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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Bachfeld, Jochen

* 17.12.1952

Geb. in Sülte (b. Schwerin); Schule in Sülpte; Judo beim SC Dynamo Schwerin; 1962 Beginn mit dem Boxsport in Hagenow, 1966 Wechsel zum SC Traktor Schwerin (Trainer: Bruno Guse, dann Paul Nickel); 1970 2. bei der Junioren-EM; 1972 SED; zweimal DDR-Mstr. im Federgewicht; 1976 Olympiasieger im Weltergewicht; Fernstudium zum Binnenhandelsökonom; Berufsausbildung zum Handelskfm.; 1979 122. Boxkampf (107 Siege, vier unentschieden); 1980 nach langwierigen Verletzungen sportl. Laufbahn beendet; danach Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; arbeitet als Erziehungstherapeut.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Baden, Hermann

* 18.7.1883 – ✝ 30.5.1962

Geb. in Danzig (Gdańsk, Polen); Volksschule; Ausbildung zum Kfm. in Halle; Zwangsarbeiter; 1944/45 KZ Theresienstadt. Ab Juni 1946 Vors. der Jüd. Gemeinschaft innerhalb des Hilfswerks der Provinz Sachsen; 1946 – 62 Vors. der Jüd. Gemeinde in Halle; 1953 – 61 Vors. bzw. Präs. des Verb. der Jüd. Gemeinden in der DDR (Nachf. von  Julius Meyer); versuchte in seiner Amtsführung Distanz zu Partei- u. Regierungsinstanzen zu wahren u. sich auf das im Verbandsinteresse Notwendige zu beschränken, dadurch zahlr. Konflikte u. a. mit dem Staatssekretariat für Kirchenfragen; gest. in Halle.Burgauer, E.: Zwischen Erinnerung u. Verdrängung – Juden in Dtl. nach 1945. Reinbek 1993; Offenberg, U.: »Seid vorsichtig gegen die Machthaber«. Die jüd. Gemeinden in der SBZ u. der DDR 1945 – 1990. Berlin 1998.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bahls, Rudolf

* 16.2.1884 – ✝ 1.7.1967

Geboren am 16. Februar 1884 in Berlin; Dreher, 1903 Mitglied des DMV, seit 1908 der SPD. Soldat im Ersten Weltkrieg, trat 1917 zur USPD über und arbeitete während der Novemberrevolution als Sekretär im Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte, später Angestellter der Betriebsrätezentrale in Berlin. Ab 1920 KPD-Mitglied, bis 1923 Angestellter des Berliner Magistrats, übte er zunächst ehrenamtliche Funktionen aus, war Mitglied der BL und dann hauptamtlicher Angestellter der Reichsgewerkschaftsabteilung des ZK der KPD. Später auch Redakteur an der Zeitung »Klassenkampf« in Halle. Von 1925 bis 1933 Abgeordneter und Vorsitzender der KPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Berlin-Reinickendorf. Von 1930 bis 1933 Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin, wurde Bahls im Februar 1933 von der SA verhaftet, in die berüchtigte SA-Kaserne in die Hedemannstraße verschleppt und mißhandelt. 1937 und 1939 für einige Wochen abermals festgenommen, konnte er sich im August 1944 der erneuten Verhaftung im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« durch Flucht entziehen und lebte bis April 1945 illegal. Seit Mai 1945 Angestellter im Bezirksamt Reinickendorf, leitete er ab Oktober 1945 das Wohnungsamt des Bezirks. Er gehört wieder der KPD/SED an und wurde im Januar 1947 Leiter der Abteilung Löhne und Tarife der IG Chemie des FDGB. Rudolf Bahls starb am 1.Juli 1967 in Berlin-Reinickendorf.

Wer war wer in DDR

Bahnik, Horst

* 10.5.1930

Geb. in Magdeburg; Vater KPD-Funktionär, Mutter Sekretärin; 1934 Flucht mit der Mutter in die UdSSR, dort unter dem Namen »Horst Felle«; 7 Jahre Grundschule in Moskau; 1946 / 47 Studium am Technikum in Tomsk. Mai 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1947 – 49 Dolmetscher bei der Dt. Verw. des Innern in Berlin-Wilhelmsruh; 1948 Schüler der SED-KPS in Berlin-Kaulsdorf; Sept. 1949 – Nov. 1950 Kursant der VP-Schule in Torgau, anschl. dort Mitarb.; danach bis Dez. 1952 Sachbearb. in der Abt. IX des MfS in Halle (Saale); Mitgl. der FDJ-KL im MfS Halle; 1953 Teiln. am 4. Einjahreslehrgang der SED-PHS »Karl Marx« in Kleinmachnow; 1954 – 57 Instrukteur im Sektor NVA der Abt. Sicherheitsfragen des ZK der SED; seit Nov. 1956 schwer erkrankt; 1959 – 88 Ltr. der Kaderabt. des militär. Nachrichtendienstes; OibE des MfS; 1980 VVO; 1985 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland in Gold; 1988 Rentner; lebt in Berlin.Wegmann, B.: Die Militäraufklärung der NVA. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth

dissidenten.eu

Bahro, Rudolf

* 1935 – ✝ 1997

Wie wohl kein zweiter sozialistischer Intellektueller der DDR hat Rudolf Bahro mit dem 1977 in der Bundesrepublik verlegten Buch „Die Alternative“ in Ost und West zeitweilig Menschen beeinflusst, die nach Alternativen zur Wirtschafts- und politischen Ordnung im jeweiligen deutschen Teilstaat suchten. Seine Verurteilung zu acht Jahren Haft im Juni 1978 war in West-Berlin Anlass, ein „Bahro“-Solidaritätskomitee zu gründen. 1979 in die Bundesrepublik entlassen, kehrte er Ende 1989 nach Ost-Berlin zurück, doch spielte er bei der politischen Umgestaltung der DDR keine Rolle mehr.Rudolf Bahro wurde 1935 in Bad Flinsberg in Schlesien geboren, wo seine Eltern in der Landwirtschaft tätig waren. 1954 schloss er die Schule mit dem Abitur in Fürstenberg/Oder ab und studierte anschließend bis 1959 Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin. Ab 1954 SED-Mitglied und gläubiger Kommunist, protestierte er während der *Ungarischen Revolution von 1956 gegen die Desinformationspolitik der SED. Dies führt zu ersten Observierungen durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Nach dem Diplom war er als Dorfzeitungsredakteur im Kreis Seelow (Oderbruch) tätig, dann als Redakteur der Universitäts-Parteizeitung in Greifswald und politischer Mitarbeiter beim Zentralvorstand der Gewerkschaft Wissenschaft in Berlin. 1965 wurde er stellvertretender Chefredakteur der Zeitung „FORUM“, doch wegen des Abdruckes von Volker Brauns Stück „Kipper“ löste man ihn aus kulturpolitischen Gründen wieder ab. Zwischen 1967 und seiner Verhaftung 1977 arbeitete er sich bis zum Abteilungsleiter für Arbeitsorganisation im VEB Gummikombinat Berlin-Weißensee hoch. Bahros Protest gegen den *Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei 1968 führte zur erneuten, diesmal intensiven Verfolgung durch die Staatssicherheit. Eine außerplanmäßige Aspirantur 1972–75 an der Technischen Hochschule für Chemie Leuna-Merseburg ermöglichte es ihm, eine Dissertation über Effektivität und Hemmnisse beim Einsatz von Hoch- und Fachschulabsolventen in der Wirtschaft zu schreiben. Bahro verband diese mit nicht genehmigten Interviewerhebungen. Trotz positiver Gutachten wurde durch Intervention des MfS und aufgrund zusätzlich „bestellter“ negativer Bewertungen seine Dissertation abgelehnt. Der Grund hierfür lag nicht in der Doktorarbeit selbst begründet, sondern in seiner nebenher heimlich verfassten grundlegenden Kritik am realen Sozialismus, aus der später sein bekanntes Buch „Die Alternative“ hervorgehen sollte. Bahros geschiedene Frau Gundula übergab die erste Textfassung dieser Sozialismuskritik dem Staatssicherheitsdienst, der seit 1974 jede seiner Tätigkeiten überwachte, jedoch nicht verhindern konnte, dass Bahro am Text weiterarbeitete und das fertige Manuskript in die Bundesrepublik bringen ließ. Nach Fertigstellung des Buches unter dem Titel „Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus“ und genau vorbereiteten Medienauftritten wurde Bahro am 23. August 1977 verhaftet und am 30. Juni 1978 zu acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Anschließend kam er in das Zuchthaus Bautzen II. Auch unter dem Druck internationaler Proteste amnestierte man ihn bereits zum 30. Jahrestag der DDR im Oktober 1979 und ließ ihn zusammen mit ihm nahestehenden Personen in die Bundesrepublik ausreisen. „Die Alternative“ wurde in Auszügen, selbst hergestellten Abzügen und einzelnen Exemplaren in den 70er und frühen 80er Jahren in der DDR von vielen Intellektuellen gelesen und hat so wesentlich zur Aufklärung über den „realen Sozialismus“ auch unter SED-Mitgliedern beigetragen. Auf die Akteure der Herbstrevolution 1989 übte das Buch dagegen keinen Einfluss mehr aus und spielte auch bei der politischen Umgestaltung der DDR keine Rolle mehr. In der Bundesrepublik bemühte sich Bahro ab 1979 politisch um die Integration sozialistischer (auch sozialdemokratischer) und alternativer Kräfte, wurde Gründungsmitglied der Partei „Die Grünen“, in deren Bundesvorstand er 1982 gewählt wurde. Politische Differenzen veranlassten ihn, 1985 aus der Partei auszutreten. Nach seiner Promotion wurde er 1983 mit der „Alternative“ habilitiert. Einen mehrwöchigen USA-Aufenthalt im gleichen Jahr bei Bhagwan Shree Rajneesh und dessen Sannyasins im Bundesstaat Oregon verstand er als „eine Reise nach Innen“. In der Folgezeit war er an mehreren alternativen Projekten und an der Gründung einer „Lernwerkstatt“ in Niederstadtfeld in der Eifel beteiligt. Nach seiner Abkehr von den Grünen wandte er sich euphorisch Michail Gorbatschow zu, in dem er den politischen Vollender seiner „Alternative“ sah. Während der Friedlichen Revolution kehrte Bahro Ende 1989 nach Ost-Berlin zurück und hielt eine wenig verstandene und umstrittene Rede auf dem Sonderparteitag der SED, in der er unter anderem zur ökonomischen Umkehr und zu einer ökologischen Lebensweise aufrief. Im September 1990 wurde er als Professor berufen und gründete das Institut für Sozialökologie an der Humboldt-Universität Berlin. Dort begann er im Wintersemester 1990/91 regelmäßige Vorlesungen, die auch auf ein starkes Interesse einer nichtstudentischen Öffentlichkeit stießen. Nebenher war er Kopf eines kleineren Kreises – die „Gemeinschaft für Sozialökologie“ – mit spirituellen Übungen und anderen Exerzitien. Bahros zweites Hauptwerk war die „Logik der Rettung“. In ihr verfasste er eine Fundamentalkritik an der industriellen Wirtschaftsweise und ihrer Naturzerstörung. Dieser setzte er die „Subjektivität der Rettung“ entgegen, die mit der Selbsterneuerung auf dem Wege der Meditation beginnen, sich über eine geläuterte Subjektivität und die Umgestaltung der Lebensweise hin zum praktischen Umbau der materiellen Fundamente der Gesellschaft weiterentwickeln sollte. Der Kommunismus war ihm in den 90er Jahren keine Systemfrage mehr; sein neuer Ansatz lautete: „Kommunismus verstehe ich als Begleiterscheinung jeglicher spirituell fundierter Gesellschaft.“ In seinen letzten Lebensjahren arbeitete Bahro an einem neuen Politikverständnis mit Anleihen bei Platon (der Weise als Staatsführer), Joachim di Fiore (eine Art göttlicher Staat, in dem Liebe und Gleichheit herrschen) und Jean Gebser (Idee des „Homo integralis“). 1995 erkrankte er an Krebs und starb nach vorübergehender Besserung am 5. Dezember 1997 in Berlin.Guntolf Herzberg Letzte Aktualisierung: 08/16

Wer war wer in DDR

Balden, Theo

* 6.2.1904 – ✝ 30.9.1995

Geb. in Blumenau (Sta. Catarina, Brasilien); Vater Kunstmaler; 1906 nach dem Tod des Vaters mit seiner Mutter nach Dtl.; 1910 – 18 Volksschule in Berlin; 1918 – 22 Ausbildung zum techn. Zeichner in Berlin; 1922 Mitglied der Wandervogelbeweg.; 1923/ 24 Studium am Bauhaus Weimar (Lehrer: László Moholy-Nagy u. Oskar Schlemmer), danach autodidaktische Weiterbildung; seit 1924 freischaff.; 1928 Mitgl. der KPD, 1929 der ASSO; 1933 illeg. pol. Arbeit im Rahmen einer Künstlergr., 1934 für 9 Mon. verhaftet; 1935 – 39 Emigr. nach Prag, dort Mitbegr. u. Ltr. des Oskar-Kokoschka-Clubs; 1939 – 47 nach England, dort Mitbegr. des Dt. KB London; 1940 – 41 in Kanada interniert. 1947 Rückkehr nach Berlin; VVN; 1948 – 50 Mitarb. der satir. Ztschr. »Ulenspiegel«; 1950 – 58 Lehrtätigkeit an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; seit 1959 freischaff.; 1967 NP; 1969 Johannes- R.-Becher-Medaille; Käthe-Kollwitz-Preis der AdK; 1970 Mitgl. der DAK, 1974 Ehrenmitgl. des VBK; 1975 NP; 1979 VVO; 1983 KMO; 1984 Ehrenprom. der EMAU Greifswald; 1988 NP; 1990 Prof. an der HS für bild. u. angew. Kunst in Berlin; gest. in Berlin. Werke: Vor allem expressive Plastiken wie: Mahnung (1945), Alte im Fenster (1956), Vietnames. Freiheitskämpfer (1957), Torso eines Gemarterten (1961), Zeitungsleser (1967), Mann im Sturm (1967), Vogelbaum (1972), Stürzender u. Aufsteigender (1972), Hommage Víctor Jara (1974), Paraphrase zu Michelangelos Sklaven (1980), Pietá perversa II. (1982), Karl Liebknecht – Herz u. Flamme der Rev. (1983).Hoffmann, R.: T. B. Biogr. Berlin 1976; T. B. Porträt eines Bildhauers. TV-Dok. (1977); Feist, U.: T. B. Biogr. Dresden 1982; Kat. T. B. AdK 1974/75; Kat. Galerie im Alten Museum. Berlin 1981; Kat. Plastik, Zeichnungen, Grafik. AdK 1983; Kat. Plastik u. Fotogr. Berlin 1986; Hebecker, S. u. K.: Th. B. 1904 – 1995. Skulpturen. Erfurt 2004.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Bamler, Hans-Joachim

* 13.7.1925 – ✝ 24.4.2015

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Generalltnt. der Wehrmacht, u. a. im Amt Ausland / Abwehr (»Amt Canaris«), Mutter Krankenschwester, starb an den Folgen der Haft im KZ Dachau u. des Todesmarsches nach Tirol; 1932 – 35 Volksschule in Königsberg u. Berlin-Steglitz; 1935 – 43 Oberschule in Berlin, Wien u. Zoppot (Polen), Abitur; 1943 – 45 Berufsoffz., zul. Ltnt.; April 1945 amerikan. Kriegsgef. Mai 1945 Ausb. zum Färber u. Filmdrucker bei der Filmdruckerei Müller & Schulten in Stuttgart; 1949 / 50 Stud. an der Textiling.-Schule in Reutlingen; 1950 Übersiedl. in die DDR nach Eggesin; 1950 – 55 KVP-Offz.; ab 1955 versch. ltd. Funktionen im Kultursektor (Werbeltr., Programmgestalter) in Berlin-Mitte; 1962 / 63 Resident »Georg Wegner« der HV A in Paris (die Residentur in Paris war das wichtigste Zentrum der Führung von HV A-Agenten gegen die NATO); verhaftet u. zu 18 Jahren Haft wg. Spionage für eine fremde Macht verurteilt, Sept. 1974 Entlass. im Rahmen eines Austausches; 1974 – 79 tätig als Mitarb. der HV A, zul. Major; seit 1979 Rentner; gest. in Neuruppin.Die erste NATO-Residentur. In: K. Eichner u. a. (Hrsg.): Top-Spione. Berlin 2008 (mit M. Bamler).Wolfgang Hartmann

Wer war wer in DDR

Bär, Erich

* 23.5.1916 – ✝ 5.4.2005

Geb. in Dresden; Vater Arbeiter; Volksschule; 1930 – 34 Ausbildung zum u. Arbeit als Klempner u. Installateur; 1931 – 35 Funktionen im KJVD; 1934/35 arbeitslos; 1935 – 45 Verhaftung wegen »Vorber. zum Hochverrat«; Haft in den Zuchthäusern Zwickau, Berlin-Plötzensee, Bremen-Oslebshausen u. 1938 – 45 im KZ Buchenwald, dort Mitgl. des illeg. Lagerkomitees. 1945/46 KPD/SED; 1945 pol. Mitarb. der KPD-LL Sachsen; 1947 stellv. Personalchef der Polizei Sachsen; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 LV Sachsen des MfS), Ltr. der Personalabt.; 1952 stellv. Operativ des Ltr. der BV Neubrandenb.; 1953 Oberst-Ltn.; 1956 stellv. Operativ des Ltr. der BV Frankfurt (Oder); 1957 Ltr. des MfS-Ltg.-Büros Berlin; 1959 stellv. Ltr. der HA VII (MdI/DVP); 1960 OibE bei der HV DVP des MdI; 1961 OibE im Min. für Ausw. Angelegenh., Kaderltr.; 1962 Mitarb. in der MfS-HA Paßkontrolle/Fahndung; 1963 Offz. für Sonderaufgaben im Büro der Ltg. II (Unterstützung DKP/SEW); 1972 Entlassung, Rentner; 1986 VVO.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Barbe, Angelika

* 26.11.1951

Geb. in Brandenburg; aufgew. in Jeserig (b. Brandenb.), Vater selbständiger Gartenbaumstr., später Genossenschaftsbauer; 1958 – 66 POS in Schenkenberg u. Jeserig; 1966 – 70 EOS in Ziesar, Abitur mit Berufsausbildung zum Betriebsschlosser; 1970 – 74 Studium der Biologie, insbes. Verhaltensbiologie an der HU Berlin, Dipl.-Biol.; 1974/75 Beauftragte der Krs.-Pflanzenschutzstelle in Neufahrland (b. Potsdam); 1975 – 79 Biologin bei der Hygiene-Inspektion in Berlin-Lichtenberg, danach Hausfrau; seit 1986 Mitarb. im Pankower Friedenskrs. von  Ruth Misselwitz; 1987 Mitbegr. des Johannisthalter Frauenarbeitskrs. (mit Marianne Eschenhagen), Engagement für Menschenrechte, Umwelt, Bildung; Teiln. an mobilen Friedensseminaren; 1988/89 Friedensarbeitskrs. mit  Ulrike Poppe,  Jens Reich u.  Marianne Birthler; seit Frühjahr 1989 Beobachtung durch das MfS; Sept. 1989 Gasthörerin für Psychol. u. Verhaltenspsychol. an der HU Berlin; 7.10.1989 Gründungsmitgl. der SDP in Schwante (b. Oranienburg), Wahl zur 2. Sprecherin, Jan. 1990 stellv. Vors. der SPD (DDR); März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer, Vors. des Aussch. Frauen u. Familie. Sept. 1990 – Nov. 1995 Mitgl. des Präs. des PV der SPD; Okt. 1990 – 94 Abg. des Dt. Bundestages; arbeitslos; Dez. 1995 – Dez. 1998 Assistentin des Ärztl. Ltr. des Krankenhauses Prenzlauer Berg; 17.6.1996 Mitgr. u. seit Mai 1997 Mitarb. im Bürgerbüro zur Aufarb. von Folgeschäden der SED-Diktatur in Berlin; 17./18.12.1996 Übertritt zur CDU wegen »Annäherung der SPD an die PDS«; 1996 – 99 Referent. des Ärztl. Dir. im Krankenhaus Berlin-Prenzlauer Berg; 1999/2000 arbeitslos; ab Okt. 2000 Referent. in der Sächs. Landeszentrale für pol. Bild. in Dresden; seit 2001 Mitgl. des Bundesvorst. der Union der Opferverbände kommunist. Gewaltherrschaft, bis Juli 2007 stellv. Vors.Schlußstrich oder Aufarb.? In: Bernd Faulenbach u. a. (Hrsg.): Die Partei hat immer Recht. Essen 1994; Vorwärts u. nicht vergessen. In: Neubert, E. u. a. (Hrsg.): Der Demokratie Zukunft geben. 1998.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Baron, Erich

* 20.7.1881 – ✝ 28.2.1933

Geboren am 20. Juli 1881 als Sohn einer jüdischen Fabrikantenfamilie in Berlin; Baron studierte von 1901 bis 1904 Jura, aber auch Philosophie und Architektur. Er trat der SPD bei und arbeitete als Journalist. 1907 übersiedelte er nach Brandenburg/Havel, wurde Redakteur der sozialdemokratischen »Brandenburger Zeitung« und von 1910 bis 1918 SPD-Stadtverordneter in Brandenburg, er war besonders in Jugendfragen aktiv. Baron, der sich während des Ersten Weltkrieges der USPD anschloß, gehörte zu den Anhängern Karl Liebknechts. Seit August 1916 Soldat, kehrte im Sommer 1918 verwundet nach Brandenburg zurück, wurde hier im November 1918 einer der drei Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates. Anfang 1919 übersiedelte er nach Berlin und wurde Redakteur der USPD-Zeitung »Freiheit«. Auf dem USPD-Parteitag 1920 trat Baron für die Vereinigung mit der KPD ein, als Mitglied der VKPD arbeitete er bis Februar 1924 als Inlandsredakteur im Pressebüro der KPD-Zentrale. Ab Februar 1924 war er Generalsekretär der Gesellschaft der Freunde des neuen Rußlands und redigierte deren Zeitschrift »Das neue Rußland«. Als seine Freunde Eduard Fuchs und Heinrich Vogeler 1929 mit den rechten Kommunisten aus der KPD verdrängt wurden und zur KPO gingen, blieb Baron in der Partei. Obwohl von Moskau bis 1932 immer wieder heftig kritisiert (und dort mehrfach seine Absetzung erwogen wurde), vertrat er die stalinistische Politik in der Gesellschaft der Freunde, deretwegen z. B. Heinrich Mann 1931 austrat. Mitte 1932 mußte auch die von ihm geleitete Zeitschrift »Das neue Rußland« ihr Erscheinen einstellen. In der Nacht zum 28. Februar 1933, der Nacht des Reichstagsbrandes, wurde er von SA-Leuten aus seiner Wohnung abgeführt und in das Polizeipräsidium gebracht. Wenige Wochen später verübte Erich Baron nach fürchterlichen Folterungen durch die Nazis am 26. April 1933 Selbstmord.

Wer war wer in DDR

Bartel, Horst

* 16.1.1928 – ✝ 22.6.1984

Geb. in Cottbus; Vater Straßenbauer, Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1942 – 44 Lehrerbildungsanstalt, in Orlau/Oberschl., ohne Abschluß; 1943 HJ, RAD; Mai – Sept. 1945 amerikan. Kriegsgef. in Heilbronn u. Linz. 1945/46 Bote im Krankenahus Cottbus; 1946 Neulehrerkurs; SED; Neulehrer an der Grundschule in Peitz; 1946 – 49 Studium der Geschichte, Germanistik u. Pädagogik an der HU Berlin; 1949 – 51 Lehrer u. Internatsltr. in Wandlitz, Juli – Sept. 1950 Lehrgang an der LPS der SED in Schmerwitz; 1951 Schulrat beim Rat der Stadt Potsdam; 1951 – 56 Aspirantur am IfG, 1956 Prom. mit einer Studie über die Tätigkeit von Marx u. Engels für die Ztg. »Der Sozialdemokrat« während der Zeit des Sozialistengesetzes; 1956 – 60 Doz. u. Ltr. der Lehrabt. am IfG, 1960 – 69 stellv. Dir. des Inst. für Geschichte an der DAW; 1966 Prof. am IfG (später AfG); 1966 NP für die Mitarbeit an der achtbändigen »Geschichte der dt. Arbeiterbew.«; 1969 Habil. mit Studien über die Durchsetzung des Marxismus in der Arbeiterbew.; 1969 – 84 Dir. des ZI für Geschichte der AdW (Nachf. von  Ernst Engelberg), gegen wiss. Einwände von  Jürgen Kuczynski u. a. ernannt; 1969 Korr. u. 1972 Ord. Mitgl. der AdW, 1969 – 84 stellv. Vors. des Rats für Geschichtswiss., 1975 – 84 Vors. der DDR-Sekt. der Historikerkommission DDR-UdSSR, 1977 Studenaufenth. in Moskau; 1982 ausw. Mitgl. der AdW der UdSSR, 1982 a. o. Prof. an der HU Berlin; gest. in Berlin. B. war seit den 60er Jahren als Hrsg., Ltr. oder Autor an den meisten zentr. Projekten der DDR-Geschichtswiss. beteiligt. Seine Forschungsarbeiten, vornehml. zur Geschichte der dt. Arbeiterbew. im 19. Jh., stehen in der Tradition der marxist.-leninist. Geschichtsauffassung.Marx u. Engels im Kampf um eine rev. dt. Parteiorg. Berlin 1961; Arbeiterbew. u. Reichsgründung (Hrsg.). Berlin 1971. Schmidt, W.: H. B. In: Wegbereiter der DDR-Geschichtswiss. Berlin 1989.Ilko-Sascha Kowalczuk / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Barth, Willi

* 15.9.1899 – ✝ 5.5.1988

Geb. in Ingersleben (Krs. Gotha); Vater Maurer, Mutter Hebamme; Volksschule; 1914 – 18 Ausbildung zum Tischler in Neudietendorf; 1916 – 33 Dt. Holzarb.-Verb.; 1917 – 28 Tischler in Gotha u. Erfurt; 1919/20 USPD; 1920 KPD, Pol.-Ltr. in Ingersleben; dort 1923 Mitgl. u. Verbindungsmann der Proletar. Hundertschaften, wirkte bei deren Bewaffnung mit; 1928 – 31 Instrukteur beim Verb. proletar. Freidenker in Gotha, Mitgl. der Gemeindevertr. Ingersleben; 1928 – 33 Mitgl. des Stadtrats von Ingersleben u. 1930 – 33 stellv. Bürgermstr.; 1931 Besuch der Rosa-Luxemburg-Schule des ZK der KPD; 1931 – 33 Bez.-Sekr. der RH des Bez.-Verb. Thür.; 1933 – 34 illeg. Tätigkeit für die RH in Hannover, Berlin u. Thür. (»Ernst«), Hrsg. eines 14tägigen Informationsdienstes, Nachrichtenübermittl. an die KPD in Prag u. Paris, Aufbau eines Abwehrapparates gegen die Gestapo; Dez. 1934 Emigr. nach Prag, Mitgl. der RH-Ltg.; März 1938 – 40 Emigr. u. Internierung in England; 1940 – 42 Internierung in Kanada, 1942 nach Großbritannien entlassen; 1942 – 46 Tischler in Manchester (England), Mitgl der PL, verantw. für Ortsgr. der FDKB; 1946 Mitarb. im Rückwanderungsbüro in Manchester. 1946 Rückkehr nach Dtl. über Jugosl.; SED; 1946 – 49 Ref. der Abt. Landes- u. Provinzialpol. bzw. Hauptref. der Abt. staatl. Verw. beim ZK der SED; 1948/49 PHS; 1949 Ltr. der Abt. Kommunalpol. beim ZK der SED, 1950 stellv. Ltr. der Abt. Staatl. Verw. des ZK der SED; 1954 – 77 Ltr. der Arbeitsgr. Kirchenfragen des ZK der SED (entsprach einer ZK-Abt.); 1977 Rentner, Parteiveteran, Mitgl. der Zentr. Kommission zur Betreuung alter verdienter Parteimitgl.; 1964 VVO; 1969 KMO; 1974 Ehrenspange zum VVO; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1984 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Militarismus u. pol. Klerikalismus. Berlin 1961.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bachmann, Otto Karl

* 18.2.1877 – ✝ 18.1.1954

Geboren am 18. Februar 1877 in Hintersee-Prettin/Krs. Torgau als Sohn eines Fleischermeisters. Nach der Lehrzeit als Maurer ging er zwei Jahre auf Wanderschaft und arbeitete an verschiedenen Orten Deutschlands als Maurergeselle. 1900 zog er nach Chemnitz und kam 1908 als Gewerkschaftsangestellter nach Breslau (Maurerverband). Im Jahre 1911 nach Chemnitz zurückgekehrt, war er bis 1916 als 2. Arbeitersekretär im ADGB. Von 1916 bis 1918 Soldat an der Verdunfront in Frankreich. Ende 1918 im Arbeiter- und Soldatenrat in Chemnitz und wieder als Gewerkschaftssekretär im Bauarbeiterverband tätig. Seit 1897 in der SPD, stand er auf dem äußersten linken Flügel. Bachmann gehörte 1918 dem Spartakusbund an und wurde 1919 Mitglied der KPD. Auf dem Vereinigungsparteitag mit der USPD im Dezember 1920 kam er in die Organisationskommission. Als der von ihm seit 1919 geführte Bauarbeiterverband Chemnitz im März 1921 aus dem Zentralverband ausgeschlossen wurde, gründete er im Auftrag der Zentrale der KPD den Verband der ausgeschlossenen Bauarbeiter, dem sich auch andere örtliche Gruppen im Reich anschlossen. Er war Delegierter des Gründungskongresses der RGI 1921 in Moskau und wurde im März 1921 von Chemnitz nach Berlin berufen, um in der Gewerkschaftsabteilung der KPD-Zentrale die Gruppe Bau zu übernehmen. Von September 1923 bis März 1926 (Auflösung) war Bachmann 1. Vorsitzender des (kommunistischen) Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter Deutschlands. Im Juni 1927 wurde Bachmann als erster Kommunist in Deutschland zum Bürgermeister einer Stadtgemeinde (Oelsnitz/Vogtland, 18000 Einwohner) gewählt und blieb dies bis zum 8. März 1933. Bachmann gehörte zum rechten Parteiflügel, im März 1929 aus der KPD ausgeschlossen. Er trat der KPO bei und war für diese aktiv, auch als Bürgermeister. Weil er die Hakenkreuzfahne von seinem Rathausturm heruntergerissen hatte, wurde Bachmann am 8. März 1933 verhaftet und bis Februar 1934 im KZ Schloß Osterstein/Zwickau gefangengehalten. Ab 1934 wieder Maurer und Polier in Berlin, leistete Bachmann mit seiner Frau Anna illegale Arbeit in einer Widerstandsgruppe in Berlin-Britz, der auch Jakob Schloer angehörte. Im April/Mai 1945 wurde er Bürgermeister in Eggersdorf und anschließend Bauführer in Berlin-Schöneberg-Friedenau. 1945 Mitglied der KPD. Ende 1945 Vorsitzender der IG Bau des FDGB im Land Brandenburg, im März 1949 schied er krankheitsbedingt aus und wurde zum Ehrenmitglied des Zentralvorstandes der IG Bau ernannt. Da er schon vor den großen Säuberungskampagnen der SED die hauptamtliche Tätigkeit im FDGB aufgegeben hatte, wurde er wegen seinen früheren Aktivitäten in der KPO nicht gemaßregelt. Otto Karl Bachmann starb am 18. Januar 1954 in Potsdam. Seiner Frau Anna Bachmann (* 5. 11. 1894 – †12. 6. 1977), die in den zwanziger Jahren Sekretärin von Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht im ZK war, brachte hingegen die ehemalige Mitgliedschaft in der KPO Anfang der fünfziger Jahre Nachteile.

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Baender, Paul

* 30.11.1906 – ✝ 18.12.1985

Geb. in Rosdzin (Krs. Kattowitz, Oberschl./ Roździeń, Polen) in einer dt.-jüd. Familie; Vater Kfm. u. Kleingewerbetreibender; Volksschule in Görlitz; 1920 – 25 Wandervogelbew.; 1922 – 24 Ausbildung zum Kfm. in einer Weberei, dann Verkäufer in Görlitz; 1927 Austritt aus der jüd. Gemeinde, Mitgl. der KPD, Agitator im Waldenburger Bergland (Schles.); 1929 arbeitslos; KPD-Funktionär, Pol.-Sekr. des UB Bunzlau; Febr. – Mai 1933 Instrukteur für die KPD-BL Schles., Mitgl. der BL; 1933 Emigr. in die ČSR (Prag), 1937 Ausweisung; 1938 –47 Bolivien; 1939 – 47 Vizepräs. der Freien Dt. in Bolivien, Ltr. einer Volksfrontgr. in La Paz; bis Dez. 1943 prop. Arbeit im Rahmen des Werbeprogr. Radio Libertad in La Paz; 1943 Mitbegr. des LV »Alemania Democrática en Bolivia« als Dachorg. der dt. Exilgr. in Bolivien. Nov. 1947 Rückkehr nach Dtl.; Mitarb. in der Abt. Org. des ZS der SED; April 1949 Hauptgeschäftsf. u. Ltr. der HO; 1950 – 52 Staatssekr. im Min. für Handel u. Versorgung; 1952 im Zusammenhang mit dem Slánský-Prozeß u. der Affäre um  Paul Merker u. Noel H. Field aller Funktionen enthoben; 21.11.1952 wegen angebl. Wirtschaftssabotage verhaftet u. aus der Partei ausgeschl.; psych. Folter durch das MfS u. sowj. Vernehmer in der U-Haft; Mai 1954 zunächst zu zwölf Jahren, drei Wochen später zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt; Haft im Zuchthaus Brandenb.; April 1956 begnadigt u. entlassen; 1956 – 59 Ltr. der HO-Industriewaren Krs.-Verw. Königs Wusterhausen in Eichwalde; Febr. 1957 Parteiausschl. aufgehoben; 1959 Ltr., 1960/61 Dir. des Kommunalen Großhandelsbetriebes Obst u. Gemüse in Berlin; 1961 – 67 Ltr. des HO-Warenhauses am Alexanderplatz, Berlin; 1967 Anerkennung seiner Parteimitgliedschaft ab 1927 (zuvor nur ab 1947); 1967 – 71 wiss. Mitarb. des Min. für Handel u. Versorgung; Rentner; gest. in Berlin.Kießling, W.: Alemania Libre in Mexiko. Texte u. Dok. zur Geschichte des antifa. Exils (1941 – 46). Berlin 1974; ders.: Der Fall B. Ein Politkrimi aus den 50er Jahren der DDR. Berlin 1991; Scherstjanoi, E.: P. B. u. die »zuständigen« Offiz. der SKK. In: BzG (1993) 4; Beckert, R.: Die erste und letzte Instanz. Goldbach 1995.Bernd-Rainer Barth

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Bahmann, Angelika

* 1.4.1952

Geb. in Plauen (Vogtl.); Vater Bez.-Wanderwart; erstes Training im Kanu-Slalom unter der Ltg. ihres Vaters bei der BSG Einheit Plauen, 1968 Wechsel zum SC DHfK Leipzig; Ausbildung zur Physiotherapeutin, Studium an der Med. FS Leipzig; 1971 (jüngste) WM im K 1 u. mit der dreimal K 1-Staffel; 1972 Olympiasiegerin im K 1; 1972 – 90 SED; nach Beendigung der sportl. Laufbahn bis 1990 Physiotherapeutin beim ASK Vorwärts Oberhof. 1990 Eröffnung einer physiotherapeut. Praxis in Plauen.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bahnik, Wilhelm

* 15.5.1900 – ✝ 12.3.1938

Geboren am 15. Mai 1900 in Gnesen/Posen als Sohn eines Eisenbahnarbeiters; besuchte die Handelsschule. 1918 Soldat; ab 1919 Versicherungsangestellter in Magdeburg, trat 1921 in die SPD ein, 1923 Wechsel zur KPD. 1925 wurde er Mitglied der BL Magdeburg-Anhalt und Leiter des AM-Apparates. Am 4. Juni 1927 wurde Bahnik in Magdeburg verhaftet und am 3. April 1928 vom 4. Strafsenat des Reichsgerichts zu zwei Jahren und neun Monaten Festung verurteilt, kam aber bereits im Sommer 1928 durch eine Amnestie aus Gollnow frei. 1928 bis 1930 offiziell als Druckereihilfsarbeiter bei der Peuvag-Filiale in Magdeburg-Sudenburg, tatsächlich aber illegal weiter für den zentralen AM-Apparat tätig. Er wurde nach einem Lehrgang an der M-Schule der KI in Moskau 1930/31 Mitarbeiter des ZK der KPD. Unter Leitung von Hans Kippenberger agierte Bahnik unter verschiedenen Pseudonymen wie Theo, Martin oder auch Ewald. Nach dem Machtantritt der Nazis leitete er in Berlin den BB-Bereich im AM-Apparat. Im März 1935 in die UdSSR emigriert, wurde Bahnik 1936 in Deutschland in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Nach einer Ausbildung an der Sonderschule der Moskauer Militärakademie in Rjasan ging er im Oktober 1936 nach Spanien und war unter dem Namen Fernando Leiter der Kaderarbeit der Internationalen Brigaden in Albacete. Ab Herbst 1937 als Offizier im »Edgar-André-Bataillon« im Fronteinsatz. Wilhelm Bahnik fiel am 12. März 1938.

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Baier, Adolf

* 30.9.1907 – ✝ 30.10.1982

Geb. in Oberkirch (b. Offenburg); Vater Bierbrauer, Stiefvater Hilfsarb., Mutter Schneiderin; Volksschule; Ausbildung zum Schlosser; 1927 Arbeit als Schlosser u. Fräser in Oberkirch, 1928 Monteur in Waldshut, dann bis 1932 in Pforzheim, anschl. arbeitslos; 1929 Mitgl. des KJVD u. der KPD; Mitgl. der Ltg. der KPD Pforzheim, Fraktionsltr. der RGO Pforzheim; März 1933 »Schutzhaft« u. Gefängnis wegen illeg. Waffenbesitzes, dann illeg. pol. Arbeit in Pforzheim; Aug. 1933 nach Paris, Parteischule; 1934/35 KPD-Berater für Karlsruhe; Grenzarbeit Schweiz – Dtl.; 1935/36 Partei- u. Gewerkschaftsarbeit Genf; Sept. 1935 – Sept. 1937 Angeh. der Internat. Brigaden in Spanien; danach beim span. Militärgeheimdienst beteiligt an Aktionen gegen »Parteifeinde«; 1938 als Angeh. der Org. von  Ernst Wollweber an Sabotageakten gegen Schiffe in Norwegen, Dtl. u. Schweden beteiligt; Mai 1940 nach Schweden, 13.8.1941 Festnahme wegen Sabotage in Stockholm, zu sieben Jahren Haft verurteilt, Aug. 1945 vorzeitig entlassen. Sept. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Wiederaufbau u. Mitgl. des Vorst. der KPD Pforzheim; 1945 – 47 Geschäftsf. in der Stadtverw., 1947/ 48 Vors. der Entnazifizierungskommission (Spruchkammer III); 1946 IG Metall, Mitgl. der Ortsverw. u. 2. bzw. ab 1948 1. Bevollm.; 1950 Gastdelegierter zum SED-Parteitag; 1950 – 52 beim KPD-PV in Frankfurt (Main), zuständig für Grenzschleusung (u. a. für das 1. Dtl.-Treffen der FDJ in Berlin); am 3.10. 1952 auf Parteibeschluß Übersiedl. in die DDR; 1953 PHS; 1954 – 65 Ltr. der Abt. Verkehr/Kurierdienste beim ZK der SED (Nachf. von  Hans Rosenberg; 1959 Banner der Arbeit; 1965 in der Bundesrep. Dtl. in der U-Haftanstalt Stadelheim in München sechs Mon. inhaftiert, Juli 1965 Ehrenrente in der DDR, anschl. Sektorenltr. in der Abt. Gesamtdt. Fragen im ZK; 1977 VVO; 1982 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Priess, H.: Spaniens Himmel u. keine Sterne. Ein dt. Geschichtsbuch. Berlin 1996; Scholz, M. F.: Skandinavische Erfahrungen erwünscht? Nachexil u. Remigration. Die ehem. KPD-Emigranten in Skandinavien u. ihr weiteres Schicksal in der SBZ / DDR. Stuttgart 2000.Michael F. Scholz / Bernd-Rainer Barth

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Balkow, Julius

* 26.8.1909 – ✝ 19.7.1973

Geb. in Berlin; Vater Tischler; Mutter Maschinenstrickerin; Volks- u. Realschule; 1924 – 26 SAJ; 1926 – 31 DMV; 1926 – 29 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1927 – 31 Abendstudium am Technikum Barth in Berlin, Ing. für allg. Maschinenbau; 1929 – 31 Maschinenschlosser bei Fa. H. F. Eckert Landmaschinen Berlin; 1929 ATSB; 1931 SPD, anschl. SAP; 1931 – 33 erwerbslos; 1933/34 Inh. eines Zigarrengeschäfts in Berlin, danach Arbeit in versch. Berliner Betrieben; 1933 Bruch mit der SAP, 1933 – 37 Kontakte zur Gruppe »rev. Sozialisten«; 1935 Gestapoverhöre; 1935 – 44 DAF; ab 1937 – 44 Ing. bei Siemens in Berlin-Marienfelde; illeg. pol. Arbeit für die Gr. um Anton Saefkow (»Bruno Hoffmann«), 20.7. 1944 von der Gestapo verhaftet u. im Dez. vom VGH wg. »Feindbegünstigung u. Vorbereitung zum Hochverrat« zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt; 1944/45 Zuchthaus Brandenb., Apr. 1945 Befreiung 1945/46 KPD/SED; Mai – Nov. 1945 Fahrdienstltr. im Bezirksamt Berlin-Prenzlauer Berg; anschl. Bürgermstr. u. KPD-Instrukteur von Trebbin / Ludwigsfelde; Apr. 1946/47 1. Sekr. der SED-KL Teltow, Abg. im Kreistag; 1947 KPS Ludwigsfelde; 1947 – 49 Studium der Ges.-Wiss. an der Univ. Leipzig, Dipl.-Wirtsch.; Sept. 1949 persönl. Referent beim Ltr. der Zentralen Landestechnik; 1950/51 Mitgl. der SED-KL Berlin-Mitte; ab Jan. 1951 Mitarb. des Min. für Außenhandel u. Innerdt. Handel, Ltr. des Hauptreferats China, ab Sept. 1954 Ltr. der HA Handelspol. mit den soz. Ländern; 1956 – 61 stellv. Min. für den Bereich Allg. Maschinenbau, 1961 – 65 Min. für Aussenhandel u. Innerdt. Handel (Nachf. von  Heinrich Rau); 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1965 – 67 stellv. Vors. des Min.-Rats (Nachf. von  Bruno Leuschner); 1963 – 73 Mitgl. des ZK der SED; DDR-Vertreter im Exekutivkomitee des RGW; 1963 – 73 Abg. der Volkskammer, 1971 – 73 stellv. Vors. des Aussch. für Ausw. Angelegenh. (Nachf. von  Hermann Axen); 1967 Rentner; 1969 Banner der Arbeit; 1971 – 73 Präs. der Dt.-Belg. Ges. u. 1968 – 73 Vizepräs. der Liga für Völkerfreundschaft; 1971 VVO; gest. in Berlin.Rede zur Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse 1962. Berlin 1962. Hochmuth, U.: Illeg. KPD u. Bew. »Freies Dtl.« in Berlin u. Brandenb. 1942 –1945. Biogr. u. Zeugnisse aus der Widerstandsorg. um Seafkow, Jacob u. Bästlein. Berlin 1998.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

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Banaschak, Manfred

* 14.9.1929

Geb. in Berlin; Vater Spediteur, DDR-Handelsrat in Warschau u. Moskau; 1936 – 40 Volksschule, 1940 – 48 mit Unterbrechungen OS. Sept. 1945 KPD, dort Jugendref.; 1946 SED; 1948 Abitur; 1948/49 Praktikant im Verb. Dt. Konsumgenossenschaften Berlin; 1949 – 52 Studium an der wirtschaftswiss. Fak. der HU Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1951 Mitgl. des Fak.-Vorst. der FDJ; 1951/52 Hilfsassistent an der HU Berlin, ehrenamtl. Lehrbeauftr.; Sept. 1952 – 60 Red. für Wirtschaftsfragen. der theoret. Ztschr. der SED »Einheit«; 1953/54 Lehrbeauftr.; Mitarb. in der Wirtschaftskommission des PB des ZK der SED; 1960 – 64 Sektorenltr. für Wirtschaft in der Red. »Einheit«; 1960 – 89 Mitgl. des Red.-Kolleg., 1964 – 72 stellv. Chefred. der »Einheit« im Rang eines stellv. Abt.-Ltr. des ZK der SED; Hochschullehrer an der DASR Potsdam, Prom. zu Org. u. Methoden staatsmonopolist. Machtausübung in der Bundesrep. Dtl.; 1963 Dr. rer. pol.; 1968 habil.; 1969 – 90 Honorarprof. an der DASR Potsdam; 1969 VVO; Mai 1972 – Nov. 1989 Chefred. der »Einheit« (Nachf. von  Hans Schaul); 1976 VVO; 1979 Ehrenspange zum VVO; 1981 Oberst-Ltn. der Reserve; 1981 Mitgl. einer PB-Kommission beim ZK der SED; April 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED; Sept. 1989 Dr. phil. h. c. der AfG, KMO. 1990 Vorruhestand; ab 1994 Rentner.Die Macht der Verbände. Org. u. Methode staatsmonopolist. Machtausübung u. Massenverführung. Berlin 1964; Mensch u. Macht. Der Mensch in den entgegengesetzten Gesellschaftssystemen unserer Zeit. Berlin 1969 (mit J. Vorholzer).Bernd-Rainer Barth

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Bara, Tina

* 18.3.1962

Geb. in Kleinmachnow (b. Berlin); 1966 – 78 aufgew. in Guben, 1978 Umzug nach Berlin; 1980 Abitur, 1980 – 86 Studium der Geschichte u. Kunstgeschichte an der HU Berlin; Kontakt zu opp. Gruppen, u. a. »Frauen für den Frieden«; 1985 erste eigene Ausstellung mit Fotografien in der Galerie im Krs.-Kulturhaus Berlin-Treptow; 1986 – 89 VBK; ab 1986 freiberufl. Arbeit als Fotografin u. a. für das DEFA-Studio für Dok.-Filme; 1986 – 89 Fernstudium Fotografie an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, ohne Abschluß; Juli 1989 Übersiedl. nach Berlin (West), freiberufl. künstler. Arbeit als Fotografin. 1991 nachträgl. Dipl. bei  Arno Fischer an der HS für Grafik u. Buchkunst in Leipzig, seit 1993 dort Prof. für Künstler. Fotografie; zahlr. Ausstellungen u. Ausstellungsbeteiligungen.Zwischen Haut u. Haaren. Kat. u. Ausstellung. 1992; Herzdame Knochensammler (mit der Lyrikerin Annett Gröschner). Berlin 1993. Muschter, G.: Sehen mit anderen Augen. In: Muschter, G., Thomas, R. (Hrsg.): Jenseits der Staatskultur. München, Wien 1992; Honnef, K.: Neuer Elan u. viel Distanz zum Fotomüll. In: art (1994) 9; Schube, I.: fragile. In: fama. Organ des sächs. Kunstvereins (1995) 3.Anke Scharnhorst

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Barczatis, Helene (Elli)

* 7.1.1912 – ✝ 23.11.1955

Geb. in Berlin; Vater Schneidermeister; 1918 – 26 Grundschule in Berlin; 1926 – 28 Ausbildung zum Kfm. beim Banzhaff-Verlag; 1928/ 29 Stenotypistin bei der Buchhandl. Karl Block in Berlin; 1929 – 33 Abendschule in Berlin; 1933 – 45 Stenotypistin beim Reichsbund der Metallwarenind., im Dt. Inst. für Jugendhilfe u. ab 1938 beim Ostelb. Braunkohlen-Syndikat. Sekretärin in der Zentralverw. für Brennstoffind.; 1946 SED; 1950 Anstellung in der Regierungskanzlei, dort Chefsekretärin des Ministerpräs.  Otto Grotewohl; nachrichtendienstl. Arbeit für die Org. Gehlen (»Gänseblümchen«); im Juni 1951 Aufnahme der Ermittl. durch das MfS; Jan. – Mai 1953 Lehrgang an der DASR; ab Juni 1953 – März 1955 weiter Sekretärin bei Grotewohl; März 1955 Festnahme; 23.9.1955 vom Obersten Gericht wegen Spionage zum Tode verurteilt, 23.11. 1955 Hinrichtung durch die Guillotine in der U-Haftanstalt Dresden. Am 28.11.2006 vom Landgericht Berlin rehabilitiert.Karl Wilhelm Fricke: »Konzentrierte Schläge«. Berlin 1998.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Barsch, Barbara

* 21.3.1950

Geb. in Berlin; Vater Fritz H. Ägyptologe, Mutter Ursula H. Afrikanistin; 1970 – 74 Studium der Kunstgeschichte an der HU Berlin, Dipl.; 1974 – 87 Red. der Ztschr. »Bildende Kunst«; 1977 – 90 KB, 1978 – 90 VBK; 1982 Prom.; 1985 – 90 Mitgl. der Ltg. der Sekt. Kunstwiss. im VBK-Bez.-Verb. Berlin; 1988 wiss. Mitarb. am Inst. für Ästhetik u. Kunstwiss. der AdW, 1989/90 freiberufl. tätig. Mai – Dez. 1990 Ref.-Ltr. in der Abt. Bildende Kunst des Min. für Kultur; seit 1991 Ltr. des ifa-Büros Berlin des Inst. für Auslandsbeziehungen Stuttgart, Ltr. der ifa-Galerie Berlin; seit 1993 Mitgl. der dt. Sekt. der AICA, seit 1995 Mitgl. u. Vorst.-Mitgl. des Neuen Berliner Kunstvereins; ab 1995 stellv. Vors. des Beirats »Kunst am Bau« beim Senator für Bau- u. Wohnungswesen Berlin, 1995 – 97 Vorst.-Mitgl. der Sudanarchäolog. Gesell. e. V., 1996 – 99 Mitgl. des International Advisory Board der George Soros Foundation, New York.Kunst zwischen Magie u. Maggi – zu expressiven u. intermedialen Tendenzen junger Kunst in der DDR. In: Alles hat seine Zeit. Erhard Frommhold zum 60. Geburtstag. Fs. Dresden 1988; Ist man auch gegen eine Bewegung, so ist man doch ein Teil von ihr (Zit. Picasso), Anmerkungen zum X. Kongreß des VBK. In: Gillen, E., Feist, G. (Hrsg.): Kunstdokumentation SBZ/DDR. Köln 1996.Anke Scharnhorst

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Bartel, Walter

* 15.9.1904 – ✝ 16.1.1992

Geb. in Fürstenberg (Havel); Vater Arbeiter; Ausbildung zum Kfm.; 1920 Mitgl. des FSJ, ZdA; 1923 KPD; Mitgl. der illeg. KPD-Bayern, 1923/24 »Schutzhaft«, anschl. Ausweisung aus Bayern; 1924 – 28 Mitgl. der KJV-BL Berlin-Brandenburg, ab 1925 Mitgl. des ZK des KJVD, 1926 – 28 Buchhalter beim Verlag der KJI in Berlin; 1927 Ltr. der dt. Delegation zum Internat. Jugendtag in Moskau; 1928/29 Sekr. der Abt. Agitation der KPD-BL Berlin-Brandenburg; 1929/30 Studium an der Internat. Lenin-Schule in Moskau (»Karl Richter«); 1930 – 32 dort Aspirantur (ohne Prom.); Sept. 1932 Rückkehr nach Dtl.; illeg. pol. Arbeit; Jan. 1933 Sekr. für Agitprop. in der BL Halle-Merseburg; Juni 1933 wegen »Vorber. zum Hochverrat« verhaftet u. zu 27 Mon. Zuchthaus in Brandenb.-Görden verurteilt; 1933 – 35 Haft; 1935 Emigr. in die ČSR; dort 1935 »wegen Feigheit« aus der KPD ausgeschl., da er sich gegenüber der Gestapo verpflichtet hatte; März 1939 Verhaftung u. 1939 – 45 KZ Buchenwald, dort Mitgl. der illeg. Parteiltg. (zus. mit  Ernst Busse u.  Harry Kuhn), ab 1943 Vors. des illeg. Internat. Lagerkomitees. 1945 Überprüfungsverfahren zur Wiederaufnahme in die KPD (1950 wiederholt); 1945 Dezernent beim Berliner Magistrat für Volksbildung; 1946 – 53 persönl. Ref. von  Wilhelm Pieck für Parteifragen; 1953 Funktionsenthebung u. abermals Parteiüberprüfung wegen der Affäre um  Franz Dahlem u. Noel H. Field sowie seines Verhaltens im KZ Buchenwald; anschl. Prof. für Neue u. Neueste Geschichte an der KMU Leipzig; 1957 Prom.; 1957 – 62 Dir. des DIZ (Nachf. von  Karl Bittel), aus fachl. Gründen abgelöst; anschl. Prof. für Neuere u. Neueste Geschichte an der HU Berlin; 1964 Johannes-R.-Becher-Medaille; 1965 – 67 Prorektor für Studienangelegenh.; 1968 – 70 hier Ordinarius, zul. Prof. Dr. Dr. h. c.; 1969 VVO; Vors. des Gen.-Sekr. des Buchenwald-Komitees in der VVN; Mitgl. des Präs. der Antifa. Widerstandskämpfer der DDR; 1970 Vizepräs. des Internat. Komitees Buchenwald-Dora; 1974 KMO, 1979 Ehrenmedaille des sowj. Komitees der Kriegsveteranen; 1981 Vizepräs. des Internat. Buchenwald-Komitees; 1984 Stern der Völkerfreundschaft; 1990 PDS; gest. in Berlin.Die Linken in der dt. Sozialdemokratie im Kampf gegen Militarismus u. Krieg. (Diss.) Berlin 1958; Dtl. in der Zeit der fasch. Diktatur. Berlin 1956; Buchenwald. Mahnung u. Verpflichtung. (Mitgl. der Red.) Berlin 1960; Ein Held der Nation. Aus dem Leben Ernst Thälmanns. Berlin 1961. Niethammer, L. (Hrsg.): Der »gesäuberte« Antifa. Die SED u. die kommunist. Kapos von Buchenwald. Berlin 1994; Prokop, S., Schwarz, S. (Hrsg.): Zeitgeschichtsforschung in der DDR – W. B. (1904 – 1992) Ein bedrohtes Leben. Beiträge zum 100. Geburtstag von W. B. Schkeuditz 2005.Karin Hartewig / Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Barthel, Kurt Walter

* 8.6.1914 – ✝ 12.11.1967

Geb. in Garnsdorf (b. Chemnitz) in einer dt.-jüd. sozialdemokrat. Fam.; Vater Eisenbahnarb. (vor B.s Geburt erschossen), Mutter Handschuhnäherin; 1920 – 28 Volksschule; 1928 – 32 Ausbildung zum Dekorationsmaler in Chemnitz; 1930 Mitgl. der Freidenker, 1931 SAJ u. »Rote Falken«; 1932 arbeitslos u. Wanderschaft; 1932 Mitgl. des »Jungbanner« u. 1933 – 35 der SPD, ausgeschl.; 1933 – 39 Emigr. in die ČSR, 1934 Teiln. an den Wiener Februarkämpfen, nach Jugosl. (Zagreb) geflohen; ab Herbst 1934 in Prag pol. Jugendarbeit u. Grenzarbeit (»Egon David« u. »KuBa«); 1937 – 41 Jüd. Liberale Jugendorg.; Red. der »AIZ« in Prag, Zusammenarb. mit  Louis Fürnberg; Ltr. der Spieltruppe »Roter Stern« in Grünberg, dann der von »Neues Leben«; veröff. Gedichte u. Reportagen in der Ztg. »Rote Fahne« (Prag) u. »Das Wort« (Moskau); März 1939 Flucht über Polen nach England; kurzz. interniert; danach Land- u. Bauarb. in Wales; Mitgl. der FDJ; verf. den Hauptteil des lyrischen Gedichtzyklus »Gedicht vom Menschen«. Okt. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED, Mitbegr. der FDJ; Dez. 1946/47 Red. im Dietz Verlag Berlin; 1947 Kulturltr. in der Maxhütte Unterwellenborn, danach freiberufl. tätig; 1948 Poem »Gedicht vom Menschen«; 1949 »Kantate auf Stalin« (Musik von  Jean Kurt Forest); NP; 1950 Fernstudium an der PHS; Mitgl. des ZR der FDJ; seine »Karl-Marx-Kantate« wurde im Mai 1953 im Beschluß des Sekr. des ZK der SED als »formalist.« scharf kritisiert; 1950 – 54 Kand., 1954 – 67 Mitgl. des ZK der SED, Mitgl. der Kulturkommission beim PB des ZK; 1950 – 58 Abg. der Volkskammer; ab 1951 Mitgl. des PEN-Zentrums Dtl., dann Dt. PEN-Zentrum Ost u. West; 1952 – 54 1. Sekr. des DSV, danach Mitgl. des Präs.; 1952 DAK; ab 1957 Chefdramaturg am Volkstheater Rostock; 1957 Filmszenarium »Schlösser u. Katen«; 1958 u. 1959 NP (im Koll.); Massenspiel »Klaus Störtebeker«; 1960 Dr. h. c. der WPU Rostock; 1964 Drama »Terra incognita«; 1964 NP; 1967 gest. bei einer Gastspielreise in Frankfurt (Main).Gedichte. Eine Auswahl. Berlin 1951; Brot u. Wein. Leipzig 1961; Gedichte. Rostock 1961; Das Wirkliche u. das Wahre. Halle, Leipzig 1984; Nun fügt euch, Worte. Gedichte. Halle, Leipzig 1987. Schiller, D.: Die pol. Lyrik des Dichters Kuba (K. B.) 1933 – 1947. Diss. Berlin 1965; Scherner, E.: Der Schriftst. Kuba. Zu Grundpositionen seines künstler. Schaffens. 2 Bde. Diss. Berlin 1973; Liebers, P. (Hrsg.): Louis Fürnberg, KuBa (K. B.) – Werk und Wirkung heute. Berlin 1976; »Tausend neue Träume«. Erinnerungen an den Dichter KuBa. Halle, Leipzig 1985.Leonore Krenzlin / Bernd-Rainer Barth

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Backenecker, Maria

* 20.3.1893 – ✝ 24.12.1931

Maria Scharnetzki wurde am 20. März 1893 in Bochum geboren. Sie heiratete einen Arbeiter namens Backenecker, war Hausfrau. 1919 Mitglied der USPD, 192O der KPD, betätigte sie sich 1923/24 aktiv in der kommunistischen Frauenbewegung des Ruhrgebiets. Im Mai 1924 wurde sie in den Reichstag gewählt. Für die Wahlen im Dezember 1924 auf einen aussichtslosen Platz der Kandidatenliste gesetzt, kam sie nicht wieder ins Parlament. Maria Backenecker stand auf dem linken Parteiflügel. Nach dem »Offenen Brief« aktiv für die linke Opposition tätig, wurde sie Anfang 1927 aus der KPD ausgeschlossen. Sie war Mitbegründerin des Leninbundes. Später trennte sie sich mit den Trotzkisten vom Leninbund und leitete die Gruppe der Trotzkisten in Hamborn. Maria Backenecker starb am 24. Dezember 1931.

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Baer, Otto

* 1.2.1881 – ✝ 23.4.1966

Geb. in Jerichow; Vater Arbeiter; Lehre u. Arbeit als Gerber; 1898 Gewerkschaft der Lederarb., ehrenamtl. Hauskassierer, später Bezirks-Ltr.; 1900 SPD, 1917 Vors. des SPD-Ortsvereins Magdeburg, 1920 – 33 Vors. der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversamml. von Magdeburg; 1930 – 33 Verwaltungsdir. des Krankenhauses Magdeburg-Sudenburg, ab 1928 Vorstandsmitgl. des Preuß. u. Provinzial-Sächs. Städtetags, Mitgl. u. zeitw. Vors. des Provinziallandtags Sachsen; 1929 – 33 stellv. Mitgl. des Preuß. Staatsrats; nach 1933 zunächst untergetaucht, dann zeitw. inhaftiert; ab 1935 Versicherungsvertreter; antifasch. Arbeit, 1936 fünf Monate U-Haft; Aug. 1944 im Zuge der Gestapoaktion »Gewitter« sechs Wochen Haft im KZ Sachsenhausen. Am 19.4.1945 vom US-amerikan. Stadtkommandanten zum OB von Magdeburg ernannt, von der nachf. brit. Besatzungsmacht abgesetzt, von der sowj. Besatzungsmacht wieder eingesetzt u. zusätzl. zum Regierungspräs. der Bezirksreg. Magdeburg bestimmt; Anfang 1946 Absetzung u. zehn Wochen NKWD-Haft; später bis zur Pensionierung Abt.-Ltr. im Min. der Finanzen der Landesreg. Sachsen-Anh.; gest. in Magdeburg.Heinrich, G., Schandera, G. (Hrsg.): Magdeburger Biographisches Lexikon. Magdeburg 2002.Andreas Herbst

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Bahmann, Rudolf

* 26.2.1929 – ✝ 19.9.1977

Geb. in Plauen; Vater Mittelbauer (13 ha), Mutter Verkäuferin; Volks- u. Aufbauschule; 1945 – 48 Lehrling im landw. Betrieb (13 ha) der Eltern; 1945 Mitbegr. der Antifa-Jugend in Gera. 1945 KPD, 1946 SED; 1945 / 46 Landwirtschaftsschule Berga; 1948 – 50 Instrukteur der SED-LL Thüringen; 1949 Bauernhochschule Paretz; 1950 Lehrgang an der LPS Bad Blankenburg; 1950 / 51 Sektorenltr., 1952 Abt.-Ltr. der SED-LL Thüringen; 1952 – 58 Sekr. für Landw. der SED-BL Gera; 1954 – 58 Abg. des Bezirkstags Gera; Juni 1958 Absetzung u. »Bewährungseinsatz« in der Prod.; 1959 Traktorist auf der MTS Schlöben (Krs. Stadtroda); anschl. Dir. der MTS Langenwetzendorf (Krs. Zeulenroda); 1960 – 63 Studium an der PHS »Karl Marx«, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1963 – 64 Sekr. für Landw., 1964 – 73 1. Sekr. der SED-KL Eisenberg; Studium an der FS für Landw. Stadtroda, 1965 staatl. geprüfter Landwirt; 1973 – 77 Vors. des Rats des Bez. Gera; 1969 VVO in Bronze; gest. an den Folgen eines Verkehrsunfalls.Andreas Herbst

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Bähring, Helmut

* 12.2.1923 – ✝ 30.4.2002

Geb. in Weimar; 1937 – 39 Ausbildung zum Verlagskfm. in Weimar; 1941 – 45 Wehrmacht u. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 47 Arbeit auf dem Bau; 1946 SED; 1947 Volontär in der Landesdruckerei Thür. in Weimar, 1947 – 51 dort Ltr. der Verlags- abt.; 1952 Lehrgang für Verlagsmitarb. an der DVA; 1952 – 57 Verlagsltr. im Vordruck-Leitverlag Magdeburg; 1955 – 60 Fernstudium der Finanzökon. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1957 – 62 Ltr. des VEB Wilhelm-Knapp-Verlages (später Fotokino-Verlag) in Halle, 1962 – 76 Ltr. des Verlages VEB Edition Leipzig, 1976 – 91 Ltr. des VEB Bibliographisches Inst. u. VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig (Nachf. von  Heinz Köhler); 1977 Bracke-Medaille des Börsenvereins Leipzig. 1991/92 Geschäftsf. der Bibliographische Inst. Leipzig GmbH u. Brockhaus-Verlag GmbH Leipzig; 1993 Ruhestand in Leipzig; 1998 Goldene Nadel des Börsenvereins Frankfurt. Langjähriges Mitgl. des Verlegeraussch. u. des Vorst. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig; Gründungsmitgl. des Kuratoriums »Haus des Buches« in Leipzig.Lexikon Buchstadt Leipzig. Taucha 2007 (mit K. Rüddiger).Frank Wagner

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Baier, Karl

* 3.1.1887 – ✝ 12.4.1973

Geboren am 3. Januar 1887 in Magdeburg, Sohn eines Malers; lernte Modelltischler, von 1907 bis 1910 Militärdienst in der Marine, 1912 Mitglied der SPD, im Krieg wieder bei der Marine. 1917 USPD, während der Revolution 1918/19 Vorsitzender des Soldatenrates in Cuxhaven. Als Mitglied der IKD Gast am Gründungsparteitag der KPD in Berlin. Nach der Besetzung Hamburgs durch Truppen des Freikorps Gerstenberger im Februar 1919 vier Monate inhaftiert. Ab Frühjahr 1919 Tischler in Magdeburg, war er von Herbst 1920 bis 1923 hauptamtlicher Orgleiter des Bezirks Magdeburg. 1923 Orgleiter des KPD-Bezirks Hessen-Waldeck, im November in Kassel verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach vier Monaten zwecks Ausübung seines Mandats als Provinziallandtagsabgeordneter von der Haft »beurlaubt«, tauchte Baier unter und wurde von der Zentrale 1924 als Geschäftsführer der »Gelsenkirchner Arbeiterzeitung« eingesetzt. Im September 1924 erneut verhaftet, mußte er seine Reststrafe absitzen. Im Oktober 1925 Instrukteur des Zentralvorstandes der RHD, arbeitete er 1927 als Sekretär der MOPR, der Internationalen Roten Hilfe. Baier gehörte zu den Kritikern des ultralinken Kurses. Im Juli 1929 aus der KPD ausgeschlossen, trat er der KPO bei, war dann Mitglied der Leitung der IHV und der Verlagsgenossenschaft Arbeiterpresse. Vom Oktober 1929 bis März 1933 Angestellter des Bezirksamtes Berlin Prenzlauer Berg. Im Januar 1932 ging er zur SAP und war ab 1933 Orgleiter der illegalen SAP in Berlin. Am 22. August 1933 wurde Baier verhaftet und am 5.Dezember 1934 vom 2. Senat des VGH zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Von 1936 bis 1945 betrieb er dann ein eigenes Versandgeschäft. Im Mai 1945 wurde Baier von der russischen Kommandantur als Bürgermeister von Fangschleuse, bzw. Werlsee bei Erkner eingesetzt, ab Herbst 1948 leitete er das Sozialamt des Ostberliner Magistrats, dann 1950/51 das Amt für Kirchenfragen. Im Jahre 1951 geriet er in die Parteiüberprüfung, wurde am 19. September 1951 wegen »ideologischer Schwächen« aus der SED ausgeschlossen und im Februar 1952 auch aus dem Ostberliner Magistratsdienst entlassen. Sein Parteiausschluß wurde am 18. April 1952 durch die ZPKK aufgehoben. Ab 1954 Beauftragter des Tribüne-Buchverlages. Er erhielt 1971 den VVO in Gold. Karl Baier starb am 12.April 1973 in Ost-Berlin.

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Ballack, Michael

* 26.9.1976

Geb. in Görlitz; Vater Ing.; 1983 – 86 bei der BSG Motor Fritz Heckert Karl-Marx-Stadt; 1986 – 90 FC Karl-Marx-Stadt. 1990 – 97 Chemnitzer FC, seit 1995 Berufssportler; Abitur am Sportgymnasium Chemnitz; 1997 – 99 beim 1. FC Kaiserslautern, 1998 Dt. Mstr.; 1999 – 2002 Bayer Leverkusen, 2002 2. Platz in der Europ. Champions League; 2002 – 06 beim FC Bayern München, seit 2006 bei Chelsea London; 2002 u. 2005 jeweils Dt. Mstr. u. DFB-Pokalsieger; 28.4.1999 erster Länderspieleinsatz in Bremen (0:1 gegen Schottland), seitdem mehr als 90 Einsätze in der dt. Nationalmannschaft u. über 40 Länderspieltore (Stand Juli 2009); 2002 bei der WM in Japan u. Südkorea Vize-WM mit der dt. Nationalmannschaft; seit Aug. 2004 Kapitän der dt. Nationalmannschaft; 2002, 2003 u. 2005 Fußballer des Jahres; 2002 Auszeichn. durch die UEFA als Bester Mittelfeldspieler Europas; 2005 Medienpreis Bambi des Burda-Verlags; 2006 3. Platz bei der WM in Dtl.; 2008 Vize-EM in Schweiz/Österreich.Reisner, D.: M. B. Die Story des Fußball-Superstars. München 2005; Barth. R., Volland, B.: Ballack – sein Weg. München 2006.Jan Wielgohs

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Bankwitz, Peter

* 15.6.1931

Geb. in Hohenleipisch (b. Elsterwerda); nach dem Abitur ab 1949 Studium der Geologie an der HU Berlin, 1957 Prom. mit der Diss. »Zur Geologie des Kontakts am Thüringer Hauptgranit«; 1959 wiss. Mitarb. des Geotekton. Inst. der DAW in Berlin, nach der Akademiereform 1968/69 Mitarb. im ZI für Physik der Erde (ZIPE) der AdW in Potsdam; 1980 Habil. zum Dr. sc. nat. mit einer geotekton. Arbeit zur »Form u. Genese von Rupturen als Ausdruck der Aktivität der Erdkruste«; 1980 Ernennung zum Ltr. der Abt. »Grundgebirge« im ZIPE, 1982 Berufung zum Prof. für Geologie; 1984 NP für Wiss. u. Technik; 1986 Ltr. des Bereichs »Geologie« im ZIPE; 1988 korr. Mitgl. der AdW; 1990 Wahl zum Mitgl. des Wiss. Rats des ZIPE. Nach 1992 als Ratsmitgl. am Aufbau des GeoForschungsZentrums (GFZ) Potsdam beteiligt; 1996 Ruhestand; seit 1997 Mitgl. der Leibniz-Sozietät; lebt in Potsdam. Forschungsgebiete: Bau u. Entw. der mitteldt. Kristallinzone; Gesteinsdeformation in Phyllitgebieten; Genese von Rupturen; Tiefenseismik u. weitere geolog. Arbeiten mit Bedeutung für die Beurteilung des Untergrundes von Talsperren, die Metallogenie des Erzgebirges, die Tektonik im Werra-Kaligebiet u. geolog. Fernerkundungsmethoden.Hoth, K.; Schwab, M.: P. B. In: Ztschr. f. Geolog. Wiss. (1996) 3/4 (Fs. zum 65. Geburtstag von P. B.).Martin Guntau

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Barbarino, Rudolf

* 19.3.1920

Geb. in Kattowitz (Oberschles./Katowice, Polen), ab 1921 aufgewachsen in Berlin; Vater kfm. Angest.; 1926 – 30 Volksschule, 1930 – 36 Real-Gymn. in Berlin-Lichtenberg; 1936 – 38 Ausbildung zum Bankkfm.; Mitgl. in der HJ, Scharführer, 1938 RAD; Sept. 1939 – 41 Wehrmacht, Einsatz 1940 in Frankreich, 1941 Polen u. UdSSR, Ltn. d. R.; Aug. 1941 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, zuletzt im Lager 7150 (Grjasowez, Gebiet Wolga); Antifa-Schüler in Krasnogorsk b. Moskau; ab 1945 Mitgl. des Politaktivs der Antifa-Ltg.; Mitarb. im NKFD, Armeebeauftr. in der 33. u. 5. Roten Armee. März 1948 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); Apr. 1948 SED; Mai – Juni 1948 Mitarb. der Garantie- u. Kreditbank in Berlin; Juni 1948 – 59 wiss. Mitarb., Dometscher, Red. u. Ltr. der Abt. für Arbeit/Kader im Berliner Verlag; Mitgl. der Arbeitsgemeinschaft ehem. Offz. (AeO); 1959 – 61 Mitarb. im Druckerei- u. Verlagskontor; 1961 – 83 Mitgl. des ZV des VDJ; 1961 – 65 Ltr. des FDJ-Verlags Junge Welt (Nachf. von Fritz Höhn); 1965 – 67 Mitarb. der ZENTRAG, stellv. GD für Verlagswesen; Apr. 1967 kommissar. Dir., ab Nov. 1967 – 83 Dir. des Berliner Verlags (Nachf. von  Hermann Leupold); 1982 Banner der Arbeit; 1983 Rentner; 1985 VVO; lebt in Berlin.Bernd-Rainer Barth

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Bargstädt, Karl

* 30.10.1904 – ✝ 1974

Geboren am 30. Oktober 1904 in Hamburg als Sohn eines Lehrers. Ungelernter Arbeiter, dann Kochmaat, später als Pantryman bei der HAPAG bzw. als Schlosser und Nieter im Lokomotivbau tätig. Zeitweilig lebte er in den USA und qualifizierte sich auf der Chicago Technical Highschool. 1927 nach Hamburg zurückgekehrt, trat er in die KPD ein und war bis 1930 Metallarbeiter auf der Hamburger Werft Blohm & Voss. Dort Leiter der KPD-Zelle, nach Entlassung hauptamtlicher Funktionär der KPD. Bargstädt gehörte der KPD-BL Wasserkante an, leitete gemeinsam mit Fiete Schulze den illegalen RFB Wasserkante bzw. arbeitete als Sekretär des Kampfbundes gegen den Faschismus, Bezirk Wasserkante. Er flüchtete im September 1933 nach Schweden und war dort einige Zeit Leiter der KPD-Emigranten. Im März 1935 ging er nach Norwegen, war 2. Vorsitzender der Emigrationsgemeinschaft sowie Leiter der KPD-Gruppe in Oslo. Mit Emil Dinka zusammen Leiter des KPD-SAP Sonderausschusses für Gewerkschaftsfragen. »Technischer Berater« der von Ernst Wollweber geführten Sabotage-Organisation, die mit massiver sowjetischer Unterstützung von Dänemark und Norwegen aus Anschläge auf deutsche und italienische Schiffe verübte. Von November 1936 bis September 1937 reiste er unter dem Namen Karl Weinberg illegal durch Europa. Nach der Besetzung Norwegens flüchtete er im April 1940 nach Schweden, wurde in Loka Brunn und Längmora interniert und arbeitete dann als Metallarbeiter in Göteborg. Von Göteborg aus beschaffte er sich im Februar 1941 ein Einreisevisum für die Sowjetunion. Nach dem Überfall Deutschlands auf die UdSSR wurde er verhaftet und wegen »Spionage« angeklagt. Bargstädt saß in der Lubjanka, anschließend in der Butyrka, danach in einem Gefängnis bei Saratow, zuletzt war er in Kasachstan interniert. Im März 1947 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED und von Juni bis Oktober 1947 hauptamtlicher Funktionär der IG Metall im FDGB. Er trennte sich von der SED, flüchtete in den Westen, ging nach Norwegen. Ab 1948 wieder in Hamburg, trat er 1952 in Düsseldorf vor einem »Internationalen Komitee gegen KZ-Regime« auf und berichtete über die unmenschlichen Zustände in sowjetischen Lagern. Karl Bargstädt starb 1974 in Hamburg.

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Barta, Alexander

* 1897 – ✝ 14.3.1938

1897 in Budapest geboren, stammte aus einer Handwerkerfamilie; nach Hochschulstudium Schriftsteller und Redakteur. Barta gehörte zu den avantgardistischen Literaten in Ungarn, 1916 erste Publikationen in der linken Zeitschrift »Ma«. Er war 1919 aktiv an der ungarischen Räterepublik beteiligt, nach deren Niederschlagung Emigration zunächst nach Österreich, später nach Deutschland. Barta gehörte zunächst der KPÖ, dann der KPD an und war Redakteur an der »Roten Fahne«. Nach 1933 in der Sowjetunion lebend, in die KPdSU übernommen, arbeitete Barta als Redakteur der deutschen Ausgabe der Moskauer »Internationalen Literatur«, zuletzt Redakteur der ungarischen Zeitschrift »Neue Stimme«. 1935 Sekretariatsmitglied der MOPR und 1936 Parteiorganisator der deutschen Parteigruppe im sowjetischen Schriftstellerverband. Am 14. März 1938 verhaftet und der Zugehörigkeit zu einer »konterrevolutionären terroristischen Organisation und der Spionage für Deutschland und Ungarn« beschuldigt, von der Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zum Tode verurteilt und am 3. Juni 1938 in Butowo erschossen.

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Bartel, Walter

* 15.9.1904 – ✝ 16.1.1992

Geboren am 15. September 1904 in Fürstenberg/Havel als Sohn einer Arbeiterfamilie. Nach der kaufmännischen Lehre Angestellter. 1920 Mitglied der FSJ und des ZdA, 1923 der KPD. Im Herbst 1923 gehörte Bartel zur illegalen BL Südbayern, er kam von Oktober 1923 bis April 1924 in »Schutzhaft«, anschließend aus Bayern ausgewiesen. Bis 1928 gehörte er zur BL des KJVD Berlin-Brandenburg, ab 1925 auch dem ZK des KJVD. Er war zunächst ehrenamtlicher Orgleiter, dann Agitpropleiter des KJVD-BL Berlin-Brandenburg, von 1926 bis 1928 Buchhalter beim Verlag der Jugendinternationale in Berlin. 1928/29 war Bartel hauptamtlicher Sekretär in der Abteilung Agitation der KPD-BL Berlin-Brandenburg. 1929 Studium an der Internationalen Leninschule in Moskau, bis 1932 dort Aspirant. Nach Deutschland zurückgekehrt, zunächst im Ruhrgebiet, anschließend ab Oktober 1932 im Sekretariat der BL Berlin-Brandenburg eingesetzt. Anfang 1933 Sekretär für Agitprop im Bezirk Halle-Merseburg, danach im Verbindungsbüro des illegalen ZK-Sekretariats in Berlin. Am 26. Juni 1933 in Berlin verhaftet, wurde Bartel im Februar 1934 zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Brandenburg-Görden verbüßte. Im April 1936 emigrierte er in die Tschechoslowakei, wo er »wegen Feigheit« (Verpflichtungserklärung für die Gestapo) aus der KPD ausgeschlossen wurde. Nach der deutschen Besetzung der âSR am 16. März 1939 verhaftet und im Oktober in das KZ Buchenwald überführt, bildete Bartel bald zusammen mit Ernst Busse und Harry Kuhn den sogenannten Dreierkopf, die illegale Parteileitung im KZ Buchenwald. Ab 1943 auch Vorsitzender des illegalen Lagerkomitees und führend an den Befreiungsaktivitäten der Häftlinge am 11. April 1945 beteiligt. Mitte Juni 1945 nach Berlin zurückgekehrt, wurde Bartel von Juli 1945 bis Mai 1946 Dezernent für Volkshochschulen beim Berliner Magistrat. Nach einem Überprüfungsverfahren hob das Sekretariat des ZK der KPD am 11.März 1946 den Parteiausschluß auf. Bis Frühjahr 1953 war Bartel nun persönlicher Referent Wilhelm Piecks für Parteifragen. 1950 zwar in die Säuberungs- und Überprüfungskampagnen geraten, konnte er sich dank der Fürsprache Piecks als dessen einflußreicher Bürochef behaupten. Erst im Zusammenhang mit der Entmachtung Franz Dahlems im Juli 1953 wurde er auf Beschluß der ZPKK seiner Funktion enthoben und als Lektor nach Leipzig abgeschoben. Dort promovierte er und erhielt eine Professur für Neue und Neueste Geschichte. Von 1957 bis 1962 Leiter des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte Berlin, 1962 kam er als Professor für Neuere und Neueste Geschichte an die Humboldt-Universität Berlin. Er erhielt 1974 den Karl-Marx-Orden. Walter Bartel starb am 16.Januar 1992 in Berlin.Karin Hartewig / Ilko-Sascha Kowalczuk

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Barthel, Karl

* 20.3.1907 – ✝ 21.2.1974

Geboren am 20. März 1907 in Lohmen bei Cobitz/Krs. Pirna in Sachsen, Sohn einer Arbeiterfamilie. Hilfs- und Landarbeiter, anschließend Vertikal- und Horizontaldreher in Dresden. Hier 1922 Mitglied des DMV und des KJVD, 1924 der KPD. 1927 Leiter des KJVD in Sachsen, ab November 1927 bis März 1931 Sekretär des KJVD in Thüringen, war er von Dezember 1929 bis März 1931 auch Abgeordneter des Thüringer Landtages. Ab Juni 1931 Orgleiter des Bezirks Hessen-Waldeck, wo er im November 1931 Ernst Lohagen als Polleiter ablöste. Im Juli 1932 jüngster Reichstagsabgeordneter (Wahlkreis Hessen-Nassau). Ab Februar 1933 ZK-Instrukteur in Halle und Berlin, ab August 1933 in Niederschlesien. Am 28. Oktober 1933 in Breslau verhaftet, wurde Barthel nach elfmonatiger U-Haft im Polizeigefängnis im September 1934 vom OLG Breslau zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Von Oktober 1934 bis Oktober 1936 Haft im Zuchthaus Wohlau/Schlesien, 1936 Überführung in das KZ Lichtenburg, 1937 in das KZ Buchenwald, wo er bis zum 11.April 1945 inhaftiert war. Von Juli 1945 bis Anfang April 1946 war Barthel Bürgermeister der Stadt Jena und leitete anschließend bis Dezember 1964 die Stadtwerke bzw. den VEB (K) Wasserwirtschaft Jena. Er mußte sich nach 1945 gegen Vorwürfe wegen angeblichen Fehlverhaltens in der Haft, wie Fehler in seiner Tätigkeit als Bürgermeister wehren, leitete aber bis Februar 1953 als Sekretär den VVN-Bezirksvorstand bzw. die VdN-Bezirkskommission Gera. Von 1957 bis 1962 Vorsitzender des Kreisausschusses der Nationalen Front in Jena, 1967 erhielt er den VVO in Gold. Mit Hilfe seiner Frau war es ihm gelungen, Skizzen und Nachrichten über das Leben im KZ nach draußen zu schmuggeln. Daraus entstand 1946 einer der eindrucksvollsten KZ-Berichte: »Die Welt ohne Erbarmen«, Greifenverlag Rudolstadt. Karl Barthel starb am 21. Februar 1974 in Jena.

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Backhaus, Till

* 13.3.1959

Geb. in Neuhaus/Elbe (Krs. Hagenow); 1966 – 76 POS in Neuhaus/Elbe, 1976 – 78 Abitur u. Facharbeiterausb. zum Agrotechniker an der BBS des VEG Pritzier (Schwechow, Krs. Hagenow); 1978 – 80 NVA; 1980 – 85 Studium an der WPU Rostock, Dipl.-Agraring.; 1980 – 90 ltd. Funktion in der LPG Pflanzenprod. Neuhaus bzw. Abt.-Ltr. in der LPG Pflanzenprod. Lübtheen (Krs. Hagenow); Dez. 1989 Mitbegr. SDP Neuhaus/Elbe; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer. Seit Okt. 1990 MdL Mecklenb.-Vorpomm.; 1991 – 2003 Vors. des SPD-KV Hagenow bzw. Hagenow-Ludwigslust (seit Juni 1994); 1992 – 98 Vors. des Aussch. für Landwirtsch. u. Naturschutz des Landtags; Nov. 1998 – 7.11.2006 Min. für Ernährung, Landw., Forsten u. Fischerei des Landes Mecklenb.-Vorpomm. (Nachf. von Martin Brick bzw. Bärbel Kleedehn) u. stellv. Mitgl. des Bundesrates (Nachf. von  Harald Ringstorff); Dez. 2001 Prom. zum Dr. rer. agr. an der HU Berlin; Apr. 2003 – 07 Vors. des SPD-LV Mecklenb.-Vorpomm.; 2004 – 06 Abg. des Kreistags Ludwigslust; 2005 – 07 Mitgl. des SPD-Bundesvorst.; seit 7.11.2006 Min. für Landw., Umwelt u. Verbraucherschutz des Landes Mecklenb.-Vorpomm.Betrachtungen zur Getreideprod. in Mecklenb.-Vorpomm. zwischen 1900 u. 2000. Berlin 2001.Helmut Müller-Enbergs

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Baeseler, Horst

* 10.3.1930 – ✝ 20.9.2004

Geb. in Dresden; Vater Drogist; 1940 – 45 König-Georg-Gymn. Dresden, wg. Zerstörung des Gymn. am 13.2.1945 endete die Schulausbildung. 1945 – 48 Ausbildung in der Baumschule Hauber in Dresden-Tolkewitz; 1949 Arbeit in einer Stauden-Gärtnerei; 1949 – 51 Ausbildung zum Gärtner in der FS für Gartenbau Pillnitz (mit  Johann Greiner); 1951 Maschinenlehrgang für Gärtner in Quedlinburg; 1951 – 91 angestellt bei der DBA (auf Vermittl. v. J. Greiner), bis 1955 Mitarb. von  Reinhold Lingner; 1951 / 52 Landschaftsplanung für die Pionierrepublik »Wilhelm Pieck« in Altenhof / Werbellinsee (mit R. Lingner); 1952 beteiligt am Projekt Kultur- u. Sportpark Stalinstadt (Eisenhüttenstadt) (mit R. Lingner u. a.); 1952 – 55 Gartenbauingenieurstudium an der HU Berlin, Ing. für Landschaftsplanung; 1955 – 61 stellv. Ltr. der Abt. Grünplanung im VEB Hochbauprojektierung; 1961 – 65 Ltr. der Abt. Freiflächenplanung im VEB Typenprojektierung; 1968 Studium mit Abschluß als Dipl.-Gärtner an der HU Berlin; 1976 Schinkelmed.; 1977 Plakette der DBA; 1981 Arbeitsaufenthalte in Moçambique, Realisierung von Garten- u. Landschaftsbauprojekten. 1991 – 96 Mitarbeiter des Inst. für Regionalentw. u. Strukturplanung in Erkner (b. Berlin); gest. in Berlin. H. B. gehört als Schüler von R. Lingner zu den jüngeren, maßgebenden Garten- u. Landschaftsplanern der DDR, seine Theorien u. Planungsansätze für sämtliche Arten von Freiraumgestaltung waren in der DDR prägend.Campingplätze – Grundsätze u. Richtwerte. Berlin 1976; Freizeitanlagen. Berlin 1979 (mit W. Rietdorf); Spielanlagen für Kinder u. Jugendliche. Berlin 1979 (Hrsg.); Gestaltung von Freiräumen in Wohnbereichen. In: Architektur der DDR (1980) 5; Im Flug über die DDR. Leipzig 1983 (mit W. Rietdorf); Kennzeichen u. Richtwerte. Eine Betrachtung zu langjährigen Arbeiten v. Prof. Dr.-Ing. Joh. Greiner. In: Freiraum komplex, 2003. Fs. zum 65. Geburtstag v. H. B. Hrsg. vom IRS Erkner. Graue Reihe 10. Erkner 1996; Stadt u. Grün. Hrsg. vom Dt. Städtetag. Zum 100. Geburtstag von R. Lingner; Hannover – Berlin 2003.Volker Wagner

Wer war wer in DDR

Bahner, Werner

* 18.6.1927

Geb. in Neuwiese (Erzgeb.); Vater Zimmermann; Gymnasium, Abitur; 1946 – 50 Studium der Romanistik, Anglistik u. Philos. an der Univ. Leipzig, dort 1950 Prom. zum Dr. phil.; ab 1952 Doz. für roman. Philologie; 1955 Habil. zum Sprachbewusstsein in der span. Lit. des 16. u. 17. Jh. an der KMU Leipzig; 1955 Mitgl. der SED u. 1956 – 58 des EK der UNESCO; 1961 Prof. mit vollem Lehrauftrag, 1964 mit Lehrstuhl für Romanistik u. Dir. des Roman. Inst. der KMU Leipzig; 1961 Abt.-Ltr. u. 1965 – 69 Dir. des Inst. für roman. Sprachen u. Kultur der DAW, 1965 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW, 1966 Ord. Mitgl. der DAW, 1969 Sekr. der Kl. für Sprachen, Lit. u. Kunst (Nachf. von Günter Fendel); 1969 stellv. Dir., 1977 – 89 Dir. des ZI für Sprachwiss. der AdW; 1968 Vors. des Komitees für Südosteuropaforschung u. 1978 des Nationalkomitees für Sprachwiss.; 1976 – 78 DDR-Vertreter im Exekutivrat der UNESCO (Nachf. von  Rita Schober); 1980 – 91 Präs. der Sächs. AdW (Nachf. von  Kurt Schwabe); 1980 – 90 Vizepräs. der AdW der DDR (Nachf. von  Kurt Schwabe); 1983 VVO; 1987 NP, Dr. phil. h. c. der KMU Leipzig. Forschungsfelder u. Publikationstätigkeit in der roman. Sprach- u. Lit.-Wiss., insbes. zur frz. Aufklärungslit. u. allg. Sprachtheorie; Mithrsg. eines Dt.-Frz. Wörterbuchs sowie von Schriftenreihen, wie der Ztschr. »Beiträge zur roman. Philol.« (1961 – 91), Schriften des Inst. für roman. Sprachen u. Kultur (1965 – 71).Bibl. In: Bedeutungen u. Ideen in Sprachen u. Texten. Berlin 1987 (Fs.); Forts. der Bibl., In: Jb. der Sächs. AdW 1987/88 u. 1989/90; Hassler, G., Storost, J. (Hrsg.): Kontinuität u. Innovation. Studien zur Geschichte der romanischen Sprachforschung vom 17. bis zum 19. Jh. Fs. für W. B. zum 70. Geburtstag. Münster 1997.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Bahro, Rudolf

* 18.11.1935 – ✝ 5.12.1997

Geb. in Bad Flinsberg (Krs. Löwenberg, Niederschl./Świeradów Zdrój, Polen); 1954 – 59 Studium der Philos. an der HU Berlin; anschl. Red. versch. Ztg., u. a. 1960 – 62 der Greifswalder Univ.-Ztg.; 1962 – 65 beim ZV der Gewerkschaft Wiss.; ab 1965 stellv. Chefred. der Ztg. »FORUM«; 1967 – 77 Abt.-Ltr. für Arbeitsorg. im VEB Gummikombinat Berlin; 1972 – 75 Arbeit an einer Diss. über die Effektivität des Einsatzes von HS- u. FS-Kadern im soz. Betrieb, trotz positiver Gutachten Ablehnung der Diss. an der TH für Chemie Leuna-Merseburg wegen angebl. unzureichender wiss. Voraussetzungen; 1973 – 76 Arbeit am Manuskript »Die Alternative«, in dem das Ges.-System sowj. Typs als »asiatische« Entwicklungsdiktatur u. die Herrschaftsform der Staatsparteien als entscheidendes Entwicklungshemmnis der weiteren menschl. Emanzipation gedeutet wurden; nach Veröff. von Auszügen im Hamburger Magazin »Der Spiegel« im Aug. 1977 Verhaftung durch das MfS wegen Verdachts »nachrichtendienstl. Tätigkeit«, im Juni 1978 Verurteilung durch das Stadtgericht Berlin zu acht Jahren Freiheitsentzug wegen »Übermittlung von Nachrichten für eine ausländ. Macht u. Geheimnisverrat«, Strafvollzug in Bautzen; 1978 Wahl in die PEN-Clubs von Dänemark u. Schweden, Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille durch die Internat. Liga für Menschenrechte, Sekt. Berlin (West); 1979 nach weiteren internat. Solidaritätsakt. anläßl. des 30. Jahrestages der DDR Entlassung in die Bundesrep. Dtl.; 1979 – 85 Die Grünen; 1980 Prom. (b. Oskar Negt) u. 1983 Habil. an der Univ. Hannover; mehrwöchiger Aufenthalt bei den Baghwan-Jüngern in Oregon (USA); anschl. versch. Projekte u. Tätigkeit als freier Publizist in Niederstadtfeld (Eifel); Dez. 1989 Rückkehr in die DDR, umstrittene Rede auf dem Sonderparteitag der SED-PDS. Seit 1990 a. o. Prof. für Sozialökol. an der HU Berlin; inspirierte u. unterstützte die Gründung versch. sozialökolog. Gemeinschaften zur Erprobung alternativer Lebensformen in den neuen Bundesländern; gest. in Berlin. Forschungsthemen: Analyse u. Kritik der gegenwärtigen durch die Industrieges. geprägten Wirtschafts- u. Lebensweisen, globalökolog. Gefährdungspotentiale, alternative Formen der Vergemeinschaftung.Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Soz. Köln 1977; Logik der Rettung. Köln 1987; Rückkehr. In-Weltkrise als Ursprung der Weltzerstörung. Köln 1991; Apokalypse oder Geist der neuen Zeit. Berlin 1995. Herzberg, G./Seifert, K.: R. B. – Glaube an das Veränderbare. Berlin 2002; Herzberg, G. (Hrsg.): R. B.: Denker – Reformator – Homo politicus: Nachlasswerk: Das Buch von der Befreiung. Vorlesungen, Aufsätze, Reden, Interviews. Berlin 2007.Hubert Laitko

Wer war wer in DDR

Baierl, Helmut

* 23.12.1926 – ✝ 12.9.2005

Geb. in Rumburg (Nordböhmen/Rumburk, Tschechien); Vater Gymnasiallehrer; OS; 1944 Mitgl. der NSDAP; nach Aussiedlung Landarbeiter. 1945 – 47 LDP u. 1947 – 89 SED; 1949 – 51 Studium der Slaw. an der Univ. Halle; anschl. Russ.-Doz. in der Erwachsenenqualifizierung, 1955 an der ABF Greifswald, verf. dort erste Arbeiten für Laienspielgr.; 1955 – 57 Studium am Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« in Leipzig; 1957 – 59 Cheflektor des Hofmeisterverlages Leipzig; 1958 erstes Theaterstück »Die Feststellung«; 1959 – 67 Autor u. Dramaturg am Berliner Ensemble (BE), 1961 – 67 gewählter Parteisekr. des BE; 1961 UA von »Frau Flinz«, pol. plakativ, größter Publikumserfolg; 1961 u. 1970 NP; seit 1967 freischaff. Schriftst. (Dramatik, Erzählungen, Filmautor), übersetzte fremdspr. Bühnentexte; 1967/68 Kand. u. 1969 – 89 Mitgl. der SED-BL Berlin; ab 1968 als KP/IM/GMS »Flinz« vom MfS erf.; 1969 Mitgl. der AdK, 1970 – 74 Sekr. der Sektion Dichtkunst der AdK; 1974 Prom.; 1974 – 90 Vizepräs. der AdK; 1976 u. 1985 VVO; 1982 PEN-Zentrum DDR; 1985 Johannes-R.-Becher-Medaille; bis 1993 Dt. PEN-Zentrum (Ost); verfaßte affirmative, die Konfliktlösung betonende Theaterstücke u. Filmszenarien (1969 »Johanna von Döbeln«, 1983 »Das zweite Leben des F. G. W. Platow«, 1974 »Die Lachtaube«); mehrfache unkrit. Darstellung des Lebens soz./kommunist. Arbeiterführer (1970 »Der lange Weg zu Lenin«, 1982 »Leo u. Rosa«); gest. in Berlin.Stücke. Berlin 1969; Die Köpfe oder das noch kleinere Organon. Berlin 1974; Zwei Stücke. Berlin 1975; Gereimte Reden (Agit.-Lyrik). Berlin 1976. Walther, J.: Sicherungsbereich Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Balzer, Karin

* 5.6.1938

Geb. in Magdeburg; POS; bis 1955 Ausbildung zur Chemie-Facharb.; 1953 – 72 aktiv in der Leichtathletik (80- bzw. 100-m-Hürdenlauf, Sprint), Mitgl. der BSG Einheit Magdeburg, ab 1956 des SC Chemie Halle, SC DHfK Leipzig, SC Frankfurt (Oder); SC Leipzig (Trainer u. späterer Ehemann Karl-Heinz Balzer); 1956 – 61 Chemiefacharb. in Halle; viermal Teiln. an Olymp. Spielen: 1960, 1964 Siegerin (erste olymp. Goldmedaille in der Leichtathletik für die DDR), 1968 5. u. 1972 3. Platz, viermal Teiln. an Europameisterschaften: 1962 2. Platz, 1966, 1969 u. 1971 Siegerin, 1964 – 71 siebenmal WR, 1967 – 71 fünfmal Siegerin bei den Hallen-EM, 1967 u. 1970 beim Europa-Cup; 1963 – 70 Fernstudium an der DHfK Leipzig, Leichtathletiktrainerin; zweimal VVO; Stern der Völkerfreundschaft; 1970 – 76 Sportstudium an einer HS, Dipl.-Sportlehrer; 1971 Sportlerin des Jahres; ab 1976 Sportlehrerin an der Pädagog. FS für Kindergärtnerinnen; 1987 – 90 Trainerin im Trainingszentrum Karl-Marx-Stadt. 1990 zur Sozialpädagogin qualifiziert; 1990 – 93 Doz. für Sozialpädagogik; ab 1997 Trainerin am Bundesstützpunkt Chemnitz des Dt. Leichtathletikverb.; trainiert mit ihrem Mann den Sohn u. Hürdensprinter Falk B.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bänsch, Karl

* 30.5.1882 – ✝ 1938

Geboren am 30. Mai 1882 in Boyadel/Krs. Grünberg in Schlesien, lernte Kunst- und Bauschlosser. Vor dem Ersten Weltkrieg Mitglied der SPD, war 1914 bis 1918 Soldat, trat zur USPD über. 1919 hauptamtlicher Jugendsekretär des DMV, ab 1920 Berufsberater im Dienst der Stadt Berlin und im selben Jahr in die Bezirksversammlung Berlin-Friedrichshain gewählt. Seit 1920 KPD-Mitglied, 1925 unbesoldeter Bezirksstadtrat in Friedrichshain und von 1929 bis 1933 Abgeordneter der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Er verlor 1933 seine Stelle als Berufsberater, wurde verhaftet und mißhandelt. Karl Bänsch starb 1938 nach längerer Krankheit in der Lungenheilstätte Beelitz. Sein Sohn Willi (*27.2. 1908), Schlosser und vor 1933 KPD-Funktionär in Berlin, wurde am 17. November 1936 vom VGH zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, kam danach ins Arbeitserziehungslager Wuhlheide, aus dem er im Mai 1944 floh. Er hatte Kontakt zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow, am 12. November 1944 erneut verhaftet, erschoß er bei seiner Festnahme einen Polizisten. Am 4.Dezember 1944 vom VGH zum Tode verurteilt, wurde Willi Bänsch am 11. Dezember 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Seine Frau Elli Bänsch, geborene Schöfisch (* 22. 6. 1909 – † 16. 8. 1974) und seine Schwester Martha Langowski, geborene Bänsch (* 3. 10. 1912 – † 19. 1. 1959) erhielten hohe Zuchthausstrafen, weil sie ihn nach seiner Flucht versteckt hatten.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Barbasch, Ludwig

* 28.8.1892 – ✝ 12.7.1962

(* 1892 – † 1962) Geboren am 28. August 1892 in Berlin, Sohn eines Kaufmanns. Nach dem Abitur Studium der Rechtswissenschaften in Berlin, Cambridge und Grenoble, Referendarexamen in Berlin. Kriegsfreiwilliger und Unteroffizier im Ersten Weltkrieg, promovierte 1918 an der Universität Rostock. Als Mitglied des Soldatenrates in Schwerin Anfang 1919 am Putsch von Matrosen beteiligt, Mitbegründer der USPD in Mecklenburg. Bis Juli 1919 Minister ohne Portefeuille in der Mecklenburger Revolutionsregierung. Danach wegen seiner Beteiligung am Schweriner Matrosenaufstand zum Tode verurteilt, dann begnadigt. In der KAPD aktiv, hatte Barbasch in der Partei 1921/22 erheblichen Einfluß. Von 1924 bis 1933 als Rechtsanwalt in Berlin politischer Strafverteidiger der KAPD, ebenso des Leninbundes, später auch für die Rote Hilfe tätig. In der Nacht des Reichtagsbrandes im März 1933 verhaftet, saß er bis September 1934 im KZ. Nach der Freilassung emigrierte Barbasch über die Schweiz und Italien nach Palästina. Er ließ sich als Advokat in Tel Aviv nieder, zog sich aus der Politik zurück und ging 1957 wieder nach Deutschland. Von 1958 bis 1962 Rechtsanwalt in Wiesbaden, vor allem mit Wiedergutmachungsfragen befaßt. Ludwig Barbasch starb am 12. Juli 1962 in Wiesbaden.

Wer war wer in DDR

Barkhausen, Heinrich

* 2.12.1881 – ✝ 20.2.1956

Geb. in Bremen; Vater LG-Dir.; Studium der Physik in Berlin, München u. Göttingen; 1907 Prom. bei H. Simon in Göttingen, 1910 Habil. an der TH Berlin-Charlottenburg; 1907 – 11 Mitarb. im Forschungslabor der Siemens AG; 1911 Berufung an die TH Dresden, leitete dort den Aufbau des ersten Schwachstrominst. in Dtl. 1946 nach Wiedereröffn. der TH Rückkehr nach Dresden u. führend am Wiederaufbau der HS beteiligt; Neuaufbau des total zerstörten Inst. u. Entw. zum führenden Zentrum für Nachrichtentechnik u. Elektronik in der DDR; 1949 Mitgl. der DAW, NP; Pionier der mod. Nachrichtentechnik in Dtl. (Theorie der Elektronenröhre, Barkhausen-Kurzschwingungen, Barkhausen-Effekt; Einführung des »Phon« als Grundeinheit für die Lautstärke); 1953 em.; gest. in Dresden.Lehrbuch der Elektronenröhren. Bd.1 – 4. Leipzig 1921.Dieter Hoffmann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Barteck, Leo

* 12.5.1887 – ✝ 26.9.1968

Geboren am 12. Mai 1887 in Königsberg als Sohn eines Korbmachers; ging als Gelegenheitsarbeiter auf Wanderschaft und blieb bis 1912 in der Schweiz, wo er nach dem Erlernen der französischen Sprache in Hotels und Büros sowie als Buchhändler arbeitete. Barteck lebte von 1913 bis 1919 in Großbritannien, nach Ausbruch des Krieges kam er von Dezember 1914 bis 1919 als Zivilinternierter auf die Isle of Man. 1919 kehrte er nach Königsberg zurück, wurde Mitglied der KPD und war von 1920 bis 1924 Geschäftsführer des Verlages »Rote Fahne des Ostens«. Zeitweilig setzte ihn die Komintern als Kurier und Transportleiter auf der Linie Kowno-Berlin ein. Barteck fungierte auch als Treuhänder der illegalen KP Litauens in Finanzangelegenheiten. Von 1924 bis 1930 war er RHD-Sekretär in Königsberg und auch Mitglied deren Reichsleitung. Wegen seiner Ablehnung der ultralinken Politik der KPD-Führung 1930 aus der KPD ausgeschlossen und auch als RHD-Angestellter entlassen, wurde er Mitglied der KPO. Bis 1936 war Barteck als Erd- und Bauarbeiter beschäftigt. Da er nach 1933 in Königsberg illegale Arbeit leistete, wurde er im Dezember 1936 verhaftet, kam von April 1937 bis Februar 1941 ins KZ Sachsenhausen. Danach Lagerist, 1944 nach Stettin dienstverpflichtet. Im Mai 1945 Übersiedlung nach Schwerin, dort Eintritt in die KPD. Von September 1945 bis 1948 war Barteck Leiter des Kulturamtes der Stadt Schwerin und dann Leiter der Personalabteilung des Ministeriums für Volksbildung der Landesregierung Mecklenburg. Während der Parteiüberprüfungen Anfang 1950 wegen seiner früheren KPO-Tätigkeit abgesetzt, im Juni 1950 als Kulturleiter der Sozialversicherungsanstalt SVA nach Heiligendamm abgeschoben. Leo Barteck starb am 26. September 1968.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bartels, Wolfgang

* 11.7.1890 – ✝ 24.10.1971

Geboren am 11. Juli 1890 in Hayn/Harz als Sohn des Revierförsters Wilhelm Bartels. Er besuchte das Leibniz-Gymnasium in Hannover und absolvierte die Journalistenhochschule in Berlin. Danach an verschiedenen Zeitungen tätig (»Krefelder Zeitung«, »Frankfurter Zeitung«). Im Oktober 1913 wurde Bartels aktiver Soldat. Seit 1914 an der Front, nach einer Verwundung kam er 1916 zur Fliegertruppe. Er gehörte vor dem Weltkrieg der »Demokratischen Vereinigung« an, nahm 1916 Verbindung mit dem späteren USPD-Führer Wilhelm Dittmann sowie dem später führenden KAP-Rechtsanwalt Ludwig Barbasch auf und trat selbst der SPD bei. 1918 während der Revolution zum Vorsitzenden des Soldatenrates in Doblen (Kurland) gewählt; nach der Heimkehr 1919 wurde er Mitglied der USPD; zunächst Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, dann der »Leipziger Volkszeitung«. 1920 politischer Redakteur der »Sozialistischen Republik« in Köln. Im Dezember 1920 trat Bartels mit der linken USPD zur KPD über. Während des Abwehrkampfes gegen den rheinischen Separatismus 1921 von der belgischen Besatzung einige Monate lang interniert, dann 1922 von einem deutschen Gericht wegen Beleidigung Noskes zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. 1923 kurze Zeit Chefredakteur der »Arbeiterzeitung« in Saarbrücken, auch dort verhaftet und ausgewiesen. Bartels gehörte zu den Linken um Ruth Fischer und Arkadi Maslow. Nach dem IX. Parteitag 1924 Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Im Mai 1924 Reichstagsabgeordneter, von Dezember 1924 bis 1928 KPD-Abgeordneter des Preußischen Landtags und Mitglied des Fraktionsvorstands. In den Auseinandersetzungen nach dem »Offenen Brief« 1925 war Bartels einer der aktiven Anhänger der linken Opposition, als deren Sprecher er auf dem XI. Parteitag (März 1927) auftrat. Sofort danach erfolgte sein Ausschluß aus der KPD. 1928 gehörte er zu den Mitbegründern des Leninbundes und übernahm die Redaktion des Organs dieser Gruppe »Volkswille«, zunächst in Suhl, später (nach dem Übertritt Guido Heyms zur SPD) in Berlin. Zugleich Redakteur des theoretischen Organs des Leninbundes »Fahne des Kommunismus«. Mitte Januar 1929 trat Bartels zur SPD über, er wurde Chefredakteur des Braunschweiger »Volksfreundes« und gehörte der SPD-BL Braunschweig an. Im Mai 1933 verhaftet, saß er bis März 1934 in »Schutzhaft« in Braunschweig. Von August bis November 1935 im KZ Dachau inhaftiert, blieb er nach der Entlassung 1935 unter Polizeiaufsicht. 1938 erneut verhaftet, zusammen mit Otto Grotewohl und anderen Sozialdemokraten angeklagt, das Verfahren wurde jedoch niedergeschlagen. Nochmals 1944 inhaftiert, wieder entlassen und 1945 zum Militärdienst eingezogen. 1945 trat Bartels wieder der SPD bei. Von der amerikanischen Besatzung zum Lizenzträger der »Hessischen Nachrichten« in Kassel ernannt, schied er 1955 aus der Redaktion dieser Zeitung aus. Seit 1956 lebte er mit seiner Familie in München und gab dort bis 1967 die Zeitschrift »Das Gewissen« heraus, ein »unabhängiges Organ zur Bekämpfung der Atomgefahr«. Wolfgang Bartels starb am 24. Oktober 1971 in München.

Wer war wer in DDR

Bartke, Eberhard

* 18.2.1926 – ✝ 17.11.1990

Geb. in Berlin; Vater Maler; OS; 1944 RAD, Juni 1944 – Mai 1945 Soldat, kriegsversehrt entlassen aus dem Lazarett Breslau. 1946 – 49 Studium der Formgestaltung HS Berlin-Weißensee, ohne Abschluß; 1947 SED; 1948 – 49 Organisationsltr. der SED-GO an der HS Berlin-Weißensee; 1949 – 52 Lehrer an der SED-KPS Berlin-Kaulsdorf, 1951 – 52 Mitgl. der SED-KL; März – Dez. 1952 Ltr. der SED-Betriebsparteischule bei den Elektroapparatewerken Treptow; 1953/54 Aspirant am IfG, Staatsexamen; 1954 – 58 Aspirant an der AfG beim ZK der KPdSU in Moskau, Prom.; 1958 – 61 Doz. am IfG Berlin, stellv. Lehrstuhlltr. Theorie u. Geschichte der Lit. u. Kunst; 1959 – 62 Vors. der neuen Sektion Kunstwiss. im VBKD; Mitgl. der Zentralltg. des VBKD; 1961 Hauptreferent im MfK; 1962 Parteiverfahren nach Diskussionen über  Walter Ulbrichts Kunstpolitik (Heinrich-Witz-Kontroverse); ab 1962 Abt.-Ltr. Bildende Kunst u. Museen im MfK; Gastprof. an der HS Berlin-Weißensee; 1974 – 78 Vizepräs. des VBK; ab 1975 Dir. der Nationalgalerie, 1976 – 83 GD der Staatl. Museen zu Berlin (Nachf. G. R. Meyer); 1979 Parteiverfahren; 1988 Streichung aus dem VBK-DDR; gest. in Berlin.Beatrice Vierneisel