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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Forck, Gottfried

* 6.10.1923 – ✝ 24.12.1996

Geb. in Ilmenau; Vater Pfarrer; bis 1937 Gelehrtenschule des Johanneums Hamburg, bis 1942 Internatsschule der Brüdergemeinde in Niesky (Oberlausitz); 1942 – 45 Wehrmacht (Marine), zul. Ltn. zur See; 1945 – 47 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1947 – 51 Studium der Theol. in Bethel, Heidelberg, Basel u. Berlin (West), 1952 1. Theol. Examen; 1952 – 54 Assistent an der Kirchl. HS in Berlin (West) u. Vikar; 1954 Predigerseminar Brandenb.; 1954 2. Theol. Examen u. Ordination; 1956 Dr. theol. an der Univ. Heidelberg (b. Edmund Schlink); 1954 – 59 Studentenpfarrer an der HU Berlin; 1959 – 63 Pfarrer in Lautawerk (Niederlausitz); 1963 – 72 Ltr. des Predigerseminars Brandenb.; 1972 – 81 Gen.-Superintendent des Sprengels Cottbus (Nachf. von  Günter Jacob); 1975 Lizenzträger u. Gesellschafter der Ev. Verlagsanstalt Berlin; 25.4.1981 Wahl u. am 1.10.1981 Amtsantritt als Bischof der Ev. Kirche Berlin-Brandenb. (Nachf. von  Albrecht Schönherr); 1984 – 87 Vors. des Rats der Ev. Kirche der Union für den Bereich DDR (Nachf. von  Hanns-Joachim Wollstadt). 1991 Ruhestand. F. gehörte zu denjenigen kirchl. Amtsträgern, die in der innerkirchl. Diskussion der 80er Jahre dafür eintraten, opp. Gruppen einen begrenzten Wirkungs- u. Schutzraum unter dem Dach der ev. Kirche zu gewähren; er selbst trug 1981 demonstrativ das Zeichen »Schwerter zu Pflugscharen«, als zahlr. junge Menschen dafür polizeil. belangt wurden; im Herbst 1989 aktiv beteiligt an der Untersuchung polizeil. Übergriffe auf Demonstranten sowie an der Auflösung des MfS; seit 1990 wiederholte Mahnung zu mehr Behutsamkeit im Prozeß der dt. Vereinigung.Wie soll es weitergehen? Tauflehre u. Taufpraxis. Berlin 1970 (Hrsg.); Die Königsherrschaft Jesu Christi bei Luther. Berlin 1988. Sachse, Ch.: Dem Menschen eine Stimme geben. Bischof G. F. u. die Opposition in der DDR. Berlin 2009.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Försterling, Paul

* 1.6.1891 – ✝ 23.2.1949

Geboren am 1. Juni 1891 in Berlin-Reinickendorf, Sohn eines Brauereiarbeiters. Während der Elektrikerlehre wurde Försterling 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, 1918 noch zum Kriegsdienst eingezogen, schloß er sich Ende des Jahres der FSJ, im Januar 1919 der USPD an, im März 1919 der KPD. Von September 1921 bis Oktober 1923 war er Referent im Apparat des EKKI, nach seiner Rückkehr nach Deutschland bis April 1924 in der KPD-Zentrale tätig. Danach reiste er erneut nach Moskau und wurde in die KPdSU übernommen. Zunächst Dreher in einer Autofabrik, arbeitete er von Oktober 1924 bis September 1927 als Sekretär im Agitpropapparat des EKKI bzw. der KJI und war bis September 1929 Referent im Auslandskommissariat des Zentralen Gewerkschaftsrates. Von September 1929 bis September 1932 studierte Försterling an der Hochschule für Elektrotechnik in Moskau, anschließend bis 1937 Ingenieur und gleichzeitig Aspirant und Lehrer an der Hochschule für Elektrotechnik in Moskau. Von September 1937 bis Februar 1939 war er zeitweise unter dem Decknamen Edgar Tallmann als Leutnant bei den Internationalen Brigaden in Spanien. Nach seiner Rückkehr nach Moskau arbeitete Försterling dort in der Kaderabteilung des Auslandsbüros der KPD. Als einer der wichtigsten Kaderreferenten war er (so die polnische Kommunistin Wanda Bronska-Pampuch) für die persönlichen Tragödien zahlreicher deutscher Kommunisten mitverantwortlich. Aus panischer Angst vor dem NKWD soll er, wie andere auch, viele deutsche Kommunisten denunziert haben. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion wurde er nach Ufa evakuiert. Zusammen mit Walter Ulbricht besuchte er deutsche Kriegsgefangene und gehörte ab 1943 einer Arbeitsgruppe der KPD-Führung an, die sich mit organisatorischen Fragen beschäftigte. Ab August 1943 Mitarbeiter für Kaderfragen im Auslandsbüro der KPD in Moskau. Bis zur Auflösung des Auslandsbüros der KPD/SED 1947 blieb Försterling dessen Vertreter in Moskau. Er nahm als Gastdelegierter am Gründungsparteitag der SED im April 1946 in Berlin teil. Schwer nerven- und herzkrank, bat er Grete Keilson um schnelle Rückkehr nach Deutschland. Das ZS der SED beschloß auf seiner Sitzung am 6.Dezember 1948, Försterling für die Arbeit in Deutschland beim ZK der KPdSU anzufordern. Dazu kam es jedoch nicht mehr, Paul Försterling starb am 23.Februar 1949 in Moskau.

Wer war wer in DDR

Franik, Franz

* 2.10.1907 – ✝ 2.10.1975

Geb. in Lona-Lany (Krs. Gleiwitz, Oberschles./Lany Wielkie, Polen) in einer Bergmannsfamilie; nach Abschl. der Volksschule in der Landw. tätig; ab 1925 als Schlepperjunge bzw. Kohlenhäuer in Hindenburg u. ab 1929 im Zwickauer Steinkohlenrevier; 1943 – 45 Wehrmacht; Kriegsgefangenschaft. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Brigadier im Zwikkauer Steinkohlenbergwerk »Karl Marx«; 1948 Aktivist; 1952 als Initiator einer rationelleren Form der Arbeitsorg. Begründer der sog. Franik-Bew.; NP (im Koll.); später im gleichen Werk Instrukteur für Neuererwesen; 1952 SED; zeitw. Abg. des Bez.-Tags u. Mitgl. der SED-BL Karl-Marx-Stadt; 1954 VVO.Die Franikbew. u. der soz. Wettbewerb im Bergbau. Berlin 1953.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Franke, Otto

* 15.9.1877 – ✝ 12.12.1953

Geboren am 15. September 1877 in Rixdorf bei Berlin; Maschinenbauer. 1892 Mitglied der SPD und des DMV. 1898 beteiligte sich Franke an der Gründung des Deutschen Transportarbeiterverbandes, dessen Berliner Bezirksleiter er von 1901 bis 1907 war, ab 1907 hauptamtlicher Angestellter des Verbandes. Nach Ausbruch des Weltkrieges schloß sich Franke als Gegner der Burgfriedenspolitik der Spartakusgruppe an und organisierte mit Karl Liebknecht die Antikriegskundgebung am 1. Mai 1916 auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Daraufhin festgenommen, wurde er nach fünfmonatiger Haft an die Ostfront geschickt, wo er im Herbst 1917 desertierte und in Berlin illegal lebte. Er war an der Organisierung des Streiks der Berliner Rüstungsarbeiter im Januar 1918 beteiligt und baute als Mitglied der Revolutionären Obleute deren illegalen Kurier- und Transportdienst auf. Von Oktober 1918 bis Januar 1919 engster Mitarbeiter Karl Liebknechts, ebenso Mitglied des Vollzugsausschusses des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats. Franke nahm am Gründungsparteitag der KPD teil, wurde 1919 Sekretär der ersten Berliner BL und war führend am Aufbau der Berliner KP-Organisation beteiligt, auch Delegierter des III. und IV. Parteitages im Februar bzw. April 1920 in Karlsruhe und Berlin. 1921 zeitweise Leiter der KPD in Ostsachsen. Anfang August 1923 übernahm Franke die Informationsabteilung für Deutschland beim EKKI in Moskau. Nach seiner Rückkehr nach Berlin im Mai 1924 verhaftet, gelang ihm im Oktober 1925 die Flucht in die Sowjetunion. Nach der »Hindenburg-Amnestie« 1928 wieder in Deutschland, leitete er hier bis 1933 die Zentralbibliothek und das Archiv des ZK der KPD. Im Juli 1933 verhaftet, kam er in das KZ Sonnenburg. Nach der Freilassung im Oktober 1936 arbeitete er u. a. beim Autobahnbau. Im November 1937 erneut inhaftiert, emigrierte er nach der Entlassung im Januar 1938 nach Prag. Hier vermittelte Franke bei Kaderschulungen in seiner urberliner, typisch proletarischen Art, auf witzige Weise seine Erfahrungen. Mitte März 1939 Emigration nach Großbritannien, dort im Juni 1940 interniert, dann im März 1941 wegen Krankheit entlassen. Aus London kehrte er im September 1946 nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SED und Angestellter der SED-Parteihochschule »Karl Marx« in Liebenwalde bzw. Kleinmachnow. Otto Franke, der 1953 noch den Karl-Marx-Orden erhielt, starb am 12. Dezember 1953 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Franke, Joachim

* 30.3.1940

Geb. in Weißwasser; Grundschule; 1954 – 57 Lehre als Elektromonteur; begann 1952 mit Eishockey, 1953 – 68 linker Stürmer bei der SG Dynamo Weißwasser, 1958 – 68 116 Länderspiele; 1957 – 90 Angehöriger der VP (zuletzt Major); 1962 – 64 Sonderreifeprüfung; 1964 – 69 Fernstudium an der DHfK Leipzig, Außenstelle Cottbus; 1968 – 72 Trainer bei Dynamo Weißwasser u. der Eishockey-Nationalmannschaft; ab 1973 Eisschnellauftrainer: 1973 – 78 Damen Mehrkampf, 1979 – 84 Herren Mehrkampf, 1985 – 92 Verbandstrainer Sprint; 1963 Mstr. des Sports, 1984 Verdienter Mstr. des Sports, Verdienter Trainer der Sowjetunion; 1988 Banner der Arbeit. Seit 1994 Bundestrainer Mehrkampf Damen; Erfolge als Trainer: Olymp. Winterspiele: achtmal Gold (zweimal  Uwe-Jens Mey,  André Hoffmann, Olaf Zinke, viermal  Claudia Pechstein), je viermal Silber u. Bronze; WM: 22mal Gold (erstmals 1975 durch Karin Kessow), 24mal Silber, 21mal Bronze; Gesamt-Weltcup: 21mal 1. Platz, 24mal 2. Platz, siebenmal 3. Platz; 2002 Bundesverdienstkreuz, Goldener Lorbeer der Berlin-Brandenburger Sportjournalisten; lebt in Berlin.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Franken, Fritz

* 9.1.1897 – ✝ 10.5.1942

Geboren am 9. Januar 1897 in Viersen/Rheinland; Arbeiter, im Weltkrieg Soldat, trat 1919 der KPD bei. Er wurde Leiter der KPD in Viersen und dort Stadtverordneter. Später Redakteur (und kurze Zeit Chefredakteur) der KPD-Zeitungen in Breslau und Frankfurt/M. 1933 emigrierte Franken ins Saargebiet, 1934 in die UdSSR. Er studierte an der KUNMS und wurde 1937 im Staatsverlag in Engels (Wolgarepublik) angestellt. Am 10. Februar 1938 verhaftet, ist Franken am 10. Mai 1942 im Gulag umgekommen. Seine Frau Anna Franken, geb. Feller (* 1900 – † 1980), seit 1923 in der KPD, ging 1934 mit ihm in die UdSSR, wurde ebenfalls in Engels verhaftet und mit der Tochter Maria auf die Halbinsel Taimyr deportiert. Erst nach 20 Jahren Verbannung durften sie 1958 in die DDR ausreisen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Franz, Adolf

* 28.2.1901 – ✝ 1943

Geboren am 28. Februar 1901 in Dittmannnsdorf/Krs. Waldenburg; Bergarbeiter, schloß sich 1917 dem Bergarbeiterverband an, 1918 trat er der SPD, 1920 der KPD bei. Da er ab Mitte der zwanziger Jahre für den AM-Apparat der KPD tätig war, wurde er 1928 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« (Verteilung der »Zersetzungsschrift« »Die Reichswehr«) zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt. Nach 1933 arbeitete er illegal und war bis April 1935 Agitpropleiter der BL Wasserkante. Franz emigrierte 1935 über Prag in die Sowjetunion. In Moskau war er unter dem Parteinamen Fritz Adolf Singer Kursant an der Leninschule und 1935 Delegierter des VII. Weltkongresses der Komintern und der »Brüsseler Konferenz« der KPD. Als Lektor bzw. Leiter des Parteikabinetts an der Leninschule war er später beim Moskauer Rundfunk tätig. Ab 1942 Politinstrukteur in Kriegsgefangenenlagern. Franz, der in erster Ehe mit der KPD-Funktionärin und Preußischen Landtagsabgeordneten Frieda (Malter) Franz verheiratet war, ließ sich 1938 scheiden und hat in der Sowjetunion mit Hanna Wolf zusammengelebt. Im August 1943 zur Agitation in ein Kriegsgefangenenlager nach Stalingrad entsandt, starb Adolf Franz dort an einer Seuche.

Wer war wer in DDR

Franze, Walter

* 12.11.1903 – ✝ 18.1.1971

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Klempner, Installateur u. Metallarb.; 1921 DMV u. SAJ; 1924 KPD; Arbeiterkorresp. der »Schlesischen Arbeiter-Ztg.«; 1929 Ausschluß aus dem DMV; 1931 – 33 Mitarb. der RGO-Reichsltg., Red. der RGO-Ztg. »Der Pionier«; ab Febr. 1933 illeg. Tätigkeit (Bildung von Betriebsgruppen); 1936 – 44 Inh. eines Handwerksbetriebs; 1945 Flucht vor Einberufung zum Volkssturm, Bildung einer bewaffn. illeg. Widerstandsgr. aus russ. u. franz. Kriegsgefangenen u. Zwangsarb.; Übertritt zur Roten Armee am 20.4.1945. Mai / Juni 1945 Bürgermeister in Mahlsdorf (Krs. Luckenwalde); ab Aug. 1945 Chefred. der KPD-Ztg. »Volkswille« Brandenburg; 1946 SED; 1946 – 49 erster Chefred. der SED-Ztg. »Märkische Volksstimme« (ab 1952 Organ der SED-BL Potsdam); zeitw. 1. Vors. des VDP-LV Brandenburg u. MdL Brandenburg; Mai 1949 – April 1956 Mitgl. des Red.-Koll., zeitw. stellv. Chefred. des »Neuen Deutschlands«; ab 1950 Vors. des LV Groß-Berlin des VDP bzw. des VDP-BV Berlin; 1956 – 62 Ltr. des Verlags »Die Wirtschaft« (Nachf. von  Heinz Friedrich); 1955 VVO; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Freitag, Heinz

* 6.7.1936 – ✝ 12.3.2002

Geb. in Crimmitschau; Vater Arbeiter; Volks- u. Grundschule; Ausb. zum Färber; Färbermstr.; 1950 FDJ; 1955 – 63 Hauer u. Hauerbrigadier im Schachtkombinat Schmichau der SDAG Wismut; 1961 SED; 1963/64 Studium Lehrgang an der PHS; 1964/65 Mitarb. der FDJ-Gebietsltg. Wismut; 1965 – 70 1. Sekr. der FDJ-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von Werner Markus); 1963 – 71 Mitarb. des ZR der FDJ; 1971 – 89 2. Sekr. der SED-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von  Alfred Rohde); 1976/77 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; Nov. 1989/90 1. Sekr. der SED-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von  Alfred Rohde); gest. in Chemnitz.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Freudenberg, Ute

* 12.1.1956

Geb. in Schöndorf (Krs. Weimar); Mutter Bäuerin, Vater Schachtmeister; 1962 – 72 OS, Schulchor; 1970 Mitgl. der Erfurter Folklore-Gr. »Los Iberos«, 1972 nach einem Talenteausscheid erster TV-Auftritt in »Sechs Mädchen u. Musik«; 1972 – 77 Studium der Tanz- u. Unterhaltungsmusik an der Weimarer HS für Musik »Franz Liszt«; 1975 Nachwuchspreis beim DDR-Chansonwettbewerb in Frankfurt (Oder); ab 1976 Sängerin der Gr. »Elefant«, 1981 LP »Jugendliebe«, deren Titelsong in den 1990er Jahren in Ostdtl. zu einem Kulthit avancierte; 1982 LP »Alles oder nichts«; 1982 Goldmed. beim DDR-Interpretenwettbewerb, 1980 – 84 jeweils »Beliebteste Sängerin des Jahres«; 1984 nach einem TV-Auftritt in Hamburg Übersiedl. nach Düsseldorf, Arbeit als Studiosängerin u. Solistin auf Kreuzfahrtschiffen, 1988 Titelsong zum Tatort »Pleitegeier« (Ps. »Heather Jones«). 1990 Single »Ein Tag wie heut« (dt. Version des Titels »One Moment in Time« von Whitney Houston), danach erfolgreiches Comeback in Ostdtl.; 1992 Siegerin der Sommerhitparade von MDR 1 Radio Sachsen-Anh. mit »Zwei alte Freunde«; seit 1995 Schirmherrin des Hauses Jena der Ronald-McDonald’s-Kinderhilfe; 1996 Rückkehr nach Weimar; Gründung der »Ute-Freudenberg-Band«, 1996 mehr als 100 Konzerte; 1997 Gründung des U. F.-Fanclubs »Jugendliebe« in Weimar; 1998 »Goldene Henne«; Titelsong »Es gibt für mich kein fremdes Land« mit Wolfgang Ziegler auf der José-Carreras-Gala für leukämiekranke Menschen; 2001 1. Platz bei der Jahreshitparade von MDR 1 Radio Thüringen mit »Dankbar für jeden Tag«, 2002 Konzert zum 30. Bühnenjubiläum in der Weimarhalle, Portrait-Sendung im MDR; 2003 »OSTival-Tour« mit den »Puhdys« u. »City« durch mehrere westdt. Städte; 2004 Liederprogramm »Endlich Weihnachten«; 2007 Teiln. der Konzerttour »Ostrock in Klassik«; 2008 Bundesverdienstkreuz; seit Mitte der 1990er Jahre zahlr. TV-Auftritte, u. a. in »ZDF-Hitparade«, »Schlagermagazin«, »Musik für Sie«, »Riverboat«; lebt in Weimar. CDs: »Und da fragst Du noch« (1994), »Land in Sicht« (1997), »Jubilee« (1999), »Träumerland« (2000), »Ich hab noch lange nicht genug« (2002, 2003 als DVD), »Im Namen der Liebe« (2003); »Puppenspieler« (2006), »Das ist das Leben« (2009). JaWOlaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Freyer, Erwin

* 27.12.1914 – ✝ 22.9.1992

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Gärtner, Mutter Floristin; Volksschule u. bis 1934 Gymnasium in Berlin, Abitur; 1932 Mitgl. des Soz. Schülerbundes; ab 1933 illeg. pol. Arbeit für den KJVD; 1935 – 40 Studium allg. Maschinenbau, Spezialisierung Flugzeugbau an der TH Berlin; 1940 – 44 Entwurfs-Ing. für ferngelenkte Bomben in der Sonderabt. bei Prof. Wagner bei den Henschel-Fluzeug-Werken in Berlin-Schönefeld; 1944 Verbindung zur illeg. Widerstandsgr. Anton Saefkow, Franz Jacob u. Bernhard Bästlein; 17.7.1944 verhaftet, Sept. 1944 vom VGH wegen »Feindbegünstigung« zum Tode verurteilt; Vollstreckungshaft in Brandenb., Hinrichtung aufgeschoben wegen seiner Fachkenntnisse, mit dem Plan, ihn zur »Bewährung« für lebensgefährliche Erprobung ferngelenkter Bomben einzusetzen; bis Febr. 1945 im Zuchthaus Brandenb. in Einzelhaft; im April nach Torgau verlegt, dort ohne Entlassungspapiere freigelassen; anschl. illeg. in Berlin. Mai/Juni 1945 sowj. Haft in Berlin-Friedrichsfelde; VdN-Anerkennung; 1945 – 48 Ref.-Ltr. in der Dt. ZV für Industrie, zust. für Aufgaben der ökon. Abrüstung; 1950/51 Hauptreferent im Min. für Industrie; 1951 – 53 Mitgl. des Büros für Wirtschaftsfragen beim Min.-Präs. der DDR; ab Mitte 1953 – 55 Mitarb. in der HA Planung im Min. für Maschinenbau u. für Schwerindustrie; März – Aug. 1955 Mitarb. des Amts für Technik (Einrichtung der Rüstungsind.); ab Sept. 1955 bei der KVP beteiligt am Aufbau der NVA; 1956/57 stellv. Min. für Nat. Verteidigung, 1956 Gen.-Major, zuständig für die Rüstungsindustrie; 1957 – 62 Ltr. der Hauptabt. I der SPK; 1962/63 schwere Erkrankung; 1963 Entlassung aus der NVA; ab Juni 1964 Ltr. der HA I der SPK; später Ltr. der HV Zivile Luftfahrt, Ltr. der Prüfstelle der zivilen Luftfahrt in Berlin-Schönefeld; 1974 VVO; später Mitarb. im Komitee der Antifa. Widerstandskämpfer in Berlin-Weißensee; gest. in Berlin.Hochmuth, U.: Illeg. KPD u. Bew. »Freies Dtl.« in Berlin u. Brandenb. 1942 – 1945. Biogr. u. Zeugnisse aus der Widerstandsorg. um Seafkow, Jacob u. Bästlein. Berlin 1998; Diedrich, T., Wenzke, R.: Die getarnte Armee. Gesch. der Kasernierten Volkspolizei. Berlin 2001.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Friedensburg, Ferdinand

* 17.11.1886 – ✝ 11.3.1972

Geb. in Schweidnitz (Niederschles./Świdnica, Polen); Vater Richter; Gymnasium in Berlin-Steglitz; Studium an der Preuß. Bergakad. Berlin; Prom. zum Dr. phil.; 1914 Bergassessor; Militärdienst; bis 1917 brit. Kriegsgefangenschaft; 1917/18 in der Schweiz; 1921 DDP; 1921 – 25 Landrat im Krs. Rosenberg (Westpr.); Vizepräs. des Polizeipräs. von Berlin; März 1927 – 33 Reg.-Präs. in Kassel, Amtsenthebung; 1935 mehrere Mon. in Haft; wiss. Forschungsarbeit über den Bergbau. 1945 Mitbegr. der CDU; 1945 – 68 Präs. des Dt. Inst. für Wirtschaftsforschung in Berlin, später Berlin (West); 1945/46 Präs. der Dt. ZV für Brennstoffindustrie; Okt. 1946 – 48 1. Stellv. des OB, 14.8. – 1.12.1948 amt. OB von Groß-Berlin (Nachf. von Louise Schröder); 1946/47 geschäftsf. Vors. des CDU-Vorst. in der SBZ; 1947/49 stellv. Vors. der Ges. zum Studium der Kultur der Sowjetunion Berlin; 1945 – 48 im Präsidialrat des KB, ab Mai 1947 Vizepräs.; 1948 – 51 Bürgermstr. von Berlin (West); 1950/52 Abg. im Abgeordnetenhaus Berlin (West); 1952 – 65 Abg. des Dt. Bundestags u. des Europaparl.; 20.10.1971 Ehrenbürger von Berlin (West); gest. in Berlin (West).Kohle u. Eisen im Weltkriege u. in den Friedensschlüssen. München 1934; Die Weimarer Rep. Berlin 1946; Die wirtschaftl. Bedeutung des Metallerzbergbaus u. Metallhüttenwesens in der Bundesrep. Dtl. Berlin 1962; Es ging um Dtl. Einheit. Berlin 1971. Keiderling, G.: Um Deutschlands Einheit: F. F. u. der Kalte Krieg in Berlin 1945 – 1952. Köln 2009.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Forest, Jean Kurt

* 2.4.1909 – ✝ 3.3.1975

Geb. in Darmstadt; Vater Tapezierer; 1916 – 25 Spangenburgsches Konservatorium Wiesbaden (ohne Abschluß); 1925 Kapellmstr. in Wiesbaden; 1926 – 30 Konzert- u. Filmkapellmstr. in Berlin; 1930 – 33 1. Solobratscher im Rundfunksinfonieorchester Frankfurt (Main), 1934 – 36 im Philharmon. Staatsorchester Hamburg; Dez. 1932 KPD; 1937 Emigr. nach Paris, 1938 Ausweisung nach Dtl.; Kapellmstr. am Stadttheater Neiße, 1939 am Staatstheater Braunschweig; 1939/40 kleinere Engagements; 1940 Einberufung, 1942 – 45 Arbeitskomp. der Wehrmacht; 1945 zur Roten Armee übergelaufen; Apr. 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifaschule. Aug. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 – 51 Ref. für aktuelle Chormusik beim Berliner Rundfunk; 1952 Chefkapellmstr. beim Fernsehzentrum; seit 1954 freischaff.; 1951 Gründungsmitgl. des VDK, 1967 – 71 dort Vors. des BV Berlin; 1965 NP; 1969 VVO; 1969 – 75 Ltr. des Kammerensembles »Musica Nova«; 1970 DAK; komponierte Vokalmusik (250 Lieder), Ballette u. bes. Opern, u. a. »Der arme Konrad«, »Tai Yang erwacht«, »Die Blumen von Hiroshima«; in den 1960er Jahren auch Filmmusikkomponist; gest. in Berlin.Torsten Musial / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Försterling, Paul Albert

* 1.4.1899 – ✝ 23.2.1949

Geb. in Berlin; Vater Brauereiarb.; Volksschule; Ausbildung zum Elektrotechniker; 1913 SAJ; 1918 Militärdienst; 1919 Teiln. an rev. Kämpfen; Jan. – März 1919 USPD, dann KPD; 1921 – 23 Mitarb. im EKKI in Moskau, dann in der Zentr. der KPD in Berlin; April 1924 Emigr. in die Sowjetunion; Mitarb. der KJI; Mitgl. der KPdSU; Dreher in einer Autofabrik; 1924 – 27 Sekr. für Agit.-Prop. im EKKJI u. des EKKI; dann bis 1929 Mitgl. der Internat. Kommission beim ZR der sowj. Gewerkschaften; 1928 zeitw. in Dtl. tätig; 1929 – 32 Studium an der Elektrotechn. HS in Moskau; dann Ing. im Moskauer Elektrowerk, zugl. Aspirant u. Lehrer an der Elektrotechn. HS; 1937 Teiln. an einem Kurs für Taktik der Pioniertruppen an der Militärschule »Erste Reiterarmee« in Tambow; dann bis Febr. 1939 Teiln. am span. Bürgerkrieg, Ltn.; Fortifikationsinstrukteur in der XI. Internat. Brigade; 1939 Ref. für die KPD in der Kaderabt. des EKKI; 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erfaßt; Okt. u. Dez. 1941 mit  Walter Ulbricht Einsätze in Kriegsgefangenenlagern; Evakuierung nach Ufa; 1943 Mitgl. einer Arbeitsgr. der KPD-Führung über Org.-Fragen; Mitgl. der erweiterten Kommission des EKKI für die Arbeit unter den Kriegsgefangenen; ab Aug. 1943 Mitarb. für Kaderfragen im Auslandsbüro der KPD in Moskau. Juli 1945 – 47 Vertreter der KPD/SED in Moskau; Betreuung der dt. Emigranten u. Registrierung der Absolventen der zentr. Kriegsgefangenenschulen; April 1946 Teiln. am Vereinigungsparteitag von KPD u. SPD; Frühj. 1947 Auflösung des Auslandsbüros; gest. in Moskau.Bahne, S.: Die Verfolgung dt. Kommunisten im sowj. Exil. In: Kommunisten verfolgen Kommunisten. Berlin 1993.Peter Erler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frank, Karl

* 31.5.1893 – ✝ 21.5.1969

Als Sohn eines kleinen Fabrikanten am 31. Mai 1893 in Wien geboren; besuchte er von 1905 bis 1909 die Unterrealschule in Wien. Mit 13 Jahren trat er – seine Eltern waren katholisch – aus der Kirche aus. Von 1909 bis 1913 Kadett der Artillerie-Kadettenschule in Traiskirchen/Niederösterreich, wurde Pazifist und verließ die Militärschule nach Abschluß des Abiturs. Von 1913 bis 1918 studierte er an der Wiener Universität Psychologie, Biologie und Philosophie und promovierte 1918 zum Dr. phil. Der Weltkrieg hatte sein Studium unterbrochen, er mußte im Herbst 1914 als Leutnant zum Militär. Nach Fronterlebnissen verweigerte er 1916 den Dienst, deshalb als »krank« entlassen. An der Universität schloß sich Frank der sozialistischen Studentengruppe an und entwarf das erste Antikriegs-Flugblatt. Nach der Revolution Vorsitzender des Studentenkomitees sowie Vertreter im Wiener Arbeiterrat. 1919 Mitglied der KP Österreichs und eine zeitlang Redakteur der Wiener »Roten Fahne«. Nach der Vereinigung von USPD und KPD Ende 1920 Übersiedlung nach Berlin, Redakteur des von August Thalheimer geleiteten theoretischen Organs der KPD »Die Internationale«. 1921 schrieb Karl Frank eine Broschüre gegen Paul Levi (»Der Fall Levi und die Dritte Internationale«). Nach Differenzen mit der KPD gab er 1922 seine hauptamtliche Stellung auf, wurde aber 1923 wieder von der Partei angestellt. Von der Brandler-Zentrale zur Vorbereitung des Aufstandes nach Bayern geschickt mit der Instruktion, »Nürnberg für die Revolution zu gewinnen und in Bayern die Donau-Brücken in die Luft zu sprengen«. Frank wurde auf einer Versammlung der kommunistischen Eisenbahner verhaftet, denn zu dieser hatte die BL auf einer Postkarte eingeladen und gefordert, »Dynamit ist mitzubringen«. Als die Polizei den Tagungsraum besetzte, hatte er sich unter das Podium verkrochen und wäre fast übersehen worden. Nach seiner Festnahme gab er sich als Knecht aus, es dauerte lange, bis die Polizei Franks Identität feststellen konnte. Als ihm der Prozeß gemacht werden sollte (Frank trug zur Finanzierung des Aufstandes größere Geldbeträge bei sich), überlistete er seine Wache auf dem Weg zum Zahnarzt und flüchtete. In einem danach erlassenen Steckbrief hieß es: »1,73 m groß, norddeutsche Mundart, schwarze Haare, braune Augen, am rechten Unterarm Schußnarben.« Bei der Aushebung des bayerischen Bezirksparteitages am 25. Mai 1924 erneut festgenommen, trat er, um freizukommen, am 28. Mai in den Hungerstreik, den er drei Wochen lang durchhielt. Die Zentrale forderte ihn auf, den Hungerstreik zu beenden, weil bereits Lebensgefahr bestand. Im Juli 1924 zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt und nach Österreich abgeschoben, kehrte Frank jedoch nach Berlin zurück und übte in der Zentrale und dann im ZK verschiedene Funktionen aus, zeitweise arbeitete er auch als Redakteur am Chemnitzer »Kämpfer« und »Gothaer Volksblatt«, bis 1928 aber vor allem am KPD-Pressedienst in Berlin, den er vorübergehend auch leitete. Er stand auf dem rechten Flügel der Versöhnler. Bekannt wurde Frank wieder, als er 1928 die gegen den Bau des Panzerkreuzers »A« gerichtete Aktion am Berliner Rundfunk organisierte. Unter seiner Leitung entführte damals eine KPD-Gruppe den »Vorwärts«-Redakteur Wolfgang Schwarz, der im Rundfunk den Bau des Panzerkreuzers »A« befürworten sollte. An dessen Stelle sprach am Abend des 6. Oktober 1928 der KPD-Landtagsabgeordnete Karl Schulz gegen den Panzerkreuzerbau und für ein von der KPD geführtes Volksbegehren. Frank wurde deswegen verhaftet und im Februar 1929 zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Freilassung von einer Berliner Funktionärskonferenz, auf der er ein Flugblatt gegen das ZK verteilt hatte, aus der KPD ausgeschlossen. Frank trat der KPO bei und wurde in deren Zentralleitung aufgenommen, hatte Verbindung zu Mitgliedern der SPD und der späteren Miles-Gruppe (»Neu Beginnen«). Er ging mit deren Einverständnis bei der Spaltung der KPO 1932 zur SAP und wurde auf deren Parteitag im März 1932 in den Vorstand (Beirat) der Partei gewählt. 1933 wieder Mitglied der SPD, unternahm er von 1933 bis 1935 als Leiter der Auslandsvertretung der Miles-Gruppe illegale Reisen nach Berlin, München und Schlesien. Im Juni 1935 kam es zur Spaltung der Miles-Gruppe, Frank (Pseudonym Wilhelm Müller) wurde Auslandsvertreter der neuen Gruppe und organisierte die Arbeit von Wien, dann von Prag und schließlich von Paris und London aus. Ende 1938 kam er in die USA, um für die illegale Arbeit gegen Hitler Gelder zu sammeln. Er blieb in den USA, war dort vor allem publizistisch tätig (Veröffentlichungen: »Will Germany Crack?«, »Germany after Hitler«) sowie an der Schaffung verschiedener antifaschistischer deutscher Komitees beteiligt (z. B. Council for a Democratic Germany). Nach 1945 gingen zahlreiche Mitglieder der Gruppe »Neu Beginnen« nach Deutschland zurück und traten der SPD bei. Doch Franks Rückkehr war unerwünscht. Obwohl sich der Berliner Bürgermeister Ernst Reuter für seine Heimkehr einsetzte, kam es nicht dazu, später verzichtete er selbst darauf, da er aus dem politischen Leben ausgeschieden war. Frank blieb in New York, dort besaß er die Lizenz als Psychologe für die Staaten New York und Connecticut, bis er seinen Beruf wegen schwerer Krankheit aufgeben mußte. Nach eigener Aussage Pazifist und Sozialist geblieben, gehörte er keiner bestimmten Richtung an, sondern hielt die Parteien für veraltet und arbeitete an einer Untersuchung über die irrationalen Kräfte in der Politik. Karl Frank starb am 21.Mai 1969 in New York.

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Franke, Arthur

* 5.8.1909 – ✝ 23.10.1992

Geb. in Berlin; Vater Asphaltarbeiter; Volksschule; 1923 – 27 Ausbildung zum Tischler, 1927 – 30 im Beruf tätig; 1928 Dt. Holzarbeiterverb.; 1930 KPD; 1930 – 33 erwerbslos; ab 1933 illeg. pol. Arbeit, zuletzt Polit.-Ltr. in Berlin-Moabit; Okt. 1933 – Jan. 1934 Bautischler bei Ph. Holzmann Berlin; Febr. 1934 Emigr. in die ČSR, illeg. Parteiarbeit in Prag u. Heida; Jan. 1938 als Schweizer Kaufm. über Belgien nach Paris; 1938/39 in Spanien Interbrigadist im Thälmann-Bat. (Infanterist), Einsatz an den Fronten Mora de Ebro, Corbera, Gandesa, schwer verwundet, Lazarett Mataro u. Barcelona; Mitgl. der KP Spaniens; 1939 Internierung in Frankreich, u. a. in St. Cyprien u. Le Vernet; April 1941 Auslieferung an die Gestapo u. Überführung nach Berlin, U-Haft in Berlin-Tegel; vom Kammergericht Berlin zu 18 Mon. Gefängnis verurteilt; Haft in Berlin-Tegel, 1942 – 45 KZ Sachsenhausen, Flucht beim Todesmarsch der Häftlinge. 1945 – 47 Agitprop.-Sekr. u. Mitgl. der KPD- bzw. SED-Ltg. des Stadtbez. Berlin-Tiergarten; 1946 LPS Bestensee; Apr. 1947 – Dez. 1948 Mitarb. der SED-LL Groß-Berlin, Berichterstatter für SED-LV; ab Jan. 1949 Kommissar u. Abt.-Ltr. bei der Kriminalpolizei im Polizei-Präs. Berlin; 1950/51 PHS; 1951 – 56 Stellv. des Chefs u. Ltr. der Pol.-Abt. der VP-Luft bzw. der Verw. Aeroklub, VP-Inspektor bzw. Oberst; 1956 – 59 in gleicher Funktion bei den Luftstreitkräften/ Luftverteidigung der NVA; 1956 Hans-Beimler-Med.; 1956 – 58 Mitgl. der SED-BL Cottbus; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; Febr. 1959 – Nov. 1974 Chef der Verw. Aufklärung bzw. 12. Verw. (militär. Geheimdienst) im Min. für Nat. Verteidigung (Nachf. von  Willly Sägebrecht); 1.3.1966 Gen.-Major; 1968 Lehrgang für leitende Kader an der Militärakad.; 1969 Banner der Arbeit; 1.3.1974 Gen.-Ltn.; 1974 KMO; 31.1.1975 Ruhestand; Präs. des Tauchsportklubs beim ZV der GST; gest. in Rüdersdorf.Bauer, E.: Gen.-Ltn. a. D. A. F. Ein Lebensbild. o. O., o. J.; Wegmann, B.: Biogr. Porträt A. F. In: Ders.: Die Militäraufklärung der NVA. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

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Fränkel, Fritz

* 7.9.1892 – ✝ 21.6.1944

(* 1892 – † 1944) Geboren am 7. September 1892 in Berlin, Sohn eines jüdischen Kaufmanns. Er studierte nach dem Abitur (1910) in Berlin Medizin, u. a. bei Theodor Brugsch. Nach dem Staatsexamen meldete sich Fränkel 1915 freiwillig zum Militär. Zunächst in den Lazaretten von Graudenz tätig, kam er 1916 an die Ostfront und war 20 Monate als Bataillonsarzt bei der Infanterie, ab Januar 1918 leitete er eine Station in der Kriegsneurotiker-Abteilung des I. Armeekorps in Königsberg. Die Schrecken und Folgen der Feldschlachten, mit denen er als Mediziner besonders konfrontiert war, machten aus dem konservativen Kriegsbefürworter einen radikalen Sozialisten und Kriegsgegner. Er schloß sich dem Spartakusbund an und wurde – als guter Redner bekannt – einer der fünf Delegierten, die die Arbeiter- und Soldatenräte des Regierungsbezirks Königsberg im Dezember 1918 zur Reichsversammlung nach Berlin schickten. Zugleich war Fränkel für Königsberg Delegierter des Spartakusbundes beim Gründungsparteitag der KPD. Auf dem Parteitag mehrfacher Diskutant, stellte er zwei Anträge zur Unterstützung der Jugend (er war ja selbst erst 26 Jahre alt) und zum künftigen KPD-Programm. Außerdem begrüßte er die vom Parteitag bekanntgegebene Gründung eines »Bundes kommunistischer Studenten und Akademiker« und forderte eine Hochschulreform. Fränkel blieb 1919 in Berlin und wurde Assistent von Paul Schuster an der Klinik für Neurologie und Psychiatrie der Charité. Im Mai 1919 schloß er seine Promotion (Thema waren die Kriegsneurosen) ab und übersiedelte nach Stuttgart. Am dortigen Bürgerhospital tätig, machte er mit zahlreichen Beiträgen in Fachzeitschriften auf sich aufmerksam. 1920 ging er als Arzt an die Klinik Berlin-Buch, gemeinsam mit seinem Freund Georg Benjamin engagierte er sich im Proletarischen Gesundheitsdienst und wurde 1924 Vorsitzender der Berliner Gruppe. In der Folgezeit im Verein Sozialistischer Ärzte tätig, machten ihn sowohl seine Aktivitäten im Fürsorgebereich als auch die Schriften über Rauschgifte bekannt. Sein mit Ernst Joël verfaßtes Buch »Der Cokainismus« wurde zum Standardwerk. Fränkel wurde im März 1933 verhaftet und von der SA gefoltert. Durch Intervention eines seiner Patienten am 23. März freigelassen, konnte er zusammen mit seiner Frau Ende März 1933 aus Berlin fliehen. Nach Frankreich emigriert, lebte er als Arzt in Paris. 1936 ging er zu den Internationalen Brigaden nach Spanien, war dort im Rang eines Leutnants Chefarzt eines Hospitals an der Madrider Front. Später leitete Fränkel in Barcelona die Versorgung der Interbrigadisten mit Medizin aus Frankreich. Wegen seiner offenen Sympathie für die »trotzkistische« POUM, die von den Stalinisten verfolgt wurde, kam es zum Bruch mit der KPD. Er wurde aus der Partei ausgeschlossen und wie üblich als »Verräter« verleumdet. 1939 wieder in Paris, gehörten zu seinen engen Freunden Gustav Regler, Heinrich Blücher und Hannah Arendt. Bei Franziska und Fritz Fränkel wohnte zeitweise der berühmte Walter Benjamin. Dieser beging nach seiner Flucht 1940 in Spanien Selbstmord, während es den Fränkels gelang, nach Mexiko zu entkommen. Dort nahm Fränkel Verbindung zu antistalinistischen, sozialistischen Kreisen auf, darunter zu Personen, die ebenfalls die KPD mitbegründet hatten wie Otto Rühle und Franz Pfemfert, aber auch zum bekannten Publizisten Victor Serge. 1943 schloß er sich der antistalinistischen und linkssozialistischen Gruppe »Socialismo Y Libertad« an und wirkte an deren Zeitschrift mit. Fritz Fränkel starb überraschend am 21. Juni 1944 in Mexiko. Klaus Täubert veröffentlichte 2005 unter dem Titel: »?Unbekannt verzogen...? Der Lebensweg des Suchtmediziners, Psychologen und KPD-Gründungsmitgliedes Fritz Fränkel« eine ausführliche biographische Skizze mit einer Bibliographie der Werke Fränkels.

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Franken, Paul

* 27.6.1894 – ✝ 1944

Geboren am 27. Juni 1894 in Höhscheid/Krs. Solingen, Sohn eines Gießereiarbeiters. Formerlehre, nach Wanderschaft verschiedene Berufe. 1911 trat Franken der SPD bei. 1914 zum Kriegsdienst einberufen, schloß er sich 1917 der USPD an. Während der Novemberrevolution Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Solingen, 1919 Bezirkssekretär der USPD, trat bereits vor der Vereinigung mit der KPD 1920 dieser bei und wurde auf dem Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 in den ZA gewählt. Im Januar 1921 bestätigte ihn die Zentrale als Bezirkssekretär der VKPD-Niederrhein mit Sitz in Solingen, später ging er als Parteisekretär nach Frankfurt/M. Im Februar 1921 wurde Franken im Wahlkreis Düsseldorf-Ost in den Preußischen Landtag gewählt. Er verurteilte die März-Aktion und unterstützte Paul Levis Kritik an der Zentrale. Als Vertreter der Opposition auf dem III. Weltkongreß der Komintern im Sommer 1921 in Moskau. Vom VII. Parteitag der KPD im August 1921 in Jena für den Bezirk Rheinland-Westfalen in den ZA gewählt, trennte sich Franken Anfang 1922 von der KPD und schloß sich zunächst der KAG an, behielt aber sein Landtagsmandat. Über die USPD wieder Mitglied der SPD, war Franken von Ende 1924 bis Anfang 1933 Redakteur des »Volksboten« in Zeitz. Bis 1933 gehörte er dem dortigen SPD-Vorstand an und war Vorsitzender des Gewerkschaftskartells sowie Leiter des sozialdemokratischen Bildungswesens. Von 1928 bis 1933 vertrat er die SPD im Preußischen Landtag. Ab Frühjahr 1933 lebte Franken zunächst illegal, bis er über die âSR nach Riga zu seiner Frau emigrierte. Flora Franken, geborene Goldberg (* 23. 8. 1899 – † 12. 3. 1991), Tochter eines jüdischen Angestellten, war von Anfang 1919 bis Ende 1921 Mitglied der KPD und arbeitete bis 1925 als Sekretärin in der Handelsvertretung der UdSSR. 1920 Eheschließung mit Paul Franken, 1925 wurde sie Mitglied der SPD und war bis 1933 Stadtverordnete in Zeitz sowie ab 1932 Provinziallandtagsabgeordnete der Provinz Sachsen. Als Sozialistin und Jüdin doppelt verfolgt, emigrierte Flora Franken nach Riga zu ihrer Mutter. Nach dem Machtantritt der Regierung Ulmanis in Lettland im Mai 1934 mußten die Frankens wieder flüchten, sie hielten sich einige Monate in Schweden auf, bis sie nach Erhalt der Einreiseerlaubnis im August 1934 in die Sowjetunion emigrieren konnten. Sie lebten in Leningrad, Paul Franken arbeitete in den Putilow-Werken, er wurde im Mai 1936 wieder in die KPD aufgenommen. Im November 1937 vom NKWD verhaftet, wurde Paul Franken in ein Lager im Polargebiet verschleppt, wo er im Herbst 1944 qualvoll ums Leben kam. Flora Franken durfte im Mai 1955 mit ihrem Sohn Peter in die DDR und arbeitete zunächst beim Dietz Verlag, später im IML.

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Franz, Rudolf

* 1.9.1892 – ✝ 25.10.1956

Geboren am 1. September 1892 in Köln; Gymnasium, Abitur, studierte Philosophie, Germanistik und Romanistik und promovierte über »Der Monolog bei Ibsen« an der Universität Marburg. Seit 1910 Mitglied der SPD, war Schriftsteller und Literaturkritiker, veröffentlichte in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften wie z. B. »Neue Zeitung«, »Die Neue Welt«, »Bremer Bürgerzeitung« und »Arbeiter-Jugend«. Er war Verfasser des »Handbuchs der sozialdemokratischen Parteitage«. 1914/15 Feuilletonredakteur des »Vorwärts« (schrieb u. a. unter dem Pseudonym Siegfried Eckart). 1917 wurde er Mitglied der USPD und publizierte von 1918 bis 1921 für die »Leipziger Volkszeitung«. Seit 1920 in der KPD, schrieb er in der »Sächsischen Arbeiter-Zeitung« und auch in der »Roten Fahne« sowie für die »Bergische Arbeiter-Stimme«. 1926 Ausschluß aus der KPD, später Angestellter bei der Sozialfürsorge beim Magistrat der Stadt Leipzig. Dort 1933 entlassen, war er bis 1945 Korrektor in einer Druckerei, ab 1945 Referent im Dezernat Volksbildung (Amt für Kunst und Kunstpflege). 1946 Mitglied der SED, wurde 1949 Gutachter in der Einkaufszentrale der Deutschen Bücherei Leipzig. Rudolf Franz starb am 25. Oktober 1956 in Leipzig.

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Fratzscher, Wolfgang

* 11.6.1932

Geb. in Leipzig; Vater Verw.-Angest.; Abi- tur; 1950/51 Ausbildung zum Bauschlosser; 1951 – 56 Studium der Verfahrenstechnik an der TH Dresden; 1956 – 59 Assistent am Lehrstuhl für Thermodynamik der HS für Verkehrswesen Dresden; 1959 Prom. mit der Diss. »Die grundsätzl. Bedeutung der Exergie für die Techn. Thermodynamik«; 1959 – 61 Oberassistent an der Fak. für Kerntechnik der TH Dresden; ab 1961 Abt.-Ltr. im Atomkraftwerk Rheinsberg; 1964 Habil. mit der Arbeit »Der Einfluß der Nichtumkehrbarkeiten – gezeigt am Beispiel des Gasturbinenprozesses«; Doz. für Techn. Thermodynamik an der TH für Chemie Leuna-Merseburg, 1966 Prof. für Techn. Thermodynamik; 1966 – 68 Inst.-Dir.; 1967 – 73 Prorektor für wiss. Arbeit; 1968 Prof. für Energiewirtschaft u. Wärmetechnik; Vors. des Fachaussch. Energiewirtsch. der chem. Prod.; 1973 – 89 verantw. für die Hauptforschungsrichtung Verfahrenstechnik im Programm Chemie; 1974 Korr., 1979 Ord. Mitgl. der AdW; 1978 – 88 Ltr. der HS-Industrieforschungsgr. Verfahrenstechnik an der TH Merseburg; 1979 – 85 dort stellv. Sektionsdir. für Forschung, 1990 Prorektor für Wissenschaftsentw. Arbeitsgebiete: Techn. Thermodynamik, Energiewirtschaft u. Wärmetechnik, Kerntechnik, energet. Analyse stoffwirtschaftl. Verfahren unter Nutzung des Exergiebegriffs; maßgebl. Mitarb. bei der Einführung der kernenerget., energiewirtschaftl. u. verfahrenstechn. Ausbildung; Mithrsg. u. Mitautor zahlr. Buchpubl., insges. rund 200 Publ.Klaus-Peter Meinecke

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Frenkel, Peter

* 13.5.1939

Geb. in Eckartsberga (Thür.); Ausbildung zum Farb- u. Oberflächengestalter; 1964 – 90 SED; seit 1961 aktiver Leichtathlet, 1961 – 64 Mittelstreckenläufer, anschl. aufgrund einer Achillessehnenverletzung Wechsel zum Gehsport beim ASK Vorwärts Berlin, 1970 ASK Vorwärts Potsdam (Trainer: Hans-Joachim Pathus); Spezialdisz.: 20 km Gehen; mehrmaliger DDR-Mstr.; mit der DDR-Mannschaft dreimal Sieger beim Lugano-Cup; 1968 Olympiateiln.; 1970 u. 1972 WR im 20-km-Bahngehen, WR im 2-Stunden-Gehen u. über 30 km; 1972 Olympiasieger; 1976 Dritter bei den Olymp. Spielen; NVA, Hptm.; Mitgl. des NOK der DDR; 1972 – 76 Studium der Fotografie; seit Beendigung der sportl. Laufbahn freier Bildreporter u. Fotograf. 1990 Mitgl. des NOK der Bundesrep. Dtl., Sprecher der Dt. Olymp. Ges.; lebte bis 1995 in Langerwisch (b. Potsdam), anschl. in Bad Honnef.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Freusberg, Joseph

* 18.10.1881 – ✝ 10.4.1964

Geb. in Olpe (Westf.); Studium der Theol. u. Philos. in Paderborn u. Freiburg i. Br.; 1906 Priesterweihe in Paderborn; 1906/07 Ltr. eines Knabenkonvikts in Gelsenkirchen; 1907 – 09 Studium des Kanon. Rechts in Rom (S. Maria dell’Anima); 1909 Dr. iur. can. in Rom; 1909 Vikar in Bielefeld, St. Jodocus; 1916 Pfarrer von St. Severi in Erfurt; 1923 Dompropst u. Dir. des Geistl. Gerichts in Erfurt. Mai – Sept. 1945 Mitgl. d. verfassunggebenden Landesvers. v. Thür.; 1946 Gen.-Vikar f. den in der SBZ liegenden Teil d. Bistums Fulda; 1953 Titularbischof v. Hadrianopolis in Epirus u. Weihbischof v. Fulda m. Sitz in Erfurt; 1961 Ernennung zum Päpstl. Thronassistenten durch Papst Johannes XXIII.; beigesetzt im Kreuzgang des Erfurter St. Marien-Domes.Clemens Brodkorb

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Freyer, Yvonne

* 12.9.1921

Geb. in Berlin; Vater Buchhändler u. Gewerbetreibender; Grund- u. OS in Berlin; 1933 mit den Eltern Emigr. in die Niederlande, 1933 – 35 OS in Amsterdam; 1936 – 38 Handelsschule Glauchau; 1937 – 40 kaufm. Lehre u. Arbeit als Kontoristin in Glauchau u. Luckenwalde; 1941 – 43 Schreibkraft an der Höheren Fliegertechn. Schule Jüterbog; 1943 – 45 Stenotypistin bei der Fa. Märkle & Kniesche in Leipzig. 1945 / 47 Angest. beim Polizeiamt Glauchau; 1945 KPD, 1946 SED; 1945 / 46 Volontärin bzw. Hilfsred. bei der »Sächsischen Zeitung« Dresden; 1947 / 48 Halbjahreslehrgang für Journalisten an der PHS der SED; 1948 / 49 Presseref. des DFD-LV Sachsen; 1949 / 50 polit. Mitarb. der SED-LL Sachsen; 1950 / 51 Red. der »Sächsischen Zeitung«, 1951 Chefred. der SED-Ztg. »Freie Presse« in Zwickau in Thüringen (erste weibl. Chefred. der Parteipresse); 1952 – 59 erste Chefred. der SED-Bezirksztg. »Das Freie Wort« bzw. »Freies Wort« Suhl; 1956 – 60 Mitgl. der SED-BL Suhl; zeitw. Vors. des VDJ-BV Suhl; 1959 Verdienstmedaille; 1959 / 60 Studium an der PHS; 1960 Chefred. der Presseinformation beim Presseamt der Reg. der DDR; 1962 – 68 Chefred. der illustrierten Wochenztg. »Für Dich«; 1964 – 69 Mitgl. des Präs. des DFD-Bundesvorst., zeitw. auch Mitgl. der Frauenkommission beim PB des ZK der SED; 1965 Clara-Zetkin-Med.; 1968 – 83 Chefred. der Frauenztschr. »Sibylle«; lebt in Berlin.Kirsten Nies

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Friedländer, Leo

* 7.5.1895 – ✝ 4.8.1937

(* 1895 – † 1937) Geboren am 7. Mai 1895 in Posen, Sohn eines jüdischen Pferdehändlers. Er studierte Medizin und wurde Arzt. Von August 1914 bis Februar 1919 Kriegsfreiwilliger, Nachrichtensoldat. Seit 1920 Mitarbeiter des Proletarischen Gesundheitsdienstes, als Kursuslehrer referierte er über sexuelle Aufklärung. Von 1924 bis 1926 an der Berliner Charité tätig, wo er auch promovierte. Leo Friedländer arbeitete 1926/27 als Arzt in Berlin-Rummelsburg und hatte anschließend bis 1933 eine eigene Praxis. 1925 Mitarbeit im Volksentscheid-Ausschuß zur Fürstenenteignung. 1926 KPD-Mitglied, 1927 im Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Dort gehörte er zur kommunistischen Ärztefraktion, war seit 1928 stellvertretender Vorsitzender und gründete nach dem Ausschluß 1929 den Fichte-Samariter-Bund. 1928 Bürgerdeputierter in Berlin-Mitte, war zu den Reichstagswahlen 1932 und im März 1933 als KPD-Kandidat aufgestellt. Im März 1933 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, konnte er sein Mandat wegen der einsetzenden Verfolgung nicht mehr ausüben. Friedländer emigrierte im Mai 1933 über die âSR in die Sowjetunion. Bis Februar 1934 Arzt in der Kremlklinik. Ab April 1934 zunächst Oberarzt, dann Chefarzt am Ambulatorium der KUNMS. Am 22. März 1936 beantragte er die sowjetische Staatsbürgerschaft und wurde im Juni 1936 in die KPdSU(B) übernommen. Der Versuch, mit einer freiwilligen Meldung zu den Interbrigaden in Spanien den »Säuberungen« zu entkommen, scheiterte. Am 4. August 1937 in Moskau vom NKWD festgenommen. Vom Militärkollegium des Obersten Gerichts wurde Leo Friedländer am 3. Oktober 1937 wegen der »Teilnahme an einer konterrevolutionären trotzkistischen Organisation« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Von 1923 bis Anfang der 30er Jahre war er mit Dorothea Ehrlich (* 11. 6. 1894 in Beuthen) verheiratet. Die Tochter einer jüdischen Handwerkerfamilie war Angestellte, Mitglied der KPD und Funktionärin im RFMB, gehörte zur Bezirksversammlung Berlin-Mitte und kandidierte im November 1929 zur Stadtverordnetenwahl. In die Sowjetunion emigriert, war sie Dozentin an der Fachschule für Finanzen und Ökonomie in Moskau. Am 3. Dezember 1937 verhaftet, ebenfalls der »Teilnahme an einer konterrevolutionären Organisation« beschuldigt, wurde Dorothea Friedländer vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR am 25.April 1938 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Friedländers spätere Lebensgefährtin Charlotte Mundt, (* 30. 1. 1910 in Berlin) war Kontoristin, gehörte seit 1930 der KPD an. Sie war Leo Friedländer 1933 in die Sowjetunion gefolgt, arbeitete als Korrektorin an der DZZ in Moskau. Am 6. Oktober 1937 verhaftet, am 4. November 1937 durch ein Sondertribunal »als Familienmitglied eines Vaterlandsverräters« zu acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Sie soll am 22. Februar 1940 im Lager SewWostLag im Gebiet Magadan ermordet worden sein. Noch 1939 wurden Leo und Dorothea Friedländer von den NS-Behörden ausgebürgert.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Forgbert, Erhard

* 30.9.1898 – ✝ 10.11.1965

Geboren am 30. September 1898 in Berlin, Sohn einer Weberfamilie. Als Bürobursche besuchte er Abendkurse und war ab 1916 Kontorist. Ende 1916 Soldat, wurde im April 1918 als Verwundeter aus dem Heeresdienst entlassen. Seit 1920 KPD-Mitglied, Orgleiter im Bezirk Berlin-Lichtenberg. Arbeiter in der AEG Berlin, dort Mitglied des Angestelltenrats, 1923 aus politischen Gründen entlassen, bis 1926 selbständiger Handelsvertreter, anschließend bei der sowjetischen Handelsvertretung. 1929 besuchte Forgbert die Leninschule in Moskau, war danach hauptamtlicher Sekretär und Buchhalter/Kassierer der KPD-BL Berlin-Brandenburg, ab Ende 1932 Sekretär der IAH Berlin-Brandenburg und Mitglied der IAH-Reichsleitung. Im April 1933 zusammen mit Ewald Blau und Erich Krautter in Berlin-Lichtenberg festgenommen und schwer mißhandelt. Am 21. Februar 1934 vom Reichsgericht in Leipzig zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Danach setzte er die illegale Arbeit fort, hatte später Verbindungen zu Erich Rutha, zur Widerstandsgruppe um Alfred Kowalke und Wilhelm Knöchel. Im Februar 1943 verhaftet, vom Kammergericht Berlin, aus »Mangel an Beweisen« freigesprochen, im März 1944 freigelassen. Im August 1945 vom KPD-ZK nach Schwerin geschickt, dort leitende Funktionen beim Aufbau des Bankwesens u. a. als Direktor der Filiale der Deutschen Notenbank (DNB) in Schwerin. Forgbert, der seit Sommer 1950 der ZRK der SED und seit Oktober 1950 dem Landtag von Mecklenburg angehörte, wurde im Oktober 1951 von seinen Funktionen abberufen und durch die ZPKK ein Parteiverfahren gegen ihn eingeleitet, da er sich kritisch zum Hitler-Stalin-Pakt 1939/40 geäußert hatte. Bis November 1953 »Bewährung« als kaufmännischer Leiter u a. im VEB Hüttenwerk Halsbünde. Ende 1953 Hochschullehrer an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ab 1958 Professor an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin. Erhard Forgbert starb am 10. November 1965 in Ost-Berlin.

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Fraenkl, Victor

* 18.9.1869

Geboren am 18. September 1869 in Gleiwitz; nach dem Studium und der Promotion Rechtsanwalt in Berlin. Er veröffentlichte bereits 1903 Arbeiten zur Theaterzensur und war von 1911 bis Mitte der 20er Jahre eng mit Franz Pfemfert befreundet, den er in juristischen Fragen beriet, Mitarbeiter an dessen »Aktion« von 1911 bis 1925. In der Weimarer Republik bekannter Verteidiger von angeklagten Funktionären der KAPD und der KPD in wichtigen politischen Prozessen, etwa zusammen mit James Broh im Verfahren gegen Max Hoelz, oder gegen Teilnehmer des Hamburger Aufstands 1923. Als Mitglied der KPD wurde er 1925 ins ZK der Roten Hilfe Deutschlands gewählt. Victor Fraenkl emigrierte 1933 in die Schweiz, sein Todesdatum ist nicht bekannt. Die NS-Behörden bürgerten Fraenkl und seine Frau Nina, geborene Mardon (* 29. 10. 1877 in Sutton/England), am 30. August 1938 aus.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frank, Walter

* 27.7.1895 – ✝ 20.1.1971

Geboren am 27. Juli 1895 in Schwedt/Oder; Dreher. Im Weltkrieg geriet er als Soldat in russische Kriegsgefangenschaft und schloß sich nach der Rückkehr nach Deutschland der KPD an. Walter Frank gehörte ab Ende der zwanziger Jahre als Mitglied der BL Ruhr an, war ab 1930 besoldeter Sekretär im KPD-UB Gelsenkirchen und wurde im September 1930 im Wahlkreis Westfalen-Süd als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, in dem er bis 1933 blieb. Nach eigener Auskunft (19.4. 1967) war Frank Mitglied des Jugendausschusses, wo er auch aktiv mitarbeitete. Im März 1933 noch in den Preußischen Landtag gewählt, befand sich Frank aber bereits seit dem 16. März 1933 in »Schutzhaft«, zunächst im KZ Esterwegen, dann im Lager Bögermoor. Seit Mai 1934 in Untersuchungshaft, wurde er am 11. Januar 1935 vom OLG Hamm zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Wegen Strafverbüßung durch U-Haft noch im Januar 1935 entlassen, war er ab März im Eisen- und Hüttenwerk Bochum beschäftigt. Am 12. September 1936 erneut verhaftet und im April 1937 vom OLG Hamm zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er bis 1. Mai 1945 im Zuchthaus Siegburg verbüßte. Er kehrte wieder nach Bochum zurück, trat aber politisch kaum noch hervor. Walter Frank starb am 20. Januar 1971 in Bochum.

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Franke, Gerhard

* 17.7.1920 – ✝ 19.8.1984

Geb. in Einsiedel (Krs. Chemnitz); Vater Eisenformer; Volksschule; 1935 – 39 Ausbildung zum u. Arbeit als Eisenformer; 1939 – 43 RAD; 1943 Wehrmacht; 1944/45 in sowj. Kriegsgefangenschaft übergelaufen; Mitgl. des NKFD. Aug. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; 1945 Einstellung bei der Polizei in Einsiedel; März – Okt. 1948 Kommandierung zur Grenzpolizei, dann stellv. Postenltr. in Einsiedel; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 Länderverw. Sachsen des MfS), Dienststelle Chemnitz; 1950 Verbindungsoffz. zur VP-Schule Pirna, Versetzung zur Abt. VII (MdI/DVP), MfS Berlin; 1951 Ltr. des Stabs in der Abt. VII d (später Abt. 4 der HA I); 1951 Ltr. der Abt. I/4 (VP-Bereitschaften); 1952 Abt.-Ltr. in der HA III (Volkswirtschaft); 1955 Versetzung zur Kontrollinspektion; 1956 Abt.-Ltr. in der HV A-HA IV (Wirtschaftsspionage); 1958/59 Lehrgang an der BPS Potsdam; 1959 stellv. Ltr. der HV A-Abt. V (Wirtschaftsspionage); 1971 Ltr. der HV A-Abt. XV (Wehrtechnik, Luft- u. Raumfahrt); 1972 Oberst; 1981 Offz. für Sonderaufgaben beim Ltr. des HV A-Sektors Wissenschaft u. Technik; 1984 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

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Fränkel, Hans-Joachim

* 31.8.1909 – ✝ 21.12.1996

Geb. in Liegnitz (Niederschles./Legnica, Polen); Vater Studienrat, Mutter Hausfrau; 1916 – 28 Gymn. in Liegnitz; 1928 – 33 Studium der Theol. in Bethel, Breslau u. Tübingen; 1936 Ordination; anschl. versch. Pfarrstellen in Breslau; Mitgl. des Pfarrernotbunds u. der Bekennenden Kirche; wiederholte Verhaftung durch die Gestapo; 1940 – 43 Wehrmacht, schwer verwundet; dann wieder Pfarrer in Breslau, 1945 Oberkonsistorialrat; gem. mit  Ernst Hornig beteiligt an den Verhandlungen mit dem Breslauer Festungskommandanten, um diesen zur kampflosen Übergabe der Stadt an die sowj. Armee zu bewegen. 1946 Mitgl. der schles. Kirchenltg.; Ausweisung aus Polen u. Umsiedl. nach Görlitz; 1951 Oberkonsistorialrat in Görlitz, Mitgl. der Synode der EKD; Stellv. u. 1964 – 79 Bischof der Ev. Kirche von Schles., 1968 umbenannt in Ev. Kirche der Kirchenprovinz Görlitz (Nachf. von Ernst Hornig); 1965 Dr. h. c. der Univ. Bonn; maßgebl. beteiligt an der Ausarbeitung der Ordnung des Bunds der Ev. Kirchen in der DDR; 1972/73 Vors. des Rats der Ev. Kirche der Union (EKU) (Nachf. von  Kurt Scharf); Ablehnung einer vollständigen Trennung von der EKU-West, 1972 dann Zustimmung zur Aufgliederung der EKU in zwei weitgehend unabh. Bereiche; Wahl zum Bereichsrat der EKU/DDR; in den 1970er Jahren wiederholte Kritik an der restriktiven staatl. Kirchenpol. u. öffentl. Forderung nach Respektierung von Glaubensfreiheit u. Menschenrechten (u. a. am 8.11.1973 in der Dresdener Annenkirche mit der Ansprache: »Was haben wir aus dem Kirchenkampf gelernt?«, in: epd Dokumentation (1973) 50); in der Folge verstärkt offenen Angriffen u. verdeckten Schikanen staatl. Organe ausgesetzt; 1978 auf der Görlitzer Synode Plädoyer für ein aktives ges.-pol. Engagement der Christen in der DDR: die »Kirche im Soz.« müsse ihren Ort zwischen »unfruchtbarer Konfrontation« u. »unglaubwürdiger Akklamation« finden; Sept. 1979 Ruhestand; anschl. Übersiedl. nach Marburg; 1993 Ehrenbürger der Stadt Görlitz; gest. in Marburg.Ein Wort zur öffentl. Verantwortung der Kirchen in der gegenwärtigen Stunde. In: epd Dokumentation (1973) 17; Das Zeugnis der Bibel in seiner Bedeutung für die Menschenrechte. In: epd Dokumentation (1975) 20. Findeis, H., Pollack, D. (Hrsg.): Selbstbewahrung oder Selbstverlust. Berlin 1999.Roger Sitter / Ehrhart Neubert

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Frankenberg u. Proschlitz, Egbert von

* 20.3.1909 – ✝ 15.3.2000

Geb. in Straßburg (Elsaß/Strasbourg Frankreich); Vater Offz.; Gymnasium, Abitur; 1931/ 32 Teilstudium der Meteorol. an der Univ. Berlin; 1931 – 35 Ausbildung zum Flugzeugführer (Land u. See); April 1931 NSDAP; Nov. 1932 SS; 1935 – 42 Wehrmacht, Major; 1938/39 freiw. zur Legion Condor im span. Bürgerkrieg; ab Jan. 1943 Kommodore des Edelweißgeschwaders der Luftwaffe in der UdSSR; 1943 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, hier Anwerbung als GRU-Agent; 1943 Mitgl. des NKFD u. Gründungsmitgl. des Bunds Dt. Offz.; 1944 durch das RKG in Abwesenheit zum Tode verurteilt. 1948 Rückkehr nach Dtl.; Ref. in der Landesreg. Sachsen; 1949 NDPD; hauptamtl. Mitarb. in Dresden, 1949 – 51 pol. Geschäftsf. der NDPD in Thür.; 1950/51 Vizepräs. des Thür. Landtags; 1951 – 90 Mitgl. des Hauptaussch. der NDPD; 1951/52 Landesvors. in Berlin; 1951 – 54 Abg. der Volkskammer; als IM der HV A erf.; 1952 – 57 Präs. der Sekt. Motorrennsport; ab 1954 Doz. an der HS der NDPD in Waldsieversdorf (Krs. Strausberg); 1956 Anerkennung als VdN; 1957 Prom. zum Dr. rer. pol. an der DASR Potsdam mit der Diss. »Die Massenvernichtungswaffen – einige militärpol. u. völkerrechtl. Überlegungen«; 1957 – 89 militärpol. Kommentator des Staatl. Komitees für Rundfunk; 1957 – 78 Präs. des Allg. Dt. Motorsport-Verb. (ADMV); 1962 – 67 Vizepräs. der Fédération Internationale des Motocyclistes; 1958 – 72 Mitgl. des Vorst. der Arbeitsgemeinschaft ehem. Offz.; 1962 – 75 Mitgl. der Dt. Liga für die Vereinten Nationen; 1979 VVO; 1989 Habil. zum Dr. sc. an der HU Berlin mit einer Arbeit über die Vereinten Nationen; gest. in Berlin.Dt. Selbstmord durch amerikan. Krieg. Berlin 1954; Militärpolit. Kommentare. Leipzig 1957; Meine Entscheidung. Berlin 1963; Tradition im Kreuzverhör. Meine Familie in der Geschichte. Berlin 1980.Bernd-Rainer Barth

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Franz, Horst

* 21.9.1933

Geb. in Braschen (Krs. Crossen, Ostbrandenb./ Brzózka, Polen); Volksschule; 1953 Einstellung beim MfS, Abt. Personenschutz, später Abt. V (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund) der BV Cottbus; 1958 – 60 Zweijahreslehrgang an der HS des MfS Potsdam-Eiche; 1960 stellv. Ltr. der Krs.-Dienststelle Finsterwalde; 1965 Ltr. der Krs.-Dienststelle Liebenwerda; 1966 – 71 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1970 Ltr. der Abt. VI (Paßkontrolle, Tourismus, Interhotels) der BV Cottbus; 1978 Stellv. des Ltr., 1985 Ltr. der Abt. (ab 1989 HA) XXII (Terrorabwehr) des MfS Berlin; 1986 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

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Frederic, Dagmar

* 15.4.1945

Geb. in Eberswalde; Ausbildung zur Apothekenhelferin; Gesangsunterricht, erste Auftritte mit dem Orchester Max Reichelt; 1967 Berufsausweis; Musicalausbildung an der Berliner HS für Musik bei Peter Wieland; 1968 im Duett mit Siegfried Uhlenbrock; 1971 Hauptrolle im Musical »Andrea« in Halberstadt; 1971 – 84 in Zusammenarbeit mit Peter Wieland u. 1974 – 89 mit dem Manfred-Ludwig-Oktett unterwegs mit eigenen Showprogrammen (»10 Mann u. ick, die Frederic« u. a.); 1977 LDPD; 1981 NP; ab 1984 stellv. Präs. des Komitees für Unterhaltungskunst; Auftritte in allen großen Häusern des Landes, Sologastspiele, mit Partner oder eigenem Programm in allen ost- u. mehreren westeurop. Ländern, Kuba, VDR Jemen, Sudan, Zypern, Ägypten; Teiln. an internat. Festivals; wiederholt mit Schauteilen; 1983 – 85 Moderatorin des Dresdener Festivals; im DFF in zahlr. Shows; im Rundfunk mehr als 350 Produktionen; bei Amiga zwei LP mit Siegried Uhlenbrock, zwei Solo-LP, mehrere Singles; seit 1988 Auftritte mit Tochter Maxie. Seit 1990 fünf CDs und ein Doppelalbum; 1992 – 94 Moderation von »Meine Show« u. seit 1999 von »Sommermelodien« im Abendprogramm der ARD, daneben mit ihren Liedern zu Gast in zahlreichen Sendungen des öffentl. und privaten Fernsehens; seit 2001 Präsentation der »Elblandfestspiele« in Wittenberge; lebt in Woltersdorf (b. Berlin).Ich kann nun mal nicht lügen. Kiel 2002; Schürt das Feuer. Erinnerungen. Berlin 2005.Bernhard Hönig / Jan Wielgohs

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Frenzel, Max

* 11.4.1893 – ✝ 11.10.1985

Am 11. April 1893 in Breslau geboren, Sohn eines Schuhmachers; ging nach der Lehre als Lithograph auf Wanderschaft. Im März 1908 Eintritt in die Freie Jugendorganisation in Berlin-Wedding, dort später Vorsitzender der Arbeiterjugend. Im September 1911 Mitglied der SPD. Von 1914 bis 1918 zunächst Armierungssoldat, dann in einem Fliegerersatzbataillon. Im Dezember 1918 kam Frenzel nach Berlin und arbeitete bis März 1923 als Lithograph. Ab Februar 1919 Polleiter der Gruppe IV des Spartakusbundes in Berlin. Nach dem II. Parteitag der KPD 1919 kurzzeitig Mitglied der KAPD, kehrte jedoch zur KPD zurück und war von 1922 bis 1924 in der BL Berlin-Brandenburg. Auf dem VIII. Parteitag 1923 in die Gewerkschaftskommission gewählt, wurde er im März 1923 Sekretär der Zentrale und Mitglied der Gewerkschaftsabteilung. Nach dem IX. Parteitag 1924 schied er als Rechter aus der Berliner BL aus, blieb Redakteur des »Arbeiterrats«, einer von der KPD herausgegebenen Zeitung für die Betriebsräte. Nach dem »Offenen Brief« wurde Frenzel Ende 1925 in die Orgabteilung der Zentrale übernommen, kam 1926 erneut in die Berliner BL und wurde Sekretär der Gewerkschaftsabteilung. Teilnehmer des XI. Parteitages 1927 in Essen, gehörte zu den Versöhnlern. 1928 zog er im Wahlkreis Berlin als Abgeordneter in den Preußischen Landtag ein. 1929 wurde Frenzel auf Beschluß des ZK aus der BL ausgeschlossen und mußte im September auch sein Landtagsmandat niederlegen, blieb jedoch Redakteur in KPD-nahen Zeitungen (»Berlin am Morgen« bzw. »Berlin am Abend«). Am 1. März 1933 kurze Zeit inhaftiert, war Frenzel anschließend bis 1936 Schuhmacher, illegal tätig im Einheitsverband der Berliner Metallarbeiter, hielt als Leiter der illegalen KPD in Berlin-Moabit Verbindung zu den Versöhnlern ( Karl Volk und Edu Wald). Im März 1936 nach Prag emigriert, distanzierte sich Frenzel nach einer Aussprache mit Walter Ulbricht von den Versöhnlern. Ab Juli 1936 Redakteur der »Deutschen Volkszeitung« in Prag, dort verhaftete ihn am 22.März 1939 die Gestapo. Am 24. Mai 1940 vom VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, kam er nach Brandenburg-Görden, am 27. April 1945 befreit. 1945 wieder KPD-Funktionär, bis zur Spaltung Berlins 1948 Leiter der Kraftstoff- und Mineralölstelle des Magistrats, von Februar 1948 bis Februar 1953 leitender Magistratsdirektor, ab 1. März 1953 Leiter der Magistratsabteilung für Verkehr, von 1955 bis 1959 Vorsitzender der Bezirksplankommission von Ost-Berlin. Dann leitete er bis zu seinem Ausscheiden 1961 die Pressestelle des Ostberliner Magistrats. Frenzel war Mitautor des 1976 im Ostberliner Militärverlag erschienenen Buches über Gefangene im NS-Zuchthaus Brandenburg »Gesprengte Fesseln«. Frühere Mithäftlinge kritisierten das Werk wegen seiner SED-konformen Tendenz. Er erhielt 1973 den Karl-Marx-Orden. Max Frenzel starb am 11.Oktober 1985 in Ost-Berlin.

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Freye, Hans-Albrecht

* 28.1.1923 – ✝ 24.5.1994

Geb. in Aschersleben; Vater Lehrer; Gymnasium in Magdeburg, Abitur; 1941 RAD u. Wehrmacht; 1945/46 Kriegsgefangenschaft. 1946 – 50 Studium der Biologie u. Chemie an der MLU Halle, St.-Ex.; anschl. Doz. für Biol. an der ABF Halle; zunächst Aspirant, dann Assistent am Zoolog. Inst. der MLU; 1954 Prom., 1958 Habil.; Arbeitsaufenthalte an der Zoolog. Station Neapel u. am Anatom. Inst. Frankfurt (Main); 1958 Doz. an der MLU Halle; hier 1959 Dir. des Biolog. Inst.; 1961 Prof.; 1964 – 66 Prodekan; 1966 – 69 Dekan der Med. Fak.; 1968/69 Dir. des Bereichs Med.; 1988 em.; 1971 Mitgl. der Leopoldina; 1973 – 78 Sekr. ihrer mathemat.-naturwiss. Abt.; seit 1978 Gen.-Sekr. 1990 FDP (zuvor LDPD); 1990 – 94 Staatssekr. im Min. für Wiss. des Landes Sachsen-Anh. Autor mehrerer Lehrbücher für Studenten, insbes. auf den Gebieten Zool., Humangenetik, Humanökol.; Mithrsg. der Biolog. Rundschau.Kompendium der Humanökol. Jena 1978; Spur der Gene: Humangenetik. Leipzig 1980.Sybille Gerstengarbe

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Frick, Rolf

* 16.9.1936 – ✝ 31.12.2008

Geb. in Chemnitz; Vater Verlagsdir.; Ausbildung zum Schriftsetzer; Maschinenbaustudium an der TH Karl-Marx-Stadt, Dipl.-Ing. für Maschinenbau u. Ing. für Polygrafie; Berufsschullehrer; 1968 LDPD; Ass., Oberass. u. Doz. an der TH Karl-Marx-Stadt, dort 1978 Dr. sc. techn.; 1979 ord. Prof. u. Ltr. des Wissenschaftsbereichs Designmethodik an der HS für Kunst u. Design Halle auf Burg Giebichenstein. Okt. 1990 – 94 MdL Sachsen-Anh., 1990 / 91 Vors. des Aussch. für Kultur u. Medien; 4.7. 1991 – 21.7.1994 Min. für Wiss. u. Forschung in den Kabinetten von Werner Münch u.  Christoph Bergner; danach Rückkehr an die HS; 1997 Geschäftsf. der Sanderslebener Maschinen- u. Anlagenbau GmbH.Integration der industr. Formgestalt. Karl-Mars-Stadt 1979; Designmethodik. Halle 1982.Helmut Müller-Enbergs

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Friedländer, Paul

* 2.7.1891 – ✝ 1943

(* 1891 – † 1943) Geboren am 2. Juli 1891 in Baden bei Wien, Sohn eines Rechtsanwalts; Abitur, Studium der Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte in Wien, von 1915 bis 1922 verheiratet mit Elfriede Eisler ( Ruth Fischer). 1917 Promotion zum Dr. phil. Offizier der k. u. k. Armee, gehörte im März 1918 zusammen mit seiner Frau und seinem Schwager Gerhart Eisler zu den führenden Vertretern einer linksradikalen Studentengruppe. Im November 1918 einer der Mitbegründer der KPÖ, Mitglied des ersten dreiköpfigen Sekretariats und zusammen mit Franz Koritschoner Chefredakteur der Zeitung »Weckruf« bzw. »Die soziale Revolution«. Im Februar 1919 auf dem I. Parteitag Wahl in den PV der KPÖ, im Mai 1919 Ablösung. Auf dem 5. Parteitag erneute Wahl in den PV der KPÖ und Ende 1922 KPÖ-Delegierter auf dem IV. Weltkongreß der Komintern. Aufgrund schwerer innerparteilicher Differenzen innerhalb der österreichischen Führung 1925 Übersiedlung nach Berlin und Mitglied der KPD. Er fand nach Vermittlung durch seine ehemalige Frau Ruth Fischer eine Anstellung als Redakteur bei der Zeitschrift »Inprekorr«, außerdem Mitarbeiter an der Zeitung »Welt am Abend«, deren Chefredakteur Friedländer 1933 kurzzeitig war. Im März 1933 Emigration über Wien nach Paris, Mitarbeiter im Auslandssekretariat der KPD und im Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus. Nach Kriegsausbruch im September 1939 in Frankreich interniert, distanzierte er sich im Lager Le Vernet mit einer Erklärung gegen den Hitler-Stalin-Pakt von der Politik der KPD. Er wurde daraufhin aus der Partei ausgeschlossen und eine bevorzugte Visumserteilung zur Weiteremigration verhindert. Paul Friedländer wurde 1942 vom Vichy-Regime an Nazi-Deutschland ausgeliefert. Er kam 1943 in das KZ Auschwitz und wurde dort ermordet.

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Förster, Wieland

* 12.2.1930

Geb. in Dresden; Vater Kraftfahrer; 1936 – 44 Volksschule; 1944 Ausbildung zum techn. Zeichner. 1946 – 50 verurteilt wegen angebl. Waffenbesitzes zu zehn Jahren Haft in Bautzen, 1950 amnestiert; 1950 – 53 Arbeit als techn. Zeichner u. Rohrleger; 1953 – 58 Studium an der HS für bildende Künste in Dresden (bei  Walter Arnold, Hans Steger, Gerd Jaeger); 1958 freischaff. in Dresden; 1959 – 61 Mstr.-Schüler an der DAK ( Fritz Cremer); ab 1960 lithogr. Arbeiten; 1961 freischaff. in Berlin; ab 1962 Radierungen u. erste Plastiken für den öffentl. Raum; 1967 Studienreise nach Tunesien; 1968 – 73 Ausstellungsverbot; 1972 Studienreise nach Kuks (ČSSR); 1974 AdK; 1974 erste große Werkausst. in Potsdam; 1975 Studienreise nach Bulgarien; 1976 u. 1983 NP; 1978 – 90 Vizepräs. der AdK, zuständig für die Ausbildung von Meisterschülern; 1985 Reise nach Frankreich; Prof. 1991 Austritt aus der AdK; Mitgl. des PEN-Zentrums; 1996 Gründungsmitgl. der Sächs. AdK, Dresden; 1998 Retrospektive seines Schaffens in Dresden, Halle u. Aurid; 2000 Bundesverdienstkreuz; 2009 Ehrenpreis des Brandenb. Ministerpräs. für sein Lebenswerk; lebt in Berlin u. in Wensickendorf.Begegnungen. Tagebuch, Gouachen u. Zeichnungen einer Reise in Tunesien. Berlin 1974; Rügenlandschaft. Hommage à Caspar David Friedrich. Berlin 1974; Plastik u. Zeichnungen. Dresden 1977; Die versiegelte Tür. Berlin 1982; Einblicke. Berlin 1985; Sieben Tage in Kuks. Berlin 1985; Labyrinth. 34 Zeichnungen 1974 – 85; Labyrinth 1973 – 1984 mit Naturstudien, Skizzen u. Entwürfen. Berlin 1988; Die Phantasie ist die Wirklichkeit. Rostock 2000; Als Fremder. Berlin 2003; Im Atelier abgefragt. München 2005; Der Andere. Briefe an Alena. Berlin 2009. Keisch, C.: Kat. W. F. Plastik u. Zeichnungen (mit Bibl.). Dresden 1977; Ausstellungskat. W. F. Plastik, Zeichnungen, Druckgrafik (mit Bibl.). Staatl. Museen u. AdK. Berlin 1980; Ausstellungskat. W. F. Plastik, Zeichnungen. Radierungen (mit Bibl.). AdK u. BAWAG Foundation. Wien 1990; Ausstellungskat. Portraitplastiken. Marbach 2000.Anke Scharnhorst / Helmut Müller-Enbergs

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Franck, Hans-Heinrich

* 22.11.1888 – ✝ 21.12.1961

Geb. in Würzburg; Vater Prof. an der Staatl. Kunst-HS; Gymnasium in Berlin; 1907 – 12 Studium der Chemie, Physik u. Nationalökon. an der TH Berlin-Charlottenburg u. der Univ. Berlin, 1912 hier Prom.; 1913 – 18 tätig am Physiolog.-Chem. Inst. der Tierärztl. HS Berlin bzw. Privatdoz. an der TH Karlsruhe; 1917 SPD; 1918 – 20 Chefchemiker der Sunlicht AG Mannheim; 1919 Habil.; ab 1920 Dir. des Forschungslaboratoriums der Stickstoffwerke in Berlin u. zugl. Privatdoz.; ab 1927 Prof. an der TH Berlin-Charlottenburg; 1937 Entzug der Prof. u. 1939 Entlassung aus den Stickstoffwerken aus pol. Gründen; 1940 – 45 Ltr. des Glasforschungsinst. der Dt. Tafelglas AG. 1945 – 48 Ltr. des Stickstoffwerks Piesteritz, zugl. Lehrstuhl für Chem. Technol. an der TH Berlin-Charlottenburg; 1946 SED; KB; Mitbegr. der KdT; seit 1947 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1949 – 59 Präs. der KdT (Nachf. von  Enno Heidebroek); 1949 Ord. Mitgl. der DAW; 1949 ord. Prof. an der HU Berlin, seit der Gründung 1950 – 59 zugl. Dir. des Inst. für angewandte Silikatforschung der DAW; ab 1950 Abg. der Volkskammer; 1953 NP; gest. in Berlin. Hauptarbeitsgebiete: chem. Technol., u. a. Düngemittel; ab 1933 Silikat-, bes. Glaschemie; Verfahren zur Magnesiumgewinnung; Erarbeitung von Standards u. Normen für den chem. Apparatebau.Hans-Georg Bartel

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Franke, Ernst

* 14.6.1892 – ✝ 1940

Geboren am 14. Juni 1892 in Hamburg; Arbeiter. Im Krieg Soldat, schloß er sich 1917 der USPD an und kam mit ihrem linken Flügel 1920 zur KPD. Im gleichen Jahr wurde er Parteisekretär in Hamburg und vertrat die KPD als Abgeordneter von 1921 bis 1924 in der Hamburger Bürgerschaft. Er übte danach nur kleinere Funktionen aus und übersiedelte 1932 als Arbeiter in die UdSSR. In Charkow tätig, wurde Ernst Franke dort 1937 verhaftet und kam vermutlich 1940 im Gulag ums Leben.

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Franke, Günter

* 26.3.1935

Geb. in Schweidnitz (Niederschles./Świdnica, Polen); 1950 – 52 Bauzeichner in der VVB(Z) Bau-Union Berlin; 1952/53 techn. Zeichner; 1953 – 56 Bauingenieurstudium an der FS Neustrelitz; seit 1957 als Architekt tätig, 1965 – 67 hauptverantw. Architekt für den Fernseh- u. UKW-Turm der Dt. Post Berlin, 1969 – 83 Chefarchitekt im Bereich Projektierung des Flughafens Berlin-Schönefeld; 1974 Dipl. an der HAB Weimar; 1983 – 90 Chefarchitekt des Kombinats Flughafen Schönefeld. 1990 Chefarchitekt des Hans-Otto-Theaters in Potsdam; 1991 – 95 Architekt im Ingenieurbüro Flughafen Schönefeld; 1998 Ruhestand; lebt in Berlin-Eichwalde. F. u. Dieter Fritz gelten als die maßgebl. Architekten des Berliner Fernsehturms, dessen Urheberschaft Jahrzehnte lang umstritten war u. fälschlicherweise allein  Hermann Henselmann zugeschrieben wurde.Müller, P.: Symbol mit Aussicht. Der Berliner Fernsehturm. Berlin 2000.Volker Wagner

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fränken, Friedrich

* 25.1.1897 – ✝ 3.7.1976

Geboren am 25. Januar 1897 in Herrath/Rheinland, Sohn eines Nachtwächters; lernte Schlosser und arbeitete in seinem Beruf. 1920 Mitglied der KPD, für die er verschiedene Funktionen ausübte. 1925 Abgeordneter des Provinziallandtages, 1927 Sekretär und Leiter des UB der KPD Düsseldorf. 1928 zum Abgeordneten des Preußischen Landtags gewählt, war er seit 1927 auch Leiter und Fraktionsführer der KPD in Rheydt, 1929 UB-Leiter in Krefeld, von 1931 bis 1933 UB-Leiter der KPD Siegen. Fränken wurde auch 1932 wieder in den Preußischen Landtag gewählt. Am 9.März 1933 in Wupptertal verhaftet und bis zum 24. Dezember 1933 im KZ festgehalten. Nach der Haft arbeitete Fränken wieder als Schlosser in Rheydt. Nachdem die Gestapo ihn im April 1934 erneut zu einem Verhör geholt hatte, flüchtete er am 4. Mai 1934 aus Rheydt, lebte illegal und leitete dann zunächst den KPD-Bezirk Wasserkante als Oberberater. Fränken kam im Mai 1935 über Prag nach Moskau, hier gehörte er zum linken Flügel in der Emigrationsleitung unter Hermann Schubert und Fritz Schulte. Er nahm als Delegierter Hamburgs unter dem Decknamen Fritz Goltz an der »Brüsseler Konferenz« teil. Nach der Konferenz reiste er nach Paris und kämpfte während des Spanischen Bürgerkriegs auf seiten der Interbrigaden, dabei verlor er den linken Unterarm. 1937 wurde ihm von der Hitler-Regierung die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Seine Frau, die in Deutschland blieb, ließ sich 1938 von ihm scheiden, weil sie seit 1934 nichts mehr von ihm gehört hatte. 1945 kehrte Fränken nach Westdeutschland zurück und wurde 1. Sekretär der KPD in München-Gladbach, später leitete er in Düsseldorf als Sekretär das Landesfriedenskomitee in Nordrhein-Westfalen. Friedrich Fränken starb am 3. Juli 1976.

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Frankenstein, Wolfgang

* 5.5.1918 – ✝ 6.3.2010

Geb. in Berlin; Abitur; 1933 – 37 Abendunterricht im Zeichnen in den Vereinigten Staatsschulen für freie u. angewandte Kunst Berlin-Charlottenburg bei Max Kaus; 1937 – 39 Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker; 1939 Ablehnung der Bewerbung an der Kunst-HS Berlin aus »rass.« Gründen, Studienverbot; 1939 – 41 Wehrmacht, als »wehrunwürdig« entlassen; 1941/42 Studium an der Kunst-HS Berlin u. a. bei Max Kaus; 1943 erneut Studienverbot u. Verbot künstler. Tätigkeit; 1943/44 Dienstverpflichtung als techn. Zeichner; nach Einberufung in ein Arbeitslager Simulation von Schizophrenie, bis 1945 Nervenheilanstalt Berlin-Nikolassee, dort unter Gestapo-Aufsicht. 1946 – 48 Mitarb. an versch. Kulturztschr., u. a. »Der Ruf«, »Athena«; 1948 – 51 künstler. Ltr. der Galerie Gerd Rosen in Berlin (West); 1949 Mitbegr. u. Akteur des Künstlerkabaretts »Die Badewanne«; 1949/50 Vorstandsmitgl. der Künstlervereinigungen »Der Ring« u. »Neue Gruppe«; 1951 nach öffentl. Auftreten gegen die Remilitarisierung der Bundesrep. Dtl. Ausschl. aus den Künstlerverbänden, Eintritt in die FDJ Berlin (West); Mitbegr. des Groß-Berliner Komitees der Kulturschaffenden u. dessen Vorstandsmitgl. bis zur Auflösung 1961; VBK; 1951 – 53 mit  Waldemar Grzimek u. Gerhard Moll komplexe künstler. Ausgestaltung des Kulturhauses im Jugendwerkhof Berlin-Hessenwinkel; 1953 Studienreise nach Italien; Übersiedl. nach Berlin (Ost); 1954 – 57 Wandbild im VEB Holzwerk Berlin-Hohenschönhausen; ab 1955 Betreuung der künstler. Gestaltung des Sportforums Dynamo in Berlin; 1960 Kunstpreis der DDR; 1961 SED; 1962 Prof. für Theorie u. Praxis der künstler. Gestaltung an der EMAU Greifswald; 1960 – 73 zahlr. baugebundene Arbeiten u. Tafelbilder, Reisen in die UdSSR, nach Ungarn, Bulgarien, Italien, Frankreich, Ägypten, in die Niederl., und den Irak; 1968 VVO; 1968 Prof. mit Lehrauftrag an der HU Berlin, Ltr. des Inst. für Kunsterziehung; 1972 Mitgl. des EK, seit 1979 Ehrenpräs. der Associacion d’Art Plastique (UNESCO); ab 1973 Mitgl. des ZV des VBK; 1998 Ausst. »W. F. – zum 80. Geburtstag« in der Galerie Brockstedt Berlin; 2003 Ausst. zum 85. Geburtstag im Ephraim-Palais Berlin-Mitte; gest. in Berlin.Förster, G.: W. F. Dresden 1976; Claußnitzer, G.: W. F. Dresden 1977; Zone 5. Kunst in der Viersektorenstadt 1945 – 51. Hrsg. E. Gillen u. D. Schmidt. Berlin 1989; Merkert, J.: W. F.: Malerei u. Grafik. Berlin 1993; Moeller, M. (Hrsg.): W. F., die Schmidt-Rottluff-Bildnisse. Berlin 1995; Krause, M. u. a. (Hrsg.): W. F., schwarzer Kanal. Berlin 2001.Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Franz (Malter), Frieda

* 1.11.1902 – ✝ 12.12.2001

(* 1902 – † 2001) Geboren am 1. November 1902 in Breslau als Frieda Raddünz, Tochter eines Schriftsetzers; Weberin und Hausangestellte in Breslau. Seit 1926 Mitglied der KPD, war sie von 1926 bis 1930 Abgeordnete des Schlesischen Provinziallandtages und des Kreistages Waldenburg. Sie gehörte der KPD-UB-Leitung Waldenburg an und war von 1930 bis 1933 Frauenleiterin der BL Schlesien in Breslau. In erster Ehe mit Adolf Franz verheiratet. 1931 kam sie als Nachrückerin im Wahlkreis Liegnitz in den Preußischen Landtag, dem sie nach der Wahl von 1932 erneut angehörte. Am 14. Juni 1933 wurde sie in Breslau verhaftet und im August 1934 zusammen mit Karl Elgaß zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie in Jauer und im KZ verbringen mußte. 1938/39 bei EDEKA beschäftigt, konnte sie danach bis 1944 als Kontoristin in Breslau arbeiten. Im Zuge der Aktion »Gewitter« wurde sie am 22. August 1944 erneut verhaftet und im KZ Ravensbrück gefangengehalten. Bis April 1945 war Frieda Franz im Außenkommando Auerwerke Oranienburg bzw. im Daimler-Benz-Werk in Genshagen eingesetzt. Nach der Befreiung zunächst Leiterin des Ernährungsamtes in Wittenberge, ging nach Berlin und wurde Leiterin der Frauenabteilung im ZK der KPD, dann bis 1950 Hauptabteilungsleiterin im FDGB-Bundesvorstand, dem sie als Mitglied angehörte. 1950 wurde sie Staatssekretärin bzw. 1. Stellvertreter des DDR-Ministers für Arbeit und Berufsbildung. Aus gesundheitlichen Gründen schied sie 1956 aus. Frieda Franz, die nach dem Krieg die Ehe mit dem Sachsenhausen-Häftling Andreas Malter geschlossen hatte, heiratete 1952 Fritz Apelt. Sie erhielt 1977 den Karl-Marx-Orden. Frieda Franz (Malter) starb am 12.Dezember 2001 in Berlin. 2002 veröffentlichten Katharina Barnstedt und Katja Scheel eine biographische Skizze über Frieda Malter.

Wer war wer in DDR

Freiberg, Walter

* 22.4.1922

Geb. in Dresden; Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1936 – 41 Ausbildung zum u. Arbeit als Tischler; 1941 – 45 Wehrmacht (Freiw.); 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schüler. 1949 SED, Abt.-Ltr. in der SED-KL Bautzen; dann Sekr. der FDJ-KL Bautzen; 1950 stellv. Ltr. der FDJ-Bez.-Schule Nerchau; 1951 Ltr. des Pionierpalastes Dresden; 1952 Einstellung beim APN (ab 1953 HA XV, ab 1956 HV A des MfS); Besuch der Schule des APN; dann Mitarb. der APN-HA III; 1954 Abt. V (Auswertung) der HA XV bzw. HV A; 1959 stellv. Ltr. der HV A-Abt. VII (Auswertung / Information); 1960 – 65 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1961 Abt.-Ltr.; 1972 Oberst; 1982 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frenzel, Max

* 9.4.1891 – ✝ 18.10.1975

Als jüngstes von sieben Kindern einer Arbeiterfamilie am 9. April 1891 in Nürnberg geboren; lernte Schlosser. 1914 zum Militärdienst eingezogen, 1915 verwundet, nach Ludwigshafen/ Rhein zum Garnisonsdienst abkommandiert und 1916 aus der Armee entlassen, danach arbeitete er in der BASF. Bereits 1909 der SPD und Gewerkschaft beigetreten, gehörte er zum linken Flügel und ging bei Gründung zur USPD. 1918 nahm Frenzel Verbindung mit dem Spartakusbund auf und war seit 1919 in der KPD, die allerdings im linksrheinischen Gebiet nur eine lose Organisation war. Zum Arbeiterrat in der Ludwigshafener Anilinfabrik gewählt, entließ ihn die Werksleitung 1922 zusammen mit zwei weiteren Betriebsräten, die am kommunistischen Betriebsrätekongreß teilgenommen hatten. Da Frenzel ein sehr populärer Arbeitervertreter war, führte die Entlassung zu einem siebenwöchigen wilden Streik des Riesenbetriebs. Die Franzosen wiesen ihn 1923 wegen seines Kampfes gegen den Separatismus aus dem linksrheinischen Gebiet aus. Frenzel arbeitete dann als hauptamtlicher Sekretär für die KPD, zunächst illegal im Saargebiet. Er stand in der KPD auf dem linken Parteiflügel; wegen innerparteilicher Differenzen 1924 von einem Sekretär des Saargebiets denunziert, wurde er von den Franzosen verhaftet. Obwohl fünf Jahre Strafe beantragt worden waren, kam er mit drei Monaten Gefängnis davon. Mitte 1924 zum Orgleiter des KPD-Bezirks Rhein-Saar (ab 1925 Pfalz) berufen. Er wurde auf dem Bezirksparteitag 1927 wiedergewählt, da die Mehrheit der Delegierten der Weddinger Opposition, der sich 1926 die Pfälzer Organisation angeschlossen hatte, angehörte. Ende Dezember 1927 wurde Frenzel vom ZK abgesetzt und aus der KPD ausgeschlossen. Er blieb Hauptorganisator der Weddinger Opposition in der Pfalz; 1930 verantwortlicher Redakteur der Zeitung »Der Pionier«, herausgegeben von den Bolschewisten-Leninisten, einer vereinigten Oppositionsgruppe aus Teilen der ehemaligen Weddinger Opposition und den Trotzkisten, die den Leninbund verlassen hatten. Er gehörte der Reichsleitung der LO an. Diese Gruppe verlor in der Pfalz nach und nach ihre Bedeutung. Frenzel arbeitete nach längerer Erwerbslosigkeit wieder in seinem Beruf als Schlosser. Zwischen 1933 und 1945 dreimal für kürzere Zeit inhaftiert, baute Frenzel nach 1945 in Ludwigshafen die Gewerkschaften mit auf. Die örtliche KPD schlug ihn als stellvertretenden Bürgermeister vor. Frenzel wurde 2. Bürgermeister und wieder Mitglied der KPD in Ludwigshafen. 1949 als Bürgermeister entlassen, danach Sekretär der IG-Metall. 1951 kam es endgültig zum Bruch mit der KPD, die ihn ausschloß. 1957 pensioniert, lebte er mit seiner Familie in Ludwigshafen, er erhielt 1971 den Ehrenring der Stadt. Sein Sohn Waldemar Frenzel (*1926 – † 1996) war ebenfalls ein bekannter Gewerkschafter und Sozialdemokrat (1956 von der KPD übergetreten) in Ludwigshafen. Seine Enkelin Doris Barnett (geb. 1953) ist seit 1994 SPD-MdB. Max Frenzel starb am 18. Oktober 1975.

Wer war wer in DDR

Freyer, Achim

* 30.3.1934

Geb. in Berlin; Vater Obertelegrafenwerkführer; 1951 Abitur; anschl. bis 1955 Studium der Gebrauchsgrafik an der FS für Angew. Kunst in Berlin; von  Bertolt Brecht als Meisterschüler für Bühnenbau an die AdK vermittelt; Ende der 1950er Jahre Bühnen- u. Kostümbildner am Staatl. Puppentheater Dresden; 1960/61 als Maler an der Großen Berliner Kunstausstellung beteiligt; seit 1962 Mitwirkung bei DEFA-Puppenfilmen; Arbeit als Bühnenbildner für  Ruth Berghaus,  Adolf Dresen u.  Benno Besson; gerät mit seiner Bühnenbildsprache zunehmend in Konflikt mit dem »sozialist. Realismus«; 1971 wird die Inszenierung von Goethes »Clavigo« wegen »nicht konvergierbarer Bildsprache« abgesetzt; 1972 anläßl. einer Italientournee mit der Berliner Volksbühne Übersiedl. nach Berlin (West). 1974 im Berliner Schloßpark-Theater erstmals Regisseur, Bühnen- u. Kostümbildner in einer Person, so in »Maria Magdalena« von Franz Xaver Kroetz; danach als Regisseur u. Bühnenbildner in Personalunion versch. Dramen u. Opern, u. a. 1979 Glucks »Iphigenie auf Tauris« an der Bayer. Staatsoper, 1981 Philipp Glass’ Oper »Satyagraha« am Württemberg. Staatstheater Stuttgart, 1984 »Echnaton« u. 1988 »Einstein on the Beach« in Ludwigsburg (beide Glass), 1989 Büchners »Woyzeck« am Wiener Burgtheater, 1996 »Don Giovanni« in Venedig; daneben weiter als Maler tätig; 1976 – 99 Prof. für Bühnenbild an der HS der Künste Berlin (West); 1977 Teiln. an der documenta in Kassel u. 1983 an der Ausstellung »Dt. Kunst heute«; 1986 Ausstellung von ehem. DDR-Künstlern im Kunstverein Landau, danach verstärkt Einzelausstellungen. 1990 Bundesverdienstkreuz; Mitgl. der AdK, der Akad. der Darstellenden Künste Frankfurt (Main), der Freien Akad. Leipzig sowie der Sächs. AdK; ab 1992 mit dem Freyer-Ensemble Opern- u. Schauspielprod., u. a. 2007 Regie »Alice in Wonderland« (Bayerische Staatsoper München), 2008 »La triviata« (Nationaltheater Mannheim); lebt in Berlin u. der Toskana.Neumann, S. (Hrsg.). Freyer-Theater. Berlin 2007.Matthias Braun / Christian Krause

Wer war wer in DDR

Friedeberger, Walter Axel

* 25.9.1898 – ✝ 14.5.1967

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Kaufm.; aufgew. in Berlin, dort 1916 Abitur u. 1916 – 22 Studium der Med., 1923 Prom.; 1921 SPD; 1922 – 33 im Diagnost. Inst. des Verb. der Krankenkassen in Berlin; 1923 – 33 stellv. Chefarzt u. Geschäftsf. bei der Geschäftsstelle der Ambulatorien des Verb.; 1926 – 30 zusätzl. Studium der Volkswirtschaft; 1933 entlassen u. kurzz. inhaftiert; 1935 Emigr. in die Schweiz; Großbrit., Frankreich, ab 1941 USA. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; ltd. Mitarb. der Dt. ZV für Gesundheitswesen, ab 1949 im entsprechenden Min.; 1951 – 59 Dir. des Dt. Hygienemuseums in Dresden; 1954 Verdienter Arzt d. Volkes; 1957 Prof.; 1959 – 67 stellv. Min. für Gesundheitswesen; 1960 Banner der Arbeit; 1963 VVO; 1963 – 67 Abg. der Volkskammer, SED-Fraktion; 1964 – 67 Rektor der Dt. Akad. für ärztl. Fortbildung in Berlin; gest. in Berlin.Peter Nötzold / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Friedländer, Hans-Joachim

* 17.6.1915 – ✝ 14.2.2005

Geb. in Kolberg (Hinterpomm./Kołobrzeg, Polen); Vater Gutsbesitzer in Schulzenhagen (Hinterpomm.); aufgew. in Schulzendorf (Krs. Köslin); 1925 Gymnasium in Kolberg, Abgang in der Unterprima auf Empfehlung der Schulltg. wegen seiner Abstammung; 1934/35 Ausb. an einer Handelsschule; 1936/37 landw. Ausbildung in einem Gutsbetrieb, Landw.-Gehilfe; 1937 – 39 Wehrmachtsausbildung, dann Kriegsdienst, 1940 als »Halbjude« für wehruntüchtig erklärt u. ausgemustert; 1940 – 44 Übernahme der Verw. des Gutsbetriebes, den der Vater angesichts der Judenverfolgung 1938 vorsorgl. auf den Sohn übertragen hatte; Nov. 1944 als Spätfolge des Hitlerattentats verhaftet, bis 16.4.1945 in einem Strafarbeitslager. Juli 1945 von der Krs.-Verw. Wismar als Erntebeauftr. im Gutsdorf Levetzow (b. Wismar) eingesetzt, dort Mitgl. der Gemeindebodenkommission, Neubauer; Febr. 1946 Bez.-Bevollm. für Landw. in Neukloster; 1945/46 SPD/SED; VdgB; 1947 Krs.-Landw.-Berater u. Vors. des VdgB-KV; April 1948 im Auftrag von  Kurt Bürger Initiative zur Bildung des Gründungsaussch. für eine Bauernpartei initiiert, zus. mit  Ernst Goldenbaum Grundsatzdok. der DBD ausgearbeitet; 1949 Mitgl. des LV u. des Sekr., Ltr. Abt. Landw.; 1950 – 52 Abg. des Mecklenb. Landtags, Vors. der DBD-Fraktion; auch Abg. der Länderkammer der DDR; 1952 – 76 Abg. des Bez.-Tags Schwerin; 1952 – 90 Mitgl. des DBD-Bez.-Vorstands Schwerin, als Ltr. der Abt. Landw.; 1953 vorübergehend wegen seiner »sozialen Herkunft« abgesetzt; nach dem 17.6.1953 erneut in den Bez.-Vorstand u. die Ltg.-Funktion eingesetzt; 1958 – 63 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. für Land- u. Forstw.; 1962/63 Studium am Inst. des ZK der SED zur Ausbildung von Funktionären für die soz. Landw. in Schwerin, staatl. gepr. Landwirt; 1963 – 71 stellv. Vors. bzw. Vors. des Bez.-Vorstands Schwerin, 1968 – 72 Mitgl. des PV der DBD, nachf. bis 1990 Vors. der ZRK der DBD; 1971 – 81 Ltr. der Zentr. Bildungsstätte der DBD Bad Kleinen (Krs. Wismar); 1980 Rentner; 1985 VVO; 1990 nicht beteiligt am Anschluß der DBD an die CDU.Nie den zweiten Schritt vor dem ersten tun! Autobiogr. In: Wie wir angefangen haben. Berlin 1985. Reichelt: DBD. 1997; Bauer, T.: Die Gründung der DBD 1948 in Mecklenb. u. die Entw. des Landesverb. bis 1952. In: Melis, D. v. (Hrsg.): Soz. auf dem platten Land. Schwerin 1999; Bauer, T.: Blockpartei u. Agrarrevol. von oben. München 2003.Siegfried Kuntsche