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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Handke, Heinz

* 25.1.1927 – ✝ 2.9.2003

Geb. in Stannowitz (Krs. Ohlau, Oberschles./ Stanowice, Polen); Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; 1943 Bürogehilfe, 1943/44 RAD, 1944/45 Wehrmacht, 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1949 Rückkehr nach Dtl., Chemiearb.; Eintritt in die DVP, 1949/50 Offiziersschüler bzw. Zugführer an der VP-Schule Naumburg, 1950 Abt.-Ltr. in der VP-Bereitschaft Halle; 1951 Offiziershörer an der VP-Schule Kochstedt; 1951 Adjudant beim Chef der KVP; 1952 SED; 1952/53 Stabschef, anschl. Kdo-Ltr. der VP-Bereitschaft Leipzig; 1953/54 Offiziershörer u. 1954 – 57 Fachlehrer für Taktik an der HS für Offiziere in Dresden, 1957 – 61 Offiziershörer an der Militärakad. »M. W. Frunse« in der UdSSR; 1961 – 64 Regt.-Kdr. u. 1964 – 67 Stellv. des Kdr. u. Stabschef der 11. Mot.-Schützendiv.; 1967 – 69 Offiziershörer an der Militärakad. des Generalstabs der Streitkräfte der UdSSR, Dipl.-Militärwiss.; 1969 – 72 Kdr. der 11. Mot.-Schützendiv. in Halle (Nachf. von Erich Dirwelis); 1970 Gen.-Major; 1972/73 Stellv. des Chefs Militärbez. Leipzig u. Chef Ausbildung, 1973 – 76 Chef. des Militärbez. Leipzig (Nachf. von  Hans Ernst); 1976 Gen.-Ltn.; 1978 – 82 Stellv. des Chefs der Landstreitkräfte (Nachf. von Werner Winter) u. 1982 – 88 Hauptinspekteur der NVA (Nachf. von  Helmut Borufka), VVO.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Hanke, Helmut

* 5.11.1932 – ✝ 7.12.2015

Geb. in Herrnskretschen (Krs. Tetschen, ČSR/ Hřensko, Tschechien); Vater Flößer; 1938 – 45 Hauptschule, durch Kriegsende abgebrochen; Aussiedlung. 1945 SBZ; 1946 – 49 Ausbildung zum Schriftsetzer, 1949/50 im Beruf tätig; 1950 – 52 Lehrer an versch. FDJ-Schulen; 1951 SED; 1953 hauptamtl. FDJ-Funktionär; 1954 – 59 Lehrauftrag an der BPS Potsdam; 1959 – 61 Sekr. der SED-KL Potsdam; 1959 – 61 Fernstudium der Ges.-Wiss. an der PHS, Dipl. Ges.-Wiss.; 1961 – 65 Aspirantur am IfG, 1965 Dr. phil.; 1965 – 68 Mitarb. der SED-BL Potsdam, Abt. Kultur; 1969 – 77 Assistent u. Doz. an der AfG beim ZK der SED; ab 1977 Prof. für Kulturtheorie an der AfG; Mitgl. des Präs. des Komitees für Unterhaltungskunst beim Min. für Kultur; Juni 1986 Parteiverfahren u. Entlassung aus der AfG; Rede- u. Schreibverbot wegen seiner Kritik an der Medienpol., Baupol. u. Anti-Perestroika-Haltung der Parteiführung; 1987 – 91 Prof. an der HS für Film u. Fernsehen Potsdam-Babelsberg.Soz. Kulturrev. Berlin 1977; Kulturpol. Wörterbuch. Berlin 1978 (Hrsg.); Freizeit in der DDR. Berlin 1979. Groschopp, H: Auf der Suche nach dem histor. Subjekt für sozialist. Kultur – Erinnerungen an die Arbeiterkulturforschung in der DDR. In: Kulturation (2006) 1.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hans, Willy

* 20.7.1905 – ✝ 4.11.1988

Geboren am 20. Juli 1905 in Berlin. Sohn einer Arbeiterfamilie; Bürobote, Hilfsschlosser und Revolverdreher. Er trat 1919 in die FSJ und 1924 in die KPD ein, Polleiter der KJD in Berlin-Moabit und Mitglied der RJ. 1926 Teilnehmer am KJVD-Reichskongreß in Hamburg. Von November 1930 bis Ostern 1931 Kursant an der M-Schule der Komintern in Moskau. Danach Orgleiter für den Bezirk Nordwest der KPD. Ab 1932 Instrukteur der Orgabteilung der BL Berlin-Brandenburg. Ab Februar 1933 illegal tätig als persönlicher Kurier von Arthur Vogt. Hans wurde Mitte April 1933 verhaftet und am 21.Februar 1934 vom Reichsgericht in Leipzig zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt (Prozess A. Vogt, Ewald Blau). Nach der Freilassung wieder illegale Arbeit, deshalb im April 1937 für einige Wochen im KZ Sachsenhausen. Nach erneuter Festnahme im September 1939 saß er bis April 1941 als Häftling im Berliner Gestapogefängnis. Ab Juli 1941 in der Strafeinheit 999, Anfang Mai 1945 geriet Hans in jugoslawische Kriegsgefangenschaft und leitete dort einen Antifa-Ausschuß. Im Mai 1946 entlassen, Rückkehr nach Deutschland. Mitglied der SED und Mitarbeiter im FDGB-Bundesvorstand, zuletzt Vorsitzender des FDGB-KV Handel, Nahrung und Genuß in Berlin-Pankow. Willy Hans starb am 4. November 1988 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Hansen, Georg

* 9.3.1903 – ✝ 11.5.1976

Geb. in Köln; Vater Buchbinder, Mutter Pelznäherin; 1917 – 22 Arbeit in den Draht- u. Rohrzieher Messingwerken in Köln; 1919 DMV; Nov. 1919 KPD; sympathisierte 1921/ 22 mit der Gruppe um Paul Levy; 1922/23 Hemmschuhleger bei der DR; April 1923/24 Volontär in der Ztg. »Soz. Rep.« in Köln; Anf. 1924 Red. des »Rhein-Ruhr-Pressedienstes« Düsseldorf; Mai 1924/25 Red. der Ztg. »Ruhr-Echo«; Anf. 1925 wegen Opp. zur Linie von Ruth Fischer zeitw. Ausschl. aus der KPD; Ende 1926/27 Mitarb. im ZK der KPD; Red. illeg. antimilitarist. Publ.; 1927 erneuter Parteiausschl., im gleichen Jahr wieder Mitgl.; Juni 1927 Einsatz für die GRU in Großbritannien; Nov. 1927 Verhaftung u. im Jan. 1928 wegen »Spionage« zu zehn Jahren Zuchthaus (Convict Prison Maidstone) verurteilt; Aug. 1935 vorfristige Entlassung; reiste über Paris nach Moskau; 1935/36 Übersetzer u. Red. im Apparat der RGI; Jan. 1936 Übersetzer u. Red. im EKKI; erhielt am 16.7.1937 von der IKK des EKKI wegen »Aufrechterhaltung von Verbindungen mit verdächtigen Personen« eine Rüge u. wurde aus dem KI-Apparat entlassen, danach erneut Mitarb. der KI; ab Sept. 1941 Chefred. des Dt. Volkssenders; Okt. 1941 Evakuierung nach Ufa; Anf. 1943 Mitgl. der von der KPD-Führung initiierten Arbeitsgr. über Bauern- u. Prop.-Fragen u. zur Bearbeitung der Fragen wichtiger Bez. Dtl.-Rheinl./Pfalz; 1944 Mitarb. in einer Arbeitskommission zur Ausarbeitung des Nachkriegsprogramms der KPD, Mitgl. der Unterkommission für Wirtschaftsfragen; verh. mit einer Sowjetbürgerin. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Juni 1945 Red. u. Juli/Aug. 1945 Chefred. der »Dt. Volksztg.«; Aug. 1945/46 Gründer u. Chefred. der »Sächs. Ztg.« (Dresden); März 1946 Gründer u. anschl. Ltr. von ADN; 1952 heftige Kritik der BPO an seinem Arbeitsstil; Dez. 1952 – 55 Ltr. der Abt. Presse u. Rundfunk des ZK der SED; April 1955 – Okt. 1969 Mitgl. des Red.-Kolleg. u. Juni 1955 – März 1962 stellv. Chefred. des »Neuen Dtl.«; Mitgl. der Außenpol. u. Agit.-Kommission beim PB des ZK der SED; 1960 VdN; 1963 VVO; 1968 KMO; 1969 Rentner; gest. in Berlin.Macartney, M.: Walls have mouths. London 1936; Peet, J.: Der Spion, der keiner war. Zürich, Wien 1991; Tischler, C.: Flucht in die Verfolgung. Münster 1996.Peter Erler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hark, Joseph

* 22.5.1875 – ✝ 15.4.1945

Geboren am 22. Mai 1875 in Bochum als zweites von neun Kindern eines Bergmanns; zunächst in einer Spinnerei tätig, dann Bergmann, Übersiedlung ins Aachener Kohlerevier. Um die Jahrhundertwende trat Hark dem Bergarbeiterverband bei, 1906 auch der SPD. Wegen der Haltung der SPD im Krieg trat er 1915 aus der Partei aus, schloß sich 1917 der USPD an und ging mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Bis 1926 Bergarbeiter, dann Invalide, war Hark 1924 Reichstagskandidat der KPD (nicht gewählt) und Redakteur der »Arbeiterzeitung« in Aachen, Mitglied der UBL Aachen und der erweiterten BL Niederrhein. Auf dem Essener XI. Parteitag 1927 wurde er als Arbeiter zum Kandidaten des ZK gewählt. Hark sympathisierte mit den Versöhnlern, wurde 1929 nicht wieder ins ZK berufen, blieb aber bis 1933 für die KPD aktiv, November 1929 Gemeindeverordneter in Kohlscheid und Mitglied des Kreistages Aachen-Land. Um der Festnahme zu entgehen, emigrierte er 1937 nach Holland. Dort nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1940 verhaftet, am 14. Januar 1941 vom OLG Hamm zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Ende 1942 aus dem Zuchthaus Siegburg entlassen, er kehrte nach Kohlscheid bei Aachen zurück. Anläßlich der Aktion »Gewitter« am 20. August 1944 erneut festgenommen, ins KZ Oranienburg verschleppt und 1945 noch ins KZ Bergen-Belsen überführt. Dort kam Joseph Hark am 15.April 1945 ums Leben.

Wer war wer in DDR

Hartenhauer, Christian

* 2.5.1948

Geb. in Chemnitz; Vater Textilarb.; Grund- u. Oberschule mit Berufsausbildung zum Dreher, Abitur; 1966 – 1970 Stud. der Wirtschaftswiss. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Ök.; 1968 SED; 1970 – 73 Forschungsstud. an der HfÖ, Prom. mit der Arbeit »Rationalisierung der Rechtsanwendung auf dem Gebiet des internat. Wirtschaftsrechts mittels elektron. Datenverarbeitung«; 1974 Mitarb. im Min. für Außenhandel der DDR; 1975 / 76 NVA; ab 1976 hauptamtl. FDJ-Funktionär im Min. für Außenhandel; 1977 – 82 1. Sekr. der FDJ-KL Berlin-Mitte; 1982 / 83 Stud. an der AfG beim ZK der KPdSU in Moskau; anschl. polit. Mitarb. in der SED-KL Berlin-Pankow; 1985 stellv. Abt.-Ltr. Kultur beim Magistrat von Berlin, 1986 – Jan. 1990 Mitgl. des Magistrats u. Stadtrat für Kultur; Jan. – Mai 1990 OB von Berlin (Nachf. von  Erhard Krack); anschl. in der freien Wirtschaft tätig.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Hartling, Gunar

* 5.3.1930 – ✝ 31.5.2005

Geb. in Chemnitz; Vater Kraftfahrer; Volksschule; 1945 Ausbildung zum Forstarb., danach im Forstamt Döbeln; 1948 SED; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Rochlitz; 1954 Abt. III (Wirtschaft) der BV Karl-Marx-Stadt; 1956 stellv. Ltr., 1958 Ltr. der Abt. III; 1960 – 65 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1976 Ltr. der Abt. XIII (Rechenzentrum) des MfS Berlin; 1977 Oberst; Dez. 1989 von seiner Funktion entbunden; Jan. 1990 Entlassung, Rentner; gest. in Berlin.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Hartung, Fritz

* 12.1.1883 – ✝ 24.11.1967

Geb. in Saargemünd (Elsass-Lothringen); Vater preuß. Ministerialbeamter; 1905 Prom. bei Otto Hintze an der Univ. Berlin mit einer Arbeit über die preuß. Verw. in Ansbach-Bayreuth von 1792 – 1806; 1910 Habil. an der Univ. Halle mit einer Arbeit über Karl V. u. die dt. Reichsstände von 1546 – 55; 1915 nichtbeamteter a. o. Prof. an der Univ. Halle; 1915 – 18 Militärdienst; 1918 – 22 an der Univ. Halle; 1922 – 23 ord. Prof. an der Univ. Kiel; 1923 – 48 ord. Prof. an der Univ. Berlin (Nachf. Otto Hintze auf dem Lehrstuhl für Verfassungs- u. Verw.-Geschichte, Wirtschaftsgeschichte u. Pol.); 1925 – 58 Hrsg. der »Jahresberichte für dt. Geschichte«; 1932 – 34 Dekan der Philosoph. Fak. der Univ. Berlin; 1939 Ord. Mitgl. der Preuß. AdW. 1945 – 46 Dekan an der Univ. Berlin; 1945 – 52 Sekr. der Philosoph.-hist. Kl. bei der Akad.; 1948 Em. aus grundsätzl. Erwägungen, ging aber trotz Drängens (z. B. von Friedrich Meinecke) nicht an die gerade gegr. FU Berlin; 1953 legte H. seine Funktionen in der Akad. außer der des Hrsg. der »Jahresberichte« nieder; bis 1967 Mitgl. der DAW; gest. in Berlin (West). Nach 1945 bemühte sich F. H. um Vermittlung zwischen Ost- u. Westdtl., bis er schließl. in den 50er Jahren resignierte; sein Engagement wurde von dt. Historikern sowohl begrüßt als auch kritisiert; H. galt als einer der führenden dt. Historiker im 20. Jh.; grundlegende Arbeiten publizierte er zur dt. u. europ. Verfassungsgeschichte, zur preuß. Verw.-Geschichte u. zur pol. Geschichte der Neuzeit.Dt. Verfassungsgeschichte in der Neuzeit. Leipzig 1914; Dt. Geschichte von 1871 – 1919. Leipzig 1920. Schochow, W.: Ein Historiker in der Zeit. In: Jb. für die Geschichte Mittel- u. Ostdtl. (1983) 23; ebenda (1954) 3. (Bibl.); ebenda (1968) 16/17 (Bibl.); Forschungen zu Staat u. Verfassung. Fs. F. H. Berlin 1958.Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Harzheim, Willi (Wilhelm)

* 6.4.1904 – ✝ 27.12.1937

(* 1904 – † 1937) Geboren am 6. April 1904 in Horst-Süd/Gelsenkirchen, Sohn eines Bergmanns. Mit 14 Jahren selber Bergmann, trat 1920 in die USPD und 1923 in die KPD ein, UB-Leiter von Buer und Mitglied der engeren BL Ruhr. Ab 1929 Veröffentlichungen in der KPD-Presse, wurde Mitglied der Berliner Ortsgruppe des BPRS, dann Vorstandsmitglied und führte bereits ab 1930 die Korrespondenz der Zentrale des Bundes. Als junger Autor trat Harzheim gemeinsam mit Hans Marchwitza und Erich Weinert in KPD-Veranstaltungen auf. Von Johannes R. Becher gefördert, fuhr er 1930 neben diesem, Egon Erwin Kisch und Anna Seghers als Mitglied der 14köpfigen deutschen Delegation des BPRS zur II. Internationalen Konferenz proletarischer und revolutionärer Schriftsteller nach Charkow. Redaktionssekretär der Zeitschrift des BPRS »Linkskurve«; heiratete 1932 Nora Shapiro (*1910 – †1990). Harzheim half Becher 1933 bei der Flucht aus Deutschland. Er selber reiste mit seiner Lebensgefährtin Reni Begun über Danzig in die Sowjetunion, wurde als Politemigrant anerkannt und arbeitete als Polit- und Kulturleiter bei deutschen Arbeitsemigranten in Westsibirien. Dort schuf er eine deutsche Theatergruppe und startete im Sommer 1935 eine große Tournee. Sein letzter Leserbrief »Wir wollen uns Ernst Thälmann würdig erweisen« wurde am 23. September 1937 noch in der DZZ gedruckt, aber zwei Monate später, am 20. November 1937, wurde er vom NKWD verhaftet. Willi Harzheim wurde am 27. Dezember 1937 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Wilhelm Mensing veröffentlichte 2001 eine Biographie über Willi Harzheim.

Wer war wer in DDR

Hasse, Sella

* 12.2.1878 – ✝ 27.4.1963

Geb. in Bitterfeld, ab 1891 in Berlin; ab 1896 Studium bei Franz Skarbina, Walter Leistikow u. Lovis Corinth in Berlin; seit 1902 enger persönl. Kontakt zu Käthe Kollwitz, unter deren Einfluß neben Porträts u. Landschaften Grafiken mit sozialkrit. Motiven sowie zum Thema Arbeitswelt/Arbeiter entstehen; 1904 Übersiedl. nach Hamburg, 1910 nach Wismar; Pressezeichnungen für die »Hamburg Woche«; 1912 Reise nach Paris, später zahlr. Reisen nach Worpswede, Rügen, Prag, Wien, Amsterdam, Kopenhagen, ins Saargeb., in das Elsaß u. nach Lothringen; 1926 Aufenthalt in Paris; 1930 Umzug nach Berlin; 1937 erneuter Aufenthalt in Paris; während des Fasch. Einschränkung der künstler. Arbeit u. Vernichtung eines großen Teils des Werks. Ab 1947 künstler. Studien in Betrieben, u. a. im Stahl- u. Walzwerk Hennigsdorf; 1955 Ehrenmitgl. des VBKD, Korr. Mitgl. der AdK; 1962 Käthe-Kollwitz-Preis, VVO; gest. in Berlin. Werke: Rhythmus der Arbeit. Linolschnittfolge 1912 – 16; Kriegsblätter. Holzschnitte 1914 – 16; Zyklus »Telegrafenarbeiter u. Kabelleger«. Holzschnitte 1912 – 48; Nieter im Tunnel. Holzschnitt 1951; Rosa Luxemburg. Holzschnitt.Mielke, G.: S. H. Dresden 1958; Kat. S. H. zum 100. Geburtstag. AdK u. Nationalgalerie Berlin 1978 (Bibl.); Karnahl, R.: S. H. In: Kat. Rev. u. Realismus. Staatl. Museen zu Berlin 1978.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Hauptmann, Elisabeth

* 20.6.1897 – ✝ 20.4.1973

Geb. in Peckelsheim (Westf.); Vater Sanitätsrat; Volksschule; Lyzeum, 1912 – 18 Lehrerstudium in Droyßig (b. Zeitz); 1918 – 22 Lyzeal-Lehrerin in Linde (Westpr.), erste literarische Schreibversuche; 1922 – 33 Berlin; 1922/23 Sekr.; 1924 Beginn der Zusammenarbeit mit  Bertolt Brecht; 1925 – 27 als Lektorin für Bertolt Brecht u. Ernst Toller angest. beim Gustav Kiepenheuer Verlag; 1927 – 33 freischaff. Schriftst. u. Mitarb. Bertolt Brechts; eigene Kurzgeschichten (veröff. in Ztg. u. Ztschr.), Buchkritiken, Hörspiele, Stück »Happy End« (unter Ps. Dorothy Lane, UA 1929); 1924 – 33 Mitarbeit an zahlr. Brecht-Stücken durch Anregungen, Übersetzungen, v. a. aus dem Englischen (Übers. der »Beggar’s Opera« von John Gay als Grundlage für Bertolt Brechts »Dreigroschenoper«, 1928) u. Amerikanischen (Rudyard Kipling), Materialbereitstellung, Recherchen u. a.; Einfluß auf die Ausformung von Bertolt Brechts »epischem Theater« durch eingehende Beschäftigung mit dem ostasiatischen Theater; Red. von Bertolt Brechts »Versuche«, Hefte 1 – 8 (1930 – 33); 1929 KPD; 1931 Verb. Dt. Bühnenschriftst. u. Bühnenkomponisten; Nov. 1933 kurze Haft; Ende 1933 Emigr. zu Verwandten in die USA über Paris u. New York; 1934 – 40 St. Louis/Missouri; 1934 Aushilfstätigkeiten; Jan. 1935 – 40 (m. Unterbrechungen) Lehrerin am W.P.A. College der Univ. Missouri / St. Louis u. Lehrerin an der John Burroughs High School / St. Louis County; 1935 Mitarbeit an Bertolt Brechts Inszenierung »Die Mutter« nach Maxim Gorki in New York; 1936 – 38 Sekr. des kommunist. German-American Club/Ortsgr. St. Louis; 1937 in New York bei der Org. einer dt.-amerik. Spanienhilfe; 1937 Beiträge für die nach Prag emigrierte »Arbeiter Illustrierte Ztg.«; Sommer 1939 in St. Louis Arbeit an antifa. Radioprogramm »Labor Speaks Against Nazism«; Juni 1940 amerik. Staatsbürgerschaft; 1940 in Los Angeles/Santa Monica Mitarbeit an einer antifa. Studentengr. der University of California; 1941 – 46 in New York Lebensgemeinschaft mit dem Sozialdemokraten Horst Baerensprung; freie Red.; 1943 – 44 Executive secretary des Council for a Democratic Germany; 1946 – 48 in Los Angeles Arbeit mit Bertolt Brecht u. Peter Lorre; 1943 – 51 in zweiter Ehe mit  Paul Dessau verh. Okt. 1948 Rückkehr nach Europa; Febr. 1949 Ankunft in Berlin; SED; 1949/50 dramaturg. Mitarb. bei der DEFA; 1950 – 54 freie Schriftst. u. Übersetzerin, Red. der »Versuche«-Hefte 9 – 15 (1949 – 56); ab 1954 Dramaturgin u. liter. Mitarb. im Berliner Ensemble, Übersetzung u. Bearbeitung zahlr. Schauspiele, u. a. gem. mit  Benno Besson; 1951 Schutzverb. Dt. Autoren; Mai 1952 Verzicht auf amerik. Staatsbürgerschaft; 1953 DSV, KB; 1957 – 60 SED-Parteisekr. im BE; 1958 – 67 Mithrsg. der »Gesammelten Werke« von Bertolt Brecht sowie zahlr. Einzelausgaben u. Sonderbände; 1961 Lessing-Preis; 1969 Korresp. Mitgl. der DAK zu Berlin; 1967 u. 1972 VVO; gest. in Berlin.Julia ohne Romeo. Geschichten, Stücke, Aufsätze, Erinnerungen. Berlin, Weimar 1977. Horst, A.: Prima inter pares. E. H. Die Mitarb. Bertolt Brechts. Würzburg 1992; Hanssen, P.: E. H. Brechts silent collaborator. Bern, Berlin, Frankfurt (Main), New York, Paris, Wien 1995; Kebir, S.: Ich fragte nicht nach meinem Anteil. E. H. Arbeit mit Bertolt Brecht. Berlin 1997.Sabine Wolf

Wer war wer in DDR

Hauser, Harald

* 17.12.1912 – ✝ 6.8.1994

Geb. in Lörrach (Baden); Vater Hochschullehrer; Volksschule, Realgymnasium; 1930 – 33 Studium der Rechtswiss. in Freiburg i. Br. u. Berlin; 1930 KJVD; 1931 längere Studienreise in die UdSSR; 1932 KPD; Agit.-Prop.-Ltr. der »Roten Studentengr.« an der Univ. Berlin; Jan. 1933 Emigr. nach Frankreich; Gelegenheitsarbeiten, Journalist, Chauffeur, Sportlehrer; Mitarb. des M-Apparates (Nachrichtendienst der KPD), im Auftrag  Bruno Haids zus. mit seiner Frau Edith Loewenstein »Gegnerarbeit«; arbeitete ab 1935 verdeckt in der Gruppe um Ruth Fischer und Arkadi Maslow, sowie gegen eine »Trotzkistengr.« in Strasbourg; seit Mitte der 1930er Jahre geheimer Mitarb. eines sowj. Nachrichtendienstes; Apr. 1939 Ausbürgerung aus Dtl.; Sept. 1939 Internierung, Dez. 1939 Freiwilliger der frz. Armee (Ausländer-Freiwilligen-Regt.), nach der Demobilisierung Kämpfer in der Résistance; ab 1940 illeg. pol. Arbeit in Paris, u. a. Wehrmachtsprop. (»Jean Louis Maurel«); ab 1943 Hauptred. der illeg. Ztg. »Volk u. Vaterland«, zus. mit  Otto Niebergall Ltr. bzw. Gen.-Sekr. des Komitees Freies Dtl. für den Westen. Juni 1945 Rückkehr nach Dtl.; zunächst Reorg. der KPD im Saargeb. u. im Rheinl.; dann Red. der »Dt. Volksztg.«, Mitarb. des »Neuen Dtl.«; 1946 KPD/SED; 1949 – 55 Chefred. der DSF-Monatsschrift »Die Neue Ges.«; Begr. u. bis 1954 Ltr. der Illustrierten »Freie Welt«; ab 1955 freischaff. Schriftst. in Berlin; Mitgl. des Vorst. des DSV; 1959 Lessing-Preis; 1962 Mitgl. des Präs. der Dt.-Frz. Ges.; Mitgl. des Präs. der Urania; 1960 NP; 1960, 1972 u. 1977 VVO; 1982 Stern der Völkerfreundschaft; seit 1978 als IM »Harry« für das MfS erf.; Gestaltung seiner Résistance-Erlebnisse in der dreizehnteiligen TV-Serie »Salut Germain!« (1971); Verf. linientreuer, propagandist. Stücke u. Filme, u. a. »Abschied vom Ruhm« (Fernsehspiel, 1983).Wo Dtl. lag. Berlin 1947; Der illegale Casanova. Erzählungen. Berlin 1967; Es waren zwei Königskinder. Kinderbuch. Berlin 1979; Botschafter ohne Agrément. Berlin 1979; Gesichter im Rückspiegel. Autobiogr. 1989. Pech, K.: An der Seite der Résistance. Zum Kampf der BFD für den Westen in Frankreich (1943 – 1945). Berlin 1974; Wirth, G.: Die Hauser-Chronik. Berlin 1982; Leo, G.: Frühzug nach Toulouse. Berlin 1988; H. H. Ein dt. Kommunist in der Résistance. In: Faller, K., Wittich, B.: Abschied vom Antifa. Frankfurt (Oder) 1997.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Handwerker, Berthold

* 13.6.1920 – ✝ 15.5.2002

Geb. bei Tilsit (Ostpr./Sowjetsk, Rußland); Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; Ausb. zum Elektroinstallateur; Uffz. bei der Wehrmacht. 1945 – 48 Elektromonteur; 1946 SED; 1948 – 51 Abt.-Ltr., 2. Sekr., dann 1. Sekr. der SED-KL Spremberg; 1952 Lehrgang an der PHS; 1952 – 54 Sekr. für Wirtsch. der SED-BL Potsdam; 1954 – 65 Instrukteur, Sektorenltr. u. 1955 – 59 Ltr. der Abt. Grundstoffindustrie (Abt. Kohle, Bergbau, Energie u. Chemie) im ZK der SED (Nachf. von  Paul Kraszon); 1965 Ltr. der Abt. Wirtschaftspol. der DDR-Botschaft in Rumänien, Botschaftsrat; 1972 – 76 Botschafter in der Mongol. Volksrepublik (Nachf. von  Willy Hüttenrauch); 1977 – 86 Sekr. des Vietnam-Aussch. des Solidaritätskomitees der DDR; 1980 VVO; Ruhestand.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hanke, Kurt

* 5.4.1914 – ✝ 15.9.1993

Geb. in Jena; Vater Arbeiter; Volks- u. Oberrealschule; kaufm. Ausbildung u. Tätigkeit; 1926 Mitgl. der Kinderfreunde, 1931 SAJ; 1939 – 44 Sanitäter bei der Luftschutzpolizei; 1944 Wehrmacht; sowj. Kriegsgef. 1945 SPD, 1946 SED; 1945 – 47 Vertriebsltr. bei der Thüringer Verlagsanstalt; anschl. Red. der Ztg. »Thüringer Volk«, 1949 Abt.-Ltr. bzw. stellv. Chefred.; 1950 – 54 erster Chefred. der SED-Ztg. »Das Volk« in Erfurt; zeitw. Vors. des BV Erfurt des VDJ; Mitgl. der SED-BL Erfurt; 1954 – 57 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Leipziger Volkszeitung« (Nachf. von  Georg Stibi); zeitw. Vors. des LV der Dt. Presse in Thüringen bzw. der VDJ-BV Erfurt u. Leipzig; Mitgl. der SED-BL Leipzig; 1957 / 58 Stud. an der PHS beim ZK der KPdSU in Moskau; 1958 – 69 stellv. GD u. Chefred. bei ADN; 1967 – 73 Dir. der Auslandspresseagentur »Panorama«; anschl. Rentner.Andreas Herbst

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Hansch, Ernst

* 5.2.1914 – ✝ 24.11.1970

Geb. in Hamburg-Altona; Vater Möbeltisch- ler u. Werftarb., Mutter Tabakarb.; Volksschule in Hamburg-Altona; 1929 – 33 Ausbildung zum Buchdrucker u. Drucker in Hamburg-Altona; 1932 MASCH in Hamburg; 1933/34 KJVD-UB-Ltg. Hamburg-Altona; 1934 KPD; 1934 – 40 Emigr. in die Niederlande, illeg. Parteiarbeit in Amsterdam u. Rotterdam; 1935 – 38 Zirkelltr. der illeg. Emigrantenorg. in den Niederlanden; 1939/40 Ltr. Agit. u. Prop. der KPD-LL Niederlande; 1940 Verhaftung, 1940 – 42 U-Haft in Hamburg; vom VGH zu sechs Jahren Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat« verurteilt; ab 1942 Zuchthaus Brandenb. u. Gollnow; 1943/44 Soldat im Strafbat. 999; 1944 zu griech. Partisanen übergelaufen, bis 1945 Mitgl. der Partisanenarmee in Capitanos; 1945/46 sowj. Kriegsgefangenschaft in Stalino, Lager 280/18, dort Ltr. des Antifa-Koll. u. 1947/48 Schüler der Antifa-Schule in Noginsk (b. Moskau). Jan. 1948 Rückkehr nach Hamburg; April 1948 KPD/SED; Ltr. der Abt. Org. u. Presse im VdgB-ZV, 1949 Sekr.; 1949 – 51 Chefred. »Der freie Bauer«; Jan. – Aug. 1950 Ltr. der Abt. Landw. im ZK der SED (Nachf. von  Rudolf Reutter); ab Sept. 1950 Ltr. des gesamtdt. Arbeitskrs. für Land- u. Forstw., verantw. für die Vorbereitung der Hrsg. der Ztschr. »Wir Bauern« in der Bundesrep. Dtl., Aufbau des gesamtdt. Arbeitskrs. in der Bundesrep. Dtl.; ab 1952 als IM »Henkel« der HV A erf., bis 1966 geheim. Kanal zu Herbert Wehner; 1951 – 53 Org.-Ltr. u. Chefred. der VdgB-Ztschr. »Das Land«; 1953 – 70 Chefred. der »BZ am Abend« (Nachf. von  Georg F. W. Honigmann); 1954 – 58 Vors. des KB in Birkenwerder (b. Berlin); 1956 – 68 Vors. des Bez.-Verb. des VDJ u. Mitgl. seines Präs.; 1956 – 70 Mitgl. des VDJ-ZV; bis 1966 Fernstud. an FS f. Journalistik; gest. in Berlin.Scholz, M. F.: Herbert Wehner in Schweden 1941 – 46. München 1995; ders.: Bauernopfer der dt. Frage. Der Kommunist Kurt Vieweg im Dschungel der Geheimdienste. Berlin 1997; Wolf, M.: Spionagechef im geheimen Krieg. München 1997.Bernd-Rainer Barth

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Harfouch, Corinna

* 16.10.1954

Geb. in Suhl; Vater Lehrer, Mutter Horterzieherin; 1961 – 73 POS u. EOS, Abitur; Ausbildung zur Krankenschwester; 1975 zwei Semester Studium der Textiltechnik an der TU Dresden; 1978 – 81 an der HS für Schauspielkunst Berlin, Meisterklasse am Berliner Theater im Palais (TiP), erster Erfolg in der  Ruth-Berghaus-Insz. von Goethes »Stella« im TiP; 1982/83 am Städt. Theater Karl-Marx-Stadt, hier u. a. in »Der Widerspenstigen Zähmung«, »Faust II«; ab 1983 am Berliner Ensemble, u. a. als Polly in  Brechts »Dreigroschenoper«, als Gretchen im »Urfaust« u. in Sternheims »Bürger Schnippel«; 1985 – 2007 verh.. mit dem Schauspieler  Michael Gwisdek. 1990/91 kurzes Engagement am Dt. Theater (DT) in Berlin; danach freischaffend, u. a. 1994 in Ibsens »Frau vom Meer« u. 1996 in Zuckmayers »Des Teufels General« bei  Frank Castorf an der Berliner Volksbühne; 1999 in Enzensbergers »Die Tochter der Luft« am Wiener Burgtheater; nach 2000 u. a. Titelrolle in »Phaidras Liebe« von Sarah Kane an der Berliner Schaubühne u. als Martha in Albees »Wer hat Angst vor Virginia Wolf« am DT Berlin (zus. mit Ulrich Matthes); seit Mitte der 1980er Jahre auch Filmrollen: u. a. 1986 in  Roland Gräfs »Das Haus am Fluß«, 1988 in »Die Schauspielerin« u. »Treffen in Travers« (ausgezeichnet beim Filmfestival in Karlovy Vary). 1990 in vielen Theater- u. Filmrollen, u. a. 1991 in der  Christoph-Hein-Adaption »Der Tangospieler, 1998 in »Solo für Klarinette« mit Götz George, 2001 im TV-Film »Vera Brühne«, 2004 als Magda Goebbels in »Der Untergang«; 2006 in »Das Parfüm«; 2008 in »Im Winter ein Jahr«; am DT in Berlin u. a. 2008 in »Die Möwe« (R.: Jürgen Gosch); 2002 – 06 in der TV-Serie Eva Blond; zahlr. Preise, u. a. 1989 u. 1990 Kritikerpreis, 1997 Bayer. Filmpreis, Spezial-Preis des Grimme-Preises (zus. mit  Katharina Thalbach) u. »Schauspielerin des Jahres«; seit 2001 Mitgl. der AdK; 2007 Goldene Kamera als beste Schauspielerin; lebt in Berlin.Matthias Braun / Christian Krause

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Harkenthal, Wolfgang

* 14.1.1922 – ✝ 3.1.2006

Geb. in Aschersleben; Vater Mechaniker; Mutter Schneiderin; 1938 – 41 Ausbildung zum Elektrokfm.; 1941 Angest. der Kammerlichtspiele GmbH in Magdeburg; 1942 Wehrmacht, Panzerfunker an der Ostfront; 1945/46 Kriegsgefangenschaft. 1946 – 50 Mitarb., Presseref. der Sowexportfilm-Vertrieb in Dtl.; SED; 1950 – 55 Ltr. der Presse- u. Werbeabt. der Progress Film Vertrieb GmbH; 1955 – 58 Stellv. des Ltr. u. Ltr. des Lichtspielwesens in der HV Film im Min. für Kultur; 1958/59 Abt.-Ltr. der VVB Film; 1960 – 62 Ltr. der Abt. Kultur beim Rat des Bez. Leipzig; 1963/64 Ltr. des Filmeinsatzes im Progress Film-Vertrieb; 1964 – 72 Dir. der Internat. Leipziger Dok.- u. Kurzfilmwoche (Nachf. von Wolfgang Kernicke); 1973 – 87 Dir. des Progress Film-Vertriebs (Nachf. von Helmut Häußler); 1981 VVO; 1982 Banner der Arbeit; 1985 Ehrenpreis des Filmfestivals Rio de Janeiro für bes. Förderung des lateinamerik. Dok.-Filmschaffens. 1990/91 Geschäftsf. der Neue Berlin Film Verleih GmbH; gest. in Murchin (b. Anklam).Schenk, R.: Der Herr der tausend Filme. In: Berliner Ztg., 7.1.2006.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Härtig, Helmut

* 24.3.1902 – ✝ 10.11.1997

Geb. in Pirna (Sachsen); Vater Volksschullehrer; 1908 – 21 Schulbesuch in Pirna, Abitur; 1921 – 25 Studium an der Bergakad. Freiberg, dort 1924 Dipl. als Markscheider u. 1925 als Berging.; 1926 – 35 Direktionsass. u. Abt.-Ltr. bei den Eintrachtwerken Welzow, Niederlausitz; 1930 Dr.-Ing. an der Bergakad. Clausthal; 1934 NSDAP; 1935 – 38 Pächter u. Ltr. der Braunkohlen-Tiefbaugrube »Wilhelmszeche« in Siegersdorf bei Bunzlau; 1938 – 47 Betriebs- u. Obering. bei den Michelwerken Großkayna bei Merseburg, Grube »Gute Hoffnung« Rossbach. Ab 1945 dort Werkltr. u. Techn. Ltr.; 1947 – 48 Produktionsltr. der Revierdirektion Merseburg (Geiseltal); 1948 – 52 Obering. für Tagebaue u. stellv. Haupting. im Braunkohlenwerk Großkayna; 1953 – 67 Prof. u. Dir. des Inst. für Tagebaukunde an der Bergakad. Freiberg; 1955 – 57 dort Dir. des Industrie-Inst.; ab 1956 zugl. Abt.-Ltr. Tagebautechnik sowie 1959 – 63 stellv. Dir. des Dt. Brennstoffinst. Freiberg; 1957 – 59 Rektor der Bergakad. Freiberg (Nachf. von  Otto Meißer); 1961 korr. u. 1964 ord. Mitgl. der DAW; 1956 u. 1959 VVO; 1973 Ehrensenator der Bergakad. Freiberg, 1979 Ehrenbürger der Stadt Freiberg; gest. in Kassel. Hauptarbeitsgebiete: Technolog. Entw. von Tagebauen aller Arten im In- u. Ausland; Tagebautechnik; Förderbrücken in Braunkohletagebauen; Bandtechnik; Bodenmechanik; bergmännische Wasserwirtschaft; 88 wiss. Veröff.Bilkenroth, K.-D., Piatkowiak, N.: Prof. Dr. H. H. – Bergingenieur u. Hochschullehrer. In: Bergbau (2002) 5; Drebenstedt, C.: Prof. Dr. H. H. – dem ersten dt. Professor für Tagebaukunde zum 100. Geburtstag. In: Zeitschrift für Freunde u. Förderer der TU Bergakad. Freiberg (2002) 9.Roland Volkmer

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hartmann, Rudolf

* 11.12.1885 – ✝ 2.2.1945

Geboren am 11. Dezember 1885 in Demern/ Mecklenburg, Sohn eines Gutsbesitzers; Realschule in Schönberg und Gymnasium in Bützow. Nach dem Abitur (1906) studierte er bis zum Abbruch 1912 an mehreren Universitäten. Später arbeitete er auf dem väterlichen Gut und nahm am Weltkrieg teil. Zwei schwere Verwundungen im August 1915 und im April 1916 machten ihn zum Pazifisten. In seinem Wehrpaß stand: »weigert sich, Offizier zu werden«. Von September 1918 bis 1920 in französischer Kriegsgefangenschaft. Hartmann gründete im April 1922 den Freiheitsbund Demern, suchte Kontakt zu allen politischen Parteien, aber nur die KPD antwortete ihm. Nach Gesprächen mit Funktionären der KPD, u.a. mit dem Landtagsabgeordneten Hugo Wenzel, trat er mit 40 Mitgliedern des Freiheitsbundes im Sommer 1922 der KPD bei. Er hatte sich zeitweise mit seiner Familie überworfen und lebte als Dichter und Schriftsteller. Im Juli 1923 wurde Hartmann (mit der höchsten Stimmenzahl) für die KPD in den Landtag von Mecklenburg-Strelitz gewählt und blieb bis 1927 deren Abgeordneter. 1926/27 auch in der BL Mecklenburg, war er 1928 Mitglied des vorbereitenden europäischen Bauernkomitees in Berlin. In den folgenden Jahren lebte er von der aktiven Politik zurückgezogen auf seinem kleinen Gut in Mecklenburg als Privatgelehrter. Ende 1942 äußerte er: »Wir werden den Krieg niemals gewinnen können. Die Front hätte eine so kolossale Länge, daß die Menschen in Deutschland für die Besetzung der eroberten Gebiete und die Front nicht ausreichen würden. Der Führer ist ein hemmungsloser Mensch und kann nicht genug bekommen.« Für diesen »Defätismus« wurde Hartmann am 12. Dezember 1942 verhaftet und am 16. April 1943 vom Sondergericht in Schönberg zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Im Dezember 1944 sollte er aus dem Zuchthaus Dreibergen-Bützow entlassen werden, statt dessen ordnete das Reichssicherheitshauptamt am 30. November 1944 seine Überstellung in das KZ Sachsenhausen an, wo er am 2. Februar 1945 eintraf. Vier Wochen später kam er mit einem Gefangenentransport ins KZ Mauthausen. Unter den Häftlingen, die dort am 5. März 1945 sofort in der Gaskammer ermordet wurden, befand sich auch Rudolf Hartmann.

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Hartung, Marie

* 17.1.1884 – ✝ 17.4.1971

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zur u. Arbeit als Schneiderin; 1905 SAJ; 1906 Arbeiterinnenbildungsverein; 1908 SPD; 1908 – 33 Angest. des Konsum-Vereins Königsberg; Geschäftsf. bzw. Bez.-Sekr. der AWO Königsberg; 1911 Wahl zur Vertrauensperson der Frauen in Königsberg; 1919 – 22 USPD; ab 1923 erneut SPD; Mitgl. der Ltg. der SPD Königsberg u. des BV Ostpr.; 1919 – 33 Abg. des Provinziallandtags u. des Provinzialaussch. Ostpr. sowie Stadtverordnete in Königsberg; nach 1933 arbeitslos, Polizeiaufsicht; Verbindung zur Widerstandsgr. von Gustav Bludau; 1939 – 45 Angest. in den Kunstsammlungen der Stadt Königsberg; Evakuierung nach Blankenburg (Harz). 1945 Frauenref. u. Ltr. der Umsiedlerstelle im Landratsamt Blankenburg; 1946 Übersiedl. nach Berlin; SED; 1946 Ref. in der Abt. Arbeit u. Sozialfürsorge; 1947 – Anf. 1949 Abt. Ltr. im Frauensekr. des SED-PV (Nachf. von  Maria Weiterer u. Marie Torhorst); anschl. erneut Ref. in der Abt. Arbeit u. Sozialfürsorge; 1955 – 58 Bibliothekarin u. Mitarb. im Archiv des ZK der SED.Andreas Herbst

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Hasch, Wolfram

* 10.9.1963

Geb. in Weimar; aufgewachsen in einem kath. Elternhaus, Vater Musikhochschuldoz., Mutter Klavierlehrerin; 1970 – 80 Pestalozzi-OS Weimar, in der 9. Klasse demonstrativer Austritt aus der FDJ, schon als Schüler wg. Westkontakten vom MfS im OV »Schreiber« erfaßt, später in der OPK »Stephan« u. in den OV »Blauköpfe« u. »Hagen«; 1980 Beginn einer Lehre als Wirtschaftskaufm., Abbruch aus persönl. Gründen; Arbeit als Altenpfleger im St. Hedwigsheim Weimar; 1981 – 83 Mitorg. des Montagskreises der Offenen Arbeit in Weimar, Vervielfältigung u. Verbreitung krit. Texte, Mitwirkung an Friedensgottesdiensten u. Umweltaktionen wie Bachentrümpelungen u. Baumpflanzaktionen; Autor des Theaterstücks »Feindbildstörung« (Wort-Fusion aus Feindbild u. Bildstörung), Verbot der Aufführung in der Kirche nach Intervention des Weimarer Superintendenten Hans Reder (IM »Beier«); 1983 Verteilung von Flugblättern an Straßenpassanten in Weimar mit Antikriegstexten von  Bertolt Brecht; 22.10.1983 Mitinitiator der Protestdemonstration »symbolisches Massensterben um fünf vor zwölf« auf dem Alexanderplatz in Berlin, vorübergehende Festnahme, 25.1.1984 Inhaftierung mit drei weiteren Mitgliedern der Weimarer Aktionsgruppe wg. Vorbereitung einer Flugblattaktion gegen die Volkskammerwahlen, im Juni 1984 vom Bezirksgericht Erfurt wg. »Beeinträchtigung staatlicher u. gesellschaftlicher Tätigkeit« sowie »Nachrichtenübermittlung« zu 30 Monaten Haft verurteilt; 1985 Entlassung in die Bundesrep. Dtl.; versch. künstl. Projekte; am 4.11. 1986 während der Aktion »Grenzziehung«, bei der fünf Ex-Weimarer die Berliner Mauer mit einem weißen Strich markierten, um auf deren inhumanen Charakter aufmerksam zu machen, durch DDR-Grenzsoldaten von West- nach Ost-Berlin verschleppt, bis Febr. 1987 U-Haft in Berlin-Hohenschönhausen, Verurteilung durch das Stadtbezirksgericht Berlin-Lichtenberg wg. »ungesetzl. Grenzübertritts« zu 20 Monaten Haft zuzügl. der Reststrafe von 18 Monaten aus der früheren Verurteilung; inhaftiert in der Haftanstalt Bautzen II; im Juli 1987 von der Bundesreg. freigekauft u. in die Bundesrep. Dtl. ausgereist. 1990 – 2003 diverse künstler. Aktivitäten (Literaturstipendien, Musik für Experimentalfilme, Texte u. Rezensionen für Ztschr.); seit 2003 Webmaster des Musikers Robert Görl; seit 2004 selbständiger Buchhändler; lebt seit 1990 in Berlin.Kowalczuk, I.-S., Sello, T. (Hrsg.): Für eine freies Land mit freien Menschen. Opposition u. Widerstand in Biographien u. Fotos. Berlin 2006.Christian Halbrock; Jg. 1963; ab 1993 Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, 2003 Promotion; seitdem wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU in Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hassel, Wilhelm

* 16.7.1892 – ✝ 13.7.1967

Geboren am 16. Juli 1892 in Eupel; nach der Lehrzeit als Schlosser nach Hamburg, trat dort 1913 der SPD und 1917 der USPD bei. Er kam als enger Freund Ernst Thälmanns mit diesem 1920 zur KPD. Hassel arbeitete als Maschinenbauer in Hamburg. 1924 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt, der er bis 1927 angehörte. Mitte 1925 als Orgleiter in den KPD-Bezirk Ruhr entsandt, wo er nach dem »Offenen Brief« im Oktober 1925 auch für einige Wochen Polleiter war. 1926 ging er wieder nach Hamburg. Er sympathisierte einige Zeit mit der linken Opposition, unterschrieb 1926 den oppositionellen »Brief der 700«, zog seine Unterschrift wieder zurück und wurde Anfang 1927 vom ZK als Polleiter nach Hessen-Kassel geschickt, Delegierter des XI. Parteitags in Essen. Im Oktober 1927 in Kassel von Robert Neddermeyer abgelöst (wegen »Trunkenheit«), doch die Oppositionspresse behauptete, Hassel habe Gelder unterschlagen und Saufgelage abgehalten. Er wurde UB-Sekretär der KPD in Lübeck, kehrte 1929 zurück nach Hamburg und war wieder kurz Mitglied der BL. Dann trat er politisch nicht mehr hervor. Wilhelm Hassel starb am 13.Juli 1967 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hauschild, Robert

* 28.4.1900

Geboren am 28. April 1900 in Gera; wurde nach dem Besuch des Gymnasiums Journalist. Seit 1919 Mitglied der KPD, Mitte der zwanziger Jahre Redakteur und Mitarbeiter an verschiedenen KPD-Zeitungen. Hauschild machte sich einen Namen als Experte für militärpolitische Fragen und arbeitete im AM-Apparat der KPD mit. Auch als Autor für philosophische Themen (etwa das Verhältnis von Marx und Feuerbach) oder als Engels-Editor wurde er bekannt. 1932 in die Sowjetunion übergesiedelt, arbeitete Hauschild unter dem Pseudonym Rudolf Haus als Redakteur der »Deutschen Zentral-Zeitung« und der Zeitschrift »Gegen-Angriff« in Moskau. Am 31. August 1936 vom NKWD verhaftet und im Mai 1937 zu fünf Jahren Lager verurteilt. Robert Hauschild wurde im Gulag ermordet, das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hausladen, Hans

* 19.1.1901 – ✝ 20.4.1938

Geboren am 19. Januar 1901 in Wendelstein/ Krs. Mittelfranken in Bayern, Sohn eines Arbeiters; bis 1929 Bergmann in Essen und Bottrop. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD und bis 1929 auch Funktionär der KPD und des RFB in Bottrop. Im April 1929 wurde Hausladen Redaktionsvolontär in der Gewerkschaftsabteilung der BL Ruhrgebiet in Essen. Von Juli 1929 bis Februar 1931 UB-Sekretär, besuchte von Januar bis März 1930 einen Lehrgang an der Reichsparteischule Berlin-Fichtenau. Ab Februar 1931 Leiter des Einheitsverbandes der Bergarbeiter im Ruhrgebiet, im Mai 1932 im Wahlkreis Westfalen-Nord in den Preußischen Landtag gewählt. Im März 1933 verhaftet und bis April 1934 im Polizeigefängnis Essen sowie im KZ Sonnenburg inhaftiert, wo er schwer gefoltert wurde. Nach seiner Freilassung arbeitete Hausladen illegal, emigrierte im August 1934 zunächst in die Niederlande, anschließend ins Saargebiet und nach Frankreich. Von Februar bis Juli 1935 war er für die RGI (Bergbau) in Paris tätig. Anschließend kam er in die Sowjetunion, dort im Büro der RGI in Moskau Referent unter dem Parteinamen Henry Jakob. 1937 vom NKWD verhaftet. Obwohl Wilhelm Pieck sich für ihn am 20. April 1938 bei Dimitroff einsetzte, wurde Hans Hausladen am 10. August 1938 vom NKWD erschossen. Sein älterer Bruder Anton Hausladen, geboren am 7. März 1894 ebenfalls in Wendelstein, von Beruf Metalldrücker, seit 1919 Mitglied der KPD, gehörte ab Februar 1927 der erweiterten BL Nordbayern an. Im Mai 1930 UB-Sekretär für Nürnberg-Fürth und Mitglied der engeren BL Nordbayern, außerdem stand er an der Spitze der RGO Nordbayerns, 1928 auch zum Stadtrat von Fürth gewählt. Anton Hausladen wurde am 20. April 1933 verhaftet und 1934 freigelassen, aber kurz danach erneut festgenommen und am 15. Mai 1934 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, er kam anschließend ins KZ. Über zehn Jahre in Haft, davon 28 Monate im Strafblock. 1943 entlassen und zur Zwangsarbeit in die Tschechoslowakei geschickt, nach Kriegsende kehrte er nach Fürth zurück, bis Juli 1948 Wohnungsreferent der Stadt Fürth. Anton Hausladen starb an den Folgen des in der Haft zugezogenen schweren Leberleidens am 12. September 1949 in Fürth.

Wer war wer in DDR

Hanke, Brunhilde

* 23.3.1930

Geb. in Erfurt; Vater Dreher; Volksschule; 1945 – 47 Ausbildung zur Näherin; 1945 FDGB; 1946 SED; Mitgl. der Antifa-Jugend bzw. der FDJ; 1948 – 50 Sekr. bzw. 1. Sekr. der FDJ-KL Rudolstadt; 1950 Lehrgang an der Jugend-HS Bogensee, Krs. Bernau; anschl. dort Assistentin, Kabinettsltr. u. Klassenltr.; 1951/52 Besuch der Zentralschule des Komsomol in Moskau; 1952 – 61 Sekr. der FDJ-BL Potsdam; 1952 – 63 Mitgl. des ZR der FDJ; ab 1952 Mitgl. der SED-BL Potsdam; 1954 – 60 Fernstudium an der PHS, 1962 Dipl.-Ges.-Wiss.; Sept. 1961 – Mai 1984 OB von Potsdam (Nachf. von Wilhelm Rescher); ab 1961 Stadtverordnete; 1963 – März 1990 Abg. der Volkskammer; zunächst Schriftführerin des Aussch. für Haushalt u. Finanzen, 1971 – 84 1. stellv. Vors. des Geschäftsordnungsaussch.; 1967 – 90 Mitgl. des Staatsrats; 1974 u. 1979 VVO; ab 1986 Mitgl. des Aussch. für Kultur; ab 1987 Vors. des KB im Bez. Potsdam; Ruhestand.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hannawald, Sven

* 9.11.1974

Geb. in Erlabrunn (Erzgeb.); aufgewachsen in Johanngeorgenstadt; KJS Klingenthal, ursprüngl. ausgebildet für Nord. Kombination; 1987 Spartakiadesieger in zwei Sprungsdisz. u. in der Nord. Kombination; danach Spezialisierung als Skispringer. 1991 Umzug der Familie nach Jettingen (b. Ulm); Ski-Internat Furtwangen; Schulabschluß mittl. Reife u. Berufsausb. als Kommunikationstechniker, anschl. Verpflichtung zur Bundeswehr; Umzug nach Hinterzarten (Schwarzwald), Mitgl. des SC Hinterzarten, Bundeswehr-Sportfördergruppe Fahl; 1992 3. Platz bei der Mannschafts-WM; 1994 Dt. Mstr. im Mannschaftsspringen mit dem SC Hinterzarten; 1998 Olympiasilber mit der Mannschaft, Vize-WM im Skiflug; 1999 Vize-WM von der Großschanze, Mannschafts-WM, 2000 u. 2002 Skiflug-WM; 2001 bei der Mannschafts-WM 1. Platz von der Großschanze u. 3. Platz von der Normalschanze; 2001/02 Weltcup-Zweiter, Gesamtsieger der Vierschanzentournee u. erster Sportler in der Geschichte der Tournee, der alle vier Teilwettbewerbe gewann; 2002 Olympiasieger mit der Mannschaft u. Silber von der Normalschanze; Trainer: Wolfgang Steiert, SC Hinterharzen, Reinhard Heß, Bundestrainer; 2002 »Goldene Henne«; 2005 Beendigung der sportl. Laufbahn; 2007 1. Platz bei der vom TV-Sender ProSieben veranstalteten »Wok-WM« in Innsbruck; seit der Saison 2007/08 gelegentl. als Skisprung-Experte für das ZDF tätig; lebt in München.Jan Wielgohs

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Hänsch, Wolfgang

* 11.1.1929

Geb. in Königsbrück (b. Dresden); 1948 – 51 Studium an der Staatl. Ing.-Schule für Bauwesen Dresden; seit 1951 als Architekt mit Bauaufgaben u. Projekten des Wohnungs- u. Gesellschaftsbaus in Dresden betraut; 1961 – 68 Chefarchitekt im VEB Dresden-Projekt u. VEB Baukombinat Dresden; ltd. Architekt für den Kulturpalast Dresden; 1970 – 85 Chefarchitekt für den Wiederaufbau der Semperoper; des weiteren in Dresden: Wohnungsbau Blochmannstraße u. Borsbergstraße, Ladenzentrum Webergasse, Feierabendheim Seevorstadt Ost, Haus der Presse u. Druckerei »Völkerfreundschaft«, Rekonstruktion u. Umbau des Rathauses Pirna, Umgestaltung des Zuschauerraums des Schauspielhauses Dresden; 1985 NP; 1989 – 91 Chefarchitekt Bauplanung Sachsen; 1990 Wettbewerb Altmarkt Dresden, 3. Preis; Bauten u. a.: 1956 Wohnbauten Blochmannstraße Dresden, 1957 Wohn- u. Geschäftsbauten Borsbergstraße Dresden, 1960 Einkaufszentrum Webergasse Dresden, 1961 Haus der Presse u. Druckereineubau der »Sächs. Ztg.« Dresden, 1969 Kulturpalast Dresden, 1985 Wiederaufbau der Semperoper. Seit 1991 freischaff. Architekt, u. a. 1993 Umbau u. Rekonstruktion des Rathauses in Pirna, 1995 Rekonstruktion u. Umbau des Zuschauerraums im Schauspielhaus Dresden; Mitgl. der Sächs. AdK; 2009 Ehrendoktor der TU Dresden; lebt in Dresden.Gottfried Semper u. die dritte Semperoper. Berlin 1978; Die Semperoper. Geschichte u. Wiederaufbau der Dresdner Staatsoper. Berlin u. Stuttgart 1986 / 1990; Das Schauspielhaus in Dresden. Die Gestaltung des Zuschauerraumes. Dresden 1995.Simone Hain / Ingrid Kirschey-Feix

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Harich, Wolfgang

* 9.12.1923 – ✝ 15.3.1995

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Lit.-Wiss. Walter H.; 1934 – 42 Volksschule u. Gymnasium in Neuruppin u. Berlin; bereits als Oberschüler Gasthörer im Fach Philos. bei Nicolai Hartmann u. Eduard Spranger an der Univ. Berlin; 1942/43 Wehrmacht, nach Lazarettaufenthalt desertiert; 1944/45 Teiln. an illeg. pol. Arbeit in Berlin, Kontakte zur kommunist. Widerstandsgr. »Ernst«. Mai 1945 von  Wolfgang Leonhard mit der Kulturarbeit in Wilmersdorf u. a. Westberliner Stadtteilen beauftragt; 1945/46 KPD/SED; 1946 – 51 Studium der Philos. u. Lit.-Wiss. an der Berliner Univ.; zugl. umfgr. publizist. u. kulturpol. Tätigkeit, u. a. in der Red. der Ztgn. »Telegraph«, »Tägliche Rundschau«, »Neue Welt«; 1948 Lehrbeauftr. für marxist. Philos. an der Pädagog. bzw. Ges.-Wiss. Fak. der HU Berlin; 1951 Prom. zum Dr. phil. mit der Schrift »Herder u. die bürgerl. Geisteswiss.«; 1950 – 56 nebenberuflich Lektoratsarbeit beim Aufbau-Verlag, zul. als stellv. Cheflektor verantw. für philos. Editionen (u. a. Johann G. Herder, Heinrich Heine, Ludwig Feuerbach, Georg Lukács,  Ernst Bloch); danach als Doz. Vorlesungen zur Geschichte der Philos. an der HU Berlin; 1953 – 56 Mithrsg. (gem. mit  Arthur Baumgarten, Ernst Bloch u.  Karl Schröter) u. erster Chefred. der »Dt. Ztschr. für Philos.«, dem einzigen Fachorgan in der Geschichte der DDR-Philos.; konzipierte in der kurzen »Tauwetter-Periode« nach dem XX. KPdSU-Parteitag im Herbst 1956 eine »Plattform für einen bes. dt. Weg zum Soz.«, zur soz. Demokratisierung der DDR sowie zur »friedl. (demokrat.-soz.) Wiedervereinigung Dtl.«; daraufhin am 29.11.1956 Verhaftung durch das MfS, zentrale U-Haftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen, im März 1957 in einem Schauprozeß Verurteilung durch das Oberste Gericht der DDR zu zehn Jahren Zuchthaus wegen »Bildung einer konspirativ-staatsfeindl./konterrev. Gruppe«, zu der noch der damalige Ltr. des Aufbau-Verlags  Walter Janka u. die Red. der Ztschr. »Sonntag«  Gustav Just u.  Heinz Zöger gehörten, die ebenfalls verurteilt wurden; Ende 1964 nach einer Amnestie freigelassen u. seit 1965 ohne feste Anstellung; Forschungen zu Jean Paul sowie Mitarb. an der Ludwig-Feuerbach-Ausgabe des Akad.-Verlags; Anf. der 70er Jahre Hinwendung zu ökolog. Themen; 1979 Invalidisierung, anschl. bis 1981 unter Beibehaltung der DDR-Staatsbürgerschaft Aufenthalt in Österreich, der Bundesrep. Dtl., Spanien u. in der Schweiz; Engagement in der westdt. Friedensbew.; 1987 vehemente Kritik u. antifa. motivierte Verurteilung einer zaghaft beginnenden Nietzsche-Rezeption in der DDR; 1990 Kassation des Urteils von 1957 u. vollständige Rehabil. 1992 Mitbegr. u. Vors. der »Alternativen Enquete-Kommission Dt. Zeitgeschichte« zur Aufarbeitung u. Bewertung der DDR-Geschichte; 1994 PDS; gest. in Berlin.Rudolf Haym u. sein Herderbuch. Berlin 1955; Jean Pauls Kritik des philosoph. Egoismus. Berlin 1968; Zur Kritik der rev. Ungeduld. Basel 1971; Kommunismus ohne Wachstum? Babeuf u. der »Club of Rome«. Reinbek 1975; Keine Schwierigkeiten mit der Wahrheit. Berlin 1993; Ahnenpaß. Ich bin kein Lump. Berlin 1999 (Hrsg. T. Grimm); Nicolai Hartmann – Größe u. Grenzen. Würzburg 2004 (Hrsg. M. Morgenstern). Prokop, S.: Das H.-Kolloquium 1996. Texte, Diskussionsbeiträge, Essays zu u. über den Philosophen W. H. Berlin 1996; ders.: Ich bin zu früh geboren. Auf den Spuren von W. H. Berlin 1997; Dornuf, S., Pitsch, R.: W. H. zum Gedächtnis. München 1999; Sieber, S.: Walter Janka u. W. H. Zwei DDR-Intellektuelle im Konflikt mit der Macht. Berlin 2008.Hans-Christoph Rauh / Bernd-Rainer Barth

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Harrington, Olliver (Ollie)

* 14.2.1912 – ✝ 2.11.1995

Geb. in Valhalla (New York); Vater Arbeiter, Mutter jüd. ungar. Emigrantin; 1919 Umzug in die South Bronx; 1929 Besuch der National Academy of Design, finanziert durch Aushilfsjobs; erste Publ. in der New Yorker Presse für die farbige Bevölkerung – die »Amsterdam News«, dem »Baltimore Afro-American« u. dem »Pittsburgh Courier«, für den er die folgenden 30 Jahre arbeitete; 1933 KP der USA; ab 1933 Zeichnungen in der kommunist. Presse (»Daily Worker«, »New Masses«); 1934 – 38 Kunst- u. Architekturstud. an der Yale University (B. A. 1939); anschl. tätig für »The Peoples Voice«, dort 1942 künstl. Dir.; 1943 – 45 in der US-Army; Weltkriegsteiln. in Nordafrika u. Italien; nach 1945 Public Relations Dir. der amerik. Bürgerrechtsbew. NAACP; 1951 vom U-Ausschuß »unamerik. Umtriebe« (Joseph R. McCarthy) bedroht, Emigr. nach Paris. 1961 Übersiedl. in die DDR; Arbeit für den »Eulenspiegel« u. »Das Magazin«, seine Hauptthemen: Militarismus, Rassismus u. Armut in Amerika; ab 1968 von Berlin aus auch für die amerik. KP-Ztg. »Daily World« tätig; 1981 Stern der Völkerfreundschaft; in Berlin gest. Gilt in den USA als größter afro-amerik. Karikaturist u. engagierte Stimme gegen Rassismus u. Kap.Dark Laughter. The Satire Art of O. H. Mississippi 1993. O. H. 1912 – 1995. In: Hogan’s Alley – the magazine of the cartoon arts (1996) 3.Michael F. Scholz

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Hartke, Werner

* 1.3.1907 – ✝ 14.6.1993

Geb. in Eschwege; Vater Altphilologe, Religionshistoriker u. Theologe Wilhelm H.; Gymnasium, Abitur; 1925 – 32 Studium der klass. Philol. u. Archäol. sowie Philos., Mathematik, Biol. u. Pädagogik (Sport) an der Univ. Berlin; 1932 Prom. zum Dr. phil. an der Univ. Berlin u. Assistent; 1934 Lektor u. außerplanmäßiger Oberassistent an der Univ. Königsberg; 1.5. 1937 NSDAP; 1939 Habil. über die »Geschichte u. Pol. im spätantiken Rom« (erschien 1940, mehrere Auflagen) u. Doz. an der Univ. Königsberg; 1939 Wehrmacht, Hptm., in versch. Stäben, zuletzt NS-Führungsoffz. in einer Dienststelle der Abwehr in Stahnsdorf b. Berlin, EK I u. II; Sept. 1944 außerord. Prof. an der Univ. Königsberg, dort Dir. des Inst. für Altertumskunde. 1945 Lehrtätigkeit an der Univ. Göttingen; 1946 KPD; 1948 SED; 1948 Prof. mit vollem Lehrauftrag an der Univ. Rostock; 1950 Ordinarius für klass. Philol. an der Univ. Rostock; 1948 – 51 hier Dekan der Philosoph. Fak.; 1955 Prof. mit Lehrstuhl für latein. Sprache u. Lit. u. Dir. des Inst. für Altertumskunde an der HU Berlin; 1955 – 57 hier Dekan der Philosoph. Fak., 1957 – 59 Rektor (Nachf. von Walter Neye); 1955 Ord. Mitgl. der DAW u. bis 1964 Dir. des Inst. für griech.-röm. Altertumskunde; 1958 NP; 1958 – 68 Präs. der DAW (Nachf. von  Max Volmer) u. 1968 – 72 Vizepräs. der DAW; 1959 VVO; 1961 Dr. phil. h. c. der Univ. Rostock; zeitw. Mitgl. der SED-BL Berlin; Mitgl. mehrerer ausländ. AdW; Mitgl. des Präsidialrats des KB; Vizepräs. der Dt.-arab. Ges.; 1972 em.; 1981 – 85 als GMS »Heide« des MfS erf.; gest. in Berlin. Hauptforschungsgebiet Spätantike, dabei Verbindung von Philol. u. hist. Wiss.; Verf. eines Lehrbriefs zum Studium der Geschichte des alten Griechenlands (1956, mehrere Aufl.); Hrsg. der Ztschr. »Klio« (1959 ff.) u. der »Dt. Lit.-Ztg.« (1958 ff.).Die spätröm. Kinderkaiser. Berlin 1951; Geschichte u. Politik im spätantiken Rom. Aalen 1962. Scheel, H. (Hrsg.): Altertumswiss. mit Zukunft. Dem Wirken W. H.s gewidmet. Berlin 1973; Rom u. Germanien. Dem Wirken W. H.s gewidmet. Berlin 1983; Stiller, H. (Hrsg.): Ideologie u. Geschichte im alten Rom. Dem Wirken W. H.s gewidmet. Berlin 1987; Jordan, C.: Kaderschmiede Humboldt-Univ. zu Berlin. Berlin 2001.Bernd-Rainer Barth

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Hartmann, Günter

* 18.3.1930

Geb. in Halberstadt; Vater Arbeiter; Volksschule; 1945 Mitgl. des Antifa-Jugend-Aussch. Blankenburg (Harz); 1945/46 Landvermesser bei der Bodenreform; 1946 FDJ; 1947/48 Studium an der Ing.-Schule Magdeburg u. der Bergakad. Freiberg (Sachsen), Vermessungsing.; 1948 NDPD; Stadtjugendltr. der FDJ in Kölleda; 1949/50 Reviermarkscheider bei der SAG Wismut in Johanngeorgenstadt; 1951 – 58 Mitgl. des Hauptaussch. der NDPD; 1951 Jugendref. beim LV Sachsen-Anh.; 1952 – 54 Mitgl. des BV Halle; 1954 – 71 Mitarb. beim PV der NDPD, Abt.-Ltr., Ltr. des Büros des Vors.; 1956 – 60 Fernstudium an der HfÖ Berlin, 1961 Dipl.-Wirtsch.; 1967 – 90 erneut Mitgl. des Hauptaussch., 1972 – 90 des PV bzw. Präs. u. des Sekr. des Hauptaussch.; ab 1972 Mitgl. des NR der NF, des Präs. des Friedensrats u. des Präs. der Liga für Völkerfreundschaft, ab 1974 des Chile-Zentrums der DDR; 1978 – März 1990 Abg. der Volkskammer, Aussch. für Ausw. Angelegenh., 1986 – 89 Präs. u. 1986 – 90 Vors. der NDPD-Fraktion (Nachf. von  Siegfried Dallmann); 1987 – 89 stellv. Vors., 2.11.1989 – 20.1.1990 Vors. der NDPD (Nachf. von  Heinrich Homann); 1989/90 Teiln. des Zentralen Runden Tisches; Jan. – März 1990 erneut stellv. Vors., danach Berater beim PV; Vorruhestand; Mitgl. des Bunds Freier Demokraten, später FDP.Helmut Müller-Enbergs

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Hartwig, Helmut

* 4.1.1920 – ✝ 9.1.1994

Geb. in Chemnitz; Vater Schlosser, Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1934 – 38 Lehre und Arbeit als Rechtsanwalts- und Notariatsangest.; 1938 – 40 Sachbearb. einer Angest.-Krankenkasse; 1940 RAD, dann Militärdienst in der dt. Wehrmacht; 1945 Desertion. 1945 KPD/SED; 1945 Vors. des Antifa-Jugendaussch. Chemnitz; 1946 FDJ-Krs.-Vors. Chemnitz, dann Instrukteur beim FDJ-LV Sachsen; 1946 – 47 Mitglied des FDJ-KV Chemnitz und Stadtverordn.; 1947 Org.-Sekr. des FDJ-LV; 1947 – 50 Mitgl. des SED-LV Sachsen; 1947 – 52 Mitgl. des ZR der FDJ; 1948 Vors. der FDJ Sachsen; 1950 – 51 2. Sekr. des ZR der FDJ; 1950 – 51 MdL Sachsen; 1951 Ltr. des Org.-Komitees der II. Weltfestspiele in Berlin; 1950 – 54 Kand. des ZK der SED; 1951 Einstellung im APN, stellv. Ltr. der HA VI (Ausbildung); 1952 Ltr. der HA VI des APN (später HVA); 1958/59 PHS; 1959 Ltr. der Abt. VIII (operative Technik) der HVA; 1966 Fernstudium an der FS f. Ökonomie Rodewisch (Sachsen); 1980 Gen.-Major; 1985 Entlassung, Rentner; 1985 VVO; gest. in Berlin.Jens Gieseke

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Hase, Dagmar

* 22.12.1969

Geb. in Quedlinburg; KJS Halle; SC Chemie Halle; 1983 Spartakiade: Gold 400 m Lagen, Silber 800 m Freistil u. 200 m Lagen; DDR-Meisterschaften: 1988 Bronze 200 m Freistil, 1989 Silber 200 m Rücken, 1990 Gold 200 m Rücken. Sept. 1990 Wechsel zum SC Magdeburg (Trainer Bernd Henneberg); Ausbildung als Reiseverkehrskauffrau; 1992 Olympiasiegerin 400 m Freistil, Olympia-Silber 200 m Rücken u. 4 x 100 m Lagen; 1996 Olympia-Silber 400 m, 800 m u. 4 x 200 m Freistil, Bronze 200 m Freistil; WM: 1991 Gold 4 x 200 m Freistil, Silber 200 m Rücken, 1994 Silber 4 x 200 m Freistil, 1998 Gold 4 x 200 m Freistil, Silber 200 m Rücken, Bronze 400 m; EM: 1991 Silber 4 x 100 m Freistil, 4 x 200 m Freistil, 4 x 100 m Lagen, Bronze 100 m u. 200 m Rücken, 1993 Gold 400 m u. 4 x 200 m Freistil, 1995 Gold 4 x 200 m Freistil, 1997 Gold 400 m u. 4 x 200 m Freistil; Dt. Mstr. 1991 u. 1992 100 m u. 200 m Rücken, 1992 – 96 400 m Freistil, 1996 800 m Freistil; 1995 Fair-play-Trophäe des Verb. Dt. Sportjournalisten; 1998 Rücktritt; Qualifikation zur Werbekommunikationskffr.; seit 2001 Trainerin; lebt in Danstedt (b. Magdeburg).Volker Kluge

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Hattenhauer, Katrin

* 10.11.1968

Geb. in Nordhausen; Vater vor der Geburt gest., Mutter Krankenschwester; Schule in Nordhausen; Ausbildung zur Facharbeiterin für Schreibtechnik in Nordhausen; währenddessen Mitarbeit am Theater Nordhausen u. a. als Puppenspielerin u. Kulissenmalerin; Mitarbeit im Kirchl. Forschungsheim Wittenberg u. Praktikum in der Zionsgemeinde Dresden; 1988 Aufnahme eines Studiums am Theolog. Seminar in Leipzig, Febr. 1989 exmatrikuliert nach verdeckter staatl. Einflußnahme, danach keine längeren Anstellungen, da das MfS bei den Arbeitgebern vorstellig wird; Mitarbeit im kirchl. Arbeitskreis Gerechtigkeit, Mitwirkung an Friedensgebeten, Juni 1988 beteiligt an einer Eingabe mit der Forderung zum Ausstieg aus der Atomenergie; 24.10.1988 nach Plakataktion vor der Leipziger Nikolaikirche Festnahme u. Ordnungsstrafe; Verbreitung eines Flugblattes in der Nacht vom 11. / 12.1.1989, in dem zu einer Protestdemonstration anläßl. des Jahrestages der Festnahmen in Berlin am Rande der Luxemburg-Demonstration in Leipzig aufgefordert wurde; im Anschluß an das Friedensgebet in der Nikolaikirche am 8.5. 1989 wg. passiven Widerstands Festnahme u. Belehrung durch die VP; beteiligt am Zustandekommen des verbotenen Leipziger Straßenmusikfests am 10.6.1989; Aug. 1989 Hungerstreik in der Nikolaikirche; demonstrierte am 4.9.1989 vor der Nikolaikirche mit dem Transparent »Für ein offenes Land mit freien Menschen«; am 11.9.1989 nach dem Ende des Friedensgebets auf dem Nikolaikirchplatz in Leipzig festgenommen u. inhaftiert wg. Weigerung, den Platz zu verlassen, nach Protesten in Berlin u. Leipzig am 13.10.1989 Einstellung des Ermittlungsverfahrens u. Entlassung aus der U-Haft; vom MfS erf. im OPK »Meise«; 1989 Mitarbeit am »Grünbuch«, Mitbegr. des Archivs Bürgerbewegung e. V. Tätig als Künstlerin, Ausstellungen in Berlin, Florenz, Leipzig (Nikolaikirche), Nordhausen u. Houston; lebt in Berlin-Wilmersdorf u. Pelle (Italien).Christian Halbrock; Jg. 1963; ab 1993 Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, 2003 Promotion; seitdem wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU in Berlin.

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Hauschild, Thea

* 3.12.1932

Geb. in Weißenfels; Vater Schlosser; Volksschule; 1948 – 50 Hausgehilfin; 1949 FDGB; 1950 FDJ; 1950 Anlernstepperin in einer Weißenfelser Schuhfabrik; 1950 – 53 ABF Halle, Abitur; 1954 SED, 1953 – 57 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1957 – 62 Stellv. des Vors. bzw. Vors. der Plankommission beim Rat des Krs. Weißenfels; 1961 – 63 Abg. des Krs.-Tags; 1959 – 62 Mitgl. der SED-KL; 1962/63 Ltr. der Unterabt. Koordinierung beim Rat des Bez. Halle; Aug. 1963 – Juni 1984 OB von Dessau (Nachf. von Helmuth Kapproth); ab 1963 Stadtverordnete u. Mitgl. der SED-KL, ab 1969 der SED-BL Halle; 1971 – 86 Abg. der Volkskammer; 1973/74 PHS; Juni 1984 aus ihren Funktionen ausgeschieden; überregional bekannt geworden durch den Dok.-Film »T. H. – Oberbürgermeisterin, Dessau« (Bayer. Rundfunk 1980).Helmut Müller-Enbergs

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Hauswald, Harald

* 03.05.1954

Geb. in Radebeul; Vater Fotografenmeister, Mutter Hausfrau; 1970 – 71 Lehre als Fotolaborant u. Fotograf, Abbruch der Lehre; Gelegenheitsjobs auf dem Bau u. Techniker der Leipziger Rockband Bürkholz-Formation; 1973 – 76 Wehrdienst; 1974 – 76 Ausbildung als Fotograf an der TU Dresden, Zweigstelle Potsdam; ab 1978 versch. Jobs in Berlin, u. a. Telegrammbote, Heizer bei der Dt. Post; 1980 Fotolaborant am Dt. Theater; 1981 ohne Auftrag Fotos von der Solidarność-Bew. auf der Danziger Lenin-Werft; ab 1983 Fotograf mit 3-Stunden-Vertrag bei der evang. Stephanus-Stiftung in Berlin; ca. 50 Fotoausstellungen vor allem in Privatwohnungen, Kirchen u. Jugendklubs zum Thema »Älter werden« (1982), über Umweltverschmutzung an der Elbe (1985, u. a. im Meißner Dom vorzeitig abgehängt), über Kontraste in Ostberlin (1987, auch Buchveröff. in München); Beteiligung an einer Anthologie mit Friedenstexten (»einst war ich fänger im schnee«, Hrsg. Lutz Rathenow. Berlin (West) 1984); Fotoprojekte u. a. über »Menschen«, »Tanzen«, Leben in DDR-Kirchengemeinden, Altenpflege sowie Randgruppen u. Jugendszene in der DDR; Fotoreportagen vor allem in westl. Medien (GEO, Stern, Zeitmagazin, Merian), ab 1988 auch in DDR-Medien (Sonntag, Das Magazin) u. freier Fotograf für die DEFA und verschied. Theater; Sept. 1989 Aufn. in den VBK. Seit 1977 teils intensive Bespitzelung durch bis zu 35 IMs des MfS, OPK »Radfahrer«; 1989 Gründungsmitgl. der Fotoagentur Ostkreuz. 1997 Bundesverdienstkreuz; 2006 Einheitspreis – Bürgerpreis zur dt. Einheit; lebt in Berlin.Berlin-Ost. Die andere Seite einer Stadt. Berlin 1990; Die dritte Halbzeit – Hooligans in Berlin-Ost. Berlin 1998; Die DDR wird 50 – Texte und Fotografien. Berlin 1998; Seitenwechsel – Fotografien 1979 – 1999. Berlin 1999; Ost-Berlin. Leben vor dem Mauerfall (mit L. Rathenow), Berlin 2005; Gewendet – Vor und nach dem Mauerfall. Fotos u. Texte aus dem Osten (mit L. Rathenow). Berlin 2006; Alexanderplatz – Fotografische u. lit. Erinnerungen. Berlin 2007; Ultras Kutten Hooligans (mit F. Willmann). Berlin 2008. Hartewig, K.: Das Auge der Partei. Fotografie und Staatssicherheit. Berlin 2004.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Hanke, Erich

* 13.1.1911 – ✝ 10.4.2005

Geb. in Petershagen (b. Berlin); Vater Schlosser; 1914 – 24 Volksschule; 1924 – 27 Ausbildung zum Maurer, Abend-Fachschule, bis 1933 Arbeit als Maurer in Berlin; 1927 Rote Sportorg.; 1928 Mitgl. der Gewerkschaft; 1930 KPD; 1933 – 35 illeg. pol. Arbeit in Berlin, 1933 Pol.-Ltr. UB Strausberg, 1933/34 KPD-UB-Ltr. Berlin-Pankow, 1934 Pol.-Ltr. des KPD-UB Nordring, dann Techn. Ltr. der KPD-BL Berlin-Brandenb.; 10.8.1935 verhaftet; 1936 wegen Hochverrats verurteilt; bis 1945 Haft, zunächst in Luckau, dann zus. mit  Erich Honecker im Zuchthaus Brandenb.; März 1945 Flucht aus dem Zuchthaus. 1946 SED; Mai – Sept. 1945 Stadtrat in der Bez.-Verw. Berlin-Prenzlauer Berg; Sept. 1945 – April 1946 Ltr. der Abt. Wirtschaft u. Lagerkontrolle in der Dt. Verw. für Umsiedlerfragen; Apr. 1946 – Okt. 1947 Hauptreferent für Verwaltung u. Wirtschaft in der Abt. Kader des ZK der KPD bzw. PV der SED; Okt. 1947 – Aug. 1949 Studium an der PHS; Sept. 1949/50 Dir. der Berliner ABF; 1951/52 Prof. an der PH Berlin, Inst. für Dialekt. u. Histor. Materialismus; 1952 – Febr. 1955 Lehrer, dann Ltr. der Schule des »Inst. für Wirtschaftswiss. Forschung« (Vorläufer der HV A); ab März 1955 Prof. an der HS für Finanzwirtschaft Potsdam-Babelsberg, dann (nach Vereinigung beider Schulen) ab 1956 an der HfÖ Berlin; hier ab 1957 Ltr. des Inst. für Marxismus-Leninismus u. Prof. für Dialekt. u. Histor. Materialismus, 1959 – 62 verantw. für das Studium von Komplementären halbstaatl. Betrieben; 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch.; 1962 Ruhestand; freiberufl. wiss. Arbeit; 1976 VVO; 1986 KMO; gest. in Berlin-Rahnsdorf.Erinnerungen eines Illegalen. Berlin 1974; Im Strom der Zeit. Berlin 1976. Müller-Enbergs, H.: Die Nachrichtendienstschule. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hannemann, Dietrich

* 7.10.1934

Geb. in Potsdam; 1953 Abitur, 1953 – 58 Studium der Med. an der HU Berlin; 1961 Prom.; 1965 Facharzt für Chirurgie; 1971 Facharzt für Sportmed.; 1971 – 89 SED; 1977 – 90 Dir. des Sportmedizin. Dienstes (SMD) (Nachf. von Günter Welsch); 1977 – 90 Mitgl. des Bundesvorst. des DTSB u. Persönl. Mitgl. des NOK der DDR. 1991 – 2003 Geschäftsf. der Helmut Rödler Physiotherapieschule Berlin u. Chemnitz; Mitgl. der Europ. Vereinigung der Olympiaärzte u. der Internat. Föderation für Sportmed.; Apr. 1999 vom Amtsgericht Tiergarten (Berlin) zu einer Geldstrafe in Höhe von 45.000 D-Mark wegen Vergabe von Dopingmitteln an Minderjährige verurteilt; seit 2003 Rentner.Olympiabuch der Sportmed. Köln 1989 (Mitautor); Sportmed. Grundlagen der Sportmedizin. Betreuung. Leipzig 1990 (Mithrsg.).Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hansen, Jakob

* 24.1.1884 – ✝ 1956

Geboren am 24. Januar 1884 in Kiel; lernte Schlosser und übersiedelte nach Hamburg. 1920 schloß er sich der KPD an und wurde als aktiver Funktionär Mitte der zwanziger Jahre Mitglied der BL Wasserkante. Von 1927 bis 1930 gehörte er als Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft an. Vom 4. März bis 22. April 1933 in »Schutzhaft«, Hansen erklärte seinen Bruch mit dem Kommunismus und wurde im August 1933 Mitglied der SA. Politisch trat er nicht mehr hervor. Jakob Hansen starb 1956 in Bremen.

Wer war wer in DDR

Harig, Gerhard

* 31.7.1902 – ✝ 13.10.1966

Geb. in Niederwürschnitz (Erzgeb.); Vater Landarzt; ab 1913 Schiller-Realgymnasium in Leipzig; 1922 – 27 Studium der Physik, Mathematik u. Mineralogie in Leipzig u. Wien; 1928 philosoph. Prom. zu einem experimental-physikal. Fachthema in Leipzig; 1927 – 33 Assistent am Inst. für theoret. Physik der TH Aachen, entlassen; 1931 Sekr. der Ges. für die Freunde des Neuen Rußlands, Ortsgr. Aachen; März/April 1933 verhaftet; Mitgl. der KPD; illeg. pol. Arbeit in Leipzig; 1933 Emigr. in die UdSSR (Leningrad); Forschungsarbeit am Physikal. Inst. der TH Leningrad; Anwerbung durch das NKWD; 1934 Veröff. der Arbeit »Lenin u. die mod. Physik« in Moskau; 1937/ 38 U-Haft in Leningrad wegen »Spionageverdachts«; nach eigener Aussage vom NKWD zum nachrichtendienstl. Einsatz in Dtl. vorbereitet, zum Zwecke der Tarnung offiz. nach Dtl. abgeschoben; 1938 in Stettin verhaftet, 1938 – 45 Haft im KZ Buchenwald. Nov. 1945/46 Ltr. des Statist. Amts Leipzig; 1947/48 Prof. für Geschichte der Naturwiss. u. Technik an der neugegr. Ges.-Wiss. Fak. der Univ. Leipzig; 1948 – 51 geschäftsf. Dir. des Franz-Mehring-Inst. der Univ. Leipzig zur Ausbildung von Lehrern für Marx.-Lenin., erster Prof. mit Lehrstuhl für dial. u. hist. Materialismus in der DDR; Juni 1949 Studentendekan der Univ. Leipzig; 1950 Ltr. der HA für Hochschulen u. wiss. Einrichtungen im Min. für Volksbildung; März 1951 – 57 Mitgl. des Min.-Rats u. erster Staatssekr. des neu konstituierten Staatssekr. für HS-Wesen, unter seiner Ltg. Einführung des marxist.-leninist. Grundstudiums als Pflichtfach für alle Studenten in der DDR; 1955 VVO; 1957 Rückkehr an die KMU Leipzig, Prof. für Geschichte der Naturwiss.; Dir. des Karl-Südhoff-Inst. für Geschichte der Naturwiss. u. Med.; 1959 – 63 Dekan der Mathemat.-Naturwiss. Fak. der KMU; 1960 Mitbegr. u. -hrsg. der »NTM-Schriftenreihe Geschichte der Naturwiss., Technik u. Med.«; 1965 Vors. des Nationalkomitees für Geschichte u. Philos. der Wiss.; ab 1958 Mitgl. der SED-BL Leipzig u. 1. Vors. des BV Leipzig der Urania; gest. in Leipzig. Publ. zu marxist. Erkenntnistheorie, dial. Materialismus sowie Geschichte der Naturwiss.: Ausgew. philosoph. Schriften 1934 – 59 (mit biogr. Daten). Leipzig 1973; Schriften zur Geschichte der Naturwiss. (mit Bibl.). Berlin 1983.Werk und Wirken von G. H. Leipzig 2004.Hans-Christoph Rauh / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Hart, Jürgen

* 20.9.1942 – ✝ 9.4.2002

Geb. in Treuen (Vogtl.); Lehrerstudium für Dt. u. Musik in Leipzig; 1967 – 70 Schuldienst; erste Kabarettversuche bereits während der Oberschulzeit in Auerbach u. des Armeedienstes 1961 – 63; 1970 – 75 Ltr. des Poetischen Theaters »Louis Fürnberg« der KMU Leipzig, zu dem auch das Studentenkabarett »academixer« gehörte; 1976 – 90 Dir. der »academixer« (anfangs freie Gruppe u. Tourneekabarett, seit 1980 feste Spielstätte in Leipzig); seine Frau Katrin Bremer-Hart gehörte seit 1969 dem »academixer«-Ensemble an; ab 1980 auch Schallplattenprod. mit sächs. u. satir. Liedern, u. a. »Sing mei Sachse, sing«; 1988 NP. Nach 1991 freier Autor u. Kabarettist, ständ. Gast u. Programmgestalter bei den »academixern«; insg. ca. 40 Kinderprogramme u. mehr als 300 Lieder; gest. in Leipzig.Die unernste Geschichte Sachsens. Leipzig 1995; Felix aus der Asche. Berlin 1996; Aus der Wichtelrepublik. Berlin 1996; Die Oma im Kühlschrank. Berlin 1999; Fünf Gespräche mit einem Freund. Leipzig 2002; Ostproben. Stuttgart 2002.Gisela Winkler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Härtle, Franz Xaver

* 2.12.1891 – ✝ 21.5.1943

Geboren am 2. Dezember 1891 in Pfersee bei Augsburg; lernte Schlosser und siedelte nach der Militärzeit nach Offenbach über, wo er der SPD beitrat. 1919 Mitglied der KPD und Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Offenbach. Delegierter des VIII. Parteitags 1923. Seit 1923 Sekretär des kommunistischen Industrieverbandes Chemie. Härtle stand auf dem linken Flügel der Partei, er war 1924 hauptamtlicher Orgleiter des KPD-Bezirks Hessen-Frankfurt. 1927/28 Teilnehmer an Versammlungen der linken Opposition. Mit der offiziellen Begründung, er habe »Unterschlagungen« begangen, wurde er als Oppositioneller 1928 aus der KPD ausgeschlossen. Mitglied des Leninbundes. 1929/30 Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus. Seine Wiederaufnahme in die KPD wurde abgelehnt und er im Mai 1930 auch aus dem Kampfbund ausgeschlossen. Härtle lebte bis 1933 in Offenbach und verzog dann nach Berlin, wo er mehrmals verhaftet wurde und sich illegal betätigte. Franz Xaver Härtle wurde am 21. Mai 1943 in seiner Wohnung in Alt-Tegel nach Verrat festgenommen und am 26. Mai 1943 in einem Gefängnis in Berlin ermordet.

Wer war wer in DDR

Hartmann, Werner

* 30.1.1912 – ✝ 8.3.1988

Geb. in Berlin; Vater Handwerker; 1930 Abitur; Studium der Physik an der TH Berlin-Charlottenburg; 1935 Dipl. mit einer Arbeit über künstl. Sperrschichten in Metall-Halbleiter-Übergängen bei  Gustav Hertz; danach im von Gustav Hertz gegr. Forschungslabor II der Siemenswerke Berlin tätig; 1936 Prom. an der TH Berlin (b.  Max Volmer, Richard Becker, Hans Kopfermann) mit einer im Siemenslabor angefertigten, von Walter Schottky angeregten u. betreuten Diss. über elektr. Eigenschaften oxidischer Halbleiter; ab 1936 unter Gustav Hertz Arbeiten über Fotokathoden u. Bildwandler; 1937 Wechsel zur Fernseh-GmbH u. dort bis 1945 Arbeiten zu Fotozellen mit Sekundärelektronenvervielfachern u. anderen ebenfalls militär. relevanten Themen. Juni 1945 – März 1955 in der UdSSR unter Gustav Hertz Ltr. einer Arbeitsgr. in einem kernphysikal. Forschungsinst. in Agudseri bei Suchumi; Arbeiten zur physikal. Meßtechnik, später auch Betreuer von Graduierungsarbeiten an Moskauer u. Leningrader Univ. u. (Mit-) Autor wiss. Publ. in sowj. Fachztschr.; 1955 – 62 Aufbau u. Ltg. eines wiss. geprägten Industriebetriebes zur Entw. u. Fertigung kernphysikal. Geräte (VEB Vakutronik) in Dresden; seit März 1956 zugl. nebenamtl. Prof. mit vollem Lehrauftrag für kernphysikal. Elektronik an der Fak. für Kerntechnik der TH Dresden; Begründung des Konzepts des Wissenschaftl.-Industriellen Betriebs als Versuch zur Überwindung wirtschaftl. u. bürokrat. Hemmnisse; 1959 NP; Mitgl. des Wiss. Rats für die friedl. Anwendung der Atomenergie u. Ltr. der Gerätekommission dieses Rats; 1961 beauftragt mit Aufbau u. Ltg. der von ihm initiierten Arbeitsstelle für Molekularelektronik Dresden (AME, später AMD); daneben Lehrtätigkeit an der Fak. für Elektrotechnik der TU Dresden; Begründer der Mikroelektronik in der DDR; Mitgl. des Forschungsrats; 1967 erste integrierte Schaltkrs.; 1970 NP; 1974 im Zuge einer pol. Intrige (OV »Molekül«) als Ltr. der AMD abgesetzt u. mit Hausverbot belegt; bis 1977 wiss. Mitarb. im VEB Spurenmetalle Freiberg.Fotovervielfacher u. ihre Anwendung in der Kernphysik. Berlin 1957 u. Moskau 1961 (mit F. Bernhard); Meßverfahren unter Anwendung ionisierender Strahlung (Hrsg.) als Bd. 5 v. Stanek, J. (Hrsg.), Handbuch der Meßtechnik in der Betriebskontrolle. Leipzig 1969; Nachweis von Kernstrahlung. In: Hertz, G. (Hrsg.): Lehrbuch der Kernphysik. Bd. 1. Leipzig 1958 u. 1966. Becker, H. W.: Prof. W. H. – Würdigung eines diskriminierten Wissenschaftlers. In: radio u. fernsehen (1990) 10; Lippmann, H.: W. H. – ein Physikerschicksal im SED-Staat. In: Phys. Bl. (1992) 1; Dörfel, G.: W. H. Industriephysiker, Hochschullehrer, Manager, Opfer. In: D. Hoffmann (Hrsg.): Physik im Nachkriegsdtl. Frankfurt (Main) 2003; Dörfel, G., Augustin, P.: W. H. u. das Problem der Mikroelektronikindustrie in der DDR. In: Dresdener Beiträge zur Technikgeschichte (2003) 3; Augustine, D.: W. H. u. der Aufbau der Mikroelektronikind. in der DDR. In: Dresdener Beiträge zur Technikgeschichte (2003) 28; Augustine, D.: Red Prometheus. Cambridge (Mass.), London 2007.Günter Dörfel

Wer war wer in DDR

Harych, Theo

* 19.12.1903 – ✝ 22.2.1958

Geb. in Doruchow (Krs. Schildberg, Westpr./ Doruchów, Polen); Vater Landarb.; 1910 – 18 Hütejunge u. Knecht bei verschiedenen Bauern in Schles.; 1916 Dorfschule, abgebrochen; 1919 Flucht zum Bruder nach Mitteldtl.; Arbeit in einer Zuckerfabrik u. als Kumpel im Braunkohlenbergwerk Mücheln; Mitgl. der Bergarbeitergewerkschaft; 1921 Teiln. am Mitteldt. Aufstand, danach zwei Wochen in Haft; 1923 Besuch einer Fahrschule u. einer Diener-FS in Halle; danach 18 Mon. Wanderbursche in Sachsen, 1925 Anstellung als Diener beim Baron von Winzingerode-Knorr-Handstein auf Besenhausen, nach fünf Mon. wegen »Wahlprop. für die KPD« fristlos entlassen; erste Schreibversuche; nach ziellosen Wanderungen Arbeit als Kraftfahrer in Berlin; 1930 – 36 arbeitslos; 1936 Hilfsschlosser; 1938 Anschaffung eines Dreirad-Lieferwagens, Ausführung von Lohnfuhren; auf Grund eines Ohrenleidens erst 1944 zur Wehrmacht, in eine sog. Ohrenkomp. einberufen, nach Simulation bald wieder entlassen. 1945 – 50 wieder Lohnfuhren mit dem Dreirad-Lieferwagen; 1950 Zusammenarbeit mit dem Verlag Volk u. Welt; Niederschrift der Kindheitserinnerungen »Hinter den Bergen« (1951), eines wesentlichen Werks der dt. proletar. Autobiographik; die Forts. »Im Geiseltal« (1954) wird nach dem Besuch eines Lehrgangs des SV in Bad Saarow-Pieskow u. durch den Einfluß des Verlags zu einer Gesch. der Erweckung zum proletar. Kampf, die durch das Erleben des Autors nicht gedeckt war; Mitgl. des SV; 1954 Heinrich-Mann-Preis; Suizid in Berlin.Bärbels u. Lothars schönster Tag. Berlin 1952; Im Namen des Volkes. Berlin 1958. Serke, J.: Zu Hause im Exil. München, Zürich 1998.Carsten Wurm

Wer war wer in DDR

Hass, Karl Dieter

* 23.10.1934 – ✝ 11.7.1996

Geb. in Brandenburg; Vater Schlosser; Besuch der Volksschulen in Wusterwitz u. Genthin, OS in Genthin, 1953 Abitur; anschl. Studium der Chemie an der HU Berlin, 1957 vorzeitige Diplomprüfung, 1957 – 60 dort Aspirantur, 1960 Prom. bei  Lothar Kolditz; 1960 – 66 wiss. Oberass. an der FSU Jena, dort 1965 Habil.; 1966 Doz. an der HU Berlin, ab 1968 dort ord. Prof. für Chemie; 1971 SED; 1971 – 80 Dekan der math.-naturwiss. Fak. der HU Berlin, 1979 – 85 Dir. der Sektion Chemie, 1988 – April 1990 Rektor der HU Berlin (Nachf. von  Helmut Klein); ab 1983 Ltr. des Arbeitskreises »Chem. Veredlung einheim. mineral. Rohstoffe« des Min. für Wiss. u. Technik; 1967 Friedrich-Wöhler-Preis der Chem. Ges. der DDR, 1972 Verdienstmed. der DDR; 1987 VVO; 1990 Dr. h. c. des Longwood College, USA. Zum 31.12.1993 Kündigung als Prof. der HU Berlin; gest. in Berlin. Forschungsschwerpunkte: Halogenchemie, insb. Fluorchemie, u. a. Kinetik u. Mechanismen des heterogenen Halogenaustausches, Gasphasenkatalyse von Freonen, Chemie von Polyfluorosultonen; mehr als 100 Publ. u. über 20 Patente.Horst Kant

Wer war wer in DDR

Hauff, Monika

* 17.4.1944

Geb. in Wernigerode; EOS, dort im Chor der Gerhart-Hauptmann-OS; Ausb. zur med.-techn. Ass. in Saalfeld; in versch. Bands; 1967 beim Schlagerfestival der Ostseeländer in Rostock 1. Preis, 1968 2. Preis; 1968 im Studio für Unterhaltungskunst; bildete mit  Klaus-Dieter Henkler das Gesangsduo »Hauff & Henkler«, 300 Lieder aufgen.; zu den Erfolgstiteln gehören: »Es bleibt eine Spur im Sand«, »Gib dem Glück eine Chance«, »Heimat«, »Kinder Europas«, »Mondschein in der Heide«, »Stürme«. Nach 1990 Auftritte in Fernsehsendungen wie »So schön ist unser Dtl.« (ZDF), »Großes Wunschkonzert der Volksmusik« (SAT 1); 1996 Album »Das war ein Meisterschuß – Unsere großen Stimmungshits«; 1998 Album »Leise rieselt der Schnee« (zus. mit Monika Herzog); 1999 Album »Jeder braucht das Licht der Sonne«; 1999 Album »Der Weihnachtsmann tanzt Polka«; 1999 Album »Mexiko«; 2000 Album »Nur für euch«; 2002 Album »Ein kleines Lied«; 2005 Album »Als ich Dich heut’ wiedersah«.Bernhard Hönig / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hausen, Erich

* 5.2.1900 – ✝ 19.12.1973

Als Sohn des Schlossers und späteren Elektrikers Hartwig Hausen am 5. Februar 1900 in Muskau/Oberlausitz geboren; lernte Elektriker. Gegen Kriegsende zum Heer eingezogen, kehrte er im Januar 1919 aus Belgien nach Weißwasser zurück, wo er der USPD beitrat. Bald Vorsitzender und später UB-Leiter der USPD in Weißwasser, 1920 ging Hausen mit der linken USPD zur KPD. Nach der März-Aktion 1921 wurde er Lokalredakteur der »Roten Fahne der Lausitz« in Cottbus. Auf dem VII. Parteitag in Jena 1921 als Kandidat für den Bezirk Lausitz in den ZA gewählt. Mitglied der BL Lausitz und Ende 1922 Polleiter dieses Bezirks. Delegierter des VIII. Parteitags 1923, erneut als Mitglied in den ZA berufen. Am 7. Dezember 1923 im illegalen Parteiquartier verhaftet, anschließend vom Staatsgerichtshof in Leipzig zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung Ende 1925 erwerbslos, anschließend Sekretär der Roten Hilfe in Thüringen. 1926 vom ZK für den Bezirk Schlesien als Polleiter nach Breslau entsandt und später durch Wahl in dieser Funktion bestätigt. Auf dem XI. Essener Parteitag 1927 als Kandidat ins ZK gewählt, vertrat Hausen zusammen mit Heinrich Galm und Albert Bassüner im ZK die sogenannten Rechten. Wegen seiner Opposition nach der Wittorf-Affäre der Funktion in Breslau, wo er die Mehrheit hatte, enthoben. Hausen verteidigte im November/Dezember 1928 vor dem EKKI in Moskau seinen Standpunkt und lehnte gemeinsam mit Galm die Bedingungen des EKKI ab. Als er einige Tage vor dem Bezirksparteitag im Dezember 1928 nach Breslau zurückkehrte, war es dem Apparat bereits gelungen, die Mehrheit der Delegierten für Ernst Thälmann zu gewinnen. Hausen und 16 Oppositionelle wurden aus der KPD ausgeschlossen. Bereits vorher hatte er in Breslau (mit dem Kindergärtnerinnen-Gehalt seiner Frau) die Zeitschrift »Gegen den Strom« herausgegeben, die zum ersten Organ der Rechten, der KPO, wurde. 1929 übernahm er in Stuttgart als Sekretär die Leitung der KPO und gehörte gleichzeitig zu deren Reichsleitung. Am 7.März 1933 verließ Hausen Stuttgart, ging nach Straßburg, kehrte nach kurzer Zeit nach Deutschland zurück, um die Inlandsarbeit der KPO zu übernehmen. Er wurde (Pseudonym Ernst Fabel) Polleiter des illegalen Dreierkopfes der KPO in Berlin ( Robert Siewert, Org., Fritz Wiest, Gewerkschaft). Bei einem Grenzübertritt in Bad Elster verhaftet und zunächst unter Spionageverdacht und wegen Devisenvergehens festgehalten. Da Hausen im Besitz eines gültigen französischen Passes (Charles Bischoff) war und sich keinerlei belastendes Material bei ihm befand, nach sechs Monaten aus dem Gefängnis entlassen und nach Frankreich abgeschoben. Er bekam keine Aufenthaltsgenehmigung, daher lebte er illegal in Straßburg, von dort aus leitete er die KPO-Arbeit und siedelte mit seiner Frau 1936 nach Troyes und 1938 nach Vincennes über. Bei Kriegsausbruch verhaftet und in verschiedenen Internierungslagern festgehalten, konnte Hausen mit seiner Frau 1941 in die USA entkommen. Erst nach elfjährigem Streit mit den dortigen Behörden als Flüchtling anerkannt, lebte er als Elektriker in Swarthmore/Pennsylvania. Erich Hausen starb dort am 19. Dezember 1973.

Wer war wer in DDR

Havemann, Katja

* 30.11.1947

Geb. in Neubarnim (Oderbruch) in einer Bauernfamilie; 1954 – 64 POS Neubarnim; anschl. bis 1967 Berufsausbildung mit Abitur im VEG(Z) Tierzucht Neuenhagen (b. Berlin); 1967 / 68 Studium an der HfÖ in Berlin-Karlshorst, Abbruch auf eigenen Wunsch; ab 1968 Arbeit in einem Kinderheim in Berlin; 1973 Abschluß eines Studiums zur Heimerzieherin in Hohenprießnitz (b. Leipzig); 1974 Heirat mit Robert Havemann, seitdem mitbetroffen von diversen Repressionen des MfS gegen Robert H., u. a. einem mehr als zweijährigen Hausarrest; in den 1970er u. 1980er Jahren zeitw. Hausfrau bzw. versch. Erwerbstätigkeiten, u. a. als Heimerzieherin, in einer Autowerkstatt sowie in der Keramikwerkstatt von Bärbel Bohley; ab 1982 engagiert in der opp. Gruppe Frauen für den Frieden, ab 1986 in der IFM, beteiligt an zahlr., z. T. dt.-dt. bzw. internat. Aktionen der unabh. Friedensbew.; Mitunterz. des »Berliner Appells« u. diverser Offener Briefe gegen die Politik der SED; 1989 Mitbegr. des Neuen Forums; vom MfS erfaßt in den OV »Diskussionsklub«, »Leitz« u. »Leitz II«; im Sept. 1990 beteiligt an der Besetzung der MfS-Zentrale Berlin zur Durchsetzung der Sicherung u. Öffnung der Aktenbestände. Seit 1990 Arbeit in versch. Projekten mit Behinderten u. benachteiligten Jugendl.; 1996 Mitbegr. des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur; lebt in Grünheide bei Berlin.Geschützte Quelle – Gespräche mit Monika H. alias Karin Lenz. Berlin 1990 (mit I. Kukutz); Robert Havemann oder Wie die DDR sich erledigte. München 2003 (mit J. Widmann).Arno Polzin, Jg. 1962; 1978 – 90 Facharbeiterausbildung und Arbeit als Werkzeugmacher; 1982 – 84 Bausoldat in der NVA; 1984 – 89 Technologie-Fernstudium an der Fach- / Hochschule für Maschinenbau und Elektrotechnik Berlin; 1990 Mitarbeit im Bürgerkomitee zur Kontrolle der Auflösung der Staatssicherheit Berlin; seit 1990 in verschiedenen Positionen bei dem / der BStU in Berlin, seit 2003 dort Mitarbeiter in der Abt. Bildung und Forschung.