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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Göbel, Jakob

* 31.1.1899 – ✝ 1937

Geboren am 31. Januar 1899 in Frankfurt/M.; Bergarbeiter und Schlosser. 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, 1919 der SPD, 1920 der USPD bzw. der VKPD. Göbel wurde 1927 UB-Sekretär in Dortmund und 1928 Gauführer des RFB Ruhr. Im April 1932 wurde er in den Preußischen Landtag gewählt, auch am 5. März 1933 erneut Abgeordneter. 1933 zunächst für die KPD illegal tätig, emigrierte er im September 1933 über die Tschechoslowakei in die Sowjetunion. Dort wurde er im November 1937 vom NKWD verhaftet und in einem Prozeß 1937 vor dem Militärtribunal als »Spion« angeklagt und verurteilt, kurz danach ist Jakob Göbel erschossen worden. 1962 von Sowjetbehörden »rehabilitiert«.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gohl, Max Paul

* 18.4.1886 – ✝ 25.1.1951

Geboren am 18. April 1886 in Rixdorf bei Berlin. Vier Jahre Metalldrückerlehre, von 1906 bis 1908 Militärdienst. 1910 Mitglied der SPD. Im August 1914 eingezogen, 1917 an der Westfront verschüttet und als Kriegsbeschädigter entlassen. 1917 Mitglied der USPD. 1919 Eisendreher, 1920 hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär im DMV Berlin. Mit der linken USPD 1920 zur KPD. Gohl verlor 1923 seine Gewerkschaftsposition. Zeitweise Funktionär der KPD in Württemberg, wo er seine spätere Frau Maria Reischmann (* 4. 3. 1905 – † 13. 3. 1989) kennenlernte, mit der er bis 1932 verheiratet war. 1924 wurde er Mitglied der BL Berlin-Brandenburg der KPD. Nach der Absetzung Ruth Fischers wählte ihn der Berliner Bezirksparteitag 1925 (zusammen mit Wilhelm Kasper) gegen die vom ZK vorgeschlagenen Kandidaten Max Frenzel und Otto Kühne zum Sekretär für Gewerkschaftsfragen bei der BL. Gohl hielt sich bei den Fraktionsauseinandersetzungen zurück. Er schied wegen Krankheit im April 1928 aus der BL Berlin-Brandenburg aus und wurde im Juni 1930 Angestellter der »Inprekorr«, 1931 Redakteur dieser kommunistischen Pressekorrespondenz. Im März 1932 zu acht Monaten Festungshaft verurteilt. Ab 1933 illegal für die KPD aktiv, wurde Gohl verhaftet und fast zehn Jahre in verschiedenen KZs festgehalten. 1945 schloß er sich der KPD und 1946 der SED an, übte verschiedene kleine Funktionen aus und war von 1948 an in der staatlichen Handelsorganisation HO tätig. Max Paul Gohl wohnte in West-Berlin (Zehlendorf), er starb am 25. Januar 1951 nach kurzer Krankheit in einem Ostberliner Krankenhaus.

Wer war wer in DDR

Gold, Franz

* 10.10.1913 – ✝ 8.5.1977

Geb. in Botenwald (Krs. Neu-Titschein, Mähren/Butowice, Tschechien); Vater Schmied; Bürgerschule; 1927 – 32 Ausbildung zum u. Arbeit als Fleischer; 1927 Mitgl. der BL des KJV; 1932 – 35 Gelegenheitsarb.; 1932 KPČ; 1933/34 mehrf. verhaftet; 1935 – 37 Soldat in der tschech. Armee; 1937 Schleifer; 1938 erneut Soldat; nach dem Anschluß des Sudetenlandes von Gestapo verhaftet, nach einem Mon. entlassen; 1939 Zollgrenzdienst, dann Fleischer; 1940 Wehrmacht; 1941 sowj. Kriegsgefangenschaft, Besuch der Antifa-Schule in Gorki; 1942 Soldat der Roten Armee; 1943 Mitbegr. des NKFD, Frontbevollm.; 1944 Teiln. am slowak. Aufstand als Kdr. einer Partisaneneinheit. 1945 KPČ-Gebietssekr. in Fulnek (ČSR); 1946 Umsiedl. nach Dresden, Personalchef des SNB in Sachsen; SED; 1948 Dir. des Dt. Inst. für sozialökon. Probleme (Tarnorg. des SNB), Berlin-Weißensee, dort dt. Stellv. des Ltr. W. A. Kolkypin; 1949 Personaldir. beim Berliner Rundfunk in Berlin (West); 1950 Einstellung beim MfS als Ltr. der Abt. (später HA) Personenschutz; 1965 VVO; 1972 Gen.-Ltn.; Jan. 1974 Entlassung, Rentner.Gieseke, J.: Die hauptamtl. Mitarb. Berlin 2000.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Golde, Gert

* 20.6.1937

Geb. in Dresden; Vater Maschinenbauer, Filmvorführer, Elektromonteur, Mutter Kindermädchen u. Verkäuferin; 1943 – 51 Grundschule, 1951 – 55 OS, Abitur in Dresden; 1955 – 59 Studium an der Dt. Hochschule für Filmkunst, Fachrichtung Prod., 1959 Dipl.-Filmökonom; 1959 – 63 Praktikant, dann Aufnahmeltr. im VEB DEFA-Studio für Spielfilme, u. a. Filme: »Das Leben beginnt« (R.:  Heiner Carow), »Der Fall Gleiwitz« (R.:  Gerhard Klein), »Gewissen in Aufruhr« (Teil 5, R.:  Günter Reisch); 1963 – 66 Produktionsltr. der Kinospielfilme »Christine« (R.:  Slátan Dudow), »Karla« (R.: Herrmann Zschoche), »Solange Leben in mir ist« (R.: G. Reisch); 1965 SED; 1966 – 70 Hauptökonom, ab Jan. 1968 Dir. für Ökonomie; 1970 / 71 Sonderlehrgang des ZK der SED für leitende Kader; 1971 – 89 Dir. für Produktion, verantw. für die Herstellung aller Kinospielfilme u. Fernsehspielfilme des Studios, ab 1977 1. Stellv. des GD, 1.9.1989 – 30.6.1990 GD des DEFA-Studios für Spielfilme (Nachf. von  Hans Dieter Mäde); 1.7. 1990 – 92 (Privatisierung) Geschäftsf. der DEFA Studio Babelsberg GmbH (gemeinsam mit Bernhard Nowak). 1992 – 95 Mitarb. in der Geschäftsführung unter Ltg. von Volker Schlöndorff u. Pierre Couveinhes; 1996 / 97 Manager in der Rudolf-Steiner-Film GmbH, durchführender Produzent des Films »Conversation with the beast« (R. u. Hauptrolle:  Armin Mueller-Stahl); Rentner; lebt in Potsdam.Poss, I., Warnecke, P. (Hg.): Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Berlin 2006.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Goldhammer, Bruno

* 10.2.1905 – ✝ 7.8.1971

Geb. in Dresden in einer jüd. Fam.; Vater Textilkfm. u. Kinobesitzer, Mutter Schneiderin; Bürgerschule, Realgymnasium in Dresden, mittl. Reife; Mitgl. der jüd. Jugendgr. »Morgenröte«; 1922/23 Volontär im Osterag Verlag Berlin; Ausbildung zum Buchhändler u. Bibliothekar; 1922 Mitgl. des KJV u. der KPD; 1923 Pol.-Ltr. des KPD-UB Dresden; 1924 Austritt aus Jüd. Gemeinde; 1924 – 30 Mitgl. KPD-BL Ostsachsen; 1925 Red., ab 1929 Chefred. der KPD-Ztg. »Arbeiterstimme« (Dresden); 1930 Chefred. »Kämpfer« (Chemnitz); ein Jahr Festungshaft wegen »Vorber. zum Hochverrat«; 1932 / 33 U-Haft, Prozeß wegen Verrats militär. Geheimnisse; Red.; 1933 illeg. pol. Arbeit in Chemnitz; Febr. 1933 Flucht nach Chomutov (ČSR), ab 1934 Prag; 1934/35 Mitgl. der KPD-Emigr.-Ltg. ČSR in Prag; 1935 Red. der in Brüssel erscheinenden KI-Korrespondenz »Rundschau« (Ps. »Brenner«); Okt. 1936 nach Zürich, Anerkennung als Gewerkschafts-Emigrant; Mitarb. der Züricher Museumsges.; Funktionär der KPD-Abschnittsltg. Süd; Chefred. der illeg. »Süddt. Information« (ab 1938 der »Süddt. Volksstimme«); an Kontroversen über den Einsatz von Mitgl. der KPD in Dtl. beteiligt; seit 1939 priv. Kontakte zu Noel Field; Juli 1940 in Zürich verhaftet, in versch. Schweizer Lagern interniert; 1944/45 Chefred. der Ztschr. »Freies Dtl.« Schweiz. Juni 1945 Sekr. der KPD München, verantw. für Agit.; Mitbegr. der »Aktionsgemeinschaft SPD-KPD München«; 1945 – 47 2. Sekr. der KPD Bayern; Chefred. der »Bayr. Volksstimme«; Juni 1946 vom amerik. Militärgericht zu vier Mon. Haft wegen »illeg. Zonengrenzübertritts« (Febr. 1946 Teiln. an der KPD-Parteikonferenz in Berlin) verurteilt; Haft in Landsberg (a. Lech); Jan. 1947 nach Berlin, dort bis April 1947 Lehrer am 1. Journalistenlehrgang der PHS u. Mitarb. der ZV für Volksbildung der SBZ; Febr. 1947 als OdF an-, März 1951 aberkannt; dann Ltr. des Nachrichtendienstes des Berliner Rundfunks, 1948/49 Chefred. u. 1949 stellv. Intendant des Berl. Rundfunks; Rüge vom ZK wegen »mangelnder ideol. Wachsamkeit«; Okt. 1949 Ltr. der Abt. Meinungsforschung im Amt für Information bzw. der HV Information, 1950 stellv. Ltr. der Presseabt. des Amtes; 24.8.1950 SED-Ausschl. u. verhaftet wegen seiner »Verbindung zu Noel H. Field u. diesbezügl. Aussagen im Budapester Rajk-Prozeß«; ein Auslieferungsgesuch der ung. Behörden wurde abgelehnt; 1950 – 53 U-Haft in versch. MfS-Gefängnissen, ab Apr. 1951 in sowj. Gewahrsam (in der DDR); Mitte 1953 von den sowj. Geheimdienstorganen an das MfS überstellt; April 1954 vom OG zu zehn Jahren Zuchthaus wegen angebl. »Agententätigkeit« verurteilt; 1954 – 28.4.1956 Haft im Zuchthaus Brandenb.; Entlassung nach Berlin; Juni 1956 Mitarb. der Red. des Verlags Zeit im Bild (Dresden); Abschluß der FS für Journalistik; Okt. 1956 öffentl. rehabil.; Juni 1957 Chefred. der Ztg. »Freiheit« (Halle); Juli 1957 Schlaganfall; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; seit 1958 wieder Red. Zeit im Bild (Dresden); dort seit 1959 Mitgl. der BPO-Ltg.; arbeitete bis 1971 als Ltr. der Nachwuchsausbildung des Verlags; Mitarb. in der Kommission »Zur Erforschung der Geschichte der dt. Arbeiterbew.« in Dresden; 1970 VVO; gest. in Dresden.Der wahre Charakter des Frankfurter Wirtschaftsrats. 1947. Bergmann, K. H.: Die Bew. »Freies Dtl.« in der Schweiz 1943 – 1945. München 1974; Teubner, H.: Exilland Schweiz: Dok. Bericht über den Kampf emigrierter dt. Kommunisten 1933 – 1945. Berlin 1975; Kießling, W.: Partner im »Narrenparadies«. Der Freundeskrs. um Noel H. Field u. Paul Merker. Berlin 1994; Otto, W.: Erich Mielke. Biogr. Berlin 1999; Barth, B.-R., Schweizer, W. (Hrsg.): Der Fall Noel Field. 2 Bde. Berlin 2005, 2007.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Goldstein, Arthur

* 18.3.1887 – ✝ 1942

Geboren am 18. März 1887 in Lipine/Oberschlesien; Journalist, 1914 Mitglied der SPD, 1917 der USPD, gehörte zur kommunistischen Opposition in Berlin. 1920 Gründungsmitglied der KAPD, zeitweilig verantwortlicher Redakteur der »Kommunistischen Arbeiterzeitung«. Goldstein wandte sich in seiner Broschüre »Nation und Internationale« (1920) scharf gegen den Nationalbolschewismus der Hamburger KAPD-Führer Heinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim. Ende 1920 noch als erster Vertreter der KAPD in das EKKI nach Moskau delegiert, wurde er im März 1922 mit Karl Schröder u. a. aus der KAPD ausgeschlossen. Danach Mitarbeiter an Paul Levis Zeitschrift »Unser Weg«, Ende 1923 trat er in die SPD ein. Ab 1928 war Goldstein in der Sozialwissenschaftlichen Vereinigung, er beteiligte sich 1929 angesichts von Wirtschaftskrise und wachsender Gefahr einer Rechts-Diktatur am Aufbau konspirativer Zirkel wie der »Roten Kämpfer« innerhalb der SPD. Goldstein schrieb in den »RK-Rundbriefen« vor allem über wirtschaftliche Fragen, gleichzeitig arbeitete er an sozialdemokratischen Blättern, etwa dem »Vorwärts«, mit. 1933 Emigration nach Paris, stand in Verbindung zu sozialistischen Splittergruppen im Exil und bemühte sich vergeblich, eine Auslandsorganisation für die »Roten Kämpfer« zu organisieren. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs wurde Arthur Goldstein vermutlich 1942 von der SS getötet, bzw. soll in einem NS-KZ umgekommen sein.

Wer war wer in DDR

Golke, Martha (Kramer)

* 3.7.1913 – ✝ 23.11.1993

Geb. in Berlin; Vater Dreher, KPD-Funktionär; Ausbildung zur u. Arbeit als Stenotypistin; Sept. 1929 KPD; 1929 – 32 Stenotypistin bei der Darmstädter Nationalbank; 1932 – 34 arbeitslos; 1934 – 36 Stenotypistin bei der Adam-Schneider-AG; illeg. pol. Tätigkeit; 1936 Emigr. nach Frankreich u. dann in die UdSSR; ab 1936 Mitarb. des EKKI; Vater Arthur G. wurde vom NKWD verhaftet u. am 2.11.1937 zum Tode verurteilt; 1937 aus org. Gründen Entlassung aus dem Verbindungsdienst des Sekr. des EKKI; Mitarb. am Moskauer Pädagog. Inst. für Fremdsprachen; Nov. 1938 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; Okt. 1941 Evakuierung aus Moskau; Tätigkeit in einer Schneiderwerkstatt in einem Kolchos bei Ufa; später Rückkehr nach Moskau; Mitarb. am Dt. Volkssender bzw. Ref. im Inst. Nr. 209. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; Mitarb. im Sekr. des SED-Vorst., 1948 persönl. Sekr. des Ltr. der Abt. Personalpolitik; 1949 – 72 Ltr. der Allg. Abt. des ZK der SED (Nachf. von  Else Richter); 1970 VVO.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Goltzsche, Dieter

* 28.12.1934

Geb. in Dresden; Volksschule; 1949 – 52 Ausbildung zum Textilmusterzeichner; 1952 – 57 Studium an der HS für bildende Künste in Dresden ( Max Schwimmer,  Hans Theo Richter); 1958/59 Mstr.-Schüler an der DAK (Max Schwimmer); 1960 freischaff. in Berlin; 1978 Kollwitz-Preis der AdK; 1978 Lehrauftrag, 1980 Doz. für Grafik an der Kunst-HS Berlin-Weißensee. 1990 AdK; 1992 – 2000 Prof. an der Kunst-HS Berlin; 1998 Hannah-Höch-Preis der Stadt Berlin u. Ausst. im Neuen Berliner Kunstverein; Aug. 2004 Übereignung des größten Teils seines künstl. Werks an die AdK; lebt in Berlin-Friedrichshagen.Aber zuletzt wird die Form selbst zum Erlebnis. Berlin 2006. Lang, L.: D. G. In: Weggefährten. 25 Künstler der DDR (mit Bibl.). Dresden 1970; Schmidt, G.: D. G. Werkverz. der Radierungen, Holzschnitte, Linolschnitte 1953 – 1977. Berlin 1978; Kat. D. G. Arbeiten des Zeichners. Staatl. Museen zu Berlin 1982; D. G. Berlin 1993; Schmidt, G.: D. G. Maler u. Werk (mit Bibl.). Dresden 1988; Scharnhorst, A. (Hrsg.): D. G. Werkverz. der Lithografien. AdK. Berlin 1996; Roese, G.: D. G. Werkverzeichnis. Berlin 2001; Flügge, M.: D. G. Malerei u. Zeichnungen. Berlin 2004.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Göring, Bernhard

* 21.11.1897 – ✝ 1.12.1949

Geb. in Berlin; Mutter Hausangestellte, alleinstehend; 1903 – 11 Volksschule; 1911 – 14 Ausbildung zum kfm. Angest., Erwerb der mittleren Reife (extern); 1915 – 21 Verkäufer, Lagerist, Einkäufer u. Buchhalter in der Metallindustrie; Abt.-Ltr. in der Eisenbewirtsch. u. Reichsbrandges. in Berlin; 1916 Mitgl. des Zentralverb. der Handlungsgehilfen u. der SPD; 1920 – 23 Mitgl. u. Vors. des Bunds religiöser Sozialisten in Preußen, später 2. u. bis 1933 1. Vors. des Bundesvorst.; 1922 – 33 Sekr. des HV des Allg. freien Angest.-Bunds (AfA-Bund), Geschäftsf. u. Prokurist der Vermögensverw. des AfA-Bunds; 1933, 1937 u. 1939 wegen illeg. pol. Arbeit verhaftet; 1934 –41 selbst. Gewerbetreibender; 1941 – 45 Abt.-Ltr. in der Wirtschaftsgr. Elektroindustrie; Verbindungen zur Gruppe »Neu Beginnen« u. Gruppen der ehem. Religiös. Sozialisten. 1945/46 SPD/SED, Mitgl. des SPD-ZA; Mitunterz. des Aufrufs des Vorbereitenden Gewerkschafts-Aussch. für Groß-Berlin u. des Aufrufs des ZA der SPD; 1945/46 Beisitzer im SPD-ZA; geschäftsf. Vorst. des FDGB-LV Berlin; 1946 – 49 Mitgl. des SED-PV; Febr. 1946 – 49 Mitgl. u. Sekr. des FDGB-BV u. dessen 2. Vors.; 1946 – 48 Teilnehmer der Interzonenkonferenz zur Herstellung der dt. Gewerkschaftseinheit; 1947/48 Mithrsg. der theoret. FDGB-Ztschr. »Die Arbeit«; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats u. seines Präs., Vors. des Aussch. für Sozialpol.; 1949 Abg. der Prov. Volkskammer, Ausschußvors.; Mitgl. des Ständ. Komitees der Weltfriedensbew. u. des Gen.-Rats des WGB; 1948/49 DWK; bis 1949 Vors. ZA der Volkssolidarität; gest. in Dresden.Die Gewerkschaftsbew. in Dtl. Amsterdam 1927; 2 Jahre FDGB. Berlin 1947; Gewerkschaften u. Wirtschaft. Berlin 1948; Entspannung u. Erholung durch den FDGB-Feriendienst. Berlin 1949.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Görlich, Paul

* 7.10.1905 – ✝ 13.3.1986

Geb. in Dresden; Physikstudium an der TH Dresden, 1932 Prom. zum Dr.-Ing.; anschl. Ltr. des Labors der Zeiss-Ikon AG Dresden; 1942 Habil. an der TH. 1946 – 52 Tätigkeit in der opt. Industrie der UdSSR; anschl. Hauptltr. u. 1960 – 71 Forschungsdir. im VEB Carl Zeiss Jena; zugl. 1952 Doz. u. 1954 Honorarprof. für Festkörperphysik an der FSU Jena; 1954 NP; 1955 Ord. Mitgl. der DAW; 1959 – 71 Dir. des Inst. für Optik u. Spektroskopie der DAW; Ehrenprom. in Leipzig u. Dresden; Mitgl. u. a. der Leopoldina, der Sächs. AdW zu Leipzig u. der Royal Microscopical Society London; gest. in Jena. Arbeitsgebiete: Fotoempfänger, Sekundärelektronenvervielfacher; Festkörper- u. Laserphysik, nichtlineare Optik, Spektroskopie, wiss. Gerätebau; zahlr. Aufsätze in wiss. Ztschr.; langj. Hrsg. u. a. der »physica status solidi«.Die Anwendung der Photozelle. 1952 (russ.), 1954 (dt.).Horst Kant

Wer war wer in DDR

Gosse, Peter

* 6.10.1938

Geb. in Leipzig; Vater Dreher; 1956 Abitur; 1956 – 62 Studium der Hochfrequenztechnik am Inst. für Energetik in Moskau, Ingenieurdipl.; 1962 – 68 Entwicklungsing. in der Radarindustrie; ab 1968 freischaff. Schriftsteller; 1970 Automatisierungsingenieur in einem Großforschungszentrum; ab 1971 Lehrtätigkeit am Leipziger Literaturinst. »Johannes R. Becher«, ab 1984 Dozent f. Lyrik; 1976 / 77 u. 1977 – 81 unter Beobachtung des MfS (OPK »Gully« wegen Verweigerung einer Zustimmungserklärung zur Ausbürgerung  W. Biermanns; Mitgl. P.E.N.; 1985 Heinrich-Heine-Preis; 1988 Gastprof. in den USA. 1991 Heinrich-Mann-Preis; 1993 kommissar. Dir. des Literaturinst. Leipzig; seit 2008 Vizepräs. der Sächs. AdK; lebt in Leipzig.u. a. Antennendiagramme. Reportage. Halle 1967; Antiherbstzeitloses. Gedichte. Halle 1968; Ortungen. Gedichte. Halle 1975; Leben lassen. Hörspiel. Berlin 1980; Ausfahrt aus Byzanz. Gedichte. Halle 1982; Mundwerk. Essays. Halle 1983; Erwachsene Mitte. Gedichte, Prosa, Stücke, Essays. Leipzig 1986; Damals im Jahre 88. Hörspiel. Berlin 1988; Standwaage. Gedichte. Halle 1990; 15 Gedichte. Leipzig 1993; Gleisskörper. Gedichte. Halle 1996; Dein eurasisches Antlitz. Schriften zur bildenden Kunst und Literatur. Leipzig 1997; Phantomschmelz. Lyrik und Kurzprosa. Halle 1998; Seinsgunst. Gedichte. Halle 2001; An und für sich. Berichte, Briefe, Bilder. Leipzig 2005; Einstweilige Verfügung. Dresdner Schriften. Leipzig 2006; Sollbruch-Stele. Die Liebesgedichte. Leipzig 2007. Walther, J.: Sicherungsber. Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit der DDR. Berlin 1996.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Gotte, Wolfgang

* 3.1.1929 – ✝ 13.3.2002

Geb. in Radeberg (Sachsen); Vater Verwaltungsangest.; 1948 Abitur; 1947 – 49 versch. Bergbaupraktika; 1949 – 54 Studium der Geol. an der Bergakad. Freiberg, Dipl. mit einer Arbeit zur Stratigraphie u. Tektonik des Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirges; 1950 – 54 zugl. Arbeiten für die Staatl. Geolog. Kommission Berlin; ab 1954 Objektgeologe im Geolog. Dienst Sachsen in Freiberg, hier insb. Aufgaben zur Erkundung von Erzvorkommen im Blei-Zink-Revier Brand-Erbisdorf u. Arbeiten zu den Gesteinen der Freiberger Gneiskuppel u. der ihr auflagernden paläozoischen Hülle; 1961 – 67 Chefgeologe des neu gegründeten VEB Geolog. Forsch. u. Erkundung Süd, hier systemat. Erarbeitung der Geologie der aus dem Land Sachsen hervorgegangenen Bezirke; 1962 SED; 1967 Prom. mit der Arbeit »Lithologie u. Tektonik als Faktoren der Bildung, Erkundung u. Bewertung von Lagerstätten« an der Bergakad. Freiberg; 1967 – 74 stellv. Staatssekr., 1974 – 83 Staatssekr. für Geologie im Min. für Geologie; 1974 VVO; 1979 Ehrenmitgl. der Gesell. für Geolog. Wiss. der DDR; 1981 Honorarprof. für Erkundungsgeologie an der Bergakad. Freiberg; 1983 Dir. des Zentralen Geolog. Inst. in Berlin, 1986 – 90 dort Berater. Maßgebl. beteiligt an der Entw. der zentral gesteuerten geolog. Forschungs- u. Erkundungsarbeiten in der DDR zur Erweiterung der Rohstoffbasis u. zur Energieversorgung; durch Kombination von geolog., geophysikal. und geochem. Forsch. wurde der Südteil der DDR zu einem der geologisch am besten untersuchten Gebiete Europas; weitere Arbeiten zur Erkundung von Lagerstätten in Zentral- u. Südostasien sowie Ostafrika; über 50 wiss. Veröff. u. über 150 unveröff. Geolog. Berichte u. Gutachten.Hoth, K.: W. G. verstorben. In: GMIT. Geowissenschaftliche Mitteilungen (2002) 8; Hetzer, H., Krüger, P.: Professor Dr. W. G. verstorben. In: Nachrichtenblatt zur Geschichte der Geowiss. Krefeld, Freiberg (2003) 13.Martin Guntau

Wer war wer in DDR

Gödicke, Fritz

* 21.10.1919 – ✝ 28.4.2009

Geb. in Zeitz; 1931 – 33 ATSB, Freie Turnerschaft Zeitz; 1933 – 45 SV 1899 Leipzig bzw. TURA 1899 Leipzig; 1934 – 38 Lehre als Dreher in der Maschinenfabrik Zeitz; 1938 – 47 Dreher u. Gewindeschleifer in der Maschinenfabrik Gebr. Brehmer in Leipzig (mit Kriegsbeginn u.k.-Stellung als Spitzendreher); 1939 / 40 Mitgl. der Sachsen-Auswahl; Mitgl. in der illeg. KPD-Jugendgr. »Klampfenchor Leipzig«; Juli 1943 Wehrmacht, Ukraine, 1944 / 45 Ardennen-Offensive, Mai / Juni 1945 amerikan. Kriegsgef. Rückkehr nach Leipzig; KPD, 1946 SED; 1945 – 49 linker Verteidiger bei TURA bzw. SG Leipzig-Leutzsch, 1949 / 50 bei der ZSG Industrie Leipzig, 1950 – 51 bei Chemie Leipzig (20 Oberligaspiele, 1 Tor); 1948 – 51 Mitgl. u. zeitw. Mannschaftskapitän der Sachsen-Auswahl bzw. der ersten DDR-Fußballauswahl (1949 / 50 Spiele gegen die ungar. u. tschechoslowak. Gewerkschaftsauswahl); 1947 Ressort-Ltr. Sport der FDJ-KL Leipzig; 1948 – 50 Ltr. des Kreissportaussch. Leipzig; Nov. / Dez. 1949 Trainerlehrgang unter Helmut Schön an der DS-Schule in Leipzig; Febr. 1950 Mitgl. des NR; 1950 – 53 Präsident der Sektion Fußball des DS (erreichte 1952 auf dem FIFA-Kongreß in Helsinki die Anerkennung des DDR-Verb.); 1950 – 52 Sekr. des DS; 31.10. – 15.12.1950 Teiln. an der ersten dt. Sportlerdeleg. in die UdSSR; »Populärster DDR-Sportler 1950« (Umfrage Dt. Sport-Echo); 1951 – 53 NOK-Vizepräs.; Heirat mit der vielfachen DDR-Tennismeisterin Gerda Hesse; 1953 – 55 Juniorenauswahltrainer; 1955 – 58 Trainer von Wismut Karl-Marx-Stadt (1956 u. 1957 DDR-Meister); 1958 – 61 DFV-Verbandstrainer, Mai 1958 –Aug. 1959 Trainer DDR-Nationalmannschaft; 1961 – 65 Trainer beim SC Dynamo Berlin; 1965 – 70 Trainer des 1. FC Union Berlin; 1970 – 85 Mitarb. im Büro zur Förderung des Sports (vor allem berufl. Betreuung der Rudersportler); gest. in Berlin.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gohr, Theodor

* 23.3.1881 – ✝ 2.1.1950

Geboren am 23. März 1881 in Osche/Krs. Schwetz in Westpreußen, kam in jungen Jahren nach Niedersachsen. Im Weltkrieg Soldat, nach dem Krieg Maschinenarbeiter in Hannover. Mitglied und Funktionär der USPD. 1920 mit der linken USPD zur KPD übergetreten, Anhänger des linken KPD-Flügels. Von 1921 bis 1923 Mitglied des ZA für Niedersachsen, 1924 Delegierter des IX. Parteitages in Frankfurt, wandte sich Gohr besonders radikal gegen die von der Komintern geforderte Gewerkschaftslinie und trat für selbständige kommunistische Gewerkschaften ein. Im Mai 1924 als Kandidat der KPD zur Reichstagswahl aufgestellt (Platz hinter Iwan Katz im Wahlbezirk Südhannover-Braunschweig), aber nicht gewählt. Zum Vorsitzenden der KPD Hannover berufen, war er von Mitte 1924 an auch Sekretär der BL Niedersachsen. Ende 1924 für einige Monate Orgleiter von Niedersachsen. Gohr war Ultralinker und aktiver Anhänger von Iwan Katz. Im Frühjahr 1925 deswegen aus der BL entfernt, konnte er aber seine Position in der KPD Hannover halten. Er organisierte im Januar 1926 den Sturm der Ultralinken auf das Büro der BL Niedersachsen in Hannover und wurde deshalb zusammen mit Katz aus der KPD ausgeschlossen. Gohr wurde Mitbegründer des Spartakusbundes II. Ende 1926 legte er – gemeinsam mit Berthold Karwahne – sein Stadtverordnetenmandat nieder. Da Katz jedoch sein Mandat behielt, schied Gohr, der nun auch den Parlamentarismus ablehnte, aus dem Spartakusbund aus. Er näherte sich der KAP an, trat aber politisch nicht mehr hervor. Während der Hitler-Zeit wegen seiner Vergangenheit überwacht, war er bis zur Rente 1946 als Arbeiter beschäftigt. Theodor Gohr starb am 2.Januar 1950 in Hannover.

Wer war wer in DDR

Goldbach, Joachim

* 8.12.1929 – ✝ 29.9.2008

Geb. in Cossebaude (b. Dresden); Vater kfm. Angest.; OS; Volkssturm. 1945 – 49 Ausbildung zum Zimmermann, dann im Beruf tätig; Mitgl. eines antifa. Jugendaussch.; 1946 FDJ; zeitw. Wirtschaftsltr. in einem Pionierlager; 1949/50 VP-Anwärter, kasernierte Polizeibereitschaft Großenhain; 1950 SED; 1950/51 Panzeroffz.-Schule der HV für Ausbildung, Unterkommissar; 1952 Zugführer u. Fachlehrer an dieser Schule der KVP; 1952 – 56 sowj. Militärakad., Major; 1956 – 64 1. Stellv. des Kdr., dann Stabschef bzw. Kdr. der Panzerdiv. in Dresden (Nachf. von Franz Rös), Oberst; 1964 – 66 sowj. Gen.-Stabsakad., Dipl. rer. mil.; 1966 – 69 Kdr. der mot. Schützendiv. in Erfurt (Nachf. von Heinz Hollstein), 1966 Gen.-Major; 1969 – 72 Stellv. des Chefs des Militärbez. Leipzig (Nachf. von Hermann Vogt), 1972 – 79 Chef des Militärbez. Neubrandenb. (Nachf. von  Kurt Lange), 1974 Gen.-Ltn.; ab 1979 Stellv. des Min. u. zunächst Chef der Rückw. Dienste (Nachf. von  Helmut Poppe), ab 1986 Chef Technik u. Bewaffnung (Nachf. von  Werner Fleißner), 1986 Gen.-Oberst; 18.4. – 30.9.1990 Ltr. der HA techn. Ausrüstung im Min. für Abrüstung u. Verteidigung; dann Vorruhestand; 18.8.1995 – 30.5.1997 Prozeß vor der 35. Großen Strafkammer des LG Berlin im Rahmen des »Mauerschützenproz.« zu 39 Mon. Haft wg. Beihilfe zum Totschlag sowie zweifacher Beihilfe zum versuchten Totschlag verurteilt; Haft in der JVA Hakenfeld (b. Berlin); am 18.3. 2001 nach zwei Dritteln zur Bewährung ausgesetzt; gest. in Strausberg.Froh, K., Wenzke, R.: Die Generale u. Admirale der NVA. Berlin 2000.Helmut Müller-Enbergs

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Goldenbaum, Ernst

* 15.12.1898 – ✝ 13.3.1990

Geb. in Parchim; Vater Arbeiter; Volksschule; 1913 – 17 Landarb.; 1917/18 Militärdienst, verwundet, Teiln. an der Novemberrev. in Schwerin; 1919 – 27 Industriearb., Gewerkschaftsmitgl.; 1919 USPD u. Übertritt zur KPD; 1921 Mitgl. der erweiterten, ab 1923 der engeren BL Mecklenb. der KPD; 1923 – 25 Stadtverordneter in Parchim; 1924 – 26 u. 1929 – 32 Abg. des Landtags Mecklenb.-Schwerin; Beauftr. für landw. Fragen in der KPD-Fraktion; 1927 – 32 Red. der KPD-Ztg. »Volkswacht«; nach 1933 Landwirt in Parchim; 1932 – 45 wiederholt Haft wegen illeg. Tätigkeit, 1944 KZ Neuengamme; überlebte die Evakuierung von Häftlingen des KZ Sachsenhausen auf der »Cap Arcona«. Mai 1945 Bürgermstr. von Parchim; Sept. 1945 Geschäftsf. der Landeskommission für Bodenreform u. Ltr. der Abt. Bodenreform in der Landesverw. Mecklenb.-Vorpom.; Jan. – März 1946 Mitgl. der KPD-LL; 1946 SED; 1946/47 Landesvors. der VdgB, 1947 – 54 im HA der VdgB; 1947 Ministerialdir. im Landwirt.-Min. der Landesreg. Mecklenb.; 1946 – 52 Mitgl. des Landtags; Mitgl. der DWK; März 1948 Vors. des Landesgründungsaussch., April – Juni 1948 Landesvors. der DBD Mecklenb., Juni 1948 – Mai 1982 Vors. der DBD; 1949/50 Min. für Land- u. Forstw. der DDR; ab 1949 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 58 Vors. des Aussch. für Land- u. Forstw.; 1950 – 63 Vizepräs. bzw. Stellv. des Präs., 1963 – 76 Mitgl. des Präs.; ab 1950 Mitgl. des Präs. des NR der NF; ab 1952 Mitgl. des Präs. des Dt. Friedensrats; 1954 – 84 stellv. Vors. der VdgB/BHG; 1955 – 83 Mitgl. des Präs. des ZV der DSF; ab 1956 Mitgl. des Präs. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; ab 1961 Vizepräs. der Dt.-Nord. Ges.; 1958 VVO; 1969 Großer Stern der Völkerfreundschaft; 1973 KMO; Okt. 1976 – Juli 1982 stellv. Vors. des Staatsrats (Nachf. von  Hans Rietz); ab Mai 1982 Ehrenvors. der DBD; Ehrenbürger der Stadt Parchim.Die dt. Bauern in Vergangenheit u. Gegenwart. Berlin 1950; Treue Kampfgefährten u. Mitgestalter auf den Bahnen des Soz. Aus Reden u. Aufsätzen. Berlin 1978.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Goldhammer, Bruno

* 10.2.1905 – ✝ 7.8.1971

Geboren am 10. Februar 1905 in Dresden, Sohn eines Textilkaufmanns; Besuch eines Gymnasiums in Dresden, Ausbildung im Buchhandel, dann Volontär und Redakteur. 1920 Mitglied der Kommunistischen Jugend, 1923 der KPD. 1927 wurde er Redakteur bei der Dresdener KPD-Zeitung »Sächsische Arbeiterstimme«. In den Auseinandersetzungen mit den Rechten in Sachsen radikaler Anhänger des stalinistischen Flügels, 1929 übernahm Goldhammer (als Nachfolger Rudolf Renners, seinem ehemaligen Mentor) die Chefredaktion der Zeitung. Im Januar 1930 zu einem Jahr Festung verurteilt, von 1931 bis 1933 Redakteur in Chemnitz und journalistischer Parlamentsberichterstatter im Sächsischen Landtag. Im Februar 1933 – als Jude besonders gefährdet – emigrierte er nach Prag, gehörte hier der Emigrationsleitung an. 1935 unter dem Pseudonym Brenner Redakteur an der Kominternzeitschrift »Rundschau«, 1936 wurde er Funktionär der KPD-AL Süd und Chefredakteur der illegalen »Süddeutschen Information«, dann der »Süddeutschen Volksstimme«. Ab Juli 1940 längere Zeit interniert. Goldhammer hatte in der Schweiz enge Kontakte zu Noel H. Field, der deutsche kommunistische Emigranten finanziell unterstützte. 1945 kehrte Goldhammer nach Deutschland zurück und wurde KPD-Sekretär in München. Im Juni 1946 wegen Kritik an der Besatzungsmacht kurze Zeit inhaftiert. 1947 nach Berlin geholt, Mitarbeiter der Deutschen Verwaltung für Volksbildung. 1947/48 Chefredakteur des Nachrichtendienstes ADN, dann 1948/49 Chefredakteur des Berliner Rundfunks, 1949 zeitweilig auch stellvertretender Intendant und 1950 im Amt für Information. Am 24. August 1950 aus der SED ausgeschlossen und in der ZK-»Erklärung über Verbindungen deutscher Emigranten mit Noel H. Field« als der »Hauptschuldige für das Eindringen Noel H. Fields in die deutsche Emigration in der Schweiz« bezeichnet. Vor allem wurde ihm vorgeworfen, »nicht behilflich« zu sein bei der »Klärung« und »unaufrichtig gegenüber der Partei«. Noch am gleichen Tag verhaftet, saß er dreieinhalb Jahre in Untersuchungshaft. Alle Anstrengungen seiner MfS-Vernehmer konnten Goldhammer nicht zu einem falschen »Geständnis« bringen. Auch vor dem Obersten Gericht der DDR, das ihn am 28.April 1954 wegen »Verbrechens gegen Kontrollratsgesetz Nr. 10 und Kontrollratsdirektive Nr. 38« zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilte, blieb er standhaft. Erst nach dem XX. Parteitag der KPdSU und den Enthüllungen in Ungarn und Polen über die Field-Affäre als stalinistische Fälschung wurde Goldhammer im April 1956 aus dem Zuchthaus Brandenburg entlassen und im Oktober 1956 öffentlich rehabilitiert. Er blieb in der DDR, kam wieder in die SED und wurde 1956 Redakteur der Zeitschrift »Zeit im Bild« in Dresden. Im Juni 1957 sollte Goldhammer Chefredakteur der SED-Bezirkszeitung »Freiheit« in Halle werden, doch am Tag seines Arbeitsbeginns erlitt er einen Schlaganfall und mußte für längere Zeit in ärztliche Behandlung. Nach der Genesung arbeitete er wieder an der Zeitschrift »Zeit im Bild«, 1970 erhielt er den VVO in Gold. Bruno Goldhammer starb am 7.August 1971 in Dresden.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Goldstein, Kurt Julius

* 3.11.1914 – ✝ 24.9.2007

Geb. in Scharnhorst (b. Dortmund) in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Kaufhausbesitzer (1919 verst.), Mutter Kauffrau; Volksschule; 1922 Umzug nach Hamm; ab 1926 Mitgl. im Dt.-jüd. Wanderbund Kameraden; 1928 Mitgl. der SAJ, dann des KJVD; Nov. 1930 Mitgl. der KPD u. Pol.-Ltr. des KJVD Hamm (»Kurt Berger«), aus pol. Gründen Schulwechsel; Oberrealschule in Münster, dort 1932 Abitur; Apr. 1933 verhaftet, geflohen, Mai 1933 Emigr. zu Verwandten nach Luxemburg, dann nach Frankreich; dort im KP-Auftrag Mitgl. der zionist. Org. Hechaluz, landw. Ausbildung in einem Hachschara-Lager in Luxemburg; 1935 kurze Zeit in der Schweiz, Mai 1935 Auswanderung nach Palästina, dort Bauarb. in der Nähe von Haifa; Nov. 1936 nach Spanien; 1936 – 39 Interbrigadist, Ltn. des 1. Transportregt. der Internat. Brigaden, Pol. Kommissar (»Julio«), verantw. für die PO der Artilleriegr. »Anna Pauker« der 35. Div., 1938 Verwundung; 1938 KP Spaniens; Anf. 1939 Teiln. an der zweiten Mobilisierung, Kompanieführer der XI. Internat. Brigade; Febr. 1939 Rückzug über die Pyrenäen nach Frankreich; dort interniert; Okt. 1939 Verhaftung als vermeintl. dt. Spion u. Überführung in das Straflager Le Vernet, Aug. 1942 Auslieferung an Dtl. (zus. mit einer Gruppe jüd. Kommunisten, u. a.  Hermann Axen), 1942 – 45 KZ Auschwitz, Nebenlager Jawischowitz; Arbeit im Bergbau, hier Kapo, Mitgl. der Widerstandsbew. u. Teiln. an Sabotageaktionen; Jan. 1945 »Todesmarsch« zum KZ Buchenwald, dort im Apr. beteiligt am Häftlingsaufstand. 1945/46 KPD/SED; 1945 Reorg. der KPD in Thür. u. Aufbau der FDJ, Vors. des Landesjugendaussch.; Jugendsekr. der KPD in Thür.; 1945 – 49 als Funktionär der KPD u. der FDJ häufig in Org.-Fragen nach NRW delegiert; 1946 Rückkehr nach Dortmund; 1947 – 49 3. Sekr. (Agit.-Prop.) der KPD-BL Ruhr-Westf.; 1949/50 KPD-Vors. Essen; 1950 Ltr. des FDJ-Zentralbüros in Essen (1. Sekr. der FDJ im Westen); Okt. 1951 Übersiedl. in die DDR; 1950/51 PHS in Kleinmachnow; danach pol. Mitarb. der Westabt. des ZK der SED, später Ltr. der Abt. Gewerkschaftsarb. innerhalb der Westabt. des ZK bzw. der späteren Abt. Arbeitsbüro des ZK der SED (zuständig für Westarbeit u. Anleitung der KPD); wegen Dekonspiration eines Verbindungsmanns der Westabt. 1956 aus dem ZK-Apparat ausgeschieden; ab 1956 Red. beim Freiheitssender 904; 1957 – 61 Abt.-Ltr., 1961 – 67 stellv. Chefred. bzw. Chefred. des Dtl.-Senders in Berlin (Ost), 1969 – 71 Intendant des Senders (Nachf. von  Kurt Ehrich); 1971 – 78 Intendant des Senders Stimme der DDR; Mitgl. des Staatl. Rundfunkkomitees beim Min.-Rat der DDR; ab 1976 Vizepräs. des Internat. Auschwitzkomitees; 1978 Rentner; 1980 Mitgl. des Präs. des Internat. Auschwitzkomitees; 1981 Vors. des Auschwitzkomitees; 1978 – 90 Mitgl. des Präs. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer der DDR; 1982 – 91 Sekr. der FIR in Wien. Mitgl. der PDS; 1990 Vors. des IVVdN; 1994 Ehrenvors. des IVVdN; 1970 u. 1974 VVO; 1979 Ehrenmedaille des sowj. Komitees der Kriegsveteranen; 1984 KMO; 1996 Ehrenbürger Spaniens; 2001 Mitgl. der »Kämpfer u. Freunde der Span. Republik 1936 – 1939« e.V.; 2005 Bundesverdienstkreuz; gest. in Berlin.Die Reichen sollen zahlen! Was erwarten Sie vom Lastenausgleich. Frankfurt (Main) 1948; Wir sind die letzten – fragt uns – K. G. – Spanienkämpfer, Auschwitz- u. Buchenwaldhäftling. Reden u. Schriften. Hrsg. von F.-M. Balzer. Bonn 1999. Interview mit Kurt Goldstein. In: Herzberg, W.: Überleben heißt Erinnern. Lebensgeschichten dt. Juden. Berlin, Weimar 1990; Brand, M.: Geachtete – geächtet. Aus dem Leben Hammer Juden in diesem Jahrhundert. Hamm 1991; Strobl, I.: Vorwärts u. nicht vergessen. K. J. G. Köln 1994; Schuder, R., Hirsch, R.: Nummer 58866. Judenkönig. Biogr. Berlin 1996.Karin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Gollasch, Günter

* 8.3.1923 – ✝ 10.3.2011

Geb. in Burg (Spreewald); Vater Landwirt u. Gemüsehändler; ab 1938 Ausbildung an der Orchesterschule »Friedrich Schreiber« Cottbus (Violine u. Klarinette); erste prakt. Erfahrungen im Orchester des Stadttheaters Cottbus (»Die Stadtpfeifer«); 1941 RAD; ab 1942 – 45 Soldat, amerikan. Kriegsgef. 1947 / 48 Tanz- u. Unterhaltungsorchester Heinz Butz Erfurt, erste Rundfunkarbeit beim Sender Weimar; ab 1948 Studium am Konservatorium Scharwenka (Klarinette); Engagements bei versch. Tanzkapellen u. beim Orchester der Kom. Oper in Berlin; ab 1951 Tenorsaxophonist beim Großen Tanz- u. Unterhaltungsorchester des Berliner Rundfunks; 1953 Satzführer der Saxophongr. u. Soloklarinettist; Gründung der Kapelle »Günter Gollasch mit seinen Solisten«; 1955 erste Schallplattenaufnahme: »Dixie’s Rag«; Erweiterung des Orchesters; 1956 Festanstellung des Orchesters als Tanzorchester des Berliner Rundfunks; 1958 Erweiterung zur Big Band; zahlr. Rundfunk- u. Fernsehsendungen, Schallplattenaufn., Filmmusiken u. Tourneebegleitung internat. Stars; Stammorchester der Schlagerfestivals in Rostock u. Dresden, Gastorchester bei den Schlagerfestivals Sopot (Polen) u. Nessebar (Bulgarien); Gastspiele in der ČSSR, Ungarn, Polen u. der UdSSR; seit Mitte der 60er Jahre kontinuierl. Jazzarbeit, u. a. mit den Arrangeuren Billy Moore, Jerzy Milian,  Friedhelm Schönfeld u. Václav Zahradník; 1970 Teiln. an der Jazz Jamboree Warschau; 1972 LP »Gollasch Plays Milian« (Muza, Polen); 1975 Aufn. für die LP »Jazz-Aspekte« (Nova); 1976 LP »Big Band Aktuell«; 1978 mit der Rundfunk Big Band Berlin Teiln. an der Jazzbühne Berlin;  Ernst-Ludwig Petrowsky, Hubert Katzenbeier, Joachim Graswurm,  Friedhelm Schönfeld, Klaus Koch, Werner Schmidt u. a. Jazzmusiker begannen im RTO ihre Solo-Karriere; nach der Tätigkeit als Dirigent seit 1981 Klarinetten-Solist u. Entertainer (»Clarinette à la Carte«, Onkel Stanislaus mit seinen Jazz-Opas). 1997 »Schwarze Schellackplatte« vom Club der Schellackfreunde Frankfurt (Main); 2002 Auftritt im Friedrichstadtpalast Berlin mit Paul Kuhn, Max Greger u. Hugo Strasser; 2002 Programm »Zweimal Gollasch, bitte« (mit Ehefrau Brigitte); 2003 CD »Günter Gollasch u. das Tanzorchester des Berliner Rundfunks: Rückblende – Originalaufnahmen 1956 – 1969«; 2004 Tournee mit seiner Band u. Dagmar Gelbkes Helga-Hahnemann-Show »Jetzt käm’ die Süße«; 2008 Konzerte mit der Big Band Meerane; gest. in Rüdersdorf.Rainer Bratfisch

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Gomolka, Alfred

* 21.7.1942

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); 1960 Abitur in Eisenach; 1960 – 68 u. seit 1972 CDU; 1960 – 64 Studium der Geogr. u. Germanistik an der EMAU Greifswald; 1964/65 Lehrer in Sollstedt (Krs. Nordhausen); 1965 Dipl.-Lehrer; 1965 Assistent am Geograph. Inst. der EMAU; 1966/67 NVA; Forschungsassistent, 1971 Prom.; 1974 – 84 Mitgl. des Sekr. des CDU-KV Greifswald; 1979 – 84 Stadtrat für Umweltschutz u. Wasserwirtschaft in Greifswald; 1984 Mitgl. des CDU-Hauptvorst.; 1984 an der Sektion Geogr. der EMAU Greifswald, 1988 Habil., 1989 außerord. Doz. für physikal. Geogr.; ab Febr. 1990 Vors. des CDU-KV Greifswald; 1990 Abg. der Volkskammer. Okt. 1990 – 94 MdL u. bis März 1992 Ministerpräs. des Landes Mecklenb.-Vorpomm., nach Konflikten um seine Ablehnung von Verkaufsplänen für die Mecklenburg. Schiffswerften aus dem Amt gedrängt; 1991/92 Präs. des Bundesrats; seit 1992 Prof. für Raumordnung u. Landeskunde an der EMAU Greifswald; seit 1994 Mitgl. des Europ. Parlaments; Vizepräs. der Paneuropa-Union Dtl.; stellv. Vors. des Fremdenverkehrsverb. Vorpommern e.V.Untersuchungen über die Küstenverhältnisse. Greifswald 1971; Untersuchungen über geomorpholog. Veränderungen an Boddenküsten. Greifswald 1988.Helmut Müller-Enbergs

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Göring, Helga

* 14.1.1922 – ✝ 3.10.2010

Geb. in Meißen, aufgewachsen in Dresden; 1938 – 40 Schauspielausb. an der Akad. für Musik u. Theater in Dresden; anschl. Bühnenengagements in Bielefeld, Frankfurt (Main) u. Hamburg, nach dem Krieg in Stendal u. Dresden, Titelrollen in Shaws »Die heilige Johanna« u. Lessings »Emilia Galotti«; 1951 Debüt als Filmschauspielerin in »Das verurteilte Dorf« (R:  Martin Hellberg); 1961 – 91 Mitgl. des Schauspielensembles des DFF; insg. rd. 200 Filmrollen, u. a. in »Schlösser u. Katen« (1957), »Berlin – Ecke Schönhauser« (1957), »Minna von Barnhelm« (1962); 1979 gemeinsam mit Tochter Manja G. in »Die Rache des Kapitän Mitchell«; großer Erfolg mit der Titelrolle in »Die große Reise der Agathe Schweigert« (1970) u. als Darstellerin histor. Frauenpersönlichkeiten (Käthe Kollwitz, Annette v. Droste-Hülshoff); Mitwirkung in TV-Serien »Rentner haben niemals Zeit« u. »Drei reizende Schwestern«; achtmal »Fernsehliebling« der Wochenztg. »FF dabei«, 1969, 1982 u. 1988 NP. Nach 1990 versch. kleinere Rollen, u. a. im »Tatort«; 2000 in dem Film »Die Unberührbare« u. 2001 in Johannes Kiefers für den Oscar nominiertem Film »Gregor’s Greatest Invention«; 2007 in »Der Landarzt« (ZDF); Tochter Manja G. Schauspielerin; gest. in Berlin.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Gorrish-Kaiser, Walter (urspr. Walter Kaiser)

* 22.11.1909 – ✝ 19.1.1981

Geb. in Wuppertal-Barmen; Vater Bauarb.; Volksschule in Wuppertal; Ausbildung zum Stukkateur-Modelleur, anschl. im Beruf tätig; 1928 Mitgl. des KJVD u. 1931 der KPD; 1933 Emigr. in die Niederl., nach Belgien u. Frankreich; 1936 – 39 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg, Offz., Adjutant von  Ludwig Renn; 1939 in Frankreich interniert; 1940 nach Dtl. ausgeliefert, wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, 1940 – 43 Zuchthaus; 1943 in das Strafbat. 999 eingezogen, auf der Krim zur Roten Armee desertiert. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945 – 49 Offz. der DVP, maßgebl. am Aufbau der Polizei in der SBZ beteiligt; 1946 KPD/SED; seit 1949 freischaff. Schriftst. u. Szenarist in Berlin; Mitgl. des DSV-Vorst.; 1956 Hans-Beimler-Medaille; 1961 NP; 1963 – 67 Kand. des ZK der SED; ab 1963 Mitgl. des Solidaritätskomitees für das span. Volk; 1965 Banner der Arbeit; VVO; 1970 sowj. Orden des Vaterländischen Krieges; 1974 KMO; Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Um Spaniens Freiheit. Berlin 1946 (Neuaufl. u. Verfilmung: »Mich dürstet«, 1956); Die dritte Kugel. 1950; Die tönende Spur. 1950; Fünf Patronenhülsen. Erz. u. Drehbuch. 1960; Jahrgang 21 (Drehbuch) 1958; Königskinder (Drehbuch) 1962; Engel im Fegefeuer (1972, zuerst als Film zus. mit Edith Gorrish, 1964).Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gostomski, Hans

* 12.9.1898 – ✝ 1934

Geboren am 12. September 1898 in Berlin; besuchte die Stadtschule in Lenzen/Elbe und studierte am Seminar für orientalische Sprachen in Berlin. Anschließend kaufmännischer Volontär, kam 1918 an die Front, wo er schwer verwundet wurde. Gostomski gehörte dem Soldatenrat des XX. Armeekorps an. 1919 Korrespondent beim Berliner Magistrat, er wurde Mitglied der USPD und 1920 der KPD. 1922 Übersiedlung nach Hamburg, wo er als Expedient arbeitete und 1924 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt wurde. Gauleiter und Sekretär des kommunistischen »Internationalen Bundes der Opfer des Krieges und der Arbeit«. Im April 1925 legte er wegen angeblicher persönlicher Verfehlungen sein Mandat in der Bürgerschaft nieder und wurde nach Berlin versetzt. Gostomski zählte zur linken Opposition und soll Opfer von Intrigen geworden sein. 1927 Austritt aus der KPD, nun in verschiedenen linken Gruppen tätig. Einer der Mitbegründer der Berliner SAP, zeitweilig Leiter der SAP Berlin und ihr Kandidat bei Wahlen. Nach 1933 mehrmals verhaftet, soll Gostomski nach seiner Verhaftung 1934 den Freitod gewählt haben, um weder seiner Familie, noch seinen Gesinnungsgenossen zu schaden.

Wer war wer in DDR

Götting, Gerald

* 9.6.1923 – ✝ 19.5.2015

Geb. in Nietleben (b. Halle); Vater kfm. Angest.; 1933 – 41 Lateinische Hauptschule der Franckeschen Stiftungen in Halle; 1941 Notabitur; 1942 – 45 RAD, Wehrmacht (Luftnachrichten), OGfr.; 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 CDU; 1946/47 Angest. beim Kriegsschädenamt Halle; 1947 – 49 Studium der Philol., Germanistik u. Geschichte an der MLU Halle; 1947 Mitgl. u. 1948 3. Vors. des CDU-Landesverb. Sachsen-Anh. u. seitdem Mitgl. des CDU-HV; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 – 66 Gen.-Sekr. der CDU (Nachf. von  Georg Dertinger); 1949 – März 1990 Abg. der (Prov.) Volkskammer, 1950 – 54 deren Vizepräs.; ab 1950 Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1954 – 58 stellv. Präs. der Volkskammer; ab 1954 Mitgl. des Präs. der Liga für die Vereinten Nationen; ab 1955 Mitgl. des Präs. des Friedensrats u. des Präs. der DSF; 1958 – 63 Vors. der CDU-Fraktion in der Volkskammer; 1960 – 69 stellv. Vors. des Aussch. für Nat. Verteidigung; 1960 – 89 stellv. Vors. des Staatsrats; 1961 VVO; 1961 – 69 Vizepräs. der Dt.-Afrikan. Ges.; seit 1963 Mitgl. des Albert-Schweitzer-Komitees; 1963 – 69 Vors. des Volkskammeraussch. für Ausw. Angelegenh.; 1966 – 89 CDU-Vors. (Nachf. von  August Bach); 1969 – 76 Präs. der Volkskammer (Nachf. von  Johannes Dieckmann), 1976 – 89 stellv. Präs.; ab 1976 Präs. der Liga für Völkerfreundschaft (Nachf. von  Paul Wandel); seit 1980 stellv. Präs. der Volkskammer; Mitgl. des Präs. der DSF u. des Präs. des Friedensrats; Vizepräs. des DDR-Komitees für europ. Sicherheit; 2.11.1989 Rücktritt als CDU-Vors.; 17.11. Abberufung aus dem Staatsrat; Dez. 1989 – Febr. 1990 U-Haft in der U-Haftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen wegen des Verdachts, Parteigelder für priv. Zwecke verwendet zu haben. Febr. 1991 aus der CDU ausgeschl.; 9.7.1991 vom Berliner LG wegen Veruntreuung von Parteigeldern zu 18 Mon. Haft auf Bewährung verurteilt; Mitarb. des Berliner Alternativen Geschichtsforums; gest. in Berlin.Begegnung mit Albert Schweitzer. Berlin 1961; Roter Oktober. Berlin 1977 (zus. mit P. A. Abrassimow); Christl. Demokraten in schöpfer. Mitarb. für das Wohl des Volkes. Berlin 1982; Beitrag christl. Demokraten zu Gegenwart u. Zukunft. Berlin 1987; Christl. Demokraten auf dem Weg in die 90er Jahre. Berlin 1988; Prediger für eine gerechte Welt. Berlin 1989; Was heißt Ehrfurcht vor dem Leben? Berlin 2008. Peter Joachim Lapp: Gerald Götting. CDU-Chef in der DDR. Eine politische Biografie, Aachen 2011.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Goede, Arno

* 7.10.1925

Geb. in Dessau; Mutter Köchin; Volks- u. Handelsschule; Ausb. zum Buchdrucker; im Beruf tätig; 1943 RAD; Wehrmacht, Marine. 1945/46 KPD/SED; 1945/46 Arbeit als Metallhobler in Dessau; 1946 FDJ; 1946 Abt.-Ltr. im FDGB-KV Dessau; 1947 – 49 Jugendsekr., Abt.-Ltr. u. 2. Sekr. der SED-KL Dessau; 1950 Lehrgang an der PHS; 1951/52 Sekr. für Kader der FDJ-Landesltg. Sachsen-Anh.; 1952 – 55 1. Sekr. der FDJ-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von Karl Böhm); 1954 – 58 Abg. des Bez.-Tags Karl-Marx-Stadt; 1953 – 63 Mitgl. des ZR der FDJ, 1955 – 63 seines Büros; 1955 – 57 Sekr. des ZR der FDJ; 1956 – 59 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1959/60 Ltr. der Arbeitsgr., 1961 – 66 Ltr. der Abt. Jugend des ZK der SED (Nachf. von Herbert Lautenschläger); 1966 – 73 Ltr. der 1. Europ. Abt. (UdSSR) im MfAA (Nachf. von Fritz Stude); 1973 – 77 Gesandter an der DDR-Botschaft in Moskau; 1973 VVO; 1977 – 90 Ltr. der Hauptabt. Kader im MfAA, Botschafter.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Gohr, Arnold

* 12.10.1896 – ✝ 23.1.1983

Geb. in Wottnogge (Krs. Stolp, Hinterpomm./ Otnoga, Polen); Vater Kleinbauer; Dorfschule in Saviat, Gymnasium in Lauenburg u. Schlawe, mittlere Reife; 1913/14 Ausbildung zum Handlungsgehilfen; 1914 – 16 Buchhalter u. Disponent; 1916 – 20 Militärdienst u. Gefangenschaft; 1920 – 33 Mitgl. des Gewerkschaftsbundes der Angest., des Kriegsbeschädigtenverb. u. (1920) der DDP bzw. der Dt. Staatspartei; bis 1945 im Stickstoffsyndikat Berlin als Abt.-Ltr. u. Prokurist tätig. 1945 Mitbegr. der CDU Berlin-Köpenick; 1945 1. Krs.-Vors. der CDU; 1948/49 Stellv. Landesvors. der CDU Berlin; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1948 – 58 Stadtrat u. Stellv. des OB von Groß-Berlin; 1948 – 64 Mitgl. des HV der CDU; seit 1949 Abg. der Volkskammer (1950 – 63 Berliner Vertreter); 1950 – 52 Vors. des Landesverb. Berlin der CDU; 1952 – 66 Mitgl. des Bez.-Verb. Berlin der CDU, seit 1958 des Sekr.; seit Febr. 1962 Mitgl. des Präs. der Dt.-Frz. Ges. der DDR; 1981 VVO; Ruhestand.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Goldbeck, Walter

* 12.2.1945

Geb. in Bresch (Krs. Perleberg); 1959 – 63 EOS Perleberg, Abitur; 1963/64 Ausb. zum Schlosser in Malchin; 1964/65 Studium der Landtechnik an der Univ. Rostock; 1965 – 67 Maschinenschlosser auf der Warnowwerft Warnemünde; 1967 LDPD; 1967 – 71 Studium der Germanistik u. Slawistik an der PH Erfurt, Dipl.-Lehrer; 1971 – 78 Lehrer an der POS »Friedrich Engels« in Lübz; 1978 – 90 Referent für Kulturpolitik beim LDPD-BV Schwerin; Juni – Dez. 1990 Abt.-Ltr. Kultur in der Regionalverwaltungsbehörde Schwerin; Juli 1990 –Apr. 1991 Vors. der LDPD/FDP Mecklenb.-Vorpomm. Okt. 1990 – 94 MdL Mecklenb.-Vorpomm., 1990 – 94 Vors. der FDP-Fraktion; 1991 stellv. Vors. des FDP-LV Mecklenb.-Vorpomm.; Mitgl. des FDP-Bundesvorst.; ab 1994 wieder Lehrer; 2007 Ruhestand.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Goldenbaum, Ernst

* 15.12.1898 – ✝ 13.3.1990

Geboren als Sohn eines Arbeiters am 15.Dezember 1898 in Parchim/Mecklenburg; landwirtschaftliche Lehre, dann 1917 Soldat. 1919 Mitglied der USPD, kam mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. 1921 in die BL der KPD Mecklenburg gewählt, seit dieser Zeit hauptamtlich tätig. 1924 zog er als KPD-Abgeordneter in den Landtag von Mecklenburg-Schwerin ein, dem er bis 1926 und dann wieder von 1929 bis 1932 angehörte. 1927 UB-Sekretär in Rostock und Redakteur des Mecklenburger KP-Organs »Volkswacht«. Von 1929 bis 1932 Sekretär der KPD, dann verhaftet und 1933 erneut festgenommen. Nach der Freilassung 1934 Landwirt, dazwischen mehrmals in Haft, 1936 und 1944/45 im KZ Neuengamme. Goldenbaum war einer der wenigen, die sich im Mai 1945 von dem mit KZ-Häftlingen überfüllten und bombardierten Schiff »Cap Arcona« retten konnten. 1945 wurde er Bürgermeister in Parchim, 1945/46 Geschäftsführer der Landeskommission für die Bodenreform in Mecklenburg, dann Ministerialdirektor im Landwirtschaftsministerium Mecklenburg. Schließlich wurde er von der KPD/SED für die Arbeit in anderen Organisationen »abgestellt«. Zunächst Abgeordneter der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) im Mecklenburger Landtag. Im März 1948 wurde er Vorsitzender des Landesgründungsausschusses der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) und war von 1948 bis 1982 Vorsitzender dieser DDR-»Block«-Partei, ab Mai 1982 Ehrenvorsitzender. Er saß von 1949 bis März 1990 als deren Abgeordneter in der Volkskammer, war 1949/50 Minister für Land- und Forstwirtschaft der DDR. Stellvertretender Ministerpräsident und von Oktober 1976 bis Juli 1982 einer der Stellvertreter des Vorsitzenden des Staatsrates der DDR. Er erhielt 1973 den Karl-Marx-Orden. Ernst Goldenbaum starb am 13. März 1990. Sein Sohn Klaus Goldenbaum (*1928) war von 1980 bis 1984 DDR-Botschafter in der Schweiz.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Goldmann, Friedrich

* 27.4.1941 – ✝ 24.7.2009

Geb. in Chemnitz; 1951 – 59 Mitgl. des Dresdener Kreuzchors; 1959 Abitur; Teiln. am Darmstädter Spezialkurs für Komposition bei Karlheinz Stockhausen; 1959 – 62 Kompositionsstudium an der HS für Musik Dresden, vorzeitiges St.-Ex.; 1962 – 64 Mstr.-Schüler an der DAK bei  Rudolf Wagner-Régeny; 1964 – 68 Studium der Musikwiss. an der HU Berlin; seit 1968 freischaff.; 1973 Hanns-Eisler-Preis; 1977 Kunstpreis der DDR; 1978 AdK, 1980 – 91 dort Ausbildung von Mstr.-Schülern; 1986 NP; ab 1988 ständ. Dirigent des »Boris-Blacher-Ensembles«. 1990 – 97 Präs. der Dt. Ges. für Neue Musik; Präs. der dt. Sekt. der Internat. Ges. für Neue Musik; 1991 Prof. für Komposition an der HS der Künste Berlin; 2006 em.; gest. in Berlin. Umfgr. Werk, u. a. Bühnenmusiken, die Oper »Hot« (1974); Vokalmusik: »Sing Lessing« (1978); Instrumentalmusiken: 1. Sinfonie (1972/73), »Zusammenstellungen« (1976), 2. Sinfonie (1976), Violinkonzert (1977), Oboenkonzert (1978), Klavierkonzert (1979), »In memoriam  Paul Dessau« (1980), »Inclina- tio tempororum« (1981), »Ensemble-Konzert« (1982), »Exkursion – musica per orchestra con Henrico Sagittario« (1984), 3. Sinfonie (1986), 4. Sinfonie (1989), »Ensemble-Konzert« (1990); zahlr. Aufführungen seiner Werke im Ausland.Komponieren zur Zeit. Gespräche mit Komponisten der DDR. Leipzig 1988; Hesse, C. R.: Musikalischer Raum u. Utopie in Instrumentalwerken F. G.s aus den späten achtziger Jahren. (Bibliogr.) Magisterarb. Univ. Hamburg 1995.Christiane Niklew

Handbuch Deutsche Kommunisten

Golke, Arthur

* 14.10.1886 – ✝ 9.8.1938

Geboren am 14. Oktober 1886 in Danzig, Sohn einer Arbeiterfamilie; Arbeitsbursche, anschließend Dreherlehre auf der Schiffswerft Schichau/ Danzig. 1905 übersiedelte er nach Berlin und arbeitete hier u. a. bei der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik. Golke trat 1908 der SPD bei, zu deren linkem Flügel er gehörte. Von 1914 bis 1916 Soldat im Weltkrieg, von 1917 bis 1920 Dreher in einer Türschließerfabrik. Während des Krieges schloß er sich der Spartakusgruppe an und war seit Gründung der KPD deren Mitglied. Von 1919 bis 1933 gehörte Golke der BL der KPD Berlin-Brandenburg an, er war ab 1920 Sekretär und Kassierer dieser BL. Delegierter auf dem III. Parteitag 1920, wurde dort in die Mandatsprüfungskommission gewählt. Golke spielte zusammen mit seinen Brüdern ( Gustav Golke) in der Berliner Parteiorganisation eine beachtliche Rolle. Im Dezember 1924 als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. 1925 wurde er als Nachfolger Arthur Königs Hauptkassierer des ZK sowie Mitglied des ZK. Auf dem XI. Parteitag 1927 erneut ins ZK gewählt, in das er auch 1929 wieder aufgenommen wurde. In der Eröffnungssitzung des Preußischen Landtags im Juni 1928 schlug der robuste Golke den Landtagsabgeordneten Dr. Ponsick von der Christlich-Nationalen Bauern- und Landvolkpartei zusammen, das deshalb gegen ihn eingeleitete Verfahren wurde später eingestellt. Seit 1930 war Golke auch Mitglied des ZK der IAH und Vorsitzender der Internationalen Revisionskommission. Bis März 1933 blieb er Hauptkassierer des ZK der KPD, sein Nachfolger wurde Walter Beling. Am 12.März 1933 auch in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, das Mandat konnte er aber wegen der drohenden Verfolgung durch die Nazis nicht wahrnehmen. Golke lebte einige Zeit illegal unter dem Namen Artur Arden, emigrierte 1934 über Prag und Paris in die Sowjetunion, wohin ihm seine Frau mit zwei Töchtern folgte. Er arbeitete in der Komintern-Zentrale in Moskau. Dort wurde Golke Anfang 1937 mehrfach von der IKK verhört und anschließend verhaftet. Arthur Golke wurde nach einem Prozeß vor dem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und am 9.August 1938 erschossen. Seine Frau Hedwig, geborene Hoffmann (* 7. 2. 1890 – † 24. 10. 1955), mit der er seit 1910 verheiratet war und die seit 1919 der KPD angehörte, durfte im April 1947 nach Deutschland zurückkehren, ebenso die zwei Töchter Gerda (*14. 5. 1911) und Marta Golke (* 3. 7. 1913 – †23. 11. 1993). Marta, seit 1929 in der KPD, war 1936 Mitarbeiterin der Komintern, von 1938 bis 1941 Lohnbuchhalterin. 1941 Evakuierung nach Ufa. Später Mitarbeiterin am Deutschen Volkssender. 1947 Mitglied der SED, Sekretärin des Leiters der Kaderabteilung Philipp Daub. Von 1949 bis 1972 war Marta Golke Leiterin der Allgemeinen Abteilung des ZK der SED. Die SED »rehabilitierte« Arthur Golke 1956 »nach mutmaßlichem Tode«.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gollmick, Walter

* 4.10.1900 – ✝ 15.2.1945

Geboren am 4. Oktober 1900 in Berlin-Schöneberg; kaufmännische Lehre, anschließend kaufmännischer Angestellter. Nach der Revolution Mitglied der Kommunistischen Jugend, seit 1920 der KPD. Als Vertreter der Reichszentrale der Kommunistischen Jugend unterschrieb er im Dezember 1921 einen Protest gegen die feindliche Haltung der KPD-Zentrale zur KAG, blieb aber in der KJD und übernahm hauptamtliche Funktionen. Seit 1921 Stadtverordneter in Berlin. Längere Zeit für Agitproparbeit in der Zentrale des KJVD verantwortlich. 1926 unter dem Pseudonym Kanzai Redakteur in Suhl. Gollmicks Versuch, den Einfluß Guido Heyms am linksoppositionellen Suhler »Volkswillen« einzudämmen, mißlang. Er war 1928 Agitpropsekretär der BL Ruhr in Essen, Anfang 1929 ins ZK nach Berlin geholt, um in der Agitpropabteilung eine verantwortliche Tätigkeit zu übernehmen. Bis 1933 übte Gollmick im ZK verschiedene wichtige Funktionen aus, 1933 enger Mitarbeiter von John Schehr bis zu dessen Verhaftung. 1934 Emigration, Grenzarbeit in Dänemark, in Kopenhagen Redakteur der Abschnittsleitung Nord. Gollmick redigierte die von der AL herausgegebene Zeitschrift »Norddeutsche Tribüne«. Er wurde nach der deutschen Besetzung verhaftet. Ende 1941 befand sich Gollmick in »Schutzhaft« in Hamburg, dort 1944 entlassen, stand aber unter Polizeiaufsicht. Die Ehefrau Gollmicks wandte sich Mitte 1946 von Niedersachsen aus an Wilhelm Pieck und bat um Unterstützung ihrer Anerkennung als OdF. Am 7. September 1946 teilte das Büro Pieck mit, daß Gollmick in der Tat bis zum Jahre 1933 Mitarbeiter der Agitpropabteilung des ZK war und in der Illegalität in Berlin diese Funktion noch weiter ausübte. Widersprochen wurde jedoch den Angaben der Ehefrau, Gollmick sei 1937 in Hamburg zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Vielmehr sei er 1940 bzw. 1941 in Kopenhagen von der Gestapo verhaftet und nach Hamburg gebracht worden, wo er »umfiel« und zu einem »Agenten der Gestapo« wurde. Wörtlich hieß es in dem Schreiben: »Er ist nach uns hier vorliegenden Mitteilungen im Jahre 1945 nicht von der SS in Hamburg ermordet worden, sondern hat nach dem Zusammenbruch des Naziregimes Selbstmord begangen, da er nach dem von ihm verübten Verrat keinen anderen Ausweg gesehen hat.« Nach amtlicher Feststellung soll Walter Gollmick am 15. Februar 1945 in Hamburg verstorben sein.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Goppelt, Franz

* 26.11.1894 – ✝ 7.1.1975

Geboren am 26. November 1894 in Staßfurt, Sohn eines Kellners; Lehre und Arbeit als Motorenschlosser. 1912 Mitglied des DMV, 1913 der SPD. 1914/15 Soldat im Weltkrieg, von 1915 bis 1918 Arbeiter bei Krupp in Oberhausen. 1917 Mitglied der USPD und der Spartakusgruppe, Vorsitzender der USPD-Ortsgruppe in Oberhausen. Im November 1918 wurde Goppelt dort Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates, im Dezember 1918 nahm er als Delegierter am Gründungsparteitag der KPD in Berlin teil. Bis 1923 war er Mitglied des Bezirksausschusses der KPD Rheinland-Westfalen. Im Januar 1920 verurteilte ihn das Militärgericht in Wesel zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Während des Kapp-Putsches wurde er im April 1920 aus dem Gefängnis in Bochum befreit, er flüchtete nach Moers, ins belgisch besetzte Gebiet. Hier vertrat er zeitweilig den UB-Sekretär Arthur König. Im Oktober 1923 von der Zentrale beauftragt, Waffen zu beschaffen und zu lagern, lebte Goppelt bis Mai/Juni 1924 illegal. Anschließend arbeitete er als Taxifahrer und bei der Berliner Verkehrsgesellschaft. 1933 für die illegale KPD in Berlin tätig und hier ab 1936 Schweißer. Im März 1945 Umsiedlung nach Calau, im Juni 1945 trat er in den Polizeidienst und wurde Kriminalrat in Calau. 1946 nach Potsdam versetzt, stellvertretender Leiter des LKA Brandenburg. 1950/51 war Goppelt Kommandeur der MfS-Landesbehörde Mekklenburg, 1953 Offizier der KVP, von 1956 bis 1958 der NVA, zuletzt Stellvertreter des Chefs des Wehrbezirkskommandos Schwerin. Als Major d. R. 1958 ausgeschieden, 1974 erhielt er den VVO in Gold. Franz Goppelt starb am 7.Januar 1975 in Krakow am See/Krs. Güstrow. Geboren am 6. Juli 1885 in Braunsberg/Ostpreußen, Sohn eines Glasermeisters. Als Student 1914/15 Soldat, als Kriegsbeschädigter entlassen, legte er 1916 seine wissenschaftlichen Prüfungen ab, wurde im April 1919 in Berlin Studienrat, im Oktober 1921 Oberstudiendirektor und Schulleiter des Friedrichsgymnasiums, 1923 Direktor des Köllnischen Gymnasiums, er schuf die erste Aufbauschule Berlins für begabte Volksschüler. 1918 Mitglied der USPD, Ende 1920 der KPD. Seit 1919 Stadtverordneter in Alt-Berlin, blieb er dies bis 1929 – zuerst für die USPD, dann für die KPD – auch in der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin. Seit ihrer Gründung im Dezember 1918 gehörte Goß der »Vereinigung sozialistischer Lehrer« an und wurde im März 1919 in deren Vorstand gewählt. Ab 1921 unbesoldeter Stadtrat im Bezirk Tiergarten, von der Bezirksversammlung des Bezirks Köpenick 1926 zum besoldeten Bezirksstadtrat (Stadtschulrat) gewählt. Bis 1929 Spitzenkandidat der KPD für Berlin-Tiergarten. Im März 1929 stellvertretendes Mitglied für den verstorbenen Wilhelm Bartz im Preußischen Staatsrat. Kurze Zeit später verließ Goß die KPD aus Protest gegen die ultralinke Politik der Parteiführung. Von den Nazis 1933 als Stadtschulrat ohne Ruhestandsbezüge entlassen. Er zog nach Mecklenburg, schlug sich dort mit Schwarzarbeit als Fischer oder in Gärtnereien durch. 1945 gründete er in Zarrenthin/Mecklenburg die SPD, kehrte dann nach Berlin zurück. Im August 1945 heiratete Goß seine Lebensgefährtin, mit der er seit 1906 zusammengelebt und zwei Töchter hatte. An der Gründung der Gewerkschaft der Lehrer und Erzieher beteiligt, wurde er als Sozialdemokrat zum Zweiten Vorsitzenden gewählt. Die Stadt Berlin stellte ihn wieder im Schuldienst ein, zunächst Schulleiter in Mariendorf, später Bezirksschulrat von Tempelhof und seit Januar 1946 Personaldezernent im Hauptschulamt von Groß-Berlin. Franz Goß starb am 13. September 1950 in Berlin (West).

Wer war wer in DDR

Göring-Eckardt, Katrin

* 3.5.1966

Geb. in Friedrichroda; 1972 – 80 POS; 1980 – 84 EOS, Abitur; 1984 – 88 Studium der Theol.; tätig als Kantinenhilfe u. in der kirchl. Kinderarbeit; Mitarb. in den opposit. Gruppen »Solidar. Kirche« u. »Frauen für den Frieden«; 1989 Mitgl. der Partei Demokrat. Aufbruch, 1990 Wechsel zur Bürgerbew. Demokratie Jetzt (DJ), Mitgl. des DJ-Landessprecherrats Thür. 1990 – 94 Ref. für Frauenpol., Familie u. Jugend der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Thür. Landtag; 1991 – 93 Mitgl. im Bündnis 90-Landessprecherrat Thür. 1991 – 94 Vors. der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Erfurt-Land; 1995 – 98 Mitarb. des Bundestagsabg. Matthias Berninger; 1993 – 98 Mitgl. des LV u. 1995 – 98 Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Thür. 1995 – 98 Beisitzerin des Bundesvorst. von Bündnis 90/Die Grünen; seit 1998 MdB, 1998 – 2002 Parl. Geschäftsf., Febr. – Okt. 2002 1. Parl. Geschäftsf., seit Okt. 2002 – 05 Vors. der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen; seit 2005 Vizepräs. des Dt. Bundestages; seit 2007 Mitgl. im Vorst. des Dt. Ev. Kirchentags; Mitgl. des Vorst. der Atlantikbrücke u. des Kuratoriums der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.; seit 2007 Beisitzerin des LV Bündnis 90/Die Grünen Thür.Leichter gesagt als getan. Familien in Dtl. 2006; Würdig leben bis zuletzt. 2007.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Göschel, Eberhard

* 28.3.1943

Geb. in Bubenreuth (Franken); Vater Porzellanmaler; aufgew. in Königstein (Sachsen); 1964 – 69 Studium an der HS für bildende Künste Dresden; 1968 Bekanntschaft mit dem Künstlerkrs. um  A. R. Penck; ab 1968 vom MfS intensiv observiert, später Ausfuhrverbot von Arbeiten, Verbot der Annahme von Aufträgen in der Bundesrep. Dtl., Verweigerung der Genehmigung von Studienaufenthalten; 1977 – 80 Mstr.-Schüler an der AdK bei  Theo Balden; 1978 mit Peter Herrmann, Jochen Lorenz, Bernhard Theilmann u. A. R. Penck Gründung der Obergrabenpresse Dresden; Nov. 1979 Beteiligung am Ausstellungszyklus »Dezennien« im Leonhardi-Museum, die Ausstellung wurde wegen der Beteiligung von A. R. Penck vorzeitig geschlossen; bis 1986 Ltg. der Arbeitsgr. für Ausstellungen im Leonhardi-Museum Dresden (mit Peter Herrmann u. Michael Freudenberg); ab 1979 auch plast. Arbeiten; 1985 Italienreise. 1992 Reise nach Indien; 1996 Mitgl. der Sächs. AdK; 2001 Reise in die Toskana; lebt in Dresden. Ausstellungen: (mit Peter Graf u. Peter Herrmann) Kleine Galerie Berlin-Pankow, 1973; EP Galerie  Jürgen Schweinebraden, Berlin 1976; Galerie Arkade Berlin, 1979; Leonhardi-Museum Dresden, 1981; Neuer Berliner Kunstverein, 1990; Obergrabenpresse Dresden, 1991; Galerie Hans Ostertag, Frankfurt (Main) 1991; Gemäldegalerie Neue Meister, Albertinum, Dresden 1994; Ludwig-Forum, Düsseldorf 1995; Galerie am Fischmarkt Erfurt (mit  Michael Morgner) u. im Taschenpalais Dresden 1997; Galerie Höhne Cuxhaven, 1998; Galerie Hieronymus Dresden, 1999 u. 2004; Galerie des Kunstvereins Herzattacke Berlin u. Galerie Beethovenstraße Düsseldorf, 2000; Kunstsamml. Chemnitz, 2004; seit 1990 regelmäßig Ausst. in der Galerie Beethovenstraße, Düsseldorf.Theilmann J. R. B.: Der Maler E. G. In: Kunst in der DDR. Köln 1990 (Hrsg. von E. Gillen u. R. Haarmann); Kat. E. G. Gemäldegalerie Neue Meister, Albertinum Dresden 1994; Krell, D.: Unabh. Künstlerwerkstätten in Dresden. In: Kunstdokumentation SBZ / DDR. Köln 1996 (Hrsg. von G. Feist u. a.); Holler, W. (Hrsg.): E. G. Gouachen. Berlin u. a. 1996.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Gothe, Richard

* 21.12.1928 – ✝ 17.1.1985

Geb. in Nordhausen; Vater Gewerbetreibender (Tabakwarenhändler), Mutter Bäckergeselle; Volks-, Mittel- u. Oberschule; 1944 / 45 Marinehelfer. 1947 Abitur; 1947 / 48 Hilfsmonteur, 1948 – 50 Elektrikerlehre im Kaliwerk »Glück auf« in Sondershausen; 1949 SED; 1950 / 51 Instrukteur, Abt.-Ltr. bzw. Sekr. der FDJ-KL Sondershausen, 1952 Lektor im Landeskabinett der FDJ-LL Thüringen in Erfurt; 1952 – 55 Instrukteur bzw. Abt.-Ltr. der SED-KL Sondershausen; 1955 – 1960 operativer Instrukteur für die Abt. Leitende Organe der Parteien u. Massenorg. bzw. stellv. Ltr. der Abt. Org.-Kader der SED-BL Erfurt; 1960 – 62 1. Sekr. der SED-KL Arnstadt; 1962 – 85 Vors. des Rats des Bez. Erfurt (Nachf. von  Willy Gebhardt); Fernstudium an der PHS »Karl Marx«, 1970 Dipl.-Gesellschaftswiss.; ab 1981 Nachfolgekandidat der Volkskammer.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Göttling, Willi

* 14.4.1918 – ✝ 18.6.1953

Geb. in einer Berliner Arbeiterfamilie; Vater nach 1946 Mitgl. der SED in West-Berlin; Militärdienst im 2. Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft. Rückkehr nach Berlin, Arbeit als Chauffeur in West-Berlin; seit 1952 arbeitslos; am 16.6. 1953 auf dem Weg zum Arbeitsamt Neukölln in Ost-Berlin verhaftet u. wieder entlassen, am frühen Nachmittag des 17.6.1953 erneut verhaftet u. an die sowjet. Besatzungsmacht übergeben; kein Nachweis über Aktivitäten; am 18.6.1953 standrechtl. erschossen, Hinrichtungsort u. Verbleib des Leichnams bis heute ungeklärt. März 2003 vollst. Rehabilitierung durch die russ. Militärstaatsanwaltschaft. G. wurde zu einem Symbol der staatl. Willkür bei der Niederschlagung des Volksaufstands. Seine Hinrichtung war die erste bekanntgewordene Vollstreckung eines Standgerichtsurteils nach dem 17.6.1953. Ob sich G. an den Unruhen aktiv beteiligt hat, ist bis heute nicht endgültig geklärt, gilt aber als unwahrscheinlich.Scholz, A., Nieke, W.: Der 17. Juni. Berlin 1953.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Goeres, Heinrich

* 17.5.1912 – ✝ 30.9.1978

Geb. in Berlin; Vater Setzer u. Journalist; Volksschule, Realgymn.; Ausbildung zum Graphiker; ab 1930 Volontär im Zentralbüro der dt. Presse; 1933 entlassen; ab 1934 selbständig als Zeichner u. Retuscheur; 1931 KPD, nach 1933 illeg. Arbeit; 1939 – 44 Gebrauchsgraphiker in einer Werbefirma; April – Juni 1941 Wehrmacht; 1944 Dienstverpflichtung als sog. »Halbarier« in einem Arbeitslager der Organisation Todt. 1945 Mitarb. im Bezirksamt Berlin-Wilmersdorf; 1945 / 46 Mitarb. an der Ztg. »Der Berliner« (Organ der brit. Militärreg.), zeitw. dort Bildred.; 1946 Chef vom Dienst bei der Wochen-Ztg. des KB »Sonntag«, anschl. stellv. Chefred.; 1949 SED; 1949 – 55 Chefred. des »Sonntags« (Nachf. von  Carl Helfrich); anschl. Mitarb. der Ztschr. »Stimme des Patrioten« bzw. »Freie Welt«; Autor von kleinen Erzählungen, Mitgl. des SV.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Göhr, Marlies

* 21.3.1958

Geb. in Gera; aufgew. in Triptis; OS; 1971 KJS Bad Blankenburg, Abitur; Studium der Psychol., Dipl. Psychol.; 1970 – 89 aktiv in der Leichtathletik (Sprint), SC Motor Jena (Trainer: Dieter Lehner, Horst-Dieter Hille); Siegerin mit der 4 x 100-m-Staffel bei der Junioren-Europameisterschaft; 1975/76 fünfmal Junioren-ER; dreimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1976 Siegerin mit der 4 x 100-m-Staffel u. 8. Platz über 100 m; 1980 Siegerin mit der 4 x 100-m-Staffel u. 2. Platz über 100 m; 1988 2. Platz mit der 4 x 100-m-Staffel; 1977, 1978, 1979, 1982 u. 1983 Siegerin bei den Hallen-Europameisterschaften; 1977, 1979, 1981, 1983, 1985 u. 1987 zwölf Siege beim Europa-Cup jeweils über 100 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel; drei Siege beim Weltcup: 1977 über 100 m, 1985 über 100 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel; 1.7.1977 als erste Frau über 100 m unter elf Sek. (10,88 Sek.); dreimal Teiln. an Europameisterschaften: 1978 Siegerin über 100 m, 2. Platz über 200 m u. 3. Platz mit der 4 x 100-m-Staffel; 1982 u. 1986 Siegerin über 100 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel; zweimal Teiln. an Weltmeisterschaften: 1983 Siegerin über 100 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel; 1987 2. Platz mit der 4 x 100-m-Staffel; 1976 – 85 19mal DDR-Rekord u. 14mal WR; 1977 – 88 21mal DDR-Mstr. 1991 – 93 Physiotherapeutin (ABM) bei der Carl-Zeiss-Stiftung in Jena; ab 1993 Psychologin in der Kinder-Reha-Klinik in Bad Sulza (b. Jena); Mitarb. Saale-Betreuungswerk der Lebenshilfe Jena; lebt in Jena.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Goldberg, Willi

* 15.5.1900

Geboren am 15. Mai 1900 in Königsberg/Ostpreußen; Hafenarbeiter, seit 1916 in der Arbeiterjugend, 1920 in der USPD, ab 1926 Mitglied der KPD, 1928 der RGO, 1931 Instrukteur der RGO im Bezirk Wasserkante. Von Ende 1932 bis Mai 1934 in der Sowjetunion, war u. a. Kursant an der M-Schule der Komintern in Moskau. Anschließend Praktikant im Zentraleuropäischen Büro der MOPR. Ende 1934 Rückkehr zur illegalen Arbeit nach Deutschland, unter dem Decknamen Richard Oberberater der illegalen Landesleitung Bezirk Wasserkante. Goldberg wurde am 2. Februar 1935 in Hamburg festgenommen, legte bei der Gestapo ein umfassendes Geständnis ab und fuhr als Lockspitzel zu einem Treffen mit dem Oberberater des KJVD nach Berlin. Dort nahm die Gestapo den Oberberater fest. Sie konnte aber die Flucht des KPD-»Sicherungsmannes« nicht verhindern. Um sich nicht zu verraten, schloß sich Goldberg dem Fliehenden an. Der AM-Apparat schöpfte Verdacht und beschloß, daß Goldberg »zur weiteren Klärung der Vorkommnisse in Hamburg und Berlin nach Prag gebracht wird«. Willi Goldberg flüchtete im April 1935 in die âSR, weigerte sich aber in die Sowjetunion weiterzureisen. Deshalb 1935 wegen Zusammenarbeit mit der Gestapo Ausschluß aus der KPD. Nach der deutschen Besetzung der Tschechoslowakei im August 1939 verhaftet, ein Jahr später aber wieder freigelassen. Anfang 1942 erneut Festnahme, im Oktober 1942 Verurteilung zu vier Jahren Gefängnis. Anfang 1945 in Königsberg von der Roten Armee gefangengenommen, kam Goldberg in ein Kriegsgefangenenlager nach Swerdlowsk. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

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Goldenberg, Boris

* 7.8.1905 – ✝ 1980

(* 1905 – † 1980) Geboren am 7. August 1905 in St. Petersburg als Sohn eines Rechtsanwalts; besuchte ab 1920 ein Gymnasium in Berlin, studierte Geschichte in Berlin und Heidelberg und promovierte 1930. Er war von 1924 bis 1926 (Ausschluß) in der SPD, ab 1927 in der KPD. Zusammen mit Franz Borkenau und Richard Löwenthal leitete er die Kostufra, die kommunistische Studentenorganisation. 1929 aus der KPD ausgeschlossen, Mitglied der KPO, ab 1932 der SAP. Seine Dissertation »Beiträge zur deutschen Vorkriegssozialdemokratie« (Heidelberg 1930) machte ihn bekannt. Im März 1933 in Berlin verhaftet und mißhandelt, konnte Goldenberg im April 1933 über Brüssel nach Paris emigrieren, dort war er in der Auslandsleitung der SAP (Pseudonym R. Frey). Von 1935 bis 1937 bei Verwandten in Palästina, danach kehrte Goldenberg nach Paris zurück und gehörte zu den Unterzeichnern des Volksfrontaufrufs vom Januar 1937. Bei Kriegsausbruch konnte er nach Südfrankreich fliehen und gelangte im September 1941 nach Kuba. Er lebte bis 1960 in Havanna als Lehrer und zuletzt Gastprofessor, kam dann als Gegner Castros über London 1964 nach Deutschland. Hier war Goldenberg von 1964 bis zum Ruhestand Leiter der Lateinamerika-Redaktion der Deutschen Welle in Köln. Neben einer Karl-Marx-Auswahl veröffentlichte er mehrere Bücher zu Kuba und zum Kommunismus in Lateinamerika. Boris Goldenberg starb 1980 in Köln.

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Goldschmidt, Harry

* 17.6.1910 – ✝ 19.11.1986

Geb. in Basel in einer jüd. Fam.; Vater Kfm., Bankdir., Mutter Lehrerin; Grund- u. Mittelschule, Gymnasium; 1928 Musikstudium am Baseler Konservatorium, 1929 bei Hermann Scherchen in Königsberg, 1930/31 an der Staatl. Musik-HS Berlin, 1932/33 am Baseler Konservatorium; ab Anf. der 1930er Jahre als Musikkritiker tätig, u. a. in Paris und London, 1934 – 39 bei der »Nationalztg.« (Basel), gleichz. Studium der Musikwiss., Ethnol. u. Psychol. an der Univ. Basel; Zusammenarb. mit der illeg. KP der Schweiz; 1939 musikethnolog. Expedition nach Westafrika; 1939 – 45 Schweizer Armee; 1944 Mitgl. der Partei der Arbeit der Schweiz (PdA); 1945 – 47 Musikkritiker des »Vorwärts« (PdA-Ztg.); 1945 – 47 Sekr. der Basler Studienkommission für Radiofragen; 1947 – 49 Sekr. des Schweizer. Filmarchivs; wg. offenen Auftretens für die PdA zunehmend berufl. Ausgrenzung. Febr. 1949 zus. mit seiner Ehefrau Übersiedl. nach Berlin; 1949/50 Ltr. der HA Musik am Berliner Rundfunk; im Kontext der Field-Affäre u. nach Formalismus-Vorwürfen im Sept. 1950 entlassen; 1950 – 55 Prof. für Musikgeschichte an der Dt. HS für Musik Berlin; 1951 Gründungsmitgl. des VdK; 1955/56 Doz. für dt. Musikgeschichte in China; 1956 Prom.; 1956 – 60 freischaff.; 1960 – 65 Ltr. des ZI für Musikforschung beim VdK; ab 1965 freischaff.; 1971 Banner der Arbeit; 1975 VVO; 1977 NP; 1980 Ehrenspange zum VVO; 1985 Stern der Völkerfreundschaft; Forschungen u. Publ. vor allem zu Beethoven (31 Publ.) u. Schubert; gest. in Berlin.Franz Schubert – Ein Lebensbild. Berlin 1954; Um die Sache der Musik. Reden u. Aufsätze. Leipzig 1976; Komponisten, auf Werk u. Leben befragt. Leipzig 1985 (Mithrsg.); Zu Beethoven. Berlin 1988. Heister, H.-W., Lück, H. (Hrsg.): Musik, Deutung, Bedeutung. Fs. für H. G. Dortmund 1986; Niemann, K.: H. G. zum Gedenken. In: Beitr. zur Musikwiss. (1987) 3; Heister, H.-W. (Hrsg.): Kunstwerk u. Biogr. Gedenkschrift H. G. Berlin 2002.Torsten Musial / Bernd-Rainer Barth

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Golke, Gustav

* 1889 – ✝ 2.11.1937

Geboren 1889 in Berlin; lernte Schlosser. Er trat 1920 der KPD bei und wurde 1925 hauptamtlicher Mitarbeiter der Kaderabteilung des ZK. Im Januar 1923 schloß er mit Ruth Fischer eine Scheinheirat, damit diese die deutsche Staatsangehörigkeit erhielt. 1927 wurde Gustav Golke (Bruder des ZK-Kassierers Arthur Golke) nach Moskau delegiert, um dort die Leitung des Sektors Kader des Verbindungsdienstes der Komintern zu übernehmen. Unter dem Pseudonym Rosenfeld hat er zehn Jahre lang wichtige Funktionen in der Kaderabteilung der Komintern ausgeübt. Im April 1937 in Moskau verhaftet, wurde Gustav Golke am 2.November 1937 vom Militärkollegium des Obersten Gerichtes der UdSSR zum Tode verurteilt und erschossen. Die Behörden der Sowjetunion »rehabilitierten« Gustav Golke 1956.

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Gollomb, Eugen

* 19.1.1917 – ✝ 10.1.1988

Geb. in Łódź; Vater Textilverleger; poln. Militärdienst; Juli 1943 Deportation ins KZ Auschwitz, dort wurden fast alle Verwandten (70 Personen), seine Frau u. sein Kind umgebracht; 1944 Flucht aus dem KZ u. Beteiligung am Partisanenkampf. 1947 Demobilisierung u. Umzug nach Leip- zig; Anerkennung als OdF; Aufbau eines privatwirtsch. Dienstleistungsunternehmens (Gebäude-, Sanitär-Reinigung); 1959 Eintritt in den Vorst. der Jüd. Gemeinde Leipzig, 1967 – 88 ihr Vors.; während seiner Amtszeit Initiativen zur Instandsetzung u. -haltung des Jüd. Friedhofs u. der Gebäude der Jüd. Gemeinde; 1977 Initiator des christl.-jüd. Dialogs in Leipzig; kritisierte in Unterredungen zwischen der ZK-Abt. Kirchenfragen/Staatssekr. für Kirchenfragen u. den Vors. der Jüd. Gemeinden offen die Israel-Pol. der DDR.Niethammer, L., von Plato, A., Wierling, D.: Die volkseigene Erfahrung. Eine Archäologie des Lebens in der Industrieprovinz der DDR (Beitrag: Flüchten u. Standhalten). Berlin 1991.Karin Hartewig

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Gorbatow, Alexander Wassilewitsch

* 9.3.1891 – ✝ 7.12.1973

Geb. in Pochotino (Palechskowo, Gebiet Iwanowo); Militärdienst; ab 1919 Berufssoldat u. Mitgl. der KPdSU; 1921/22 Regt.-Kdr., 1922 – 31 Brigadekdr., 1933 – 37 Div.-Kdr. (Kavallerie); 1938 verhaftet u. zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, 1941 entlassen u. zum Div.-Kdr. ernannt; 1942 hohe Kdo.-Stellungen; 1943 Oberbefehlshaber der 3. Armee, die im Verb. der 1. Weißruss. Front Berlin einnahm; Gen.-Oberst; 1945 Held der Sowjetunion. Juni – Okt. 1945 Kdr. der 5. Stoßarmee u. Stadtkommandant von Berlin (Nachf. von  Nikolai E. Bersarin); 1945/46 Chef der SMA Mecklenb.; anschl. hohe Kdo. in der UdSSR; 1954 – 58 Oberbefehlshaber des Militärbez. Baltikum; ab 1958 Mitgl. der Inspektorengr. des Verteidigungsmin. der UdSSR; 1952 – 61 Kand. des ZK der KPdSU; Deputierter des Obersten Sowjets der UdSSR.Gody i wojny. Moskwa 1965.Jan Foitzik

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Görlich, Günter

* 6.1.1928 – ✝ 14.7.2010

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater kfm. Angest. bei der Reichsbahn; bei den Großeltern aufgewachsen; 1934 – 44 Volks- u. Mittelschule; 1938 – 42 Dt. Jungvolk; 1942 – 45 HJ; 1944 mittlere Reife, Forstarb. u. ab Herbst 1944 Flakhelfer; ab Jan. 1945 Volkssturm in der Festung Breslau; Mai 1945 – 49 sowj. Kriegsgef. im Gebiet Molotow im Ural, Arbeit in der Landw. u. im Steinkohlebergbau. Okt. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949 Tiefbauarb. in den Kieswerken Ahrensdorf; 1950/51 VP-Wachtmstr. bei der Schutz- u. Kriminalpolizei in Ludwigsfelde; Apr. – Aug. 1951 Bauarbeiter in Berlin, ab Sept. 1951 zwei Mon. Pädagogikstudium in Berlin, abgebrochen wg. Erkrankung der Ehefrau; anschl. bis 1953 Erzieher im Jugendwerkhof Struweshof (Krs. Zossen); Juli – Dez. 1952 Qualifizierungslehrgang für Heimerzieher; ab 1953 Mitgl. der AG Junge Autoren in Potsdam; 1953 – 58 Erzieher u. 1955/56 FDJ-Sekr. im Lehrlingswohnheim/ Lehrkombinat Ludwigsfelde; 1955 Mitgl. der SED; 1957/58 Betriebsfotograf u. Mitarb. im Betriebsarchiv; März 1958 Mitgl. im DSV; 1958 erstes Jugendbuch »Der schwarze Peter«, Jugendbuchpreis des Min. für Kultur (auch 1959, 1968, 1969); 1958 – 61 Studium am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig; 1961 – 76 vom MfS als IM »Student«, »Wegener« u. »Hermann« erf., Schwerpunkt SV; 1961 – 64 Sekr. des DSV, ab 1962 Mitgl. seines Vorst.; 1963 Romanerfolg mit »Das Liebste u. das Sterben«; ab März 1964 freischaff. Schriftst.; 1964 – 67 Mitgl. des ZR der FDJ sowie Mitgl. der Jugendkommission beim ZK der SED; 1969 – 89 Vors. des SV, Bezirksverb. Berlin, ab 1973 Mitgl. des Präs. des SV; 1974 – 89 Mitgl. der Berliner SED-BL, 1976 Kand., 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1983 Mitgl. der AdK; ab 1986 Mitgl. der Kulturkommission des PB des ZK der SED; Verf. von Jugendbüchern u. vielgelesenen Romanen: 1971 »Den Wolken ein Stück näher«, 1976 »Eine Anzeige in der Zeitung« (wegen der thematischen Behandlung eines Lehrersuizids wurde die Veröff. durch die zuständigen Behörden erhebl. verzögert), 1982 »Die Chance des Mannes«; 1960 Arthur-Becker-Medaille; 1973/74 Verdienstmedaille der NVA; 1971 u. 1978 NP; 1974 Held der Arbeit; 1985 VVO; 1987 Ehrenspange zum VVO. Seit 1990 mehrere Kinder- u. Jugendbücher; gest. in Berlin.Drei Wohnungen. Berlin 1988; Ein Anruf mit Folgen. Roman. Berlin 1995; Keine Anzeige in der Zeitung. Erinnerungen. Berlin 1999; Das fremde Mädchen. Kückenshagen 2003; Der verrückte Onkel Willi. Kückenshagen 2006. Walther, J.: Sicherungsber. Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996.Bernd-Rainer Barth / Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Goschütz, Richard

* 12.10.1912 – ✝ 4.2.1992

Geb. in Königshütte (Krs. Beuthen, Schles. / Chorzów, Polen); Vater Maschinenschlosser; Volksschule u. Gymnasium; Lehre u. Arbeit als Schlosser auf der Bismarkhütte; Studium an der Techn. Lehranstalt in Königshütte u. der Staatl. Ing.-Schule; später Ingenieur in Görlitz; 1945 Volkssturm; 1945 – 48 sowj. Kriegsgef. in Taliza, Dolmetscher u. Ing., März – Dez. 1948 Antifaschule 2041. 1948 Rückkehr nach Dtl.; 1949 SED; 1949 / 50 techn. Dir. des VEB Lowa Görlitz; 1950 – 52 stellv. Ministerpräs. und Minister für Industrie, Arbeit u. Aufbau bzw. Wirtschaft der Landesreg. Sachsen; 1950 – 54 Abg. der Volkskammer; 1952 – 56 Staatssekr. im Min. für Schwermaschinenbau, 1. Stellv. des Ministers für Schwermaschinenbau; 1955 – 58 Minister für Kohle u. Energie; 1958 / 59 Ltr. des Sektors Kohle in der SPK; 1959 – 62 Betriebsdir. des VEB Waggonbau Niesky; ab 1962 leitender Mitarb. im Sekretariat des RGW in Moskau (Ltr. der Gruppe für zusammengefaßte Bilanzen); 1969 – 1976 Abt.-Ltr. im Informations- u. Bildungszentrum der DDR bzw. Ltr. der Kaderabt. im Min. für Wiss. u. Technik; danach Rentner; gest. in Berlin-Lichtenberg.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Gotsche, Otto

* 3.7.1904 – ✝ 17.12.1985

Geb. in Wolferode (b. Eisleben); Vater Schuhmacher u. Bergmann; Volksschule; 1918 – 21 Ausbildung zum Klempner, dann im Beruf tätig, später Branchenltr. der Klempner in Hamburg; Gewerkschaftsfunktionen; 1918 Mitbegr. der Freien Soz. Jugend im Mansfelder Land, Teiln. an der Novemberrev.; 1919 KPD; ab 1920 Arbeiterkorrespondent für die kommunist. Presse; Teiln. an der Abwehr des Kapp-Putsches; 1921 Teiln. an den Märzkämpfen in Mitteldtl., zu einer Gefängnisstrafe verurteilt; 1921 – 23 Ltr. des KJVD-UB Mansfeld, Teiln. an den Vorber. zum bewaffneten Aufstand im Herbst 1923; 1923/24 erneut Gefängnis, dann arbeitslos; weiterhin KPD-Funktionär; Ende 1924 auf Wanderschaft nach Norddtl.; 1927 Reise in die UdSSR; 1928 erste liter. Arbeit in der kommunist. »Hamburger Volksztg.«, Mitgl. des BPRS; 1932 Instrukteur der KPD-BL Wasserkante, Stadtverordneter der KPD in Hamburg-Harburg; 1932/33 sollte »Märzstürme« als erstes Buch erscheinen, die Aufl. wurde aber auf Veranlassung von NS-Dienststellen eingestampft; März 1933 verhaftet, Haft im KZ Sonnenburg, nach der Entlassung Ende Sept. 1933 unter Polizeiaufsicht; ab 1934 illeg. pol. Arbeit; 1939/40 berufstätig im Buna-Werk Schkopau; 1941 – 45 Werkmstr. im Treibstoffwerk Lützkendorf; ab 1940 beteiligt am Aufbau der »Antifa. Arbeitergr. Mitteldtl.« (mit Robert Büchner). April 1945 Mitbegr. des Bürgeraussch. in Eisleben, der (vor dem Einzug amerik. Truppen) die Stadtverw. übernahm; beteiligt am Neuaufbau der KPD; dann Landrat in Eisleben; 1945/ 46 1. Vizepräs. der BV Merseburg, verantw. für die Durchführung der Bodenreform; 1946 SED; März 1946/47 Bez.-Präs. im Reg.-Bez. Halle-Merseburg; 1947 – 49 Min.-Dir. im Min. des Innern der Landesreg. Sachsen-Anh., Ltr. der HA Landes-, Krs.- u. Gemeindeverw.; 1949 vom SED-PB nach Berlin berufen; 1949 – 60 persönl. Ref. des stellv. Min.-Präs. bzw. Ltr. des Sekr. des 1. Stellv. des Vors. des Min.-Rats  Walter Ulbricht; 1960 – 71 Sekr. des Staatsrats; 1961 Mitgl. der DAK; 1963 – 71 Abg. der Volkskammer; 1963 Kand. des ZK der SED; 1966 Mitgl. des ZK der SED; 1967 – 71 Mitgl. des Präs. der Volkskammer; ab 1969 Mitgl. des Vorst. des DSV; Mitgl. des Präs. der Dt.-Lateinamerik. Ges.; 1971 »Parteiveteran«; 1958 NP; 1965 KMO; 1969 VVO u. Verdienstmedaille des MdI; 1979 Ehrenspange zum VVO; 1984 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Zwischen Nacht u. Morgen. Halle 1955; Die Fahne von Kriwoj Rog. Berlin 1959; Unser kleiner Trompeter. Berlin 1961; Stärker als das Leben. Berlin 1967; Märzstürme. 2 Bde. Berlin 1962; Die seltsame Belagerung von St. Nazaire. Berlin 1979; Erlebt u. aufgeschrieben. Aufsätze, Repliken, Reden. Berlin 1981. Friedrich, W.: O. G. (mit Werkverz. u. Bibl.). Halle 1960; Rost, M.: O. G. Auswahl-Bibl. Leipzig 1984.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Gottschaldt, Kurt

* 25.4.1902 – ✝ 24.3.1991

Geb. in Dresden; Vater Fabrikbesitzer; Studium der Psychol., Philos. u. Naturwiss. in Berlin; 1926 Prom. bei Wolfgang Köhler mit einer wahrnehmungspsycholog. Arbeit; 1926 – 29 Assistent am Berliner Psycholog. Inst.; 1929 – 33 Assistent bzw. Oberassistent am Pathopsycholog. Inst. der Univ. Bonn, 1932 dort Habil.; zugl. Mitarb. in der Rhein. Anstalt für schwererziehbare Kinder; 1935 – 45 Ltr. der neugegr. »Erbpsycholog. Abt.« des Kaiser-Wilhelm-Inst. für Anthropol., menschl. Erblehre u. Eugenik in Berlin, hier Zwillingsforschung zu Grundfragen der Entw.- u. Verhaltensgenetik; zugl. Ltr. der Poliklinik für schwererziehbare Kinder in Berlin-Wedding; 1938 a. o. Prof. für Psychol. an der Berliner Univ.; 1939 – 40 bei der Heerespsychol. 1945 Wiederaufn. der Kliniktätigkeit; 1946 Prof. mit Lehrauftrag, 1947 ord. Prof. u. Dir. des Inst. für Psychol. an der HU Berlin; 1955 – 59 Dekan der Mathemat.-Naturwiss. Fak.; 1953 Ord. Mitgl. der DAW; ab 1954 Hrsg. der »Ztschr. für Psychol.«; ab 1955 Ltr. der DAW-Abt. für experiment. u. angewandte Psychol.; 1959 als einziger Psychologe der DDR Wahl in den Vorst. der Dt. Ges. für Psychol.; Forts. der in der NS-Zeit begonnenen Zwillingsforschung mit Unterstützung beider dt. Staaten; nach vergebl. Versuchen, die Psychol. vor Einflußnahmen seitens der SED zu schützen, sowie Konflikten im Inst. 1960 Niederlegung des Lehramts u. Rückzug auf die Stelle an der DAW; Aug. 1961 Ruf an die Univ. Göttingen, Febr. 1962 Flucht nach Göttingen; 1970 em.; 1982 Ehrenmitgl. der Dt. Ges. für Psychol.; gest. in Göttingen. Weitere Forschungsthemen: Kognitions-, Entw.- u. Persönlichkeitspsychol.; Sozialpsychol. von Arbeitsgr. in VEB.Der Aufbau des kindl. Handelns. Leipzig 1933; Zur Methodik d. Persönlichkeitsforschung in der Erbpsychol. Leipzig 1942; Probleme d. Jugendverwahrlosung. Leipzig 1950. Schmidt, H.-D.: Erinnerungen an K. G. In: Psycholog. Rundschau (1992) 43; Ash, M. G.: K. G. (1902 – 91) u. die psycholog. Forschung vom Nationalsoz. zur DDR – Konstruierte Kontinuitäten. In: Hoffmann, D., Macrakis, K. (Hrsg.): Naturwissenschaft u. Technik in der DDR. Berlin 1997.Mitchell Ash