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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Czepuck, Harri

* 30.7.1927 – ✝ 14.6.2015

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Textilarb.; Volksschule; 1942 Ausbildung zum Versicherungskfm.; 1944/45 Wehrmacht, Gefr.; April 1945 – 49 erst sowj., dann poln. Kriegsgefangenschaft; Jan. 1949 Red. der dt. Kriegsgefangenen-Ztg. »Die Brücke«. Juli 1949 in die SBZ entlassen; SED; Sept. 1949 Volontär, später Red. der Ztg. »Neues Dtl.«, dort 1954 – 58 Abt.-Ltr., 1958 – 62 Korrespondent in Bonn, 1962 Mitgl. des Red.-Kolleg.; 1967 – 71 Mitgl. der Westkommission beim PB des ZK der SED; 1967 – 71 stellv. Chefred. des »Neues Dtl.«, wegen grundsätzl. Differenzen mit Chefred.  Joachim Herrmannüber die Medienpol. abgelöst; Mitautor von Fernsehfilmen: »Doering sagt, wie’s ist« (1965) u. »Ich – Axel Cäsar Springer« (1968/ 69); ab 1967 Vors. des VDJ, ab 1971 hauptamtl.; 1977 VVO; 1981 durch den Sekr. des ZK der SED Joachim Herrmann zum Rücktritt veranlaßt; 1971 – 81 Vizepräs. der Internat. Journalistenorg.; ab 1981 Mitarb. der Liga für Völkerfreundschaft; 1984 Invalidenrentner; anschl. freier Journalist. 1990 PDS; Mitbegr. der Ges. für gute Nachbarschaft mit Polen, dann Mitgl. der Dt.-Poln. Ges. der Bundesrep. Dtl.Meine Wendezeiten. Erinnerungen, Erwägungen, Erwartungen. Berlin 1999; Fragen an die DDR. Berlin 2003 (Mitautor); Glanz u. Elend eines Weltunternehmens (Zeiss Jena). Werder 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Dahlem, Franz

* 14.1.1892 – ✝ 17.12.1981

Geb. in Rohrbach (Lothr./Rohrbach-lès-Bitche, Frankreich); Vater Weichensteller; 1899 – 08 Volks- u. Mittelschule in Vic-sur-Seille u. in Château-Salins, Oberrealschule in Saargemünd, abgebrochen; 1908 – 11 Mitgl. des kath. Jünglingvereins Saaralben; 1911 – 13 Ausbildung zum Exportkfm. in Saarbrücken; im Beruf tätig in Köln; 1911 Mitgl. der Gewerkschaft, 1913 Mitgl. u. Vors. der SAJ Köln; 1913 – 17 SPD; 1914 Mitbegr. der Jungsoz. Köln; 1914 – 18 Militärdienst; 1917 Mitgl. der USPD u. des Arbeiter- u. Soldatenrats Allenstein (Ostpr.) u. anschl. in Köln, 1919 – 21 Mitgr. u. Red. der USPD-Ztg. »Soz. Rep.« (Köln); 1919 Vors. des Bez. Mittelrhein u. Mitgl. des ZK der USPD; 1919 Heirat mit  Käthe D.; 1919 – 23 Stadtverordn. in Köln; Dez. 1920 Übertritt zur VKPD, Mitgl. von deren ZA bzw. dem ZK der KPD; bis 1921 Sekr. der KPD Köln; 1921 aus dem ZK als Opp. ausgeschl.; 1922 Red. der »Inprekorr« (Berlin); 1921 – 24 Abg. des Preuß. Landtags; 1922 Berater bei der KPF (PCF) in Paris; 1923 Instrukteur des ZK der KPD für die Bez. Hessen, Baden, Pfalz u. Saarl.; 1923/24 Mitarb. der Abt. Org. des ZK der KPD; 1924 kurzz. Pol.-Ltr. Thür.; 1928 –33 Abg. des Dt. Reichstags; ab 1929 Mitgl. des PB der KPD; 1930 – 32 Reichsltr. der RGO; April 1933 Emigr. nach Paris; 1933 – 37 Mitgl. der KPD-Ltg. in Paris; 1933 – 43 Kand. des EKKI; 1934 – 41 frz. Staatsbürgerschaft.; Febr. – Juli 1934 illeg. pol. Arbeit in Berlin; 1935/36 in Prag; 1936 aus Dtl. ausgebürgert; 1936 – 38 Ltr. der Zentr. Pol. Kommission der Internat. Brigaden in Spanien; 1938/39 Ltr. des Sekr. des ZK der KPD in Paris (Nachf. von  Walter Ulbricht); 1939 – 42 in Frankreich interniert; ab 1941 sowj. Staatsbürger; 1942 der Gestapo übergeben; 1942/43 Gestapohaft in Berlin, 1943 – 45 Haft im KZ Mauthausen, dort Mitgl. des illeg. Internat. Lagerkomitees; Mai 1945 in Moskau; Mitunterz. des Aufrufs der KPD vom 11.6. 1945. 1.7.1945 Rückkehr nach Dtl.; Mitgl. des ZK der KPD u. dessen Sekr., Ltr. der Abt. Kader u. Org. des ZK der KPD; 1946 – 53 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED, 1946 – 48 Mitgl. des SED-ZS, dort parität. Ltr. der Abt. Personalpol., des Büros für Internat. Zusammenarbeit u. der Westabt. (»Parteiaufklärung«) mit  Erich W. Niske, 1949 – 51 Ltr. der Westkommission im ZK der SED; 1949 – 53 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 53 Mitgl. des PB des ZK der SED; stellv. Ltr. der Sonderkommission für die Aufstellung von Verteidigungskräften u. die strateg. Verteidigung Volkspolens, maßgebl. beteiligt an der Aufrüstung der DDR; D. war innerhalb der SED populär u. galt als Rivale von Walter Ulbricht; Dez. 1952 wegen angebl. kaderpol. Fehler Untersuchung der ZPKK eingeleitet; März 1953 Mitgl. des Präs. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 17.3.1953 PB des ZK der SED beschloß Funktionsverbot u. Untersuchung der ZPKK bezüglich seiner Verbindungen zu Noel H. Field, Mai 1953 Ausschl. aus dem ZK u. Entbindung von allen Partei- u. Staatsfunktionen wegen angebl. »pol. Blindheit gegenüber der Tätigkeit imp. Agenten u. wegen nichtparteimäßigen Verhaltens zu seinen Fehlern«; Jan. 1954 strenge Rüge bzw. später Rüge wegen angebl. »Versuchs, die SED-Führung zu spalten«; 1955 – 57 Ltr. der HA Forschung im Staatssekr. für HS-Wesen; 1956 pol. rehabil.; ab 1957 stellv. Staatssekr. bzw. ab Aug. 1967 1. Stellv. des Min. für HS-Wesen; 2.2.1957 Mitgl. des ZK der SED (koopt.); ab 1957 Mitgl. des Forschungsrats der DDR; ab 1963 erneut Abg. der Volkskammer; ab 1964 Präs. der Dt.-Frz. Ges., Mitgl. des Präs. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1956 Hans-Beimler-Medaille, 1962 Arthur-Becker-Medaille u. KMO, 1964 VVO, 1965 u. 1972 Verdienstmedaille der NVA, 1967 Ehrenspange zum VVO, 1970 Stern der Völkerfreundschaft, sowj. Medaille für Teiln. am nationalrev. Befreiungskampf des span. Volkes, sowj. Lenin-Jubiläumsmedaille; Ehrenbürger der frz. Stadt Ivry-sur-Seine; 1977 Großer Stern der Völkerfreundschaft; 1974 Rentner; gest. in Berlin.Weg u. Ziel des antifa. Kampfes. Berlin 1952; Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Erinnerungen. 2 Bde. Berlin 1977/78; Ausgew. Reden u. Aufsätze 1919 bis 1979. Berlin 1980; Jugendjahre. Vom kath. Arbeiterjungen zum proletar. Revolutionär. Berlin 1982. Sebastian, H.: F.-D.-Bibliographie. Berlin 1980; Kießling, W.: Partner im »Narrenparadies«. Der Freundeskrs. um Noel H. Field u. Paul Merker. Berlin 1994; Ackermann, J.: Parteisäuberungen: Die Fälle Paul Merker u. Franz Dahlem. Berlin: Arbeitspapiere des Forschungsverbundes SED-Staat (1996) 22.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Dahlke, Arthur

* 28.2.1887 – ✝ 8.12.1952

Geb. in Spandau (b. Berlin); Vater Schlosser; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer bei einer Verlagsbuchhandlung; 1906 Wanderschaft durch mehrere europ. Länder; während des Ersten Weltkriegs in der Kgl. Gewehrfabrik Spandau dienstverpflichtet, dann 1917 / 18 Soldat; 1918 / 19 Mitgl. des Arbeiterrats in Spandau; 1919 Abg. der Stadtverordnetenversamml. von Spandau; 1919 – 21 unbesoldeter Stadtrat; 1919 Red. der USPD-Ztg. »Freiheit« bzw. Angest. der Berliner Ortsverw. des DMV u. beim Bezirksamt Berlin-Wedding; 1920 / 21 Abg. der USPD-Fraktion in der Berliner Stadtverordnetenversamml.; 1920 – 29 Red. der SPD-Presse in Berlin, Cottbus, Halle, Wernigerode, Leipzig, Spandau; später Mitarb. beim Arbeitsamt Berlin-Nordwest in Spandau; 1931 – 33 Inh. eines Papier- u. Buchhandelsgeschäfts sowie Ltr. eines Pressebüros; 1933 – 38 arbeitslos; 1938 – 42 dienstverpflichtet; 1944 / 45 Wehrmacht; 1945 / 46 brit. Kriegsgef. in Belgien. Jan. 1946 Rückkehr nach Dtl., über Goslar nach Berlin; SPD / SED; durch Vermittl. von  Max Fechner ab April 1946 parität. Ltr. der Abt. Landespolitik bzw. Staatl. Verwaltung im ZS des SED-PV (zus. mit  Anton Plenikowski); zugleich Informant des Ostbüros der SPD; Nov. 1947 wg. drohender Verhaftung durch das NKWD Flucht nach West-Berlin; 1948 – 52 Angest. beim Arbeitsamt Berlin-Wedding bzw. bei der Dt. Angestellten-Gewerkschaft; zuletzt beim Bergungs- u. Versorgungsamt in West-Berlin; gest. in West-Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Dallmann, Fritz

* 17.6.1923 – ✝ 4.5.1999

Geb. in Kaisersdorf (Krs. Wirsitz, Westpr./ Młotkowo, Polen); Vater Gutsschmied; Volksschule; 1938 – 41 Gutsarb.; 1941 – 44 Wehrmacht. 1947 aus der Gefangenschaft entlassen, zog zu der nach Priborn (Mecklenb.) zwangsumgesiedelten Familie, übernahm eine Neubauernstelle; 1947 VdgB, Vors. des Ortsaussch.; 1948 SED; 1952 – 58 Vors. des Krs.-Vorst. Röbel der VdgB; Jan. 1953 Mitbegr. der LPG »Fortschritt« in Priborn u. nachf. deren Vors., Entw. der LPG zu einem Musterbetrieb; 1954 – 63 Abg. des Bez.-Tags Neubrandenb.; 1955 – 63 Mitgl. der SED-BL Neubrandenb.; 1963 Kand., 1964 Mitgl. des ZK der SED; ab 1963 Mitgl. des Landw.-Rats bzw. Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft der DDR; Fernstudium an der WPU Rostock, 1980 Dipl.-Agr.-Ing.; 1970 KMO; ferner VVO; 10.9.1982 – 6.3.1990 Vors. des ZV der VdgB (Nachf. von  Fritz Zeuner), maßgebl. Beteiligung am Neuaufbau der VdgB als bäuerl. Massenorg. u. Engagement für die Aufhebung der Trennung von Pflanzen- u. Tierprod.; 1986 – März 1990 Abg. der Volkskammer u. Mitgl. des Staatsrats. Nach 1990 Abg. der PDS in der Gemeindevertr. Priborn, Mitgl. des Aufsichtsrats der Agrargenossenschaft e. G.Sakowski, H.: Zwei Zentner Leichtigkeit. Berlin 1970; Götz, H. H.: Der Erfolgreiche – F. D. In: Frankfurter Allgemeine Ztg. vom 9.11.1988; Fischer, J.: Wie geht’s F. D.? In: Neues Dtl. vom 17.9.1997.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Damerius (Heinze), Hildegard

* 29.1.1910 – ✝ 3.5.2006

Geb. in Duisburg-Beeck; Vater Kaufmann u. bis 1944 Dir. der Thyssen AG in Leipzig; 1921 Umzug nach Leipzig; Volksschule u. Lyzeum; 1929 Abitur; 1930 – 34 Studium der Rechtswiss. an den Univ. Leipzig, Heidelberg u. Marburg; 1934 – 38 Referendarin im sächs. Justizdienst; 1938 Prom. zum Dr. jur.; 1936 Bekanntschaft u. 1939 Heirat mit Wolfgang Heinze; 1939 – 44 Mitarb. im Arbeitsamt Leipzig; Teiln. an illeg. Arbeit, Verbindung zur Widerstandsgr. um Georg Schumann, 3.8.1944 Verhaftung, Nov. 1944 Verurteilung durch den VGH zu zwei Jahren Gefängnis (Ehemann Wolfgang Heinze wurde zum Tode verurteilt); Haft in Dresden u. in Leipzig-Meusdorf. 1945 Mitarb. in der Landesverw. Sachsen, Ltr. des Arbeitseinsatzes im Landesarbeitsamt; zeitw. Mitarb. im Büro d. Ministerpräs. d. Landes Sachsen u. Ltr. der Abt. Soziale Fürsorge im Ressort Wirtschaft u. Arbeit der sächs. Landesreg.; 1945 / 46 KPD / SED; 1946 – 48 Präsidentin des Landesarbeitsamts Sachsen; 1948 / 49 Leiterin der Abt. Kontrolle u. Statistik in der Dt. ZV für Justiz; 1949 Ltr. der Hauptabt. Revision u. Kontrolle im Min. für Justiz; Frühjahr 1950 Einsatz als Instrukteurin bei den Prozessen in Waldheim; 1951 / 52 ltd. Mitarb. in der Generalstaatsanwaltschaft der DDR; 1952 – 64 Sektorenltr. im Min. für Arbeit bzw. beim Komitee für Arbeit u. Löhne; 1949 – 54 Mitgl. des Dt. Volksrats bzw. Abg. der Volkskammer, 1950 – 54 Vors. des Petitionsaussch. der Volkskammer; 1959 Heirat mit  Helmut Damerius; ab 1964 VdN-Rentnerin. 1992 – 94 Ermittlungsverfahren wg. Beteiligung an den Waldheimer Prozessen, 1994 Einstellung des Verfahrens; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Dammbeck, Lutz

* 17.10.1948

Geb. in Leipzig; Vater Rennpferdtrainer, Mutter Sekr.; 1965 – 67 Abendakad. an der Leipziger HS für Grafik u. Buchkunst; Abitur; Studium Buchgestaltung bzw. Plakat an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, als Abschlußarb. Drehbuch u. Szenenbild für einen Trickfilm u. im Kollektiv die »Komplexgestaltung« eines Pressefestes der »Leipziger Volksztg.«; 1972 – 74 Wehrdienst; seit 1974 freiberufl. Grafiker u. Maler; Mitgl. im VBK u. im Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden (VFF); mehrfacher Preisträger internat. u. nat. Plakatbiennalen u. Wettbewerbe; seit 1976 auch als Autor, Gestalter, Animator u. Regisseur von Animations- u. Experimentalfilmen versch. DEFA-Studios sowie eigener Produktion tätig; 1978 Beteilig. an der VIII. Kunstausstellung in Dresden; 1979 auf eigenen Wunsch aus VBK-Ltg.-Funktionen ausgeschieden; gem. mit den Malern  Hans H. Grimmling,  Frieder Heinze,  Günter Firit,  Olaf Wegewitz u.  Günter Huniat sowie der Fotografin K. Plessing versch. Aktions- u. intermediale Ausstellungsprojekte (Tangente 1, 1978); Hrsg. einer originalgraf. Künstlerztschr. u. Stiftung eines alternativen Kunstpreises (Mogollon-Preis); Beteiligung an der IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden u. der Internat. Triennale der Handzeichnung in Nürnberg u. Lausanne; 1982 Beginn der Arbeit am Herakles-Konzept, einem intermedialen Projekt aus Malerei, Collagen, Installationen, Filmen u. Medieninszenierungen; ab 1983 unter Beobachtung des MfS (OV »Herakles«); seit 1984 Mediencollagen aus Malerei, Tanz, Film, Diaprojektion u. Musik u. a. am Bauhaus Dessau u. zu den Internat. Musikfestspielen Dresden; 1984 Konzept u. Teiln. am »1. Leipziger Herbstsalon«, einer außerhalb des VBK organisierten Ausstellung im Leipziger Messehaus am Markt; 1985 Ausstellungsbeteiligung an der Internat. Biennale São Paulo; 1986 Ausreiseantrag, Ausschl. aus dem VFF, Übersiedl. nach Hamburg; seit 1987 dort freiberufl. Maler u. Filmemacher, Forts. der Arbeit am »Herakles-Konzept«; ab 1988 verstärkte Hinwendung zum Dok.-Film; Preisträger versch. nat. u. internat. Animations-u. Dok.-Filmfestivals. 1990 Gründung einer eigenen Filmproduktionsfirma; 1992 Gastprof. an der FHS für Gestaltung Hamburg, dort anschl. bis 1993 Lehrauftrag; 1996 Mitgl. der Freien AdK Leipzig; 1997 Teiln. an der Ausstellung Dtl.-Bilder im Martin-Gropius-Bau Berlin; 1998 Prof. u. Ltr. einer Projektkl. für Neue künstler. Medien an der HS für bildende Künste Dresden; 1999 Teiln. an der Ausstellung Das XX. Jahrhundert, Berlin; 2005 Käthe-Kollwitz-Preis; lebt in Hamburg. Filme: Der Schneider von Ulm. Animationsfilm 1979; Hommage á la Sarraz. Experimentalfilm 1981; Einmart. Animationsfilm 1982; Herakles Höhle. Experimentalfilm 1990; Zeit der Götter. Dok.-Film, 1993; Herzog Ernst. Animationsfilm 1994; Dürers Erben. Dok.-Film 1995; Das Meisterspiel. Dok.-Film 1998.Herakles Konzept. Dresden 1997. Tannert, Ch.: Von der Untat des Feuerschluckens. In: Katalog L. D. – Bilder, Collagen, Aktionsdokumentationen. Bauhaus Dessau 1986; Fritsche, K., Löser, C.: Gegenbilder. Filmische Subversion in der DDR. Berlin 1996; Gillen, E. (Hrsg.): Katalog Dtl.-Bilder. Kunst aus einem geteilten Land. Martin-Gropius-Bau Berlin 1997; Straka, B.: Suchbild Herakles. In: Katalog L. D. – Herakles Konzept. Berlin 1997; Kühne, A.: Demiurg der Postmoderne. In: Süddt. Ztg. vom 17.4.1998.Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Daniel, Berta

* 20.11.1896 – ✝ 7.4.1981

Geboren am 20. November 1896 in Ulm als Berta Dick, Tochter des Schneidermeisters und bekannten sozialdemokratischen Ulmer Stadtrats Robert Dick. Nach Mittel- und Frauenarbeitsschule Ausbildung und Arbeit als Fotografin bei ihrem Bruder. 1914 Eintritt in die Arbeiterjugend, 1916 Mitglied der Spartakusgruppe, 1919 der FSJ, 1923 der KPD. Seit 1919 mit Richard Daniel verheiratet. Im Herbst 1923 u. a. verantwortlich für die Parteikassierung Stuttgart und München, sie gehörte dem AM-Apparat der süddeutschen KPD an. Im Februar 1924 in Ulm festgenommen, nach einer Bürgschaft ihres Vaters freigelassen, flüchtete sie aus Ulm und lebte zwei Jahre illegal, u. a. in Berlin. Hier arbeitete sie im illegalen Apparat des Mitteleuropäischen Büros der IRH mit Jelena Stassowa und Eugen Schönhaar. Berta Daniel war später Archivarin in Moskau und wurde zusätzlich für die internationale Arbeit des Nachrichtendienstes (OMS) der Komintern im Ausland eingesetzt, 1935 in Österreich für ein Jahr inhaftiert. Im Dezember 1936 Ausreise in die Sowjetunion, bereits im März 1937 in Moskau verhaftet. Sie wurde am 19.November 1937 zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt, dann in Nowosibirsk 1942 zu weiteren zehn Jahren Lager und Ende 1952 bei Kasan zwangsangesiedelt. Am 26. März 1957 durch das MKOG rehabilitiert, kam sie am 29. Juni 1957 mit ihrer Tochter Lore (*17. 5. 1920) in die DDR. Sie wurde Mitglied der SED, erhielt 1969 den VVO in Bronze. Berta Daniel starb am 7.April 1981 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Dannat, Horst

* 3.8.1934

Geb. in Kingitten (Krs. Samland, Ostpr./Liski, Rußland); Vater Bauer; Grund- u. Mittelschule; 1950 – 54 Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser in Burg; 1949 FDJ, FDJ-Funktionär im VEB Walzwerk Burg, 1954 – 56 Studium an der Jugend-HS »Wilhelm Pieck« in Bogensee; 1956 SED u. Instrukteur der FDJ-BL Magdeburg; 1956 – 60 1. Sekr. der FDJ-KL Gardelegen, Kand. des Büros der SED-KL Gardelegen; 1960/61 Studium an der Zentralschule des Bulgar. Komsomol »Georgi Dimitroff« in Sofia; 1961 – 69 Mitarb., später stellv. Abt.-Ltr. u. zuletzt Ltr. des Büros des Sekr. des ZR der FDJ; 1969 – 72 Studium an der PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1973 – 79 stellv. Dir. des Jugendreisebüros »Jugendtourist«; 1979 Stellv. u. 1982 1. Stellv. des GD; 1984 – 90 GD des VEB Reisebüro der DDR (Nachf. von Helmut Heinecke).Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Danz, Tamara

* 14.12.1952 – ✝ 22.7.1996

Geb. in Breitungen (Krs. Schmalkalden); erster Auftritt als Amateurin in der Rockband Uwe Kropinski; 1971 – 73 Oktoberklub Berlin; Musikschule Berlin-Friedrichshain (Spezialkl. Tanzmusik, Gesang); prakt. Ausbildung als Sängerin in der Horst-Krüger-Band; 1978 Gründung der »Familie Silly« (ab 1980: Silly); April 1979 erste Aufnahmen beim Rundfunk; Anf. 1980 erste Schallplatte (Single) in der Bundesrep. Dtl., Dez. vier Titel auf einer Kleeblatt-LP, LP »Silly« in der Bundesrep. Dtl.; 1981 LP »Tanzt keiner Boogie?«, Teiln. an Pop-Session in Sopot (Polen), 1. Preis Festival »Bratislavská Lyra« in Bratislava, erstmalig beste Rocksängerin des Jahres (»Rocklady Nr. 1 der DDR«); 1983 LP »Liebeswalzer«; 1986 LP »Bataillon d’amour« (LP des Jahres, auch in der Bundesrep. Dtl. veröff.), Sängerin bei der Allstar-Band »Gitarreros« (Tournee, LP »It’s Only Rock’n’Roll«); 1988 Open Air Festival in Skanderbog, mit »Gitarreros« bei »Rock für Armenien« in Schwerin u. Halle-Neustadt, Mitwirkung im Film »flüstern & SCHREIEN. ein rockreport«; 1989 LP »Februar« (aufgenommen in Berlin (West), Koproduktion AMIGA/BMG Ariola München, 15.10.1989 »Konzert gegen Gewalt« in der Berliner Erlöserkirche (gegen Übergriffe der Sicherheitskräfte bei den Demonstrationen am 7./8.10.1989). 1992 CD »Hurensöhne«; stellv. Vors. »Musik-Szene e. V.«; ab 1994 Aufbau des bandeigenen »Danzmusik-Studios« in Münchehofe (b. Berlin); CD: 1996 »Paradies«, 1996 »Bye Bye – Best of Silly Vol. 1«, 1997 »P.S. – Best of Silly Vol. 2«, 1997 »Silly +  Gundermann & Seilschaft«; Krebserkrankung; gest. in Berlin. 2003 Neuauflage des Albums »Paradies« mit 5 Bonotracks; 2004 DVD »25 Jahre Silly«, CD »Instandbesetzt« des Projekts »Bataillon D’Amour« mit der Stimme von T. D.; 2005 Premiere des Musicals »Mont Klamott – Tamara, die Rocky Lady« (Buch: Max Beinemann) an den Landesbühnen Sachsen; 2006 wurde in Berlin-Friedrichshain eine Straße nach T. D. benannt.Osang, A.: Tamara Danz, Legenden. Berlin 1997; Filmdok.: »T. D. – Asyl im Paradies« von A. Roesler-Kleint u. P. Kahane, 2006).Rainer Bratfisch

Handbuch Deutsche Kommunisten

Dattan, Otto

* 16.2.1875 – ✝ 11.2.1938

Geboren am 16. Februar 1875 in Allstedt/Helme in Thüringen, Sohn eines Bäckermeisters. Nach kaufmännischer Lehre und Wanderschaft übernahm Otto Dattan 1902 in Elberfeld eine Drogerie. Im gleichen Jahr Mitglied der SPD, er gehörte deren linkem Flügel an. Ostern 1916 Teilnehmer der Antikriegskonferenz der Arbeiterjugend in Jena. 1916 vom Reichsgericht wegen antimilitaristischer Propaganda zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Eine schwere Erkrankung verhinderte seine Einberufung zum Militär. 1918 gehörte Dattan zu den Mitbegründern des Spartakusbundes in Elberfeld und war Delegierter des Gründungsparteitages der KPD. Er wurde Mitglied der UB-Leitung Barmen-Elberfeld und der BL Niederrhein. Im Dezember 1920 Delegierter des Vereinigungsparteitages mit der USPD, 1921 auf dem VII. Parteitag in die Zentrale Revisionskommission der KPD berufen. 1922/23 redigierte er die »Rote Arbeitertribüne«, eine KPD-Lokalzeitung für die Städte Elberfeld, Barmen und Hagen. Später arbeitete Dattan auch als Redakteur an der KPD-Zeitung »Freiheit« in Düsseldorf. Als Anhänger des rechten Parteiflügels wurde er 1924 in den Hintergrund gedrängt, war aber 1924 und 1930 Listenkandidat für die KPD bei den Reichstagswahlen und ab 1927 gewähltes Ratsmitglied im Barmer Stadtparlament. Von 1929 bis 1933 führte er die KPD-Fraktion in der Wuppertaler Stadtverordnetenversammlung. In der Nacht zum 1. März 1933 wurde er verhaftet und kam in das KZ Brauweiler bei Köln. Anfang Juni konnte Dattan im Rheinland untertauchen bzw. später nach Saarbrücken und nach der Saarabstimmung nach Frankreich flüchten. Im August 1935 reiste er nach Leningrad und lebte ab Herbst 1935 bei seiner emigrierten Tochter Erika. Als anerkannter Politemigrant bekam er eine Pension und arbeitete als Bibliothekar in der Öffentlichen Staatsbibliothek in Leningrad. Dort wurde Dattan am 11. Februar 1938 verhaftet, am 21. Juni 1938 erfolgte sein Ausschluß aus der KPD. Die Verurteilung zu zehn Jahren Lagerhaft hat Otto Dattan nicht überlebt. Seine Frau Amanda (* 1878 – † 1963) und sein Sohn Günter (* 1906 – † 1979), beide Mitglied der KPD, waren während der Nazizeit in Deutschland und bemühten sich nach 1945 vergebens um Aufklärung seines Schicksals. Als eine Delegation des KPD-Parteivorstandes Wilhelm Pieck zu dessen 75. Geburtstag im Januar 1951 gratulierte, fragte ihn die KPD-Landtagsabgeordnete und Wuppertaler Stadtverordnete, Ilse Kötting, nach dem Verbleib von Otto Dattan. Pieck antwortete mit der Lüge: Dattan sei während der Blockade Leningrads durch die Wehrmacht verhungert. Seine Tochter Erika Dattan (* 29. 11. 1910 – †23. 2. 1989), die ebenfalls 1938 verhaftet und wegen »Spionage« zu fünf Jahren Lagerhaft verurteilt wurde, durfte im April 1955 in die DDR. Sie hatte sich bereits in der Sowjetunion um die eigene sowie des Vaters Rehabilitierung bemüht. Vom Obersten Gericht der UdSSR wurde Otto Dattan im Jahre 1961 posthum rehabilitiert, sein genaues Todesdatum war bis heute nicht zu ermitteln.

Wer war wer in DDR

Daum, Reinhold

* 5.8.1929 – ✝ 9.12.2001

Geb. in Reichenbach (Krs. Falkenau, ČSR/ Bystrina, Tschechien); Vater Bauer; OS; 1945 Forstarb.; 1947 SED; 1948 Mitarb. der FDJ-KL Pirna, 1950 der FDJ-Landesltg. Sachsen; 1952 1. Sekr. der FDJ-KL Görlitz-Land; 1954/ 55 BPS; 1955 2. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Dresden; 1956 pol. Mitarb. der FDJ-BL Dresden; 1956 Einstellung beim MfS; 1956/57 Schule der HV A; 1957 HV A-HA I (pol. Spionage); 1959 HV A-Abt. II (Parteien u. Org. in der Bundesrep. Dtl.); 1967 – 72 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1974 Versetzung zur HV A-Ltg.; 1978 AG T (Großraum Bonn); 1980 Ltr. der AG T; 1982 Oberst-Ltn.; 1985 Ref.-Ltr.; 1989/90 Entlassung.Jens Gieseke

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David, Hans Walter

* 26.3.1893 – ✝ 1942

Geboren am 26. März 1893 in München-Gladbach. Nach dem Studium Komponist, 1914 Kriegsfreiwilliger, bis 1918 an der Front und mit dem EK 1.Klasse ausgezeichnet. Die Erlebnisse auf den »Schlachtfeldern« machten ihn zum Kriegsgegner, 1919 Mitglied der KPD. Studium in Berlin und führend in der kommunistischen Studentenbewegung. Danach bis 1933 als Dirigent und Komponist in Düsseldorf tätig. 1933 Emigration nach Frankreich, dann nach Italien, wo er unter schweren Bedingungen zu leben hattte. 1935 konnte Hans David (zusammen mit seiner Frau Lina, geb. Nathan) auf Einladung des Verbandes der Sowjetkomponisten in die UdSSR einreisen, hier wurde er 1936 Generalmusikdirektor in Engels (ASSR der Wolgadeutschen). Begeistert schrieb er in der »Deutschen Zentral-Zeitung«, im »Land des Sozialismus« habe er eine »neue Heimat gefunden«. Am 5. November 1937 wurde er vom NKWD verhaftet und schwer gefoltert. Seine Frau, die ausgewiesen wurde, ging nach Belgien. Hans Walter Davids Festnahme soll erfolgt sein, weil er Stalin zum Geburtstag eine Hymne komponiert hatte, die aber in der verfemten Zwölftonmusik verfaßt war. Wegen angeblicher Spionage für Hitler-Deutschland zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt, wurde er aber 1940 an Nazi-Deutschland ausgeliefert. Hier kam er als Jude sofort ins Ghetto nach Lublin. 1942 nahm ihn die Gestapo in Gewahrsam, anschließend wurde Hans Walter David 1942 im KZ Majdanek ermordet.

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Czollek, Walter

* 8.4.1907 – ✝ 23.4.1972

Geb. in Berlin-Charlottenburg in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Kfm.; Gymnasium, Abitur; 1924 – 33 Ausbildung zum Kfm.; im Beruf tätig; Ausbildung zur Herstellung u. Verarbeitung von Kunstseidengewebe; 1928 – 30 Studium der Volkswirtschaft an der Dt. HS für Politik in Berlin-Schöneberg; 1929 KPD; bis 1933 geheimer Mitarb. im M-Apparat; 1933/34 zweimal verhaftet, 1934 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt; Haft in Luckau, in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße, 1936 KZ Lichtenburg, 1937 KZ Dachau u. 1938 KZ Buchenwald, vorwiegend in Isolationshaft, mißhandelt; Mai 1939 Ausweisung aus Dtl., Ausreise nach China, Juni 1939 Ankunft in Shanghai; Kontakt mit der KP Chinas; 1939 – 41 Ltr. einer illeg. Radiostation für die KP China, daneben Aufträge für einen sowj. Nachrichtendienst; Heizer in versch. chem. Betrieben; übermittelte bis 1945 militär. Informationen an versch. Nachrichtenagenturen; 1939 – 47 Übersetzer u. Sprecher dt.-spr. TASS-Sendungen »Stimme der Sowjetunion in Shanghai« (»Hans Mommek«); Mitbegr. u. später Ltr. der KPD-Exilgr. in China; Nov. 1945 Mitbegr. der »Residents Association of Democratic Germans in Shanghai«. Aug. 1947 Rückkehr nach Dtl.; Mitarb. der Dt. Treuhandverw. für sequestriertes u. beschlagnahmtes Eigentum im sowj. Sektor Berlins; 1948/49 Ltr. des Personalbüros des Berliner Industrie- u. Handelskontors; 1950 – 52 Lektor für Zeitgeschichte im Verlag Volk u. Welt Berlin; 1952 Lehrgang an der DVA, danach 2. Geschäftsf., 1954 – 72 Ltr. des Verlags Volk u. Welt (Nachf. von  Bruno Peterson) (für internat., vorwiegend belletrist. Lit., 1964 Anschluß des Verlags Kultur u. Fortschritt); gest. in Berlin.Dreifuss, A.: Shanghai – Eine Emigr. am Rande. In: Middel, E. et al. (Hrsg.): Exil in den USA. Leipzig 1979; Barck, S., Langermann, M., Lokatis, S. (Hrsg.): Fenster zur Welt. Die Gesch. des DDR-Verlages Volk u. Welt. Berlin 2003. CaW; BRB

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Dahlem, Franz

* 14.1.1892 – ✝ 17.12.1981

Geboren am 14. Januar 1892 in Rohrbach/ Lothringen, Sohn eines Eisenbahn-Weichenstellers. Aus Geldmangel mußte er die Oberrealschule verlassen und konnte nicht studieren. 1911 Lehrling in einer Saarbrücker Exportfirma, Eintritt in die Gewerkschaft und 1913 in Köln Mitglied der SPD. Von 1914 bis 1918 Kriegsteilnehmer. 1917 zur USPD übergetreten, wurde er bei Revolutionsausbruch in Allenstein/Ostpreußen in den Arbeiter- und Soldatenrat gewählt. Ende 1918 Rückkehr nach Köln, dort Redakteur des USPD-Organs »Sozialistische Republik«. 1919 Vorsitzender der USPD-Mittelrhein und Stadtverordneter in Köln, ging mit der linken USPD im Dezember 1920 zur KPD und wurde Vertreter des Bezirks Mittelrhein im ZA der VKPD. Von 1921 bis 1924 Abgeordneter des Preußischen Landtags. Nach der März-Aktion 1921 Anhänger der Levi-Gruppe, wandte sich Dahlem als Chefredakteur der »Sozialistischen Republik« in mehreren Leitartikeln gegen die Linie der Partei. Am 22. April 1921 schrieb er, die von der Partei geforderte Parteidisziplin bedeute eine Abwürgung der Diskussion. In einer Kölner Versammlung forderte Dahlem die »volle Diskussionsmöglichkeit in der Partei« und erklärte, die Taktik der KPD in der März-Aktion habe nicht den kommunistischen Grundsätzen entsprochen. Daraufhin setzte ihn die Zentrale Ende April ab. Aus Protest dagegen besetzten Dahlems Anhänger Redaktion und Verlag. Dabei kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Gefolgsleuten der Zentrale und Anhängern Paul Levis bzw. Dahlems. Trotz des schweren Disziplinbruchs wurde Dahlem auf dem Bezirksparteitag Mittelrhein im Mai 1921 2. Vorsitzender (1. Vorsitzender war der Ultralinke Peter Mieves). Er distanzierte sich nun von Levi und wurde von Juli bis Oktober 1922 als Berater der KP Frankreichs nach Paris geschickt. Anfang 1923 Obersekretär für das Rheinland, dort von der französischen Besatzung ausgewiesen, kam er als Redakteur der »Roten Fahne« nach Berlin. Zeitweise in der Orgabteilung und bei der »Inprekorr«, Ende 1925 für kurze Zeit Polleiter von Thüringen. Er leitete von 1926 bis 1928 die Orgabteilung des ZK der KPD. Auf dem XI. Parteitag 1927 als Mitglied ins ZK gewählt und 1928 (nach der Wittorf-Affäre) ins Polbüro berufen, bestimmte ihn der XII. Parteitag 1929 erneut in diesen Funktionen. Abgeordneter des Reichstags (Wahlkreis Potsdam II) von Mai 1928 bis 1933. Im November 1930 wurde Dahlem Reichsleiter der RGO (bis zur Ablösung durch Fritz Schulte im Juni 1932). Als Spitzenführer der KPD wurde er Ende 1932 als Anhänger der Neumann-Gruppe gemaßregelt, blieb aber Polbüromitglied und Mitarbeiter der Gewerkschaftsabteilung in Berlin. Im Mai 1933 nach Paris emigriert, gehörte er dort (und später in Prag) zur KPD-Auslandsleitung. Dahlem schloß sich zunächst im Polbüro der Gruppe Schubert-Schulte-Florin an (diese hatte die Mehrheit gegen Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck), schwenkte jedoch Ende 1934 um und wurde 1935 und 1939 wieder ins ZK und Politbüro der KPD berufen. Der VII. Weltkongreß im Juli 1935, an dem er als Hauptreferent für die KPD auftrat, wählte ihn zum Kandidaten des EKKI. Von Februar bis Juli 1934 illegal in Deutschland, wurde er danach gemeinsam mit Ulbricht Leiter der sogenannten operativen Auslandsleitung der KPD in Paris. Im Spanischen Bürgerkrieg war er zusammen mit André Marty und Luigi Longo Mitglied der Zentralen Politischen Kommission der Interbrigaden. Dahlem wurde im Sommer 1938 als Nachfolger Ulbrichts bzw. Paul Merkers Leiter des Pariser KPD-Sekretariats. Im September 1939 in Frankreich interniert, wandte sich Dahlem an den französischen Ministerpräsidenten Daladier und forderte die Einreihung der KPD-Emigranten in die französische Armee und bot der Regierung enge Zusammenarbeit im Kampf gegen Hitler an. Am 4. August 1942 an Hitler-Deutschland ausgeliefert, wurde Dahlem nach achtmonatiger Bunkerhaft in der Gestapozentrale ins KZ Mauthausen gebracht, aus dem er am 7. Mai 1945 befreit wurde. Die Rote Armee brachte ihn nach Moskau, von dort kam er mit Wilhelm Pieck nach Deutschland zurück. Als Kaderleiter der KPD bzw. der SED gehörte Dahlem bis 1952 den höchsten Parteigremien an. Zugleich war er als Leiter der Westkommission der SED faktisch der Führer der westdeutschen KPD. Wegen seiner Popularität innerhalb der SED und der KPD galt er als Rivale Ulbrichts. Im Zusammenhang mit der Merker-Affäre 1950 geriet Dahlem verstärkt ins Blickfeld der ZPKK. Schrittweise entmachtet, wurde er im Dezember 1952 wegen »kaderpolitischer Fehler« gerügt. Das ZK der SED enthob ihn am 15. Mai 1953 aller Funktionen »wegen politischer Blindheit gegenüber der Tätigkeit imperialistischer Agenten«. Da er Selbstkritik ablehnte, wurde seine ganze Vergangenheit aufgerollt; Herman Matern, Leiter der ZPKK der SED, verurteilte vor allem Dahlems Haltung in Frankreich 1939. Dahlem erhielt im Januar 1954 eine »strenge Rüge«, Parteiausschluß und Verurteilung in einem Schauprozeß waren bedrohlich nahe. Die inzwischen in der Sowjetunion begonnene Entstalinisierung rettete ihn. 1955 kam Dahlem als Abteilungsleiter, dann als stellvertretender Staatssekretär in das Staatssekretariat für Hochschulwesen. Im Juli 1956 rehabilitiert, kam er im Januar 1957 bis zu seinem Tod auch wieder ins ZK der SED. Er erhielt alle wichtigen Orden, darunter 1962 den Karl-Marx-Orden und wurde 1971 sogar Ehrenbürger der französischen Stadt Ivry-Sur-Seine. Doch seinen politischen Einfluß konnte Dahlem nie wieder erlangen. Er veröffentlichte 1977/78 zwei Erinnerungsbände: »Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges« und 1982 erschien der erste Teil seiner Memoiren: »Vom katholischen Arbeiterjungen zum proletarischen Revolutionär«. Franz Dahlem starb am 17.Dezember 1981 in Ost-Berlin. Seine Frau (seit 1919) Käte Dahlem (* 20. 3. 1899), geb. Weber, wurde 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, 1917 der USPD, engagier- te sich später in der KPD. Im Juli 1933 emigriert, war sie Sekretärin ihres Mannes in Frankreich und in der Sowjetunion. Ab 1941 in Toulouse für die Résistance tätig. Im Oktober 1945 nach Deutschland zurückgekehrt, arbeitete sie 1948/49 im Sekretariat des DFD Groß-Berlin. Als sie 1952/53 ihren Mann verteidigte, wurde ihr am 25. August 1953 eine Partei-Rüge erteilt. 1974 erhielt sie den Karl-Marx-Orden. Käte Dahlem starb am 25. Dezember 1974 in Ost- Die Tochter Luise Dahlem (*1919 – †1957) war von 1939 bis 1955 mit dem KPD-Funktionär Karl Mewis verheiratet. Sie arbeitete ab 1939 für die AL Nord der KPD in Stockholm. Nach ihrer Rückkehr Studium an der Berliner Universität, ab 1949 Redakteurin der Zeitschrift des WBDJ »Weltjugend« und der FDJ-Funktionärszeitschrift »Junge Generation«. Dahlems Sohn Robert Dahlem (* 1922 – † 1976) emigrierte 1933 mit der Mutter und der Schwester nach Frankreich und kam im April 1935 in die Sowjetunion. Hier ab 1938 Mitglied des Komsomol; wohnte zeitweise in Moskau bei der Familie des Kölner Architekten Kurt Meyer. Als Jugendlicher erlebte er die Verhaftung vieler deutscher Emigranten, darunter im November 1936 die von Kurt Meyer. Im Herbst 1941 nach dem Ural evakuiert, arbeitete Robert Dahlem als Hilfsdreher in einem Rüstungsbetrieb. Ab Ende 1944 Politinstrukteur in einem Kriegsgefangenenlager. Mit Unterstützung des Vaters im November 1945 nach Deutschland zurück. Mitglied der KPD bzw. der SED. Ab März 1952 E-Schweißer auf der Warnowwerft in Rostock, er protestierte gegen die im Mai 1952 einsetzende Verdammung seines Vaters. Im Juni 1953 gehörte er zu den SED-Mitgliedern, die auf der Warnowwerft die Forderungen der streikenden Arbeiter unterstützten. Daraufhin verhaftet, einer sowjetischen Untersuchungskommission übergeben, aber freigelassen und nach Berlin gebracht. Aus der SED ausgeschlossen, flüchtete Robert Dahlem im Januar 1954 nach West-Berlin. Erich Mielke verlangte von den Dahlems eine persönliche »Rückholaktion«. Käte Dahlem suchte ihren Sohn auf, doch der lehnte es ab, in die DDR zurückzukehren. Robert Dahlem zog als Hafenarbeiter nach Hamburg, ging später nach Frankreich und kam 1959 schwerkrank als Invalide wieder in die DDR.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Dahn, Daniela

* 9.10.1949

Geb. in Berlin; Vater Wirtschaftsjournalist  Karl-Heinz Gerstner, Mutter Kostümbildnerin, Malerin, Modejournalistin  Sibylle Gerstner; aufgew. in Kleinmachnow (b. Berlin); EOS in Kleinmachnow, 1968 an einer Sympathiekundgebung für den »Prager Frühling« beteiligt (Schulwandzeitungsaktion), deshalb zunächst zur Abiturprüfung gesperrt (Dok.-Film »Die Geschichte einer Schule«, 2008); daneben Ausbildung zur Schnittmeisterassistentin bei der DEFA; 1968 / 69 Volontariat beim DFF; 1969 – 73 Studium der Journalistik an der KMU Leipzig; 1972 SED; ab 1973 Red. beim Jugendfernsehen; Nov. 1976 nach Protest gegen die Ausbürgerung von  Wolf Biermann zunehmende Schwierigkeiten (Beurlaubung), Absetzung der von D. konzipierten Jugendsendung »Dreieck«; ab 1978 in der Redaktion »Prisma«; 1981 Kündigung auf eigenen Wunsch u. Rückzug aus dem Journalismus; 1980 Debüt mit der Kurzgeschichtensamml. »Spitzenzeit«; seither freischaff. Autorin, Schwerpunkt Essayistik; 1981 Förderpreis des Literaturinst. »Johannes R. Becher« Leipzig; 1987 Fontane-Preis; 1987 Alltags-Report »Prenzlauer Berg-Tour« über den Berliner Stadtbez. Prenzl. Berg, (Neuausg. 2001); 1988 Goethe-Preis der Stadt Berlin; Herbst 1989 Mitbegr. der Bürgerbew. »Demokrat. Aufbruch«, stellv. Vors. der Untersuchungskommission zu den Ereignissen im Okt. 1989 in Berlin (dokumentiert in: »Und diese verdammte Ohnmacht«. Report. Berlin 1991). Seit 1990 Vortragsreisen u. Gastdozenturen an Univ. in den USA u. Großbritannien; 1991 Wahl in das Dt. PEN-Zentrum (Ost); 1999 Kurt-Tucholsky-Preis; 2002 Louise-Schroeder-Medaille; 2004 Ludwig-Börne-Preis; Mithrsg. der Wochenztg. »Freitag«; Mitgl. im Willy-Brandt-Kreis; verh. mit dem Schriftsteller Joochen Laabs; lebt in Berlin.Zeitschleifen – Im Dialog mit Christa Wolf. Dok.-Film 1991; Wir bleiben hier oder Wem gehört der Osten. Reinbek 1994; Westwärts u. nicht vergessen. Vom Unbehagen in der Einheit. Berlin 1996; Vertreibung ins Paradies. Reinbek 1998; In einem reichen Land. Zeugnisse alltägl. Leidens an der Gesell. Göttingen 2002 (Hrst. mit G. Grass u. J. Strasser); Demokrat. Abbruch. Von Trümmern u. Tabus. Reinbek 2005; Wehe dem Sieger! Ohne Osten kein Westen. Reinbek 2009. Biermann, B.: Einmischung aus Prinzip. In: Die Zeit, 30.5.1997; Gaus, G.: Zur Person. Berlin 1998; Pribic, R.: The Trouble with German unification. Essays on D. D. Berlin 2008.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Dallmann, Herbert

* 26.4.1909 – ✝ 13.1.1996

Geb. in Znin (b. Posen/Znin, Polen); 1929 – 34 naturwiss. Studium an den Univ. Göttingen, Hannover u. Münster; 1933 NSDAP; ab 1934 Studienreferendar bzw. -assessor in Berlin, Schwiebus u. Wismar; 1940 Prom. auf dem Gebiet der Geometrie; dann Doz. für Mathematik an der Ing.-Schule in Wismar; Wehrmacht. 1946 Wiederaufn. der Lehrtätigkeit u. ab 1950 Dir. der o. g. Ing.-Schule; SED; 1952 beauftragt mit der Wahrnehmung einer Prof. an der PH Potsdam; 1954 Prof. mit Lehrstuhl für höhere Mathematik, Dir. des gleichn. Inst. sowie erster Rektor der TH für Chemie »Carl Schorlemmer« Leuna-Merseburg, nach der HS-Reform von 1968 stellv. Dir. der dortigen Sekt. Mathematik, Kybernetik, Datenverarbeitung; 1954 Mitbegr., Mitgl. des Präs. u. Vors. der Bez.-Org. Halle der Ges. zur Verbreitung wiss. Kenntnisse, 1962 – 71 Präsident der daraus hervorgegangenen Urania (Nachf. von Werner Rothmaler); Autor zahlr. mathemat. Publ., u. a. versch. Lehrbücher; 1959 u. 1964 VVO; gest. in Merseburg.Jan Wielgohs

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Damerius (Koenen), Emmy

* 15.3.1903 – ✝ 21.5.1987

(* 1903 – † 1987) Geboren am 15. März 1903 in Rosenthal als Emmy Zadach, aufgewachsen in Berlin. Die Tochter einer Köchin wurde Werkstattschreiberin, anschließend Arbeiterin in Berlin. 1924 Mitglied der KPD. Emmy Damerius, die in erster Ehe mit Helmut Damerius (* 16. 12. 1905 – †29. 9. 1985) verheiratet war, arbeitete ehrenamtlich für den RFMB, ab 1928 als Stenotypistin, später als Journalistin bei der KPD-nahen Abendzeitung »Welt am Abend«. 1932 leitete sie gemeinsam mit Else Meyer und Helene Kirsch die Frauenabteilung der KPD-BL Berlin-Brandenburg. Ende 1932 nahm sie am letzten Lehrgang der Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau teil. Noch am 5.März 1933 im Wahlkreis Potsdam II in den Preußischen Landtag gewählt. Dann arbeitete sie illegal als Instrukteurin. Im Sommer 1934 über die âSR in die UdSSR emigriert, kam sie bis 1935 ins Frauensekretariat der Komintern. 1935/36 Studium an der KUNMS. Im Januar 1937 im Auftrag der Komintern illegale Arbeit in der Schweiz, u. a. mit Konrad Blenkle in der AL Süd sowie für die illegale »Süddeutsche Volksstimme«. Emmy Damerius heiratete 1937 Wilhelm Koenen, beide emigrierten 1938 nach Großbritannien. Im Mai 1940 in London verhaftet, blieb sie bis 1941 auf der Isle of Man interniert und war nach ihrer Entlassung in der Freien Deutschen Bewegung Großbritanniens aktiv. Im Dezember 1945 Rückkehr nach Deutschland und Mitbegründerin des Zentralen antifaschistischen Frauenausschusses. Sie folgte ihrem Mann nach Halle und Dresden und arbeitete als Redakteurin an der »Mitteldeutschen« und der »Sächsischen Zeitung«. Sie gehörte 1947 zu den Gründerinnen des DFD in der SBZ und war 1947/48 stellvertretende Vorsitzende der Frauenorganisation und 2. Vorsitzende des DFD Sachsen. 1948 Nachfolgerin der parteilosen Ärztin Annemarie Durand-Wever als 1. Vorsitzende des DFD-Bundesvorstandes, bereits im Mai 1949 trat sie (offiziell aus gesundheitlichen Gründen) zurück. Von 1950 bis 1958 in der Redaktion der Zeitschrift »Die Wirtschaft«, ab 1958 lebte und arbeitete sie als freischaffende Autorin. Sie erhielt 1983 den VVO in Gold. Emmy Damerius-Koenen starb am 21. Mai 1987 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Danegger, Mathilde

* 2.8.1903 – ✝ 27.7.1988

Geb. in Wien; Vater Schauspieler u. Regisseur, Mutter Schauspielerin; Besuch der Bürgerschule u. des Lyzeums in Wien; 1912 u. 1914 erste große Kinderrollen an Max Reinhardts Dt. Theater Berlin; bis 1919 mit den Eltern in Zürich; 1919 – 28 Engagements in Wien (1919/ 20 am Burgtheater, 1920 – 23 am Dt. Volkstheater, 1924 – 28 am Theater in der Josefstadt); in erster Ehe verh. mit dem Schauspieler Herbert Waniek (1897 – 1949); 1928 – 30 Engagement am Schauspielhaus in Zürich; bis 1933 Engagement an versch. Bühnen in Brünn (Brno, ČSR), Wien u. Berlin; in zweiter Ehe verh. mit dem Schweizer Schriftsteller Dr. Walter Lesch (1898 – 1958); 1933 Emigr. nach Zürich; 1933 / 34 Engagement am Zürcher Schauspielhaus, daneben 1933 an der Freien Bühne; 1934 – 38 Mitarbeit an dem von W. Lesch gegr. Kabarett »Cornichon«; ab 1937 auch Schauspiellehrerin; 1938 – 47 erneut Engagement am Schauspielhaus; 1939 Bekanntschaft mit ihrem späteren Mann,  Herbert Crüger; 1943 Gründungsmitgl. der ersten BFD-Gruppe in der Schweiz; 1945 Mitgl. des Vorbereitungskomitees des österr. Kulturlebens; 1946 Mitgl. der PdA. 1947 Rückkehr nach Dtl. (amerikan. Besatzungszone); 1947 – 51 Schauspielerin am Hess. Landestheater in Wiesbaden; aktiv in der Friedensbew.; Dez. 1948 KPD; 1948 – 51 Kulturred. der KPD-Ztg. »Unsere Stimme« in Schwenningen a. N.; zahlr. Auftritte als Rezitatorin u. Sängerin auf KPD-Veranstaltungen; Frühjahr 1951 mit ihrem Mann H. Crüger auf SED-Weisung Übersiedl. in die DDR, Überführung in die SED; durch Vermittl. von  Helene Weigel 1951 – 53 Engagement am Berliner Ensemble; ab 1953 Engagement am Dt. Theater u. den Kammerspielen, zahlr. Rollen unter der Regie von  Wolfgang Langhoff,  Wolfgang Heinz,  Benno Besson,  Adolf Dresen; 1957 Brief an die Partei zur Verteidigung des verhafteten  Wolfgang Harich; 1958 Geheimprozeß gegen H. Crüger; zahlr. Film- u. Fernsehrollen; 1963 u. 1980 VVO; 1969 NP; 1983 Ehrenspange zum VVO; 1988 Orden »Stern der Völkerfreundschaft«; gest. in Berlin.Crüger, H.: Ein alter Mann erzählt. Schkeuditz 1998.Bernd-Rainer Barth

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Daniel, Richard

* 8.12.1891 – ✝ 18.6.1942

Geboren am 8. Dezember 1891 in Stuttgart, Sohn eines Schreinermeisters. Bautechniker, gehörte 1907 zu den Mitbegründern der sozialdemokratischen Arbeiterjugend in Stuttgart. Von 1914 bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg, Ende 1918 Vorsitzender des Soldatenrats des 13. Pionier-Bataillons und 1919 Mitbegründer der Ulmer KPD. Seit 1919 mit Berta Daniel verheiratet. Wegen Vorbereitungen für den militärischen Aufstand am 1. September 1923 in Ulm festgenommen, nach drei Monaten freigelassen, Rückkehr nach Stuttgart. Im Juni 1924 erneute Verhaftung, Flucht aus dem Landesgefängnis Stuttgart, anschließend illegal für die RHD Sachsen in Leipzig tätig. Im März 1927 in Elgersburg/Thüringen verhaftet und am 25. Juli 1927 vom Reichsgericht zu zweieinhalb Jahren Festungshaft verurteilt. Durch die Hindenburg-Amnestie 1928 entlassen, arbeitete Richard Daniel als Architekt in Berlin, 1930/31 bei der sowjetischen. Handelsvertretung. Im Dezember 1931 Übersiedlung in die Sowjetunion, Bauingenieur in Moskau. Am 22. Februar 1938 vom NKWD verhaftet und zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt, kam Richard Daniel im Gulag bei Kotlas, Wjatkajer Gebiet am 18. Juni 1942 ums Leben. Am 28. Januar 1957 durch das Militärtribunal des Moskauer Militärbezirks rehabilitiert.

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Dannemann, Erna

* 4.5.1906 – ✝ 1940

Erna Wiegand wurde am 4. Mai 1906 in Berlin geboren. Sie arbeitete als Sekretärin und trat nach ihrer Heirat mit Wilhelm Dannemann 1926 der KPD bei. Im ZK angestellt, übersiedelte sie 1931 nach Moskau, wo sie in der Vertretung der KPD bei der Komintern tätig war. Dann in die Abteilung Internationale Beziehungen des EKKI übernommen und in verschiedenen Ländern für den illegalen Apparat (Deckname Therese Ring) aktiv. Mitte 1937 in die UdSSR zurückgekehrt, wurde sie dort am 29.September 1937 verhaftet und vom MKOG zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Erna Dannemann sollte 1940 aus dem Lager an der Kolyma nach Moskau zurückgebracht und an Nazi-Deutschland ausgeliefert werden. Sie ist aber auf dem Transport nach Wladiwostok bei einem Schiffsunglück umgekommen. Ihr Mann Wilhelm Dannemann (* 4. 4. 1901) hatte ebenfalls im illegalen Parteiapparat gearbeitet. Er wurde am 27. Juli 1937 in Moskau verhaftet und am 24. Mai 1939 zu 20 Jahren Lager verurteilt. Wilhelm Dannemann kam im Gulag ums Leben, nach anderen Angaben wurde er im Mai 1939 vom NKWD erschossen.

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Daßler, Uwe

* 11.2.1967

Geb. in Ebersbach (b. Lösbach, Sachsen), aufgew. in Wildau; 1975 Beginn mit dem Schwimmsport, zunächst BSG KIM Wildau (Trainer: Dieter Müller), dann TZ Wildau; ab 1978 KJS u. ASK Vorwärts Potsdam (Trainer: Lutz Wanja); Spezialisierung im Freistil; 1985 EM über 400 m u. 1.500 m; 1986 Vize-WM über 400 m; bei den Olymp. Spielen 1988 Sieger über 400 m, Dritter über 1.500 m, Zweiter mit der 4 x 200-m-Freistilstaffel; EM 1987: Sieger über 400 m Freistil u. Zweiter über 1.500 m; VVO; 1986 – 90 SED. 1989/90 weiter Leistungstraining in Potsdam; nach Differenzen mit dem neuen Träger des Schwimmklubs, der Bundeswehr, beendete er seine sportl. Laufbahn; Ausbildung zum Bankkfm. bei der Dt. Bank.Olaf W. Reimann

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Daub, Philipp

* 21.1.1896 – ✝ 14.7.1976

Geb. in Burbach (b. Saarbrücken); Vater Hüttenarb.; Grundschule; 1912 – 15 techn. FS; Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1916 – 18 Militärdienst; 1918 Mitgl. der Gew. u. der USPD; 1919 – 21 Metallarb.; 1921 KPD, ab 1921 hauptamtl. Funktionär, Geschäftsf. des Verlags der Parteiztg. in Saarbrücken; 1924 – 31 Stadtverordn. in Saarbrücken; 1926 Mitgl. des Landesrats Saarl.; 1927 Org.-Ltr. des KPD-Bez. Saar; 1928 – 30 Pol.-Ltr. des KPD-Bez. Saargeb.; 1929 Kand. des ZK der KPD; ab April 1931 Pol.-Ltr. des KPD-Bez. Hessen-Frankfurt, nach Absetzung wegen angebl. »Verstoßes gegen ZK-Linie« im Okt. 1932 ZK-Instrukteur; Nov. 1932 – März 1933 Abg. des Dt. Reichstags; 1932/33 Ltr. der Abt. Land u. Forst des ZK der KPD; April 1933 Oberberater der KPD für Mitteldtl.; 1934 Mitgl. der illeg. KPD-LL (»Christian«) u. Ltr. des Oberbez. Mitte; Aug. 1934 Beauftragter des PB zur Arbeit im Saargeb.; 1935/36 im Parteiauftrag in die Niederlande, Abschnitts-Ltr. West in Amsterdam; Okt. 1935 Mitgl. der Kontrollkommission des ZK der KPD; 1936 – 41 in Frankreich, Beauftragter der illeg. KPD-Ltg. in Paris, Ltr. der Grenzarbeit für Westdtl., ab 1936 übernahm er die Auslandsltg. der RHD in Paris; 1937/38 auch publizist. Arbeit (Ps. Ph. Horn); Aug. 1939 aus Frankreich ausgewiesen u. in Paris verhaftet; Sept. 1939 – Mai 1941 Internierung in Frankreich, zunächst in Paris (La Santé, Einzelhaft), dann im Stade Roland-Garros (Camp des indésirables); Okt. 1939 – Febr. 1941 im Lager Le Vernet, später in Les Milles; März/April 1941 Verleihung der sowj. Staatsbürgerschaft; Mai 1941 mit mexikan. Visum Ausreise aus Frankreich, Weiterfahrt in New York verweigert; Aug. 1941 – 46 Emigr. in die USA (New York); Okt. 1946 Rückreise in die UdSSR. Dez. 1946 Rückkehr nach Dtl.; bis Jan. 1948 Vizepräs. der Dt. ZV für Umsiedler; 1948 – 50 Ltr. der Abt. Personalpol. bzw. Kader beim PV bzw. ZK der SED (Nachf. von  Grete Keilson); 1950 – 61 OB von Magdeburg (Nachf. von  Rudolf Eberhard); 1950/51 Abg. des Landtags Sachsen-Anh.; 1961 – 64 Präs. der Liga für Völkerfreundschaft, danach weiter Mitgl. ihres Präs.; 1961 Banner der Arbeit; 1964 Parteiveteran; 1965 VVO; 1966 KMO; 1970 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Bludau, K.: Gestapo – Geheim! Widerstand u. Verfolgung in Duisburg 1933 bis 1945. Bonn, Bad-Godesberg 1973.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Däumig, Ernst

* 25.11.1866 – ✝ 4.7.1922

Geboren am 25. November 1866 in Merseburg; begann nach dem Besuch des Gymnasiums in Halle ein Studium der Theologie, das er jedoch nicht beendete. Von 1887 bis 1893 diente er in der Französischen Fremdenlegion und war von 1893 bis 1898 kaiserlicher Offizier in Deutschland. 1898 trat er der SPD bei und war ab März 1901 kurzzeitig Redakteur der »Reußischen Tribüne« in Gera, dann bis 1908 Redakteur am »Volksblatt« in Halle, hier auch Vorstandsmitglied im sozialdemokratischen Wahlverein und Vorsitzender des Bildungsausschusses. Von 1908 bis 1911 Redakteur an der »Tribüne« in Erfurt, ab 1911 am »Vorwärts« in Berlin. Däumig hatte sich am 4. August 1914 mit acht weiteren Redakteuren des »Vorwärts« in einer Erklärung gegen die Bewilligung der Kriegskredite durch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion gewandt. Als Kritiker der Burgfriedenspolitik des Parteivorstandes wurde er im Oktober 1916 aus der Redaktion des »Vorwärts« entfernt. Die Mehrheit der oppositionellen Mitglieder im sozialdemokratischen Wahlverein Berlin und Umgebung setzten ihn als Redakteur ihres Mitteilungsblattes ein, ab 1917 Organ der Berliner USPD. Däumig nahm im April 1917 am Gründungsparteitag der USPD in Gotha teil, zählte zum linken Flügel und wurde im Mai 1918 als Sekretär in das ZK der USPD berufen. Im Sommer 1918 einer der Führer der Revolutionären Obleute von Groß-Berlin, die Vollversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte wählte ihn zum Mitglied des Vollzugsrats. Er sprach auf dem 1. Reichsrätekongreß im Dezember 1918 für das Rätesystem und gegen die Einberufung einer Nationalversammlung, lehnte aber als Delegierter der Revolutionären Obleute in Verhandlungen mit Vertretern des Spartakusbundes deren Anschluß an die KPD ab. 1919/20 war er Redakteur der Wochenschrift »Der Arbeiter-Rat« bzw. der Zeitschrift »Unser Weg«. Däumig trat 1919 für den Anschluß an die Kommunistische Internationale ein und wurde auf dem USPD-Parteitag im November/Dezember 1919 als führender Vertreter des linken Flügels einer der beiden USPD-Vorsitzenden (neben Arthur Crispien). Während des Kapp-Putsches gehörte er der Zentralen Streikleitung Groß-Berlins an. Däumig wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Potsdam II als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Als Mitglied der USPD-Delegation beim II. Weltkongreß der Komintern in Moskau plädierte er für die Annahme der 21 Bedingungen zur Aufnahme in die KI. Auf dem USPD-Spaltungsparteitag im Oktober 1920 in Halle erneut (mit Adolph Hoffmann) Vorsitzender der USPD (Linke). Der Vereinigungsparteitag der USPD (Linke) mit der KPD im Dezember 1920 in Berlin wählte Däumig zusammen mit Paul Levi zum Vorsitzenden der Zentrale der VKPD. Auf der 2. Tagung des ZA im Februar 1921 unterstützte Däumig eine von Levi eingebrachte Resolution gegen die Haltung der Komintern zur Gründung der KP Italiens. Nachdem die Mehrheit der ZA-Mitglieder die Resolution ablehnte, verließ er mit Otto Brass, Adolph Hoffman, Levi und Clara Zetkin die Zentrale. Weil Däumig im April 1921 Levis Kritik an der März-Aktion beipflichtete, sprach der ZA ihm das Mißtrauen aus. Der endgültige Bruch mit der VKPD erfolgte im September 1921, als er mit Levi und anderen die Kommunistische Arbeitsgemeinschaft (KAG) bildete. Im Februar 1922 ging er dann wieder zur SPD. Ernst Däumig starb am 4. Juli 1922 in Berlin.

Wer war wer in DDR

David, Kurt

* 13.7.1924 – ✝ 2.2.1994

Geb. in Reichenbach (Oberlausitz); kfm. Lehre auf einer Handelsschule; 1942 – 45 Soldat; 1945 / 46 sowj. Kriegsgef. 1946 – 48 Angest. bei der Sozialversicherungskasse; mußte seinen Wunsch, Musiker zu werden, wegen einer Kriegsverwundung aufgeben; 1948 – 52 bei der Kriminalpolizei, 1952 – 54 Kreissekr. des KB; ab 1954 freischaff. Schriftsteller, zunächst in Oberseifersdorf (Zittau), dann in Oybin; 1956 Debütroman »Die Verführten«, beschreibt die Auseinandersetzung mit der fasch. Vergangenheit; Reportagebücher »Im Land der Bogenschützen« (1962) über die Mongolische VR u. »Polnische Etüden« (1963); Novelle über das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen »Die Überlebende« (1972); Kinder- u. Jugendbücher: »Der erste Schuß« (1959), »Der singende Pfeil« (1962), »Der Spielmann vom Himmelpfortgrund« (1964) über Franz Schubert, »Aus dem Tagebuch eines Minderjährigen« (1964, verfilmt als FS-Mehrteiler »Freitags wird gebadet«, 1965), »Der Schwarze Wolf« (1966) über Dschingis-Khan u. Forts. »Tenggeri, Sohn des Schwarzen Wolfes« (1968), »Begegnung mit der Unsterblichkeit« (1970) über Beethoven, »Antennenaugust« (Tiergeschichte, 1975), »Rosamunde, aber nicht von Schubert« (Erzählungen, 1982), »Das weiße Ponny« (1989); illustr. Kinderbücher: »Der Bär mit dem Vogel auf dem Kopf« (1977, zus. mit Gerhard Gossmann), »Der Löwe mit der besonders schönen langen Mähne« (1978, zus. mit Horst Bartsch), »Der Khan mit den Eselsohren« (1981, zus. mit Waltraut Fischer); 1960 Alex-Wedding-Preis; 1972 – 83 als IM »Hyronumus« vom MfS erf.; 1973 NP, 1980 VVO, 1984 Lion-Feuchtwanger-Preis; gest. in Görlitz.Kögel, K.: Internationalistischer Ideengehalt zu Werken Horst Beselers, Kurt Davids, Günter Görlichs und Alfred Wellms. Berlin 1980; Walther, J.: Sicherungsbereich Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit der DDR. Berlin 1996.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Daber, Rudolf

* 1.6.1929

Geb. in Landsberg (Warthe); Vater Zeitungsred.; 1947 SED; 1947 – 51 Studium der Geologie an der MLU Halle u. der HU Berlin; 1954 Prom., 1957 Habil.; 1958 Doz., 1961 Prof. für Paläobotanik an der HU, Dir. des Inst. für Paläobotanik u. des Museums für Naturkunde der HU; 1961 stellv. u. 1974 – 80 Vors. der Ges. für Geolog. Wiss. der DDR; 1983 – 86 Prof. für Geol. an der Univ. Maputo in Mosambik; lebt in Berlin. Forschungsschwerpunkte: Karbonflora; Entw. der Pflanzenwelt in der Erdgeschichte; Museol. u. Geschichte wiss. Sammlungen u. Museen.Parallelisierung der Flöze des Zwickauer u. des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers auf Grund paläobotan. Untersuchungen. Berlin 1957; Die Mittel-Visé-Flora der Tiefbohrungen von Doberlug-Kirchhain. Berlin 1959; Evolution – Naturgeschichte höherer Pflanzen. Berlin 1980 (Hrsg.); Lexikon der Fossilien, Minerale u. geolog. Begriffe. Leipzig 1989 (Hrsg. mit H. Haubold).Martin Guntau

Wer war wer in DDR

Dahlem, Käthe

* 20.3.1899 – ✝ 25.12.1974

Geb. in Berlin; Vater Schuhmacher u. Gewerkschaftsfunktionär, Mutter Schneiderin; 1905 – 13 Volksschule in Köln; dort 1913 – 19 Verkäuferin; 1913 SAJ; 1917 USPD, 1920 KPD; März 1919 Heirat mit  Franz Dahlem; 1933 Emigr. nach Frankreich, 1933 – 39 Sekr. ihres Mannes; tätig in der KPD-Auslandsltg. in Paris, 1935 Sekr. der op. Ltg. des ZK der KPD in Prag; 1935 in Moskau, 1936 in Paris; 1937/38 in Spanien im KPD-Büro beim ZK der KP Spanien in Valencia, dann in Barcelona tätig; 1938/39 wieder in Paris; 1940 – 44 in Toulouse, dort Kassiererin der KPD-Gruppe, Verbindungen zu Internierten im Lager Vernet u. Funktionären der KPF; nach Auslieferung ihres Mannes an die Gestapo lebte sie illeg. in Toulouse (»Cathérine Dallerey«); 1944/45 Org.-Sekr. im Komitee der BFD für den Westen in Paris. Okt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1946 KPD/ SED; Jan. 1946 – Juni 1947 Ltr. des Hauptfrauenaussch. beim Magistrat von Groß-Berlin; März 1947 DFD; Juli 1947 – Juli 1949 Org.-Ltr. der Frauenaussch. von Berlin, dann Sekr. im DFD Berlin; 1947 – 53 Mitgl. des DFD-BV Berlin; Juli 1949 aus gesundheitl. Gründen aus der Arbeit ausgeschieden; verteidigte ihren 1953 degradierten Mann auf der Mitgl.-Vers. am 12.6.1953 u. bezichtigte den Ltr. der ZPKK der SED,  Hermann Matern, der Lüge; ab Sept. 1953 Mitgl. der Ltg. der SED-WPO 48; Sept. 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; April 1969 VVO; 1971 zus. mit ihrem Mann Ehrenbürgerin der frz. Stadt Ivry-sur-Seine; April 1974 KMO; gest. in Berlin.Spangenberg, L.: Käthe. In: Brigada Internacional. Berlin 1974; Dahlem, F.: Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Erinnerungen. Berlin 1977; Plener, U. (Hrsg.): Frauen aus Dtl. in der französ. Résistance. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Dähn, Fritz

* 26.1.1908 – ✝ 15.9.1980

Geb. in Heilbronn; Vater Fabrikschlosser; 1922 – 25 Ausbildung zum Schildermaler; Arbeits- u. Studienreisen 1927 – 30 nach München, Wien, Rom, Venedig u. Hamburg; 1930 – 34 Studium an den Kunstakad. Stuttgart, München u. Hamburg; 1935/36 Bühnenmaler in Stuttgart; 1936 – 40 freischaff. in Heilbronn, Wildbad u. Stuttgart; 1940 – 45 Wehrmacht, schwer verwundet. 1946 KPD; 1946 – 48 Arbeit u. Lehrertätigkeit an der Freien Kunst-HS in Stuttgart; 1948 Übersiedl. nach Weimar; SED; 1948 – 50 Prof. u. kommissar. Rektor der HS für Bauwesen u. bildende Kunst Weimar; 1950 – 53 Prof. für Malerei u. Rektor der HS für bildende Kunst in Dresden (Nachf. von  Mart Stam); 1950 –54 Abg. der Volkskammer; 1951 Mitgl. der Staatl. Kommission für Kunstangelegenh.; 1952/53 Reisen in die UdSSR u. nach China; 1952 – 55 Vors. des VBKD (Nachf. von  Otto Nagel); 1954 – 56 Ltr. der HA für bildende Kunst im Min. für Kultur; 1956 – 61 Ltr. der Zentr. Werkstatt der bildenden Kunst; 1961 – 68 Rektor der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee (Nachf. von  Bert Heller), hier ab 1961 als Prof. für Tafelmalerei; 1966 Käthe-Kollwitz-Preis der AdK; 1973 Banner der Arbeit; 1977 Ehrenmitgl. des Präsidialrats des KB; 1978 VVO; gest. in Berlin. Werke: Kriegskrüppel (Lithographie 1946), Nie wieder! (Monotypie 1947), Fähre Saßnitz (1971); Porträts: Maler Prof. Lohmar (1951), Prof. Rothmaler, Rainer Kerndl (1967), Baubrigadier Konrad Dorow (1977).Schiffner, K.: F. D. Berlin 1969. Kat. F. D. Malerei u. Grafik. Neue Berliner Galerie 1984.Anke Scharnhorst / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Dallmann, Siegfried

* 9.2.1915 – ✝ 29.7.1994

Geb. in Rörchen (Krs. Naugard, Hinterpommern/Rurka, Polen); Vater Pfarrer; Volksschule u. Gymnasium in Gollnow (Pommern); 1933 – 38 Studium der Rechts- u. Wirtschaftswiss. an den Univ. Greifswald, Köln u. Jena; NS-Gaustudentenführer in Thür.; 1934 Mitgl. der NSDAP; 1938 1. jur. St.-Ex., bis 1940 Referendar sowie Assistent an der Univ. Jena; 1940 – 43 Wehrmacht; 1943 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Mitarb. des NKFD, Assistent an der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk. 1948 Rückkehr nach Dtl.; Mitarb. im Wirtschaftsmin. von Sachsen-Anh.; 1948 Mitgl. des FDGB u. Mitbegr. der NDPD; Mitgl. des Hauptaussch. u. des PV bis Jan. 1990, 1952 – 87 zunächst HA-Ltr. »Pol. Studium u. Kultur«, 1963 – 87 Sekr. des Hauptaussch. der NDPD; 1950 – 52 Abg. des Brandenb. Landtags u. Finanzmin. des Landes; 1950 – März 1990 Abg. der Volkskammer (Nachf. von Ingo von Koerber), 1950 – 63 Vors., 1963 – 67 stellv. Vors. ihres Verfassungs- u. Rechtsaussch., 1967 – 86 Vors. der NDPD-Fraktion (Nachf. von  Wolfgang Rösser); 1951 – 54 Fernstudium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss., 1972 dort Prom. zum Dr. rer. pol.; 1951 – 68 Mitgl. des Präsidialrats des KB, ab 1987 dessen Ehrenmitgl.; ab 1966 Vizepräs. der DDR-Liga für die Vereinten Nationen; 1967 – 71 stellv. Vors. der Interparl. Gruppe, 1967 – 86 stellv. Vors. des Aussch. für Ausw. Angelegenh., danach Vors. des Mandatsprüfungsaussch. der Volkskammer (Nachf. von  Friedrich Pfaffenbach); 1970 VVO; ferner Stern der Völkerfreundschaft; ab 1975 Vizepräs. des Freundschaftskomitees DDR-Portugal, ab 1981 des Kuratoriums DDR-Japan; 1987 Ruhestand; bis Nov. 1989 ehrenamtl. Mitgl. des Präs. des Hauptaussch. der NDPD; seit dem kooperativen Beitritt der NDPD zum Bund Freier Demokrat. im März 1990 dessen Mitgl., später Mitgl. der FDP.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Damerow, Erich

* 14.7.1886 – ✝ 14.2.1972

Geb. in Glienke (Krs. Bromberg, Westpr./ Glinka, Polen); Realgymnasium, 1906 Abitur; 1907 – 10 Studium der Rechts- u. Staatswiss. in Berlin, München u. Kiel, 1911 Prom. zum Dr. jur. in Erlangen; 1914/15 Militärdienst; danach Hilfsrichter u. Magistratsassessor in Bromberg u. Cottbus; 1919 DDP; 1920 – 22 Stadtrat u. 1922/23 Bürgermstr. von Zerbst, 1924 – 33 OB von Köthen; 1933 vom NS-Regime abberufen u. kurzz. in »Schutzhaft«; 1933 – 45 Vertreter, kfm. Angest. u. Syndikus. 1945 Mitbegr. der DVP in Halle, die sich im Aug. der LDPD anschloß; 1945/46 Präsidialdir. bei der Provinzialverw. Sachsen, 1946 – 50 Vizepräs. der Provinz Sachsen bzw. stellv. Min.-Präs., Min. für Land- u. Forstw. u. Justizmin. des Landes Sachsen-Anh.; 1946 – 50 Vors. des Landesverb., 1947 – 72 Mitgl. des Zentralvorst., 1947 – 49 stellv. Vors. der LDPD; 1948/49 Mitgl. des Erweiterten Sekr. der DWK; nach 1951 in Berlin u. a. Abt.-Ltr. u. Justitiar im Finanzmin.Das furtum possessionis im römischen u. heutigen Recht. Bromberg 1912 (Diss.); Koethen-Anhalt. Berlin 1927; Rechtsquellen für das Versicherungswesen der DDR. Berlin 1952; Handbuch des Versicherungsrechts der DDR. Berlin 1956.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Danelius, Gerhard

* 2.4.1913 – ✝ 18.5.1978

Geb. in Berlin-Wilmersdorf; Vater Bauklempner; Volksschule; Arbeiter; 1927 KJVD, 1928 KPD; Mitarb. der Ztg. »Rote Fahne«; 1933 Emigr. nach Frankreich, 1934 Rückkehr nach Dtl., 1934-42 Bügler und Transportarbeiter, ab 1942 illegal in Berlin lebend, bis 1945 Kontakte zu versch. Widerstandsgruppen. 1945 Bürgermeister in Berlin-Karow; anschl. Sekr. des SED-KV Berlin-Mitte, 1948 Vors. des SED-KV Berlin-Tempelhof, 1949 1. Sekr. der SED-KL Berlin-Friedrichshain; 1950/51 Studium an der PHS; anschl. Instrukteur des ZK der SED beim KPD-PV; 1956 – 59 erneut 1. Sekr. der SED-KL Berlin-Friedrichshain, 1959 – 62 Mitarb., Mitgl. u. Sekr. für Berlin (West) der SED-BL Groß-Berlin; ab Nov. 1962 – Mai 1978 1. Sekr. der SED-Berlin (West) bzw. ab Febr. 1969 SEW; 1973 Stern der Völkerfreundschaft (UdSSR); KMO.Klein, Th.: SEW – Die Westberliner Einheitssozialisten. Berlin 2009.Andreas Herbst

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Dankner, Hans

* 21.4.1908 – ✝ 1944

Geboren am 21. April 1908 in Dresden; lernte Gärtner. Er war zunächst in der Bündischen Jugend, ab 1927 im KJVD aktiv, wurde 1929/30 Leiter des KJVD-UB Leipzig und Mitglied des ZK des Jugendverbandes. Nach illegaler Tätigkeit im November 1933 verhaftet, wurde Dankner zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. 1934 emigrierte er in die âSR und war von 1935 bis 1938 Abschnittsleiter für die KPD Ostsachsen. Im besetzten Prag im März 1939 verhaftet und zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend 1943 an die Gestapo übergeben, wurde Hans Dankner 1944 in Auschwitz ermordet. Sein Bruder Max (* 7. 5. 1911 – † 13. 4. 1992) seit 1928 im KJVD, im November 1933 inhaftiert, später Ausweisung, ging in die âSR und war ab 1937 Angehöriger der Internationalen Brigaden in Spanien. 1939 in Frankreich interniert, kam er im Juni 1945 zurück nach Deutschland, bis 1949 Sekretär der KPD bzw. SED Dresden, später Sekretär der SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt bzw. der SED-BL Halle, dann Vorsitzender des FDGB-BV Halle. 1967 Abberufung wegen Kritik an Walter Ulbricht und Horst Sindermann.

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Dantz, Wilhelm

* 21.7.1886 – ✝ 28.6.1948

Geboren am 21. Juli 1886 in Hannover. Nach der Tischlerlehre in seinem Beruf tätig. Vor dem Weltkrieg Eintritt in die SPD, seit Gründung in der KPD. 1919 Vorsitzender der KPD Bremen-Hasbergen. Er gehörte 1920 zur KAP-Richtung und wurde Leiter der Allgemeinen-Arbeiter-Union. Im gleichen Jahr trennte sich Dantz wieder von der KAP und kam zur KPD zurück. 1921 war er Vorsitzender der KPD Bremen und Delegierter des VII. Parteitages in Jena, von 1921 bis 1924 Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft und Redakteur des Bremer Parteiorgans. Im Oktober 1924 als Rechter aus der KPD ausgeschlossen, aber nach der Fischer-Maslow-Ära 1925 wieder in die Partei aufgenommen, er wurde hauptamtlicher KPD-Funktionär und 1926/27 abermals Bremer Bürgerschaftsabgeordneter. Ende 1928 erneut als Rechter aus der KPD ausgeschlossen, er ging im Juni 1929 zur SPD. Als Tischler tätig, politisch trat er nicht mehr hervor. Wilhelm Dantz starb am 28. Juni 1948 in Bremen.

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Dassau, Robert

* 1.5.1905

Geboren am 1. Mai 1905 in Hamburg, Sohn eines Tabakarbeiters; Bote, ungelernter Arbeiter auf der Werft Blohm & Voß, später auch Heizer. Seit 1919 Mitglied der FSJ bzw. der KJD, arbeitete er in der RJ und trat 1926 in die KPD ein. Ehrenamtliche Arbeit für die KPD u. a. in Hamburg-Barmbek, nach 1933 illegale Arbeit. Im Februar 1934 Emigration in die Sowjetunion, Kursant an der KUNMS in Moskau, Deckname Hans Hagen. Ende 1936 in Dänemark Mitarbeiter und Kurier in der AL Nord, als »Grenzstellenleiter« enge Zusammenarbeit u. a. mit Kurt Granzow. Ende Juli 1940 in Dänemark interniert, im Februar 1941 nach Deutschland ausgeliefert und am 31. Juli 1942 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Haft im Zuchthaus Hamburg-Fuhlsbüttel und Rendsburg, zuletzt im KZ Buchenwald, aus dem er im April 1945 befreit wurde. Robert Dassaus weiterer Lebensweg konnte nicht ermittelt werden.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Daub, Philipp

* 21.1.1896 – ✝ 14.7.1976

Geboren am 21. Januar 1896 in Saarbrücken, Sohn eines Arbeiters; nach dem Besuch der Technischen Fachschule Metallarbeiter. 1918 Eintritt in die USPD und 1921 in die KPD. 1924 Stadtverordneter in Saarbrücken, 1926 Wahl zum Abgeordneten des Landesrates Saar. Von 1925 bis 1927 Verlagsgeschäftsführer der »Arbeiterzeitung« in Saarbrücken. Zunächst Orgleiter, dann von 1927 bis 1930 Polleiter des KPD-Bezirks Saar. Der XII. Parteitag wählte ihn 1929 als Kandidat ins ZK der KPD. Im April 1930 Polleiter des KPD-Bezirks Hessen, wurde im Oktober 1931 abgesetzt, da er (wie Joseph Schlaffer in Württemberg) die ultralinke Linie des ZK nicht genügend durchsetzte. Danach Instrukteur des ZK-Apparats, ab September 1932 Leiter der Abteilung Land- und Forstwirtschaft im ZK der KPD. Im November 1932 im Wahlkreis Westfalen-Nord in den Reichstag gewählt. Ab Februar 1933 war Daub illegal Oberberater des ZK in verschiedenen Bezirken. Von Januar bis August 1934 Mitglied der illegalen Landesleitung, aktiv im Saarabstimmungskampf. Ab Februar 1935 wurde Daub in Amsterdam Abschnittsleiter West für das Rhein-Ruhr-Gebiet. Im Oktober 1935 in die Kontrollkommission des ZK berufen, leitete er ab 1936 in Paris das Auslandsekretariat der RH, am 31.August 1939 in Paris verhaftet und ab 12.Oktober 1939 im Lager Le Vernet interniert. Als er im Mai 1941 mit einem Visum nach Mexiko reisen wollte, wurde er in den USA festgehalten. Dank seiner engen Verbindung zur sowjetischen Botschaft bekam er bis 1943 eine Unterstützung von 90 Dollar und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Mit einem Einreisevisum für die UdSSR verließ Daub im Oktober 1946 New York, kam über Odessa nach Moskau und traf im Dezember 1946 in Berlin ein. Hier am 23. Dezember 1946 durch Beschluß des ZS der SED als Vizepräsident der Deutschen Zentralverwaltung für Umsiedler eingesetzt. Anfang 1948 übernahm Daub anstelle von Grete Keilson die Leitung der wichtigen Personalpolitischen Abteilung des PV der SED. Diese Funktion verlor er, 1950 schwer erkrankt, wohl nicht zuletzt wegen seiner Westemigration. Nach einem längeren Kuraufenthalt im September 1950 Oberbürgermeister von Magdeburg, von Dezember 1961 bis Januar 1964 Präsident der Liga für Völkerfreundschaft. Er erhielt 1966 den Karl-Marx-Orden. Philipp Daub starb am 14. Juli 1976.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Dautzenberg, Jakob

* 2.2.1897 – ✝ 20.8.1979

Geboren am 2. Februar 1897 in Würselen/Krs. Aachen, Sohn eines Werkmeisters; lernte Former. Ab 1912 Gewerkschaftsmitglied, er trat 1922 in die KPD ein, Gemeindevertreter in Haaren bei Aachen und seit 1925 Kreistagsabgeordneter von Aachen-Land. 1923 von der belgischen Besatzung verurteilt, 1928 wurde er hauptamtlicher KPD-Sekretär in Aachen und (bis 1930) in den Reichstag (Wahlkreis Köln-Aachen) gewählt. Er blieb bis 1932 KPD-Sekretär in Aachen, anschließend Parteisekretär in Köln. Nach 1933 erwerbslos, in den Jahren 1933 und 1934 in Untersuchungshaft, arbeitete er später als Former. In Aachen und Eschweiler baute Dautzenberg eine Widerstandsgruppe auf und wurde im August 1944 mit 200 Antifaschisten verhaftet. Im KZ Neuengamme wurden an ihm Bazillenversuche unternommen, er kam schwerkrank ins Vernichtungslager Bergen-Belsen. 1945 aus dem KZ befreit, kehrte er (Gesicht und Körper durch Pilzwucherungen entstellt) in die Heimat zurück. Allmählich erholt, kam Dautzenberg als KPD-Mitglied 1946 in den Kreistag, blieb bis zum Verbot der KPD 1956 im Ruhrgebiet Funktionär (UB-Leiter). Er lebte dann als Rentner in Haaren. 1967 angeklagt, für die illegale KPD tätig zu sein, wurde er vom Gericht jedoch freigesprochen. Er schloß sich 1968 der DKP an. Jakob Dautzenberg starb am 20. August 1979 in Aachen.

Wer war wer in DDR

Debert, Günter

* 7.5.1929

Geb. in Berlin; Vater Maschinist; Volksschu- le; 1943 – 45 Ausbildung zum Mechaniker; 1945 – 50 Kassenmechaniker; 1949 – 53 aktiver Boxer (u. a. als Profiboxer); 1953 DDR-Mstr. im Leichtgewicht; 1951/52 Angeh. der DVP; seit 1953 Boxtrainer, 1970 – 78 Junioren-Auswahl-Trainer, ab 1978 Trainer der DDR-Auswahl; 1978 – 81 Trainer-Fachstudium; betreute als Auswahltrainer 1978 – 89 drei Olympiasieger, einen WM- u. vierzehn EM-Titelgewinne; Rentner; lebt in Berlin.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Dahl, Harry

* 7.8.1929

Geb. in Schönebeck (Elbe); Mittelschule; 1945 – 48 Ausbildung zum Handlungsgehilfen; 1949 VP-Offiziersschule; 1950 VP-Direktion Burg; 1952 stellv. Politkulturltr.; 1956 MfS, BV Frankfurt (Oder), Abt. III (Volkswirtschaft); 1958 – 60 Studium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1962 zuständig für Wehrbez.-Kdo. Frankfurt (Oder); 1966 Beauftragter des Ltr. der BV für äußere Abwehr u. Aufklärung; 1974 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche; 1974 Offz. für Sonderaufgaben in der AG beim 1. Stellv. des Min.; 1975 Oberst, Ltr. der Abt. XXII (Terrorabwehr); 1985 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Dahlhaus, Max

* 30.11.1905 – ✝ 18.10.1960

Geboren am 30. November 1905 in Wuppertal-Barmen. Kaufmännische Lehre bei der KPD-Zeitung »Tribüne«, dort Expedient. Ehrenamtliche Funktionen in der KJD-Ortsgruppe Wuppertal, dann Orgleiter der KJD Bezirks Westfalen-Süd, 1923/24 »Schutzhaft«; Ende 1924 Leiter der KPD-Buchhandlungen im UB Barmen. Von 1925 bis 1927 Geschäftsführer der KPD-Zeitung »Freiheit« in Elberfeld, zeitweise Bezirkskassierer der KPD-BL Niederrhein. Anfang 1929 in Düsseldorf Leiter der gesamten Zeitungsbetriebe des KPD-Bezirks Niederrhein; 1929 Ausschluß aus der KPD wegen »Rechtsabweichung«, Mitglied der KPO, nach einiger Zeit wieder Austritt aus der KPO. Daraufhin Geschäftsführer des Weltfilm-Kartells in Düsseldorf (»Münzenberg-Konzern«) bzw. Geschäftsführer der Prometheus GmbH für Westdeutschland. Ab Mitte 1932 Angestellter der deutsch-russischen Handelsgesellschaft Derop, Zweigniederlassung Düsseldorf, zuletzt in Breslau. Ab 1933 illegaler KPD-Instrukteur bzw. Bezirks- und Oberbezirkstechniker, Herstellung und Vertrieb illegaler Druckschriften in enger Zusammenarbeit mit Ewald Funke und dem Reichstechniker Wilhelm Kox. Am 11.November 1935 festgenommen und am 8. Juli 1937 vom VGH zusammen mit Udo Grühn zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach 1945 Mitglied und Funktionär der KPD in Wuppertal. Max Dahlhaus starb am 18. Oktober 1960 in Düsseldorf.

Wer war wer in DDR

Dahne, Gerhard

* 28.5.1934

Geb. in Berlin-Mahlsdorf; Eltern Arbeiter; Volks- u. Mittelschule, Aufbaukl., ABF; 1953 – 56 Besuch der Offiziersschule in Dresden, Ltn. der Artillerie; 1956 – 59 Studium der Germanistik, Pädagogik u. Geographie an der KMU Leipzig; 1959 – 79 Mitarb. des Min. für Kultur der DDR, 1974 – 79 Ltr. der Abt. Belletristik, Kunst- u. Musiklit. in der HV Verlage u. Buchhandel im MfK; 1970 phil. Diss. »Zur Problematik des Geschichtsbewußtseins im Werk von Günter Grass« an der EMAU Greifswald; 1977 – 80 Mitgl. des Wissenschaftlichen Rates für Fragen des Soz. Realismus; 1979 – 93 Verlagsltr. (Nachf. von  Lucie Groszer) bzw. ab 1990 Geschäftsf. des Altberliner Verlags; 1980 – 90 Mitgl. des SV; 1986 – 89 Mitgl. des Verlegeraussch. u. 1990 Mitgl. des Vorstandes des Börsenvereins der dt. Buchhändler zu Leipzig; 1987 Wilhelm-Bracke-Medaille. 1990 – 94 Vorstandsmitgl. des Verb. der Verlage u. Buchhandlungen Berlin-Brandenb.; 1993/94 Geschäftsführer der LeiV Buchhandels- u. Verlagsges. Leipzig; 1991 – 94 Mitgl. des Verlegeraussch. u. der Abgeordnetenvers. des Börsenvereins; seit 1994 Ruhestand in Berlin.Westdt. Prosa. Ein Überblick. Berlin 1967; Die ganz merkwürdigen Sichten u. Gesichte des Hans Greifer. Halle 1975; Berba – Ein Tag im Leben eines Löwen. Bilderbuch. Berlin 1982; zahlr. publizist. Arbeiten, Übersetzungen, Nachdichtungen u. Herausgaben. Links, Ch.: Das Schicksal der DDR-Verlage. Berlin 2009.Frank Wagner

Wer war wer in DDR

Damerius, Helmut

* 16.12.1905 – ✝ 29.9.1985

Geb. in Berlin; Vater Gärtner, Mutter Blumenbinderin; Volksschule; Blumenbinder; 1920 – 24 arbeitslos; 1922 syndikalist.-anarchist. Jugend; 1923 KPD; Pol.-Ltr. des Jungsturms in Berlin-Steglitz; 1924 – 29 als Maler tätig; 1928 unter Ltg. von  A. Pieck Mitgl. der Agit.-Prop.-Gruppe »Rote Blusen«, 1929 Mitbegr. u. Pol.-Ltr. der Agit.-Prop.-Gruppe »Kolonne Links«; emigrierte 1931 in die Sowjetunion; 1931 – 33 Ltr. der Theatergr. »Dt. Traum – Kolonne Links« (Teatr rabotschi molodjoschi); 1934/35 Studium an der Kommunist. Univ. Nationaler Minderheiten; KPdSU(B); wirkte 1935 im Film »Kämpfer« mit; 1935 – 38 Studium am Staatl. Inst. für Theaterkunst in Moskau (Schauspielregie); gleichzeitig Berater beim Meshrabpom-Film-Studio; 1935 Inszenierungen am Dt. Kollektivistentheater in Odessa; 1936 sowj. Staatsbürgerschaft; 1936 – 38 geheimer Mitarb. der Moskauer Ltg. des NKWD (»Dojno«); 18.3. 1938 wegen angebl. »Zugehörigkeit zu Moskauer Hitlerjugend« verhaftet, Ausschl. aus der KPD, Sept. 1938 wegen des »Verdachts auf Spionage« Verurteilung zu sieben Jahren Arbeitslager; 1945 in einem Lager im Ural wegen »konterrev. Agit.« Verurteilung zu fünf Jahren Zwangsarbeit. Nach Revision des Urteils 1947 – 55 Zwangsansiedl. in Kasachstan; 1955 durch ein Militärtribunal in Moskau rehabil.; 1955/56 Ltr. der Dekorationsabt. des Theaters in Djambul (Kasachstan); Aug. 1956 Übersiedl. in die DDR; Parteimitgl. durch die ZPKK ab 1932 anerkannt, SED; 1956 – 60 Ltr. der Konzert- u. Gastspieldirektion; 1957 verantwortl. für die künstler. Ltg. des Festprogramms für die Weltfestspiele der Jugend u. Studenten in Moskau; 1960 – 63 Ltr. des Staatl. Volkskunstensembles in Berlin; 1963 Rentner; Medaille Kämpfer gegen den Fasch.; 1973 Ehrennadel des ZK der SED für über 50jährige treue Parteizugehörigkeit; 1975 VVO; 1980 Kunstpreis des FDGB; 1980 – 82 Arbeit an Erinnerungen über seine Erlebnisse in der UdSSR (1938 – 56), 1987 auszugsweise Veröff. u. 1990 vollst. Abdruck.Texte für die »Kolonne Links«. In: Das Rote Sprachrohr. Berlin 1929 – 31 u. In: Lieder der Agitprop-Truppen vor 1945. Das Lied im Kampf geboren. Leipzig 1960; Über Zehn Meere zum Mittelpunkt der Welt. Berlin 1977; Neun Kapitel über Lebensverlauf u. Geschichtsverlauf. Eingeleitet von Werner Mittenzwei. In: Sinn u. Form 41 (1989) 6; Unter falscher Anschuldigung 18 Jahre in Taiga u. Steppe. Berlin, Weimar 1990.Bernd-Rainer Barth / Peter Erler

Wer war wer in DDR

Damm, Willi

* 15.2.1930

Geb. in Leipzig; Vater Mechaniker; 1945 KPD; mittlere Reife; 1946 – 48 Ausbildung zum Industriekfm.; 1948 – 50 Fremdsprachenschule für Russ.; 1950 Dolmetscher bei der 5. VP-Bereitschaft Sachsen, dann in der HV Ausbildung des MdI, Berlin; 1950 Eintritt in das MfS, Abt. VIIa (VP-Bereitschaften, ab 1951 Abt. I); 1952 – 54 Lehrgang für Richter u. Staatsanwälte an der DASR Potsdam; 1954 HA IX (Untersuchungsorgan) des MfS Berlin; 1955 – 57 Fernstudium Jura an der DASR Potsdam, Dipl.-Jur.; 1956 Ltr. der Abt. X (Internat. Verbindungen) des MfS; 1963/64 externes Studium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; 1980 Gen.-Major; 1989 Funktionsentbindung, 1990 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Dangrieß, Dieter

* 24.3.1940

Geb. in Jahnshain (Krs. Geithain); Vater Arbeiter; 1958 Abitur; Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Glauchau; SED; 1961/62 Einjahreslehrgang an der HS des MfS Potsdam-Eiche; 1965 Versetzung zur Abt. II (Spionageabwehr), 1966 zur Abt. Anleitung u. Kontrolle der BV Karl-Marx-Stadt des MfS; 1967 – 72 Fernstudium an der JHS des MfS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1973 Ltr. der Arbeitsgr. Anleitung u. Kontrolle; 1982 Offz. für Sonderaufgaben u. Ltr. des Stabs, dann stellv. Operativ des Ltr. der BV Karl-Marx-Stadt; 1987 Prom. zum Dr. jur. an der JHS; 1987 1. Stellv., 1988 Offz. für Sonderaufgaben, dann Ltr. der BV Gera (Nachf. von  Dieter Lehmann); 1989 Gen.-Major; Febr. 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Dannat, Adolf

* 25.2.1885 – ✝ 1.8.1922

Geboren am 25. Februar 1885 in Franzdorf/Krs. Insterburg. Von Beruf Former, arbeitete er später als Lagerhalter. Vor 1914 Mitglied der SPD, war er ein Schüler und Freund des linksradikalen Theoretikers Anton Pannekoek und gehörte im Krieg zum engeren Kreis der Linksradikalen um Johann Knief. Er beteiligte sich an der Gründung der Zeitung »Arbeiterpolitik« und nahm als Vertreter der IKD am Gründungsparteitag der KPD in Berlin teil. In der Bremer Räterepublik 1919 Volksbeauftragter, wurde er später Revisor und Beisitzer der KPD Bremen, 1920/21 Mitglied der Bremer Bürgerschaft. Adolf Dannat starb am 1. August 1922 in Bremen an Tuberkulose.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Danz, Hermann

* 18.10.1906 – ✝ 5.2.1945

Geboren am 18. Oktober 1906 in Niederschelderhütte/Westfalen, Sohn einer alleinstehenden Arbeiterin; wurde Schmied. 1923 Mitglied der KPD und Leiter der KJVD-Ortsgruppe Schmalkalden. Ende 1928 kam er an die Internationale Leninschule, 1931/32 als Übersetzer am Rundfunk in Moskau tätig. 1932 Rückkehr nach Deutschland und vom ZK als Instrukteur nach Thüringen entsandt. Dort zuletzt Mitglied des Sekretariats der BL Thüringen in Erfurt. Danz wurde am 5. März 1933 noch in den Preußischen Landtag gewählt, daher aus der Polizeihaft freigelassen, in der er seit Mitte Februar 1933 einsaß. Orgleiter der illegalen KPD im Bezirk Magdeburg-Anhalt, am 17. November 1933 erneut festgenommen und im Juli 1934 vom Berliner Kammergericht zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau und Brandenburg verbüßte. Nach der Freilassung 1937 arbeitete er in Magdeburger Betrieben. Wegen seiner Kontakte zu Anton Saefkow und Martin Schwantes am 9. Juli 1944 verhaftet und am 1. November 1944 vom VGH zum Tode verurteilt. Hermann Danz wurde am 5. Februar 1945 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Danz Lebensgefährtin Eva Lippold, geborene Rutkowski (* 15. 4. 1909 – † 12. 6. 1994), Stenotypistin, KPD-Mitglied seit 1927, gehörte der RHD-Reichsleitung an. 1934 festgenommen, im Juli 1935 vom VGH zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis Juli 1943 in den Zuchthäusern Jauer und Waldheim, davon vier Jahre in Einzelhaft. 1943 in einem Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet, im Juni 1944 erneut festgenommen. Nach 1945 kulturpolitische Funktionen in der SBZ bzw. in der DDR. Seit 1950 freischaffende Schriftstellerin, bekannt wurde Eva Lippold durch die Romantrilogie »Das Haus der schweren Tore«.

Wer war wer in DDR

Dathe, Heinrich

* 7.11.1910 – ✝ 6.1.1991

Geb. in Reichenbach (Vogtl.); Vater Bürovorsteher eines Rechtsanwalts; 1930 Abitur; anschl. Studium der Zool., Botanik, Mineral. u. Geographie an der Univ. Leipzig; 1932 NSDAP; ab 1934 Assistent im Leipziger Zoo, 1936 Prom. mit einer Diss. über stachelschweinartige Nagetiere; ab 1939 Wehrmacht, zul. Fw.; bis 1947 ital. Kriegsgefangenschaft. Rückkehr nach Dtl.; nach 1947 zunächst Mitarb. in einem Verlag; 1950 Assistent, 1952 Direktorialassistent im Leipziger Zoo; zugl. Lehraufträge an der Univ. Leipzig; seit Aug. 1954 Dir. des im Juli 1955 eröffneten Tierparks Berlin; 1957 Ernennung zum Prof.; Mitgl. des Präsidialrats des KB, 1961 Mitgl. des Präs. der Dt.-Afrik. Ges.; 1963 Mitgl. des Komitees für die Solidarität mit dem span. Volk; Vizepräs. des Verb. Dt. Zoodir.; Vors. der Fachkommission Zoolog. Gärten beim Min. für Kultur; Dir. der Zoolog. Forschungsstelle der DAW, der späteren Forschungsstelle für Wirbeltierforschung der AdW im Tierpark Berlin; Hrsg. der Ztschr. »Milu« u. »Der Zoolog. Garten«; 1966 NP; 1975 Stern der Völkerfreundschaft; 1980 VVO; 1985 Großer Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin. Zahlr. Fachpubl., populärwiss. Veröff., Rundfunk- u. Fernsehsendungen.Lebenserinnerungen eines leidenschaftl. Tiergärtners. München, Berlin 2001. Holm, K.: Glanz u. Elend des Prof. Dathe. Berlin 1991.Dieter Hoffmann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Daube, Erwin

* 13.6.1905 – ✝ 1975

Geboren am 13. Juni 1905 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie. Seit 1922 KPD-Mitglied und kaufmännischer Angestellter im Kosmos-Verlag, dann Mitarbeiter des AM-Apparats (Ressort illegale Quartierbeschaffung). Von 1931 bis 1933 nachrichtendienstliche Ausbildung in der Sowjetunion, im Februar 1933 Rückkehr nach Berlin, Aufbau und Betreuung eines Kurzwellensenders. Im Herbst 1934 Emigration in die Sowjetunion, Kursant an der KUNMS. 1936 in Spanien, Angehöriger der XIII. Internationalen Brigade, wurde im Februar 1937 bei Madrid verwundet, anschließend Leiter der Wirtschaftsabteilung eines Hospitals. Im Sommer 1938 nach Frankreich, Aufenthalt in verschiedenen Hospitälern, wegen geistiger Erkrankung mußte Daube in eine Heilanstalt. Bei Einreise nach Saarbrücken im Oktober 1943 Festnahme durch die Gestapo. Überführung nach Berlin, im Herbst 1944 Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Wittenau. Daube wurde 1945 Inspekteur der Schutzpolizei, später der Kriminalpolizei in Berlin-Charlottenburg. 1945 Mitglied der KPD, 1948 wegen SED-Mitgliedschaft bzw. der »Gemeinschaft sozialistischer Polizeiangehöriger« aus dem Polizeidienst in West-Berlin entlassen. Bis 1950 Leiter der Haftstelle der Ausländerpolizei beim Präsidium der VP in Ost-Berlin, dann Kontrolleur bei der HO. Wegen starker gesundheitlicher Beeinträchtigung (andauernde psychische Erkrankung) im Mai 1956 Austritt/Streichung der SED-Mitgliedschaft. 1967 Anerkennung als Kämpfer gegen den Faschismus. Erwin Daube starb im Mai 1975 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

David, Fritz

* 25.10.1897 – ✝ 24.8.1936

Geboren am 25. Oktober 1897 in Nowosibkow/Wilnaer Gegend als Ilja-David Krugljanski, Sohn eines jüdischen Lehrers. Ab 1916 in jüdischen sozialdemokratischen Zirkeln aktiv, von Februar 1917 bis 1920 Mitglied der Vereinigten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, bis 1920 (so nach seinem 1933 verfaßten Lebenslauf) sei er ein aktiver menschewistischer Gewerkschaftsfunktionär gewesen. David-Krugljanski, ursprünglich im Komintern-Apparat in Moskau tätig, wurde 1926 zur Arbeit nach Deutschland geschickt. Von Mai 1926 bis Frühjahr 1927 Mitarbeiter in der kommunistischen Fraktion des Textilarbeiterverbandes, von Frühjahr 1927 bis Herbst 1928 in der Gewerkschaftsabteilung des ZK und Leiter der Industriegruppe Leder innerhalb der RGO. Als Mitglied der Zentrale der RGO war Fritz David Sekretär der kommunistischen Gewerkschaftszeitschrift »Der Kampf« und leitete dann vom Herbst 1928 bis Mitte 1932 die Gewerkschaftsredaktion der »Roten Fahne«. Er galt als einer der KPD-Theoretiker der späten Periode und war von Mitte 1932 bis März 1933 im Sekretariat des ZK der KPD tätig (zuständig für Fragen der Theorie). Fritz David war Verfasser des 1932 erschienenen Buchs »Der Bankrott des Reformismus«. Am 8. März 1933 Abreise aus Berlin zur deutschen Sektion der Komintern nach Moskau. Als enger Mitarbeiter Wilhelm Piecks entwarf David wesentliche Teile der Resolution der »Brüsseler Parteikonferenz« 1935 und war bereits aktiv am VII. Weltkongreß der Komintern beteiligt. David war als Mitarbeiter von Gerhart Eisler in der Agitpropabteilung des KPD-Auslandssekretariats in Paris vorgesehen, statt dessen wurde er 1936 vom NKWD verhaftet. Als angeblicher Trotzkist im Schauprozeß gegen Sinowjew u. a. im August 1936 vor Gericht gestellt. Die Anklage behauptete, er sei von Trotzki in die UdSSR geschickt worden, um Stalin umzubringen. Nach dem erpreßten »Geständnis« wurde Fritz David am 24. August 1936 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die damalige Situation in Moskau verdeutlicht ein Brief Wilhelm Piecks an Wilhelm Florin am Tage vor der Urteilsverkündung im »Prozeß der Sechzehn«: »Wir können wirklich den Sicherheitsorganen der SU danken, daß sie noch rechtzeitig zugegriffen haben.« Im Juni 1988 wurde Fritz David posthum durch das Oberste Gericht der UdSSR »rehabilitiert«. Seine Frau Sara (* 1901) wurde 1936 zu zwölf Jahren Lager verurteilt und ist verschollen.

Wer war wer in DDR

Decho, Ilse

* 9.12.1919 – ✝ 16.1.1978

Geb. in Leipzig; Ausbildung zum Kfm., im Beruf tätig; Besuch der Abendschule der Staatl. Akad. für graf. Künste u. Buchgewerbe; 1947 – 49 Studium an der Kunstgewerbeschule Leipzig; 1950 – 66 freischaff. Kunsthandwerkerin u. Formgestalterin in Leipzig; 1964 Dipl. an der HS für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein; 1966 – 75 Doz. für Glasgestaltung; 1974 Prof. an der HS für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein; 1975 em. Umfgr. Werk in Glas u. Porzellan im Spannungsfeld zwischen Unikat u. Serie, u. a. 1962/63 Koch- u. Bratgeräte sowie Teeservice aus Jenaer Glas, 1963 Porzellanspeise-, Kaffee- u. Mokkageschirr »Daphne«, »Julia«, 1973 Mokkaservice »Atlas«, freie Glasgestaltung.Kat. I. D. Glas u. Porzellan. Leipzig, Grassimuseum. Halle 1985.Gerd Dietrich