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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Arendsee, Martha

* 29.3.1885 – ✝ 22.5.1953

Geboren am 29. März 1885 in Berlin als Tochter eines Schriftsetzers; kaufmännische Lehre, danach Angestellte der Konsumgenossenschaft Berlin. Nach einer Operation schwer körperbehindert, war sie von 1903 bis 1910 Heimarbeiterin. 1906 Mitglied der SPD, ab 1909 Frauenleiterin im Kreisverband Niederbarnim. Während des Weltkrieges gehörte sie zu den führenden Köpfen der »Niederbarnimer Opposition« und war Teilnehmerin der Internationalen Frauenkonferenz in Bern 1915. 1917 Übertritt zur USPD, Abgeordnete dieser Partei in der Preußischen Landesversammlung von 1919 bis 1921. Nach der Spaltung der USPD im Oktober 1920 Mitglied des ZK der linken USP. Mit dieser im Dezember 1920 zur KPD, deren Abgeordnete sie von 1921 bis 1924 im Preußischen Landtag und von Dezember 1924 bis 1930 im Reichstag war. Zunächst in der Frauenarbeit der KPD tätig, zeichnete Martha Arendsee 1922 bis 1924 für die Zeitschrift »Die Kommunistin« verantwortlich, danach Redakteurin an der Zeitschrift »Proletarische Sozialpolitik«. Ab 1925 vor allem in der IAH tätig, derem Vorstand sie angehörte. 1930 wegen ihrer Sympathie für den rechten Parteiflügel nicht mehr für den Reichstag nominiert. Im April 1933 verhaftet und bis September im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße inhaftiert. Nach der Freilassung emigrierte sie im April 1934 zusammen mit ihrem Mann, Paul Schwenk, in die Sowjetunion. Dort wurde Schwenk während der Stalinschen Säuberung von 1937 bis 1941 inhaftiert. Martha Arendsee war zunächst Mitarbeiterin der RGI, dann zeitweilig in der Leitung des »Klubs ausländischer Arbeiter« und ab 1941 bei Radio Moskau. Sie war einziges weibliches Mitglied des 1943 gegründeten Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD). Anfang Juni 1945 kehrte sie mit Wilhelm Pieck nach Deutschland zurück, wurde Mitunterzeichnerin des ersten Aufrufs des ZK der neugebildeten KPD vom 11.Juni 1945. Martha Arendsee war ab August 1945 Mitglied des Zentralen Frauenausschusses beim Berliner Magistrat und noch einige Zeit in der Frauenarbeit der KPD-SED tätig. Sie gehörte dem I. Parteivorstand der SED an, wurde aber schon auf dem II. Parteitag der SED im September 1947 nicht wiedergewählt. Nach Gründung des FDGB leitete sie die Abteilung Sozialpolitik im Bundesvorstand. 1949/50 Vorsitzende der Sozialversicherungsanstalt von Ost-Berlin. Martha Arendsee starb am 22. Mai 1953 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Aris, Helmut

* 11.5.1908 – ✝ 22.11.1987

Geb. in Dresden; Vater Metallwarenfabri- kant; König-Georg-Gymnasium in Dresden; 1925 – 38 Ausbildung zum Kfm. u. im Beruf in der Textilbranche tätig; Nov. 1938 verhaftet u. wegen nichtjüd. Ehefrau wieder entlassen, 1938 – 40 arbeitslos; 1940 – 45 Zwangsarbeit als Transportarb. bei der Fa. Schlüter, Dresden; sollte am 14.2.1945 deportiert werden, was durch die Bombardierung Dresdens verhindert wurde; Febr. – Mai 1945 illeg. in Dresden. 1945/46 SPD/SED; 1945 – 65 Geschäftsf. bzw. kfm. Ltr. in versch. Industriebetrieben, bis 1965 Verwalt.-Dir. im Inst. für Chemieanlagen in Dresden; 1948 Mitgl. des Vorst. u. ab 1953 Vors. der Jüd. Gemeinde Dresden (Nachf. der geflohenen Leon Löwenkopf bzw. Hans Ogrodek); 1952 Mitbegr. des Verb. der Jüd. Gemeinden; März 1954 – Juli 1956 als IM »Lanus« für das MfS erf., verweigerte jedoch Berichte über Gemeindemitgl.; 1958 – 62 Vizepräs. u. ab Juni 1962 Präs. des Verb. der Jüd. Gemeinden in der DDR (Nachf. von  Hermann Baden); Zusammenarb. mit dem Staatssekr. für Kirchenfragen; Ltr. des Red.-Kolleg. des Nachrichtenblatts des Verb.; 1962 – 87 Mitgl. des Präs. des NR der NF, Mitgl. des Präs. der Liga für die Vereinten Nationen, des Präs. des Friedensrats der DDR, der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer, des DDR-Komitees für die Kampfdekade gegen Rassismus; 1964 Verdienstmedaille der DDR; 1969 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille der NF; 1978 VVO; 1983 Ehrenspange zum VVO; Dt. Friedensmedaille; gest. in Dresden.Der synagogale Gesang. Frankfurt (Main) u. a. 1978 (mit H. A.). Burgauer, E.: Zwischen Erinnerung u. Verdrängung – Juden in Dtl. nach 1945. Reinbek 1993; Wolffsohn, M.: Die Dtl.-Akte: Juden u. Dt. in Ost u. West. Tatsachen u. Legenden. München 1995; Offenberg, U.: »Seid vorsichtig gegen die Machthaber«. Die jüd. Gemeinden in der SBZ u. der DDR 1945 bis 1990. Berlin 1998.Jan Wielgohs / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Arndt, Otto

* 19.7.1920 – ✝ 3.2.1992

Geb. in Aschersleben; Vater Eisenbahner; mittlere Reife; 1936 – 39 Ausbildung zum Schlosser; 1942/43 Wehrdienst (Luftwaffe), OGfr. 1945/46 SPD/SED; ab 1945 Arbeit bei der Reichsbahn, Ausbildung zum Reichsbahninspektor; 1946 FDGB; 1950 Amtsvorst. im Reichsbahnamt Aschersleben, 1951 Vizepräs. der Reichsbahndir. Dresden, 1953 – 60 der Reichsbahndir. Halle; 1960/61 PHS; 1961 – 64 Präs. der Reichsbahndir. Berlin; 1964 – 70 stellv. Min.; 1966 ZI für soz. Wirtschaftsführung u. 1969 Ing.-Schule für Transportbetriebstechnik; ab Dez. 1970 Min. für Verkehrswesen u. GD der DR (Nachf. von  Erwin Kramer); 1971 Kand., 1975 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1980 VVO; 1985 Held der Arbeit; Nov./Dez. 1989 Rücktritt mit dem Min.-Rat u. dem ZK der SED.Elke Reuter / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Arnold, Walter

* 27.8.1909 – ✝ 11.7.1979

Geb. in Leipzig; Vater Steinmetz; 1924 – 28 Ausbildung zum Holz- u. Steinbildhauer in Leipzig; 1928 – 32 Studium an der Leipziger Kunstgewerbeschule bei Alfred Thiele; 1932/ 33 dort Assistent; 1933 – 40 freischaff.; 1940 – 45 Wehrdienst u. Kriegsgefangenschaft. Nov. 1946 SED; Prof. für figürliches Zeichnen an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, 1949 – 70 an der HS für bildende Künste Dresden, Ltr. der Abt. Plastik, dort 1950 Berufung zum Prof.; 1952 DAK, NP; 1954 – 63 Kand. des ZK der SED; 1959 VVO; 1959 NP; 1959 – 64 Präs. des VBKD (Nachf. von  Otto Nagel); 1962 Kunstpreis des FDGB; später Prof. u. Ltr. der Abt. Grafik an der HS für Grafik u. Buchkunst in Leipzig; 1969 Banner der Arbeit; 1974 KMO; ab 1974 Ltr. einer Mstr.-Kl. an der HS für bildende Künste Dresden; gest. in Dresden. Werke: Bronzeplastiken: Wäscherin (1947), Bauarbeiter (1947), Jugend – Baumeister der DDR (1951), Befreite Arbeit – schöneres Leben (1961); Akte: Inge (1949), Badende (1961), Aphrodite (1975); Porträtbüsten u. -statuetten: Felix Mendelssohn Bartholdy (1948), Carl Maria von Weber (1952), Karl Liebknecht u. Rosa Luxemburg (1957), Ernst Thälmann (1958), Otto Buchwitz (1962); expressive Holzplastiken: Das Leid (1946), Vietnam klagt an (1966), Vorwärts u. nicht vergessen – die Solidarität (1967), Venceremos (1974); Es gibt kein fremdes Leid (1979).Herbig, E., Feist, P. H.: W. A. Dresden 1959; Kat. W. A. Potsdam-Sanssouci 1971; Kat. W. A. Museum der Bildenden Künste. Leipzig 1982.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Aßmann, Otto

* 25.5.1901 – ✝ 14.8.1977

Geb. in Königsberg (Ostpr. / Kaliningrad, Rußland); Vater Metallarbeiter; Volksschule; Beschäftigung in einer SPD-Druckerei; Lehre u. Arbeit als Dreher; 1915 SAJ, 1918 USPD, 1922 SPD; März – Juni 1933 Stadtverordn. in Königsberg; ab 1937 Flugmotorenschlosser im Werk Königsberg der Dt. Lufthansa; 1941 Wehrmacht, Front-Reparatur-Kommando als Motorenschlosser; Aug. – Okt. 1945 sowj. Kriegsgef. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1946 SED; 1949 / 50 2. Sekr. der SED-KL Zwickau, anschl. OB von Zwickau, Februar 1954 von den Aufgaben des OB entbunden; bis Okt. 1955 Werkltr. im VEB Zwickauer Steinzeugwerk; Okt. 1955 Stellv. des OB, 1956 – 59 OB von Gera (Nachf. von Curt Böhme); 1959 Umzug nach Karl-Marx-Stadt, Einsatz als Kaderleiter; gest. in Karl-Marx-Stadt.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Auer, Erich

* 26.4.1902 – ✝ 1.6.1978

Geboren am 26. April 1902 in Hesserode bei Nordhausen, Sohn eines Tischlers; Druckerlehre. 1916 Mitglied der Arbeiterjugend, war im Mai 1916 Teilnehmer an der Osterkonferenz der oppositionellen Arbeiterjugend und begegnete dort Karl Liebknecht. Auer trat 1918 der FSJ und im April 1920 der KPD bei und war von 1923 bis 1925 Leiter der KJD bzw. KJVD-BL Thüringen. 1923 auf dem Reichskongreß ins ZK der KJD gewählt, wurde er 1925 bis Anfang 1928 Orgleiter des ZK des KJVD. Als KJVD-Vertreter war er bis Ende 1928 Referent des EK der KJI in Moskau. Anschließend in Berlin Mitarbeiter in der Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD und bis 1932 Mitglied des Reichskomitees der RGO und deren Agitpropsekretär. Ende 1932 wurde er Gewerkschaftsredakteur des »Ruhr-Echos« in Essen. 1933 Instrukteur in Danzig, Ostpreußen, und später im Ruhrgebiet, 1934 Oberberater für die Bezirke Ostpreußen und Königsberg. Im März 1934 wurde Auer in Berlin verhaftet und am 31.Juli 1934 zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Freilassung Drucker in der Deutschen Zentraldruckerei. 1937 erneut festgenommen und drei Monate inhaftiert. Am 1.März 1944 zum Strafbataillon 999 eingezogen, wegen einer schweren Erkrankung aber wieder entlassen. 1945/46 war Auer stellvertretender Bürgermeister in Berlin-Bohnsdorf, von 1946 bis 1949 Bezirksrat für allgemeine Verwaltung und Sozialwesen in Berlin-Treptow. Auer wurde 1950 vorgeworfen, sich 1941 gegenüber der Gestapo bereit erklärt zu haben, politische Stimmungsberichte abzuliefern. Daraufhin als Kulturleiter auf das VEG Groß-Lüsewitz in Mecklenburg abgeschoben, bis 1967 Kaderleiter des Instituts für Pflanzenzüchtung der AdL. Ab 1952 gehörte er dem Sekretariat des Bezirksvorstandes der Gewerkschaft Wissenschaft Rostock an. Erich Auer, der in erster Ehe mit der 1944 hingerichteten Widerstandskämpferin Judith Auer verheiratet war, starb am 1. Juni 1978.

Wer war wer in DDR

Aulbach, Ludwig

* 9.8.1914 – ✝ 25.6.1989

Geb. in Offenbach (Main); Vater Lederarbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als kaufm. Angest.; Volkshochschule; 1931 ZdA; 1936 – 38 Wehrmacht; 1938 / 39 Einkäufer in Offenbach; 1939 – 45 Wehrmacht, Febr. – Dez. 1945 amerikan. Kriegsgef. in Frankreich, Le Mans. 1946 Rückkehr nach Dtl.; KPD / SED; zunächst Einkäufer im Steinkohlenwerk Oelsnitz; 1946 – 48 Red. bei der Ztg. »Volksstimme« in Chemnitz; Studium an der SED-LPS u. Fernstudium an der SED-PHS; 1949 stellv. Chefred. der »Lausitzer Rundschau« in Bautzen; 1950 – 56 Chefred. der SED-Ztg. »Volksstimme« bzw. »Freie Presse« Chemnitz / Karl-Marx-Stadt (Nachf. von  Paul Prien), Jan. 1956 Ablösung als Chefred. u. Einleitung eines Parteiverfahrens wg. Abdrucks von »Zuschriften mit faschist. Charakter«, anschl. Mitarb. des ADN, ab Ende 1956 Korresp. des ADN bzw. der Ztg. »Neues Deutschland«, u. a. in Kairo, 1972 / 73 in Bukarest u. 1975 – 78 in Belgrad; anschl. Mitarb. der Abt. internat. Beziehungen im ADN in Berlin.Kirsten Nies

Wer war wer in DDR

Aust, Bernd

* 30.1.1945

Geb. in Dresden; Ausbildung zum Werkzeugmacher; 1965 – 69 Studium an der HS für Musik »Carl Maria von Weber« in Dresden (Saxophon, Klarinette), anschl. bis 1976 Fernstudium im Fach Komposition bei Rainer Lischka; 1969 Gründung der Gruppe »Electra« in Dresden, stilprägender Musiker der Band (Flöte, Saxophon, Keyboard), bekannt für die Kombination von konzertantem Rock, Jazz u. neuer Musik; bekannteste Kompositionen: »Tritt ein in den Dom«, »Die Madonna«, 1989 Fan-Club-Lied für Dynamo Dresden »Wir sind der zwölfte Mann« (Single), bis 1987 sieben Amiga-LPs mit »Electra«. Seit 1990 Konzertveranstalter u. Promotor, 1993 Gründer u. seitdem Geschäftsf. der Bernd Aust Kultur Management GmbH, Veranstaltung von Klassikkonzerten in Dresden u. Umland, u. a. mit José Carreras, Montserrat Caballé, Andrea Bocelli; 1997 Gründung des Veranstaltungszentrums »Alter Schlachthof« (internat. Rockstars), 1994 – 99 Mitgl. der Stadtverordnetenversamml. Dresden für die Wählervereinigung Freie Bürger Dresden; 25.10.2003 Konzert »Sachsendreier« mit »Electra«, »Lift« u. »Stern Meißen« in Magdeburg; 23.10.2004 Jubiläumskonzert 35 Jahre »Electra« im Alten Schlachthof. LPs m. »Electra«: electra Combo, 1974; Adaptionen, 1976; electra 3, 1980; Die Sixtin. Madonna, 1980; Ein Tag wie eine Brücke, 1982; Augen der Sehnsucht, 1985; Tausend u. ein Gefühl, 1987; Die Hits 1971 – 1989, CD 1996.Balitzki, J.: Geschichten vom Sachsendreier. Berlin 2001.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Axen, Hermann

* 6.3.1916 – ✝ 15.2.1992

Geb. in Leipzig in einer jüd. Familie; Vater Handelsvertreter; 1922 – 26 Volksschule, Realgymnasium; 1932 KJVD; 1932 Mitgl. der UB-Ltg. des KJVD Leipzig; 1932/33 Lehrgänge an der MASCH Leipzig; 1933 illeg. Arbeit, Polit.-Ltr. des KJVD im Leipziger Stadtteil IV (Klein- u. Großzschocher); Sept. 1933 Ermordung des Bruders Rudolf durch die Gestapo; März – Nov. 1934 kfm. Ausbildung bei der Pelzhandlung Hoffner, Moses & Co.; Juni 1934 Agitprop.-Verantw. in der UB-Ltg. des KJVD Leipzig-West (Deckname »Max«, dann »Friedrich«); ab Sept. 1934 Mitgl. der KJVD-BL Leipzig; Nov. 1934 verhaftet, vom OLG Dresden wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, 1935 – 37 Zuchthaus Zwickau; Nov. 1937 bei Haftentlassung sofortige Ausweisung; mit Zustimmung der KPD Ausreise über Polen nach Wien, von dort im Jan. 1938 Flucht nach Paris; dort bis 1940 Gelegenheits- u. Hilfsarbeiter in versch. Betrieben; in der kommunist. Jugendarbeit tätig, Kurierdienste für die illeg. KPD-Führung; ab Apr. 1938 RH-Arbeit für den KJVD; Übers. für den »Dt. Freiheitssender 29,8«; Mai 1940 interniert in Le Vernet; Aug. 1942 Auslieferung an die Gestapo (zus. mit  Kurt Goldstein und anderen jüd. Kommunisten); Einlieferung in das KZ Auschwitz III, dort Ltr. des illeg. Lagerkomitees; verlegt in das KZ Buchenwald, dort Mitgl. der illeg. KPD-Ltg. Aug. – Okt. 1945 Ltr. des Jugendaussch. im Rat der Stadt Leipzig, Mitgl. der KL der KPD Leipzig; Okt. 1945 – Febr. 1946 Ltr. des Jugendaussch. der Landesverw. Sachsen; Mitbegr. des Antifa-Jugendaussch.; 1946 SED; Mitbegr. der FDJ; März 1946 – Feb. 1949 Sekr. des ZR der FDJ; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 Ltr. der Abt. Agit. im PV bzw. ZK der SED, seit Okt. 1949 Mitgl. des Sekr. des ZK der SED u. März 1949 – Juli 1953 Sekr. des ZK der SED, verantw. für Massenagit. u. Presse; Juli 1953 – Juli 1956 2. Sekr. der SED-BL Berlin (Nachf. von Erich Hönisch); 1954 – 89 Berliner Vertreter bzw. Abg. der Volkskammer, seit Juli 1967 Stellv., ab 1971 Vors. ihres Aussch. für Ausw. Angelegenh. (Nachf. von  Rudolf Agsten); Sept. 1956 VVO; 1956 – 66 Chefred. des »Neuen Dtl.« (Nachf. von  Georg Stibi); Sept. 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; Apr. 1960 Banner der Arbeit; 1962 – 89 Ltr. der Außenpol. Kommission beim PB des ZK der SED; 1963 – 71 Mitgl der Agit.-Kommission beim PB des ZK der SED; ab Jan. 1963 Kand. u. seit 1970 Mitgl. des PB (Nachf. von  Paul Fröhlich); 1963 – 67 Stadtverordn. von Berlin; 1965 Held der Arbeit; ab Jan. 1966 Sekr. des ZK der SED, verantw. für internat. Verbindungen, Fragen der internat. kommunist. u. Arbeiterbew.; galt seit Ende der 60er Jahre als Architekt der DDR-Außenpolitik; 1966 VVO; Nov. 1976 – 89 Mitgl. der »Arbeitsgr. BRD« beim PB des ZK der SED; 1981 – 89 Mitgl. der Kommission zur Koordinierung der ökonom., kult. u. wiss.-techn. Beziehungen der DDR zu Ländern Asiens, Afrikas u. des arab. Raums beim PB des ZK; 1982 – 89 Mitgl. des Präs. des Friedensrats; seit Febr. 1979 Mitgl. der ZL u. des Präs. des Komitees der Antifasch. Widerstandskämpfer; ab Jan. 1979 im PB zuständig für Abt. Auslandsinformation des ZK und den DDR-Friedensrat (Nachf. von Albert Norden); ab 1982 Mitgl. des Generalrats der FIR; 1985 sowj. Jubiläumsmedaille 40 Jahre Sieg im Großen Vaterländischen Krieg; 1986 sowj. Orden der Völkerfreundschaft; 8.11.1989 aus dem PB ausgeschieden; Nov. 1989 – Jan. 1990 in Moskau; nach Rückkehr wegen des Verdachts des Amtsmißbrauchs u. Korruption verhaftet, 31.1. 1990 Aufhebung des Haftbefehls aus gesundheitl. Gründen; 1990 Parteiverfahren, wegen Erkrank. nicht abgeschlossen; gest. in Berlin.Starker Soz. – sicherer Frieden. Berlin 1981; Kampf um den Frieden – Schlüsselfrage der Gegenwart. Berlin 1986; Ich war ein Diener der Partei. Autobiogr. Gespräche mit H. Neubert. Berlin 1996. Opfer – Täter – Hofjude. In: Mathiopoulos, M.: Rendezvous mit der DDR. Düsseldorf, Wien 1994; Müller-Enbergs, H.: Meinungsoffiziere der Parteiführung. In: JfK. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Baartz, Bernhard

* 21.9.1895 – ✝ 15.9.1959

Geboren am 21. September 1895, Sohn eines Milchhändlers; Besuch der Präparandenanstalt und des Lehrerseminars in Spandau. Von 1914 bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg. 1919 legte er die 1. und 1921 die 2. Lehrerprüfung ab, war seit 1919 im Berliner Schuldienst an der Rütli-Schule, einer Reformschule ohne Religionsunterricht. Für die KPD von 1925 bis 1929 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ab Juli 1926 Fürsorger beim Bezirksamt Prenzlauer Berg, dort im Mai 1933 aus politischen Gründen entlassen. Baartz zog aufs Land und wurde Kraftfahrer und Landwirt. 1937 für drei Monate in der Gestapo-Zentrale in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße in Haft. Als er 1939 – nach eigener Aussage zur Tarnung – einen Aufnahmeantrag für die NSDAP stellte, wurde dieser jedoch 1943 von der NSDAP-Kreisleitung Ruppin abgelehnt mit der Begründung: »Er hat aber doch in den Jahren bewiesen, daß er die nationalsozialistischen Gedankengänge nie erfassen wird. Er ist ein Nörgler, kritisiert und meckert über alles, was in der neuen Zeit geschaffen wurde.« Im Mai 1945 Bürgermeister in Lindow (Mark), wurde er bereits im Juli 1945 wieder abgesetzt und verhaftet. Er ging im Frühjahr 1946 nach Berlin zurück, war bis 1949 Dienststellenleiter in der Abteilung Gesundheitswesen des West-Berliner Bezirksamts Wilmersdorf. Bernhard Baartz starb am 15. September 1959 in West-Berlin.

Wer war wer in DDR

Bachfeld, Jochen

* 17.12.1952

Geb. in Sülte (b. Schwerin); Schule in Sülpte; Judo beim SC Dynamo Schwerin; 1962 Beginn mit dem Boxsport in Hagenow, 1966 Wechsel zum SC Traktor Schwerin (Trainer: Bruno Guse, dann Paul Nickel); 1970 2. bei der Junioren-EM; 1972 SED; zweimal DDR-Mstr. im Federgewicht; 1976 Olympiasieger im Weltergewicht; Fernstudium zum Binnenhandelsökonom; Berufsausbildung zum Handelskfm.; 1979 122. Boxkampf (107 Siege, vier unentschieden); 1980 nach langwierigen Verletzungen sportl. Laufbahn beendet; danach Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; arbeitet als Erziehungstherapeut.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Baden, Hermann

* 18.7.1883 – ✝ 30.5.1962

Geb. in Danzig (Gdańsk, Polen); Volksschule; Ausbildung zum Kfm. in Halle; Zwangsarbeiter; 1944/45 KZ Theresienstadt. Ab Juni 1946 Vors. der Jüd. Gemeinschaft innerhalb des Hilfswerks der Provinz Sachsen; 1946 – 62 Vors. der Jüd. Gemeinde in Halle; 1953 – 61 Vors. bzw. Präs. des Verb. der Jüd. Gemeinden in der DDR (Nachf. von  Julius Meyer); versuchte in seiner Amtsführung Distanz zu Partei- u. Regierungsinstanzen zu wahren u. sich auf das im Verbandsinteresse Notwendige zu beschränken, dadurch zahlr. Konflikte u. a. mit dem Staatssekretariat für Kirchenfragen; gest. in Halle.Burgauer, E.: Zwischen Erinnerung u. Verdrängung – Juden in Dtl. nach 1945. Reinbek 1993; Offenberg, U.: »Seid vorsichtig gegen die Machthaber«. Die jüd. Gemeinden in der SBZ u. der DDR 1945 – 1990. Berlin 1998.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Arendt, Erich

* 15.4.1903 – ✝ 25.9.1984

Geb. in Neuruppin; Vater Schulhausmstr. u. -heizer, Mutter Waschfrau; Mittelschule u. bis 1923 Lehrerseminar in Neuruppin; Zeichner in einer Theatermalerei, Bankangest., Journalist, Lehrer an der Karl-Marx-Schule Berlin-Neukölln; Wanderungen durch Dtl., die Schweiz, Frankreich, Italien; publ. 1925 erste Gedichte in Herwarth Waldens Ztschr. »Der Sturm«; 1926 Mitgl. der KPD u. 1928 des BPRS; 1928 – 33 Lehrer an der pädagog. Versuchsschule in Berlin-Neukölln; 1931/32 Ltr. der BPRS-Ortsgr. Berlin-Neukölln; März 1933 Emigr. in die italien. Schweiz (Ascona); Jan. 1934 bis Nov. 1936 Spanien (Mallorca, Barcelona), hier Gelegenheitsarb., Hilfsarb., Übersetzer für dt. Informationspresse der Internat. Brigaden, publizist. u. liter. Beiträge in der katalan. Presse; ab Frühjahr 1937 bei der 27. Div. der Interbrigaden, Pressearbeit; Febr. 1939 Flucht nach Frankreich; Sept. 1939 Internierung in Paris (Stadion »Colombes«), später Sammellager Bassens (b. Bordeaux); Flucht aus dem Lager nach Marseille, dort untergetaucht, durch Vermittlung Noel Fields bzw. des »Unitarian Service Committee« Visa für Kolumbien; Sept. 1941 nach Kolumbien, Okt. 1941 5 Mon. Haft auf Trinidad; 1941 dt. Staatsbürgerschaft aberkannt; März 1942 Ankunft in Kolumbien, lebte dort zumeist in Bogotá; zus. mit seiner Frau Katja Hayek-Arendt Gründung einer Schokoladen- u. Pralinenprod.; aktiv in der Anti-Nazi-Freiheitsbew., seit Gründung im Nov. 1943 in der Ltg. des »Demokr. Komitee Freies Dtl.« Kolumbien; Veröff. in den Ztschr. »Das Wort«, »Internat. Lit.« (beide Moskau) u. der Ztg. »Freies Dtl.« (Mexiko). März 1950 Übersiedl. in die DDR, freiberufl. Schriftst.; 1951/52 erste Lyrikbände »Trug doch die Nacht den Albatros« u. »Bergwindballade. Gedichte des span. Freiheitskampfes«; 1952 NP; Nachdichtungen aus dem Span., u. a. Pablo Neruda »Der große Gesang«, Nicolás Guillén, Rafael Alberti; war durch seine Sprachbehandlung von großem Einfluß auf die in den 60er Jahren debütierende Lyrikergeneration der DDR; 1966 Johannes-R.-Becher-Preis; 1969 DAK; 1983 AdK-Ausstellung »Dichtung verlangt Mitleben. Dichtung u. Landschaft im Leben Erich Arendts« im Berliner Marstall; 1983 NP; Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Wilhelmshorst (b. Potsdam).Ausgewählte Gedichte 1926 – 1965. Berlin 1966; Säule, Kubus, Gesicht. Berlin 1966; Feuerhalm. Berlin 1973; entgrenzen. Leipzig 1981; Spanienakte Arendt. Aufgefundene Texte. Berlin 1986; Gedicht – Essay – Gespräch (CD). Potsdam 2003; Krit. Werkausg. Hrsg. von M. Schlösser. Berlin 2003 ff. Schlenstedt, S.: Die Rückkehr E. A. aus dem Exil. In: Exilforschung (1991) 9; Röder, H. (Hrsg.): Vagant, der ich bin. E. A. zum 90. Geburtstag. Texte u. Beiträge zu seinem Werk. Berlin 1993; Wieczorek, S.: E. A. u. Peter Huchel. Kleine Duographie sowie vergleichende Lektüren der lyr. Werke. Marburg 2001; Bazin, E.: Internationale Lyrik zum Span. Bürgerkrieg (1936 – 1939). St. Ingbert 2001; Biermann, E.: Fern u. fremd. Die dt. Emigranten in Kolumbien. Essen 2001; Peter Böthig: Menschen sind Worttiere. E. A. 1903 –1984. Potsdam 2003; Barth, B.-R., Schweizer, W. (Hrsg.): Der Fall Noel Field. Berlin 2005 u. 2007.Leonore Krenzlin / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Arlt, Eberhard

* 27.11.1905 – ✝ 28.6.1972

Geb. in Andreashütte (Krs. Strelitz, Oberschles./Zawadski, Polen); Vater Böttcher; Volksschule u. Gymnasium; 1928 – 32 techn. Abendschule; Ausbildung u. Arbeit als Zeichner u. Konstrukteur; 1927 DMV; 1931 KPD; 1933 illeg. Arbeit, pol. Ltr. der illeg. KPD in Berlin-Adlershof, -Treptow u. -Neukölln, 1939 inhaftiert, 1940 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu 2 Jahren u. 6 Mon. Gefängnis verurteilt; Haft im Gefängnis Berlin-Tegel; 1943 – 45 Strafbataillon 999, Desertion. Mai 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft in Ried; 1945 Ltr. des KPD-Bez. 65 im Stadtbez. Berlin-Prenzlauer Berg; 1946 SED; 1946/47 Ltr. der Abt. Wirtsch. im SED-LV Berlin; 1948 Hauptreferent in der Abt. Wirtsch. des SED-Parteivorst.; 1949/50 Studium an der PHS der SED; 1950/51 stellv. Ltr. der Abt. Wirtsch., 1951 – 53 Ltr. der Abt. Industrie des ZK der SED; 1953 – 55 Ltr. des Amtes für Standardisierung; 1955/56 Ltr. des Lehrstuhls Wirtschaftspol. an der Zentralschule des ZK der SED in Ballenstedt; 1956/57 wiss. Mitarb. im Verlag »Die Wirtschaft«; 1957/58 Ltr. des Verlags »Die Technik«; Sept. 1958 – 61 Berufung zum Ltr. des Lehrstuhls für polit. Ökon. an der PHS, abberufen, danach wiss. Mitarb. der AG Forsch. u. Technik des ZK der SED.Massenfließfertigung u. Normteile. Berlin 1957; Rationalisierung durch Standardisierung. Berlin 1968.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Arnold, Rudolf Friedrich

* 20.12.1896 – ✝ 15.7.1950

Geboren am 20. Dezember 1896 in Eisenach als Sohn eines Fleischers; wurde Dreher und Werkzeugmacher bei den Motorenwerken in Eisenach. 1911 trat Arnold der Arbeiterjugend bei. Im April 1916 als Soldat nach Kiel einberufen, schloß sich während der Novemberrevolution dem Spartakusbund an und gehörte zum Arbeiter- und Soldatenrat in Memel. 1919 Rückkehr nach Eisenach, war von 1920 bis 1927 Mitglied der KAPD, erst dann der KPD. Seit 1928 erwerbslos, 1931 wurde er festangestellter Mitarbeiter der BL und leitete den Literaturvertrieb der KPD für Thüringen. Im Juli 1932 wurde Arnold zum Abgeordneten des Thüringischen Landtages gewählt. Bereits am 28. Februar 1933 verhaftet, verurteilte ihn das OLG Jena am 19.Mai 1933 zu zwei Jahren Gefängnis. Von 1935 bis 1944 arbeitete er als Werkzeugmacher in Eisenach. Am 10. August 1944 wurde er erneut inhaftiert und in das KZ Buchenwald gebracht. Von Juni 1945 bis August 1949 war Arnold Bürgermeister von Ruhla, dann Leiter der Hauptabteilung Landes-, Kreis- und Gemeindeverwaltung im Innenministerium. Er war auch Abgeordneter des Kreistages von Eisenach und dortiger Kreistagsvorsitzender. Rudolf Arnold starb am 15. Juli 1950 in Eisenach.

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Arzinger, Rudolf

* 23.3.1922 – ✝ 9.4.1970

Geb. in Sondershausen; Wehrmacht; 1943 NSDAP. 1946 SED; Dolmetscher bei der Roten Armee; Lehrer für Russ.; Bürgermeister; 1946 – 50 Studium der Rechtswiss. an den Univ. Leipzig u. Rostock; 1950 – 52 Assistent u. Aspirant bei  Karl Polak, 1951 – 58 Doz. für Staats- u. Rechtstheorie, dann Dir. des Inst. für Staats- u. Rechtstheorie an der KMU Leipzig, 1954 Prom.; 1954 – 56 wiss. Berater beim KPD-Verbotsprozeß vor dem BVG in Karlsruhe; Mitgl. des Präs. der Liga der Vereinten Nationen in der DDR; 1958/59 u. 1963/64 Prodekan der Jurist. Fak. der KMU, 1959 Prof. für Völkerrecht, 1961 Mitbegr. u. bis 1970 Dir. des Inst. für Völkerrecht an der Jurist. Fak. der KMU; 1964 Habil.; 1965 – 70 Präs. der Gesell. für Völkerrecht.Warum Friedensvertrag? Berlin 1959; Westberlin, selbständige polit. Einheit. Berlin 1965; Selbstbestimmungsrecht im allg. Völkerrecht. Berlin 1966.Helmut Müller-Enbergs

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Asriel, André

* 22.2.1922

Geb. in Wien; 1928 – 38 Schule u. Gymnasium; 1936 – 38 Studium an der Staatl. Musikakad. in Wien (Klavier); 1939 Emigr. nach England, 1939 – 40 in London Forts. des Studiums bei Franz Osborn (Klavier) u.  Ernst Hermann Meyer (Komposition); Lizentiat des Londoner Royal College. 1947 Forts. des Studiums an der Musik-HS in Berlin (West) bei R. Schwarz-Schilling u. H. Wunsch (Komposition) sowie R. Rössler (Klavier), 1948 St.-Ex.; 1950/51 Mstr.-Schüler bei  Hanns Eisler an der DAK; 1950 – 67 Doz., 1967 – 83 Prof. für Tonsatz an der Dt. HS für Musik »Hanns Eisler« in Berlin; beim Berliner Rundfunk Sendefolge »Geschichte des Jazz«, Covertexte für Schallplatten; 1951 NP; 1974 u. 1982 VVO. A. wurde bes. durch seine Massenlieder bekannt, komponierte jedoch auch Kammer-, Vokal- u. Instrumentalmusik, Songs, Balladen, Chansons, Lieder u. Filmmusiken; u. a. »Auf der Sonnenseite« (1961), »Der Frieden« (Aristophanes/Hacks, 1962), »Shakespeare-Suite« (1963), »Volkslieder-Suite« (1964), »Mir nach, Kanaillen!« (1964), »Polly« (Gay/Hacks, 1965), »Der verlorene Engel« (Filmmusik, 1965/66), »Die Fabeln des Äsop« (Chormusik, 1967), »Faust I« (1968). Jazzelemente sind integraler Bestandteil vieler seiner Kompositionen.Jazz – Analysen u. Aspekte. Berlin 1966.Rainer Bratfisch

Wer war wer in DDR

Auerbach, Thomas

* 26.7.1947

Geb. in Leipzig; seit 1963 in der kirchl. Jugendarbeit engagiert; 1964 – 67 Lehre als Elektromonteur; 1965 Wehrdienstverweigerung, Ablehnung einer IM-Anwerbung durch das MfS u. Bericht darüber in kirchl. Kreisen; 1967 – 70 Ausbildung zum Diakon in Eisenach, ab 1971 Stadtjugendwart der Ev. Gemeinde in Jena u. Ltr. der Offenen Arbeit; 1975 CDU; nach der Ausbürgerung von  Wolf Biermann im Nov. 1976 Initiierung von Protesten u. einer Unterschriftensamml, U-Haft, Sept. 1977 Abschiebung nach West-Berlin; dort u. a. tätig in der kirchl. Jugendarbeit, Religionslehrer; nach Abitur Stud. der Erziehungswiss. an der FU Berlin; unterstützt zus. mit  Jürgen Fuchs u.  Roland Jahn die DDR-Opposition; aktiv in der blockübergreifenden Friedensbew. sowie in der »AG Berlin- und Deutschlandpolitik« der Alternativen Liste in West-Berlin; Dez. 1989 beteiligt an der Besetzung der MfS-BV Gera, anschl. engagiert bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur. Seit 1993 wiss. Mitarb. der Abt. Bildung u. Forsch. beim BStU, 2005 – 08 Ltr. der Außenstelle Schwerin der BStU; 1997 CDU; 2000 Bundesverdienstkreuz; seit 2009 Ruhestand, lebt im Wendland.Vorbereitungen auf den Tag X. Die geplanten Isolierungslager des MfS. Berlin 1995; Einsatzkommandos an der unsichtbaren Front. Terror- u. Sabotagevorbereitungen des MfS gegen die Bundesrep. Dtl. Berlin 1999; »Es kann anders werden«. Opposition u. Widerstand in Thüringen 1945 – 89. Köln u. a. 2005 (mit E. Neubert). G. Hildebrand: Th. A., in: I.-S. Kowalczuk, Tom Sello (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Opposition u. Widerstand in Biographien u. Fotos. Berlin 2006; U. Scheer: Vision u. Wirklichkeit. Die Opposition in Jena in den siebziger und achtziger Jahren. Berlin 1999; H. Pietzsch: Jugend zwischen Kirche u. Staat. Geschichte der kirchl. Jugendarbeit in Jena 1970 – 89. Köln u. a. 2005; S. Reiprich: Der verhinderte Dialog. Meine politische Exmatrikulation. 2. Aufl., Berlin 2001.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Aull, Heinz

* 27.1.1926 – ✝ 8.2.1996

Geb. in Dittichenrode (Krs. Sangerhausen); Vater Schmied; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit bei der Post; 1943 RAD, 1944 Wehrmacht, amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 47 kommissar. Amtsvorsteher des Postamtes Roßla; 1946 SED; 1948/49 Amtsvorsteher des Postamtes Elbingerode (Harz); 1949/50 Betriebsltr. des Bez.-Pressevertriebs Halle; 1950/51 Ref. in der OPD Halle bzw. im Min. für Post- u. Fernmeldewesen; 1951/52 Studium an der FS für Finanzwirtschaft in Brandis; 1952 – 55 Hauptref., Abt. Ltr. bzw. Hauptbuchhalter im Min. für Post- u. Fernmeldewesen; 1955 – 58 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1959 – 63 sowie ab 1965 Ltr. der Abt. Planung im Min. für Post- u. Fernmeldewesen, Prom. zum Dr. rer. oec.; 1963/64 sowie 1965 – 70 u. 1981 – 87 Stellv. des Min. für Post- u. Fernmeldewesen; 1971 – 81 stellv. Ltr. der Abt. Transport- u. Nachrichtenwesen des ZK der SED; 1975 VVO.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Aust, Hans-Walter

* 20.6.1900 – ✝ 28.4.1983

Geb. in Mainz; Vater Offizier (Oberstltn. a. D.); Volksschule u. Gymnasium, Abitur; 1917 – 19 Teilnahme am Ersten Weltkrieg, Fahnenjunker; 1919 – 23 u. 1925 Studium der Volkswirtschaftslehre, Gesch. u. Zeitungskunde an der Univ. Berlin; 1921 – 23 wiss. Hilfsarb. im Archiv der Darmstädter Bank in Berlin; 1926 wiss. Hilfsarb. beim Dt. Sparkassen- u. Giroverband, Red. der Sparkassenztg.; 1927 Red. beim »Magazin der Wirtschaft«; 1929 –31 DVP; 1927 – 37 freier Schriftsteller, Mitarb. zahlr. Fachztschr.; 1.5.1933 NSDAP; 1937 – 42 Red. der Ztschr. »Der deutsche Volkswirt«; 1.12.1942 Verurteilung durch das Sondergericht Berlin zu zwei Jahren Gefängnis wg. »Verstoß gegen das Heimtückegesetz«, 1942 –44 Gefängnishaft in Berlin-Tegel; 1944 / 45 Angest. in der Zigarettenfabrik »Garbáty«. 1945 – 54 Mitarb. u. Red. bei der »Täglichen Rundschau«; 1953 SED; 1956 – 69 Chefred. der Ztschr. »Deutsche Außenpolitik«, Mitgl. im VdJ, im Präs. der Liga für Völkerfreundschaft u. im Präs. der »Gesell. zur Verbreitung wiss. Kenntnisse«, zuletzt Mitgl. im Red.-Koll. der Ztschr. »humanitas«; 1965 VVO.Kirsten Nies

Wer war wer in DDR

Axen, Julia

* 19.3.1937

Geb. in Birkenwerder; 1954 erste Aufnahmen bei der West-Berliner Plattenfirma Polydor; Durchbruch in der DDR mit »Papa, du bist so reizend« u. »Eine Welt ohne dich«; das Duett »Wenn in der Schönhauser die Lichter glüh’n« mit Ehemann Heinz Schultze wird zu einem der populärsten Berlin-Schlager der 1950er Jahre; in den 1960er Jahren zahlr. Bühnen- u. TV-Auftritte, u. a. in den Unterhaltungssendungen »Da lacht der Bär« u. »Amiga-Cocktail«, Gesangsnummern in Filmmusiken, z. B. »Revue um Mitternacht« (1962), Coverversionen westdt. Schlager auf Amiga, Gastauftritte in Schweden, Finnland, Syrien, Irak, Ägypten u. den meisten osteurop. Ländern. Nach 1990 Auftritte bei Seniorenveranstaltungen u. in Talkshows, 2000 Einladung zum Rügen-Talk in Binz; 2001 CD »Eine Welt ohne dich. J. A. – ihre größten Erfolge«.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Baaske, Günter

* 17.10.1957

Geb. in Belzig; 1976 Abitur; 1976 – 78 NVA; 1978 – 82 Studium der Physik u. Math. an der PH Potsdam, Dipl.-Lehrer; 1982 – 90 Lehrer für Physik u. Math. in Niemegk (Borkheide) u. an der Gehörlosenschule in Berlin; 1989 – 99 Manager der Rockband »Keimzeit«; 1989 Gründungsmitgl. des Neuen Forums u. im Dez. 1989 der SDP im Krs. Belzig. 1990 – 2002 Dezernent u. Beigeordn. im Landkrs. Belzig bzw. Landkrs. Potsdam-Mittelmark; 1990 – 93 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Belzig; 1990 – 93 Mitgl. des Kreistags Belzig; 2001 – 03 Vors. der SPD Belzig; Apr. 2002 – März 2004 stellv. Vors. der SPD Potsdam-Mittelmark; Aug. 2002 – Okt. 2004 Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit u. Frauen des Landes Brandenb.; seit Aug. 2004 Beisitzer im SPD-Landesvorst. Brandenb.; seit 2004 MdL Brandenb., Vors. der SPD-Frakt. u. Mitgl. des Präs. des Landtags; wohnt in Lütte (Landkrs. Potsdam-Mittelmark).Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bachmann, Otto Karl

* 18.2.1877 – ✝ 18.1.1954

Geboren am 18. Februar 1877 in Hintersee-Prettin/Krs. Torgau als Sohn eines Fleischermeisters. Nach der Lehrzeit als Maurer ging er zwei Jahre auf Wanderschaft und arbeitete an verschiedenen Orten Deutschlands als Maurergeselle. 1900 zog er nach Chemnitz und kam 1908 als Gewerkschaftsangestellter nach Breslau (Maurerverband). Im Jahre 1911 nach Chemnitz zurückgekehrt, war er bis 1916 als 2. Arbeitersekretär im ADGB. Von 1916 bis 1918 Soldat an der Verdunfront in Frankreich. Ende 1918 im Arbeiter- und Soldatenrat in Chemnitz und wieder als Gewerkschaftssekretär im Bauarbeiterverband tätig. Seit 1897 in der SPD, stand er auf dem äußersten linken Flügel. Bachmann gehörte 1918 dem Spartakusbund an und wurde 1919 Mitglied der KPD. Auf dem Vereinigungsparteitag mit der USPD im Dezember 1920 kam er in die Organisationskommission. Als der von ihm seit 1919 geführte Bauarbeiterverband Chemnitz im März 1921 aus dem Zentralverband ausgeschlossen wurde, gründete er im Auftrag der Zentrale der KPD den Verband der ausgeschlossenen Bauarbeiter, dem sich auch andere örtliche Gruppen im Reich anschlossen. Er war Delegierter des Gründungskongresses der RGI 1921 in Moskau und wurde im März 1921 von Chemnitz nach Berlin berufen, um in der Gewerkschaftsabteilung der KPD-Zentrale die Gruppe Bau zu übernehmen. Von September 1923 bis März 1926 (Auflösung) war Bachmann 1. Vorsitzender des (kommunistischen) Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter Deutschlands. Im Juni 1927 wurde Bachmann als erster Kommunist in Deutschland zum Bürgermeister einer Stadtgemeinde (Oelsnitz/Vogtland, 18000 Einwohner) gewählt und blieb dies bis zum 8. März 1933. Bachmann gehörte zum rechten Parteiflügel, im März 1929 aus der KPD ausgeschlossen. Er trat der KPO bei und war für diese aktiv, auch als Bürgermeister. Weil er die Hakenkreuzfahne von seinem Rathausturm heruntergerissen hatte, wurde Bachmann am 8. März 1933 verhaftet und bis Februar 1934 im KZ Schloß Osterstein/Zwickau gefangengehalten. Ab 1934 wieder Maurer und Polier in Berlin, leistete Bachmann mit seiner Frau Anna illegale Arbeit in einer Widerstandsgruppe in Berlin-Britz, der auch Jakob Schloer angehörte. Im April/Mai 1945 wurde er Bürgermeister in Eggersdorf und anschließend Bauführer in Berlin-Schöneberg-Friedenau. 1945 Mitglied der KPD. Ende 1945 Vorsitzender der IG Bau des FDGB im Land Brandenburg, im März 1949 schied er krankheitsbedingt aus und wurde zum Ehrenmitglied des Zentralvorstandes der IG Bau ernannt. Da er schon vor den großen Säuberungskampagnen der SED die hauptamtliche Tätigkeit im FDGB aufgegeben hatte, wurde er wegen seinen früheren Aktivitäten in der KPO nicht gemaßregelt. Otto Karl Bachmann starb am 18. Januar 1954 in Potsdam. Seiner Frau Anna Bachmann (* 5. 11. 1894 – †12. 6. 1977), die in den zwanziger Jahren Sekretärin von Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht im ZK war, brachte hingegen die ehemalige Mitgliedschaft in der KPO Anfang der fünfziger Jahre Nachteile.

Wer war wer in DDR

Baender, Paul

* 30.11.1906 – ✝ 18.12.1985

Geb. in Rosdzin (Krs. Kattowitz, Oberschl./ Roździeń, Polen) in einer dt.-jüd. Familie; Vater Kfm. u. Kleingewerbetreibender; Volksschule in Görlitz; 1920 – 25 Wandervogelbew.; 1922 – 24 Ausbildung zum Kfm. in einer Weberei, dann Verkäufer in Görlitz; 1927 Austritt aus der jüd. Gemeinde, Mitgl. der KPD, Agitator im Waldenburger Bergland (Schles.); 1929 arbeitslos; KPD-Funktionär, Pol.-Sekr. des UB Bunzlau; Febr. – Mai 1933 Instrukteur für die KPD-BL Schles., Mitgl. der BL; 1933 Emigr. in die ČSR (Prag), 1937 Ausweisung; 1938 –47 Bolivien; 1939 – 47 Vizepräs. der Freien Dt. in Bolivien, Ltr. einer Volksfrontgr. in La Paz; bis Dez. 1943 prop. Arbeit im Rahmen des Werbeprogr. Radio Libertad in La Paz; 1943 Mitbegr. des LV »Alemania Democrática en Bolivia« als Dachorg. der dt. Exilgr. in Bolivien. Nov. 1947 Rückkehr nach Dtl.; Mitarb. in der Abt. Org. des ZS der SED; April 1949 Hauptgeschäftsf. u. Ltr. der HO; 1950 – 52 Staatssekr. im Min. für Handel u. Versorgung; 1952 im Zusammenhang mit dem Slánský-Prozeß u. der Affäre um  Paul Merker u. Noel H. Field aller Funktionen enthoben; 21.11.1952 wegen angebl. Wirtschaftssabotage verhaftet u. aus der Partei ausgeschl.; psych. Folter durch das MfS u. sowj. Vernehmer in der U-Haft; Mai 1954 zunächst zu zwölf Jahren, drei Wochen später zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt; Haft im Zuchthaus Brandenb.; April 1956 begnadigt u. entlassen; 1956 – 59 Ltr. der HO-Industriewaren Krs.-Verw. Königs Wusterhausen in Eichwalde; Febr. 1957 Parteiausschl. aufgehoben; 1959 Ltr., 1960/61 Dir. des Kommunalen Großhandelsbetriebes Obst u. Gemüse in Berlin; 1961 – 67 Ltr. des HO-Warenhauses am Alexanderplatz, Berlin; 1967 Anerkennung seiner Parteimitgliedschaft ab 1927 (zuvor nur ab 1947); 1967 – 71 wiss. Mitarb. des Min. für Handel u. Versorgung; Rentner; gest. in Berlin.Kießling, W.: Alemania Libre in Mexiko. Texte u. Dok. zur Geschichte des antifa. Exils (1941 – 46). Berlin 1974; ders.: Der Fall B. Ein Politkrimi aus den 50er Jahren der DDR. Berlin 1991; Scherstjanoi, E.: P. B. u. die »zuständigen« Offiz. der SKK. In: BzG (1993) 4; Beckert, R.: Die erste und letzte Instanz. Goldbach 1995.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Arfmann, Dietrich

* 19.11.1897 – ✝ 1945

Geboren am 19. November 1897 in Ritterhude bei Bremen, Sohn eines Zigarrenmachers; Lehre als Maler. 1917/18 Soldat, im August 1918 schwere Verwundung. Von 1924 bis 1933 als Malergeselle bei der Deutschen Vakuum-Öl-Gesellschaft in Oslebshausen, schloß sich 1920 der SPD und 1926 dem Fabrikarbeiterverband an und trat 1931 zur KPD und RGO über. Ab 1933 führte er die KPD-Ortsgruppen in Ritterhude und Osterholz-Scharmbeck in die Illegalität. 1934 arbeitete er als Kurier für die illegale KPD in Bremen und Hamburg. Im August 1935 reiste Arfmann als Vertreter des Bezirks Nordwest über die CSSR in die UdSSR, um an der »Brüsseler Konferenz« der KPD bei Moskau teilzunehmen. Hier erkrankte er an Ruhr und konnte erst im November 1935 nach Bremen zurückkehren. Am 19. August 1936 wurde er verhaftet und am 28. April 1938 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Arfmann, der nach seiner Verhaftung die übrigen Mitglieder der Ritterhuder Widerstandszelle verraten haben soll, gehörte Anfang Mai 1945 zu den Gründern des überparteilichen Kampfbundes gegen den Faschismus in Ritterhude. Die Bezirksleitung der KPD in Bremen beschloß, daß er nicht am Neuaufbau der KPD teilnehmen dürfe. Dietrich Arfmann kam Ende Mai 1945 beim Minenräumen ums Leben.

Wer war wer in DDR

Arlt, Rainer

* 20.1.1928 – ✝ 7.4.1997

Geb. in Duisburg; Vater Maschinensetzer; Gymnasium, Abitur; 1945/46 KPD/SED; 1946 – 49 rechtswiss. Studium an der HU Berlin, anschl. Aspirant für Zivilrecht an der Univ. Leipzig, 1951/52 beauftragter Doz. für Zivilrecht an der MLU Halle; 1952 Prom. zum Dr. jur. mit einer Arbeit zum genossenschaftl. Eigentum u. bürgerl. Genossenschaftsrecht (Veröff. 1955); 1952 – 56 Aspirantur für Kolchos- u. Bodenrecht an der Staatl. Univ. Leningrad, Prom. zum Kand. der Rechtswiss.; 1956/57 Abt.-Ltr. für Zivilrecht am DASR Potsdam, zugl. Prof. mit Lehrauftrag für LPG- u. Zivilrecht an der HU Berlin; 1958 – 62 Chefred. der Ztschr. »Staat u. Recht«; 1961 – 62 Doz. für Zivilrecht an der MLU Halle; 1962 – 65 Mitgl. des Bez.-Vorst. Potsdam der Gewerkschaft Wiss., 1963 – 71 Abg. der Volkskammer; 1959 – 66 Prorektor an der DASR Potsdam u. Ltr. der Abt. LPG- u. Bodenrecht, 1964 Habil.; ab 1966 Rektor der DASR Potsdam, Mitgl., ab 1969 auch Vors. des Rats für staats- u. rechtswiss. Forschung; 1968 VVO; 1972 Funktionsablösung, dann bis zur »Abwicklung« der Akad. 1990 ord. Prof. u. Ltr. des Lehrstuhls für Agrarrecht der ASR Potsdam; Ende 1989 Austritt aus der SED. Setzte sich nachf. in der Öffentlichkeit für die Erhaltung der genossenschaftl. Bodennutzung u. Transformierung der LPG ein; 1993 Rentner. A. hatte großen Anteil an der Herausbild. einer marxist. Agrarrechtswiss. in der DDR.Das Wesen des genossenschaftl. Eigentums u. der Genossenschaften im Kap. u. seine Widerspiegelung im Genossenschaftsrecht. Berlin 1952; Agrarrechtsverhältnisse in West- u. Ostdtl. Berlin 1957; Grundriß des Bodenrechts. Berlin 1959; Grundriß des LPG-Rechts. Berlin 1959; Rechte u. Pflichten der Genossenschaftsbauern. Berlin 1965; Theoret. Grundfragen des LPG- u. Agrarrechts. Berlin 1988.Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Arnold, Heinz

* 24.8.1920 – ✝ 12.7.2000

Geb. in Reinsdorf (Krs. Zwickau); Vater Bergarbeiter, Mutter Hausfrau; Volks- u. Gewerbeschule; 1935 – 40 Lehre als Autoschlosser in Reinsdorf; 1939 / 40 Autoschlosser in Zwickau; 1940 – 45 Wehrmacht; Mai / Juni 1945 amerikan. Kriegsgefangenschaft in der Steiermark (Österreich). 1945 / 46 Arbeiter im Horch-Werk in Zwickau; 1945 KPD, 1946 SED u. FDJ; 1946 – 48 stellv. Vors. bzw. Vors. des FDJ-KV Wildenfels / Zwickau; 1948 / 49 Dir. des Kommunalen Wirtschaftsunternehmens (KWU) Zwickau; 1949 / 50 Instrukteur in der SED-KL Zwickau; 1950 / 51 erneut Dir. des KWU Zwickau; 1951 / 52 Ltr. der Abt. Örtl. Industrie im Rat des Krs. Zwickau; 1952 – 54 stellv. Vors. des Konsum-KV Zwickau-Land, 1954 – 60 Vors. des Bezirksverb. der Konsumgenossenschaft Karl-Marx-Stadt; 1956 / 57 Besuch des Einjahreslehrgangs der PHS »Karl Marx«; 1960 / 61 Student im Sonderlehrgang für leitende Staatsfunktionäre in Schmöckwitz; Fernstudium an der DASR, 1962 Dipl.-Staatswiss.; 1961 – 63 Sekr. u. amt. Vors., 1963 – 81 Vors. des Rats des Bez. Karl-Marx-Stadt, Jan. 1981 aus gesundheitl. Gründen abgelöst; 1974 VVO in Gold; gest. in Chemnitz.Andreas Herbst

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Aschenbach, Hans-Georg

* 20.10.1951

Geb. in Brotterode (Thür.); Vater Kfz-Elektrikmstr., Mutter Krippenerzieherin; KJS Oberhof, Abitur; 1969 NVA, SED; aktiver Skisportler (Spezialspringer) beim ASK Oberhof; 1969 Junioren-EM; 1970 – 78 Sportstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1970 u. 1973 Skiflug-WM, 1973/74 Gesamtsieger der Vierschanzentournee, 1974 zweifacher WM, 1976 Olympiasieger (Normalschanze); 1974 DDR-Sportler des Jahres; 1978 – 82 Militärmedizinstudium an der EMAU Greifswald; 1982 – 85 Pflichtassistent, Fachausbildung, Prom. zum Dr. med.; 1985 – 88 Sportarzt beim ASK Oberhof, Oberst-Ltn.; 1988 Arzt der Springer-Nationalmannschaft; kehrte von einer Reise in die Bundesrep. Dtl. nicht in die DDR zurück; bekannte sich danach öff. zur Einnahme von Dopingmitteln; ab 1989 Arzt an der Moorwald-Klinik Freiburg i. Br. Seit 1993 niedergelassener Arzt.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

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Asser, Günter

* 26.2.1926 – ✝ 23.3.2015

Geb. in Berlin; Abitur; 1946 – 51 Studium der Mathematik u. Physik an der HU Berlin, hier 1951/52 Dipl. u. 1952 – 54 Assistent; 1954 Prom. über »Eine semant. Charakterisierung der deduktiv abgeschlossenen Mengen des Prädikatenkalküls der ersten Stufe« bei  Karl Schröter u.  Kurt Schröder an der HU Berlin; 1954 – 57 Oberassistent; 1958 Habil. mit der Arbeit »Theorie der log. Auswahlfunktionen« bei Karl Schröter u.  Heinrich Grell an der HU Berlin, 1958 – 60 hier Doz.; seit 1960 Prof. an der Univ. Greifswald; 1977 – 92 Korr. Mitgl. der AdW (der DDR). 1991 Ruhestand; gest. in Greifswald. Arbeitsgebiete: mathemat. Logik, Mengenlehre, Grundlagen der Mathematik, Mathematikgeschichte; Hrsg. der Ztschr. »Mathematical Logic Quarterly«.Einführung in die mathemat. Logik. Leipzig 1959; Grundbegriffe der Mathematik. Berlin (5. Aufl.) 1988; Theory of sets and topology (Hrsg.). 1972; Cantor, G. (Hrsg.): Über unendliche, lineare Punktmannigfaltigkeiten. Leipzig 1984; Peano, G.: Arbeiten zur Analysis u. zur mathemat. Logik (Hrsg.) Leipzig 1990.Annette Vogt

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Aufderbeck, Hugo

* 23.3.1909 – ✝ 17.1.1981

Geb. in Hellefeld (Bez. Arnsberg, Westf.); 1930 – 36 Studium der Philos. u. Theol. in Paderborn, Wien u. München; 1936 Priesterweihe in Paderborn; 1936 – 38 Religionslehrer in Gelsenkirchen; 1938 – 48 Vikar an der Propsteikirche u. Studentenpfarrer in Halle. 1948 – 62 Seelsorgeamtsltr. in Magdeburg (bis 1950 unter Beibehaltung der Studentenseelsorge); in dieser Zeit Hrsg. des Werks »Die Feier der Vierzig u. Fünfzig Tage« (Leipzig 1958), 1954 – 79 Hrsg. der Pastoralkatechet. Hefte 1 – 62, 1964 – 79 Hrsg. der Pastoralen Aufsätze I-VII; 1962 Titularbischof von Arca in Phönizien u. zum Weihbischof von Fulda mit Sitz in Erfurt ernannt; Bischofsweihe in Erfurt; Dompropst u. Ltr. des Geistl. Gerichts in Erfurt; 1962 – 65 Teiln. am II. Vatikan. Konzil; 1964 Gen.-Vikar für den östl. Teil des Bistums Fulda (Nachf. von  Joseph Frensberg); 1967 Bischöfl. Kommissar; 1973 Administrator Apostolicus permanenter constitutus für das nunmehrige Bischöfl. Amt Erfurt-Meiningen; gest. in Erfurt, beigesetzt im Kreuzgang des Erfurter St.-Marien-Doms.Publ. zu pastoraltheol. u. liturg. Themen, u. a. im kath. Hausbuch »Jahr des Herrn« (Leipzig 1952 ff.) u. von 1955 – 69 im Liturg. Jb.; Hammerschmidt C. (Ps.): Die Stunde der Kirche. o. O. 1961; Die geistl. Stunde. Freiburg 1968; Das gem. Werk. Ein Werkbuch zur Seelsorge. Leipzig-Heiligenstadt 1969; Das gem. Werk. Gedanken über Bischof, Priesterschaft u. Gemeinde. Regensburg 1972; Wortgottesdienste. Graz 1979; Volk Gottes auf dem Weg. Leipzig 1979.Clemens Brodkorb

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Aurich, Eberhard

* 10.12.1946

Geb. in Chemnitz; Vater Betonfacharb.; 1954 – 60 Freundschafts- bzw. Gruppenratsvors. in der Pionierorg. »Ernst Thälmann«, 1960 – 89 FDJ; 1961 – 65 EOS in Karl-Marx-Stadt, Abitur mit Berufsausbildung zum Betonfacharbeiter; 1965 – 69 Studium an der PH Zwickau, Dipl.-Lehrer für Dt. u. Staatsbürgerkunde; 1967 SED; 1969 – 71 hauptamtl. Mitarb. u. 1971/72 Sekr. der FDJ-BL Karl-Marx-Stadt; 1972 – 77 stellv. Ltr. der Abt. Studenten im ZR der FDJ, 1977 – 89 Mitgl. des ZR der FDJ; 1977 – 80 1. Sekr. der FDJ-BL Karl-Marx-Stadt (Nachf. von Uwe Tobies); 1979 – 89 Mitgl. des Büros des ZR, 1980 – 83 2. Sekr. u. 1983 – 24.11.1989 1. Sekr. des ZR der FDJ (Nachf. von  Egon Krenz); Verdienstmedaille der DDR; 1981 VVO; 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1981 – 29.1.1990 Abg. der Volkskammer u. 1981 – 86 Mitgl. ihres Präs., 1986 – 29.1.1990 Mitgl. des Staatsrats; 1984 VVO; bis Okt. 1990 Red. einer Videofirma. Nov. 1990 arbeitslos; Nov. 1990 – März 1992 Fortbildung zum Lernsystem-Lektor; 1991 Austritt aus der PDS; ab 1992 Projektltr. einer Multimediafirma (Videoprod.) in Berlin; lebt in Berlin.Als rev. junge Garde leisten wir unseren Beitrag. Berlin 1985; Mit neuen Taten im »FDJ-Aufgebot DDR 40«. Bogensee 1989. Mählert, U. u. a.: Geschichte der FDJ. Münster 1995; Krenz, E.: Herbst ’89. Berlin 1999.Helmut Müller-Enbergs

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Auth, Joachim

* 22.5.1930 – ✝ 14.3.2011

Geb. in Berlin; Vater Handelsvertreter; 1949 – 55 Physikstudium an der HU Berlin, 1960 Prom., 1966 Habil.; 1955 SED; 1960 – 64 Entwicklungsltr. im Werk für Fernsehelektronik Berlin; 1964 – 67 Wiss. Dir. im Halbleiterwerk Frankfurt (Oder); 1967 Prof. für Experimentalphysik u. Bereichsltr. an der Sekt. Physik der HU Berlin; 1969 – 92 Ord. Mitgl. der AdW; 1974 NP; 1974 – 90 Prorektor für Naturwiss. u. Technik der HU Berlin; 1965 – 90 Mitgl. des Forschungsrats, Vors. des Nationalkomitees für Physik, Mitgl. des Rats für das HFS-Wesen; 1966 – 75 Mitgl. der Halbleiterkommission der Internat. Union of Pure and Applied Physics; 1981 – 90 Mitgl. der Berliner Stadtverordnetenvers.; 1988 – 90 Vors. der Physikal. Ges.; 1992 Ruhestand; lebte zuletzt in Rangsdorf (b. Berlin); gest. in Ludwigsfelde. Arbeitsgebiete: Festkörperphysik, Halbleiterphysik u. -technik, insbes. fotoelektr. Erscheinungen u. Halbleiterstrahlungsempfänger; zahlreiche Publ. in wiss. Ztschr. u. Sammelbänden.Horst Kant

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Axthelm, Hans-Henning

* 24.8.1941

Geb. in Allstedt (Krs. Sondershausen); 1959 Abitur; Studium der Medizin an der FSU Jena, 1966 Staatsex. u. Prom.; Facharzt für Arbeitsmed.; 1963 Mitgl. der CDU Eisfeld; 1972 Ltr. einer Arbeitshygieneinspekt. im Krs. Hildburghausen (Bez. Suhl); 1983 Facharztausb. für Innere Medizin; 1990 Mitgl. des Landesvorst. u. stellv. Landesvors. der CDU Thür.; März-Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer, Mitgl. des CDU-Frakt.-Vorst. u. des Präsidiums. 1990 – 94 Mitgl. des Thür. Landtages; 8.11. 1990 – 27.8.1992 Min. für Soziales u. Gesundheit, Rücktritt im Zusammenhang mit der Affäre um das Hotel »Thüringen« in Erfurt; 1994 – 2004 Landesgewerbearzt von Thür.; Mitgl. des Rats der Stadt Eisfeld; Rentner; Johannes-Bube-Med. HME B

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Bach, August

* 30.8.1897 – ✝ 23.3.1966

Geb. in Rheydt (Rheinl.); Vater Provinzialbaurat; Gymnasium; 1916 – 18 Militärdienst, frz. Gefangenschaft, Internierung in der Schweiz; April 1918 – 22 Studium der Germanistik u. Geschichte an den Univ. Bern, Frankfurt (Main), Berlin u. an der HS für Pol. Berlin; 1922 Arbeit in der Zentralstelle für Erforschung der Kriegsursachen Berlin; 1922 – 44 Mithrsg. der »Berliner Monatshefte«, Anhänger der DDP; 1927 Mitinhaber, 1937 – 43 Inhaber des Quader-Verlags Berlin; 1944 ausgebombt u. nach Weimar übergesiedelt. 1945 Mitbegr. der Thür. Volkspartei u. des CDU-LV Thür., Mitgl. des LV u. seines Geschäftsführenden Aussch.; Mai 1946 – 58 Verlagsltr. u. ab Mai 1950 Chefred. des »Thür. Tageblatt«; 1947 Mitgl. des Prov. LV der DSF, ab 1948 des LV der DSF, 1949 stellv. Vors. der DSF Thür.; 1948 – 66 Präs. der Dt. Schillerstiftung; 1949 – 52 Abg. u. 1. Vizepräs. des Thür. Landtags, 1949/50 Abg. der Prov. Volkskammer; Juni 1950 – 52 Vors. des CDU-LV Thür.; ab 1950 Mitgl. des CDU-HV u. seines Pol. Aussch. (später Präs. des HV); Abg. der Volkskammer u. (bis 1955) Vors. der CDU-Fraktion; 1955 – 58 Abg. u. Präs. der Länderkammer der DDR (Nachf. von  Reinhold Lobedanz); Mitgl. des Präs. der DSF; 1962 Mitgl. des Präs., ab 1964 Vizepräs. der Dt.-Frz. Ges.; 1958 – 66 Vors. der CDU (Nachf. von  Otto Nuschke); 1958 – 63 Stellv. des Präs., 1963 – 66 Mitgl. des Präs. der Volkskammer; VVO; 1956 Ehrenspange zum VVO; Banner der Arbeit.Aus Reden u. Aufsätzen 1946 – 1966. Berlin 1977; Poincaré u. der Kriegsausbruch. 1914. Stuttgart 1929; Dt. Gesandtschaftsberichte zum Kriegsausbr. Berlin 1937; Englands Kriegsziele im Weltkriege. Berlin 1941.Helmut Müller-Enbergs / Elke Reuter

Handbuch Deutsche Kommunisten

Backenecker, Maria

* 20.3.1893 – ✝ 24.12.1931

Maria Scharnetzki wurde am 20. März 1893 in Bochum geboren. Sie heiratete einen Arbeiter namens Backenecker, war Hausfrau. 1919 Mitglied der USPD, 192O der KPD, betätigte sie sich 1923/24 aktiv in der kommunistischen Frauenbewegung des Ruhrgebiets. Im Mai 1924 wurde sie in den Reichstag gewählt. Für die Wahlen im Dezember 1924 auf einen aussichtslosen Platz der Kandidatenliste gesetzt, kam sie nicht wieder ins Parlament. Maria Backenecker stand auf dem linken Parteiflügel. Nach dem »Offenen Brief« aktiv für die linke Opposition tätig, wurde sie Anfang 1927 aus der KPD ausgeschlossen. Sie war Mitbegründerin des Leninbundes. Später trennte sie sich mit den Trotzkisten vom Leninbund und leitete die Gruppe der Trotzkisten in Hamborn. Maria Backenecker starb am 24. Dezember 1931.

Wer war wer in DDR

Baer, Otto

* 1.2.1881 – ✝ 23.4.1966

Geb. in Jerichow; Vater Arbeiter; Lehre u. Arbeit als Gerber; 1898 Gewerkschaft der Lederarb., ehrenamtl. Hauskassierer, später Bezirks-Ltr.; 1900 SPD, 1917 Vors. des SPD-Ortsvereins Magdeburg, 1920 – 33 Vors. der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversamml. von Magdeburg; 1930 – 33 Verwaltungsdir. des Krankenhauses Magdeburg-Sudenburg, ab 1928 Vorstandsmitgl. des Preuß. u. Provinzial-Sächs. Städtetags, Mitgl. u. zeitw. Vors. des Provinziallandtags Sachsen; 1929 – 33 stellv. Mitgl. des Preuß. Staatsrats; nach 1933 zunächst untergetaucht, dann zeitw. inhaftiert; ab 1935 Versicherungsvertreter; antifasch. Arbeit, 1936 fünf Monate U-Haft; Aug. 1944 im Zuge der Gestapoaktion »Gewitter« sechs Wochen Haft im KZ Sachsenhausen. Am 19.4.1945 vom US-amerikan. Stadtkommandanten zum OB von Magdeburg ernannt, von der nachf. brit. Besatzungsmacht abgesetzt, von der sowj. Besatzungsmacht wieder eingesetzt u. zusätzl. zum Regierungspräs. der Bezirksreg. Magdeburg bestimmt; Anfang 1946 Absetzung u. zehn Wochen NKWD-Haft; später bis zur Pensionierung Abt.-Ltr. im Min. der Finanzen der Landesreg. Sachsen-Anh.; gest. in Magdeburg.Heinrich, G., Schandera, G. (Hrsg.): Magdeburger Biographisches Lexikon. Magdeburg 2002.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Argus, Rudolf Martin

* 17.12.1888 – ✝ 16.1.1969

Geboren am 17. Dezember 1888 in Reudnitz/ Thüringen, übersiedelte 1912 nach der Lehrerausbildung nach Bremen und arbeitete als Volksschullehrer. Während des Krieges schloß er sich den Bremer Linksradikalen an und war seit ihrer Gründung in der KPD. Argus wurde Mitglied der BL Nordwest und 1921 für die KPD in die Bremer Bürgerschaft gewählt, er war einer der Hauptredner der Partei in diesem Parlament. Im November 1923 und Dezember 1924 wiedergewählt, schied er 1927 aus der Bürgerschaft aus. Argus zog sich von der Parteiarbeit zurück. Nach 1933 blieb er Lehrer und trat der SA bei. Nach der Pensionierung zog er 1941 nach Füssen (Allgäu) und anschließend ins Rheinland. Nach 1945 politisch nicht mehr aktiv, lebte in Siegen. Rudolf Argus starb am 16. Januar 1969.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Arndt, Rudolf

* 26.4.1909 – ✝ 3.5.1940

Geboren am 26. April 1909 in Berlin, Sohn einer jüdischen Lehrerfamilie, lernte Schriftsetzer, war Landarbeiter und gehörte von 1924 bis 1926 der zionistischen Jugendbewegung an. Als Führer der Opposition der jüdischen Jugendbewegung (»Schwarzer Haufen«) organisierte er 1927 den Übertritt des größten Teils der Mitglieder des »Schwarzen Haufens« in die Rote Jungfront, der Jugendorganisation des RFB. Er ging 1928 zum KJVD, wurde Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Im April 1931 wegen »antimilitaristischer Propaganda« vom Reichsgericht zu zweieinhalb Jahren Festung verurteilt, die er in Groß-Strehlitz verbüßte. Nach seiner Freilassung Mitte Oktober 1932 bis Juni 1933 im KJVD im Ruhrgebiet, wurde er im Februar 1933 Leiter des illegalen Apparates (Post, Quartier und Kurierdienst) und Mitglied des Sekretariats des ZK des KJVD an der Seite von Fritz Grosse, Erich Jungmann u. a. Ende 1933 festgenommen und am 15. Oktober 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend kam er in das KZ Sachsenhausen, zuletzt in das KZ Buchenwald. Dort kam Rudolf Arndt am 3. Mai 1940 in Folge der Mißhandlungen ums Leben. Seine Lebensgefährtin Gertrud Wiehr, später Glondajewski (* 3. 1. 1908), war Stenotypistin. Ab 1927 KJVD-Mitglied, gehörte sie bis 1933 der engeren BL Berlin-Brandenburg an, war bis 1935 illegal für das ZK des KJVD tätig, dann Stenotypistin in Berliner Betrieben. Im Mai 1945 Mitarbeiterin in der Abteilung Volksbildung beim Magistrat von Groß-Berlin. Von 1950 bis 1953 politische Mitarbeiterin im SED-LV Berlin, ab Februar 1953 am IML. Gertrud Glondajewski starb am 1. Januar 2004 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Arnold, Ludwig

* 18.2.1905 – ✝ 30.5.1962

Geb. in Mannheim; Vater Küfer u. Tischler; 1911 – 19 Volksschule in Mannheim, 1919 – 22 Ausbildung zum Schlosser u. 1922 – 25 Schmied in Mannheim; 1921 VKPD; 1923 – 25 Mitgl. des KJV; 1925 – 30 USA, 1926 – 30 Gelegenheitsarb. in San Francisco; 1926 – 30 Mitgl. des KJV der USA; 1930 – 45 UdSSR; 1931 – 45 Mitgl. der KPdSU; 1931 – 42 Schlosser u. Elektriker in der Automobilfabrik »SIS« in Moskau; 1933 – 36 Studium an der Univ. für Nat. Minderheiten des Westens (»Herbert Korn«), anschl. dort Lehrer in Abendkursen; 1936 – 52 sowj. Staatsbürgerschaft; 1936 – 41 Elektroschlosser im Stalin-Werk Moskau, Meister der elektromechan. Abt.; Nov. 1941 Evakuierung, Schlosser in Uljanowsk; 1942/43 Arbeitsarmee (Trud-Armee); 1943 pol. Arbeit unter dt. Kriegsgefangenen; 1944/45 Lehrer an einer Antifa-Schule; 1945 sowj. Medaille »Für kämpfer. Verdienste«. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/SED; 1945 Lehrer der KPD-Schule in Dresden-Hofewiese u. an der LPS in Ottendorf; 1945 Sekr. KPD-KL Zwickau; 1946 – 48 Ltr. der KPS Schweinsburg; 1948 – 50 Lehrer u. stellv. Schulltr. der LPS in Ottendorf; 1950 – 52 Lehrer für Politökon. u. Ltr. der Abt. Fernunterricht der PHS, stellv. Dir. der PHS; 1952 DDR-Staatsbürgerschaft; ab 1952 kommissar. Ltr., dann Ltr. des Marx-Engels-Lenin-Stalin-Inst. beim ZK der SED (später IML), maßgebl. beteiligt bei der Hrsg. der Marx-Engels-Werke; 1958 Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Beiträge zur Geschichte der dt. Arbeiterbew.«; 1959 VVO; gest. in Berlin.Schmeitzner, M.: Schulen der Diktatur. Die Kaderausbildung der KPD/SED in Sachsen 1945 – 1952. Dresden 2001.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Aschenbrenner, Rosa

* 27.4.1885 – ✝ 9.2.1966

Rosa Lierl, am 27. April 1885 in Beilngries/Bayern als Tochter eines Uhrmachers, der auch eine Landwirtschaft betrieb, geboren; arbeitete zwölf Jahre als Dienstmädchen. Sie heiratete 1909 den Arbeiter Hans Aschenbrenner und trat nach der Heirat der SPD bei. Sie war ab 1917 in der USPD aktiv, stand auf dem linken Flügel der Partei und war Delegierte des Vereinigungsparteitages mit der KPD im Dezember 1920 sowie des VI. KPD-Parteitages in Jena 1921. Ab 1921 vertrat sie die KPD im Bayerischen Landtag. In der BL Südbayern war sie anfangs für die Frauenarbeit, nach 1925 für die Kasse verantwortlich. 1924 und 1928 erneut in den Landtag gewählt, geriet sie jedoch 1928 wegen des ultralinken Kurses in Konflikt mit der Partei und wurde bereits 1928 verwarnt, weil sie gegen die EKKI-Beschlüsse gestimmt hatte. Am 11. Juni 1929 erklärte Rosa Aschenbrenner in einer Stellungnahme im Landtag gegen die »Katastrophenpolitik« der KPD-Führung ihren Austritt aus der Partei. Sie weigerte sich, unter der »derzeitigen Parteiführung mit ihrem verderblichen politischen Kurs« ihr Mandat niederzulegen und trat der KPO bei. Ihr Ehemann Hans wurde im Juli 1929 aus der KPD ausgeschlossen, da er sich mit seiner Frau solidarisiert hatte. Von der KPD-Presse als »politischer Leichnam« beschimpft, trat sie im Mai 1930 zur SPD über und behielt ihr Mandat bis zum Ende der Legislaturperiode bei. Rosa Aschenbrenner wurde am 17. März 1933 für drei Monate in »Schutzhaft« genommen und anschließend unter Polizeiaufsicht gestellt. 1936 wurde sie erneut verhaftet und wegen »Verstoßes gegen das Heimtückegesetz« (Abhören »feindlicher« Sender) zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. 1945 Mitbegründerin der SPD in München und Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung Bayerns. Rosa Aschenbrenner, die auf dem linken Flügel der SPD stand, war von 1946 bis 1948 SPD-Abgeordnete im Bayerischen Landtag, bis 1956 im Münchener Stadtrat. Rosa Aschenbrenner starb am 9. Februar 1966 in München.

Wer war wer in DDR

Audehm, Hans-Jürgen

* 2.10.1940

Geb. in Gernrode (Harz), Vater Handelskfm., Mutter Sachbearb.; 1947 – 55 Grundschule in Gernrode; 1955 – 59 EOS in Quedlinburg, Abitur; 1959 – 63 Lehrerstudium am Päd. Inst. Güstrow, Fächer Math. u. Russ.; 1961 SED; 1963 – 79 wiss. Assistent, Oberassistent u. Lehrstuhlltr. am Päd. Inst./PH Güstrow, 1975 Prom. mit einer Arbeit über die Semantik russ. Zustandsverben; 1979 – 88 Ltr. der Abt. Wiss., Volksbildung u. Kultur der SED-BL Schwerin; 1981 Habil. an der PH Güstrow mit einer Arbeit zur Valenz russ. Substantive als Prädikat; 1988/89 Sekr. für Volksbildung u. Wiss. (Nachf. von Heide Hinz), 3.11. – 2.12.1989 1. Sekr. der SED-BL Schwerin (Nachf. von  Heinz Ziegner); 3. – 10.12. 1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. der SED. 1990 – 92 wiss. Oberassistent an der PH Güstrow; 1992 – 94 arbeitslos; 1994/95 Bundesprogrammlehrer des Ausw. Amtes an der Univ. in Barnaul, 1995/96 an der Nowosibirsker Staatl. Univ. in Akademgorodok; 1996 – 2001 päd. Koord. der Ges. für Techn. Zusammenarbeit (GTZ) für das Programm des Bundesmin. des Innern »Breitenarbeit zu Gunsten der russland-dt. Minderheit in der Russ. Föderation u. Kasachstan«; 2002 Projektltr. an der Dt. Angestelltenakad. in Schwerin; Mitgl. des LV Mecklenb.-Vorpomm. der Volkssolidarität; Mitgl. des LV der Osteuropa-Freundschaftsgesell., für dieses Engagement von der Stadt Schwerin mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet; Ruhestand; über 40 Veröff. auf dem Gebiet der Sprachwiss.; lebt in Schwerin.Man lernt nie aus. Moskau 2000; Wer wagt – gewinnt. Moskau 2001.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Augustat, Elise

* 20.7.1889 – ✝ 13.3.1940

Geboren am 20. Juli 1889 als Elise Queck in Waldkeim/Ostpreußen. Sie arbeitete auf dem Lande und war als Hausfrau u. a. in Hamburg tätig. Von 1916 bis 1918 Mitglied der SPD, trat sie 1918 der USPD und 1919 der KPD bei. Elise Augustat war ab 1924 Gemeindevertreterin für die KPD in Lägerdorf/Schleswig-Holstein, ab 1929 Abgeordnete des Provinziallandtages Schleswig-Holstein. Sie war Mitglied der KPD-BL Wasserkante. Im September 1930 wurde sie auf dem Reichswahlvorschlag der KPD in den Reichstag gewählt, dem sie bis 1933 angehörte. Elise Augustat wurde im September 1933 wegen »Hochverrats« verhaftet und bis 18. Januar 1934 in »Schutzhaft« gehalten. Das Verfahren, das beim OLG Hamburg anhängig war, endete am 15. Januar 1934 mit einem Freispruch. Im September 1939 wurde sie erneut festgenommen und in das KZ Ravensbrück gebracht, aber im Dezember 1939 wegen schwerer Krankheit »beurlaubt«. Elise Augustat starb am 13. März 1940 in Lägerdorf an den Haftfolgen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ausländer, Fritz

* 24.11.1885 – ✝ 21.5.1943

(* 1885 – † 1943) Geboren am 24. November 1885 in Königsberg als Sohn des Kaufmanns Alexander Traugott Ausländer. Besuch des Altstädtischen Gymnasiums in Königsberg, dann Studium in Königsberg. Als Philologiestudent Mitglied der SPD. Kurze Zeit Referendar in Königsberg und Breslau, dann Studienrat in Hamburg, Marburg und Berlin. Hier schon vor dem Weltkrieg Angehöriger des linken Flügels der SPD und Freund Karl Liebknechts. Ausländer war Mitbegründer der Gruppe Internationale und Herausgeber von Schulungsmaterialien der Linken im Kreis Niederbarnim. 1914 bis November 1915 Kriegsteilnehmer. Nach Rückkehr in Berlin für den Spartakusbund aktiv. Seit Gründung der Partei Funktionär der KPD, vor allem im Bildungswesen der Partei tätig. In den zwanziger Jahren Studienrat in Berlin und unbesoldeter KPD-Stadtrat. Seine geistige Haltung umschrieb er so: »Die proletarische Diktatur ist der Hebel, um den Weg frei zu machen für das Neue, das im Schoß der Gesellschaft herangereift ist. Daher bekenne ich mich gerade auch als Historiker und Pädagoge zur Kommunistischen Weltpartei.« 1924 Sekretär der Reichsfraktion kommunistischer Lehrer, 1928 Abgeordneter des Preußischen Landtags. Als Versöhnler 1932 nicht mehr als Kandidat zum Landtag aufgestellt, trat Ausländer 1932 aus Protest gegen die ultralinke Haltung aus der KPD aus. 1933 in der Nacht des Reichstagsbrandes von SA-Männern verhaftet, bis Juni 1935 in den KZs Sonnenburg und Esterwegen festgehalten. Da ihm die zustehende Pension wegen seiner kommunistischen Vergangenheit verweigert wurde, verdiente er seinen Lebensunterhalt dann durch Adressenschreiben. Später war er Mitarbeiter bei der Deutschen Buch-Gemeinschaft Berlin. Bei Kriegsausbruch an seiner Arbeitsstelle erneut festgenommen, kam er ins KZ Sachsenhausen, wurde aber nach einem Selbstmordversuch Weihnachten 1939 entlassen. Fritz Ausländer nahm sich am 21. Mai 1943 aus Angst vor erneuter Verhaftung das Leben. Seine Witwe und seine Tochter, die Lehrerin war, flüchteten nach 1945 nach Ostfriesland.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Auweck, Franz

* 7.8.1884 – ✝ 2.4.1964

Geboren am 7. August 1884 in München, Sohn eines Gärtners und Fabrikarbeiters. Er besuchte bis 1905 das katholische Lehrerseminar in Freising. Zunächst als Hilfslehrer an Schulen in Schröding, Gilching und München tätig, erhielt Auweck 1913 eine Stelle als Lehrer. Er wurde 1917 Soldat und schloß sich im Mai 1919 der USPD an. Als einer der Münchner Führer der linken USPD nahm er am USPD-Parteitag in Halle teil und trat dort für den Anschluß an die Komintern ein. Seine politische Einstellung brachte Auweck im November 1920 wegen »Aufreizung zum Klassenhaß und der Aufforderung zum Hochverrat« vor Gericht, er wurde jedoch freigesprochen. Ende 1920 trat er zur KPD über und war im Januar 1922 Nachrücker als Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Nach ständigen Disziplinarmaßnahmen seitens der Schulbehörde wurde er schließlich 1922 aus dem bayerischen Schuldienst entlassen, im Oktober 1922 aber als Berufsschullehrer in Thüringen eingestellt. Auweck, der eng mit dem 1921 aus der KPD ausgeschlossenen bayerischen Landtagsabgeordneten Otto Graf verbunden war, wechselte noch während der laufenden Legislaturperiode aus der bayrischen KPD-Fraktion zur SPD. 1925 gründete er eine private Berufsmittelschule, die 1926 durch den Staat Türingen anerkannt wurde. Ab 1930 im Wartestand, 1933 Entlassung aus dem thüringischen Schuldienst und bis 1943 Arbeit in einem Tabakwarengeschäft. Von September 1945 bis 1952 war er Rektor bzw. Leiter einer Berufsmittelschule in München. Sein Privatvermögen stiftete er für die Einrichtung eines Wohnheims für Schüler des Zweiten Bildungsweges. Franz Auweck starb am 2. April 1964 in München.

Wer war wer in DDR

Baade, Brunolf

* 15.3.1904 – ✝ 14.10.1969

Geb. in Berlin; Volksschule, Gymnasium, 1922 Abitur; Ing.-Studium an den TH Berlin u. München, 1929 Dipl.; anschl. Konstrukteur bei den Bayer. Flugzeugwerken; 1930 – 36 USA-Aufenthalt mit Forschungstätigkeit im Flug- u. Schienenfahrzeugbau; ab 1936 Ltr. des Neukonstruktionsbüros beim Junkers-Flugzeugwerk in Dessau, u. a. Entw. der Ju 288. 1945 Mitgl. des Techn. Rats der Stadt Dessau, ab Juli 1945 Mitarb., dann Ltr. der Rekonstruktion des Flugzeug- u. Motorenwerks; Herbst 1946 – im Zuge der Demontage des Werks – als Spezialist in die UdSSR, Chefkonstrukteur in Sawjolowo (b. Moskau), 1953/54 dort Vorbereitung zum Aufbau der DDR-Flugzeugindustrie; 1954 Rückkehr in die DDR; SED; Konstruktion u. Bau von Flugzeugen; 1957 Mitgl. des Forschungsrats, 1958 Ltr. des Forschungszentrums u. Gen.-Konstrukteur der Luftfahrtindustrie; Mitbegr. der Ing.-Schule für Flugzeugbau u. der Fak. für Luftfahrt an der TH Dresden, dort auch Lehrbeauftr. u. Prof.; 1958 – 63 Kand. des ZK der SED; Konstrukteur des DDR-Düsenverkehrsflugzeugs 152 (Erstflug 4.12.1958, Absturz 4.3.1959, 2. Prototyp 26.8.1960 in Flugerprobung); 1959 VVO; nach der Einstellung von Entw. u. Prod. von Flugzeugen ab März 1961 Dir. des neugegr. Inst. für Leichtbau u. ökon. Verwendung der Werkstoffe in Dresden; gest. in Dresden.Farnborough. Dresden 1959; Dem Fortschritt verbunden. Leipzig 1957; Junkersflugzeuge 1933 – 1945. Erlangen 1999. Brandner, F.: Ein Leben zwischen Fronten. Ingenieur im Schußfeld der Weltpol. München 1973.Andreas Kahlow / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Bachem, Wilhelm

* 19.3.1903 – ✝ 4.10.1962

Geb. in Mülheim (Ruhr); Ausbildung zum Drogisten; 1933 – 38 selbst. Drogist, DDP, später DSP, 1930 Kand. der DSP für den Reichstag (Wahlkrs. Düsseldorf-Ost u. West); 1933 Mitgl. des NSKK u. des Jungdt. Ordens; 1939/40 Wehrmacht, wegen Krankheit entlassen; Arbeit in der Drogeriebranche, Errichtung eines Heilkräutergutes bzw. Inhaber eines Fuhrunternehmens. 1945 CDU; 1946 Verw.-Dir. der CDU-Landesgeschäftsstelle Thür.; Ministerialdir.; 1947 Ltr. der HA Verkehr im Min. für Wirtschaft, Arbeit u. Verkehr der Landesreg. Thür.; Okt. 1947 – Febr. 1950 Min. für Verkehr in Thür.; Mitgl. der DWK; seit 1947 Mitgl. des ständ. Aussch. des Dt. Volkskongresses; 1948 – 50 Mitgl. des CDU-HV u. Vors. der ZRK, 1949 stellv. Vors. des CDU-LV Berlin (Ost), 1950 Mitgl. des Pol. Aussch. des CDU-HV, zeitw. Hauptgeschäftsf. der Zentr. Vermögensverw. der CDU; 1949/50 Mitgl. des Dt. Volksrates bzw. Abg. der Volkskammer; März – Nov. 1950 Staatssekr. im Min. für Verkehr der DDR; Jan. 1951 Flucht nach Berlin (West), später in die Bundesrep. Dtl.; Tätigkeit als kfm. Angest. bzw. später Inhaber einer Wohnwagenfirma.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Backhaus, Till

* 13.3.1959

Geb. in Neuhaus/Elbe (Krs. Hagenow); 1966 – 76 POS in Neuhaus/Elbe, 1976 – 78 Abitur u. Facharbeiterausb. zum Agrotechniker an der BBS des VEG Pritzier (Schwechow, Krs. Hagenow); 1978 – 80 NVA; 1980 – 85 Studium an der WPU Rostock, Dipl.-Agraring.; 1980 – 90 ltd. Funktion in der LPG Pflanzenprod. Neuhaus bzw. Abt.-Ltr. in der LPG Pflanzenprod. Lübtheen (Krs. Hagenow); Dez. 1989 Mitbegr. SDP Neuhaus/Elbe; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer. Seit Okt. 1990 MdL Mecklenb.-Vorpomm.; 1991 – 2003 Vors. des SPD-KV Hagenow bzw. Hagenow-Ludwigslust (seit Juni 1994); 1992 – 98 Vors. des Aussch. für Landwirtsch. u. Naturschutz des Landtags; Nov. 1998 – 7.11.2006 Min. für Ernährung, Landw., Forsten u. Fischerei des Landes Mecklenb.-Vorpomm. (Nachf. von Martin Brick bzw. Bärbel Kleedehn) u. stellv. Mitgl. des Bundesrates (Nachf. von  Harald Ringstorff); Dez. 2001 Prom. zum Dr. rer. agr. an der HU Berlin; Apr. 2003 – 07 Vors. des SPD-LV Mecklenb.-Vorpomm.; 2004 – 06 Abg. des Kreistags Ludwigslust; 2005 – 07 Mitgl. des SPD-Bundesvorst.; seit 7.11.2006 Min. für Landw., Umwelt u. Verbraucherschutz des Landes Mecklenb.-Vorpomm.Betrachtungen zur Getreideprod. in Mecklenb.-Vorpomm. zwischen 1900 u. 2000. Berlin 2001.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Baeseler, Horst

* 10.3.1930 – ✝ 20.9.2004

Geb. in Dresden; Vater Drogist; 1940 – 45 König-Georg-Gymn. Dresden, wg. Zerstörung des Gymn. am 13.2.1945 endete die Schulausbildung. 1945 – 48 Ausbildung in der Baumschule Hauber in Dresden-Tolkewitz; 1949 Arbeit in einer Stauden-Gärtnerei; 1949 – 51 Ausbildung zum Gärtner in der FS für Gartenbau Pillnitz (mit  Johann Greiner); 1951 Maschinenlehrgang für Gärtner in Quedlinburg; 1951 – 91 angestellt bei der DBA (auf Vermittl. v. J. Greiner), bis 1955 Mitarb. von  Reinhold Lingner; 1951 / 52 Landschaftsplanung für die Pionierrepublik »Wilhelm Pieck« in Altenhof / Werbellinsee (mit R. Lingner); 1952 beteiligt am Projekt Kultur- u. Sportpark Stalinstadt (Eisenhüttenstadt) (mit R. Lingner u. a.); 1952 – 55 Gartenbauingenieurstudium an der HU Berlin, Ing. für Landschaftsplanung; 1955 – 61 stellv. Ltr. der Abt. Grünplanung im VEB Hochbauprojektierung; 1961 – 65 Ltr. der Abt. Freiflächenplanung im VEB Typenprojektierung; 1968 Studium mit Abschluß als Dipl.-Gärtner an der HU Berlin; 1976 Schinkelmed.; 1977 Plakette der DBA; 1981 Arbeitsaufenthalte in Moçambique, Realisierung von Garten- u. Landschaftsbauprojekten. 1991 – 96 Mitarbeiter des Inst. für Regionalentw. u. Strukturplanung in Erkner (b. Berlin); gest. in Berlin. H. B. gehört als Schüler von R. Lingner zu den jüngeren, maßgebenden Garten- u. Landschaftsplanern der DDR, seine Theorien u. Planungsansätze für sämtliche Arten von Freiraumgestaltung waren in der DDR prägend.Campingplätze – Grundsätze u. Richtwerte. Berlin 1976; Freizeitanlagen. Berlin 1979 (mit W. Rietdorf); Spielanlagen für Kinder u. Jugendliche. Berlin 1979 (Hrsg.); Gestaltung von Freiräumen in Wohnbereichen. In: Architektur der DDR (1980) 5; Im Flug über die DDR. Leipzig 1983 (mit W. Rietdorf); Kennzeichen u. Richtwerte. Eine Betrachtung zu langjährigen Arbeiten v. Prof. Dr.-Ing. Joh. Greiner. In: Freiraum komplex, 2003. Fs. zum 65. Geburtstag v. H. B. Hrsg. vom IRS Erkner. Graue Reihe 10. Erkner 1996; Stadt u. Grün. Hrsg. vom Dt. Städtetag. Zum 100. Geburtstag von R. Lingner; Hannover – Berlin 2003.Volker Wagner