...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Grewe, Günther

* 7.8.1924

Geb. in Essen-Borbeck; Vater Grubenangest.; Mittelschule; 1939 – 41 Ausbildung zum Elektroinstallateur; 1942 – 45 Wehrmacht, OGfr. 1945 – 49 Elektroinstallateur; Geschäftsf. u. Prokurist; 1945 FDGB; 1946 CDU; 1948 Mitbegr. der Volkskongreßbew. in Thür.; Besuch der Landesschule für Nat. Pol. in Eisenach; 1949 DSF; 1949/50 Org.-Sekr. der NF in Altenburg; 1950 – 52 dort stellv. Landrat; 1952/ 53 stellv. Vors. des CDU-Bez.-Verb. Gera; 1953/54 stellv. OB von Gera; 1954 – 60 Vors. des CDU-Bez.-Verb. Gera u. Abg. des Bez.-Tags; Vors. der Ständ. Kommission für Handel u. Versorgung; stellv. Vors. des Bez.-Verb. Gera der DSF; ab 1954 Mitgl. des CDU-HV, 1960 – 89 in dessen Präs.; 1960 – 90 Mitgl. des Präs. u. des Sekr. des NR der NF, Ltr. der Arbeitsgemeinschaft »Christl. Krs.«; 1963 – März 1990 Abg. der Volkskammer, Mitgl. des Aussch. für Eingaben der Bürger; 1968 – 72 Präs. der Liga für Völkerfreundschaft der DDR; 1969 – 71 Mitgl. des Aussch. für Ausw. Angelegenh.; seit 1971 stellv. Vors. des Aussch. für Handel u. Versorgung; Vors. der Arbeitsgemeinschaft für Kirchenfragen beim HV der CDU; 1982 – 89 Vors. der Freundschaftsges. DDR – Norwegen; 1984 VVO.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Griesbach, Walter

* 7.5.1902 – ✝ 1943

Geboren am 7. Mai 1902 in Stettin, Sohn einer Arbeiterfamilie, wuchs im Kreis von acht Geschwistern in zerrütteten Familienverhältnissen auf; bis 1932 als Hofgänger in der Landwirtschaft sowie als ungelernter Arbeiter tätig. Seit 1919 war Griesbach gewerkschaftlich organisiert, er trat 1928 dem RFB und 1929 der KPD bei, war Vorsitzender des Erwerbslosenausschusses Güstrow. Von Oktober 1932 bis März 1933 in Moskau, war Griesbach unter dem Decknamen Hermann Kursant an einem militärpolitischen Lehrgang, später kehrte er illegal nach Deutschland zurück. Mit gefälschten Papieren auf den Namen Ernst Hamprecht lebte Griesbach in Berlin und wirkte als Kurier der illegalen Landesleitung für den Oberbezirk Süd-West. Er fuhr zur Anleitung nach Kassel, Frankfurt/M., Mannheim, Stuttgart und München und überbrachte gefälschte Pässe und Geldbeträge an illegal arbeitende Funktionäre. Zusammen mit Adolf Rembte, Max Maddalena, Robert Stamm und Käthe Lübeck am 27. März 1935 in Berlin verhaftet und vom 2. Senat des VGH am 4.Juni 1937 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Walter Griesbach starb 1943 im Zuchthaus Sonnenburg.

Wer war wer in DDR

Grimm, Peter

* 24.3.1965

Geb. u. aufgewachsen in Berlin; Vater Dipl.-Ökonom, Mutter Vermessungsing.; 10. OS u. EOS »Gerhart Hauptmann« in Berlin-Friedrichshagen sowie EOS »Alexander von Humboldt« in Berlin-Köpenick; 1982 Teiln. an der Beerdigung von  Robert Havemann, danach Kontakt zu  Werner Fischer,  Ralf Hirsch u.  Katja Havemann; 1983 nach einem ver- gebl. Anwerbeversuch neun Tage vor dem Abitur auf Veranlassung des MfS von der Schule verwiesen; anschl. bis 1986 Hilfsarbeiter im Transformatorenwerk Berlin-Oberspree (TRO), danach wechselnde Beschäftigungen; 1983 beteiligt an der Gründung eines Friedenskreises in der Bekenntniskirche in Berlin-Treptow u. aktiv im Friedenskreis »Wühlmaus« in der Christuskirche Berlin-Oberschöneweide, 1983 – 86 engagiert im Friedens- u. Umweltkreis der Pfarr- u. Glaubenskirche, 1985 Erstunterzeichner des Briefs zum »Jahr der Jugend« sowie Mitinitiator eines Menschenrechtsseminars, das vom Berliner Konsistorium untersagt wurde; im daraufhin hrsg. sog. Dokument 3, das auch im Westen veröffentlicht wurde, neben  Gerd Poppe u. Ralf Hirsch als Sprecher der IFM benannt; ab 1986 Mithrsg. u. Red. der Untergrundztschr. »grenzfall«, 1988 Red. der Samizdat-Schrift »Ostkreuz«, Veröff. von Artikeln in den »Umweltblättern«; 24.4.1987 zus. mit  Bärbel Bohley, Ralf Hirsch u. a. festgenommen bei dem Versuch der IFM, mit der Buchung eines Fluges nach Prag gegen das Auslandsreiseverbot für Aktivisten oppositioneller Gruppen zu protestieren; 10.12.1988 festgenommen bei dem Versuch, anläßl. des Tags der Menschenrechte eine Protestresolution abzugeben u. zu demonstrieren; im Sept. / Okt. 1989 beteiligt an Solidaritätsveranstaltungen für polit. Gefangene in Leipzig u. der Mahnwache an der Berliner Gethsemanekirche; Herbst 1989 Mithrsg. der Ztschr. »telegraph«; vom MfS erfaßt im OV »Robert«; 1989 – Jan. 1990 Mitgl. der SDP; 1990 Red. der ersten unabh. Tagesztg. »die andere«. Nov. 1990 – Juni 1991 Pressesprecher der Frakt. Bündnis 90 / Die Grünen im sächs. Landtag in Dresden; danach freier Fernsehjournalist u. Autor von Dokumentarfilmen, u. a. »Der Sohn des Staatsfeindes« (2004), »Die Kinder der Erschossenen« (2005), »Aufsässig oder Arbeitsscheu« (2006); seit 2007 Verantw. Red. der Ztschr. »Horch und Guck«; lebt in Berlin.Hirsch, R., Kopelew, L. (Hrsg.): Initiative Frieden u. Menschenrechte. Grenzfall. Vollständiger Nachdruck aller in der DDR erschienenen Ausgaben (1986 / 87). Berlin 1989.Christian Halbrock; Jg. 1963; ab 1993 Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, 2003 Promotion; seitdem wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU in Berlin.

Wer war wer in DDR

Grimmling, Hans-Hendrik

* 13.7.1947

Geb. in Zwenkau bei Leipzig; Vater Chemiewerker, Mutter Krankenschwester; 1966 Abitur; 1966 – 68 Armeedienst; danach Transportarb., Bühnenarb. u. Bühnenbildass. an der Volksbühne Berlin; ab 1969 Studium an der HS für Bildende Künste Dresden, ab 1970 an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; 1974 – 77 Meisterschüler bei  Gerhard Kettner an der HS für Bildende Künste Dresden; 1975 Arbeit an einer »Dokumentation für 12 Grafiken u. 16 Instrumente« mit dem Komponisten Thomas Hertel; 1977 VBK, freischaff. als Maler u. Grafiker; seit Ende der 1970er Jahre zus. mit  L. Dammbeck,  G. Firit,  F. Heinze,  G. Huniat u.  O. Wegewitz Arbeit an den intermedialen Ausstellungskonzepten »Tangente I« und »Tangente II«; 1981 Verbot von Ausstellungen mit O. Wegewitz in Halle, 1982 in Merseburg; 1984 Mit-Initiator des »1. Leipziger Herbstsalons«, einer außerhalb des VBK organisierten Ausstellung; Ende 1984 Ausreiseantrag; 1986 Ausreise nach Berlin (West). Seit 2001 Doz. an der Berliner Techn. Kunstschule, seit 2006 dort Prof.; 2005 Gast des Künstlerhauses Casa Poli in der Nähe von Coliumo (Chile); seit Beginn seiner Künstlerlaufbahn immer wieder auch Gedichte u. Essays; lebt in Berlin. Werke: im namen der geheiligten mittel (1972), juntamusik (1973), abwicklung einer umarmung (1976), selbstportrait mit vogel, muse und palette (1977), ich in leipzig (1978), windstille (1979), Zyklus »les oiseaux« (1980), umerziehung der vögel (1981), schuld der mitte I und II (1981 / 82), ruderer (1983), Bilderserie zum »1. Leipziger Herbstsalon« (1984), zu schnell gelaufener hase (1985), fallada (1986), vögel über berlin (1987), überfahrt (1989), porta germanica (1991), salto germanico (1992), fusion I und II (1993), gordischer knoten (1994), sprechmühle (1994), immerfort (1996), Bilderzyklus »erdungen I und II« (1996), alle wege führen dorthin (1998), Bilderzyklus »das auge gibt dem körper licht« (1998), Bilderzyklus »windsturz« (2000), Bilderzyklus »argonauten« (2002), Bilderzyklus »sechs mal zehn« (2007), Bilderzyklus »es ist immer noch die passion vom ganzbleiben« (2008).Les oiseaux. Berlin 1980; Sperrungen. Berlin 1987; Stadtstand II. Berlin 1988; Erdungen II. Malerei – Zeichnungen 1989 – 92. Altenburg 1992; Futur III – Verbunden. Berlin 1995; Die Wucht der Bilder, hrsg. von Fiebig, L. u. Hüneke, A. Ostfildern-Ruit 1997; herbstballade – bilder von deutschland. Berlin, 1999; 1:1. Potsdam, Dresden 2000; Das Auge gibt dem Körper Licht (mit M. Paul). Schwerin 2001; Windfraß. Potsdam 2003; Argonauten –Bilder vom Bleiben. Berlin, 2004; Argonauten nach Chile. Concepción 2005; meine träume sind schwarz-weiß. Jena, 2007; Grimmling – Sechsmalzehn. Potsdam 2007; Die Umerziehung der Vögel. Ein Malerleben. Halle 2008. Liebermann, D.: Der 1. Leipziger Herbstsalon, in: Deutschland Archiv (2005) 3; Argonaut, Ikarus, Gordischer Knoten, in: Deutschland Archiv (2007) 3.Doris Liebermann

Wer war wer in DDR

Groh-Kummerlöw, Grete

* 6.2.1909 – ✝ 16.2.1980

Geb. in Plauen (Vogtl.); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; 1924 – 32 Textilarb.; 1925 Dt. Textilarbeiterverb.; 1927 KJVD, 1930 KPD; 1930 – 33 Abg. des Sächs. Landtags (jüngste Abg. in Dtl.); 1931 – 33 KJVD-Funktionen, Org.-Ltr. des KJVD; 1933 illeg. pol. Arbeit als KJVD-Instrukteurin; 28.6.1933 Verhaftung in Bitterfeld, »Schutzhaft«, 8.6.1934 Verurteilung durch das OLG Dresden wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu 20 Mon. Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Waldheim; nach Entlassung Arbeit als Textilarb.; 1941 – 44 Hausfrau; Kontakte zur Widerstandsgr. Saefkow durch Kurt Sindermann; 10.8.1944 erneut inhaftiert, Anklage wegen »Vorber. zum Hochverrat«, 9.2.1945 Transport nach Potsdam, bis 27.4.1945 Haft. 1945 Sekr. für Betriebszellen der KPD-KL Plauen; 1946 Sekr. des FDGB-KV Plauen; 1946 SED; 1946 – 80 Mitgl. des FDGB-BV, zeitw. auch Mitgl. des Präs.; 1946 – 49 3. Vors. des FDGB-LV Sachsen; 1949 – 57 Abt. Ltr. u. Sekr. des FDGB-BV; 1946 – 49 Abg. des Landtags Sachsen; 1949 bzw. 1952 Studium an der SED-LPS Ottendorf bzw. BPS Liebenwalde; 1949 – 71 Abg. der (Prov.) Volkskammer, 1954 – 63 Stellv. des Präs. der Volkskammer; 1963 – 67 Mitgl. des Präs. der Volkskammer; 1950 – 57 Mitgl. des Gen.-Rats des WGB; 1957/58 Sekr. des ZV der IG Örtl. Wirtschaft; 1967 aus gesundheitl. Gründen Aufgabe der hauptamtl. Funktionen; 1977 – 80 Mitgl. des Arbeitskrs. verdienter Gewerkschaftsveteranen beim FDGB-BV; 1955, 1959 u. 1975 VVO; 1959 Verdienstmedaille; 1965 Banner der Arbeit; 1979 KMO.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gromulat, Albert

* 6.7.1882 – ✝ 24.8.1950

Geboren am 6. Juli 1882 in Nestowethen/Krs. Ragnit in Ostpreußen. Kam mit 15 Jahren nach Berlin, war Hilfsarbeiter, Krankenpfleger und Heilgehilfe im Krankenhaus Berlin-Moabit. Nach seinem Militärdienst 1902 bis 1904 Hilfsmonteur in der Autofabrik Horch & Co. Seit 1907 Mitglied der SPD. Von 1907 bis 1914 Kraftfahrer, während des Krieges als Kraftwagenführer eingesetzt. 1919 Revisor bei der Mineralwasserversorgungsgesellschaft Berlin. 1920 Bürovorsteher, von 1921 bis 1923 Expedient. 1917 Mitglied der USPD, 1919 der KPD. Von 1923 bis 1933 hauptamtlicher Mitarbeiter der KPD-Zentrale bzw. des ZK. Gromulat war der »Quartiermacher« des ZK der KPD und arbeitete unter dem Decknamen Günther in einem speziellen Ressort des AM-Apparates. Im Auftrag von Herbert Wehner sicherte er Anfang 1933 den Thälmann-Nachlaß und durchsuchte auch die Wohnung von Hermann Remmele nach Material, was diesen in den Fraktionskämpfen belasten sollte. Im November 1933 emigrierte Gromulat nach Frankreich und war dort offiziell Sekretär der »Sozialvereinigung deutscher politischer Emigranten«. Ab September 1939 Internierung, Mai 1941 Emigration mit seiner Frau Berta nach Mexiko, hier Mitglied der KPD-Leitung unter Paul Merker. 1947 Rückkehr nach Deutschland, zunächst Mitarbeiter der Deutschen Verwaltung des Innern, zuletzt Sekretär der SED-Parteigruppe in der Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei. Gromulat lag ab Sommer 1950 schwerkrank in der Charité und wurde dennoch zu einer Stellungnahme zum Beschluß des ZK vom 24. August 1950 über die Verbindungen deutscher Emigranten zu Noel H. Field aufgefordert. Albert Gromulat starb am 22.November 1950 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Gropp, Arno

* 26.8.1910 – ✝ 14.6.1990

Geb. in Magdeburg; Vater Beamter (Stadtinspektor); Volksschule u. Realgymn.; 1925 –28 Ausbildung zum kaufm. Angest.; 1928 – 33 Lagerist u. Verkäufer; 1930 KPD u. RGO; nach 1933 illeg. Arbeit u. zeitw. inhaftiert; 1935 – 39 Abt.-Ltr. bei der Fa. Brettig & Röhmer in Magdeburg; 1939 – 45 Wehr- macht (Feldwebel); 1945 kurzzeitige amerikan. Kriegsgef. 1945 Verkäufer in Magdeburg; KPD; 1946 pers. Referent des Vors. der KPD-BL Magdeburg; 1946 SED, 1946 / 47 Sekr. des SED-KV Magdeburg; 1947 Hilfsred. bei der »Volksstimme« Magdeburg; 1945 Studium an der LPS u. 1946 an der PHS der SED; 1948 Red., 1950 – 53 erster Chefred. der SED-Ztg. »Volksstimme« in Magdeburg; 1953 – 58 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Volkswacht« Gera (Nachf. von  Erich Jungmann), ab Mai 1958 stellv. Chefred.; anschl. Mitarb. der SED-BL Gera.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Groß, Jurij

* 1.1.1931

Geb. in Wendischbaselitz (Krs. Kamenz, Sachsen); Vater Steinarb.; Volksschule; 1945 – 48 Ausbildung zum Tischler; 1948 SED; 1948/49 Studium am sorb. Lehrerbildungs-Inst. in Radibor (Krs. Bautzen); bis 1953 als Lehrer tätig; 1950 FDGB; 1952 – 55 Abg. des Krs.-Tags Kamenz; 1954 Instrukteur der SED-KL Kamenz, 1954/55 dort 1. Sekr. der FDJ-KL; 1955 – 64 2. Sekr., Juni 1964 – Nov. 1989 1. Sekr. des BV der Domowina; 1959 – 71 Mitgl. des ZR der FDJ; 1962 – 67 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1969 – 89 Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1973 – 89 Mitgl. der SED-BL Dresden; 1978 – 89 Mitgl. des ZV der DSF; 1981 – 86 Nachfolgekand. u. 1986 – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer, März – Okt. 1990 für die PDS-Fraktion; 1989 Vors. des Arbeitsaussch. des BV u. ab März 1990 stellv. Vors. der Domowina; April Niederlegung aller Funktionen in der Domowina. 1994 – 98 Vors. des PDS-KV Bautzen; seit 1999 Mitgl. des Krs.-Tags Bautzen; Pressesprecher der Fraktion, Stellv. Mitgl. des Krs.-Ausschusses.Staatsangehörigkeit: Deutsch – Nationalität: Sorbe. Nicht nur Lebenserinnerungen. Schkeuditz 2004.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Große, Fritz Willibald

* 5.2.1904 – ✝ 12.12.1957

Geb. in Altenberg (Erzgeb.); Vater Zimmermann, Mutter Textilarb.; 1910 – 18 Volksschule in Reifland (Erzgeb.); 1918 – 20 dort Holzarb.; 1918 Dt. Holzarbeiterverb.; 1920 in die UdSSR übergesiedelt; 1920/21 Angeh. der Roten Armee (Kavallerie-Regt. 88), dann einer »besonderen Brigade« in Minsk; 1920 Mitgl. der KP Rußlands (B); 1921 Rückkehr nach Dtl.; 1921 KPD, 1922 KJVD; 1921 – 23 Bauarb.; 1923 – 27 graf. Hilfsarb. in einer KPD-Druckerei in Chemnitz; 1922/23 Ltr. des KJVD-UB Siegmar-Hohenstein; 1923 Mitarb. im AM-Apparat (KPD-Nachrichtendienst); 1923/24 Ltr. des KJVD-UB Erzgeb., 1924/25 Ltr. der KJVD-Militärorg. im Erzgeb.; 1924 – 27 Mitgl. der KJVD-BL Chemnitz u. der KPD-BL Erzgeb.-Vogtl., 1925 – 32 Mitgl. des ZK des KJVD; 1927 – 29 Sekr. der KJVD-BL u. der KPD-BL Halle-Merseburg; 1929 Kand. des ZK der KPD; 1929/30 Org.-Sekr. im ZK des KJVD; 1930 – 32 Mitarb. im EK der Kommission Jugendinternat., Aug. 1931 –Okt. 1932 dessen Vertreter in Großbritannien, dort April 1932 verhaftet u. sechs Mon. Gefängnis; Nov. 1932 – März 1933 Abg. des Dt. Reichstags; Okt. 1932 – Aug. 1934 Vors. KJVD (»Kurt«); Mai 1933 nach Prag, dann nach Moskau; Juni 1933 nach Frank- reich (Paris); bis Nov. 1933 zur Kontrolle jugendl. Emigranten in Amsterdam, später in Paris; Febr. 1934 illeg. nach Berlin (»Alois Steinberg«) (zus. mit  Ewald Kaiser); Aug. 1934 in Düsseldorf verhaftet, März 1936 zu lebenslängl. Zuchthaus verurteilt; 1936 – 45 Haft im Zuchthaus Brandenb.-Görden, dort Mitgl. des illeg. Parteiaktivs; Jan. 1944 KZ Mauthausen; Juni 1945 nach Moskau. 1.7.1945 Rückkehr nach Dtl. (zus. mit  Wilhelm Pieck u.  Franz Dahlem); ab Juli 1946 Mitarb. der KPD-LL Sachsen, Ltr. der Kaderabt. der KPD-BL Sachsen; ab 1946 Mitgl. des KPD/SED-LV Sachsen u. seines Sekr., Sekr. der Org.-Abt. u. zuständig für Jugendarbeit im SED-LV; 1946 Abg. des Landtags Sachsen; 1947 Sekr. für Kaderfragen im SED-LV Sachsen; 1947 – 49 Landesvors. der VVN Sachsen; 1948/49 Vors. der LPKK der SED Sachsen; 1948/49 Ltr. der Staatl. Kontrollkommission in Sachsen; ab Nov. 1949 persönl. Ref. von  Anton Ackermann; anschl. 1949 – 52 DDR-Botschafter in der ČSR; Vertreter von A. Ackermann im MfAA; 1953 – 57 Ltr. der HA I Soz. Länder u. Mitgl. des Kolleg. im Min. für Ausw. Angelegenh.; 1955 VVO; 1957 maßgebl. an der Vorbereitung dipl. Beziehungen mit Jugosl. beteiligt.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Großkopf, Richard

* 1.5.1897 – ✝ 16.3.1977

Geb. in Berlin; Vater Tischler; 1903 – 12 34. Gemeindeschule; 1912 – 16 Ausbildung zum Kartographen; 1912 Mitgl. der SAJ u. des Verb. der Lithographen, Steindrucker u. verwandter Berufe; Mai 1916 SPD; Teiln. an der Antikriegsdemonstration auf dem Potsdamer Platz in Berlin; 1916/17 techn. Zeichner der Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof; 1917 USPD; 1917/18 Militärdienst; Teiln. an der Novemberrev.; 1918/19 Litograph in versch. Berliner Betrieben; 1919 Mitgl. des Spartakusbunds, der KPD, RH, IAH u. Liga gegen den Imperialismus; 1919 – 23 Vors. der Graphischen Jugend in Berlin; 1920 – 33 Mitarb. des ZK der KPD u. dort Mitarb. des M-Apparats, zuständig für Paßfälschungen; deshalb 1920 die Klischee-Werkstatt Schulz & Großkopf in Berlin-Charlottenburg gegr. (»Ernst-Heinrich Schneider«); ab 1923 Ltr. des »Paßfälscherapparats« der KPD (AG Papiere); 3.5.1933 Verhaftung durch die Gestapo; 13.1.1935 vom 2. Senat des VGH zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt; Haft zunächst im Zuchthaus Luckau, ab April 1937 im Moorlager Emsland, 1938 – 40 Börgermoor, Esterwegen u. Aschendorfer Moor, 1940 – 42 Zuchthaus Luckau, 1942 – 45 KZ Buchenwald; dort Ltr. des kommunist. Abwehrapparats, später des Internat. Lagerkomitees; April – Juni 1945 in der Prüfstelle des Lagers Buchenwald tätig, beauftragt mit der Fahndung nach aktiven Nationalsozialisten. Juli 1945 – Mai 1946 Angest. im thür. Landesamt für Arbeit in Weimar, Aufbau u. Ltr. des neu geschaffenen Ref. OdF; zugl. Kurier der KPD-BL Thür. zum KPD-ZK; Febr. 1946 aus der KPD ausgeschl., März 1946 zurückgenommen; 16.5.1946 Ltr. der Personalabt. der Kriminalpolizei im Polizei-Präsidium Berlin, Inspekteur der VP; Herbst 1948 schwer erkrankt; 1.5.1949 – Okt. 1951 Ltr. der Abt. V (Abt. Paß- u. Meldewesen) im VP-Präsidium Berlin, dort Auswertung der aus dem brit. Sektor geraubten »3-Millionen-Kartei« (NS-Kartei über Berlins Bürger); ab 1.11.1951 Ltr. der Abt. 2 (Dokumentation) des Außenpol. Nachrichtendienstes (APN) – Vorläufer der HV A; Stellv. HA-Ltr. für operative Technik; Aufbau der Fälschungsabt.; 1951 – 61 Oberst des MfS (bzw. APN, ab 1953 HA XV, ab 1956 HV A des MfS); 1953 mit der Eingliederung des APN in das MfS Übernahme in das damalige Sekr. für Staatssicherheit (SfS), Bestätigung in seinen bisherigen Funktionen u. Ernennung zum Oberst-Ltn.; infolge von Umstrukturierungen innerhalb der HV A ab 29.1.1959 Ltr. der Abt. L bzw. 35 des MfS (»Herstellung operativer Dokumente«); 1.10.1961 Ruhestand; 1955 VVO; 1957 Held der Arbeit; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; Medaille für Teilnahme an den Kämpfen 1918 bis 1923; Verdienstmedaille der NVA; 1965 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; 1967 VVO u. Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1977 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Im Kampf bewährt. Erinnerungen an R. G. Leipzig 1984 (MfS-intern); Grundmann, S.: R. G. u. die kommunist. Paßfälscherorg. In: IWK 2004 (4).Jens Gieseke / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Gross, Rudolf Josef

* 22.10.1888 – ✝ 12.7.1954

Geb. in Gaustadt (b. Bamberg); Vater Baumeister; ab 1909 – 13 Studium an den Univ. Jena u. Rostock, 1913 Prom. in Rostock; 1912 / 13 Ass. am mineralog.-geolog. Inst., 1913 / 14 am mineralog.-petrograph. Inst. der Univ. Leipzig u. am mineralog.-geolog. Inst. der EMAU Greifswald, dort 1918 Habil.; Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, verwundet; 1919 –22 außerord. Prof. an der Univ. Hamburg, dort Ltr. des mineralog.-geolog. Laboratoriums; 1922 ord. Prof. u. Dir. des mineralog.-geolog. Inst. der EMAU Greifswald; 1929 Dekan der Philosoph. Fak. 1946 Entlassung aus dem Staatsdienst; 1946 –47 Forschungsbeauftragter des mineralog.-geolog. Inst.; 1948 Wiederernennung zum ord. Prof., letzter Dir. des mineralog.-geolog. Inst. (nach 1954 aufgelöst); 1948 Dekan der Philosoph. Fak.; 1949 – 50 Rektor der EMAU. Forschungsschwerpunkte: Kristallographie, insb. Kristallwachstum; Röntgenometrie (bedeutende apparative u. method. Anregungen); Bodenkunde; enge Zusammenarbeit mit der Studiengesell. für elektr. Beleuchtung OSRAM.Zur Entstehung des Warnowtals von Eikhof bis Rostock (1913); Zur Theorie der Wachstums- u. Lösungsprozesse kristalliner Materie (1918); Über die experimentelle Erforschung der Kristallstruktur mit Hilfe von Röntgenstrahlen. In: Jahrbuch der Radioaktivität u. Elektronik (1919) 15; Röntgenometr. Methoden zur Ermittl. der Kristallstruktur. In: Fortschritte der Mineralogie, Kristallographie u. Petrographie. 1922. Gross, N.: Die Gesch. des Mineralog. Inst. der EMAU. In: EMAU: FS zur 500-Jahr-Feier der Univ. Greifswald, Bd. II. Greifswald 1956.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Grosz, George

* 26.7.1893 – ✝ 5.7.1959

Geboren am 26. Juli 1893 in Berlin als Georg Ehrenfried Groß, Sohn eines Gastwirts. 1909 Aufnahme in die Königliche Kunstakademie Dresden, von 1912 bis 1917 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Berlin. Kriegsfreiwilliger 1914, wurde aber bereits im Mai 1915 als dienstuntauglich entlassen. 1916 Namensänderung in George Grosz. Mit der Veröffentlichung von Zeichnungen in »Neue Jugend« und »Die weißen Blätter« wurde Grosz in der Kunstszene bekannt. Anfang Januar 1917 als Landsturmpflichtiger erneut eingezogen, nach Aufenthalten in einem Lazarett für Schwerverletzte und einer Nervenheilanstalt als dauernd kriegsdienstuntauglich entlassen. Aktiver Kriegsgegner, enge Zusammenarbeit mit Wieland Herzfelde, in dessen Malik-Verlag die »Kleine Grosz-Mappe« erschien. Während des Spartakusaufstands im Januar 1919 verhaftet, konnte aber entkommen und untertauchen. Grosz trat in die KPD ein und entwickelte sich zum Chronisten und Kritiker seiner Zeit. Vor allem der Militarismus und das konservativ-reaktionäre Bürgertum der Weimarer Republik waren Hauptthemen vieler seiner Gemälde und Karikaturen u. a. in »Das Gesicht der herrschenden Klasse« (1921), »Abrechung folgt« (1923) und im »Spießer-Spiegel« (1925). Gemeinsam mit Martin Andersen Nexö unternahm er 1922 eine fünfmonatige Rußlandreise, traf dort u. a. Wladimir Lenin und Leo Trotzki. Seine Erlebnisse in Rußland verstärkten seine Abneigung gegen jede Form der Diktatur und veranlaßten ihn zum Austritt aus der KPD. Grosz war aber weiter für die IRH aktiv und 1928 an der Gründung der ASSO beteiligt. Er war Mitbegründer des Club 1926 e.V., eine Gesellschaft für Politik, Wissenschaft und Kunst. Anfang Januar 1933 emigrierte Grosz, der bekannteste Satirezeichner Deutschlands, nach New York. Nach ihrer Machtübernahme haben die Nationalsozialisten seine Wohnung und sein Atelier verwüstet, sie diffamierten Grosz’ Werke 1937 als »entartete Kunst« und entfernten 285 davon aus deutschen Museen. Von 1934 bis 1936 arbeitete er für amerikanische Satirezeitschriften. Durch die Nazibehörden 1938 ausgebürgert, erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. In der Folgezeit litt Grosz unter depressiven Stimmungen. 1946 veröffentlichte er seine Autobiographie »A Little Yes and a Big No«, die 1955 im Hamburger Rowohlt Verlag erschien. Grosz wurde 1954 Mitglied der »American Academy of Arts and Letters«, und die Westberliner Akademie der Künste wählte ihn 1959 zum außerordentlichen Mitglied der Abteilung »Bildende Kunst«. George Grosz starb am 5. Juli 1959, wenige Tage nach seiner Übersiedlung nach West-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Grewe, Richard

* 17.3.1894 – ✝ 25.12.1937

Geboren am 17. März 1894 in Hamburg; Maurer. Seit 1920 in der KPD, er nahm 1923 am Hamburger Aufstand teil, flüchtete 1924 in die Sowjetunion und wurde als Politemigrant anerkannt. Redakteur an der »Deutschen Zentral-Zeitung« (DZZ) in Moskau, dort Leiter der Landwirtschaftsredaktion, Mitte der dreißiger Jahre zum Parteisekretär der Redaktion gewählt. Grewes Unterschrift stand unter vielen Beurteilungen, die das NKWD über verhaftete Mitarbeiter einforderte. Im Oktober 1937 amtierender Chefredakteur der DZZ, aber bereits am 14.November 1937 vom NKWD verhaftet. Obwohl er bei der Gerichtsverhandlung die in den Verhören erzwungenen Aussagen widerrief, wurde Richard Grewe am 25. Dezember 1937 vom MKOG als »aktiver Teilnehmer der antisowjetischen trotzkistischen Sabotage- und Terroristenorganisation« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Grewes Lebensgefährtin und spätere Frau Gertraut Bernier (* 4. 8. 1901 – † 13. 12. 1969) war Stenotypistin, seit 1919 in der KJD, ab 1923 in der KPD. Bis 1930 bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin beschäftigt, anschließend bei Metalloimport in Moskau, ab 1934 Sekretärin der DZZ in Moskau. Nach ihrem Mann verhaftet und zu drei Jahren Lager verurteilt, war sie bis 1941 in Kasachstan, dann Arbeit im Lazarett in Alexandrow, ab 1946 beim dortigen Postamt und zuletzt in einer Möbelwerkstatt. Im April 1956 durfte Gertraut Bernier in die DDR, wurde Mitglied der SED und war Sekretärin im Cheflektorat des Dietz Verlages.

Wer war wer in DDR

Griesheimer, Dietmar

* 26.7.1938

Geb. in Chemnitz; Vater Arbeiter; Grund- u. OS; 1952 FDJ; 1957 / 58 u. 1960 / 61 Volontär bei der Ztg. »Volksstimme« in Karl-Marx-Stadt; 1958 – 62 Journalistikstudium an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1959 SED; 1962 – 64 Red. der Ztg. »Neuer Tag« in Bad Freienwalde; 1964 – 66 Stellv. des Vors. des Rats des Kreises Bad Freienwalde; 1966 – 70 Abt.-Ltr., 1970 1. Stellv. des Chefred. u. 1976 – 89 Chefred. der SED-Bezirksztg. »Freie Presse« Karl-Marx-Stadt (Nachf. von  Werner Kessel); 1976 – 89 Vors. des VDJ im Bez. Karl-Marx-Stadt; 1977 Mitgl. des ZV, 1982 – 89 des Präs. des VDJ-ZV; zeitw. Mitgl. der SED-BL Karl-Marx-Stadt; Nov. 1989 Einleitung eines Parteiverfahrens u. Dez. 1989 Ausschluß aus der SED wg. »Amtsmißbrauchs u. Korruption«.Kirsten Nies

Handbuch Deutsche Kommunisten

Grimm, Wilhelm

* 23.11.1907 – ✝ 24.2.1973

Geboren am 23. November 1907 in Mannheim; Schlosser. In den zwanziger Jahren Mitglied der KPD. Bis 1932 im KJVD und Mitglied der RGO-Leitung Baden, Redakteur der »Arbeiter-Zeitung« und der Zeitung »Der schaffende Bauer« in Mannheim. 1932 wurde Grimm nach Nordbayern geschickt, Anfang 1933 Chefredakteur des KPD-Organs »Neue Zeitung« in München. Dort im April 1933 verhaftet, kam er in das KZ Dachau, im September 1939 in das KZ Mauthausen. Im Dezember 1943 als sogenannter Vorbeugehäftling entlassen, sofort zum Gebirgsjägerregiment in Garmisch eingezogen, geriet er im Mai 1945 südlich von Bologna in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Aufgrund einer Denunziation wurde Grimm dann von Sonderlager zu Sonderlager gebracht und saß bis 1946 in einem amerikanischen Internierungslager, obwohl zahlreiche Mitgefangene aus Dachau seine einwandfreie Haltung im KZ bestätigten. Erst Ende 1946 konnte Grimm nach Mannheim zurückkehren, trat der KPD bei und wurde Chefredakteur des »Badischen Volksechos«. Er war Bezirks- und Kreisvorsitzender der KPD in Mannheim, wurde aber 1948/49 gerügt und dann abgesetzt, weil er gegenüber seinem Vorgänger, dem »trotzkistischen Parteifeind« Willy Boepple zu »liberal« war. Nach dem KPD-Verbot arbeitete er bis 1969 als Korrektor am »Mannheimer Morgen«, 1968 Mitglied der DKP. Wilhelm Grimm starb am 24. Februar 1973 in Mannheim.

Wer war wer in DDR

Grobbel, Karl

* 29.10.1896 – ✝ 3.1.1971

Geb. in Berlin; Volksschule; Gymnasium »Zum Grauen Kloster« in Berlin; Ausbildung zum Bankkfm.; im 1. Weltkrieg Wehrdienst, schwer verwundet, zul. Ltn.; 1917 Gefangenschaft in Frankreich u. der Schweiz; 1919 Abitur; anschl. Studium der Volkswirtschaft u. Jura in Berlin; Bankkfm.; 1920 Zentrumspartei; 1924 – 33 deren Gen.-Sekr. in Ost-Mittel-Dtl., für die Diasporagebiete; 1925 – 33 Hrsg. der Monatsschrift »Der Weckruf«; Juni 1933 Schnellgerichtsverfahren u. drei Mon. »Schutzhaft«; Wehrdienst; bis 1945 selbst. Handelsvertreter u. Geschäftsf. einer kirchl. Hilfsorg. für die Diasporagebiete (vereidigter Meßweinlieferant u. Geschäftsf. der »Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft«); zul. dienstverpflichtet als Registraturgehilfe u. Magazinschreiber. 1945 Mitbegr. der CDU; Mitarb. der Ortsverw. Berlin-Wilhelmshagen; Ref.-Ltr. in der Reichsgeschäftsstelle der CDU; Okt. 1945 – April 1946 Beisitzer u. 1945/46 Geschäftsf. der CDU Brandenb., April 1946 – Nov. 1948 stellv. Vors., danach bis Juni 1950 1. Vors.; zugl. Verlagsltr. der »Märkischen Union«; 1947 – 50 Mitgl. des Landtags Brandenb.; Sept. 1948 – April 1953 3. Vors. u. Vors. des Pol. Aussch. beim HV der CDU; 1948 – 50 Abg. des Volksrats bzw. der Volkskammer; April 1950 Min. für Arbeit u. Sozialwesen bzw. für Arbeit u. Gesundheitswesen; Okt. 1950 – Juli 1952 Min. für Handel u. Versorgung im Land Brandenb.; 1952/53 stellv. Vors. des Rats des Bez. Cottbus; 14.8.1953 von allen Funktionen entbunden, gerügt wegen »parteischädigenden Verhaltens«; Journalist u. Red. für Wirtschaftspol. der »Neuen Zeit«; 1957 Ehrennadel der CDU; ab 1961 Begr. u. erster Hrsg. der kath. Monatsschrift »Begegnung« in Berlin; 1961 Verdienstmedaille der DDR; 1964 Mitbegr. der Berliner Konferenz europ. Katholiken.Vom Glauben zum Bekenntnis. Berlin 1961; Bernhard Lichtenberg. Berlin 1967 u. 1989.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Groh-Kummerlöw, Grete

* 6.2.1909 – ✝ 16.2.1980

(* 1909 – † 1980) Geboren am 6. Februar 1909 in Plauen/Krs. Zwickau als Grete Groh, Tochter einer Arbeiterfamilie. Von 1924 bis 1945 Textilarbeiterin, sie trat 1927 in den KJVD und 1930 in die KPD ein. Grete Groh wurde 1930 Abgeordnete des Sächsischen Landtages, damals jüngste Abgeordnete in ganz Deutschland. Von 1931 bis 1933 Orgleiterin des KJVD Sachsens. 1933 illegale Arbeit, wurde am 28. Juni 1933 in Bitterfeld verhaftet. Vom OLG Dresden am 8. Juni 1934 zu einem Jahr und acht Monaten Zuchthaus verurteilt, die sie in Waldheim verbüßte. Nach ihrer Entlassung heiratete sie 1937 Heinrich Kummerlöw, von dem sie sich 1950 trennte. Nach der Geburt ihres Sohnes Fritz war sie Hausfrau. Durch Kurt Sindermann bekam sie Verbindung zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow. Am 10.August 1944 verhaftet, wurde sie angeklagt und am 9. Februar 1945 zum VGH nach Potsdam transportiert. Dort am 27. April 1945 durch die Rote Armee befreit. 1945 zunächst für die KPD in Plauen aktiv. Grete Groh-Kummerlöw gehörte von 1946 bis 1980 dem FDGB-Bundesvorstand an und war zeitweise auch Mitglied des Präsidiums. Von 1946 bis 1949 3. Vorsitzende des FDGB Sachsen, von 1949 bis 1957 Abteilungsleiterin und Sekretärin des Bundesvorstandes. Von 1946 bis 1949 Abgeordnete des Sächsischen Landtags, von 1949 bis 1971 der DDR-Volkskammer. Sie erhielt 1979 den Karl-Marx-Orden. Grete Groh-Kummerlöw starb am 16.Februar 1980. Sigrid Koch-Baumgarten veröffentlichte 2001 in der IWK eine biographische Skizze über Grete Groh-Kummerlöw.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Gromzig, Waldemar

* 6.1.1924 – ✝ 9.3.2004

Geb. in Lintfort / Moers; Vater Arbeiter; Volks- u. Oberschule, Notabitur; 1942 – 45 Wehrmacht, Offiziersanwärter. 1946 / 47 Ausbildung, anschl. Arbeit als Maurer; 1948 / 49 Holzfäller beim Forstamt Zella-Mehlis; 1949 – 52 Stud. an der Ingenieurschule für Bauwesen Gotha; 1952 Ing. bei der GD für Kraftverkehr u. Straßenwesen; 1951 SED; 1952 – 55 Prüf-Ing. für Statik, Entwurfsing., Gruppenltr. u. 1955 – 59 Techn. Ltr. im Entwurfsbüro für Straßenwesen Berlin; 1959 – 61 Haupting. in der Verw. der HA Straßenwesen des Min. für Verkehrswesen; 1961 / 62 Aufbaultr. beim Bau der Autobahn Berlin – Rostock; 1962 – 66 Betriebsdir. des VEB Straßenbau Potsdam; 1966 – 90 GD des VEB Spezialbaukombinat Verkehrsbau Magdeburg bzw. des VEB Autobahnbaukombinat (Nachf. von Wolfgang Heier); gest. in Berlin.Doßmann, A.: Begrenzte Mobilität. Eine Kulturgesch. der Autobahnen in der DDR. Essen 2003; Ders. / Kroske, G.: Autobahn Ost. Dok.-Film, 2004.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Gropp, Rugard Otto

* 22.3.1907 – ✝ 4.7.1976

Geb. in Magdeburg; Vater Stadtinspektor; 1926 – 29 Werkstudent der Germanistik, Geschichte, Philos. u. Kunstgeschichte in Leipzig, München u. Halle; 1929 KPD; versch. Beschäftigungen als Stenotypist, u. a. in der sowj. Handelsvertr. in Berlin; 1940 Wiederaufn. des Studiums in Halle; Teiln. an illeg. pol. Arbeit gegen das NS-Regime; 1941 Verhaftung durch die Gestapo wegen »Verdachts auf Hochverrat«, ein Jahr Gefängnishaft, anschl. KZ Sachsenhausen, 1944 Versetzung ins Strafbat. 999, Flucht zur Roten Armee. 1945 Forts. des Studiums an der MLU Halle; 1948 Prom. u. Lehrgang an der PHS; anschl. bis 1950 Lehrtätigkeit an der MLU Halle, danach an der KMU Leipzig; 1952 Habil. u. Berufung zum Prof. für dial. u. hist. Materialismus, stellv. Dir. des Inst. für dial. u. hist. Materialismus der KMU; ab 1960 Ltr. einer Arbeitsgr. am Inst. für Philos. der DAW in Berlin; 1965 em.; VVO. G. gehörte zu den einflußreichsten Propagandisten des dial. Materialismus der frühen DDR-Geschichte; er war in bes. Maße mitverantw. für die offiz. Dogmatisierung der philosoph. Lehre u. Forschung; insbes. in den 40er u. 50er Jahren war er maßgebl. beteiligt an der ideolog. u. institutionellen Ausgrenzung nonkonformist. Philosophen (u. a.  Leo Kofler 1949/50;  Ernst Bloch 1957).Der dial. Materialismus. Kurzer Abriß. Leipzig 1957; Ernst Blochs Revision des Marxismus. Berlin 1957 (Mitautor); Zu Fragen der Geschichte der Philos. u. des dial. Materialismus. Berlin 1958; Grundlagen des dial. Materialismus. Berlin 1969. Herzberg, G.: Anpassung u. Aufbegehren. Die Intelligenz der DDR in den Krisenjahren 1956/58. Berlin 2006.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Groß, Otto

* 18.2.1917 – ✝ 15.8.1974

Geb. in Perleberg; Vater Maurer; 1923 – 31 Volksschule in Perleberg, 1931 – 37 kath. Gymnasium in Berlin-Charlottenburg; 1937 RAD; 1937 – 42 Studium der Theol. in Fulda; 1943 Priesterweihe; 1943 – 48 Kaplan in Berlin-Lichtenberg. 1948 – 53 Kuratus in Berlin-Adlershof, 1953 – 67 Kuratus u. Pfarrer in Berlin-Friedrichshain; 1953 – 58 Red. der kath. Berliner Kirchenztg. »St. Hedwigsblatt«, 1958 – 74 deren Chefred.; 1962 – 74 Ordinariatsrat im Bischöfl. Ordinariat Berlin, 1966 Prälat; langjährige enge Freundschaft mit Kardinal  Alfred Bengsch; 1967 – 74 Beauftr. des Vors. der Berliner Ordinarienkonferenz zu Verhandlungen mit der Dienststelle des Staatssekr. für Kirchenfragen, dem MfS u. dem Min. für Außenwirtschaft bzw. Außenhandel; 1967 – 74 vom MfS als IM »Otto« erf.; gest. in Berlin.Schäfer, B.: Staat u. kath. Kirche in der DDR. Köln, Weimar 1998.Bernd Schäfer

Handbuch Deutsche Kommunisten

Große, Fritz Willibald

* 5.2.1904 – ✝ 12.12.1957

Geboren am 5. Februar 1904 in Altenberg/Erzgeb., Sohn eines Zimmermanns; 1918 Holzarbeiter. Anfang 1920 wanderte Große nach Sowjetrußland aus und kämpfte in der Roten Armee im Feldzug gegen Polen. Ende 1920 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er Hausdiener in Aschersleben. 1921 in Chemnitz Bauarbeiter, dann Hilfsdrucker in der KPD-Druckerei. 1921 Mitglied der KJD und der KPD. Im KJVD aktiv (Pseudonym Ignaz), 1923 Sekretär im Bezirk Erzgebirge-Vogtland, 1925 ins ZK des KJVD gewählt, 1927 Sekretär des KJVD in Halle, auf dem 11. Verbandskongreß im September 1929 zum 2. Sekretär des ZK des Jugendverbandes nach Berlin berufen, rückte Große Mitte 1929 auch als Kandidat ins ZK der KPD nach, wurde aber im Juni 1930 durch Artur Becker als Orgleiter abgelöst. Später schrieb er: »Wegen politischer Differenzen schied ich im Jahre 1929 aus dem ZK aus, fuhr nach Rußland und arbeitete in Moskau im Zentralrat der Gewerkschaften.« 1931 von Moskau nach England geschickt, um dort die illegale Arbeit der kommunistischen Jugend zu organisieren. Große wurde in London festgenommen und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, danach wieder in Moskau tätig. 1932 Rückkehr nach Berlin, »wo ich nach den parteipolitischen Auseinandersetzungen mit Neumann und dem damaligen Leiter des Jugend- ZK Kurt Müller mit der Leitung des ZK beauftragt wurde«. Als Vorsitzender des KJVD im November 1932 in den Reichstag gewählt, blieb er bis Juni 1933 Leiter des illegalen KJVD. Im Juni 1933 nach Amsterdam geschickt, fuhr Große im Herbst 1933 nach Paris, kehrte im Januar 1934 nach Berlin zurück, um als 2.Sekretär die illegale Jugendarbeit fortzuführen. Im August 1934 verhaftet, wurde er am 17.März 1936 zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt, war bis 1945 im Zuchthaus Brandenburg und im KZ Mauthausen. 1945 wieder Mitglied der KPD, 1948/49 Vorsitzender der Staatlichen Kontrollkommission, 1949 wurde Große erster Botschafter der DDR in der Tschechoslowakei. 1952 Mitglied des Kollegiums des Außenministeriums der DDR. Er erhielt 1955 den VVO. Nach langer Krankheit starb Fritz Große am 12.Dezember 1957 in Ost-Berlin. Seine Frau Lea Große, geborene Lichter (*12.5. 1906), Tochter eines jüdischen Gerbers und Lederhändlers, übersiedelte mit den Eltern 1914 wegen der Pogrome nach Deutschland. Sie wurde orthopädische Gymnastiklehrerin. 1925/26 Mitglied des jüdischen Wanderbundes Blau-Weiß, 1927 Mitglied des KJVD, 1929 der KPD. 1930 reiste sie mit ihrem Mann nach Moskau, dort im Sekretariat der KJI und des EKKI beschäftigt. 1933 kehrte sie zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurück, wurde im August 1934 in Düsseldorf verhaftet und zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Im November 1938 als Ausländerin nach Polen abgeschoben, flüchtete Lea Große im September 1939 nach dem Überfall auf Polen in die Sowjetunion, dort Apothekenhelferin im Hauptlazarett des NKWD, von 1940 bis 1942 Mitarbeiterin der KJI in Moskau, dann Redakteurin am Sender Freies Deutschland. Im November 1945 in der SBZ Redakteurin am Landessender Dresden. Von 1953 bis 1955 Kaderleiterin des DEFA-Spielfilmstudios, 1955 Dramaturgin und von 1960 bis 1971 Chefredakteurin des vornehmlich auf die Bundeswehr zielenden »Deutschen Soldatensenders 935«. Als Angehörige der Politischen Hauptverwaltung der NVA erhielt sie 1986 den Karl-Marx-Orden. Lea Große starb am 10. Juni 1997 in Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Großkopf, Richard

* 1.5.1897 – ✝ 16.3.1977

Geboren am 1. Mai 1897 in Berlin, Sohn eines Tischlers; bis 1916 Ausbildung zum Kartographen. Seit 1912 in der Arbeiterjugend, trat er im Mai 1916 in die SPD ein. 1916/17 technischer Zeichner der Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof, 1917 Mitglied der USPD und Einberufung zum Militärdienst. Nach Kriegsende Litograph in verschiedenen Berliner Betrieben. Ab 1919 Mitglied der KPD, von 1920 bis 1933 Mitarbeiter der Zentrale bzw. des ZK der KPD, gehörte dem AM-Apparat an und war zuständig für Paßfälschungen. Im Auftrag der Partei gründete er deshalb 1920 die Klischee-Werkstatt Schulz & Großkopf in Berlin-Charlottenburg und wurde 1923 Leiter des gesamten Paßfälscherapparates der KPD. Am 3. Mai 1933 festgenommen und nach langer Untersuchungshaft am 13.Januar 1935 vom VGH zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt. Vom Zuchthaus Luckau ab April 1937 in verschiedenen KZs, 1942 im KZ Buchenwald. Hier war er Funktionshäftling und leitete bis zur Befreiung den Abwehrapparat des illegalen Internationalen Lagerkomitees. Im April 1945 zunächst in der Prüfstelle des Lagers Buchenwald tätig und mit der Fahndung nach aktiven Nationalsozialisten beauftragt, im Juli 1945 im Landesamt für Arbeit in Weimar, zugleich Kurier der KPD-BL Thüringen. Im Zusammenhang mit parteiinternen Ermittlungen über Funktionshäftlinge im Februar 1946 kurzzeitig aus der KPD ausgeschlossen. Im Mai 1946 nach Berlin berufen, übernahm Großkopf die Leitung der Personalabteilung der Kriminalpolizei im Polizei-Präsidium von Groß-Berlin. Nach einer schweren Erkrankung im Herbst 1948 war er von Mai 1949 bis Oktober 1951 Leiter der Abteilung Paß- und Meldewesen im VP-Präsidium von Ost-Berlin. Ende 1951 im Außenpolitischen Nachrichtendienst (Vorläufer der HV A), wurde dort Leiter der Abteilung Dokumentation. Später baute er als Stellvertreter des Leiters der Hauptabteilung Technik eine Fälschungsabteilung auf und blieb beim MfS bis Oktober 1961 beschäftigt und war u. a. für die Herstellung »operativer Dokumente« zuständig. Richard Großkopf starb am 16. März 1977 in Ost-Berlin. Siegfried Grundmann veröffentlichte 2004 in der IWK eine Arbeit über »Richard Großkopf und die kommunistische Paßfälscherorganisation«.Jens Gieseke / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Grosse, Herwart

* 17.4.1908 – ✝ 26.10.1982

Geb. in Berlin; Vater Büroangest.; kfm. Ausbildung; Laienspieler in der Agit.-Prop. Gruppe des Fichte-Sprechchors; Schauspielunterricht bei Paul Bildt; 1932 KPD; 1933 Junge Volksbühne Berlin, 1934 – 38 Theater der Jugend Berlin, 1938 – 44 Schiller-Theater Berlin; Wehrmacht (Panzergrenadier). Seit 1945 Dt. Theater Berlin; 1946 KPD/SED; 1966 NP; Theaterrollen: 1946 Wurm in Schillers »Kabale u. Liebe«, 1955 Derwisch in Lessings »Nathan der Weise«, 1956 Musketier Theobald Kosegarten in  P. Hacks’ »Die Schlacht bei Lobositz«, 1958 Alter Fritz in Hacks’ »Der Müller von Sanssouci«, 1960 Wirt in Lessings »Minna von Barnhelm«, 1964 Polonius in Shakespeares »Hamlet« u. Kilty in Shaws »Geliebter Lügner«, 1968 Göring in  Rolf Schneiders »Prozeß in Nürnberg«, 1972 Serebrjakow in Tschechows »Onkel Wanja«, 1976 Narr in Shakespeares »König Lear«; vereinzelt Regiearbeiten, u. a. 1951 »Maria Stuart« von Schiller, 1953 »Shakespeare dringend gesucht« von  Heinar Kipphardt; Filmrollen: 1959 in  Kurt Maetzigs »Rat der Götter«, 1961 Gestapochef Müller in »Der Fall Gleiwitz«, 1981 Prof. Lankwitz im Fernsehfilm »Kippenberg«. G. war ein Charakterdarsteller mit scharfer, pointierter Ausdrucks- u. Darstellungsweise sowie großer sprachl. Präzision; er wurde bevorzugt für Negativrollen eingesetzt, denen er stets Individualität u. Vielschichtigkeit verlieh.Schwarz-Stötzer, H.: Mit Leib u. Seele. Berlin 1990.Renate Rätz

Wer war wer in DDR

Groszer, Lucie

* 23.11.1914 – ✝ 12.3.1997

Geb. in Grünau (b. Berlin); Vater Goldschmied, Mutter Strickerin; 1925 – 34 Lyzeum in Berlin-Köpenick; Gärtnergehilfin, Verkäuferin, Sprechstundenhilfe; über die Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus u. die wiss. Versandbuchhandlung eines Freunds Einstieg in den Buchhandel; 1941/42 Buchhandelsgehilfenprüfung; Geschäftsf. einer Buchhandlung in Berlin-Schöneberg; 1943 Kauf der Breitkreutz’schen Buchhandlung mit Antiquariat in der Neuen Schönhauser Str. 8, die sie 1944 in die Altberliner Bücherstube Lucie Groszer umwandelte. 1945 Gründung des Altberliner Verlags Lucie Groszer; 1950 Vorstandsmitgl., später Ltr. des Ostteils der Berliner Buchhändler- u. Verlegervereinigung; Mitgl. im Verlegeraussch. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig; unter Mitwirkung der Lektoren  Johannes Bobrowski u. Alfred Könner entwickelte sie den Verlag zu einem internat. geachteten Kinder- u. Jugendbuchverlag; erste große Verkaufserfolge 1945 mit Grimms »Brüderchen u. Schwesterchen« u. 1951 mit  Liselotte Welskopf-Henrichs Indianerbuch »Die Söhne der großen Bärin«; 1979 Verkauf des Verlags an den SED-eigenen Kinderbuchverlag; 1981 Rentnerin. 1990 Wiedereinstieg in den Beruf mit der Gründung des Lucie Groszer Verlags in Berlin-Friedrichshagen für brandenb. Regionallit., nachdem der Rückkauf des Altberliner Verlags gescheitert war; gest. in Berlin.Als ich im Mai 1945 ... In: Marginalien (1995) 3; Erinnerungen an Johannes Bobrowski. In: Marginalien (1996) 1.Carsten Wurm

Wer war wer in DDR

Grieb, Michael

* 12.2.1921 – ✝ 17.10.2003

Geb. in Tännesberg (Oberpfalz); Vater Schuhmachergeselle, Mutter Putzfrau u. Küchenhilfe; 1927 – 35 Volksschule in Tännesberg, 1935 – 38 Berufsschule u. Lehre als Bäcker in München; 1938 / 39 Arbeit als Bäcker in München u. Heidelberg; 1940 – 45 Wehrmacht; Mai bis Sept. 1945 in brit. Kriegsgefangenschaft in Wendorf bei Kiel als Ziegelputzer tätig. 1945 Bauhilfsarbeiter in Kiel; Nov. 1945 Übersiedl. nach Waren (Müritz); 1946 – 48 dort Bäckergeselle in einer Bäckerei; 1946 SED; 1947 Meisterprüfung als Bäcker; 1948 –50 Ltr. einer Konsumbäckerei in Waren (Müritz); 1950 – 51 Sekr. für Aufklärung beim Kreisaussch. der NF in Waren (Müritz); 1951 / 52 Sekr. beim Kreisaussch. der NF in Stralsund u. Waren (Müritz); 1952 – 54 Abt.-Ltr. für Org. sowie Aufklärung, Presse u. Schulung beim NF-Bezirksaussch. Schwerin; 1954 – 56 Instrukteur für schriftl. Agitation bzw. Instrukteur für Presse u. Funk der SED-BL Schwerin; 1954 – 60 Fernstudium an der PHS »Karl Marx«, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1956 / 57 stellv. Ltr. der Abt. Agit. u. Prop. der SED-BL Schwerin; 1957 – 60 Persönl. Referent des 1. Sekr. der SED-BL Schwerin, Bernhard Quandt; 1960 – 68 Vors. des Rats des Bez. Schwerin; 1960 – 68 Abg. des Bezirkstags Schwerin; April 1968 von der Funktion abberufen; 1968 / 69 Teiln. am 2. Einjahreslehrgang für Parteifunktionäre an der HfÖ Berlin; 1969 – 82 1. Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Rostock, 1969 – 82 Abg. des Bezirkstags Rostock; 1982 invalidisiert. Ab 1997 parteilos; gest. in Schwerin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Griewank, Karl

* 16.8.1900 – ✝ 27.10.1953

Geb. in Bützow (Mecklenb.); Vater Arzt; Studium der Geschichte, Germanistik, Philos. u. Volkswirtschaftslehre in Göttingen, Leipzig, Rostock u. Berlin; 1922 Prom. in Rostock mit einer ideengeschichtl. Studie (40er Jahre des 19. Jh.); 1922 – 26 Hauslehrer, Red. einer Berliner Ztg.; 1926 – 46 tätig in der Notgemeinschaft der dt. Wiss. bzw. der Dt. Forschungsgemeinschaft, dort zunächst persönl. Referent von F. Schmidt-Ott, dann Ltr. der Abt. Geisteswiss. u. Verlagswesen; 1934 Mitgl. der Bekennenden Kirche; 1942 Habil. an der Univ. Frankfurt (Main) mit einer Arbeit zum Wiener Kongreß. 1946 Tätigkeit an der DAW als Red. der Ztschr. »Forschungen u. Fortschritte«; 1946 – 53 Haupthrsg. der »Dt. Lit.-Ztg.«; 1946 Prof. mit vollem Lehrauftrag an der Univ. Berlin; 1946 Mitgl. der Hist. Kommission bei der Bayr. AdW; 1947 – 53 ord. Prof. an der Univ. Jena, Fachrichtungsltr. u. Dir. des Hist. Seminars; 1948 – 51 Dekan u. 1951 – 53 Prodekan der Philosoph. Fak.; 1949 – 53 Mitgl. im Geschäftsf. Aussch. des Verb. der Historiker Dtl.; 1951 – 53 Sekr. der Hist. Kommission bei der Bayr. AdW; 1952 – 53 Mitgl. des Wiss. Beirats des Museums für Dt. Geschichte, der Sekt. Geschichte bei der DAW u. im Wiss. Beirat für Geschichte beim Staatssekr. für HS-Wesen; gest. in Berlin (Suizid). Forschungen zur dt. Geschichte des 19. Jh.; G.s Arbeiten zur Rev.-Geschichte u. zum Wiener Kongreß gelten als Standardwerke; nach Kriegsende war sein Bemühen darauf gerichtet, der Spaltung der dt. Geschichtswiss. entgegenzuwirken, weshalb er auch in beiden Teilen Dtl. in wichtigen geschichtswiss. Gremien mitarbeitete.Staat u. Wiss. im Dt. Reich. Freiburg i. Br. 1927; Dt. Studenten u. Univ. in der Rev. von 1848. Weimar 1949; Der neuzeitl. Rev.-Begriff. Weimar 1955. Noack, K.-H.: K. G. In: Wegbereiter der DDR-Geschichtswiss. Berlin 1989; Schäfer, P.: K. G. u. die Jenaer Geschichtswiss. nach 1945. In: GWU 1992; Kaiser, T.: K. G. (1900 – 1953) – ein dt. Historiker im »Zeitalter der Extreme«. Stuttgart 2007.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Grimmer, Gerhard

* 6.4.1943

Geb. in Katharinaberg (Krs. Brüx, ČSR/Hora Svaté Kateřiny, Tschechien); Grundschule in Seligenthal; begann 1955 als Fußballer u. Skisportler bei der BSG Stahl Seligenthal, Kreismstr. Viererkombination; Lehre als Maschinenschlosser in Schmalkalden; 1961 NVA (Gotha), Wechsel zum ASK Vorwärts Oberhof (Trainer Horst Wagner); 1966 SED; dreimal Teiln. an Olymp. Winterspielen, 1968 7. Platz 4 x 10 km, 1972 6. Platz 4 x 10 km, 1976 5. Platz 50 km; 1970 Vize-WM 30 km, 4 x 10 km u. Bronze 50 km; 1974 WM über 50 km u. 4 x 10 km, Vize-WM 16 km; weitere Siege: 1970 u. 1971 Holmenkollenrennen 50 km, 1971 Internat. Skiwettbewerbe Sapporo 30 km, 1973 Oberhofer Skispiele 15 km, 1974 Tatra-Pokal 30 km; 1974 Wasa-Lauf 85 km (2. Platz); Fernstudium der Ökon. für Allgem. Maschinenbau, Ing.-Ökon.; 1977 – 80 Studium an der Militärpolit. HS der NVA; 1981 – 90 Ltr. des ASK Vorwärts Oberhof, Abschied als Oberst; 1974 – 84 Mitgl. des Präs. des DTSB-Bundesvorst.; 1985 Techn. Deleg. des Internat. Skiverb. zur WM in Seefeld. 1990/91 arbeitslos; 1990 – 95 Präs. des Thür. Skiverb.; 1991 – 2003 Referent Leistungssport beim Landessportbund Thüringen; lebt in Seligenthal.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Grobis, Paul

* 3.6.1894 – ✝ 26.11.1943

Geboren am 3. Juni 1894 in Neudörfel/Böhmen; wuchs in Berlin-Wedding auf und lernte Schlosser. Soldat im Weltkrieg. Danach Mitglied der USPD, mit deren linkem Flügel er 1920 zur KPD ging. Er war dann seit 1923 im hauptamtlichen Parteiapparat. Nachdem die Linken die Parteiführung übernommen hatten, kam Grobis als Ruth-Fischer-Anhänger am Mai 1924 nach Hannover, Orgleiter im Bezirk Niedersachsen. Im Oktober 1924 kurze Zeit inhaftiert. Während der Auseinandersetzungen mit den Ultralinken in Niedersachsen ( Iwan Katz, Theodor Gohr usw.) war Grobis Anhänger der Fischer-Zentrale. Nach dem »Offenen Brief« schwenkte er zur Thälmann-Führung über. 1926 aus Hannover abberufen, war er einige Zeit in Berlin, dann Parteisekretär in Frankfurt/Oder und Berlin-Brandenburg-Ost. 1928 Abgeordneter des Preußischen Landtags, dem er bis 1932 angehörte. Ab Februar 1930 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. 1931 wurde er als Nachfolger Hermann Schuberts Polleiter des Bezirks Ostpreußen, Mitte 1932 kam er zurück in den zentralen Parteiapparat. Nach dem Verbot der KPD arbeitete Grobis noch einige Monate illegal im Verbindungsapparat, wodurch sich seine Kenntnisse der KPD-Organisation erweiterten. 1934 von Werner Kraus denunziert und von der Gestapo verhaftet. Im Gefängnis wurde er von Kraus »bearbeitet« und trat schließlich in den Dienst der Gestapo, die mit seiner Hilfe vor allem in Ostpreußen dann viele KPD-Funktionäre festnehmen konnte. Im Zweiten Weltkrieg Soldat, fiel Paul Grobis am 26.November 1943 an der Ostfront.

Wer war wer in DDR

Grohe, Marlis

* 2.7.1940 – ✝ 11.11.1990

Geb. in Erfurt; 1947 – 55 Volksschule; Ausbildung zur Bibliothekshelferin; ab 1950 aktiver Schwimmsport beim SC Turbine Erfurt, Spezialdisz.: Brustschwimmen; 1955 DDR-Mstr. über 200 m; DDR-Rekorde über 100 m u. 200 m; 1956 aus gesundheitl. Gründen leistungssportl. Laufbahn beendet; 1957 – 59 Arbeit als Kontoristin; 1959 – 62 Fernstudium an einer FS für Trainer; 1959 – 81 Schwimmtrainerin; 1973/74 Cheftrainerin beim SC Turbine Erfurt; trainierte u. a. den vierfachen Olympiasieger  Roland Matthes; 1974 – 76 Fernstudium, Dipl.-Sportlehrerin; 1978 Prom. zum Dr. paed. an der DHfK Leipzig; 1981 – 84 Sichtungstrainerin beim DTSB-BV Erfurt; 1984 – 87 erneut Cheftrainerin; 1987 invalidisiert.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Gronau, Heinz

* 1.1.1912 – ✝ 28.10.1977

Geb. in Leipzig; Vater Buchdrucker; Volksschule; 1926 – 30 Ausbildung zum Dentalmechaniker, dann arbeitslos; 1930 KPD; bis 1933 Mitgl. der KJVD-BL Sachsen; 1933 viermal vorübergehend verhaftet; 1934/35 Hilfsarb.; 1935 erneut verhaftet, wegen Hochverrats zu 30 Mon. Zuchthaus verurteilt, verbüßt bis 1938 in Zwickau, dann KZ Buchenwald, hier Mitgl. der illeg. Partei- u. der Internat. Militärorg., 11.4.1945 an der Selbstbefreiung der Häftlinge beteiligt. 1945/46 Personalltr. des Sozial- u. Jugendamts der Stadt Leipzig; 1946 Einstellung bei der Polizei, Ltr. des Krs.-Polizeiamts Rochlitz bzw. Großenhain, dann stellv. Chef der Landesbehörde Sachsen in Dresden; 1949/50 Speziallehrgang für Panzer am Militärinst. Moskau; 1950 Einstellung beim MfS; Ltr. der HA I (Abwehr in den VP-Bereitschaften); 1953 Kdr. der Grenzbereitschaft Blumberg; dann Stabschef der HV Dt. Grenzpolizei; 1957 Ltr. der Abt. Grenzdienst, dann Stellv. des Stabschefs beim Kdo. der Dt. Grenzpolizei; 1958 – 62 Besuch der Grenztruppen-Fak. der HS des KGB, Dipl. rer. mil.; 1962 – 72 Beauftr. des MfS, dann Kdr. des Wachregt. des MfS (ab 1967: »Feliks Dzierżyński«); 1966 Gen.-Major; 1971 VVO; 1972 Ruhestand.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gropper, Roberta

* 16.8.1897 – ✝ 1.2.1993

Geboren am 16. August 1897 in Memmingen, Tochter eines Webers; 1905 Umzug nach Ulm, dort von 1911 bis 1924 Arbeiterin in einer Zigarettenfabrik. 1915 schloß sie sich der Arbeiterjugend an und wurde 1918 Mitglied der Gewerkschaft, im Januar 1919 gehörte sie zu den Mitbegründern der Ulmer KPD. 1924 zunächst Kassiererin, wurde sie 1925 Frauenleiterin der BL Württemberg in Stuttgart. Hier lernte sie ihren späteren Mann, den Chefredakteur der »Arbeiterzeitung«, Paul Langner kennen. 1927 war sie Delegierte Württembergs auf dem XI. Parteitag in Essen. Ende 1927 folgte sie ihrem Mann nach Mannheim, wo sie als Stenotypistin in der KPD-BL Pfalz arbeitete und Frauenleiterin war. Von Herbst 1928 bis Frühjahr 1929 mit Langner im Bezirk Oberschlesien in Gleiwitz tätig. Ab Juni 1929 Stenotypistin in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin bzw. in der Informationsabteilung des ZK der KPD. Im Sommer 1930 wurde sie Leiterin der Frauenabteilung der BL Berlin-Brandenburg, danach bis Juni 1932 der Frauenabteilung des ZK der KPD. Wegen ihrer Zugehörigkeit zur Neumann-Remmele-Gruppe abgesetzt, dann Instrukteurin des ZK. Roberta Gropper wurde im September 1930 im Wahlkreis Berlin als Abgeordnete in den Reichstag gewählt, dem sie bis Juli 1932 angehörte. Nach illegaler Arbeit emigrierte sie im Mai 1934 unter dem Decknamen Paula Brenner nach Paris, über Kopenhagen und Stockholm kam sie Ende Februar 1935 in die Sowjetunion, bei der IAH in Moskau beschäftigt. Im Mai 1935 starb ihr Mann Paul Langner, und sie war zunächst ohne Funktion, dann Redakteurin in der VAA. Im November 1937 wurde Roberta Gropper vom NKWD verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Lager verurteilt, wegen Zugehörigkeit zu einer »antisowjetischen Gruppierung« (Neumann-Remmele-Gruppe). Margarete Buber-Neumann, die mit Roberta Gropper u. a. deutschen Frauen im berüchtigten Moskauer NKWD-Gefängnis Butyrka inhaftiert war, schilderte in ihrem Buch »Als Gefangene bei Stalin und Hitler« eine beklemmende Szene. Auf die Frage von Roberta Gropper, ob Buber-Neumann nach der Entlassung über das in der Sowjetunion Geschehene im Ausland berichten würde, und sie antwortete, »daß das unsere Pflicht sei«, sagte Gropper: »Um Gottes willen, tue das nicht! Du darfst den Arbeitern nicht ihre Illusionen, nicht ihre Hoffnung rauben!« Nach ihrer Freilassung war Roberta Gropper Korrektorin an der »Roten Fahne« in der Autonomen Republik der Wolgadeutschen. Im September 1941 verbannt, überlebte sie in Sibirien als Hausangestellte und Schneiderin. 1947 konnte Roberta Gropper nach Berlin zurückkehren, wurde Mitglied der SED und zunächst Instrukteurin der Frauenabteilung des PV, anschließend bis 1949 Frauensekretärin der SED Groß-Berlin, dann von 1949 bis 1952 Vorsitzende des DFD Berlin und ab 1952 Direktorin der Sozialversicherung von Ost-Berlin, sie erhielt 1977 den Karl-Marx-Orden. Ihre Zeit im Gulag in der Sowjetunion wurde wie bei allen Überlebenden in der DDR verschwiegen, auch im Gropper-Porträt der Ost-Berliner Autorin Luise Dornemann von 1981. Roberta Gropper starb am 1. Februar 1993 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Groß, Ricco

* 22.8.1970

Geb. in Schlema (Erzgeb.); 1977 POS Bockau, 1978 POS Schwarzenberg, begann 1982 bei SG Dynamo Schwarzenberg mit Biathlon; 1983 KJS Altenberg bzw. SG Dynamo Zinnwald (Trainer Klaus Siebert); sechsmal DDR-Jugendmstr.; Junioren-WM: 1989: Team (Gold), Staffel (Bronze); 1990: Staffel (Gold); 1991 Bundeswehr (später Hauptfeldwebel), Wechsel zum SC Ruhpolding (Trainer Fritz Fischer); acht Olympiamedaillen: viermal Gold: Staffel (1992, 1994, 1998, 2006); dreimal Silber: Sprint (1992, 1994), Staffel (2002); einmal Bronze: Verfolgung (2002); neunmal WM: fünfmal Staffel (1991, 1995, 1997, 2003, 2004); dreimal Verfolgungsrennen (1999, 2003, 2004); einmal 20 km (1997); je vier WM-Silber- u. Bronzemedaillen; Gesamt-Weltcup Zweiter (1997/98), zweimal Dritter (2002/03, 2003/04); 1992 Silbernes Lorbeerblatt; Rücktritt 2007 u. Trainerausbildung Trainerakademie Köln; seit 2007/08 ARD-Experte Biathlon; lebt in Ruhpolding.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Große, Lea

* 12.5.1906 – ✝ 10.6.1997

Geb. in Tschenstochau (Russisch Polen / Częstochowa, Polen) in einer jüd.-orthodoxen Fam.; Vater Gerber u. Lederhändler; bis 1914 in Leipzig aufgew., zivilinterniert; Volksschule in Chemnitz, 1918 Realschule (mit Staatsstipendium); 1922 – 26 gymnast. Unterricht, später Balettunterricht u. Ausbildung als orthopäd. Gymnastiklehrerin in Chemnitz u. Leipzig; Arbeit in versch. Textilfabriken; 1925/26 Mitgl. des jüd. Wanderbundes Blau-Weiß; 1927 Austritt aus der Jüd. Gemeinde u. Mitgl. des KJVD; 1928 Mitgl. der erw. KJVD-BL Halle-Merseburg; 1929 Mitarb. des KJVD-UB Berlin-Osten; 1929 Mitgl. der KPD; 1929 in Wolfen verhaftet, Ausweisung aus u. Arbeitsverbot in Preußen; 1930 nach Moskau; 1930 – 32 Mitgl. der KPdSU; 1930 – 33 hauptamtl. Mitarb. der KJI in Moskau (»Gottfeld«), Ltr. des vertraul. Archivs; später Mitarb. im Westeurop. Büro; März 1933 Instrukteurin des ZK des KJVD in Berlin; Mitgl. der ersten illeg. kommunist. u. kath. Gruppe in Düsseldorf; anschl. illeg. pol. Arbeit in Berlin, Niederlande, Belgien u. Frankreich; Kurierdienste; Aug. 1934 in Düsseldorf verhaftet, 19 Mon. U-Haft in Düsseldorf u. Berlin; 1936 wg. »Vorber. zum Hochverrat« zu drei Jahren Haft verurteilt; 1936 – 38 Einzelhaft im Zuchthaus Jauer (Schles.); nach Polen (Chorzow) ausgewiesen; arbeitslos, Fabrikarb. u. Hauslehrerin in Radom bzw. Kattowitz (Polen); 1939 n. Lwow (UdSSR); kurzz. Reinemachefrau u. Apothekenhelferin im Hauptlazarett des NKWD; 1940 – 42 Mitarb. der KJI in Moskau; ab 1941 Red. des Jugendsenders Sturmvogel, der kurzz. nach Ufa evakuiert worden war; 1944 Sendeltr. am Sender Freies Dtl. in Moskau; Mitarb. d. Arbeitsgr. f. Jugendfragen beim PB d. ZK d. KPD in Moskau. Nov. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Nov. 1945 Red. im Mitteldt. Rundfunk, Landessender Dresden; 1946 Medaille für heldenmütige Arbeit im Großen Vaterländ. Krieg der UdSSR; Chefred. des Landessenders Dresden; 1949 – 53 in Prag; 1953 – 55 Kaderltr. des DEFA-Spielfilmstudios; 1955 Dramaturgin; 1956 PHS; danach erneut Dramaturgin; Sept. 1960 – Mai 1966 Chefred. am Dt. Soldatensender 935 (dieser Sender richtete sich an Bundeswehrsoldaten) bzw. Chefred. der 9. Abt. der Pol. Verw. des Min. für Nat. Verteidigung (zus. mit  Erhard Reichardt); 1964 Verdienstmedaille der NVA; 1976 VVO; 1981 Ehrenspange zum VVO; 1986 KMO. 1990 PDS; Rentnerin; verh. mit  Fritz Große; gest. in Berlin.Fritz der Rotgardist. Berlin 1971; Eine Inventur. Autobiogr. Berlin 1982. Mählert, U.: Kein Leben aus dem Geschichtsbuch. In: »Berliner Ztg.« vom 10.5.1996.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Großmann, Ernst

* 11.8.1911 – ✝ 21.2.1997

Geb. in Mohren (Krs. Hohenelbe, Nordböhmen/Javornik, Tschechien); Vater Landwirt; Volks- u. Bürgerschule; Ausbildung zum Molkereigehilfen; ab 1928 beschäftigt in der Molkereigenossenschaft Rokitnitz (ČSR); zwischenzeitl. 1931 – 33 Dienst im tschechoslowak. Heer; 1938 Sudetendt. Freikorps, SS, NSDAP, ab 1944 Angehöriger der 5. SS-Totenkopf-Standarte, 1944 SS-Unterscharführer. 1945 Zwangsumsiedl. der Familie in die SBZ; 1945/46 SPD/SED; VdgB, ab 1947 versch. VdgB-Funktionen; Neubauer in Merxleben (Krs. Langensalza, Thür.); 1950 Ausz. als Meisterbauer; Dez. 1950 beteiligt an der Bildung einer Liefergemeinschaft der Neubauern, die im Mai 1951 auf Druck der SED-Landesltg. als »verfrühte« LPG-Gründung aufgelöst wurde; Juni 1952 maßgebl. beteiligt an der Gründung der ersten LPG in der DDR u. bis 1965 Vors. der LPG »Walter Ulbricht« in Merxleben, deren Statut später als Grundlage für das Musterstatut der LPG Typ II diente; 1952 Kand. des ZK der SED; Mitgl. der SED-Delegation zum XIX. KPdSU-Parteitag; 1953 Held der Arbeit; 1954 – 59 Mitgl. des ZK der SED; zweijähriges Studium an der LPG-HS Meißen, Abschluß als Dipl.-Agronom; 1958 – 63 Abg. des Erfurter Bez.-Tags; nach Bekanntmachung der SS-Zugehörigkeit durch den U-Aussch. Freiheitl. Juristen in Berlin (West) im Juni 1959 strenge Rüge u. Ausschl. aus dem ZK der SED wegen »falscher Angaben über seine Vergangenheit«; 1965 – 82 Mitarb. der VdgB-Bäuerl. Handelsgenossenschaft Bad Langensalza; gest. in Bad Langensalza.Dok.-Film: Ernte in Merxleben (Regie: Erich Barthel) DEFA 1953; Schneider, A.: Erinnerungsbericht. In: Beiträge zur Geschichte Thür. Bd. III. Erfurt 1980; Schier, B.: Alltagsleben im »soz. Dorf«. Münster 2001; Joseph, D.: Nazis in der DDR. Berlin 2002.Siegfried Kuntsche

Handbuch Deutsche Kommunisten

Grosse, Hermann

* 28.5.1906 – ✝ 10.3.1986

Geboren am 28. Mai 1906 in Berlin, Sohn eines Briefträgers; Lehre und Arbeit als Maschinenschlosser. 1921 trat er dem DMV und der KJD bei, 1926 Mitglied der KPD. 1927 Wahl zum Kandidaten des ZK des KJVD. Hermann Grosse war Mitbegründer der Antifaschistischen Jungen Garde und Redakteur der Jugendzeitschrift »Der junge Antifaschist«. Von 1929 bis 1931 Redakteur an der »Roten Fahne«. 1931 Chefredakteur der »Arbeiter-Zeitung« in Mannheim und im November 1932 Chefredakteur des »Thüringer Volksblattes«. Im Februar 1933 Nachfolger von Walter Duddins als Polleiter der illegalen BL Thüringen, dann im Juli 1933 Orgleiter der BL Ruhrgebiet. Am 20. Oktober 1933 wurde Grosse verhaftet und im Juli 1934 durch das OLG Hamm zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Danach 1936/37 Werkzeugmaschinenschlosser in Berlin. Im September 1937 emigrierte Grosse in die âSR, 1938 über Polen und Dänemark nach Großbritannien. Hier fand er Arbeit als Schlosser und Planungsingenieur bzw. Betriebsleiter in London. Im August 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED. Ab September 1946 technischer Direktor, ab 1947 Chef der Hauptverwaltung landeseigener Betriebe Sachsens. 1948/49 Leiter der Hauptverwaltung Maschinenbau und Elektrotechnik der DWK und 1949/50 im Ministerium für Industrie, von 1955 bis 1958 Stellvertreter des Ministers für Schwermaschinenbau und von 1966 bis 1970 des Ministers für Verarbeitungs- und Fahrzeugbau. Er erhielt 1976 den Karl-Marx-Orden. Hermann Grosse starb am 10. März 1986 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Grote, Claus

* 8.8.1927

Geb. in Bückeburg (Niedersachsen); Vater Arbeiter; 1942 – 46 Berufsausbildung; Kriegsdienst u. amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 – 50 Bergarb. bei der Wismut AG; SED; 1950 – 53 Abiturlehrgang an der ABF Leipzig; 1953 – 58 Physikstudium an der HU Berlin; 1958 – 63 Mitarb. der Forschungsstelle für Physik hoher Energien der DAW in Zeuthen (b. Berlin), 1959 am Vereinigten Inst. für Kernforschung Dubna (UdSSR); 1963 Prom.; 1963 – 70 Ltg. der Abt. Blasenkammer im Zeuthener Inst.; 1970 Prof. der DAW; 1970 – 72 Stellv. des Präs. für Forschung u. 1972 – 90 Gen.-Sekr. der AdW (Nachf. von  Ernst August Lauter); 1974 Ord. Mitgl. der AdW; Vors. des Koordinierungskomitees für Erforschung u. Nutzung des Kosm. Raumes; Mitgl. der AdW der UdSSR; lebt in Berlin.Horst Kant

Wer war wer in DDR

Gries, Wilhelm

* 4.5.1894 – ✝ 22.9.1971

Geb. in Koblenz; Gymnasium, Abitur; Studium der Rechts- u. Staatswiss.; 1914 Kriegsfreiwilliger, 1915 – 20 franz. Kriegsgef.; 1920 Zentrumspartei; ab 1921 Redakteur am »Düsseldorfer Tageblatt«; 1928 – 33 stellv. bzw. Chefred. des Zentralorgans der Zentrumspartei »Germania«; 1934 – 38 Chefred. der »Saarbrücker Landesztg.« (Befürworter des Anschlusses des Saargebiets an Dtl.); 1938 – 45 Redakteur des in Berlin erscheinenden »Dienstes für Deutschland« (ein für das Ausland bestimmter tägl. Artikeldienst). 1945 CDU; 1945 zunächst stellv. Chefred., Jan. 1946 – Dez. 1947 Chefred. u. Lizenzträger des CDU-Zentralorgans »Neue Zeit« (Nachf. von Rudolf Pechel); Dez. 1947 Absetzung durch die SMAD (zus. mit  Jakob Kaiser u.  Ernst Lemmer) sowie Entzug der Lizenz; 1948 – 57 Chefred. der Ztg. »Der Tag« in West-Berlin; 1957 – 65 Chefred. der »Saarbrücker Ztg.«; 1961 Großes Bundesverdienstkreuz; gest. in Saarbrücken.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Grimm, Johannes (Hans)

* 7.2.1910 – ✝ 1.4.1995

Geb. in Zwickau; Vater Angest.; 1917 – 26 Schulbesuch in Zwickau, anschl. Schlosserlehre u. Laborantenausbildung an der Ingenieurschule Zwickau, 1929 Abschluß als Chemotechniker; danach bis 1931 Betriebschemiker in der Taschenlampenfabrik Tabarz; externes Studium an der MLU Halle u. der Univ. Leipzig, dort 1932 Begabtenabitur; 1932 – 35 Studium der Biologie an der MLU Halle, ab 1936 an der Univ. Kiel, dort 1937 Dipl. u. 1938 Prom. mit der Arbeit »Schädelproportionen u. absolute Größe in der Primatenreihe«; ab 1937 Ass. am Anthropolog. Inst. der Univ. Breslau, zugl. Studium der Medizin, 1943 Staatsexamen u. Prom.; anschl. Truppenarzt; 1945 Internierung. 1945 – 47 Ass. an der Kinderklinik der MLU Halle; 1947 Jugendarzt beim Gesundheitsamt Halle, zugleich Lehrtätigkeit an der MLU, dort 1950 Habil. mit »Untersuchungen über die körperl. Entw. bei den Schilddrüsenvergrößerungen der jungen Mädchen« u. Berufung zum Doz. für Soziale Medizin; letztere nicht wahrgenommen, da 1951 als Doz. für Anthropol. u. Konstitutionsbiol. an die HU Berlin berufen; dort ab 1952 Prof. mit Lehrauftrag für das Fach Anthropol., 1955 kommissar. Dir. des Inst. für Anthropol., 1958 Lehrstuhlinhaber; 1951 – 59 zugl. Dir. des Inst. für Sozialhygiene an der Akad. für Sozialhygiene, Arbeitshygiene u. ärztl. Fortbildung in Berlin-Lichtenberg; 1969 Virchow Med.; Hrdlicka-Med. der Tschechoslowak. Anthropolog. Gesell.; 1975 em.; gest. in Berlin. G.s Forschungen waren grenzüberschreitend u. breitgefächert von der histor. Anthropol. über die Entwicklungs- u. Konstitutionsanthropol. bis zum Schulgesundheitswesen sowie der Ehe- u. Sexualberatung; gehörte zu den schulenbildenden Pionieren anthropolog. Forsch. in der DDR.Einführung in die Anthropologie. Jena 1961. H. Greil: Nachruf für H. G. In: Anthropologischer Anzeiger (1996) 54; H. Ullrich: Johannes (Hans) Grimm 1910 – 1995. In: Mitteilungen der Berliner Gesell. für Anthropologie, Ethnologie u. Urgeschichte (1995) 16.Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Grimmer, Reginald Otto

* 1.5.1926 – ✝ 4.10.1994

Geb. in Leipzig; Vater Schlosser, Mutter Schneiderin; 1940 – 43 Ausbildung zum Dreher, im Beruf in Leipzig tätig; 1943 – 45 Truppführer, RAD; 1945 Arbeit als Schmelzer u. Schmied; sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. 1949 SED; VDJ; Sekr. der FDJ-KL Leipzig u. Vors. der Pionierorg. Leipzig; 1949 Ressortltr., Sekr. der FDJ-KL u. Vors. der Pionierorg. Leipzig; 1949/50 Sekr. für Agit.-Prop. der SED-KL Leipzig; 1950/51 Sektoren-Ltr. in der Abt. Agit. SED-LL Dresden; 1951/52 Instrukteur u. 1952 – 54 Sektorenltr. Rundfunk in der Abt. Agit. des ZK der SED; 1953 – 71 Mitgl. der Kommission für UNESCO-Arbeit der DDR; 1954/55 PHS der KPdSU in Moskau; 1955 – 62 stellv. Ltr. der Abt. Agit. des ZK der SED; 1962 – 81 Mitgl. der Agit.-Kommission beim PB; 1962 – 68 1. Stellv. Vors. u. 1968 – 71 Vors. des Staatl. Komitees für Rundfunk (Nachf. von  Gerhart Eisler); 1967 Mitgl. des ZV des VDJ, Mitgl. des Präs.; 1968/69 maßgebl. beteiligt am Geheimsender Vltava in Berlin bzw. Wilsdruff (b. Dresden), der gegen den »Prager Frühling« Prop. u. Desinforma- tion betrieb; ab 1969 stellv. Vors. des VDJ; ab 1971 Abg. der Stadtverordnetenvers. Berlin; 1971 – 88 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Berlin (Nachf. von  Hans Modrow); 1979 VVO; Dez. 1988 aus gesundheitl. Gründen ausgeschieden; ab 1981 Mitgl. der ZRK der SED; 1989 »Parteiveteran«; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Grodotzki, Hans

* 4.4.1936

Geb. in Preußisch-Holland (Ostpr./Pasłęk, Polen); Mai 1945 Aussiedl. nach Menterode (Thür.); 1942 – 51 Grundschule; 1951 – 54 Lehre als Bergmann im VEB Kali-Werk Volkenroda; begann als Tischtennisspieler, ab 1952 Fußballspieler bei der BSG Aktivist Menterode; Wechsel zur Leichtathletik, 1955 beim SC Aktivist Brieske-Senftenberg, Rückkehr nach Menterode nach einem halben Jahr; 1956 KVP/NVA; 1956 – 58 beim ASK Vorwärts Erfurt (Trainer Erich Bock); 1956 DDR-Juniorenrekord 5.000 m (14:18,0); Herbst 1958 Wechsel zum ASK Vorwärts Berlin (Trainer Curt Eins); 1957 – 62 17 Länderkämpfe; 1960 Silber bei den Olymp. Spielen über 5.000 m u. 10.000 m; 1958 Sieger beim SATUS-Cross Genf, Bronze bei der SKDA-Spartakiade 10.000 m; 1959 DDR-Mstr. 5.000 m u. Sieger 3.000 m Kusociński-Memorial in Warschau; 1960 DDR-Mstr. im Waldlauf 7.500 m; 1960 u. 1961 2. Platz beim Silvesterlauf von São Paulo; 1959/60 dreimal DDR-Rekord 10.000 m (Bestleistung 1960 in Rom 28:37,0 min); 1960 VVO; 1962 Achillessehnenriß; 1964 Heirat mit der Turnerin Karin Jorcik; 1965 offz. Verabschiedung mit 800-m-Lauf in Menteroda; 1964 – 69 Studium an der PH Potsdam, Dipl.-Sportlehrer; 1969 – 81 Trainer bzw. Mitarb. beim ASK Vorwärts Potsdam; 1981 Abschied als Major; 1981 – 90 Zivilbeschäftigter. 1990 – 95 Angehöriger der Bundeswehr; 1991 Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis; seit 1995 Angest. bei Germania Flugring; 2000 Mitgl. des WSV Oberhof, Ehrenmitgl. des FC Rot-Weiß Erfurt, 2002 Mitgl. des FC Schalke 04; lebt in Potsdam.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Gröllmann, Jenny

* 5.2.1947 – ✝ 9.8.2006

Geb. in Hamburg; Vater Bühnenbildner, Mutter Theaterfotografin; 1949 Übersiedl. der Fam. nach Schwerin; 1953 – 55 Schulbesuch in Schwerin, 1955 – 63 in Dresden; zugl. 1961 Debüt in der Hauptrolle des Brecht-Stücks »Die Gesichte der Simone Machard« am Dresdner Theater; 1963 – 66 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin; 1966 – 92 Engagement am Maxim-Gorki-Theater Berlin, zunächst in kleineren Rollen; ab 1967 zunehmend Rollen auch in DEFA- u. vor allem Fernsehfilmen; nach dem Debüt im Episodenfilm »Geschichten jener Nacht«; bei der DEFA: 1968 in »Ich war neunzehn« (R:  Konrad Wolf), 1971 »Kennen Sie Urban« (R: Ingrid Reschke, auch Drehbuch zus. mit  Ulrich Plenzdorf), 1977 »Die Flucht« (R.:  Roland Gräf), 1981 »Dein unbekannter Bruder« (R.:  Ulrich Weiß), 1985 »Hälfte des Lebens« (R.: Herrmann Zschoche); im Fernsehen: Hauptrollen in mehreren Teilen von »Polizeiruf 110« (u. a. 1972 »Die Maske«, 1978 »Bonnys Blues«, 1983 »Die Spur des 13. Apostels«, 1984 »Draußen am See«, 1987 »Unheil aus der Flasche«, 1988 »Flüssige Waffe«) sowie in der TV-Reihe »Der Staatsanwalt hat das Wort« (1982 »Hoffnung für Anna« u. a.) u. in »Die Birke da oben« (1979), »Es geht einer vor die Hunde« (1983), in der Fontane-Verfilmung »Die Poggenpuhls« (1984); 1969 Geburt der Tochter Jeanne (Vater Thomas Goguel), 1973 Heirat mit dem Regisseur Michael Kann, 1984 – 90 verh. mit dem Schauspieler  Ulrich Mühe, 1985 Geburt der Tochter Anna Maria; 1974 Ernst-Zinna-Preis der Stadt Berlin (Ost). Ab 1992 freischaff. Schauspielerin; Gastengagements an Renaissance- u. Schlosspark-Theater in Berlin sowie an den Hamburger Kammerspielen, bis 2005 in zahlr. Fernsehrollen, u. a. in TV-Serien: 1994 an der Seite von  Manfred Krug in »Liebling Kreuzberg« (ARD), 2002 in »Im Visier der Zielfahnder« (Sat.1), zuletzt 2005 in »Sturm der Liebe« (ARD); Krebserkrankung; 2001 bzw. 2006 Vorwürfe der IM-Tätigkeit für das MfS, per Gerichtsbescheid vom 18.4.2008 untersagt; 2004 Heirat mit dem Filmarchitekten Claus-Jürgen Pfeiffer; gest. in Berlin. Porträt: »Ich will da sein – J. G.« Dokumentarfilm von Petra Weisenburger, 2008.Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Grönsfelder, Karl

* 18.1.1882 – ✝ 20.2.1964

Geboren am 18. Januar 1882 in Frankfurt/M. als Sohn einer Köchin und eines Dieners und Kutschers, verbrachte die Kindheit bei den Großeltern im württembergischen Landstädtchen Bartenstein; lernte Mechaniker und arbeitete von 1900 bis 1903 in Frankfurt, Köln und anderen Orten. 1903 Übersiedlung nach Nürnberg, wo er bis zu seinem Tode wohnte. Im Jahre 1908 trat Grönsfelder der SPD und dem Metallarbeiterverband bei. Von 1910 bis 1913 gehörte er zum Zirkel junger Genossen, die sich mit sozialistischer Literatur befaßten und Anhänger Rosa Luxemburgs waren. Während des Krieges als Mechaniker reklamiert, schloß er sich 1917 der USPD an und wurde 1919 einer der Mitbegründer der KPD (Spartakusbund) in Nürnberg. 1920 Betriebsrat und Delegierter des III. KPD-Parteitags. Nach der Vereinigung mit der USPD Mitglied der Bezirksleitung der KPD Nordbayern, dann von 1921 bis 1924 Vorsitzender der BL. Auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 in die Gewerkschaftskommission delegiert und auf diesem Parteitag auch in den ZA gewählt. Als Nachfolger von Otto Graf zog er 1923 in den Bayerischen Landtag ein, 1924 als Abgeordneter gewählt, blieb er bis 1928 in diesem Parlament. Im Juni 1924 wegen Weiterführung der verbotenen KPD festgenommen, einige Zeit in »Schutzhaft«. 1925 führte er – neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter – als Instrukteur den UB Augsburg; 1926 Landessekretär der KPD und nach Ablauf der Legislaturperiode Sekretär für Gewerkschaftsfragen bei der BL Nordbayern. Im Februar 1930 wurde Grönsfelder aus der KPD ausgeschlossen, da er gegen den RGO-Kurs und die Thesen vom »Sozialfaschismus« aufgetreten war. Danach Mitglied der KPO, für diese bis 1933 aktiv. Im April 1933 von der Gestapo verhaftet, kam er bis 1935 ins KZ Dachau. Bis 1937 erwerbslos, dann Mechaniker. Grönsfelder trat 1946 wieder der KPD bei, 1947 in die BL Bayern gewählt, aber 1949 als Titoist und Brandler-Anhänger erneut ausgeschlossen. Danach Mitglied der Gruppe Arbeiterpolitik, in der er bis zu seinem Tode einen Zirkel leitete. Karl Grönsfelder starb am 20. Februar 1964. Seine Frau Emma Grönsfelder (* 3. 1. 1883 – †10.11. 1967) machte seit 1918 sämtliche Etappen seiner politischen Laufbahn mit. Sie war Delegierte des VII. Parteitags 1921. 1933 verhaftet, saß Emma Grönsfelder von April bis September 1933 in »Schutzhaft« im Zuchthaus Aichach.

Wer war wer in DDR

Groß, Alfred

* 22.5.1945

Geb. in Berlin; Vater Lehrer; OS; 1960 FDJ; 1959 – 62 Ausb. zum Landwirt, Meisterabschluß; 1964 – 67 Instrukteur der FDJ-KL Brand-Erbisdorf; 1965 SED; 1967 Lehrgang an der BPS; 1968 2. Sekr., 1969 – 72 1. Sekr. der FDJ-KL Brand-Erbisdorf; 1972 stellv. Ltr., dann Abt.-Ltr. im ZR der FDJ; 1978 Studium an der PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1979 – 89 Mitgl. des ZR der FDJ u. des Büros; 1982 – 89 Sekr. des ZR der FDJ; VVO; Nov. 1989 Ltr. der Abt. Parteibetriebe, Druckereien, Verlage u. Gebäude des ZK der SED (Nachf. von  Günter Glende).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Groschopp, Richard

* 19.2.1906 – ✝ 8.7.1996

Geb. in Kölleda (Krs. Sömmerda); Vater Wirt, Mutter Köchin; Volksschule; Ausbildung zum Konditor; ab 1929 Schmalfilmamateur; Preise auf nat. u. internat. Filmwettbewerben; ab 1936 hauptberufl. Kameramann u. Regisseur bei einer Dresdener Werbefilmfirma; 1936 Kameramann bei Leni Riefenstahls »Olympia«-Film. 1946 Regisseur, Kameramann, Cutter bei der DEFA-Wochenschau »Der Augenzeuge« in Dresden; ca. 100 Kurzfilme; 1950 – 71 Regisseur im DEFA-Studio für Spielfilme Potsdam-Babelsberg; Debüt 1951 mit »Modell Bianka«; 1953 – 58 etwa 50 satir. Kurzspielfilme der von ihm mitbegr. Reihe »Das Stacheltier«; Spielfilme vor allem im Krimi- u. Komödiengenre, u. a. 1958 »Sie kannten sich alle«; 1959 Kunstpreis der DDR; 1959 »Ware für Katalonien«, 1960 »Die Liebe u. der Co-Pilot«, 1962 »Die Glatzkopfbande«, 1963 »Carl v. Ossietzky« (TV), 1967 »Chingachgook, die große Schlange«, der zweite DEFA-Indianerfilm; langjähriger Präs. des Nat. Zentrums für Amateurfilme der DDR; 1955 – 60 Chefred. der Ztschr. »Film für alle«; gest. in Kleinmachnow.Ralf Schenk / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Große, Ludwig

* 27.2.1933

Geb. in Zeutsch (Saale); Vater Pfarrer; 1951 – 56 Studium der Theol. an der FSU Jena, anschl. Vikar in Kahla; 1957 – 70 Pfarrer in Tannroda (Ilm, Krs. Weimar); 1959 Mitgl. der Luth. Bekenntnisgemeinschaft in Thür., die sich für eine Beendigung des »Thür. Wegs« (bes. kooperative Beziehungen zum Staat) engagierte; 1960 Mitgl. im »Landesbruderrat«; 1966 Wahl in die Thür. Landessynode; 1970 – 88 Superintendent in Saalfeld; ab 1973 Mitgl. der Synode des Bunds der Ev. Kirchen der DDR (BEK); 1977 – 89 Mitgl. der Konferenz der Ev. Kirchenltg.; Arbeitsschwerpunkte: Frieden, Menschenrechte, Ökol.; Mitautor von Stellungnahmen der Bundessynoden zu Pol. u. Ges., ab 1977 Teiln. an themat. Gesprächen zwischen der Kirchenltg. u. der DDR-Reg.; 1979 öffentl. Kontroversen um den »friedensgefährdenden« Charakter der TV-Sendung »Der schwarze Kanal« von  Karl-Euard von Schnitzler sowie um »Rassismus«-Vorwürfe an die Politiker der DDR; ab 1980 Vors. der Luth. Bekenntnisgem. u. Mitgl. der Konsultationsgr. zwischen BEK u. EKD für Friedensfragen u. öffentl. Verantw., Autor der »Ordnung der Friedensgebete« für BEK u. EKD; Mitarb. an Friedensgebeten u. 1981 an der Vorber. der ersten »Umweltsynode« in Thür.; 1989 Moderator am Thür. Runden Tisch Bildung in Erfurt. 1990 Mitgl. im Vorbereitungsaussch. für das Land Thür., Arbeitsgr. Bildung u. Erziehung; Mitbegr. u. Vorstandsmitgl. der Gemeinschaft der christl. Lehrer u. Erzieher u. der Gemeinschaft Christl. Eltern; 1992 Mitgl. der EKD-Synode; 1998 Mitgl. des Beirats des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Seit 1968 regelmäßige Mitarb. am Andachtsbuch »Haltet uns bei festen Glauben«, an Rundbriefen der Luth. Bekenntnisgem.; Publ. zu ges.- u. kirchenpol. Themen, sowie zur Aufarbeitung des Stasiproblems der Kirchen; religiöse Rundfunksendungen.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Großmann, Werner

* 9.3.1929

Geb. in Ober-Ebenheit (Krs. Pirna), Vater Zimmermann, Mutter Küchenhilfe; OS (ohne Abschluß); 1945 Volkssturm. Ausbildung zum Maurer; 1947 – 49 Vorstudienanstalt, Abitur; 1949 – 51 Studium, dann FDJ-Sekr. an der TH Dresden (ohne Abschluß); 1952 Besuch der Schule des Inst. für Wirtschafts-Wiss. Forschung (IWF, Vorläufer der HV A); 1953 Mitarb. in der HA I (Spionage im Staatsapp. der Bundesrep. Dtl.); 1954 HA II (Militärspionage); 1956 stellv. Ltr. der HV A-Abt. IV (Militärspionage), 1958 der HV A-Abt. 1 (Spionage im Staatsapp. der Bundesrep. Dtl.), 1959 wieder HV A-Abt. IV, 1962 Abt.-Ltr.; 1966/67 Besuch der PHS der KPdSU in Moskau; 1969 – 72 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1975 stellv. Ltr., 1983 1. Stellv. des Ltr. der HV A; 1980 VVO; 1986 stellv. Min. u. Ltr. der HV A (Nachf. von  Markus Wolf); 1989 Gen.-Oberst; 1990 Entlassung; Rentner; 3.10.1990 Verhaftung, kurzztg. U-Haft, Anklage wegen Agententätigkeit u. Landesverrat, 15.5.1995 auf Beschluß des BVG Einstellung des Verfahrens.Bonn im Blick. Die DDR-Aufklärung aus der Sicht ihres letzten Chefs. Berlin 2001. Müller-Enbergs, H.: Die Nachrichtendienstschule. Berlin 2006.Jens Gieseke / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Grossman, Victor

* 11.3.1928

Geb. in New York City (USA) als Stephen Wechsler; Vater Kunsthändler, Mutter Bibliothekarin; Schule in u. um New York; 1942 Mitgl. der Young Communist League; 1945 Mitgl. der KP der USA; 1945 – 49 Studium, 1949 Dipl. der Harvard University; Transportarb.; 1951 Einberufung in die US-Armee, stationiert in Bayern; nach der Aufforderung, als Linker vor einem amerik. Militärgericht zu erscheinen, Flucht in die sowj. besetzte Zone Österreichs am 12.8.1952, um von dort in die UdSSR zu gelangen, dann über die ČSSR nach Potsdam; dort zwei Monate in sowj. Gewahrsam; zwecks Schutzes der (in den USA verbliebenen) Familie Annahme einer neuen Identität als Victor Grossman; bis 1954 in einem offenen Lager für westl. Deserteure in Bautzen, dort Transportarb. im VEB Waggonbau; Kulturltr. eines Klubs für Ausländer; Sonderlehre als Dreher; 1954 – 58 Studium der Journalistik an der KMU Leipzig; 1958 Lektor beim Verlag Seven Seas Publishers in Berlin; 1959 – 63 Mitarb. am englischspr. »German Democratic Report«, hrsg. von John Peet; 1963 – 65 bei Radio Berlin International, Red. Nordamerika; 1965 – 68 Ltr. des Paul-Robeson-Archivs an der AdK; ab 1968 freischaff. Journalist, Dolmetscher, Übersetzer, Englischlehrer; zahlreiche Vorträge, u. a. über die amerik. Bürgerrechtsbewegung u. das Leben in den USA; Engagement in der dt. Solidaritätsbew. für den afroamerikan. Journalisten Mumia Abu-Jamal. 1994 erste Reise (nach der Flucht) in die USA, nach einer Anhörung offizielle Entlassung aus der US-Armee; mehrere USA-Reisen; lebt in Berlin.Nilpferd u. Storch. Berlin 1965; Von Manhattan bis Kalifornien. Berlin 1974; Per Anhalter durch die USA. Berlin 1976; Der Weg über die Grenze. Berlin 1985; If I Had A Song – Lieder u. Sänger der USA. Berlin 1988; Crossing the River. Amherst 2003 (Autobiogr.); Madrid, du Wunderbare. Ein Amerikaner blättert in der Geschichte des Spanienkrieges. Schkeuditz 2006.Rainer Bratfisch

Wer war wer in DDR

Grote, Heinz

* 31.3.1925

Geb. in Bückeburg (Niedersachsen); Vater Arbeiter; OS, Abitur; 1943 RAD, 1943 – 45 Wehrmacht, Fw.; amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 SED; 1946 – 48 Red.-Volontariat beim Berliner Rundfunk; 1948 – 54 hier Ltr. des Jugendfunks; 1953 – 60 Journalistikfernstu- dium an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1954 – 90 ltd. journalist. Tätigkeit beim DFF, 1954 – 64 stellv. Ltr. u. Chefred. der »Aktuellen Kamera«; 1964 – 68 Chefred. für Reportagen u. Dokumentationen; 1968 – 74 Mitgl. der Kommentatorengr.; 1974 – 77 Korrespondent des DFF in der Bundesrep. Dtl.; 1977 – 83 stellv. Chefred. der »Aktuellen Kamera«; 1984 – 89 stellv. Vors. des Staatl. Komitees für Fernsehen, Ltr. der Publizistik, 1990 Bereichsltr.; vertrat gelegentl. den Kommentator  Karl-Euard von Schnitzler in »Der schwarze Kanal«; 1966 – 90 Doz. für Theorie u. Praxis der Fernsehjournalistik an der KMU Leipzig; 1972 – 90 Präs.-Mitgl. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden, 1972 – 74 Vizepräs. des Verb.; 1979 – 84 Kand. der SED-BL Berlin; 1990 Rentner; lebt in Berlin.Über die erzieher.-pol. Funktion der Aktuellen Kamera. Berlin 1960; K.-E. v. Schnitzler: Frühe Denkanstöße. Fundsachen aus dem Archiv. Berlin 2008 (Hrsg.).Bernd-Rainer Barth