...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Friedrich, Götz

* 4.8.1930 – ✝ 12.12.2000

Geb. in Freyburg (Unstrut); Vater Rechtsanwalt, Notar; 1949 Abitur am Dom-Gymnasium Naumburg (Saale); 1949 – 53 Studium der Theaterwiss. am Dt. Theaterinst. Weimar, Diplom; Mstr.-Schüler  Walter Felsensteins; 1953 – 72 Komische Oper Berlin; ab 1953 Dramaturg u. Regieassistent; ab 1957 1. Regieassistent u. Wiss. Mitarb. des Intendanten; 1959 Regisseur; Debüt mit Puccinis »La Bohème«; 1968 – 72 Oberspielltr.; Gastspiele u. a. in Bayreuth, 1972 mit »Tannhäuser«; 1954 – 61 Lehrauftrag Dramaturgie, Staatl. Schauspielschule Berlin; 1955 – 64 Lehrauftrag Dramaturgie u. Theatergeschichte, HS für Bildende Künste Berlin; 1964 – 72 Lehrauftrag Regie, HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin (1970 Prof.); 1967 NP; 1969 – 73 u. 1990 Mitgl. der AdK der DDR; Vors. der Sekt. Musiktheater des Theaterverb. der DDR; 1972 Weggang aus der DDR; 1972 Chefregisseur der Niederländ. Oper Amsterdam; 1977 – 81 Staatsoper Hamburg (bis 1977 Oberspielltr., dann Chefregisseur), zugleich Principal Producer Royal Opera Covent Garden London; 1981 – 2001 Gen.-Intendant der Dt. Oper Berlin, zugleich 1984 – 93 Intendant am Berliner Theater des Westens; 1973 Mitgl. der Freien AdK Hamburg; 1982 AdK Berlin (West) (ab 1993 AdK Berlin-Brandenb.), dort 1984 – 89 stellv. Dir. der Abt. Darstellende Kunst; gest. in Berlin. G. F. interpretierte, der Methode W. Felsensteins folgend, Oper als Musiktheater: 1958 – 72 33 Bühneninszenierungen (Verdi, Mozart, Puccini, R. Strauss), 1959 – 71 5 Operninszenierungen für Film u. Fernsehen; Gastregie in Bremen, Bayreuth, Dänemark u. Schweden; insges. über 120 Inszenierungen (seit 1972 auch Wagner).Walter Felsenstein. Weg u. Werk, Berlin 1961; Musiktheater. Ansichten, Einsichten. Frankfurt (Main) 1986; Mein Opernführer. Berlin 2002. G. F. – Abenteuer Musiktheater. Bonn 1978; Christians, F. W.: Opern, Zeiten, Entwürfe, Erfahrungen, Begegnungen mit G. F. Eine Künstlerbiogr. in 107 Beiträgen. Berlin 1995; Reißlinger, M.: G. F. Künstler wider Willen. Berlin 2000; Eggert, J.: G. F. – Musiktheater. Berlin 2001.Renate Rätz

Wer war wer in DDR

Friedrich, Walter

* 25.12.1883 – ✝ 16.10.1968

Geb. in Salbke (Magdeburg); Vater Ing.; Abitur; 1905 – 11 Physikstudium in Genf u. München; hier 1911 Prom. u. bis 1913 Assistent; 1914 Ltr. des Röntgenolog. Inst. der Univ.-Frauenklinik Freiburg i. Br.; dort 1922 a. o. Prof.; 1922 ord. Prof. für med. Physik u. Dir. des Inst. für Strahlenforschung der Univ. Berlin; 1929 Dekan der Med. Fak.; 1943 Verlagerung des Inst. nach Niedersachsen. 1947 Rückkehr nach Berlin u. Wiederaufbau des Inst., zugl. Aufbau u. Ltg. eines Inst. für Biol. u. Med. an der DAW; 1949 Ord. Mitgl. der DAW; 1949 – 51 Rektor der HU Berlin (Nachf. von  Hermann Dersch); 1950 NP; 1951 – 55 Präs. der DAW (Nachf. von  Johannes Stroux), anschl. bis 1958 Vizepräs. u. bis 1968 Forschungsbereichsltr. an der DAW; 1950 – 68 Präs. des Dt. Friedensrats (Nachf. der gem. Ltg. von  Johannes R. Becher,  Anna Seghers u.  Arnold Zweig) u. Mitgl. des Präs. bzw. Vizepräs. des Weltfriedensrats; seit 1949 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1953 Hervorragender Wissenschaftler des Volkes; 1954 VVO; 1964 Held der Arbeit; gest. in Berlin. F. gilt als einer der Pioniere der Biophysik, sein wiss. Wirken war insbes. auf die Erforschung u. Bekämpfung von Geschwulstkrankheiten gerichtet; Verdienste um die Entdeckung der Röntgenstrahlinterferenzen (mit M. v. Laue u. P. Knipping, 1912); nach dem 2. Weltkrieg bes. Verdienste um den Neuaufbau der wiss. Forschung in der SBZ bzw. DDR.W. F.: Leben u. Wirken. Berlin 1963 (mit Bibl.); Schierhorn, E.: W. F. Leipzig 1983.Dieter Hoffmann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Friemel, Otto

* 12.12.1896 – ✝ 26.3.1975

Geboren am 12. Dezember 1896 in Gernrode/Harz, Sohn einer Arbeiterfamilie; Arbeiter u. a. im Eisenhüttenwerk AG Thale. Von 1916 bis 1919 Soldat im Ersten Weltkrieg. Von 1919 bis 1922 Arbeiter in einer Streichholzfabrik, von 1922 bis 1933 im Eisenhüttenwerk Thale. Seit 1922 Mitglied der KPD, gehörte Friemel 1932/33 als KPD-Abgeordneter dem Landtag von Anhalt an. Er kam 1933 einige Wochen in »Schutzhaft«, war ab 1936 Forstarbeiter beim Forstamt Gernrode. Im Zuge der Gestapoaktion »Gewitter« nach dem 20. Juli 1944 erneut festgenommen. 1945 Mitglied der KPD, 1946 der SED, war er bis 1954 Bürgermeister, zeitweise auch Leiter des Arbeitsamtes Gernrode und dort zuletzt Kaderleiter im Kreisbaubetrieb. Otto Friemel starb am 26. März 1975 in Gernrode.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frisch, Wilhelm

* 29.3.1891 – ✝ 24.8.1940

Geboren am 29. März 1891 in Wemmetsweiler/Saar, Sohn eines Bergmanns; Hilfsarbeiter, Bergarbeiter. 1913 zum Militärdienst eingezogen, geriet Frisch 1915 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Februar 1918 entlassen wurde. Im November 1918 Mitglied des Soldatenrates des Ersatzbataillons 55 in Detmold. Später Bergarbeiter in Lothringen. 1927 Mitglied der KPD und Mitglied der BL Saar. Als RGO-Bezirksleiter Saar wurde er 1932 auch zum Abgeordneten des Landesrats Saar gewählt. Nach der Saarabstimmung flüchtete er im April 1935 nach Frankreich und gehörte bis zu seiner Verhaftung der illegalen KPD-AL Saar an. Frisch war im Mai 1936 Mitbegründer des Arbeitsausschusses freigewerkschaftlicher Bergarbeiter Deutschlands. Gemeinsam mit Wilhelm Knöchel und Franz Vogt nahm er als deutscher Vertreter am Kongreß der Bergarbeiter-Internationale in Luxemburg teil. Nach der Besetzung Frankreichs wurde Frisch am 24. August 1940 verhaftet. Da er in Gestapohaft schwer gefoltert wurde und bereits nach wenigen Tagen völlig entstellt war, wählte Wilhelm Frisch am 20. Oktober 1940 den Freitod.

Wer war wer in DDR

Fritzsche, Eva

* 4.11.1908 – ✝ 4.5.1986

Geb. in Berlin; Vater Mathematiker u. Gymnasiallehrer, Mutter Lehrerin; 1914 – 24 Lyzeum in Berlin; Praktikantin und Volontärin bei Berl. Theater- und Kunstgewerbefirmen, Gelegenheitsarbeiten; 1927 erster Kontakt zum Film über Erwin Piscator, dem sie assistiert; 1930 KPD, 1936 über  Fritz Cremer Kontakt zur Widerstandsgruppe »Rote Kapelle« um Harro Schulze-Boysen (Verteilen von Flugblättern, Botengänge); 1937 – 44 Studium der Malerei an der HS der Künste Berlin; 1939 Heirat mit dem Maler Rudolf Richter, der 1941 an der Ostfront fiel. 1945 / 46 Arbeit im Kabarett u. Neulehrerin; 1946 SED, Besuch einer Antifa-Schule in Königs Wusterhausen; 1947 Dramaturgie- Ass. in der Kurzfilmabteilung der DEFA; 1948 Dokumentarfilmregisseurin u. Regieass. im DEFA-Studio für Wochenschau u. Dokumentarfilm Potsdam-Babelsberg; 1951 – 56 Leitung des DEFA-Synchronstudios, brachte v. a. sowj. Filme ins Kino; ab 1956 freiberufl. Arbeit; 1958 – 63 Intendantin der Theater in Güstrow, Stralsund u. Schwerin; inszenierte chorische Massenprogramme u. arbeitete mit Volkskunstgruppen, verfaßte auch Gedichte, Lieder, Librettos u. Prosatexte; ab den 1970er Jahren wieder im Kunstgewerbe tätig; war in zweiter Ehe mit dem Komponisten  Eberhard Schmidt verheiratet. Dokumentarfilme: Die Brücke von Caputh (1949); MAS »Fritz Reuter« (1949); Haus der Kinder u. Immer bereit (beide 1950).Dokumentarfilm – wirtschaftlich? In: DEFA-Blende (1950) 4; Die Kunst der Synchronisation. In: Neue Filmwelt (1952) 4. Agde, G.: Zwischen allen Stühlen. Die kurze DEFA-Filmzeit der E. F. In: Schenk, R., Richter, E., Löser, C.: apropos: Film 2005. Das 6. Jahrbuch der DEFA-Stiftung. Berlin 2006.Günter Agde

Wer war wer in DDR

Fröhlich, Paul

* 21.3.1913 – ✝ 19.9.1970

Geb. in Niederplanitz (Zwickau); Vater Bergarb.; Volks- u. Berufsschule; 1927 – 29 Ausbildung zum Koch; 1929 – 31 Bergarb. in Oelsnitz, seit 1929 Bergmann u. Industriearb.; 1929 KJVD; 1930 KPD, ehrenamtl. Parteifunktionen; März 1933 wegen illeg. pol. Tätigkeit inhaftiert, Mai – Okt. 1933 zeitw. illeg. gelebt; 1935 – 39 Gelegenheitsarb. beim Autobahnbau; ab 1939 Kriegsdienst, Feldkoch; Nov. 1944 Desertion, Internierung durch Schweizer Grenzpolizei, Febr. – Juni 1945 amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Sekr. der KL Glauchau der KPD (Agit. u. Schulung); 1946 SED; 1947 – 49 Sekr. der SED-KL Dresden; 1949/50 1. Sekr. der SED-KL Bautzen; 1950 – 52 1. Sekr. der SED-KL Leipzig; Mitgl. des SED-LV Sachsen; 1950 – 53 Fernstudium an der PHS; seit 1952 1. Sekr. der SED-BL Leipzig (Nachf. von  Karl Schirdewan); 1954 Kand. des ZK der SED u. Abg. der Volkskammer; 1954 – 58 Mitgl. ihres Gnadenaussch.; trat in der Auseinandersetzung mit  Ernst Bloch gegen diesen auf; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1959 Verdienstmedaille; seit 1960 Vors. des Ständ. Aussch. der Volkskammer für Nat. Verteidigung; 1958 Mitgl. u. Sekr. des ZK, Kand. u. ab 1963 Mitgl. des PB des ZK der SED; 1963 Banner der Arbeit; 1965 KMO; 1956 u. 1969 VVO; 1970 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frommhold, Ernst

* 21.2.1898 – ✝ 23.4.1969

Geboren am 21. Februar 1898 in Altenburg/ Thüringen, Sohn eines Tischlers; Nähmaschinenschlosser. 1912 Mitglied der Arbeiterjugend, 1916 der SPD. Er beteiligte sich am 1. Mai 1916 an der Antikriegsdemonstration in Berlin auf dem Potsdamer Platz. 1917/18 Soldat im Weltkrieg, 1918 USPD, im April 1920 KPD. 1926 Untergauleiter des RFB in Berlin. 1929/30 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Danach Instrukteur bzw. Sekretär für Landwirtschaft in Thüringen, hier war er bis Anfang 1933 Mitglied des Sekretariats der BL. Am 24.November 1933 verhaftet und zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt, kam er anschließend in das KZ Buchenwald. Anfang Mai 1940 aus dem KZ entlassen, arbeitete Frommhold bis 1944 als Schlosser in Erfurt und Dresden, 1944 mußte er zur Organisation Todt. Im Frühsommer 1945 Leiter des Zentralbüros im Landesamt für Arbeit in Thüringen, von 1946 bis 1949 war er im Ministerium für Wirtschaft in Thüringen, ab 1951 Abteilungsleiter im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR. Ernst Frommhold starb am 23. April 1969.

Wer war wer in DDR

Frühauf, Hans

* 4.1.1904 – ✝ 29.10.1991

Geb. in Pforzheim; 1923 Abitur in Stuttgart; nach prakt. Tätigkeit in der Elektroindustrie 1924 – 28 Studium an der TH Stuttgart; 1928 – 33 hier Assistent u. Doz., 1931 Prom.; 1933 NSDAP; 1933 – 38 Laborltr. bei der Firma SABA in Villingen; 1938 – 45 Techn. Dir. der Graetz-AG Berlin. 1945 – 48 Chefing. u. stellv. Dir. bei Stern-Radio in Rochlitz; 1946 SED; 1948 – 50 wiss. Ltr. u. techn. Dir. der VVB RFT in Leipzig; 1950 ord. Prof. für Schwachstromtechnik an der TH Dresden, zugl. Dir. des Inst. für Hochfrequenztechnik u. Elektronenröhren (später Hochfrequenztechnik u. Nachrichtenelektronik); 1951 – 59 Prorektor an der TH; 1951 NP; 1953 Ord. Mitgl. der DAW; 1957 – 61 Vizepräs. u. Vors. der Forschungsgem. der naturwiss., techn. u. med. Inst. der DAW; seit 1957 Mitgl. des Forschungsrats; 1961 NP; 1961/62 Staatssekr. für Forschung u. Technik; 1969 em.; 1974 VVO; Mitgl. der KdT, der Physikal. Ges., des DDR-Nationalkomitees der Union Radioscientifique Internationale; gest. in Dresden. Wichtige Arbeiten zur Theorie der Hochfrequenzsiebschaltungen, der Informationsübertragung sowie zur Modulation u. Anwendung von Elektronenröhren; Hrsg. u. a. der »Ztschr. für Informations- u. Energietechnik«; Mitautor u. a. des Taschenbuchs »Elektrotechnik«.Horst Kant

Wer war wer in DDR

Fuchs, Emil

* 13.5.1874 – ✝ 13.3.1971

Geb. in Beerfelden (Baden); Vater Pfarrer; Gymnasium in Darmstadt; 1894 – 97 Studium der Theol. an der Univ. Gießen; 1. theolog. Examen; Militärdienst, anschl. Theolog. Seminar in Friedberg; 1899 2. theolog. Examen; Vikar in Brauerschwend; 1900 Prom. zum Lic. theol.; anschl. Pfarrassistent; 1902 – 03 Vikar in der dt. Gemeinde in Manchester; 1903 Repetent in Gießen, Mitarb. der »Christl. Welt«; 1905 Pfarrer in Rüsselsheim; ab 1918 Pfarrer in Eisenach; 1921 SPD; Begründer der Thür. Gruppe u. 1926 – 30 Landesvors. des Bunds religiöser Sozialisten; Verbindung zu den Quäkern; Engagement in der VHS-Bew.; 1931 Prof. für Religionswiss. an der Pädagog. Akad. in Kiel; 1933 Entlassung aus pol. Gründen, U-Haft; anschl. versch. Gelegenheitsarbeiten; 1933 – 43 in Berlin, illeg. polit.Arbeit; 1943 Emigr. in die Schweiz. 1945 Engagement für die SPD in Hessen; 1946 Prof. für Theolog. an der Univ. Frankfurt (Main); 1948/49 Gastvorlesungen in den USA; 1949 Übersiedl. in die DDR; ab 1950 Prof. für Systemat. Theol. u. Religionsphilos. an der Theolog. Fak. der Univ. Leipzig u. bis 1958 Ltr. des von ihm begr. Religionssoziolog. Inst.; 1950 Mitgl. des Friedensrats der DDR; 1954 em.; Ehrenmitgl. der CDU; 1958 Mitbegr. u. Mitgl. des Fortsetzungsaussch. der CFK; 1959 VVO; 9.2.1961 Empfang durch den Staatsratsvors.  Walter Ulbricht; 1964 Banner der Arbeit; 1969 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin. Trotz seiner Bindung an die DDR setzte sich F. wiederholt für inhaftierte Kirchenangehörige ein; er gilt als früher Vertreter der pol. Anthropologie.Gut u. Böse. Tübingen 1906; Marxismus u. Christentum. Leipzig 1952; Christl. u. marxist. Ethik. Leipzig 1956; Mein Leben. 2 Bde. Autobiogr. Leipzig 1957/59. Ruf u. Antwort. Festgabe für E. F. zum 90. Geburtstag. Leipzig 1964; Bibl. In: Theolog. Literaturztg. (79) 1954; Reiprich, K. u. a. (Hrsg.): Christentum. Marxismus u. das Werk von E. F. Leipzig 2000.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Fuchs, Karl-Friedrich

* 13.11.1921

Geb. in Einsiedel (b. Chemnitz); Wehrmacht, Flieger; 1945 CDU; Ausbildung zum Journalisten, journalistisch bei versch. CDU-Zeitungen tätig; 1946 – 48 Korrespondent; 1948 – 50 Schriftsteller (Jugendbücher); 1950 / 51 Volontär, 1952 – 57 Chefred. der Ztg. »Märkische Union« u. Chef vom Dienst bei »Neue Zeit«, 1957 – 61 Chefred. der Berliner Red.; 1960 – 71 Chefred. von »Die Union« in Dresden u. »Märkische Union« in Potsdam; Juli 1971 – Juli 1973 Chefred. des CDU-Zentralorgans »Neue Zeit« in Berlin (Nachf. von  Hermann Kalb); 1972 / 73 Mitgl. des Sekr. des HV der CDU; 1972 – 77 Mitgl. des ZV des VdJ; Juli 1973 – Sept. 1974 Chefred. von »Die Union« in Dresden; 1974 – 86 wieder Journalist u. Chefred. der Berliner Redaktion.Mit den Augen eines Kindes. Leipzig 1948; Der Ausweg. Stuttgart 1952; Anschlag auf Berta III. Stuttgart 1955.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Fugger, Else Marie

* 9.2.1903 – ✝ 13.5.1982

Geb. in Leipzig; Vater Maurer, Mutter Heimarb.; 1909 – 17 Volksschule; 1917/18 Hausmädchen u. Kindergärtnerin; 1918 – 21 Ausbildung zur Kontoristin, 1921 – 25 Kontoristin bei Jaeger & Co., Leipzig; 1918 Mitgl. des ZdA, Vertrauensfrau; 1920 – 23 Naturfreunde; 1924 Mitgl. der KPD; 1925 – 27 Stenotypistin der KPD-BL Westsachsen; 1927 – 32 Red.-Sekr. bei der »Süddt. Arbeiterztg.«; 1929 Heirat mit  Karl Fugger; 1932/33 Stenotypistin, Buchhalterin bei der Dt. Vertriebsges. für russ. Ölprodukte (Derop) in Berlin; 1933 Mitarb. des »Informationsdienstes« der Inprekor; Kassiererin u. Stenotypistin bei der Reichsltg. der RHD (»Anne«); ab Sept. 1934 in Paris bei der RHD u. anschl. beim Westeurop. Büro der Internat. Roten Hilfe tätig (»Anne«, »Cecile«, »Maria«); lebte seit 1937 in Frankreich illeg. (als Luxemburgerin »Marie-Pauline Felten«); verweigerte im Sept. 1939 den Beschluß der KPD-Emigr.-Ltg., sich wie alle Emigranten bei den frz. Behörden zu melden; betreute Internierte u. verwaltete zus. mit  Käthe Dahlem das Gelddepot der KPD Frankreich; 1941 – 43 Arbeit in der frz. Résistance, Kurier u. Propaganda unter dt. Wehrmachtsangeh.; Mitgl. der KPD-Ltg.; Nov. 1943 verhaftet wegen »kommunist. Prop.« u. »Wehrmachtzersetzung«; 1943 Haft im Wehrmachtsgefängnis Fresnes b. Paris, 1944/45 im KZ Ravensbrück; Apr. 1945 druch das Rote Kreuz nach Schweden evakuiert, längerer Krankenhausaufenthalt. Febr. 1946 Rückkehr nach Dtl.; März 1946 – Apr. 1947 Sekr. bzw. persönl. Mitarb. von  Walter Ulbricht; 1947 – 49 Presseref. für Westmedien in der Abt. Werbung-Presse-Rundfunk beim ZS der SED; 1949/50 krank; 1951 LPS; 1952 Instrukteurin der Abt. Agit., Sektor Funk des ZK der SED; 1952 – 54 Mitarb. im Sektor schriftl. Agit. der Abt. Agit. bei der SED-LL Berlin; 1954 – 56 Bibliothekarin an der FDGB-HS; dort 1957 – 59 Sachbearb. am »Inst. zur Erforschung der Lage der Arbeiter Westdtl.«; 1959 Rentnerin; Betreuerin ausländ. Delegationen; 1966, 1978 VVO; gest. in Bernau (b. Berlin).Schaul, D.: Résistance. Berlin 1973; Pech, K.: An der Seite der Résistance. Berlin 1974; Biogr. Porträt In: Jakubeit, S., Thoms-Heinrich, L. (Hrsg.): Kreuzweg Ravensbrück. Leipzig, 1987; Scholz, M. F.: Herbert Wehner in Schweden 1941 – 1946. München 1995; Plener, U. (Hrsg.): Frauen aus Dtl. in der franz. Résistance. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Führer, Christian

* 5.3.1943 – ✝ 30.6.2014

Geb. in Leipzig, aufgew. in Langenleuba-Oberhain (Krs. Geithain); Eltern Pfarrer; 1957 – 61 EOS in Eisenach, Abitur; 1961 – 66 Studium der Theol. an der KMU Leipzig; anschl. Lehrvikar in Naunhof; 1967/68 Predigerseminar in Lückendorf; 1968 Ordination, danach Pfarrer in Lastau u. Colditz (Sachsen); seit 1980 Pfarrer an der Nikolaikirche in Leipzig; 1980 Org. versch. Veranstaltungen im Rahmen der ersten Friedensdekade; Mitbegr. der seit dem 13.9.1982 jeden Montag in der Nikolaikirche stattfindenden Friedensgebete gegen das Wettrüsten in Ost u. West; maßgebl. beteiligt am Konzept Offene Stadtkirche, ließ seit 1986 Schilder mit der Aufschrift »Nikolaikirche – offen für alle« anbringen; Mitarb. im Netzwerk opp. Gruppen Frieden konkret; 1987 Org. u. Durchführung eines eigenständigen Pilgerwegs im Rahmen des Olof-Palme-Friedensmarschs; Gründung des Gesprächskr. »Hoffnung« für Ausreisewillige; Jan. 1988 »Moderator« von Fürbittandachten für die im Zusammenhang mit der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Berlin Verhafteten; Febr. 1988 Vortrag »Leben u. Bleiben in der DDR« in der Nikolaikirche, seitdem bei den Friedensgebeten starke Beteiligung von Ausreisewilligen u. Begegnung mit opp. Gruppen, die im Herbst 1989 zum Ausgangspunkt der Leipziger Montagsdemonstrationen wurden; F. wurde in den 80er Jahren im Rahmen zweier OV vom MfS bearbeitet. 1991 Theodor-Heuss-Preis (zus. mit  J. Gauck, D. Gill, A. Kahane,  U. Poppe u.  J. Reich); Montagsandachten gegen den Golfkrieg; auf ABM-Basis Gründung der Kirchl. Erwerbsloseninitiative Leipzig, die 1992 in kirchl. Trägerschaft übernommen wurde; 1993 Initiative zur Bildung der Koordinierungsgr. Kirchl. Erwerbsloseninitiativen Sachsen; 1999 Anregung pazifistischer Montagsdemonstrationen aus Anlaß des Krieges im Kosovo; 2004 »Goldene Henne«; Org. von Friedensgebeten vor den Montagsdemonstrationen gegen die »Hartz IV«-Reformen; 2005 Augsburger Friedenspreis; 2008 Ruhestand; gest. in Leipzig.Nikolaikirche, offen für alle. Leipzig 1999 (mit K. Czook u. F. Magirius); Und wir sind dabei gewesen. Die Rev., die aus der Kirche kam. Berlin 2008 (Autobiogr.).Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Friedrich, Heike

* 18.4.1970

Geb. in Karl-Marx-Stadt; 1976 Beginn mit dem aktiven Schwimmsport im TZ Fort- schritt Glauchau (Sachsen) (Trainer: Günther Dähne); 1982 KJS Karl-Marx-Stadt u. Mitgl. des SC Karl-Marx-Stadt (Trainer: Joachim Rother); Spezialdisz.: 200 m u. 400 m Freistil; 1985 fünffache EM (100 m u. 200 m, 4 x 100- u. 4 x 200-m-Staffel, 4 x 100-m-Lagenstaffel); 1986 vierfache WM (200 m u. 400 m, 4 x 100- u. 4 x 200-m-Staffel); 1987 vierfache EM (in den gleichen Disz.); Jugendpreis des IOC; 1988 Olympiasiegerin über 200 m u. mit der 4 x 100-m-Freistilstaffel, Zweite über 400 m; VVO; 1989 zweifache EM (Staffel) u. 2. Platz (400 m Freistil). 1990 Abitur, Übersiedl. nach Bayreuth; dort Ausbildung zum Einzelhandelskfm. in Bayreuth; erfolgloser Versuch eines Comebacks (Trainer: Michael Künzel); 1992 – 94 Lehrerin an einer Schwimmschule für Kinder u. Hausfrauen in Japan; danach Bezirksleiterin einer Kosmetikfirma in Sachsen.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Friedrich, Walter

* 5.10.1929 – ✝ 12.9.2015

Geb. in Neuland (Krs. Löwenberg, Schles./ Niwnice, Polen) in einer Handwerkerfamilie; 1944 Abschluß der Volksschule, anschl. bis 1945 Besuch der Lehrerbildungsanstalt. Aussiedl.; 1948 SED u. bis 1950 Neulehrer im Krs. Grimma; 1950 – 52 Abiturlehrgang an der ABF Leipzig; anschl. bis 1956 Studium der Psychol. an der Univ. Leipzig; 1956/57 wiss. Mitarb. am Pädagog. Inst. Dresden, danach an der DHfK Leipzig; 1958 Assistent, 1964 Wahrnehmungsdoz. am Psycholog. Inst. der KMU Leipzig; 1962 Prom. u. 1965 Habil., jeweils mit Arbeiten zu sozialpsycholog. Themen; 1966 – 90 Dir. des neugegr. ZI für Jugendforschung (ZIJ) in Leipzig, der später führenden Einrichtung der empir. Jugendforschung in der DDR; zugl. Vors. des Wiss. Beirats für Jugendforschung beim Amt für Jugendfragen der DDR; 1968 Ernennung zum Prof. für Psychol. an der KMU; 1970 Korr., später Ord. Mitgl. der APW; 1984 VVO. 1990 Abwicklung des ZIJ; 1990 Gründer u. bis 1995 Geschäftsf. der Forschungsstelle für Sozialanalysen in Leipzig; lebte als Rentner in Leipzig. Sek.-Lit.: Hübner-Funk, S.: Parallele Karrieren der Jugendforsch. im zweistaatl. Dtl. Walter Hornstein u. W. F. zum 70. Geb. In: Diskurs (2000) 1; Meyer, H.: Die DDR-Soziol. von den Anfängen bis 1971. In: Rauh, H.-C., Ruben, P. (Hrsg.): Denkversuche. Berlin 2005.Jugend – heute. Berlin 1967; Der sozialwiss. Forschungsprozeß (Hrsg. mit W. Hennig). 2 Aufl. Berlin 1980; Zwillinge. Berlin 1983; Liebe u. Sexualität bis 30. 2. Aufl. Berlin 1986 (mit -> Kurt Starke); Jugend u. Jugendforschung in der DDR. Opladen 1991 (Hrsg. mit Hartmut Griese); Jugend im Osten. Leipzig 1996 (mit P. Förster); Soziol. u. Ges. – ein widerspruchsvolles Verhältnis. Leipzig 2002 (Hrsg.).Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fries, Philipp

* 9.8.1882 – ✝ 7.12.1950

Geboren am 9. August 1882 in Roggendorf/Krs. Schleiden in der Eifel, Sohn eines Zugführers; Schneiderlehre und Wanderschaft, von 1903 bis 1905 Militärdienst. 1900 trat Fries der SPD und der Gewerkschaft bei und arbeitete bis 1919 als Schneidergeselle. 1910 Distriktvorsitzender der SPD in Köln, ab 1914 Mitglied des SPD-Bezirksvorstandes. Von 1914 bis 1918 Kriegsdienst, Fries trat im Juni 1915 als einer von sieben Kölner Unterzeichnern des von Karl Liebknecht entworfenen Protestschreibens oppositioneller Sozialdemokraten an den Parteivorstand hervor. Fries ging 1917 zur USPD und wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Köln-Aachen in den Reichstag gewählt. Er plädierte 1920 für den Anschluß an die Kommunistische Internationale und die Vereinigung mit der KPD. Er nahm sowohl am USPD-Parteitag in Halle als auch am Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 in Berlin teil, kam in die Revisionskommission und wurde Vorsitzender der VKPD in Köln. Mit anderen linken USPD-Reichstagsabgeordneten und den beiden KPD-Abgeordneten Paul Levi und Clara Zetkin bildete Fries am 9.Dezember 1920 die VKPD-Reichstagsfraktion. Im Zusammenhang mit der Levi-Krise trennte er sich im Frühjahr 1921 von der VKPD, schloß sich zunächst der KAG an und wechselte im April 1922 zur SPD. Fries war von 1919 bis 1921 und von 1924 bis 1933 Kölner Stadtverordneter. Von 1924 bis 1933 war er SPD-Abgeordneter im Preußischen Landtag. Fries, ein bekannter Volksredner, war seit 1922 heftigen Angriffen seitens der KPD ausgesetzt, die ihn als »Renegaten« attackierte. Im Juni 1933 von den Nazis verhaftet, kam er in das KZ Esterwegen, anschließend in das KZ Lichtenburg, aus dem er im Dezember 1933 entlassen wurde. Im Zuge der Gestapoaktion »Gewitter« wurde Fries nach dem 20. Juli 1944 zeitweilig inhaftiert, gegen Kriegsende konnte er untertauchen. 1945 gehörte er in Köln zu den Mitbegründern der SPD und war bis 1947 Vorsitzender des UB Köln und Vorstandsmitglied des SPD-Bezirks Mittelrhein. Philipp Fries starb am 7.Dezember 1950 in Köln.

Wer war wer in DDR

Fritsch, Gunter

* 5.10.1942

Geb. in Landsberg (Warthe, Neumark/Gorzów Wielkopolski, Polen); 1945 nach Tabarz (Thür.), 1947 nach Tempelberg (Krs. Fürstenwalde); 1949 – 61 Grund- u. Oberschule in Heinersdorf u. Fürstenwalde; 1961 – 64 Ausb. zum Kfz-Schlosser, 1964 Abitur; 1964 – 67 Bausoldat; 1967 – 74 Fernstudium der Hochfrequenztechnik an der TU Dresden, Dipl.-Ing.; 1967 – 74 Labormechaniker an der TU Dresden; 1974 –90 Entwicklungsing. am ZI für Optik u. Spektroskopie der AdW in Berlin-Adlershof; 1990 SPD. 1990 – 93 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Müncheberg; 1990 – 94 Landrat des Krs. Strausberg, 1994 – 97 u. 2003 – 07 Mitgl. des Kreistags u. Landrat des Landkrs. Märk.-Oderland; 1997 – 99 Min. für Ernährung, Landwirtsch. u. Forsten des Landes Brandenb. (Nachf. von  Edwin Zimmermann); seit Sept. 1999 MdL, 1999 – 2004 Vors. der SPD-Fraktion, Mitgl. des Präs. u. Vors. des Hauptaussch. u. seit 13.10.2004 Präs. des Landtags Brandenb. (Nachf. von  Herbert Knoblich); 2000 – 08 stellv. Landesvors. der SPD Brandenb.; seit Juli 2003 Vors. des Landestourismusverb. Brandenb.; seit Apr. 2007 Landesvors. des Volksbundes Dt. Kriegsgräberfürsorge e.V. Brandenb.; seit Sept. 2008 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Brandenburg (Havel) u. dort Mitgl. im Finanzaussch.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Frohberg, Fred

* 27.10.1925 – ✝ 1.6.2000

Geb. in Halle; Vater Trompeter; Klavierunterricht, Sängerknabe im Halleschen Stadtsingechor; bis 1945 Kriegsdienst, verwundet; im Lazarett Bekanntschaft mit Swing u. Jazz, erste Auftritte im Raum Halle. 1946/47 Studium am Thür. Landeskonservatorium in Erfurt; daneben Mitwirkung in Programmen u. a. am Steintor-Varieté Halle; 1947 1. Preis beim ersten Schlagerpreissingen in Halle; 1948 – 58 fest angestellt beim Rundfunktanzorchester Leipzig (Ltg. Kurt Henkels); Zusammenarbeit mit den Komponisten Walter Eichenberg (»Einsam liegt ein Schiff im Hafen«, »Steuermann, halte Kurs« u. a.) u.  Gerd Natschinski (»Einer wird bei dir bleiben«, »Zwei gute Freunde« u. a.); ab 1955 wiederholt Gastspielreisen in die Bundesrep. Dtl. u. osteurop. Länder, Auftritte mit führenden dt. u. ausländ. Orchestern; seit den 50er Jahren Mitwirkung in Sendungen des DFF, u. a. »Freds Melodien«, »Da lacht der Bär«, »Ein Kessel Buntes«, »Musik, die Ihnen Freude bringt«; kleinere Rollen in drei DEFA-Musikfilmen; erfolgr. Teiln. an internat. Schlagerfestivals in Sopot (Polen) 1961 u. Rostock 1962 u. 1963; 1967 – 77 Ltr. des Fred-Frohberg-Ensembles (Ensemble 67), danach solist. tätig; Verdienste um den künstler. Nachwuchs, u. a. als Lehrbeauftr. an den HS für Musik in Leipzig u. Dresden; 1984 NP. Bei Amiga zahlr. Singles, zwei Porträt-LPs u. zwei LPs mit dem Fred-Frohberg-Ensemble, weitere Plattenprod. in Ungarn, Rumänien u. der Bundesrep. Dtl; 2000 CD »Zwei gute Freunde. F. F. – Seine größten Erfolge«; gest. in Leipzig.Bernhard Hönig / Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Frohn, Werner

* 12.4.1929 – ✝ 2.7.2002

Geb. in Zscherndorf (Krs. Bitterfeld); Vater Kesselschmied, Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1943 Ausbildung zum Verw.-Angest. bei der Stadtverw. Bitterfeld; 1945 Wehrmacht; Mai – Aug. 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft im Lager Brandenb. 1945 – 52 Verw.-Angest. bei der Stadtverw. Bitterfeld, Abt.-Ltr. für Sozialwesen; 1946 SPD/SED; 1949 – 51 1. Sekr. der FDJ-Stadtverw. Bitterfeld; 52/53 Ltr. der Abt. Parteien u. Massenorg. der SED-KL Bitterfeld; 1953 – 64 Ref.-Ltr. bzw. stellv. Ltr. einer Abt. im VEB Elektrochem. Kombinat Bitterfeld, zeitw. auch Sekr. der SED-GO des EKB Bitterfeld; 1954 – 59 Fernstudium an der KMU Leipzig, Dipl.-Wirtsch.; 1980 Prom. zum Dr. rer. oec. am ZI für soz. Wirtschaftsf. beim ZK der SED; 1964 – 68 Ökon. Dir. des ECK Bitterfeld; 1968 – 70 1. Stellv. des GD des PCK Schwedt (Oder); ab März 1970 – 90 GD des VEB Petrolchem. Kombinat u. Werkdir. des Stammbetriebes Schwedt, der, neu errichtet, im April 1964 mit der Veredlung sowj. Erdöls begann u. neben Leuna wichtigster Produzent von Treibstoffen sowie Grundstoffen v. a. für die Herstellung synthet. Fasern in der DDR war; Vors. des Nat. Komitees für Erdölkongresse; Ltr. der DDR-Delegation in der Ständ. Kommission Erdöl u. Erdgas im RGW; Mitgl. des Wirtschaftsrats DDR-USA, Ltr. des Unteraussch. Wiss. u. Technik in diesem Rat; 1971 – 76 Mitgl. der SED-BL Frankfurt (Oder); 1974 VVO; 1971 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1978 Mitinitiator der Schwedter Initiative unter der Losung »Weniger produzieren mehr«, eine in der DDR neuartige Strategie zur Steigerung der Arbeitsproduktivität u. Freisetzung von Arbeitskräften für andere Produktionsbereiche; 1979 Banner der Arbeit; 1980 Held der Arbeit; 1980 Verdienstmedaille der Organe des MdI; 1981 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1982 VVO; 1989 KMO; 1990 Vorruhestand; gest. in Bitterfeld.Rationalisierung in neuen Dimensionen. Die Schwedter Initiative. Berlin 1979. Most, E.: Fünfzig Jahre im Auftrag des Kapitals. Berlin 2009.Hagen Schwärzel / Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Frommhold, Erhard

* 8.5.1928 – ✝ 17.10.2007

Geb. in Altenburg (Thür.); 1943/44 Ausbildung zum Klempner in Altenburg; Okt. 1944 RAD; 1945 Wehrmacht (Marine); Gefangenschaft, Einsatz bei der Minenräumflotte. Febr. 1946 KPD; 1946 Beendigung der Ausbildung; 1947 Vorstudienanstalt in Keilhau (Krs. Rudolstadt); 1947 – 51 Studium der Soziologie, Kunstgeschichte u. Germanistik in Jena; 1951/52 Ref. im Min. für Volksbildung des Landes Thür. u. der Staatl. Kommission für Kunstangelegenh. des Landes Thür.; 1952 – 91 zunächst Lektor, später Cheflektor des Buchbereichs im Verlag der Kunst, Dresden; 1958 Begr. der »Fundus«-Reihe (Nr. 1: Ernst Fischer »Von der Notwendigkeit der Kunst«); 1974 Prom. zum Dr. phil. über »Otto Nagel. Zeit, Leben, Werk« (Berlin 1974); 1969 wegen der Hrsg. von »Kunst im Widerstand« sowie der Publ. von »Dresdner Bilderbuch« (Ernst Hassebrauk) u. »Meißner Porzellan« (Walcha) als Cheflektor abgesetzt, 1974 wieder eingesetzt; große Verdienste um die frühe Hrsg. von Standardwerken über die russ. Avantgarde (u. a. El Lissitzky) u. die mexikanische Wandmalerei (Orozco, Posada, Rivera), auch von Werken über Fotografie (Heartfield, Lerski, Strand u. a.); Verdienstmed. d. DDR; Wilhelm-Bracke-Medaille; Hans-Grundig-Medaille.Unvergängliches Dresden. Aus dem Lebenswerk des Städtemalers Fritz Beckert. Dresden 1955, Hans u. Lea Grundig. Dresden 1956; Kunst im Widerstand. Malerei, Grafik, Plastik 1922 – 1945. Dresden 1968; Veröff. über Ferdinand v. Rayski (1976), Lasar Segall (1977), Klaus Wittkugel (1979), Wilhelm Rudolph (1981), Christoph Voll (1981); »Meine Biogr. sind die Bücher«. AdK, Archiv-Blätter 17. Berlin 2008; Ein unerschöpfl. Thema. Texte zur Kunst- u. Kulturgeschichte Sachsens. Berlin 2009 Alles hat seine Zeit. E. F. zum Sechzigsten. Dresden 1988.Frank Wagner

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fuchs, Eduard

* 31.1.1870 – ✝ 26.1.1940

Geboren am 31. Januar 1870 in Göppingen, Sohn eines Kaufmanns. Nach dem Gymnasium wurde er Journalist und als Autodidakt berühmter Kulturhistoriker. Fuchs trat 1886 in die verbotene SPD ein, wurde als Redakteur sowie Satiriker im Kaiserreich wegen illegaler Tätigkeit für die SPD und wegen »Majestätsbeleidigung« zu zahlreichen kleineren Gefängnisstrafen verurteilt. 1901 übersiedelte er von München nach Berlin und ging als Redakteur zum »Vorwärts«. Ab 1905 publizierte er zahlreiche kultur- und sittengeschichtliche Bücher, u. a. 1905 »Die Frau in der Karikatur«. Berühmt machten ihn seine dreibändige »Geschichte der erotischen Kunst« und ab 1911 die sechsbändige »Illustrierte Sittengeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit«, die ihm den Namen »Sittenfuchs« einbrachte. In der SPD auf dem linken Flügel stehend, gehörte Fuchs im Weltkrieg zu den Begründern der Spartakusgruppe. Im Auftrag Rosa Luxemburgs verhandelte er im Dezember 1918 mit Lenin über die Schaffung einer neuen Internationale. Als enger Freund von Franz Mehring wurde Fuchs Mitbegründer der KPD und nach dem Tode Mehrings dessen Nachlaßverwalter. Zeitweise Mitarbeiter der »Roten Fahne«. Eduard Fuchs spielte für den frühen deutschen Kommunismus als geachteter Wissenschaftler einen bedeutende Rolle. Dies wird auch dadurch unterstrichen, daß die 2. (und die folgenden) Ausgaben der Marx-Biographie von Franz Mehring mit einem interessanten Vorwort von Fuchs erschienen, datiert »Berlin-Zehlendorf am 1.Mai 1919«. Unter Mitarbeit seines Freundes August Thalheimer war Fuchs dann auch der Herausgeber der Gesammelten Werke Mehrings (geplant waren 10 Bände). Er stand auf dem rechten Flügel der KPD, trat 1928 aus der KPD aus und schloß sich der KPO an. 1933 nach Frankreich emigriert, blieb er der KPO politisch verbunden. Eduard Fuchs starb am 26. Januar 1940 in Paris.

Wer war wer in DDR

Fuchs, Gerhard

* 5.5.1929

Geb. in Halle (Saale); Vater Arbeiter; Grund- u. Berufsschule, Ausbildung zum Lokjunghelfer bzw. Schriftsetzer, Maschinensetzer u. Stereotypeur; 1946 SED; 1949 / 50 Anzeigenltr. bzw. Betriebsass. bei der Ztg. »Freiheit« in Halle; 1951 Besuch der SED-LPS Sachsen-Anh.; 1952 – 55 Instrukteur bzw. Sektorenltr. in der Abt. Presse-Rundfunk des ZK der SED; 1955 – 59 Red. bzw. stellv. Chefred. der »Freiheit« in Halle; 1959 – 65 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Freies Wort« in Suhl (Nachf. von  Yvonne Freyer); 1963 / 64 Stud. an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1965 – 74 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Das Volk« in Erfurt (Nachf. von  Rolf Schablinski); Vors. des BV Erfurt des VDJ; 1974 Prom. zum Dr. phil., außerord. Prof. u. Ltr. eines Wissenschaftsbereichs an der Sektion Journalistik, 1978 – 90 Dir. der Sektion Journalistik an der KMU Leipzig (Nachf. von  Emil Dusiska).Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Fuchs, Klaus Emil Julius

* 29.12.1911 – ✝ 28.1.1988

Geb. in Rüsselsheim (Main); Vater ev. Theologe  Emil F.; Volksschule, Gymn. in Rüsselsheim u. Eisenach, 1928 Abitur in Eisenach; Studium der Mathematik u. Physik in Leipzig u. Kiel; SAJ, Reichsbanner, 1930 – 32 der SPD, ausgeschl.; 1932 Mitgl. der KPD u. bis 1933 der Soz. Studentengr. in Kiel, Pol.-Ltr. der »Roten Studenten«; 1933 illeg. pol. Arbeit in Berlin, Verbindungsmann der KPD-Reichsltg. zur kommunist. Studentengr. der TH Berlin; Juli 1933 Emigr. über Paris nach England; Okt. 1933 Forts. des Physikstudiums in Bristol bei Nevill Mott; 1937 Prom. in Mathematik; anschl. Stipendiat bei Max Born in Edinburgh, hier 1938 Prom. in der theoret. Physik; 1939 Stipendiat der Carnegie-Stiftung; 1940 als »feindl. Ausländer« interniert auf der Isle of Man, Jan. 1941 im kanad. Lager Sherbrooke (b. Quebec), Juni – Dez. 1940 im Camp M (Montreal); Jan. 1941 Rückkehr nach Edinburgh; ab Mai 1941 Mitwirkung am brit. Atombombenprogramm in der Univ. Birmingham bei Rudolph Peierls; nahm im Herbst 1941 durch Vermittlung von  Jürgen Kuczynski Kontakt zum sowj. militär. Nachrichtendienst GRU auf u. berichtete fortan über das Atombombenprojekt (zeitw. geführt von Ursula Kuczynski/ Ruth Werner); Aug. 1942 brit. Staatsbürger; Dez. 1943 – Juni 1946 als Mitgl. der brit. Forschergr. unter Hans Bethe am US-Atombombenprogramm (Manhattan-Projekt) in Los Alamos (USA) beteiligt; ab Juli 1946 Ltr. der Abt. Theoret. Physik im brit. Atomforschungszentrum Harwell; 1949/50 als Agent enttarnt, Febr. 1950 verhaftet, anschl. Verurteilung zu 14 Jahren Freiheitsstrafe, Aberkennung der brit. Staatsbürgerschaft, Haft in London, Stafford u. Wakefield, Juni 1959 Begnadigung u. Abschiebung in die DDR. 1959 Heirat mit  Margarete Fuchs-Keilson; Mitgl. der SED; als VdN anerkannt; 1959 – 72 stellv. Dir. u. Bereichsltr. im ZI für Kernforschung Rossendorf (b. Dresden); ab 1961 nebenamtl. Prof. für theoret. Physik an der TU Dresden; ab 1967 Mitgl. des ZK der SED; 1970 NP; 1972 Ord. Mitgl. der AdW; 1974 – 78 Ltr. des Forschungsber. Physik, Kern- u. Werkstoffwiss. der AdW; Jan. 1979 em., 1979 Vors. der wiss. Räte für Probleme der energet. u. mikroelektron. Grundlagenforschung; 1983 Mitgl. des Komitees für wissenschaftl. Fragen der Sicherung des Friedens u. der Abrüstung; Ehrenmitgl. des Forschungsrats; 1971 VVO; 1975 NP; 1979 KMO; 1981 Ehrenspange zum VVO, Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland u. Arthur-Becker-Medaille; 1986 Ehrentitel »Hervorragender Wissenschaftler des Volkes«; gest. in Dresden. K. F. war federführend beteiligt an der DDR-Kernforschung, arbeitete insbes. über Neutronentransport u. zur Reaktordynamik, Automatisierung von Kernkraftwerken u. Schadensfrühermittlung mit elektronischen Mitteln.Zur Bedeutung der theoret. Physik für die Naturwissenschaften. Sitzungsberichte der AdW der DDR (1975) 5N. Moss, N.: K. F.: The Man Who Stole the Atom Bomb. London 1987; Flach, G.: K. F. – Sein Erbe bewahren. Sitzungsberichte der AdW der DDR (1990) 2N; Feklisov, A., Kostin, S.: The Man Behind the Rosenbergs. New York 2001; Panitz, E.: Treffpunkt Banbury. Berlin 2003; Hoffmann, D.: Das Leben danach. K. F. in der DDR. In: Kant, H., Vogt, A. (Hrsg.): Aus Wissenschaftsgeschichte u. Theorie. Berlin 2005; Friedemann, R.: Der Mann, der kein Spion war. Rostock 2006; Flach, G., Fuchs-Kittowski, K. (Hrsg.): Ethik in der Wiss. – Die Verantwortung der Wissenschaftler. Berlin 2008.Horst Kant / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Fugger, Karl

* 8.12.1897 – ✝ 24.12.1966

Geb. in Linden b. Hannover; Vater Maler, Mutter Weberin; Volksschule; 1912 – 16 Ausbildung zum Klempner, 1916 u. 1919 – 21 im Beruf tätig; 1912 Mitgl. der Metallarbeiterjugend; 1916 – 18 Internat. Sozialisten (Bremer Linke); 1916 – 18 Militärdienst, Sold. (Pionier) an der Westfront, 1918 verwundet u. Lazarettaufenthalt; 1916 – 28 DMV; 1918 KPD Hannover; 1921/22 Org.-Sekr. der KPD Königsberg; Mitgl. der RH, IAH u. RFB; 1922 Org.-Sekr. der KPD Düsseldorf, dort ab 1923 Pol.-Sekr. im Bez. Düsseldorf; 1923/24 Kand. des ZA der KPD; 1925 Red. an der Magdeburger KPD-Ztg., Entlassung wg. Zugehörigkeit zur »Mittelgruppe« der KPD; 1926 – 28 Mitgl. der KPD-BL Württemberg; 1926/27 Instrukteur des ZK der KPD in Bremen, Halle, Mannheim, Stuttgart; 1927 – 29 Pol.-Sekr. des KPD-Bez. Stuttgart; als »Versöhnler« abgesetzt; 1929 Mitarb. im Pressedienst des ZK der KPD in Berlin; Heirat mit  Else F.; 1930/31 arbeitslos; ab 1931 Sekr. der RH Württemberg; 1933/34 illeg. pol. Arbeit in Württemberg u. in Berlin; Org.-Sekr. der RHD (»Helmer«, »Herbert Waldner«, »Herbert Waldemar«); April 1934 in Berlin verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt; 1934 – 37 Haft im Zuchthaus Luckau, 1937 – 40 KZ Sachsenhausen u. 1940 – 45 im KZ Flossenbürg, dort Mitgl. einer illeg. bewaffn. Widerstandsgr., Apr. 1945 durch US-amerikan. Truppen befreit. 1945/46 KPD/SED; FDGB; Mitarb. im Vorber. Gewerkschafts-Aussch. von Groß-Berlin, Aug. 1945 Ltr. der Schulungsarbeit im FDGB Groß-Berlin; 1946 – 48 Mitgl. des Vorst. u. des Geschäftsf. Aussch. des FDGB von Groß-Berlin; 1948 – 51 Ltr. der Schulungsabt. im Bundesvorst. des FDGB; 1946 – 63 Mitgl. des FDGB-BV, 1948 – 50 im Geschäftsf. Vorst.; Sekr. für Schulung; Hrsg. u. Verf. gewerkschaftl. Schulungsmaterialien; 1946 – 49 Ltr. der Bundesschule des FDGB; 1950/51 PHS; 1951 – 57 stellv. Dir. für Gesellschaftswiss. bzw. 1952 – 55 amt. Dir. der HS des FDGB in Bernau; 1953 – 55 Mitgl. des ZV der Gewerkschaft Wiss.; 1957 Erkrankung u. Aufgabe der hauptamtl. Tätigkeit; 1954 VVO; 1957 Banner der Arbeit; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1962 VVO; gest. in Berlin.50 Jahre dt. Imperialismus u. die dt. Gewerkschaften. Berlin 1947; Geschichte der dt. Gewerkschaftsbew. Berlin 1949. Schulz, G.: K. F. Zu Grundfragen der Gewerkschaftsarbeit in den Jahren 1945 – 1952 (Dokumentation). Bernau 1980.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Fuhrmann, Bruno

* 2.1.1907 – ✝ 25.9.1979

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Fabrikarb.; Volksschule; Ausbildung zum Zimmermann; 1922 Mitgl. des KJVD; 1925 KPD; 1927 des ZK des KJVD; 1929/30 Jugendschule der KJI in Moskau; 1930 KJI-Instrukteur in den Niederlanden, Österreich, Dänemark u. Schweden; 1931 Mitgl. des Büros des ZK des KJVD; ab Juni 1933 Pol.-Ltr. des KJVD Thür.; im gleichen Mon. verhaftet, zu zwei Jahren Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat« verurteilt; Frühjahr 1936 Flucht in die ČSR, 1937 in die Schweiz (Zürich); 1937 – 39 KJVD-Vertr. in der KPD-Abschnittsltg. Süd in Zürich (»Fred«); Mitarb. der illeg. »Süddt. Informationen« u. der »Süddt. Volksstimme«; Verbindungsmann zur KPD-Gruppe am Schauspielhaus Zürich ( Wolfgang Langhoff); ab Ende 1939 Mitarb. der KPD-Abschnittsltg. Süd; Juni 1940 wegen illeg. pol. Tätigkeit verhaftet; interniert im Zuchthaus Witzwill, Arbeitslager Malvaglia, Gordola, Bassecourt; ab Ende 1942 Org.-Ltr. der KPD-LL; Juni 1945 aus dem Lager Wallisellen geflohen, mit  Hans Teubner u.  Leo Bauer illeg. Einreise nach Dtl. Juli 1945 nach Berlin (SBZ); Pol.-Instrukteur des ZK der KPD für die amerik. u. frz. Zone; Vizepräs. der VVN; März 1946 Mitarb. der Zonenltg. bzw. Zonenltr. im Sekr. bzw. PV der SED; 1947 Ltr. der Abt. Org. des ZS der SED (Nachf. von  Walter Beling); 1949 stellv. Ltr. der Westkommission des ZK der SED, dort Ltr. der Org.-Instrukteurabt.; Aug. 1950 aller Parteifunktionen enthoben (Noel-H.-Field-Affäre, Westemigrant); 1951/52 im VEB Baumechanik Niederneuendorf (Krs. Osthavelland), Planungsltr., Kulturdir.; 1952/53 Mitarb., 1954 – 64 Arbeitsdir. im VEB Lokomotivbau-Elektrotechn. Werke Hennigsdorf; März 1956 Aufhebung der Funktionssperre, Juni 1956 Rehabil. durch die ZPKK; 1959/60 Einjahreslehrgang an der PHS; 1964 Bereichsltr. für westdt. Fragen im Komitee der Antifa. Widerstandskämpfer; 1971 VVO, 1976 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Bergmann, K. H.: Die Bew. »Freies Dtl.« in der Schweiz 1943 – 1945. München 1974; Teubner, H.: Exilland Schweiz: Dok. Bericht über den Kampf emigrierter dt. Kommunisten 1933 – 1945. Berlin 1975; Kießling, W.: Partner im »Narrenparadies«. Berlin 1994; Wichers, H.: Im Kampf gegen Hitler. Zürich 1994.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Friedrich, Heinz

* 28.6.1914 – ✝ 5.10.1977

Geb. in Reichenhain (b. Chemnitz); Vater Dreher, Mutter Strumpfwirkerin; 1920 – 28 Grund- u. Volksschule in Reichenhain; 1928 Verb. der Dt. Buchdrucker; 1928 – 32 Ausbildung zum Drucker in Chemnitz; dort ab 1932 versch. KJVD-Funktionen; Apr. – Sept. 1932 Rotationsdrucker u. Stereotypeur in Chemnitz, anschl. erwerbslos; März 1933 Ltr. des KJVD-UB Chemnitz; Jan. 1934 über Berlin nach Moskau; 1934/ 35 Lenin-Schule; Juli 1935 KPD; Sept. – Dez. 1935 Krankenhausaufenth. in Moskau; Dez. 1935 – 37 von Prag aus Instrukteur für illeg. Jugendarbeit in Berlin; 1937 delegiert zum Weltjugendkongreß in New York; Okt./Nov. 1937 sechs Wochen U-Haft in Basel, dort im Dez. wg. Paßvergehen verurteilt u. abgeschoben; ab Jan. 1938 in Paris, Beiträge für den Dt. Freiheitssender 29,8; Mitarb. des KJVD-ZK u. der Ztg. »Junge Garde«; Juni 1938 Ausbürgerung aus Dtl.; Aug. 1938 Ausweisung aus Frankreich, anschl. illeg. in Paris; Nov. 1938 in die Niederlande als Holländer »Jan Vermeulen«, 1938 – 45 von Amsterdam aus Instrukteur für KPD u. KJVD Düsseldorf; 1944 Red. der »Mitteilungsblätter«; aktiv in der niederländ. Widerstandsbew., Verbindungsmann der KPD (»Wim Freund«). Okt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Nov. 1945 – Febr. 1950 Mitarb. der »Sächs. Ztg.« bzw. »Volksstimme« (Chemnitz); 1947 – 51 Mitgl. des SED-LV Sachsen; 1949/50 Mitgl. der KPKK Chemnitz; 1950 – 53 Fernstud. an der PHS; März/Apr. 1950 Ltr. des Amtes für Information bei der Landesreg. Sachsen; Mai – Aug. 1950 Chefred. der »Sächs. Ztg.« in Dresden (Nachf. von  Johannes König); dann bis März 1955 stellv. Chefred. des »Neuen Dtl.«, Aug. 1953 – Apr. 1955 (nach dem Sturz  Rudolf Herrnstadts) Ltr. des Red.-Kollegiums; 1955/56 Ltr. des Verlags Die Wirtschaft (Nachf. von  Gerhard Kegel); Apr. 1956 – Dez. 1961 Chefred. der »Volksstimme«; zugl. Mitgl. der SED-BL Karl-Marx-Stadt; 1956 – 61 Mitgl. des ZV des VDJ; 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch.; Dez. 1961 Ausschluß aus der BL Karl-Marx-Stadt u. Entlassung als Chefred. wg. »Opportunismus« u. falscher Kaderpolitik; 1962/63 stellv. Ltr. des Verlags Freiheit in Halle; 1963 – 74 Abt.-Ltr. Verlagsentw. bei der Zentrag in Berlin; 1968 Abschluß der FS für Buchhändler u. Verlagsbuchhändler; gest. in Berlin.Müller-Enbergs, H.: Meinungsoffiziere der Parteiführung. In: JHK. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Friedrichs, Rudolf

* 9.3.1892 – ✝ 13.6.1947

Geb. in Plauen (Vogtl.); Vater Kfm.; Volksschule u. Gymnasium in Plauen u. Dresden; ab 1913 Studium der Staats- u. Rechtswiss. sowie der Volkswirtsch. an der Univ. Leipzig; 1914 –18 Militärdienst, zul. Ltn. der Reserve; Anf. 1919 Weiterführung des Studiums; 1920 1., 1923 2. jur. Staatsprüfung, 1920 Prom. zum Dr. jur.; 1922 SPD; 1923 ADGB; 1920 – 22 Referendar am Amtsgericht Freital, ab 1922 am LG Dresden; Mai 1923 Eintritt in den Dienst der sächs. Inneren Verw., Assessor im Polizeipräsidium Chemnitz (Kriminalamt); unterstützte im Herbst 1923 die sächs. Arbeiterreg.; 1.11.1923 Reg.-Assessor; 1924 Landratsamt Annaberg; 1926 Landratsamt Großen- hain; ab 1926 Amtshauptmannschaft Dresden; 1.7.1926 Reg.-Rat im sächs. Innenmin.; 1927 – 30 Mitgl. des kommunalpol. Landesaussch. der SPD in Sachsen u. ehrenamtl. Stadtrat in Dresden; ab April 1930 Mitgl. der Gemeindekammer für den Freistaat Sachsen; März 1933 seiner Ämter enthoben u. von April – Juni 1933 inhaftiert, danach Polizeiaufsicht; 1933 – 38 Lebensmittelhändler in Dresden; 1939 – 45 jur. Berater versch. Firmen. 10.5.1945 Ernennung zum OB von Dresden; Mitgl. der SPD-LL Sachsen; Herbst 1945 Dr. h. c. der FSU Jena; 1.7.1945 – 10.12.1946 Präs. der Landesverw. Sachsen; 1946 Mitgl. des SED-LV Sachsen; 1946/47 Abg. des Sächs. Landtags (Verfassungsaussch.); 11.12. 1946 Wahl zum Min.-Präs. des Landes Sachsen.Richter, M., Schmeitzner, M.: »Einer von beiden muß so bald wie möglich entfernt werden«. Der Tod des sächs. Min.-Präs. vor dem Hintergrund des Konfliktes mit Innenminister Kurt Fischer 1947. Leipzig 1998.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Fries, Fritz Rudolf

* 19.5.1935 – ✝ 17.12.2014

Geb. in Bilbao (Spanien); Vater Kfm.; 1942 Übersiedl. nach Leipzig; 1954 – 58 Studium der Romanistik (b.  Werner Krauss) u. Anglistik an der KMU Leipzig; ab 1958 freischaff. Übersetzer u. Dolmetscher für Spanisch u. Französisch; 1960 – 66 wiss. Assistent an der DAW; Entlassung wegen der Publ. seines ersten Romans »Der Weg nach Oobliadooh« in der Bundesrep. Dtl., der in der DDR erst 1989 erscheinen durfte; seit 1966 freischaff. Schriftst.; 1972 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR, 1980 – 91 dessen Präsidiums; ab 1965 vom MfS als »feindlich-negativer« Autor im Gruppenvorgang »Forum«, 1970 – 72 im Operativ-Vorlauf »Autor« u. ab 1972 als IM »Pedro Hagen« erf.; Nov. 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; 1979 Heinrich-Mann-Preis der AdK; 1988 Marie-Luise-Kaschnitz-Preis der Ev. Akad. Tutzing. 1991 Bremer Lit.-Preis; Lit.-Preis des Landes Brandenb.; Mitgl. der Akad. für Sprache u. Dichtung Darmstadt; 1996 Hörspielpreis der Kriegsblinden; Mai 1996 wird die Erf. beim MfS bekannt, Austritt aus der AdK Berlin-Brandenb. u. dem Dt. PEN-Zentrum (Ost); lebte zuletzt in Petershagen (b. Berlin). Verfaßte Übersetzungen u. Nachdichtungen klass. u. mod. span. Lit. (v. a. Julio Cortázar, Rayuela; Calderón de la Barca), Hörspiele, Reportagen, Gedichte u. Erzählungen, Romane mit oft phantast. Elementen; wichtiger Vermittler span. u. iberoamerik. Lit. (1987 Hrsg. einer Werkauswahl von J. L. Borges).Der Fernsehkrieg. 1968; Das Luftschiff. Rostock 1974 (1983 auch verfilmt); Der Seeweg nach Indien. 1978; Alexanders neue Welten. Berlin 1983; Verlegung eines mittleren Reiches. Berlin 1984; Im Jahr des Hahns. Leipzig 1996; Der Roncalli Effekt. Leipzig 1999; Diogenes auf der Parkbank. Erinnerungen. Berlin 2002; Heselkiels Maschine oder Gesang der Engel am Magnetberg. Leipzig 2004; Blaubarts Besitz. Berlin 2005; Dienstmädchen u. Direktricen. Leipzig 2006. Bruns, St.: Das Pikareske in den Romanen von F. R. F. (mit Bibliogr.). Frankfurt (Main) 1992; Haase, M.: Eine Frage der Aufklärung. Literatur u. Staatssicherheit in den Romanen von F. R. F., Günter Grass u. Wolfgang Hilbig. Frankfurt (Main) 2001; Bolln, F.: Zwischen Beat-Generation u. »Ankunftsliteratur«. F. R. F.s Roman »Der Weg nach Oobliadooh«. Bielefeld 2006.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Fritsche, Hans

* 6.6.1929

Geb. in Chemnitz; Abitur; Maurerlehre; Studium des Baubetriebswesens an der TH Dresden, 1954 Dipl.-Ing. Architekt, anschl. Ass.; 1957 Prom.; danach tätig in Betrieben des Industriebaus, u. a. für Braunkohlenkraftwerke; 1963 – 66 stellv. Min. für Bauwesen; Doz. für Bautechnik an der Bauhochschule Cottbus; 1964 Banner der Arbeit; 1967 – 77 Vizepräs. u. 1977 – 90 Präs. der DBA; Mitgl. des Forschungsrats der DDR u. internat. Bauorganisationen; 1970 Prof.; 1981 – 86 Stadtverord. von Berlin. 1990 – 99 selbständiger Berater für versch. Firmen; lebt in Berlin.Forschungsleistungen der Bauakad. der DDR für das Bauen in der Hauptstadt Berlin. In: Architektur H. 10 (1987); Bauen in der DDR 1945 – 1990. Berlin 2006 (zus. mit S. Sieber). Kunstdokumentation SBZ / DDR 1945 – 1990. Köln 1996.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fröhlich, Golda

* 7.6.1898 – ✝ 1941

Geboren am 7. Juni 1898 in Haaren als Golda Hartog, Tochter eines Viehhändlers. Zunächst war sie von 1916 bis Frühjahr 1918 Buchhalterin im Warenhaus »Tietz« in Chemnitz. 1916/17 schloß sie sich dem Spartakusbund an und gehörte 1918 zum Arbeiter- und Soldatenrat in Chemnitz. Von Mai 1919 bis 1922 im Apparat der Zentrale der KPD, anschließend besuchte sie die Parteischule und machte Agitationsarbeit in Hannover, Nordbayern und Hessen. Seit 1923 Korrespondentin der Derutra, von Oktober 1925 bis Juli 1928 in der Handelsvertretung der UdSSR in Berlin tätig und später Mitarbeiterin im MOPR-Verlag. Wie ihr Mann Horst Fröhlich bewarb sie sich längere Zeit für eine Mitarbeit am Moskauer Marx-Engels-Lenin-Institut, sie bekamen 1931 eine Anstellung und übersiedelten beide nach Moskau. Golda Fröhlich übte verschiedene Funktionen aus, war von 1931 bis 1933 an der Leninschule. 1932 in die KPdSU (B) übernommen, wurde sie jedoch im November 1936 nach der Verhaftung ihrer Schwestern Selma Gabelin ( Bernward Gabelin) und Johanna Wilke ( Walter Wilke) aus der Partei ausgeschlossen. 1937 Lehrerin, von 1938 bis 1939 Korrektorin in der Druckerei des Verlags für fremdsprachige Literatur, 1940 Bibliothekarin in der Leninbibliothek. Nach Kriegsausbruch nach Taschkent evakuiert, wurde sie dort im Zuge der Stalinschen Säuberungen ermordet.

Wer war wer in DDR

Frohriep, Jürgen

* 28.4.1928 – ✝ 13.7.1993

Geb. in Rostock; Volksschule; Flakhelfer; 1945 Gelegenheitsjobs als Bootsarb., Fischer u. in der Landw.; Anschluß an eine Theatergr. der FDJ u. Mitbegr. der Bühne »Studio 48« in Puttbus; 1951 Engagement am Theater der Freundschaft in Berlin; Hauptrolle im Antikriegsfilm »Sterne« (1959, DDR / Bulg., R.  Konrad Wolf), seitdem Mitgl. des DEFA- u. etwas später auch des TV-Ensembles u. oft als zweifelnder dt. Soldat besetzt; Rollen in DEFA-Filmen u. a. »Weißes Blut« (1959), »Die Liebe u. der Co-Pilot« (1961), »Der Kinnhaken« (1962), »Das Lied vom Trompeter« (1964), »Berlin um die Ecke« (1965), »Chingachgook, die Große Schlange«, »Brot und Rosen« (beide 1967), »Zeit zu leben« (1969), »Du u. ich u. Klein Paris«, »Liebeserklärung an G. T.«, »Anflug Alpha 1« u. »Osceola« (1971); Rollen in ČSSR-Produktionen: »Festung am Rhein« (1962), »Der Schlüssel« (1971), »Hochzeit ohne Ring« (1972), »Das Schicksal heißt Kamila« (1974), »Europa tanzt Walzer« (1988); seit den 1960er Jahren auch in wichtigen TV-Filmen: »Gerichtet bei Nacht« (1960), »Mord an Rathenau« u. »Der Ermordete greift ein« (1961), »Geboren unter schwarzen Himmeln« u. dem Fünfteiler »Das grüne Ungeheuer« (1962), »Die Spur führt in den Siebenten Himmel« (1963), »Wolf unter Wölfen« (1965), »Ohne Kampf kein Sieg« (1966, in der Hauptrolle als Manfred von Brauchitsch), »Treffpunkt Genf« (1968), »Krupp und Krause« (1969), »Der Leutnant vom Schwanenkietz« (1974), »Oben geblieben ist noch keiner« (1980); 1972 – 93 als Kommissar Jürgen Hübner in 64 Folgen des »Polizeiruf 110«; zahlr. Synchronarb.; in den 1960er Jahren TV-Moderationen gemeinsam mit seiner ersten Frau, der Schauspielerin Ingeborg Schumacher (1969 Flucht in den Westen), bei »Rendezvous am Wochenende«; in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Kati Székely verh. Nach 1990 nur noch in einigen Folgen des »Polizeiruf 110«, zuletzt »Keine Liebe, kein Leben« (1994); gest. in Berlin.Habel, F.-B., Wachter, V.: Lexikon der DDR-Stars. Berlin 1999.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Frost, Gerhard

* 24.9.1920 – ✝ 23.1.1988

Geb. in Deutschstein (Krs. Ohlau / Niederschles. / Ścinawa, Polen); Vater Schiffssteuermann; Volksschule; 1934 – 37 Lehre, 1937 – 44 Arbeit als Schlosser; 1944 / 45 Wehrmacht; 1945 / 46 Kriegsgef. in Italien, England u. Westdtl. 1946 – 49 Berufsfeuerwehrmann, kommissar. Politkultur-Ltr. der Berufsfeuerwehr in Wittenberg u. Brandmeister der VP; 1947 SED; 1950 Lehrgang an der SED-LPS Sachsen-Anh., 1950 – 53 Fernstudium an der SED-PHS; 1950 / 51 Sekr. der SED-BPO Stickstoffwerke Piesteritz; 1951 Kulturdir. der Abus (Ausrüstungen von Bergbau u. Schwerind.) in Dessau; 1951 / 52 2. Sekr. der SED-KL Buna; 1952 / 53 1. Sekr. der SED-KL Wittenberg; 1953 – 56 1. Sekr. der SED-KL Buna; 1954 –58 Kand., 1958 – 81 Mitgl. des ZK der SED; 1956 / 57 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1957 / 58 1. Sekr. der SED-KL in den Leuna-Werken »Walter Ulbricht«; 1958 – 68 2. Sekr. der SED-BL Halle; 1959 VVO; 1968 / 69 Studium an der HfÖ Berlin-Karlshorst, Abschluß als Dipl.-Wirtsch.; 1969 – 79 Vors. der SED-BPKK Magdeburg.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fuchs, Gerhard

* 5.8.1899 – ✝ 19.2.1995

Geboren am 5. August 1899 in Essen, Sohn eines Maschinenschlossers; Maschinenschlosser bei der Firma Krupp in Essen. 1910 Mitglied der Arbeiterjugend, 1915 der Gruppe Internationale Sozialisten, 1917 der USPD. Im August 1918 Kriegsdienst, Heizer bei der Marine. 1919 schloß er sich der KPD an und nahm an den Kämpfen der Bremer Räterepublik teil. Danach in Essen Betriebsratsvorsitzender bei Krupp und Funktionär der KPD-Kreisleitung Essen, von 1924 bis 1927 Kraftfahrer bei der KPD-Zeitung, ab 1928 Lokalredakteur in Dortmund und Hamm. 1930 nach Moskau delegiert, war er Organisationspraktikant bei der Komintern, 1931 Kursant an der Leninschule. Im Dezember 1931 wurde Fuchs Reichsleiter der deutschen Sektion der IAH und verantwortlicher Redakteur der IAH-Zeitung »Mahnruf«. 1933 arbeitete er für die IAH illegal, zeitweise in Paris und Brüssel. Am 19. September 1934 in Berlin verhaftet und am 25. Januar 1935 wegen »Weiterführung der Tätigkeit der IAH« zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Freilassung 1938 Schlosser, hatte Kontakte zu Widerstandsgruppen. 1944 Einberufung zur Organisation Todt. Im Mai 1945 wurde er von der sowjetischen Kommandantur in Berlin-Wilmersdorf zum Stellvertreter des Bürgermeisters ernannt. Von 1949 bis 1956 arbeitete er in der Zentrale der DDR-Konsumgenossenschaften, von 1957 bis 1961 DDR-Botschaftsrat und Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung in Moskau, danach von 1962 bis 1967 Abteilungsleiter im ZV der DSF. Er erhielt 1984 den Karl-Marx-Orden. Gerhard Fuchs starb am 19.Februar 1995 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Fuchs, Jürgen

* 19.12.1950 – ✝ 9.5.1999

Geb. in Reichenbach (Vogtl.); Vater Elektriker, Mutter Angest.; 1969 Abitur u. Facharbeiterabschl. bei der Reichsbahn; 1969 – 71 NVA; ab 1971 Studium der Sozialpsychol. an der FSU Jena; 1973 SED; 1974 erste Veröff. von Prosa u. Gedichten, öff. u. private Lesungen mit krit. Texten zur Militarisierung der DDR-Ges. (»Fassonschnitt«, 1984); April 1975 Ausschl. aus der SED wegen »feindl. Angriffe gegen die Grundlagen der soz. Ges. in der DDR«; Juni 1975 Ablehnung der zuvor mit »Sehr gut« bewerteten Dipl.-Arbeit, Exmatrikulation, Publ.-Sperre; anschl. Transportarb., Pfleger in der Stephanusstiftung Berlin; Unterkunft bei  Robert Havemann in Grünheide; Nov. 1976 öffentl. Protest gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns, neun Mon. U-Haft (§106 StGB »staatsfeindl. Hetze«) beim MfS in Berlin-Hohenschönhausen; während der Haft erschienen in der Bundesrep. Dtl. »Gedächtnisprotokolle«; Aug. 1977 Ausbürgerung; seitdem freischaff. Autor in Berlin (West), veröff. u. a. »Vernehmungsprotokolle« 1978, »Tagesnotizen« 1979, »Einmischung in eigene Angelegenh.« 1984, »Ende einer Feigheit« 1988; bis 1989 Kontaktperson für die DDR-Opp.; 1990 Mitarb. in versch. Bürgerkomitees zur Auflösung des MfS. 1992/93 wiss. Mitarb. des Bundesbeauftr. für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR; 1994 als Psychologe Mitarb. in einem Beratungszentrum in Berlin; 1996 Gründungsmitgl. des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur.»... und wann kommt der Hammer?« Psychol., Opp. u. Staatssicherheit. Berlin 1990; Magdalena. MfS, Memfisblues, Stasi, Die Firma, VEB Horch u. Gauck. Berlin 1998; Dissidenten, Präsidenten u. Gemüsehändler (Mitautor). Essen 1998.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Fuchs, Otto Hartmut

* 4.9.1919 – ✝ 7.4.1987

Geb. in Schwäbisch Gmünd; Vater Gymnasialprof.; 1930 – 37 Gymnasium in Schwäbisch Gmünd; 1937 Krs.-Führer der kath. Pfadfinder im Bund »Neudtl.«; Weiterarbeit trotz Auflösung, Aug. 1937 zehn Tage »Schutzhaft«; Aufenthaltsverbot für den Krs. Schwäbisch Gmünd; 1938 Abitur in Augsburg; 1938 – 44 Studium der kath. Theol. für das Priesteramt in Tübingen u. Wien; 1944 Wehrmacht (Ltn.); 1944 Verhaftung durch die Gestapo in Wien u. Vorber. einer Anklage; bis 1945 Haft; spätere Konstruktion seiner Vita als Ltr. »antifa. Widerstandsgr.«. 1945 Mitgl. der VVN; 1945 – 48 Gründer u. Chefred. der kath. Jugendztschr. »Das junge Wort« (Stuttgart); 1948 – 50 Chefred. der Ztschr. »Der Scheinwerfer«, hohe Verschuldung; Dez. 1950 Übersiedl. in die DDR; CDU; 1951 – 69 Chefred. des Union-Pressedienstes; Jan. 1953 – Jan. 1954 MfS-Haft im Kontext der Dertinger-Affäre; 1961 Mitbegr. der vom NR der NF finanzierten Mon.-Schrift »begegnung« für »progressive Katholiken«, 1969 – 77 Chefred., 1977 – 87 Hrsg.; 1964 Mitbegr. der intern von ZK der SED u. MfS instruierten u. über den NR der NF finanzierten Berliner Konferenz kath. Persönlichkeiten aus europ. Staaten (später: Berliner Konf. europ. Kath.); 1970 – 87 Vors. ihres Präs.; 1963 – 70 vom MfS als IM »Hartmut« erf.; 1972 – 87 Mitgl. des HV der CDU; Mitgl. des Präs. des Weltfriedensrates; gest. in Berlin.Bernd Schäfer

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fugger, Karl

* 8.12.1897 – ✝ 24.12.1966

Geboren am 8. Dezember 1897 in Hannover, Sohn eines Malers; Klempnerlehre. Mitglied der Arbeiterjugend, 1916 des DMV. Von 1916 bis 1918 Soldat an der Westfront, November 1918 Lazarettaufenthalt. 1919 Mitglied der KPD, nach der März-Aktion 1921 Orgleiter der KPD in Königsberg, Anfang 1922 zunächst Orgleiter, ab März 1923 Polleiter des KPD-Bezirks Niederrhein in Düsseldorf. Auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 als Kandidat in den ZA gewählt. Nach der Oktoberniederlage 1923 übernahmen die Linken auf dem Bezirksparteitag im März 1924 die Führung der Partei im Bezirk Niederrhein. Hier wurde Fugger von Philipp Dengel abgelöst. Er kam Mitte 1924 als Redakteur an die Parteizeitung nach Magdeburg, wegen seiner Zugehörigkeit zur Mittelgruppe Ende 1925 auch als Redakteur entlassen. Er ging nach Düsseldorf, wo er ein Jahr als Klempner arbeitete. Nach dem »Offenen Brief« 1925 wurde Fugger wieder zur hauptamtlichen Arbeit herangezogen. 1926 Instrukteur im Bezirk Nordwest in Bremen, hier löste er Eugen Eppstein als Polleiter ab und war danach u. a. in Halle und Mannheim. Er kam 1927 zunächst als »Kommissar« des ZK nach Stuttgart und blieb dann als Polleiter. Da Fugger zu den Versöhnlern gehörte, wurde er Ende 1928 als Polleiter abgesetzt, er kam 1929 zum Pressedienst der KPD nach Berlin. Nach seiner Selbstkritik 1931 Sekretär der Roten Hilfe Württembergs in Stuttgart, dann bis zu seiner Verhaftung am 3. April 1934 Orgsekretär der RHD in Berlin. Fugger wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte, danach im KZ Sachsenhausen, ab Frühjahr 1940 im KZ Flossenbürg, wo er am 23.April 1945 durch amerikanische Truppen befreit wurde. Ab August 1945 Leiter der Schulungsarbeit des FDGB Groß-Berlin, 1946 wurde Fugger Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes, ab Januar 1949 Leiter der Schulungsabteilung. Im Mai 1949 in das kleine Sekretariat des FDGB-Bundesvorstandes berufen, war Fugger von August 1951 bis 1955 Direktor der FDGB-Hochschule »Fritz Heckert« in Bernau bei Berlin. Zuletzt Parteiveteran, er erhielt 1962 den VVO in Gold. Karl Fugger starb am 24. Dezember 1966 in Ost-Berlin. Er war seit 1929 mit Else Vierling (* 9. 2. 1903 – † 13. 5. 1982) verheiratet. Buchhalterin, 1924 Mitglied der KPD, ab Mai 1925 Stenotypistin beim Orgleiter Arthur Vogt in der BL Westsachsen. Sie gehörte zeitweilig der Weddinger Opposition an. Von 1927 bis 1932 Redaktionssekretärin bei der »Süddeutschen Arbeiterzeitung« in Stuttgart. 1933 illegale Arbeit in Berlin, August 1934 Emigration nach Frankreich. Zunächst bei der RHD-Zentrale in Paris, ab 1939 im Auslandssekretariat der KPD in Paris, betreute sie vor allem in Frankreich internierte KPD-Emigranten. Im November 1943 verhaftet und im August 1944 ins KZ Ravensbrück gebracht, gelangte sie Ende April 1945 mit einem Transport des IRK (Bernadotte-Aktion) nach Schweden. Nach einem Sanatoriumsaufenthalt kehrte sie im Februar 1946 nach Deutschland zurück und arbeitete von März 1946 bis April 1947 als Sekretärin von Walter Ulbricht, war ab 1950 Mitarbeiterin im FDGB-Bundesvorstand, danach an der FDGB-Hochschule. Sie erhielt für ihre Mitarbeit in der Résistance 1954 die Französische Befreiungsmedaille und 1975 den französischen Orden für zivile und militärische Verdienste im antifaschistischen Widerstandskampf; 1978 den VVO in Gold.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fuhrmann, Bruno

* 2.1.1907 – ✝ 25.9.1979

Geboren am 2. Januar 1907 in Königsberg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Zimmermann. 1922 Mitglied des KJVD, im November 1926 der KPD, 1925 Orgleiter, 1927 Polleiter des KJVD Ostpreußen, auf dem 8. KJVD-Kongreß zum Mitglied des ZK des KJVD gewählt. 1929/30 besuchte er die KJI-Jugendschule in Moskau, anschließend KJI-Instrukteur. Im Dezember 1930 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er KPD-Jugendsekretär in Ostpreußen. Im Dezember 1931 holten ihn die Anhänger Heinz Neumanns in die KJVD-Führung nach Berlin, hier Mitglied des Büros und Sekretär des ZK des KJVD. Ab Februar 1933 Polleiter des KJVD im Bezirk Halle-Merseburg, anschließend in Thüringen. Am 14. Juni 1933 in Erfurt verhaftet, wurde er am 22. November 1934 vom VGH zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. 1936 flüchtete er in die âSR, war KPD-Grenzkurier, ab Ende 1936 in der Schweiz, wo er im Parteiauftrag eine Arbeitsgemeinschaft von politischen Emigranten bildete. Von Juni 1940 bis April 1941 interniert, ab 1942 Orgleiter der neugebildeten KPD-Landesleitung der Schweiz, im Juni 1945 flüchtete er aus dem Lager Wallisellen und gelangte mit Hans Teubner und Leo Bauer nach Deutschland. Das ZK der KPD schickte Fuhrmann als Instrukteur in die amerikanische und französische Zone. Ab Oktober 1947 leitete er die Orgabteilung des ZS der SED, wurde im Februar 1949 Leiter der neugeschaffenen Westkommission des ZS der SED in Berlin. Als Westemigrant geriet er im Zusammenhang mit der Noel-H.-Field-Affäre in das Visier sowjetischer und DDR-Sicherheitsorgane sowie der ZPKK. Im August 1950 aller Parteifunktionen enthoben, aus Berlin verbannt, nur noch untergeordnete Funktionen, wie ab Juni 1954 als Arbeitsdirektor im VEB Lokomotivbau in Hennigsdorf. Im März 1956 Aufhebung der Funktionssperre, von 1964 bis 1972 Sekretär der Zentralleitung des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. Bruno Fuhrmann starb am 25. September 1979 in Ost-Berlin. Fuhrmanns Frau Louise (Aloisia), geborene Vitzthum (* 20. 9. 1908 – † 19. 05. 2003), Tochter einer Kleinbauernfamilie, war Kontoristin und Kindergärtnerin. Seit 1926 im KJV Österreich, seit 1928 in der KPÖ. Anfang 1933 Übersiedlung nach Deutschland, illegale Arbeit für den KJVD. Im November 1933 verhaftet und schwer gefoltert, brachte sie im August 1934 im Frauengefängnis Barnimstraße ihre Tochter Karin zur Welt. Vom Berliner Kammergericht am 13. Oktober 1934 zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Freilassung nach Wien, 1937 Flucht in die âSR, 1939 nach Frankreich. Ende 1940 von der Gestapo festgenommen, nach Deutschland überstellt und nach einigen Monaten Haft in Bremen entlassen. 1945 in Bremen für die KPD aktiv, dann Übersiedlung in die SBZ und Heirat mit Bruno Fuhrmann. Zunächst im VEB »Goldpunkt« Schuhfabrik tätig, folgte sie ihrem Mann nach dessen Entlassung aus dem Parteiapparat nach Hennigsdorf und arbeitete im Stahl- und Walzwerk »Wilhelm Florin«.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Friedrich, Johannes

* 27.8.1893 – ✝ 12.8.1972

Geb. in Leipzig; Vater Landkartenzeichner; 1904 – 13 Gymnasium in Leipzig; 1913 – 18 Studium der indogerman. Philologie in Leipzig, dort 1916 Prom., 1924 Habilitation; 1924 – 29 Privatdoz., 1929 außerord. Prof., ab 1936 ord. Prof. für oriental. Philologie u. Dir. des Oriental. Inst. der Univ. Leipzig; 1940 Mitgl. der Sächs. AdW; 1944 / 45 Wehrmacht, anschl. amerikan. Kriegsgef. 1947 – 48 Prodekan der historisch-philosoph. Fak., 1948 / 49 Rektor der Univ. Leipzig (Nachf. von  Erwin Jacobi); 1950 aufgrund polit. Restriktionen u. der Verweigerung eines Interzonenpasses zur Teiln. am Marburger Orientalistentag aus dem Universitätsdienst in Leipzig ausgeschieden; ab 1950 Ordinarius für Altorientalistik am Orient-Institut der FU Berlin; Ehrenmitgl. der Dt. Orientgesell.; gest. in West-Berlin. Arbeitsgebiete: Altphilologie, Hethitologie.Kurzgefaßte Grammatik–Hethitisches Elementarbuch. Indogermanische Bibliothek (Bd. 1), Heidelberg 1940; Lesestücke in Transkription. Indogermanische Bibliothek (Bd. 2), Heidelberg 1946; Hethitisches Wörterbuch. Indogermanische Bibliothek Reihe 2, Heidel-Stefanie Müller

Wer war wer in DDR

Friedrichson, Eckart

* 14.1.1930 – ✝ 7.6.1976

Geb. in Wernigerode; Bruder Peter F. (Schauspieler); 1947 Schauspieldebüt am Theater in Wernigerode; 1949 – 51 Schauspielausbildung in Quedlinburg; 1956 – 60 Engagement am Dt. Theater Berlin; seit 1961 freiberufl. Schauspieler, Rollen in versch. Film- u. Fernseh- prod., u. a. in »Carola Lamberti« (1954), »Ein Polterabend« (1955), »Kubinke« (1962), »Egon u. das achte Weltwunder« (1964), »Mitten im kalten Winter« (1968), »Rottenknechte« (1969) u. »Am Ende der Welt« (1974); 1955 – 75 Moderator, Geschichtenerzähler u. Sänger der sonntägl. Kindersendung »Meister Nadelöhr erzählt«; 1964 erschien eine Briefmarke mit F. als »Meister Nadelöhr«; gest. in Berlin.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Frings, Theodor

* 23.7.1886 – ✝ 6.6.1968

Geb. in Dülken (Rheinl.); Vater Buchbinder; Oberrealschule, Realgymnasium, Abitur; 1906 – 11 Studium der dt. u. neueren Sprachen an den Univ. Marburg u. Leipzig; 1911 Examen für das höhere Lehramt u. Prom. zum Dr. phil. an der Univ. Marburg; 1911 – 17 Schuldienst, zugl. Assistent, später Doz. an der Univ. Bonn; 1915 Habil.; 1917 a. o. Prof., 1919 ord. Prof. für dt. u. niederländ. Philol.; 1922/23 Austauschprof. in Amsterdam; 1927 – 57 ord. Prof. für Germanistik u. Dir. des Inst. für Dt. Sprache u. German. Philol. an der Univ. Leipzig; 1930 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW; 1936 Gastvorlesungen an Univ. in Finnland u. Schweden; 1937 Dr. phil. h. c. der Univ. Amsterdam. 1945 Ordinarius u. Inst.-Dir. an der Univ. Leipzig; 1946 Präs. der Sächs. AdW u. Ord. Mitgl. der DAW; 1951 – 61 hier Sekr. der Kl. für Sprachen, Lit. u. Kunst; 1949 u. 1961 NP; 1952 – 64 Dir. des Inst. für dt. Sprache u. Lit.; 1956 Hervorragender Wissenschaftler des Volkes; 1959 VVO; 1963 Dr. phil. h. c. der Univ. Gent; 1964 Vizepräs. der dt.-belg. Ges.; gest. in Leipzig; seit 1998 verleiht die Sächs. AdW den Th.-F.-Preis. Bedeutende Stellung in der Germanistik, Mitgl. von ca. 20 Akad. u. wiss. Ges., umfgr. Forschungs- u. Publ.-Tätigkeit (etwa 500 Publ.), Forschungen zur mittelalterl. dt. Lit.; Hrsg. der »Beiträge zur Geschichte der dt. Sprache u. Lit.«, Mithrsg. des »Althochdt. Wörterbuchs« (1952 – 58), seit 1952 Ltr. des »Dt. Wörterbuchs der Brüder Grimm« (32 Bde., 1961 abgeschlossen).Zur Grundlegung einer Geschichte der dt. Sprache. Halle 1948 (mehrere Aufl.); Sprache u. Geschichte. 3 Bde. Halle 1956; Die epischen Werke des Henric van Veldeken. Halle 1956.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fritz, Albert

* 19.1.1899 – ✝ 24.2.1943

Geboren am 19. Januar 1899 in Hornberg/ Baden; Lehre und Arbeit als Eisendreher. 1921 Mitglied der KPD. 1926 übersiedelte er nach Heidelberg, wo er für die KPD in den Stadtrat gewählt wurde. Fritz, der zeitweise Betriebsrat bei der Firma Lanz AG in Mannheim war, gehörte ab 1931 als Leiter der Kasse dem Sekretariat der KPD-BL Baden-Pfalz an. 1933 verhaftet, wurde er 14 Monate im KZ Ankenburg festgehalten. 1936 erneut festgenommen und wegen Verteilung illegaler Schriften zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung arbeitete er auf der Schiffswerft in Mannheim und beteiligte sich nach Kriegsausbruch an Aktionen der von Georg Lechleiter geführten Widerstandsgruppe. Deshalb am 26. Februar 1942 verhaftet und am 22. Oktober 1942 durch den ersten Strafsenat des OLG Stuttgart zum Tode verurteilt. Albert Fritz wurde am 24. Februar 1943 in Stuttgart hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fröhlich, Horst

* 19.1.1891 – ✝ 4.1.1943

Geboren am 19. Januar 1891 in Ratibor, Sohn eines Kaufmanns; studierte nach dem Besuch des Gymnasiums und arbeitete als Buchhändler. Er schloß sich während des Krieges den Bremer Linksradikalen an, war auch Mitarbeiter der radikalen »Aktion« Franz Pfemferts und neigte zunächst zum Anarchismus. 1919 Redakteur der Bremer KPD-Zeitung und in den folgenden Jahren an verschiedenen Parteizeitungen tätig, u.a. in Frankfurt/M. Autor des antireligiösen Stückes »Opium«. 1924/25 Chefredakteur der kommunistischen »Arbeiter-Zeitung« in Breslau. Nachdem er einige Zeit in der Sportabteilung des ZK arbeitete, übernahm er 1926/27 die Agitpropabteilung der Berliner BL. Danach technischer Leiter der KPD-Parteischule, anfangs in Hohenstein, dann in Fichtenau bei Berlin. 1929 kam Fröhlich, ein literarisch gebildeter Mann, als Redakteur an die »Rote Fahne«. 1930 wurde er zum Vorsitzenden der IfA (Interessengemeinschaft für Arbeiter-Kultur) gewählt. 1931 verließ er Deutschland und ging mit seiner Frau Golda Fröhlich nach Rußland, wo beide am Marx-Engels-Lenin-Institut in Moskau arbeiteten. Im Dezember 1934 zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurückgekehrt, übernahm Horst Fröhlich (Deckname Dozent, Hans) die Funktion des Orgleiters der illegalen KPD-BL Wasserkante, dort am 7. März 1935 verhaftet, im Dezember 1936 zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zusammenhang mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 gab es Überlegungen, Horst Fröhlich im Zuge eines Gefangenenaustausches aus Deutschland in die Sowjetunion zu holen. Als das Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten bei der Komintern nachfragte, befürwortete die Kaderabteilung und auch der deutsche EKKI-Vertreter Walter Ulbricht eine solche Aktion. Doch eine Befreiung auf dem Wege des Austausches zu fordern, hielt Dimitroff zu diesem Zeitpunkt – Januar 1941 – für unrealistisch. Als Jude wurde Fröhlich im Dezember 1942 ins KZ übergeführt. Horst Fröhlich kam am 4. Januar 1943 im Lager Golleschau, einem Nebenlager des KZ Auschwitz ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frölich, Paul

* 7.8.1884 – ✝ 16.3.1953

Als zweites von elf Kindern einer sozialistischen Arbeiterfamilie am 7. August 1884 in Leipzig geboren, lernte er sowohl die Not wie die sozialistische Gesinnung von Kindheit an kennen. Sein Vater war Maschinenschlosser, die Mutter Fabrikarbeiterin, beide seit ihrer Jugend schon während des Sozialistengesetzes aktiv in der SPD. Besuch der Bürgerschule und mit Hilfe einer Freistelle der zweijährigen Realschule bis zum Einjährigen, aber durch die Verhältnisse gezwungen, zum Unterhalt der Familie beizutragen. Zweijährige kaufmännische Lehre, 1903 und 1904 in Dresden, Neustadt (Posen) und Leipzig als Angestellter tätig. 1902 Eintritt in die SPD. In diesen Jahren intensives Selbststudium, gefördert durch Kurse des Leipziger Arbeiterbildungsvereins. Erste Versuche zu schreiben und zu referieren. Freunde ermöglichten es Paul Frölich, den Beruf aufzugeben und einige Semester das Volkswirtschaftliche Seminar der Leipziger Universität zu besuchen, von der Militärzeit unterbrochen. Nach einjährigem Dienst nahm er ein Angebot von Paul Lensch, Chefredakteur der »Leipziger Volkszeitung« an, in der Redaktion zu volontieren und sich zum Journalisten auszubilden. Er wurde Mitarbeiter von Hermann Duncker im Leipziger Arbeitersekretariat, dann freier Berichterstatter für zahlreiche SPD- und Gewerkschaftsblätter. 1908 kam Paul Frölich als Redakteur an die »Altenburger Volkszeitung« (Kopfblatt der LVZ), am 1. Oktober 1910 übersiedelte er nach Hamburg, um beim »Hamburger Echo« als Lokalredakteur für Altona zu arbeiten, er wurde Stadtverordneter in Altona. Ab Mai 1914 Redakteur der »Bremer Bürgerzeitung«. Frölich war 1914 Gegner der Burgfriedenspolitik. Zum Kriegsdienst einberufen und als Unteroffizier an die Front geschickt, wurde er nach einer Verschüttung und längerem Lazarettaufenthalt als kriegsuntauglich entlassen. Wieder Redakteur, begründete er 1916 gemeinsam mit Johann Knief die »Arbeiterpolitik«, ein Wochenblatt der linksradikalen Opposition. Delegierter der Bremer Linksradikalen auf der Internationalen Konferenz in Kienthal (Schweiz), wo er sich der Zimmerwalder Linken anschloß, die Lenin nahestand. Ende 1916 wieder eingezogen, zuerst an die Ostfront, dann nach Rendsburg, wurde er Mitte 1918 wegen fortgesetzter Antikriegspropaganda in eine Irrenanstalt gesperrt, durch die Novemberrevolution befreit. Zusammen mit Knief leitete er die »Internationalen Kommunisten Deutschlands« (Bremer Linksradikale). Auf dem Gründungsparteitag der KPD wurde Paul Frölich in die erste Zentrale der KPD gewählt. 1919 nahm er an der Bayerischen Räterepublik teil, konnte flüchten und wurde jahrelang polizeilich verfolgt. In seiner Schrift »Die Bayrische Räterepublik. Tatsachen und Kritik« (1920 unter dem Pseudonym P. Werner) analysierte er die Ereignisse und die Politik der KPD. Seine Gedenkschrift »Eugen Leviné« hat er dem standrechtlich erschossenen kommunistischen Führer der Bayerischen Räterepublik gewidmet (1922, unter P. Werner). Frölich nahm auch am II. und III. Parteitag der KPD teil und wurde wieder in die Parteizentrale berufen. Im Februar 1921 zog er (bei einer Nachwahl) in den Reichstag ein, dem er bis Dezember 1924 und von 1928 bis 1930 angehörte. 1921 zusammen mit August Thalheimer Vertreter der »Offensivtheorie«. Er wurde auch vom VIII. Parteitag 1923 in die Zentrale der KPD berufen. Da Frölich zum rechten Flügel zählte, wurde er 1924 nicht mehr Zentrale-Mitglied, er war dann vor allem publizistisch tätig. 1924 veröffentlichte er »10 Jahre Krieg und Bürgerkrieg«, Band 1, »Der Krieg«, 1926 in der Reihe »Redner der Revolution«: »Dantons Reden«, 1928 in der gleichen Reihe: »Rosa Luxemburgs Reden«. 1925 mit den Arbeiten zur Herausgabe der Gesammelten Werke Rosa Luxemburgs betraut, die Clara Zetkin und Adolf Warski leiteten, und deren erste Bände in den folgenden Jahren herauskamen. Als der »Offene Brief« 1925 die ultralinke Periode beendete, spielte Frölich auch wieder als Parteitheoretiker eine Rolle im ZK. Er nahm am XI. Parteitag 1927 teil, kam als Rechter allerdings nicht ins ZK. Wegen der zunehmenden Stalinisierung der kommunistischen Bewegung geriet er in immer schärferen Gegensatz zum Polbüro und wurde Ende 1928 mit den Führern der »Rechten Fraktion« aus der KPD ausgeschlossen. Danach gehörte er zur Reichsleitung der KPO. 1932 ging er mit der Minderheit der KPO zur SAP. Frölich verfaßte die programmatische Schrift »Was will die SAP?« und wurde auf dem Parteitag der SAP im März 1932 in den Vorstand (Beirat) der Partei gewählt. Im März 1933 von einer illegalen Reichskonferenz der SAP beauftragt, zur Auslandsarbeit nach Norwegen zu emigrieren, auf dem Wege dorthin wurde er verhaftet und neun Monate im KZ festgehalten. Durch einen Zufall freigelassen, floh er in die âSR und konnte im Frühjahr 1934 die Auslandsarbeit der SAP in Paris aufnehmen. Bis 1939 war Frölich führender Mitarbeiter an allen Publikationen der SAP (»Neue Front«, »Marxistische Tribüne«) und setzte seine Studien über die Französische Revolution fort. 1939 erschien sein Werk (1940 in englischer Übersetzung) »Rosa Luxemburg, Gedanke und Tat« (2. Aufl. 1949 in Hamburg, 3. Auflage 1967 Frankfurt/M.) und 1990 im Dietz Verlag Berlin. Nach Kriegsausbruch wurde er in Vernet interniert, kam 1940 ins Camp Bassens. Im Februar 1941 gelangte Paul Frölich zusammen mit Rosi Wolfstein, seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau, mit Hilfe eines Emergency Visums von Marseille aus über Martinique nach New York. Dort nahm er seine Studien über Demokratie und Diktatur in der Französischen Revolution wieder auf. Aus Anlaß des hundertjährigen Erscheinens des Kommunistischen Manifests hielt er einen Vortrag, den er 1949 unter dem Titel »Zur Krise des Marxismus« in Hamburg veröffentlichte. Ende 1950 kehrten Paul und Rosi Frölich nach Deutschland zurück, sie ließen sich in Frankfurt/M. nieder und schlossen sich der SPD an. Es folgten zwei Jahre intensiven Wirkens in Kursen, Vorträgen und mit Schriften. Paul Frölich starb am 16. März 1953. Aus seinem Nachlaß herausgegeben: »1789 – Die große Zeitwende. Von der Bürokratie des Absolutismus zum Parlament der Revolution«, Frankfurt/M. 1957.

Wer war wer in DDR

Fruck, Hans

* 15.8.1911 – ✝ 15.12.1990

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; 1925 SAJ; 1925 – 30 Ausbildung zum Werkzeugdreher; 1927 – 29 Mitgl. der KJVD-BL Berlin-Brandenb.; 1930 KPD; 1930 – 33 Expedient u. Hilfsred. im Verlag des Reichskomitees der RGO; 1933/34 arbeitslos; 1934 – 43 Werkzeugdreher in der Maschinenfabrik »Raboma« Berlin-Borsigwalde; Ltr. einer kommunist. Widerstandsgr. in Berlin, Kontakte zur Widerstandsgr. um Herbert Baum; 1943 Festnahme, wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, Haft im Zuchthaus Brandenb.-Görden. 1945 Einstellung bei der Polizei; Reviervorsteher, dann Kommissariatsltr. der Kripo in Berlin-Weißensee; 1946 Ltr. der Einbruchsinspektion der Kripo Berlin; 1947 stellv. Ltr., dann Ltr. der Kriminaldir. Berlin; 1949/50 PHS; 1950 Einstellung beim MfS, Ltr. der Verw. Groß-Berlin; Mitgl. der SED-BL Berlin; 1953 Gen.-Major; 1953 – 56 Mitgl. des Büros der SED-BL Berlin; 1956 stellv. Ltr. der HV A (Auslandsspionage); 1969 VVO; 1977 Entlassung, Rentner; 1981 KMO; gest. in Berlin.Scheer, R.: Im Schatten der Sterne. Eine jüd. Widerstandsgruppe. Berlin 2004.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fuchs, Hans

* 19.5.1894 – ✝ 12.12.1954

Geboren am 19. Mai 1894 in Düsseldorf, Sohn eines Fabrikarbeiters; Gymnasium, Konditorlehre, Wanderschaft. Von 1914 bis 1918 Kriegsteilnehmer. 1917 schloß er sich der USPD an und gehörte im November 1918 zum Arbeiter- und Soldatenrat in Schwerin. 1919 wurde Fuchs Vorsitzender der USPD in Schwerin, er trat 1920 für den Anschluß an die Komintern und für die Fusion mit der KPD ein. Im Dezember 1920 Landessekretär der VKPD für Mecklenburg-Lübeck, er wurde auf dem VII. Parteitag im August 1921 in Jena zum Ersatzmitglied der Zentrale gewählt. Von 1920 bis 1933 war Hans Fuchs Abgeordneter des Mecklenburgischen Landtages. 1922 trat er aus der KPD aus und schloß sich der Rest-USPD an. Vom Oktober 1922 bis Juli 1923 Mitglied des USPD-PV und zugleich Redakteur der USPD-Zeitung »Weltbühne« in Schwerin. Im Juli 1923 ging er zur SPD zurück und war von 1922 bis 1933 auch SPD-Stadtverordneter in Schwerin, arbeitete als Vorsitzender der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Mecklenburg-Schwerin. 1933 zeitweise inhaftiert und in das Landgerichtsgefängnis Schwerin überführt, 1944 erneut in »Schutzhaft« genommen. Anschließend zwangsdienstverpflichtet und noch Ende 1944 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 Mitglied der SPD, trat Fuchs für die Vereinigung mit der KPD zur SED ein. Von 1945 bis 1947 besoldeter Stadtrat der SPD bzw. SED in Schwerin, ab Oktober 1946 gehörte er dem Mecklenburgischen Landtag an. 1948 stellvertretender Leiter der Hauptverwaltung Land- und Forstwirtschaft der DWK. Hans Fuchs starb am 12. Dezember 1954 in Schwerin.

Wer war wer in DDR

Fuchs, Karl-Albert

* 7.2.1920 – ✝ 13.4.2015

Geb. in Oetzsch-Markkleeberg; Vater Briefträger, Mutter Hausfrau; 1926 – 30 Volksschule in Oetzsch; 1930 – 38 Oberrealschule (Herderschule) in Leipzig, Abitur März 1938; April – Okt. 1938 RAD; 1938 – 42 Militärdienst, zuletzt Geschützführer u. Unteroffizier im Afrikakorps; 1942 – 47 Kriegsgef. in Ägypten, Kanada (1942 – 46) u. Großbritannien (1946 / 47). 1947 Maurer-Umschüler, Bauhof-GmbH Leipzig; 1947 – 54 Studium an der TH Dresden, Fak. f. Ing.-Bauwesen, Fachrichtung: konstruktiver Ing.-Bau; 1948 – 50 Studentenrat, seit 1949 dessen Vors.; 1954 / 55 Statiker beim Min. f. Aufbau, Abt. Baurecht u. Bauaufsicht; 1955 / 56 Min. f. Bauwesen, Abt. Technik, Ltr. des Sektors Produktionstechnik; 1956 – 59 Ltr. des Sektors Industrie- u. Ing.-Bau; 1959 / 60 Techn. Dir. im VEB Ing.-Tiefbau Brandenburg; 1960 – 63 MfB, Abt.-Ltr. Technik; 1961 –85 Ord. Mitgl. der DBA; 1963 – 66 Stellv. d. Ministers f. Wiss., Projektierung u. Internat. Zusammenarbeit; 1966 – 68 Dir. des Inst. f. Ing.- u. Tiefbau u. Vizepräs. der DBA; 1968 –85 HAB Weimar, ord. Prof. f. Ing.-Tiefbau; 1968 – 70 1. Prorektor, 1970 – 1983 Rektor der HAB; 1955 – 90 KdT, Fachverband Bauwesen u. 1964 – 72 Vors. der KdT; 1947 SED; 1971 –90 SED-BL Erfurt; 1949 – 90 DSF, 1972 – 90 Vors. Bez.-Vorstand Erfurt; 1960 Verdienstmed. der DDR; 1969 VVO (Bronze); 1974 KMO; 1980 VVO (Silber); 1984 Orden der Völkerfreundschaft der UdSSR. Bis 2002 PDS; lebte in Weimar; gest. in Bad Berka.Die Stellung des Bauhauses in der Geschichte und die Bedeutung seines Erbes für die entwickelte soz. Gesell. In: Wiss. Zeitschr. der HAB Weimar (1976) 5/6; Rede des ausscheidenden Rektors zur Investitur, 14.1.1983. In: Preiß, A., Winkler, K.-J.: Weimarer Konzepte. Die Kunst- u. Bauhochschule 1860 –1995. Weimar 1996, Dokument 98.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

Wer war wer in DDR

Fuchs, Ruth

* 14.12.1946

Geb. in Egeln (b. Magdeburg); KJS; 1960 – 81 aktiv in der Leichtathletik (Speerwurf), zuerst in Egeln, dann in Güstrow, 1964 Mitgl. des SC Traktor Schwerin, 1966 SC Karl-Marx-Stadt, 1968 SC DHfK Leipzig, seit 1970 Mitgl. des SC Motor Jena (Trainer: Karl Hellmann), 1970, 1973, 1975 u. 1977 Siegerin beim Europacup; dreimal Teiln. an Europameisterschaften: 1971 3. Platz, 1974 u. 1978 Siegerin; dreimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1972 u. 1976 Siegerin, 1980 8. Platz, 1972 – 80 sechsmal WR; 1977 u. 1979 Siegerin beim Weltcup; 1978 ER; 1981 Beendigung der sportl. Laufbahn; SED; med.-techn. Assistentin; Lehrausbilderin; Pädagogikstudium an der Univ. Jena; Psychologin; 1984 Prom. zum Dr. päd. über Motivation im Leistungssport an der DHfK; bis 1990 an der Univ. Jena tätig; 1984 – 90 Vizepräs. des Dt. Leichtathletik-Verb.; Mitgl. der Frauen-Kommission des Internat. Leichtathletik-Verb. (IAAF); VVO; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer (PDS-Fraktion), Vors. des Sportaussch. 1990 – 2002 Mitgl. des Dt. Bundestags (PDS-Fraktion), Mitgl. des Sportaussch.; 1991/92 stellv. Landesvors. der PDS Thür.; sportpol. Sprecherin der PDS; 2004 – 2009 Mitgl. des Thüringer Landtags; betreibt Modeboutique in Jena; lebt in Bucha (b. Jena). Geb. in Berlin; Vater Schneider; Volks- u. Lyzeum, ab 1920 Handelsschule (Abendkurse); 1921 – 33 ZdA; 1922 USPD-Jugend, dann KJD; 1923/24 Studium an der Univ. Berlin (ohne Abschluß); 1924 – 29 Stenotypistin; ab 1927 tech. Sekr. im ZK der KPD; 1925 KPD, Instrukteur für Betriebs- u. Häuserblockztgn., Mitgl. der UBL Berlin-Nordost (»Grete Jung«, »Marianne«); 1927 verh. mit Max Keilson; begleitete 1928 die Delegation des ZK der KPD zum VI. Kongreß der KI in Moskau; 1929 – 33 Mitarb. in dem von Georgi Dimitroff geleiteten konspirativen Westeurop. Büro der KI in Berlin (»Marianne«), bis zu Dimitroffs Verhaftung am 9.3.1933 dessen Sekr.; 1929 Mitgl. der Berliner Ltg. des Roten Frauen- u. Mädchenbunds; März – Mai 1933 zur Vorbereitung des Antifa-Kongresses in Kopenhagen; Mai 1933 Emigr. nach Paris u. in dem am 20.8.1933 in Paris gebildeten Weltkomitee gegen Krieg u. Fasch. tätig; 1935/36 in Prag unter dem Deckn. »Alma« Mitarb. des KPD-Auslandsbüros; 1936 – 39 Mitarb. des Sekr. des KPD-ZK in Paris (»Agnes«); zentr. Sekr. für die org. Führung des Apparats; 1939 – 43 Mitarb. im Apparat der KI in Moskau, u. a. Referentin von  Wilhelm Pieck; ab 1943 Mitarb. im Büro des Vors. der KPD, Wilhelm Pieck; Teiln. an der Gründungsvers. des NKFD u. des Bundes Dt. Offiziere; Kurierdienste u. pol. Aufklärungsarbeit in Kriegsgefangenenlagern; 1944 KPD-Parteischule. Juni 1945 Rückkehr nach Dtl.; Ende 1945 Ltr. der Abt. Kader des ZK der KPD u. 1946 – 48 parit. Ltr. der Abt. Personalpol. des SED-PV (mit  Alexander Lösche); 1946 – 50 Mitgl. der Revisionskommission beim SED-PV; 1948 – 52 Ltr. des Büros bzw. der Abt. Internat. Verbindungen beim ZK der SED, 1953 – 59 deren stellv. Ltr. (Ltr.  Peter Florin); ab 1959 mit  Klaus Emil Julius Fuchs verh.; 1959 – 70 Mitarb. der Presseabt. des Min. für Ausw. Angelegenh.; 1970 Rentnerin; unterstützte die Traditionspflege; 1955 VVO, 1970 Ehrenspange zum VVO; 1985 Stern der Völkerfreundschaft; 1990 PDS; gest. in Dresden.Erinnerungen an Georgi Dimitroff. In: BzG (1969) 5. Amos, H.: Politik u. Org. der SED-Zentrale 1949 – 1963. Münster 2003.Wilfriede Otto

Wer war wer in DDR

Fühmann, Franz

* 15.1.1922 – ✝ 8.7.1984

Geb. in Rochlitz an der Iser (Krs. Starkenbach, ČSR/Rokytnice nad Jizerou, Tschechien); Vater Apotheker; 1928 – 32 Volksschule; 1932 – 34 Jesuitenkonvikt Kalksburg (b. Wien), 1934 – 38 Gymnasium Liberec (Reichenberg); Mitgl. des Dt. Turnvereins (Sudetendt. HJ), Mitgl. der pennalen Burschenschaft Hercynia; 1938 – 41 Reiter-SA; 1938 – 41 Reform-Realgymnasium Hohenelbe, Abitur; Febr. – Okt. 1941 RAD in Ostpr., Arbeitsmann in der UdSSR; 1941 – 45 Wehrmacht (Luftwaffe), Obergefr.; Einsätze in der UdSSR u. Griechenland; 1942 erste Gedichtveröff. »Jugendl. Trio« in Hamburg; Mai 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1947 Kommandierung zur Antifa-Zentralschule, dort Assistent u. Jan. – Dez. 1949 Lehrer. Dez. 1949 Rückkehr nach Dtl.; seit 1950 in Berlin, später auch in Märkisch-Buchholz; 1950 NDPD, 1950 – 58 hauptamtl. NDPD-Kulturfunktionär; 1952 Mitgl. im PV der NDPD, persönl. Referent von  Vincenz Müller; 1953 Vorstandsmitgl. des DSV; mit DSV-Deleg. Studienreise in die UdSSR; 1954 – 59 vom MfS als IM »Salomon« erf., da er weder Berichte lieferte, noch zu konsp. Treffen bereit war, erfolgte die Entpflichtung; 1955 »Kameraden« u. a. Kriegserz.; Mitgl. des Dt. PEN-Zentrums Ost u. West; 1956 Heinrich-Mann-Preis; 1957 u. 1974 NP; 1958 Lösung des Arbeitsverhältnisses mit der NDPD; Juli 1958 Ausschluß aus dem NDPD-Hauptaussch.; danach freier Schriftst.; Beginn von Arbeitsaufenthalten bei der VP, in LPG, Warnow-Werft u. ä.; 1961 »Kabelkran u. Blauer Peter«; Mitgl. der DAK; Offener Brief an Günter Grass u. Wolfdietrich Schnurre zur Verteidigung des Mauerbaus; 1963 Joh.-R.-Becher-Preis; 1964 Brief an den Min. für Kultur  Hans Bentzien zu Schaffensproblemen, Absage an den Bitterfelder Weg; Jan. 1966 Austritt aus dem Vorstand des DSV, kurz darauf rückgängig gemacht; 1970 Hrsg. von »Ernst Barlach. Das Wirkliche u. Wahrhaftige«, Erzählungsbd. »Der Jongleur im Kino«; 1972 Austritt aus der NDPD; 1974 Gastvorlesungen »Das myth. Element in der Lit.«; erste Einfahrt in ein Kupferbergwerk; 1975 »Erfahrungen u. Widersprüche. Versuche über Lit.«; 1976 – 79 mehrere Essays zu E. T. A. Hoffmann; 1976 Mitunterz. der Petition gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; ab 1976 vom MfS im OV »Filou« erf.; zunehmende Verdrängung aus der Öffentlichkeit; 1977 Offener Brief »Lust an der Wahrheit« an den Ltr. der HV Verlage u. Buchhandel im Min. für Kultur,  Klaus Höpcke; 1977 legte er die Mitarb. im SV nieder, da die Verhaltensweise der Verb.-Führung den Weggang von  Sarah Kirsch begünstigt habe; Apr. 1978 aus dem Vorst. des SV ausgeschieden; zunehmende künstler.-pol. Isolierung; 1981 Initiierung einer Anthol. junger krit. DDR-Autoren, verhindert durch die Ltg. der AdK u. führende Kräfte der SED; Arbeit mit Behinderten (»Was für eine Insel in was für einem Meer« 1985); 1982 Geschwister-Scholl-Preis für »Der Sturz des Engels«; 1982 »Vor Feuerschlünden: Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht«; dank seiner Anstrengungen erschien die erste DDR-Ausgabe einer Essaysammlung von Sigmund Freud; 1983 Arbeit am Bergwerkprojekt (»Im Berg. Fragment eines Scheiterns«); 1983 »Meine Bibel. Erfahrungen« (Essay); zahlr. Bearbeitungen antiker Dramen u. Mythen; gest. in Berlin.Das Judenauto. Rostock 1962; 22 Tage oder Die Hälfte des Lebens. Rostock 1973; Prometheus. Berlin 1974; Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm zu Babel. Berlin 1978; Essays, Gespräche, Aufsätze 1964 – 81. Rostock 1983; Briefe 1950 – 1984. Eine Auswahl (Hrsg. von Hans-Jürgen Schmitt). Rostock 1994. Richter, H.: F. F. Ein dt. Dichterleben. Berlin 1992; Wolf, C., F. F.: Monsieur, wir finden uns wieder. Briefe 1968 – 1984. Hrsg. A. Drescher. Berlin 1995; Walther, J.: Sicherungsber. Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996; Rüther, G.: F. F. Ein dt. Dichterleben in zwei Diktaturen. In: Aus Politik u. Zeitgesch. (2000) B 13; Decker, G.: F. F. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biogr. Rostock 2009.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Fukarek, Franz

* 21.1.1926 – ✝ 20.5.1996

Geb. in Rumburg (ČSR/Rumburk, Tschechien); Vater Jurist, Mutter Volksschullehrerin; Mai 1944 Notabitur nach elf Schuljahren u. Einziehung zur Wehrmacht, Jan. 1945 Verwundung, April 1945 Entlassung; Juni 1945 Vertreibung u. Flucht nach Zittau, wo der Vater verhaftet wird u. kurz darauf umkommt; Zwischenstation in Arensdorf (b. Köthen). 1946 Abitur an den Franckeschen Stiftungen in Halle; 1946 – 49 Studium der Biol., Geographie u. Geol. an der MLU Halle; 1948 Hilfsassistent, 1949 – 53 Assistent bei  Hermann Meusel am Botan. Garten der MLU; 1950 – 53 Landesvors. der Natur- u. Heimatfreunde Sachsen-Anh. im KB; 1951 Prom. an der MLU; 1953 Oberassistent bei  Werner Rothmaler am Inst. für Agrobiol. der EMAU Greifswald; 1960 Habil. u. Doz., 1963 Prof. mit Lehrauftrag u. Ltr. der Abt. Taxonomie u. Vegetationskunde des Botan. Inst., 1969 Prof. mit Lehrstuhl für Botanik, 1972 – 91 Dir. des Botan. Gartens der EMAU Greifswald; Vors. des Bez.-Fachaussch. Botanik u. Mitgl. des BV Rostock der Ges. für Natur u. Umwelt im KB. 1993 Ehrenmitgl. der Florist.-soziol. Arbeitsgemeinschaft Göttingen; gest. in Greifswald; bes. Verdienste um die florist. u. vegetationskundl. Erforschung des nordostdt. Tieflands; nach dem Tode Rothmalers 1962 Ltg. der »Arbeitsgemeinschaft mecklenburg. Floristen« zur vollst. Florist. Kartierung der drei Nordbez. der DDR; Erarbeitung Roter Listen verschwundener u. gefährdeter Pflanzen; Ausbildung bekannter Landschaftsökologen u. Naturschützer, darunter  Michael Succow; umfangreiche Hrsg.-Tätigkeit, u. a.: Pflanzenwelt der Erde (Leipzig 1979); Urania-Pflanzenreich in vier Bänden. Vegetation (Leipzig 1995); Verbreitungsatlas der Farn- u. Blütenpflanzen Ostdtl. (mit D. Benkert u. H. Korsch/Jena 1996).Die Vegetation des Darß u. ihre Geschichte. Jena 1961; Pflanzensoziol. Berlin 1964; Neue krit. Flora von Mecklenburg. Teil 1 – 5. Rostock 1983 – 87 (mit H. Henker). Krisch, H.: F. F. 60 Jahre. In: Botan. Rundbrief für den Bez. Neubrandenburg (1986) 18; Jeschke, L.: F. F. zum 65. Geburtstag. In: Botan. Rundbrief für Mecklenb.-Vorpomm. (1991) 23; Nachruf von H. Krisch u. M. Succow in: Botan. Rundbrief für Mecklenb.-Vorpomm. (1996) 29; Schriftenverz. In: Gleditschia (1996) 24, (1997) 25.Ekkehard Höxtermann