizière, erwiesen sei, sowie öffentl. Kritik an einer diesbezügl. Interpretation durch den Bundesinnenmin. Wolfgang Schäuble im März 1991 fristlos entlassen; 1991 – 97 wiss. Assistent an der HU Berlin; 1998 – 2000 wiss. Mitarb. der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; Mitgl. der Hist.-Kommission beim PV der SPD; ab 2002 Mitarb. an der FU Berlin, ab 2004 Lehraufträge an der Europa-Univ. Viadrina Frankfurt (Oder); seit 2006 auch wiss. Koordinator im privaten »DDR-Museum« in Berlin. Arbeitsgebiete: altruss. Geschichte, dt.-russ. Kultur- u. Wissenschaftsbeziehungen im 18. u. 19. Jh.; 1984 Prom. über dt.-spr. Rußlandhistoriographie.»Ich liebe Euch doch alle!« Berlin 1990 (Hrsg. mit A. Mitter); Wladimir der Heilige. Berlin 1991; Untergang auf Raten (mit A. Mitter). München 1993; Der Tag X – 17. Juni 1953 (Hrsg. mit I.-S. Kowalczuk u. A. Mitter). Berlin 1995; Die heile Welt der Diktatur. Berlin 1998/2009; Roter Stern über Dtl. Berlin 2001 (mit I.-S. Kowalczuk); Damals in der DDR München 2004 (mit H. H. Hertle); Aufbruch in die Stagnation. Bonn 2005; Der Traum von der Revolte. Die DDR 1968. Berlin 2008.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Wollweber, Ernst

* 29.10.1898 – ✝ 3.5.1967

Geb. in Hannoversch-Münden; Vater Tischler; 1904 – 13 Volksschule, dann Schiffsjunge u. Matrose; 1916 – 18 Kaiserl. Marine (U-Bootsabt.); 1918 aktiv am Matrosenaufstand in Kiel beteiligt, Vors. des Soldatenrats beim U-Boot-Kreuzerverb. u. Mitgl. des Obersten Soldatenrats in Kiel; 1919 KPD; 1920/21 Teiln. an den bewaffn. Kämpfen in Mitteldtl.; 1921 Pol.-Sekr. des KPD-Bez. Hessen-Waldeck; Mitgl. des ZA der KPD; 1922 Reichsparteischule der KPD; 1923 Ltr. von KPD-Militärorg. in Hessen-Waldeck u. Thür., 1924 in Schles.; 1924 –26 Hochverratsprozeß u. Gefängnishaft; 1928 – 32 Abg. des Preuß. Landtags, 1929/30 auch des Provinziallandtags Niederschles., Nov. 1932 – März 1933 des Dt. Reichstags; 1932 Reichsltr. des Einheitsverb. der Seeleute, Hafenarb. u. Binnenschiffer in Hamburg; 1932 Ltr. der Org.-Abt. des ZK der KPD; Mitgl. des Sekr. des EK der Internationale der Seeleute u. Hafenarb. (ISH); 1933 Sekr. der ISH in Kopenhagen; ab 1936 Aufbau eines illeg. Apparats zur weltweiten Schiffssabotage gegen die sog. fasch. Staaten; organisierte im span. Bürgerkrieg auch Waffenlieferungen für die republikan. Reg. (»Wollweber«-Org., eigtl. Org. »Bernhard«); illeg. pol. Arbeit (Sabotage) vor allem in Skandinavien; Mai 1940 in Schweden verhaftet, sechs Mon. Strafarbeit, um der Auslieferung nach Dtl. zu entgehen, anschl. zu drei Jahren Haft verurteilt; nach Erhalt der sowj. Staatsbürgerschaft im Nov. 1944 Ausreise in die UdSSR; Kuraufenthalt in Kislowodsk; 1945 in Moskau. März 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Stellv. bzw. ab 1947 Ltr. der GD für Schiffahrt; 1950 – 53 Staatssekr. im Min. für Verkehrswesen; ab Juli 1953 Staatssekr. bzw. Min. für Staatssicherheit (Nachf. des gestürzten  Wilhelm Zaisser); 1954 VVO; 1954 – 58 Mitgl. des ZK der SED u. Abg. der Volkskammer; geriet in der Einschätzung der Entw. in Polen 1956 bzw. der Maßnahmen der DDR-Sicherheitskräfte im Herbst 1956 gegen opp. Gruppen in Widerspruch zu  Walter Ulbricht u.  Erich Honecker; 1957 krankheitshalber u. »auf eigenen Wunsch« pensioniert; Mitgl. der Kommission für gesamtdt. Fragen beim BV des FDGB; Jan. 1958 Untersuchungsverfahren; Febr. wegen »Fraktionstätigkeit« zus. mit  Karl Schirdewan aus dem ZK der SED ausgeschlossen, strenge Parteirüge, Rückgabe des Volkskammermandats; Rentner; trotz Krankheit Weiterarbeit an seinen Memoiren; gest. in Berlin.Aus Erinnerungen. Ein Porträt W. Ulbrichts. In: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbew. (1990) 3. Flocken, J. v., Scholz, M. F.: E. W. Saboteur, Minister, Unperson. Berlin 1994; Borgersrud, L.: Die Wollweberorg. u. Norwegen. Berlin 2001; Engelmann, R.: E. W. Chefsaboteur der Sowjets u. Zuchtmeister der Stasi. In: Krüger, H., Wagner, A. (Hrsg.): Konspiration als Beruf. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth / Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Wonneberger, Christoph

* 5.3.1944

Geb. in Wiesa (Krs. Annaberg); Vater Pfarrer, Mutter Krankenschwester; 1960 Abschl. der Mittelschule in Karl-Marx-Stadt, zum Abitur nicht zugelassen; 1960 – 63 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1963 – 65 Sprachstudium am Theolog. Seminar in Leipzig; anschl. bis 1970 Studium der Theol. an der Univ. Rostock; danach Vikar in Dresden; 1972 Zweites theolog. Examen; 1973 Ordination u. Pfarrvikar in Leipzig; ab 1974 Gemeindepfarrer in Taucha; 1977 – 84 Pfarrer der Dresdener Weinbergskirchgemeinde, eines Zentrums der »offenen Jugendarbeit«, Beratung von Wehrdienstverweigerern; 1979 Begr. der Initiative »Sozialer Friedensdienst«, einer DDR-weiten Initiative innerhalb der kirchl. Friedensbew., seitdem exponierter Vertreter der Opp., zahlr. Disziplinierungsversuche staatl. Stellen über die Kirchenltg.; 1984 Ephoralvikar in Meißen; ab 1985 Pfarrer in der Lukas-Gemeinde in Leipzig; Mitgl. versch. opp. Gruppen; 1986 Gründer der opp. Gruppe »Menschenrechte«, über die versch. Leipziger Gruppen vernetzt wurden, beteiligt an zahlr. Aktionen der Leipziger Opp., schwere Konflikte mit staatl. u. kirchl. Stellen, vom MfS im Rahmen versch. OV bearbeitet; Sept./Okt. 1989 Verantw. der Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche u. Mitorganisator der anschl. Demonstrationen; Ende Okt. 1989 schwer erkrankt; 1991 Ruhestand; 1995 Bundesverdienstkreuz.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wosikowski, Irene

* 9.2.1910 – ✝ 13.9.1944

Geboren am 9. Februar 1910, Tochter von Alice Wosikowski; kaufmännische Angestellte u. a. in der sowjetischen Handelsvertretung in Hamburg. 1924 trat sie in die KJD, 1930 in die KPD ein, war ab 1930 in Berlin. Im Sommer 1932 technische Mitarbeiterin im AM-Apparat. Sie war 1933 für die illegale Landesleitung in Berlin tätig, emigrierte 1935 über die ?CSR in die Sowjetunion. Unter dem Decknamen Helga Rühler von September 1935 bis Ende 1937 Kursantin der Internationalen Leninschule in Moskau. Anschließend in Paris bei der »Deutschen Volkszeitung« und zeitweilig enge Mitarbeiterin von Franz Dahlem. Im Mai 1940 in Südfrankreich interniert, gelang ihr im Juli die Flucht aus dem Lager Gurs. Am 26. Juli 1943 in Marseille verhaftet, vom VGH am 13. September 1944 zum Tode verurteilt. Irene Wosikowski wurde am 27.Oktober 1944 hingerichtet.

Wer war wer in DDR

Wrana, Joachim

* 13.2.1909 – ✝ 8.11.1986

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Justizinspektor; 1915 – 21 Volksschule u. Gymnasium in Hamm, 1921 – 29 Gymnasium in Cottbus, Abitur; 1929 – 34 Studium der Elektrotechnik, Fachrichtung Starkstromtechnik an der TH Dresden, Dipl.-Ing.; 1934 – 38 wiss. Ass. am Inst. für Starkstrom- u. Hochspannungstechnik der TH Dresden, dort 1939 Prom.; 1938 – 45 Versuchsing., ab 1942 Einrichtung u. Ltg. einer Versuchsabt. für Hoch- u. Niederspannungsschaltgeräte u. Transformatoren im Sachsenwerk Niedersedlitz. 1945 – 47 nach Demontage des Sachsenwerks Ltr. eines elektr. Laboratoriums u. Prüffeldes im sowj. Konstruktions- u. Technolog. Entwicklungsbüro auf dem ehem. Sachsenwerkgelände; 1946 Habil. an der TH Dresden; 1947 wg. Nichtbefolgung eines SMA-Befehls (Verheimlichung von elektr. Meßgeräten bei der Demontage des Sachsenwerkes) von einem sowj. Militärgericht zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt, Anfang 1950 im Zuge der Amnestie u. der Auflösung der Internierungslager entlassen; 1950 Prof. für Elektrotechnik u. Dir. des Inst. für Elektrotechnik der Bergakad. Freiberg (bis 1951 kommissarisch); 1953 – 55 Prodekan u. 1955 – 63 Dekan der Fak. für Bergbau u. Hüttenwesen, 1963 – 65 Rektor der Bergakad. Freiberg (Nachf. von  Günther Hollweg); 1960 Verdienter Techniker des Volkes; 1965 VVO; 1968 bei Auflösung der Institute im Rahmen der 3. Hochschulreform Entbindung von der Funktion als Institutsdir.; 1969 Umberufung zum ord. Prof. für Elektrotechnik (Elektroenergietechnik), 1974 em.; 1981 Ehrenprom. der TU Dresden. Hauptarbeitsgebiete: Entw. von Schaltanlagen u. Hochspannungsschaltern, spezielle Anwendung der Elektrotechnik in der Montanindustrie. Meßtechnik.Emons, H.-H. / Stock, W.: Nachruf. In: Neue Bergbautechnik (1987) 5; Lauterbach, W.: J. W. In: Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins (2003) 92.Roland Volkmer