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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Wrazidlo, Georg

* 3.6.1917 – ✝ 3.8.1959

Geb. in Gleiwitz (Schles. / Gliwice, Polen); Vater Maschinensteller; kath. Grundschule in Gleiwitz; 1930 – 37 kath. Internatsschule in Neiße, Abitur; 1937 RAD, 1939 Wehrmacht, Okt. 1940 entlassen als Ltn. d. R.; 1941 erneute Einberufung u. 1942 als Oberltn. abkommandiert zum Studium der Med. in Breslau; Aufbau einer Gruppe von NS-Gegnern; Nov. 1944 Verhaftung wg. »Wehrkraftzersetzung«, bis Jan. 1945 U-Haft im Polizeigefängnis Breslau, danach Haft in den KZ Groß-Rosen u. Buchenwald, ab 20.4.1945 Strafbat.; Anf. Mai 1945 freiwillig in amerikan. Kriegsgef., Ende Mai Entlassung. Rückkehr nach Gleiwitz, erfuhr dort, daß seine Mutter u. eine Schwester von sowj. Soldaten erschossen worden sind, der Vater verstorben war u. der Bruder an der Ostfront vermißt wurde; Juli 1945 Hilfsarzt in Breslau; Okt. 1945 Umzug nach Berlin; CDU, in der Jungen Union; Wiederaufnahme des Medizinstud. an der Berliner Univ., Mitbegr. u. Ltr. der »Studentischen Arbeitsgemeinschaft«, in der alle zugelassenen Parteien vertreten waren; legte als Sprecher der Studentenschaft bei der Wiedereröffn. der Berliner Univ. am 29.1.1946 das »Gelöbnis der Studentenschaft« ab; 5.5. 1946 Initiator einer öff. student. Protestaktion gegen kommunist. Symbole an der Univ., anschl. von der Funktion des Ltr. der »Student. Arbeitsgemeinschaft« enthoben; weiterhin aktiv in der student. Selbstverwaltung, enge Kontakte zu amerikan. Hochschuloffizieren; am 13.3.1947 von der sowj. Besatzungsmacht verhaftet, U-Haft in Potsdam u. Berlin-Hohenschönhausen; am 12.12.1948 vom Sowj. Militärtribunal Berlin-Lichtenberg wg. »Spionage« u. »antisowj. Bestrebungen« zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, bis Juli 1950 Haft im Zuchthaus Bautzen, dann wg. Beteiligung an einem Häftlingsaufstand verlegt nach Brandenburg-Görden; 13.10.1956 Begnadigung u. Freilassung; anschl. Fortsetzung des Studiums an der FU Berlin, 1958 med. Staatsexamen; 1958 Bundesverdienstkreuz für bezeugte Verdienste als Hilfsarzt in den Haftanstalten Bautzen u. Brandenburg; gest. durch einen nie aufgeklärten Verkehrsunfall. 30.9.1994 Rehabilitation durch die russ. Generalstaatsanwaltschaft.Rehfeld, W.: G. W. In: Fricke K. W. u. a. (Hrsg.): Opposition u. Widerstand in der DDR. München 2002; Klein, M.: Jugend zwischen den Diktaturen 1945 – 1956. Mainz 1956.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Wulz, Hans

* 1.10.1893 – ✝ 10.12.1975

Geb. in Neubreisach (Elsaß / Neuf-Brisach, Frankreich); Vater Artillerieoffizier u. später Landgerichtsdir.; Volksschule u. Gymnasium, 1912 Abitur; anschl. Fahnenjunker, Offiziersanwärter in Ulm, 1917 Oberltn., Batterieführer, 1919 aus dem Heer ausgeschieden; Studium der Volkswirtschaft an der Univ. Tübingen; 1920 Eintritt in die Reichswehr, Berufsoffizier in München, Erlangen u. Berlin; 1920 Kursant an der Militärturnanstalt Wünsdorf; 1920 – 24 Insp.-Offz. u. Adjutant der Artillerie-Schule Jüterbog; 1924 – 29 Batterie-Chef im Artillerieregiment 2 in Itzehoe; 1929 –34 Lehrer an der Pionierschule in München; 1934 – 36 Abt.-Kdr. im Artillerieregiment 33; 1936 – 42 Referent u. Abt.-Chef beim Heeresamt Berlin; 1939 Oberst; 1942 Kdr. des Artillerieregiments 33; 1942 / 43 Artillerie-Kdr. des IV. Korps bei Stalingrad; Jan. 1943 bei Stalingrad als Generallt. in sowj. Kriegsgef., Antifaschule, Angeh. des Bundes Dt. Offiziere u. des NKFD. Sept. 1948 Entlassung u. Rückkehr nach Dtl., stellv. Schulltr. der Höheren Polizeischule der DVdI; 1951 SED; 1949 zunächst Ltr. der Hauptabt. Schulung, dann Stabschef der HA Grenze u. Bereitschaften der DVdI; 1949 / 50 Stellv. des Ltr. für Allgem. der HV A Berlin; 1950 – 52 Ltr. der Abt. Inspektion beim Stab HV A; 1.10.1952 Generalmajor der KVP; 1952 – 55 Chef der Verw. Artillerie-Versorgung beim Stab der KVP; 1955 / 56 Chef des Standortbereichs Ost-Berlin (Ltr. der Standortkommandantur Berlin (Ost), 1956 – 58 Stadtkommandant von Berlin (Ost); 1958 aus dem aktiven Dienst ausgesch.; Mitgl. des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft ehem. Offiziere.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Wundsch, Hans Helmuth

* 29.9.1887 – ✝ 13.11.1972

Geb. in Lyck (Ostpr. / Ełk, Polen); Vater Berufsoffz.; Gymnasium in Berlin; 1908 – 11 Studium der Naturwiss. in Lausanne, München u. Berlin; Prom. zum Dr. phil. mit einer Diss. zur Parasitenkunde; 1912 – 17 Assistent am Inst. für Fischerei in Berlin-Friedrichshagen; 1917 – 25 Ltr. der Fischereiabt. der Landw. Versuchsstation Münster der Landw.-Kammer u. nebenamtl. Oberfischmstr. für Westf.; 1917 Habil. an der Landw. HS Berlin, 1918 auch an der Univ. Münster; hier Lehrauftrag für Hydrobiol. bis 1925; ab 1925 ord. Prof. für Fischereiwiss. u. Dir. des Fischerei-Inst. der Landw. HS Berlin bzw. der Landw.-Gärtner. Fak. der Univ. Berlin; nebenamtl. Dir. der Preuß. Landesanstalt für Fischerei in Berlin-Friedrichshagen; 1937 aus pol. Gründen in den Ruhestand versetzt; bis 1945 priv. Forschungen. Sommer 1945 für die Wiederaufn. des Lehrbetriebs an der Univ. Berlin u. den Wiederaufbau der Fischwirtschaft auf den Berliner Gewässern als nebenamtl. Dir. des Fischereiamts des Magistrats tätig; bei Neueröffnung der Univ. im Jan. 1946 als ord. Prof. für Fischerei u. Fischzucht bestätigt; 1954 – 56 Dekan der Landw.-Gärtner. Fak. der HU Berlin; wirkte ab 1947 als nebenamtl. Dir. für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Inst. in Berlin-Friedrichshagen; 1951 Gründungsmitgl. der DAL; bis 1958 Dir. des (nunmehrigen) Inst. für Binnenfischerei der DAL; 1953 NP; 1957 Dr. h. c. der HU Berlin; 1962 em. Sek.-Lit.: Schäperclaus, W.: Ein Leben für die Fischerei. H. H. W. zum 70. Geb. (mit Bibl.). Radebeul 1957; Kowalczuk, I.-S.: Geist im Dienste der Macht. Berlin 2003. H. H. W. gilt als Begründer des fischereiwiss. Fachstudiums in Dtl. (ab 1952 an der HU Berlin); er war Hrsg. der Abhandlungen aus der Fischerei (ab 1949), der Ztschr. für Fischerei (ab 1952) u. der Dt. Fischerei-Ztg. (ab 1954); mehr als 200 Publ. zur wiss. Fundierung der Fischereiwiss. als Spezialdisz., u. a.: Fischereikunde (2. Aufl., 1963).Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Wünschmann, Werner

* 31.10.1930

Geb. in Leipzig; Vater Angest.; OS, Abitur; 1948 CDU; 1949 – 59 Lehrer in Leisnig u. Groß Weitzschen (Döbeln, Sachsen); 1949 – 59 u. 1961 – 67 Abg. örtl. Vertr., u. a. stellv. Bürgermstr. von Groß Weitzschen; 1952 – 74 Mitgl. des CDU-Krs.-Vorst.; 1950 FDGB; 1951 Erste Lehrerprüfung, 1953 Zweite Lehrerprüfung, 1957 St.-Ex. als Fachlehrer für Dt.; 1959/60 Doz. an der Zentr. Parteischule der CDU in Burgscheidungen; 1960 – 65 Fernstudium Geschichte an der HU Berlin, Dipl.-Hist.; 1960 Instrukteur, 1961 – 65 Abt.-Ltr. beim Sekr., 1965 – 89 Sekr. des CDU-Hauptvorst.; 1972 – 89 Mitgl. des Präs.; 1967 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1967 – 71 Schriftführer, ab 1971 stellv. Vors. des Aussch. für Kultur; 1969 Studienrat; 1970 – 74 Mitgl. des Zentralvorst. der DSF; 1974 VVO; 1985 Prom. zum Dr. phil. an der PH Potsdam mit einer Diss. zum Verhältnis von Christentum u. Marxismus; 1990 Mitarb. im Min. für Bauwesen.Zur Dtl.-Konzeption der Führung der CDU in der sowj. Besatzungszone 1945 – 47. Berlin 1966; Kulturvoll leben – staatsbewußt handeln. Berlin 1972; Aus christl. Ethik u. Tradition. Berlin 1987.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wüst, Ulrich

* 12.5.1949

Geb. in Magdeburg; Vater Angest.; 1967 Abitur; 1967 – 72 Studium an der HS für Architektur u. Bauwesen in Weimar; dort 1972 Dipl. als Stadtplaner; 1972 Umzug nach Berlin; Stadtplaner beim Magistrat von Berlin, 1977 Abbruch der Berufstätigkeit als Ing.; zunehmende Beschäftigung mit Fotografie; 1979 – 83 Bildred. der Ztschr. »Farbe u. Raum«; 1980 VBK; erste größere Ausstellung in der Galerie im Krs.-Kulturhaus Treptow; seit 1984 freiberufl. Fotograf, Arbeiten für versch. Ztschr., u. a. »Farbe u. Raum«, »Form u. Zweck«, »Bildende Kunst«, »Sonntag«; Beginn größerer Fotoprojekte, u. a. 1979 – 89 »Stadtwanderung«, 1980 – 83 »Stadtbilder«; seit 1983 freischaff. Fotograf; Arbeit für mehrere, später nicht realisierte Buchprojekte des Verlags der Kunst Dresden, u. a. 1984 – 86 (Stipendium der Ges. für Fotografie) »Berliner S-Bahn« u. 1985 – 86 »Jüd. Friedhöfe«. 1991 Stipendium der Stiftung Kulturfonds; Teiln. an nat. u. internat. Fotoausstellungen, u. a. der 2. Fototriennale in Esslingen 1992, »Memento. Positionen zeitgenöss. Kunst«, Prag 1994; 1994 Stipendium der Senatsverw. für kulturelle Angelegenh. Berlin; 1997 Teiln. an der 7th International Biennial of Photography Turin; 1998 Stipendium des Kunstfonds Bonn; lebt in Berlin u. Schönhof (Mecklenb.). Werke: Projekt »Fragmente – Notizen«. 1984 – 86; »Die Pracht der Macht«. 1986 – 90; »Unter südlicher Sonne«. 1988; »Vergangene Zukunft« 1990 – 93; »Nachlass« 1991 – 92.Abschlußball. Kat. Haus am Kleistpark. Berlin 1993; Prenzlauer Berg – Besichtigung einer Legende. Berlin 1994 (mit A. Haeder); Berlin-Mitte. Amsterdam, Dresden 1997; Peripherie als Ort. Das Hellersdorf-Projekt. Stuttgart 1999; Jahresringe: Kunstraum DDR. Dresden 1999; Die ganze Stadt. Stuttgart 2003; geschlossen. Altenburg 2007; Jahrebuch. Nürnberg 2009. Kat. U. W. Galerie Helsingforser Platz Berlin-Friedrichshain, 1986; Trilogie. Galerie vier Berlin, 1991; Flügge, M.: Fassaden-Werk. U. W.: Abschlußball. In: neue bildende Kunst (1993) 1.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Wyschka, Arthur

* 8.1.1894 – ✝ 8.2.1964

Geb. in Weimar; Vater Schlosser u. Werkmstr.; 1900 – 08 Volksschule in Hindenburg (Oberschles.); 1908 – 11 Ausbildung zum Werkzeugschlosser; ab 1911 Schlosser im Ruhrgeb., in Berlin u. Oberschles.; 1914 – 18 Militärdienst (Marine); Mai 1919 KPD; 1919 – 30 DMV, wegen RGO-Tätigkeit ausgeschl.; 1919 – 23 Obmann bzw. Vors. des Betriebsrats des Hüttenwerks sowie Vors. des Gesamtbetriebsrats der A.G. Borsigwerke Hindenburg (Oberschles.); 1923/24 in Polen tätig; 1924 – 33 KPD-Abg. u. 1930 – 33 Mitgl. des Stadtrats von Hindenburg; 1928 – 33 Abg. des Provinziallandtags Oberschles.; ab 1924 Angest. der KPD-BL Gleiwitz; 1924 – 33 Mitgl. der KPD-BL Oberschles.; Org.-Ltr. des Bez., Bez.-Kassierer, Ltr. des Lit.- u. Zeitschriftenvertriebs; 1928 Lehrgang an der zentr. KPD-Parteischule »Rosa-Luxemburg« in Berlin; ab 1930 Verantw. der KPD für die Bez.-Kommunalpol., Verbindungsmann zw. der KPD u. der KP Polens; 1931 drei Mon. Haft wegen Landfriedensbruchs, 1932 wegen »Vorber. zum Hochverrat« angeklagt; 1933 illeg. nach Berlin; April 1933 Verbindungen zu  Walter Ulbricht; Mai 1933 verhaftet, 1933/34 Haft im KZ Esterwegen; 1934 Ltr. des KPD-Bez. Hindenburg (Oberschles.); Febr. 1935 verhaftet, U-Haft in Hindenburg, KZ Lichtenburg, 1937 – 39 KZ Buchenwald; dort Blockältester u. 1938/39 Lagerältester; 1939 – 44 Werkzeugmacher in Berlin; 1939 – 44 DAF; ab 1940 illeg. pol. Arbeit, Kontakte zu Walter Husemann; 1944 verhaftet, 1944/45 KZ Sachsenhausen. 1945/46 Ref. für kommunalpol. Fragen im ZK der KPD; 1946 – 49 Ltr. der Abt. Kommunalpol. im ZS beim ZV der SED (in Parität mit  Hugo Zimmer); 1949 1. Sekr. der diplomat. Mission der DDR in Warschau, teilw. deren Ltr.; 1950 – 52 Mitgl. der BPO der Mission; 1951 3. Missionsrat der Botschaft; 1952 – 55 Ltr. der Konsularabt. in Warschau (Nachf. von Edwin Lesniewski) Mai 1955 Abberufung aus der Funktion des Konsuls bei der DDR-Botschaft in Warschau wg. »Mißbrauch seiner Funktion für die Regelung persönl. Angelegenh.«; danach Abt.-Ltr. im Min. für Ausw. Angelegenh.; Dez. 1963 Banner der Arbeit; gest. in Berlin.van Bergh, H.: ABC der Spione. 1963; Niethammer, L. (Hrsg.): Der »gesäuberte« Antifaschismus. Die SED u. die kommunist. Kapos von Buchenwald. Berlin 1994; Kschieschan, A.: A. W. (1894 – 1964). In: Mielke, S. (Hrsg.): Gewerkschafter in den KZ Oranienburg u. Sachsenhausen. Berlin 2002; Peters, U.: Wer die Hoffnung verliert, hat alles verloren. Kommunist. Widerstand in Buchenwald. Köln 2003.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Zagrodnik, Stephan

* 20.9.1916 – ✝ 30.11.1990

Geb. in Waldau (Krs. Kassel); Vater Kleinbauer; Volksschule; seit 1931 in der Landw. tätig; Wehrmacht. 1945 – 51 Neubauer in Hirschfeld (Krs. Freiberg); 1949 DBD; seit 1952 dort hauptamtl. tätig; 1956/57 Studium am Inst. des ZK der SED zur Ausbildung von Funktionären für die soz. Landw. in Schwerin, staatl. geprüfter Landwirt; 1955 – 60 Sekr. des Bez.-Vorst. Karl-Marx-Stadt der DBD; 1960 – 76 Sekr. für Schulung u. Aufklärung des PV; 1960 – 82 Mitgl. des PV u. seines Präs.; 1960 – 72 Mitgl., dann bis 1977 Vors. des Parteischiedsgerichts; 1963 – 81 Abg. der Volkskammer; 1963 – 76 stellv. Vors. der DBD-Fraktion; Vors. des Aussch. für Land- u. Forstw.; ab 1966 Mitgl. des Landw.-Rats der DDR; 1961 – 67 Mitgl. des Präs. der Liga für Völkerfreundschaft u. des Präs. der Dt.-Afrikan. Ges.; 1965 Mitgl. des Friedensrats; 1974 VVO; 1974 Vize- präs. der Freundschaftsges. DDR – Nordeuropa; Nov. 1976 Ausscheiden aus der hauptamtl. Funktion aus gesundheitl. Gründen.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Zaisser, Elisabeth

* 16.11.1898 – ✝ 15.12.1987

Geb. in Essen; Vater Güterexpedient; 1905 – 08 Kath. Volksschule, 1908 – 15 Höhere Mädchenschule u. 1915 – 18 Oberlyzeum; 1919 Lehramtsprüfung; 1919/20 Lehrerin an Essener Volksschulen; 1920 – 22 Lehrerin an der Höheren Privatschule in Essen; 1921 Freie Lehrergewerkschaft; 1922 Entlassung aus dem Schuldienst; Eheschließung mit  Wilhelm Zaisser; 1922 – 32 Hausfrau; 1926 Übersiedlung mit ihrem Mann nach Berlin; KPD; 1927 erneut in Essen; 1928 Übersiedl. zu ihrem Mann nach Mukden in China; 1930 viermonatiger Aufenthalt in Moskau; 1930 – 32 Parteiarbeit im UB Berlin-Köpenick der KPD; 1.4.1932 Übersiedl. nach Moskau; 1.9.1932/ 33 Lehrerin an der Karl-Liebknecht-Schu- le; 1932 – Juni 1935 Abendstudium an der KUNMZ; dort gleichz. Doz. für Dt. u. Geogr.; 1934 – 46 Doz. für dt. Sprache am Moskauer Staatl. Pädagog. Inst.; dort weitere Studien u. Aspirantur; Red. u. Rezensent im Moskauer Verlag für Lehrbücher; Mitarb. bei der Aufstellung von staatl. Hochschulprogrammen; 1934 – 37 Doz. für dt. Sprache am Inst. der Roten Professur; 1938 Ltr. des Lehrstuhls für dt. Philol. am Pädag. Inst. für Fremdsprachen in Gorki; 1939 – 41 Ltr. des Lehrstuhls für Dt. Sprache an den Übersetzerkursen beim ZK der KPdSU; seit 1939 Autorin von Lehrbüchern für dt. Sprache u. Grammatik; 1940 sowj. Staatsbürgerschaft; 1941 – Febr. 1942 u. 1944 – 47 Oberlehrerin u. Ltr. des Absolventenkurses am Militärinst. für Fremdsprachen der Roten Armee; Anf. Okt. 1941 – Herbst 1942 Evakuierung, Stawropol u. Engels; 1942/ 43 fünf Mon. Übersetzerin beim Staatl. Rundfunkkomitee. Okt. 1947 Rückkehr nach Dtl.; März 1948 SED; Doz. an der ABF u. Lehrbeauftr. für sowj. Lit. an der MLU Halle; Okt. 1949 Berufung als Prof. für Sowjetpädagogik u. Methodik des Russ.-Unterichts an der TH Dresden; 1.1.1950 Dir. des Dt. Pädagog. ZI in Berlin u. Hrsg. der Ztschr. »Pädagogik«; 1950 – 54 Abg. der Volkskammer u. Mitgl. des Bundesvorst. des DFD; Dez. 1950 Staatssekr. im Min. für Volksbildung; Juli 1952 – Okt. 1953 Ministerin für Volksbildung (Nachf. von  Paul Wandel), im Zusammenhang mit der Wilhelm-Zaisser – Rudolf-Herrnstadt-Affäre auf eigenen Wunsch Ausscheiden aus der Funktion; Dez. 1953 VdN; Lektorin im Verlag Volk u. Welt; danach bis 1983 freischaff. Übersetzerin; 1978 Ehrenspange zum VVO; 1983 VVO.Müller-Enbergs, H., Otto, W.: Wilhelm Zaisser: Spanienkämpfer – MfS-Chef – Unperson. Berlin 2009; Klein, Th.: »Für die Einheit u. Reinheit der Partei«. Köln 2002; Uhlig, C.: »Es gäbe hierzu viel zu berichten«. Berlin 2003.Peter Erler / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Zaschke, Horst

* 23.10.1938

Geb. in Zautig (Krs. Tetschen, ČSR / Děčín, Tschechien); Vater Schuhmacher; 1945 – 53 Grundschule Rotha; 1957 Abitur an der EOS Sangerhausen; 1958 – 63 Studium der Chemie an der MLU Halle, Dipl.-Chemiker; 1962 SED; 1963 – 65 hauptamtl. Sekr. der FDJ-KL Halle; 1965 – 69 Ass. am Inst. für Chemie der MLU Halle, 1969 Prom. mit einer Studie zur »Synthese von kristallin-flüssigen 2,5-disubstituierten Pyrimidinen« bei H. Schubert; 1969 – 78 dort Oberass.; 1975 Zusatzstudium an der Lomonossow-Univ. Moskau; 1977 Diss. B mit der Arbeit »Phenylazine – Neue kristallinflüssige Strukturtypen«; 1978 Doz., 1982 ord. Prof. für organ. Chemie, 1984 – 88 Dir. der Sektion Chemie, 1988 – 90 Rektor der MLU Halle-Wittenberg (Nachf. von  Werner Isbaner), 1990 abberufen u. aus dem Hochschuldienst ausgeschieden. Gründung eines Unternehmens für Spezial- u. Feinchemikalien in Leuna; lebt in Halle. Forschungen insb. auf dem Gebiet der Synthesechemie; die von Z. u. seiner Arbeitsgr. mit großem Erfolg betriebene Entw. spezieller Flüssigkristalle hat zu zahlr. optoelektron. Anwendungen, u. a. bei Displays, geführt.Flüssige Kristalle in Tabellen. Leipzig 1984 (mit D. Demus).Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Zeh, Klaus

* 16.11.1952

Geb. in Leipzig; 1959 – 67 POS; 1967 – 71 EOS, Abitur; 1971 – 75 Studium der Informationstechnik an der TU Dresden; 1975 – 78 Lehrer für Rechentechnik bei Robotron Leipzig; 1978 / 79 Zusatzstudium Ingenieurpäd.; 1979 – 82 Entwurfsing. für Mikrochips im Funkwerk Erfurt; 1979 – 83 Fernkurs Theol.; 1982 – 90 Problemanalytiker im VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt; 1985 – 89 außerplanmäßige Aspirantur an der AdW in Dresden, 1990 Prom. zum Dr.-Ing. an der TU Dresden; 1990 stellv. Bundesvors. u. Vors. des Landesverb. Thüringen des DA; 1990 – 92 stellv. CDU-Landesvors. Thür. Seit Okt. 1990 Mitgl. des Thür. Landtags; 1990 – 94 Minister für Finanzen des Freistaats Thüringen; seit 1992 Mitgl. des CDU-Landesvorst. Thür.; ab 1993 Vors. des CDU-Kreisvorst. Nordhausen; 1994 – 99 Mitgl. des Kuratoriums der Thür. Landeszentrale für polit. Bildung; 1996 – 2000 Schatzmeister des CDU-Landesverb.; seit 1999 Mitgl. des Stadtrats Nordhausen, 1999 – 2003 dort stellv. Vors. der CDU-Frakt.; 2001 – 03 CDU-Landesgeschäftsf.; 2003 – 08 Minister für Soziales, Familie u. Gesundheit (Nachf. von Frank-Michael Pietzsch), Mai 2008 – 09 Chef der Staatskanzlei u. Minister für Bundes- u. Europaangelegenh. des Freistaats Thüringen; seit Nov. 2009 stellv. Vors. der CDU-Frakt. im Thür. Landtag.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Zeidler, Eberhard

* 6.10.1940

Geb. in Leipzig; 1959 Abitur; anschl. Studium der Math. u. Physik an der KMU Leipzig, 1961 Zwangsexmatrikulation aus polit. Gründen u. Tätigkeit als Transportarbeiter; NVA; 1964 Wiederaufnahme des Studiums an der KMU, dort 1967 Prom. »Über eine Klasse nichtlinearer singulärer Randwertaufgaben der Funktionentheorie mit Symmetrieverhalten« bei  Herbert Beckert; 1970 Habil.; seit 1974 Prof. für Analysis an der Univ. Leipzig. 1994 Mitgl. der Leopoldina; 1995 zus. mit Jürgen Jost u. Stefan Müller Gründungsdir. u. bis 2005 Dir. des Max-Planck-Inst. für Math. in den Naturwiss. in Leipzig; 2006 Alfried Krupp Wissenschaftspreis der Alfried Krupp von Bohlen u. Halbach-Stiftung für sein wiss. Lebenswerk; lebt in Leipzig. Arbeitsgebiete: Analysis; Mitbegr. des Forschungsgebiets der nichtlinearen Funktionalanalysis; außerdem Arbeiten zur Anwendung mathemat. Theorien in den Naturwiss.; Arbeiten zur Quantenfeldtheorie.Beiträge zur Theorie u. Praxis freier Randwertaufgaben: funktionalanalyt. Untersuchungen über eine Klasse nichtlinearer hydrodynam. Probleme. Berlin 1971; Vorlesungen über nichtlineare Funktionalanalysis. 3 Bände, Leipzig 1976 – 1978; Nonlinear Functional Analysis and its Applications. 5 Bände, New York 1984 – 1990; Applied Functional Analysis. 2 Bände, Heidelberg 1995; Teubner-Taschenbuch der Mathematik. Stuttgart 2003 (Hrsg.); Oxford User's Guide to Mathematics. Oxford 2004; Quantum Field Theory: A Bridge between Mathematicians and Physicists: vol. I Basics in Mathematics and Physics. Heidelberg 2006, vol. II Quantum Electrodynamics. Heidelberg 2008 (6 Bände geplant). Beckert, H. / Schumann, H. (Hrsg.): 100 Jahre Mathemat. Seminar der Karl-Marx-Universität Leipzig. Berlin 1981; Jost, J. / Müller, St. / Zeidler, E.: A new Max Planck Institute for Mathematics in the Sciences in Leipzig. In: Notices of the AMS (American Mathematical Society), Vol. 43, No. 10 (October 1996).Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Zeiseweis, Kurt

* 2.5.1937

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; 1955 Abitur; 1.8.1955 Eintritt in das MfS; 1955/1956 Mitarb. der Abt. VIII der BV Berlin (zuständig für Beobachtung u. Ermittlung); 1956 – 58 Besuch der HS des MfS in Potsdam-Eiche; 1958 – 83 stellv. Abt.-Ltr. in der Abt. XX der BV Berlin; 1962 – 66 Fernstudium der Kriminalistik an der HU Berlin; 1983 – 86 Ltr. der Krs.-Dienststelle Treptow; 1986 bis Frühjahr 1989 stellv. Operativ in der BV Berlin, dann bis 31.3.1990 stellv. Ltr. der Abt. Geheimnisschutz; April – Aug. 1990 Mitarb. im Komitee zur Auflösung des MfS/AfNS. Seit 1991 Teiln. an versch. Gesprächskrs. u. öffentl. Foren mit Pers., die Gegenstand operativer Maßn. d. MfS waren; Jan. 1991 Umschul. u. Tätigkeit in einem Baubetrieb als Arbeitsvorbereiter; arbeitslos; nach 1994 Verkäufer; Ruhestand; lebt in Berlin.Worst, A.: Das Ende eines Geheimdienstes. Berlin 1991; Süß, W.: Staatssicherheit am Ende. Berlin 1999.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wrobel, Gustav

* 1904 – ✝ 1938

Geboren 1904 in Hagen, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Schlosser und war dann Metallarbeiter. Er trat 1922 in die KJD ein und wurde 1925 Mitglied der KPD. Ende der zwanziger Jahre wurde Wrobel hauptamtlicher Funktionär, Mitglied der BL Niederrhein in Düsseldorf, zeitweise auch im zentralen AM-Apparat tätig (Pseudonym Emil Stölzer). Ab 1933 illegale Widerstandsarbeit in Deutschland, 1934 Emigration in die Tschechoslowakei, in der Grenzarbeit für die KPD eingesetzt. Im Januar 1936 wurde er in die Sowjetunion kommandiert und arbeitete dort kurze Zeit im Komintern-Apparat. Gustav Wrobel wurde im April 1938 vom NKWD verhaftet und soll noch im gleichen Jahr erschossen worden sein.

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Wunderlich, Gert

* 18.11.1933

Geb. in Leipzig; 1948 – 51 Lehre als Schriftsetzer; 1953 – 58 Stud. an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig bei  Albert Kapr, Oskar Zech u. Otto Erler; 1958 – 60 Buchgestalter in der Druckerei Fortschritt, Erfurt; 1959 VBK; seit 1960 freischaff.; 1964 Sekr. der Internat. Buchkunstausstellung (IBA) Leipzig; seit 1966 Teiln. an Plakatbiennalen in Warschau, Brno, Mons, Lahti, u. a.; 1966 Aspirantur an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, 1971 Doz., 1979 Prof. mit künstler. Lehrtätigkeit, 1979 – 94 Ltr. der Fachrichtung Buchgestaltung / Gebrauchsgrafik (bis 1999 der Fachklasse für Buchgestaltung, Typografie, Plakat); 1971 Mitgl. des Bundes Dt. Buchkünstler (Offenbach a. M.); 1976 Kunstpreis der DDR; 1977 u. 1989 Goldmed. der IBA; 1979 Gutenberg-Preis; 1982 Vors. des ICOGRADA-Komitees (International Council of Graphic Design Associations) der DDR; Ausstellungen 1985 »L’image des mots« in Paris u. 1989 »Self-Image« in Jerusalem; 1986 NP; 1988 / 89 Gastdoz. an der Akad. für Kunst u. Design Beijng; Gesamtgestaltung von Büchern, Plakaten, Entwurf u. Zeichnung von Druckschriften (»Maxima«, 26 Versionen); zahlr. Auszeichnungen »Schönste Bücher«, »Schönste Buchumschläge«, »Beste Plakate«. 1992 Berufung zum Prof. (nach bundesdt. Recht) an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, 1999 em.; 1998 Goldmed. der XI. Biennale Gebrauchsgrafik in Brno u. Walter-Tiemann-Oeuvre-Preis; 2004 »Bestes Design« für Bücher u. Ausstellungskat. zur XXI. Biennale Graphic Design Brno; lebt in Leipzig. Buchgestaltung: Schifner, K.: Otto Pankok. Dresden 1963; Wegbereiter – 25 Künstler der DDR. Dresden 1976; Büttner, H. u. Meißner, G.: Bürgerhäuser in Europa. Leipzig 1980; George, M.: Max Schwimmer. Dresden 1981; Brühl, G.: Herwarth Walden und DER STURM (mit Sonja Wunderlich). Leipzig 1983; Schönemann, H.: Wolfgang Mattheuer. Leipzig 1988; Meißner, G.: Werner Tübke. Leipzig 1989; Büchergilde Gutenberg, Frkf. a. M.: Artaud, A.: Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft. (Büchergilde Gutenberg) Frankfurt (Main) 1998; Herfurth, E., G. W.: Von Affe bis Zebra. Das Tieralphabet. München 2001; Faber & Faber Leipzig: Reihe »Graphische Blätter«. Leipzig 2001 – 04. Plakate: »Tod jedem Faschismus!«, Thomas-Mann-Ehrung der DDR (1975); 50. Jahrestag der ASSO (1978); »hochrüsten-totrüsten« (1982); »Jan Tschichold«, 100. Geb. (2002).Bergner, W.: Die Gebrauchsgrafiker Sonja u. G. W. In: Bildende Kunst (1980) 6; Kapr, A.: G. W. In: novum gebrauchsgraphik, München (1981) 7; Von zart bis extrafett –Typo-Grafik von G. W. 1957 – 1998. Leipzig 1998; Überklebt. Plakate aus der DDR. Schwerin 2007.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

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Wünsche, Harry

* 8.5.1929 – ✝ 3.5.2008

Geb. in Plauen als Sohn eines Angestellten, Volks- u. Oberschule, Abitur, 1946 Mitbegr. der FDJ in Chemnitz, März-Sept. 1946 CDU, ab 1947 SED; 1947 – 49 Lehrer an Oberschulen in Chemnitz, 1949 / 50 stellv. Dir. am Seminar für soziale Frauenberufe in Chemnitz; Studium der Rechtswiss. an der MLU Halle; 1950 – 52 Ass. an der DASR Potsdam-Babelsberg, 1952 dort Staatsexamen, 1952 – 54 Oberass., 1956 Prom. zum Dr. jur., 1954 – 61 dort Doz.; 1961 / 62 1. Sekr. bzw. Botschaftsrat in der UdSSR, 1962 / 63 Rat an der Botschaft in Moskau bzw. im MfAA; 1964 / 65 Doz., 1965 Habil., 1966 / 67 Prof. für Völkerrecht an der ASR, Ltr. des Lehrstuhls Internat. Org.- u. Vertragsrecht; 1968 – 71 Ltr. der Abt. Analyse, Prognose u. Planung im MfAA; ab 1971 Prof. für Völkerrecht / Recht der internat. Org. am Inst. für Internat. Beziehungen der ASR; 1954 – 60 Vizepräs. der Dt. Liga für die Vereinten Nationen; 1965 – 67 Generalsekr., 1967 – 70 Vizepräs., 1970 – 90 Präs. der Gesell. für Völkerrecht der DDR. Ab 1994 Vors. des Kuratoriums Stiftung West-Östl. Begegnungen, zuletzt Ehrenvors.Andreas Herbst

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Wurm, Christoph

* 8.8.1891 – ✝ 1939

Geboren am 8. August 1891 in Offenbach/M., Sohn eines bekannten Sozialisten; besuchte die Reformschule, das Technikum und die Hochschule und absolvierte eine Drechslerlehre. 1905 trat er in die Arbeiterjugend, 1908 in die SPD ein. Wurm arbeitete an sozialdemokratischen Parteizeitungen und hatte während des Weltkrieges Verbindung zur Spartakusgruppe. 1917 Mitglied der USPD, war er 1918/19 einer der Führer des Roten Soldatenbundes und nahm als dessen Delegierter am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 teil. Er hatte die militärische Gesamtleitung des Januaraufstandes und betätigte sich anschließend illegal für den Roten Soldatenbund in Berlin und anderen Städten, damals einer der wichtigsten Mitarbeiter der Zentrale. Nach dem II. Heidelberger Parteitag 1919 kam Wurm in die Schulungsarbeit und war hauptamtlicher Wanderredner für die KPD. Bei der März-Aktion 1921 Beauftragter der Zentrale für Mitteldeutschland, wurde 1923 Oberleiter für die Bezirke Ostpreußen und Danzig. Als Anhänger der Mittelgruppe nach dem IX. Frankfurter Parteitag 1924 aus dem deutschen Parteiapparat entfernt, ging er im Auftrag der Komintern als Redakteur zur Wiener »Roten Fahne«. Am 24.September 1924 zusammen mit Walter Ulbricht in Wien verhaftet und nach Verbüßung einer kurzen Gefängnisstrafe abgeschoben. Bis 1929 im Komintern-Apparat zunächst als Referent, zuletzt als Leiter der Informationsabteilung tätig. Nach der Reorganisation der Komintern nach dem X. EKKI-Plenum wurde deren Informationsabteilung aufgelöst und Wurm kehrte im November 1929 nach Deutschland zurück. Gemeinsam mit Erich Kunik leitete er die Informationsabteilung des ZK der KPD. Während der Auseinandersetzungen mit Neumann-Remmele stand Wurm auf seiten von Ernst Thälmann und wurde im Sekretariat des ZK vor allem für theoretische Fragen eingesetzt. Bis Juli 1934 Mitarbeiter der LL in Berlin, emigrierte dann nach Prag und später nach Paris. Ende April 1935 wieder in der Sowjetunion, Lektor, anschließend Leiter des deutschen Sektors an der Internationalen Leninschule. In der bedrükkenden Atmosphäre der Moskauer Säuberungen erlitt er 1937 einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Kurz nach Kriegsausbruch, im September 1939, starb Christoph Wurm nach einem zweiten Schlaganfall. Seine Lebensgefährtin Hedwig Linke (*23. 2. 1899 – † 1. 3. 1976), Schneiderin und Kontoristin, seit 1919 KPD, führte gemeinsam mit ihrem ersten Mann, Karl Prinz, illegale Aktionen durch, deshalb 1924 zeitweise inhaftiert. Anfang 1925 nach Moskau geschickt, bis 1929 Archivarin im Dokumentararchiv des EKKI, nach Aussagen von Ruth von Mayenburg auch Sekretärin von Richard Sorge, arbeitete eng mit der 4.Abteilung der GRU zusammen. Seit der Trennung von Karl Prinz 1927 Lebensgemeinschaft mit Christoph Wurm, mit dem sie Ende 1929 nach Deutschland zurückkehrte. Im April 1935 wieder in die Sowjetunion, erneut im Komintern-Apparat tätig. Im Juli 1945 nach Berlin, bis Januar 1947 Leiterin des Amtes für Wirtschaftshilfe beim Magistrat. Anschließend Chefsekretärin von Rudolf Herrnstadt bei der »Berliner Zeitung«, sie erhielt 1969 den VVO in Gold.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wuttke, Franz

* 26.11.1899 – ✝ 14.10.1973

Geboren am 26. November 1899 in Olesno/ Oberschlesien; wurde Heizer und war von 1917 bis 1918 Soldat. Er trat 1923 in die KPD ein, war 1924 kurz inhaftiert und gehörte ab 1928 als hauptamtlicher Funktionär der BL Oberschlesien an. Von 1930 bis 1933 in der RGO aktiv und 1932 Orgleiter für Oberschlesien, Stadtverordneter in Hindenburg. Im Juli 1933 Emigration in die ?CSR, dort Leiter des KPD-Grenzstützpunkts Mährisch-Ostrau. Bis 1938 war Wuttke für die Anleitung des Widerstands in Schlesien verantwortlich (Deckname Peter Rudolf), dann Emigration nach Großbritannien. Bis Februar 1945 Mitglied der KPD-Landesgruppe, danach an die polnische Emigration überwiesen und bis Dezember 1945 Sekretär der Parteigruppe der polnischen Arbeiterpartei in Leeds. 1946 ging er zurück nach Oberschlesien, wurde Direktor eines Betriebs und Parteisekretär der polnischen Kommunisten, Stadtverordneter in Zabrze. Dort starb Franz (Franciszek) Wuttke am 14. Oktober 1973.

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Wyschofsky, Günther

* 8.5.1929

Geb. in Bischofswerda (Sachsen); Vater Konditor, Mutter Glasmacherin; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Laborant u. Drogist in Bautzen u. Bischofswerda. 1945/46 KPD/SED; 1946 – 48 ABF Halle; 1948 – 51 Chemiestudium an der TH Dresden u. der Univ. Leipzig, Dipl.-Chemiker; 1951 – 53 Betriebschemiker u. Ltr. des Forschungslabors im VEB Plaste Espenhain, 1953 – 55 Instrukteur, 1955 – 57 Sektorenltr. Sektor Chemie der Abt. Grundstoffindustrie im ZK der SED; 1957/58 Studium an der PHS; 1958/59 stellv. Ltr. der Abt. Bergbau, Kohle, Energie u. Chemie; 1959 – 62 Ltr. der Abt. Grundstoffindustrie des ZK der SED (Nachf. von  Berthold Handwerker); 1960 VVO; 1962 – 65 Stellv. des Vors. der SPK; 1964 Banner der Arbeit; 1965/66 Ltr. der Abt. Chemieplanung in der SPK; ab 1963 Kand., ab 1964 Mitgl. des ZK der SED; Mai 1966 – Nov. 1989 Minister für chem. Industrie (Nachf. von Siegbert Löschau); 1970 VVO; Vors. der ständ. Kommission des RGW für chem. Industrie; 1979 VVO; 1984 Dr. rer. nat. h. c. (THC Leuna-Merseburg) u. Ehrenspange zum VVO; 1989 KMO; 1990 Vorruhestand; lebt in Bischofswerda.Die chemische Industrie. Berlin 1959; Zusammenarbeit mit der Intelligenz. Berlin 1961; Die chem. Industrie der DDR. Berlin 1964; Fragen an einen Zeitzeugen. Berlin 2004. Es gab keine Macht gegen die Macht. Interview mit G. W. In: Pirker, Th. u. a.: Der Plan als Befehl u. Fiktion. Opladen 1995.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Zahn, Alfred Franz

* 17.8.1903 – ✝ 14.4.1972

Geb. in Hamburg; Vater Maschinist, Mutter Dienstmädchen; 1910 – 18 Volksschule in Hamburg, 1918 – 21 Lehrerseminar in Havelberg; Nov. 1919 KPD Hamburg (Spartakusbund); 1920 Erste Lehrerprüfung, 1921 Lehrerseminar abgebrochen; 1921 – 23 techn. Sekr. der KPD Hamburg; Mitgl. der KJV-BL Wasserkante, Ressort Bildung; Ltr. der in der »Hamburger Volksztg.« erscheinenden Jugendbeilage »Der Stürmer«; Okt. 1923 Teiln. am Hamburger Aufstand; steckbrieflich gesucht; illeg. in Kassel, Halle, Berlin u. Staaken; 1924 Mitarb. der KPD-Wahlkampfztg. »Die Laterne« (Berlin-Spandau); Mai 1924 in die UdSSR; 1924 – 27 WKP (B); in Melitopol (Ukraine), dann in Prischib (Molotschansk) u. Odessa; Englischlehrer an der dt. Schule u. Kursant der KPdSU-Schule der nat. Minderheiten; in Cherson Inspektor am Volksbildungskommissariat für nat. Minderheiten; 1925 – 27 in Moskau Mitarb. im EK der IRH, Ltr. des Pressebüros u. verantw. Red. der Funktionärsztschr. MOPR (IRH-Organ); 1927 Rückkehr nach Dtl.; in Hamburg-Bramfeld hauptamtl. Dtl.-Korrespondent der Moskauer Eisenbahnerztg. »Goudok«; daneben Theater- u. Filmkritiker der »Hamburger Volksztg.«; Abt.-Ltr. im RFB Hamburg; Angest., dann Geschäftsf. der Zweigstelle Hamburg der sowj. Handels-Ges. »Centrosojus«; bis 1932 Mitarb. der Hamburger Filiale der »Garantie u. Kreditbank für den Osten«; arbeitslos; Ltr. eines pol. Antiquariats mit einem Ztschr.-Leihzirkel; 1932 Mitarb. der KPD-Paßzentr. Berlin; Mai 1933 verhaftet u. vom VGH wegen »Vorber. zum Hochverrat« u. Urkundenfälschung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, 1933 – 35 Haft in Plötzensee, Hamburg u. Wolfenbüttel; 1935 nach Frankreich (Paris) emigriert; Fotograf; journalist. Mitarb. beim »Komitee für Recht u. Freiheit in Dtl.«, Ltr. der Presse- u. Prop.-Arbeit des Komitees für Recht u. Frieden (Nachf. von  Michael Tschesno-Hell); Mitarb. am Buch »Blut u. Ehre«; 1937 aus Dtl. ausgebürgert; Mitarb. am Freiheitssender 29,8; Sept. 1939 in Paris verhaftet, U-Haft in der Santé (Paris), 1939 – 41 in Le Vernet u. Les Milles interniert; 1941 Emigr. in die USA; 1941/42 Arbeiter in einer chem. Fabrik u. einer Hefefabrik in New York; 1943 – 45 Red. der Ztg. »German American«; 1946/47 Chefred. von »Germany Today«. Dez. 1946 Rückkehr nach Dtl.; zunächst in einem amerik. Lager in Ludwigsburg; Jan. 1947 in Berlin; 1947 Lektor an der PHS Liebenwalde, erster Lehrgang für Journalisten; 1947 – 49 Rundfunkintendant des Landessenders Schwerin; 1949 – 53 Programmdir., dann Chef der Hauptnachrichten b. Berliner Rundf.; Chefred. der Ztschr. »Unser Rundfunk«; 1953 Chef vom Dienst bei ADN, Berlin; 1954 u. 1956/57 stellv. Chefred. »Magazin«; 1954 – 56 Chefred. des Kongress-Verlags u. der dort ersch. Monatsztschr. »Der Reporter« (Nachf. von  Georg F. Alexan); 1957/58 stellv. Chefred. der »NBI«; 1958/59 Red. beim Dietz Verlag in Berlin für d. Ztschr. »Probleme des Friedens u. des Soz.«; ab 1958 Ltr. der Arab. Red. bei Radio Berlin International; 1959 VVO; 1961 – 62 Ltr. des Überseeprogramms, 1962 – 68 Ltr. des Pressearchivs u. der Bibliothek des Staatl. Rundfunkkomitees; 1968 Rentner; gest. in Berlin.Atom – Tod oder Segen. Berlin 1955.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zaisser, Elisabeth

* 16.11.1898 – ✝ 15.12.1987

Geboren am 16. November 1898 in Essen als Elisabeth Knipp, Tochter eines Kaufmanns; besuchte nach der katholischen höheren Mädchenschule ein Oberlyzeum, 1919 Lehramtsprüfung, anschließend Lehrerin in Essen. 1922 heiratete sie Wilhelm Zaisser, am 22. April 1924 wurde Tochter Renate geboren. 1926 Mitglied der KPD, sie ging mit ihrem Mann nach Berlin, dort führend in der KPD-Frauenarbeit. 1928 folgte sie Zaisser in die Sowjetunion, später nach China, kehrte nach einiger Zeit aber wieder nach Deutschland zurück, ehrenamtliche Funktionärin in Berlin. Anfang April 1932 erneute Übersiedlung in die Sowjetunion, zunächst Lehrerin an der Karl-Liebknecht-Schule in Moskau, später Dozentin an der KUNMS. Ab 1934 Lehrtätigkeit an Instituten und Parteischulen des ZK der KPdSU. Anfang Oktober 1941 nach Stawropol bzw. nach Engels evakuiert, im Herbst 1942 konnte sie nach Moskau zurück und arbeitete als Lehrerin und Übersetzerin sowie Autorin von Lehrbüchern für deutsche Sprache. Im Oktober 1947 wieder in Deutschland, Mitglied der SED, Dozentin an der Universität Halle-Wittenberg. 1950 Direktorin des Deutschen Pädagogischen Zentralinstituts, ab Dezember 1950 Staatssekretärin im Ministerium für Volksbildung. Else Zaisser übernahm im Juli 1952 als Nachfolgerin von Paul Wandel das Ministerium für Volksbildung. Sie trat jedoch im Zusammenhang mit der Zaisser-Herrnstadt-Affäre im Oktober 1953 »auf eigenen Wunsch« zurück. Danach Lektorin im Verlag Volk und Wissen und bis 1983 freischaffende Übersetzerin. Sie erhielt 1978 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Else Zaisser starb am 15. Dezember 1987 in Ost-Berlin.Peter Erler / Helmut Müller-Enbergs

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Zaunick, Rudolph

* 26.8.1893 – ✝ 13.11.1967

Geb. in Dresden; Vater Sattlermstr.; 1913 Abitur; 1913 – 20 Studium der Chemie, Mineral., Geol., Botanik u. Zool. an der TH Dresden u. der Univ. Leipzig, unterbrochen durch Militärdienst u. Lehrervertr.; 1918 Prom. an der Univ. Königsberg; 1920 Lehramtsprüfung an der Univ. Leipzig; anschl. bis 1945 im Schuldienst; ab 1923 Studienrat an der Oberrealschule Dresden-Johannstadt; 1927 Habil. für Geschichte der biolog. Wiss. an der TH Dresden; danach Privatdoz.; 1932 Mitgl. der Leopoldina; 1954 – 66 Dir. Ephemeridum; 1934 nichtbeamteter a. o. Prof., 1940 – 45 außerplanm. Prof. für Geschichte der Naturwiss. der TH Dresden. 1947 – 52 freier Mitarb. in der chem. Fabrik Heyden in Radebeul; 1952 – 60 ord. Prof. für Geschichte u. Dokumentation der Naturwiss. der MLU Halle; 1956 – 62 Gastprof. für Geschichte der Med. an der Med. Akad. Dresden; 1960 Korr. u. 1963 Ord. Mitgl. der Académie Internationale d’Histoire des Sciences zu Paris; 1963 Dr. med. h. c. Univ. Halle-Wittenberg; 1965 Mitgl. der International Academy of the History of Medicine London; Mithrsg. u. Schriftltr. von wissenschaftshist. Ztschr. u. Schriftenreihen; gest. in Pirna. Arbeitsgebiete: Geschichte der Naturwiss., bes. Biol. u. Med.; Biogr. bedeutender Naturforscher (Carl G. Carus, Alexander von Humboldt, Lorenz Oken, Georg Forberger); Mitarb. an Johann C. Poggendorffs Biogr.-liter. Handwörterbuch der exakten Naturwiss.Bibl. der Veröff. von R. Z., Teil I (1911 – 58, zusammengest. von Hilde Z.). Halle 1958; Teil II (1958 – 67, zusammengest. von Hilde Z.). Halle 1968; Teil III (Nachtrag u. Ergänzungen, bearbeitet von H.-T. Koch). Merseburg 1981.Michael Kaasch

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Zehm, Günter

* 12.10.1934

Geb. in Crimmitschau (Sachsen); Abitur; nach dem Studium der Journalistik u. der Philos. in Leipzig Schüler u. Assistent  Ernst Blochs; 1956 Versetzung als Assistent an die FSU Jena; SED; 1957 wegen Gründung einer inoffiz. »Jenaer Philosoph. Studentenges.« zunächst Ausschl. aus der SED u. Entlassung von der Univ., dann Verhaftung wegen eines stalinismuskrit. Manuskripts, Verurteilung zu vier Jahren Zuchthaus, Dez. 1960 amnestiert; Flucht in die Bundesrep. Dtl.; beendete sein Studium in Frankfurt (Main) u. promovierte über Jean-Paul Sartre; Mitarb., 1963 Red. u. 1977 – 89 stellv. Chefred. der Ztg. »Die Welt«. 1990 Doz. u. ab 1993 Honorarprof. an der FSU Jena; 2000/01 kontroverse Debatte wg. seines Engagements für rechtsextreme Org.; seit 1995 Kolumnist der rechtsgerichteten Wochenztg. »Junge Freiheit«.Pankraz u. der grüne Heinrich. 1981; Pankraz u. der gesunde Menschenverstand. 1988; Pankraz u. die gesträubte Feder. 1999; Das Böse u. die Gerechten. Schnellroda 2005; War Platon in Asien? Schnellroda 2008; Gesunder Menschenverstand. Schnellroda 2009. Herzberg, G.: Abhängigkeit u. Verstrickung. Berlin 1996.Siegmar Faust

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Zeigner, Erich

* 17.2.1886 – ✝ 5.4.1949

Geb. in Erfurt; Vater kfm. Angest.; dort Volksschule, 1896 – 1905 Höhere Bürgerschule u. Petri-Realgymnasium in Leipzig; 1905 – 08 Studium der Rechtswiss. u. Volkswirtschaft in Leipzig; 1908 Erste jur. Staatsprüfung; 1909 SPD; 1908 – 13 Referendar u. a. in Leipzig u. Chemnitz; 1913 Zweite jur. Staatsprüfung u. 10.7.1913 Prom. zum Dr. jur.; dann Assessor in Leipzig; 1915 Übernahme in den Staatsdienst; 1917/18 Militärdienst; 1918 Staatsanwalt in Leipzig; 1919 SPD; 1919 Richter am Landgericht Leipzig; 1921 – 23 Justizmin. in Sachsen; 1922/23 Mitgl. des Sächs. Landtags; 21.3. – 10.10.1923 Min.-Präs. der sächs. Arbeiterreg., abgesetzt durch Reichspräsident Friedrich Ebert; 21.11.1923 wg. angebl. Bestechlichkeit festgenommen, Frühj. 1924 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt u. in Bautzen inhaftiert, Aug. 1925 auf Bewährung entlassen; 1925 – 28 Lehrer an der Bundesschule des Arbeiter-Turn-u. -Sportbunds Leipzig; 1928 – 33 Journalist bei sozialdemokrat. Presseorganen in Chemnitz, Dresden, Zwickau u. Ltr. einer jur. Beratungsstelle der SPD in Leipzig; 1933 Berufsverbot; wegen illeg. Arbeit 1934/35 inhaftiert, freigesprochen, 1939 abermals kurzztg. inhaftiert; 1935 – 39 Gelegenheitsarb.; 1939 – 44 kfm. Angest. in Leipzig; Aug. 1944 – Mai 1945 KZ Buchenwald. Juni/Juli 1945 Rechtsrat am Kulturamt des Rats der Stadt Leipzig; 16.7.1945 – 5.4.1949 von der SMA Leipzig als OB von Leipzig eingesetzt; 1945 Mitgl. des erweiterten Bez.-Aussch. der SPD; 1946 Mitgl. der Zentr. Programmkommission zur Vorber. der Vereinigung von SPD u. KPD; Mitgl. des sächs. Landes- u. Leipziger Krs.-Vorst. der SED; ab 1946 Abg. der Leipziger Stadtverordnetenvers. u. des Sächs. Landtags; ab Mai 1947 Honorarprof. für Verw.-Geschichte an der Gesellschaftswiss. Fak. der Univ. Leipzig; ab Okt. 1948 ord. Prof. für Verw.-Lehre; Ltr. des von ihm initiierten Inst. für Kommunalwiss.; 1948/ 49 Mitgl. des Dt. Volksrats; gest. in Leipzig.Der Einfluß des Konkurses über das Vermögen des Versicherungsnehmers oder des Begünstigten auf privatrechtl. Lebensversicherungsverhältnisse. Berlin 1913. Matthes, A. u. L.: E. Z.: Eine biogr. Skizze. Leipzig 1985; Schmeitzner, M.: E. Z. (1886 – 1949). Linkssozialist im Zwiespalt. In: Schmeitzner, M., Rudloff, M. (Hrsg.): Solche Schädlinge gibt es auch in Leipzig. Frankfurt (Main) 1997; Rudloff, M. (Hrsg.): E. Z. Leipzig 1999; Külow, V.: Oberbürgermstr. in schwerster Zeit. E. Z. In: Leipziger Histor. Kalender 2005. Leipzig 2004.Helmut Müller-Enbergs

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Zeller, Magnus

* 9.8.1888 – ✝ 25.2.1972

Geb. in Biesenrode (b. Mansfeld); 1908 – 11 Studium bei Lovis Corinth in Berlin, 1912/13 in Paris; ab 1913 Mitgl. der Berliner Sezession; 1914 – 18 Kriegsdienst; Bekanntschaft mit Karl Schmidt-Rottluff u.  Arnold Zweig; 1917 mit Arnold Zweig Hrsg. der Mappe »Entrückung u. Aufruhr«; 1918 Mitgl. des Berliner Soldatenrats; lebte abwechselnd in Blomberg (Lippe) u. Berlin; 1921 – 24 Lehrer an der Staatl. Kunstschule in Dorpat (Estland); ab 1924 freischaff. in Blomberg u. Berlin; 1926 Aufenthalt in Paris; 1929 Reise nach Italien; 1933 Hausdurchsuchungen, Beschlagnahme u. Vernichtung zahlr. Werke durch die Gestapo; 1935 Reisen nach Italien (Ischia u. Rom); Rompreis; Reise nach Griechenland; 1937 Diffamierung seiner Werke als »entartet«; lebte ab 1937 zurückgezogen in Caputh (b. Potsdam). 1945 Mitbegr. des KB in Potsdam; ab 1946 wieder an Ausstellungen beteiligt; 1947 erste Personalausstellung; 1962 – 66 Ltg. eines Malzirkels in Caputh; gest. in Caputh. Werke: Lithographiefolge »Entrückung u. Aufruhr«. 1917; Vision. 1938; Hitlerstaat. 1938; Staatsbegräbnis. 1944; Die kranke Maschine. 1949.Lang, L.: M. Z. Dresden 1960; Kat. M. Z. 1888 – 1972. Malerei u. Grafik. Galerie Soz. Kunst am Bez.-Museum Potsdam, 1978; Schmidt, D.: M. Z. In: Sehen u. Sammeln. Galerie Arkade. Staatl. Kunsthandel der DDR. Berlin 1980.Anke Scharnhorst

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Wulf, Ernst

* 3.10.1921 – ✝ 2.10.1979

Geb. in Poppendorf (b. Marlow, Mecklenb.); Vater Bauer; Volksschule; 1936 – 38 Mitar- beit in der elterl. Wirtschaft; 1938/39 RAD, 1939 – 45 Wehrmacht; Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Industriearb. in Stuttgart; 1946 – 48 erneut in der elterl. Wirtschaft tätig; 1949 VdgB; SED; ab 1949 Neubauer in Schulenberg (Krs. Stralsund), 1952 Mstr.-Bauer; Dez. 1952 hier Mitbegr. der LPG »Freundschaft«, deren Vors. bis 1962; 1958 Kand., 1963 Mitgl. des ZK der SED, Mitgl. der Agrarkommission; 1960 stellv. Vors., 25.3.1964 Vors. des Zentralvorst. der VdgB (Nachf. von  Friedrich Wehmer); 1962 Kand. (als erster Praktiker), 1968 Ord. Mitgl. der DAL, 1972 auf eigenen Wunsch ausgeschieden; 1963 nach Sonderstudium an der Landw.-Fak. der Univ. Rostock Dipl.-Landwirt; ab 1964 Vors. der LPG »Recknitztal« in Semlow, Entw. eines der ersten Beispiele industriemäßiger Prod. in Kooperationsbeziehungen; später Ltr. der KAP bzw. Vors. der LPG Pflanzenprod. Schulenberg; ab 1968 Mitgl. des Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1969 KMO.Ein Pionier der soz. Landw. – E. W. (Hrsg. Geschichtskommission Ribnitz-Damgarten). o. O. 1982.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Wunderlich, Helmut

* 3.12.1919 – ✝ 22.12.1994

Geb. in Draisdorf (Krs. Chemnitz); Vater Arbeiter; Volksschule; 1934/35 Ausbildung u. Arbeit als Dreher; danach als Dreher tätig; 1938 – 40 Staatl. Ing.-Schule Chemnitz, Ing. für Maschinenbau; 1949/50 TAN-Sachbearb. in der VVB Werkzeugmaschinen; 1950 DVA Forst-Zinna; 1951 SED; 1951 – 53 Dir. des VEB Nobas Nordhausen; 1953 Minister für Allg. Maschinenbau; 1954/55 Staatssekr.; 1955 – 58 erneut Minister für Allg. Maschinenbau; 1958/59 Abt.-Ltr. für Maschinenbau in der SPK, 1959/60 stellv. Vors. der SPK; 1961 – 63 stellv. Vors. des Volkswirtschaftsrats; 1963 – 67 Werkdir. im VEB Elektrokohle Berlin-Lichtenberg, danach Werkdir. des VEB Transformatorenwerk Berlin-Oberschöneweide; 1967 – 71 Mitgl. der SED-BL Berlin; ab 1966 Mitgl. des Präs. der Urania; ab 1970 des Präs. der KdT; 1971 – 75 GD des VEB Carl Zeiss Jena; ab 1971 Abg. der Volkskammer u. Kand. des ZK, 1976 – 81 Mitgl. des ZK der SED; ab 1976 Mitarb. bzw. Gruppenltr. im ZI für soz. Wirtschaftsführung beim ZK der SED; 1980 VVO.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Wünsche, Kurt

* 14.12.1929

Geb. in Obernigk (Krs. Trebnitz, Schles. / Oborniki Śląskie, Polen); Vater Chemiker; aufgew. in Dresden; Volks- u. Oberschule in Dresden, 1948 Abitur; 1946 LDPD; FDJ; 1948 – 50 Geschäftsf. einer Stadtgr. des LDPD-Krs.-Verb. Dresden; Abt.-Ltr. im Krs.-Verb.; 1950/51 Abtl.-Ltr. beim Landesvorst. Sachsen; 1951 – 54 HA-Ltr. für Org. beim PV; 1953/54 im Zusammenhang mit dem 17. Juni 1953 als Agent verdächtigt, zeitw. vom MfS inhaftiert; 1954 - 61 als GI "Wendler" des MfS erf.; ab 1954 Mitgl. des PV der LDPD; 1954 – 72 dort Mitgl. im Pol. Aussch.; 1954 – 66 Sekr. bzw. ab 1960 stellv. Gen.-Sekr.; 1965 – 68 Mitgl. des Friedensrats der DDR; ab 1970 Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1967 – 72 stellv. Vors. der LDPD; 1954 – 59 Fernstudium, Dipl.-Jur. u. Dez. 1964 Prom. an der DASR Potsdam zum Dr. jur., Diss. zus. mit  Manfred Gerlach über die Rolle der LDPD im Parteiensystem der DDR; 1954 – 76 Abg. der Volkskammer; 1957/58 Mitgl. des Jugendaussch.; 1958 – 63 Mitgl. des Justizaussch.; 1963 – 65 Mitgl. des Verfassungs- u. Rechtsaussch.; 1965 VVO; 1965 – 72 stellv. Vors. des Min.-Rats (Nachf. von  Max Suhrbier); 1967 Minister für Justiz (Nachf. von  Hilde Benjamin); 1969 Banner der Arbeit; 16.10.1972 als Minister aus angebl. gesundheitl. Gründen, tatsächl. aber aufgrund von Konflikten zu Fragen des Rechtswesens u. der Verstaatlichung privater u. halbstaatl. Betriebe zurückgetreten; anschl. ord. Prof. für Gerichtsverfassungsrecht an der HU Berlin; 1982 Habil.; seit April 1987 erneut Mitgl. des Pol. Aussch. des Zentralvorst. der LDPD; 11.1.1990 wiederum Minister für Justiz (Nachf. von  Hans-Joachim Heusinger); Febr. 1990 stellv. Vors. der LDPD; März Bund Freier Demokraten, stellv. Vors., 3.7.1990 ausgetreten; 15.8.1990 als Minister zurückgetreten.Grundlagen der Rechtspflege. Lehrbuch. Berlin 1983 (zus. mit F. Müller).Helmut Müller-Enbergs

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Würzberger, Werner

* 21.5.1924 – ✝ 30.4.1994

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; 1930 Jung-Spartakusbund; 1938 – 45 Lehre u. Arbeit als Buchdrucker. 1945/46 KPD/SED; 2. Sekr. der FDJ-KL Kamenz; ABF; 1946 – 49 Studium der Wirtschaftswiss. an der Univ. Leipzig, Dipl.-Volkswirt; 1950 – 52 Lehrer an versch. FS; 1952 – 56 Revisor im Finanzmin.; 1956 – 63 Hauptbuchhalter im ZK der SED; 1963/1964 stellv. GD der Zentrag; 1964 – 83 stellv. Ltr. der Abt. Finanzverw. u. Parteibetriebe; 1983 – 90 GD der Zentrag (Nachf. von  Paul Kubach); 1989 VVO.Andreas Herbst

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Wyludda, Ilke

* 28.3.1969

Geb. in Leipzig; 1980 TZ Hohenmölsen; 1981 KJS Halle, SC Chemie Halle, 1990 – 94 SV Halle, 1995 – 2001 LAC Erdgas Chemnitz (Trainer: Siegfried Eichfeld, Gerhard Böttcher); Junioren-EM 1985 Diskus (2. Platz Kugel), 1987 Diskus u. Kugel; Junioren-WM 1986 u. 1988 Diskus; 1987 4. Platz bei der Senioren-WM; 1988 Junioren-WR Diskus (74,40 m); seitdem Spezialistin Diskus; 1989 Europacupsiegerin; 1989 u. 1990 DDR-Mstr.; 1990 u. 1994 EM; 1991 u. 1995 Vize-WM; 1996 Olympiasiegerin; Grand Prix 1990, 1992, 1994 u 1996; Dt. Meisterschaften: 1991, 1992, 1994 – 96 u. 1999 Bronze, 2000 Silber; 1987 – 90 sieben Länderkämpfe für die DDR, 1991 – 96 14 Länderkämpfe für den Dt. Leichtathletikverb.; 1996 Silbernes Lorbeerblatt; nach zahlr. Verletzungen 2001 Rücktritt vom Leistungssport; Fernstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrerin für Therapie u. Behindertensport; danach Physiotherapeutin; lebt in Halle.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Wyzniewski, Arno

* 9.10.1938 – ✝ 14.9.1997

Geb. in Berlin; Vater Elektriker; als Kind u. Jugendl. Rundfunk- u. Synchronarbeit; Abitur; 1956 – 59 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin-Schöneweide; 1959 – 61 am Theater der Freundschaft in Berlin; 1961 – 64 am Hans-Otto-Theater Potsdam; 1964 Kunstpreis der FDJ; 1964/65 am Maxim-Gorki-Theater Berlin; 1965 – 75 an der Berliner Volksbühne, hier u. a. in »Moritz Tassow« von  Peter Hacks (1965) u. »Marat/de Sade« von Peter Weiss (1967); 1977 von  Manfred Wekwerth am Berliner Ensemble engagiert, dem er bis 1997 angehörte; der »schlanke Schauspieler mit dem sonoren Organ« (F.-B. Habel & Volker Wachter) spielte dort u. a. in  Brechts »Galileo Galilei« (1978), den Peachum in der »Dreigroschenoper« (1981) u. Mephistopheles in Goethes »Urfaust« (1984); neben dem Theater versch. Rollen in DEFA- u. Fernsehfilmen, u. a. in »Die Abenteuer des Werner Holt« (1965), der  Fallada-Adaption »Kleiner Mann – was nun« (TV, 1967),  Konrad Wolfs »Goya« (1971), als Friedrich der Große in »Sachsens Glanz u. Preußens Gloria (TV, 1985) u. in »Die Spur des Bernsteinzimmers« (1992); 1981 Helene-Weigel-Med., 1986 NP; gest. in Berlin. MaB; ChK Z

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zahn, Alfred Franz

* 17.8.1903 – ✝ 14.4.1972

Geboren am 17. August 1903 in Hamburg, Sohn eines Maschinisten. Ab 1918 besuchte er das Lehrerseminar, das er 1921 verließ. Im November 1919 Mitglied der KPD. Von 1921 bis 1923 technischer Sekretär im Büro der Hamburger Partei. Wegen Teilnahme am Hamburger Aufstand steckbrieflich gesucht, lebte illegal in Halle und Berlin, flüchtete im Mai 1924 in die Sowjetunion, dort Schulinspektor, von 1925 bis 1927 im Apparat der IRH beschäftigt, Chefredakteur der deutschen Ausgabe deren Funktionärszeitschrift. Anfang 1927 nach einer Amnestie wieder in Deutschland, bis 1932 Geschäftsführer der Hamburger Zweigstelle von »Centro-Sojus«. Zahn war Mitarbeiter des AM-Apparats, 1932/33 zum Schein Inhaber eines Antiquariats, tatsächlich in der Paßfälscherzentrale des ZK. Er wurde am 8.Mai 1933 verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Im Mai 1935 emigrierte er nach Frankreich, zunächst Fotograf, anschließend im »Komitee für Recht und Freiheit in Deutschland«. Bei Kriegsausbruch interniert, gelangte Zahn im März 1941 in die USA, hier Herausgeber der Zeitung »German today«. Im Dezember 1946 nach Deutschland zurück, zeitweilig in Ludwigsburg interniert, er übersiedelte in die SBZ. Lektor bzw. Dozent an der SED-PHS in Liebenwalde, 1947 Intendant des Landessenders Schwerin, 1949 mit dem Aufbau des Deutschlandsenders betraut. Wegen »politischer Unachtsamkeit« zum ADN versetzt, dort Chef vom Dienst, 1954 bei Gründung der Zeitschrift »Magazin« deren stellvertretender Chefredakteur. 1959 im Rundfunkkomitee Leiter der arabischen Redaktion bzw. des Überseeprogramms von Radio Berlin International, ab Ende 1962 Leiter des Pressearchivs und der Bibliothek des Rundfunkkomitees. Er erhielt 1963 den VVO in Silber. Alfred Zahn starb am 14. April 1972 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Zaisser, Wilhelm

* 20.6.1893 – ✝ 3.3.1958

Geb. in Rotthausen (b. Gelsenkirchen); Vater Gendarmeriewachtmstr., dann Schuldiener; 1899 – 1913 Volksschule, Präparandenanstalt, Ev. Lehrerseminar in Essen; 1913/14 Militärdienst, danach Volksschullehrer in Essen; 1914 – 19 Militärdienst, 1916 Ltn.; anschl. erneut Lehrer; 1919 KPD; während des Kapp-Putsches einer der militär. Ltr. der Roten Ruhrarmee; 1921 nach vier Mon. Gefängnis aus dem Schuldienst entlassen; 1921/22 Ztg.-Red.; 1922 – 26 Mitgl. der KPD-BL Ruhrgebiet bzw. Ober-BL West; 1924 militärpol. Lehrgang an der M-Schule der KI in Moskau; 1926 Mitarb. des ZK der KPD, verantw. für militärpol. Schulung; ab 1927 Mitarb. der KI in Moskau, 1927 – 30 Agent in der Mandschurei, 1930 – 32 in Prag; 1932 Mitgl. der KPdSU (B); 1932 – 36 Ltr. der militärpol. Schule in Babowka (b. Moskau); 1936 – 38 Teiln. am span. Bürgerkrieg, zunächst militärpol. Berater, ab Nov. 1936 Kdr. der XIII. Internat. Brigade, Brigade-Gen. (»General Gómez«), 1937 Kdr. der Basis der Interbrigaden in Albacete; 1938/39 Mitarb. des EKKI in Moskau, 1939 – 43 Chefred. der dt. Sekt. im Verlag für fremdsprachige Lit. in Moskau; 1943 – 46 Lehrer an Antifa-Schulen. Febr. 1947 Rückkehr nach Dtl.; 1947/48 Chef der Landesbehörde der Polizei Sachsen-Anh. in Halle; 1948/49 Innenminister des Landes Sachsen; 1949/50 Ltr. der Verw. für Schulung der DVdI, dann HV Ausbildung des MdI; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; ab Febr. 1950 Min. für Staatssicherheit u. Mitgl. des PV/ZK sowie des PB des ZK der SED; 1953 KMO; Juli 1953 wegen »parteifeindl. fraktioneller Tätigkeit« mit  Rudolf Herrnstadt aus dem PB u. dem ZK der SED ausgeschlossen u. als Minister abgesetzt; Jan. 1954 Ausschluß aus der SED; bis zum Tode als Übersetzer tätig; verh. mit Elisabeth Z.; gest. in Berlin. Am 25.4.1993 durch die PDS rehabilitiert.Görldt, A.: Rudolf Herrnstadt u. W. Z. Frankfurt (Main) 2002; Müller-Enbergs, H.: W. Z. In: Krüger, D., Wagner, A. (Hrsg.): Konspiration als Beruf. Berlin 2003; Müller-Enbergs, H., Otto, W.: Wilhelm Zaisser: Spanienkämpfer – MfS-Chef – Unperson. Berlin 2010.Jens Gieseke / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Zechlin, Dieter

* 30.10.1926 – ✝ 16.3.2012

Geb. in Goslar; Gymnasium in Erfurt; 1941 – 43 an der Musik-HS Leipzig Schüler von Otto Weinreich. 1945 am Thüring. Landeskonservatorium Erfurt Klavierunterricht bei Franz Jung; 1946 – 49 Musikstudium an der HS für Musik »Franz Liszt« Weimar bei Karl Weiß; 1949 – 51 Doz. für Klavier am Thüring. Landeskonservatorium Erfurt; 1950 Sonderpreis des internat. Bach-Wettbewerbs; 1951 – 71 Doz. an der Dt. HS für Musik Berlin; 1958 Prof. für Klavierspiel; 1961 NP; 1965 Mitgl. der DAK; 1966 Internat. Robert-Schumann-Preis; 1970 – 78 Mitgl. des Präs. u. Vizepräs. der AdK; 1971 – 82 Rektor der Dt. HS für Musik »Hanns Eisler« (Nachf. von  Eberhard Rebling); 1971 – 89 Präs. des Musikrats; 1972 – 82 Ltr. der Mstr.-Kl. für Klavier; 1974 amtierender Präs. der AdK; Präs. der Robert-Schumann-Ges.; zeitw. verh. mit  Ruth Z.; gest. in Potsdam. Sein Repertoire umfaßt zahlr. Klavier- u. a. Solokonzerte des 18. u. 19. Jh. sowie Kompositionen der Gegenwart; er gilt als hervorragender Ludwig-v.-Beethoven-Interpret u. erhielt zahlr. Auszeichnungen; Rundfunk- u. Schallplattenaufn., vorw. Klaviermusiken von Ludwig v. Beethoven bei Edition Eterna; UA der Klavierkonzerte von  Johann Cilenšek,  Günter Kochan u.  Ernst H. Meyer; seit Mitte der 60er Jahre Konzerte u. a. in Europa, Mittel- u. Südamerika, Japan.Schwinger, W.: D. Z. In: Musik u. Ges. (1960) 10.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Zehrt, Monika

* 29.9.1952

Geb. in Riesa; KJS, Abitur; 1965 – 73 aktiv in der Leichtathletik (400 m, Sprint), zunächst bei der SG Dynamo Riesa, ab 1968 beim SC Dynamo Berlin (Trainerin: Inge Utrecht); 1969 Siegerin bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft; 1969 – 73 achtmal DDR-Mstr. u. 18mal DDR-Rekord; 1970 Siegerin über 200 m bei der Kinder- u. Jugendspartakiade sowie Siegerin über 400 m u. mit der 4 x 400-m-Staffel bei den Junioreneuropameisterschaften; 1970 Junioren-ER; 1970 u. 1973 Siegerin beim Europacup; 1971 Siegerin mit der 4 x 400-m-Staffel bei den Europameisterschaften; 1971/72 sechsmal WR; 1972 Siegerin über 400 m u. mit der 4 x 400-m-Staffel bei den Olymp. Spielen; 1972 zweimal ER; 1974 Ende der sportl. Laufbahn; danach Außenhandelsstudium. Arbeitet als ltd. Angest. in einer Möbelfirma.Klaus Gallinat

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Zeiler, Friedrich

* 9.9.1920

Geb. in München; Vater Kraftfahrer; Volksschule; 1934 – 39 Ausbildung zum Klempner-Installateur, im Beruf tätig; 1934 – 38 HJ; 1939 – 45 Wehrdienst (Luftwaffe), zul. Uffz.; Mai/Juni 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; 1945/46 Klempner; 1946/ 47 Krs.-Vors. der FDJ Eisleben; 1947 – 49 Mitgl. der KL der SED Eisleben u. Sekr. für Jugendfragen; 1949 – 51 Instrukteur bzw. Sekr. der SED-LL Sachsen-Anh.; ab 1.11.1951 Mitarb. im ZK der SED; dort 1951/52 Instrukteur in der Abt. Wirtschaftspol.; 1953 – 55 stellv. Ltr. bzw. Ltr. der Abt. Maschinenbau (Nachf. von Heinz Thiele); 1955 – 57 Ltr. der Abt. Technik; 1957/58 Ltr. der Abt. bzw. Sektorenltr. in der Abt. Industrie; 1958 – 61 Ltr. der Abt. Maschinenbau (Nachf. von  Heinrich Müller); 1959 – 62 Mitgl. des ZV der IG Metall; 1.12.1961 – 14.7.1962 Mitarb. des Min. für Nat. Verteidigung (Stellenplan »R«); Studium u. 1970 Prom. zum Dr. rer. oec. an der HfÖ Berlin; 15.7.1962 – 31.1.1982 Stellv. des Vors. der SPK (Chef des Militärber. der SPK, zuständig für ökon. Sicherstellung der Landesverteidigung); 7.10.1969 Gen.-Major der NVA; Okt. 1979 Gen.-Ltn.; 1980 Scharnhorst-Orden; 31.1.1982 Rentner.Wilfriede Otto / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Zellmer, Christa

* 5.11.1930 – ✝ 14.10.2002

Geb. in Cottbus; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausb. zur Einzelhandelskauffrau; 1947 SED; 1950 Ltr. einer Jugendverkaufsstelle in Cottbus; 1952 – 65 Sekr. des DFD-Bez.-Vorst. Frankfurt (Oder); 1965/66 Sekr. des Rats des Bez. Frankfurt (Oder); 1966 – 88 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Frankfurt (Oder) (Nachf. von Wilfried Maaß); 1971 – 75 Kandidat, 1976 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1976 VVO; 1988/89 1. Sekr. der SED-BL Frankfurt (Oder) (Nachf. von  Hans-Joachim Hertwig); gest. in Frankfurt (Oder).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Wulf, Uwe

* 4.3.1942

Geb. in Hagenow; Vater Angestellter, Mutter Telefonistin; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1960 – 66 Studium an der TH Ilmenau, Dipl.-Ing.; 1966 – 68 dort wiss. Ass., 1968 wiss. Mitarb.; 1967 SED; 1969 / 70 HA-Ltr., 1970 – 74 Staatl. Ltr. der Techn. Kontrollorg. (TKO), 1974 – 77 Dir. für Absatz u. Außenwirtschaft, 1977 1. Stellv. des GD des VEB Kombinat Robotron Dresden; 1986 – 90 GD des VEB Kombinat NARVA »Rosa Luxemburg« Berlin (Nachf. von Werner Meyer); 1986 Nachfolgekand. der Volkskammer; 1990 GD bzw. Vors. des Vorstands der NARVA-Licht; auf Vorschlag des Ministerpräs.  Lothar de Maizière am 5.7.1990 von der Volkskammer zusammen mit  Karl Döring (EKO-Stahl),  Jürgen Mäder (Glasindustrie-AG),  Lutz Modes (SKL-Motoren u. Systemtechnik), Harald Tausch-Marton (Dresdener Spitzen GmbH) u. Gerd-Rainer Grimm (Takraf Schwermaschinenbau AG) in den Verwaltungsrat der Treuhandanstalt / THA) gewählt. Bis Nov. 1990 Aufsichtsratsmitgl., dann Angest. der THA.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wundersee, Erich

* 25.5.1889 – ✝ 6.6.1978

Geboren am 25. Mai 1889 in Berlin-Weißensee, Sohn eines Zimmermanns; lernte selbst Zimmermann. Von 1911 bis 1913 Militärdienst, 1913 Eintritt in die SPD, während des Weltkrieges Mitglied der USPD. 1917 desertierte er und lebte illegal in Berlin. Im November 1918 gehörte er unter 4 Emil Eichhorn zu den Besetzern des Berliner Polizeipräsidiums und war Mitglied des Soldatenrates der Berliner Sicherheitswehr. Ende 1918 nahm Wundersee als Gast am Gründungsparteitag der KPD teil, blieb aber in der USPD, militärischer Leiter des Bezirks Berlin-Kreuzberg. 1920 Mitglied der KPD und Leiter der Proletarischen Hundertschaften. 1923/24 Angestellter in der sowjetischen Botschaft bzw. Handelsvertretung. Im Oktober 1924 verhaftet und nach einjähriger Untersuchungshaft 1925 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« verurteilt. Nach seiner Freilassung Angestellter des ZK der KPD, ab Dezember 1928 Verwalter der Reichsparteischule »Rosa Luxemburg« in Fichtenau bei Berlin. Am 4. Juli 1933 floh er über Hamburg in die Sowjetunion, dort ab 1. August 1933 Angestellter an der Parteischule der Komintern. Er kam 1936 als Mechaniker auf einen Sowchos im Rayon Kaluga, wurde 1941 vom NKWD verhaftet und zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. 1949 entlassen, arbeitete er in der Region Altai, zuletzt Reparaturschlosser bei der Eisenbahn. Er beantragte bei der Generalstaatsanwaltschaft der UdSSR seine Rehabilitierung und durfte im Dezember 1957 in die DDR ausreisen. Bis 1962 ehrenamtlicher SED-Funktionär, er erhielt 1974 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Erich Wundersee starb am 6. Juni 1978 in Schöneiche bei Berlin.

Wer war wer in DDR

Wünscher, Marianne

* 30.12.1930 – ✝ 9.8.1990

Geb. in Berlin; Mutter Köchin, Vater Geigenbauer, später Betreiber einer Wäscherei u. Plätterei; Grund- u. OS; 1947 – 49 Ausbildung bei Fritz Kirchhoff an der Schauspielakad. »Der Kreis« in Berlin-Halensee, daneben Arbeit als Hörspiel- u. Nachrichtensprecherin beim Berliner Rundfunk; 1950 Fortsetzung des Schauspielstudiums am Marie-Borchardt-Studio, 1951 Bühnenreifeprüfung; Mai 1951 Debüt am Dt. Theater, daneben Auftritte im Kabarett »Parodie«; 1952 Engagement beim Theater am Schiffbauerdamm, 1953 dort erster größerer Erfolg als Agafia in Gogols »Die Heirat«; 1954 – 90 Mitgl. des Ensembles der Volksbühne, dort zunächst zahlr. Episodenrollen, später größere Rollen u. a. als Goldonis »Mirandolina« (1964), Hausbesetzerin Mi Tzü in  Brechts »Der gute Mensch von Sezuan« (1970) u. Mutter Wolfen in Hauptmanns »Der Biberpelz« (1980); seit Mitte der 1950er Jahre zahlr. Auftritte in TV-Serien u. Filmen, vorzugsweise in komödiant. u. heiteren Tanten-, Mutter- u. Großmutterrollen, die W. den Ruf einer beliebten »Volksschauspielerin« eintrugen, so u. a. als Tante Elsie im TV-Mehrteiler »Aber Vati!« (1973) u. versch. Rollen in »Drei reizende Schwestern« (1990); Mitwirkung in legendären Filmen, u. a. »Kabale u. Liebe« (1959), »Mir nach, Canaillen!« (1964), »Heißer Sommer« (1968), »Der Mann, der nach der Oma kam« (1972) sowie der TV-Serie »Polizeiruf 110«; Erfolge als Chansoninterpretin, eigene TV-Sendungen »Hand aufs Herz« u. »Chansons mit Marianne«; Mitgl. der LDPD, zeitw. Abg. der Volkskammer; 1971 Kunstpreis; 1977 NP; gest. in Berlin.Funke, Ch.: M. W. Ansichten u. Absichten einer Schauspielerin. Berlin 1987.Jan Wielgohs

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Wußing, Hans-Ludwig

* 15.10.1927

Geb. in Waldheim (Sachsen); 1947 – 52 Studium der Mathematik u. Physik an der Univ. Leipzig; 1955 – 57 hier Lehrtätigkeit an der ABF; 1957 Prom. mit einer Arbeit über die Einbettung endl. Gruppen; Mitarb. im Karl-Sudhoff-Inst. für Geschichte der Med. u. Naturwiss.; 1966 Habil. zur Geschichte der Gruppentheorie; Doz.; 1968 – 92 Prof. für Geschichte der Naturwiss. an der KMU Leipzig; Vertreter der Wiss.-Geschichte in nat. u. internat. Gremien; 1981 – 89 stellv. Gen.-Sekr. der International Union of History and Philosophy of Science (IUHPS); 1985 Mitgl. der Sächs. AdW; 1989 – 93 2. Vizepräs. der IUHPS; 1992 em; 1993 Kenneth O. May Prize. Arbeitsgebiete: Geschichte der Algebra, Mathematikgeschichte, allg. Fragen der Historiogr. der Mathematik. Sek.-Lit.: Demidov, S. S. u. a. (Hrsg.): Fs. für H. W. zu seinem 65. Geb. Basel u. a. 1992.Autor von »Mathematik in der Antike« (1961); »Die Genesis des abstrakten Gruppenbegriffes« (1969); »Vorlesungen zur Geschichte der Mathematik« (1979); sowie Biogr. von Carl F. Gauss, Isaac Newton, Nikolaus Kopernikus u. Adam Riese (Mithrsg.; Biogr. Reihe des Teubner-Verlags Leipzig); 6000 Jahre Mathematik. Heidelberg 2008.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Wyschinski, Andrej Janwarewitsch

* 11.12.1883 – ✝ 22.11.1954

Geb. in Odessa; Studium der Rechtswiss. in Kiew; Rechtsanwalt in Odessa; 1919 KPdSU; Doz. u. Prof. für Rechtswiss.; 1925 – 28 Rektor der Moskauer Univ.; ab 1931 bei der Staatsanwaltschaft; 1934 – 44 stellv. Vors. des Rats der Volkskommissare der UdSSR; 1935 – 39 Gen.-Staatsanwalt der UdSSR; er war Chefankläger in den Schauprozessen gegen Aleksander A. Sinowjew, Lew B. Kamenew, Nikolai I. Bucharin u. Michail N. Tuchatschewski; mit seiner These vom »subjektiven Geständnis« statt eines objektiven Straftatbestands rechtfertigte er den völligen Mißbrauch der Rechtswissensch. in der UdSSR; 1939 Mitgl. der AdW der UdSSR; 1940 – 46 Erster Stellv. des Volkskommissars des Äußern der UdSSR; er arbeitete die Kapitulationsurkunde vom 8.5.1945 aus. Bis Aug. 1945 Pol. Berater des Oberbefehlshabers der Gruppe der sowj. Besatzungstruppen in Dtl. u. des Obersten Chefs der SMAD; 1946 – 49 stellv. Außenmin, 1949 – 53 Außenmin. der UdSSR; 1953/54 Erster stellv. Außenmin. der UdSSR u. sowj. Vertreter bei der UNO; gest. in New York.Waksberg, A.: Gnadenlos. A. W. – Mörder im Dienste Stalins. Bergisch Gladbach 1991.Jan Foitzik

Wer war wer in DDR

Zachmann, Siegfried

* 13.4.1928

Geb. in Dresden; Vater Eisenbahner; Volks- u. Berufsschule; Reichsbahnhelfer; 1945 RAD u. Wehrmacht. 1945 erneut bei der DR, Fahrdienstltr.; 1949 SED; 1950/51 Jugendinstrukteur u. Sachbearb. bei der RBD Dresden; 1951 – 53 Studium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; ab 1953 Mitarb. des MfAA, Referent, Oberreferent, Hauptreferent, Ltr. der Abt. Internat. Organisationen; 1959 – 63 stellv. Ltr. der DDR-Deleg. bei der Europ. Wirtschaftskommission der UNO in Genf, anschl. wiss. Mitarb. im MfAA; 1964 – 66 Studium an der Diplomatenakad. in Moskau; 1966 – 68 wiss. Mitarb. im Büro des Außenmin.; 1968 Prom. zum Dr. jur.; ab März 1968 Ständiger Beobachter der DDR im Range eines Gesandten, später Botschafters bei der UNO in Genf, 1972/73 Ständiger Vertreter der DDR am Sitz der UNO in Genf sowie bei anderen internat. Organisationen; DDR-Vertreter im Wirtschaftsaussch. der UNO-Vollversamml., 1973 – 77 Ltr. der Abt. Internat. ökonom. Organisationen im MfAA; 1977 – 83 stellv. Ltr. des Ständigen Vertreters der DDR bei der UNO in New York; ab 1983 Ltr. der Abt. UNO im MfAA; 1988 – 90 Ständiger Vertreter der DDR bei der UNO in New York (Nachf. von  Harry Ott). Ab 1990 Mitgl. im Verband für Internat. Pol. u. Völkerrecht.Die Beziehung der DDR zu internat. Org. o. O. 1956. Bock, S., Muth, I., Schwiesau, H. (Hrsg.): Alternative deutsche Außenpolitik? DDR-Außenpolitik im Rückspiegel. Berlin 2006.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Zahn, Kurt

* 3.10.1940

Geb. in Jena; Vater Handwerker; Grundschule; 1955 – 58 Ausbildung zum Kfm. im VEB Carl Zeiss Jena; 1955 FDJ; 1960 – 63 Fernstudium der Außenhandelswirtsch.; 1961 SED; 1963 2. Sekr., 1964/65 1. Sekr. der FDJ-GO im VEB Carl Zeiss Jena; 1965 – 69 Sekr., 1969 – 74 1. Sekr. der FDJ-BL Gera, Mitgl. der SED-BL Gera; ab 1966 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1971 – 77 Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1974 – 77 Sekr. des ZR; 1977 – 89 Sekr. des FDGB-Bundesvorst. u. Mitgl. seines Präs.; 1977 – 89 Mitgl. des Präs. des DTSB; 1979 VVO; Nov. 1989 aller Funktionen enthoben; 1990 Buchhalter.Helmut Müller-Enbergs

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Zaisser, Wilhelm

* 20.6.1893 – ✝ 3.3.1958

Geboren am 20. Juni 1893 in Rotthausen bei Gelsenkirchen, Sohn eines Gendarmeriewachtmeisters. Von 1907 bis 1910 besuchte er die Evangelische Präparandenanstalt zu Essen, danach das Lehrerseminar. Zaisser war wie sein Vater deutsch-national, leistete 1913/14 seinen Militärdienst und begann ab 1. April 1914 als Volksschullehrer in Essen. Von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg, 1917 zum Leutnant befördert, er erhielt das EK II. Klasse. Es war wie ein »Blutrausch«, meinte er später: »Ich habe im Nahkampf manchen Menschen getötet, und es erfüllte mich mit Befriedigung.« Im November 1918 verweigerten kriegsmüde Soldaten den Befehl, gegen die Rote Armee zu kämpfen. Zaisser erinnerte sich, man habe »mit der russischen Armee verhandeln müssen. Dabei habe ich gute Organisation, insbesondere bei der Verwaltung, wahrgenommen und bemerkt, daß man von seiten der russischen roten Armee (...) viel rigoroser vorging als es vordem von seiten der Deutschen der Fall war. Dadurch bin ich veranlaßt worden, den Bolschewismus anders zu beurteilen, als ich es vordem getan habe.« Nach dem Weltkrieg blieb er freiwillig zur »Abwicklung der Geschäfte« in Bialystok, wo er den revolutionären Umbruch vor Ort erlebte. Ein Pamphlet hat ihn nach seiner Rückkehr beeinflußt: Paul Eltzbachers »Der Bolschewismus und die deutsche Zukunft«. Der deutsch-nationale Bismarck-Anhänger schrieb, lediglich ein radikaler Bolschewismus und ein Bündnis mit Rußland, wie 1813, könne das Vaterland retten. Diese national-bolschewistischen Ideen beeindruckten Zaisser, für ihn war »der Bolschewismus die einzige Rettung«, und er befaßte sich mit linker Literatur. Seit April 1919 wieder Volksschullehrer in Essen, sympathisierte er mit der USPD. Im September 1919 Mitglied der KPD, wurde er im März 1920 einer der militärischen Führer der Roten Ruhrarmee, gehörte zur militärischen Zentralleitung in Essen (gemeinsam mit Viktor Stern). Deshalb im Januar 1921 festgenommen, stand mit Ernst Lohagen, Alfred Schroer u. a. im März 1921 in Kassel vor dem Sondergericht der Reichswehr, wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt und aus dem Schuldienst entlassen. Zaisser begann 1921 als Redakteur des »Ruhr-Echos«, dann der Barmer Lokalausgabe der »Bergischen Volksstimme«. Ab April 1922 Mitglied der BL Essen und der Reichsleitung der Union der Hand- und Kopfarbeiter. 1922 heiratete er Else Knipp ( Else Zaisser). Er war ab Juli 1923 in der KPD-BL Ruhrgebiet und bis April 1926 in der Ober-BL West. Während des »deutschen Oktobers« auch M-Leiter für das Ruhrgebiet. Vom 1. März bis 15. Juni 1924 Kursant an einer Spezialschule der Komintern in Moskau, danach bis November 1925 M-Leiter für den KPD-Bezirk Ober-West (Rheinland und Westfalen). Anschließend wirkte er im Auftrag des Generalstabs der Roten Armee in Syrien, vermutlich als militärischer Berater beim Aufstand der Drusen gegen die französische Kolonialmacht sowie kurzzeitig als Berater des Präsidenten Abd-el-Krim, des Führers der Berberstämme beim Aufstand der Rifkabylen in Marokko. Zurück in Deutschland kam er in die Reichsleitung des AM-Apparates der KPD. Zaisser ging im Auftrag der Komintern und als Mitarbeiter des militärischen Nachrichtendienstes der Roten Armee von 1927 bis Anfang 1930 nach China, wo er neben Heinz Neumann u. a. Mitorganisator des Kantoner Aufstands war. Danach Orginstrukteur des EKKI in der CSR. 1932 als Mitglied in die KPdSU(B) übernommen, arbeitete Zaisser bis August 1936 unter dem Parteinamen Werner Reißner als Lehrer an der M-Schule der Komintern in Bakowka bei Moskau und an der Internationalen Leninschule. Anfang September 1936 reiste er nach Spanien, dort zunächst Berater für das 5. Regiment der spanischen Volksarmee. Im November 1936 zum Brigadegeneral befördert und berühmt als »General Gomez«, er übernahm das Kommando der XIII. Internationalen Brigade und war später verantwortlich für die Ausbildung aller Internationalen Brigadisten in Albacete. Nach der Demobilisierung im Sommer 1938 Rückkehr in die Sowjetunion, dort Chefredakteur der deutschen Sektion im Verlag für fremdsprachige Literatur. Im Auftrag der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee von 1943 bis 1946 Lehrer an Antifa-Schulen und Chef des deutschen Sektors für antifaschistische Schulung der Kriegsgefangenen. Als Leiter der Kaderabteilung des »Bundes Deutscher Offiziere« war er für die Sowjets so wichtig, daß sie ihn erst am 31.Dezember 1942 freigaben; er kehrte am 4.Februar 1946 nach Deutschland zurück. Zaisser wurde Mitglied der SED und löste Ende März 1947 Georg König als Chef der Landespolizeibehörde Sachsen-Anhalt ab. Im September 1948 folgte er Kurt Fischer als Innenminister und Vizeministerpräsident des Landes Sachsen. Im Juni 1949 Vizepräsident der Deutschen Verwaltung des Innern und Chef der Bereitschaftspolizei. Seit 1950 Mitglied des ZK der SED und des Politbüros, wurde er im Februar 1950 zum ersten DDR-Minister für Staatssicherheit berufen und erhielt noch anläßlich seines 60.Geburtstages am 20. Juni 1953 den Karl-Marx-Orden. Einen Monat später, am 26. Juli 1953, wurde er gemeinsam mit Rudolf Herrnstadt wegen »parteifeindlicher fraktioneller Tätigkeit« aus dem Politbüro und dem ZK der SED ausgestoßen und als Minister entlassen. Im Januar 1954 zum »Feind der Partei« erklärt und aus der SED ausgeschlossen. Mitarbeiter des Dietz Verlages und des IML sowie als Übersetzer tätig. Wilhelm Zaisser starb am 3. März 1958. Außer der Todesanzeige der Familie in der »Berliner Zeitung« veröffentlichte »Neues Deutschland« eine kleine Anzeige des IML: »In der Nacht vom 2.zum 3. März 1958 verstarb unser Mitarbeiter Wilhelm Zaisser im Alter von 63 Jahren. Ehre seinem Andenken! Dietz Verlag, Institut für Marxismus-Leninismus.« In der DDR war Zaisser fortan »Unperson«. Von Helmut Müller-Enbergs und Wilfriede Otto erscheint 2008 eine Biographie über Wilhelm Zaisser.Jens Gieseke / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Zechlin, Ruth

* 22.6.1926 – ✝ 4.8.2007

Geb. in Großhartmannsdorf; 1928 Übersiedl. nach Leipzig; 1943 – 45 u. 1946 – 49 Studium Klavier, Orgel, Komposition u. Musiktheorie an der HS für Musik Leipzig; 1950 – 91 Doz. für Tonsatz an der Dt. HS für Musik Berlin; NDPD; 1951 – 72 verh. mit  Dieter Zechlin; 1969 Prof.; 1970 DAK; 1975 u. 1982 NP; 1982 – 90 Mitgl. des Musikrats; 1984 ord. Prof. für Komposition in Berlin; 1986 em.; CDU; 28.10.1989 Beteiligung am Konzert »Gegen den Schlaf der Vernunft«. 1990 Mitg. im Dt. Musikrat; 1990 – 93 Vizepräs. der AdK; 1990 Rektorin der HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin; 1991 Übersiedl. nach Bayern; seit 1993 Mitgl. der AdK Berlin-Brandenb.; seit 1997 Mitgl. der Freien AdK Mannheim; seit 1998 Ehrenmitgl. im Dt. Musikrat; gest. in München. Umfgr. kompos. Schaffen, ca. 260 Orchester-, Orgel- u. Vokalwerke, zahlr. Hörspiel-, Bühnen- u. Filmmusiken; erfolgr. Wirken als Cembalistin. Sek.-Lit.: Komponistenporträt R. Z. Tutzing 2001; Liber amicorum für R. Z. Persönlichkeiten gratulieren zum 80. Geb. Berlin 2006.Situationen – Reflexionen. Berlin 1986.Christiane Niklew / Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Zeidler, Alfred

* 24.1.1904 – ✝ 18.7.1951

Geb. in Liegnitz (Niederschles. / Legnica, Polen); Volksschule in Liegnitz; Ausbildung zum Schlosser; als Werkzeugmaschinenschlosser u. Bergmann tätig; KPD; Ltr. des KPD-UB Hamm; 1933 illeg. pol. Arbeit; Haft; Mitte der 30er Jahre Emigr. nach Großbritannien; Mitgl. des Arbeitsaussch. freigewerksch. Bergarb.; Mitarb. an der Ztg. »Freie Tribüne« in London. 1946 Rückkehr nach Dtl.; KPD-Funkt. in Herne; später Übersiedl. in die SBZ; SED; zeitw. Ltr. der Westabt. des ZS des SED-PV.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zeiß, Jakob Franz

* 29.10.1886 – ✝ 2.3.1952

Geboren am 29. Oktober 1886 in Lambsheim; Lederarbeiter, Ende der zwanziger Jahre in einer Fabrik in Fürth/Odenwald. Von 1910 bis 1919 gehörte er der SPD an, von 1919 bis 1923 der USPD und ab 1923 der KPD. Ab Dezember 1931 Landtagsabgeordneter des Volksstaates Hessen, im November 1932 wurde Zeiß in den Reichstag gewählt. Am 13. März 1933 in Rheingönheim festgenommen, anschließend noch mehrmals verhaftet, scheiterte im April 1934 ein Verfahren gegen ihn wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« aus Mangel an Beweisen. Während der Haft im KZ Osthofen hatte Zeiß schwere körperliche Schäden davongetragen, nach der Freilassung stellte er einen Antrag auf Invalidisierung, wurde Rentner. Bei der Gestapoaktion »Gewitter« am 22. August 1944 erneut inhaftiert und bis Kriegsende im KZ Dachau festgehalten. Er war vom 26. Februar bis 14. Juli 1946 Mitglied des Beratenden Landesausschusses für Hessen. Jakob Zeiß starb am 2. März 1952 in Mannheim.

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Zelm, Jürgen

* 23.1.1953

Geb. in Anklam; Vater Arbeiter; POS; bis 1973 Studium am IfL, Unterstufenlehrer; 1971 SED; 1973 Freundschaftspionierltr. u. Mitgl. des Rats für Jugendfragen, Körperkultur u. Sport beim Rat des Krs. Anklam; 1974 – 79 Studium an der ASR Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Staatswiss.; 1979 Mitgl. des Sekr., 1980 2. Sekr., 1984 – 89 1. Sekr. der FDJ-BL Neubrandenburg (Nachf. von Helmut Timm) u. Mitgl. des Sekr. der SED-Bez.-Ltg. Neubrandenb.; 1986 – 89 Mitgl. des ZR der FDJ; 1980 – 89 Abg. des Bez.-Tags Neubrandenb., Nov. 1989/90 1. Sekr. der SED-BL Neubrandenb. (Nachf. von  Wolfgang Herrmann); 1990 Mitgl. des PDS-Parteivorst. 1990/91 Vors. des PDS-Landesvorst. Mecklenb.-Vorp.; 1990/91 MdL Mecklenb.-Vorp.; 1991 – 94 selbst. Handelsvertreter; seit 1994 Fußballtrainer in Mecklenb.-Vorp., zunächst als Nachwuchstrainer bei Post Neubrandenburg, dann DFB-Landestrainer.Helmut Müller-Enbergs