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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zetkin, Clara

* 5.7.1857 – ✝ 20.6.1933

Als älteste Tochter (von drei Kindern) des Dorfschullehrers Gottfried Eißner am 5. Juli 1857 in Niederau/Sachsen geboren. Die Mutter, Josephine Vitale, stammte aus der Familie eines Ordonnanzoffiziers Napoleons. Clara Eißner besuchte nach dem Gymnasium und der Übersiedlung der Eltern nach Leipzig von 1873 bis 1878 das von der Frauenrechtlerin Auguste Schmidt geleitete Lehrerinnenseminar. Sie bestand die Lehrerinnenprüfung »mit Auszeichnung«. Während des Studiums Bekanntschaft mit dem russischen Revolutionär Ossip Zetkin, der sie mit den sozialistischen Theorien von Marx vertraut machte. Daraufhin wurde sie Sozialdemokratin, was zum Bruch mit ihrem Elternhaus und ihrer (demokratisch-bürgerlichen) Umgebung führte. 1880 wurde Ossip Zetkin aus Deutschland ausgewiesen, Clara folgte ihm, war zunächst Hauslehrerin in Linz und Zürich. Sie kam nach Paris, heiratete dort Ossip Zetkin. Ihre Kinder, Maxim (*1883) und Kostja (* 1885), wuchsen in Paris auf. Als ihr Mann nach langer Krankheit schon Ende Januar 1889 starb, verschlimmerte sich das schwere soziale Los der Familie. Clara Zetkin nahm als Mitarbeiterin des SPD-Organs »Sozialdemokrat« an der Gründung der II.Internationale 1889 teil und hielt dort das Referat zur Arbeiterinnen- und Frauenfrage. Nach Aufhebung des Sozialistengesetzes kehrte sie 1891 nach Deutschland zurück und wurde Herausgeberin der Frauenzeitschrift »Gleichheit«, deren Redaktion sie bis 1917 leitete. Clara Zetkin zählte bald zu den führenden Sozialdemokraten in Europa, wurde 1907 zur Sekretärin des Frauensekretariats der Sozialistischen Internationale berufen, sie war Delegierte fast aller Kongresse der Internationale und Parteitage der SPD bis zum Weltkrieg. Von 1895 bis 1913 wurde sie auf allen Parteitagen der SPD in die Kontrollkommission gewählt, bis zum Weltkrieg gehörte sie dem Parteivorstand an. Clara Zetkin stand als Marxistin auf dem linken Flügel der Partei und hatte sich eng an Rosa Luxemburg angeschlossen. Als die Reichstagsfraktion der SPD am 4. August 1914 den Kriegskrediten zustimmte, protestierte sie zusammen mit Franz Mehring, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht öffentlich gegen diese Burgfriedenspolitik. Sie wurde Mitbegründerin der Gruppe Internationale bzw. der Spartakusgruppe und der USPD. Im März 1915 leitete Clara Zetkin in Bern eine internationale Frauenkonferenz der linken Opposition der Sozialdemokratie, geriet jedoch in Konflikt mit Lenin, dem diese Konferenz zu »zentristisch« war. 1916 in »Schutzhaft« genommen, kam sie wegen Krankheit 1917 wieder frei, war an ihrem Wohnsitz Stuttgart aktiv für die Spartakusgruppe. Im Mai 1917 entzog ihr der SPD-Parteivorstand ihr Lebenswerk, die Zeitschrift »Gleichheit«. Ihre schriftstellerische Tätigkeit konnte sie dann in der Beilage der »Leipziger Volkszeitung« fortsetzen. Clara Zetkin war Anhängerin der bolschewistischen Oktoberevolution, die sie öffentlich (wie Franz Mehring, aber anders als Rosa Luxemburg) begeistert begrüßte. Am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 nahm sie nicht teil, sondern blieb bis März 1919 formal in der USPD und vertrat diese im Württembergischen Landtag. Die Ermordung ihrer Freundin Rosa Luxemburg im Januar 1919 hat sie tief erschüttert und auch radikalisiert. Allerdings hatte Luxemburg 1899 in einem Brief an Leo Jogiches noch ein hartes Urteil über Clara Zetkin gefällt: Sie »schnattert sehr viel und radikal, aber eine eigene Meinung hat sie nicht«. Clara Zetkin kam 1919 in die Zentrale der KPD und gehörte vom II. Parteitag 1919 bis zum VIII. Parteitag 1923 als gewähltes Mitglied diesem Gremium an. In der KPD war sie die einzige Führerin, die schon in der alten sozialdemokratischen Bewegung großen Respekt genoß, also in der Tradition der Arbeiterbewegung verankert war. Wegen ihres lauteren Charakters allseits geachtet, wurde Clara Zetkin bereits im Juni 1920 (neben Paul Levi) als eine der beiden kommunistischen Abgeordneten in den Reichstag gewählt. Sie vertrat die KPD dann ununterbrochen bis 1933 im Reichstag. In den innerparteilichen Auseinandersetzungen gehörte Clara Zetkin zum rechten Flügel. Zusammen mit Levi trat sie Ende 1920 vorübergehend aus der Zentrale aus und beinahe hätte sie mit ihm auch die KPD verlassen (nach der März-Aktion 1921). Lenin, der sie sehr schätzte, konnte sie jedoch zum Verbleib in der Partei bewegen. Sie war eine treue Anhängerin und Verehrerin Lenins und des bolschewistischen Rußlands, auch wenn sie der Politik der Komintern oft kritisch gegenüberstand. Typisch war, daß sie auf dem Vereinigungsparteitag von KPD und linker USPD Ende 1920 pathetisch erklärte, bei einem Besuch in Rußland habe sie empfunden: »Ziehe deine Schuhe aus, der Boden, da du stehst, ist heiliger, revolutionärer Boden.« Die starke Bindung Clara Zetkins an Sowjetrußland bestimmte ihr weiteres politisches Leben. In den zwanziger Jahren oft erkrankt, hielt sie sich die meiste Zeit in der Sowjetunion auf. 1923/24 stellte sich Clara Zetkin hinter Heinrich Brandler und August Thalheimer und kämpfte erbittert gegen den Kurs der Ruth-Fischer-Zentrale. Trotz ihrer großen Popularität wurde sie 1924 von den Linken nicht mehr in die Zentrale der KPD gewählt und auch nicht (wie von der alten Zentrale 1923 vorgesehen) als Kandidatin zur Reichspräsidentenwahl 1925 nominiert. Statt ihrer präsentierte die KPD Ernst Thälmann. Auch auf dem X. Parteitag 1925 kam sie nicht ins ZK, erst nach dem »Offenen Brief« erhielt sie wieder Einfluß in der KPD. Clara Zetkin wandte sich scharf gegen die linke Opposition und besonders gegen Ruth Fischer. Seit 1927 wieder ZK-Mitglied, war sie Gegnerin der neuen ultralinken Wendung von 1928, und es schien, als wolle sie 1929 zur KPO übergehen. Schwerkrank und fast erblindet blieb sie trotz ihrer Kritik auch nach dieser Schwenkung in der KPD, wurde dennoch vom XII. Parteitag 1929 nicht mehr ins ZK gewählt. In jenen Jahren lebte sie fast ständig in Moskau, eng befreundet mit Lenins Witwe Nadeshda Krupskaja. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Stalin und Bucharin gehörten ihre Sympathien den Rechten, doch äußerte sie öffentlich keinen nennenswerten Einwand, unterstützte aber insgeheim die rechte Opposition in der KPD. Im August 1932 kam Clara Zetkin – sehr gebrechlich – letztmals nach Berlin, um als Alterspräsidentin die Legislaturperiode des Reichstags mit einer Rede zu eröffnen. Unter dem Protest der Nazi- und Rechtsparteien sprach sie scharf gegen die Nationalsozialisten. Einen Tag später konstatierte eine bürgerliche Zeitung: »Freund und Feind hörten dieser Vertreterin bolschewistischer Ideen zu. Ihre kommunistische Weltanschauung ist wahrhaft ehrlich, sie ist überzeugt von dem, was sie sagt, und das gebietet Toleranz ihr gegenüber, auch wenn ihre Auffassungen nicht zu akzeptieren sind.« Bei Hitlers Machtantritt im Januar 1933 war sie wieder in der UdSSR. Clara Zetkin starb am 20. Juni 1933 in Archangelskoje bei Moskau, ihre Urne wurde an der Kreml-Mauer beigesetzt. Die Widersprüche ihrer Haltung scheinen symptomatisch für jene kommunistischen Führer, die trotz aller Bedenken gegen die Politik Stalins und die Entwicklung der KPD nicht nachdrücklich dagegen opponierten, weil sie ihr Idol »Rußland« nicht zu kritisieren wagten und so dem Stalinismus den Weg erleichterten. Dieser Standort, einerseits durch die absolute Ergebenheit zur Sowjetunion, andererseits durch die kritische Sicht der KPD- und der Komintern-Politik geprägt, zeigt das Dilemma Clara Zetkins, die zwischen kritischem und stalinistischem Kommunismus schwankte. Ihr Sohn Maxim (* 1. 8. 1883 – † 19. 8. 1965) war später führend im Gesundheitswesen der DDR tätig, ihr Sohn Kostja (* 14. 4. 1885 – †6.4. 1980) lebte in Kanada. Von ihren zahlreichen Beiträgen gab die SED zwischen 1957 und 1986 eine dreibändige Auswahl heraus, doch darin fehlten vor allem ihre innerparteilichen Streitschriften. Der französische Historiker Gilbert Badia veröffentlichte 1994 eine Clara Zetkin-Biographie, eine umfangreiche kritische Biographie von Tanja Puschnerat erschien 2003.

Wer war wer in DDR

Zeuner, Fritz

* 30.1.1921 – ✝ 20.4.1982

Geb. in Dölzig bei Altenburg; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule, Lehre u. Arbeit als Schlosser in Leipzig u. Schkeuditz; 1940 – 45 Wehrmacht. 1945 / 46 KPD / SED; 1946 / 47 Abiturausbildung an der ABF Leipzig, 1947 – 50 Studium der Ökonomie an der Univ. Leipzig, Dipl.-Wirtsch.; 1950 Hauptsachbearb. im MdI; 1951 – 53 Abt.-Ltr. u. Mitgl. des Sekr. des ZV der VdgB; 1953 Instrukteur des ZK der SED; 1953 – 61 wiss. Mitarb. u. Geschäftsf. der AdL; 1961 / 62 wiss. Mitarb. u. stellv. Ltr. der Forschungsstelle für Agrarökonomik Anklam der AdL; 1962 – 64 Vors. der LPG Hohenreinkendorf (Uckermark); 1964 – 68 u. 1969 / 70 stellv. Chefred. der Ztg. »Neuer Tag« in Frankfurt (Oder); 1968 / 69 Studium an der SED-PHS; 1970 – 82 Generalsekr. bzw. 1. Sekr. des ZV, 1979 – 82 amt. Vors. der VdgB; zeitw. Mitgl. des Sekretariats u. des Präs. des Solidaritätskomitees der DDR; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ziegenhagen, Kurt

* 22.10.1906 – ✝ 26.10.1969

Geboren am 22. Oktober 1906 in Berlin, Sohn eines Tischlers; lernte ebenfalls Tischler, 1925 Mitglied der KPD, bis zum RFB-Verbot 1929 Leiter des RFB Untergau Süd. Im Mai 1929 wegen »Weiterführung des RFB« zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, gehörte er ab Ende 1929 der illegalen Gauleitung der RJ Berlin-Brandenburg an, später Sekretär für Agitation und Propaganda der Bundesleitung des RFB. Im Juli 1932 Gauleiter des RFB Ruhr und Redakteur am »Ruhr-Echo«. Bis April 1933 leitete Ziegenhagen den illegalen RFB Ruhr, flüchtete anschließend nach Amsterdam. Beim Versuch nach Polen zu gelangen, am 24. Juli 1933 in Berlin festgenommen, doch nach kurzer Zeit wieder entlassen. Später erneut verhaftet und 1935 in einem Prozeß vor dem Sondergericht Berlin zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Anschließend Tischler, 1942 zur Wehrmacht einberufen, desertierte, kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft und kehrte im März 1946 nach Deutschland zurück. Hier zunächst Referent in der SED-Landesleitung Groß-Berlin, dann Vorsitzender des Heimkehrerausschusses. Ziegenhagen wurde mehreren Parteiuntersuchungen zu seiner Widerstands- und Haftzeit unterzogen und schied auch wegen seiner undogmatischen Haltung aus dem Parteiapparat aus. Ab 1952 Leiter der Deutschen Handels-Zentrale Glas-Keramik, später Betriebsleiter des Möbel-Spezial-Betriebes »Wohnkultur«, er erhielt 1966 den VVO in Silber. Kurt Ziegenhagen starb am 26. Oktober 1969 in Eichwalde bei Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ziegler, Willy

* 13.3.1879 – ✝ 1939

Geboren am 13. März 1879 in Celle; Monteur, bis 1914 Parteifunktionär der SPD in Breslau. Von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg, 1918 Mitglied der USPD. Ziegler stand im November 1918 an der Spitze des Arbeiter- und Soldatenrates der Garnison Lamsdorf in Oberschlesien, war 1919/20 Parteisekretär der USPD in Breslau. Er trat 1920 für die Aufnahme in die Komintern und im Dezember 1920 für die Vereinigung mit der KPD ein. Anfang 1921 wurde Ziegler erster Bezirkssekretär der VKPD für Schlesien. Bereits seit Januar 1919 für die USPD Abgeordneter in der Preußischen Landesversammlung, im Februar 1921 wurde er Mitglied der VKPD-Fraktion im Preußischen Landtag. Ziegler schloß sich der Opposition von Paul Levi gegen die März-Aktion an. Im September 1921 trat er aus der KPD aus, weigerte sich in einem Brief an die Zentrale, das Landtagsmandat zurückzugeben. Ab Februar 1922 Mitglied der KAG, schied er vor Ablauf der Legislaturperiode aus dem Landtag aus und zog sich von der Politik zurück. Willy Ziegler starb 1939 in Breslau.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ziehl, August Johann

* 1.3.1881 – ✝ 17.5.1965

Geboren am 1. März 1881 in Geesthacht, Sohn eines Korbmachers und SPD-Funktionärs; lernte von 1895 bis 1899 in der Geesthachter Glasfabrik Korbmacher. Am 28. November 1896 Mitglied der SPD, bald einer der führenden Funktionäre der starken Ortsgruppe Geesthacht. Im Weltkrieg Soldat. 1917 trat er mit der großen Mehrheit der SPD-Ortsgruppe zur USPD über. Als er im September 1918 wieder an die Front sollte, desertierte er, wurde von einem Kriegsgericht zu vier Monaten Festung verurteilt, durch die Revolution befreit. Danach Schriftführer des Arbeiterrats in Geesthacht. Ziehl war einer der fünf Delegierten Hamburgs auf dem USPD-Parteitag im März 1919 in Berlin. 1921 schloß er sich mit fast der gesamten USPD-Ortsgruppe der KPD an. Nach der März-Aktion 1921 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, nach 14 Monaten amnestiert. Von 1924 bis 1931 war Ziehl Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft und in der BL Wasserkante, von 1924 bis 1933 Stadtvertreter in Geesthacht, 1931 dort stellvertretender Bürgermeister. Als Delegierter des XI. Essener Parteitages 1927 in die Kommunalkommission gewählt. In Opposition zum ultralinken Kurs des ZK und der BL Wasserkante verließ er im August 1931 mit 200 von 320 Mitgliedern die KPD. Diese Gruppe schloß sich der KPO Heinrich Brandlers an. Unter Ziehls Führung erhielt die KPO bei den Gemeindewahlen zwei Sitze. Mit der Mehrheit seiner KPO-Gruppe trat Ziehl 1932 zur SAP über. Er wurde 1933/34 fast ein Jahr lang im KZ Fuhlsbüttel inhaftiert und war 1944 nochmals 13 Monate im KZ Neuengamme. Ziehl gehörte 1945 zu den Mitbegründern der KPD in Geesthacht. 1949 wurden er und die Mehrheit der Ortsgruppe als Gegner der Stalinisierung aus der KPD ausgeschlossen. Er hat 1951 die Unabhängige Arbeiterpartei (UAPD) mitbegründet, die in Geesthacht eine ihrer Hochburgen besaß, sie bekam bei den Wahlen 1951 423 Stimmen (gegen 736 der KPD). Ziehl war Delegierter auf dem UAPD-Parteitag 1951 in Worms. Auch nach der Auflösung der UAPD blieb er aktiv und führte als politisches Urgestein zunächst die Geesthachter Gruppe als SAP fort. Er veröffentlichte 1958 die Schrift »Geesthacht – 60 Jahre Arbeiterbewegung 1890 bis 1950«. 1961 trat er noch der Deutschen Friedens-Union (DFU) bei. August Ziehl starb am 17. Mai 1965 in Geesthacht.

Wer war wer in DDR

Ziemer, Christof

* 28.8.1941

Geb. in Gollnow (Krs. Naugard, Pommern/Go¬leniów, Polen) in der Familie eines Pastors, aufgew. in Angermünde u. Greifswald; 1960 Abitur; 1960 – 65 Studium der Theol. an der HU Berlin u. der MLU in Halle; 1962 Wehrdienstverweigerung (ohne nachteilige Konsequenzen); 1965 Erstes Theolog. Examen; anschl. bis 1967 Konviktinspektor am Sprachenkonvikt in Halle; dann Pfarrer an der St. Marien-Gemeinde in Pirna; 1968 Zweites Theolog. Examen; 1972 – 74 Studieninspektor am Predigerseminar in Lückendorf (Zittauer Geb.); 1974 – 80 Ltr. der Theolog. Studienabt. beim Bund der Ev. Kirchen in Berlin, fachl. Schwerpunkte: Gemeindeaufbau, charismat. Bew.; 1980 – 92 Pfarrer an der Dresdener Kreuzkirche, Superintendent; 1987 – 89 Vors. der Vorbereitungsgr. u. des Präs. der Ökumen. Vers. für Frieden, Gerechtigkeit u. Bewahrung der Schöpfung in der DDR; Okt. 1989 Teiln. an den ersten Dresdener »Rathausgesprächen« (zw. Magistrat u. Vertretern der Bürgerbew.). 1991 Dr. h. c. der Univ. Bern; 1992 zeitw. Dir. der Ev. Akad. in Meißen; im Sommer 1992 aus dem kirchl. Dienst ausgeschieden; anschl. bis 1993 Aufenthalt in Osijek (Kroatien); 1993 in Berlin; 1998 – 2002 inter-religiöse Friedensarbeit in Sarajevo (Bosnien); 2003 Rückkehr nach Dtl., Ehrenbürger von Dresden; danach Gemeindepfarrer in Riesa-West; 2006 Ruhestand. Publ. zur charismat. Bew., zum konziliaren Prozeß u. zum pol. Umbruch in der DDR.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zillich, Karl

* 4.11.1894

Geboren am 4. November 1894 in Bingen als Sohn eines Schneiders. Zahntechniker, seit 1920 in der KPD und seither Mitarbeiter der Geschäftsabteilung der Zentrale bzw. des ZK der KPD, auch in der Komintern tätig. Nach 1933 Emigration, zunächst nach Saarbrücken, später in die Schweiz und nach Frankreich. Leiter des kommunistischen Prometheus-Verlages in Straßburg bzw. des Komintern-Verlages Internationaler Arbeiterverlag in Zürich. Zillich trug die Decknamen Jakob Burckhardt und Karl Müller, er kontrollierte von der Schweiz aus die Produktion der Komintern-Schriften für Westeuropa. Er arbeitete eng mit Hugo Eberlein und dem Reichstechniker Wilhelm Kox zusammen. Über Karl Zillichs weiteren Lebensweg konnten keine Angaben ermittelt werden.

Wer war wer in DDR

Zimmer, Hugo Otto

* 8.5.1882 – ✝ 5.3.1948

Geb. in Wuppertal; Vater Rechnungsrat; Volksschule u. Gymnasium; Studium der Sprachwiss., Jura u. Nationalökon.; anschl. im Verw.-Dienst in Marburg, Posen u. Dortmund; 1908 SPD; Mitgl. des kommunalpol. Beirats des SPD-PV; 1919 – 33 Bürgermstr. in Geesthacht-Düneberg, zeitw. Abg. des Provinziallandtags für Schlesw.-Holstein; 1933 entlassen; 1933 –45 im kommunalen Verlagsbuchhandel tätig, vorw. im Dt. Gemeindeverlag. 1945 SPD; 1. Vors. der SPD in Britz in Berlin-Neukölln; 1945/46 Angest. im Bez.-Amt Berlin-Neukölln, Ltr. der Kartenstelle; 1946 SED; 1946 – 48 Ltr. der Abt. Kommunalpol. des ZS des SED-PV.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Zimmermann, Arnold

* 2.10.1922 – ✝ 21.4.2015

Geb. in Altendambach (Krs. Schleusingen); Vater Schuhmacher, Mutter Hausfrau; Volks- u. Berufsschule; 1937 – 39 Lehre; 1940 / 41 Angest. in der Kreisverw. Suhl; 1941 RAD; 1941 – 45 Wehrmacht; Mai – Okt. 1945 sowj. Kriegsgef. 1945 – 51 Angest. u. Kaderltr. im Rat des Krs. Suhl; 1945 SPD, 1946 SED; 1950 / 51 Kaderltr.-Lehrgang an der DASR Potsdam; 1951 / 52 Kaderltr. im Min. für Land- u. Forstwirtschaft der Landesreg. Thüringen in Erfurt; 1952 – 56 Sekr., 1956 – 61 Vors. des Rats des Krs. Suhl; 1953 – 58 Fernstud. an der DASR Potsdam, Dipl.-Jurist; 1961 – 63 Sekr. des Rats des Bez. Suhl; 1961 – 63 u. 1965 – 90 Abg. des Bezirkstags Suhl; 1963 – 65 Stud. am Industrie-Inst. der TH Ilmenau, Dipl.-Ingenieurök.; 1965 – 67 1. Stellv. des Vors., 1967 – Mai 1990 Vors. des Rats des Bez. Suhl; 1971 – Dez. 1989 Kand. des ZK der SED; 1987 KMO; ab Mai 1990 Rentner; Mitglied der PDS bzw. Linkspartei; gest. in Suhl.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Zimmermann, Udo

* 6.10.1943

Geb. in Dresden; 1953 – 61 Mitgl. des Dresdener Kreuzchors; 1962 Abitur an der Kreuzschule; 1962 – 68 Studium Komposition, Gesang u. Dirigieren an der HS für Musik »Carl M. v. Weber« Dresden, 1968 – 70 an der Mstr.-Schule der DAK bei  Günter Kochan; 1970 Dramaturg an der Dresdener Staatsoper; 1976 Lehrauftrag für Komposition an der Dresdener HS für Musik; 1974 Gründung des Studios für Neue Musik in Dresden; 1975 NP; 1978 Berufung zum Prof. für Komposition; 1982 ord. Prof. für experiment. Musiktheater u. Komposition; 1983 Mitgl. der AdK u. der AdK Hamburg; 1985 Mitgl. des Kuratoriums Staatsoper Dresden; Mitgl. des Präs. u. Vors. des BV Dresden des VDK; 1986 Begründer des Dresdener Zentrums für zeitgenöss. Musik; 1987 NP; März 1990 – 2001 Intendant der Leipziger Oper; 2001 – 03 Generalintendant der Dt. Oper Berlin; ab 2003 Engagement für das Europ. Zentrum der Künste in Hellerau u. die Wiedereröffnung des Festspielhauses, bis 2008 dort Intendant; Mitgl. der Sächs. AdK Dresden u. der Freien Akad. der Künste Leipzig; Dir. der Sektion Musik u. Senatsmitgl. der AdK Berlin; lebt in Dresden. Schuf sinfon. u. chorsinfon. Werke (Pax questosa, 1982), Orchester- u. Kammermusik, die Opern »Die weiße Rose« (1986), »Levins Mühle«, »Die zweite Entscheidung«, »Der Schuh u. die fliegende Prinzessin« (1976), »Die wundersame Schustersfrau« (1982).Klang – Raum – Bewegung. Wiesbaden 1996 (Mithrsg.); Man sieht, was man hört. U. Z. über Musik u. Theater. Leipzig 2003.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zipfel, Otto

* 29.6.1886 – ✝ 13.2.1945

Geboren am 29. Juni 1886 in Pegau bei Borna, Sohn eines Schuhmachergehilfen. Vor dem Weltkrieg bereits Mitglied der SPD, trat er als hauptamtlicher Gewerkschaftsangestellter in Leipzig 1917 in die USPD ein. Ende 1920 Delegierter des USPD-Spaltungsparteitages, wurde Mitglied der KPD und war bis 1922 Sekretär des KPD-Bezirks Ostsachsen. Im Dezember 1920 kam Zipfel in den Sächsischen Landtag, Nachfolger von Friedrich Geyer, der in den Reichstag wechselte. Ab Sommer 1924 vertrat er den in der Sowjetunion weilenden Rudolf Renner als Polleiter. Zipfel war Anhänger Heinrich Brandlers, deswegen 1924 abgelöst und im Dezember 1924 zur Rückgabe des Landtagsmandats aufgefordert, sein Nachfolger wurde Otto Gäbel. Für den Rücktritt als hauptamtlicher Funktionär und für die freiwillige Rückgabe des Abgeordnetenmandats erhielt er von der KPD eine Entschädigung und eröffnete mit der Abfindungssumme ein Zigarrengeschäft in Dresden. 1925 wurde er aus der KPD ausgeschlossen und trat politisch nicht mehr hervor. Otto Zipfel kam bei den alliierten Bombenangriffen auf Dresden am 13. Februar 1945 ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zirkel, Max

* 18.3.1869 – ✝ 19.9.1921

Geboren am 18. März 1869 in Finsterwalde; Tischler, Mitglied der SPD, betrieb um die Jahrhundertwende in Berlin ein Zigarrengeschäft. 1916/17 war er 2. Vorsitzender der sozialdemokratischen Organisation von Berlin-Neukölln. Ende April 1917 wegen des Verdachts, den Vertrieb von Flugblättern der Spartakusgruppe zentral geleitet zu haben, für einige Zeit in Untersuchungshaft. Ende 1917 wurde Zirkel Angestellter des radikalen linken Berliner Verbandes der Holzarbeitergewerkschaft. Im März 1918 mit Leo Jogiches wegen illegaler Arbeit in der Spartakusgruppe verhaftet. Zirkel war bei den Revolutionären Obleuten, gehörte während der Novemberrevolution dem Arbeiter- und Soldatenrat Berlins an. Er war Delegierter des Gründungsparteitages der KPD Ende 1918. Für die KPD aktiv, kandidierte er im Juni 1920 zur Reichstagwahl. Max Zirkel starb am 19. September 1921 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Zetkin, Maxim

* 1.8.1883 – ✝ 19.8.1965

Geb. in Paris, aufgew. in Paris u. Zürich; Mutter Clara Z., Lehrerin u. KPD-Politikerin, Vater Ossip Z., pol. Emigrant aus Odessa; 1894 – 1902 Gymnasium in Stuttgart; 1902 – 08 Med.-Studium in München; hier 1909 Prom.; 1909 – 12 ärztl. Praxis in Stuttgart; 1912 – 14 chirurg. Assistenzarzt am Städt. Krankenhaus Augsburg; 1914 – 18 Militärdienst; 1919/20 Assistenzarzt in der chirurg. Abt. des Auguste-Viktoria-Krankenhauses in Berlin; 1902 – 16 SPD; 1917 – 19 USPD; 1919 KPD; ab 1920 auf Einladung als Chirurg in Moskau tätig; 1924 KPR (B); 1930 – 39 an der chirurg. Klinik des II. Med. Inst. in Moskau; 1935 hier Doz.; 1936/37 Teiln. am span. Bürgerkrieg als beratender Chirurg der rep. Armee; 1939 – 41 Chefarzt der chirurg. Abt. eines Moskauer Krankenhauses; 1942 – 45 Militärchirurg in Moskau, im Kaukasus u. in Transkaukasien. Ende 1945 Rückkehr nach Dtl. u. Mitw. beim Aufbau der Dt. ZV für Gesundheitswesen; 1945 – 49 1. Vizepräs. u. zuständig für Personal- u. Org.-Fragen; 1946 SED; 1947 – 60 Prof. mit Lehrauftrag für Chirurgie an der HU Berlin; 1949/50 Ärztl. Dir. der Charité; 1950 – 52 Ltr. der HA Wiss. u. Forschung des Min. für Gesundheitswesen; 1951 Verdienter Arzt des Volkes; 1954 Vors. des Wiss. Rats beim Min. für Gesundheitswesen u. Ltr. der Arbeitsgemeinschaft med. Verlage; Mitbegr. des Verlags Volk u. Gesundheit; 1955 Korr. Mitgl. der DAW; 1955 VVO; 1958 Dr. h. c. an der FSU Jena; 1963 Hervorrag. Wissenschaftler des Volkes; gest. in Berlin.Die Chirurgie des Traumas. 4 Bde. Berlin 1955 – 58 (Hrsg.); Wörterbuch der Med. Berlin 1956 (Hrsg. mit. H. Schaldach; 11. Aufl. 1980); dt. Gesamtausgabe der Werke von I. P. Pawlow. Berlin 1953 – 54 (Hrsg.). M.-Z.-Ehrung 1983. Berlin 1984.Peter Schneck / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zeutschel, Walter

* 1900

Geboren 1900 als Adolf Burmeister in Hamburg. Er wurde Bauarbeiter und war ab 1916 in der oppositionellen sozialistischen Jugend organisiert. Seit 1919 in der KPD, gehörte er zunächst zu den Anhängern Ernst Thälmanns, war aber 1923 bei denjenigen ultralinken Kreisen in der KPD Hamburgs, die schon 1923 gegen ihn agitierten, weil sie generell hauptamtliche Funktionäre ablehnten. Zeutschel war im Oktober 1923 beim Hamburger Aufstand einer der Anführer. Nach der Niederschlagung kam er in den damals von Peter Skoblewski aufgebauten Terror-Apparat, war zunächst für Pommern und Mecklenburg zuständig. In ein Bomben-Attentat in Potsdam verwickelt, wurde Zeutschel-Burmeister Ende 1924 verhaftet und 1925 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Durch die Amnestie 1928 frei, kam er als Redakteur zur »Hamburger Volkszeitung«, schied aber 1929 aus und trennte sich von der KPD. 1931 erschien im J.H.W. Dietz Verlag seine Enthüllungsschrift »Im Dienste der kommunistischen Terror-Organisation. Tscheka-Arbeit in Deutschland«. Der SPD-Verlag veröffentlichte die Broschüre (157 Seiten) als »Anschauungsunterricht« gegen kommunistische Verschwörungen, distanzierte sich aber im Vorwort von Zeutschel. »Der Verfasser erblickt in der Nachahmung bolschewistischer Terrormethoden das Heil für die deutsche Arbeiterschaft. Der Verlag ist der Ansicht, daß die Überwindung dieser bolschewistischen Terrormethoden eine unerläßliche Voraussetzung des Sieges der sozialistischen Sache ist!« Tatsächlich propagierte Zeutschel-Burmeister weiterhin terroristische Praktiken, er verschwand aus der Arbeiterbewegung. Sein weiteres Schicksal war nicht zu ermitteln.

Wer war wer in DDR

Ziegenhahn, Herbert

* 27.10.1921 – ✝ 29.6.1993

Geb. in Dankerode (Krs. Quedlinburg); Vater Kleinbauer; Besuch der Volksschule; 1936 – 41 Landarb., Mitarb. in der elterl. Landw., Maurer; Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, 1947 – 49 Antifa-Gebietsschule u. Assistent an einer Antifa-Zentralschule in der UdSSR. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1950/51 Gemeindevertreter u. Bürgermstr. von Dankerode u. Harzgerode (Krs. Quedlinburg); 1951 SED; 1952 – 59 1. Krs.-Sekr. der SED in Quedlinburg; 1953 – 59 Abg. des Krs.-Tags Quedlinburg; 1954 – 60 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1959 – 63 1. Sekr. der SED-KL Dessau; 1961 – 63 Stadtverordn. in Dessau; 1963 Abg. des Bez.-Tags Gera; 1963 – 66 Kand., 1966 – 89 Mitgl. des ZK der SED; seit 1963 1. Sekr. der SED-BL Gera (Nachf. von Paul Roscher); 1963 – Nov. 1989 Abg. der Volkskammer; 1963 – 67 Stellv. des Vors. des Aussch. für Handel u. Versorgung; seit 1967 Mitglied des Mandatsprüfungsaussch.; 1971 VVO; 1981 KMO; 2.11.1989 Rücktritt als 1. Sekr. der BL Gera; 3.12.1989 gem. mit anderen wegen der »Schwere ihrer Verstöße gegen das Statut der SED u. in Anbetracht zahlr. Forderungen u. Anträge von Krs.-Delegiertenkonferenzen« der Mitgliedschaft im ZK enthoben u. aus der SED ausgeschl.Wilfriede Otto

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Ziegler, Martin

* 1.10.1931 – ✝ 21.3.2015

Geb. in Berlin, aufgew. in Gollnow (Hinterpom.); Vater Handelslehrer; 1945 Flucht nach Stendal; 1950 Abitur; anschl. Studium der Theol. an der HU Berlin; ab 1955 Transportarb. in Tangermünde; 1958 Ordination; Hilfsgeistlicher u. Pfarrer in Großkayna (Kirchenkrs. Geiseltal); ab 1963 Pfarrer in Kötzschen (b. Merseburg); 1968 – 74 Superintendent in Merseburg; 1975 – 83 Dir. des Diakon. Werks der Inneren Mission u. des Hilfswerks der Ev. Kirche Berlin-Brandenb. u. Vors. des Vereins der Hoffmannsthaler Anstalten; 1983 Oberkirchenrat u. bis 1991 Ltr. des Sekr. d. Bunds der Ev. Kirchen in der DDR (Nachf. von  Manfred Stolpe); Dez. 1989 bis März 1990 einer der Moderatoren des Zentr. Runden Tischs. 1990 Mitgl. im Verw.-Rat der Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel; ab 1991 Dir. der Hoffmannsthaler Anstalten in Lobetal; 1994 Ruhestand; gest. in Schildow.Roger Sitter / Ehrhart Neubert

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Ziel, Alwin

* 22.4.1941

Geb. in Quernau (Westpr./Zwirynowo, Polen); Eltern Landwirte; 1947 – 60 Schulbesuch in Zölkow, Parchim u. Dömitz, 1960 Abitur; 1960 – 65 Studium der Päd. an der PH in Güstrow, Dipl.-Lehrer; 1971/72 Lehrer an der Friedrich-Rohr-OS in Grabow; 1972 – 74 Studium der Logopädie an der HU Berlin, Dipl.-Päd.; 1974 – 77 Logopäde in der Beratungsstelle Dessau; 1978 – 88 Lehrer an der FS für Ökonom. in Rodewisch; 1980 – 85 externes Jurastudium an der HU, Dipl.-Jur.; Apr. – Aug. 1988 in Hamburg, Rückkehr in die DDR; 1988 – 90 wiss. Assistent an der HU; Dez. 1989 SDP/SPD; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer; parl. Staatssekr. im Min. für Arbeit u. Soziales. Seit 14.10.1990 MdL Brandenb.; Dez. 1990 – Okt. 1999; Min. des Innern u. stellv. Ministerpräs. des Landes Brandenb.; 1991/92 Vors., ab 1993 stellv. Vors. des Landesverb. der Arbeitsgr. sozialdemokrat. Juristen; 1993 Vors. der Ständigen Konferenz der Innenmin. u. -senatoren der Länder; Okt. 1999 – Aug. 2002 Min. für Arbeit, Soziales, Gesundheit u. Frauen im Land Brandenb. (Nachf. von  Regine Hildebrandt); seit 2008 Stadtverordnetenvorsteher in Hohen Neuendorf (Landkrs. Oberhavel).Stoll, U.: Einmal Freiheit u. zurück. Berlin 2009.Helmut Müller-Enbergs

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Ziese, Max

* 8.11.1882 – ✝ 11.2.1952

Geboren am 8. November 1882 in Grabowo/ Pommern. Rohrleger, gehörte der Rohrlegerabteilung der Berliner Ortsverwaltung des DMV an. Mitglied der SPD, ab 1917 der USPD, 1919 der KPD. Im Dezember 1920 kandidierte er für den Posten des Kassierers für die Berliner DMV-Ortsverwaltung. Er wurde Mitarbeiter in der Gewerkschaftsabteilung der Zentrale der KPD, später im Sekretariat des MEB der RGI in Berlin tätig. Auf dem 5. RGI-Kongreß 1930 in Moskau in den Zentralrat gewählt, war Ziese dann einige Jahre im zentralen RGI-Apparat in Moskau beschäftigt. Er soll später aus der KPD ausgeschlossen worden sein. Max Ziese starb am 11.Februar 1952 in Berlin.

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Zillig, Johannes (Hans)

* 19.6.1934 – ✝ 31.8.2007

Geb. in Köln; Vater kaufm. Angest.; Grund- u. OS, Abitur; 1951 CDU u. FDJ; 1952 – 58 Studium der Philos., Dipl.; 1954 Tätigkeit als antiquar. Hilfskraft; 1954 – 58 Studium der Ökonomie an der HfÖ Berlin-Karlshorst, Dipl.-Wirtschaftler; 1964 – 68 Fernstudium an der KMU Leipzig, Jan. 1969 Prom. mit einer Arbeit über das Verhältnis von sozialist. u. religiösem Bewußtsein in der DDR; 1960 – 71 Red., Juli 1971 – Juli 1973 Chefred. von »Die Union« u. »Märkische Union«; 1962 Vors. des Kreisverb. der CDU Dresden-Ost; 1971 Vors. des Kreisverb. der CDU Dresden-Stadt; seit Okt. 1972 Mitgl. des CDU-HV.; Juli 1973 – 77 Chefred. des CDU-Zentralorgans »Neue Zeit« (Nachf. von  Karl-Friedrich Fuchs); Okt. 1973 – Okt. 1977 u. Okt. 1987 – 89 Mitgl. des Sekr. des HV der CDU, seit 14.10.1977 Sekr. des HV der CDU (Nachf. von  Harald Naumann); 1976 VVO; Okt. 1977 – 89 Mitgl. des Präs. des HV der CDU; 1982 – 90 Mitgl. der Volkskammer.In der Mitarb. gewachsen u. gereift. Zur Geschichte des Landesverb. Sachsen der CDU 1945 – 1952. Berlin 1975.Helmut Müller-Enbergs

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Zimmering, Max

* 16.11.1909 – ✝ 15.9.1973

Geb. in Pirna in einer jüd. Fam.; Vater Uhrmacher u. Kfm. (1942 im KZ Auschwitz ermordet); Cousin von  Lea Grundig u.  Bruno Goldhammer; 1914 Umzug der Fam. nach Dresden; 1916 – 30 Volks- u. Oberrealschule, Abitur; 1925 – 28 Mitgl. der zionist. Jugendbew. »Blau-Weiß« u. »Kadimah«; 1928 KJVD, Agitpropltr. in Dresden-Altstadt; 1928 ZdA; 1928 Mitbegr. der Jüd. Arbeiter- u. Angestelltenjugend (J.A.A.J.); 1929 KPD; veröff. als Schüler Gedichte in der Arbeiterpresse, 1930 Lyrikpreis der Ztschr. »Linkskurve«; 1930 – 32 Ausbildung zum Schaufensterdekorateur beim Warenhaus Hermann Tietz in Dresden, wg. gewerkschaftl. Aktivitäten entlassen; 1930 Mitbegr. des BPRS in Dresden; RGO; Arbeiterkorresp. der »Roten Fahne« u. Mitarb. anderer linker Ztg.; 1930 – 33 Mitarb. im M-App. der KPD, Abwehrarbeit in Reichswehr u. Polizei; 1932 Dekorateur im Warenhaus »Wohlwert« in Dresden, erster Erzählband (»Brand im Warenhaus«); Mai 1933 Emigr. nach Paris, dort u. a. Tellerwäscher u. Bauhilfsarbeiter; 1934 / 35 in Palästina, Land- u. Bauarbeiter, u. a. im Kibbuz in Herlia; Mitarb. der illeg. KP Palästinas; Mai 1935 Emigr. nach Prag, dort Mitgl. des »Bert-Brecht-Klubs«, Verf. von Texten für die »Freie Dt. Spielgemeinschaft« (Ltr.  Erwin Geschonneck); März 1939 Flucht nach Großbrit., 1939/ 40 in Oxford u. London; 1940 / 41 interniert in Liverpool, in Australien u. auf der Isle of Man; ab 1941 Red. der Ztschr. »Freie Dt. Kultur« u. »Freie Dt. Tribüne« in London u. 1941 – 45 Ltr. der Publikationsabt. des Freien Dt. Kulturbundes in Großbrit.; 1942 – 46 Mitgl. des Internat. PEN-Clubs; 1945 / 46 Mitgl. der Ltg. der KPD-Emigrationsgr. Juli 1946 Rückkehr nach Dtl. (Dresden); SED; VVN, Mitgl. in dessen LV; 1946 – 53 Kulturred. der Wochenztg. »Zeit im Bild«; 1946 – 53 VVN-Landesvors. in Sachsen; 1952 – 56 Vors. des DSV Dresden; 1953 Heinrich-Mann-Preis; 1953 – 56 freischaff. Schriftst.; 1954 Dt. PEN-Zentrum Ost u. West; Nov. 1956 – Nov. 1958 1. Sekr. des DSV (Nachf. von  Eduard Claudius); 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch., Heinrich-Heine-Preis; 1958 – 63 Dir. des Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig (Nachf. von  Alfred Kurella), Ablösung wg. »ungenügender Aktivitäten im Kampf gegen westl. pessimist. Realismus u. gegen revisionist. Bestrebungen«; 1959 Heinrich-Heine-Preis; 1963 Kand. des ZK der SED; ab 1963 freischaff. Schriftst., v. a. Lyrik u. Kinderbücher; 1964 Mitgl. des Komitees der Antifasch. Widerstandskämpfer der DDR; 1969 NP, VVO; gest. in Dresden. Verf. zahlr. agitator. Gedichte, Kantaten, Erzählungen.Li u. die roten Bergsteiger. Berlin 1940; Der Keim des Neuen. London 1944; Im Antlitz der Zeit. Berlin 1948; Der gekreuzigte Grischa. Erzählungen, Skizzen, Anekdoten. Berlin 1969; Wir lieben unsere Zeit. Gedichte, Erzählungen, Erinnerungen, Prosa. Berlin 1979; Das war Ernst Thälmann. Stuttgart 1980; Lied von Finsternis u. Licht – Gedichte u. Nachdichtungen 1928 – 1973. Berlin 1986. Riedel, H.: M. Z. In: Lit. der DDR. Einzeldarstellungen, Bd. 1. Berlin 1974; Ritchie, J. M.: M. Z.’s »Unfreiwillige Weltreise«. In: Harris, N., Sayner, J. (Hrsg.): The text and its context. Studies in modern German literature and society. Oxford 2008.Bernd-Rainer Barth

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Zimmermann, Brigitte

* 22.5.1939

Geb. in Sagan (Niederschles. / Żagań, Polen); Vater Dekorateur, Mutter Verkäuferin; aufgew. in Weimar; 1954 – 58 OS in Weimar; 1954 – 78 FDJ; 1958 – 61 Arbeiterin in einer Tischlerei des VEB Mähdrescherwerks in Weimar; 1961 – 90 SED; 1961/62 Mitarb. der Ztg. »Junge Generation«; 1962 – 78 Red. der Ztg. »Junge Welt«; 1965/66 Studium an der HS des Komsomol in Moskau; 1966 – 70 Ltr. der Abt. Schulen in der Red. der »Jungen Welt«; 1968 Abschl. als Journalistin an der FS für Journalistik in Leipzig; 1970 – 78 stellv. Chefred. der »Jungen Welt«; 1973/74 überdies kommissar. Chefred. der Studentenztschr. »Forum«; 1978 – 82 Mitarb. im ZR der FDJ (im Rang eines Abt.-Ltr.); Jan. 1983 – Juli 1991 Chefred. der »Wochenpost« (Nachf. von  Kurt Neheimer); 1988 – 90 Mitgl. des Zentralvorst. des VDJ u. seines Präs.; 1989 VVO; Dez. 1989 Pressesprecherin des Arbeitsaussch. der PDS. Sept. 1992 – Juni 1999 stellv. Chefred. des »Neuen Dtl.«; seit Juli 1999 freie Journalistin; lebt in Berlin.OhnMacht. Berlin 1992 (gem. mit H.-D. Schütt); Noch Fragen, Genossen. Berlin 1994 (gem. mit H.-D. Schütt); Frank-Joachim Herrmann. Der Sekretär des Generalsekretärs. Honeckers persönl. Mitarb. über seinen Chef. Berlin 1996 (mit R. Oschmann). Polkehn, K.: Das war die Wochenpost. Geschichte u. Geschichten einer Ztg. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zinke, Lotte

* 23.6.1891 – ✝ 26.8.1944

Geboren am 23. Juni 1891 als Charlotte Maetschke in Zielenzig/Frankfurt/Oder, Tochter eines Tuchmachers. Seit 1911 aktiv in der Arbeiterbewegung, Mitglied der SPD, ab 1920 der KPD und Funktionärin der RHD. Sie heiratete den KPD-Funktionär Zinke, der 1933 verhaftet wurde. Von 1927 bis 1930 wirkte sie als Frauenleiterin der KPD-BL Ruhrgebiet, ab 1929 in der Essener Stadtverordnetenversammlung, gehörte zeitweise dem Rheinischen Provinziallandtag an. Im September 1930 wurde Lotte Zinke im Wahlkreis Westfalen-Süd in den Reichstag gewählt, in dem sie bis 1933 blieb. Ende August 1932 waren sie und ihre KPD-Reichstagskollegin Hanna Himmler bei Clara Zetkins Berlin-Aufenthalt anläßlich ihrer Rede als Alterspräsidentin im Reichstag für deren Betreuung verantwortlich. Nach dem Reichstagsbrand lebte Lotte Zinke illegal und emigrierte im Frühjahr 1933 in die Niederlande. Ab Januar 1934 wieder in Deutschland, wurde sie nach Vernehmungen durch die Gestapo zwar nicht inhaftiert, stand aber unter Polizeikontrolle. Im Zusammenhang mit der Verhaftungsaktion nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler wurde Lotte Zinke am 26.August 1944 festgenommen. Zunächst in Essen in »Schutzhaft«, wurde sie Ende September 1944 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück überführt. Dort kam Lotte Zinke am 6. November 1944 unter nicht geklärten Umständen ums Leben.

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Zippel, Hartmut

* 13.6.1938

Geb. in Gera; Vater Lehrmstr.; OS; ab 1956 Studium der Med. in Leipzig u. Erfurt; anschl. vier Jahre in Arnstadt u. fünf Jahre an der Orthopäd. Klinik der KMU Leipzig tätig; danach 1. Oberarzt der Orthopäd. Klinik; Doz. u. seit 1977 Prof. in Greifswald; seit 1979 ord. Prof. für Orthopädie u. die Orthopäd. Klinik an der HU Berlin; seit März 1977 Nachfolgekand., seit April 1987 Mitgl. des ZV der LDPD; 1971 – 80 Vors. des LDPD-Krs.-Vorst. Greifswald (Nachf. von Wolfgang Schult); 1980 auf den Lehrstuhl für Orthopädie an der HU Berlin berufen; Dir. der Orthopäd. Klinik der Charité (Nachf. von Gerhart Kaiser); Mitgl. des Ges. Rats der HU; Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1986 NP. Chefred. der Ztschr. Beiträge zur Orthopädie u. Traumatologie; Einführung zeitgemäßer operativ orientierter Möglichkeiten der Wirbelsäulenorthopädie u. -chirurgie, der computergestützten Operationen, der arthroskopischen Chirurgie, Sport- u. Ballettorthopädie sowie externer Fixationsmöglichkeiten bei Knochen- und Extremitätenverlängerungen, Gründung einer eigenen Forschungsabteilung; ab 1990 Festigung der Orthopädischen Klinik der Charité; 2003 Ruhestand; Mitgl. der Arbeitsgem. Endoprothetik; lebt in Berlin-Heiligensee.Meniskusverletzungen u. -schäden. Leipzig 1973; Wirbelgleiten im Lendenbereich. Leipzig 1980 (zus. mit E. Pfeil); Orthopädie. Berlin 1984 (3. Aufl.); Orthopädie systematisch. Lorch 1996; Bioceramics in joint arthroplasty. Berlin 2003.Helmut Müller-Enbergs

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Zirzow, Carola

* 15.9.1954

Geb. in Prenzlau; Verkäuferin; ab 1972 Kanu-Rennsportlerin beim SC Neubrandenb.; 1972 – 76 fünffache WM im K II u. K IV; 1976 Olymp. Spiele: Siegerin (K I); auf Betreiben  Manfred Ewalds Ausmusterung aus der Sportförderung wegen Freundschaft mit dem Italiener Oreste Perri (10.000 m-Weltmstr.). Ausgebildete Physiotherapeutin; verh. mit dem HNO-Arzt Jerry Drechsler; Vize-Präs. des SC Neubrandenb.; lebt in Neubrandenb.Olaf W. Reimann

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Zettler, Gerhard

* 18.6.1920 – ✝ 19.7.1989

Geb. in Kloster Veßra (Krs. Hildburghausen); Vater Tischler; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Fleischer; 1940 – 44 Wehrmacht; 1944 – 48 sowj. Kriegsgef., Besuch einer Antifa-Schule. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1949 / 50 Angest. in der Gebietsvereinigung der VEG in Erfurt; 1950 – 52 Studium an der DVA, Dipl.-Wirtsch.; 1952 – 57 Instrukteur im ZK der SED; 1957 – 60 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss; 1960 – 64 erneut Instrukteur im ZK; 1964 – 74 2. Sekr. der SED-BL Neubrandenb.; 1974 – 86 Vors. der BRK der SED-BL Neubrandenb.; 1980 VVO.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ziaja, Georg

* 14.6.1891 – ✝ 1938

Geboren am 14. Juni 1891 in Gleiwitz, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Former und war später Angestellter. Er wurde 1911 Mitglied der SPD, 1918 der USPD und 1920 der KPD. Ziaja ging 1921 wieder zur USPD zurück, blieb bis 1924 bei der Rest-USPD und kam dann erneut zur KPD. Er war in Berlin aktiv und wurde 1926 Mitglied der Bundesleitung des RFB. Nach dem Verbot des RFB 1929 illegal tätig und zeitweise im AM-Apparat. 1933 beteiligte sich Ziaja im Widerstand der KPD, flüchtete dann im September 1934 in die Sowjetunion. Dort war er als Martin Drescher im Komintern-Apparat tätig und ab 1936 in Leningrad eingesetzt. Er wurde im Mai 1937 vom NKWD verhaftet, Georg Ziaja soll 1938 umgekommen sein.

Wer war wer in DDR

Zieger, Petra

* 25.3.1959

Geb. in Erfurt; Lehre als Damenschneiderin; Bez.-Musikschule Erfurt; Gesangsstudium an der HS für Musik »Franz Liszt« Weimar; ab 1976 Solistin im Erfurter Tanzorchester; Sängerin in einer Amateurrockband; 1981 Preisträgerin d. Nachwuchsfestivals »Goldener Rathausmann« Dresden; 7.10.1982 erster Auftritt mit den Smokings (Gründer u. Ltr.: Burkhard Lasch) in der Fernsehsendung »rund« mit den Titeln »Alles chic u. schön« u. »Rock’n’ Roll am FKK«; 1983 »Silberner Bong«; 1984 LP »Traumzeit«; Hauptpreis beim Festival »Bratislavská Lyra« für »Der Himmel schweigt« (erste Single-Schallplatte); »Rock für den Frieden«; Tourneen in UdSSR, ČSSR, Rumänien; 1987 LP »Katzen bei Nacht«; Publikumsliebling b. Nat. Titelwettbewerb; Teiln. am Internat. Liederfestival Sopot (Polen); 1988 Hauptpreis »Goldene Woge« u. »Disc-Trophäe« b. Internat. Talentfestival Bregenz (Österreich) für »Über Mut«; 1989 LP »Das Eis taut«. 1990 erster USA-Auftritt, großer Erfolg beim Freedom Festival in Philadelphia; 1992 LP »Lust«, Tourneen mit neu formierter Band; 1994 CD »Alles drin«, »Die großen Erfolge«, »Wolkenkinder – Die Amiga-Hits«; 2002 CD »Mit mir«, 2003 CD »Das Eis taut – Die größten Hits«; 2006 Gründung des eigenen Plattenlabels »P2P music«; 2007 CD »Nimm mich«, Auftritt in José Carreras ARD-Spendengala in Leipzig; 2008 Jubiläumstour »25 Jahre P. Z. & Band«; lebt in Berlin.Rainer Bratfisch

Wer war wer in DDR

Ziegler, Walter

* 5.11.1912 – ✝ 20.2.1977

Geb. in Berlin-Neukölln; Vater Sattler, Mutter Lederstepperin; 1919 – 23 Volksschule, 1923 –28 Realgymnasium, 1928 – 32 Karl-Marx-Schule in Berlin-Neukölln, Abitur; 1927 Rep. Pfadfinderbund, deshalb Schulwechsel; 1931 KPD; 1932 – 37 Studium der Nationalökon., ab 1933 Rechts- u. Staatswiss. in Berlin; 1937 –39 Referendar beim OLG Naumburg, Amtsgericht Zörbig u. LG Halle; 1942 St.-Ex.; NS-Richterbund; 1938 – 45 NS-Rechtswahrerbund; Wehrmacht, Uffz.; 1943 EK; April – Juni 1945 amerik. Lazarettgefangenschaft in Bad Lausick (Sachsen). 1945 – 49 Richter am Amtsgericht Bitterfeld; 1946 SPD/SED; 1949/50 Präs. des LG Halle; 1950 – 53 Richter bzw. Oberrichter beim OG, einer der Beisitzer der Vors. des 1. Strafsenats  Hilde Benjamin; 1951 – 53 1. Sekr. der BPO des OG; 1951 Parteiüberprüfung, in der ihm »ungenügende Parteiverbundenheit« vorgeworfen wird; 1951/52 Abenduniv.; ab 1953 kommissar. Vizepräs. u. Vors. des 1. Strafsenats (Nachf. von H. Benjamin); Nov. 1954 – 58 Vizepräs. des Obersten Gerichts, Vors. des 1. Strafsenats; Verfahren u. a. gegen angebl. BND-Mitarb., »Agenten« des RIAS sowie gegen  Fritz Sperling,  Bruno Goldhammer,  Karl Hamann,  Paul Baender,  Georg Dertinger,  Helmut Brandt,  Paul Merker,  Max Fechner,  Wolfgang Harich u.  Walter Janka; Beteiligung an Todesurteilen (1954 gegen MfS-Oltn.  Paul Rebstock, 1955 gegen  Elli Barczatis); ab 1955 Fernstudium an der PHS; 1958 – 62 stellv. Dir. des Bez.-Gerichts Frankfurt (Oder); 1962 VVO; ab 1962 Vizepräs. des Obersten Gerichts; Mitarb. am Rechtspflegeerlaß des Staatsrats u. 1963 am Gerichtsverfassungsgesetz.Beckert, R.: Die erste u. letzte Instanz. Goldbach 1995; Fricke, K. W.: Akten-Einsicht. Berlin 1995.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zielcke, Maria

* 6.5.1901 – ✝ 30.11.1966

Geboren am 6. Mai 1901 in Debrecen/Ungarn als Maria von Matskasi, Tochter eines österreichisch-ungarischen Offiziers. Lyzeum in München, Kontoristin, 1921 Übersiedlung nach Berlin, Heirat mit dem ungarischen Emigranten Ladislaus Peri, 1927 Scheidung. Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, heiratete sie im Dezember 1932 den Arbeiter Bruno Zielcke, diese Ehe wurde 1935 vereinbarungsgemäß geschieden. Seit 1923 in der KPD, Kontoristin bei der deutsch-russischen Handelsgesellschaft, dann in der sowjetischen Handelsvertretung, anschließend Sekretärin in der Berliner Agentur von United Press of America. Sie gehörte von 1927 bis 1931 zur Leitung der MASCH und arbeitete eng mit Johann Lorenz Schmidt und Hermann Duncker zusammen. Ab Februar 1933 illegale Aktivitäten unter dem Decknamen Irma Meidner. Im November 1933 festgenommen und im September 1934 vom Kammergericht Berlin zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, 1936 und 1937 erneut mehrere Monate in Untersuchungshaft. Bis 1942 im Informationsbüro »Luftfahrt« in Berlin bzw. im Verlag Landbuchhandlung beschäftigt. Dann ab Juli 1945 Redakteurin des SNB in Berlin, 1948/49 Kursantin der SED-PHS, blieb anschließend als Assistentin und Lehrerin, zuletzt als Leiterin der Bibliothek an der PHS. Maria Zielcke starb am 30. November 1966 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Ziller, Gerhart

* 19.4.1912 – ✝ 14.12.1957

Geb. in Dresden; Vater Maschinenschlosser; 1918 – 26 Volksschule; anschl. bis 1930 Ausbildung zum Elektromonteur u. techn. Zeichner; danach Abendausbildung zum Maschinenbau-Ing.; 1927 KJVD u. DMV; 1930 KPD u. RGO; 1930/31 Studienreise in die Schweiz, nach Italien, Frankreich, Spanien u. Belgien; 1930 – 33 Red. der KPD-Ztg. »Arbeiterstimme«; nach 1933 als techn. Zeichner bzw. Maschinenbauing. beschäftigt; wegen illeg. Tätigkeit häufig inhaftiert; erste Inhaftierung Jan./ Febr. 1933, Sept. 1933 erneut inhaftiert, Dez. 1933 vom Sondergericht Freiberg wg. Aufrechterhaltung des KJVD zu einem Jahr Haft verurteilt, Haft im Zuchthaus Waldheim; Jan. 1935 Entlassung, 1935/36 Gelegenheitsarbeiten; 1937 – 44 als Ing. in Dresden; 1943/44 Mitgl. des NKFD Dresden; Aug. 1944 verhaftet, 1944/45 KZ Sachsenhausen, 1945 im Gefängnis Dresden u. in Leipzig. Juli 1945 Stadtrat für Wirtschaft in Meißen; 1945/46 Ministerialrat u. Ltr. der Abt. Kohle, Treibstoff, Energie im Ressort Wirtschaft u. Arbeit der Landesverw. Sachsen; 1946 SED; 1946 – 48 Ministerialdir. u. Ltr. der HA Brennstoffindustrie u. Energiewirtschaft im Min. für Wirtschaft u. Wirtschaftsplanung Sachsen; 1948/49 stellv. Minister u. Ltr. der HA Industrie im Min. für Industrie u. Verkehr; Apr. 1949/50 Minister für Industrie u. Verkehr der Landesreg. Sachsen; 1950 – 53 Minister für Maschinenbau u. 1953/54 Minister für Schwermaschinenbau der DDR; 1953 – 57 Mitgl. u. Sekr. für Wirtschaft des ZK der SED; Sekr. der ZK-Kommission techn. Fortschritt (Ltr.  Fritz Selbmann); 1953 – 57 Abg. der Volkskammer, seit 1954 Vors. des Wirtschaftsaussch.; Suizid nach Auseinandersetzungen über die Wirtschaftspol. sowie Kritik an  Walter Ulbricht; Kontakte zur sog. Fraktion  Karl Schirdewan-  Ernst Wollweber; gest. in Berlin.Kohle, Treibstoff, Energie. Grundpfeiler des Neuaufbaues der Wirtschaft. Dresden 1946; Daumier. Dresden 1947; Frans Masereel. Dresden 1949; Die neue Epoche der techn. Entwicklung Berlin 1956 (zus. mit F. Selbmann). Schirdewan, K.: Aufstand gegen Ulbricht. Berlin 1994.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Zimm, Alfred

* 25.8.1926

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Neulehrerkurs; 1946 – 1949 Studium der Geogr. u. Geschichte an der HU Berlin, danach kurzzeitig Lehrer für Geogr. u. Geschichte; anschl. Aspirant an HU; 1955 Prom., 1960 Habil.; 1960 – 91 Prof. für polit. u. ökonom. Geogr. an der HU; 1958 – 68 Fachrichtungsltr., 1969 – 75 stellv. Dir. u. 1975 – 82 Dir. der Sektion Geogr. der HU; 1960 – 90 Mitgl. im Programmrat »Geo- u. Kosmoswiss.« sowie im Wiss. Rat der Hauptforschungsrichtung »Geogr., Hydrol., Meteorol.«; 1962 – 91 Mitgl. u. ab 1979 Vors. des Hrsg.-Kollegiums von »Petermanns Geograph. Mitteilungen«; 1969 – 75 Präs. der Geograph. Ges.; 1972 Hermann-Haack-Med. u. 1985 Ehrenmitgl. der Geograph. Ges.; 1983 Korr. Mitgl. der AdW der DDR, 1987 NP. 1993 Mitgl. der Leibniz-Sozietät. Arbeitsgebiete: regionale polit. u. ökonom. Geogr., Siedlungsgeogr.Die Entw. des Industriestandortes Berlin. Berlin 1959; Berlin u. sein Umland. Gotha 1989.Horst Kant

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Zimmerlich, Willy

* 12.4.1896 – ✝ 28.4.1972

Geboren am 12. April 1896 in Berlin, Sohn eines Malers; Versicherungsvertreter, später kaufmännischer Angestellter. Im August 1916 zum Militärdienst eingezogen, Soldat im Weltkrieg. 1912 Mitglied der SPD, ab 1917 der USPD. Während der Revolution im Dezember 1918 an den Kämpfen um den Marstall in Berlin beteiligt. Seit 1919 Mitglied der KPD, ab 1921 Angestellter der Zentrale. Bis 1923 Mitglied der Schiedsgerichtskommission der KPD, außerdem Mitarbeiter im Polbüro und Sekretär mehrerer Reichstagsabgeordneter. 1924 kam er in den AM-Apparat, 1930/31 Kursant eines Lehrgangs an der M-Schule der Komintern in Moskau. Im Mai 1931 wurde Zimmerlich von Leo Flieg beauftragt, als Reichsleiter der Waffenabteilung der KPD die Bezirke zu organisieren und neue Waffenvorräte anzulegen. Dabei arbeitete er eng mit Hans Kippenberger zusammen. Am 10.November 1933 festgenommen, am 27.Juni 1935 vom VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Er war von 1945 bis 1947 Sachbearbeiter im Sozialamt Berlin-Tegel, dann Vertriebsleiter im Verlag Volk und Welt bzw. Kultur und Fortschritt. Willy Zimmerlich starb am 28.April 1972 in Ost-Berlin.

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Zimmermann, Edwin

* 15.8.1948

Geb. in Schöna-Kolpien (Landkrs. Schweinitz); Eltern Landwirte; 1955 – 65 POS Hohenbucko; 1965 – 67 Ausbild. zum Landmaschinen- u. Traktorenschlosser im Wiss.-Techn. Zentrum Schlieben; 1967 – 70 Schlosser u. Dreher in der PGH Landmaschinenbau Dahme (Mark); 1967/68 NVA; 1970 Angeh. des VPKA Herzberg; 1970/71 Schlosser in der LPG Schöna; 1971 – 74 Spinnereimeister im Textilbetrieb Schmidt in Dahme; 1974/75 Ingenieurstudium in Berlin; 1975 – 78 Studium der Landtechnik an der FS für Landtechnik in Friesack, Abschluß später als Dipl.-Ing. anerkannt; 1978 – 90 Abt.-Ltr. Transport u. Umschlag im Agrotechn. Zentrum in Hohenseelfeld (Krs. Jüterbog); Nov. 1989 SPD, Mitbegr. der SPD in Dahme u. im Krs. Luckau, Apr. 1990 Vors. des Bez.-Vorst. der SPD Cottbus, stellv. Vors. der SPD im Land Brandenb. Nov. 1990 – Dez. 1997 Min. für Ernährung, Landw. u. Forsten des Landes Brandenb.; März 1992 – Okt. 2004 MdL Brandenb.; seit 1998 selbst. Beratungsunternehmer; 1990 – 94 Präs. des Landessportbundes Brandenb.; 18.2. 2004 vom Landgericht Potsdam wegen Untreue u. Subventionsbetrug im Zusammenhang mit der »Backofen«-Affäre zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, Juni 2005 Bestätigung des Urteils durch den BGH; seit 2004 Dir. der Projektentw.-Ges. Bear Project Development in Dahme.Helmut Müller-Enbergs

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Zinke, Johannes

* 25.11.1903 – ✝ 14.11.1968

Geb. in Liegnitz (Niederschles. / Legnica, Polen); 1928 Priesterweihe in Schles.; Kaplan; Pfarradministrator; Kuratus; 1938 – 45 Caritasdir. der Erzdiözese Breslau. 1946 – 68 Ltr. der Hauptvertr. Berlin des Dt. Caritasverb. mit Sitz im amerik. Sektor; seit 1952 zusätzl. Ltr. des Commissariats der Fuldaer Bischofskonferenz in Berlin; 1957 Prälat; Beauftr. der Berliner Ordinarienkonferenz zu Verhandlungen mit der HA Verbindung zu den Kirchen, dem MdI u. der Dienststelle des Staatssekr. für Kirchenfragen; Mai 1958 Verweigerung der Verhandlung mit J. Z. wegen seines Wohnsitzes in Berlin (West) durch alle Regierungsstellen der DDR; Kontaktaufn. von J. Z. im Auftrag von Kardinal  Julius Döpfner mit dem MfS, daraus resultierend Dauerkontakt kath. Kirche – MfS in Berlin 1958 – 89; Verhandlungen von J. Z. mit dem MfS 1958 – 68, dabei u. a. Aushandlung der »Geschäftsgrundlage« zw. kath. Kirche u. DDR-Reg. in der zweiten Augusthälfte 1961 durch Vorber. des Treffens zw. Bischof  Alfred Bengsch u. dem stellv. Min.-Präs.  Willi Stoph; gest. in Berlin.Schäfer, B.: Staat u. kath. Kirche in der DDR. Köln, Weimar 1998.Bernd Schäfer

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Zipperer, William

* 27.12.1884 – ✝ 11.1.1945

Geboren am 27. Dezember 1884 in Dresden; Lehre und Arbeit als Graveur, seit 1906 in der SPD. Während des Krieges Anhänger der Spartakusgruppe und Mitglied der USPD, Zipperer gehörte zu den führenden Spartakisten in Leipzig. Schon während des Krieges Stadtverordneter in Leipzig, legte er sein Mandat nieder und war 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates. Seit 1919 Mitglied der KPD, zeitweise Vorsitzender des KPD-Bezirks Westsachsen, später noch Mitglied der BL Westsachsen. Von Mai bis November 1919 auf der Festung Königstein inhaftiert. Von 1923 bis 1925 war er Redakteur der »Sächsischen Arbeiterzeitung«, gehörte 1925 zu den Ultralinken. Im Sommer 1925 trat Zipperer auf dem Bezirksparteitag Ruth Fischer und Max Strötzel entgegen und führte mit Otto Burke eine ultralinke Gruppe an, die links von Arthur Vogts Gruppe stand. Zeitweise aus der KPD ausgeschlossen, dann bis 1926 Redakteur bzw. Leiter der Bücherstube der »Sächsischen Arbeiterzeitung« in Leipzig, danach in den Hintergrund gedrängt. Nach 1933 für einige Zeit im KZ, Zipperer gelang es, mit Hilfe eines Artikels der LVZ »Wieder einer der Besten aus der KPD ausgeschifft« die Gestapo zu täuschen, er sei lange vor 1933 nicht mehr für die KPD tätig gewesen. Daraufhin wurde er aus dem KZ entlassen. Später einer der theoretischen Köpfe des kommunistischen Widerstandes in Leipzig, entwickelte er eine Gegenplattform zu den programmatischen Aussagen von Georg Schumann und Otto Engert mit dem Motto »Für den totalen Frieden« oder »Frieden um jeden Preis« (die leider nicht erhalten geblieben ist). Im Juli 1944 verhaftet und vom VGH am 23.November 1944 zum Tode verurteilt. William Zipperer wurde am 11.Januar 1945 in Dresden hingerichtet.

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Ziska, Jochen

* 24.10.1941

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); 1961 – 63 Lehre als Offsetdrucker; 1963 – 68 Studium an der HS für Industrielle Formgestaltung Halle; 1968 – 70 Formgestalter im VVB Rundfunk- u. Fernsehtechnik (RFT); 1970 – 81 Ltr. des Zentralen Gestaltungsbüros der RFT; 1978 Honorarprof., 1981 Oberassistent, 1982 – 87 Dir. der Sektion II/Produkt- u. Umweltgestaltung im Bereich Prod., 1987 – 89 Rektor HS für Industrielle Formgestaltung – Burg Giebichenstein, Halle; lebt als Designer in Leipzig.Beatrice Vierneisel

Wer war wer in DDR

Zettler, Josef

* 21.9.1904 – ✝ 14.9.1974

Geb. in Wolferding (Krs. Vilsbiburg, Niederbayern); Stiefvater Maurer, Mutter Landarbeiterin; ab 1906 aufgew. in Holzkirchen, ab 1916 in Eschach; 1910 – 19 Volksschule in Reutin (b. Lindau), gleichzeitig Arbeit in der Landw.; 1919 / 20 Ausb. zum Dreher in Lindau (Bodensee); 1919 Spartakusbund, 1920 KJV, KPD, KPD-Funktionär in Lindau u. Kaufbeuren; 1920 – 26 Bergarbeiter in versch. Schachtanlagen, Mitgl. der Bergarbeitergewerkschaft; ab 1924 in Mariendorf (b. Aachen); 1925 / 26 Abendkurse an der TH Aachen; 1926 – 33 Mitgl. der KPD-Unterbez.-Ltg. Aachen; RFB; 1930 KPD-BPS Köln; 1930 – 33 arbeitslos; 1931 Absolvent der »M-Schule« der KI in Moskau (nachrichtendienstl. Spezialschule) (Deckn. »Josef Klein«); Ende 1931 Rückkehr nach Dtl., Ltr. des M-Apparats u. Lehrer für Militärpolitik im KPD-Unterbez. Aachen; 1933 Emigr. in die Niederlande, dort Grenzarbeit u. illeg. Arbeit im Aachener Kohlengebiet; Jan. 1934 in Amsterdam verhaftet, Ausweisung nach Belgien; dort im März 1934 verhaftet, Ausweisung in die Niederlande; in Amsterdam illeg. KPD-Arbeit (Deckn. »Sepp«); Sommer 1936 nach Spanien, Ltn. der XI. Brigade (»José«), schwere Verwundung, Lazarett; 1937 Politkommissar im Etgar-André-Bat.; nach Anwerbung durch die GRU im Mai 1937 in die UdSSR; 1937 – 40 bei der 4. Abt. des Generalstabs der Roten Armee, Agentenausbildung in versch. GRU-Spezialschulen bei Moskau; 1940 / 41 GRU-Einsätze in den USA, Rumänien, Italien, Bulgarien u. Jugoslawien; 1941/ 42 weitere nachrichtendienstl. Ausbildung, Wechsel zum NKWD, Einsätze in Großbritannien, 1943 / 44 in Österreich (Fallschirmagent, Deckn. »Nikolaus Kessler«); März 1944 Festnahme durch die Gestapo Wien, Haft in Wien, Prag u. ab Febr. 1945 im KZ Theresienstadt; Mai 1945 durch die Rote Armee befreit, 1945/ 1946 Sanatorium in Tomsk (UdSSR), anschl. dort GRU-Offiz.; Dez. 1946 demobilisiert. Juli 1947 Rückkehr nach Dtl.; Einsatz in der Dt. Verw. des Innern in Berlin-Wilhelmsruh; entscheidender Anteil am Aufbau der KVP / NVA; 1947 – 49 Politlehrer (Oberschulrat) bzw. Polizeifachlehrer an der VP-HS in Berlin-Wilhelmsruh; 1949 – 52 Polit-Stellv. an der Höheren Polizeischule der HV Aufklärung der KVP in Kochstedt; 1952 – 56 stellv. Ltr. der Politverw. beim Stab der KVP in Berlin; 1956 Oberst der NVA; 1956 Hans-Beimler-Med.; 1956 – 60 Ltr. der Politverw. des MfNV im Hauptstab der NVA; 1958 Med. Kämpfer gegen den Faschismus; 1960 Rentner; 1964 Banner der Arbeit; 1969 VVO; 1970 sowj. Orden des Vaterländischen Krieges 1. Grades; 1974 KMO; gest. in Saalow (Krs. Zossen).Leuschner, M.: J. Z. – ein Leben im Dienst der Arbeiterklasse. In: Militärgeschichte (1979) 6; Nollau, G. / Zindel, L.: Gestapo ruft Moskau. Sowj. Fallschirmagenten im 2. Weltkrieg. München 1979; Schafranek, H.: Im Hinterland des Feindes. Sowj. Fallschirmagenten im Dt. Reich 1942 – 1944. In: Dokumentationsarchiv Österreich. Widerstand (Hrsg.): Jahrbuch 1996; Diedrich, T. / Wenzke, R.: Die getarnte Armee. Gesch. der KVP der DDR 1952 – 1956. Berlin 2001.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Ziebarth, Helmut

* 4.5.1929 – ✝ 1.11.2011

Geb. in Sławoszewo (Krs. Konin, Polen); Vater u. Mutter Landarb.; Grundschule; 1945/46 Ziegelarb. in Stalino, 1946 – 48 Landarb. bei poln. Bauern, 1948/49 Magazinarb. im Umsiedlerlager Gronowo. 1949/50 Fördermann bei der SAG Wismut; 1950 Landarb. beim Stiefvater; 1950 – 53 Abiturausb. an der ABF Greifswald; 1953 – 56 Studium am Inst. für Internat. Beziehungen der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; 1955 SED; ab Sept. 1956 Angeh. des MfAA, 1956 – 59 Referent bzw. Oberreferent in der Abt. UdSSR; 1959 – 61 pers. Referent des Stellv. des Min.; 1961 – 64 2. Sekr., 1964/65 1. Sekr. an der DDR-Botschaft in Moskau; 1965 – 67 stellv. Ltr. der Abt. UdSSR; 1967/68 Ltr. der Arbeitsgr. Warschauer Vertragsstaaten / RGW; 1968 stellv. Ltr., 1968 – 73 Ltr. der Abt. Südosteuropa; 1973 – 77 Botschafter in Jugoslawien; anschl. Ltr. der Abt. UdSSR des MfAA. 1990 Vorruhestand; seit 1994 Rentner; gest. in Zepernick.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ziegler, Paul

* 2.12.1865 – ✝ 20 bis 192

Geboren am 2. Dezember 1865 als Paulus Ziegler in Pretzdorf in Mittelfranken; von Beruf Schneider, auf Wanderschaft durch Deutschland kam er 1885 nach Hamburg. Von 1886 bis 1889 Militärdienst, von 1890 bis 1900 arbeitete er in Nürnberg. Ab 1902 wieder in Hamburg, er gehörte dort von 1909 bis 1914 als Altgeselle der Schneiderinnung an. Ziegler war bereits vor 1914 Mitglied der SPD, wechselte während des Krieges zur USPD und 1920 zur KPD. Von 1920 bis 1924 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Paul Ziegler starb am 17. Januar 1924 in Hamburg.

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Ziegner, Heinz

* 13.7.1928

Geb. in Annarode (b. Mansfeld); Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; kfm. Lehre; Verw.-Angest.; 1944/45 RAD; Mai – Juni 1945 brit. u. amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 SPD; 1946 SED; 1945 Landarb.; 1945 – 49 Mitarb. des RdK Hettstedt/Mansfeld, Ltr. des Statist. Krs.-Amts; 1949/50 Ltr. der Abt. Staatl. Verw., Wirtschaft u. Landw. der SED-KL Hettstedt; 1950/51 Ltr. der Abt. Staatl. Verw., Wirtschaft u. Landw. der SED-KL Salzwedel; ab Herbst 1951 Sekr. der SED-KL; von Juni 1952 – Juli 1953 2. Sekr. der SED-KL; 1953/54 1. Sekr. der SED-KL Salzwedel; 1.1.1954 – 16.3.1954 1. Sekr. der SED-KL Schönebeck; ab 17.3.1954 – 60 1. Sekr. der FDJ-BL Magdeburg; 1956/57 Studium an der Komsomol-HS Moskau; später auch Fernstudium an der Agrar-Ing.-Schule Haldensleben; 1968 Abschl. als Agrar-Ing.; 1959 Verdienstmedaille der DDR; 1955 – 60 Mitgl. des FDJ-ZR; 1957 – 60 Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1960 – 69 Sekr. für Landw. der SED-BL Magdeburg; 1967 – 71 Kand., seit 1971 Mitgl. des ZK der SED; 1969 – 74 2. Sekr., 1974 – 89 1. Sekr. der SED-BL Schwerin (Nachf. von  Bernhard Quandt); seit 1971 Abg. des Bez.-Tags Schwerin; seit 1971 Abg. der Volkskammer; 1976 – 82 Mitgl. des Aussch. für Ausw. Angelegenh.; 1982 – 86 Mitgl. des Aussch. für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; seit 1986 erneut Mitgl. des Aussch. für Ausw. Angelegenh.; 1960, 1969 u. 1984 VVO; 1974 Banner der Arbeit; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1978 KMO; 1988 Held der Arbeit; Nov. 1989 Entbindung von allen Ämtern; Dez. 1989 Ausschl. aus der SED »wegen parteischädigenden Verhaltens«; Ruhestand.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

dissidenten.eu

Ziembiński, Wojciech

* 1925 – ✝ 2001

Technischer Redakteur; Unabhängigkeitsaktivist, Gründungsmitglied des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (*KOR), später auch der Bewegung zur Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte (*ROPCiO); Initiator und führender Aktivist der Gruppierung „Kongress der Nationalen Solidarität“.Wojciech Ziembiński wurde 1925 in Gniew in der heutigen Woiwodschaft Pommern geboren. Während der deutschen Besatzung arbeitete er mit dem bewaffneten Untergrund zusammen. 1942 wurde er verhaftet, in ein Lager in Karlsruhe gesperrt und zur Zwangsarbeit im Rheinland gezwungen. 1945 trat er in die Reihen der Polnischen Streitkräfte im Westen (Polskie Siły Zbrojne na Zachodzie) ein und kehrte 1947 nach Polen zurück. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in Thorn (Toruń) und Warschau arbeitete er als technischer Redakteur, Grafiker und Journalist für die Verlagsgenossenschaft Czytelnik, für den juristischen Verlag Wydawnictwo Prawnicze sowie für die Redaktionen der Zeitschriften „Nasza Ojczyzna“ (Unser Vaterland) und „Lekkoatletyka“ (Leichtathletik). 1953 wurde ihm vom Verlag Czytelnik gekündigt, da er sich geweigert hatte, den Tod Stalins zu würdigen. Nach dem *Oktober 1956 engagierte sich Ziembiński im *Klub der Katholischen Intelligenz (Klub Inteligencji Katolickiej; KIK) sowie im Klub des Krummen Kreises“ (Klub Krzywego Koła; KKK), wo er unter anderem die Initiative zu einer Ausstellung polnischer sakraler Kunst der Gegenwart und einen KKK-Preis stiftete. Nach der Auflösung des *Klubs des Krummen Kreises war er der Anlaufpunkt für die sogenannte Gruppe der Widerspenstigen; deren Zusammenkünfte fanden in der Warschauer Wohnung Ziembińskis statt und waren der erste vom Unabhängigkeitsgeist geprägte politische Salon nach dem Stalinismus in Polen. Ziembiński engagierte sich auch in der Kriegsveteranenbewegung sowie in der Gefangenenhilfe (wo er die Reaktivierung der Gefangenenhilfsorganisation „Patronat“ anstrebte) und setzte sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Schikanen und Repressionen gegen ihn waren an der Tagesordnung. Nach seiner rechtswidrigen Verhaftung 1965 verbrachte er vier Monate im Gefängnis in der Warschauer Rakowiecka-Straße. 1968 wurde er, nachdem er es abgelehnt hatte, eine „antizionistische Resolution“ zu unterstützen, aus der Redaktion der Zeitschrift „Nasza Ojczyzna“ entfernt und zur Sportpresse strafversetzt. 1971 verurteilte man ihn in Pisz zu einer einjährigen Haftstrafe, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er hatte in einer Unterhaltung in einem Pfadfinderlager die neue polnische Ostgrenze infrage gestellt. Nachdem er in den 70er Jahren die Pflichten eines Sekretärs des Ältestenrates des „Polnischen Heeres“ übernommen hatte (eines informellen Gremiums der dienstältesten Offiziere der Zweiten Polnischen Republik, in der unter anderen General Mieczysław Boruta-Spiechowicz, General Franciszek Kamiński und Oberst Kazimierz Pluta-Czachowski vertreten waren), wurde Ziembiński zum Initiator von Feierlichkeiten zu Gedenk- und Jahrestagen der polnischen Unabhängigkeit, unter anderem am Grabmal des Unbekannten Soldaten in Warschau. Er organisierte Jahr für Jahr patriotische Gottesdienste für den Staatschef der Vorkriegszeit, Marschall Józef Piłsudski, für den Warschauer Stadtpräsidenten Stefan Starzyński, für den Generalinspekteur der Polnischen Streitkräfte Edward Śmigły-Rydz, für die Kommandeure des polnischen Untergrunds und für die Opfer des *Posener Aufstands im Juni 1956. Auf seine Initiative hin wurden in vielen Kirchen Gedenktafeln angebracht, die das nationale Gedächtnis stärken sollten. Besonders lag ihm die Erinnerung an die im Osten Gefallenen am Herzen. Ziembiński war einer der Ersten, die Gedenkgottesdienste für die Opfer des Massakers von Katyń organisierte (in Katyń hatte die sowjetwische Geheimpolizei 1940 unter anderem tausende polnische Offiziere erschossen) sowie für die im Kampf gegen die Sowjetarmee nach deren Einmarsch in Polen 1939 Gefallenen. Im Dezember 1975 unterschrieb Ziembiński den an den polnischen Sejm gerichteten *Brief der 59, in dem gegen geplante Verfassungsänderungen protestiert und die Zielstellungen der Opposition umrissen wurden. Er gab auch den Anstoß und war einer der Autoren (gemeinsam mit Jan Olszewski, Antoni Pajdak und Stanisław Szczuka) des *Briefes der 14 vom Januar 1976, der sich gegen die Verankerung des unverbrüchlichen Bündnisses mit der UdSSR in der Verfassung Polens aussprach. Als er am 23. September 1976 das Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (Komitet Obrony Robotników; *KOR) mit ins Leben rief, untersagten ihm die Behörden die Ausübung seines Berufes. Als Vertreter eines konservativ ausgerichteten Unabhängigkeitsdenkens ging Ziembiński recht bald auf Distanz zum *KOR und unterstützte die Initiative von Andrzej Czuma und Leszek Moczulski zur Gründung der Bewegung zur Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte (Ruch Obrony Praw Człowieka i Obywatela; *ROPCiO). Er unterschrieb den Gründungsappell „An die polnische Gesellschaft“ (Do społeczeństwa polskiego) vom 25. März 1977, gehörte fortan zu den Unterzeichnern der wichtigsten *ROPCiO-Dokumente und arbeitete zusammen mit Leszek Moczulski und Kazimierz Janusz für die Redaktion der unabhängigen Zeitschrift „Opinia“ (Meinung). Seinen Bruch mit dem *KOR besiegelte er mit einem Referat am 29. September, in dem er die Auflösung des *KOR und eine Übertragung eines Teils der verbliebenen *KOR-Finanzmittel an *ROPCiO forderte. Im Vorfeld des Warschau-Besuchs von US-Präsident Jimmy Carter im Dezember 1977 sandte Ziembiński dem amerikanischen Präsidenten einen Brief, in dem er daran erinnerte, dass die US-amerikanischen Bündnisverpflichtungen gegenüber Polen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs nicht erloschen seien und dass die Ordnung von Jalta einer neuen, gerechten Weltordnung weichen müsse, die sich auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker gründe. (Ähnliche Überlegungen enthielt sein Brief an US-Präsident Ronald Reagan im Jahre 1984.) Während seines Besuchs in Polen gewährte Carter der Zeitschrift „Opinia“ ein aufsehenerregendes Interview, das allerdings in Bezug auf die von Ziembiński formulierten Forderungen nur ausweichende Antworten enthielt.Ziembiński war mitprägend für die programmatische Ausrichtung von *ROPCiO. Neben ideellem und politischem Pluralismus forderte die Gruppe auch die Pluralisierung der Opposition. Ziembiński gehörte dem Finanzrat an, der die Oberaufsicht über den *ROPCiO-Sozialfonds ausübte. Nach der Spaltung von *ROPCiO gehörte er dem Präsidium des Unterzeichnerrates (Prezydium Rady Sygnitariuszy) an, dessen Vorsitz Andrzej Czuma innehatte. Auf Initiative Ziembińskis formiert sich in Warschau das Komitee für die Selbstbestimmung des Volkes (Komitet Porozumienia na rzecz Samostanowienia Narodu; KPSN), eine Organisation, die sich insbesondere der Unabhängigkeit verpflichtet fühlte. In der *ROPCiO-Presse und in der Zeitschrift „Rzeczpospolita“ des Komitees für die Selbstbestimmung des Volkes (die Ziembiński selbst herausgab) schrieb er hauptsächlich über nationale Traditionen, rief die herrschenden Kommunisten zur Respektierung der Rechte der katholischen Kirche auf und forderte die Etablierung freier Gewerkschaften. Am 11. November 1979 organisierte Ziembińki in Warschau gemeinsam mit Andrzej Czuma, Józef Janowski und Bronisław Komorowski eine patriotische Kundgebung. Daraufhin wurde er wegen „demonstrativer Zurschaustellung der Missachtung höchster nationaler Werte und Interessen“ zu drei Monaten Arrest verurteilt. Während der Auguststreiks 1980 setzte sich Ziembiński für die politischen Gefangenen ein. Am 9. Mai 1981 organisierte er als Mitarbeiter des Landeskoordinierungsausschusses (Krajowa Komisja Porozumiewawcza; KKP) der *Solidarność den Ersten Kongress des Komitees zur Verteidigung Politischer Gefangener. Gemeinsam mit Antoni Macierewicz gründete er am 27. September 1981 die sogenannten Klubs für den Dienst an der Unabhängigkeit (Kluby Służby Niepodległości; KSN). Am 11. November 1981 führte er eine Unabhängigkeitskundgebung am Warschauer Grabmal des Unbekannten Soldaten an und veranstaltete am selben Tag die wissenschaftliche Tagung „Ku niepodległości“ (In Richtung Unabhängigkeit). Am 29. November 1981 fand eine von Ziembiński organisierte offene KSN-Zusammenkunft statt, auf der Änderungen in der Wahlordnung und freie Parlamentswahlen diskutiert wurden. Nach der Ausrufung des *Kriegsrechts wurde Ziembiński per Haftbefehl gesucht und schließlich im April 1982 festgenommen. Nach sieben Monaten kam er jedoch aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wieder auf freien Fuß. Im Untergrund war er Initiator und führender Kopf der Gruppierung „Kongress der Nationalen Solidarität“ (Kongres Solidarności Narodu), für die er auch die Zeitschriften „Solidarność Narodu“ und „Polska Jutra“ (Polen von morgen) herausgab. Die Gruppierung wurde am 31. Dezember 1989 in die Partei der Republiktreue KSN (Stronnictwo Wierności Rzeczypospolitej) umgestaltet. Während medizinisch begründeter Auslandsaufenthalte hatte Ziembiński außerdem die Gründung der Organisation „Kongress für Ostmitteleuropa“ (Kongres Europy Środkowo-Wschodniej) am 16./17. Juni 1988 in Paris initiiert. Wie bereits in früheren Jahren widmete sich Ziembiński auch weiterhin der Pflege des nationalen Gedächtnisses. 1984 stiftete er in der St.-Karl-Borromäus-Kirche in Warschau-Powązki das Kreuz „Für die im Osten Gefallenen“. Gemeinsam mit Pfarrer Stefan Niedziałek ergriff er die Initiative zum Bau eines Sanktuariums für die im Osten Gefallenen und Ermordeten. Krönung seines Engagements war am 17. September 1995 in Warschau die Einweihung des Denkmals für die im Osten Gefallenen und Ermordeten. 1989 gehörte Ziembiński zu denjenigen, die die Vereinbarungen am *Runden Tisch und die im Juni stattfindenden halbfreien Parlamentswahlen negativ beurteilten und kritisierten. Ziembiński war Mitglied des New Yorker Józef Piłsudski Institute of America for Research in the Modern History of Poland, Initiator und Vorsitzender des Stiftungsrates für die im Osten Gefallenen und Ermordeten sowie 1989 einer der Gründer des Komitees zur Historischen Erforschung des Massakers von Katyń. Nach dem Ende des Kommunismus in Polen gründete er 1991 die Katyń-Stiftung mit, deren Stiftungsrat er 1993–2000 leitete. 1995 gehörte Ziembiński zu den Gründern des Polnisch-Tschetschenischen Komitees und engagierte sich 1995–97 in der Bewegung zum Wiederaufbau Polens (Ruch Odbudowy Polski; ROP). Wojciech Ziembiński starb am 13. Januar 2001 in Warschau.Jerzy Jackl Aus dem Polnischen von Gero Lietz Letzte Aktualisierung: 08/16

Wer war wer in DDR

Zilles, Hermann

* 31.8.1903 – ✝ 4.4.1956

Geb. in Köln; Vater Kellner, Mutter Friseurin; 1909 – 14 Volks-, 1914 – 19 Mittelschule in Köln, Abitur; aufgew. bei Großeltern bzw. im Knabenheim; 1919 – 21 Ausbildung zum Kfm. in Köln; 1921 – 29 Kontorist, Vertreter u. Buchhalter bei versch. kleinen Handelsfirmen; ab 1929 arbeitslos; beschäftigte sich mit Psychol. u. Graphol., verdiente seinen Lebensunterhalt teilw. mit grapholog. Arbeiten; ab 1930 Mitgl. der Ges. der Freunde der Sowjetunion u. der KPD Köln; ab 1930 Lehrer an der MASCH; ab 1932 Mitgl. einer Agit.-Prop-Kommission in Köln-Neustadt; ab März 1933 Mitarb. im AM-Apparat; Org.-Sekr. der KPD-BL Niederrhein; Aug. 1933 verhaftet, U-Haft im KZ Brauweiler, 1934 wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu 18 Mon. Gefängnis verurteilt, Haft in Köln; Forts. der Arb. im AM-Apparat; 1936 Emigr. in die Niederlande; Agit.-Prop-Ltr. des KPD-UB Süd-Holland; Pol.-Ltr. des KPD-UB Amsterdam-Nord eingesetzt; 1937/ 38 illeg. Kurier- u. Instrukteurstätigkeit (»Helmut«) im Ruhrgeb.; 1940 in den Niederlanden (Hoek van Holland) interniert u. nach Dtl. ausgeliefert; 1941 vom VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, 1941 – 43 Haft im Zuchthaus Siegburg, 1943 – 45 KZ Buchenwald; dort Mitgl. der KPD-Ltg. 1945 Mitbegr. der KPD Köln; Ltr. der Beschwerdestelle des Kölner Wohnungsamts; 1. Sekr. der KPD-BL Mittelrhein; 1945/46 Stadtverordn. in Köln, KPD-Fraktionsvors.; Abg. des Provinziallandtags Nordrheinl.; ab 1946 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED; 1946 VVN; 1946 – 49 Hauptref. in der Westabt. des ZS bzw. ZK der SED, zugl. 1946 Ltr. für die brit. Zone, Pol.-Sekr. der Zonenltg. bzw. der Arbeitsgemeinschaft SED-KPD; 1949 Ltr. des SPD-Referats in der Westkommission; 1949 – 52 stellv. Intendant des Berliner Rundfunks; ab 1950 Ltr. der westdt. Sendungen des Dtl.-Senders; 1952 SED-Verwarnung wegen mangelnder ideolog. Wachsamkeit; 1952 Intendant des Landessenders Halle; 1952/53 Mitgl. der Ltg. des Staatl. Rundfunkkomitees u. des Fernsehzentrums in Berlin-Adlershof, »wegen mangelnder Wachsamkeit« abgelöst; 1954 – 56 Chefred. des »Feuilleton-Presse-Dienstes« bzw. der Ztschr. »Die Schatulle«; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Zimmer, Gabriele

* 7.5.1955

Geb. in Berlin; 1973 Abitur; 1973 – 77 Studium der Sprachwiss. an der KMU Leipzig, Dipl.-Sprachmittl.; 1977 – 81 Sachbearb. beim VEB Fahrzeug- u. Jagdwaffenwerk »Ernst Thälmann« Suhl; 1981 SED; 1981 – 89 Red. der Betriebsztg. u. 1987 – 89 Mitarb. der SED-Parteiltg., Nov. 1989 – Jan. 1990 hauptamtl. Sekr. der SED/PDS im o. g. Werk; Febr. – Juni 1990 Vors. der PDS des Bez. Suhl; Juli 1990 – Dez. 1998 Landesvors. der PDS Thür. Okt. 1990 – 2004 MdL von Thür.; 1997 – 2000 stellv. Bundesvors. der PDS; 1999 – 2000 Vors. der PDS-Frakt. im Thür. Landtag; Okt. 2000 – Juni 2003 Bundesvors. der PDS (Nachf. von  Lothar Bisky); seit 2004 Mitgl. des Europ. Parlaments, dort Mitgl. im Aussch. für Beschäftigung u. soziale Angelegenh. u. stellv. Mitgl. im Entwicklungsaussch.Schütt, H.-D.: Zwischen Baum u. Basis. Berlin 2000; Keller, D. u. a.: Neue Gespräche über Gott u. die Welt. Berlin 2000.Helmut Müller-Enbergs

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Zimmermann, Richard

* 31.12.1876 – ✝ 11.7.1969

(* 1876 – † 1969) Geboren am 31. Dezember 1876 in Dresden, Sohn eines Tabakarbeiters; wurde Maschinenbauer. 1899 Mitglied der SPD, ab 1909 in Jena bei Zeiss beschäftigt. Noch am Ende des Weltkrieges Soldat, ging er zur USPD, wurde Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Jena. 1919 gründete er mit Emil Höllein den Verlag und die Druckerei der »Neuen Zeitung«, war dort 1921/22 Redakteur und Geschäftsführer. Seit 1920 Mitglied der KPD, jahrelang Betriebsrat in den Zeiss-Werken. Er kam 1921 als Listennachfolger in den Thüringer Landtag, da Höllein in den Reichstag wechselte. Von 1924 bis 1933 ununterbrochen im Thüringer Landtag, gehörte der KPD-BL Thüringen an, für die Kommunal- und Landarbeiterpolitik verantwortlich. Bei den Auseinandersetzungen mit den Rechten in Thüringen 1928/29 war Zimmermann dort zunächst der einzige Abgeordnete, der die Linie des ZK vertrat (später schloß sich ihm noch Richard Eyermann an). Anfang 1933 Leiter des UB Gotha, wurde am 30. August 1933 festgenommen und war bis Mitte August 1934 im KZ Bad Sulza. Danach Fürsorgearbeiter bzw. später Dreher. Am 22. August 1944 erneut verhaftet, bis zur Befreiung im KZ Buchenwald. Zimmermann war 1945 beim Aufbau der KPD aktiv und wurde am 16. Mai 1945 durch die amerikanische Besatzungsmacht wegen des »Abhaltens illegaler Sitzungen« zu einem halben Jahr Gefängnis oder 1000 Mark Geldstrafe verurteilt, die bezahlt wurde. Nach dem Einzug sowjetischer Besatzungstruppen war er bis 1952 Mitarbeiter der KPD bzw. SED-KL Jena. 1952/53 im Stadtarchiv Jena, anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Jena. Am 7. Oktober 1954 erhielt er den VVO in Bronze und wurde Ehrenbürger von Jena. Richard Zimmermann starb dort am 11.Juli 1969.

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Zimmermann, Gerhard

* 31.5.1927 – ✝ 7.5.1989

Geb. in Ahlbeck (Landkrs. Ueckermünde); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre als Bootsbauer; 1944 / 45 RAD; Mai – Juli 1945 sowj. Kriegsgef. 1946 – 48 Bootsbauer in Eggesin; 1949 SED; 1948 / 49 Studium an der Techn. Lehranstalt für Schiffbau in Stralsund; 1949 – 53 Meister in der Boddenwerft Ribnitz-Damgarten; Ltr. des Lehrkabinetts u. Dir. für Arbeit im VEB Warnowwerft; 1951 Lehrgang an der SED-LPS in Wiligrad; 1952 / 53 Studium an der Ingenieurschule Wismar; 1953 – 57 Abt.-Ltr. der SED-BL Rostock; 1957 – 63 Dir. des VEB Warnow-Werft Warnemünde, 1963 – 65 GD der VVB Schiffbau Rostock; 1965 – 81 Minister für Schwermaschinen- u. Anlagenbau, Mitgl. des Präs. des Min.-Rats der DDR.Andreas Herbst

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Zinner, Hedda

* 20.5.1905 – ✝ 1.7.1994

Geb. in Wien in einer jüd. Fam.; Vater Beamter; Volksschule; 1923 – 25 Besuch der Schauspiel-Akad. in Wien; Debüt am dortigen Raimundtheater; anschl. versch. Engagements, 1923/24 in Stuttgart, 1924/25 in Baden-Baden, 1925/26 in Wilhelmshaven, 1926/27 an der Rhein. Gastspielbühne, 1927/28 am Stadttheater Bunzlau (Schles.), u. 1928/29 in Zwickau; 1929 Schauspielerin in Berlin; KPD; Reportagen für die »Rote Fahne«, Arbeiterkorresp. für die »Welt am Abend«, AIZ, »Der Weg der Frau«; März 1933 Emigr. nach Wien u. Prag; dort Gründerin d. Kabaretts »Studio 1934«; April 1935 Emigr. nach Moskau (mit Ehemann  Fritz Erpenbeck); wirkte im Film »Kämpfer« mit; 1935 – 41 Mitarb. der dt.-spr. Red. des Moskauer Rundfunks; Hörspiele u. Artikel für die »Dt. Zentralztg.«; Kand. der dt. Sekt. des sowj. Schriftst.-Verb.; 1936 Gedichtband »Unter den Dächern«; Dez. 1936 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1938 stellv. Kulturred. der »Dt. Zentralztg.«; ab Sept. 1941 Mitarb. d. Dt. Volkssenders; Okt. 1941 – 43 Evaku. in Ufa. Juni 1945 Rückkehr nach Dtl. (Berlin); freiberufl. Schriftst. u. Regisseurin; 1946 SED; zeitw. Vors. des Dt. Frauenrats; Mitgl. des wiss.-künstler. Beirats beim Min. für Kultur; 1953 Schauspiel »Der Teufelskrs.«, »Das Urteil«, Kantate, Text von H. Z., (Musik:  Jean K. Forest, UA Juli 1958, V. Parteitag der SED); 1954 NP; Goethe-Preis; seit 1959 Vizepräs. der Ges. für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland; 1975 VVO; Ehrenmitgl. des SV; 1980 KMO; 1985 wurde die Fernsehinszenierung der »Ravensbrücker Ballade« verboten, weil sie dem Antifa.-Bild einiger Funktionäre u. führender Antifa. nicht entsprach; Mitgl. des BV des DFD, des Vorst. der DSF u. des Komitees des NR der NF zum Schutze der Menschenrechte; Ehrennadel der DSF; 1989 NP; gest. in Berlin.Alltag eines nicht alltäglichen Landes. Berlin 1950; Ravensbrücker Ballade. Ber- Jarmatz, K. (Hrsg.): Ravensbrücker Ballade oder Fasch.-Bewältigung in der DDR. Berlin 1992.Bernd-Rainer Barth / Peter Erler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zirkel, Arthur

* 1898 – ✝ 9.4.1945

Geboren 1898, Sohn von Max Zirkel. Er gehörte seit 1921 der KPD an und arbeitete ab 1924 als Angestellter bei der sowjetischen Botschaft in Berlin. Im illegalen AM-Apparat tätig, wurde er 1930 (Pseudonym Max Lehmann) nach Moskau geschickt, wo er im Auftrag der Komintern und des sowjetischen Geheimdienstes eine Funkausbildung absolvierte und u. a. in China eingesetzt wurde. Er kam 1933 in die UdSSR zurück und war im Komintern-Apparat tätig. Im Januar 1938 in der Sowjetunion verhaftet, wurde er nach 17monatiger U-Haft zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Arthur Zirkel soll am 9. April 1945 im Gulag gestorben sein. Seine Frau Grete Zirkel, geborene Krebs (* 15. 5. 1902 – † 26. 4. 1968), folgte ihrem Mann 1930 in die Sowjetunion und auch nach China. Zunächst am Marx-Engels-Institut, infolge einer schweren Operation später Hausfrau bzw. von 1936 bis 1938 Textilarbeiterin, am 4. März 1938 wurde sie vom NKWD verhaftet und ebenfalls zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. 1946 aus dem Lager entlassen, Eisenbahnarbeiterin, zuletzt Angestellte einer Schule in Workuta. Am 12.Juni 1957 vom Militärtribunal des Obersten Gerichts der UdSSR »rehabilitiert«, durfte sie im April 1958 in die DDR ausreisen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Zobel, Paul

* 13.3.1891 – ✝ 22.3.1945

Geboren am 13. März 1891 in Berlin, Sohn eines Rollkutschers; lernte Buchhändler. 1913 Mitglied der SPD. Im Weltkrieg Sanitäter an der Ostfront. 1917 trat Zobel in die USPD ein und wurde Ende 1920 Mitglied der KPD. Aktiver Sportler, 1919 ehrenamtlicher Funktionär des Arbeiter-Turn- und Sportbundes. 1928 wurde er wegen seiner kommunistischen Arbeit im Verband ausgeschlossen. Von Herbst 1923 bis Juli 1926 Geschäftsführer bei der Vereinigung Internationaler Verlagsanstalten, dann Parteiangestellter in der Abteilung Sport des ZK. Im November 1927 wegen Herausgabe »hochverräterischer Schriften« vom Reichsgericht zu einem Jahr Festung verurteilt. Da er im Mai 1928 in den Preußischen Landtag gewählt wurde, aus der Haft entlassen. Zobel arbeitete dann wieder in der Geschäfts- bzw. Sportabteilung des ZK und zog auch im April 1932 wieder in den Preußischen Landtag ein. Zusammen mit Ernst Grube gehörte er zu den wichtigsten Funktionären der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit und leitete mit Grube die Zeitschrift »Internationaler Arbeitersport«. Bereits in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, kam Zobel bis Dezember 1933 in »Schutzhaft«. Danach Handelsreisender, er hatte Kontakte zu Robert Uhrig und später auch zu4 Franz Jacob. Im Juli 1944 inhaftiert, in das KZ Dachau verschleppt. Dort kam Paul Zobel am 22. März 1945 aufgrund der Entbehrungen und Mißhandlungen ums Leben.