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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Feldmann, Klaus

* 24.3.1936

Geb. in Langenberg; 1951 – 54 Lehre als Buchdrucker in Leipzig; 1954/55 Ausbildung an der Rundfunkschule Weimar; 1957/58 NVA; 1957 – 61 Nachrichtensprecher beim Deutschlandsender des DDR-Rundfunks; 1958 SED; 1961 – 89 Nachrichtensprecher der »Aktuellen Kamera« beim DFF; 1983 VVO; 1989 Kündigung nach einem Herzanfall beim DFF. 1990 – 95 Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit bei einer Gewerkschaft u. einem Unternehmen; seit 1995 freiberufl. Nachrichtensprecher bei Cottbuser Fernsehsendern; lebt in Berlin.Nachrichten aus Adlershof. Berlin 1996; Das waren die Nachrichten. Erinnerungen. Berlin 2006.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Felix, Werner

* 30.7.1927 – ✝ 24.9.1998

Geb. in Weißenfels; 1945 – 50 Studium an der Musik-HS in Weimar, 1951 Staatsexamen; 1951 / 52 Mitarb. im Staatssekr. für Hoch- u. Fachschulwesen; Doz. für Musikgesch.; 1952 –54 Dir. des Erfurter Konservatoriums; 1955 –65 Rektor der HS für Musik »Franz Liszt« in Weimar (Nachf. von  Willi Niggeling); 1956 Dr. paed.; 1959 Prof. für Musikgesch.; 1962 – 86 Präs. der »Chopin-Gesell. der DDR«; 1968 – 71 Intendant des Gewandhausorchesters in Leipzig; 1979 – 90 GD der »Nat. Forschungs- u. Gedenkstätten Johann Sebastian Bach« in Leipzig, bis 1991 Dir. des Bach-Archivs, bis 1998 im Hrsg.-Kollegium der Neuen Bach-Ausgabe; 1987 – 90 Rektor der Musik-HS »Felix Mendelssohn-Bartholdy« in Leipzig (Nachf. von Peter Herrmann), gest. in Leipzig.Die Musik der Dt. Klassik. Leipzig 1954; Franz Liszt. Ein Lebensbild. Leipzig 1961; Christoph Willibald Gluck. Leipzig 1965; Johann Sebastian Bach. Erbe u. Gegenwart. Leipzig 1976; Aus der Gesch. des Thomaskantorates zu Leipzig. Leipzig 1980; (Hrsg.): Musikgeschichte: Ein Grundriß (mit W. Marggraf, V. Reising, G. Schoenfelder). 2 Bde. Leipzig 1984 / 85.Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Feller, Willy

* 12.11.1905 – ✝ 9.7.1979

Geboren am 12. November 1905 in Ludwigshafen/Rhein. Former, schloß sich 1919 der FSJ an, 1920 der KJD. Mitte der zwanziger Jahre Mitglied der KPD. Ab 1931 Redakteur am »Ruhr-Echo« in Essen, anschließend bei der KPD-Zeitung »Kämpfer« in Chemnitz. 1931/32 vertrat er Johannes König als Chefredakteur der Dresdner »Arbeiterstimme«. 1932 vom Reichsgericht zu einer Festungsstrafe verurteilt, danach kam er Anfang 1933 als politischer Redakteur an die »Sozialistische Republik« nach Köln. 1933 inhaftiert und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, nach seiner Freilassung arbeitete er als Versicherungsvertreter. Feller mußte 1943 zur Wehrmacht, zunächst ins Strafbataillon 999 und anschließend zur OT. 1945 wieder KPD, zunächst Leiter der Kulturabteilung und bis 1948 Mitglied der BL Pfalz, danach im Sekretariat des neugeschaffenen Landesverbandes Rheinland-Pfalz, von 1946 bis 1952 auch Mitglied des Stadtrates in Ludwigshafen. Im Juni 1948 übernahm Feller die Chefredaktion der KPD-Zeitung »Neues Leben«. 1946/47 Abgeordneter der beratenden Landesversammlung, von 1947 bis 1951 des Landtags Rheinland-Pfalz sowie von Ende 1946 bis April 1948 Minister für Wiederaufbau in Rheinland-Pfalz. Feller, als »Stalin der Pfalz« bezeichnet, wurde im Januar 1949 als Nachfolger Herbert Müllers Vorsitzender der KPD-Fraktion im Landtag. 1950 erfolgte seine Abberufung als Chefredakteur der KPD-Zeitung wegen innerparteilicher Querelen und seiner Unbeherrschtheit. Zunächst noch Mitarbeiter der Abteilung Massenagitation beim KPD-PV, aber im März 1952 von allen Parteifunktionen entbunden und zur Niederlegung des Stadtratmandats veranlaßt. Später wieder Versicherungsvertreter, schloß er sich 1968 der DKP an. 1977 erhielt er für seine Verdienste als ehemaliger Minister für Wiederaufbau das Bundesverdienstkreuz. Willy Feller starb am 9. Juli 1979 in Ludwigshafen/Rh.

Wer war wer in DDR

Fenske, Kurt

* 3.5.1930

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Grund- u. OS, Abitur; 1946 FDJ u. SED; 1946 – 49 Mitgl. des FDJ-LV Sachsen; 1949/50 Studium an der Univ. Leipzig, 1950 – 54 an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1954 – 56 stellv. GD des VEB AHU Nahrung; 1957 – 64 Fernstudium an der TH Dresden, Dipl.-Ingenieurökonom; 1956 – 59 Mitarb. des ZK der SED; 1960 – 62 stellv. GD, 1962 – 67 GD des VEB AHU Elektronik; 1967 Stellv. Min. für Außenwirtschaft, ab 1985 Staatssekr. für Außenwirtschaft bzw. Außenhandel; 1967 – 90 Abg. der Volkskammer.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Feuchtwanger, Franz

* 6.6.1908 – ✝ 1.2.1991

Geboren am 6. Juni 1908 in München, Sohn des jüdischen Rechtsanwalts und Justizrats Max Feuchtwanger. Bereits während seiner Gymnasialzeit hatte er Kontakte zur KPD in Straubing. Im Juli 1925 wurde er Mitglied des KJVD. 1927 nahm er ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in München auf. Pfingsten 1927 erfolgte seine Wahl in die Reichsleitung der Kostufra, wo er u. a. mit Franz Borkenau und Richard Löwenthal zusammenarbeitete. Im Jahre 1928 erste Verbindungen zu Hans Kippenberger, der ihn zur Mitarbeit für den AM-Apparat warb und ihn beauftragte, den Abwehrapparat in München zu reorganisieren. Anfang 1928 wurde Feuchtwanger Mitglied der BL Südbayern und amtierte von Juni bis Oktober 1928 als Polleiter der BL. Ende 1928 übersiedelte er nach Berlin und wurde Mitarbeiter in der Zentrale des AM-Apparates. 1929 nach München zurückgekehrt, hier während einer illegalen Funktionärssitzung des RFB verhaftet und von der Münchner Universität relegiert. Er kam erneut nach Berlin und wurde einer der wichtigsten Mitarbeiter im AM-Apparat. Ende April 1930 vom Reichsgericht zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt, im Spätsommer 1931 wieder in Berlin, absolvierte er Ende 1932 seine volkswirtschaftlichen Examina. Auf Drängen Kippenbergers wurde er hauptamtlicher Funktionär und 1932 im AM-Apparat zum Leiter des SPD-Ressorts berufen. Im Spätherbst 1933 nach Moskau, Teilnehmer an einem M-Lehrgang. 1934 über Wien und Zürich zur illegalen Arbeit nach Deutschland. In den innerparteilichen Auseinandersetzungen 1934/35 als Anhänger der Schubert-Schulte-Fraktion im Politbüro von Walter Ulbricht scharf kritisiert. Im April 1935 reiste er nach Amsterdam, wurde verhaftet und nach Belgien ausgewiesen. Anfang Juni 1935 traf er in Prag Kippenberger. Dieser bereitete sich auf seine Weiterreise in die UdSSR vor und erhielt von Leo Flieg (im Gegensatz zu Feuchtwanger) die erforderlichen Papiere für Moskau. Im August 1936 wurde Feuchtwanger mitgeteilt, daß er aus der KPD ausgeschlossen sei. Danach fand er Anschluß an die linkssozialistische Gruppe »Neu Beginnen«, emigrierte nach dem Münchner Abkommen von Prag nach Paris und wurde im September 1939 interniert. Im Juni/Juli 1940 flüchtete er in die unbesetzte Zone von Frankreich und gelangte über Spanien und Portugal nach Mexiko. Dort engagierte er sich in der Liga »Pro-Cultura Alemana« und befaßte sich bis ins hohe Alter mit präcortesianischer Archäologie. 1981 veröffentlichte er in der Zeitschrift IWK Erinnerungen über den militärpolitischen Apparat der KPD in den Jahren 1928 bis 1936. Franz Feuchtwanger starb am 1.Februar 1991 in Mexiko-City.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fichtmann, Leo

* 16.8.1873 – ✝ 27.5.1942

Geboren am 16. August 1873 in Elbing/Westpreußen, lernte Schlosser und arbeitete später als Steinmetz. Nach seiner Übersiedlung nach Berlin vor dem Ersten Weltkrieg in anarchistischen und linksradikalen Kreisen aktiv und mehrfach vorbestraft (Hausfriedensbruch, Aufruhr usw.). Er wurde wegen seines rabiaten und aggressiven Auftretens gegen den Krieg sogar zur Untersuchung seines »Geisteszustandes« in eine Irrenanstalt eingewiesen. Während der Revolution in Berlin durch seinen Radikalismus bekannt, gehörte er 1920 zu den Mitbegründern der KAPD und spielte auch in der AAU eine führende Rolle. Da er sich 1921 wie andere »Sozialrebellen« ( Max Hoelz, Karl Plättner) extremistisch für den organisierten Bandenkampf einsetzte, war er politisch isoliert. Ab Mai 1923 gab er dann die Zeitschrift »Der Arbeitslose« heraus. Leo Fichtmann sprach wiederholt im Berliner Friedrichshain und vertrat hier seine Ideen einer freien Gesellschaft, die ohne Staatsbürokratie und Parteien, allein auf der direkten Demokratie beruhen sollte. Bereits 1933 von den Nazis verhaftet und mißhandelt, wurde er nach dem Brandanschlag der Widerstandsgruppe um Herbert Baum im Lustgarten am 27. Mai 1942 erneut mit anderen Unbeteiligten verschleppt. Leo Fichtmann wurde am 28.Mai 1942 im KZ Sachsenhausen erschossen. Seine Frau Clara Fichtmann, geborene Fuchs (*6. 4. 1877), deportierten die Nazis am 6. Juni 1942 nach Theresienstadt. Von dort kam sie nach Auschwitz, wo Clara Fichtmann am 18. Mai 1944 ermordet wurde.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ficker, Ludwig

* 14.10.1904 – ✝ 9.12.1947

Geboren am 14. Oktober 1904 in München. Drechsler, ab 1919 in der Gewerkschaft. 1927 im AM-Apparat der KPD tätig, wurde aber offiziell erst 1929 KPD-Mitglied. 1933 in »Schutzhaft«, emigrierte nach illegaler Tätigkeit 1934 in die Schweiz, dort Mitglied der Emigrationsleitung und ab 1939 Leiter der KPD-AL Süd. 1939 wurde Ficker in der Schweiz interniert, konnte im September 1944 aus dem Lager flüchten und arbeitete dann illegal im Widerstand in Bayern, wo er Verbindung zur »Freiheitsaktion Bayern« hatte. 1945 führend am Wiederaufbau der KPD in München beteiligt, im 1. Kabinett Hoegner wurde Ficker Staatssekretär für Inneres. Er galt als Stalinist, dennoch wurde er wie andere Schweizer Emigranten ( Bruno Goldhammer, Fritz Sperling) wegen enger Kontakte zu Hilfskomitees aus den USA (Noel H. Field) als »Abweichler« verdächtigt. Ludwig Ficker starb am 9. Dezember 1947 unter mysteriösen Umständen (durch ausströmendes Gas in seiner Garage).

Wer war wer in DDR

Fikentscher, Rüdiger

* 30.1.1941

Geb. in Probsthain (Krs. Goldberg, Schles./ Proboszczóro, Polen); 1959 Abitur; 1961 – 67 Studium der Medizin an der MLU Halle, Dr. med.; 1967 – 72 Ausbild. zum Facharzt für HNO; 1974 Habil.; 1981 – 85 Oberarzt an der HNO-Abt. der Univ.-Klinik Halle (Saale), 1985 Doz. für HNO; Sept. 1989 Neues Forum; Nov. 1989 SDP; Febr. 1990 Vors. der SPD des Bez. Halle; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer; Aug. 1990 – 2002 Vors. des SPD-LV Sachsen-Anh. Seit Okt. 1990 MdL Sachsen-Anh., 1990 – 94 u. seit 2002 Vizepräs. des Landtags, 1994 – 2002 Vors. der SPD-Fraktion, Mitgl. des Ältestenrats; 1995 – 2006 Vors. des SPD-Bundesparteirats; seit 2004 Mitgl. im Stadtrat Halle.Zur zeitl. Herzdynamik. Halle 1967; Klin. Olfaktolog. u. Gustolog. Halle 1974; Zwischen König und Bebel. Stuttgart 2006.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Finker, Kurt

* 27.8.1928 – ✝ 6.8.2015

Geb. in Sacrow (Krs. Lübben); Vater Arbeiter; Volksschule, 1942 – 45 Lehrerbildungsanstalt; 1945 RAD; Kriegsgefangenschaft. Herbst 1945 zehntägiger Neulehrerkurs; anschl. Schulhelfer in versch. Dorfschulen sowie Lehrer an der Volksschule Lübben; 1.5.1946 SED; Mitgl. der AG Soz. Lehrer; 1948 Schulltr. in Lübben; externes Lehrerstudium; 1950 Doz. an der ABF Potsdam; 1951 – 52 Einjahreslehrgang an der SED-LPS Brandenb.; 1952 Instrukteur der SED-LL Brandenb.; ab 1952 tätig an der PH Potsdam, wo er Marx.-Lenin. u. Geschichte lehrte; 1953 St.-Ex. bei  Karl Obermann; 1958 Prom. mit einer Gesamtdarstellung des RFB; 1958 Doz. für Geschichte an der PH Potsdam; 1964 Habil. über militar. Wehrverbände in der Weimarer Rep. an der FSU Jena; 1964 – 89 vom MfS als IM erf.; 1965 Prof. mit Lehrauftrag u. 1969 ord. Prof. an der PH Potsdam; 1967 – 69 Dir. des Inst. für Geschichte an der PH Potsdam; 1973 – 78 dort stellv. Sektionsdir.; 1979 – 85 dort Prorektor für Ges.-Wiss., zeitw. Abg. des Bez.-Tags Potsdam; 1984 NP. 1991 Vorruhestand; PDS; gest. in Potsdam. F. arbeitete vorrangig auf den Gebieten Geschichte der dt. Arbeiterbew. u. Widerstand gegen das NS-Regime; insbes. mit seinen Arbeiten über den dt. Widerstand trug er dazu bei, das einseitige Bild in der DDR zu differenzieren; seine Bücher erzielten hohe Aufl. u. wurden in mehrere Sprachen übersetzt.Stauffenberg u. der 20. Juli 1944. Berlin 1967; Graf Moltke u. der Kreisauer Krs. Berlin 1978; Geschichte des RFB. Berlin 1981; Der 20. Juli 1944. Berlin 1994; 20. Juli 1944 – 20. Juli 1994. Leipzig 1995; Zwischen Integration u. Legitimation. Schkeuditz 1999.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Fisch, Walter

* 16.2.1910 – ✝ 21.12.1966

Geb. in Heidelberg; Vater Zigarrenfabrikant; Volksschule u. Gymnasium, relegiert, 1928 Abitur; 1925 Mitgl. der Wandervogelbew., Anhänger des anarch. »Schwarzen Haufens«; 1927 Mitgl. der RHD; 1928 Schlepper auf einer Zeche bei Hamm (Westf.) u. in Dortmund; Mitgl. des KJVD u. des Bergarbeiterverb.; ab 1928 Gelegenheitsarb. in Berlin; 1929 Pol.-Ltr. des KJVD Berlin-Mitte-Arkonaplatz; 1929 – 30 Gasthörer an der Kaiser-Wilhelm-Univ. Berlin; 1930 KPD; 1930 Org.-Ltr. der KJVD-BL Frankfurt (Main); Pol.-Sekr. des KJVD-Bez. Hessen-Frankfurt; bis 1933 Mitgl. der KPD-BL u. deren Sekr. Hessen-Frankfurt; 1933 verhaftet, U-Haft, freigesprochen; 1933 in Zürich; bis 1935 RHD-Abschnittsltr. für Süddtl.; 1935 in die ČSR; Mitgl. des ZS der RH in Prag; dort Anf. 1939 an der Evakuierung von KPD-Mitgl. nach London beteiligt (»Jiří Švarc«, »Georg Schwarz«); April 1939 verhaftet, vier Mon. U-Haft in Ungarisch-Hradisch; Emigr. in die Schweiz, dort interniert; 1944 Mitgl. der prov. Ltg. der BFD, verantw. für die Arbeit unter den dt. Militärinternierten u. -flüchtlingen; Mitgl. der Red.-Kommission der Ztschr. »Über die Grenzen«. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945 Vors. der KPD-LL Hessen; 1945 Mitgl. des Frankfurter Bürgerrats, des hess. Beratenden Landesaussch., der Verfassunggebenden Landesvers. u. des Parl. Rates beim Länderrat der US-Zone; 1946 Sanatoriumsaufenthalt in Bad Liebenstein; 1946 – 49 Mitgl. des PV der SED; 1947 Abg. des Landtags Hessen; 1948 Mitgl. des KPD-PV u. seines Sekr., einer der stellv. Parteivors., verantw. für Org.-Pol., dann Agit.-Prop. sowie für Staats-, Landes- u. Gemeindepol.; 1949 – 53 Abg. des Dt. Bundestags, Mitgl. des KPD-Fraktionsvorst.; 1950 aus dem KPD-Sekr. ausgeschieden; Mai 1954 wegen »Staatsgefährdung u. hochverräter. Handlungen« verhaftet, Juni 1954 Haftbefehl ausgesetzt; 1954 – 56 in der DDR, 1956 Vertr. des KPD-PV; 1956 – 58 illeg. in Wuppertal (»Walter Reeb«) verhaftet u. wegen »Vorber. eines hochverräter. Unternehmens« zu drei Jahren Haft verurteilt, Mai 1959 begnadigt; 1959 – 66 kfm. Angest. u. freier Journalist; gest. in Frankfurt (Main).(Hrsg.) Vier Jahre Bundestag. Handbuch der Bundestagsfraktion der KPD. Oppau 1953; Zum Programm der nat. Wiedervereinigung Dtl.s Düsseldorf 1955. Teubner, H.: Exilland Schweiz. Dok. Bericht über den Kampf emigrierter dt. Kommunisten 1933 – 1945. Berlin 1975; Wichers, H.: Im Kampf gegen Hitler. Zürich 1994.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Fischer, Bernd

* 20.5.1940

Geb. in Chemnitz; OS; Ausbildung zum Chemieanlagenfahrer; ABF; 1957 SED; 1958 Abitur; 1959 – 65 Studium am Inst. für Internat. Beziehungen in Moskau, Dipl.-Staatswiss.; 1965 Einstellung beim MfS, HV A-Abt. III (legal abgedeckte Residenturen); 1979 stellv. Abt.-Ltr., 1984 1. stellv. Abt.-Ltr.; Oberst; 1984/85 Lehrgang am Inst. für marxist.-leninist. Weiterbildung des MdI; 1987 Ltr. der HV A-Abt. I (Staatsapparat der Bundesrep. Dtl.); 1990 Entlassung; dann ltd. Mitarb. der Gruppe zur Auflösung der HV A. Nach 1990 zeitw. Büroltr. in einer Anwaltskanzlei.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Fischer, Gerhard

* 17.4.1930 – ✝ 9.8.2013

Geb. in Finow (Mark); Vater Arbeiter; Gymnasium, ab 1945 OS in Eberswalde (Brandenb.); dort Ltr. einer FDJ-Gruppe; 1946 CDU; 1949/ 50 FDJ-Krs.-Sekr. in Eberswalde; 1950 Sachgebietsltr. des FDJ-LV Brandenb.; CDU-Krs.-Sekr. in Potsdam, 1950/51 Abt.-Ltr. im CDU-Landessekr. Brandenb.; 1951 – 53 Mitarb. der CDU-Hauptgeschäftsstelle in Berlin; zul. Hauptref., Ref. von  Gerald Götting; ab 1951 Mitgl. des Präs. des KB; 1954 – 56 stellv. Chefred. des CDU-Organs »Neue Zeit«; 1955 – 61 Fernstudium an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1957 – 69 Sekr., 1958 – 89 Mitgl. des HV der CDU; 28.11.1969 Prom. zum Dr. rer. pol. an der KMU Leipzig mit einer Diss. zur Geschichte der CDU-Presse; ab 1970 Ltr. der Wiss. Arbeitsgr. beim Vors. der CDU; ab 1986 Honorarprof. an der HU Berlin; 1987 – 89 Mitgl. des Präs. des HV der CDU; 1990 invalidisiert; Mitgl. des Vorst. der Gesellsch. zum Schutz von Bürgerrecht u. Menschenwürde e.V. (GBM), verantw. Red. ihrer Monatsztschr. »akzente«; 1. Sprecher des Berliner Alternativen Geschichtsforums; seit 2008 Bundessprecher der VVN-BdA; gest. in Berlin.15 Jahre DDR. Berlin 1964 (zus. mit A. Schaper u. G. Wirth); Otto Nuschke. Ein Lebensbild. Berlin 1983; Die Hugenotten in Berlin. Berlin 1985; Antifa. Erbe – Mythos oder Auftrag? Berlin 1986; Berliner Sportstätten. Berlin 1993.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Feldmann, Wilhelm

* 10.2.1910 – ✝ 7.4.1994

Geb. in Köln-Deutz; Vater Ing.; Oberrealschule in Hamm; 1930 – 34 Jurastudium an den Univ. Bonn u. Jena; 1934 Referendarexamen; 1936 Prom. zum Dr. jur. in Jena; 1937 NSDAP; 1938 Assessorexamen; anschl. beim rhein-westfäl. Industriesyndikat tätig; 1940 – 44 Wehrmacht, Ltn.; 1944 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1946 – 49 Besuch der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk u. Lehrtätigkeit. 1949 Rückkehr nach Dtl.; NDPD, dort im geschäftsf. Vorst. tätig; 1949 – 67 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 58 Min. für Leichtindustrie; 1958 – 63 Abt.-Ltr. Leichtindustrie in SPK bzw. Volkswirtschaftsrat; 1963/64 stellv. Vors. des Staatl. Vertragsgerichts; 1964 – 73 Vizepräs. des Amts für Erfindungs- u. Patentwesen; ab 1974 Invalidenrentner; ab 1975 Mitgl. der Freundschaftsges. DDR – Afrika; März 1990 nach kooperativem Beitritt der NDPD zum Bund Freier Demokraten zeitw. dessen Mitgl., später FDP.Kann der Verkäufer den Kaufvertrag wegen Irrtums anfechten? Herne 1937; Der Fünfjahresplan u. die NDPD. Berlin 1950; Das Jahr 1952, das entscheidende Jahr unseres Fünfjahresplanes. Berlin 1952.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Felixmüller, Conrad

* 21.5.1897 – ✝ 24.3.1977

Geb. in Dresden; Vater Fabrikschmied; 1912 – 15 Studium an der Dresdener Kunstakad., Mstr.-Schüler von C. Bantzer; 1915 – 34 freischaff. in Dresden; 1919 Mitbegr. u. Vors. der Dresdener Sezession, Gruppe 1919; Mitgl. der Nov.-Gruppe; 1919 – 24 KPD; 1920 Sächs. Rom-Preis; 1928 Großer Preis für Malerei des Sächs. Kunstvereins; 1930 Dürer-Preis der Stadt Nürnberg; 1931 Sächs. Staatspreis für Malerei; 1934 Übersiedl. nach Berlin, später aufgrund von Ausbombung nach Damsdorf (Altmark); 1944 Tautenhain (Sachsen); 1944/ 45 Kriegsdienst. 1948 Vors. des Arbeitskrs. Sorb. Bildender Künstler; 1949 Prof. für wiss. Zeichnen an der MLU Halle-Wittenberg; 1961 Umzug nach Berlin-Köpenick; 1967 Übersiedl. nach Berlin (West); 1974 Goldmedaille der IV. Biennale Internazionale della Grafica d’Arte in Florenz; gest. in Berlin (West). Werke: Malerpaar Hanna u. Peter August Böckstiegel (1914), Otto Rühle spricht (1920), Der Schaubudenboxer (1921), Otto Dix malt (1920), Der Tod des Dichters Walter Rheiner (1925), Der Zeitungsjunge (1928), Liebespaar vor Dresden (1928), Akt u. Zeichner (1933), Kunstfreund im Atelier (1939), Emporenbilder in der Jakobskirche Tautenhain (1952), Holzschnitt-Bildnisse Carl Sternheim (1925), Max Liebermann (1926), Friedrich Wolf (1947), Zyklus Ich sah – u. schnitt in Holz (1947 – 51).C. F. Von ihm, über ihn. Düsseldorf 1977; C. F. Legenden 1912 – 1976. Tübingen 1977. Kat. C. F. Werke u. Dok. Nürnberg 1981; Gleisberg, D.: C. F. Leben u. Werk. Dresden 1982; Kat. C. F. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik, Skulpturen. Schleswig 1990.Dieter Gleisberg

Wer war wer in DDR

Felsenstein, Walter

* 30.5.1901 – ✝ 8.10.1975

Geb. in Wien; Vater leitender Bahnbeamter; Realgymnasium in Wien u. Villach; 1920/21 Studium an der TH Graz; 1921 – 23 in Wien Schauspielunterricht; 1923/24 Schauspieler in Lübeck, 1924/ 25 in Mannheim; 1926/27 erste Regiearbeiten in Beuthen; 1927 – 29 Regisseur in Basel, 1929 – 32 in Freiburg; 1932 –  34 Oberspielltr. an der Oper Köln; 1934 – 36 in Frankfurt (Main); 1936 Ausschluß aus der Reichstheaterkammer wg. Ehe mit einer »Nicht-Arierin«; 1938 – 40 am Stadttheater Zürich, 1940 – 44 am Schiller-Theater Berlin. 1945 – 47 Regisseur am Hebbel-Theater Berlin; 1947 – 75 erster Intendant u. Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, entwickelte dort seine Auffassungen vom Musiktheater; 1950 Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1952 DAK u. 1956 Vizepräs. der DAK; 1959 Prof.; 1950, 1951, 1956, 1960 u. 1970 NP; 1961 Dr. h. c. der HU Berlin; 1962 Dr. h. c. der Karlsuniv. Prag; Mitgl. der Dt.-Frz. Ges.; 1965 VVO; 1966 Vizepräs. des Verb. der Theaterschaffenden; 1969 KMO; 1973 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin. Aufführungen: 1947 »Die Fledermaus« (J. Strauß), 1950 »Die verkaufte Braut« (B. Smetana), 1954 »Die Zauberflöte« (Mozart), 1956 »Das schlaue Füchslein« (L. Janáček), 1958 »Hoffmanns Erzählungen« (J. Offenbach), 1961 »Ein Sommernachtstraum« (Benjamin Britten), 1966 »Don Giovanni« (Mozart), 1971 »Der Fiedler auf dem Dach« (Jerry Bock u. Joseph Stein).»? nicht Stimmungen, sondern Absichten«. Gespräche mit W. F. Berlin 1986; Die Pflicht, die Wahrheit zu finden. Briefe u. Schriften eines Theatermannes. Hrsg. von I. Kobán. Frankfurt (Main) 1997. Kobán, I. (Hrsg.): Routine zerstört das Stück oder Die Sau hat kein Theaterblut. Wilhelmshorst 1997; Braunmüller, R.: Oper als Drama. Tübingen 2002; Kohl, C., Raphael, A. (Hrsg.): W. F. Werkstatt Musiktheater in Bildern. Berlin 2005; Hintze, W. (Hrsg.): Realist. Musiktheater. W. F. Geschichten, Erben, Gegenpositionen. Berlin 2008; Lemke, M. Der »Fall« Felsenstein. In: ders.: Konfrontation u. Wettbewerb. Berlin 2008.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ferlemann, Karl

* 2.8.1901 – ✝ 21.4.1945

Geboren am 2. August 1901 in Heiligenhaus bei Düsseldorf; lernte Schlosser und arbeitete in diesem Beruf. 1915 Anschluß an die Arbeiterjugend. 1919 Eintritt in die KPD (Spartakusbund), übernahm kleinere Funktionen, z. B. als Leiter des KJVD-UB in Barmen und 1925 als Expedient bei der KPD-Zeitung »Ruhr-Echo«. Anfang 1926 schickte ihn die Partei zu einem Zweijahreskurs an die Internationale Leninschule nach Moskau. Nach seiner Rückkehr im Mai 1928 im Wahlkreis Düsseldorf-West in den Preußischen Landtag gewählt. 1928 zunächst UB-Leiter der KPD Barmen, dann (nach dem Verbot des RFB) Führer des Kampfbundes gegen den Faschismus im Bezirk Niederrhein. Ende 1929 Orgleiter der KPD dieses Bezirks. Im Februar 1931 wurde Ferlemann in Leipzig Orgleiter der BL Sachsen und 1932 erneut in den Preußischen Landtag gewählt. Im Sommer 1933 traf er in der Tschechoslowakei mit Hermann Schubert zusammen, der ihn als Führer der deutschen Leitung im Inland vorschlagen wollte. Ferlemann war inzwischen illegaler Polleiter in Sachsen, nun sollte er gemeinsam mit Johannes Fladung und Lambert Horn die Berliner Zentralleitung bilden. Doch Ferlemann wurde schon am 15. September 1933 in Leipzig verhaftet und am 4. Juli 1934 vom 1. Senat des VGH zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Ablauf seiner Strafzeit im Dezember 1939 wurde er ins KZ Sachsenhausen eingeliefert. Beim Todesmarsch der Sachsenhausener Häftlinge ist Karl Ferlemann am 21. April 1945 ums Leben gekommen. 2003 veröffentlichte Rainer Böger einen biographischen Artikel über Karl Ferlemann.

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Feustel, Wolfgang

* 26.11.1932

Geb. in Greiz; Vater Drogist, Mutter Schneiderin; Volksschule; 1947 Ausbildung zum Böttcher; 1950 Einstellung bei der VP, Berufsfeuerwehr; 1951 SED; 1952 KVP, dann VP Berlin, Kriminalpolizei; 1954 Einstellung beim MfS, HA II (Spionageabwehr); 1965 – 70 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1966 stellv. Abt.-Ltr. in der HA II; 1971 Ltr. der Operativgr. Moskau; 1978 Ltr. der Abt. IV (Vorber. von Sabotageakten); 1979 Oberst; 1986 Offz. für Sonderaufgaben in der HV A; 1987 MfS-OibE im Zentrum für Information u. Dokumentation der Außenwirtschaft (ZIDA) beim Min. für Außenhandel, Ltr. der Abt. Dok.; 1988 Sicherheitsbeauftr. im Min.-Rat; Entlassung wahrscheinl. 1989.Jens Gieseke

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Fichtner, Kurt

* 16.8.1916 – ✝ 11.10.2003

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Schlosser; 1922 – 32 Volks- u. Mittelschule; 1932 – 35 Ausbildung zum Kfm.; 1935 – 45 kfm. Angest. in Breslau u. Essen; 1935 – 45 DAF; 1937 RAD; 1939/40 Wehrdienst, 1945 »Volkssturm«. 1945/46 KPD/SED; 1946 Red. der »Sächs. Volksztg.«; 1946 – 48 Abt.-Ltr. in der Landesreg. Sachsen; Jan. – März 1948 LPS in Ottendorf; 1948 Geschäftsf. im Sächs. Industriekontor in Dresden; 1948 – 50 der Dt. Handelsges. bzw. – zentr. in Berlin; 1951 – 54 Werkltr. des VEB Leichtmetallwerk Rackwitz; 1954 – 58 Hauptverw.-Ltr. im Min. für Berg- u. Hüttenwesen bzw. Schwerindustrie; 1958 – 61 Ltr. des Sektors Berg- u. Hüttenwesen der SPK; 1958 Forst-Zinna; 1962/63 Abt.-Ltr., 1964 Stellv., Aug. 1964 – 66 Vors. des Volkswirtschaftsrats; 1963 Prom. zum Dr. rer. oec an der Bergakad. Freiberg; April 1963 – Juli 1964 PHS der KPdSU in Moskau; Jan. 1966 – Juli 1967 Min. für Erzbergbau u. Metallurgie; 1967 – Febr. 1974 stellv. Vors. des Min.-Rats, zuständig für Grundfonds- u. Investitionspol.; 1971 – 81 Kand. des ZK der SED; Febr. 1974 – 79 stellv. Vors. der SPK für Koordinierung der Investitionen u. Mitgl. des Min.-Rats; 1976 VVO; 28.6.1979 Rücktritt aus gesundheitl. Gründen; ab 1979 Präs. der Freundschaftsges. DDR-Belgien.Beitrag zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit von Sekundär-Rohstoffen. Freiberg 1963.Helmut Müller-Enbergs

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Fiebelkorn, Jochen

* 9.5.1926 – ✝ 8.6.2007

Geb. in Berlin; Vater Schlosser, später Kaufm., Mutter Stenosekr.; Volks- u. Oberschule; 1943 RAD; 1943 – 45 Wehrmacht. 1945 / 46 kaufm. Volontär u. Angest.; 1945 Antifajugend; 1946 – 49 Buchhalter im väterl. Betrieb; 1947 FDJ, Kulturreferent beim FDJ-KV Berlin-Tempelhof; 1949 Kulturreferent beim FDJ-Stadtvorst. von Groß-Berlin; 1949 / 50 Ltr. der Abt. Agit. beim Dt. Sportaussch.; 1950 – 53 Ressortltr. für Org.-Fragen der Demokrat. Sportbew. u. für die Länderseiten der Ztg. »Dt. Sportecho« bzw. stellv. Chefred.; 1952 SED, Okt. 1953 – Okt. 1954 komm. Chefred. (Nachf. von  Hans Jacobus), 1954 – 60 erneut stellv. Chefred., 1955 / 56 Lehrgang an der SED-BPS (als Erziehungsmaßnahme, denn unter seiner Verantw. erschien anstelle eines Grußwortes ein weißer Fleck in der Neujahrsausgabe der Ztg.), Mai 1960 – 63 Chefred. von »Dt. Sportecho« (Nachf. von  Alfred Heil), aus polit. Gründen entlassen; ab 1963 im Archiv des DFF; aus gesundheitl Gründen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt; danach Buchautor. Nach 1990 Engagement beim Humanist. Verband Deutschlands; gest. in Berlin.Helsinki – Bukarest – Berlin. Stationen im Leben eines Sportjournalisten. Berlin 1955; Die Olymp. Spiele von Athen bis Mexiko-Stadt – Beitrag zur Geschichte der olymp. Bew. Berlin 1968 (mit H. Westphal).Andreas Herbst

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Fink, Heinrich

* 31.3.1935

Geb. in Korntal (Bessarabien, Rumänien); Eltern dt. pietist. Bauern; 1940 Aussiedl. infolge des Hitler-Stalin-Pakts, nach zwei Jahren in versch. Lagern Ansiedl. in Posen. 1945 Flucht der Familie u. Ansiedl. in Glienecke (b. Ziesar); bis 1954 Schule in Glienecke, Brandenb. u. Genthin; Junge Gemeinde; 1954 Abitur; anschl. bis 1960 Studium der Theol. an der HU Berlin, Besuch von Lehrveranstaltungen auch an den Univ. in Berlin (West); 1958/59 Unterbrechung des Studiums u. Tätigkeit als Reisesekr. der ESG; ab 1958 Mitarb. im »Weißenseer Arbeitskrs.«; 1960/61 Vikar in Halle; anschl. Assistent an der HU Berlin; ab 1961 Mitarb. in der CFK, später in führender Stellung; seitdem mehrere Dienst- u. Vortragsreisen ins westl. Ausland; 1966 Prom. mit einer Diss. über Schleiermacher; 1968 – 89 vom MfS als IM »Heiner« erf.; 1970 Doz. für Prakt. Theol. u. bis 1976 stellv. Dir. der Sekt. Theol. der HU Berlin; 1978 Habil. mit einer Arbeit über Karl Barth u. das NKFD in der Schweiz; 1979 ord. Prof. für Prakt. Theol.; 1980 – 90 Dir. der Sekt. Theol.; 1978 – 90 Mitgl. der Synode der Ev. Kirche Berlin-Brandenb., Mitarb. in den Aussch. für Friedensfragen u. Theol.; 8.10.1989 beim Überfall von Polizei u. MfS auf die Demonstranten vor der Berliner Gethsemane-Kirche verletzt, ab Nov. 1989 Mitarb. in der diesbezügl. U-Kommission der Berliner Stadtverordnetenvers.; Dez. 1989 Ltr. des Runden Tisches der Univ.; März 1990 Wahl zum Rektor der HU Berlin; Gründungsmitgl. der Ges. DDR – Israel. Anf. 1992 durch den Berliner Senator für Wiss. wg. IM-Tätigkeit für das MfS (die von F. bestritten wird) als Prof. der HU Berlin entlassen (1993 gerichtl. Bestätigung der Entlassung); 1992 Mitbegr. der »Komitees für Gerechtigkeit«; Mitgl. der Martin-Niemöller-Stiftung u. der Kulturpol. Ges.; Vors. des Bundes der Antifaschisten in den neuen Bundesländern; 1998 – 2002 Abg. des Dt. Bundestags auf der PDS-Liste, kultur- u. medienpol. Sprecher der PDS-Franktion. F. galt in der DDR als konformer u. staatsloyaler Theologe.Dietrich Bonhoeffer – Gefährdetes Erbe (Hrsg.). Berlin 1987; »Sich der Verantwortung stellen«. Berlin 1992 (Interviewbd., Hrsg. B. Maleck). Herzberg, G., Meier, K.: Karrieremuster. Berlin 1992; Karau, G.: Die »Affäre Heinrich Fink«. Berlin 1992; Vollrath, S.: Zwischen Selbstbehauptung u. Intervention. Der Umbau der Humboldt-Univ. 1989 – 1996. Berlin 2008.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Finsterbusch, Hans Walter

* 19.5.1895 – ✝ 9.8.1965

Geb. in Dresden; Handelsgehilfe; SAJ; 1913 SPD; 1915 – 18 Militärdienst; 1919 – 22 Mitgl. des USPD-Vorst., im Bez.-Vorst. Dresden; ab 1921 Red.; Stadtverordneter in Dresden; Vors. der SPD-Groß-Dresden; 1929 – 33 Arbeitsrichter in Dresden; 1930 – 33 Mitgl. des Abwehrkartells gegen Fasch. u. Kap. u. des Reichsbanners in Dresden; 1933 Emigr. in ČSR; Ausbürgerung 3.3.1936 (Liste 5); 1936 nach Schweden; Mitgl. der SPD-Auslandsorg., Sept. 1940 ausgeschl., 1944 wiederaufgen.; Mitgl. im Typographenverb.; Arbeit als Maschinensetzer; Sekr. im Hilfskomitee für Dt. u. Staatenlose aus den KZ; 1945/46 Vors. des FDKB in Schweden. April 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Mai 1946 Ltr. der Abt. Landw. Genossenschaften in der Landesverw. Sachsen; Aug. 1946 – Sept. 1948 Geschäftsf. der Landw. Zentralgenossensch. in Dresden; seit Okt. 1947 Verlagsdir. im Sachsenverlag; ab 1952 Werksdir. der Papierfabrik Wildenfels; 1959 u. 1965 VVO.Michael F. Scholz

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fisch, Walter

* 16.2.1910 – ✝ 21.12.1966

Geboren am 16. Februar 1910 in Heidelberg; bis 1931 Studium der Betriebswirtschaft in Frankfurt/M., seit 1928 KJVD-Funktionär. 1932 Mitglied des Landessekretariats der KPD Hessen. 1933 verhaftet, flüchtete Fisch nach der Freilassung in die Schweiz und war dort für die KPD bis 1935 erster Emigrationsleiter. 1935 ausgewiesen, in Prag für die Rote Hilfe tätig. Er ging 1938 illegal in die Schweiz zurück und wurde wieder Mitglied der Emigrationsleitung. 1939 interniert, kam 1944 frei und war an den Landeskonferenzen der KPD-Gruppen der Schweiz im Januar und März 1945 in Zürich beteiligt. Im Mai 1945 Rückkehr nach Hessen, wurde Fisch Landesleiter der KPD, Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung und 1947 MdL in Hessen sowie 1949 bis 1953 Bundestagsabgeordneter. Fisch war seit 1948 stellvertretender Vorsitzender der westdeutschen KPD, jedoch als Westemigrant vom Parteitag 1951 nicht mehr ins Sekretariat gewählt. Nach dem KPD-Verbot von 1956 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, aber vorzeitig freigelassen, arbeitete dann als Journalist. Walter Fisch starb am 21. Dezember 1966 in Frankfurt/M.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Fischer, Birgit

* 25.2.1962

Geb. in Brandenburg; 1968 – 75 POS; 1968 Beginn mit dem Kanu(K)-Sport bei der SG Stahl Brandenb. (Trainer: Vater Karlheinz F., ab 1970 Harald Brosig, ab 1988 Lothar Schäfer), 1975 Wechsel zum ASK Vorwärts bzw. ab 1990 OSC Potsdam (Trainer: Helmut Senger); 1975 – 82 KJS, Abitur; 1984 – 91 Studium an der DHfK Leipzig bzw. Univ. Leipzig, Dipl.-Sportlehrerin; 1988 – 90 Praktikum beim ASK Vorwärts bzw. OSC Potsdam; 1990 Praktikum an einer OS in Kleinmachnow (b. Berlin) u. Koordinatorin in der Geschäftsstelle des Landes-Kanu-Verb. Brandenb. 1991 Studium an der Univ. Potsdam, Sportlehrerin; 1993/94 Mitarb. einer Werbeagentur in Düsseldorf u. Potsdam; 1997 Praktikum beim SFB; 1999 Kand. der FDP bei der Europawahl. 1979, 1981 – 83, 1985, 1987, 1993 – 99 DDR- bzw. Dt. Mstr.; 1981 – 83, 1985, 1987, 1993 u. 1994 WM (K1); 1981 – 83, 1985 u. 1987 WM (K2); 1980 Olympiasiegerin (K 1 500 m), 1988 Olympiasiegerin (K 2 u. K 4 500 m) u. -zweite (K 1 500 m); 1992 Olympiasiegerin (K 1 500 m) u. -zweite (K 4 500 m); 1996 Olympiasiegerin (K 4 500 m) u. -zweite (K 2 500 m); 2000 Olympiasiegerin (K 2 u. K 4 500 m); 2004 Olympiasiegerin (K 4 500 m) u. -zweite (K 2 500 m). B. F. ist mit acht Gold- und vier Silbermedaillen bei Olympia und 27 WM-Titeln die erfolgreichste Rennkanutin aller Zeiten u. zugleich die erfolgreichste deutsche Olympionikin; war mit dem Kanuten Jörg Schmidt verh.; VVO; Verdienter Meister des Sports; Artur-Becker-Medaille; lebt in Bollmannsruh (Brandenb.); seit 1993 – 2005 WSV Mannheim Sondhofen (Trainer: Josef Capousek); seit 2005 WSV Stahl Beetzsee Brandenb.; Weltathletensprecherin der Internat. Kanuförderation (ICF).Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Fischer, Günther

* 23.6.1944

Geb. in Teplitz-Schönau (Nordböhmen / Teplice-Šanov, Tschechien); 1946 Übersiedl. nach Thür., später nach Plauen; Klavier- u. Violinunterricht; 1960 – 63 Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau (Musikerziehung, Klavier, Klarinette); Musiklehrer; 1965 – 71 HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin (Komposition, Saxophon, Klavier); 1965 – 70  Klaus-Lenz-Band; ab 1967 eigenes Quartett; 1969 Doppel-Quartett (mit vier Streichern); 1968 erste Tourneen; 1969 Jazz Jamboree Warschau (auch 1971); ab 1970 Quintett; Zusammenarbeit mit  Manfred Krug; 1971 Alba Regia Jazzfestival Székesfehérvár (Ungarn), Jazzfestival Prag; LP  »Uschi Brüning u. das Günther-Fischer-Quintett«; 1973/74 Konzerte im Friedrichstadtpalast Berlin mit Quintett u. Sinfonieorchester; LP »Uschi Brüning + Günther Fischer« (Konzertmitschnitt); Nov. 1976 Mitunterz. der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; 1977 1. Jazzbühne Berlin; »Jazz in der Kammer«; Musik zum Film »Schöner Gigolo – Armer Gigolo« (u. a. mit Marlene Dietrich); 1978 LP »Kombination« (Quintett); 1979 LP »Günther Fischer« (Sextett); Filmmusik »Solo Sunny«; 1980 NP; 1981 Dirigent der Staatskapelle beim X. Parteitag der SED; 1984 LP mit Eberhard Büchner »Seitensprung«; zahlr. Musiken für Ballett, Revue, Fernseh-, Spiel-, Kinder- u. Dok.-Filme sowie Theaterinszenierungen im In- u. Ausland; 1988 LP »Traumvisionen« (Film- u. Ballettmusik); 1977 – 89 als IM des MfS (ohne HVA) erf. 1992 Musical »Marylin« (CD); zahlr. Filmmusiken, auch für TV-Prod. u. –serien, u. a. 1996 »Der Schattenmann«, 1998 »Der letzte Zeuge« (beide ZDF) u. 2008 »Die Stein« (ARD); 2007 Gesamtwerke auf CD; lebt in Cork, Irland.Rainer Bratfisch

Wer war wer in DDR

Felfe, Heinz

* 18.3.1918 – ✝ 8.5.2008

Geb. in Dresden; Vater Kriminalbeamter; Mittelschule; Ausbildung zum Feinmechaniker; NS-Schülerbund, 1931 HJ u. 1933 SS-Motorsturm; 1936 NSDAP; RAD; Sept. 1939 – Febr. 1940 Wehrmacht, Pionier; 1940/41 Langemarck-Studium, Abitur; als Anwärter des ltd. Dienstes der Sicherheitspolizei Jurastudium in Berlin; 1942/ 43 Lehrgang für Kommissarsanwärter; 1943/44 Ltr. des Ref. Schweiz / Liechtenstein im Reichssicherheitshauptamt, SS-Obersturmführer; Dez. 1944 Einsatz in den Niederl. Mai 1945 – Okt. 1946 brit. Kriegsgefangenschaft; 1946 beim MI 6 in Münster; 1947 Wiederaufn. des Jurastudiums in Bonn; 1947 – 49 für den brit. Geheimdienst MI 6 tätig; 1949 Dipl.-Jur.; ab 1949 für den sowj. Geheimdienst tätig (»Paul«); bis Ende 1951 Mitarb. des Bundesmin. für gesamtdt. Fragen; Nov. 1951 – 61 Mitarb. der Org. Gehlen (ab 1956 BND), in der Gen.-Vertr. L, Karlsruhe (»Friesen«); 1958 Ref.-Ltr. »Gegenspionage Sowjetunion« in Pullach, Reg.-Rat; 6.11.1961 Festnahme, 22.7. 1963 vom BGH zu 14 Jahren Haft verurteilt; am 14.2.1969 durch Agentenaustausch gegen 21 Bürger in die DDR entlassen; Doz. an der Sekt. Kriminalistik der HU Berlin; 1972 Prom. mit einer Diss. über die Kontinuität der Pol. des dt. Imp., Dr. jur.; 1978 ord. Prof.; em.; gest. in Berlin.Im Dienst des Gegners. 10 Jahre Moskaus Mann im BND. Hamburg, Zürich 1986 (Berlin 1988); Memuary razvedtschika. Moskau 1988. Goda, N. J. W.: CIA Files Relating to H. F., SS officer and KGB Spy.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Felke, Petra

* 30.7.1959

Geb. in Saalfeld (Thür.); Rhönradfahrerin, dann Wechsel zur Leichtathletik, Spezialdisz.: Speerwurf; ab 1974 Leistungssport; 1975 Spartakiadesiegerin; 1977 Delegierung zur KJS u. zum SC Motor Jena (Trainer: Karl Hellmann, ab 1984 Maria Ritschel); 1980 – 90 SED; mehrmalige DDR-Mstr.; 1986 Vize-EM; 1987 WR (80 m), Vize-WM; 1988 Olympiasiegerin. 1991 Dipl. an der DHfK Leipzig; Mitarb. im Fitneßzentrum des SC Motor Jena; 1993 Rückkehr nach Saalfeld.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fendrich, Alfred

* 6.3.1897 – ✝ 1937

Geboren am 6. März 1897 in Berlin; Bootsbauer, durch Selbstverstümmelung verhinderte er während des Weltkrieges seine Einberufung zum Militärdienst. Seit 1925 KPD-Mitglied, war Arbeitersportler und aus politischen Gründen lange Jahre arbeitslos. 1932 Redakteur bei der »Roten Fahne«, im Mai 1933 Emigration in die Sowjetunion, Arbeit in einer Möbelfabrik bzw. Maschinenfabrik in Ordshonikidse. Im Januar 1937 in Spanien bei den Internationalen Brigaden. Alfred Fendrich ist dort unmittelbar nach seinem Eintreffen im Kampf gegen die Franco-Truppen gefallen. Seine Lebensgefährtin Ida Reiber (* 7. 8. 1903 – † 19. 9. 1983) war bis 1933 Arbeiterin in Berlin. Seit 1927 KPD-Mitglied, bis September 1933 illegale Arbeit, emigrierte dann in die Sowjetunion und arbeitete in einem Moskauer Autowerk. Im Oktober 1941 vom NKWD verhaftet und zunächst nach Kasachstan verbannt. 1949 kam sie in einen Gulag nach Sibirien, wo sie als Holzfällerin schwere körperliche Arbeit leisten mußte. Im Sommer 1957 durfte sie nach Moskau zurück, kam im September 1957 in die DDR, wurde Mitglied der SED. Ida Reiber arbeitete bis 1963 als Reinemachefrau im ZK der SED.

Wer war wer in DDR

Fettin, Theo

* 23.12.1919 – ✝ 2.5.1989

Geb. in Löcknitz (Krs. Pasewalk); Vater Angest.; Volksschule; kaufm. Lehre, kaufm. Angest. in Pasewalk; 1938 RAD; Wehrmacht, 1942 Verurteilung durch ein Feldkriegsgericht wg. »Wehrkraftzersetzung«, zeitw. Haft im KZ Esterwegen, anschl. Strafdivision 999; 1943 – 47 franz. Kriegsgef. in Djelfa (Nordafrika). 1947 Rückkehr nach Dtl.; FDJ, SED; 1947 / 48 Sekr. der FDJ-KL Ueckermünde, 1948 – 51 Vors. des FDJ-LV Mecklenb.; 1951 Abt.-Ltr. im Vorbereitungskomitee für die II. Weltfestspiele; 1950 – 52 MdL Mecklenb.; 1949 – 55 Mitgl. des FDJ-ZR; 1951 – 53 Red. bzw. stellv. Chefred. bei der »Landes-Zeitung« Schwerin bzw. des SED-Bezirksorgans »Ostsee-Zeitung« Rostock, 1953 – 58 Chefred. (Nachf. von  Theo Grandy); 1958 – 61 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1961 – 63 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED BL Rostock; 1963 – 72 Chefred. der SED-Bezirksztg. »Neuer Tag« Frankfurt (Oder) (Nachf. von Paul Czerniki); zeitw. Mitgl. der SED-BL Frankfurt (Oder); anschl. Ltr. der Pressestelle beim Rat des Bez. Frankfurt (Oder).Kirsten Nies

Handbuch Deutsche Kommunisten

Feyerherd, Friedrich

* 18.1.1897 – ✝ 13.8.1937

Geboren am 18. Januar 1897 in Kischinjow in Bessarabien, Sohn eines Schmieds und Bäckermeisters, 1905 Übersiedlung mit den Eltern nach Charkow. Während des Ersten Weltkrieges in Rußland als »Reichsdeutscher« interniert. Nach Abschluß des Brester Friedensvertrages Ausreise nach Deutschland, in Berlin Eintritt in die USPD und den Spartakusbund. Seit Sommer 1918 war er Parteikurier und Verbindungsmann zwischen Leo Jogiches und dem Moskauer Emissär Samuel Sachs-Gladnew (d. i. Fritz Sturm). Feyerherd arbeitete seit dieser Zeit für den Nachrichtendienst der Roten Armee bzw. für die Komintern. Zur Tarnung eröffnete er in Berlin ein Elektrowarengeschäft, war zeitweise Sekretär des sowjetischen Bevollmächtigten Nikolai Krestinski an der Botschaft. Auf Empfehlung von Hugo Eberlein und Jelena Stassowa in den Nachrichtendienst der Komintern (OMS) übernommen, reiste er später mit speziellen Aufträgen in verschiedene Länder, u. a. nach China und Japan. Am 13. August 1937 in Moskau vom NKWD festgenommen, der »Teilnahme an einer konterrevolutionären terroristischen Organisation« beschuldigt, wurde Friedrich Feyerherd am 27. Oktober 1937 zum Tode verurteilt und am selben Tag erschossen. Zwei seiner Brüder, Wilhelm (* 24. 11. 1901) und Alexander (* 26. 9. 1903), beide in Kischinjow geboren, arbeiteten ebenfalls in den zwanziger Jahren an der sowjetischen Botschaft in Berlin und gleichzeitig für den Nachrichtendienst der Komintern. Wilhelm war zuletzt in einem Moskauer Werk für Lacke und Farben beschäftigt, wurde dort am 16. Februar 1938 vom NKWD festgenommen und der »provokatorischen Tätigkeit in den Reihen der KPD sowie der Spionage und der Diversionstätigkeit für Deutschland« beschuldigt. Wilhelm Feyerherd wurde am 17.Mai 1938 zum Tode verurteilt und am 28.Mai 1939 erschossen. Alexander Feyerherd wurde am 13. März 1938 verhaftet, am 2.August 1938 zum Tode verurteilt und am 16. August erschossen. Paul Feyerherd, ein Vetter von Friedrich Feyerherd (* 16. 6. 1905 in Kischinjow) gehörte seit 1924 der KPD an, ebenfalls Kurier für die sowjetische Botschaft in Berlin, später auch Mitarbeiter der OMS. Vom NKWD am 5.November 1937 verhaftet, der »Spionage« beschuldigt, wurde Paul Feyerherd am 19. März 1938 zum Tode verurteilt und am selben Tag erschossen. Ein Bruder überlebte den stalinistischen Terror: Franz Feyerherd (* 28. 8. 1899 in Kischinjow), nach kaufmännischer Lehre bis August 1918 bei der AEG-Filiale in Charkow. Nach der Besetzung der Ukraine durch deutsche Truppen als »Reichsdeutscher« erfaßt, zum Militärdienst eingezogen und nach Berlin geschickt. Von November 1918 bis März 1919 Arbeiter in einer Diamantenfabrik und anschließend Mitarbeiter im Elektrowarengeschäft des Bruders Friedrich. Seit 1922 in der KPD, kam er als Buchhalter zur sowjetischen Handelsvertretung in Berlin und Wien. Im Juni 1938 festgenommen, im KZ Sachsenhausen interniert. Im April 1945 befreit, wurde Dolmetscher in der Bürgermeisterei im Berliner Ortsteil Kaulsdorf. Wieder Mitglied der KPD bzw. SED, bis März 1963 Mitarbeiter des MfAA. Franz Feyerherd starb am 2. Februar 1980 in Ost-Berlin. Die älteste Schwester Bertha Feyerherd (* 23. 1. 1893 in Kischinjow) starb im November 1941 im Gulag. Lydia Feyerherd (*28. 1. 1912), eine andere Schwester, überlebte die stalinistischen Verfolgungen, sie starb am 27.Juni 1998 in Salzburg/Österreich. Auch zwei Schwägerinnen, Lydia Feyerherd (* 10. 5. 1906 in Kischinjow), geborene Hochbaum, Ehefrau von Paul Feyerherd, sowie Wally Feyerherd, geborene Schumacher (* 22. 11. 1900 in St. Petersburg), Frau von Alexander Feyerherd, blieben von den Verfolgungen durch das NKWD nicht verschont. Lydia wurde mit anderen deutschen Politemigranten Ende 1939 an die deutsche Grenze verbracht, der Gestapo ausgeliefert und starb unmittelbar danach. Wally Feyerherd wurde ebenfalls nach NS-Deutschland ausgewiesen, sie beging Selbstmord. Alexander Vatlin machte 2003 erstmals auf das tragische Schicksal dieser Familie aufmerksam.

Wer war wer in DDR

Fichtner, Lothar

* 26.12.1934

Geb. in Chemnitz; Vater Dreher, Mutter Spulerin; 1941 – 49 Grundschule in Grüna (Sachsen); 1949 FDJ; 1949 – 52 Lehre als Industriekaufm. im VEB Energiebez. Ost, VVB (Z) Betrieb Siegmar; anschl. bis Dez. 1952 kaufm. Angest. im VEB Energieverteilung Siegmar; 1953 / 54 Angeh. der KVP; 1955 SED; 1955 / 56 Materialplaner in der Abt. Investitionen im VEB Energieversorgung Karl-Marx-Stadt; 1956 – 59 Studium an der Ingenieurschule für Elektroenergie »Dr. Robert Mayer« Zittau, Ing.-Ökonom; 1959 / 60 Betriebsass. im VEB Energieversorgung Karl-Marx-Stadt; 1960 – 66 Sekr. für Wirtschaft der FDJ-BL Karl-Marx-Stadt; 1966 – 76 Mitarb. der Abt. Jugend des ZK der SED; 1967 – 72 Fernstudium an der PHS »Karl Marx«, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1976 – 81 1. Sekr. der SED-KL Glauchau; 1978 – 89 Mitgl. der SED-BL Karl-Marx-Stadt; 1981 – Juni 1990 Vors. des Rats des Bez. Karl-Marx-Stadt (Nachf. von  Heinz Arnold); 1981 – 90 Abg. des Bezirkstags Karl-Marx-Stadt; 1986 bis März 1990 Abg. der Volkskammer, Mitgl. des Verfassungs- u. Rechtsaussch.; seit 1990 Mitgl. der PDS bzw. der Linkspartei. 1990 – 2000 Manager in einer Wirtschafts- u. Steuerberatungsgesell.; seit Jan. 2000 Rentner.Andreas Herbst

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Fiedler, Heinz

* 23.4.1929 – ✝ 15.12.1993

Geb. in Leubnitz (Krs. Werdau); Vater Schlosser, Mutter Weberin; Volks- u. Vollhandelsschule, mittlere Reife; 1945 RAD, Wehrmacht, amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 Hilfsmechaniker bei Siemens-Apparatebau Werdau; 1946 Ausbildung u. Angest. bei der Sozialversicherungskasse Zwickau; 1946 KPD/SED; 1949 kfm. Angest. u. FDJ-Org.-Sekr. im Kfz-Werk »Ernst Grube«, Werdau; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Zwickau; 1954 Abt. II (Spionageabwehr) der BV Karl-Marx-Stadt; 1958 dort Abt.-Ltr.; 1960 – 65 Fernstudium an der HS des MfS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1961 stellv. Operativ des Ltr. der BV Karl-Marx-Stadt; 1968 Abt.-Ltr. beim ständ. Operativstab des 1. Stellv. des Min.; 1970 Ltr. der HA VI (Paßkontrolle, Tourismus, Interhotels); 1975 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche; 1975 Gen.-Major; 1977/78 Einjahreslehrgang an der PHS; 1985 VVO; Jan. 1990 Entlassung, Rentner. 1.12.1993 Verhaftung wegen »Verdachts der gemeinschaftl. Anstiftung zum Mord«, Suizid in U-Haft.Jens Gieseke

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Fink, Rudi

* 6.7.1958

Geb. in Cottbus; 1967 Beginn mit dem Boxsport bei der ASG Vorwärts Cottbus; 1971 DDR-Schülermstr.; 1971 u. 1972 Spartakiadesieger; 1974 Wechsel zum ASK Vorwärts Frankfurt (Oder), (Trainer:  Manfred Wolke); 1976 2. Platz bei der Junioreneuropameisterschaft; 1978 – 89 SED; zweimal DDR-Mstr.; 1980 Olympiasieger im Federgewicht; 1980 Boxer des Jahres u. Armeesportler des Jahres; 1981 beendete er aufgrund von Verletzungen die sportl. Laufbahn; Ausbildung zum Kfz-Schlosser; NVA, Ltn. 1990 – 92 Boxtrainer im TZ Peitz; danach Bez.-Trainer in Cottbus.Olaf W. Reimann

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Firit, Günter

* 28.4.1947

Geb. in Westerhausen (Ostharz); Vater Buchdrucker, Mutter Hausfrau; 1963 Abschluß der POS; Besuch des künstl. Zirkels von Günter Pilling in Magdeburg; 1964 freier Grafiker in Weimar; 1967 Bühnenmaler in Halberstadt; 1968 Theatermaler in Quedlinburg; 1969 Studium der Malerei an der HS für Bildende Künste Dresden; es entstehen Interieurs, Landschaften, Bildnisse in versch. Techniken; 1971 Exmatrikulation wegen »mangelhafter Studienhaltung«. Arbeit als Bühnentechniker am Staatstheater Dresden; Umzug nach Berlin; erste Ausstellungen in Berlin. 1974 Umzug nach Leipzig; VBK; seit 1974 freiberufl. als Maler und Grafiker; zus. mit  L. Dammbeck,  F. Heinze,  G. Huniat u.  O. Wegewitz seit Ende der 1970er Jahre Arbeit an den intermedialen Ausstellungskonzepten »Tangente I« u. »Tangente II«; 1984 Mit-Initiator des »1. Leipziger Herbstsalons«, einer außerhalb des VBK organisierten Ausstellung; 1985 Ausreiseantrag; 1986 Ausreise nach München; lebt in München. Werke: Kreuzigung (1983), Begegnung im hermetischen Raum (1982), Isolation (1983), Gegen die Wand (1984), Treppenhaus I u. II (1983 / 85), Zwischen den Mauern (1978 – 90), Bilder aus Technologistan (1979 – 84), Vier Versuche, sich mit einer Situation nicht abzufinden (1984), Stadtvision oder Aufbruch der Artisten (1984), Versperrte Landschaft I u. II (1991), Untergang ohne Umarmung (1991), Kampf (1993), Griechische Spuren (1995).Geschlossene Räume. Bremen 1990; Untergang ohne Umarmung. Hrsg. von E. Hollmann. Dresden, Berlin, Altenburg, Waldkraiburg 1995 / 96.Doris Liebermann

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Fischbeck, Hans-Jürgen

* 18.12.1938

Geb. in einer bei der Bethel-Mission in Tanganjika (Ostafrika) tätigen Familie; 1944 Repatriierung nach Dtl.; aufgew. in Stendal (Altmark); 1956 Abitur; 1956 – 62 Studium der Physik an der HU Berlin; 1962 – 91 wiss. Mitarb. am ZI für Elektronenphysik der AdW; 1966 Prom. u. 1969 Habil. auf dem Gebiet der theoret. Festkörperphysik; seit 1968 Mitgl. des Gemeindekirchenrats der Berliner Bartholomäusgemeinde; seit 1977 Mitgl. der Synode der Ev. Kirchen Berlin-Brandenb.; bei Synodaltagungen vorw. im Aussch. »Frieden, Gerechtigkeit u. Umwelt« engagiert, brachte 1987 den Antrag auf »Absage an Praxis u. Prinzip der Abgrenzung« in die Synode ein; seitdem Teilnehmer der gleichn. opp. Arbeitsgr.; 1987 erste Kontakte zu Mitgl. der illeg. IFM; 1988 Delegierung zur 1. Ökumen. Vers. der Kirchen u. Christen in der DDR in Dresden, verlas dort ein vom Staatssekr. für Kirchenfragen als staatsfeindl. eingestuftes »Zeugnis der Betroffenheit«; 1989 Mitinitiator der Beobachtung der Stimmenauszählung nach den Kommunalwahlen vom 7. Mai; Sept. 1989 Mitautor des Gründungsaufrufs der Bürgerbew. Demokratie Jetzt (DJ); 1989/90 Mitgl. des DJ-Sprecherrats u. Ltr. einer Themengr. »Wirtschaftsreform«; Mai 1990 Mitgl. der Fraktion Bündnis 90 der Berliner Stadtverordnetenvers. Dez. 1990 – 92 Mitgl. der Fraktion Bündnis 90/ Grüne-AL im Berliner Abgeordnetenhaus; 1992 – 2003 Studienltr. an der Ev. Akad. Mülheim (Ruhr); Sprecher von Bündnis 90 Nordrh.-Westf.; 1993 Bündnis 90 / Die Grünen; Mitgl. des Sprecherrats der innerparteil. Vereinigung »Forum Bürgerinnen- u. Bürgerbew.«; 1997 Bundesverdienstkreuz; lebt seit 2002 in der christl. Kommunität Grimnitz e. V. in der Schorfheide; Mitinitiator des Wirtschaftsrings Barnim-Uckermark.Recht ströme wie Wasser. Christen in der DDR für Absage an Praxis u. Prinzip der Abgrenzung. Ein Arbeitsbuch. Berlin 1989 (Mitautor); Nachdenken über die Ganzheit des Lebens. Mülheim 1992; Zwei Hemisphären – Fragen nach uns selbst. Mülheim 1994; Mit dem heutigen Wissen den Glauben denken: 5. Zeit u. die Eröffnung von Freiheit. Mülheim 1998; Wertorientierte Wiss. Berlin 2002 (Mithrsg.); Die Wahrheit u. das Leben. München 2005. Findeis, H., Pollack, D., Schilling, M.: Die Entzauberung des Pol. Berlin, Leipzig 1994.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Fischer, Eduard

* 16.12.1916 – ✝ 24.8.1992

Geb. in Chiesch (Krs. Karlsbad, Böhmen/ Chyše, Tschechien); Ausbildung zum Sattler, Täschner, Tapezierer u. Innenausstatter; nach 1939 Übersiedl. nach Thür. 1945/46 SPD/SED; 1945 – 47 in Meiningen Bühnentechniker u. Kascheur; 1947 – 49 Kascheur an der Maxim-Gorki-Bühne Schwerin; 1949 kurzz. Theatermstr. in Potsdam, dann freiberufl. Kascheur für Theater u. Film; 1949 erste Arbeit (das rupfbare Huhn in Brechts »Mutter Courage u. ihre Kinder«) für das Berliner Ensemble (BE); ab 1951 Kascheur u. später Ltr. der Abt. Kaschier- u. Theaterplastik am BE; in den Werkstätten der Berliner Staatstheater entwickelte F. aus seiner Kascheurtätigkeit den künstler. Beruf des Theaterplastikers; seit Mitte der 70er Jahre Ausbildung von Mstr.-Schülern; F. schuf ca. 4.000 Tiere u. 6.000 Masken, seine Tier- u. Kostümplastiken bzw. Masken wurden auf Bühnen in Berlin, Halle, Leipzig, Dresden, Budapest, Wrocław, Oslo, Wien, Brüssel, Stockholm, Bonn u. Nürnberg eingesetzt; Zusammenarbeit mit den Regisseuren  Bertolt Brecht,  Erich Engel,  Benno Besson,  Manfred Wekwerth,  Wolfgang Langhoff,  Wolfgang Heinz u. Luc Bondy; 1983 NP. Bedeutendste Arbeiten: Drache für Schwarz’ »Der Drache«, 1965 Dt. Theater (DT) Berlin, R: Benno Besson; Kuh für Shaws »Purpurstaub«, 1964 in Gera, 1966 BE; Ochsen für Händels »Giustino«, 1984 Komische Oper Berlin, R:  Harry Kupfer; trampolinspringendes Krokodil für  Dessaus »Einstein«, 1974 Staatsoper Unter den Linden Berlin, R:  Ruth Berghaus; Kostümplastiken für Schostakowitschs »Die Nase« 1986 in Dresden; Masken u. a. für Brechts »Kaukas. Kreidekrs.«, 1954 am BE, 1967 für Sophokles’ »Ödipus Tyrann«, DT, R: B. Besson, 1970 für  Konrad Wolfs Film »Goya«.Ruppelt, W.: E. F. – Kostümplastiken für das Theater. Berlin 1975.Renate Rätz

Wer war wer in DDR

Fischer, Hans-Joachim

* 4.10.1930 – ✝ 8.1.1991

Geb. in Naumburg (Saale); Studium der Physik an der MLU Halle; anschl. Arbeit in der Industrie, dann am Heinrich-Hertz-Inst. der DAW; 1971 Prom. mit einer Diss. über Satelliten-Instrumentierung; 1973 – 81 Dir. des ZI für Elektronik der AdW, der Leiteinrichtung für die Interkosmos-Kooperation; 1977 Prof.; 1979 – 84 Präs. der Ges. für Weltraumforschung u. Raumfahrt der DDR (Nachf. von  Johannes Hoppe), später 1. Vizepräs.; ab 1981 tätig in einer Arbeitsgr. Mikroelektronik u. am Zentrum für wiss. Gerätebau der AdW; gest. in Berlin. Als Inst.-Dir. leitete bzw. koordinierte F. die Arbeit von DDR-Wiss. u. Technikern im RGW-Interkosmos-Programm bei der Konzipierung, Projektierung u. beim Einsatz von Forschungsgeräten an Bord von Satelliten, Raumschiffen u. Orbitalstationen; Höhepunkt war die Vorber. u. Durchführung des Einsatzes von Forschungskosmonaut Sigmund Jähn im Aug./Sept. 1978; Verf. von sechs Fachbüchern u. weiteren 160 Publ.; Korr. Mitgl. der Internat. Astronaut. Akad. in Paris.t.-Dir. leitete bzw. koordinierte F. die Arbeit von DDR-Wiss. u. Technikern im RGW-Interkosmos-Programm bei der Konzipierung, Projektierung u. beim Einsatz von Forschungsgeräten an Bord von Satelliten, Raumschiffen u. Orbitalstationen; Höhepunkt war die Vorber. u. Durchführung des Einsatzes von Forschungskosmonaut -> Sigmund Jähn im Aug./Sept. 1978; Verf. von sechs Fachbüchern u. weiteren 160 Publ.; Korr. Mitgl. der Internat. Astronaut. Akad. in Paris.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Felfe, Werner

* 4.1.1928 – ✝ 7.9.1988

Geb. in Großröhrsdorf (Krs. Bischofswerda); Vater Arbeiter; Volksschule; 1942 – 44 kfm. Ausbildung; 1945 Bauhilfsarb. 1945/46 KPD/SED; 1945 FDGB; 1946 FDJ, Ortsjugendaussch. Großröhrsdorf u. ehrenamtl. Sekr. der FDJ-KL Kamenz; 1946 – 49 zunächst Sachbearb., dann Abt.-Ltr. u. Sekr. der SED-KL Kamenz; 1949/50 Instrukteur der SED-LL Sachsen, 1950 – 53 1. Sekr. der SED-KL Flöha; 1953 PHS; 1954 – 57 2. Sekr. des ZR der FDJ; 1954 – 58 u. ab 1971 Abg. der Volkskammer; 1954 – 58 Vors. ihres Jugendaussch.; 1954 – 63 Kand., 1963 Mitgl. des ZK der SED; 1957 – 60 zunächst stellv. Vors., dann Vors. des Rats des Krs. Zschopau; 1960 – 63 Vors. des Rats des Bez. Karl-Marx-Stadt (Nachf. von  Max Müller) u. Mitgl. des Büros der SED-BL; 1963 – 65 Studium am Industrieinst. der TU Dresden, Dipl.-Ing.-Ökon.; 1965/66 stellv. Abt.-Ltr. im ZK der SED; 1966 – 68 Sekr. für Agit. u. Prop.; 1968 – 71 2. Sekr., 1971 – 81 1. Sekr. der SED-BL Halle (Nachf. von  Horst Sindermann); 1973 Kand., ab 1976 Mitgl. des PB des ZK der SED; ab 1981 Sekr. des ZK für Landw. (Nachf. von  Gerhard Grüneberg); Einleitung einer agrarpol. Kurskorrektur zur schrittweisen Aufhebung der Trennung von Pflanzen- u. Tierprod. sowie Ressourceneinsparung, Abbau von administrativer Bevormundung in der Agrarwiss., bes. der AdL; 1974 VVO; 1978 KMO; ab 1981 Mitgl. des Staatsrats; 1988 Dr. agr. h. c. an der AdL; gest. in Berlin.Alles mit den Menschen – alles für die Menschen. Ausgew. Reden u. Aufsätze. Berlin 1988.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Fellenberg, Friedrich

* 6.12.1904 – ✝ 28.9.1979

Geb. in Kappeln (Holstein); Volksschule; Lehre als Maschinenschlosser; 1919 SAJ; bis 1931 Arbeit als Maschinenschlosser, Bauhilfsarb. u. Taxifahrer; 1923 – 26 SPD; 1928 KPD; 1930 Org.-Sekr., 1931 polit. Ltr. der KPD-Kraftfahrerzelle Hamburg bzw. Barmbek-Uhlenhorst u. Mitgl. der Stadtteilltg. der KPD in Hamburg-Barmbek-Uhlenhorst; 1932 stellv. Vors. des Bezirksaussch. der illeg. antifasch. Aktion Wasserkante; 1932 / 33 Besuch der KPD-Parteischule in Fichtenau; 1933 arbeitslos, illeg. antifasch. Arbeit als Ltr. der Betriebszellenkomm. der KPD im Bez. Wasserkante; im Mai 1933 festgenommen, 1933 / 34 »Schutzhaft« im KZ Fuhlsbüttel; im Juni 1934 erneut verhaftet u. wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt, bis 1935 im Zuchthaus Fuhlsbüttel; 1936 – 39 Elektroschweißer; im Nov. 1939 erneut festgenommen u. bis Anfang Mai 1945 im Zuchthaus Fuhlsbüttel, im Lager Emsland / Papenburg u. im Zuchthaus Dreibergen-Bützow inhaftiert. 1945 – 47 1. Sekr. der KPD / SED-KL Ludwigslust; 1946 – 52 MdL Mecklenb.; 1947 Besuch der SED-PHS; 1948 – 52 Mitgl. des Sekr. der SED-LL Mecklenb.; 1952 – 54 2. Sekr. der SED-BL Neubrandenb.; im März 1954 wg. »Verrat an der Partei u. an der Arbeiterklasse« Ausschluß aus der SED; ab März 1954 U-Haft, am 29.4.1955 vom Bezirksgericht Halle wg. »Verrat an der Arbeiterklasse während seiner Haftzeit bei der Gestapo« zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, Haft im Zuchthaus Brandenb., am 3.5.1956 Entlassung aus der Haft, danach Mitarb. der Bezirksdir. der IHK Leipzig.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Fensch, Eberhard

* 20.5.1929

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Waagenbauer; Grund- u. Oberschule; 1946 FDJ, 1947 / 48 LDPD, 1948 SED; 1950 Kulturleiter bei der Seebaggerei Rostock; 1950 – 52 1. Sekr. der FDJ-KL Rostock; 1952 – 54 Sekr. der FDJ-GO auf der Mathias-Thesen-Werft; 1954 / 55 Betriebszeitungsred.; 1955 / 56 Reporter bzw. Red. beim Sender Schwerin, Studio Rostock; 1956 – 61 Ltr. des Rundfunkstudios Rostock bzw. des Senders Schwerin; Fernstud. an der Sektion Journalistik der KMU Leipzig, 1963 Abschluß als Diplom-Journalist; 1961 – 68 Ltr. der Wirtschaftsred. von Radio DDR; ab 1966 Mitgl. des Staatl. Rundfunkkomitees; 1968 – 89 stellv. Ltr. der Abt. Agitation im ZK der SED, verantw. für den Bereich Rundfunk u. Fernsehen; 1984 VVO. 1989 schwere Krankheit; Febr. 1990 Vorruhestand; Jan. 1990 Ausschluß aus dem VdJ; lebt auf der Insel Usedom.So und nur noch besser. Wie Honecker das Fernsehen wollte. Berlin 2003; Geheimakte Werderscher Markt. Werder 2006.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Feuchtenberger, Peter

* 15.7.1943

Geb. in Werdau (Krs. Zwickau); Mittelschule; 1960 – 62 Ausbildung zum Galvaniseur; 1961 SED; 1963 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Werdau; 1964 – 66 Schule der HV A; 1966 Abt. XV (Auslandsspionage) der BV Karl-Marx-Stadt; 1968 Abt. VI (Ausbildung, Legalisierung) der HV A, MfS Berlin; 1971 – 74 Studium an der Jur. FS Potsdam, FS-Jurist; 1976 – 79 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1977 persönl. Ref. des stellv. Min. u. Ltr. der HV A,  Markus Wolf; 1986 Offz. für Sonderaufgaben beim Ltr. der HV A; 1987 stellv. Ltr. der HV A-Abt. XX (EDV); 1987/88 Lehrgang am Inst. für marxist.-leninist. Weiterbildung des MdI; 1988 Ltr. der HV A-Abt. XX; 1989/90 Entlassung. 1990 Ltr. des Bereichs Sicherheitstechnik der Robotron Elektronik Export-Import GmbH, Berlin, u. Geschäftsf. der IKOS Sicherheitstechnik GmbH.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fichter, Oskar

* 30.1.1898 – ✝ 18.1.1943

Geboren am 30. Januar 1898 in Furtwangen/ Baden; Steindrucker. 1917 zum Militärdienst eingezogen, nach dem Weltkrieg Bergarbeiter in Essen. Seit 1927 Mitglied der RJ bzw. des RFB und der KPD, wurde er Ende 1931 Mitarbeiter im AM-Apparat der BL Ruhrgebiet (Ressort Zersetzung SPD und Zentrumspartei). Ab 1933 illegale Tätigkeit u. a. für das BB-Ressort der KPD, er übergab geheime Dokumente (Lichtpausen) der Firma Krupp an Vertreter des BB-Apparates. Ende 1933 für einige Wochen in Essen in »Schutzhaft«, emigrierte Fichter im Juni 1934 in die Niederlande. Er war dann unter dem Namen Claas politischer Leiter der kommunistischen Emigranten in Antwerpen, Anfang 1936 zunächst in Brüssel, ab Mai 1936 in Verviers. Um einer Ausweisung zu entgehen, flüchtete er nach Paris, war für die RH aktiv, später in der AL der KPD in Brüssel. Nach der deutschen Besetzung Belgiens festgenommen, am 8. August 1942 vom VGH zum Tode verurteilt, wurde Oskar Fichter am 18. Januar 1943 in Köln hingerichtet.

Wer war wer in DDR

Fickel, Ulrich

* 18.4.1941

Geb. in Mühlhausen (Thür.); EOS; 1959 – 63 Studium der Biol. u. Chemie an der MLU Halle-Wittenberg, Staatsexamen, Dipl.; 1963 – 67 Fachlehrer an einer POS, dann EOS; 1966 LDPD; 1967 – 70 wiss. Ass. an der MLU; 1970 – 89 wiss. Ass., ab 1989 Doz. an der PH Erfurt-Mühlhausen; 1976 Prom. zum Dr. rer. nat., Fachgeb. Chemie; 1981 – 89 LDPD-Kreisvors. Mühlhausen. Seit 1990 stellv. Landesvors. der FDP Thüringen; Okt. 1990 – 94 Mitgl. des Thür. Landtags; Nov.1990 – Nov. 1994 Minister für Wiss. u. Kunst u. stellv. Ministerpräs. des Freistaats Thüringen; Mitgl. des Stadtrats Mühlhausen; Mitgl. des FDP-Landesparteirats.Beiträge zur Chemie. Mühlhausen 1976; Zur VIS-Durchlichtfestkörperspektroskopie. Mühlhausen 1985.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Fiedler, Jens

* 15.2.1970

Geb. in Dohna; begann in Dresden mit dem Radsport; KJS Berlin; SC Dynamo Berlin; Lehre als Elektronikfacharb.; 1985 Silber bei der Spartakiade im Sprint; 1988 Junioren-WM im Sprint; 1990 3. Platz bei der DDR-Meisterschaft u. WM-Bronze im Sprint. Ab 1990 beim SC Berlin, XXL-Team Chemnitz u. Chemnitzer PSV (Trainer Jörg-Uwe Krünägel, Karsten Schmalfuß); 1991 WM im Sprint (Amateure); 1992 Olympiasieger im Sprint; seit 1994 Profisportler; WM 1995 im Teamsprint, 1998 u. 1999 im Keirin, Vize-WM 1996 Teamsprint, 1998 u. 1999 Keirin; 1997 Europameister im Teamsprint und Vize-EM im Omnium; 1996 Olympiasieger im Sprint, 2000 Olympia-Bronze im Sprint u. Keirin, 2004 Olympiasieger im Teamsprint; Dt. Mstr.: 1991 – 2002 Sprint, 1998 – 2000 Keirin, 1998 – 2000 Teamsprint; 2004 »Goldene Henne«; 1.2.2005 Abschied beim Berliner Sechstagerennen; bei einem Einladungsrennen in Manchester im Febr. 2005 positiv auf Amphetamin getestet, was F. mit unachtsamer Medikamenteneinnahme erklärte; Angest. Chemnitzer Stadtwerke; lebt in Chemnitz.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Finke, Fidelio F. (Friedrich)

* 22.10.1891 – ✝ 12.6.1986

Geb. in Josefsthal (Krs. Gablonz, Nordböhmen/ Josefův Důl, Tschechien); Vater Oberlehrer; 1906 – 08 Lehrerseminar in Reichenberg, Unterricht in Klavier, Orgel, Violine, Musiktheorie; 1908 – 11 Konservatorium Prag, Studium bei Romeo Finke (Klavier) u. Vítězslav Novák (Komposition); 1911 – 14 Priv.-Musiklehrer, Chordirigent u. Klavierbegleiter; Beginn der lebenslangen Freundschaft mit dem tschech. Komponisten Alois Hába; 1915 – 20 Lehrer für Musiktheorie am Konservatorium Prag; 1919 Chorpreis des Weltmusikbundes in Wien; 1920 für Musiktheorie u. Komposition an der Dt. Akad. für Musik u. darstellende Kunst in Prag; 1926 Prof.; 1927 – 45 dort Dir. u. Rektor, Ltr. der Mstr.-Kl. für Komposition; 1928 u. 1937 Tschechoslowak. Staatspreis für Musik; 1932 – 38 Mitgl. des Präs. des Internat. Verb. für Musikerziehung u. Vorst.-Mitgl. der Internat. Ges. für Neue Musik. 1945 Aussiedl. nach Dresden; 1946 SED; Gründer u. bis 1951 Rektor der Staatl. Akad. für Musik u. Theater Dresden; Gründungsmitgl. des VDK, Mitarb. in dessen ZV in Berlin u. im Bez.-Vorst. in Dresden; bis 1958 Prof. für Tonsatz an der HS für Musik Leipzig; 1956 Mitgl. der DAK; 1956 NP; 1961 VVO; gest. in Dresden. Über 170 Kompositionen, darunter Orchestermusik (acht Orchestersuiten), Kammermusik (fünf Streichquartette), Werke für Klavier u. Orgel, Kantaten, Chöre, Lieder, Bühnenwerke (Opern: »Die Jakobsfahrt«, Prag 1936; »Der Zauberfisch«, Dresden 1960).Härwig, D.: F. F. F. Leben u. Werk. Leipzig 1970; Hübner, W.: Gedanken über meinen Lehrer. In: Herrmann, M. (Hrsg.): Dresden u. die avancierte Musik im 20. Jh., Bd. 2. Laaben 2002; Wagner, U.: F. F. F. Ein Grenzgänger zwischen Böhmen u. Sachsen. In: Hiekel, J. P., Werner, E. (Hrsg.): Musikkulturelle Wechselbeziehungen zwischen Böhmen u. Sachsen. Saarbrücken 2007.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Firl, Wilhelm

* 26.1.1894 – ✝ 16.8.1937

Geboren am 26. Januar 1894 in Dresden, Sohn eines Schneiders. In seinem Elternhaus streng religiös erzogen, arbeitet er zunächst drei Jahre als Bürogehilfe bei einem Rechtsanwalt. Anschließend nahm ihn ein evangelisch-lutherisches Seminar in Leipzig auf, um ihn als Missionar auszubilden. Er verließ nach drei Jahren das Seminar und ging in ein Rechtsanwaltsbüro. 1915 zum Militärdienst eingezogen, kehrte er 1917 schwerverwundet von der Front zurück, wurde Freidenker und Mitglied der SPD. Bis 1920 Bürovorsteher in Dresden und Chemnitz, anschließend zwei Jahre als Kanzlist beim Landgericht in Chemnitz. 1919 trat Firl in die KPD ein. Ende 1921 begann seine hauptamtliche Tätigkeit im Apparat der KPD, zunächst in der BL der KPD in Chemnitz und ab 1923 als Lokalredakteur des »Kämpfers«. Nach einem dreimonatigen Kurs an der KPD-Parteischule in Jena übersiedelte er nach Berlin, war dort zunächst Sekretär der KPD-Spitzenfunktionäre Heinrich Brandler und später Ruth Fischer, danach Mitarbeiter im Pressedienst der KPD bzw. der »Roten Fahne«. 1931 zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt, wurde Firl 1932 hauptamtlicher Mitarbeiter des ZK der KPD, zuletzt beim »Informationsdienst«, einem Organ des ZK für die BL. Nach 1933 wurde er einer der leitenden Funktionäre der KPD in der Illegalität. Von Saarbrücken und von der Schweiz aus wirkte er als Instrukteur des ZK. Mehrmals illegal in Berlin, traf sich u. a. mit Robert Stamm. Firl organisierte zugleich die illegalen Kader in Süddeutschland und war Ende Oktober 1935 wieder in Berlin. Hier sollte er gemeinsam mit Martin Hoffmann die illegale Reichsarbeit der KPD leiten. Firl und Hoffmann wurden am 30. Januar 1936 in Berlin verhaftet, schwer gefoltert und beide kamen im Mai 1937 vor den VGH. Am 22.Mai wurde Firl zum Tode und Martin Hoffmann zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Wilhelm Firl wurde am 16.August 1937 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Sein jüngerer Bruder Herbert Firl (* 1899 – † 1941) war ebenfalls aktiver Kommunist. Im Spanischen Bürgerkrieg Capitan der Internationalen Brigaden, 1939 in Frankreich interniert, starb Herbert Firl im November 1941 bei der Überfahrt von Casablanca ins mexikanische Exil.

Wer war wer in DDR

Fischer, Arno

* 14.4.1927 – ✝ 13.9.2011

Geb. in Berlin; Vater Schriftsetzer; 1933 – 41 Volksschule; 1941 – 44 Ausbildung zum Modelltischler; 1944/45 Wehrmacht (Marine); 1945/46 brit. Kriegsgefangenschaft. 1947/48 Studium in der Zeichen- u. Bildhauerkl. der Käthe-Kollwitz-Schule Berlin (West); 1948 – 51 Studium der Bildhauerei an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei  Heinrich Drake u. 1951 – 53 an der HS für bildende Künste Berlin-Charlottenburg bei Alexander Gonda, von diesem zur Forts. fotograf. Versuche ermutigt; 1954/55 Fotolaborant in einem Röntgeninst.; in den 50er Jahren Fotos für den Bildband »Situation Berlin« (Texte  Günther Rücker u. Heinrich Göres), 1961 wegen des Mauerbaus nicht produziert; 1956 – 71 Assistent, dann Oberassistent für Fotografie bei  Klaus Wittkugel an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; ab 1955 Arbeit für die Ztschr. »Das Magazin«; Fotograf für die Illustrierte »Freie Welt«; 1960 – 73 Fotos für die Modeztschr. »Sibylle«; ab 1971 freischaff. Fotograf; Werbefotograf; 1971 Afrikareise; 1972/74 Lehrauftrag an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; ab 1975 mit Peter Voigt Gestaltung der Photo-Stelen für das Marx-Engels-Denkmal in Berlin; 1981 Mitw. bei der Gründung der Arbeitsgr. Fotografie im VBK; 1983/84 Lehrauftrag an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; ab 1985 dort Doz.; seit 1985 verh. mit der Fotografin  Sibylle Bergemann; 1986 – 92 Prof.; 1986 NP. 1990 Lehrauftrag für Fotografie an der FH Dortmund; 1991 Beteiligung am Projekt »Almediterranea 92«, Almería (Spanien); 1993 Lehrauftrag an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; 2000 Dr.-Erich-Salomon-Preis der Dt. Ges. für Photographie; 2000 Mitbegr. des Ausstellungszentrums »Fotografie am Schiffbauerdamm« (fas), 2001 Mitbegr. der fas-Schule in Berlin-Mitte; 2007 große Retrospektive im Dresdner Leonardi-Museum; lebte in Gransee, gest. in Berlin.Polens Hauptstädte (Text Rolf Schneider). Berlin 1974; Leningrad (Text Daniil Granin). Berlin 1981; Alt Delhi, Neu-Delhi (Text Richard Christ). Berlin 1983; New York (Text Heiner Müller). Berlin 1988; A. F.: Photographien. Leipzig 1997; Die DDR wird 50. Texte und Fotografien. Berlin 1999 (hrsg. von V. Hauried u. H. Hauswald); Situation Berlin. Fotografien 1953 – 1963. Berlin 2004; Der Garten. Ostfildern 2007. Kat. A. F. Fotogalerie Friedrichshain. Berlin 1985; Kil, W.: Faszination des Beiläufigen. In: Bildende Kunst (1987) 2.Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Fischer, Gerhard

* 6.12.1925 – ✝ 4.7.2003

Geb. in Leipzig; Vater Bäcker; Volks- u. Oberschule in Leipzig, Abitur; 1943 NSDAP; 1943 – 45 RAD. 1946 LDPD; 1946 – 48 Volontär u. Hilfsred. der »Leipziger Ztg.«; 1946 – 50 Studium der Wirtschaftswiss., Geschichte u. Publizistik an der Univ. Leipzig; 1952 – 54 verantw. Red. beim »Sächs. Tageblatt« (Leipzig); 1954/55 Chefred. der »Liberal-Demokrat. Ztg.« (Halle); 1955 – 89 Chefred. des LDPD-Zentralorgans »Der Morgen« (Nachf. von  Joachim Flatau); 1957 – 89 Mitgl. des Pol. Aussch. des ZV der LDPD, 1967 – 89 von dessen Sekr.; 1958 – 63 Berliner Vertreter in der Volkskammer; seit 1958 Mitgl. des Präs. des VDJ; 1961 – 72 u. 1977 – 90 dessen stellv. Vors.; 1966 Vizepräs., 1977 – 89 Präs. der Freundschaftsges. DDR – Japan (Nachf. von Karl Iffländer); Mitgl. des Präs. der Liga für Völkerfreundschaft; 1976 Banner der Arbeit; 1985 VVO; gest. in Berlin.Otto Nuschke. Ein Lebensbild. Berlin 1983.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Fischer, Hermann

* 24.7.1911 – ✝ 3.11.1967

Geb. in Mengersgereuth-Hämmern (b. Suhl); Vater Arbeiter; Volksschule; Ausb. zum Maurer; 1929 KPD; nach 1933 illeg. Tätigkeit; 1933 zehn Wochen »Schutzhaft«; Maurer u. Hausmstr.; 1940 – 45 Wehrmacht. 1945/46 KPD/SED; 1945/46 Org.-Sekr. der KPD-Ortsgr. Sonneberg; 1946 – 48 Sekr. für Agitat. u. Prop., 1948 – 51 1. Sekr. der SED-KL Sonneberg; 1951/52 Vors. der KPKK der SED-KL Gotha; 1953 Lehrgang an der PHS; 1954 – 57 Mitarb. u. Kandidat der ZPKK; 1957/58 1. Sekr. der SED-BL Erfurt (Nachf. von  Hans Kiefert); 1958 – 67 Vors. der BPKK Erfurt (Nachf. von Max Rölz); Mitgl. des Büros bzw. des Sekr. der SED-BL Erfurt; VVO.Helmut Müller-Enbergs