...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Braunreuther, Kurt

* 28.7.1913 – ✝ 19.7.1975

Geb. in Leipzig; Vater Tapezierer; 1929 Abschluß des Gymnasiums; Ausbildung zum Schriftsetzer am Bibliogr. Inst. Leipzig; 1932 KPD; Rangierer in Leipzig; nach 1933 versch. Beschäftigungen, zeitw. arbeitslos; nach 1939 Eisenbahner im besetzten Polen, anschl. bis 1946 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 SED; Aufsicht auf dem Verschiebebahnhof Leipzig-Engelsdorf; Sonderreifeprüfung an einer Vorstudienanstalt, 1947 – 51 Studium der Wirtschaftswiss. an der HU Berlin; danach Assistent am Inst. für Pol. Ökon. der dortigen Wirtschaftswiss. Fak., 1955 Prom. mit der Diss. »Über die Bedeutung der physiokrat. Bew. in Dtl. in der zweiten Hälfte des 18. Jh.« (veröff. Berlin 1954); 1956 Doz. u. 1959 Habil. mit der Arbeit »Zur Geschichte des staatswiss. Faches an der HU Berlin im ersten Halbjahrhundert ihres Bestehens« (veröff. Berlin 1959); 1960 Prof. mit Lehrauftrag u. stellv., später kommissar. Dir. des Inst. für Pol. Ökon.; ab 1963 Ltr. der Arbeitsgr. Soziol. am Inst. für Wirtschaftswiss. der DAW, nach deren Umsetzung an das ZI für Philos. der DAW, ab 1969 dort Arbeitsgr.-Ltr. für Geschichte u. Kritik der bürgerl. Soziol.; 1964 Prof. mit vollem Lehrauftrag für Geschichte der ökon. Lehrmeinungen u. marxist. Soziol. an der HU; Ord. Mitgl. der DAW; Mitgl. des Wiss. Rats für Soziol.; Vors. des Krs.-Vorst. der Gewerkschaft Wiss. an der DAW; 1971 Honorarprof. für Geschichte der Soziol. an der HU Berlin. B. war beteiligt am systemat. Aufbau des Lehrfachs »Geschichte der pol. Ökon.« in den 50er Jahren; Anf. der 60er Jahre trug er maßgebl. zur Etablierung der Soziol. als offiz. Forschungs- u. Lehrdisz. in der DDR bei. Seine Forschungsarbeiten betrafen v. a. ökon. Aspekte in der Geschichte der Soziol.Ökon. u. Ges. in der dt. bürgerl. Soziol. Berlin 1964; Studien zur Geschichte der pol. Ökon. u. der Soziol. (Hrsg. Hermann Lehmann). Berlin 1978.Ulrich Jahnke / Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Brecht, Bertolt

* 10.2.1898 – ✝ 14.8.1956

Geb. in Augsburg; Vater Dir. einer Papierfabrik; seit 1908 Realgymnasium, erste Schreibversuche; 1914/15 erste Veröff.; 1917 Notabitur; Studium der Lit., Philos., später auch Med. an den Univ. München u. Berlin; 1918 Sanitätssoldat, Verbindungen zum Augsburger Soldatenrat u. zur USPD; 1921 Exmatrikulation; 1922 erste UA eines Theaterstücks (»Trommeln in der Nacht«, München); Kleist-Preis; 1923 UA »Baal« in Leipzig; Dramaturg u. Regisseur in München; 1924 Übersiedl. nach Berlin; bis 1926 zeitw. Dramaturg bei Max Reinhardt am Dt. Theater; Besuch der Marxist. Arbeiterschule (MASCH); 1927 erste Gedichtsammlung (Hauspostille); 1928 erster großer Erfolg mit der »Dreigroschenoper«; seit 1928 Ehe mit  Helene Weigel; 1930 Beginn der Herausgabe der »Versuche«; Febr. 1933 Emigr. nach Dänemark; Frühj. 1934 dt. Staatsbürgerschaft aberkannt; 1935 Teiln. am Internat. Schriftst.-Kongreß in Paris; ab 1936 Mithrsg. der Ztschr. »Das Wort« (Moskau); nach Kriegsausbruch 1939 über die Stationen Helsinki, Stockholm, Moskau Flucht in die USA; ab 1941 Exil in den USA (Santa Monica). 1947 Verhör vor dem Committee of Unamerican Activities, sofortige Rückkehr nach Europa, zunächst Schweiz, ab 1948 Berlin; 1949 Gründung des Berliner Ensembles (BE, mit Helene Weigel), erste Premiere: »Mutter Courage«, danach engagierte, weltweit gewürdigte Theaterarbeit mit Modellinszenierungen eigener u. fremder Stücke; 1950 österr. Staatsbürger; ab 1951 neben  Hanns Eisler u.  Paul Dessau zeitw. Ziel der SED-Kunstkritik in der Formalismusdebatte; NP; ab 1951 Präs. des dt. PEN-Zentrums Ost-West; 1953 Absetzung von Brecht-Stücken in der Bundesrep. Dtl. wegen (verkürzt) veröff. Solidaritäterklärung mit  W. Ulbricht nach dem 17. Juni, interne Kritik B.s an verfehlter SED-Politik; Präs. des dt. PEN-Zentrums Ost u. West; ab 1954 Theater am Schiffbauerdamm; Gründungsmitgl. der DAK u. Vizepräs.; 1954/55 Int. Stalin-Friedenspreis; 1955 erfolgreichstes Gastspiel des BE in Paris mit großer Auswirkung auf frz. Theaterkultur; gest. in Berlin. In seiner Programmatik, seinen Inszenierungen am BE sowie mit der analyt. Kraft seiner Werke zielte B. auf den aktiven Leser/Zuschauer u. die Veränderung der Ges.; verf. u. a. zeitgenöss. Stücke, wie »Die Gewehre der Frau Carrar« (1937) u. »Furcht u. Elend des Dritten Reiches« (1938), große Geschichtsdramen, so »Mutter Courage u. ihre Kinder« u. »Leben des Galilei« (1938/39), eine eigene – epische – Darstellungstheorie u. a. im »Kleinen Organon« (1948), dazu Lyrik, zumeist in freien Rhythmen, z. B. »Svendborger Gedichte« (1939) u. »Buckower Elegien« (1953).Große kommentierte Berliner u. Frankfurter Ausgabe (Hrsg. Werner Hecht u. a.). Berlin, Frankfurt (Main) 1988 ff.; Tagebü- Völker, K.: B. B. Eine Biogr. München 1976; Schumacher, E. u. R.: Leben B.s in Wort u. Bild (mit Bibl.). Berlin 1978; Mittenzwei, W.: Das Leben des B. B. oder Der Umgang mit den Welträtseln. Berlin, Weimar 1986; Fuegi, J.: B. & Co. Hamburg 1997; Hecht, W.: B.-Chronik 1898 – 1956. Frankfurt (Main) 1998; Mayer, H.: B./Hans Mayer. Frankfurt (Main) 1996.Bernd-Rainer Barth / Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Brehm, Erich

* 12.9.1910 – ✝ 15.11.1965

Geb. in Berlin; Lehrer, Schulrat. Gründete erstes Berliner Nachkriegskabarett »Kiki«; seit 1954 als Kabarettautor tätig; 1953 erster Ltr. des neugegr. Berliner Kabaretts »Die Distel«, verhalf ihr rasch zu Ansehen u. Bedeutung; 1958 Übergabe der Ltg. an Hans Krause, widmete sich danach der »Stacheltier«-Prod., der einzigen satirischen DEFA-Reihe; Autor zahlr. Kabarettexte u. Drehbücher für das »Stacheltier« u. Magazinsendungen; 1961 NP; gest. in Berlin.Unterhaltungskunst A – Z. Berlin 1975; Otto, R., Rösler, W.: Kabarettgeschichte. Berlin 1977.Gisela Winkler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Breitmeyer, Wilhelm

* 23.8.1887 – ✝ 6.10.1974

Geboren am 23. August 1887 in Gröningen/Krs. Oschersleben, Sohn einer Arbeiterfamilie; Tischler, Wanderschaft. 1907 Mitglied der SPD. Während des Weltkrieges aktiv in der Bremer SPD, 1917 Vorsitzender des USPD-Wahlvereins Bremen. Bevor Breitmeyer 1917 zum Militärdienst eingezogen wurde, hielt er sich zeitweise in Rumänien auf, da er in Bremen polizeilich gesucht wurde. Im November 1918 als Mitglied der Bremer Linksradikalen im Arbeiter- und Soldatenrat von Bremen. Stadtkommandant und Mitglied des Verteidigungsrates während der Bremer Räterepublik. Er flüchtete im Februar 1919, kam aber bereits im März nach Bremen zurück und wurde sofort inhaftiert. In die Bremer Bürgerschaft gewählt, wurde er 1919 aus der Haft entlassen. Breitmeyer war 1920 Orgsekretär der KPD in Bremen, ab 1921 selbständiger Tischler. Von April bis Juni 1933 »Schutzhaft«, dann wieder Tischler, später wurde er in einen Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet. Im Februar 1945 noch zur Wehrmacht einberufen, von Mai bis Juli 1945 in britischer Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein. 1945 übersiedelte Breitmeyer in die SBZ nach Olbernhau im Erzgebirge. Dort baute er die Gewerkschaft auf und wurde 1946 Mitglied der SED. Ab März 1947 war er 1. Vorsitzender des FDGB-Kreisvorstandes Olbernhau. Wilhelm Breitmeyer starb am 6. Oktober 1974.

Wer war wer in DDR

Bretschneider, Harald

* 30.7.1942

Geb. in Dresden; Eltern Handwerker. 1960 Abitur in Döbeln; 1960 – 65 Studium der Theol. an der KMU Leipzig; 1965/66 Hilfsarb. auf versch. Großbaustellen, Berufsabschl. als Zimmerer beim Baukombinat Magdeburg; 1966/67 Bausoldat in der NVA, erste Bemühungen um Einsatz von Bausoldaten in zivilen Bereichen; 1967/68 Baukombinat Magdeburg; 1969 Predigerseminar in Leipzig, anschl. bis 1979 Vikar u. Pfarrer in Wittgendorf (b. Zittau); 1969/70 Beteiligung an der Herstellung der Tonbildserie »Ohne kleine Leute keine großen Kriege«, gehörte seitdem zu den wichtigsten Inspiratoren u. Initiatoren kirchl. Friedensarbeit; 1979 – 91 Landesjugendpfarrer für Sachsen in Dresden, Gründungsinitiator versch. kirchl. Friedensgr. u. Org. von Gruppentreffen in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), Schöpfer der Symbole »Schwerter zu Pflugscharen« u. »Frieden schaffen ohne Waffen« im Herbst 1980, beteiligt an der Vorber. von Friedensdekaden, Initiator des Forums Frieden mit der Jugend mit 6.000 Teilnehmern am 13.2.1983 in Dresden; 1985 Konflikte mit der Kirchenltg. nach Thematisierung der Machtfrage; ab 1987 maßgebl. Beteiligung an der Vorber. der jährl. DDR-weiten Treffen kirchl. Friedens-, Umwelt- u. Menschenrechtsgr. »Frieden konkret« in Leipzig; seit Anf. 80er Jahre Berater für Wehrdienstverweigerer u. Inhaftierte, später auch für Ausreisewillige; seit 1987 Mitarbeit an der Konzipierung eines Zivildienstes, an der Durchführung des ersten Pilotprojektes im Dez. 1989 u. der Einführung des Zivildienstes 1990 beteiligt; Herbst 1989 Verbindungsmann zwischen opp. Krs. in Leipzig u. Dresden; Okt. 1989 Betreuung inhaftierter Demonstranten, Mitarbeit in der Gruppe der 20. 1991 Ltr. der Stadtmission Dresden.zu Fragen kirchl. Friedensarbeit auch des Luth. Weltbunds, u. a. 1984 vielbeachteter Vortrag »Frieden u. Gerechtigkeit in Europa« in Budapest.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brichmann, Karl

* 24.3.1902

Geboren am 24. März 1902 in Berlin-Weißensee als Sohn eines Handwerkers. Lehre und Arbeit als Schriftsetzer; 1920 Mitglied der KPD, ab 1923 in der sowjetischen Botschaft beschäftigt, arbeitete für den AM-Apparat der KPD und für die OMS der Komintern. Ab 1931 viel im Ausland unterwegs, kehrte Brichmann 1933 nicht mehr nach Berlin zurück. 1934 folgte ihm seine Frau Elisabeth Brichmann (* 3. 1. 1902) mit der dreijährigen Tochter zunächst nach Kopenhagen, 1936 nach Paris. Brichmann wurde im Sommer 1937 aufgefordert, nach Moskau zu kommen und reiste im August aus Paris ab. Er wurde am 3.August 1937 in Moskau verhaftet und am 4.Mai 1939 vom MKOG zu 20 Jahren Arbeitslager verurteilt. Während der Haft im Lager Nordost im Gebiet Magadan ist Karl Brichmann ums Leben gekommen. Seine Frau Elisabeth, die sich nach seinem Schicksal erkundigte, wurde im unklaren gehalten. Nach der Besetzung Frankreichs kehrte sie mit ihrer Tochter nach Deutschland zurück, kam in das Gefängnis nach Saarbrücken und wurde Anfang 1941 nach Berlin überführt. Ende Januar 1941 entlassen, lebte sie dann bis Kriegsende unter Polizeiaufsicht in Berlin. Sie schloß sich 1946 der SED an und lebte bis zu ihrem Tod am 23. Juni 1976 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Brie, Michael

* 24.3.1954

Geb. in Schwerin; Vater  Horst B., Diplomat, Mutter Journalistin, Bruder  André B.; aufgew. in China, Nordkorea, Berlin; 1972 Abitur; Volontär bei der Ztg. »Junge Welt«; 1972 – 74 NVA, 1974 SED; 1974 – 76 Philos.-Studium an der Univ. Leningrad, 1976 – 80 an der HU Berlin; ab 1977 beim MfS als IM erf., Okt. 1990 freiw. Offenlegung; 1980 Prom. mit einer Arbeit zum Verständnis von Arbeit u. Produktionsweise im hist. Mat., anschl. Assistent an der Sekt. Philos. der HU Berlin, 1982 nach »Revisionismus«-Vorwürfen Wechsel zur Sekt. Marx.-Lenin.; 1985 Habil. (Veröff.: »Wer ist Eigentümer im Soz.?« Berlin 1990), erneut massive »Revisionismus«-Vorwürfe; 1985 – 89 wiss. Mitarb. im Min. für HFS-Wesen; seit Mitte der 80er Jahre in informellen u. offiz. Forschungsgr., die sich um eine Modernisierung des Marxismus bemühten, begründete 1988 mit  Rainer Land u. Dieter Segert das reformtheoret. Forschungsprojekt »Konzeption eines mod. Soz.«, das darauf hinauslief, Perspektiven für eine soz. Entw. in der DDR an die Einführung von Institutionen der Moderne zu knüpfen, veröff. in: Rainer Land (Hrsg.): Das Umbaupapier. Berlin 1990; Nov. 1989 Mitbegr. der Plattform »Dritter Weg« in der SED, Initiator u. Mitautor des Programmentwurfs für die PDS, Dez. 1989 Mitgl. des PV der SED-PDS, Jan. 1990 Austritt aus dem Vorst. nach gescheiterten Bemühungen um eine vollst. Trennung der PDS vom SED-Parteivermögen. 1990 Mitbegr. des Inst. für interdisz. Zivilisationsforschung an der HU Berlin; 1990 Prof. für Sozialphilos. am Fachbereich Sozialwiss. der HU Berlin, nach freiw. Offenlegung seiner MfS-Kontakte zweimalige Entlassung u. vom Arbeitsgericht angeordnete Wiedereinstellung, 1994 Aufhebungsvertrag, Forschung zur Transformation pol. Strukturen in Rußland; Mitarb. in der PDS-Programmkommission, ab 1999 Mitgl. des geschäftsf. Aussch., 2004 – 08 stellv. Vors. des Vorst. der Rosa-Luxemburg-Stiftung; dort Dir. des Inst. für Gesellschaftsanalyse; 1998 Mitgl. der Grundsatzkommission der PDS bzw. Linkspartei.Zwischen den Zeiten (Hrsg. mit D. Klein). Hamburg 1992; Rußland wieder im Dunkeln? (mit E. Böhlke). Berlin 1992; Der Engel der Geschichte. Befreiende Erfahrungen einer Niederlage (mit D. Klein). Berlin 1993; Sozialismus als Tagesaufgabe. Berlin 2004 (mit D. Chrapa u. D. Klein); Ordnung aus Anarchie. Berlin 2004; Schöne neue Demokratie. Elemente totaler Herrschaft. Berlin 2007 (Hrsg.).Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Brinksmeier, Dankwart

* 11.12.1956

Geb. in Naumburg (Saale); Vater Theologe, Mutter Gemeindehelferin; 1962 – 76 POS u. EOS in Dresden, Mitgl. des Kreuzchors; 1976 – 83 Theolog. Seminar an der kirchl. HS Leipzig, während des Studiums Sonderausbildung zum Seelsorger für Jugendliche; 1983 – 89 Jugendpfarrer im Kirchenkr. Aschersleben, leitete dort den Ausreisekrs. der Harzgegend u. einen Homosexuellenkrs., ab 1987 pol. Kirchennacht mit diversen Gesprächskrs.; 1985 2. Theolog. Examen; seit Sept. 1989 Studentenpfarrer in Berlin; 7.10.1989 Mitbegr. der SDP in Schwante (b. Oranienburg), Mitwirkung beim Aufbau von Basisgr. u. des Bez.-Verb. Berlin, Stellv. u. Sprecher des Landesvors. der SPD Berlin (Ost); 15.1.1990 Mitbegr. des Bürgerkomitees »15. Jan.«; ab Jan. 1990 in der Arbeitsgr. Sicherheit des Zentr. Runden Tisches tätig; Febr./März 1990 Reg.-Bevollm. im Innenmin., verantw. für die Kontrolle der Auflösung des MfS.; März – Okt. Abg. der Volkskammer, Vors. des Innenaussch. Okt. 1990 – April 1991 arbeitslos, freier Mitarb. im Direktorat Sonderaufgaben der Treuhandanstalt, Berater zu den Biogr. der Ostführungskräfte; ab Aug. 1992 Stadtrat für Bildung u. Sport in Berlin-Mitte; Krs.-Vors. der SPD Berlin-Mitte; Vors. des Bernstein-Kautsky-Krs. e. V.; Publ. zu den Themen Nomenklatura u. Machtstrukturen außerhalb des MfS; Vors. der SPD Strausberg; 1996 Beigeordn. in Strausberg; 2002 stellv. Bürgermestr. von Strausberg; Dezernent für Schule, Kultur, Sport u. Soziales in der Stadtverw. Strausberg, dort Amtsltr. des Schul-, Kultur- u. Sportamts.990 – April 1991 arbeitslos, freier Mitarb. im Direktorat Sonderaufgaben der Treuhandanstalt, Berater zu den Biogr. der Ostführungskräfte; ab Aug. 1992 Stadtrat für Bildung u. Sport in Berlin-Mitte; Krs.-Vors. der SPD Berlin-Mitte; Vors. des Bernstein-Kautsky-Krs. e. V.; Publ. zu den Themen Nomenklatura u. Machtstrukturen außerhalb des MfS; Vors. der SPD Strausberg; 1996 Beigeordn. in Strausberg; 2002 stellv. Bürgermestr. von Strausberg; Dezernent für Schule, Kultur, Sport u. Soziales in der Stadtverw. Strausberg, dort Amtsltr. des Schul-, Kultur- u. Sportamts.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brodmerkel, Hans

* 29.3.1887 – ✝ 2.2.1932

Geboren am 29. März 1887 in Burgebrach/ Oberfranken. Er übersiedelte nach Bremen und wurde selbständiger Schlachter. Vor 1914 Mitglied der SPD und während des Krieges Vorsitzender der Fleischergewerkschaft. Als Funktionär der Bremer Linksradikalen wurde er im Juni 1916 wegen Verbreitung illegaler Flugschriften kurzzeitig inhaftiert. Brodmerkel war Delegierter der Linksradikalen auf dem USPD-Gründungsparteitag 1917 in Gotha und auf dem Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin. Er war Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in der Bremer Räterepublik 1919. In der KPD aktiv, wurde Brodmerkel 1923 deren Abgeordneter in der Bremer Bürgerschaft. Anfang 1925 als Rechter aus der KPD ausgeschlossen, wurde aber Ende 1925 wieder aufgenommen. Nach erneutem Ausschluß 1929 Übertritt zur KPO und Funktionär dieser Gruppierung. Hans Brodmerkel starb am 2. Februar 1932 in Bremen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brönnle, Karl

* 4.1.1879 – ✝ 29.5.1952

Geboren am 4. Januar 1879 in Reichenbach/ Württemberg, Sohn eines Eisenbahnexpedienten. Nach dem Besuch der Oberschule ebenfalls Eisenbahndienst (Eisenbahninspektor), aber zugleich auch Schriftsteller. Er schloß sich 1904 der SPD, 1917 der USPD und 1920 der KPD an und arbeitete als Literatur- und Theaterkritiker für Parteizeitungen. Brönnle hatte zwar keinen Einfluß im Parteiapparat, wurde aber von der Führung geschätzt, weil er gute Verbindungen zu bürgerlichen Kreisen besaß und als Fachmann für Kulturfragen galt. Von 1924 bis 1928 vertrat er die KPD im Württembergischen Landtag. Er stand auf dem rechten Flügel der KPD, die er 1929 verließ, um sich der KPO anzuschließen. Bald trat er politisch nicht mehr in Erscheinung. Bis zu seiner Pensionierung 1945 bei der Bahn beschäftigt, hat er sich auch nach 1945 nicht mehr politisch betätigt. Karl Brönnle starb am 29. Mai 1952 in Stuttgart.

Wer war wer in DDR

Brugsch, Theodor

* 11.10.1878 – ✝ 11.7.1963

Geb. in Graz; Vater Heinrich B., Ägyptologe; Gymnasium in Berlin; 1898 – 1902 Med.-Studium in Berlin, dort 1903 Prom.; 1903 – 05 am Krankenhaus Altona, 1906 – 09 Assistenzarzt an der II. Med. Klinik der Berliner Charité (b. Friedrich Kraus), hier 1909 Habil.; 1910 Titularprof.; 1917/18 beratender Internist, zul. Stabsarzt eines Kriegslazaretts in Rumänien; 1919 – 27 wieder an der II. Med. Klinik der Charité, 1921 a. o. Prof.; 1927 – Juni 1935 Ordinarius für Innere Med. u. Dir. der Med. Univ.-Klinik Halle, 1931 Mitgl. der Leopoldina, Nov. 1935 nach Konflikten mit dem NS-Regime Entpflichtung als Ordinarius; 1935 – 45 Privatpraxis in Berlin; Febr. 1945 kurzz. Verhaftung u. Verhöre durch die Gestapo im Zusammenhang mit der Verfolgungswelle nach dem Hitler-Attentat vom 20.7.1944. Juli 1945 – 57 Ordinarius für Innere Med. u. Dir. der I. Med. Klinik der Charité; Mitgl. des HS-Aussch. des Berliner Magistrats, 1946 – 49 Vizepräs. der Dt. ZV für Volksbildung, maßgebl. an der Wiederaufn. des Lehrbetriebs an den Univ. beteiligt; 1946 Mitbegr. (zus. mit  Johannes R. Becher) des Clubs der Kulturschaffenden in Berlin, 1947 Gründer u. Präs. der Sozialhilfe Groß-Berlin, 1948/49 als Mitgl. des Dt. Volksrats an der Ausarbeitung der DDR-Verfassung von 1949 beteiligt, 1949 Mitgl. des Nationalrats; 1949 Dekan der Med. Fak. der HU Berlin; 1949 Ord. Mitgl. der DAW; 1949 – 54 Abg. der Volkskammer; 1949 Mitgl. des Präsidialrats, 1957 Vizepräs. u. 1963 Ehrenpräs. des KB; 1956 NP; 1958 VVO; 1957 em.; gest. in Berlin. Wiss. Arbeiten auf den Gebieten der Herz-Kreislauf- u. Stoffwechselerkrankungen, der Ernährungslehre sowie der Zusammenhänge von Persönlichkeitsstruktur, Konstitution u. Krankheit.Arzt seit fünf Jahrzehnten. Berlin 1957. Konert, J.: T. B. Internist u. Politiker. Leipzig 1988.Peter Schneck / Elke Reuter

Wer war wer in DDR

Bruk, Franz

* 24.5.1923 – ✝ 7.9.1996

Geb. in Wien; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Bäcker; 1940 – 45 Wehrmacht, amerikan. u. brit. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Kassierer im Finanzamt Eberswalde; 1946 SED; 1946/47 Sekr. der DSF Eberswalde; 1949 Ltr. der KPS Eberswalde der SED; 1950/51 Studium an der PHS; 1951/52 Sekr. der SED-KL Senftenberg; 1952/53 1. Sekr. der SED-BL Cottbus; 1953/54 Studium an der PHS des ZK der KPdSU; 1954 – 58 1. Sekr. der SED-BL Halle (Nachf. von  Heinz Glaser); 1954 – 68 Abg. des Bez.-Tags Halle; 1958 – 66 Sekr. der SED-BL. Halle für Agit. u. Prop. (Nachf. von Kurt Benda), Ltr. der Ideolog. Kommission; 1964 u. 1976 VVO; 1966 – 73 Studiendir. bei den DEFA-Studios für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg (Nachf. von  Erich Mückenberger); 1967 – 71 Mitgl. der SED-BL Potsdam; polit. Mitarb. des Staatl. Komitees für Fernsehen.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Braunthal, Bertha

* 1.2.1887 – ✝ 1967

Geboren am 1. Februar 1887 in Wien als Tochter eines jüdischen Buchhalters. Sie war die ältere Schwester der bekannten Sozialisten Alfred und Julius Braunthal. Während des Weltkrieges kaufmännische Angestellte in einer Fabrik in den Niederlanden, dann in Berlin. Sie war mit dem britischen Staatsbürger William Clark verheiratet. Mitglied der USPD und auf deren Parteitag im Dezember 1919 in das sechsköpfige Sekretariat des ZK gewählt. Ab März 1920 leitete sie als Sekretärin die Propagandaarbeit unter den Frauen. Bertha Braunthal stand auf dem linken Flügel der USPD. Auf dem Spaltungsparteitag im Oktober 1920 in Halle kam sie in das vierköpfige Sekretariat des ZK der USPD (Linke). Der Vereinigungsparteitag von KPD und USPD (Linke) im Dezember 1920 wählte Bertha Braunthal in die Zentrale der KPD und übertrug ihr die Leitung des Frauensekretariats. Während der Parteikrise im Frühjahr 1921 gehörte sie zur Mehrheit der Zentrale, die Paul Levis Parteiausschluß forderte. Sie nahm am III. Weltkongreß der Komintern in Moskau teil. Auf dem VII. Parteitag der KPD im August 1921 und auf dem VIII. Parteitag 1923 wieder in die Zentrale gewählt und mit der Leitung des Frauensekretariats beauftragt. Später mit ihrem Mann in der Redaktion der von Julius Alpári geleiteten Zeitschrift der Komintern »Inprekorr« in Berlin, ab 1933 in London für die »Baseler Rundschau«, dem Nachfolgeorgan der »Inprekorr«. Nach Auflösung der Komintern 1943 war sie als Übersetzerin für die Kommunistische Partei Großbritanniens tätig. Berta Braunthal starb 1967 in Großbritannien.

Wer war wer in DDR

Bredel, Willi

* 2.5.1901 – ✝ 27.10.1964

Geb. in Hamburg; Vater Tabakarbeiter, Mutter Zigarrenkistenkleberin; Volksschule 1916 – 20 Ausbildung zum Dreher; 1916 – 33 Mitgl. des DMV, 1916/17 SAJ, 1917 – 20 Spartakusbund, 1919 KPD; arbeitete in versch. Metallbetrieben; 1921 arbeitslos; 1922/23 Wanderschaft; 1923 Teiln. am Hamburger Aufstand (war Waffenkäufer für den KPD-Bez. Wasserkante), 1924 deshalb zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, Haft in Hamburg, 1925 amnestiert; Seemann; journalist. Arbeiten für die »Arbeiterztg.« (Bremen), Taxichauffeur, Dreher; 1926 Red. des »Ruhrecho« (Essen); 1926/27 als Seemann nach Afrika u. in Mittelmeerländer; 1928 Maschinendreher in Hamburg; 1928 Red. der »Hamburger Volksztg.«, Mitgl. des BPRS Hamburg u. der KPD-BL Wasserkante; 1930 wegen »Vorber. liter. Hoch- u. Landesverrats« vom Reichsgericht zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt; schrieb während der Haft bis 1932 die Romane »Maschinenfabrik N&K« (1930) u. »Die Rosenhofstraße« (1931); 1933/34 »Schutzhaft« in Fuhlsbüttel; 1934 Emigr. nach Moskau, wo der Roman »Die Prüfung« erschien, der als erster internat. beachteter Roman (in 17 Sprachen übersetzt) über den Terror in einem dt. KZ berichtete; ab 1934 in Moskau Ltr. der dt. Sektion der Auslandskommission des sowj. Schriftst.-Verb.; 1934 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1936 – 39 mit  Bertolt Brecht u. Lion Feuchtwanger Hrsg. der liter. Ztschr. »Das Wort«; 1937 Interbrigadist, 1937/38 Kriegskommissar des Bat. »Ernst Thälmann« der 11. Internat. Brigade im span. Bürgerkrieg; schrieb 1939 in Paris das Buch »Begegnung am Ebro. Aufzeichnungen eines Kriegskommissars« (Kiew 1939); Aug. 1939 Rückkehr nach Moskau; ab 1941 Kriegsteiln. auf sowj. Seite, Mitarb. der PURKKA, Fronteinsätze u. Lehrer an der Zentr. Antifa-Schule 27 (Krasnogorsk); 1943 Mitbegr. des NKFD; Stalingrad-Medaille des Obersten Sowjets der UdSSR. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; Mitgl. der Initiativgr. des ZK der KPD für Mecklenb. (Ltr.  Gustav Sobottka); Instrukteur des ZK der KPD in Rostock, Mitbegr. u. bis 1949 Vors. (Landesltr.) des KB in Mecklenb.; Nov. 1945 Dr. h. c. der Univ. Rostock; 1947 – 49 Abg. des Mecklenb. Landtags; 1947 – 50 Chefred. der Lit.-Ztschr. »Heute u. Morgen«; 1949/50 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1949 – 51 Vizepräs. der DSF, Ltr. des Red.-Kolleg. der »Bibliothek fortschrittl. dt. Schriftst.«; 1950 Gündungsmitgl. der DAK; 1950 u. 1954 NP; 1952 – 56 Chefred. der »Neuen Dt. Lit.«; 1954 – 64 Mitgl. des ZK der SED; 1956 Hans-Beimler-Medaille; ab 1957 Mitgl. der Kulturkommission beim ZK der SED; 1960 Banner der Arbeit; 1961 VVO; ab 1962 Präs. der DAK (Nachf. von  Otto Nagel), die sich unter seiner Ltg. u. auf Beschluß des ZK der SED zur »soz. Akad.« entwickelte; die Romantrilogie »Ein neues Kapitel« (1959 – 64) ist einer der ersten Versuche epischer Aufarbeitung der Nachkriegszeit; 1964 Mitgl. des reorg. Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; gest. in Berlin.Ges. Werke in Einzelausgaben. 14 Bde. Berlin, Weimar 1962 – 76. W. B. Dok. seines Lebens. Berlin 1961; Sinn u. Form. Sonderheft W. B. (1965); Bock, L.: W. B. Leben u. Werk. Berlin 1967; W. B. – Findbuch des liter. Nachlasses. Bearb. von G. Weißenfels. Berlin 1987; Richter, R.: W. B., ein dt. Weg im 20. Jh. Rostock 1998; Nestler, B.: Bibliogr. W. B. Frankfurt (Main) 1999; Senenko, R.: W. B.s Exil in Prag 1934. Hamburg 2001; Schiller, D.: Zwischen Moskau u. Paris. Skizzen zu W. B. als Literaturpolitiker u. Verleger in den Jahren 1934 – 1939. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Breitenborn, Hugo

* 12.5.1894 – ✝ 1945

Geboren am 12. Mai 1894 in Leipzig-Probstheida, Sohn eines Malergehilfen; wurde Maurer und Schornsteinbauer. Von 1914 bis 1918 Soldat, 1919 Mitglied der KPD. Breitenborn gehörte der Leitung des UB Leipzig an und arbeitete an der »Sächsischen Arbeiterstimme«, dem Organ der BL Westsachsen. 1923 lebte er zeitweilig in der Sowjetunion. Ab 1929 war er Mitglied der BL Westsachsen, ab Januar 1930 auch Mitglied der erweiterten BL Sachsen, 1930 wurde er hauptamtlicher RGO-Funktionär in Sachsen und ab April 1932 Kassierer der RGO-Landesleitung Sachsen. Breitenborn war von 1929 bis 1933 Abgeordneter des Sächsischen Landtags. Bereits am 25. März 1933 in Leipzig verhaftet. Bis August 1934 »Schutzhaft«, danach Maurer. Er hatte Kontakte zur Widerstandsgruppe um Georg Schwarz, deshalb am 22.August 1944 erneut festgenommen und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Während des Transports in das KZ Bergen-Belsen ist Hugo Breitenborn Ende Februar/Anfang März 1945 umgekommen.

Wer war wer in DDR

Breitsprecher, Werner

* 13.10.1932 – ✝ 22.11.2007

Geb. in Völschow (Krs. Demmin); Vater Arbeiter; Volksschule; 1947 / 48 Landarb.; 1948 – 52 Lehre als Landmaschinen- u. Traktorenschlosser; 1952 SED; 1952 / 53 Abt.-Ltr. in der FDJ-KL Demmin; 1953 2. Sekr. der FDJ-KL Altentreptow; 1954 / 55 1. Sekr. der FDJ-KL Demmin; 1955 / 56 Lehrgang an der SED-BPS in Burg Stargard; 1956 – 60 Abt.-Ltr. Organisation u. 2. Sekr., 1961 – 65 1. Sekr. der FDJ-BL Neubrandenb.; 1959 – 63 Mitgl. der ZRK der FDJ; 1963 – 67 Mitgl. des FDJ-ZR; 1963 – 65 Fernstudium an der FS für Landw. in Groß Nemerow, Abschluß als staatl. geprüfter Landwirt; 1965 – 68 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1968 – 76 1. Sekr. der SED-KL Demmin; 1976 – 80 Sekr. für Agit. u. Prop., 1980 – 83 2. Sekr. der SED-BL Neubrandenb.; 1983 – 89 Lehrer an der SED-BPS Neubrandenb.; 1989 invalidisiert; gest. in Neubrandenb.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Bretschneider, Sylvia

* 14.11.1960

Geb. in Waren (Müritz); POS u. EOS in Waren, 1979 Abitur; 1979 – 83 Studium der theoret. u. angew. Sprachwiss. an der KMU Leipzig, Dipl.-Lehrerin; 1983 – 89 Lehrerin für Engl. u. Dt. in Neubrandenb.; 1989/90 Betriebsorganisatorin im Verkehrskombinat Neubrandenb.; 1990 SPD. 1990 – 94 Tätigkeit im Schulamt Neubrandenb.; 1991 – 97 stellv., seit 1997 Vors. des SPD-KV Neubrandenb.; 1991 – 2003 Mitgl. des SPD-LV Mecklenb.-Vorpomm.; seit Nov. 1994 MdL Mecklenb.-Vorpomm., 1994 – 2002 Ltr. des Arbeitskrs. Bildung, Wiss. u. Kultur sowie bildungs- u. jugendpolit. Sprecherin der SPD-Fraktion, 1998 – 2002 stellv. Vors.; 1999 – 2002 Mitgl. der Stadtvertretung Neubrandenb.; 1999 – 2003 stellv. Landesvors. der SPD Mecklenb.-Vorpomm.; seit 20.10.2002 Präs. des Landtags Mecklenb.-Vorpomm. (Nachf. von Hinrich Kuessner).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Brick, Martin

* 18.3.1939

Geb. in Demmin (Krs. Neubrandenb.); Grundschule in Kummerow (Krs. Stralsund) u. Stralsund; Abitur; Gartenbauarbeiter in Stralsund; 1959 – 64 Studium der Veterinärmed. in Leipzig; 1970 – 89 VdGB; 1971 – 87 CDU; 1971 – 78 Mitgl. des Kreistags Strasburg, stellv. Ltr. der Kommission Landwirtsch.; 1980 – 82 postgraduale Ausb. zum Fachtierarzt in Berlin; Fachtierarzt u. Ltr. einer Gemeinschaftspraxis in Woldegk (Krs. Strasburg); 1988/89 Mitgl. der CDU Lübeck-Hüxtertor; ab Mai 1990 Mitgl. des CDU-KV Strasburg; Juni – Sept. 1990 Reg.-Bevollm. für den Bez. Neubrandenb.; ab Aug. 1990 Landessprecher für Mecklenb.-Vorpomm.; 3. – 27.10.1990 Landesbevollm. Seit Okt. 1990 MdL Mecklenb.-Vorpomm.; 1990 – 94 Min. für Ernährung, Landwirtsch. u. Naturschutz; seit 1993 Mitgl. des CDU-LV Mecklenb.-Vorpomm.; Mitgl. des Kreistags Parchim, Vors. des Aussch. ländl. Raum; seit 1994 Mitgl. der CDU-Mittelstandsvereinigung Schwerin; 1994 – 98 Min. für Landw. u. Naturschutz Mecklenb.-Vorpomm.; 1998 – 2002 stellv. Vors. des Landwirtschaftsaussch. des Landtags; seit Juni 2000 Präs. des Dt. Fischereiverb.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Briksa, Gerhard

* 18.11.1924

Geb. in Berlin; Vater gelernter Kfm., tätig als Arbeiter; Volks- u. Aufbauschule; 1941/42 Uffz.-Vorschule, 1942 – 44 freiw. bei der Wehrmacht (Artillerie), Uffz.; 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule in Minsk. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 – 50 im VEB Tonwerk Dommitzsch zunächst Arbeiter, dann Einkäufer, zul. Betriebsassistent; 1950 Wirtschaftsschule Gotha, 1950 – 52 Studium an der Dt. Verwa.-Akad. Forst-Zinna; 1952/53 im VEB Schamottewerk Rietschen zunächst Assistent, dann Werkltr.; 1953 – 56 SED-KL Weißwasser, Sekr. für Wirtschaft, ab 1955 1. Sekr. (Nachf. von Heinz Krüger); 1956 – 60 AfG beim ZK der KPdSU in Moskau, Prom. mit Diss. zur Stellung der DDR im soz. Wirtschaftssystem; ab 1960 Mitarb. des ZK der SED, 1962 – 72 Ltr. der Abt. Leicht- u. Lebensmittelindustrie (Nachf. von  Paul Sonnenburg); 1967 u. 1974 VVO; 1972 – 89 Min. für Handel u. Versorgung (Nachf. von  Günter Sieber).Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Brock, Fritz

* 22.7.1931 – ✝ 6.12.2014

Geb. in Leipzig; Vater Dreher; Volks- u. Mittelschule. 1946 – 48 Lehre als Former; 1946 FDJ u. FDGB, 1947 SED; 1948/49 Arbeit als Former im VEB Leipziger Eisen- u. Stahlwerke; 1949/ 50 Sekr. der FDG-GO der VEB Leipziger Eisen- u. Stahlwerke; 1950/51 Betriebsassistent in den VEB Leipziger Eisen- u. Stahlwerken; 1951 Lehrgang an der Wirtschaftsschule Gotha; 1951 – 53 Betriebsteilltr. der VEB Leipziger Eisen- u. Stahlwerke; 1953 – 55 Instrukteur der Abt. Maschinenbau u. Metallurgie des ZK der SED, 1955 – 58 Sektorenltr., 1958 – 64 stellv. Ltr. der Abt. Maschinenbau u. Metallurgie; 1964/65 Ltr. der Abt. für ideolog. Arbeit bzw. Arbeitsgr.-Ltr. pol. Massenarbeit beim Büro für Industrie u. Bauwesen beim PB des ZK der SED; 1964 VVO; 1965 – 89 Ltr. der Abt. Gewerkschaften u. Sozialpol. (Nachf. von  Josef Steidl); 1970 u. 1981 VVO; 1968 – 77 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst.; 1972 Banner der Arbeit; 1975 u. 1981 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1976 Banner der Arbeit; 1976 – 89 Mitgl. der ZRK der SED; 1984 VVO; Dez. 1989 – Febr. 1990 Mitarb. der Kommission Wirtsch.-, Landw.- u. Sozialpol. des SED/PDS-PV, Beendigung der hauptamtl. Arbeit zum 28.2. 1990; anschl. Tätigkeit als Paketverteiler in einem Berliner Postamt, gest. in Berlin.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Broh, James

* 9.11.1867 – ✝ 1942

Geboren am 9. November 1867 in Perleberg/ West-Prignitz. Nach dem Studium Rechtsanwalt in Berlin, dann Justizrat. Stadtverordneter in Charlottenburg, ab 1917 führend in der USPD, linker Kritiker bei den Programmdebatten. 1920 trat Broh zur KAPD über, dort mit Franz Pfemfert und Otto Rühle Vertreter der »Einheitsorganisation« (Allgemeine Arbeiter-Union). Auf dem Parteitag der KAPD im Februar 1921 in Gotha stand im Mittelpunkt der Streit zwischen dem »föderalistischen Flügel«, den Broh zusammen mit Pfemfert vertrat, und dem »zentralistischen Flügel« mit Karl Schröder, Alexander Schwab und Fritz Rasch. Broh und Pfemfert verließen die KAPD und führten die AAU-E, 1926/27 gehörten sie mit Iwan Katz zum »Spartakusbund II«. Broh veröffentlichte politische und theoretische Artikel in der »Aktion«, etwa 1925 gegen Otto Rühle, vor allem aber wandte er sich gegen KPD und SPD. Er gehörte zu den engagiertesten Strafverteidigern von radikalen Kommunisten in der Weimarer Republik, war 1921 einer der Verteidiger von Max Hoelz. 1930 vorübergehend Mitglied der KPD, Zusammenarbeit mit der Roten Hilfe. Sofort nach dem Reichstagsbrand verhaftet und in einem der SA-Keller in Charlottenburg mißhandelt, erlitt er eine schwere Augenverletzung. Seine Frau Rosa (* 4. 10. 1863) erreichte seine Freilassung. Nach Ausschluß aus der Rechtsanwalt-Kammer flüchtete Broh 1933 zunächst in die Tschechoslowakei, anschließend nach Paris. Mitarbeit an antifaschistischen Blättern (»Das neue Tagebuch«) und in kleinen sozialistischen Gruppen, z. B. der von Willi Eichler geleiteten »Sozialistischen Warte« des ISK. Am 26. Oktober 1937 von der NS-Regierung ausgebürgert, lebte er mit seiner Frau nach dem Einmarsch der Wehrmacht zurückgezogen und starb im Sommer 1942 in Paris an einer Lungenentzündung. Henry Walter Brann widmete ihm in der Zeitschrift »Aufbau« im Oktober 1942 einen Nachruf, in dem es u. a. hieß: »Broh gehörte Zeit seines Lebens zu den wenigen selbstlosen und nur der Sache hingegebenen Politikern, die man auch auf der Linken mit der Laterne suchen mußte. Wäre er weniger gewissenhaft und nicht so vollständig integral gewesen, so hätte er zu den höchsten Posten aufsteigen können.« (* 1903 – † 1942?) Geboren am 28. November 1903 in Bernau bei Berlin; lernte das Schlosserhandwerk. 1923 wurde er Mitglied der KPD und arbeitete ehrenamtlich als Funktionär im Arbeitersport und im RFB. Von Dezember 1928 bis Dezember 1929 Orgleiter des 5. Verwaltungsbezirks der KPD in Berlin-Friedrichshain, anschließend Kassierer im KPD-UB Ost. Im Dezember 1930 vom Reichsgericht zu Festungshaft verurteilt, entzog sich Brückmann dieser Strafe durch die Flucht in die Sowjetunion. Hier war er unter dem Emigrantennamen Albert Müller »Kader-Müller« zunächst im Mitteleuropäischen Ländersekretariat der Komintern tätig, später mit Grete Wilde als Referent für die KPD-Angelegenheiten in der Kaderabteilung der Komintern. Er nahm als Beobachter des Mitteleuropäischen Sekretariats an der »Brüsseler Konferenz« im Oktober 1935 in Moskau teil, wurde 1936 Mitglied der Kommission zur Überprüfung der Politemigranten. »Kader-Müller« war tief in die Säuberungen verstrickt, insbesondere wegen seiner vielen Untersuchungsberichte, die zum Parteiausschluß von hunderten KPD-Emigranten führten. Er gab aber auch »Mitteilungen« an das NKWD weiter, die zu Verhaftungen und Verurteilungen der KPD-Funktionäre genutzt wurden. Im Herbst 1938 geriet er selbst in die Säuberungen. Er wurde mit Grete Wilde verhaftet und am 7.April 1941 durch das Sondertribunal des NKWD zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Georg Brückmann kam in das Lager Kotlas bzw. nach Workuta, wo er 1942 verstorben sein soll. Das Militärtribunal des Moskauer Militärbezirks »rehabilitierte« ihn am 26. März 1958. (* 1901 – † 1986) Geboren am 29. Mai 1901 in Leipzig; Tischler, 1919 Mitglied der USPD, 1922 der KPD. Expedient bei der BL Westsachsen in Leipzig, später auch Portier des Parteihauses in Leipzig (Czermaks Garten), Mitarbeiter des AM-Apparates für Sachsen, Ende 1931 verantwortlich für die Zersetzung bzw. Aufklärung innerhalb der Polizei. Als Vorgänger von Karl Plesse gehörte Brüderlein mit zu den führenden AM-Apparate-Leuten in Sachsen, nach 1933 illegale Arbeit, ab Juni 1934 Leiter des AM-Apparates in Leipzig. Er emigrierte in die Tschechoslowakei, war Mitarbeiter der Roten Hilfe und machte Grenzstellen- und Kurierarbeit. Im März 1939 verhaftet, wurde er während der Gestapoverhöre zur Zusammenarbeit gepreßt. Brüderlein selbst wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Freilassung V-Mann der Leipziger Gestapo, maßgeblich an der Verhaftung von Leipziger Widerstandskämpfern beteiligt. Nach dem Einmarsch der Amerikaner Flucht aus Leipzig, zunächst nach Kornwestheim, später in Esslingen am Neckar wohnhaft, war dort Schreinermeister. Alfred Brüderlein starb am 19. Mai 1986 in Esslingen.

Wer war wer in DDR

Broßelt, Max

* 30.4.1909 – ✝ 25.9.1990

Geb. in Marklissa (Krs. Lauban, Niederschles. / Lesna, Polen); Mutter Weberin, Vater Textilarb.; Volks- u. Berufsschule; 1923 SAJ; 1923 – 26 Lehre als Stellmacher in Marklissa; 1926 – 31 SPD; 1927 Arbeit als Tischler in der Möbelfabrik in Langenöls, 1927 – 40 mit »saisonbedingten Unterbrechungen« Arbeit als Parkettleger in der Parkettfabrik in Döbeln; Aug. – Nov. 1939 Militärdienst als Bahnschütze; 1940 dienstverpfl. als Stellmacher im Karosseriewerk Döbeln; 1942 / 43 Militärdienst im Kraftfahrpark Leipzig, April / Mai 1945 Soldat in der Wehrmacht. 1945 / 46 Arbeit als Stellmacher in der Feuerlöschgerätefabrik in Döbeln; 1945 / 46 SPD / SED; 1946 – 49 paritätischer Vors. des SED-KV Döbeln; ab 1947 Mitgl. der SED-LL Sachsen; 1949 polit. Mitarb. im SED-LV Sachsen u. 1. Sekr. der SED-KL Oschatz; 1949 – 52 Sekr. für Landw. der SED-LL Sachsen; Okt. 1952 – Jan. 1954 2. Sekr. der SED-BL Dresden; Jan. 1954 – Febr. 1955 Studium an der SED-PHS; 1955 – 59 Sekr. der SED-BPO bzw. Parteiorganisator des ZK im Min. für Land- u. Forstw.; 1959 – 62 Sekr. für gesamtdt. Verbindungen des ZV der VdgB, anschl. bis 1976 1. Sekr. des VdgB-BV Leipzig; 1966, 1974 u. 1979 VVO; gest. in Leipzig.Als Parteiarbeiter auf dem Lande. In: Wie wir angefangen haben. Berlin 1985.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Brühl, Georg Alex

* 22.2.1931 – ✝ 21.2.2009

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); nach Kriegsende mit der Familie Umsiedl. nach Sachsen, zunächst nach Zwickau, dann nach Karl-Marx-Stadt; Studium der Museologie; Fachrichtungsltr. für Kunstgesch. an der VHS; entwickelte sich in den 1950er Jahren zu einem Kunstsammler mit sicherem Instinkt für die Kunst des Jugendstils, des Impressionismus, Expressionismus u. Art déco; konzentrierte sich später auf Ikonen u. ostasiat. Kunst; ab 1963 vom MfS als IM »Peter« erfaßt; bekennender Schwuler; galt als Querkopf u. Egozentriker; seit 1965 zahlr. Ausstellungen mit Teilen seiner Sammlung, darunter 1972 in der Alten Nationalgalerie in Berlin; zahlr. Schenkungen an staatl. Museen; 1972 – 78 Sekr. der Künstlervereinigung »Galerie Oben«; Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt (Lesung dadaistischer Texte, Foyer-Ausstellungen); übereignete in den 1980er Jahren mehr als 1.000 Werke von DDR-Künstlern (Plastiken, Gemälde u. Arbeiten auf Papier) der Eremitage in Leningrad; Werke des Jugendstils gingen an das Kunstgewerbemuseum in Berlin-Köpenick, Einzelwerke von Künstlern des 20. Jh. an die Nationalgalerie Berlin u. 200 Werke regionaler Kunst stiftete er den Kunstsammlungen Karl-Marx-Stadt; prägte zeitweilig das künstl. Leben in Karl-Marx-Stadt mit. 1990 Gründung eines Kuratoriums zum Erhalt der Villa Esche (von Henry van de Velde erbautes Jugendstilhaus); Organisation von zahlr. nat. u. internat. Ausstellungen u. a. in Amsterdam, Innsbruck u. Bregenz; seit 2000 wurde B. unterstützt von einem Förderverein; lebte zuletzt auf Schloß Lichtenwalde bei Chemnitz. B.s umfangreiche Sammlungen gingen 2005 als Schenkung an den Freistaat Sachsen u. sind seit 2009 in den Museen Schloß Lichtenwalde u. Schloß Augustusburg der Öffentlichkeit zugänglich.Kunst um 1900. Gera 1985; Herwarth Walden u. der Sturm. Leipzig 1983; Jugendstil in Chemnitz. München 1991; Die Cassirers. Streiter für den Impressionismus. Leipzig 1991; Art déco. Dt. Porzellane 1910 – 1930. Leipzig 1992; Dt. Möbel der Gründerzeit. Leipzig 1992. Kunst nicht besitzen, sondern bewahren. In: Chemnitzer Almanach 1992; Des Sammlers Blick nach vorn. In: Stadtstreicher (2000) 9.Christoph Links

Wer war wer in DDR

Brundert, Willi

* 12.6.1912 – ✝ 7.5.1970

Geb. in Magdeburg; Vater Schriftsetzer u. Buchhalter; Schule, Abitur; in den 20er Jahren Mitbegr. einer soz. Schülergr.; Studium der Rechts- u. Staatswiss. an den Univ. Halle u. Frankfurt (Main); 1930 Mitgl. der SPD u. des Reichsbanners; 1935 Staatsprüfung in Frankfurt (Main); Prom. an der Univ. Hamburg über Polizeirecht; nach Mai 1933 illeg. pol. Aktivitäten in Halle gem. mit Carlo Mierendorff u. Theo Haubach; Vors. der soz. Studentensch.; pol. verfolgt; Staatsdienst, entlassen; Wirtschafts- u. Steuerberater; 1941 – 44 Wehrmacht, Offz.; 1944 – 46 brit. Kriegsgefangenschaft; 1946 im Schulungslager »Wilton Park«. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Prof. für Wirtschafts-, Steuer- u. Verw.-Recht an der Univ. Halle; Min.-Dir., Ltr. einer HA im Min. für Wirtschaft u. Verkehr der Landesreg. Sachsen-Anh.; Okt. 1949 verhaftet; Febr. 1950 gem. mit  Leo Herwegen im Dessauer Schauprozeß (gegen ltd. Mitarb. der Dt. Continental-Gas-Ges.) wegen angebl. »Wirtschaftssabotage« zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, 1957 entlassen; Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; 1958 Ltr. der Landesfinanzschule in Rotenburg (Fulda); 1962 Staatssekr. u. ab 1963 Chef der Staatskanzlei der Hess. Landesreg. in Wiesbaden; Dir. des Landespersonalamtes, 1964 – 70 OB von Frankfurt (Main); div. Aufsichtsratsposten; 1966 Präs. des Dt. Bühnenvereins, 1967 Präs. des Dt. u. Hess. Städtetags, 1968 Präs. der Stiftung Hilfswerk Berlin; gest. in Frankfurt (Main) an den Spätfolgen der Misshandl. in der Gefangenschaft.Der Begriff des Publikums im Polizeirecht. Hamburg (Jur. Diss. 1935); Grundzüge des neuen Wirtschaftsrechts. Leipzig 1949; Es begann im Theater. Berlin 1958; Rechtsstaat u. Unrechtssystem. Hannover 1963. Entlarvt. Die Geschichte eines aufgedeckten Riesenbetruges. Prozeß Herwegen, B. u. Komplicen. (Hrsg. Amt für Information der Reg. der DDR). Berlin 1950; Beckert, R.: Die erste u. letzte Instanz. Schau- u. Geheimprozesse vor dem Obersten Gericht der DDR. Goldbach 1995; Bouvier, B.: Ausgeschaltet! Sozialdemokraten in der SBZ u. in der DDR 1945 – 1953. Bonn 1996; Eik, J., Mittmann, W.: Der Dessauer Prozeß. DDR 1950: Ein Stück Justizgeschichte im Originalton. Radio-Feature 1997; Braun, J. u. a.: Die Hinterbühne polit. Strafjustiz in den frühen Jahren der SBZ/DDR. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth / Beatrix Bouvier

Wer war wer in DDR

Bräutigam, Alois

* 28.4.1916 – ✝ 10.1.2007

Geb. in Grünlos/Loucky (Böhmen); Vater Bergarb.; Volksschule in Neusattl; 1929 – 32 Ausbildung als Maurer, danach im Beruf u. als Bergmann tätig; 1929 Mitgl. des KJV u. 1934 der KP der ČSR; 1932 Mitgl. der Kampfgem. für Rote Sporteinheit; 1937/38 Dienst in der Armee der ČSR; 1939 – 42 Wehrmacht, OGfr.; bis 1945 wieder Bergmann u. illeg. antifa. Arbeit. 1945/46 im tschech. Polizeidienst; 1946 Aussiedl. nach Schmalkalden; zunächst Angeh. der VP; seither hauptamtl. in der SED tätig, zunächst in Schmalkalden, 1946 – 49 dort auch Stadtverordneter; 1949/50 1. Sekr. der SED-KL Arnstadt, 1950 Abg. des Krs.-Tags Arnstadt, 1950/51 1. Sekr. der SED-KL Weimar; 1951/52 PHS; 1953/54 1. Sekr. der SED-Stadtltg. Erfurt, Stadtverordneter in Erfurt, 1954 – 58 1. Sekr. der SED-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von Günther Röder); Mai 1958 – April 1980 1. Sekr. der SED-BL Erfurt (Nachf. von  Hermann Fischer); 1958 – Dez. 1989 Mitgl. des ZK der SED; zeitw. Mitgl. des Nat. Verteidigungsrats; 1958 – 81 Abg. der Volkskammer; 1960 Verdienstmedaille der DDR; 1966 zweimal VVO; 1976 KMO; Juni 1982 – 11.12. 1989 Vors. des ZA der Volkssolidarität (Nachf. von  Robert Lehmann).Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bredel, Willi

* 2.5.1901 – ✝ 27.10.1964

Geboren am 2. Mai 1901 in Hamburg, Sohn eines Tabakarbeiters. Lehre als Dreher, Mitglied der Arbeiterjugend, des Spartakusbundes und seit 1919 der KPD. 1923 Teilnahme am Hamburger Aufstand, zwei Jahre Haft; anschließend Seemann, Journalist und Dreher. Ab 1928 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, 1930 wegen »Vorbereitung zum literarischen Hoch- und Landesverrat« zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt. Während dieser Zeit schrieb er die Romane »Maschinenfabrik N&K« (1930) und »Die Rosenhofstraße« (1931), trat aber im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller wenig hervor. Im März 1933 verhaftet und in das KZ Fuhlsbüttel eingeliefert, 1934 entlassen, gelang ihm die Flucht über die âSR nach Moskau, wo im selben Jahr sein Roman »Die Prüfung« erschien, der als erster international beachteter Roman (in 17 Sprachen übersetzt) über den Terror in einem deutschen KZ berichtete. Bredel gab von 1936 bis 1939 gemeinsam mit Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger die literarische Zeitschrift »Das Wort« heraus. 1937/38 Kriegskommissar des »Thälmann-Bataillons« der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, anschließend über Paris erneut nach Moskau. Ab 1941 Angehöriger der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee, 1943 Mitbegründer des NKFD. Im Mai 1945 kehrte Bredel als Mitglied der Initiativgruppe des ZK der KPD für Mecklenburg unter Leitung von Gustav Sobottka nach Deutschland zurück, Vorsitzender des KB in Mecklenburg, Chefredakteur der Zeitschrift »Heute und Morgen« (1947 bis 1954). 1950 Gründungsmitglied der DDR-Akademie der Künste und ab 1963 deren Präsident sowie von 1953 bis 1956 Chefredakteur der »Neuen Deutschen Literatur«. Von 1954 bis 1964 war er Mitglied des ZK der SED und erhielt 1961 den VVO in Gold. Willi Bredel starb am 27. Oktober 1964 in Ost-Berlin. Zwischen 1962 und 1976 wurden 14 Bände seiner Gesammelten Werke in Einzelausgaben publiziert.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Breitenstein, Franz

* 16.2.1890 – ✝ 30.12.1968

Geboren am 16. Februar 1890 in Magdeburg als Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Former. 1907 Mitglied der Gewerkschaft (DMV), 1911 der SPD, 1917 der USPD. 1917 Einberufung zum Militär, er entzog sich im Mai 1918 durch Selbstverstümmelung dem Kriegsdienst. Nach fünfmonatigem Aufenthalt im Würzburger Lazarett im November 1918 Rückkehr nach Magdeburg. Ende Dezember 1918 war Breitenstein Gastdelegierter des Gründungsparteitags der KPD in Berlin, 1919 Mitbegründer von deren Ortsgruppe Magdeburg und später auch Mitbegründer des RFB. Von 1921 bis 1936 Kohlenträger bei Krupp-Gruson und zeitweilig Betriebsrat, ab 1937 Bauarbeiter. Von 1945 bis 1958 arbeitete er im VEB Schwermaschinenkombinat »Ernst Thälmann« Magdeburg als Brigadier. 1946 Mitglied der SED, zeitweilig Sekretär der SED-Parteileitung in der Eisengießerei des Kombinats. Franz Breitenstein starb am 30. Dezember 1968 in Magdeburg.

Wer war wer in DDR

Brendel, Manfred

* 14.12.1939

Geb. in Leipzig; Vater Architekt; Grund-, Mittel- u. OS in Leipzig, Abitur; 1957 – 64 Red. für Wirtschaft bzw. Lokales beim »Sächs. Tageblatt«; 1964 – 70 bei Radio DDR; 1967 – 75 Chefred. u. Cheflektor am Inst. für Verwaltungsorg. u. Bürotechnik in Leipzig; Fernstudium an der HfÖ Berlin-Karlshorst; Prom. auf dem Gebiet der Wissenschaftsorg. an der KMU Leipzig, 1973 Dr. oec.; 1975 – 78 stellv. OB von Leipzig für Wohnungspolitik u. Wohnungswirtsch.; 15.2.1979 – 1989 Vors. des Bezirksverb. Leipzig der LDPD (Nachf. von Brigitte Tilsner); März 1977 – Febr. 1990 Mitgl. des ZV der LDPD; Abg. des Bezirkstags Leipzig; 1986 – 90 Abg. der Volkskammer; Prof.; 1989 – 91 Chefred. u. Chefkorrespondent des LDPD-Zentralorgans »Der Morgen« in Berlin.Erhöhung der Effektivität des wiss. Arbeitsprozesses durch rationelle Gestaltung der Informationsbeziehungen interdisziplinärer Gemeinschaftsarbeit: Dargestellt am Beispiel des Inst. für Verwaltungsorg. u. Bürotechnik (Diss. A). Leipzig 1973; Zur ArbeitsweiseHelmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Breuer, Grit

* 16.2.1972

Geb. in Röbel; Lehre als Kauffrau für Bürokommunikation; begann bei BSG Medizin Röbel; KJS Neubrandenb., SC Neubrandenb., OSC Berlin, SC Magdeburg (Trainer Thomas Springstein); Spartakiade 1985 u. 1987 400 m (Gold); 1988 Junioren-WM; DDR-Mstr. 1989 200 m (in der Halle), 1989 u. 1990 400 m; 1988 Bronze bei Olympia 4 x 400 m (nur im Vorlauf eingesetzt); 1990 EM 400 m u. 4 x 400 m; 1989/90 acht Länderkämpfe für den DVfL. WM: 1991 400 m (Silber), 4 x 100 m u. 4 x 400 m (Bronze); 24.1.1992 nach einer verfälschten Dopingprobe in Stellenbosch/Südafrika zunächst freigesprochen, nach einem positiven Test am 5.4. bzw. 30.6.1992 wegen Medikamentenmißbrauchs durch den DLV zunächst für ein Jahr, danach vom Internat. Leichtathletikverb. für zwei Jahre bis 1995 gesperrt; 1996 Olympia-Bronze 4 x 400 m; WM: 1997 4 x 400 m (Gold), 1999 4 x 400 m (Bronze), 2001 4 x 400 m (Silber); EM:, 1998 4 x 400 m (Gold), 2002 4 x 400 m (Gold), 400 m (Silber); Hallen-WM: 2003 400 m (Bronze); Hallen-EM 1996/98 400 m (Gold); insg. 14 Titel bei Dt. Meisterschaften: 1991 200 m Halle, 1992 200 m u. 400 m Halle, 1996 400 m Halle, 400 m, 1997 200 m Halle, 400 m Halle, 200 u. 400 m, 1998 400 m Halle, 1999 400 m Halle, 2000 400 m, 2001 400 m; 2002 4 x 400 m; 1991 – 98 12 Länderkämpfe für den DLV; zwei Junioren-WR 400 m (51,24 s/1988, 49,42 s/1991); 1996 Silbernes Lorbeerblatt, 1999 »Goldene Henne«; 2005 Abschluss der Karriere wg. gesundheitl. Beschwerden; 2006 Verfahren gegen ihren Lebensgefährten und Trainer Thomas Springstein wg. Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen; Ermittlungen gegen B. wurden wg. Verbandaustritt eingestellt; lebt in Gerwisch (Sachsen-Anh.).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Brie, André

* 13.3.1950

Geb. in Schwerin; Vater  Horst B., Diplomat, Mutter Journalistin, Bruder  Michael B.; Kindheit in China u. Nordkorea; 1956 – 68 Schulen in Schwerin, Peking, Berlin, Pjöngjang u. Dresden; Abitur mit Berufsausbildung als Werkzeugmacher; 1964 FDJ, 1969 SED; 1968 – 71 NVA; 1971 – 76 Studium der Außenpol. an der ASR Potsdam; 1976 – 90 dort beschäftigt im Inst. für internat. Beziehungen, 1979 Prom. zum Dr. rer. pol. mit einer Diss. zur Sicherheitspol. der Bundesrep. Dtl.; 1981 UNO-Stipendiat; 1985/86 Mitgl. der DDR-Delegation bei der Genfer Abrüstungskonferenz; 1986 Prom. zum Dr. sc. rer. pol. mit einer Arbeit zu Abrüstungspol. u. militär. Gleichgewicht; verfaßte auch Kabarett-Texte, Kinderbücher u. Aphorismen; 1986 – 89 Doz. u. Lehrstuhlltr. für europ. Fragen der Sicherheit, seit 1987 Mitarb. am Forschungsprojekt Soz.-Theorie; 1989 Mitgl. des BV Berlin des SV, 1990 Ltr. des Bereichs Globale Probleme u. mod. Ges. am Inst. für Interdisz. Zivilisationsforschung der HU Berlin; Febr. 1990 Mitgl. des Präs. des PV der PDS, Ltr. des Wahlbüros u. der Kommission Pol. Bildung, ab Juni 1990 stellv. Vors. der PDS. Okt. 1991 – Ende 1992 PDS-Landesvors. von Berlin (Nachf. von Wolfram Adolphi), Niederlegung des Amtes, nachdem bekannt wurde, daß er 1970 – 89 vom MfS als IM »Peter Scholz« erf. war; Juni 1993 als Mitgl. des PDS-BV bestätigt, dem er bis Sept. 1998 angehörte; bis Juni 1997 Vors. der PDS-Grundsatzkommission, zugl. vom Amt des stellv. Vors. der PDS suspendiert; Wahlkampfltr. der PDS; ab 1999 – 2009 Abg. des Europaparl.; dort Mitgl. im Aussch. für ausw. Angelegenh.; 2003 Europawahlkampfltr. der PDS; 2003 Ko-Autor des PDS-Parteiprogramms; Mitgl. im Lenkungsaussch. des Petersburger Dialogs.Der Weisheit letzter Schluß. Berlin 1980; Die Wahrheit liegt in der Mitte. Berlin 1983; Wann soll man Bäume pflanzen? Wege zur Abrüstung. Berlin 1984; Militär. Gleichgewicht, Entspannung, Abrüstung. Berlin 1986; Intelligente Waffen oder intelligente Pol.? Berlin 1988; Ich tauche nicht ab. Berlin 1996; Aufbegehren zwischen Schmerz und Zorn. Hof 2004.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Brill, Hermann Louis

* 9.2.1895 – ✝ 22.6.1959

Geb. in Gräfenroda als Sohn eines Schneidermeisters; 1909 – 14 Studium am Lehrerseminar in Gotha; 1914 Volksschullehrer; im Ersten Weltkrieg Kriegsfreiwilliger; 1918 USPD, 1922 SPD; 1924 – 26 Jurastudium in Jena, 1929 jurist. Promotion; 1920 – 33 MdL Thüringen; 1923 Ministerialdir. im thüringischen Innenmin.; Richter am Disziplinarhof Jena; 1924 Vereinigung sozialdemokratischer Juristen; 1932 Mitgl. des Reichstags; 1933 Entlassung aus dem Staatsdienst; 1934 Mitgl. der Widerstandsgr. »Neu Beginnen«, 1936 mit Otto Brass Gründung der »Dt. Volksfront« in Berlin; 21.9.1938 Verhaftung durch die Gestapo, 28.7.1939 Verurteilung zu 12 Jahren Zuchthaus durch den VGH, bis 1943 Zuchthaus Brandenburg, 1943 – 45 KZ Buchenwald, 19.4.1945 Mitverfasser des »Buchenwalder Manifestes«. Anfang Juni 1945 Ministerpräs. von Thüringen, nach Übergabe Thüringens an die SMAD am 1. Juli 1945 statt einer Wiedergründung von SPD und KPD am 2. Juli 1945 Gründung des »Bundes demokrat. Sozialisten«, Mitte Juli Absetzung als Ministerpräs. auf Intervention von  Walter Ulbricht; nach zweimaliger Verhaftung durch sowj. Besatzungsbehörden Ende 1945 Flucht in die amerikan. Zone; 1946 – 49 Chef der hess. Staatskanzlei; 1949 – 53 MdB; Honorarprof. an der Univ. Frankfurt (Main).Gegen den Strom. Offenbach 1946; Das sowj. Herrschafts-System. Der Weg in die Staatssklaverei. Köln 1951; Die Problematik der mod. Staatstheorie. Berlin 1950. Overesch, M.: H. B. Ein Kämpfer gegen Hitler u. Ulbricht. Bonn 1992.Bernd Florath

Wer war wer in DDR

Brockhoff, Adolf

* 29.11.1919 – ✝ 7.10.1997

Geb. in Geseke (Westf.); 1930 – 37 OS u. Abitur in Neuß; 1938 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, geflohen. 1946 – 50 Studium der Theol. in Münster, Paderborn u. München; 1950 Priesterweihe in München; Übersiedl. in die DDR; 1950 – 53 Vikar in Merseburg, 1953 – 66 Studentenpfarrer u. Ltr. des Sprachenseminars in Halle; 1966 Absetzung u. Studienurlaub; 1968 – 71 Stadtpfarrer in Merseburg; 1957 – 71 vom MfS in den OV »Gift«, »Schleuse« u. »Tabernakel« erf.; charismat. innerkirchl. Kritiker u. Gegenspieler von  Alfred Bengsch, populär unter kath. Studenten u. Akademikern durch Vorträge in der gesamten DDR, Mitbegr. u. Aktivist im kirchen- u. gesellschaftskrit. »Aktionskrs. Halle« 1969 – 75; Sept. 1971 wegen Zölibatsverletzung als Priester suspendiert, arbeitslos, finanz. Unterstützung durch kath. Sympathisanten; 1975 Ausreise aus der DDR in die Bundesrep. Dtl.; 1975 – 85 Gymnasiallehrer für Religion in Wiesbaden, 1985 Ruhestand; gest. in Hünstetten.Und doch ist der Sommer nahe. Idstein (Taunus) 1989. Schäfer, B.: Staat u. kath. Kirche in der DDR. Köln, Weimar 1998.Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Brombacher, Ellen

* 15.2.1947

Geb. in Westerholt (Ruhrgebiet); Vater Arbeiter; Volksschule; 1959 Übersiedlung in die DDR; 1961 Mitgl. der FDJ; EOS, FDJ-Sekr. der A.-v.-Humboldt-Schule Berlin-Köpenick, 1965 Abitur u. Facharb.-Abschluß als Mechanikerin; 1965/66 Besuch der Komsomol-HS Moskau; 1966 SED; 1966 – 70 Abendstudium an der HU Berlin, Dipl.-Russistin; seit 1966 verantw. Funktionär in der FDJ-BL Berlin, 1966/67 Instrukteurin, 1967/69 Krs.-Vors. der Pionierorg. in Berlin-Friedrichshain u. Sekr. für Schulen der KL der FDJ; 1969 – 71 Abt.-Ltr. der FDJ-BL Berlin, 1971 – 73 Bez.-Vors. der Pionierorg. u. Sekr. der FDJ-BL Berlin; seit 1971 Mitgl. des ZR der FDJ u. 1981 – 84 seines Büros; 1973/74 PHS; seit 1975 Mitgl. der SED-BL Berlin (seit Juni 1975 des Sekr.); März 1975 – Juni 1984 1. Sekr. der FDJ-BL Berlin (Nachf. von Harry Smettan); 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1976 – 86 Mitgl. des Jugendaussch. der Volkskammer, seit 1986 Mitgl. des Aussch. für Kultur; VVO; 1984 – 89 Sekr. für Kultur der SED-BL Berlin (Nachf. von Horst Oswald); 3.12.1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorber. des a. o. Parteitages der SED/PDS im Dez. 1989. 1990 Sprecherin einer SED/PDS-Org. in Berlin-Mitte; 1992 Mitgl. der am 30.12.1989 gegr. Kommunist. Plattform der PDS, dort Landessprecherin von Berlin im Bundessprecherrat; 1996 Mitgl. der AG Antirassismus; bis Ende 1991 Küchenhilfe in einem Berliner Kindergarten, wegen »Staatsnähe« gekündigt, Umschulung, dann arbeitslos, Okt. 1994 – Aug. 1998 Sozialarb. für Ausländer, danach arbeitslos; Sprecherin der Kommunist. Plattform in der Linkspartei/PDS.Halt auf der Strecke. Berlin 1991; Der Schlag. Berlin 1993; Rückkehrer. Berlin 1994; Das neue UM-Denken. Berlin 1997; Die Moderne ist schön. Suhl 2001. Gaus, G.: Porträts 4. Berlin 1993.Wilfriede Otto

Wer war wer in DDR

Brückner, Christoph

* 25.12.1929

Geb. in Zwickau; Vater Friseurmstr.; bis 1948 OS, Abitur; 1945 LDPD; 1949 – 54 Studium der Med. an der HU Berlin; 1956 – 65 ltd. Arzt in Betrieben des Zwickauer Steinkohlenbergbaus; 1965 – 72 Ltr. der Bez.-Inspektion Gesundheitsschutz in den Betrieben beim Rat des Bez. Karl-Marx-Stadt; Juli 1967 – März 1990 Abg. der Volkskammer, Nov. 1967 – 89 Vors. des Aussch. für Gesundheitswesen (Nachf. von Günter Wiedemann); 1973 Dr. sc. med.; seit 1972 ord. Prof. für Arbeitshygiene u. Dir. des gleichn. Inst. an der FSU Jena; seit 1976 Vors. der LDPD Krs. Jena; Juni 1978 Mitgl. des ZV, seit April 1982 Mitgl. des Pol. Aussch. des ZV der LDPD; 1980 – 87 Dir. des Lehrstuhls für Arbeitsmed. an der HU-Berlin; April 1990 Präs. des DRK der DDR (Nachf. von Karl-Heinz Borgwardt). 1991 – 2001 Vizepräs. des DRK.Lehrbuch für ärztl. Sprechstunden. Dresden 1971; Gesundheits-, Arbeits- u. Brandschutz im Gesundheitswesen. Berlin 1987; Hygiene. Berlin 1989.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Brühl, Reinhard

* 23.8.1924 – ✝ 2.7.2018

Geb. in Chemnitz; Eltern Arbeiter; Volksschule; Maschinenschlosser; 1942 Wehrmacht, Ltn., 1944 sowj. Kriegsgefangenschaft, Zentr. Antifa-Schule Taliza. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; Eintritt in die Polizei, VP-Kommissar; 1950 – 54 Lehrer für Geschichte bzw. verantw. für ges.-wiss. Ausbildung an einer Politoffiziersschule der KVP; zeitw. Studium am IfG; 1954 – 58 Abt.-Ltr. in der Pol. Verw. der KVP bzw. NVA für ges.-wiss. Lehre an den Offiziersschulen; 1957 Oberst; 1958 – 61 Lehrstuhlltr. für Geschichte an der Militärakad. Dresden; 1960 – 63 Fernstudium Militärgeschichte an der KMU Leipzig; 1961 – 89 Dir. des Militärgeschichtl. Inst. Potsdam (Nachf. von  Wolf Stern), 1967 Prom. mit einer Arbeit über die Geschichte der Militärgeschichtsschreibung des preuß.-dt. Gen.-Stabes 1816 – 1945; 1970 Prof.; 1972 – 89 Vors. der Kommission für Militärgeschichte der DDR, 1979 Gen.-Major; 1985 – 90 Vizepräs. der Commission d’Histoire Militaire; 1986 NP; 1989 Ruhestand. B.s wiss. Arbeiten zur dt. Militärgeschichte folgen der Tradition der sowj. Militärgeschichtsschreibung.Militärgeschichte u. Kriegspol. Berlin 1973; Armee für Frieden u. Soz. Berlin 1985 (Hrsg.); Forschungen zur Militärgeschichte. Berlin 1998; 50 Jahre Nato. Schkeuditz 2000 (Hrsg.); Bundeswehrreform. Schkeuditz 2002 (Hrsg.). Nakath, D., Schröter, L. (Hrsg.): Militärgeschichte – Erfahrung u. Nutzen: Beiträge zum 80. Geburtstag von R. B. Schkeuditz 2005.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Brüning, Elfriede

* 8.11.1910 – ✝ 5.8.2014

Geb. in Berlin; Vater Tischler, Mutter Näherin; nach Abschluß der 10. Kl. Büroangestellte; 1929 Red.-Sekr. bei »Filmtechnik-Filmkunst« in Berlin; erste Veröff. in »Berliner Tageblatt«, »Vossische Ztg.«, »Frankfurter Ztg.«, »Berliner Börsenkurier«; Besuch der MASCH; 1930 KPD, 1932 Mitgl. des BPRS, Veröff. in kommunist. Ztg.; 1933 Sitzungen der KPD-Führung in der Wohnung der Eltern; 1933 – 35 illeg. pol. Arbeit im »Bund« u. Mitarb. an den »Neuen Dt. Blätter«, Prag; Ende 1935 Haft im Frauengefängnis Berlin, Barnimstraße; nach Entlassung Publ. des in der Haft geschriebenen Unterhaltungsromans »Junges Herz muß wandern« (Berlin 1936); 1937 – 48 Ehe mit dem Schriftst. u. Lektor Joachim Barckhausen; 1942 Geburt der Tochter Christiane (später ebenfalls Schriftst.); während des Krieges Aufenthalt auf dem Landgut der Schwiegereltern in der Magdeburger Börde. 1946 Rückkehr nach Berlin; KPD/SED; Red. der Ztg. u. Ztschr. »Sonntag«, »Die neue Ges.« u. »Neue Heimat«; seit 1950 freie Schriftst. u. Journalistin; 1980 Lit.-Preis des DFD, Kunstpreis des FDGB, Goethe-Preis der Stadt Berlin. B. erreichte mit ihren unterhaltenden, wirklichkeitsnahen Romanen u. Reportagen ein Massenpublikum. Ihre Themen waren Widerstand gegen das NS-Regime sowie das Leben der Frauen u. Jugendlichen in der DDR. Gest. in Berlin.Und außerdem ist Sommer. Leipzig 1934; ... damit du weiterlebst. Berlin 1949; Kinder ohne Eltern. Halle 1968; Kleine Leute. Berlin 1970; Lästige Zeugen. Tonbandgespräche mit Opfern der Stalinzeit. Halle 1990; Kinder im Kreidekrs. Report über Zwangsadoptionen u. Heimerziehung. Berlin 1992; Und außerdem war es mein Leben. Aufzeichnungen einer Schriftst. Berlin 1994; Jeder lebt für sich allein. Berlin 1999; Spätlese. Berlin 2000; Ich musste einfach schreiben, unbedingt … Essen 2008 (Hrsg. von E. Sent).Carsten Wurm

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brechenmacher, Hans

* 23.10.1892 – ✝ 28.4.1975

Geboren am 23. Oktober 1892 als Sohn eines Textilarbeiters und aktiven Sozialdemokraten in Weißenburg/Bayern; lernte Exportkaufmann und hielt sich bis 1914 in Südamerika auf. Im Weltkrieg Soldat, 1919 trat er der KPD bei. Seit 1921 arbeitete Brechenmacher in der Gewerkschaftsabteilung der KPD-Zentrale in Berlin, mußte aber Ende 1923 als rechter Kommunist ausscheiden. Wegen Fortführung der illegalen KPD 1924 kurz im Gefängnis, ab 1926 übernahm er verschiedene Funktionen im Parteiapparat. 1929 aus der KPD ausgeschlossen, soll zeitweilig der KPO angehört haben, war aber seit 1931 Funktionär der SAP, von 1933 bis zur Emigration 1937 in der Führung der illegalen SAP. Brechenmacher war dann in der Auslandsleitung der SAP in Paris aktiv. Er wurde 1943 in Lyon verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Brandenburg/Havel und im KZ Vaihingen absaß. Nach seiner Befreiung kehrte er 1945 nach Weißenburg zurück und war dort in der Finanzverwaltung angestellt. Er war für die Gruppe Arbeiterpolitik, die Nachfolgerin der KPO, tätig und hat in deren Organ publiziert, bis er 1959 in die Schweiz übersiedelte. Hans Brechenmacher starb dort am 28.April 1975.

Wer war wer in DDR

Bredemeyer, Reiner

* 2.1.1929 – ✝ 5.12.1995

Geb. in Vélez (Kolumbien); Volks- u. Realschule in Breslau; 1944/45 Wehrmacht. 1948 Abitur; 1949 – 53 Kompositionsstudium an der Akad. für Tonkunst München; 1954 Übersiedl. in die DDR, seit 1955 in Berlin; Mstr.-Schüler an der DAK bei  Rudolf Wagner-Régeny u. Lehrbeauftragter an der Staatl. Schauspielschule Berlin; 1957 – 60 musikal. Ltr. am Theater der Freundschaft, seit 1961 musikal. Ltr. am Dt. Theater; 1978 Mitgl. der AdK; 1983 NP; 1988 a. o. Prof. für Komposition an der AdK, dort Ausbildung von Mstr.-Schülern bis 1991. Seit 1993 AdK Berlin-Brandenb.; umfgr. Werk, u. a. Oper »Candide« (1986), zahlr. Bühnenmusiken, Liederzyklen »Die Winterreise« (1984) u. »Die schöne Müllerin« (1986), Kammer- u. Orchestermusiken »bagatellen für b« (1970), »(Cello) 2« (1971), »Kon-zerr-tino« (1972), »Di As (+-)« (1973), »Still leben (?)« (1978), »Dr. Martin Luther MACHT Gesänge« (1981), »Kleine Blas-phonie« (1982), »Alle neune. Eine Schütz(en)festmusik« (1984), »Einmischung in unsere Angelegenheit« (1985), »Kohl-Rabiates« (1986), »Ruhm, nicht zu verscherzen. Aber für Kammerensemble« (1989).Christiane Niklew

Wer war wer in DDR

Breitfeld, Walter

* 5.12.1903 – ✝ 21.6.1981

Geb. in Meinersdorf (Erzgeb.); Vater Textilarbeiter, Mutter Strumpfnäherin; Volksschule in Meinersdorf; 1918 – 21 Ausbildung zum Textilarb., 1921 – 31 im Beruf tätig; 1918 Mitgl. des Dt. Textilarbeiterverb.; 1921 – 23 Mitgl. im SAJ, 1921 – 33 ADGB, 1923 KJV, KPD; 1924 – 29 Mitgl. der KPD-Ortsltg. Meinersdorf; 1926 – 33 Mitgl. des RFB, Miltär. Ltr. in Meinersdorf; 1929 – 31 Montagearb. in Vukova (Jugosl.); organisierte im Winter 1932 Waffentransporte von der ČSR nach Dtl.; 1934 vom LG Freiberg in Abwesenheit wegen »Hochverrat u. Sprengstoffverbrechen« zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt; 1934 – 37 in Prag Instrukteur der KPD, Verbindungsmann zur RH; 1937 – 39 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg, Politkommissar in der XI. Brigade, Thälmann-Bat., verwundet; 1939 – 41 in Frankreich interniert, Mitgl. der illeg. KPD-Ltg., geflohen; in Toulouse u. Marseille weiter Verbindung zur KPD; 1941 in Schweiz verhaftet u. nach Frankreich ausgewiesen, zwei Mon. Haft, wiederum geflohen; 1941 – 45 Partisanenaktivität in Südfrankreich, Mitarb. in der BFD. Juni 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; Mitbegr. der KPD Meinersdorf; 1945 LPS Ottendorf; Org.-Sekr. der KPD Zwickau, 1946 – 48 1. Sekr. der SED-KL; 1948 LPS; ab März 1949 Angeh. der DVP, stellv. Ltr. der Pol.-Abt. der DVP-Landesbehörde; Okt. 1949 – Sept. 1953 Ltr. der Abt. Org. der Pol. Verw. der HV der DVP Berlin, dort Mitgl. der SED-Ltg.; 1953 – 55 Studium an der Abenduniv., Marx.-Lenin.; Nov. 1953 – April 1957 Vizepräs. der DVP, Inspekteur u. stellv. Ltr. für Pol. Arbeit im Präsidium der DVP Berlin; 1954 – 63 Abg. der Volkskammer, Mitgl. der SED-BL Berlin; April 1957 – Jan. 1962 Stellv. des Kdr. für Pol. Arbeit im Kdo. der Dt. Grenzpolizei bzw. 1960 – 62 der VP-NVA Politverw. Grenze, ab 1959 als Gen.-Major; 1958 Medaille für vorbildlichen Grenzdienst; aus gesundheitl. Gründen ab Jan. 1962 Vizepräs. des DRK (Nachf. von Emil Rische), Mitgl. des ZV der Gewerkschaft Gesundheitswesen; 1963 VVO; 28.2.1962 aus gesundheitl. Gründen Ruhestand, weiter ehrenamtl. Vizepräs. des DRK, Mitgl. des reorg. Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1966 Verdienstmedaille der NVA; 1968 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; Banner der Arbeit; 1973 VVO; 1978 KMO; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brenzel, Otto

* 22.5.1898 – ✝ 27.9.1945

Geboren am 22. Mai 1898 in Frankfurt/M.; lernte Schreiner. 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, später Funktionär der KPD im Bezirk Hessen, wurde im September 1930 im Wahlkreis Hessen-Darmstadt in den Reichstag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. 1933 zunächst illegale Arbeit, dann Emigration in die Schweiz, wo er 1936 verhaftet und nach Frankreich abgeschoben wurde. In Moskau erteilte ihm das Sekretariat des EKKI eine Rüge wegen seines Verhaltens vor dem Schweizer Gericht, er wurde aber nicht aus der KPD ausgeschlossen, wie ursprünglich vorgesehen. Brenzel soll auch in Spanien gewesen sein, bevor er nach Dänemark emigrierte und dort als Vertreter der Roten Hilfe wirkte. In Kopenhagen lebte er ab Anfang 1937 unter dem Decknamen Peter und leitete die Arbeit der Roten Hilfe für Dänemark, Norwegen und Schweden. Nach der deutschen Besetzung untergetaucht, hatte er Verbindungen zu dänischen Widerstandskreisen. Otto Brenzel starb am 27.September 1945 während einer Sitzung der KPD-Auslandsleitung in Kopenhagen an Herzschlag. Seine Frau Luise Wolf-Brenzel war 1941 in Deutschland zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Wer war wer in DDR

Breunig, Willi

* 2.2.1928

Geb. in Klein Auheim (b. Hanau); Vater Streckenwärter; einklassige Volks-, 1942 – 44 höhere Schule. 1945 – 50 Landarb.; 1950 – 52 FS für Landw.; 1952 – 55 Landw.-Studium an der HU Berlin, Dipl.-Landwirt; 1955/56 Betriebsassistent in einem VEG; 1956 – 62 wiss. Mitarb. im Inst. für Acker- u. Pflanzenbau, Prom. zum Dr. agr. mit einer Diss. über Pflegemaßnahmen auf Weideflächen; 1962 Doz., nach Habil. ab 1963 ord. Prof. für Acker- u. Pflanzenbau an der HU; 1963 SED; 1962 – 65 Prodekan der Landw.-Gärtner. Fak., 1963 – 67 Dir. des Inst. für Acker- u. Pflanzenbau, 1967 – 89 Dir. der Sekt. Pflanzenprod. der HU; verteidigte während der HS-Reform 1968 die Sekt. gegen eine geplante Reduzierung des Lehr- u. Forschungsprofils auf Gartenbau; 1973 stellv. Vors. des Beirats Agrarwiss. beim Min. für HFS-Wesen, 1975 Mitgl. des Interministeriellen Rats für den wiss. Vorlauf für die Land- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1977 Kand., 1981 Ord. Mitgl. der AdL; 1978 – 90 Präs. der Agrarwiss. Ges. (awig) (Nachf. von  Otto Liebenberg); Dr. h. c.; 1984 VVO u. 1988 Ehrenspange zum VVO; 1989/90 Prorektor für Agrarwiss. der HU Berlin; 1993 Altersrentner. Publ. insbes. zur Graslandw., federführender Autor des HS-Lehrbuchs »Futterprod.«. Berlin 1985.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Brie, Horst

* 1.2.1923 – ✝ 26.3.2014

Geb. in Berlin-Karlshorst; Vater Geschäftsreisender für chem. Geräte; Volksschule u. Gymnasium, Söhne  André u.  Michael; 1934 Emigr. mit den Eltern in die ČSR; Besuch des Stefan-Gymnasiums; 1.4.1939 Flucht nach Polen, Juli 1939 nach Großbritannien, Frühsommer 1940 zeitw. Internierung in Huyton bei Liverpool; Mitbegr. der FDJ in Großbritannien; Ausbildung zum u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1943 KPD. Juni 1946 Rückkehr über Jugosl. nach Dtl.; SED u. FDJ; nach Schwerin, Red. beim Landessender Schwerin, Vors. des FDJ-KV Schwerin, 1947 – 49 2. Vors. des FDJ-LV Mecklenb.; 1949 Sekr. der SED-KL Schwerin, 1949/50 Abt. Ltr. u. Sekr. des SED-LV Mecklenb.; 1950/51 Sekr. des LV Mecklenb. der NF; 1951 – 54 Dir. der MTS Leezen (Krs. Schwerin-Land); 1954 – 58 1. Sekr. des DSF-BV Schwerin (Nachf. von Heinrich Schwartze); Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 Eintritt in den diplomat. Dienst, 1958 – 61 1. Sekr. an der DDR-Botschaft in der VR China, 1961 – 63 Sekt.-Ltr. u. stellv. Abt.-Ltr. im Min. für Ausw. Angelegenh., 1963/64 Rat an der DDR-Botschaft in Peking; 1964 – 67 Botschafter in Nordkorea (Nachf. von Otto Becker); 1967 – 71 wissenschaftl. Berater im Min. für Ausw. Angelegenh.; 1971/72 Ltr. der Abt. Analyse, Prognose u. Planung im Min. für Ausw. Angelegenh.; 1974 – 82 Botschafter in Japan (Nachf. von Ernst Kube); 1976 VVO; 1983 – 90 Botschafter in Griechenland; 1988 Stern der Völkerfreundschaft.Erinnerungen eines linken Weltbürgers.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Brillke, Erwin

* 15.5.1920 – ✝ 24.9.1981

Geb. in Berlin; Vater kfm. Ang.; Volksschule, Gymnasium; Ausb. zum Kfm.; Versicherungsang.; 1940 RAD, Wehrmacht, amerikan. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 SPD/SED; 1945/46 Versicherungsang.; 1946 – 49 parität. Ltr. der Abt. Verw. der Wirtschaftsbetriebe im Parteivorst. der SED; 1949/50 Lehrgang an der PHS in Liebenwalde; Chefred. u. Ltr. des Dt. Filmverlags; stellv. Dir. des Betriebs Druckbedarf der Zentrag; 1952 – 60 Ltr. des Verlags »Das Volk« in Erfurt; 1960 – 64 Sachbearb. bzw. Red. der Betriebsztg. im VEB Starkstromanlagenbau Erfurt; 1964 – 77 Abt.-Ltr. bzw. Dir. eines Betriebsteils der DEWAG; 1977 – 81 Abt.-Ltr. im Dt. Bauernverlag.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brodde, Werner

* 14.8.1898 – ✝ 1955

Geboren am 14. August 1898 im pommerschen Pyritz als Sohn einer Kindergärtnerin, sein Vater war der jüdische Arzt Dr. Walter Gutmann, der aus Angst vor der Deportation 1939 Selbstmord beging. Nach Beendigung der Schule besuchte er die Präparandenanstalt und war von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg. Anschließend kaufmännische Lehre, arbeitete als Reisender und Vertreter. 1925 Mitglied der KPD. 1928 UB-Sekretär in Görlitz. 1929 wurde er Leiter der KPD im Stadtteil Breslau-West, 1930 Kassierer und Mitglied des Sekretariats der KPD-BL Breslau. Ende 1930 wurde er wegen »Beleidigung, Hausfriedensbruchs, Landfriedensbruchs und Widerstandes« zu 15 Monaten Gefängnishaft verurteilt. Nach seiner Entlassung zunächst Polleiter des Freidenkerverbandes in Breslau, dann ab Frühjahr 1932 Agitpropsekretär der KPD-BL Schlesien in Breslau. Brodde, der auch Vorsitzender der Stadtverordnetenfraktion der KPD in Breslau war, wurde Ende März 1933 verhaftet, bis Herbst 1933 im KZ. Von 1935 bis 1938 in der von der Mutter betriebenen Tabakwarenhandlung, anschließend war er wieder als Reisender und Vertreter tätig. Von 1942 bis 1944 Sachbearbeiter des Rüstungsbetriebes Rheinmetall-Borsig in Breslau-Hundsfeld. Im August 1944 als ehemaliger KPD-Funktionär erneut verhaftet und bis November 1944 im KZ Groß-Rosen festgehalten. 1945 kam Brodde nach Sachsen, wurde wieder Mitglied der KPD/SED und leitete den Sachsenverlag in Dresden, bis 1948 Generaldirektor der Export und Import GmbH in Dresden. Im Juni 1948 wurde er Sekretär für Wirtschaftspolitik des SED-LV Sachsen, später wurde er hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender des Verbandes Sächsischer Konsumgenossenschaften. 1953 wurde Brodde wegen »parteischädigenden Verhaltens« aus der SED ausgeschlossen und seine VdN-Anerkennung zurückgenommen. Nach Einspruch bei der ZPKK wieder Mitglied der SED. Werner Brodde starb im Sommer 1955.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brömmer, Hugo August

* 22.3.1895 – ✝ 6.12.1978

(* 1895 – † 1978) Geboren am 22. März 1895 in Schlotheim/Thüringen, Sohn eines Maurers; Seilerlehrling, 1911 Eintritt in den Deutschen Textilarbeiterverband, 1913 Mitglied der Arbeiterjugend. Von 1916 bis 1918 Soldat. Brömmer wurde 1917 Mitglied der SPD, trat 1919 der USPD bei und wurde ihr Ortsgruppenvorsitzender in Schlotheim. Im Herbst 1920 führte er die Mehrheit der Ortsgruppe in die VKPD. Von 1922 bis 1927 Stadtrat in Schlotheim und Mitglied des Kreisrates von Sondershausen, von Februar 1924 bis Februar 1927 Abgeordneter des Thüringer Landtags. 1928 in Pößneck KPD-Stadtverordneter, trat im Februar 1929 wegen des ultralinken Kurses aus der KPD aus und schloß sich im März 1930 der SPD an, für die er bis 1932 Abgeordneter im Kreisrat Saalfeld war. Als ehemaliger Funktionär der KPD bzw. SPD geriet Brömmer im August 1944 in die Verhaftungsaktion »Gewitter« der Gestapo und war bis Dezember 1944 im KZ Buchenwald inhaftiert. 1945/46 Parteisekretär der SPD in Pößneck, wurde im April 1946 Mitglied der SED und Angestellter der Stadtverwaltung Pößneck. Die Anerkennung als VdN wurde ihm 1950 aberkannt. Hugo August Brömmer starb am 6. Dezember 1978 in Pößneck.

Wer war wer in DDR

Brückner, Roland

* 14.12.1955

Geb. in Köthen (Sachsen-Anh.); 1961 Beginn mit dem Turnen; ab 1963 die KJS Berlin, Mitgl. des SC Dynamo Berlin (Trainer: Heinz-Dieter Schulze); 1972 fünf Siege bei der Kinder- u. Jugendspartakiade; 1975 – 90 SED; erster Olympiastart 1976 in Montreal, 3. Mannschaft; 1979 WM; bei den Olymp. Spielen 1980 Sieger am Boden, 2. Mannschaft, 3. Platz am Barren u. im Pferdsprung; 1981 WM u. EM am Boden; 23facher DDR-Mstr.; bis 1984 Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1984 Beendigung der sportl. Laufbahn; anschl. Trainer beim SC Dynamo Berlin. 1990 Mitarb. im Landratsamt Bernau, dort zuständig für Sportförderung; seit Jan. 1992 Turntrainer in der Nähe von Göppingen.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bruhn, Gustav

* 16.3.1889 – ✝ 3.2.1944

Geboren am 16. März 1889 in Angermünde, Sohn eines Eisenbahnarbeiters; lernte Tischler. Nach der Lehrzeit Soldat in Kiel, machte hier die Bekanntschaft seiner späteren Frau Elisabeth, die aus einer Landarbeiterfamilie stammte. 1912 trat er in Hannover der SPD bei. Im Weltkrieg zunächst bei einer Matrosendivision, später bei einer Pionierkompanie in Flandern. 1919 USPD und Delegierter des Spaltungsparteitags in Halle, 1920 Übertritt zur KPD. Bruhn wohnte in Heide/ Holstein, dort 1923 beim Aufstandsversuch festgenommen. Als Anhänger des linken Flügels der KPD Delegierter auf dem V. Weltkongreß der Komintern. Seit 1925 hauptamtlicher Parteisekretär für Heide-ltzehoe, von 1926 bis 1929 Mitglied der erweiterten BL Wasserkante sowie 1927 UB-Leiter in Lübeck. Im gleichen Jahre wegen Vertriebs einer Broschüre zur Zersetzung der Marine verhaftet, zu drei Jahren Festung verurteilt, kam auf die Festung Gollnow. Dort freigelassen, weil er 1928 im Wahlkreis Schleswig-Holstein als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt worden war. 1932 kam Bruhn nicht mehr ins Parlament. Im April 1933 »Schutzhaft«, zwar im Juli wieder freigelassen, jedoch wegen illegaler Arbeit für die KPD im September 1933 erneut verhaftet, am 14. März 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Seine Frau Elisabeth Bruhn erhielt 1934 zwei Jahre Gefängnis. Nach Verbüßung der Zuchthausstrafe kam Gustav Bruhn ins KZ Sachsenhausen. Dort 1939 entlassen, schloß er sich gemeinsam mit seiner Frau der kommunistischen Widerstandsgruppe Bästlein-Jacob-Abshagen an, beide wurden im Herbst 1942 abermals verhaftet. Nach den Fliegerangriffen auf Hamburg wurden sie für zwei Monate »beurlaubt«, doch meldeten sie sich nicht wieder, sondern gingen in die lllegalität. Bruhn geriet am 16. Dezember 1943 in die Hände eines Gestapospitzels, seine Frau wurde am 3.Februar 1944 verhaftet. Beide wurden ins KZ Neuengamme gebracht und dort am 14. Februar 1944 erhängt.

Brüning, Uschi

* 4.3.1947

Geb. in Leipzig; 1968 Gerichtssekr.; erste Auftritte mit einem Studioteam in Leipziger Studentenklubs; seit 1969 in Berlin, als Sängerin entdeckt von  [linkintern=?ID=1931]Horst Krüger[/linkintern], ab 1969  Klaus-Lenz-Band; Musikschule Berlin-Friedrichshain (Spezialkl. Tanzmusik, Gesang); seit 1970 Berufssängerin; 1971 erste DDR-Tournee mit der Klaus-Lenz-Band u.  [linkintern=?ID=1925]Manfred Krug[/linkintern]; 1972 2. Preis beim Internat. Schlagerfestival in Dresden für »Dein Name«, LP »U. B. u. das  Günther-Fischer-Quintett«; 1974 LP »U. B. + [linkintern=?ID=819]Günther Fischer[/linkintern]« (Konzertmitschnitt); mehrere Auftritte bei »Jazz in der Kammer« in Berlin; DDR-Tournee mit der [linkintern=?ID=2073]Klaus Lenz[/linkintern] Band (LP »[linkintern=?ID=2073]Klaus Lenz[/linkintern] Big Band 1974«); Auftritt mit der Lenz-Band bei der »Jazz Jamboree« in Warschau (LP); ab 1975 Gruppe U. B. & Co. (Künstler. Ltg. Hermann Anders); 1977 1. Jazzbühne Berlin; 1981 3. Preis beim Festival »Kärnten Internat.« (Österreich); DDR-Tournee mit der Klaus-Lenz-Modern-Soul-Bigband und vielen weiteren DDR-Sängerinnen und Sängern (CD mit Konzert im Berliner Palast der Republik); 1982 LP »Uschi Brüning« (mit einem Studioorchester, Ltr. Eberhard Weise); seit 1982 verh., 1983 Beginn der Zusammenarbeit mit  Ernst-Ludwig »Luten« Petrowsky; Tournee mit George Gruntz (Mitwirkung an »Jazz Opera«); 1985 1. Jazztage der DDR in Weimar (mit Eberhard-Weise-Bigband); 1986 1. Intern. Frauen-Jazz-Festival in Frankfurt (Main); 1987 (auch 1989 und 1991) Konzerte mit European Jazz Ensemble (jeweils LP-Veröffentlichungen); 1988 LP »Kontraste« (mit Petrowsky); 1989 »Jazz in der Kammer Nr. 160« in Berlin (mit Petrowsky Workshop Band); ab 1989  Eva-Strittmatter-Programm »Ich mach ein Lied aus Stille« (1990 unveröffentlichte CD mit Manfred Schmitz u. Petrowsky). 1992 CD »Features Of Usel« u. »Enfant« (beide mit Petrowsky); 1993 JazzFest Berlin (mit Vielharmonie u. RBT String Orchestra); ab 1993 Programm »Vier im Konzert« (mit  [linkintern=?ID=464]Annekathrin Bürger[/linkintern], Barbara Kellerbauer u. Carola Nossek); 1994 CD »Vergeudete Lüste – Jazz, Blues, Chansons« (zusammen mit Angelika Neutschel); 1995 CD »Not Missing Drums Project« (mit Lauren Newton u. Joelle Léandre); Live-CD mit dem Jugendjazzorchester Sachsen; 1996 CD »Cooperations« mit  [linkintern=?ID=1649]Georg Katzer[/linkintern] und Petrowsky; ab 1997 regelmäßige Auftritte in der Veranstaltungsreihe »Jazz – Lyrik – Prosa« (Mitwirkung auf den Live-CDs »Jazz – Lyrik – Prosa II« und »Breitmaulfrösche – Ein Stengel, 5 Jazzer und viele Epigramme«, bei beiden 1999 mit Petrowsky und der Gruppe Enfant); 2002 CD »Dein Name – Das Porträt«, 4.12.2002 Gastspiel in Wiglaf Drostes Benno-Ohnesorg-Theater in Berlin (mit Petrowsky), 2004 CD »Swingin’ Ballads«, Konzerte mit  [linkintern=?ID=1925]Manfred Krug[/linkintern], 2005 Konzerte »All that Jazz« (mit Petrowsky) u. »Poetry meets Jazz« (mit Droste).