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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Dünow, Kurt

* 27.9.1894 – ✝ 28.8.1978

Geboren am 27. September 1894 als Isaak Meier Szpiro (Spiro) in Pjotrkow/Bezirk Lodz, Sohn eines Rabbiners. Uhrmacher, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Ungarns, Teilnehmer an den Kämpfen der ungarischen Räterepublik. 1919 Flucht nach Deutschland, Mitglied der KPD. Er war 1923/24 Sekretär des KJD Bezirk Mittelrhein in Köln, lebte ab 1925 in Berlin unter dem Namen Max Kodzidlok und arbeitete für den AM-Apparat der KPD sowie für den Nachrichtendienst der Komintern (OMS). Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin, flüchtete 1931 in die Sowjetunion, wurde KPdSU-Mitglied und war bis 1941 als Instrukteur des Moskauer Sowjet bzw. des ZK der KPdSU in Saratow. Dünow studierte bis 1936 an der Kommunistischen Universität der Völker des Westens, war dann von 1942 bis 1946 Politinstrukteur der Roten Armee. 1946 demobilisiert, kam er in die SBZ, Kontrolloffizier der SMA beim Rundfunk. 1948 Abteilungsleiter im FDGB-Bundesvorstand, 1949 1. Sekretär des Landesverbandes der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft Berlin. Ab Mitte Juni 1951 gehörte Dünow zu einer Expertengruppe, die die Bildung des Museums für Deutsche Geschichte vorbereitete, dort bis 1954 Leiter der »Lenin-Stalin-Abteilung«, danach stellvertretender Leiter der Bibliothek am IML, zuletzt Archivar beim ADN. Kurt Dünow starb am 28. August 1978.

Wer war wer in DDR

Durstewitz, Heinz-Josef

* 26.3.1945

Geb. in Birkenfelde (Eichsf.); 1970 Priesterweihe in Erfurt; 1970/71 Kaplan in Niederorschel, 1972 in Eisenach, 1973 – 75 in Apolda; 1975 – 81 Studentenpfarrer in Jena; vom MfS in der OPK »Wanderer« erf.; 1982 – 90 Sekr. der Pastoralkonferenz in Berlin; Hrsg. des »Theolog. Bulletin« für den innerkirchl. Gebrauch (Artikel aus westdt. Ztschr.), kirchl. Auseinandersetzungen um die Auswahl der westl. Autoren; Autor in Samizdat-Ztg. der Berliner Opp.-Szene; Mitgl. der Berliner Initiativgr. »Absage an Praxis u. Prinzip der Abgrenzung«; unterzeichnete als einziger kath. Amtsträger in der DDR einen Aufruf gegen die Wahlfäschungen vom Mai 1989, eine staatlicherseits betriebene Versetzung kam trotz Wohlwollens der Kirchenltg. nicht mehr zustande; Ltr. des Gesprächsforums St. Augustinus in kath. Räumen, vorübergehend im DA in Berlin aktiv. 1991 – 95 Oberpfarrer im Bundesgrenzschutz mit Sitz in Berlin; 1995 Propst in Heiligenstadt, Bischöfl. Geistl. Kommissarius, nichtresidierender Domkapitular des Bistums Erfurt; 2006 Bundesverdienstkreuz.Bernd Schäfer

Handbuch Deutsche Kommunisten

Duwendag, Wilhelm

* 11.9.1895

Geboren am 11. September 1895 in Wanne; arbeitete nach der Lehre als Klempner. Mit der linken USPD kam er 1920 zur KPD und vertrat diese von 1921 bis 1924 in der Hamburger Bürgerschaft. Danach trat Duwendag politisch nicht mehr hervor, weitere Daten seines Lebens waren nicht zu ermitteln.

Wer war wer in DDR

Ebeling, Werner

* 15.9.1936

Geb. in Bad Suderode (Harz); Vater Geflügelzüchter; 1954 Abitur an der Guts-Muths-OS Quedlinburg, anschl. Physikstudium an der Univ. Rostock, dort 1959 Dipl., 1963 Prom. zur kinet. Theorie schwach ionisierter Plasmen u. elektrolyt. Lösungen, 1968 Habil. zur statist. Theorie der Bindungszustände in Plasmen u. Elektrolyten; Schüler von  Hans Falkenhagen; 1959 – 69 Ass. am Physikal. Inst. der Univ. Rostock, 1969 dort Doz., 1970 Prof. für theoret. Physik; 1960 / 61 Zusatzstudium an der Lomonossow-Univ. Moskau (bei J. L. Klimontovich); 1961 SED; 1977 korr. Mitgl. der AdW; 1978 NP; ab 1979 Prof. für theoret. Physik u. Ltr. des Bereichs »Statist. Thermodynamik u. Theoret. Biophysik« an der HU Berlin, dort 1985 / 90 Dekan der Math.-Naturwiss. Fak. Seit 1993 auch Gastprof. am Forschungszentrum Jülich, der Universidad Complutense Madrid u. anderen dt. u. europ. Univ.; 1995 Onsager Med. (Norwegen); 1997 Humboldt-Mutis-Preis (Spanien); 2001 Ruhestand; lebt in Berlin. Internat. anerkannte u. schulenbildende Forschungen auf dem Gebiet der statist. Physik u. der nichtlinearen Dynamik sowie der Theorie der Selbstorg., die E. in der DDR als Forschungsrichtung etabliert u. auch für nichtphysikal. Bereiche nutzbar gemacht hat; Mithrsg. der Ztschr. für physikal. Chemie, Non-Equilibrium Thermodynamics Biosystems u. des Journal of Solution Chemistry.Strukturbildung bei irreversiblen Prozessen. Einführung in die Theorie dissipativer Strukturen. Leipzig 1976; Physik der Selbstorganisation und Evolution. Berlin 1982 (mit R. Feistel); Quantum statistics of charged particle systems. Berlin 1986 (Mitautor); Chaos, Ordnung u. Information. Leipzig 1989; Chaos u. Kosmos. Prinzipien der Evolution. Heidelberg 1994 (mit R. Feistel); Statistical Thermodynamics and Stochastic Theory of Non-equilibrium Systems. Singapore 2005 (mit I. Sokolov). Pöschel, T., Malchow, H., Schimansky-Geier, L. (Hrsg.): Irreversible Prozesse u. Selbstorganisation. FS zum 70. Geburtstag von W. E. Berlin 2006 (mit Schriftenverzeichnis).Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Eberhardt, Wolfgang

* 12.5.1928

Geb. in Neuhaus; Vater Glasbläser; Volksschule; 1943/44 Ausbildung zum Werk- zeugmacher; 1944/45 RAD; März/April 1945 Wehrmacht (Luftwaffe); Mai – Sept. 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 47 Forts. der Ausbildung, dann im Beruf tätig; 1949 SED; 1951 Ausbildungsltr.; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Sonneberg, dann Krs.-Dienststelle Neuhaus; 1953 Abt. Personenschutz, BV Suhl; 1954 kommissar. stellv. Abt.-Ltr.; 1954/55 Lehrgang an der FS des MfS Eberswalde; 1955 Lehrer an der JHS Potsdam-Eiche, dann an der Schule Eberswalde; 1956 MfS-FS Teterow; 1959 AG-Ltr. an der Schule Gransee; 1962 Ltr. der Schule Gransee; 1962 – 68 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1977 Oberst; 1989/90 Entlassung.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Ebert, Frank

* 18.3.1970

Geb. in Halle (Saale); POS in Halle u. Berlin; FDJ; ab 1987 Lehre als Facharb. für Werkzeug- u. Maschinenbau in Berlin; 1988 Austritt aus der FDJ u. Engagement in der Umweltbibliothek (UB) Berlin; beteiligt an der Herstellung der illeg. Ztschr. »Umweltblätter«, »Arche Nova« u. anderer Samizdat-Schriften wie diverser Flugblätter; Mai 1989 beteiligt an der von opp. Gruppen org. unabh. Kontrolle der Auszählung der Wählerstimmen zu den Kommunalwahlen u. an anschl. Protesten gegen die staatl. Fälschung der Wahlergebnisse; Sommer 1989 Teiln. an Protesten gegen die Niederschlagung der Studentendemonstr. in China; mehrfache Festnahmen; nach polit. bedingter Beendigung der Lehre (ohne Abschluß) hauptberufl. tätig in der UB; Okt. 1989 Mitorg. der Mahnwache in der Berliner Gethsemanekirche zur Unterstützung polit. Gefangener; Sept. 1990 beteiligt an der Besetzung der ehem. MfS-Zentrale in Berlin zur Durchsetzung der Sicherung u. Öffnung der MfS-Aktenbestände. Seit 1990 beteiligt am Aufbau des Matthias-Domaschk-Archivs in der UB u. dessen Überführung in die Robert-Havemann-Gesell., seitdem dort tätig u. beteiligt an zahlr. Publ. u. Filmen zur Gesch. der DDR-Opposition sowie des MfS; lebt in Berlin.Der Umgang des Staates mit oppositionellem u. widerständigem Verhalten. In: Dt. Bundestag (Hrsg.): Materialien der Enquete-Kommission »Aufarb. von Gesch. u. Folgen der SED-Diktatur in Dtl.«, Bd. VII / 2, Baden-Baden / Frankfurt (Main) 1995 (mit W. Templin u. S. Werner).Arno Polzin, Jg. 1962; 1978 – 90 Facharbeiterausbildung und Arbeit als Werkzeugmacher; 1982 – 84 Bausoldat in der NVA; 1984 – 89 Technologie-Fernstudium an der Fach- / Hochschule für Maschinenbau und Elektrotechnik Berlin; 1990 Mitarbeit im Bürgerkomitee zur Kontrolle der Auflösung der Staatssicherheit Berlin; seit 1990 in verschiedenen Positionen bei dem / der BStU in Berlin, seit 2003 dort Mitarbeiter in der Abt. Bildung und Forschung.

Wer war wer in DDR

Ebert, Manfred

* 24.4.1930

Geb. in Lauterbach (Vogtl.); Volksschule; 1944 – 47 Handelsschule; 1947 – 52 kfm. Gehilfe, dann Krs.-Sekr. der Gewerkschaft Land u. Forst in Oelsnitz; 1948 SED; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Oelsnitz, dann Krs.-Dienststelle Berlin-Pankow; 1954 Abt. IV (Westarbeit) der Verw. Groß-Berlin; 1956/57 Einjahreslehrgang an der BPS Berlin; 1957 Abt. XV, Verw. Groß-Berlin, 1965 stellv. Abt.-Ltr.; 1968 – 74 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1980 Ltr. der HV A-AG XV (BVen); 1984 Oberst; 1990 Entlassung; lebt in Berlin-Friedrichshain.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eckardt, Carl

* 2.4.1882 – ✝ 29.1.1958

Geboren am 2. April 1882 in Salzungen/Thüringen; Schlosserlehre und Wanderschaft. Bis Juli 1912 Werkmeister in Berlin, dann Werkmeister, schließlich Betriebsleiter eines Vertriebsunternehmens für Tabake in Braunschweig. Mitglied der SPD, 1917 der USPD. Eckardt wurde während der Novemberrevolution Volkskommissar für Arbeit, später für revolutionäre Verteidigung im Rat der Volksbeauftragten in Braunschweig. 1919/20 war er Vorsitzender des USPD-Bezirks Braunschweig. Von 1918 bis 1920 Abgeordneter im Braunschweigischen Landtag, wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Süd-Hannover-Braunschweig für die USPD in den Reichstag gewählt. Eckardt gehörte zu den Befürwortern einer Vereinigung mit der KPD und schloß sich den Linken an. Obwohl der USPD-Bezirksparteitag Braunschweig ihn mit Mehrheit aufforderte, sein Mandat zurückzugeben, behielt er es und wurde am 29. September 1920 aus der USPD ausgeschlossen. Er verließ mit den linken USPD-Abgeordneten (u. a. Otto Brass, Ernst Däumig, Hermann Remmele, Walter Stoecker) am 9. Oktober 1920 die USPD-Fraktion und bildete zunächst die USPD-Fraktion (Linke) und Anfang Dezember 1920 mit den beiden KPD-Abgeordneten Clara Zetkin und Paul Levi die VKPD-Reichstagsfraktion, der er bis 1924 angehörte. Danach nicht mehr aktiv. Im Zuge der Gestapo-Verhaftungsaktion »Gewitter« im August 1944 für einige Zeit inhaftiert, lebte nach 1945 in Thüringen. Politisch trat er nicht mehr hervor. Carl Eckardt starb am 29. Januar 1958 in Bad Liebenstein.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eckert, Paul

* 10.11.1883 – ✝ 29.2.1964

Geboren am 10. November 1883 in Crossen/ Oder als Sohn eines Mühlenbauers; Lehre und Arbeit als Maschinenschlosser und Mechaniker. Er kam 1903 nach Berlin. Von 1904 bis 1907 leistete er seinen Militärdienst, zeitweilig bei der kaiserlichen Flotte in Kiautschou/China. 1914 trat er der SPD, 1917 der USPD bei. Während des Januarstreiks 1918 war er Mitglied der Streikleitung in Berlin, Ende 1918 gehörte er dem Vollzugsrat des Berliner Arbeiter- und Soldatenrates an. Während der Januarkämpfe 1919 »politischer Kommissar« des Nachschubtrupps in der Bötzow-Brauerei Berlin, nach der Niederschlagung des Aufstandes flüchtete er nach Braunschweig zu August Merges. Nach seiner Rückkehr nach Berlin wurde er mehrere Wochen in Haft genommen. Eckert, der als Gast am Gründungsparteitag der KPD teilgenommen hatte, blieb bis 1923 Mitglied der KPD. Wegen Meinungsverschiedenheiten in der Gewerkschaftsfrage trat er 1923 aus der KPD aus und erneut bis 1933 in die SPD ein. Bis 1926 Maschinenschlosser, arbeitete er von 1926 bis 1928 als selbständiger Facharbeitsvermittler beim Bezirksamt Berlin-Mitte, von 1928 bis 1933 Bevollmächtigter in der DMV-Verwaltungsstelle Berlin. Ab 1933 erwerbslos, von 1936 bis 1943 Werkzeugschlosser und Mechaniker und dann von 1943 bis 1945 Invalide. Im Juni 1945 gründete Eckert die KPD-Ortsgruppe Berlin-Blankenburg, nach Gründung der SED war er bis 1947 deren Vorsitzender in Blankenburg und leitete dort die Arbeitsamts-Nebenstelle. Von 1947 bis 1951 Orgsekretär des FDGB Berlin-Pankow, zuletzt 2. Vorsitzender. 1958 erhielt er den VVO in Silber. Paul Eckert starb am 29. Februar 1964 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Edel, Kurt

* 17.9.1920 – ✝ 2.3.1987

Geb. in Weißenfels; Kriegsinvalide; 1945/46 Turnlehrerstudium an der Univ. Halle, danach am Inst. für Leibesübungen Hamburg; aktiver Leichtathlet beim Berliner SC, TSV Weißenfels, 1946 Hamburger SV, 1947 Polizei Brandenb. bzw. VP Potsdam; 1946 Dt. Mstr. 400 m u. 4 x 400 m; 1948 u. 1949 Ostzonenmeister 400 m; Bestleistungen: 400 m 49,0 (1946), 800 m 1:55,3 (1944), 1.000 m 2:34,0 (1944); 1947 – 49 Mitarb. für körperl. Ausbildung bei der Landespolizeibehörde Brandenb., kurzz. Hauptreferent für Sportfragen bei der HV der DVP; 1950/51 u. 1954/55 Spartenltr. Leichtathletik; Nov – Dez. 1950 Studienreise mit einer DS-Deleg. in die UdSSR; 1951 – 1955 Präs. des NOK, Rücktritt auf Verlangen des IOC, nachdem das NOK 1951 die »Lausanner Vereinbarung« gekündigt hatte; 1955 – 87 persönl. NOK-Mitgl.; 1960 – 70 Generalsekr. der Olymp. Ges.; seit 1961 OibE des MfS; 1957/ 58 Mitgl. des Präs., 1958/59 u. 1966 – 70 Vizepräs., ab 1978 Ehrenmitgl. des Präs. des DVfL.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Egemann, Hubert

* 29.8.1929 – ✝ 25.7.1992

Geb. in Karlsgrund (Krs. Rosenberg, Oberschles./Nowa Bogacica, Polen); Vater Arbeiter; OS; 1946 Umsiedl. nach Aschersleben; Ausbildung zum Betriebsjunghelfer u. Tätigkeit bei der DR; 1948 SED; 1950 – 53 Studium an der DVA, Dipl.-Staatswiss.; 1953/54 Betriebsassistent im Min. für Eisenbahnwesen u. Abt.-Ltr. Güterverkehr im Reichsbahnamt Aschersleben; ab 1954 pol. Mitarb. des ZK der SED; 1958 Sektorenltr., 1960 stellv. Abt.-Ltr., 1962 – 87 Ltr. der Abt. Verkehrs- u. Verbindungswesen bzw. Transport- u. Nachrichtenwesen des ZK (Nachf. von  Volkmar Winkler); 1975 VVO.Der Einfluß des Transport- u. Nachrichtenwesens auf die volkswirtschaftl. Effektivität. Berlin 1978. Gall, L., Pohl, M.: Die Eisenbahn in Deutschland. München 1999.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Eggert, Hans

* 6.1.1946

Geb. in Dresden-Meußlitz; Vater Arbeiter; OS; Ausbildung zum Schlosser; 1962 FDJ; 1964 – 69 Studium der Germanistik u. Geschichte an der PH in Leipzig, Dipl.-Lehrer; 1968 – 70 CDU; 1969 – 77 Mitarb. der Studentenztg. »FORUM«; 1973/74 NVA; 1977 SED; 1977/ 78 Mitarb. in der Abt. Studenten des ZR der FDJ; 1979 – 83 Red. bzw. Chefred. der FDJ-Funktionärsztschr. »Junge Generation« u. des »FORUM«; 1983 – 86 stellv. Chefred. der Ztg. »Junge Welt«; 1985 Pers. Ref. von  Eberhard Aurich; ab 1986 Mitarb. im Red.-Sekr. der »Berliner Ztg.«; 1989 dort stellv. Chefred.; 6.11.1989 – Dez. 1995 Chefred. (Nachf. von  Dieter Kerschek). 1990/91 auch Geschäftsf. der Berliner Verlag GmbH; ab April 1996 stellv. Chefred., 1.4. 2002 – 31.1.2007 Chefred. der »Sächs. Ztg.« (SZ) in Dresden (Nachf. von Peter Christ); anschl. Tätigkeit als Korrespondent für die SZ.Jahrhundertflut in Sachsen. Eine Bildchronik der Hochwasserkatastrophe 2002. Dresden 2002; Friedrich August III. Lebensbilder, Briefe, Testamente. Meißen 2007 (mit Rainer Kubatzki). Hinck, G.: Eliten in Ostdtl. Berlin 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Durand-Wever, Anne-Marie

* 30.10.1889 – ✝ 14.9.1970

Geb. in Paris; bis 1899 Privatunterricht, danach dt.-amerik. Schule in Chicago (USA), University School u. University of Chicago; 1910 – 15 Studium an den Univ. in Marburg, Straßburg u. München, 1915 St.-Ex.; 1917 Prom. zum Dr. med.; Gynäkologin; 1920 aktiv in dt. Frauenvereinen; Mitbegr. des Bundes dt. Ärztinnen in Bayern; gründete 1928 die erste Eheberatungsstelle in Berlin; Leiterin der Vertrauensstelle für Verlobte u. Eheleute. 1945 Vors. des Zentr. Frauenaussch.; Vors. des vorbereitenden Komitees zur Gründung des DFD; 1947/48 Bundesvors. des DFD (später zus. mit  Emmi Koenen-Damerius); 1948/49 Ehrenvors. des DFD; allmähl. Rückzug aus dem Amt mit der Begründung Gesundheit u. Arbeitsüberlastung; 1950 Austritt aus dem DFD; 1952 Mitbegr. u. stellv. Vors. der »Dt. Ges. für bewußte Elternschaft«; Mitarb. der »Internat. Planned Parenthood Federation«; Mitgl. der West-Berliner Ärztekammer; lebte in Berlin (West); gest. in Köln.Die Verhütung der Schwangerschaft. Hamburg 1931; Rassen-Hygiene. Sterilisation u. Nachkommensbeschränkung. Berlin 1933; Die gesunde Familie. Berlin 1937; Normale u. krankhafte Vorgänge im Frauenkörper. Berlin 1946.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Dusiska, Emil

* 27.4.1914 – ✝ 24.12.2002

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; 1930 – 34 Lehre u. Arbeit als Stein- u. Offsetdrucker; 1927 Mitgl. der Kinderfreunde; 1929 SAJ, Bildungsobmann u. Mitgl. des SAJ-KV Berlin-Lichtenberg; ab 1933 illeg. Arbeit; 1934 – 39 Hilfsarbeiter, Kalkulator, Sekretär, Einkäufer u. Abt.-Ltr., 1939 – 45 Chefdisponent u. Betriebsltr. in einer Berliner Großdruckerei. 1945 / 46 KPD / SED; Juni – Nov. 1945 Bezirksrat für Wirtschaft in Berlin-Friedrichshain; Dez. 1945 – Nov. 1948 Stellv. des Stadtrats für Wirtschaft, ab Mai 1948 Magistratsdir. u. stellv. Ltr. der Abt. Wirtschaft im Magistrat von Groß-Berlin bzw. Dez. 1948 – Juli 1950 Dir. der Abt. Wirtschaft des Magistrats von Ost-Berlin; 1949 / 50 Besuch der SED-PHS; 1950 – 55 Redakteur bzw. Ltr. der Red. Wirtschaft der Ztg. »Neues Deutschland«; 1955 VVO; 1955 – 65 Mitarb. u. Mitgl. der Agitationskommission beim ZK der SED; 1958 Banner der Arbeit; 1964 Artur-Becker-Medaille (Gold); 1965 Prom. zum Dr. oec. am IfG; ab März 1965 Prof. mit vollem Lehrauftrag für Theorie u. Praxis des soz. Pressewesens an der KMU Leipzig, 1967 – 79 Dekan der Journalist. Fak. bzw. Dir. der Sektion Journalistik; seit 1968 Mitgl. des Präs. des VDJ der DDR u. der Internat. Vereinigung zur Erforschung der Massenkommunikation (IAMCR) bei der UNO, 1972 – 82 deren Generalsekr.; gest. in Berlin.Die Sitzungsprotokolle des Magistrats der Stadt Berlin 1945 / 46. Berlin 1999.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Dymschitz, Alexander Lwowitsch

* 12.7.1910 – ✝ 6.1.1975

Geb. in Reval (Tallin); Vater Ing.; 1930 Absolvent der literaturwiss. Fak. des Leningrader Inst. für Kunstgeschichte, 1933 – 36 Aspirantur; 1934 Mitgl. des Schriftstellerverb. der UdSSR, Ltr. der Abt. Kritik in der Ztschr. »Swesda«, Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Resez« (später »Leningrad«), 1938 Publ. »Lit. u. Folklore«; 1939 KPdSU(B); bis 1941 am Inst. für Russ. Lit. der AdW der UdSSR, Hochschullehrer an der Leningrader Staatl. Univ. u. am Pädagog. Inst. »Alexander Herzen«; Juni 1941 Politoffz., Mitarb. der Leningrader Armeeztg. »Snamja pobedy«. Seit Mai 1945 Inspektor für die dt. Presse, Ltr. der Kulturabt. der »Tägl. Rundschau«, Juni 1945 Ltr. der Kulturabt. der SMAD; 1949 Rückkehr in die UdSSR, bis 1959 in Leningrad tätig, 1960 Übersiedl. nach Moskau, Stellv. Chefred. der Ztg. »Literatura i shisn«, Stellv. Chefred. der Ztschr. »Oktjabr«, Chefred. im Szenarienkolleg. des Staatl. Filmkomitees der UdSSR, Lehrstuhlltr. für Dramaturgie im Allunionsinst. für Filmwesen; 1966 Habil.; 1970 Korr. Mitgl. der AdK der DDR, 1971 Korr. Mitgl. der AdW der DDR: Mai 1972 stellv. Dir. des Gorki-Inst. für Weltlit. der AdW der UdSSR u. Red.-Mitgl. der Ztschr. »Biblioteka dramaturga«, »Snamja«, u. »Woprossy literatury«; 1970 VVO.Ein unvergeßl. Frühling. Literar. Porträts u. Erinnerungen. Berlin 1970; Reichtum u. Wagnis der Kunst. Aufsätze über Kunst u. Lit. Berlin 1974; Wandlungen u. Verwandlungen des Antikommunismus. Essays zu Lit. u. Ästhetik. Berlin 1977; Wissenschaftler, Soldat, Internationalist. Berlin 1977.Wladislaw Hedeler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ebeling, Karl

* 16.12.1894 – ✝ 28.10.1960

Geboren am 16. Dezember 1894 in Bevern bei Holzminden; lernte Schmied und trat 1911 der SPD, 1919 der USPD bei. Nach dem Krieg in der Continental-Fabrik in Hannover beschäftigt, in der er auch Betriebsrat wurde. Seit 1920 KPD-Mitglied, gehörte dem Vorstand des DMV in Hannover an, wurde dort 1924 wegen kommunistischer Tätigkeit ausgeschlossen. 1925 hauptamtlicher Funktionär der KPD, auf dem X. Parteitag Vertreter des Bezirks Niedersachsen in der Politischen Kommission, 1927 Orgleiter des Bezirks Niedersachsen. Als Versöhnler im November 1928 seiner Funktion enthoben, übersiedelte Ebeling nach Berlin, wo er bis 1933 Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus für Berlin war. Bis 1936 in Berlin illegal für die KPD tätig, wurde verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Brandenburg-Görden verbüßte. 1945 schloß sich Ebeling der KPD an. Im Berliner FDGB aktiv, auch Mitglied der Berliner SED-BL und Sekretär für Sozialhilfe, wohnte bis 1959 noch in West-Berlin, danach als Parteiveteran in Ost-Berlin, wo Karl Ebeling am 28. Oktober 1960 starb.

Wer war wer in DDR

Eberle, Dieter

* 19.5.1927 – ✝ 1.4.1994

Geb. in Freiburg (Krs. Schweidnitz, Niederschles./Świebodzice, Polen); Vater Zahnarzt; OS, Abitur; 1944 NSDAP; 1945 Wehrmacht. 1946 CDU; 1946 – 50 Studium der Germanistik u. Geschichte an den Univ. Rostock u. Leipzig, St.-Ex., 1951 Prom. zum Dr. phil. in Leipzig mit der Diss. »Publizist. Situation im Sturm u. Drang nach Klopstocks ?Dt. Gelehrtenrep.?«; 1951/52 Red.-Assistent, 1952 – 60 Ltr. der Bez.-Red. der CDU-Ztg. »Union« Leipzig; 1960 – 62 Ltr. der Abt. Parteipol., bis 1964 Red.-Sekr., bis 1974 stellv. Chefred. der »Neuen Zeit« (Zentralorgan der CDU); 1969 VVO; 1974 – 77 Chefred. von »Union« Dresden; 1977 – 89 Chefred. der »Neuen Zeit« (Nachf. von  Johannes Zillig); 1977 Mitgl. des Sekr. des CDU-HV der CDU; Mitgl. des ZV des VDJ, 1982 – 90 Mitgl. des Präs.; 1990 Invalidenrentner; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Ebert, Friedrich

* 12.9.1894 – ✝ 4.12.1979

Geb. in Bremen; Vater führender Sozialdemokrat u. Reichspräs. Friedrich E.; Mutter Arbeiterin; Volks- u. Mittelschule, ab 1904 in Berlin; 1909 – 13 Ausbildung zum Buchdrucker in Berlin; 1910 SAJ, 1913 SPD u. im Verb. Dt. Buchdrucker; 1913 – 15 Buchdrucker in Berlin u. Nürnberg; 1915 – 18 Militärdienst, Infanterist; 1918 – 33 Red. sozialdemokrat. Ztg., u. a. 1918 – 23 beim »Vorwärts«, 1923 – 25 beim »Sozialdemokrat. Pressedienst«, 1925 – 33 Chefred. der »Brandenb. Ztg.« u. des »Potsdamer Volksblatt«; Mai 1928 – Juli 1933 MdR; 1933 Vertr. des Brandenb. Provinzlandtags im Preuß. Staatsrat; Mai 1933 nach Beschlagnahme von Verlag u. Durckerei der »Brandenb. Ztg.« arbeitslos; Juli – Dez. 1933 wegen illeg. pol. Tätigkeit Haft in den KZ Oranienburg, Börgermoor-Torgau u. Lichtenburg; anschl. bis 1938 unter Polizeiaufsicht; 1934 DAF; 1934 – 39 überwiegend erwerbslos; zeitw. Druckereiteilh. bzw. Tankstellenbesitzer in Berlin-Johannisthal; Aug. 1939 – Mai 1940 Wehrmacht, Teiln. am Überfall auf Polen, zuletzt Obergefr.; ab Juni 1940 dienstverpflichtet als Hersteller u. Werber im Reichsverlagsamt, bis 1945 unter Polizeiaufsicht; 1941 –43 NSV; Kontakte u. a. zur Widerstandsgr. Robert Uhrig in Berlin. 1945/46 Landesvors. der SPD Brandenb., seit April 1946 einer der Landesvors. der SED; 1946 Vors. der Beratenden Vers. bzw. des Präs. des Landtags Brandenb.; seit 1946 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED, 1947 – 50 Mitgl. des ZS, seit 1949 Mitgl. des PB des ZK; 1948 – 67 OB von Berlin; 1948 Mitgl. des Dt. Volksrats, 1949 der Prov. Volkskammer, 1950 der Volkskammer u. ihres Präs., 1950 – 63 u. seit 1971 Stellv. des Präs. der Volkskammer; 1950 – 58 Präs. der DSF (Nachf. von  Jürgen Kuczynski); 1954 KMO, VVO; 1957 – 64 Präs. des Städte- u. Gemeindetags; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch., 1960 Banner der Arbeit; ab 1960 Mitgl. u. ab 1971 Stellv. des Vors. des Staatsrats u. Präs. der Volkskammer; 1965 Ehrenspange zum VVO; 1969 KMO; ab 1971 Vors. der SED-Fraktion in der Volkskammer; 1979 Großer Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Einheit der Arbeiterklasse – Unterpfand des Sieges. Ausgew. Reden u. Aufsätze. Berlin 1959; Einheit der Klasse – Macht der Klasse. Berlin 1979. Voßke, H.: F. E. Berlin 1987; Podewin, N.: Ebert & Ebert: Zwei dt. Staatsmänner. F. E. (1871 – 1925), F. E. (1894 – 1979). Eine Doppelbiogr. Berlin 1998.Norbert Podewin / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Ebert, Margot Elisabeth

* 8.6.1926 – ✝ 26.6.2009

Geb. in Magdeburg; aufgew. in Hamburg; Ausbildung zur Tänzerin, Schauspielerin u. Sängerin; seit 1952 (erste) Sprecherin u. Schauspielerin beim DFF in Berlin, Rollen v. a. in Fernsehlustspielen, u. a. in »Der eingebildete Kranke« (1954), »Guten Tag, lieber Tag« (1961), »Der Pantoffelheld« (1963) »Ein Hahn im Korb« (1978), »Mein Vater Alfons« (1981), »Max bleibt am Ball« (1982), »Alles Theater!« (1986), »Ferienheim Bergkristall« (1987) u. der Serie »Tierparkgeschichten« (1989); 1956 – 91 gemeinsam mit  Heinz Quermann Moderation der DFF-Weihnachtsgala »Zwischen Frühstück u. Gänsebraten«; 1947 – 94 verh. mit dem Schauspieler Wilfried Ortmann. Ab 1991 Malerin u. Schriftstellerin; lebte zurückgezogen in Berlin-Friedrichshagen, Suizid.Wo sind die Jahre geblieben ? Eine Lebensgeschichte. Berlin 1991; Eine Frau sieht in den Spiegel. Gereimtes u. Gemaltes. Selbstverlag 2001.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Eckart, Gabriele

* 23.3.1954

Geb. in Falkenstein (Vogtl.), aufgew. in Auerbach; Vater ökon. Dir., Mutter kfm. Angest.; Abitur; beim MfS als IM »Hölderlin« erf., dekonspiriert; 1972 – 76 Studium der Philos. in Berlin; danach versch. Tätigkeiten (u. a. im Kombinat Tiefbau Berlin); Lyrikveröff., freischaff. Autorin; Abwendung von der Staatsideologie; vom MfS in der OPK »Ecke« u. im OV »Kontra« erf.; versch. Arbeiten; 1979 Sonderkurs am Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« in Leipzig; 1980 Kulturarbeit im Kooperationsverb. »Havelobst« Werder, die Protokolle von Lebensläufen u. krit. Ansichten hier Beschäftigter, geplant für den Band »Mein Werder-Buch«, Vorabdruck in »Sinn u. Form« (1984) 2, können 1984 nur in der Bundesrep. Dtl. erscheinen; 1984 erster Ausreiseantrag, 1985 zurückgezogen; Lesungen in Kirchen; 1986/87 Aufenthalte in der Bundesrep. Dtl. u. den USA; 1987 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl., lebt seitdem ständig in den USA; Diss. über  Wolfgang Hilbig.Per Anhalter. Berlin 1982; So sehe ick die Sache. Protokolle aus der DDR. Köln 1984; Der Seidelstein. Berlin 1986; Wie mag ich alles was beginnt. Köln 1987; Der gute fremde Blick. Köln 1992; Sprachtraumata in den Texten Wolfgang Hilbigs. New York 1996. Walther, J.: Sicherungsbereich Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996.Siegmar Faust

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eckertz, Maria

* 21.12.1899 – ✝ 19.12.1969

Geboren am 21. Dezember 1899 in Hamburg als Tochter des Obertelegrafensekretärs Theodor Flerlage; sie ging sieben Jahre in das katholische Lyzeum, später zwei Jahre auf dem Hamburger Telefonamt tätig. 1921 heiratete sie den Volksschullehrer Theodor Eckertz (* 1896 – † 1984) und zog nach Köln, hier trat sie 1927 in die KPD ein, im Bezirksvorstand der Roten Hilfe und in der kommunistischen Frauenarbeit des Bezirks aktiv. 1932 im Wahlkreis Köln-Aachen in den Preußischen Landtag gewählt. Im April 1933 festgenommen, saß sie bis zum 15. August 1934 in »Schutzhaft«. Danach lebte sie von Wohlfahrtsunterstützung. 1936 bei den Massenverhaftungen in Köln zweimal festgenommen, aber wegen »Mangels an Beweisen« aus der U-Haft entlassen, von 1937 bis 1939 Textilarbeiterin in Köln. Mit ihrem 1938 nach viereinhalb jähriger Haft heimgekehrten Mann erneut im Widerstand. Die Gestapo verlangte genaue Arbeitsberichte, schickte Spitzel ins Haus und überwachte beide. 1939 wurde ihr Mann wieder verhaftet, sie selbst war lange Zeit krank und bekam später eine Anstellung bei einer Kölner Baufirma. Im August 1944 wurde Maria Eckertz wieder festgenommen und kam ins KZ Ravensbrück. Sie konnte am 25.April 1945 zusammen mit Helene Overlach in einem Transport von 4000 Polinnen durch die Graf-Bernadotte-Aktion nach Schweden flüchten. An Typhus erkrankt, kam sie erst im März 1946 nach Deutschland zurück. 1946 in Köln zur Stadtverordneten ernannt, danach trat sie politisch nicht mehr hervor. Maria Eckertz starb am 19. Dezember 1969 in Köln.

Wer war wer in DDR

Edel, Peter

* 12.07.1921 – ✝ 07.05.1983

Geb. in Berlin in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Kfm. (im KZ Auschwitz ermordet), Mutter Schneiderin; 1926 – 31 Volksschule; 1935 – 38 Prinz-Heinrich-Gymnasium in Berlin-Schöneberg, abgebrochen wegen der nat.-soz. Rassegesetze; 1938 – 40 Ausbildung als Maler u. Grafiker an der Grafischen FS (Privatschule Hausdorf), bei Otto Arpke in den Werkkunst-Lehrateliers u. illeg. u. a. bei Julie Wolfthorn u. Käthe Kollwitz; März 1941 – Jan. 1943 Zwangsarbeit bei Siemens & Halske; Febr. 1943 »Schutzhaft« wegen »artfremder Kunstbetätigung«; Gefängnis, KZ-Arbeitslager Großbeeren, dann Haft in den KZ Auschwitz, Sachsenhausen (im Fälscherkommando für brit. Pfundnoten), Mauthausen u. in dessen Nebenlager Ebensee, Mai 1945 Befreiung durch die US-Armee; im KZ entstanden zahlr. Zeichnungen, die in der Mahn- u. Gedenkstätte Sachsenhausen u. in den Städt. Sammlungen Wien aufbewahrt werden. Ab Mai 1945 Maler, Buchillustrator, Publizist u. Schriftst. in Bad Ischl (Österreich), dort zunächst Bühnenbildner am Stadttheater u. als Mitarb. des KPÖ-Zentralorgans »Neue Zeit« in Linz; 1947 Publ. seines ersten Romans »Schwestern der Nacht«; Anf. 1947 Rückkehr nach Berlin (West), ab 1949 in Berlin (Ost); 1947 – 51 ständ. Mitarb. der »Weltbühne«; 1951 – 64 ständ. Mitarb. u. Kulturred. der »BZ am Abend«, vor allem als Kunst-, Theater- u. Filmkritiker; März 1956 SED; 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch.; 1961 Heinrich-Heine-Preis (für seine journalist. u. essayist. Arbeiten); 1964 Johannes-R.-Becher-Med.; seit 1964 freischaff. Schriftst. u. Publizist, Kritiker; Mitgl. des Präs. des Friedensrats u. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; bekannt wurde bes. sein Roman »Die Bilder des Zeugen Schattmann« (Berlin 1969, 1970 NP, 1972 auch verfilmt), eine liter. Verarbeitung des Holocaust u. des Antifa., ausgehend vom Globke-Prozeß vor dem Obersten Gericht der DDR; 1969 VVO; 1972 PEN-Zentrum DDR; ab 1974 als KP, ab 1978 als IMS »Thomas« des MfS erf.; 1978 Mitgl. des Vorst. des DSV; 1979 KMO; 1981 Held der Arbeit; 1982 Mitgl. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; gest. in Berlin.Bildband Sachsenhausen 1961 (Mitarb.); Wenn es ans Leben geht. Meine Geschichte. Autobiogr., 2 Bde. Berlin 1979; Mitarbeit an zahlr. Dokumentationen u. pol. Broschüren. Walther, J.: Sicherungsbereich Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996; Kunstreich, T.: Nr. 164145, ein Stalinist. In: Bahamas (1998) 25.Karin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Eggebrecht, Heinz

* 16.2.1916 – ✝ 17.6.1994

Geb. in Oberkaufungen (Krs. Kassel); Vater Bergmann; Realgymnasium; Ausbildung zum kfm. Angest.; 1937/38 Lagerverwalter im Heereszeugamt Kassel; 1938 – 45 Wehrmacht; 1945 drei Tage amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; Chemiearb., dann Lohnbuchhalter in Böhlen; 1946/47 Neulehrerkurs in Köthen; dann Grundschullehrer; April 1950 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Eisleben; Sept. 1950 Abt. IX (Untersuchungsorgan) der Länderverw. Sachsen-Anh. in Halle; 1952 Ltr. der Abt. IX der BV Magdeburg; 1953 stellv. Operativ der BV; 1955 – 57 Fernstudium an der DASR Potsdam, Teilabschluß Philos./ Ökon.; 1960/61 Besuch der PHS; 1962 Ltr. der BV Magdeburg (Nachf. von  Reinhold Knoppe); 1964 Oberst; 1966 – 68 Externstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1971/72 für eine Sonderaufgabe zur HV A kommandiert; 1972 als MfS-OibE Ltr. des zentr. Büros der Sportvereinigung (SV) Dynamo (Nachf. von Helmut Welz); 1976 VVO; 1982 Entlassung, Rentner; gest. in Berlin.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Eggert, Heinz

* 6.5.1946

Geb. in Rostock; Vater Sparkassenbeamter, Mutter Postangest.; 1952 – 61 POS; anschl. Berufsausbildung zum Facharb. für Betrieb u. Verkehr bei der DR; 1964 – 66 Stellwerksmstr. u. Fahrdienstltr. am Bahnhof Warnemünde u. Rostock; 1966 – 68 NVA; 1968 nach dem Truppeneinmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR demonstr. Austritt aus der FDJ u. dem FDGB; nach Sonderreifeprüfung 1969 – 74 Studium der Theologie an der WPU Rostock; danach Gemeindepfarrer in Oybin (Oberlausitz) u. Studentenpfarrer an der HS für Energetik in Zittau; Aufbau der kirchl. Jugendarbeit in Oybin, zahlr. regimekrit. Predigten, massive Überwachung u. Verfolgung durch das MfS; 1989/90 Mitgl. des Neuen Forums u. Mitarbeit am lokalen Runden Tisch; Mai 1990 Wahl zum Landrat des Krs. Zittau. Okt. 1990 CDU; 30.9.1991 Berufung durch Min.-Präs. Kurt Biedenkopf zum Staatsmin. des Innern des Freistaats Sachsen (Nachf. von Rudolf Krause); u. a. anerkannte Bemühungen zur wirksamen Bekämpfung rechtsextremist. Gewalttäter; 1992 Bundesverdienstkreuz 1. Kl.; Okt. 1992 – 95 stellv. Parteivors. der CDU; Okt. 1993 stellv. Landesvors. der CDU Sachsen; seit 1994 MdL; 1995 Rücktritt als Min. u. von allen Parteiämtern wegen des unbewiesenen Vorwurfs der sexuellen Belästigung von Mitarb.; 1991 – 95 u. 1997 – 2001 erneut stellv. Landesvors. der CDU Sachsen; Apr. 1996 – 98 Treuhandliegenschaftsgesell.; 1997 – Sept. 2002 Moderator im »Grünen Salon« des Senders n-tv (mit Erich Böhme); lebt in Oybin.Jesse, E. (Hrsg.): Friedl. Rev. u. dt. Einheit. Berlin 2006.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Düren, Fred

* 2.12.1928 – ✝ 2.3.2015

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; 1945 – 47 Besuch der Schauspielschule des Dt. Theaters (DT) in Berlin; erstes Engagement in Potsdam, danach in Ludwigslust, Wismar u. Schwerin; ab 1953 am Berliner Ensemble, Zusammen-arb. mit  Bertolt Brecht,  Peter Palitzsch,  Benno Besson u.  Manfred Wekwerth; 1958 – 88 Mitgl. des Ensembles des DT, spielte zahlr. trag. wie auch kom. Helden der Weltdramatik mit der ihm eigenen »Musikalität der Bewegung«; herausragende Rolleninterpretationen: Don Juan, Woyzeck, Tartuffe, Ödipus, Faust, Lear, Torquato Tasso sowie der Riccaut in »Minna von Barnhelm« u. der Trygaios in dem Stück »Der Frieden« von  Peter Hacks; daneben diverse Filmrollen bei der DEFA u. dem DFF, u. a. in »Sie nannten ihn Amigo« (1959), »Monolog für einen Taxifahrer« (Szenarium  Günter Kunert, 1963 verboten), »Der fliegende Holländer« (1964), als Ernst Barlach in »Der verlorene Engel« (1971); in den 1970er Jahren versch. Rollen in der TV-Serie »Polizeiruf 110«; Mitwirkung in Literaturverfilmungen des DFF, u. a.  Hans Falladas »Jeder stirbt für sich allein« (1970) u. »Junge Frau von 1914« (1970) aus  Arnold Zweigs Roman-Zyklus »Der Krieg der weißen Männer«; spielte 1980 den Arzt in  Konrad Wolfs »Solo Sunny« u. 1987 Karl Kollwitz in »Käthe Kollwitz – Bilder eines Lebens«; 1963 u. 1971 Kunstpreis der DDR, 1967 NP; daneben Hörspiel- u. Plattenaufn.; 1988 Beendigung der Schauspielerkarriere u. Ausreise aus der DDR; lebte seitdem als Rabbiner in Israel; gelegentl. Lesungen eigener u. fremder Texte in Dtl.; gest. in Jerusalem.Ich muß ja den Weg gehen, den ich gehen kann. Schauspieler in Berlin – Jahre in Jerusalem. Hrsg. von K.-H. Müller. Berlin 2007.Matthias Braun / Christian Krause

Wer war wer in DDR

Dutschmann, Heinz

* 23.9.1927 – ✝ 5.7.1992

Geb. in Doberschau (Krs. Bautzen); Vater Steinbrucharb.; 1934 – 42 Volksschule; 1942 – 44 Lehre als Werkzeugmacher u. Besuch der FS (techn. Mittelschule) für Maschinenbau u. Elektrotechnik in Bautzen; 1944 / 45 RAD u. Wehrmacht; kurzzeitig sowj. Kriegsgef. 1945 – 47 erneut FS für Maschinenbau u. Elektrotechnik in Bautzen; 1946 Gesellenprüfung als Schlosser; 1946 KPD / SED; 1947 – 49 Werkzeugmacher; 1949 / 50 Instrukteur der SED-KL Bautzen; 1951 Lehrgang an der SED-LPS Sachsen; 1952 / 53 2. Sekr. der SED-KL Hoyerswerda u. 1. Sekr. der SED-KL Senftenberg; 1953 / 54 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1954 – 58 2. Sekr. der SED-BL Cottbus; 1954 – 58 Fernstudium an der PHS der SED, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1958 – 85 1. Sekr. der SED-KL Herzberg; 1963 – 65 FS für Landw. im Bez. Cottbus, Abschluß als staatl. geprüfter Landwirt; 1970 / 71 Jahreslehrgang an der HfÖ; gest. in Herzberg (Elster).Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Dziuba, Helmut

* 2.2.1933

Geb. in Dresden; Vater Busfahrer, Mutter Verkäuferin; Volksschule; Ausbildung zum Starkstrommonteur; Mitbegr. des pol. Kabaretts »Die Funken« beim Mitteldt. Rundfunk, Sender Dresden; 1951 ABF Leipzig, 1953 Abitur; danach Regiestudium an der Moskauer Film-HS WGIK bei Sergej Gerassimow u. Michail Romm; Reporter u. Sprecher bei der dt.-spr. Red. des Moskauer Rundfunks; 1962 Regie-Diplom; 1967 – 90 Regisseur beim DEFA-Studio für Spielfilme; Debüt: 1969 »Mohr u. die Raben von London«, ein Kinderfilm über Karl Marx; starkes Engagement im Kinder- u. Jugendfilm, z. B. »Proletar. Trilogie«, 1977 »Rotschlipse«, 1980 »Als Unku Edes Freundin war« (nach  Alex Wedding); 1982 Heinrich-Greif-Preis; 1985 »Jan auf der Zille«; 1986 Kunstpreis der DDR; konfliktreiche Gegenwartsstoffe: 1983 »Erscheinen Pflicht« (entging nur knapp dem Verbot), 1989 – 91 »Verbotene Liebe«. Erster Nach-Wende-Film: 1992 »Jana u. Jan« (Bayrischer Filmpreis); Drehbuch für »Die Blindgänger« (Regie: Bernd Sahling), 2004 Dt. Filmpreis; lebt in Berlin-Friedrichshagen. RaS E

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Eberhard, Rudolf

* 10.7.1891 – ✝ 12.7.1965

Geb. in Magdeburg-Buckau; Vater Gelbgießer; Volksschule in Buckau; Bürgerschule in Magdeburg; Ausbildung zum Kfm. in Elberfeld, anschl. im Beruf tätig; 1912 u. 1914 – 18 Militärdienst; ab Juni 1919 Industriekfm. bei den Junkers-Werken Dessau in ltd. Position; SPD u. Gewerkschaft; 1920 hauptamtl. Vors. der BL des Zentralverb. der Angest. in Anhalt; Ltr. des Bez.-Kartells des Allg. Freien Angest.-Bundes; beeinflußt vom Baugenossenschaftler Heinrich Peus leistete E. als Geschäftsf. des Anhaltin. Siedlerverb. e. V. bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Wohnungsbaupol. (Siedlungen in Dessau, Zerbst, Köthen u. Bernburg); Mai 1933 Entlassung nach Auflösung der Geschäftsstelle des Zentralverb. der Angest.; kurzz. »Schutzhaft«; Inhaber einer orthopäd. Praxis in Dessau. Juni 1945 Mitbegr. der SPD Dessau; 10.9. 1945 OB in Bernburg; ab 28.1.1946 OB in Magdeburg; 2.7.1950 während der Kampagne gegen den »Sozialdemokratismus« verhaftet u. am 17./18.1.1952 von der II. Strafkammer des Landesgerichts Magdeburg (Vorsitz Hilde Benjamin, Ankläger  Ernst Melsheimer) zu fünf Jahren Zuchthaus unter Einziehung des Vermögens verurteilt (mitangeklagt Stadträte Georg Dietrich und Ernst Kloß); 1955 aus der Haft entlassen; 1958 Flucht in die Bundesrep. Dtl.; an den Haftfolgen gest. in Wiesbaden. 3.11.1993 vom LG Magdeburg rehabil.Rechenschaftsbericht der Stadtverwaltung über die im ersten Jahr nach dem Hitlerkrieg geleistete Arbeit. Magdeburg 1946. Meyer-Eberhard, G.: Ein sozialdemokrat. Oberbürgermeister in der Diktatur. Magdeburg 2000.Beatrix Bouvier / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Eberlein, Werner

* 9.11.1919 – ✝ 11.10.2002

Geb. in Berlin-Neukölln; Vater Hugo E. Mitbegr. der KPD u. Funktionär; Mutter Näherin; Stiefbruder Klaus Huhn; Volksschule in Berlin-Mariendorf, 1928/29 in Berlin-Zehlendorf, 1929 – 34 Gymnasium (Karl-Marx-Schule) in Berlin-Neukölln; 1928 Mitgl. der KPD-Kinderorg.; 1934 Emigr. in die UdSSR; 1934 – 37 Besuch der Karl-Liebknecht-Schule in Moskau; 1935 Ausbürg. aus Dtl.; 1940 – 48 wegen der Inhaftierung u. Verurteilung seines Vaters nach Sibirien verbannt; dort Ausbildung zum Elektriker, in einem Sägewerk in Mogotschino den Beruf ausgeübt; 1947/48 Arbeiter in einer Bäckerei in Tomsk. Apr. 1948 Rückkehr nach Dtl.; Mai 1948 SED; ab Dez. Mitarb. des SED-PV, dort 1949 – 51 Presseref. der ZK-Abt. Werbung, Presse u. Rundfunk; 1951 – 54 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1955 – 59 journal. tätig, Ltr. der Red. Wirtschaft des »Neuen Dtl.«; 1960 Mitarb. des ZK der SED, Dolmetscher für russ. Sprache; 1960 – 64 Mitgl. der Agit.-Kommission des PB des ZK der SED; 1964 – 83 stellv. Ltr. der Abt. Parteiorgane beim ZK der SED; 1976 – 83 Red.-Mitgl. der Ztschr. »Neuer Weg«; 1971 – 81 Mitgl. der ZRK der SED; 1979 VVO; ferner KMO; 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED, 1983 – 89 1. Sekr. der SED-BL Magdeburg (Nachf. von  Kurt Tiedke); Mitgl. des Nat. Verteidigungsrats; 1984 u. 1989 KMO; 1985/86 Kand., 1986 – 89 Mitgl. des PB des ZK der SED; 1986 – Jan. 1990 Abg. der Volkskammer; 8.11.1989 mit dem PB zurückgetreten; als Mitgl. des PB u. Vors. der ZPKK des ZK der SED wiedergewählt, in dieser Funktion bis Dez. 1989 tätig (Nachf. von  Erich Mückenberger); dann Rentner; 1990 PDS; gest. in Berlin.Geboren am 9. November. Erinnerungen. Berlin 2000; Auskünfte über Erich Honecker. Berlin 2002; Disput mit Lesern. Berlin 2002. Huhn, K.: Ansichten. Einsichten. Aussichten. Berlin 1994; Huhn, K.: Die kleine Troika. Berlin 2005.Helmut Müller-Enbergs

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Ebert, Günter

* 19.4.1937

Geb. in Magdeburg; Stiefmutter Arbeiterin; bis 1952 Volksschule; 1952/53 Bergbauschule Eisleben; 1953 – 55 Ausbildung zum u. Arbeit als Metallhüttenwerker; 1955 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Hettstedt; SED; 1956/57 Schule der HV A; 1957 HV A-HA V (Auswertung), MfS Berlin; 1962 – 66 Studium an der HU, Dipl.-Kriminalist; 1971 HV A-Abt. XV (Wehrtechnik; Luft- u. Raumfahrt), 1980 stellv. Abt.-Ltr., 1981 Abt.-Ltr. (Nachf. von  Gerhard Franke); 1985 Oberst; 1989/90 Entlassung.Jens Gieseke

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Ebert, Albert

* 24.4.1874 – ✝ 29.12.1935

Geboren am 24. April 1874 in Rodewisch/Vogtland, Sohn eines Eisenbahnbeamten; lernte Dreher. Anschließend auf Wanderschaft, übersiedelte 1904 nach Dresden und war bis 1918 Metallarbeiter. 1890 trat er in die SPD ein, 1917 in die USPD. Trotz einer Augenverletzung wurde Ebert noch im September 1918 als Soldat eingezogen und kam nach Frankreich an die Front. Nach der Rückkehr nach Dresden auf dem linken Flügel der USPD aktiv, er setzte sich 1920 für die Vereinigung mit der KPD ein. Im Dezember 1920 als Abgeordneter der USPD in den Sächsischen Landtag gewählt, gehörte bis 1922 dem Landtag als KPD-Abgeordneter an. Mitglied der BL Ostsachsen, vor allem in der Jugendarbeit tätig. Während des März-Aufstandes 1921 Kurier zwischen Dresden und dem Mansfelder Gebiet. Bis 1923 Betriebsratsvorsitzender in einer großen Dresdener Metallfabrik, ab 1923 hauptamtliche Tätigkeit. Als Mitarbeiter der Zentrale, später des ZK der KPD war Ebert für die illegale Grenzarbeit und den Literaturvertrieb zuständig. Er organisierte Parteitage ausländischer kommunistischer Parteien in Deutschland, u. a. die Balkankonferenz der KP Jugoslawiens im Herbst 1928 in Dresden. Im Auftrag der Komintern schleuste Ebert gefährdete KP-Funktionäre über die Grenze. 1928/29 übernahm er die Verwaltung der Reichsparteischule der KPD auf dem Weißen Hirsch in Dresden. Von 1931 bis 1933 gehörte Ebert der UB-Leitung Dresden an und wurde Referent unter der Landbevölkerung. Ab 1933 erwerbslos, mehrmals für kurze Zeit inhaftiert. Nach einer erneuten Hausdurchsuchung starb Albert Ebert am 29. Dezember 1935 in Dresden.

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Eckert, Detlef

* 5.6.1951

Geb. in Halberstadt; Vater Lehrer; 1961 – 65 KJS; 1965 – 69 EOS; 1966 Teiln. an 1. Kinder- u. Jugendspartakiade der DDR; 1969 – 73 Studium an der PH »Erich Weinert», Dipl.-Lehrer Sport/Geschichte; 1969 Delegierung zum SC Magdeburg (Leichtathletik; Hochsprung); 1972 Bestleistung 2,15 m; Aufnahme in den erweiterten Olympia-Kader; 1973 Verkehrsunfall, Infektion, Hüftexartikulation des linken Beins; 1974 – 82 Lehrer in Magdeburg; 1977 SED; seit 1979 aktiv im Versehrtensport (Leichtathletik); mehrfacher DDR-Mstr., viermal Teiln. an Intersport Invalid Cups; 1982 – 86 Aspirantur an der AfG, 1986 Prom. zum Dr. phil. mit Diss. zur DDR-Wirtschaftsgeschichte; anschl. Oberassistent in der AfG; 1986 – 90 Mitgl. der Fachkommission Leichtathletik des Dt. Verb. für Versehrtensport (DVfV); Jan. 1990 Athletensprecher des DTSB (mit  Ulf Timmermann) u. Teiln. am Runden Tisch des Sports in Berlin; ab Febr. 1990 Präs. des Dt. Verb. für Versehrtensport (Nachf. von Dieter Kabisch); ab März Mitgl. des Präs. des DTSB; 1990 Teiln. an der Weltmeisterschaft in Assen (Niederl.), 2. Platz im Mehrkampf, 3. in Hochsprung u. Kugelstoßen. 1990 PDS; 1991 – 98 Referent für Behindertenpolitik der Bundestagsgruppe der PDS; seit 1998 MdL in Sachsen-Anh.; lebt in Halberstadt.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ecks, Bernhard

* 26.10.1884

Geboren am 26. Oktober 1884 in Bremen, Sohn eines Zimmermanns; Lehre und Arbeit als Maurer. 1902 Mitglied des Zentralverbandes der Maurer, Wanderschaft (Schweiz und Dänemark); von 1904 bis 1907 Militärdienst; 1907 Mitglied der SPD. Im August 1914 wurde er wegen antimilitaristischer Aktionen zum Baubataillon nach Harburg einberufen. Ab 1916 an der Ostfront, verwundet und nach Lazarettaufenthalt ab 1917 erneut an der Ostfront. Über Hans Brodmerkel erhielt er Kontakt zu den Bremer Linksradikalen und wurde Mitglied der IKD, als deren Vertreter er am Gründungsparteitag der KPD teilnahm. Im November 1918 Vorsitzender des Bremer Soldatenrates, im Januar 1919 Stadtkommandant der Bremer Räterepublik. Im Februar 1919 Flucht, aber verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er wegen der Amnestie nicht absitzen mußte. Beim Hamburger Aufstand 1923 inhaftiert, im Dezember 1923 freigelassen. Ab 1924 war Ecks Mitarbeiter der Zentrale bzw. des ZK der KPD, leitete 1925 als Sekretär die Geschäfte des Kartells der ausgeschlossenen Gewerkschaftsverbände. Von 1926 bis 1932 gehörte er zum AM-Apparat der KPD. Im November 1932 in die UdSSR übersiedelt, arbeitete er als Maurerpolier in Moskau und wurde Mitglied der KPdSU. Am 4. November 1937 verhaftet und aus der KPdSU ausgeschlossen, wurde Ecks im Oktober 1939 nach Jalta entlassen. 1941 dann (inzwischen mit einer Sowjetbürgerin verheiratet) nach Kasachstan evakuiert. Hier lebte und arbeitete Ecks, bis er Ende der vierziger Jahre in die Stadt Tschassow-Jar zog. Sein 1956 gestellter Antrag auf Rückkehr nach Deutschland wurde vom ZK der SED genehmigt, Ecks blieb jedoch auf Wunsch seiner Frau in der UdSSR. Bis Mitte der sechziger Jahre hat er mehrmals die DDR besucht und sich mit einstigen Weggefährten wie Karl Jannack oder Sepp Miller getroffen. Bernhard Ecks starb in der UdSSR.

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Eder, Hermann

* 16.2.1887 – ✝ 14.9.1970

Geboren am 16. Februar 1887 in Ellrich/Südharz, Sohn eines Maurers; Lehre und Arbeit als Schlosser, 1905 Mitglied des DMV. Von 1907 bis 1910 Militärdienst (Einsatz in Kiautschou/ China), ab 1910 in Essen bei der Firma Krupp beschäftigt, 1912 trat er in die SPD ein. 1914 Einberufung, 1915 schwere Verwundung, anschließend Postaushelfer in Wilhelmshaven. Hier leitete Eder unter Umgehung der Postzensur Briefe an die Reichstagsabgeordneten Hugo Haase, Wilhelm Dittmann, Clara Zetkin und Luise Zietz weiter. Im November 1917 u. a. mit Alfred Rebe verhaftet und zu drei Jahren und drei Monaten Festungshaft verurteilt. Im November 1918 in Köln befreit, kehrte Eder nach Essen zurück und wurde Mitglied der USPD und des Spartakusbundes. Delegierter des KPD-Gründungsparteitages in Berlin; dort Teilnahme an den Januarkämpfen 1919. Während des Kapp-Putsches aktiv in Essen, anschließend Flucht und illegaler Aufenthalt in Ellrich/Südharz und Walkenried. Hier Mitbegründer der KAP und Leiter der AAU in Ellrich und Nordhausen. Später wieder in der KPD, von Herbst 1924 bis 1929 war Eder Stadtverordneter in Ellrich, seit 1929 Stadtrat. Von Juni bis Dezember 1933 im KZ Esterwegen inhaftiert, dann ab 1938 Schlosser in Stettin. 1945 erneut Mitglied der KPD, war Eder einige Jahre Gemeindevertreter und Leiter der SED-Ortsgruppe Ellrich, ab 1948 Rentner. Hermann Eder starb am 14. September 1970 in Eilenburg.

Wer war wer in DDR

Eggerath, Werner

* 16.3.1900 – ✝ 16.6.1977

Geb. in Elberfeld; Vater Stukkateur; Volksschule; danach Schlosser, Bauarb., Hafenarb., Heizer u. Bergmann; Sept. 1918 – März 1919 Soldat; 1919 gewerkschaftl. org.; 1920 Rote Ruhrarmee, nach Limburg geflüchtet; 1923 in Gangelt; 1924 KPD, Funktionen auf regionaler Ebene; 1929 Stadtverordn. in Neuß a. Rhein; 1932 UB-Ltr. in Wuppertal; Okt. 1932 – 34 Lenin-Schule in Moskau; März – Sept. 1934 Mitgl. des Sekr. der illeg. Reichsltg. der RGO; dann Mitgl. der KPD-LL in Dtl., verantw. für die Bez. Ruhrgeb., Niederrhein, Mittelrhein, Südwestdtl., für die gewerkschaftl. Arbeit in Berlin, für Lit.-Vertrieb u. Kaderangelegenheiten; 21.1.1935 verhaftet, Gefängnis Prinz-Albrecht-Str. u. Columbiahaus, U-Haft in Berlin-Moabit; April 1936 vom I. Senat des VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt; Zuchthaus Münster, Strafanstalt Bochum. Juni 1945 in Eisleben; Juli 1945 Landrat des Mansfelder Seekrs.; Okt. 1945 1. Sekr. der KPD-BL Thür.; ab 1946 Abg. des Thür. Landtags; 1946/47 SED-Landesvors.; Mai – Okt 1947 Innenmin. (Nachf. von  Ernst Busse); 1947 – 52 Min.-Präs. des Landes Thür. (Nachf. von  Rudolf Paul); 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats, 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1952 – 54 Staatssekr. beim Min.-Präs. der DDR u. Ltr. der Koordinierungs- u. Kontrollstelle für die örtl. Organe (Nachf. von Herbert Stampfer); 1954 – 57 Botschafter in Rumänien (Nachf. von  Georg Handke); ab 1957 Mitgl. des Friedensrats u. dessen Präs.; Mitgl. der Liga für Völkerfreundschaft; 1957 – 60 Staatssekr. für Kirchenfragen (Nachf. von  Otto Nuschke), Rücktritt aus gesundheitl. Gründen; 1960 NP; seit 1961 freischaff. Schriftst. in Berlin; 1962/63 Parteisekr. im Bez.-Verb. des DSV; 1965 VVO; seit April 1966 Ehrensenator an der Univ. Jena.Nur ein Mensch. Weimar 1947; Kosakengeneral. Berlin 1963; Quo vadis, Germania? Berlin 1965; Die fröhliche Beichte. Berlin 1975.Elke Reuter / Helmut Müller-Enbergs

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Eggert, Johannes

* 10.2.1898 – ✝ 15.2.1937

Geboren am 10. Februar 1898 in Bublitz/Pommern; kaufmännischer Angestellter, Metallarbeiter. Soldat im Ersten Weltkrieg, gehörte Ende 1918 einem Soldatenrat an und trat 1919 in die KPD ein. 1921 an gewalttätigen Auseinandersetzungen der Landarbeiter gegen Großgrundbesitzer in Pommern beteiligt, wurde er Anfang 1922 wegen »schweren Raubes« zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. 1923 flüchtete Eggert aus der Haft und lebte illegal unter dem Namen Hans Simke. Später leitender Funktionär des RFB in Königsberg und Mitglied der Reichsleitung des RFB. 1933 Emigration in die Sowjetunion, kehrte im Herbst 1934 nach Deutschland zurück und wirkte als Oberberater und Instrukteur des ZK der KPD in Sachsen. Am 25. Januar 1935 in Leipzig festgenommen, am 25. August 1936 vom VGH zum Tode verurteilt, wurde Johannes Eggert am 15. Februar 1937 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Seine Frau Lucie Eggert, geborene Jaworski (*29. 10. 1902 – † 22. 10. 1985), war Verkäuferin, seit 1928 KPD-Mitglied, arbeitete im (dem ZK der KPD gehörenden) Versandhaus »Arbeiterkult«. Im Dezember 1933 in die Sowjetunion emigriert, durfte sie im Januar 1946 nach Deutschland zurück und war in den 50er Jahren im MfAA der DDR angestellt.

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Düren, Irmgard

* 28.10.1930 – ✝ 24.8.2004

Geb. in Meiningen; Vater Polizeibeamter; 1947/48 Schauspielschule Schwerin; 1948 Debüt in Ludwigslust; 1949 – 52 in erster Ehe verh. mit  Fred D.; Bühnenrollen in Wismar u. Schwerin, ab 1952 in Berlin an der Kom. Oper, der Volksbühne, der »Distel« u. im Friedrichstadtpalast; ab 1953 Mitarb. des DFF, versch. Fernsehrollen, u. a. in »Bianka Maria u. der triefende Dolch« (1953), »La Bohème« (1955), »Der Hexer« (1963); DEFA-Rollen u. a. in »Die Liebe u. der Co-Pilot« (1961); Moderation der TV-Sendereihen »Rendezvous am Wochenende« sowie »Wünsch Dir was« (1960 – 75), Kündigung des Arbeitsvertrags durch den DFF wegen der Lebensgemeinschaft mit einem West-Berliner Arzt; 1975 – 79 Fernstudium der Philos. an der HU Berlin; Betriebsfunkred. des Centrum-Warenhauses in Berlin, Gestaltung künstler. Programme für Kulturhäuser, Arbeit als Sprecherzieherin. 1995 kleine Rolle in der RTL-Daily-Soup »Gute Zeiten, schlechte Zeiten«; gest. in Berlin.Ingrid Kirschey-Feix

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Düwell, Bernhard

* 29.4.1891 – ✝ 1.7.1944

Geboren am 29. April 1891 in Bochum, Sohn eines Drehers; Oberrealschule in Essen und Berlin, von 1907 bis 1909 kaufmännische Lehre, von 1911 bis 1913 Studium der Nationalökonomie ohne Abitur an der Handelshochschule in Berlin. 1908 Leiter der SP-Jugendorganisation in Berlin-Lichtenberg. Er war von 1910 bis 1918 Schriftsteller und Redakteur in Berlin, hilfsdienstverpflichteter Buchhalter bei der Reichshauptbank Berlin von 1915 bis 1918. 1917 Mitglied der USPD, von Oktober 1918 bis September 1919 war Düwell Redakteur am Zeitzer »Volksboten« und im November 1918 Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats Zeitz. Als »Volkskommissar« leitete er die Zentralstelle der Arbeiter- und Soldatenräte im Regierungsbezirk Merseburg. Im Dezember 1918 Delegierter zum 1. Reichsrätekongreß, USPD-Fraktion. Dann im Januar 1919 im Wahlkreis Merseburg in die Deutsche Nationalversammlung gewählt, war er von Juni 1920 bis 1924 Abgeordneter des Reichstages. Düwell arbeitete von Ende 1919 bis 1920 als Redakteur des Unabhängigen Sozialdemokratischen Zeitungsdienstes in Berlin, dann von Oktober bis Dezember 1920 als Redakteur des Zentralorgans der USPD-Linke »Die Internationale«. Ab Dezember 1920 Mitglied der VKPD, gehörte Düwell im März 1921 zu den Unterstützern von Paul Levi und wurde im September 1921 Mitglied der KAG, ab April 1922 erneut in der USPD und schließlich ab Oktober 1922 in der SPD. Ab 1924 führte er gemeinsam mit Otto Brass den Zentralvertrieb zeitgeschichtlicher Bücher und die E. Laubsche Verlagsbuchhandlung. 1931 wurde er Chefredakteur des »Sächsischen Volksblattes« in Zwickau und zugleich Mitarbeiter an der Zeitschrift »Marxistische Tribüne«. 1934 flüchte er aus Deutschland nach den Niederlanden, von dort wanderte er nach Batavia/Indonesien aus. 1940 als Deutscher durch holländische Behörden im Gefangenlager Sumatra interniert, nach fünf Monaten entlassen. Nach der Besetzung durch japanischen Truppen erneute Verfolgung und Verhaftung. 1943 Überführung in das japanische Internierungslager Tjimchi 6/Bandung auf Java, dort verstorben.

Wer war wer in DDR

Ebeling, Hans-Wilhelm

* 15.1.1934

Geb. in Parchim (Mecklenb.); Vater Offz. beim Oberkdo. des Heeres; ein Vorfahr ist Ernst Moritz Arndt; Kindheit in Greifswald; Grund- u. Oberschule, 1952 Abitur in Forst (Lausitz); kurzz. Schmelzer im Eisenhüttenkombinat Ost; 1952 – 54 Ausbildung zum Schlosser im RAW Cottbus; 1954 – 57 Maschinenbaustudium an der TU Dresden; 1957 – 62 Studium der ev. Theol. an der KMU Leipzig, Dipl.-Theol.; 1962 – 64 Vikar in Vetschau (Spreewald), danach bis 1976 Pfarrer in Lieberose (Spreewald), ab 1976 an der Thomaskirche Leipzig; dort bis Jan. 1990 Vors. des Kirchenvorst.; Dez. 1989 zus. mit  Peter-Michael Diestel Gründer der Christl.-Sozialen Partei Dtl. (CSPD) in Leipzig, Vors.; 20.1.1990 Mitbegr. u. Vors. der DSU als Zusammenschluß von zwölf Parteien; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer, April – Okt. 1990 Min. für wirtsch. Zusammenarbeit; 2.7.1990 Austritt aus der DSU. Nach Okt. 1990 Mitarb. der Konrad-Adenauer-Stiftung; Evaluierung von Projekten in Angola u. Vietnam; 1991 Vorruhestand; Ltr. des Aufbaus der Zentralstelle für Gesundheit der Dt. Stiftung für internat. Entw. in Berlin u. deren vorübergehender Ltr.; Jan. 1993 Ruhestand; 1998 Bundesverdienstkreuz.Die Thomaskirche zu Leipzig. Leipzig 1985.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Eberhardt, Werner

* 21.4.1925 – ✝ 18.12.2012

Geb. in Altenburg (Thür.), aufgewachsen in Falkenstein (Vogtl.); Umzug nach Bischofswerda; 1935 – 43 Oberschule; Fußballspieler bei 08 Bischofswerda; 19.9.1942 erfolgreiche Eignungsprüfung im Berliner »Haus des Rundfunks« als Sportreporter bei Rolf Wernicke u. Hanne Sobek; Aug. 1943 Wehrmacht; 19.2. 1944 schwere Verwundung nahe Rom; Nov. 1944 Einsatz in Kurland u. erneute Verwundung; am 28.3.1945 mit dem letzten Lazarettschiff aus dem Kessel ausgebrochen. 1945 Rückkehr nach Bischofswerda; KPD; 1946 7 Monate Ausbildung als Neulehrer; 1946 SED, 1950 bei der Parteiüberprüfung als Mitgl. gestrichen; 1946 – 49 Klassenlehrer in Putzkau (Oberlausitz); ab 1.2.1949 Sportreporter beim MDR; Sept. 1952 Wechsel nach Berlin zur Sportred. von Radio DDR; Schwerpunktsportarten: Leichathletik, Fußball u. Wintersport; Berichterstatter von den Olymp. Sommerspielen 1956 – 88 (außer 1984) u. Olymp. Winterspielen 1964 – 88 sowie von sechs Fußball-WM (1958, 1974 – 90); 1990 Rentner, freiberuflich tätig; lebte in Berlin; gest. in Australien.Volker Kluge

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Eberlein, Hugo

* 4.5.1887 – ✝ 16.10.1941

Geboren am 4. Mai 1887 in Saalfeld, Sohn eines Fabrikarbeiters; lernte Zeichner. 1905 Mitglied der Gewerkschaft und 1906 der SPD. Eberlein – ein gewandter, schlagfertiger und belesener Mann – stand in den Parteidiskussionen auf dem linken Flügel. Er war ein treuer Anhänger Rosa Luxemburgs, die nach Kriegsausbruch seine weniger bekannte Adresse für wichtige Korrespondenz benutzte, und von Anfang an führend in der Gruppe der Linken, der späteren Spartakusgruppe. Als ausgezeichneter Organisator spielte er im Krieg neben Leo Jogiches für den Spartakusbund eine wichtige Rolle. Mehrmals verhaftet und zum Heer eingezogen, konnte er sich wegen eines Asthmaleidens immer wieder dem Militärdienst entziehen. Er war Teilnehmer der ersten Reichskonferenz der Spartakusgruppe im Januar 1916. Seit 1917 gehörte er mit der Spartakusgruppe zur USPD. Kurz vor Ausbruch der Novemberrevolution in Ostpreußen desertiert, gründete Eberlein in Danzig eine Gruppe des Spartakusbundes und wurde dort nach Ausrufung der Revolution 2.Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates. Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er Mitglied des Vorstandes des Spartakusbundes, verantwortlich für die Geschäftsleitung. Auf dem Gründungsparteitag der KPD hielt er am 31.Dezember 1918 das Referat über die Organisation. Am 11. Januar 1919 mit Jogiches verhaftet, konnte Eberlein entkommen und lebte in der folgenden Zeit illegal. Delegierter auf allen Parteitagen der KPD, wurde er vom I. bis zum XI. Parteitag immer in die Zentrale bzw. in das ZK gewählt, gehörte fast immer dem Orgbüro und zeitweise auch dem Polbüro an. Im März 1919 gelangte Eberlein als einziger deutscher Vertreter zum Gründungskongreß der Komintern nach Moskau (Pseudonym Max Albert). Dort hat er sich, entsprechend einem Beschluß der KPD und dem Wunsch der inzwischen in Deutschland ermordeten Rosa Luxemburg, gegen die sofortige Gründung der Komintern gewandt und sich bei der Gründung der Kommunistischen Internationale der Stimme enthalten. Nach Deutschland zurückgekehrt, plädierte er für den Anschluß an die Komintern, den die KPD dann beschloß. Während der März-Aktion 1921 und bei den Vorbereitungen des Aufstandes 1923 auch im AM-Apparat der KPD aktiv. Von 1921 bis 1933 war er Abgeordneter des Preußischen Landtags. Ende 1923 wandte er sich von Heinrich Brandler ab und ging zur Mittelgruppe, die bis zum IX. Parteitag im April 1924 die Partei leitete. Eberlein gehörte zu den Organisatoren dieses illegal abgehaltenen Parteitags und wurde dort als einer der vier Vertreter der Mittelgruppe in die linke Zentrale gewählt, in der er loyal mitarbeitete. Allerdings verlor er seine Funktion als Sekretär des Polbüros und die Leitung der Agitproparbeit, er lenkte die geschäftlichen Unternehmungen, Druckerei- und Zeitungsverlage, später die gesamte Finanztätigkeit der KPD. Eberlein war in der Folgezeit einer der Vertrauensleute der Komintern-Führer in Deutschland und als Leiter der Geschäftsabteilung kontrollierte er zugleich die finanzielle Unterstützung der KPD durch Moskau. Auf dem X. Parteitag 1925 kam er wieder ins ZK, sein Einfluß stieg in der Partei nach dem »Offenen Brief« beträchtlich. Auf dem Xl. Parteitag 1927 als ZK-Mitglied ins Polbüro aufgenommen, 1928 wählte ihn der VI. Weltkongreß der Komintern in die Internationale Kontrollkommission, der VII. Weltkongreß 1935 in Moskau, an dem er teilnahm, bestätigte später dieses Mandat. Eberlein gehörte zur Versöhnler-Gruppe. Er hatte maßgebenden Anteil an der Aufdeckung der Wittorf-Affäre und war neben Gerhart Eisler Hauptinitiator der Absetzung Ernst Thälmanns im September 1928. Nach dem Eingreifen Stalins wurde er »kaltgestellt«, kapitulierte später mit der Mehrheit der Versöhnler und wurde auf weniger wichtige Posten abgeschoben. Eberlein hatte 1913 in Berlin Anna Harms (*15.7. 1889 – † 11. 1. 1964), die ebenso wie er ab 1919 der KPD angehörte, geheiratet. Er war in zweiter Ehe dann mit Inna Armand, einer Tochter der berühmten aus Frankreich stammenden russischen Bolschewikin Inessa Armand, einer Freundin Lenins, verheiratet. Beider Tochter Ines wurde 1923 in Berlin geboren. Eberlein stand in enger Freundschaft zu Wilhelm Pieck. Nach 1929 im Komintern-Apparat tätig, wozu ihn Bela Kun herangezogen hatte, blieb er dies auch nach 1933 und beteiligte sich in Frankreich maßgeblich an der Organisierung der Volksfrontbewegung. Er wurde im September 1935 in Straßburg wegen »Spionage« verhaftet und im März 1936 in die Schweiz abgeschoben. Seit 1933 lebte Eberlein – inzwischen von Inna Armand getrennt – mit seiner Sekretärin Charlotte Scheckenreuter zusammen. Beide flüchteten im August 1936 von Antwerpen über Leningrad nach Moskau und wohnten dort im Hotel »Lux«. Auf Eberleins 50.Geburtstag im Mai 1937 verkündete Pieck, Hugo Eberlein werde rehabilitiert und wieder zur KPD-Arbeit herangezogen. Tatsächlich aber hat ihn das NKWD in der Nacht vom 27. zum 28. Juli 1937 verhaftet, in die Lubjanka gesperrt und von ihm unter fürchterlicher Folter »Geständnisse« erzwungen. In einem Brief an Charlotte Scheckenreuter vom November 1939 (erstmals vollständig veröffentlicht 2008), der sie aber nicht mehr erreichte, berichtete Eberlein: »Nach der Verhaftung saß ich bis zum 19. 1. 1938 ohne jegliches Verhör in Haft. Am 19.Januar 1938 begann das Verhör, das ununterbrochen zehn Tage und Nächte dauerte. Ich mußte ohne Schlaf und fast ohne Nahrung die ganze Zeit stehen. Das Verhör bestand in der Erhebung der sinnlosesten Anschuldigungen und wurde durch solche Faust- und Fußschläge begleitet, daß ich nur unter schrecklichsten Schmerzen stehen konnte. Die Haut platzte, in den Schuhen sammelte sich Blut ... Im April 1938 transportierte man mich ins Lefortowo-Gefängnis. Hier wurden alle Verhöre mit den schrecklichsten Verprügelungen begleitet, man prügelte mich wochenlang Tag und Nacht. Auf dem Rücken gab es kein Stück Haut, nur das nackte Fleisch. Auf einem Ohr konnte ich wochenlang nichts hören, und auf einem Auge konnte ich wochenlang nichts sehen, weil die Blutgefäße im Auge verletzt wurden. Oft fiel ich in Ohnmacht.« Am 5. Mai 1939 wurde Hugo Eberlein in einer geschlossenen Sitzung des Militärkollegiums des Obersten Gerichts der UdSSR zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt und am 1. Juni 1939 nach Workuta transportiert. 1941 kam er in ein Lager 100 km nördlich von Syktywkar in der ASSR der Komi, dann zurück nach Moskau und erneut angeklagt. Am 30. Juli 1941 lautete das Urteil Tod durch Erschießen. Hugo Eberlein wurde am 16. Oktober 1941 erschossen. Charlotte Scheckenreuter (* 30. 10. 1909 – †11. 8. 1982), seine Lebensgefährtin, war Tochter eines Essener Bergarbeiters, 1927 Mitglied der KPD, Kontoristin und Stenotypistin bzw. ab 1930 in der Abteilung Kasse der BL Ruhrgebiet. Im Juli 1933 ins Saargebiet emigriert. Ab Oktober 1936 arbeitete sie unter dem Parteinamen Lotte Reuter an der Leninschule in Moskau. Dort am 18. Juni 1938 verhaftet und der »Beihilfe zur Spionage« angeklagt. Im Januar 1939 zwar entlassen, aber mittellos und ohne jegliche Unterstützung, blieb ihr nur die Rückreise nach Deutschland. Hier wurde sie am 3.November 1939 verhaftet. Charlotte Scheckenreuter überlebte die Nazidiktatur, heiratete nach 1945 den Essener Altkommunisten und Spanienkämpfer Heinrich Schürmann. 2008 veröffentlichten Ruth Stoljarowa und Wladislaw Hedeler im »JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung« eine biographische Skizze über Charlotte Scheckenreuter. Hugo Eberlein wurde am 31. Oktober 1956 durch das Militärkollegium des Obersten Gericht der UdSSR juristisch rehabilitiert. Seine Tochter Ines erhielt 1956 eine offizielle Sterbeurkunde, angeblich war ihr Vater am 12. Januar 1944 »verstorben«. Sein Sohn aus erster Ehe, Werner Eberlein (*9.11. 1919 – † 11. 10. 2002) emigrierte im April 1934 zum Vater in die Sowjetunion, er besuchte die Karl-Liebknecht-Schule in Moskau. Nach der Verhaftung seines Vaters mußte er bis 1940 in Moskau arbeiten und wurde anschließend für acht Jahre nach Sibirien verbannt. Im April 1948 nach Deutschland zurückgekehrt, trat er in die SED ein und wurde Übersetzer beim FDGB und im ZK der SED. Von 1951 bis 1954 Kursant an der Parteihochschule in Moskau, arbeitete anschließend bis 1959 beim »Neuen Deutschland«, dann Mitarbeiter des ZK der SED, Chefdolmetscher sowohl Walter Ulbrichts als auch Erich Honeckers bei Gesprächen mit der sowjetischen Führung. Seit 1971 Mitglied der ZRK, gehörte er ab 1981 dem ZK an, 1983 1. Sekretär der BL Magdeburg. Werner Eberlein wurde 1985 Kandidat, und 1986 Mitglied des Politbüros der SED, später war er in der PDS.

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Ebert, Karl

* 15.10.1916 – ✝ 12.11.1974

Geb. in Würzburg; 1941 Priesterweihe in Würzburg, Kaplan in Arnstein (Lahn); Wehrmacht. 1948 Kaplan in Hammelburg (Unterfranken); 1950 Kuratus in Wernshausen (Thür.); 1957 Pfarrer in Wernshausen, 1959 in Unterwellenborn; 1968 Dekan des Dekanats Saalfeld; 1971 Bischöfl. Kommissar des Bischofs von Würzburg in Meiningen; seit 20.7.1973 Titularbischof von Drua, 15.9.1973 Weihbischof des Apostol. Administrators in Erfurt u. Meiningen (Nachf. von  Hugo Aufderbeck); gest. in Meiningen.Clemens Brodkorb / Helmut Müller-Enbergs

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Ebner, Adam

* 4.3.1894 – ✝ 6.7.1973

Geboren am 4. März 1894, entstammte einer alteingesessenen Neu-Isenburger Familie. Der Vater starb früh, die Mutter betrieb eine Gastwirtschaft. Ebner lernte Mechaniker und war längere Zeit in seinem Beruf tätig. Nach dem Besuch der technischen Lehranstalten in Offenbach kam er als Betriebsassistent zur Reichsbahn. Im Weltkrieg verwundet, trat er 1919 der USPD bei und kam mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Von 1921 bis 1924 Abgeordneter des Hessischen Landtags, im Mai (bis Dezember) 1924 im Wahlkreis Hessen-Darmstadt in den Reichstag gewählt. Delegierter des VIII. KPD-Parteitages 1923, als Vertreter des linken Bezirks Hessen in die Gewerkschaftskommission und den ZA berufen. 1925 war Ebner Mitarbeiter der Orgabteilung der Komintern in Moskau und ging zur »Vereinigten Opposition Sinowjews und Trotzkis«. Als Oppositioneller 1927 aus der Partei ausgeschlossen, gehörte er zu den Mitbegründern des Leninbundes und unterschrieb im März 1928 den Aufruf der »Linken Kommunisten«. Bei den Stadtverordnetenwahlen 1929 errang der Leninbund unter Ebners Führung in Neu-Isenburg vier Mandate. Im April 1931 gab es Wiedervereinigungsbestrebungen zwischen der örtlichen Leitung der KPD und dem Leninbund, doch dieser blieb selbständig. Ebner kandidierte damals mit einem großen Wahlerfolg als Beigeordneter in Neu-Isenburg. Von 1933 bis 1945 arbeitete er wieder als Betriebsassistent bei der Reichsbahn bzw. als Buchhalter in einer Uniform-Kleiderfabrik in Neu-Isenburg. Von März bis April 1933 in »Schutzhaft«, anschließend stand der hundert Prozent schwerkriegsbeschädigte Ebner unter Hausarrest. Nach 1945 bei der Hessischen Landesversicherungsanstalt beschäftigt, lebte er später als Pensionär in Neu-Isenburg, er gehörte keiner Partei an. Adam Ebner starb am 6. Juli 1973.

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Eckert, Erwin

* 16.6.1893 – ✝ 20.12.1972

Geboren am 16. Juni 1893 in Zaisenhausen/ Baden, Sohn eines Lehrers. Er wuchs in Mannheim auf, wo sein Vater später Leiter eines Waisenhauses war. Eckert studierte in Heidelberg, Göttingen und Basel Theologie und Philosophie. Im Weltkrieg war er Soldat in einem Alpenjäger-Regiment, zuletzt Leutnant. Als Student Mitglied der SPD, als Stadtvikar von Pforzheim (bis 1922) gründete Eckert den Bund religiöser Sozialisten Deutschlands und blieb bis 1931 dessen Vorsitzender. Bis 1927 Pfarrer in Meersburg am Bodensee, dann Stadtpfarrer in Mannheim. Der populäre Eckert sammelte linke SPD-Kreise um sich, schloß sich aber nicht wie erwartet 1931 der SAP an, sondern wurde Mitglied der KPD. Beim Übertritt im Oktober 1931 veröffentlichte die KPD eigens die Broschüre »Die Kirche und die KPD. Stadtpfarrer Eckert kommt zur KPD«, wodurch er deutschlandweit bekannt wurde. Von der evangelischen Kirche aus dem Pfarramt entlassen, war Eckert bis 1933 Redakteur an KPD-Organen (»Rote Post« in Berlin und »Freiheit« in Düsseldorf). Er wurde im März 1933 verhaftet, im Oktober entlassen, dann aber im Juni 1936 erneut festgenommen und zu drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Danach arbeitslos, später als kaufmännischer Angestellter beschäftigt. 1945 wurde Eckert Vorsitzender der KPD in Südbaden (französische Zone), kam als Staatsrat in die erste provisorische Regierung und wurde im zweiten Badischen Kabinett bis Juli 1947 Staatskommissar für Wiederaufbau. Als Abgeordneter war er Vorsitzender der KPD-Fraktion im Badischen Landtag. Bei der Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Mannheim am 31. Juli 1949 konnte der KPD-Kandidat Eckert das erstaunliche Ergebnis von 34,7 Prozent erreichen. Später in KP-nahen Organisationen tätig, starb Erwin Eckert am 20. Dezember 1972 in der Nähe von Mannheim.

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Eckstein, Bernhard

* 21.8.1935 – ✝ 10.11.2017

Geb. in Zwochau (Krs. Grimma); gelernter Werkzeugdreher; 1953 – 1966 aktiver Radsportler; begann 1953 bei der BSG Fortschritt Naunhof als Tourenfahrer; 1955 – 57 BSG Fortschritt Lichtenstein (Trainer Richard Huschke); 1957 1. Platz bei der Jahrespunktwertung aller Fahrer der Sportgemeinschaften (organisierter Radsport außerhalb des Leistungssports); Okt. 1957 – 66 beim SC Wiss. DHfK Leipzig (Trainer Herbert Weisbrod, Werner Schiffner); 1960 WM (Nachf. von  Gustav-Adolf Schur) u. Teiln. an Olymp. Spielen (22. Platz); viermal Teiln. der Internat. Friedensfahrt, 1961 3. Platz u. Sieger der Bergwertung; 1963 2. Platz u. Sieger der Bergwertung bei der DDR-Rundfahrt; 1958 – 61 jeweils DDR-Vizemstr.; Siege: 1958 Großer Preis von Aachen, 1960 Isle of Man, 1961 Harzer Bergpreis u. Großer Preis des Dt. Sport-Echos; 1960 VVO; 1967 – 1990 Fotoreporter bei »Neues Dtl.«. 1990 – 92 bei der Tagesztg. »Wir in Leipzig«; 1992 – 98 Fotograf in einer Werbeagentur; seit 1998 Rentner; gest. in Leipzig.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Egel, Karl Georg

* 8.12.1919 – ✝ 13.2.1995

Geb. in Briest (Krs. Angermünde); Vater Pfarrer; Gymnasium in Berlin; 1938 – 44 Studium der Med., 1944 Prom. zum Dr. med.; 1944/45 Assistenzarzt; Febr. 1945/46 brit. Kriegsgefangenschaft, Lager Ascot; Mitarb. an BBC-Sendungen für dt. Kriegsgefangene. Seit 1946 Journalist beim NWDR in Köln, Hamburg u. beim Bayr. Rundfunk in München; auch liter. tätig (Hörspiele, Erzählungen); GRU-Agent; Anf. 1948 Flucht vor drohender Verhaftung wegen des »Verdachts nachrichtendienstl. Tätigkeit« in die SBZ; SED; 1948 – 50 Mitarb. beim Berliner Rundfunk; ab 1950 wieder Arzt u. Forts. seiner Ausbildung; Assistent am Sozialhygien. Inst. in Berlin; 1953 – 56 Chefdramaturg der DEFA; Freundschaft mit  Markus Wolf; ab 1956 freischaff.; Mitarb. des »Freiheitssenders 904«; 1959 u. 1966 NP; 1969 Ord. Mitgl. der DAK; 1969 Banner der Arbeit; 1970 NP (im Koll.); 1985 VVO; gest. in Berlin. Autor der Drehbücher »Geheimakten Solvay« (R:  M. Hellberg, UA 1953), »Genesung« (mit  P. Wiens, R:  K. Wolf, UA 1956), »Das Lied der Matrosen« (mit Paul Wiens, R:  Kurt Maetzig u.  Günter Reisch, UA 1958), »Professor Mamlock« (nach Friedrich Wolf, R: Konrad Wolf, UA 1961), »Dr. Schlüter« (R: Achim Hübner, fünfteiliger TV-Film 1965/66), »Spur der Steine« (nach  Erik Neutsch, R:  Frank Beyer, UA 1966, kam nicht zum Verleih), »Anton der Zauberer« (R: Günter Reisch, Premiere 1978).Hoff, P.: Gelobt, dekoriert – u. gescholten. In: Neues Dtl. vom 16.2.1995.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eggerath, Werner

* 16.3.1900 – ✝ 16.6.1977

Geboren am 16. März 1900 in Elberfeld, Sohn eines Stuckateurs; Schlosser, Bauarbeiter, Hafenarbeiter. Noch im September 1918 Einberufung zum Militär, zunächst Angehöriger eines Pionierbataillons, zuletzt beim Grenzschutz Ober-Ost (Freikorps Baltikumer). Im März 1919 aus dem Heer entlassen, war er bis 1927 Bergarbeiter in Heerlen/Niederlande. Seit 1924 KPD-Mitglied, ab 1929 Stadtverordneter in Neuß am Rhein, 1932 Sekretär des KPD-UB Wuppertal. Eggerath besuchte 1932 die Leninschule in Moskau. Ende 1933 Rückkehr zur illegalen Arbeit nach Deutschland, bis Juni 1934 gehörte er der RGO-Reichsleitung an und war zeitweise auch Mitglied der illegalen KPD-Landesleitung. Bis zur Verhaftung am 21. Januar 1935 war er ZK-Instrukteur für das Rhein-Ruhr-Gebiet. Am 24. April 1936 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, inhaftiert im Zuchthaus Münster, zuletzt Angehöriger eines Sprengkommandos im Zentralgefängnis Bochum. 1945 wurde Eggerath Chefredakteur der »Eislebener Zeitung« bzw. Landrat des Mansfelder Seekreises, im Oktober 1945 1.Sekretär der KPD-BL Thüringen. 1946/47 Vorsitzender der SED Thüringen und bis 1952 Mitglied des Sekretariats dieses Landesvorstandes. Im Oktober 1946 in den Thüringer Landtag gewählt, folgte Eggerath 1947 Hugo Paul als Ministerpräsident des Landes Thüringen. 1952 Staatssekretär und Leiter der Koordinierungs- und Kontrollstelle für die örtlichen Organe der DDR, 1954 Botschafter in Rumänien, von 1957 bis 1960 Staatssekretär für Kirchenfragen. Ab 1961 Schriftsteller, veröffentlichte 1975 unter dem Titel: »Die fröhliche Beichte« seine Lebenserinnerungen. Werner Eggerath starb am 16.Juni 1977 in Ost-Berlin.Elke Reuter / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eggert, Paul

* 27.4.1897 – ✝ 1.9.1963

Geboren am 27. April 1897 in Hermsdorf bei Berlin, Sohn eines Bauarbeiters. Arbeitsbursche, später u. a. in einer Hanf- und Drahtseilfabrik tätig. 1915 Einberufung zum Kriegsdienst, während der Revolution in Thorn/Weichsel, 1920 trat er in die KPD ein. Angestellter in der Reichsdruckerei, später Arbeit als Zinkschleifer. Eggert gehörte der unter der Leitung von Richard Großkopf arbeitenden Paßfälschergruppe an, die im Auftrag des ZK der KPD falsche Papiere für verfolgte KPD-Mitglieder herstellte. Er wurde festgenommen, zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und nach seiner Freilassung 1928 zunächst Mitarbeiter der Informationsabteilung des ZK sowie Orgleiter des 20. Berliner Verwaltungsbezirks. Später wieder im AM-Apparat tätig, enge Zusammenarbeit mit Großkopf, Karl Wiehn und Hermann Dünow. Am 8. Mai 1933 in Berlin inhaftiert und im Januar 1935 vom VGH zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, saß Eggert bis 1945 in verschiedenen Zuchthäusern, zuletzt im KZ Buchenwald. 1945 wurde er Referent im Landesamt für Arbeit und Sozialfürsorge in Thüringen. Mitglied der KPD/SED und 1947 Angehöriger der DVP-Landesbehörde Thüringen, Kriminaloberkommissar, ab 1950 Abteilungsleiter der MfS-Landesverwaltung Thüringens. Paul Eggert starb am 1. September 1963 in Erfurt.