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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Branoner, Ingeburg

* 14.2.1934

Geb. in Berlin; Mutter Angest., Vater Handwerker; 1940 – 45 Volksschule, zeitw. nach Ostpr., Schles. u. Thür. evakuiert; 1946 – 51 an der Anna-Magdalena-Bach-OS in Berlin-Pankow, erste Gedichte u. Nachdichtungen aus dem Engl. für Schulaufführungen; neben der Schule im RIAS-Kinderchor u. im Kinderensemble der Volksbühne, priv. Musikunterricht, Synchron-Sprechrollen bei der DEFA; nach der 10. Klasse Ausbildung zur Facharb. für Verkehrswesen; diverse Jobs, 1959 – 62 Sachbearb. beim Dt. Modeinst.; ab 1962 beim DDR-Rundfunk, bis 1966 Sekretärin u. Sachbearb. in der Musikred., 1966 – 69 Sachbearb. im Lektorat Tanzmusik, 1970 – 73 Red.-Assistentin, dann bis 1977 Produzentin in der Abt. Musikprod., dort Gestaltung u. Prod. der monatl. Musiksendung STUDIO IV, Studioprod. mit Solisten u. Gruppen, u. a. Modern Soul, Lift, Reform, Schubert Band, Peter & Paul, Keks, Prinzip, Neue Generation,  Bettina Wegner, MTS u. Maryla Rodowicz, Rote Gitarren u. Zwei plus Eins, Olsen Brothers, Fonográf, Aniko; seit 1963 Textautorin, u. a. für die Schlagerinterpreten  Andreas Holm,  Thomas Lück,  Frank Schöbel, Ina Martell,  Bärbel Wachholz, Rica Deus; »Bis zur Hochzeit ist alles wieder gut« (voc.: Karin Prohaska) wird »Schlager des Jahres 1965«; ab 1971 verstärkt Texte für Rock- u. Popmusik, insb. für Modern Soul mit Klaus Nowodworski u.  Regine Dobberschütz,  Stefan Trepte u. Reform,  Klaus Lenz u.  Uschi Brüning, Lift, Kathrin Lindner u. Schubert Band, Electra,  Horst Krüger Band, Zöllner, Passion, Neue Generation, Keks, Metropol, Prinzip sowie Peter & Paul, Gaby Rückert,  Veronika Fischer, Dina Straat, Anke Lauterbach,  Holger Biege, Heinz-Jürgen Gottschalk; legendäre Titel: »Klavier im Fluß« (Veronika Fischer), »Eine Mütze voller Träume« ( Thomas Natschinski), »Wenn die Blätter fallen« (Stefan Trepte), »Wenn der Abend kommt« (Holger Biege); »Fluß der toten Fische« (Klaus Nowodworski/1974) gilt als »erster echter Öko-Rocksong der DDR« (Michael Rauhut) u. durfte in der DDR nicht veröff. werden; seit 1977 freiberufl. Autorin; 1980 1. Preis beim Schlagerfestival in Dresden mit »Berührung« (Gaby Rückert), 1. Preis beim Internat. Songcontest in Tokio mit »Eine Ewigkeit« (Uwe Jensen), 1981 »Goldene Lyra« in Bratislava für »Gut’ Nacht Amigo« (Silly); Liederserie für DFF-Kinderfernsehen (mit Th. Natschinski); Nachdichtungen für ungar., poln. u. tschech. Bands; Veröff. in der Reihe »Poesiealbum« u. im Feuilleton des »Sonntag« u. der »Wochenpost«. Nach 1990 Synchrondrehbücher für das Fernsehen; 1996 u. 1997 jeweils 4. Platz beim dt. Grand Prix-Vorausscheid mit den Natschinski-Kompos. »Für dich ... mein Kind« (Anett Kölpin) bzw. »Zwischen Himmel u. Erde« (A. Lauterbach); 1999 CD »Gefühle« (14 Texte für A. Lauterbach); insg. Texte für mehr als 1.000 Rundfunk- bzw. Schallplattentitel; lebt in Berlin. B. hat durch ihre zahlr. Texte u. langj. Studioarb. mit prominenten Gruppen die Entw. der DDR-Rockmusik mitgeprägt u. gilt als Pionierin dt.-sprachiger Rocklyrik.Oppel, M.: Text: Branoner. Sonntag (1982) 43; Hönig, B.: Das gute Wort zum guten Ton. Wochenpost, 9.1.1987.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brass, Otto

* 21.12.1875 – ✝ 13.11.1950

Geboren am 21. Dezember 1875 in Wermelskirchen, Sohn eines Webers. Feilenhauerlehre, von 1895 bis 1897 Militärdienst. Brass trat 1893 der Gewerkschaft und zwei Jahre später der SPD bei. Von 1897 bis 1903 war er selbständiger Feilenhauermeister in Remscheid, anschließend Krankenkassenangestellter. Ab 1898 Vorsitzender der Filiale des Feilenhauerverbandes und Vorstandsmitglied der SPD Remscheid, 1905 Geschäftsführer und Verleger der »Arbeiterzeitung« in Remscheid. 1914 Gegner der Politik des Parteivorstandes, wurde 1917 Mitglied der USPD und Vorsitzender der Bezirksorganisation Niederrhein sowie Geschäftsführer der »Bergischen Volksstimme«. Von 1917 bis 1920 gehörte er dem ZK der USPD an. Brass war für Düsseldorf Delegierter zum 1. und 2. Reichsrätekongreß, er trat für die Annahme der 21 Bedingungen zur Aufnahme in die Komintern ein. 1919 Abgeordneter der Nationalversammlung und von 1920 bis 1924 des Reichstags (Wahlkreis Düsseldorf-Ost). Im Dezember 1920 wurde er Mitglied der Zentrale der VKPD, schied aber bereits zwei Monate später aus diesem Gremium aus. Brass unterstützte die von Paul Levi eingebrachte Resolution gegen die Haltung der Komintern zur Gründung der KP Italiens. Im August 1921 nahm er noch am VII. Parteitag der KPD teil, wurde aber im Januar 1922 aus der KPD ausgeschlossen und trat der KAG bei. Anschließend ging er zur USPD und ab September 1922 zurück in die SPD. Brass gründete 1920 den Zentralvertrieb zeitgeschichtlicher Bücher und übernahm 1921 die Laubsche Verlagsbuchhandlung, beide Institutionen leitete er bis 1933. Im März 1933 von der SA verhaftet und im KZ Columbiahaus gefoltert. Nach seiner Freilassung suchte Brass Kontakt zu ehemaligen Mitgenossen und bildete mit Hermann Brill die Widerstandsgruppe Deutsche Volksfront, die Verbindung zur Gruppe »Neu Beginnen« hatte. 1935 verfaße er ein »10-Punkte-Programm für die Entwicklung nach dem Sturz Hitlers«. Im September 1938 wurde Brass mit der Mehrzahl der Mitglieder dieser Widerstandsgruppe Opfer einer Verhaftungswelle. In der Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße schwer gefoltert, im Juli 1939 vom VGH zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, saß er bis zur Befreiung im April 1945 in Brandenburg/Görden. Brass gehörte sofort dem Vorbereitenden Gewerkschaftsausschuß für Groß-Berlin an und war Mitunterzeichner des Aufrufs zur Schaffung freier Gewerkschaften vom 15. Juni 1945. Er arbeitete hauptamtlich im FDGB-Bundesvorstand und in der Versicherungsanstalt Groß-Berlin und war seit 1946 Mitglied der SED. Otto Brass starb am 13. November 1950 in Masserberg/Thüringen. Sein Sohn Otto Brass jun. (*11. 9. 1900 – † 23. 9. 1972), geboren in Remscheid, von Beruf Elektriker, war seit 1920 Mitglied der KPD und lebte ab 1932 mit der Familie in der UdSSR. Dort am 28. August 1937 vom NKWD verhaftet, wurde er am 16. Februar 1938 wegen »konterrevolutionärer Tätigkeit« zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Seine gesamte Familie, Frau und drei Kinder, wurde nach Sibirien verbannt. Otto Brass jun. war ununterbrochen bis 1954 im Gulag. Erst am 8.April 1954 wurde er entlassen und am 28.März 1955 durch die sowjetischen Behörden rehabilitiert. Er kehrte nicht nach Deutschland zurück und starb in Fergana/Usbekistan.

Wer war wer in DDR

Brauer, Fritz

* 18.10.1883 – ✝ 31.5.1970

Geb. in Buchen (Krs. Wirsitz, Westpr./Łuchowo, Polen); Volksschule u. Gymnasium in Bromberg; Ausbildung zum Forstwirt; bis 1918 Berufsoffz.; Mitgl. der Dt. Volkspartei; 1919 – 43 Geschäftsf. land- u. holzwirtschaftl.-techn. Fachorg.; 1943 – 45 freiberufl. tätig. 1945 Mitbegr. der CDU; Mitgl. der CDU-Krs.-Aussch. Potsdam; 1946 Ltr. des Aussch. für Forstw., Landeskultur u. Naturschutz beim LV Brandenb., zugl. Mitgl. des Aussch. Land- u. Forstw. beim CDU-HV; 1946 – 50 Abg. des Landtags Brandenb., Mitgl. des Präs.; 1947 – 51 Mitgl. des Hauptaussch. u. des HV der VdgB (einziger Vertreter einer »bürgerl. Partei« in diesem Gremium), ab 1948 einer der Vertreter der VdgB im DWK-Plenum; 1948 – 54 Beisitzer bzw. Mitgl. des HV der CDU; 1949 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer, ab 1950 auch Mitgl. der Länderkammer; 1950/51 als Vertrauter des VdgB-Gen.-Sekr.  Kurt Vieweg führend beteiligt am »Gesamtdt. Arbeitskrs. für Land- u. Forstw.«Scholz, M. F.: Bauernopfer der Dt. Frage. Der Kommunist Kurt Vieweg im Dschungel der Geheimdienste. Berlin 1997.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Braun, Edgar

* 9.6.1939

Geb. in Molbitz (Krs. Altenburg); Vater Dispatcher, Mutter Hausfrau; 1957 Abitur u. Eintritt in das MfS, Krs.-Dienststelle Altenburg, dann Zweijahreslehrgang an der JHS Potsdam-Eiche; 1959 SED; operativer Mitarb. in der BV Leipzig, Abt. II (Spionageabwehr); 1961 Versetzung zur HA II, MfS Berlin; 1975 – 80 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1977 stellv. Abt.-Ltr., 1978 Abt.-Ltr.; 1982 Versetzung in die HA XIX (Verkehr, Post, Nachrichtenwesen), dort Ltr. der HA (Nachf. von Helmut Griebner); 1986 Gen.-Major; Nov. 1989 ltd. Mitarb. des AfNS, 1990 Berater des Staatl. Komitees zur Auflösung des AfNS, später Immobilienmakler.Grimmer, R. u. a. (Hrsg.): Die Sicherheit. Berlin 2002 (Mitautor).Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Braun, Otto

* 28.9.1900 – ✝ 15.8.1974

Geboren am 28. September 1900 in Ismaning bei München, Sohn eines Buchhalters, der bereits 1901 verstarb. Er besuchte (Freistelle) die Lehrerbildungsanstalt Pasing. 1917 dem »Vaterländischen Hilfsverein« beigetreten, wurde er 1918 eingezogen und kam als Soldat an die Front. Im Dezember 1918 Mitglied der FSJ. Im April 1919 Mitglied der KPD. Wegen Teilnahme an den Kämpfen der Münchner Räterepublik flüchtete Braun und hielt sich bis Frühjahr 1921 in Norddeutschland auf, wirkte u. a. in Hamburg als Referent der BL Wasserkante. Nach dem Kapp-Putsch schloß sich Braun zeitweilig der KAPD an, kehrte im Herbst 1920 aber zur KPD zurück. Von Frühjahr 1921 bis 1923 im AM-Apparat der Zentrale der KPD angestellt. Braun wurde am 28. Juli 1921 wegen eines von ihm organisierten Aktenraubs bei dem weißgardistischen Oberst Freyberg in Untersuchungshaft genommen, aber auf Kaution freigelassen. Vor Gericht behauptete er, nur zum Schein mit Kommunisten zu verkehren, in Wirklichkeit sympathisiere er mit den Rechtsparteien. Am 9.Mai 1922 zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt, ging auf Anweisung der KPD in die Illegalität. Volontär beim Pressedienst der KPD bzw. Redakteur der Parteizeitung »Volkswille« in Suhl. Anfang 1924 Orgsekretär für die illegale BL Thüringen. 1923/24 Anhänger der Mittelgruppe, nach dem IX. Parteitag 1924 wieder in den Apparat des ZK übernommen. Als Leiter der Abwehr führte er »Spezialaufträge« durch und schrieb Artikel in der militärpolitischen Zeitschrift »Oktober«. Am 10.September 1926 als sogenannter Reichsnachrichtenleiter der KPD in Berlin verhaftet, er blieb eineinhalb Jahre in Untersuchungshaft. Der Prozeß im Mai 1928 gegen Braun sollte die illegale Arbeit der KPD enthüllen. Doch am 11.April 1928 gelang es der KPD, ihn in einem Handstreich durch fünf Bewaffnete gewaltsam aus der Untersuchungshaft zu befreien, er floh mit seiner Freundin Olga Benario nach Moskau. Dort lebte er unter dem Decknamen Wagner. Ab Sommer 1928 in Moskau militärische Ausbildung, anschließend Kursant an der Frunse-Kriegsakademie, die er 1932 mit »Auszeichnung« und dem Dienstgrad Regimentskommandeur abschloß. Im April 1932 entsandte ihn die Komintern nach Charbin/China. Hier war Braun zunächst Resident der GRU, fungierte von Herbst 1932 bis 1939 als militärischer Berater des EKKI-Vertreters (1932–1934 war das Arthur Ewert) beim ZK der KP Chinas. Braun war der einzige deutsche Teilnehmer des legendären »langen Marsches« von Maos Armee. Ende 1939 nach Moskau zurückgekehrt, erhielt er durch die IKK eine strenge Rüge wegen angeblicher fachlicher und politischer Fehler 1934 in China. Er war bis Oktober 1941 Übersetzer und Redakteur im Moskauer Verlag für fremdsprachige Literatur. Bis Frühjahr 1946 Politinstrukteur in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern für deutsche und später auch japanische Offiziere. Von 1948 bis 1954 erneut im Verlag für fremdsprachige Literatur, wurde 1948 sowjetischer Staatsbürger. Im April 1952 in den sowjetischen Schriftstellerverband aufgenommen, lebte er bis Mai 1954 als freier Schriftsteller in Moskau. Nach wiederholten Bemühungen übersiedelte Otto Braun im Juni 1954 in die DDR und wurde Mitglied der SED. Mitarbeiter am IML, Übersetzer zahlreicher russischer Bücher und ein verantwortlicher Redakteur für die deutsche Ausgabe der Werke W. I. Lenins, von 1961 bis 1964 Erster Sekretär des Schriftstellerverbandes der DDR. Im »Neuen Deutschland« vom 27. Mai 1964 wandte er sich scharf gegen die chinesische Führung. Unter der Überschrift: »In wessen Namen spricht Mao Tse-tung?« griff er seine ehemaligen chinesischen Genossen an, deren Politik ihn »schmerzlich berühre«. 1970 erhielt er den Karl-Marx-Orden. Otto Braun starb am 15. August 1974 während eines Erholungsaufenthalts in Warna/Bulgarien.Bernd-Rainer Barth / Wilfriede Otto

Wer war wer in DDR

Bräunig, Werner

* 12.5.1934 – ✝ 14.8.1976

Geb. in Chemnitz, Vater Hilfsarb., Mutter Näherin; Volksschule; nach 1945 Gelegenheitsarb. u. Schwarzmarktgeschäfte; Erziehungsheim, Schlosserlehre; wegen Schmuggels zu drei Jahren Haft verurteilt, beim Einsatz im Oelsnitzer Steinkohlenwerk u. der Schneeberger Papierfabrik auf zwei Jahre reduziert; 1954/55 Papiermaschinengehilfe im VEB Papier- u. Kartonfabrik Niederschlema; 1956 Instrukteur der FDJ-KL Schneeberg; 1956 – 58 Heizer in der Stadtwäscherei; erste Schreibversuche (ermutigt durch Rudolf Fischer), Volkskorrespondent für die Ztg. »Volksstimme« (Karl-Marx-Stadt); 1957 Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Junger Autoren der Wismut AG, Veröff. in den Ztschr. »Junge Kunst« u. »Neue Dt. Lit.«; 1958 SED; 1958 – 61 Studium am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig, Praktikum in der Wismut AG (mit Horst Salomon); verf. 1959 in Vorber. der 1. Bitterfelder Konferenz den Aufruf »Greif zur Feder, Kumpel«; zus. mit  Peter Gosse u.  Jan Koplowitz Mitgl. einer »Schriftst.-Brigade«, gem. Arbeit an einer Reportage über das Neubaugebiet Halle-Neustadt; 1961 – 67 Assistent für Fernstudium am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig, Doz. des Prosaseminars; 1961 – 63 vom MfS im OV »Schriftsteller« wegen vermeintlich »feindl. Gruppenbildung« am Lit-Inst. erf.; 1960/61 Beginn der Arbeit am realitätsnahen Wismut-Roman »Rummelplatz«; 1965 Vorabdruck eines Kapitels in Heft 10 der »Neuen Dt. Lit.« im Vorfeld des 11. Plenums des ZK der SED, scharfe Kritik durch die Ztg. »Neues Dtl.« wegen angebl. »Beleidigung der Werktätigen u. der sowj. Partner«; 1966 Abbruch der Arbeit am Roman; 1968 Umzug nach Halle-Neustadt, Essay-Bd. »Prosa schreiben«; 1969 Erzählungsbd. »Gewöhnliche Leute«, dafür Lit.-Preis des FDGB; B. schrieb auch Filmszenarien, Reportagen, Porträts u. a.; seit 1970 zunehmende Verschlechterung seines Gesundheitszustandes. B.s Tragik lag im Zwiespalt zw. seiner Nähe zum pol. u. liter. Normenkonzept u. der teilw. intensiven szenisch-naturalist. Wirklichkeitssuche.Städte machen Leute. Halle 1969; Ein Kranich am Himmel. Unbekanntes u. Bekanntes (Hrsg. Heinz Sachs, mit Bibl.). Halle, Leipzig 1981; Rummelplatz. Berlin 2007. Behn-Liebherz, M.: W. B. In: Krit. Lex. zur dt.-spr. Gegenwartslit. München 1978 ff.Leonore Krenzlin / Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Bräutigam, Alois

* 28.4.1916 – ✝ 10.1.2007

Geb. in Grünlos/Loucky (Böhmen); Vater Bergarb.; Volksschule in Neusattl; 1929 – 32 Ausbildung als Maurer, danach im Beruf u. als Bergmann tätig; 1929 Mitgl. des KJV u. 1934 der KP der ČSR; 1932 Mitgl. der Kampfgem. für Rote Sporteinheit; 1937/38 Dienst in der Armee der ČSR; 1939 – 42 Wehrmacht, OGfr.; bis 1945 wieder Bergmann u. illeg. antifa. Arbeit. 1945/46 im tschech. Polizeidienst; 1946 Aussiedl. nach Schmalkalden; zunächst Angeh. der VP; seither hauptamtl. in der SED tätig, zunächst in Schmalkalden, 1946 – 49 dort auch Stadtverordneter; 1949/50 1. Sekr. der SED-KL Arnstadt, 1950 Abg. des Krs.-Tags Arnstadt, 1950/51 1. Sekr. der SED-KL Weimar; 1951/52 PHS; 1953/54 1. Sekr. der SED-Stadtltg. Erfurt, Stadtverordneter in Erfurt, 1954 – 58 1. Sekr. der SED-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von Günther Röder); Mai 1958 – April 1980 1. Sekr. der SED-BL Erfurt (Nachf. von  Hermann Fischer); 1958 – Dez. 1989 Mitgl. des ZK der SED; zeitw. Mitgl. des Nat. Verteidigungsrats; 1958 – 81 Abg. der Volkskammer; 1960 Verdienstmedaille der DDR; 1966 zweimal VVO; 1976 KMO; Juni 1982 – 11.12. 1989 Vors. des ZA der Volkssolidarität (Nachf. von  Robert Lehmann).Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bredel, Willi

* 2.5.1901 – ✝ 27.10.1964

Geboren am 2. Mai 1901 in Hamburg, Sohn eines Tabakarbeiters. Lehre als Dreher, Mitglied der Arbeiterjugend, des Spartakusbundes und seit 1919 der KPD. 1923 Teilnahme am Hamburger Aufstand, zwei Jahre Haft; anschließend Seemann, Journalist und Dreher. Ab 1928 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, 1930 wegen »Vorbereitung zum literarischen Hoch- und Landesverrat« zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt. Während dieser Zeit schrieb er die Romane »Maschinenfabrik N&K« (1930) und »Die Rosenhofstraße« (1931), trat aber im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller wenig hervor. Im März 1933 verhaftet und in das KZ Fuhlsbüttel eingeliefert, 1934 entlassen, gelang ihm die Flucht über die âSR nach Moskau, wo im selben Jahr sein Roman »Die Prüfung« erschien, der als erster international beachteter Roman (in 17 Sprachen übersetzt) über den Terror in einem deutschen KZ berichtete. Bredel gab von 1936 bis 1939 gemeinsam mit Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger die literarische Zeitschrift »Das Wort« heraus. 1937/38 Kriegskommissar des »Thälmann-Bataillons« der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, anschließend über Paris erneut nach Moskau. Ab 1941 Angehöriger der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee, 1943 Mitbegründer des NKFD. Im Mai 1945 kehrte Bredel als Mitglied der Initiativgruppe des ZK der KPD für Mecklenburg unter Leitung von Gustav Sobottka nach Deutschland zurück, Vorsitzender des KB in Mecklenburg, Chefredakteur der Zeitschrift »Heute und Morgen« (1947 bis 1954). 1950 Gründungsmitglied der DDR-Akademie der Künste und ab 1963 deren Präsident sowie von 1953 bis 1956 Chefredakteur der »Neuen Deutschen Literatur«. Von 1954 bis 1964 war er Mitglied des ZK der SED und erhielt 1961 den VVO in Gold. Willi Bredel starb am 27. Oktober 1964 in Ost-Berlin. Zwischen 1962 und 1976 wurden 14 Bände seiner Gesammelten Werke in Einzelausgaben publiziert.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Breitenstein, Franz

* 16.2.1890 – ✝ 30.12.1968

Geboren am 16. Februar 1890 in Magdeburg als Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Former. 1907 Mitglied der Gewerkschaft (DMV), 1911 der SPD, 1917 der USPD. 1917 Einberufung zum Militär, er entzog sich im Mai 1918 durch Selbstverstümmelung dem Kriegsdienst. Nach fünfmonatigem Aufenthalt im Würzburger Lazarett im November 1918 Rückkehr nach Magdeburg. Ende Dezember 1918 war Breitenstein Gastdelegierter des Gründungsparteitags der KPD in Berlin, 1919 Mitbegründer von deren Ortsgruppe Magdeburg und später auch Mitbegründer des RFB. Von 1921 bis 1936 Kohlenträger bei Krupp-Gruson und zeitweilig Betriebsrat, ab 1937 Bauarbeiter. Von 1945 bis 1958 arbeitete er im VEB Schwermaschinenkombinat »Ernst Thälmann« Magdeburg als Brigadier. 1946 Mitglied der SED, zeitweilig Sekretär der SED-Parteileitung in der Eisengießerei des Kombinats. Franz Breitenstein starb am 30. Dezember 1968 in Magdeburg.

Wer war wer in DDR

Brendel, Manfred

* 14.12.1939

Geb. in Leipzig; Vater Architekt; Grund-, Mittel- u. OS in Leipzig, Abitur; 1957 – 64 Red. für Wirtschaft bzw. Lokales beim »Sächs. Tageblatt«; 1964 – 70 bei Radio DDR; 1967 – 75 Chefred. u. Cheflektor am Inst. für Verwaltungsorg. u. Bürotechnik in Leipzig; Fernstudium an der HfÖ Berlin-Karlshorst; Prom. auf dem Gebiet der Wissenschaftsorg. an der KMU Leipzig, 1973 Dr. oec.; 1975 – 78 stellv. OB von Leipzig für Wohnungspolitik u. Wohnungswirtsch.; 15.2.1979 – 1989 Vors. des Bezirksverb. Leipzig der LDPD (Nachf. von Brigitte Tilsner); März 1977 – Febr. 1990 Mitgl. des ZV der LDPD; Abg. des Bezirkstags Leipzig; 1986 – 90 Abg. der Volkskammer; Prof.; 1989 – 91 Chefred. u. Chefkorrespondent des LDPD-Zentralorgans »Der Morgen« in Berlin.Erhöhung der Effektivität des wiss. Arbeitsprozesses durch rationelle Gestaltung der Informationsbeziehungen interdisziplinärer Gemeinschaftsarbeit: Dargestellt am Beispiel des Inst. für Verwaltungsorg. u. Bürotechnik (Diss. A). Leipzig 1973; Zur ArbeitsweiseHelmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Breuer, Grit

* 16.2.1972

Geb. in Röbel; Lehre als Kauffrau für Bürokommunikation; begann bei BSG Medizin Röbel; KJS Neubrandenb., SC Neubrandenb., OSC Berlin, SC Magdeburg (Trainer Thomas Springstein); Spartakiade 1985 u. 1987 400 m (Gold); 1988 Junioren-WM; DDR-Mstr. 1989 200 m (in der Halle), 1989 u. 1990 400 m; 1988 Bronze bei Olympia 4 x 400 m (nur im Vorlauf eingesetzt); 1990 EM 400 m u. 4 x 400 m; 1989/90 acht Länderkämpfe für den DVfL. WM: 1991 400 m (Silber), 4 x 100 m u. 4 x 400 m (Bronze); 24.1.1992 nach einer verfälschten Dopingprobe in Stellenbosch/Südafrika zunächst freigesprochen, nach einem positiven Test am 5.4. bzw. 30.6.1992 wegen Medikamentenmißbrauchs durch den DLV zunächst für ein Jahr, danach vom Internat. Leichtathletikverb. für zwei Jahre bis 1995 gesperrt; 1996 Olympia-Bronze 4 x 400 m; WM: 1997 4 x 400 m (Gold), 1999 4 x 400 m (Bronze), 2001 4 x 400 m (Silber); EM:, 1998 4 x 400 m (Gold), 2002 4 x 400 m (Gold), 400 m (Silber); Hallen-WM: 2003 400 m (Bronze); Hallen-EM 1996/98 400 m (Gold); insg. 14 Titel bei Dt. Meisterschaften: 1991 200 m Halle, 1992 200 m u. 400 m Halle, 1996 400 m Halle, 400 m, 1997 200 m Halle, 400 m Halle, 200 u. 400 m, 1998 400 m Halle, 1999 400 m Halle, 2000 400 m, 2001 400 m; 2002 4 x 400 m; 1991 – 98 12 Länderkämpfe für den DLV; zwei Junioren-WR 400 m (51,24 s/1988, 49,42 s/1991); 1996 Silbernes Lorbeerblatt, 1999 »Goldene Henne«; 2005 Abschluss der Karriere wg. gesundheitl. Beschwerden; 2006 Verfahren gegen ihren Lebensgefährten und Trainer Thomas Springstein wg. Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen; Ermittlungen gegen B. wurden wg. Verbandaustritt eingestellt; lebt in Gerwisch (Sachsen-Anh.).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Brie, André

* 13.3.1950

Geb. in Schwerin; Vater  Horst B., Diplomat, Mutter Journalistin, Bruder  Michael B.; Kindheit in China u. Nordkorea; 1956 – 68 Schulen in Schwerin, Peking, Berlin, Pjöngjang u. Dresden; Abitur mit Berufsausbildung als Werkzeugmacher; 1964 FDJ, 1969 SED; 1968 – 71 NVA; 1971 – 76 Studium der Außenpol. an der ASR Potsdam; 1976 – 90 dort beschäftigt im Inst. für internat. Beziehungen, 1979 Prom. zum Dr. rer. pol. mit einer Diss. zur Sicherheitspol. der Bundesrep. Dtl.; 1981 UNO-Stipendiat; 1985/86 Mitgl. der DDR-Delegation bei der Genfer Abrüstungskonferenz; 1986 Prom. zum Dr. sc. rer. pol. mit einer Arbeit zu Abrüstungspol. u. militär. Gleichgewicht; verfaßte auch Kabarett-Texte, Kinderbücher u. Aphorismen; 1986 – 89 Doz. u. Lehrstuhlltr. für europ. Fragen der Sicherheit, seit 1987 Mitarb. am Forschungsprojekt Soz.-Theorie; 1989 Mitgl. des BV Berlin des SV, 1990 Ltr. des Bereichs Globale Probleme u. mod. Ges. am Inst. für Interdisz. Zivilisationsforschung der HU Berlin; Febr. 1990 Mitgl. des Präs. des PV der PDS, Ltr. des Wahlbüros u. der Kommission Pol. Bildung, ab Juni 1990 stellv. Vors. der PDS. Okt. 1991 – Ende 1992 PDS-Landesvors. von Berlin (Nachf. von Wolfram Adolphi), Niederlegung des Amtes, nachdem bekannt wurde, daß er 1970 – 89 vom MfS als IM »Peter Scholz« erf. war; Juni 1993 als Mitgl. des PDS-BV bestätigt, dem er bis Sept. 1998 angehörte; bis Juni 1997 Vors. der PDS-Grundsatzkommission, zugl. vom Amt des stellv. Vors. der PDS suspendiert; Wahlkampfltr. der PDS; ab 1999 – 2009 Abg. des Europaparl.; dort Mitgl. im Aussch. für ausw. Angelegenh.; 2003 Europawahlkampfltr. der PDS; 2003 Ko-Autor des PDS-Parteiprogramms; Mitgl. im Lenkungsaussch. des Petersburger Dialogs.Der Weisheit letzter Schluß. Berlin 1980; Die Wahrheit liegt in der Mitte. Berlin 1983; Wann soll man Bäume pflanzen? Wege zur Abrüstung. Berlin 1984; Militär. Gleichgewicht, Entspannung, Abrüstung. Berlin 1986; Intelligente Waffen oder intelligente Pol.? Berlin 1988; Ich tauche nicht ab. Berlin 1996; Aufbegehren zwischen Schmerz und Zorn. Hof 2004.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Brasch, Horst

* 23.12.1922 – ✝ 18.8.1989

Geb. in Berlin; Vater Textilfabrikant; Stiefvater Curt Thesing Schriftsteller u. Biologe; Volksschule; 1933 – 36 Realschule in Bichl (Oberbayern), 1936 – 38 Klosterschule in Ettal; 1939 nach Großbritannien emigriert; zeitw. in Kanada interniert; 1939/40 Besuch einer Techn. FS in Großbritannien; anschl. bis 1946 Werkzeugmacher, im Betrieb zeitw. Betriebsratsvors.; 1941 Mitbegr. der FDJ in London, ab 1942 ihr Vors.; Hauptmitarb. der FDJ-Ztg. »Freie Bühne«; 1943 Mitgl. des Initiativaussch. für die Einheit der dt. Emigr. in Großbritannien; 1944 KPD; 1945 Beobachter der FDJ auf der 1. Weltjugendkonferenz des WBDJ in London, 1946 Mitgl. dessen EK. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Lizenzträ- ger der vier Besatzungsmächte für die FDJ; 1946 – 50 Mitgl. u. 1946/47 u. 1949/50 Sekr. des ZR der FDJ, ab 1947 Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Junge Generation« u. Aug. 1947 – Febr. 1948 Chefred. »Junge Welt« (Nachf. von  Adolf Buchholz); März 1948 Vors. der FDJ Brandenb.; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats u. stellv. Aussch.-Vors.; 1950 – 52 Min. für Volksbildung, Wiss. u. Kunst im Land Brandenb. (Nachf. von Fritz Rücker); 1952 – 57 Sekr. des Rats des Bez. Neubrandenb. u. Abg. des Bez.-Tags Neubrandenb., zeitw. dessen amt. u. 1957 – 59 Vors. (Nachf. von  Hans Jendretzky); Mitgl. des Büros der SED-BL Neubrandenb.; 1959 – 66 Vizepräs. (Nachf. von  Hans Seigewasser), ab 1960 1. Sekr. bzw. Vors. des Büros des Präs. des NR der NF; 1960 – 64 Vors. des Komitees für die Solidarität mit den Völkern Afrikas; 1963 Vizepräs. der Dt.-Britischen Ges.; 1963 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1963 – 89 Abg. der Volkskammer, 1971 – 86 1. Stellv. Vors. des Aussch. für Haushalt u. Finanzen; 1965 – 69 Staatssekr. u. 1. Stellv. Min. für Kultur; wegen der Teiln. seines Sohnes  Thomas B. an den Protesten gegen den Einmarsch in die ČSSR von allen Funktionen abgelöst; 1969/70 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau u. am Inst. für soz. Wirtsch.-Führung beim ZK der SED; 1970 – 75 2. Sekr. der SED-BL Karl-Marx-Stadt (Nachf. von Walter Weiss) u. Abg. des Bez.-Tags; 1973 VVO; 1975 – 87 1. Vizepräs. u. Gen.-Sekr. der Liga für Völkerfreundschaft (Nachf. von Herbert Schönfeld), anschl. als ehrenamtl. Vizepräs.; 1981 Vizepräs. des Kuratoriums DDR-Japan/Verein zur Förderung der kulturellen u. wiss. Zusammenarb.; KMO; gest. in Berlin.Weltbund demokrat. Jugend. Berlin 1947; Wie gestalte ich einen Heimatabend. Berlin 1947 (mit H. Oetke); Treffpunkt Budapest. Berlin 1949; Rings um Big Ben. Berlin 1960; Lebensdauer. Erinnerungen an Curt Thesing, einen dt. Patrioten u. Humanisten. Berlin 1987.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Brassat, Rudolf

* 31.7.1905 – ✝ 26.2.1983

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter, Mutter Fabrikarb.; Volksschule in Berlin; Ausbildung zum Schlosser; 1919 Mitgl. des FSJ, später KJV u. 1924 der KPD; ab 1931 Pol.-Ltr. der RGO Thür.; ab 1933 illeg. pol. Arbeit in Berlin für den UB Nord; Juni 1933 verhaftet, Nov. 1934 vom VGH zu zwei Jahren Zuchthaus veruteilt; Haft in Berlin-Moabit, KZ Lichtenburg, Zuchthaus Luckau; nach der Entlassung Okt. 1936 ungelernter Arb. in Berlin; Febr. 1943 zum Strafbat. 999 eingezogen; 1945/46 brit. Kriegsgef. in Ägypten; 1946 Besuch eines Antifa-Lehrgangs in Wilton-Park (b. London). Dez. 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); Mitgl. der SED; kurzz. Red. beim »Neuen Dtl.«, ab 1947 Mitarb. der Abt. Org.-Instrukteur des ZS der SED; 1949 – 51 1. Sekr. der SED-PO im zentr. Apparat des PV bzw. ZK der SED; 1951 als »Westemigrant« Funktionsverbot; anschl. Kulturdir. im VEB »Karl-Marx-Werk« in Potsdam-Babelsberg; danach Werkdir. im VEB IFA-Motorenwerk Zschopau; 1952/53 inhaftiert wegen »ungesetzl. Verwendung von Betriebsgeldern«; 1952 SED-Ausschl.; später Abt.-Ltr. im VEB Bremsenwerk Berlin; 1956 Wiederaufn. in die SED; geriet wg. seiner scharfen Kritik an der fehlenden Entstalinisierung u. am Führungsstil von  Walter Ulbricht ins Visir von ZPKK u. MfS, deshalb 1958 erneut SED-Ausschluß; gest. in Bad Liebenstein.Mählert, U.: Wie beim unaufhaltsamen Vorwärtsschreiten so mancher auf der Strecke blieb. Der Berliner Kommunist R. B. In: JHK. Berlin 2005.Bernd-Rainer Barth

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Brauer, Helga

* 2.5.1936 – ✝ 15.6.1991

Geb. in Leipzig; Ausbildung zur Zahntechnikerin; 1954 als Urlauberin zufällige Teiln. u. 1. Preis bei einem Sängerwettstreit in Sellin (Rügen), Beginn der Gesangskarriere als Begleitsängerin des Orchesters Helmut Opel, 1956 Mikrophonprobe bei Radio DDR, erste Auftritte mit dem Radiotanzorchester Leipzig u. erste Rundfunkaufnahmen, Ausbildungsvertrag mit Amiga, 1957 erste Single, 1958 mit »Heute spielt Konstantin Klavier« erstmals Nr. 1 in der DDR-Schlagerrangliste; 1959 wird B. ausgewählt, um mit dem Titel »Heute tanzen alle jungen Leute« den auf Beschluß der kulturpolit. Gremien kreierten DDR-Modetanz »Lipsi« populär zu machen; 1959 »Goldene Note« beim gleichnamigen Tanzmusikfestival mit »Mister Brown aus USA«; in den 1960er Jahren Auftritte in Ägypten, Österreich, Finnland, Schweden, Ungarn, der ČSSR u. der UdSSR, 1966 Gewinnerin des DDR-Schlagerwettbewerbs mit »Schlaf, mein kleiner Johnny«, in den 1970er u. 1980er Jahren zahlr. Bühnen- u. TV-Auftritte, u. a. in den Sendungen »Amiga-Cocktail«, »Ein Kessel Buntes« u. »Da liegt Musike drin«; mehr als 600 Titel im Repertoire; gest. in Leipzig. 1999 CD »Hör’ mein Herz. H. B. – Ihre größten Erfolge«.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Braun, Günter

* 8.1.1916 – ✝ 20.1.2004

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Eisenbahnarb.; Volks- u. Mittelschule in Schwerin, kaufm. Lehre u. Arbeit als Buchhalter; 1939 Wehrmacht; 1945 / 46 sowj. Kriegsgef. 1946 SED; 1946 / 47 Sekr. der Gemeindeverw. Mewegen; 1947 / 48 Angest. beim Rat des Krs. Löcknitz; 1948 – 50 Kreisrat in Randow; 1950 – 52 Vors. des Rats des Krs. Parchim; 1952 – 56 Vors. des Rats des Krs. Güstrow; Studium an der DASR Potsdam, Dipl.-Jurist; 1956 – 58 Mitgl. des Rats des Bez. Schwerin u. Bevollmächtigter für das ländl. Bauwesen; 1958 – 61 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Schwerin u. Vors. des Bezirkswirtschaftsrats, Mitgl. der SED-BL u. Kand. des Büros der SED-BL Schwerin, Abg. des Bezirkstags Schwerin; 1961 – 69 OB von Schwerin (Nachf. von  Gustav Schwantz); später Abt.-Ltr. für Berufsbildung- u. Berufsberatung beim Rat des Bez. Schwerin; 1966 VVO; gest. in Schwerin.Andreas Herbst / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Braun, Volker

* 7.5.1939

Geb. in Dresden-Rochwitz; OS, 1957 Abitur; 1957/58 Druckereiarb. in Dresden, 1958/59 Tiefbauarb. im Kombinat Schwarze Pumpe, Facharbeiterlehrgang als Maschinist für Tagebaugroßgeräte, dann 1959/60 Maschinist u. Schmierer im Tagebau Burghammer; Mitgl. der Arbeitsgemeinschaft Junger Autoren in Cottbus; Mitgl. der SED; 1960 – 65 Studium der Philos. an der KMU Leipzig; 1965 Debüt mit dem Gedichtband »Provokation für mich«; auf Einladung  Helene Weigels 1965/66 Dramaturg am Berliner Ensemble; 1967 – 71 freischaff. in Berlin; 1970 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR; 1971 Heinrich-Heine-Preis; 1972 – 77 Mitarb. am Dt. Theater Berlin; ab 1973 Vorstandsmitgl. des SV; ab 1975 vom MfS im OV »Erbe« wegen »pol. Diversion« erf.; 1976 Mitunterz. der  »Biermann-Resolution; 1977 – 90 Dramaturg am Berliner Ensemble, korr. Mtgl. der AdW u. Lit. Mainz; 1980 Heinrich-Mann-Preis; 1981 Lessing-Preis; 1983 Mitgl. der AdK; 1986 Bremer Lit.-Preis; 1987 Mitgl. des Präsidiums des SV; 1988 NP. 1990 Mitgl. der AdK Berlin (West), Mitgl. der Dt. Akad. der darstellenden Künste Frankfurt (Main); Mitgl. des PEN-Zentrums (Ost); 1992 Schiller-Gedächtnis-Preis; 1993 Villa-Massimo-Stipendium, Mitgl. der AdK Berlin-Brandenb.; 1994 Gast der Univ. Wales; 1996 Dt. Kritikerpreis; Mitgl. der Sächs. AdK, Mitgl. der Akad. für Sprache u. Dichtung Darmstadt, Poetikvorlesungen an der Univ. Heidelberg; 1998 Erwin-Strittmatter-Preis, Hans-Erich-Nossack-Preis; 1999/2000 Brüder-Grimm-Prof. an der Univ. (Gesamthochschule) Kassel; 2000 Büchner-Preis; 2007 ver.di-Literaturpreis. Lyriker (u. a. »Wir u. nicht sie« 1970, »Gegen die symmetr. Welt« 1975, »Training des aufrechten Gangs« 1979), Dramatiker (u. a. »Die Kipper« UA 1965, »Lenins Tod« 1970, UA 1977, »Der große Frieden« 1979, »Die Übergangsges.« 1982, UA 1986, »Böhmen am Meer« 1992, »Iphigenie in Freiheit« 1992) u. Prosa-Autor, schrieb auch Essays (»Verheerende Folgen mangelnden Anscheins innerbetriebl. Demokratie« 1988). In unkonventioneller Parteinahme für den Soz. u. eigenwillig kraftvoller Sprache verbindet B. Kunst u. Pol., Ges.-Kritik u. Selbstkritik, Sinnlichkeit u. theoret. Reflexionen; sein »Hinze-Kunze-Roman« (1985) u. die »Unvollendete Geschichte« (1977) gehören zu den DDR-kritischsten Texten mit offiz. Veröff.; in der Aufführungs- u. Editionsgeschichte seiner Werke spiegelt sich die DDR-Zensurpraxis, fast alle Werke erschienen mit Schwierigkeiten u. z. T. großer Verzögerung.Stücke. Berlin 1983; Texte in zeitl. Folge. Halle, Leipzig 1989 – 93 (Werkausgabe, 10 Bde.); Der Stoff zum Leben. Gedichte. Frankfurt (Main) 1990; Der Wendehals. Frankfurt (Main) 1995; Lustgarten Preußen. Frankfurt (Main) 1996; Wir befinden uns soweit wohl. Wir sind erst einmal am Ende. Frankfurt (Main) 1998; Wie es gekommen ist. Ausgewählte Prosa. Frankfurt (Main) 2002; Das unbesetzte Gebiet. Frankfurt (Main) 2004; Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer. Frankfurt (Main) 2008. Rosselini, J.: V. B. München 1983; Grauert, W.: Ästhet. Modernisierung bei V. B. Würzburg 1995; Köhler, K.: V. B.s Hinze-Kunze-Texte. Würzburg 1996.Bernd-Rainer Barth / Andreas Kölling

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bräuning, Karl

* 5.1.1886 – ✝ 14.9.1962

Geboren am 5. Januar 1886 in Ilversgehofen bei Erfurt, Sohn eines Bergmanns, der später ein Milchgeschäft betrieb. Gelernter Metalldreher, 1903 Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Nach der Lehre ging Bräuning auf Wanderschaft und trat 1906 in Düsseldorf der SPD bei. Nach seiner Militärzeit 1906 bis 1908 arbeitete er in den Zeiss-Werken in Jena und wurde dort später Betriebsrat. 1917 Mitglied der USPD, 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD. Obwohl schon während des Krieges Mitglied der Spartakusgruppe, wollten er und seine Freunde erst die Mehrheit der USPD für die KPD gewinnen. Von 1923 bis Januar 1924 inhaftiert, wurde Bräuning 1928 Orgleiter der KPD Thüringen. Er gehörte zum rechten Parteiflügel. Auf dem Thüringer Bezirksparteitag im Januar 1929 vertrat er die Opposition, wurde deshalb aus der KPD ausgeschlossen und ging zur KPO. Als Sekretär in der Thüringer KPO-Organisation führend, arbeitete er für sie nach 1933 illegal, war dann Orgleiter des Berliner Komitees der KPO und für diese bis 1941 in der Emigration tätig. Bräuning nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil. Weil er Verbindungen zur POUM hatte, wurde er in Spanien von den Stalinisten verhaftet und über ein Jahr im Gefängnis festgehalten. Er konnte nach Frankreich entkommen, flüchtete 1942 in die USA und kehrte erst 1955 nach Deutschland zurück. Hier trat er der SPD bei. Karl Bräuning starb am 14. September 1962 in Darmstadt.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brechenmacher, Hans

* 23.10.1892 – ✝ 28.4.1975

Geboren am 23. Oktober 1892 als Sohn eines Textilarbeiters und aktiven Sozialdemokraten in Weißenburg/Bayern; lernte Exportkaufmann und hielt sich bis 1914 in Südamerika auf. Im Weltkrieg Soldat, 1919 trat er der KPD bei. Seit 1921 arbeitete Brechenmacher in der Gewerkschaftsabteilung der KPD-Zentrale in Berlin, mußte aber Ende 1923 als rechter Kommunist ausscheiden. Wegen Fortführung der illegalen KPD 1924 kurz im Gefängnis, ab 1926 übernahm er verschiedene Funktionen im Parteiapparat. 1929 aus der KPD ausgeschlossen, soll zeitweilig der KPO angehört haben, war aber seit 1931 Funktionär der SAP, von 1933 bis zur Emigration 1937 in der Führung der illegalen SAP. Brechenmacher war dann in der Auslandsleitung der SAP in Paris aktiv. Er wurde 1943 in Lyon verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Brandenburg/Havel und im KZ Vaihingen absaß. Nach seiner Befreiung kehrte er 1945 nach Weißenburg zurück und war dort in der Finanzverwaltung angestellt. Er war für die Gruppe Arbeiterpolitik, die Nachfolgerin der KPO, tätig und hat in deren Organ publiziert, bis er 1959 in die Schweiz übersiedelte. Hans Brechenmacher starb dort am 28.April 1975.

Wer war wer in DDR

Bredemeyer, Reiner

* 2.1.1929 – ✝ 5.12.1995

Geb. in Vélez (Kolumbien); Volks- u. Realschule in Breslau; 1944/45 Wehrmacht. 1948 Abitur; 1949 – 53 Kompositionsstudium an der Akad. für Tonkunst München; 1954 Übersiedl. in die DDR, seit 1955 in Berlin; Mstr.-Schüler an der DAK bei  Rudolf Wagner-Régeny u. Lehrbeauftragter an der Staatl. Schauspielschule Berlin; 1957 – 60 musikal. Ltr. am Theater der Freundschaft, seit 1961 musikal. Ltr. am Dt. Theater; 1978 Mitgl. der AdK; 1983 NP; 1988 a. o. Prof. für Komposition an der AdK, dort Ausbildung von Mstr.-Schülern bis 1991. Seit 1993 AdK Berlin-Brandenb.; umfgr. Werk, u. a. Oper »Candide« (1986), zahlr. Bühnenmusiken, Liederzyklen »Die Winterreise« (1984) u. »Die schöne Müllerin« (1986), Kammer- u. Orchestermusiken »bagatellen für b« (1970), »(Cello) 2« (1971), »Kon-zerr-tino« (1972), »Di As (+-)« (1973), »Still leben (?)« (1978), »Dr. Martin Luther MACHT Gesänge« (1981), »Kleine Blas-phonie« (1982), »Alle neune. Eine Schütz(en)festmusik« (1984), »Einmischung in unsere Angelegenheit« (1985), »Kohl-Rabiates« (1986), »Ruhm, nicht zu verscherzen. Aber für Kammerensemble« (1989).Christiane Niklew

Wer war wer in DDR

Breitfeld, Walter

* 5.12.1903 – ✝ 21.6.1981

Geb. in Meinersdorf (Erzgeb.); Vater Textilarbeiter, Mutter Strumpfnäherin; Volksschule in Meinersdorf; 1918 – 21 Ausbildung zum Textilarb., 1921 – 31 im Beruf tätig; 1918 Mitgl. des Dt. Textilarbeiterverb.; 1921 – 23 Mitgl. im SAJ, 1921 – 33 ADGB, 1923 KJV, KPD; 1924 – 29 Mitgl. der KPD-Ortsltg. Meinersdorf; 1926 – 33 Mitgl. des RFB, Miltär. Ltr. in Meinersdorf; 1929 – 31 Montagearb. in Vukova (Jugosl.); organisierte im Winter 1932 Waffentransporte von der ČSR nach Dtl.; 1934 vom LG Freiberg in Abwesenheit wegen »Hochverrat u. Sprengstoffverbrechen« zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt; 1934 – 37 in Prag Instrukteur der KPD, Verbindungsmann zur RH; 1937 – 39 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg, Politkommissar in der XI. Brigade, Thälmann-Bat., verwundet; 1939 – 41 in Frankreich interniert, Mitgl. der illeg. KPD-Ltg., geflohen; in Toulouse u. Marseille weiter Verbindung zur KPD; 1941 in Schweiz verhaftet u. nach Frankreich ausgewiesen, zwei Mon. Haft, wiederum geflohen; 1941 – 45 Partisanenaktivität in Südfrankreich, Mitarb. in der BFD. Juni 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; Mitbegr. der KPD Meinersdorf; 1945 LPS Ottendorf; Org.-Sekr. der KPD Zwickau, 1946 – 48 1. Sekr. der SED-KL; 1948 LPS; ab März 1949 Angeh. der DVP, stellv. Ltr. der Pol.-Abt. der DVP-Landesbehörde; Okt. 1949 – Sept. 1953 Ltr. der Abt. Org. der Pol. Verw. der HV der DVP Berlin, dort Mitgl. der SED-Ltg.; 1953 – 55 Studium an der Abenduniv., Marx.-Lenin.; Nov. 1953 – April 1957 Vizepräs. der DVP, Inspekteur u. stellv. Ltr. für Pol. Arbeit im Präsidium der DVP Berlin; 1954 – 63 Abg. der Volkskammer, Mitgl. der SED-BL Berlin; April 1957 – Jan. 1962 Stellv. des Kdr. für Pol. Arbeit im Kdo. der Dt. Grenzpolizei bzw. 1960 – 62 der VP-NVA Politverw. Grenze, ab 1959 als Gen.-Major; 1958 Medaille für vorbildlichen Grenzdienst; aus gesundheitl. Gründen ab Jan. 1962 Vizepräs. des DRK (Nachf. von Emil Rische), Mitgl. des ZV der Gewerkschaft Gesundheitswesen; 1963 VVO; 28.2.1962 aus gesundheitl. Gründen Ruhestand, weiter ehrenamtl. Vizepräs. des DRK, Mitgl. des reorg. Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1966 Verdienstmedaille der NVA; 1968 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; Banner der Arbeit; 1973 VVO; 1978 KMO; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brenzel, Otto

* 22.5.1898 – ✝ 27.9.1945

Geboren am 22. Mai 1898 in Frankfurt/M.; lernte Schreiner. 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, später Funktionär der KPD im Bezirk Hessen, wurde im September 1930 im Wahlkreis Hessen-Darmstadt in den Reichstag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. 1933 zunächst illegale Arbeit, dann Emigration in die Schweiz, wo er 1936 verhaftet und nach Frankreich abgeschoben wurde. In Moskau erteilte ihm das Sekretariat des EKKI eine Rüge wegen seines Verhaltens vor dem Schweizer Gericht, er wurde aber nicht aus der KPD ausgeschlossen, wie ursprünglich vorgesehen. Brenzel soll auch in Spanien gewesen sein, bevor er nach Dänemark emigrierte und dort als Vertreter der Roten Hilfe wirkte. In Kopenhagen lebte er ab Anfang 1937 unter dem Decknamen Peter und leitete die Arbeit der Roten Hilfe für Dänemark, Norwegen und Schweden. Nach der deutschen Besetzung untergetaucht, hatte er Verbindungen zu dänischen Widerstandskreisen. Otto Brenzel starb am 27.September 1945 während einer Sitzung der KPD-Auslandsleitung in Kopenhagen an Herzschlag. Seine Frau Luise Wolf-Brenzel war 1941 in Deutschland zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Wer war wer in DDR

Breunig, Willi

* 2.2.1928

Geb. in Klein Auheim (b. Hanau); Vater Streckenwärter; einklassige Volks-, 1942 – 44 höhere Schule. 1945 – 50 Landarb.; 1950 – 52 FS für Landw.; 1952 – 55 Landw.-Studium an der HU Berlin, Dipl.-Landwirt; 1955/56 Betriebsassistent in einem VEG; 1956 – 62 wiss. Mitarb. im Inst. für Acker- u. Pflanzenbau, Prom. zum Dr. agr. mit einer Diss. über Pflegemaßnahmen auf Weideflächen; 1962 Doz., nach Habil. ab 1963 ord. Prof. für Acker- u. Pflanzenbau an der HU; 1963 SED; 1962 – 65 Prodekan der Landw.-Gärtner. Fak., 1963 – 67 Dir. des Inst. für Acker- u. Pflanzenbau, 1967 – 89 Dir. der Sekt. Pflanzenprod. der HU; verteidigte während der HS-Reform 1968 die Sekt. gegen eine geplante Reduzierung des Lehr- u. Forschungsprofils auf Gartenbau; 1973 stellv. Vors. des Beirats Agrarwiss. beim Min. für HFS-Wesen, 1975 Mitgl. des Interministeriellen Rats für den wiss. Vorlauf für die Land- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1977 Kand., 1981 Ord. Mitgl. der AdL; 1978 – 90 Präs. der Agrarwiss. Ges. (awig) (Nachf. von  Otto Liebenberg); Dr. h. c.; 1984 VVO u. 1988 Ehrenspange zum VVO; 1989/90 Prorektor für Agrarwiss. der HU Berlin; 1993 Altersrentner. Publ. insbes. zur Graslandw., federführender Autor des HS-Lehrbuchs »Futterprod.«. Berlin 1985.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Brie, Horst

* 1.2.1923 – ✝ 26.3.2014

Geb. in Berlin-Karlshorst; Vater Geschäftsreisender für chem. Geräte; Volksschule u. Gymnasium, Söhne  André u.  Michael; 1934 Emigr. mit den Eltern in die ČSR; Besuch des Stefan-Gymnasiums; 1.4.1939 Flucht nach Polen, Juli 1939 nach Großbritannien, Frühsommer 1940 zeitw. Internierung in Huyton bei Liverpool; Mitbegr. der FDJ in Großbritannien; Ausbildung zum u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1943 KPD. Juni 1946 Rückkehr über Jugosl. nach Dtl.; SED u. FDJ; nach Schwerin, Red. beim Landessender Schwerin, Vors. des FDJ-KV Schwerin, 1947 – 49 2. Vors. des FDJ-LV Mecklenb.; 1949 Sekr. der SED-KL Schwerin, 1949/50 Abt. Ltr. u. Sekr. des SED-LV Mecklenb.; 1950/51 Sekr. des LV Mecklenb. der NF; 1951 – 54 Dir. der MTS Leezen (Krs. Schwerin-Land); 1954 – 58 1. Sekr. des DSF-BV Schwerin (Nachf. von Heinrich Schwartze); Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 Eintritt in den diplomat. Dienst, 1958 – 61 1. Sekr. an der DDR-Botschaft in der VR China, 1961 – 63 Sekt.-Ltr. u. stellv. Abt.-Ltr. im Min. für Ausw. Angelegenh., 1963/64 Rat an der DDR-Botschaft in Peking; 1964 – 67 Botschafter in Nordkorea (Nachf. von Otto Becker); 1967 – 71 wissenschaftl. Berater im Min. für Ausw. Angelegenh.; 1971/72 Ltr. der Abt. Analyse, Prognose u. Planung im Min. für Ausw. Angelegenh.; 1974 – 82 Botschafter in Japan (Nachf. von Ernst Kube); 1976 VVO; 1983 – 90 Botschafter in Griechenland; 1988 Stern der Völkerfreundschaft.Erinnerungen eines linken Weltbürgers.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Brasch, Peter

* 18.9.1955 – ✝ 28.6.2001

Geb. in Cottbus; Vater SED-Funktionär  Horst B., Bruder Schriftsteller  Thomas B.; 1974 Abitur in Berlin, anschl. Studium der Pädagogik u. später der Germanistik in Leipzig, 1976 Exmatrikulation aus pol. Gründen; 1977 Arbeit als Packer u. Buchhändler in Leipzig, Ltr. eines Zirkels schreibender Kinder u. Studenten; 1978 Rückkehr nach Berlin, Hilfsarbeiter, Kleindarsteller u. Regieassistent beim Rundfunk der DDR; 1980 Theaterarbeit mit Kindern in Kulturhäusern; 1980 – 89 zahlr. Hörspiele u. Schallplattentexte für Kinder; 1982 Inszenierung von Molières »Tartuffe« am Theater Anklam; 1984 Zusammenstellung u. Inszenierung der Lesung »Mein allerliebster Freund. Dt. Briefe« am Dt. Theater Berlin; 1985 Stud. am Literaturinst. »Johannes R. Becher« in Leipzig; Übersetzung von Trevor Griffiths »Comedians«; 1986 – 89 Regisseur u. Dramaturg beim Rundfunk; Regiearbeiten bei Dt. Schallplatten Litera; 1988 Übersetzung von Michail Schatrows »Diktatur des Gewissens« (mit Andrea Czesienski), Übersetzerpreis des Min. für Kultur der DDR; 1989 Inszenierung des eigenen Werks »Santerre« im Studio des Renaissance Theaters Berlin u. von Michael Peschkes »Hauptbahnhof« am Städt. Theater Karl-Marx-Stadt; 1990 Inszenierung von Herbert Achternbuschs »Auf verlorenem Posten« (zus. mit Hermann Treusch) an der Freien Volksbühne Berlin, Mitbegr. der Kulturinitiative Förderband. 1991 Stipendiat des Französ. Kulturinst. am Théâtre Nationale Populaire in Paris, Hospitant bei Roger Planchon, Inszenierung des Stücks »Rudimentär« von August Stramm am Grips Theater Berlin; 1991 Publ. des ersten Bds. mit eigenen Prosatexten, Gedichten u. Stücken »Erinnerung an Morgen«; 1992 Auswahl u. Nachwort zu »August Stramm«, Inszenierung der Stücke »Savannah Bay« von Marguerite Duras am Theater Leipzig u. »Der Geizhals« von Molière am Neuen Theater Halle; 1998 Stadtschreiber in Rheinsberg, längerer Aufenthalt in Portugal, Vertretungsdoz. für Diktion an der HS für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin, Doz. an der Schreibwerkstatt für Junge Autoren in Berlin, Inszenierung des Stücks »Der Menschenhasser« von Molière/P. B. am Neuen Theater Halle, Uraufführung der Übersetzung u. Bearbeitung von Molières »Le Misanthrope« – »Der Menschenhasser«; 1999 Debüt-Roman »Schön hausen«, Inszenierung des Stücks »Restwärme« von Eugen Ruge am Landestheater Sachsen Radebeul; 2000 freier Doz. für Verslehre u. Rhetorik am Inst. für Schauspielregie der HS für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin; 2001 Inszenierung des Stücks »Wenn der Postmann nicht mehr klingelt« von August Stramm/P. B. am Theater der Stadt Brandenb.; gest. in Berlin.Status Quo. Essays, Skizzen u. Portraits. Aus dem Nachlass hrsg. von P. Böhtig u. P. Schramm. Berlin 2002.Martina Hanf

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brassat, Rudolf

* 31.7.1905 – ✝ 26.2.1983

Geboren am 31. Juli 1905 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; Schlosser, 1919 Mitglied der FSJ, 1924 der KPD. Zunächst ehrenamtliche Arbeit, ab 1931 Polleiter der RGO Thüringen und Instrukteur bzw. Referent des ZK für Süddeutschland. 1933 illegal in Berlin aktiv, u. a. verantwortlich für den KPD-UB Berlin-Nord. Am 13. Juni 1933 festgenommen, wurde Brassat vom VGH gemeinsam mit Karl Olbrysch am 20.November 1934 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Freilassung im Oktober 1936 ungelernter Arbeiter bei der Deutschen Fernkabel Gesellschaft Berlin. Mitte Februar 1943 zum Strafbataillon 999 eingezogen, war er 1945/46 in britischer Kriegsgefangenschaft in Ägypten und besuchte dann einen Antifa-Lehrgang in Wilton-Park bei London. Ende 1946 Rückkehr nach Deutschland. Als Mitglied der SED Referent im FDGB-Bundesvorstand bzw. kurzzeitig Redakteur beim »Neuen Deutschland«, anschließend Referent in der Orgabteilung im ZS der SED. Brassat mußte 1951 wegen »Westemigration« aus dem Apparat des ZK ausscheiden, wurde Kulturdirektor in Potsdam-Babelsberg, anschließend Werkdirektor im IFA-Motorenwerk Zschopau. 1952 und 1953 wegen »ungesetzlicher Verwendung von Betriebsgeldern« inhaftiert, 1954 auch aus der SED ausgeschlossen, im August 1956 jedoch wieder aufgenommen. Inzwischen als Abteilungsleiter im VEB Bremsenwerk in Ost-Berlin tätig, geriet er wegen seiner scharfen Kritik an der fehlenden Entstalinisierung und am Führungsstil Walter Ulbrichts und Hermann Materns ins Visier von ZPKK und MfS und wurde 1958 erneut aus der SED ausgeschlossen. Rudolf Brassat starb am 26. Februar 1983 in Bad Liebenstein. Ulrich Mählert veröffentlichte 2005 im Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung eine biographische Skizze über Rudolf Brassat.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Brauer, Karl

* 6.6.1909 – ✝ 27.3.1982

Geb. in Unterteutschenthal (Halle); Vater Friseur, Mutter Waschfrau; Volksschule; 1924 Mitgl. des KJVD; 1924 – 28 Ausbildung zum Kfm. in Halle; 1925 KPD, ab 1928 Mitgl. der IAH, RH u. RGO; 1928 – 32 Kassierer der KJVD-BL Halle-Merseburg; 1928 – 31 Lagerist der Konsum-Genossenschaft in Halle-Merseburg; 1931/32 arbeitslos; 1932/33 Angest. des ZK des KJVD in Berlin; 1933 illeg. pol. Arbeit, Kassierer der KJVD-BL Berlin; Aug. 1933 in Berlin verhaftet, wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, Haft im Zuchthaus Brandenb.; 1936 Emigr. nach Prag, kurzz. verhaftet, zur Jugendarbeit wieder nach Dtl. geschickt; 1936/37 Seifenvertreter in Halle, illeg. pol. Arbeit mit Kurt Möbius u.  Robert Mühlpforte; 1937 verhaftet, 1937/38 U-Haft in Halle, 1938 vom VGH angeklagt wegen »Vorber. zum Hochverrat«, freigesprochen; dennoch 1938 – 42 Haft im KZ Buchenwald, 1942 – 45 Arbeitsersatzlager Watenstedt. 1945/46 KPD/SED u. Funktionär in Halle; 1946 – 50 Ltr. der Abt. Parteikasse des SED-LV Sachsen-Anh.; 1950 LPS Sachsen-Anh.; 1950 – 79 stellv. Ltr. der Abt. Finanzverw. u. Parteibetriebe, Ltr. Sektor Haupt- bzw. Parteikasse; 1954 – 76 Vors. der Finanz-Kontrollkommission der FIR; 1954 Mitgl. der ZL des KdAW; 1954 – 59 Fernstudium an der HfÖ Berlin, 1959 Dipl.-Wirtsch.; 1958 Medaille Kämpfer gegen den Fasch.; 1959 Banner der Arbeit; Mitgl. der Revisionskommission der ZPO des ZK der SED; 1965 Medaille der Kämpfer u. Partisanen der ČSR; 1969 VVO; Verdienstmedaille der Organe des MdI; 1974 Ehrenspange zum VVO; 1979 Rentner; 1979 KMO; Mitgl. der Zentr. Kommission zur Betreuung alter verdienter Parteimitgl.; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Braun, Johannes

* 28.10.1919 – ✝ 17.7.2004

Geb. in Dortmund; Theol.-Studium in Paderborn, unterbrochen durch Wehrmacht. 1948 Priesterweihe in Paderborn, Übersiedl. in die SBZ; 1948 – 52 Vikar in Magdeburg; 1952 – 70 Aufbau u. Ltg. des Spätberufenenseminars »Norbertuswerk« für kath. Priesteramtskand. in Magdeburg; nach heftigen innerkirchl. Protesten am 3.3.1970 Ernennung zum Adjutorbischof in Magdeburg, Juli 1970 Bischöfl. Kommissarius in Magdeburg (Nachf. von  Friedrich Maria Rintelen); 1971 – 90 Protektor des Bischöfl. Werkes »Not in der Welt«, 1973 – 90 Apostol. Administrator in Magdeburg; Inspirator kirchl. Bautätigkeit u. Heiligenverehrung; 1988 vatikan. Visitation wegen »Mängeln in der bischöfl. Amtsführung«; 20.9.1989 Unterzeichner des einzigen kath. Hirtenbriefes in der DDR mit Infragestellung des SED-Machtmonopols; 12.2.1990 Amtsverzicht u. Versetzung in den Ruhestand durch den Vatikan, März 1990 Übersiedl. nach Paderborn; dort gest.Volk u. Kirche in der Dämmerung. Leipzig 1992; Im Schatten des Staatssicherheitsdienstes der DDR (1981 – 90). Duderstadt 1997.Bernd Schäfer

Handbuch Deutsche Kommunisten

Braun, Gertrud

* 19.4.1907 – ✝ 6.5.1976

Geboren am 19. April 1907 in Ostrowo/Provinz Posen, Tochter eines Kaufmanns. 1918 Übersiedlung nach Breslau, besuchte das Gymnasium, ab 1927 Studium der Philologie an der Universität Breslau. Eintritt in die SAJ, ab 1927 Mitglied des KJVD und der KPD. Von Ernst Wollweber als internationaler Kurier für die 4.Abteilung des sowjetischen militärischen Nachrichtendienstes geworben, zog sie 1928 nach Berlin. Ende 1928 Heirat mit Jan Basson (*1897), einem Mitarbeiter der GRU, mit dem sie 1930 nach Moskau übersiedelte. Zunächst in der Transportarbeitersektion der RGI beschäftigt, folgte sie ihrem Mann Anfang 1931 und unterstützte ihn bei seiner nachrichtendienstlichen Arbeit in Österreich. Gertrud Braun wurde im Dezember 1931 in Wien verhaftet, hochschwanger Anfang 1932 aus Österreich ausgewiesen. Sie kehrte im Mai 1932 über Breslau in die Sowjetunion zurück und begann am Marx-Engels-Lenin-Institut unter Karl Schmidt zu arbeiten. Wegen angeblicher »Herabwürdigung Stalins« erhielt sie eine Parteistrafe und wurde zur Bewährung in die Produktion geschickt, später Korrespondentin der DZZ. Am 2. Dezember 1937 wurde ihr Mann Jan Basson vom NKWD verhaftet und später erschossen. Gertrud Braun wurde am 15. April 1938 durch das NKWD verhaftet und zu acht Jahren Lager verurteilt. Sie kam nach Karaganda, war dort als Deutsch- und Englischlehrerin tätig. Seit Juni 1956 in der DDR, im Oktober 1956 durch die ZPKK nichtöffentlich »rehabilitiert«. Sie wurde Hochschullehrerin am Pädagogischen Institut für Fremdsprachen in Leipzig. Gertrud Braun starb am 6. Mai 1976 in Leipzig.

Wer war wer in DDR

Braunreuther, Kurt

* 28.7.1913 – ✝ 19.7.1975

Geb. in Leipzig; Vater Tapezierer; 1929 Abschluß des Gymnasiums; Ausbildung zum Schriftsetzer am Bibliogr. Inst. Leipzig; 1932 KPD; Rangierer in Leipzig; nach 1933 versch. Beschäftigungen, zeitw. arbeitslos; nach 1939 Eisenbahner im besetzten Polen, anschl. bis 1946 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 SED; Aufsicht auf dem Verschiebebahnhof Leipzig-Engelsdorf; Sonderreifeprüfung an einer Vorstudienanstalt, 1947 – 51 Studium der Wirtschaftswiss. an der HU Berlin; danach Assistent am Inst. für Pol. Ökon. der dortigen Wirtschaftswiss. Fak., 1955 Prom. mit der Diss. »Über die Bedeutung der physiokrat. Bew. in Dtl. in der zweiten Hälfte des 18. Jh.« (veröff. Berlin 1954); 1956 Doz. u. 1959 Habil. mit der Arbeit »Zur Geschichte des staatswiss. Faches an der HU Berlin im ersten Halbjahrhundert ihres Bestehens« (veröff. Berlin 1959); 1960 Prof. mit Lehrauftrag u. stellv., später kommissar. Dir. des Inst. für Pol. Ökon.; ab 1963 Ltr. der Arbeitsgr. Soziol. am Inst. für Wirtschaftswiss. der DAW, nach deren Umsetzung an das ZI für Philos. der DAW, ab 1969 dort Arbeitsgr.-Ltr. für Geschichte u. Kritik der bürgerl. Soziol.; 1964 Prof. mit vollem Lehrauftrag für Geschichte der ökon. Lehrmeinungen u. marxist. Soziol. an der HU; Ord. Mitgl. der DAW; Mitgl. des Wiss. Rats für Soziol.; Vors. des Krs.-Vorst. der Gewerkschaft Wiss. an der DAW; 1971 Honorarprof. für Geschichte der Soziol. an der HU Berlin. B. war beteiligt am systemat. Aufbau des Lehrfachs »Geschichte der pol. Ökon.« in den 50er Jahren; Anf. der 60er Jahre trug er maßgebl. zur Etablierung der Soziol. als offiz. Forschungs- u. Lehrdisz. in der DDR bei. Seine Forschungsarbeiten betrafen v. a. ökon. Aspekte in der Geschichte der Soziol.Ökon. u. Ges. in der dt. bürgerl. Soziol. Berlin 1964; Studien zur Geschichte der pol. Ökon. u. der Soziol. (Hrsg. Hermann Lehmann). Berlin 1978.Ulrich Jahnke / Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Brecht, Bertolt

* 10.2.1898 – ✝ 14.8.1956

Geb. in Augsburg; Vater Dir. einer Papierfabrik; seit 1908 Realgymnasium, erste Schreibversuche; 1914/15 erste Veröff.; 1917 Notabitur; Studium der Lit., Philos., später auch Med. an den Univ. München u. Berlin; 1918 Sanitätssoldat, Verbindungen zum Augsburger Soldatenrat u. zur USPD; 1921 Exmatrikulation; 1922 erste UA eines Theaterstücks (»Trommeln in der Nacht«, München); Kleist-Preis; 1923 UA »Baal« in Leipzig; Dramaturg u. Regisseur in München; 1924 Übersiedl. nach Berlin; bis 1926 zeitw. Dramaturg bei Max Reinhardt am Dt. Theater; Besuch der Marxist. Arbeiterschule (MASCH); 1927 erste Gedichtsammlung (Hauspostille); 1928 erster großer Erfolg mit der »Dreigroschenoper«; seit 1928 Ehe mit  Helene Weigel; 1930 Beginn der Herausgabe der »Versuche«; Febr. 1933 Emigr. nach Dänemark; Frühj. 1934 dt. Staatsbürgerschaft aberkannt; 1935 Teiln. am Internat. Schriftst.-Kongreß in Paris; ab 1936 Mithrsg. der Ztschr. »Das Wort« (Moskau); nach Kriegsausbruch 1939 über die Stationen Helsinki, Stockholm, Moskau Flucht in die USA; ab 1941 Exil in den USA (Santa Monica). 1947 Verhör vor dem Committee of Unamerican Activities, sofortige Rückkehr nach Europa, zunächst Schweiz, ab 1948 Berlin; 1949 Gründung des Berliner Ensembles (BE, mit Helene Weigel), erste Premiere: »Mutter Courage«, danach engagierte, weltweit gewürdigte Theaterarbeit mit Modellinszenierungen eigener u. fremder Stücke; 1950 österr. Staatsbürger; ab 1951 neben  Hanns Eisler u.  Paul Dessau zeitw. Ziel der SED-Kunstkritik in der Formalismusdebatte; NP; ab 1951 Präs. des dt. PEN-Zentrums Ost-West; 1953 Absetzung von Brecht-Stücken in der Bundesrep. Dtl. wegen (verkürzt) veröff. Solidaritäterklärung mit  W. Ulbricht nach dem 17. Juni, interne Kritik B.s an verfehlter SED-Politik; Präs. des dt. PEN-Zentrums Ost u. West; ab 1954 Theater am Schiffbauerdamm; Gründungsmitgl. der DAK u. Vizepräs.; 1954/55 Int. Stalin-Friedenspreis; 1955 erfolgreichstes Gastspiel des BE in Paris mit großer Auswirkung auf frz. Theaterkultur; gest. in Berlin. In seiner Programmatik, seinen Inszenierungen am BE sowie mit der analyt. Kraft seiner Werke zielte B. auf den aktiven Leser/Zuschauer u. die Veränderung der Ges.; verf. u. a. zeitgenöss. Stücke, wie »Die Gewehre der Frau Carrar« (1937) u. »Furcht u. Elend des Dritten Reiches« (1938), große Geschichtsdramen, so »Mutter Courage u. ihre Kinder« u. »Leben des Galilei« (1938/39), eine eigene – epische – Darstellungstheorie u. a. im »Kleinen Organon« (1948), dazu Lyrik, zumeist in freien Rhythmen, z. B. »Svendborger Gedichte« (1939) u. »Buckower Elegien« (1953).Große kommentierte Berliner u. Frankfurter Ausgabe (Hrsg. Werner Hecht u. a.). Berlin, Frankfurt (Main) 1988 ff.; Tagebü- Völker, K.: B. B. Eine Biogr. München 1976; Schumacher, E. u. R.: Leben B.s in Wort u. Bild (mit Bibl.). Berlin 1978; Mittenzwei, W.: Das Leben des B. B. oder Der Umgang mit den Welträtseln. Berlin, Weimar 1986; Fuegi, J.: B. & Co. Hamburg 1997; Hecht, W.: B.-Chronik 1898 – 1956. Frankfurt (Main) 1998; Mayer, H.: B./Hans Mayer. Frankfurt (Main) 1996.Bernd-Rainer Barth / Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Brehm, Erich

* 12.9.1910 – ✝ 15.11.1965

Geb. in Berlin; Lehrer, Schulrat. Gründete erstes Berliner Nachkriegskabarett »Kiki«; seit 1954 als Kabarettautor tätig; 1953 erster Ltr. des neugegr. Berliner Kabaretts »Die Distel«, verhalf ihr rasch zu Ansehen u. Bedeutung; 1958 Übergabe der Ltg. an Hans Krause, widmete sich danach der »Stacheltier«-Prod., der einzigen satirischen DEFA-Reihe; Autor zahlr. Kabarettexte u. Drehbücher für das »Stacheltier« u. Magazinsendungen; 1961 NP; gest. in Berlin.Unterhaltungskunst A – Z. Berlin 1975; Otto, R., Rösler, W.: Kabarettgeschichte. Berlin 1977.Gisela Winkler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Breitmeyer, Wilhelm

* 23.8.1887 – ✝ 6.10.1974

Geboren am 23. August 1887 in Gröningen/Krs. Oschersleben, Sohn einer Arbeiterfamilie; Tischler, Wanderschaft. 1907 Mitglied der SPD. Während des Weltkrieges aktiv in der Bremer SPD, 1917 Vorsitzender des USPD-Wahlvereins Bremen. Bevor Breitmeyer 1917 zum Militärdienst eingezogen wurde, hielt er sich zeitweise in Rumänien auf, da er in Bremen polizeilich gesucht wurde. Im November 1918 als Mitglied der Bremer Linksradikalen im Arbeiter- und Soldatenrat von Bremen. Stadtkommandant und Mitglied des Verteidigungsrates während der Bremer Räterepublik. Er flüchtete im Februar 1919, kam aber bereits im März nach Bremen zurück und wurde sofort inhaftiert. In die Bremer Bürgerschaft gewählt, wurde er 1919 aus der Haft entlassen. Breitmeyer war 1920 Orgsekretär der KPD in Bremen, ab 1921 selbständiger Tischler. Von April bis Juni 1933 »Schutzhaft«, dann wieder Tischler, später wurde er in einen Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet. Im Februar 1945 noch zur Wehrmacht einberufen, von Mai bis Juli 1945 in britischer Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein. 1945 übersiedelte Breitmeyer in die SBZ nach Olbernhau im Erzgebirge. Dort baute er die Gewerkschaft auf und wurde 1946 Mitglied der SED. Ab März 1947 war er 1. Vorsitzender des FDGB-Kreisvorstandes Olbernhau. Wilhelm Breitmeyer starb am 6. Oktober 1974.

Wer war wer in DDR

Bretschneider, Harald

* 30.7.1942

Geb. in Dresden; Eltern Handwerker. 1960 Abitur in Döbeln; 1960 – 65 Studium der Theol. an der KMU Leipzig; 1965/66 Hilfsarb. auf versch. Großbaustellen, Berufsabschl. als Zimmerer beim Baukombinat Magdeburg; 1966/67 Bausoldat in der NVA, erste Bemühungen um Einsatz von Bausoldaten in zivilen Bereichen; 1967/68 Baukombinat Magdeburg; 1969 Predigerseminar in Leipzig, anschl. bis 1979 Vikar u. Pfarrer in Wittgendorf (b. Zittau); 1969/70 Beteiligung an der Herstellung der Tonbildserie »Ohne kleine Leute keine großen Kriege«, gehörte seitdem zu den wichtigsten Inspiratoren u. Initiatoren kirchl. Friedensarbeit; 1979 – 91 Landesjugendpfarrer für Sachsen in Dresden, Gründungsinitiator versch. kirchl. Friedensgr. u. Org. von Gruppentreffen in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), Schöpfer der Symbole »Schwerter zu Pflugscharen« u. »Frieden schaffen ohne Waffen« im Herbst 1980, beteiligt an der Vorber. von Friedensdekaden, Initiator des Forums Frieden mit der Jugend mit 6.000 Teilnehmern am 13.2.1983 in Dresden; 1985 Konflikte mit der Kirchenltg. nach Thematisierung der Machtfrage; ab 1987 maßgebl. Beteiligung an der Vorber. der jährl. DDR-weiten Treffen kirchl. Friedens-, Umwelt- u. Menschenrechtsgr. »Frieden konkret« in Leipzig; seit Anf. 80er Jahre Berater für Wehrdienstverweigerer u. Inhaftierte, später auch für Ausreisewillige; seit 1987 Mitarbeit an der Konzipierung eines Zivildienstes, an der Durchführung des ersten Pilotprojektes im Dez. 1989 u. der Einführung des Zivildienstes 1990 beteiligt; Herbst 1989 Verbindungsmann zwischen opp. Krs. in Leipzig u. Dresden; Okt. 1989 Betreuung inhaftierter Demonstranten, Mitarbeit in der Gruppe der 20. 1991 Ltr. der Stadtmission Dresden.zu Fragen kirchl. Friedensarbeit auch des Luth. Weltbunds, u. a. 1984 vielbeachteter Vortrag »Frieden u. Gerechtigkeit in Europa« in Budapest.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brichmann, Karl

* 24.3.1902

Geboren am 24. März 1902 in Berlin-Weißensee als Sohn eines Handwerkers. Lehre und Arbeit als Schriftsetzer; 1920 Mitglied der KPD, ab 1923 in der sowjetischen Botschaft beschäftigt, arbeitete für den AM-Apparat der KPD und für die OMS der Komintern. Ab 1931 viel im Ausland unterwegs, kehrte Brichmann 1933 nicht mehr nach Berlin zurück. 1934 folgte ihm seine Frau Elisabeth Brichmann (* 3. 1. 1902) mit der dreijährigen Tochter zunächst nach Kopenhagen, 1936 nach Paris. Brichmann wurde im Sommer 1937 aufgefordert, nach Moskau zu kommen und reiste im August aus Paris ab. Er wurde am 3.August 1937 in Moskau verhaftet und am 4.Mai 1939 vom MKOG zu 20 Jahren Arbeitslager verurteilt. Während der Haft im Lager Nordost im Gebiet Magadan ist Karl Brichmann ums Leben gekommen. Seine Frau Elisabeth, die sich nach seinem Schicksal erkundigte, wurde im unklaren gehalten. Nach der Besetzung Frankreichs kehrte sie mit ihrer Tochter nach Deutschland zurück, kam in das Gefängnis nach Saarbrücken und wurde Anfang 1941 nach Berlin überführt. Ende Januar 1941 entlassen, lebte sie dann bis Kriegsende unter Polizeiaufsicht in Berlin. Sie schloß sich 1946 der SED an und lebte bis zu ihrem Tod am 23. Juni 1976 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Brie, Michael

* 24.3.1954

Geb. in Schwerin; Vater  Horst B., Diplomat, Mutter Journalistin, Bruder  André B.; aufgew. in China, Nordkorea, Berlin; 1972 Abitur; Volontär bei der Ztg. »Junge Welt«; 1972 – 74 NVA, 1974 SED; 1974 – 76 Philos.-Studium an der Univ. Leningrad, 1976 – 80 an der HU Berlin; ab 1977 beim MfS als IM erf., Okt. 1990 freiw. Offenlegung; 1980 Prom. mit einer Arbeit zum Verständnis von Arbeit u. Produktionsweise im hist. Mat., anschl. Assistent an der Sekt. Philos. der HU Berlin, 1982 nach »Revisionismus«-Vorwürfen Wechsel zur Sekt. Marx.-Lenin.; 1985 Habil. (Veröff.: »Wer ist Eigentümer im Soz.?« Berlin 1990), erneut massive »Revisionismus«-Vorwürfe; 1985 – 89 wiss. Mitarb. im Min. für HFS-Wesen; seit Mitte der 80er Jahre in informellen u. offiz. Forschungsgr., die sich um eine Modernisierung des Marxismus bemühten, begründete 1988 mit  Rainer Land u. Dieter Segert das reformtheoret. Forschungsprojekt »Konzeption eines mod. Soz.«, das darauf hinauslief, Perspektiven für eine soz. Entw. in der DDR an die Einführung von Institutionen der Moderne zu knüpfen, veröff. in: Rainer Land (Hrsg.): Das Umbaupapier. Berlin 1990; Nov. 1989 Mitbegr. der Plattform »Dritter Weg« in der SED, Initiator u. Mitautor des Programmentwurfs für die PDS, Dez. 1989 Mitgl. des PV der SED-PDS, Jan. 1990 Austritt aus dem Vorst. nach gescheiterten Bemühungen um eine vollst. Trennung der PDS vom SED-Parteivermögen. 1990 Mitbegr. des Inst. für interdisz. Zivilisationsforschung an der HU Berlin; 1990 Prof. für Sozialphilos. am Fachbereich Sozialwiss. der HU Berlin, nach freiw. Offenlegung seiner MfS-Kontakte zweimalige Entlassung u. vom Arbeitsgericht angeordnete Wiedereinstellung, 1994 Aufhebungsvertrag, Forschung zur Transformation pol. Strukturen in Rußland; Mitarb. in der PDS-Programmkommission, ab 1999 Mitgl. des geschäftsf. Aussch., 2004 – 08 stellv. Vors. des Vorst. der Rosa-Luxemburg-Stiftung; dort Dir. des Inst. für Gesellschaftsanalyse; 1998 Mitgl. der Grundsatzkommission der PDS bzw. Linkspartei.Zwischen den Zeiten (Hrsg. mit D. Klein). Hamburg 1992; Rußland wieder im Dunkeln? (mit E. Böhlke). Berlin 1992; Der Engel der Geschichte. Befreiende Erfahrungen einer Niederlage (mit D. Klein). Berlin 1993; Sozialismus als Tagesaufgabe. Berlin 2004 (mit D. Chrapa u. D. Klein); Ordnung aus Anarchie. Berlin 2004; Schöne neue Demokratie. Elemente totaler Herrschaft. Berlin 2007 (Hrsg.).Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Brasch, Thomas

* 19.2.1945 – ✝ 3.11.2001

Geb. in Westow (Yorkshire, England); Vater  Horst B.; ab 1947 in Cottbus aufgew.; 1956 – 61 Kadettenschule der NVA in Naumburg (Saale); 1963 Abitur in Berlin; Arbeit als Schlosser, Meliorationsarb., Setzer; 1964/65 Studium der Journalistik an der KMU Leipzig, Exmatrikulation u. a. wegen »Verunglimpfung führender Persönlichkeiten der DDR«; Arbeit als Packer, Kellner, Straßenbauarbeiter; 1966 Inszenierungsverbot für sein Vietnamprogramm »Seht auf dieses Land« an der Berliner Volksbühne; 1967/68 Fernstudium Dramaturgie an der HFF Babelsberg; 1968 anarchisch-romantischer Plan zur Besetzung u. Übernahme des Berliner Ensembles (mit Sanda Weigl), nach dem 21.8.1968 Verteilung von Flugblättern gegen die Okkupation der ČSSR, verurteilt zu 27 Mon. Haft wegen »staatsfeindl. Hetze«, 1969 vorzeitige Entlassung auf Bewährung, Zuweisung einer Arbeit als Fräser; durch Vermittlung von  Helene Weigel 1971/72 Arbeit im Brecht-Archiv; seit 1972 freischaff. Schriftst. in Berlin (Dramatik, Prosa, Lyrik, Filmszenarien, Übersetzungen); 1970 – 76 sieben Theaterstücke (u. a. »Sie geht, sie geht nicht«, 1970; »Das beispielhafte Leben u. der Tod des Peter Göhring«, 1972, mit  Lothar Trolle; »Herr Geiler«, 1974; »Lovely Rita«, 1974/75); wegen ihrer Themen (Mauer, Bürokratie u. Ohnmacht, Fortschrittsmüdigkeit), ihrer experiment. Form u. ihrer aggressiven Drastik in der DDR ungespielt oder abgesetzt; 1975 erste Gedichtauswahl »Poesiealbum 89«; 1976 Abbruch der Proben von »Lovely Rita« am BE; Mitunterz. der  »Biermann-Resolution«, Ausreiseantrag nach Publ.-Verweigerung von Prosatexten; Ausreise nach Berlin (West); 1978 Ernst-Reuter-Preis; 1979 Villa-Massimo-Stipendium; 1982 Bayr. Filmpreis für den Film »Engel aus Eisen«, Mitgl. des PEN-Zentrums Bundesrep. Dtl.; 1983 ein Jahr in Zürich, Occhio del Pardo d’argento für den Film »Domino«; 1987 Kleist-Preis für das Hörspiel »Robert, ich, Fastnacht u. die anderen«; gest. in Berlin. Umfgr. publizist. Tätigkeit, Übersetzungen u. Regie, häufige Inszenierung seiner Stücke.Vor den Vätern sterben die Söhne. Berlin 1977; Rotter. Frankfurt (Main) 1978; Lovely Rita. Lieber Georg. Mercedes: Drei Stücke. Berlin 1988; Drei Wünsche, sagte der Golem. Leipzig 1990. Mädchenmörder Brunke. Frankfurt (Main) 1999; Wer durch mein Leben will, muß durch mein Zimmer. Frankfurt (Main) 2002; Liebesgedichte. Frankfurt (Main) 2006; »Ich merke mich nur im Chaos«. Interviews 1976 – 2001. Frankfurt (Main) 2009. Häßel, M. (Hrsg.): Arbeitsbuch T. B. Frankfurt (Main) 1997; Frölich, M.: Between affluence and rebellion. New York 1996; Hanf, M., Schulz, K. (Hrsg.): Das blanke Wesen. Arbeitsbuch Th. B. Berlin 2004.Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Brauchitsch, Manfred von

* 15.8.1905 – ✝ 5.2.2003

Geb. in Hamburg; Vater Gardeoffz.; 1913 – 23 Gymnasium in Berlin, Abitur; 1923 Frei- korps Brigade Erhardt; 1924 – 28 Reichswehr, Fähnr., nach Motorradunfall ausgeschieden; ab 1929 Privat-Rennfahrer, 1. Sieg auf Mercedes-Benz beim Gaisbergrennen (Österreich), 1932 Sieg auf der Berliner Avus mit Klassen-WR von 194,4 km/h auf Mercedes SSKL sowie Stunden-WR mit 198 km/h; 1934 – 39 Werksfahrer bei Mercedes-Benz, 1934 Sieger auf dem Nürburgring, 1937 beim Großen Preis von Monaco, 1938 beim Großen Preis von Frankreich; 1940 – 43 persönl. Ref. von Junkers-Chef Dr. Koppenberg; Sturmführer des NS-Kraftfahrerkorps; 1944/45 Ref. im Reichsmin. für Rüstung u. Kriegsprod. (Techn. Amt Panzerbeauftragter) unter Albert Speer. 1945 Umzug zum Starnberger See; 1948 – 50 erster Präs. des Automobilclubs von Dtl. (AvD); 1949/50 Auswanderung nach Argentinien; 1951 u. 1953 Präs. des Komitees zur Vorber. der Weltfestspiele in Berlin u. Bukarest, 1952 Präs. des Komitees für Einheit u. Freiheit im dt. Sport; Mai 1953 Verhaftung in der Bundesrep. Dtl. wegen »Vorber. zum Hochverrat, Geheimbündelei u. Staatsgefährdung«, acht Mon. Haft in Neudeck u. Stadelheim; 30./31.12.1954 Flucht in die DDR vor erneuter Inhaftierung; 1957 – 60 Sport-Präs. des Allg. Dt. Motorsportverb. (ADMV); 1960 – 90 Präs. der Ges. zur Förderung des olymp. Gedankens, 1988 »Olymp. Orden« des IOC; dreimal VVO; Rentner u. gest. in Gräfenwarth b. Schleiz (Thür.).Kampf mit 500 PS. Berlin 1939; Kampf um Meter u. Sekunden. Berlin 1953; Ohne Kampf kein Sieg. Berlin 1964. Landenberger, D.: M. v. B. Kampf u. Sieg im Silberpfeil. Stuttgart 2005; Reuß, E.: Hitlers Rennschlachten. Die Silberpfeile unterm Hakenkreuz. Berlin 2006; Hrachowy, F. O.: Stählerne Romantik. Automobilrennfahrer u. nationalsozialist. Moderne. Norderstedt 2008.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Brauer, Wolfgang

* 17.4.1925

Geb. in Callenberg, Krs. Glauchau; Vater Volksschullehrer; 1931 – 42 Schulbesuch mit Notabitur; 1942 – 45 Kriegsdienst bei der Marine. 1945 Ausb. u. Einsatz als Neulehrer in Russdorf (Krs. Crimmitschau); 1945/46 SPD/SED; 1948 erste Lehrerprüfung, Studium an der Univ. Leipzig, 1951 Staatsexamen in Pädagogik, Deutsch, Englisch u. Latein; 1951 Doz. u. 1952 – 56 Studiendir. der ABF an der Univ. Leipzig; 1956 – 63 Dir. der ABF an der Univ. Rostock; 1963 wiss. Mitarb. u. 1968 Doz. am Germanist. Inst. der WPU Rostock; 1967 Prom., 1974 Habil.; 1974 ord. Prof. für Methodik des Deutschunterrichts, 1976 – 89 Rektor der WPU (Nachf. von  Günter Heidorn); 1957 Verdienter Lehrer des Volkes, 1979 u. 1985 VVO, 1989 Held der Arbeit 1989; 1990 em.; 1990 Vors. des Dt. Freidenkerverb.; lebt in Admannshagen/Bargeshagen bei Rostock. Forschungsschwerpunkte: Literaturwiss.; Methodik des Literaturunterrichts; Fähigkeitsentw. im Literaturunterricht.Der Erkenntnisprozess im Unterricht der gesellschaftl. Fächer. Berlin 1954; Schulbücher in der BRD – Instrument der geistigen Manipulierung der Jugend. Berlin 1971; Tun u. Nichttun – zu L. Feuchtwangers Geschichtsbild. In: Neue Dt. Lit. 1999; Sprachspiegel für den muttersprachl. Unterricht (Unterrichtswerk f. Real- u. Hauptschulen). Hannover 2003 (Hrsg.).Martin Guntau

Wer war wer in DDR

Braun, Otto

* 28.9.1900 – ✝ 15.8.1974

Geb. in Ismaning (b. München); Vater Buchhalter, Mutter Lehrerin; 1906 – 13 Volksschule in Weyarn (Krs. Miesbach); 1913 – 19 Lehrerbildungsanstalt in Pasing (b. München), Lehrer; 1917 Hilfsarb. u. Schreiber beim Vaterländ. Hilfsdienst in München; 1918 Militärdienst; Dez. 1918 Mitgl. der Freien Soz. Jugend, bis 1919 Mitgl. der BL Bayern; April 1919 KPD; 1919 – 26 mit Unterbrechung Ltg.-Funktionen im Abwehr- u. Nachrichtendienst der KPD bzw. militär.-pol. Apparat der KPD; 1919 – 21 Gelegenheitsarb. in Hamburg; an der Errichtung der Bayr. Räterep. u. 1921 an den Mittelostdt. Aufständen beteiligt; 1922 wegen »Aktenraubs bei russ. Weißgardisten« zu sieben Mon. Gefängnis verurteilt; 1921 – 26 Red. der KPD-Presse, 1923 in Suhl; 1921 – 23 Mitarb. der Informations-Abt. des ZK der KPD; zeitw. Ortssekr. der KPD in Thür.; Anf. 1924 Org.-Sekr. der illeg. KPD-BL Thür., verantw. für die »Proletar. Hundertschaften« in Süd-thür.; Frühj. 1924/25 Abwehrltr. des zentr. M-Apparates der KPD in Berlin; 1925/26 Mitarb. der Auslandsabt. des sowj. Nachrichtendienstes GRU in Berlin (»Spezialaufträge«); bis 1926 Mitgl. der Nachrichtenzentr. (NZ) der KPD (»Karl O. Wagner«); 1926 – 28 wegen »Hochverrats« in U-Haft bzw. Gefängnis in Berlin-Moabit; April 1928 durch eine Spezial-Gruppe des M-Apparates (zu der auch Olga Benario gehörte) befreit u. nach Moskau geflohen; ab 1928 staatenlos; 1928/29 Proletar. Schützendiv. in Moskau; 1929 – 32 Hörer an der Frunse-Militärakad. in Moskau, Rgt.-Kdr., unterrichtete zeitw. parallel militär. Fächer an der Internat. Lenin-Schule in Moskau u. auf Spezialkursen (M-Schule); April – Dez. 1932 Resident der 4. HV des Gen.-Stabs der Roten Armee (militär. Nachrichtendienst GRU) in Charbin (China); 1932 – 39 im Auftrag der GRU militär. Berater der KI u. Offz. der Roten Bauernarmee in China (»Li De«, »Hua Fu«); ab 1933 in Schanghai, 1934 – 39 im Innern Chinas; Teiln. am »Langen Marsch« der chin. Roten Armee u. am antijapan. Krieg; in dieser Zeit umfgr. Publ. u. militärpol. Prop., die ins Chinesische übersetzt wurden; Ende 1939 nach Moskau; Dez. 1939 strenge Rüge mit Verwarnung für »militär. Fehler« während seines Einsatzes 1934 in China vor der IKK der KI; Dez. 1939 – 41 dt. Übersetzer u. Red. u. als engl. Kontrollred. im Verlag für fremdspr. Lit. in Moskau; 1941 – 46 Polit-Instrukteur des sowj. Innenmin. in versch. Kriegsgefangenenlagern (unter dt., später auch unter japan. Offz.), Mitgl. des NKFD; 1946 – 48 Lehrer an der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk; Sommer 1948 – 51 Übersetzer zahlr. russ. Bücher (z. B. Scholochow »Ein Menschenschicksal«) im Verlag für fremdspr. Lit. in Moskau u. Krasnogorsk; Nov. 1948 – 54 sowj. Staatsbürgerschaft; 1951 – 54 freier Schriftst. in Moskau u. Krasnogorsk; ab 1952 Mitgl. des sowj. Schriftst.-Verb. 1.6.1954 nach wiederholtem Bemühen Rückkehr in die DDR; SED; 1954 – 61 wiss. Mitarb. des späteren IML beim ZK der SED u. verantw. Red. für die dt. Ausgabe der Werke W. I. Lenins; Mitarb. des Vorst. der Ges. zur Verbreitung wiss. Kenntnisse, Mitgl. des Büros des Präs.; 1961 Mitgl. des Vorst. des DSV, 1961 – 63 dessen 1. Sekr. (Nachf. von  Erwin Strittmatter), nach internen Auseinandersetzungen im DSV abgesetzt; 1961 Ruhestand; schrieb anschl. seine Memoiren als wiss. Mitarb. des IML; 1967 VVO; 1969 NP (im Koll.), April 1970 sowj. Orden des Vaterländ. Krieges; 1970 KMO; Nov. 1970 Lenin-Erinnerungsmedaille; gest. in Warna (Bulgarien).In der Münchner Freien Soz. Jugend. Berlin 1959; Chinesische Aufzeichnungen (1932 – 1939). (Autobiogr.). Berlin 1973. Mader, J.: O. B. – leidenschaftlicher Internationalist. In: Horizont (1974) 38; Litten, F. S.: O. B. frühes Wirken in China (1932 – 1935). München 1988; ders.: O. B. in Dtl. In: IWK (1991) 2; ders.: O. B. Curriculum Vitae – Translation and Commentary. In: Twentieth-Century China, Nov. 1997.Bernd-Rainer Barth / Wilfriede Otto

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bräuner, Johann

* 13.5.1897 – ✝ 30.11.1944

Geboren am 13. Mai 1897 in Buer; von Beruf Bergmann und Schmied. Er gehörte seit 1924 der KPD an und leitete ab 1929 den UB Duisburg-Hamborn, von 1929 bis 1931 auch Stadtverordneter in Duisburg. Von September 1929 bis August 1930 Kursant an der Leninschule in Moskau. Nach seiner Rückkehr bis Januar 1933 Orgleiter der BL Ruhr, anschließend Orgleiter in Dortmund, ab August 1933 Orgleiter der illegalen BL Niederrhein. Nach mehreren Treffen mit Berta Karg und Kaplan Dr. Joseph Rossaint im Dezember 1933 in Hamburg festgenommen und am 14. November 1934 vom OLG Hamm wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« verurteilt. Anfang 1936 aus dem Zuchthaus Lüttringhausen freigelassen. Im März 1938 erneut festgenommen, kam er in das KZ Sachsenhausen, später nach Neuengamme, dort zur SS-Sonderformation Dirlewanger »entlassen«. Das Marschziel war Krakau, seit dem 30. November 1944 galt Bräuner als vermißt. Durch einen Beschluß des Amtsgerichtes Duisburg-Hamborn vom 12. Januar 1951 wurde Johann Bräuner für tot erklärt. Zeitpunkt des Todes: 30. November 1944.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Braunthal, Bertha

* 1.2.1887 – ✝ 1967

Geboren am 1. Februar 1887 in Wien als Tochter eines jüdischen Buchhalters. Sie war die ältere Schwester der bekannten Sozialisten Alfred und Julius Braunthal. Während des Weltkrieges kaufmännische Angestellte in einer Fabrik in den Niederlanden, dann in Berlin. Sie war mit dem britischen Staatsbürger William Clark verheiratet. Mitglied der USPD und auf deren Parteitag im Dezember 1919 in das sechsköpfige Sekretariat des ZK gewählt. Ab März 1920 leitete sie als Sekretärin die Propagandaarbeit unter den Frauen. Bertha Braunthal stand auf dem linken Flügel der USPD. Auf dem Spaltungsparteitag im Oktober 1920 in Halle kam sie in das vierköpfige Sekretariat des ZK der USPD (Linke). Der Vereinigungsparteitag von KPD und USPD (Linke) im Dezember 1920 wählte Bertha Braunthal in die Zentrale der KPD und übertrug ihr die Leitung des Frauensekretariats. Während der Parteikrise im Frühjahr 1921 gehörte sie zur Mehrheit der Zentrale, die Paul Levis Parteiausschluß forderte. Sie nahm am III. Weltkongreß der Komintern in Moskau teil. Auf dem VII. Parteitag der KPD im August 1921 und auf dem VIII. Parteitag 1923 wieder in die Zentrale gewählt und mit der Leitung des Frauensekretariats beauftragt. Später mit ihrem Mann in der Redaktion der von Julius Alpári geleiteten Zeitschrift der Komintern »Inprekorr« in Berlin, ab 1933 in London für die »Baseler Rundschau«, dem Nachfolgeorgan der »Inprekorr«. Nach Auflösung der Komintern 1943 war sie als Übersetzerin für die Kommunistische Partei Großbritanniens tätig. Berta Braunthal starb 1967 in Großbritannien.

Wer war wer in DDR

Bredel, Willi

* 2.5.1901 – ✝ 27.10.1964

Geb. in Hamburg; Vater Tabakarbeiter, Mutter Zigarrenkistenkleberin; Volksschule 1916 – 20 Ausbildung zum Dreher; 1916 – 33 Mitgl. des DMV, 1916/17 SAJ, 1917 – 20 Spartakusbund, 1919 KPD; arbeitete in versch. Metallbetrieben; 1921 arbeitslos; 1922/23 Wanderschaft; 1923 Teiln. am Hamburger Aufstand (war Waffenkäufer für den KPD-Bez. Wasserkante), 1924 deshalb zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, Haft in Hamburg, 1925 amnestiert; Seemann; journalist. Arbeiten für die »Arbeiterztg.« (Bremen), Taxichauffeur, Dreher; 1926 Red. des »Ruhrecho« (Essen); 1926/27 als Seemann nach Afrika u. in Mittelmeerländer; 1928 Maschinendreher in Hamburg; 1928 Red. der »Hamburger Volksztg.«, Mitgl. des BPRS Hamburg u. der KPD-BL Wasserkante; 1930 wegen »Vorber. liter. Hoch- u. Landesverrats« vom Reichsgericht zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt; schrieb während der Haft bis 1932 die Romane »Maschinenfabrik N&K« (1930) u. »Die Rosenhofstraße« (1931); 1933/34 »Schutzhaft« in Fuhlsbüttel; 1934 Emigr. nach Moskau, wo der Roman »Die Prüfung« erschien, der als erster internat. beachteter Roman (in 17 Sprachen übersetzt) über den Terror in einem dt. KZ berichtete; ab 1934 in Moskau Ltr. der dt. Sektion der Auslandskommission des sowj. Schriftst.-Verb.; 1934 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1936 – 39 mit  Bertolt Brecht u. Lion Feuchtwanger Hrsg. der liter. Ztschr. »Das Wort«; 1937 Interbrigadist, 1937/38 Kriegskommissar des Bat. »Ernst Thälmann« der 11. Internat. Brigade im span. Bürgerkrieg; schrieb 1939 in Paris das Buch »Begegnung am Ebro. Aufzeichnungen eines Kriegskommissars« (Kiew 1939); Aug. 1939 Rückkehr nach Moskau; ab 1941 Kriegsteiln. auf sowj. Seite, Mitarb. der PURKKA, Fronteinsätze u. Lehrer an der Zentr. Antifa-Schule 27 (Krasnogorsk); 1943 Mitbegr. des NKFD; Stalingrad-Medaille des Obersten Sowjets der UdSSR. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; Mitgl. der Initiativgr. des ZK der KPD für Mecklenb. (Ltr.  Gustav Sobottka); Instrukteur des ZK der KPD in Rostock, Mitbegr. u. bis 1949 Vors. (Landesltr.) des KB in Mecklenb.; Nov. 1945 Dr. h. c. der Univ. Rostock; 1947 – 49 Abg. des Mecklenb. Landtags; 1947 – 50 Chefred. der Lit.-Ztschr. »Heute u. Morgen«; 1949/50 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1949 – 51 Vizepräs. der DSF, Ltr. des Red.-Kolleg. der »Bibliothek fortschrittl. dt. Schriftst.«; 1950 Gündungsmitgl. der DAK; 1950 u. 1954 NP; 1952 – 56 Chefred. der »Neuen Dt. Lit.«; 1954 – 64 Mitgl. des ZK der SED; 1956 Hans-Beimler-Medaille; ab 1957 Mitgl. der Kulturkommission beim ZK der SED; 1960 Banner der Arbeit; 1961 VVO; ab 1962 Präs. der DAK (Nachf. von  Otto Nagel), die sich unter seiner Ltg. u. auf Beschluß des ZK der SED zur »soz. Akad.« entwickelte; die Romantrilogie »Ein neues Kapitel« (1959 – 64) ist einer der ersten Versuche epischer Aufarbeitung der Nachkriegszeit; 1964 Mitgl. des reorg. Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; gest. in Berlin.Ges. Werke in Einzelausgaben. 14 Bde. Berlin, Weimar 1962 – 76. W. B. Dok. seines Lebens. Berlin 1961; Sinn u. Form. Sonderheft W. B. (1965); Bock, L.: W. B. Leben u. Werk. Berlin 1967; W. B. – Findbuch des liter. Nachlasses. Bearb. von G. Weißenfels. Berlin 1987; Richter, R.: W. B., ein dt. Weg im 20. Jh. Rostock 1998; Nestler, B.: Bibliogr. W. B. Frankfurt (Main) 1999; Senenko, R.: W. B.s Exil in Prag 1934. Hamburg 2001; Schiller, D.: Zwischen Moskau u. Paris. Skizzen zu W. B. als Literaturpolitiker u. Verleger in den Jahren 1934 – 1939. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Breitenborn, Hugo

* 12.5.1894 – ✝ 1945

Geboren am 12. Mai 1894 in Leipzig-Probstheida, Sohn eines Malergehilfen; wurde Maurer und Schornsteinbauer. Von 1914 bis 1918 Soldat, 1919 Mitglied der KPD. Breitenborn gehörte der Leitung des UB Leipzig an und arbeitete an der »Sächsischen Arbeiterstimme«, dem Organ der BL Westsachsen. 1923 lebte er zeitweilig in der Sowjetunion. Ab 1929 war er Mitglied der BL Westsachsen, ab Januar 1930 auch Mitglied der erweiterten BL Sachsen, 1930 wurde er hauptamtlicher RGO-Funktionär in Sachsen und ab April 1932 Kassierer der RGO-Landesleitung Sachsen. Breitenborn war von 1929 bis 1933 Abgeordneter des Sächsischen Landtags. Bereits am 25. März 1933 in Leipzig verhaftet. Bis August 1934 »Schutzhaft«, danach Maurer. Er hatte Kontakte zur Widerstandsgruppe um Georg Schwarz, deshalb am 22.August 1944 erneut festgenommen und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Während des Transports in das KZ Bergen-Belsen ist Hugo Breitenborn Ende Februar/Anfang März 1945 umgekommen.

Wer war wer in DDR

Breitsprecher, Werner

* 13.10.1932 – ✝ 22.11.2007

Geb. in Völschow (Krs. Demmin); Vater Arbeiter; Volksschule; 1947 / 48 Landarb.; 1948 – 52 Lehre als Landmaschinen- u. Traktorenschlosser; 1952 SED; 1952 / 53 Abt.-Ltr. in der FDJ-KL Demmin; 1953 2. Sekr. der FDJ-KL Altentreptow; 1954 / 55 1. Sekr. der FDJ-KL Demmin; 1955 / 56 Lehrgang an der SED-BPS in Burg Stargard; 1956 – 60 Abt.-Ltr. Organisation u. 2. Sekr., 1961 – 65 1. Sekr. der FDJ-BL Neubrandenb.; 1959 – 63 Mitgl. der ZRK der FDJ; 1963 – 67 Mitgl. des FDJ-ZR; 1963 – 65 Fernstudium an der FS für Landw. in Groß Nemerow, Abschluß als staatl. geprüfter Landwirt; 1965 – 68 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1968 – 76 1. Sekr. der SED-KL Demmin; 1976 – 80 Sekr. für Agit. u. Prop., 1980 – 83 2. Sekr. der SED-BL Neubrandenb.; 1983 – 89 Lehrer an der SED-BPS Neubrandenb.; 1989 invalidisiert; gest. in Neubrandenb.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Bretschneider, Sylvia

* 14.11.1960

Geb. in Waren (Müritz); POS u. EOS in Waren, 1979 Abitur; 1979 – 83 Studium der theoret. u. angew. Sprachwiss. an der KMU Leipzig, Dipl.-Lehrerin; 1983 – 89 Lehrerin für Engl. u. Dt. in Neubrandenb.; 1989/90 Betriebsorganisatorin im Verkehrskombinat Neubrandenb.; 1990 SPD. 1990 – 94 Tätigkeit im Schulamt Neubrandenb.; 1991 – 97 stellv., seit 1997 Vors. des SPD-KV Neubrandenb.; 1991 – 2003 Mitgl. des SPD-LV Mecklenb.-Vorpomm.; seit Nov. 1994 MdL Mecklenb.-Vorpomm., 1994 – 2002 Ltr. des Arbeitskrs. Bildung, Wiss. u. Kultur sowie bildungs- u. jugendpolit. Sprecherin der SPD-Fraktion, 1998 – 2002 stellv. Vors.; 1999 – 2002 Mitgl. der Stadtvertretung Neubrandenb.; 1999 – 2003 stellv. Landesvors. der SPD Mecklenb.-Vorpomm.; seit 20.10.2002 Präs. des Landtags Mecklenb.-Vorpomm. (Nachf. von Hinrich Kuessner).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Brick, Martin

* 18.3.1939

Geb. in Demmin (Krs. Neubrandenb.); Grundschule in Kummerow (Krs. Stralsund) u. Stralsund; Abitur; Gartenbauarbeiter in Stralsund; 1959 – 64 Studium der Veterinärmed. in Leipzig; 1970 – 89 VdGB; 1971 – 87 CDU; 1971 – 78 Mitgl. des Kreistags Strasburg, stellv. Ltr. der Kommission Landwirtsch.; 1980 – 82 postgraduale Ausb. zum Fachtierarzt in Berlin; Fachtierarzt u. Ltr. einer Gemeinschaftspraxis in Woldegk (Krs. Strasburg); 1988/89 Mitgl. der CDU Lübeck-Hüxtertor; ab Mai 1990 Mitgl. des CDU-KV Strasburg; Juni – Sept. 1990 Reg.-Bevollm. für den Bez. Neubrandenb.; ab Aug. 1990 Landessprecher für Mecklenb.-Vorpomm.; 3. – 27.10.1990 Landesbevollm. Seit Okt. 1990 MdL Mecklenb.-Vorpomm.; 1990 – 94 Min. für Ernährung, Landwirtsch. u. Naturschutz; seit 1993 Mitgl. des CDU-LV Mecklenb.-Vorpomm.; Mitgl. des Kreistags Parchim, Vors. des Aussch. ländl. Raum; seit 1994 Mitgl. der CDU-Mittelstandsvereinigung Schwerin; 1994 – 98 Min. für Landw. u. Naturschutz Mecklenb.-Vorpomm.; 1998 – 2002 stellv. Vors. des Landwirtschaftsaussch. des Landtags; seit Juni 2000 Präs. des Dt. Fischereiverb.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Briksa, Gerhard

* 18.11.1924

Geb. in Berlin; Vater gelernter Kfm., tätig als Arbeiter; Volks- u. Aufbauschule; 1941/42 Uffz.-Vorschule, 1942 – 44 freiw. bei der Wehrmacht (Artillerie), Uffz.; 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule in Minsk. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 – 50 im VEB Tonwerk Dommitzsch zunächst Arbeiter, dann Einkäufer, zul. Betriebsassistent; 1950 Wirtschaftsschule Gotha, 1950 – 52 Studium an der Dt. Verwa.-Akad. Forst-Zinna; 1952/53 im VEB Schamottewerk Rietschen zunächst Assistent, dann Werkltr.; 1953 – 56 SED-KL Weißwasser, Sekr. für Wirtschaft, ab 1955 1. Sekr. (Nachf. von Heinz Krüger); 1956 – 60 AfG beim ZK der KPdSU in Moskau, Prom. mit Diss. zur Stellung der DDR im soz. Wirtschaftssystem; ab 1960 Mitarb. des ZK der SED, 1962 – 72 Ltr. der Abt. Leicht- u. Lebensmittelindustrie (Nachf. von  Paul Sonnenburg); 1967 u. 1974 VVO; 1972 – 89 Min. für Handel u. Versorgung (Nachf. von  Günter Sieber).Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs