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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Havemann, Robert

* 11.3.1910 – ✝ 9.4.1982

Geb. in München; Vater Lehrer; 1929 Abitur in Bielefeld; 1929 – 33 Chemiestudium in München u. Berlin; seitdem der KPD nahestehend; 1935 Prom. mit einer Arbeit zur Kolloidchemie an der Univ. Berlin; gleichz. Forschungen am Kaiser-Wilhelm-Inst. für physik. Chemie in Berlin-Dahlem u. an Berliner Krankenhäusern; seit 1937 Assistent am Pharmakolog. Inst. der Univ. Berlin, 1943 Habil.; Sept. 1943 Verhaftung als Mitbegr. u. Ltr. der antifa. Widerstandsgr. »Europ. Union«, 16.12. Todesurteil durch den VGH; 1944/45 Beschäftigung mit »kriegswichtigen Arbeiten« in der Todeszelle des Zuchthauses Brandenb.-Görden. 1945 – 50 Dir. der Berliner Inst. der Kaiser-Wilhelm-Ges., ab 1947 zugl. Ltr. der Verw. des zur Ges. gehörenden Inst. für Physikal. Chemie u. Elektrochemie; ab 1946 auch Prof. mit vollem Lehrauftrag an der HU Berlin; 1945 Mitbegr. des KB, 1947 – 58 Mitgl. des Präsidialrats; ab 1949 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 wegen öffentl. Protests gegen die amerik. Nuklearpol. fristlose Entlassung durch den Senat aus den Ämtern in Berlin-Dahlem; endgültige Übersiedl. in die DDR; 1950 SED; Mitgl. des Dt. Friedenskomitees (ab 1953 des Präs. des Friedensrats); ord. Prof. u. Dir. des Physikal.-Chem. Inst. der HU; 1950 – 54 Studentendekan; 1957 – 62 Prodekan der Mathemat.-Naturwiss. Fak.; 1956 – 63 als IM »Leitz« beim MfS erf.; 1959 NP; ab 1960 zugl. Ltr. der Arbeitsstelle für Photochemie an der DAW; 1961 Korr. Mitgl. der DAW; mit seinen Beiträgen zur Photo- u. Magnetochemie einer der Pioniere der physikochem. Forschung in der DDR. Angeregt vom XX. Parteitag der KPdSU 1956 wurde R. H. in den 60er Jahren zum bedeutendsten u. bekanntesten Systemkritiker in der DDR, äußerte prinzipielle marxist. Kritik an den pol. Verhältnissen u. der Gängelung der Wiss. u. a. in seiner stark besuchten Vorlesungsreihe an der HU Berlin 1963/64 (veröff. unter dem Titel »Dialektik ohne Dogma«, Reinbek 1964); 1963 nicht wieder als Kand. für die Volkskammer nominiert, 1964 Ausschl. aus der SED u. fristlose Entlassung durch die HU, 1966 Entlassung durch die DAW u. statutenwidrige Streichung als Korr. Mitgl.; fakt. Berufsverbot, Überwachung, Haus- arrest (26.11.1976 – 8.5.1979) u. a. Repressalien durch das MfS; wirkte dennoch bis zu seinem Tode für einen demokrat. Soz. u. suchte in diesem Sinne publizist. über westdt. Medien auf Pol. u. Ges. in der DDR Einfluß zu nehmen; Mitbegr. der unabh. Friedens- u. Bürgerrechtsbew.; gest. in Grünheide (b. Berlin). 16.11.1989 Aufhebung der Streichung durch die AdW; 28.11. Rehabil. durch die ZPKK der SED mit der Erklärung, R. H. habe »zum damaligen Zeitpunkt pol. richtige Einschätzungen der Pol. der Partei vorgenommen«; 2006 Ausz. als »Gerechter« durch den Staat Israel.Einführung in die chem. Thermodynamik. Berlin 1957; Fragen – Antworten – Fragen. Aus der Biogr. eines dt. Marxisten. München 1970; Rückantworten an die Hauptverw. »Ewige Wahrheiten«. München 1971; Ein dt. Kommunist. Rückblicke u. Perspektiven aus der Isolation. Hamburg 1978; Morgen. Die Industrieges. am Scheideweg. München 1980; R. H.: Warum ich Stalinist war u. Antistalinist wurde. Berlin 1990 (Hrsg. D. Hoffmann u. H. Laitko); R. H. Dokumente eines Lebens. Berlin 1991 (Hrsg. D. Hoffmann u. a., mit Bibl.); R. H. Bibliogr. mit unveröff. Texten aus dem Nachlass. Hrsg. von W. Theurer, B. Florath. Berlin 2007; Aktenlandschaft Havemann. Nachlass u. Archivbestände zu R. H. Hrsg. von der Robert-Havemann-Gesell. Berlin 2008. Müller, S., Florath, B.: Die Entlassung R. H. u. die AdW Berlin 1996; Vollnhals, C.: Der Fall H. Ein Lehrstück pol. Justiz. Berlin 1998; K. Havemann, J. Widmann: R. H. oder Wie die DDR sich erledigte. Berlin 2003; M. Wilke, W. Theuer: R. H. u. die Widerstandsgruppe Europ. Union. In: Dtl.-Archiv 32, 1999 (6); A. Polzin: Der Wandel R. H.s vom inoffz. Mitarb. zum Dissidenten im Spiegel der MfS-Akten. Berlin 2006; R. Allertz (Hrsg.): Sänger u. Souffleur. Biermann, H. u. die DDR. Berlin 2006; Ch. Sachse: Die polit. Sprengkraft der Physik. Berlin 2006; F. Havemann: Havemann. Frankfurt (Main) 2007.Dieter Hoffmann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heckert, Fritz

* 28.3.1884 – ✝ 6.4.1936

Geboren am 28. März 1884 in Chemnitz. Sein Vater Paul war Schlosser, später beim Konsum beschäftigt, die Mutter verrichtete Heimarbeit. Beide waren aktive Sozialdemokraten. Fritz Hekkert lernte Maurer. 1902 Eintritt in die Gewerkschaft und die SPD. Ab 1904 auf Wanderschaft, kam er im Januar 1907 nach Berlin, dann nach Bremen. Anhänger des linken Flügels der SPD. Von 1908 bis 1911 Arbeit in der Schweiz, wo er seine Frau Wilma, geborene Stammberg, eine Lettin und Mitglied der SDAPR, kennenlernte; er bekam dort Kontakt zu Lenin und geriet unter den Einfluß der Bolschewiki. Anfang 1912 Rückkehr nach Chemnitz, vom 1. Februar an Vorsitzender der örtlichen Bauarbeitergewerkschaft, dann hauptamtlicher Sekretär. 1916 einer der Mitbegründer der Chemnitzer Spartakusgruppe, die mit 400 Mitgliedern zu den stärksten in Deutschland zählte. 1917 trat er mit der Spartakusgruppe der USPD bei, obwohl er als Lenin-Anhänger die Schaffung einer eigenen linksradikalen Partei vorgezogen hätte. Heckert war neben Heinrich Brandler der führende Kopf der USPD in Chemnitz, er hielt Verbindung zur zentralen USPD und lud auch Karl Kautsky zu Versammlungen ein. Das örtliche Polizeiamt bezeichnete Heckert als »Seele der linksradikalen Bewegung in Chemnitz und Umgebung« und »gefährlichen Hetzer«. Kurz vor Ausbruch der Revolution verhaftet, durch die Revolution 1918 befreit, übernahm Heckert den Vorsitz des Arbeiter- und Soldatenrates in Chemnitz. Er war auch einer der wenigen Spartakisten, die als Delegierte am Reichskongreß der Arbeiter- und Soldatenräte im Dezember 1918 in Berlin teilnahmen und wurde in den Reichsvollzugsrat gewählt. Heckert war für eine rasche Trennung von der USPD. Er war derjenige Delegierte des Gründungsparteitages der KPD, der dort den Namen »Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund)« vorschlug. Die Chemnitzer USPD-Gruppe ging fast einmütig zur neu gegründeten KPD über, die hier ihre einzige Massenbasis hatte. Brandler und der mit ihm befreundete Heckert waren die Leiter dieser Chemnitzer KPD-Organisation. Auf dem II. Parteitag der KPD 1919 kam Heckert als Kandidat in die Zentrale der KPD, in dieser Funktion bestätigten ihn auch die folgenden Parteitage des Jahres 1920. Seit dem Vereinigungsparteitag mit der USPD im Dezember 1920 zum Mitglied der Zentrale gewählt, gehörte er dieser bzw. dem ZK (mit kurzer Unterbrechung 1924) bis zu seinem Tode an. Zunächst noch in Sachsen tätig, war er dann einige Zeit Vertreter der KPD bei der RGI in Moskau. 1922 unter Jacob Walcher stellvertretender Leiter der Gewerkschaftsabteilung der Zentrale in Berlin. Als Mitglied der Brandler-Führung wurde Heckert im Oktober 1923 Wirtschaftsminister der Sächsischen Regierung. Nach der Oktoberniederlage der KPD zusammen mit Brandler und Paul Böttcher wegen ihrer Haltung in der Regierung scharf angegriffen. Er schwenkte Anfang 1924 von den Rechten zur Mittelgruppe über und wurde als einer ihrer Vertreter 1924 kurz nach dem IX. Frankfurter Parteitag wieder in die Zentrale aufgenommen. Im Mai 1924 als Abgeordneter der KPD in den Reichstag gewählt, behielt er das Mandat ununterbrochen bis 1933. Da Heckert 1923 und während der Illegalität der KPD 1923/24 die Abteilung Verkehr leitete, war er aktiv an den Bürgerkriegsvorbereitungen beteiligt. Deswegen im Oktober 1924 festgenommen und erst als der Reichstag seine Freilassung beschlossen hatte, im Juli 1925 aus der Haft entlassen. Vom XI. Parteitag 1927 ins Polbüro gewählt, leitete er bis April 1928 die Gewerkschaftsabteilung des ZK, danach zur RGI nach Moskau versetzt. Von hier aus distanzierte er sich während der Wittorf-Affäre von der Absetzung Ernst Thälmanns und wurde wieder in die zentrale Leitung der KPD nach Deutschland zurückgerufen. Vom VI. Weltkongreß der Komintern 1928 ins EKKI-Präsidium gewählt sowie vom XII. Parteitag 1929 wieder ins ZK und Polbüro berufen. Als es 1931 in Gelsenkirchen in einer Versammlung, in der Heckert sprach, zu Zusammenstößen mit der SA kam, wurde er schwer verletzt. 1932 ging er als Vertreter der KPD wieder ins EKKI nach Moskau, wo er auch in den folgenden Jahren blieb. 1935 von der »Brüsseler Konferenz« erneut ins ZK und Politbüro berufen. Heckert hielt am 6. April 1936 aus Anlaß des 50. Geburtstags des inhaftierten Ernst Thälmann noch ein Referat. Am nächsten Morgen, am 7. April 1936, ist Fritz Heckert gestorben und wurde in Moskau an der Kremlmauer beigesetzt. Seine Frau Wilma (*31.3. 1885) starb am 2. April 1967 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Hegenbarth, Johannes

* 16.5.1925 – ✝ 8.11.2014

Geb. in Böhmisch Kamnitz (Nordböhmen/ Česká Kamenice, Tschechien); Vater Glasraffinerieinhaber, Glasgraveur; bis 1943 Studium an der HS für angewandte Kunst in Wien; 1943 – 45 Wehrmacht. 1947 – 50 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst in Leipzig; 1950 – 54 Karikaturist im Berliner Verlag, u. a. für »Frischer Wind« u. »Das Magazin«; 1955 – 75 Schöpfer der einzigen DDR-Comic-Ztschr. »Mosaik«, zuerst im Verlag Neues Leben, dann Junge Welt, u. der Comic-Figuren Dig, Dag u. Digedag. 1995 entstand im Studio Babelsberg als Pilotfilm der Zeichentrickfilm »Dig, Dag u. Ritter Runkel«; H.s Klage gegen die Abrafaxe ( Lothar Dräger), seit 1976 die erfolgr. Nachf. der Digedags, als Plagiat wurde im Mai 1995 vom BGH zurückgewiesen; 2008 Max- u.-Moritz-Preis; 2009 Übergabe seines Archivs an das Zeithist. Forum Leipzig; gest. in Berlin.Mosaik Nr. 1 – 223, zahlr. Buchnachauflagen u. Reprintmappen. Scholz, M. F., Lettkemann, G.: H. H. In: Lexikon der Comics, 9. Erg.-Lfg. (März 1994). Meitingen 1991 ff.; Kramer, T.: Das Mosaik-Fan-Buch. Berlin 1993/94; Lettkemann, G., Scholz, M. F.: Schuldig ist schließlich jeder ... Comics in der DDR. Die Geschichte eines ungeliebten Mediums. Berlin 1994; Kramer, T., Lehmstedt, M.: Abgründe u. Hintergründe. Mosaik zwischen Pol. u. Kulturgeschichte. Berlin 1995 (Privatdruck); Rufledt, H.: Auf den Spuren der Digedags. In: Das Blatt (1990) 4 (Interview mit H. H.); Scholz, M. F.: Mosaik – die ersten Jahre. In: Dt. Comicforschung. Bd. 2, hrsg. von E. Sackmann. Hildesheim 2006.Michael F. Scholz

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hehnen, Karl

* 3.11.1893 – ✝ 21.4.1956

Geboren am 3. November 1893 in Hannover-Linden; Arbeiter, später Fuhrunternehmer, Soldat im Ersten Weltkrieg. Mitglied der SPD, der USPD und ab 1920 der KPD, wurde er auf dem VII. Parteitag 1921 in Jena zum Ersatzmitglied des Bezirks Niedersachsen in den Zentralausschuß gewählt. Zeitweise lebte er illegal bzw. hielt sich in Sowjetrußland auf. Hehnen gehörte 1945 wieder der KPD an, er vertrat sie vom 19.Januar 1946 bis 28. November 1948 als Mitglied im Rat von Hannover. Zunächst von den englischen Besatzungsbehörden delegiert, dann durch die Kommunalwahlen vom Herbst 1946 bestätigt und legitimiert. Karl Hehnen starb am 21.April 1956 in Hannover.

Wer war wer in DDR

Heidecke, Heidrun

* 1.7.1954 – ✝ 10.4.2015

Geb. in Magdeburg; EOS in Magdeburg, 1973 Abitur; 1973 – 77 Studium der Biol. u. Chemie an der MLU Halle, Dipl.-Lehrerin; 1977 – 90 Lehrerin; Herbst 1989 Mitbegr. der Grünen Partei im Bez. Magdeburg, 1989/90 deren Vertreterin am Runden Tisch des Bez. Magdeburg, Sprecherin der Grünen Partei Magdeburg. 1990 – 98 MdL Sachsen-Anh., 1990 – 94 parl. Geschäftsf. der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen; 1991 – 94 parteilos; 1994 – 2000 Mitgl. von Bündnis 90 / Die Grünen, Austritt nach Kritik an der Regierungspoliltik der Bundes-Grünen; 1994 – 98 Min. für Umwelt, Naturschutz u. Raumordn. (Nachf. von  Wolfgang Rauls) u. stellv. Ministerpräs. des Landes Sachsen-Anh.; 1998 – 2001 Mitgl. des Bundesvorst. u. Schatzmeisterin des BUND, Ltr. des BUND-Projekts »Wildnis für Dtl.« in der Bitterfelder Bergbaulandschaft an der Goitzsche; Lehrbeauftragte an der HS Anhalt für angew. Wiss.; 2004 Prom. an der Univ. Kassel; 2005 dort Gastprof., seit 2007 hauptamtl. in der Geschäftsst. des Naturschutzbundes BUND tätig.Vergleichende Betrachtungen von Planungs- u. Innovationsprozessen. o. O. 2003.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Heidrich, Horst

* 7.2.1920 – ✝ 16.8.1992

Geb. in Satzung (Krs. Marienberg, Sachsen); Vater Bauarbeiter; Volksschule; 1934 – 39 Waldarb. im Forstamt Steinbach, Forstanwärter; 1939 NSDAP; 1940 – 45 Wehrmacht, Uffz. 1945/46 Forstwart bzw. Forstbetriebsangest. im Forstamt Naunhof (Krs. Grimma); 1945/46 SPD/SED; 1946 – 48 FS für Forstw. in Tharandt, Försterexamen, 1949 Revierförsterprüfung; 1948 – 50 Revierförster u. Fachlehrer in Wermsdorf (Sachsen); 1951 Forstschutzref. im sächs. Min. für Land- u. Forstw.; 1951 – 58 Ref., Hauptref. bzw. Sektorenltr. in der Abt. Forstw. des Min. für Land- u. Forstw. der DDR; 1956/57 PHS; 1959 – 63 kommissar. Ltr. bzw. Ltr. der Abt. Forstw. des Min.; 1963 – 65 Ltr. der HV Forstw. der Produktionsltg. des Landw.-Rats, Gen.-Forstmstr.; 1965 – 75 Vors. des Staatl. Komitees für Forstw., Gen.-Forstmstr., Ltr. der Obersten Jagdbehörde; 1968 – 71 stellv. Vors. des Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft, 1972 – 75 Stellv. des Min. für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; ab 1969 Mitgl. der Ständ. Arbeitsgr. für soz. Landeskultur beim Min.-Rat; 1975 invalidisiert.Waldbrandbekämpfung u. -verhütung. Radebeul 1953 (zus. mit W. Baak).Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heilborn, Ismar

* 30.4.1893 – ✝ 18.6.1978

Als Sohn eines Kaufmanns am 30. April 1893 in Oppeln/Oberschlesien geboren; lernte Gärtner bei der Israelischen Erziehungsanstalt Ahlem bei Hannover, 1910 Gärtnergehilfe in Dresden. 1914 Mitglied der SPD, 1915 Armierungssoldat an der Westfront. 1919 kaufmännischer Angestellter. Im April 1919 trat Heilborn der KPD bei und war von Ende 1921 bis Sommer 1925 Abgeordneter der Lübecker Bürgerschaft. Auf dem VIII. Parteitag 1923 als Kandidat in den ZA gewählt, wurde er Ende 1923 hauptamtlicher Funktionär, 1924 Redakteur der Zeitung »Der Kommunist«, Ende 1925 Redakteur der »Volkszeitung« in Rostock, im Februar nach Königsberg an das »Echo des Ostens« berufen, schließlich 1927 Chefredakteur dieses KPD-Organs und Mitglied des Sekretariats der BL Ostpreußen. Da Heilborn zu den Versöhnlern gehörte, wurde er 1929 als Chefredakteur abgesetzt, blieb aber zunächst in Königsberg. Dann von September 1929 bis Mai 1931 zweiter politischer Redakteur am »Klassenkampf« in Halle und von 1931 bis Ende Februar 1933 Redakteur, dann Chefredakteur der »Sozialistischen Republik« in Köln sowie Mitglied des Sekretariats der BL Mittelrhein. Mitte April 1933 verhaftet, verurteilte ihn das OLG Hamm Ende August 1933 zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Anfang Juni 1935 emigrierte Heilborn in die Niederlande, anschließend nach Frankreich, dort an der Herausgabe der »Deutschlandberichte des ZK der KPD« beteiligt. Im September 1939 im Lager Gurs interniert, flüchtete er im Oktober 1942 nach Toulouse und arbeitete als Knecht in einer Gemüsegärtnerei. Ab 1944 Redakteur der Zeitung »Bewegung Freies Deutschland« in Toulouse. Im Juni 1945 kehrte Heilborn nach Deutschland zurück, wurde zunächst in Trier, ab Juli in Köln Mitarbeiter der KPD. Er war von Februar 1946 an Lizenzträger und Chefredakteur der »Volksstimme«, des KPD-Organs Mittelrhein, von November 1949 bis August 1950 Leiter der Presseabteilung des PV und von August 1950 bis Februar 1951 Chefredakteur des »Sozialistischen Informationsdienstes« des KPD-Vorstandes, zwei Monate lang auch Chefredakteur des Zentralorgans »Freies Volk«. Nach dem Verbot der KPD 1956 bis 1963 wissenschaftlicher Mitarbeiter des KPD-PV in Ost-Berlin. 1968 trat er der DKP bei und lebte in Bergisch Gladbach. Ismar Heilborn starb am 18.Juni 1978.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heilmann, Friedrich

* 2.3.1892 – ✝ 30.6.1963

Am 2. März 1892 in Berlin geboren, Sohn eines Schuhmachers; lernte Vergolder, später als Expedient tätig. Er schloß sich 1908 der sozialistischen Jugend in Berlin an, trat 1910 der SPD bei und wurde nach Ausbruch des Krieges Mitglied der Gruppe Internationale, später des Spartakusbundes. Wegen Verbreitung des Liebknecht-Flugblattes »Der Hauptfeind steht im eigenen Land« 1915 zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, anschließend war er bis 1918 Soldat. Heilmann war Teilnehmer des Gründungsparteitages der KPD. Er gehörte zu den Organisatoren der FSJ und war 1919/20 deren Generalsekretär. Bis März 1921 Vertreter der Jugend in der Zentrale der KPD, nach der März-Aktion 1921 bis Oktober 1921 dort Sekretär im Orgbüro. Ende 1922 bis März 1923 Sekretär der KPD in Baden, anschließend bis August 1924 Chefredakteur der Mannheimer »Arbeiter-Zeitung«. Auf dem VIII. Parteitag 1923 für Baden als Kandidat in den ZA gewählt, war Heilmann von September 1924 bis Oktober 1925 Chefredakteur der »Freiheit« in Düsseldorf, von November 1925 bis Dezember 1929 Chefredakteur des »Thüringer Volksblattes« bzw. des »Roten Echos« in Gotha, zugleich Mitglied der BL Groß-Thüringen. Im Dezember 1929 als Abgeordneter in den Thüringer Landtag gewählt und dort 1930 bis 1933 Vorsitzender der KPD-Fraktion. Bei den Auseinandersetzungen mit den Rechten in Thüringen war er zunächst Versöhnler, dann trat er aktiv gegen die Opposition auf. 1931 nach Düsseldorf und später nach Solingen versetzt, aber 1932 erneut in den Thüringer Landtag gewählt. Ab Februar 1933 Bezirksleiter in Nordbayern, im September 1933 emigrierte Heilmann in die Sowjetunion. Zunächst Referent im Mitteleuropäischen Büro des EKKI der IRH in Moskau, später Leiter von deren Informationsabteilung. Ab Juni 1938 Redakteur in der deutschen Sektion des Verlages für fremdsprachige Literatur, er wurde mit diesem Verlag von Oktober 1941 bis April 1942 in die Wolgarepublik nach Engels evakuiert. Ab Mai 1942 war Heilmann Angehöriger der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee und wurde ab Juli 1943 Mitarbeiter am Institut 99, Sprecher und Redakteur am NKFD-Sender Freies Deutschland sowie Lehrer in Antifa-Lagern. Im November 1945 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er Chefredakteur des »Thüringer Volksblattes«, später »Thüringer Volk«, zugleich Mitglied der BL bzw. des LV der KPD bzw. SED Thüringen und hier 1949 bis 1951 Leiter der Abteilung Kultur und Erziehung. 1950 1. Sekretär der DSF Thüringen bzw. ab 1952 des Bezirkes Erfurt, 1954 Chefredakteur der »Freien Welt«, im Mai 1957 stellvertretender Chefredakteur der kulturpolitischen Wochenzeitung »Sonntag«. Er erhielt 1946 die sowjetische »Medaille für standhafte Arbeit im Großen Vaterländischen Krieg« und 1962 den Karl-Marx-Orden. Friedrich Heilmann starb am 30.Juni 1963 in Ost-Berlin. Heilmanns Lebensgefährtin und spätere Frau Trude Schimpf (*24.5. 1898 – † 26. 6. 1976) war Fabrikarbeiterin. Seit 1916 SPD-Mitglied, sie kam 1917 zur USPD und 1919 zur KPD. Ab 1921 hauptamtliche Parteiangestellte, Kassiererin und Mitglied der BL Westsachsen, übernahm die Gauleitung des RFMB Thüringen und gehörte auch der RFMB-Reichsleitung an. Von 1929 bis 1932 Sekretärin des Verbandes der Proletarischen Freidenker in Thüringen. Von Mai bis Oktober 1933 »Schutzhaft«, gehörte später zur Widerstandsgruppe um Theodor Neubauer, war von August bis September 1944 sowie von November 1944 bis April 1945 in Gestapo-Haft in Erfurt. Danach gehörte sie in Thüringen zu den führenden Funktionären der KPD/SED, war bis 1949 Mitglied des Sekretariats des SED-LV Thüringen.

Wer war wer in DDR

Hein, Christoph

* 8.4.1944

Geb. in Heizendorf (Schles.), aufgew. in Bad Düben (Sachsen); Vater Pfarrer; 1958 – 60 Internatsschüler eines Gymasiums für alte Sprachen in Berlin (West); 1960 Übersiedl. der Familie nach Berlin (Ost); anschl. Broterwerb als Montagearb., Kellner u. Buchhändler; Regieassistent bei  Benno Besson am Dt. Theater u. der Volksbühne Berlin, erste Buchkritiken; 1964 Abitur an einer Abendschule; 1967 – 71 Philos.- u. Logikstudium in Leipzig u. Berlin; 1971 – 73 erneute Assistenz an der Berliner Volksbühne; ab 1973 (neben  Heiner Müller) Hausautor an diesem Theater; 1974 UA der ersten Theaterstücke (»Vom hungrigen Hennecke«, »Schlötel oder Was solls«); bis 1983 kamen von 15 geplanten Inszenierungen nur fünf UA zustande (u. a. »Die Geschäfte des Herrn John D.« 1979, »Cromwell« 1980, »Die wahre Geschichte des Ah Q« 1983, eine Parabel vom Scheitern intellektueller rev. Utopien); ab 1979 freischaff.; 1982 Heinrich-Mann-Preis für den Erzählungsbd. »Einladung zum Lever Bourgeois« u. einige Theaterstücke; 1983 Lit.-Preis des Verb. dt. Kritiker; 1985 Mitgl. des PEN-Zentrums der DDR; 1986 Lit.-Preis der Neuen Liter. Ges. Hamburg; 1987 öffentl. Protest gegen die Zensur auf dem X. Schriftst.-Kongreß (zus. mit  Günter de Bruyn); 1989 zus. mit  Rolf Schneider Einforderung einer Protestresolution des PEN-Zentrums DDR gegen die Verhaft. von Václav Havel; UA von »Die Ritter der Tafelrunde«, das den Untergang der gerontokrat. Politbürokratie vorwegnimmt; Lessing-Preis; Stefan-Andres-Förderpreis; Poetikvorlesungen u. a. in Essen u. Leipzig; 4.11.1989 Ansprache »Der alte Mann u. die Straße« auf dem Berliner Alexanderplatz. 1990 Erich-Fried-Preis; 1991 Mitgl. der AdK Berlin; 1992 Berliner Lit.-Preis, Ludwig-Mülheims-Preis für religiöse Dramatik; 1996 zugl. Mitgl. des PEN-Zentrums; 1998 Wahl zum ersten Präs. des vereinigten PEN-Zentrums Dtl., 2004 nach öffentl. Kontroversen um seine Person Verzicht auf die vom Berliner Kultursenator angebotene Intendanz des Dt. Theaters; Peter-Weiss-Preis, Preis der »Literatour Nord«; Mitgl. der Akad. für Sprache u. Dichtung Darmstadt u. der sächs. AdK; 1990 – 2006 Mithrsg. der Wochenztg. »Freitag«; Sohn Jakob H. (geb. 1971) Schriftsteller; 2008 Walter-Hasenclever-Literaturpreis. Mit der Novelle »Der fremde Freund« (1982) – aus Gründen des Titelschutzes in der Bundesrep. Dtl. »Drachenblut« (1983), übersetzt in 23 Sprachen – wurde H. ein internat. bekannter Autor, der menschl. Deformierungen, Gefühlskälte, Liebesunfähigkeit u. Bindungsangst als kontinent- u. systemübergreifende Begleiterscheinungen mod. Industrieges. deutl. machte; die Romane »Horns Ende« (1985) u. »Der Tangospieler« (1988, verfilmt 1991) sind wichtige Auseinandersetzungen mit pol. Alltagsdeformationen im Leben von Intellektuellen verschiedener DDR-Epochen; C. H. versteht sich als Chronist in der Tradition der Aufklärung, der weder Botschaft noch Moral vermitteln will.Cromwell u. andere Stücke. Berlin, Weimar 1981; Das Wildpferd unterm Kachelofen (Kinderbuch). Berlin 1984; Essays u. Gespräche. Berlin, Weimar 1987; Als Kind habe ich Stalin gesehen. Essays u. Reden. Berlin, Weimar 1990; Das Napoleon-Spiel. Roman. Berlin, Weimar 1993; Exekution eines Kalbes. Erzählungen. Berlin, Weimar 1994; Von allem Anf. an. Berlin 1997 (Autobiogr.); Willenbrock. Frankfurt (Main) 2000 (verfilmt von -> Andreas Dresen); Landnahme. Frankfurt (Main) 2004; In seiner frühen Kindheit ein Garten. Frankfurt (Main) 2005; Frau Paula Trousseau. Frankfurt (Main) 2007. Edition Text + Kritik: C. H. München 1991; Kiewitz, C.: Der stumme Schrei: Krise u. Kritik der soz. Intelligenz im Werk C. H.s. Tübingen 1995; Hilbk, A.: Von Zirkularbew. u. kreisenden Utopien: Zur Geschichtsdarstellung in der Epik C. H.s. Augsburg 1998; Krol, M.: C. H.s chronikalische Aufzeichnungen als »Geschichten zur Geschichte«. Michigan 1999.Therese Hörnigk / Andreas Kölling

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heinks, Heinke

* 26.1.1895 – ✝ 29.1.1968

Geboren am 26. Januar 1895 in Greetsiel/Krs. Norden in Ostfriesland, Sohn einer Landarbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Zimmerer. 1913 Militärdienst, ab 1914 Soldat im Weltkrieg. 1918 Mitglied des Spartakusbundes, 1919 der KPD, M-Leiter des UB Emden, ab Februar 1924 UB-Sekretär im Industriebezirk Vegesack, anschließend in Bremerhaven. Die linke Opposition warf ihm später vor, daß er bis 1925 dem »Stahlhelm« angehört habe und erst 1927 der Gewerkschaft beigetreten sei. Ab 1926 Lokalredakteur der Bremer »Arbeiterzeitung«, an der Heinks in den folgenden Jahren die verschiedensten Posten ausfüllte und die er schließlich 1929 als Chefredakteur leitete. 1930 in der Bezirksleitung Nordwest Sekretär für Landfragen, seit 1927 Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft und Fraktionsvorsitzender der KPD. Im August 1932 wurde er Mitarbeiter der Abteilung Land im ZK der KPD. Am 28.Februar 1933 in Königsberg verhaftet und in das KZ Esterwegen gebracht, Ende 1933 entlassen, von 1939 bis 1945 Soldat in der Wehrmacht. 1945 wieder Mitglied der KPD, 1945/46 Leiter der Abteilung Landwirtschaft in der KPD-Landesleitung bzw. im SED-Landesvorstand Mecklenburg, von Juni 1946 bis April 1948 in der Abteilung Landwirtschaft im ZS der SED, anschließend stellvertretender Leiter der Hauptverwaltung Land- und Forstwirtschaft der DWK, 1949/50 im DDR-Ministerium für Land- und Forstwirtschaft. Heinks leitete ab September 1950 den Gesamtdeutschen Ausschuß, dann das Westbüro der VdgB. Zuletzt wohnhaft als Parteiveteran in Neuenhagen bei Berlin, wo Heinke Heinks am 29. Januar 1968 starb.Bernd-Rainer Barth

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Heinz, Wolfgang

* 18.5.1900 – ✝ 30.10.1984

Geb. in Pilsen (Böhmen/Plzeň, Tschechien) in einer jüd. Fam., aufgew. in Wien; Vater Journalist; Volksschule u. Erzherzog-Rainer-Realgymnasium in Wien; 1917 erstes Engagement in Eisenach (Sommertheater); 1917/18 Schauspieler am Stadttheater Eisenach, 1918/19 am Volkstheater Wien, ab Dez. 1918 bei Max Reinhardt am Dt. Theater in Berlin, 1919 – 23 am Staatl. Schauspielhaus Berlin bei Leopold Jessner, 1923 – 27 in Hamborn u. Hagen sowie an den Hamburger Kammerspielen, 1927 – 33 am Staatl. Schauspielhaus Berlin, entlassen; 1930 – 43 KPD; Ltr. der Sekt. Theater-Film-Musik der RGO; Dez. 1933 – Aug. 1934 in Wien; Sept. 1934 Emigr. in die Schweiz; 1933/ 34 Gastspiele in Österreich, den Niederl., Großbritannien; 1934 – 46 Regisseur u. Schauspieler am Schauspielhaus Zürich; Gründungsmitgl. u. Präs. der Freien Österr. Bew. in der Schweiz; Sept. 1946 Rückkehr nach Wien; 1946 – 63 Mitgl. der KPÖ; 1946 – 48 am Volkstheater Wien, 1948 – 56 Mitbegr., Gesellschafter u. Dir. des Neuen Theaters in der Scala Wien. 1948 Übersiedl. nach Berlin; ab 1956 Schauspieler u. 1956 – 62 Oberspielltr. am Dt. Theater (DT), Hauptrollen als Prof. Mamlock, Nathan, Wallenstein, am Berliner Ensemble als Galilei; insges. mehr als 300 Rollen; in den 70er Jahren Inszenierung zahlr. klass. dt. u. russ. sowie zeitgenöss. Stücke am DT, Schiller-Theater, an der Dt. Staatsoper u. am Theater im Palast; 1959 – 62 Dir. der Staatl. Schauspielschule Berlin, Prof.; 1960 Mitgl. der DAK; 1962/63 Intendant der Volksbühne in Berlin; Nov. 1963 Übertritt zur SED; Aug. 1963 – 69 Intendant des DT (Nachf. von  Wolfgang Langhoff); Dez. 1966 Präs. des Verb. der Theaterschaffenden; 1968 – 74 Präs. der DAK, Mitgl. der Kulturkommission beim PB des ZK der SED; 1965 VVO; 1954, 1959, 1968 u. 1984 NP; 1974 KMO; 1976 Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1980 Ehrenspange zum VVO; 1983 Ehrenbürger von Berlin; gest. in Berlin.Waack, R.: W. H.: Denken, Handeln, Kämpfen. Berlin 1980.Bernd-Rainer Barth

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Heinze, Rudolf

* 10.8.1932

Geb. in Leipzig; Ausbildung zum Mechaniker; später Abschluß eines Studiums als Dipl.-Ges.-Wiss.; in den 50er Jahren Planungsltr. im Funkwerk Kölleda (Krs. Sömmerda); 1958 Hauptdir. bzw. GD der VVB Rundfunk u. Fernsehen; 1964 GD der VVB Bauelemente u. Vakuumtechnik; ab 1972 stellv. Vors. der SPK für metallverarbeitende Industrie u. Metallurgie; Delegationsltr. in der Ständ. RGW-Kommission für Maschinenbau; Vors. des Gesellschaftl. Rats der HU Berlin.Hagen Schwärzel

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Heartfield, John

* 19.6.1891 – ✝ 26.4.1968

Geb. in Berlin-Schmargendorf; Vater Schriftst. (Franz Held); Mutter Textilarbeiterin; aufgew. in der Schweiz u. Österreich, 1899 verschwanden die Eltern unter ungeklärten Umständen; 1905/06 Ausbildung zum Buchhändler in Wiesbaden; 1907 – 11 Studium an der Münchener Kunstgewerbeschule, 1912 – 14 an der Kunst- u. Handwerkerschule in Berlin-Charlottenburg; 1914 – 16 Militärdienst; 1916/ 17 zus. mit seinem Bruder  Wieland Herzfelde als »John Heartfield« Mitbegr. des Verlags Neue Jugend u. des Malik-Verlags; Dez. 1918 KPD; 1920 Auftreten bei Veranstaltungen der Dadaisten; entwickelte unter d. Einfluß v. George Grosz die künstler. Form der pol. Fotomontage; seit 1919 Mitarb. an linken satir. Blättern wie »Die Pleite« u. »Der Knüppel«; 1928 Mitgl. der ASSO; ab 1930 ständ. Mitarb. der »AIZ«; 1933 – 38 Emigr. n. Prag; Wiederaufn. d. Arbeit mit dem Malik-Verlag u. der »AIZ«; Nov. 1934 Ausbürgerung aus Dtl.; 1938 – 50 in London; 1940 als »feindl. Ausländer« interniert; Beteiligung am antifa. Widerstandskampf, Buchgestalter für engl. Verlage. Aug. 1950 Rückkehr nach Dtl.; wurde wg. seiner Kontakte zum angebl. US-amerikan. Agenten Noel Field nicht in die SED aufgenommen; lebte zunächst in Leipzig; 1955 Ehrenmitgl. des VBK u. des Tschech. Künstlerverb. Prag; seit 1956 in Berlin; arbeitete freischaff. für Verlage, Theater u. Org.; 1956 Mitgl. der DAK; 1957 dort erste große Nachkriegsretrospektive; NP; 1960 Prof.; 1961 Dt. Friedenspreis; 1965 VVO; 1967 KMO; gest. in Berlin.Dtl., Dtl. über alles. Ein Bilderbuch von Kurt Tucholsky u. vielen Fotografen, montiert von J. H. Berlin 1929; Der Schnitt entlang der Zeit. Dresden 1981 (Hrsg. R. März); H. montiert: 1930 – 1938. Leipzig 1993. Herzfelde, W.: J. H. Leben u. Werk. Dresden 1988; J. H. In Selbstzeugnissen u. Bilddokumenten, dargestellt von M. Töteberg. Reinbek 1978; Kahn, D.: J. H. Art and Mass Media. New York 1985; AdK zu Berlin u. a. (Hrsg.): J. H. (Ausstellungskatalog). Köln 1991; Pachnicke, P., Honnef, K.: J. H. Köln 1991; Siepmann, E.: Montage: J. H. – vom Club Dada zur Arbeiter-Illustrierten-Ztg. Dok. – Analysen – Berichte. Berlin 1992; Schätzke, A.: J. H. in der DDR (1950 – 1968). In: Exil (Hamburg) (1995) 2; Hoevels, F.: Dadaismus u. Surrealismus – J. H. Vorbereiter u. Weggenossen. Freiburg 2003.Bernd-Rainer Barth

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Heckert, Otto

* 15.4.1905 – ✝ 3.12.1963

Geb. in Chemnitz; Vater Schmied; 1911 – 19 Volks- u. Berufsschule; 1919 – 22 Lehre als Gärtner; 1920 KJVD; 1922 – 24 Lehre als Zimmermann; 1923 KPD; 1923 Ltr. des Jung-Spartakusbundes Chemnitz-Süd; 1924 RFB; 1924 – 30 Arbeit als Zimmermann; 1928 Gauführer der »Roten Jungfront«, anschl. 2. Gauführer des RFB, ab 1929 Gauführer des illeg. RFB Erzgebirge-Vogtland; 1929 Aufenthalt u. illeg. Arbeit als Instrukteur der Bundesltg. des RFB in Wien, Verhaftung u. Ausweisung; 1930 als Teiln. einer RFB-Deleg. Aufenthalt in der UdSSR; am 29.8.1931 Verhaftung, U-Haft, Jan. 1933 Prozeß wg. »Hochverrats« vor dem Reichsgericht in Leipzig, Freispruch; am 2.3. 1933 erneute Verhaftung, »Schutzhaft« bis Juli 1934 im KZ Sachsenburg; 1935 / 36 erneut im KZ Sachsenburg; Verurteilung zu eineinhalb Jahren Zuchthaus, 1936 / 37 Haft im Zuchthaus Zwickau; 1939 – 45 inhaftiert im KZ Buchenwald, hier Mitgl. des Zentrums der illeg. KPD-Ltg. 1945 Vors. des Antifa-Komitees in Chemnitz; 1945 / 46 polit. Mitarb. der Abt. Agit. u. Prop. des ZK der KPD bzw. des SED-PV; 1946 / 47 Ass. u. Lehrer, 1947 – 49 Sekr. der SED-PO an der PHS; 1949 – 54 Sektorltr. im ZK der SED; 1954 – 62 2. Sekr. der SED-BL Leipzig; 1962 / 63 Vors. der SED-BPKK Leipzig; 1963 VVO; gest. in Leipzig.Mario Niemann

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Hegenbarth, Josef

* 15.6.1884 – ✝ 27.7.1962

Geb. in Böhmisch Kamnitz (Nordböhmen/ Česká Kamenice, Tschechien); seit 1905 in Dresden; 1908 – 15 Studium an der Dresdener Kunstakad., Mstr.-Schüler v. Gotthardt Kuehl; 1917 – 19 Aufenthalt in Prag; Mitbegr. der Prager Sezession; 1919 Mitgl. der Dresdener Künstlervereinigung; 1925 Mitgl. der Wiener Sezession u. des Dt. Künstlerbunds; Mitarb. an den Ztschr. »Jugend« u. »Simplizissimus«; 1943 – 45 Aufenthalt in Böhmisch Kamnitz. 1945 Rückkehr nach Dresden; Mitarb. der Ztschr. »Ulenspiegel«; 1946 – 49 Prof. an der HS für Bildende Künste Dresden; 1954 NP; 1955 Korr. Mitgl. der AdK; 1956 a. o. Mitgl. der AdK Berlin (West); 1960 Ord. Mitgl. der Bayr. Akad. der schönen Künste in München; 1957 Rückgabe eines Teils des 1945 in Böhmisch Kamnitz verlorenen Lebenswerks durch die ČSR; gest. in Dresden. Neben einem umfgr. zeichner. u. maler. Werk schuf H. vor allem Feder- u. Pinselzeichnungen (in der Frühzeit Radierzyklen) zu zahlr. Werken der Weltlit. u. wurde damit einer der bedeutendsten Illustratoren des 20. Jh.Löffler, F.: J. H. Dresden 1980; Sichowsky, R. von: J. H. Aufzeichnungen über seine Illustrationsarbeiten. Hamburg 1964. Kat. J. H. zum 100. Geburtstag. Dresden 1984.Dieter Gleisberg

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Heibich, Walter

* 1.4.1910 – ✝ 6.2.1969

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Polizist; Grundschule; Ausbildung zum u. Arbeit als kfm. Angest., Verkäufer, Dekorateur u. Filialltr. in Oppeln u. Berlin; 1939/40 Angest. bei der Reichsmonopolverw. für Branntwein; 1940 Wehrmacht, 1941 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft; 1942 Ltr. eines antifa. Lageraktivs an der Antifa-Schule Oranki (b. Gorki); 1943 Angehöriger des NKFD; Frontbevollm. bzw. ab 1947 Ltr. der Lehrabt. der ersten Antifa-Schule in der Kasach. SSR. Okt. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; Instrukteur der SED-Stadtteilltg. Halle; 1948 Assistent an der LPS »Wilhelm Liebknecht« der SED-LL Sachsen-Anh. in Wettin; anschl. bis 1951 Wirtschaftsltr. der LPS Wettin u. Ballenstedt; 1951 Ltr. der Wirtschaftsabt. der PHS; 1952 Sektorltr. Versorgung u. ab Nov. stellv. Ltr. der Abt. Verw. der Wirtschaftsbetriebe des ZK der SED, 1958 – 64 Ltr. dieser ZK-Abt. (Nachf. von  Emil Scheweleit); 1964 – 69 stellv. Ltr. der Abt. Finanzverw. u. Parteibetriebe, zugl. Ltr. des Sektors Heime u. Schulen; 1960 VVO.Andreas Herbst

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Heidenreich, Gerhard

* 5.10.1916 – ✝ 23.2.2001

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Arb., Mutter Landarb.; Volksschule; 1930 – 32 Laufbursche; 1931 Vertreter der Roten Pioniere in der KJVD-BL Breslau; 1934 kfm. Ausbildung; 1934 Verurteilung zu zwei Jahren Gefängnis wegen »Vorbereitung zum Hochverrat«, danach arbeitslos; 1937/38 versch. Hilfsarbeiten; 1938 – 45 Transportarb. u. Ofenbauer; 1944/45 Teilnahme am antifa. Widerstand im Kessel Breslau. 1945 Umsiedl. nach Dresden; KPD; Jugend-Sekr. der KPD-KL Plauen; 1946 Lehrgang an der Antifa-Schule der SMAD in Königs Wusterhausen; 1947 Sachbearb. für Kaderfragen beim ZR der FDJ; 1947 – 49 Mitgl. der LL u. des Sekr. der SED Sachsen; 1947 – 49 1. Sekr. der FDJ-LL Sachsen; 1948 – 50 Mitgl., 1949/50 2. Sekr. des ZR der FDJ; 1950 Kand. des ZK der SED; Abg. der Volkskammer; stellv. Ltr. der Abt. Kader des ZK der SED; 1951 stellv. Ltr. des APN (später HA XV bzw. HV A des MfS); 1957 1. Sekr. der SED-KL im MfS (Nachf. von  Alfred Schönherr); 1963 – 81 Mitgl. des ZK der SED; 1965/66 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1970 Gen.-Major; 1974 VVO; 1979 Ruhestand; 1986 Stern der Völkerfreundschaft.Jens Gieseke

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Heiduczek, Werner

* 24.11.1926

Geb. in Hindenburg (Oberschles./Zabrze, Polen); Vater Maschinenbauschlosser; aufgew. im kath. Bergbaumilieu; 1937 – 44 OS; 1943 Luftwaffenhelfer, 1944 RAD u. Wehrmacht, 1945 Kriegsgefangenschaft. 1945 Gelegenheitsarbeit in Landw. u. Gleisbau; 1946 Neulehrerkurs u. Lehrer im Krs. Herzberg; 1946 – 49 Studium der Pädagogik u. Germanistik in Halle; anschl. wieder Schuldienst, zul. Krs.-Schulrat in Merseburg; 1953/ 54 germanist. Erweiterungsstudium an der PH Potsdam; anschl. freier Mitarb. der DAK, Arbeit am Nachlaß von  Friedrich Wolf; 1955 – 59 Geschichts- u. Dt.-Lehrer an der KJS Halle; 1958 erstes Kinderbuch »Jule findet Freunde«; 1959 Bauhilfsarb. im VEB Chem. Werke Buna; 1960 freischaff. Schriftst.; 1961 – 64 Dt.-Lehrer am Fremdsprachengymn. in Burgas (Bulgarien); ab 1965 freischaff. Schriftst. zunächst in Halle, ab 1972 in Leipzig; 1968 – 81 operative Bearbeitung u. Überwachung durch das MfS u. a. in der OPK »Atelierkrs.« (ab 1973) u. OV »Schreiber« (1978 – 81); 1969 Heinrich-Mann-Preis; Händel-Preis; 1976 Kunstpreis der Stadt Leipzig; nach der  Wolf-Biermann-Ausbürg. Forderung nach »Ablösung der alten Funktionärsgeneration« in der BL der SED u. im Präs. des SV (zus. mit  Erich Loest); 1986 Alex-Wedding-Preis. 1991 Mitgl. des Dt. PEN-Zentrums (Ost); 1995 Eichendorff-Preis der Stadt Swangen; 1999 Bundesverdienstkreuz; lebt in Leipzig. Viel gelesene Werke u. a.: »Abschied von den Engeln« (Roman, 1968), »Mark Aurel oder Ein Semester Zärtlichkeit« (Erzählung, 1971), »Tod am Meer« (1977), diese fiktive selbst- u. gesellschaftskrit. Lebensbilanz eines DDR-Schriftst. erschien erst nach Überwindung großer Schwierigkeiten u. (Selbst)Zensur, danach offiz. Protest des sowj. Botschafters bei  Erich Honecker wegen der Darstell. »bestimmter Brutalitäten der Roten Armee« nach 1945; Hrsg. von Sagen anderer Völker.Im gewöhnl. Stalinismus. Meine unerlaubten Texte. Leipzig, Weimar 1991; Verfall einer Stadt – Beispiel Leipzig. Halle 1992; Der kleine Gott der Diebe. Leipzig 1992; Dtl. – kein Wintermärchen oder Draußen vor der Tür. Berlin 1993; King Lear. Chemnitz 2000; Der singende Fisch. Berlin 2000; Die Schatten meiner Toten. Leipzig 2005. Leipziger Städtische Bibliotheken (Hrsg.): W. H. zum 70. Geburtstag. Leipzig 1996.Bernd-Rainer Barth / Andreas Kölling

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Heilemann, Werner

* 18.5.1925

Geb. in Hartha (Krs. Döbeln); Vater Arbeiter; Volksschule, 1939 – 42 Ausbildung zum Bauschlosser; 1942/43 Studium an der FS für Hoch- u. Tiefbau München; 1945 FDGB; 1945/46 KPD/SED; 1945/46 Angest. bei der Stadtverw. Hartha; 1946 – 48 Landessekr. für Jugend im FDGB-LV Sachsen; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949/50 geschäftsf. FDGB-Bundesvorst. u. Ltr. Abt. Jugend; 1949 – 55 Mitgl. des ZR der FDJ; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 52 Ltr. der Abt. Jugend im FDGB-Bundesvorst.; 1953 PHS; 1954 – 62 Ltr. des Sektors Gewerkschaften u. Sozialpol. im ZK der SED; 1962 – 67 Vors. des FDGB-Bez.-Vorst. Dresden; Mitgl. der SED-BL Dresden u. ihres Sekr.; Abg. des Bez.-Tags; 1962 – 89 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst.; 1967/68 Studium an der Gewerkschafts-HS Bernau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1968 – 89 Mitgl. des Präs. u. Sekr. des FDGB-Bundesvorst.; 1981 – März 1990 erneut Abg. der Volkskammer, bis 1989 Mitgl. ihres Präs., stellv. Vors. des Aussch. für Nat. Verteidigung; 1983 VVO; Nov. 1989 Entbindung von den Funktionen im FDGB-Bundesvorst.; Nov 1989/90 Ltr. der AG »innengewerkschaftl. Demokratie« des FDGB. Nach 1990 Mitgl. der Volkssolidarität Berlin.Die Aufgaben der Gewerkschaften im Kampf gegen die Remilitarisierung Dtl. Berlin 1951.Helmut Müller-Enbergs

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Heilmann, Friedrich Wilhelm

* 1.3.1892 – ✝ 30.6.1963

Geb. in Berlin; Vater Schuhmacher, Kell- ner, Mutter Köchin; 1898 – 06 Volksschule; 1906 – 10 Ausbildung zum Vergolder u. Modelleur, dann bis 1914 im Beruf tätig; 1907 SAJ; 1910 SPD; 1911 – 13 Jugendfunktionär in Hannover; 1914 – 16 Metallarb. in Berliner Betrieben; März 1915 verhaftet u. wegen Antikriegsprop. zu neun Mon. Gefängnis verurteilt; 1916 – 18 Soldat; 1916 Spartakusbund; 1919 KPD; Jan. 1919 Mitgründer u. bis 1921 Mitgl. des Reichsaussch., ab 1922 leitender Sekr. der FSJ bzw. der KJD; Chefred. des Verlags »Junge Garde«; Nov. 1919 Teiln. am Gründungskongreß der KJI in Berlin; 1920/21 Vertreter der KJD beim ZK der KPD; 1921 Sekr. im ZK der KPD; 1921/22 Obersekr. der BL Mitteldtl. der KPD; 1922/23 Ltr. der BL Baden, auf dem 8. Parteitag der KPD 1923 zum Ersatzmitgl. des ZA gewählt; 1923/24 Chefred. der »Arbeiter-Ztg.« in Mannheim; 1923 Anhänger der »Mittelgr.«; 1925 – 30 Chefred. des »Thür. Volksblatts« in Gotha; ab 1925 Mitgl. der KPD-BL Groß-Thür.; 1929 – Febr. 1933 Abg. des Thür. Landtags, 1930 Vors. u. Sprecher der KPD-Fraktion; 1930 – 33 Sekr. für Landes- u. Kommunalpol. der KPD-Ltg. Thür.; April – Aug. 1933 Ltr. der KPD in Norderbayern in Nürnberg; Sept. 1933 Emigr. in die UdSSR; anschl. bis 1935 Ref. für Agit.-Prop. u. Ref. für die Niederlande u. Schweiz im Mitteleurop. Sekr. des EKKI; dann bis 1937 Ltr. der Informationsabt. im EK der IRH; Kursusltr. an der KUNMS; am 24.3.1936 vom OLG München in Abwesenheit zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt; ab 1936 Sprecher in Abendsendungen des Moskauer Rundfunks; 1937/38 zur Verfügung der Vertr. der KPD beim EKKI; 1938 Hilfsred. im Verlag für fremdspr. Lit., verantw. für die Marx-Engels-Ausgabe; 1939 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft, 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; nach dem 22.6.1941 Prop.-Arbeit in der Glav PURKK; 1941 Evakuierung mit dem Verlag nach Engels; 1942 Rückkehr nach Moskau; 1942/43 Mitarb. der GlavPURKKA; Red. der Ztg. für Kriegsgefangene »Das freie Wort«; dann Sprachlehrer an der Leningrader Schule für Politkommandeure; 1943 – 45 Chefsprecher des Senders Freies Dtl.; Unterstützung  Erich Weinerts bei der Abfassung einer kurzen Geschichte des NKFD. 7.11.1945 Rückkehr nach Dtl.; bis Dez. 1948 Chefred. der »Thür. Volksztg.« bzw. vom »Thür. Volk«; Mitgl. des Sekr. des SED-LV Thür.; 1946 – 52 Mitgl. u. 1947 – 50 Vizepräs. des Landtags; stellv. Vors. der DSF in Thür.; 1948 – 50 Ltr. der Abt. Kultur u. Erziehung im SED-LV; 1949 – 52 Mitgl. der Prov. bzw. Länderkammer der DDR; 1950 – 53 1. Landesvors. der DSF in Thür. bzw. Vors. des DSF-Bez. Erfurt; 1951 – 53 Fernstudium an der PHS; 1952/53 Mitgl. der SED-BL u. 1952 – 54 Mitgl. des Bez.-Tags Erfurt, Vors. der Ständ. Kommission für örtl. Polizei u. Justiz; 1954 – 57 Chefred. der »Freien Welt« (Nachf. von  Harald Hauser); VVO; 1957 – 63 stellv. Chefred. der Wochenztg. des KB »Der Sonntag«; 1962 KMO; gest. in Berlin.Dt. Kinderfibel. Berlin 1931 (mit R. Fischer); Zur Rolle des Senders »Freies Dtl.« bei der Anleitung u. Orientierung der antifa. dt. Widerstandsbew. In: Das Nationalkomitee »Freies Dtl.« u. seine militärpol. Bedeutung. 1963.Peter Erler

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Hein, Lucie

* 25.9.1910 – ✝ 15.9.1965

Geb. in Rüdersdorf (b. Berlin); Vater Werkmeister im Zementwerk Rüdersdorf, Mutter Fabrikarb.; Volksschule in Rüdersdorf u. Petershagen; 1925 / 26 kaufm. Handelsschule in Berlin, Ausbildung zur Stenokontoristin; 1926 – 34 Stenotypistin bei der Fa. Max Levy in Berlin, dann bei versch. Firmen in Petershagen u. Berlin; 1929 – 34 bei der Fa. Zorn & Jacobi Berlin; 1934 Heirat, Mithilfe im Räucherwarengeschäft des Ehemanns in Berlin; 1941 – 45 Hausfrau; Aug. 1944 Tod des Ehemanns an der Ostfront. 1945 – 52 Sekretärin, Sachbearb. u. Personalltr. beim Rat der Gemeinde Petershagen, Kr. Strausberg; 1947 SED; Febr. 1951 Bürgermeisterin in Petershagen; März – Juni 1951 Lehrgang an der SED-KPS in Wandlitz; 1952 – 60 polit. Mitarb. / Instrukteurin der SED-BL Frankfurt (Oder), Abt. Staatl. Organe; 1957 / 58 Einjahreslehrgang an der DASR »Walter Ulbricht«; 1958 – 60 persönl. Mitarb. des 1. Sekr. der SED-BL Frankfurt (Oder), zuständig für Staatsfragen, Blockpolitik u. Kirchenfragen; 1960 – 65 OB von Frankfurt (Oder) (Nachf. von  Else Noack); gest. in Frankfurt (Oder).Bernd-Rainer Barth

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Heinrich, Eberhard

* 12.3.1926

Geb. in Schönau am Katzbach (Niederschl./ Świerzawa, Polen); Vater Angest.; Volksschule, Handelsschule; Lehre als Industriekfm.; 1943 mehrmon. Jugendhaft wg. »illeg. pol. Tätigkeit«; 1944 Ausschl. aus HJ u. Einberufung zum RAD, anschl. Wehrmacht, 1945 desertiert, 1945/46 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Land- u. Hilfsarb. in Lützelsachsen (Baden); 1946 KPD u. Badische Volksjugend; Juni 1946 Übersiedl. in die SBZ; 1946 SED; Juni – Sept. 1946 Lehrgang an der Jugend- HS; ab Okt. 1946/47 Volontär in der Red. des »Vorwärts«; Okt. 1947 – Mai 1948 Journalistenlehrgang an der PHS; ab 1.1.1950 – 62 Abt.-Ltr. bzw. Redaktionssekr. beim »Neuen Dtl.«; 1953 Fernstudium an der FS für Journalistik Leipzig; 1962 – 65 1. Stellv. des Chefred. »Neues Dtl.«; 1965 – 67 hauptamtl. Mitgl. der Agit.-Kommission beim PB; 1967 – 78 im Range eines Abt.-Ltr. hauptamtl. Mitgl. der Agit.-Kommission u. persönl. Mitarb. beim Sekr. des ZK  Werner Lamberz; 1978 – Dez. 1980 hauptamtl. Mitgl. u. Sekr. der Agit.-Kommission beim PB des ZK; 1971 – 89 Kand. des ZK der SED; Jan. 1981 – 90 Mitgl. des Zentralvorst. u. Vors. des VDJ (Nachf. von  Harri Czepuck); Vizepräs. der Internat. Org. der Journalisten; Vors. des Internat. Rats für journalist. Ausbildung; 1959 Verdienstmedaille der DDR; 1961, 1965 u. 1974 VVO; 1970 Lenin-Jubiläumsmedaille und Verdienstmedaille der NVA; 1976 Banner der Arbeit; 1986 Stern der Völkerfreundschaft; 1990 Vorruhestand.Der Krieg einer unsichtbaren Armee – Porträt der CIA. Berlin 1983 (zus. mit K. Ullrich). Gebhardt, M.: Die Nackte unterm Ladentisch. Berlin 2002.Bernd-Rainer Barth / Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Heinze, Dieter

* 7.8.1928 – ✝ 3.3.2006

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); 1946 KPD/ SED; Mitgl. FDJ-KL Döbeln; 1947 Abitur; 1947 – 51 Studium der Wirtschaftswiss. an der Univ. Leipzig; 1947 – 49 Sekr. für Kultur u. Erziehung in der FDJ-Ltg. der Univ.; 1951 Referent für Schulen im Verb. Dt. Konsumgenossenschaften in Berlin; 1952 – 58 Abt.-Ltr. u. stellv. Dir. im Zentralhaus für Volkskunst Leipzig, Sekr. des Präs. für gesamtdt. Laien- u. Volkskunst; 1956 – 58 Mitarb. der SED-KL Leipzig; 1959 Instrukteur, 1960 – 62 Ltr. des Sektors Kunst u. Lit., 1963 – 69 stellv. Ltr. der Abt. Kultur des ZK der SED; 1969 – 73 Staatssekr. im MfK; 1973 – 77 Botschafter u. Ständiger Vertreter der DDR bei der UNESCO in Paris; 1977 – 85 1. Stellv. GD der AdK, 1985 – 90 Dir. der AdK-Abt. Nat. Forschungs- u. Gedenkstätten der DDR für dt. Kunst u. Lit. des 20. Jh.; Prof.; 1990 Vorruhestand.Der Fall D. H. In: Braun, M.: Kulturinsel u. Machtinstrument. Die Akad. der Künste, die Partei u. die Staatssicherheit. Göttingen 2007.Beatrice Vierneisel

Wer war wer in DDR

Heinze, Walter

* 18.3.1899 – ✝ 1.8.1987

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Böttchergeselle u. Molkereiinspektor; Mittelschule, Gymnasium, 1917 – 19 Militärdienst; 1919 Studium der Physik, Mathematik u. Chemie an der Univ. Greifswald, 1921 Prom. zum Dr. phil.; ab 1921 Physiker im Versuchslaboratorium der »Osram GmbH« bzw. ab 1939 bei der Firma »Telefunken«, 1943/44 Ltr. einer Außenstelle von »Telefunken« in Paris; 1944/ 45 ltd. Mitarbeiter im Telefunken-Röhrenwerk Erfurt. Ab 1945 Ltr. der Röhrenfertigung, ab 1949 Ltr. der Röhrenentwicklungsstelle bzw. des Zentrallaboratoriums für Empfängerröhren im Funkwerk Erfurt; 1946 SPD/SED, ab 1954 zeitw. Mitgl. der SED-BL Erfurt; 1956 Hauptkonstrukteur der HV »Radio u. Fernmeldetechnik« im Min. für allg. Maschinenbau; 1955 Habil.; Prof. mit vollem Lehrauftrag für Vakuumtechnik u. Dir. des Inst. für Elektronik an der HS für Elektrotechnik Ilmenau, 1959/60 Vors. der HS-Gewerkschaftsltg., bis 1961 auch Mitgl. des ZV der Gewerkschaft Wiss.; 1960/ 61 Techn. Ltr. des VEB Halbleiterwerk in Frankfurt (Oder), anschl. wiss. Berater des Werkes; 1962 – 64 Rektor der TH Ilmenau (Nachf. von  Hans Stamm), 1963 Prof. mit Lehrstuhl für Elektronik; 1962 Mitgl. der SED-BL Suhl; 1965 em.Andreas Herbst / Dieter Hoffmann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heartfield, John

* 19.6.1891 – ✝ 26.4.1968

Geboren am 19. Juni 1891 in Berlin-Schmargendorf als Helmut Herzfeld, Sohn des sozialistischen Dichters und Schriftstellers Franz Herzfeld (Pseudonym Franz Held), Helmut war Neffe von Joseph Herzfeld; wuchs in Salzburg auf, anschließend Buchhändlerlehre in Wiesbaden, 1906/07 Unterricht bei dem Wiesbadener Maler Bouffier. Von 1907 bis 1911 studierte er an der Kunstgewerbeschule in München und war 1911/12 Erster Zeichner in der Werbeabteilung einer Mannheimer Firma. Von 1912 bis 1914 Besuch der Kunst- und Handwerksschule in Berlin-Charlottenburg, dann von 1914 bis 1916 Soldat im Weltkrieg, aus Protest gegen den Chauvinismus nannte er sich seit 1916 John Heartfield. Er gründete mit seinem Bruder Wieland Herzfelde den Verlag Neue Jugend und den Malik-Verlag. Seit 1919 Mitglied der KPD, neben George Grosz war er der bekannteste Graphiker der KP-Presse und entwickelte die künstlerische Form der politischen Fotomontage. Gemeinsam mit seinem Bruder Wieland zeichnete er, gestaltete Bücher und montierte satirische Blätter und Plakate für die KPD. Seit 1930 ständiger Mitarbeiter der AIZ; 1933 flüchtete er in die âSR und setzte von dort aus seinen Kampf gegen das NS-Regime fort. 1938 emigrierte er nach Großbritannien, schloß sich dem Freien Deutschen Kulturbund an und kehrte erst im September 1950 über Prag in die DDR zurück. Heartfield wurde 1960 Professor an der Hochschule für angewandte Graphik in Leipzig und schuf zahlreiche Bühnenausstattungen für das Berliner Ensemble und das Deutsche Theater. Der international anerkannte Graphiker geriet 1951 wegen seiner Westemigration in die stalinistische Säuberungskampagne der SED. Die ZPKK beschloß am 19. März 1951, daß John Heartfield »wegen Verbindung zu Mitarbeitern der von Noel Field geschaffenen USC in London aus Sicherheitsgründen nicht in die Partei aufgenommen werden kann«. Erst im Juli 1956 wurde er in die Partei aufgenommen. Seit 1956 Ehrenmitglied des VBK und des Künstlerverbandes der âSSR, seit 1957 gehörte er auch der AdK in Ost-Berlin an. Er erhielt 1967 den Karl-Marx-Orden. John Heartfield starb am 26.April 1968 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Hedeler, Walter

* 17.11.1911 – ✝ 11.5.1994

Geb. in Leipzig; Vater Buchbinder, Angest., Mutter Kontoristin; Volks- u. Oberschule, Abitur; 1928 – 30 Ausbildung im Waldorf-Verlag in Stuttgart; 1928 KJVD; 1929 KPD; 1931/32 Besuch der Buchhändlerlehranstalt in Leipzig; ab 1933 illeg. pol. Arbeit; Org.-Ltr. der BL Württemberg der KPD; 1935 in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Emigr. in die ČSR u. dann in die UdSSR; 1935 – 37 Kursant an der Lenin-Schule (»Walter Hegele«); 1937 – 38 dort Parteiorganisator des dt. Sektors; 1938/39 Red. u. stellv. Ltr. der Auslandsabt. der DZZ; 1939/40 Mitarb. in der Vertr. der KPD im EKKI, Unterstützung von  Rudolf Lindau bei der Ausarbeitung eines Abrisses der KPD-Geschichte; dann Mitarb. der Presseabt. des EKKI; 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; 1941 sowj. Staatsbürgerschaft, Paß auf den Namen Walter Hedeler; Okt. 1941 Evakuierung in den Kolchos Ilmursa bei Ufa; 1942 Sprecher u. Red. beim Dt. Volkssender in Ufa; Ende 1942 nach einer Verleumdungskampagne gegen dt. KI-Mitarb. Entlassung von der Arbeit u. Ausschl. aus der KPD; Anf. 1943 Verbannung nach Tomsk, Schwarz- u. Gelegenheitsarbeiten, 1946 – 55 Hauptbibliothekar an der Univ.-Bibliothek, 1948 Registrierung v. MWD als Zwangsangesiedelter bzw. Verbannter. Am 27.7.1955 Übersiedl. in die DDR; 9.11. 1955 ZPKK-Beschluß zur Aufhebung des Parteiausschl. von 1942 u. Aufnahme in die SED; bis Febr. 1956 stellv., 1957 – 59 Chefred. der »Leipziger Volksztg.« (Nachf. von  Kurt Hanke); Mitgl. der SED-BL Leipzig; nach Kritik durch  Horst Sindermann auf der 3. Pressekonferenz des ZK der SED 1960 Versetzung in die Red. der »Einheit«; 1961 – 75 Mitarb. bei der Ztschr. »Probleme des Friedens u. des Soz.« in Berlin; danach ehrenamtl. Mitarb. der »Einheit«; 1976 Ehrenspange zum VVO; 1982 u. 1986 Stern der Völkerfreundschaft.Erler, P.: Zwischen stalinistischem Terror u. Repression. In: JHK 1996. Berlin 1996; Tischler, C.: Flucht in die Verfolgung: Dt. Emigranten im sowj. Exil. Münster 1996.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Hegewald, Heidrun

* 21.10.1936

Geb. in Meißen; OS; 1951 – 54 Ausbildung zur Damenmaßschneiderin; 1954/55 in Dresden Schneiderin im Modesalon Rakette; 1955 – 58 Studium im Fach Entwurf an der FS für Bekleidung in Berlin; 1958 – 61 Studium der Grafik an der HS für bildende u. angewandte Kunst in Berlin-Weißensee; 1960 – 71 freischaff. Grafikerin in Berlin; 1963 – 93 VBK; 1971 – 74 Mstr.-Schülerin der AdK bei  Werner Klemke; 1974 – 83 Mitgl. der Sektionsltg. Malerei/Grafik des VBK Berlin; seit 1975 freischaff.; seit 1976 auch publizist. Arbeiten; 1978 – 88 Mitgl. im ZV u. im Präsidium des VBK; 1989 NP. Seit 1990 zahlr. Lesungen sowie (kultur-) polit. Aktivitäten im Umfeld der PDS; 1993 Mitgl. des Bundesverb. Bildender Künstlerinnen u. Künstler e. V.; seit 1993 zur Existenzsicherung auch als Arzthelferin tätig; 2003 Ausst. »H. H. – Malerei, Zeichnung u. Grafik« in der Berliner Inselgalerie; lebt in Berlin-Karow. Werke: Buchillustrationen zu  Peter Hacks, John Erpenbeck; Tafelbilder: u. a. Spielendes Kind (1974), Kind u. Eltern (1976), Schlaf (1977), Die Tanzmeister. Ein Bild über die falschen Töne (1981), Gegensätzliche (1982), Mütter (1982), Die Mutter mit dem Kinde (1984/85), Prometheus bemerkt das Spiel mit dem Feuer (1986).Meine Sehnsucht ist krisenfrei. In: Förster, G. (Hrsg.): Es zählt nur, was ich mache. Gespräche mit bildenden Künstlerinnen aus Berlin (Ost) seit 1990. Berlin 1992; Frau K. Die zwei Arten, zu erbleichen. Berlin 1993. Kat. H. H. Malerei – Grafik – Handzeichnungen. Bezirksmuseum Potsdam/Staatl. Galerie Moritzburg. Halle 1980; Bertram, A.: H. H. Zeichnungen – Malerei – Graphik – Texte. Berlin 2004.Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Heicking, Wolfram

* 19.5.1927

Geb. in Leipzig; Volksschule, Gymn.; 1946 – 51 Studium Klavier, Musiktheorie, Komposition u. Musikwiss.; 1951 St.-Ex.; 1951/52 wiss. Assistent am Inst. für Musikerziehung der HU Berlin; seit 1957 Doz. für Tonsatz an der HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin; 1959 Prom.; 1969 Prof. für Tonsatz u. Komposition; 1972 – 82 Vors. des Bez.-Vorst. Berlin des VDK; 1973 Kunstpreis der DDR; 1974 VVO; 1979 NP (im Koll.); 1982 – 89 Vizepräs. des VDK; 1983 AdK; 1988 Vors. des Berliner Musikbeirats; 1997/98 Musik für den Film »Abgehauen«; lebt in Werneuchen. Zahlr. Werke der Orchester- u. Kammermusik, Lieder, Chansons, Jazz- u. Tanzmusik sowie Musik zu zahlr. Spiel-, Dok.- u. Fernsehfilmen, u. a. »Spur der Steine« (1965/66), »Hochzeitsnacht im Regen« (1966/67), »Schüsse unterm Galgen« (1967/68), »Anton, der Zauberer« (1977/78), »Asta, mein Engelchen« (1980).Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Heider, Günther

* 13.10.1928 – ✝ 24.8.2006

Geb. in Ilmenau; Vater Werkzeugmacher; Volksschule; 1943 – 47 Landwirtschaftsschule, landw. Gehilfe, 1948 Examen an der Ackerbauschule; 1949 SED; 1949 – 51 Abiturausb. an der ABF Jena; 1951 – 56 Studium der Veterinärmed. an der Univ. Leipzig, anschl. Assistent bzw. Oberassistent, 1957 tierärztl. Approbation, 1958 Prom. zum Dr. med. vet. mit einer Arbeit zur Salmonelleninfektion bei Zuchtenten; 1962 Berufung an die HU Berlin, Doz., Dir. des Inst. für Geflügelkrankheiten u. Dir. der Lehr- u. Versuchsstation Damsdorf, 1967 Prof. mit Lehrauftrag, 1968 ord. Prof. für Geflügelkrankheiten u. bis 1975 Dir. der neuen Sektion Tierprod. u. Veterinärmed.; 1962 Sekr., 1973 – 90 Präs. der Wiss. Ges. für Veterinärmed. (Nachf. von  Karl Rothe); 1977 Kand., 1981 ord. Mitgl. der AdL; Mitgl. des Wiss. Beirats für Agrarwiss. beim Min. für Hoch- u. Fachschulwesen, der Wiss. Räte des Kombinats Industrielle Tierprod. u. des Geflügelwirtschaftsverb. der DDR sowie des Rats für Biotechnol. der HU; Dr. h. c. der AdW der VR Polen, 1989 VVO. 1993 Altersrentner; seit 1990 Mitgl. des Parteirats u. Ältestenrats beim PV der PDS. Forschungen u. Publ. zu Geflügelkrankheiten, Virol., Immunol. u. zur Molekularbiol.; maßgebl. beteiligt an der Entw. der industriemäßigen Geflügelprod. in der DDR.Vorbeugender Gesundheitsschutz in der industriellen Geflügelproduktion. Jena 1972; W. Busch (Hrsg.): Grundriß der Tiergesundheitslehre. Jena 1989 (Mitautor); Krankheiten des Wirtschaftsgeflügels. Jena 1992, 2 Bde. (Hrsg. u. Mitautor).Siegfried Kuntsche

Wer war wer in DDR

Heil, Alfred

* 13.2.1921

Geb. in Dresden; Vater Bankangestellter; Gymnasium, Abitur; ab 1938 Bauingenieurstudium an der TH Dresden; 1940 – 45 Wehrmacht (Griechenland, Balkan), zuletzt Wachtmstr., 1945 NKFD in Italien. 1946 Mitgl. im antifasch. Jugendaussch. in Dresden; Mitbegr. der FDJ in Dresden, Sekr. für Kultur u. Bildung; 1947 Mitgl. des FDJ-KV Freiberg; 1948 / 49 stellv. Vors. für Agit. u. Prop. des Landessportaussch. Sachsen; 1950 –52 Studium an der PHS der SED; 1952 – 54 Abt.-Ltr. Agitation u. Propaganda im Staatl. Komitee f. Körperkultur u. Sport; 1954 – 59 Chefred. der Ztg. »Dt. Sport-Echo«; 1957 – 78 Mitgl. des DTSB-Bundesvorst., 1957 – 73 Mitgl. des Präsidiums, 1959 – 66 Sekr., 1966 – 73 Vizepräs. des DTSB-Bundesvorst.; 1958 – 60 Präs. des Dt. Tennisverb., später Vizepräs.; 1969 – 90 Vizepräs. der Gesell. zur Förderung des olymp. Gedankens; 1973 – 87 GD der Auslandspresseagentur »Panorama DDR«; danach Rentner; 1960 u. 1972 VVO; 1981 Stern der Völkerfreundschaft; lebt in Berlin.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Heilig, Bruno

* 26.4.1888 – ✝ 21.7.1968

Geb. in Hohenau a. d. March (Österreich) in einer jüd. Fam.; Vater Kfm.; Volksschule, Gymnasium in Lundenburg, 1908 Abitur; anschl. sieben Semester Jurastudium an der Univ. Wien; danach journalist. tätig; ab 1912 Mitarb. der ungar. Nachrichtenagentur MTI in Budapest; 1914 – 18 Soldat bei einem ungar. Telegrafen-Regt.; anschl. journalist. tätig, 1920 für die Ztg. »Pesti Napló« (Budapest) u. Korrespondent der »Vossischen Ztg.«; Nov. 1928 aus pol. Gründen Ausweisung aus Österreich u. Ungarn; 1928 – März 1931 Mitarb. im Ullstein-Verlag Berlin, anschl. Berliner Korresp. des »Wiener Tags« u. der »Prager Presse«; Sept. 1933 vor drohender Verhaftung Flucht nach Wien; Journalist für die Ztg. »Der Wiener Tag« u. »Der Morgen«; Aug. 1934 – Jan. 1935 Red. der jüd. Ztg. »Die Stimme«; Aug. 1935 Leitartikler der Montagsztg. »Der Morgen«; März 1938 von der Gestapo in Wien inhaftiert, 1938/39 Haft in den KZ Dachau u. Buchenwald; Apr. 1939 Entlassung, Sommer 1939 Flucht über Italien nach England; Mitarb. der Ztg. »Land and Liberty«; Mitgl. des KP-Forums »Austria of Tomorrow«; verarbeitete seine KZ-Erfahrungen in dem Reportageroman »Men Crucified« (London 1941, dt. »Menschen am Kreuz« 1948); Frühj. 1941 Schlosserlehre, anschl. bis 1944 Arbeit als Dreher u. Werkzeugmacher; Dez. 1941 Mitunterz. der »Deklaration österr. Vereinigungen in Großbritannien«; Mitgl. der Free Austrian Movement. 1947 Rückkehr nach Dtl. (Berlin); Mitarb. im Office of Chief of Council for War Crimes; SED; ab 1948 Red. der Ztg. »Dtl. Stimme«, 1949 – 52 mit  Max Spangenberg ihr gleichber. Chefred., zuständig für Außenpol.; gleichz. außenpol. Kommentator des Rundfunks; ab 1953 freischaff. Schriftst., Übersetzer aus dem Engl. u. Ungar., wichtiger Mittler der ungar. Lit. in der DDR, übersetzte u. a. István Örkény, Zsigmond Móricz, Mór Jókai; gest. in Berlin.Nicht nur die Juden geht es an. Wien 1936; Der lange Marsch. Ein Bericht vom Werden des neuen China. Berlin 1951; Menschen am Kreuz. Dachau – Buchenwald. Weitra 2002; Wiener Beiträge. 1933 – 1938. Weitra 2003. Maimann, H.: Pol. im Wartesaal. Österr. Exilpol. in Großbritannien 1938 – 1945. Wien 1975.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heimburger, Arthur

* 24.7.1895 – ✝ 21.12.1989

Geboren am 24. Juli 1895 in Leipzig, Sohn eines Drechslers; Lehre und Angestellter bei der Volksfürsorge in Hamburg. Im Weltkrieg Soldat, 1916 Mitglied der SPD, 1919 der KPD. Heimburger, der ab 1920 der BL Mitteldeutschland angehörte und zeitweise Orgleiter in Leipzig, Dresden und Hannover war, arbeitete ab 1922 in der Zentrale der KPD im Bereich »Abwehr«. Mehrmalige Verhaftungen (1926 und 1928). Ende 1928 Ausschluß aus der KPD und Mitglied der KPO. Redakteur der KPO-Zeitung »Arbeiterpolitik« bis Anfang 1933. Heimburger leistete nach 1933 mit anderen KPO-Mitgliedern illegale Arbeit, wurde aber angeblich 1934 aus der KPO ausgeschlossen. Von 1940 bis 1945 Angestellter in Berlin. 1945 wieder Mitglied der KPD, 1946 der SED, deren Sekretariatsmitglied in Berlin-Neukölln. Im FDGB aktiv, er wurde Redakteur im Verlag Tribüne und gehörte bis zum 3. FDGB-Kongreß dem Bundesvorstand des FDGB an. Später stellvertretender Chefredakteur der FDGB-Zeitschriften »Kulturelles Leben« bzw. von 1956 bis 1961 der »Rundschau«. Erst 1961 hat die ZPKK Parteistrafen gegen ihn wegen früherer KPO-Tätigkeit aufgehoben. Seine Ehefrau Lucie Heimburger (* 25. 5. 1897 – † 23. 10. 1983), geborene Gottschar, war gelernte Stenosekretärin und arbeitete während der Revolution im Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte. Sie war Stenographin während der Verhandlungen auf dem Gründungsparteitag der KPD. Von 1922 bis 1924 bei der sowjetischen Handelsvertretung beschäftigt und von 1924 bis 1929 im ZK der KPD (Ressort Polizei- und Zersetzung der Reichswehr). Auch sie wurde im Dezember 1929 aus der KPD ausgeschlossen, trat wie ihr Mann in die KPO ein und war mit ihm im Widerstandskampf aktiv. Arthur Heimburger starb am 21. Dezember 1989 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Heinitz, Walter

* 25.8.1915 – ✝ 10.3.1987

Geb. in Eppendorf (Krs. Flöha); Vater Streckenarb.; Volksschule; 1930 – 37 Ausbildung u. Arbeit als Orchestermusiker; 1937 RAD, dann Wehrmacht (Musiker u. Sanitäter); 1944 Verurteilung durch Militärgericht wegen »Wehrkraftzersetzung«, Strafbat. 999. April 1945 Rückkehr nach Dtl.; Antifa-Arbeit; 1945/46 KPD/SED; Sept. 1945 Einstellung bei der pol. Polizei (später K 5) Chemnitz; Sept. 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 Länderverw. Sachsen des MfS), Krs.-Dienststelle Chemnitz; 1950 Krs.-Dienststelle Stollberg, dann Abt. IV (Spionageabwehr) der Länderverw. Sachsen; 1951 Versetzung zum MfS Berlin, HA IX (Untersuchungsorgan), 1952 Abt.-Ltr., 1957 stellv. HA-Ltr.; 1962 Oberst; 1962 – 64 Fernstudium an der HU Berlin, St.-Ex. als Kriminalist; 1964 Ltr. der HA IX; 1973 Entlassung aus dem MfS; hauptamtl. Parteisekr. in einem Feierabendheim in Dresden, dann Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Heinrich, Reinhart

* 24.4.1946 – ✝ 23.10.2006

Geb. in Dresden, aufgewachsen in Kuibischew; Vater Mathematiker, der 1946 – 54 zur wiss. Tätigkeit in der Sowjetunion zwangsverpflichtet wurde; ab 1956 Schulbesuch in Dresden, 1964 Abitur an der Kreuzschule; anschl. Studium der Physik an der TU Dresden, dort 1971 Prom. mit einer Arbeit zur theoret. Festkörperphysik bei Hans-Georg Schöpf; ab 1971 Ass. am Inst. für Physiolog. u. Biolog. Chemie der HU Berlin, Beginn der Zusammenarbeit mit den Biochemikern  Mitja S. Rapoport u.  Tom A. Rapoport; 1974 Humboldt-Preis der HU Berlin; 1977 gemeinsame Diss. B mit T. A. Rapoport »Theoret. Untersuchung zur Regulation von Stoffwechselsystemen insb. der Erythrozytenglykolyse«, Dr. sc.; 1977 / 78 Studienaufenthalt am Inst. für Biolog. Physik der AdW der UdSSR bei Evgeni Selkov; 1979 Doz. u. Ltr. der Arbeitsgr. Theoret. Biophysik; 1985 / 90 Mitgl. des wiss. Rats des ZI für Molekularbiologie der AdW; 1990 Prof. für theoret. Biophysik; gest. in Berlin. Nach den Arbeiten zur Metabolischen Kontrolltheorie, die 1974 – 77 aus der Kooperation mit M. u. T. Rapoport hervorgegangen sind u. zu den meistzitierten Aufsätzen eines DDR-Wissenschaftlers zählen, beschäftigte sich H. mit weiteren Problemen der mathemat. Modellierung u. Analyse von Stoffwechselsystemen sowie von Membranprozessen u. -strukturen.The Regulation of Cellular Systems. New York 1996 (mit St. Schuster); Jenseits von Babel. Berlin 1987 (autobiogr. Roman, Louis-Fürnberg-Preis 1988). Kirschner, M. W.: R. H. (1946 – 2006). Pioneer in Systems Biology. Nature 444 (7.12.2006).Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Heinze, Frieder

* 27.3.1950

Geb. in Leipzig; Eltern Inh. eines Reformhauses; 1966 – 69 Berufsausbildung mit Abitur, Facharbeiterbrief als Maurer; 1969 – 74 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig bei  W. Tübke u.  W. Mattheuer; 1974 – 77 Meisterschüler bei W. Tübke und  B. Heisig, danach freischaff. Maler in Leipzig; 1977 VBK; 1980 erste gemeinsame Ausstellungsinstallation mit  O. Wegewitz in Leipzig; Beginn der Beschäftigung mit Stoff- und Papierbildern sowie Kaschuren; zus. mit  L. Dammbeck,  G. Firit,  H.-H. Grimmling,  G. Huniat u. O. Wegewitz seit Ende der 70er Jahre Arbeit an den intermedialen Ausstellungskonzepten »Tangente I« u. »Tangente II«; 1984 Mit-Initiator des »1. Leipziger Herbstsalons«, einer außerhalb des VBK org. Ausstellung im Leipziger Messehaus am Markt. 1983 – 86 Arbeit am Kunstbuchprojekt »unaulutu« mit O. Wegewitz; 1985 Vernichtung einer großen Gemeinschaftsarbeit mit O. Wegewitz (Flugobjekt) im Leipziger »Haus Auensee« durch die Auftraggeber; 1985 Beginn keram. Arbeiten in der Werkstatt von Claudia Rückert. 1989 / 90 Aufenthalt in Kuba u. Mexiko. 1991 Umzug nach Groß Pelsen (b. Leisnig), dort seither Atelier u. keram. Werkstatt; 1992 Agricola-Preis für Kunst und Wiss. der Stadt Glauchau; 2000 große Personalausstellung im Lindenau-Museum Altenburg, 2001 im Vonderau-Museum Fulda; 2002 Aufenthalt in der Sahara, 2007 in Lappland. Werke: Totentanz (Malerei, 1974), Imagination des Zorns (1975, sieben kollorierte Radierungen), unaulutu (Malerbuch mit O. Wegewitz, 1984 – 86), Aufsteigen-Stürzen (2001 / 02, Flachrelief in Stelen aus Rochlitzer Porphyr mit gußeisernem Aufsatz), Nordafrikanische Haut (2001 / 02, Acrylmalerei auf Leder), Architekt / Konzentration / Mensch / Tier / Mobilität / Dialog (2006 / 07, Gußeisen), Asien (2007, Malerei), Memento Mori (2007, Malerei), Gaukler (2008, Malerei), Paar (2008, figurative Keramik).Lang, L: in: Malerei und Graphik in der DDR. Leipzig 1974; Hartleb, R.: Künstler in Leipzig. Berlin 1976; Hollmann, E.: Kat. Ausstellung der Galerie Arkade, Berlin 1978; Lang, L.: Ein junger Leipziger, in: Weltbühne (1978) 73; Muschter, G.: Kat. F. H., Dres-Doris Liebermann

Wer war wer in DDR

Heiß, Kurt

* 13.8.1909 – ✝ 26.11.1976

Geb. in Mannheim; Vater Postbote; Volksschule, Gymn.; Studium der Rechtswiss. in Berlin u. Heidelberg; Mitgl. der Kommunist. Studentenfraktion; später von der Univ. relegiert; 1927 Mitgl. der KPD; Mitgl. im Bund der Freunde der Sowjetunion; 1929 RGO; SSB; 1932 Red. einer kommunist. Ztg.; 1933 »Schutzhaft« im KZ Kieslau, geflohen; Okt. 1933 Emigr. nach Frankreich; 1933/34 Red. der »L’Humanité« im Saargeb. (in Mühlhausen); 1934/35 Red. der »Arbeiter-Ztg.« in Saarbrücken; Okt. 1935 in die UdSSR, Mitarb. bei Radio Moskau; Interbrigadist in Spanien (Radioarbeit); anschl. bis Okt. 1947 wieder bei Radio Moskau. Nov. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1947/48 Kommentator u. Ltr. der HA Pol. Wort beim Berliner Rundfunk; 1948/49 Intendant des Mitteldt. Rundfunks Leipzig; 1949 – 51 Intendant des Berliner Rundfunks u. des Dtl.-Senders (Nachf. von  Max Seydewitz), Kontakt-Person des MfS, 1950 aktive Rolle bei der Verfolgung des angebl. Agenten  Leo Bauer u. bei der Verhaftung der Pflegetochter Noel Fields, Erica Glaser (Wallach); 1951 Gen.-Intendant der DDR-Rundfunkanstalten; 1952 –56 Vors. des im Aug. 1952 neu gebildeten Staatl. Rundfunkkomitees, Mitgl. von dessen ZPL; 1957 Gen.-Sekr. der Ges. für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland (Nachf. von  Karl-Friedrich Wiese); 1959 – 61 Chefred. der »Ostsee-Ztg.« in Rostock (Nachf. von  Theo Fettin); ab 1961 Chefred. der Ztschr. »Humanitas«; 1969 VVO; gest. in Berlin.Grimm, Th. (Hrsg.): Linke Vaterlandsgesellen. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Hecht, Friedrich (Fritz)

* 29.8.1918

Geb. in Holzhausen (Ostprignitz); Vater Maurer; Volks- u. Mittelschule; Tiefbauarb.; 1939 RAD, Wehrmacht. 1945 – 49 Angest. der Sozialversicherungskasse in Köthen; 1945 SPD, 1946 SED; 1949 zunächst Geschäftsf. des Raiffeisenverb. Köthen, anschl. Sekr. des VdgB-KV Köthen, 1949/50 Abt.-Ltr. im VdgB-LV Sachsen-Anh.; 1951/52 Instrukteur, Sektorenltr. u. Sekr. für Landw. der SED-LL Sachsen-Anh.; 1952/53 Sekr. für Landw. der SED-BL Halle; 1953/54 Ltr. der Abt. Landw. des ZK der SED (Nachf. von  Albert Schäfer); 1954 – 58 Studium an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 – 60 1. Sekr. der SED-KL Gräfenhainichen; 1960 – 62 Sekr. für Landw. der SED-BL Dresden (Nachf. von Rudolf Gellenthin); 1962 Mitarb. der ZKSK in Berlin; 1963 – 84 stellv. Vors. der ZKSK bzw. Vors. der ABI im Bez. Neubrandenb.; 1964 – 83 Mitgl. der SED-BL Neubrandenb., 1967 – 83 Abg. des Bez.-Tags; 1985 Ruhestand; seit 1994 Mitgl. der SPD.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Hegen, Josef

* 23.4.1907 – ✝ 28.2.1969

Geb. in Hunschgrün (Krs. Elbogen, Nordböhmen/Podhoří, Tschechien); Vater Bergmann; Volksschule; 1921 – 27 Arbeiter in Ziegeleien u. im Bergbau; 1921 Soz. Jugend; 1924 KPČ; 1927 – 29 Militärdienst in der ČSR; 1930 – 35 Instrukteur u. Bez.-Sekr. des KJVC in Reichenberg u. Mährisch Schönberg, 1933 kooptiertes Mitgl. des ZK des KJVC; 1934 Verhaftung u. zwei Wochen Militärgefängnis wegen Verweigerung der Teiln. an Waffenübungen; 1935 – 38 Lenin-Schule Moskau; 1938 Rückkehr in die ČSR; Verhaftung u. sechs Wochen strenger Arrest nach Anklage als »internat. Deserteur«; 1938/39 Instrukteur der KPČ in Südmähren; Mitgl. des Flüchtlingskomitees für Mähren u. Schles. in Brünn; 1939 – 42 Emigr. in die UdSSR; Arbeit als Schlosser u. Mechaniker; 1942 Vorber. zum Partisaneneinsatz; März 1943 Fallschirmabsprung in Polen; einige Tage später Verhaftung durch die Gestapo, Gefängnishaft in Krakau, Mährisch-Ostrau u. Brünn, ab Okt. 1943 KZ Mauthausen. 1945/46 Instrukteur der KPČ in Karlovy Vary (Karlsbad), leitet die Aussiedl. von Dt. aus der ČSR in die SBZ; 1946 Übersiedl. in die SBZ; 1946/47 Instrukteur, dann Vors. der SED- BL Südwestsachsen; 1947 Sekr. der SED-KL Zwickau; 1948 – 50 Chef der Landesbehörde der VP in Sachsen-Anh. (Nachf. von  Wilhelm Zaisser); 1950 – 52 Innenminister von Sachsen-Anh. (Nachf. von Robert Siewert); Mitgl. des SED-Landessekr.; 1952/53 Vors. des Rats des Bez. Magdeburg, Mitgl. der SED-BL u. deren Sekr.; 1953 – 56 Staatssekr. für innere Angelegenh. im MdI der DDR; 1957 –61 Botschafter in der VR Polen (Nachf. von  Stefan Heymann), 1961 – 64 in der VR China (Nachf. von  Paul Wandel); 1964 2. Stellv. Min., 1966 Staatssekr. u. 1. Stellv. Min. für Auswärtige Angelegenh.; 1967 VVO.Elke Reuter

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Hegewald, Helmar

* 27.6.1941

Geb. in Radebeul; Vater Arbeiter; 1956 FDJ; 1960 Abitur an der Kreuzschule Dresden u. Abschluß als Chemiefacharb.; 1961 – 65 Studium der Chemie u. Pädagogik an der TU Dresden; dort 1965 – 80 wiss. Assistent u. Oberassistent; 1968 SED; 1971 Prom. zum Dr. phil.; 1979 Habil. zu ethisch-moral. Fragen der wiss.-techn. Arbeit; 1980 – 87 Doz. an der Sekt. Philos. u. Kulturwiss. der TU Dresden; 1987 Prof. für Ethik; ab 1981 ltd. Mitarb. in der Ges. für Natur u. Umwelt beim KB; 1986 – 90 Abg. des Bez.-Tags Dresden; Arbeiten zu philosoph. Problemen der ökolog. Erneuerung der Ges., Ing.-Ethos, Umwelttechnik u. Entw. von Umweltbewußtsein; ab 8.12.1989 Mitgl. des Präs. des PV der SED-PDS, Ltr. der Kommission Umweltpol.; Jan. – März 1990 PDS-Vertreter am Zentr. Runden Tisch u. in dessen Arbeitsgr. »Ökolog. Umbau«; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer. Okt. 1990 – 94 Abg. des Sächs. Landtags, Vors. des Umweltaussch.; 1994 Direktbewerber für den Dt. Bundestag; Prof. an der Sächs. Verwaltungs- u. Wirtschaftsakad. Moritzburg.Helmut Müller-Enbergs

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Heidebroek, Enno

* 15.11.1876 – ✝ 1.2.1955

Geb. in Hannover; Gymnasium, Abitur; 1895 – 99 Studium des Maschinenbaus an der TH Hannover, Dipl.-Ing.; 1. Staatsprüfung als Reg.-Bauführer; 1900 Assistent am Lehrstuhl für Maschinenelemente u. Wasserkraftmaschinen an der TH Berlin-Charlottenburg; 1901 Prom. zum Dr.-Ing. an der TH Hannover mit der Diss. »Vergleichende Untersuchungen über die hydraul. Eigenschaften der Überdruckturbinen« (Zweite Maschinenbauprom. in Dtl.); 1903 – 11 in der Pumpenfabrik Weise & Monski in Halle Konstrukteur, Obering., Prokurist; 1911 ord. Prof. für Maschinenelemente, Getriebelehre u. Industriebetriebslehre an der TH Darmstadt; ab 1915 in der techn. Ltg. des Fahrzeugwerks Eisenach; 1919 DDP; 1923 Rektor der TH Darmstadt; 1931 Lehrstuhl für Maschinenkunde u. Fördertechnik an der TH Dresden; 1931 – 34 Vors. des Dt. Studentenwerks; mehrere Jahre Mitgl. im HV des Vereins Dt. Ing.; 1939/40 Betriebsltg. der Heeresversuchsanstalt Peenemünde. 1945 LDPD; 1945 – 47 Rektor der TH Dresden (Nachf. von  Karl Hahn); Abg. des Sächs. Landtags, 1949 der (Prov.) Volkskammer; 1946 – 49 Präs. der KdT; 1948 Mitgl. der Sächs. AdW; Dr.-Ing. h. c. der TH Darmstadt; 1951 em.; 1952 NP. Arbeitsgebiete: Auswuchtmaschinen, Gleitlager, Schmierung. Fördertechnik für Massengüter. (1952) 3.Klaus-Peter Meinecke

Wer war wer in DDR

Heidorn, Günter

* 23.8.1925 – ✝ 23.9.2010

Geb. in Hamburg in einer Arbeiterfamilie; Volksschule u. Gymnasium; 1943 – 45 Kriegsmarine; 1943 NSDAP, 1945 Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Hospitant am Landgericht Limburg (Lahn), 1946 zeitw. Studium der Rechtswiss. an der Univ. Köln; 1946 FDP, Geschäftsf. der FDP-Kreisgr. Köln-Land; 1947 Übersiedl. in die SBZ; 1947 – 51 Studium der Gesellschaftswiss. u. Geschichte an der Univ. Rostock; 1949 SED; 1953 Prom. mit einer Arbeit über die Entw. der Ztg. von der Weimarer Rep. bis zur Gegenwart in der DDR; Doz. am Histor. Inst. in Rostock; 1956 – 58 Prorektor für Gesellschaftswiss. der Univ. Rostock, 1958/59 Prorektor für wiss. Nachwuchs; 1959 Habil. mit einer Studie zum Zusammenhang von Presse- u. Außenpolitik 1902 – 1912; 1959 – 65 erneut Prorektor für Gesellschaftswiss.; 1963 –76 Prof. mit Lehrstuhl für Geschichte der Arbeiterbewegung u. 1965 – 76 Rektor der WPU Rostock (Nachf. von  Rudolf Schick); 1968 – 77 Vizepräs. der Historiker-Ges.; 1976 – 88 stellv. Min. für Hoch- u. Fachschulwesen, zugl. Prof. für Geschichte an der HU Berlin; Mitgl. zahlr. nat. u. internat. Gremien; 1989 Gastprof. in Göteborg; 1.9. 1990 an der HU Berlin em.; 1969 VVO; 1976 Banner der Arbeit; Dr. h. c. Univ. Riga. Mitgl. des Bundesvorst. u. Vors. des KV Bad Doberan/Rostock Land der Volkssolidarität; gestorben in Kritzmow (bei Rostock).Rostocker Arbeiter schlugen den Kapp-Putsch nieder. Rostock 1955 (Mitautor); Monopole – Presse – Krieg. Berlin 1960; Ein Weltkrieg wird vorbereitet. Berlin 1962; Geschichte der Univ. Rostock. Berlin 1969 (Ltg.).Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Heiland, Karl

* 18.10.1919 – ✝ 17.1.1987

Geb. in Halle; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer, 1939 RAD, 1940 – 45 Wehrmacht. 1945 – 50 Schriftsetzer, Kalkulator, Betriebsassistent bzw. Instrukteur für Wettbewerb bei der Mitteldt. Druckerei-Verlag Halle; 1946 KPD/SED; 1950 – 53 Hauptreferent u. stellv. Abt.-Ltr. bei der Zentrag; 1953 Lehrgang an der PHS der SED; 1954/55 Ltr. der Abt. Arbeit u. Sozialwesen in der Zentrag; 1956 – 60 stellv. Hauptdir. für Kultur u. Arbeit der Lufthansa bzw. der Interflug, 1961 – 70 Dir. bzw. GD der Interflug (Nachf. von  Arthur Pieck); 1970 – 75 Ltr. der Verkehrspolit. Abt. der DDR-Botschaft in Ungarn; 1975 – 87 Abt.-Ltr. in der Zentrag.Andreas Herbst

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Heiliger, Karl-Heinz

* 13.12.1924 – ✝ 9.3.2001

Geb. in Düsseldorf; Vater Maurer; 1931 – 39 Volksschule; 1939 – 42 Lehre als Maschinenbauer; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 sowj. Kriegsgef. 1945 Maschinenschlosser; 1946 / 47 Glasarb.; 1946 SED, 1947 FDJ; 1947 Arbeitsgebietsltr., 1948 / 49 Vors. des FDJ-KV Rudolstadt; 1948 Studium an der FDJ-HS in Bogensee; 1949 – 51 2. Sekr. des FDJ-LV Thür.; 1951 / 52 Studium an der HS des Komsomol in Moskau; 1952 – 56 Schulltr. an der FDJ-HS in Bogensee; 1955 – 59 Mitgl., 1956 / 57 polit. Mitarb. des FDJ-ZR; 1957 / 58 Werkltr. des VEB Glüh- u. Glimmlampenwerks Cursdorf (Thür.); 1958 2. Sekr., 1958 – 64 1. Sekr. der SED-KL Sonneberg; 196 – 70 2. Sekr. der SED-BL Suhl; 1969 VVO; 1971 Studium an der HfÖ Berlin-Karlshorst; 1972 – 74 polit. Mitarb. im MfAA; 1973 / 74 Generalkonsul der DDR in Leningrad; 1975 – 78 Betriebsdir. des VEB ELSTAWA Steinbach; gest. in Suhl.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hein, Wilhelm

* 10.1.1889 – ✝ 17.2.1958

Geboren am 10. Januar 1889 in Goldbeck/Pommern als Sohn des Büdners (Kleinbauern) August Hein, siedelte in der Jugend nach Berlin über. Er lernte Maschinenformer und arbeitete in diesem Beruf. 1913 Eintritt in die Gewerkschaft. Im Krieg einige Zeit Soldat. Hein organisierte sich politisch erst 1918 in der USPD, mit deren linkem Flügel kam er im Dezember 1920 zur KPD. 1924 ehrenamtlicher Funktionär im Deutschen Metallarbeiterverband. Ab Oktober 1925 KPD-Stadtverordneter in Berlin. Der Berliner Bezirksparteitag delegierte ihn 1927 in die Bezirksleitung, im gleichen Jahr wurde Hein auf dem XI. Essener Parteitag als Mitglied ins ZK berufen. Hein wurde 1928 als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Der XII. Weddinger Parteitag 1929 wählte ihn erneut zum ZK-Mitglied, er wurde nun auch Kandidat des Polbüros. Die rasche Parteikarriere des Freundes Ernst Thälmanns hielt bis 1933 an. 1930 aus dem DMV ausgeschlossen, übernahm Hein in der RGO führende Funktionen, er war stellvertretender Branchenleiter des Revolutionären Formerverbandes, blieb bis 1933 im Polbüro der KPD. Nach dem Reichstagsbrand verhaftet, jedoch schon nach wenigen Wochen wieder freigelassen. Danach eröffnete Hein eine Gastwirtschaft in Berlin-Wedding, laut Gerüchten soll er das im Auftrag und mit Unterstützung der Gestapo getan haben. Die KPD schloß ihn aus und warnte vor ihm. Nach 1945 betrieb er seine Gastwirtschaft weiter, politisch betätigte er sich nicht mehr. Wilhelm Hein starb am 17.Februar 1958 in West-Berlin.

Wer war wer in DDR

Heinks, Heinke

* 26.1.1895 – ✝ 29.1.1968

Geb. in Greetsiel (Krs. Norden, Ostfriesland); Eltern Landarb.; 1901 – 08 Volksschule in Pilsum (Krs. Norden (Ostfr.); 1909 – 12 Ausbildung zum Zimmermann, dann ein Jahr im Beruf tätig; Febr. 1913 – 18 freiw. Militärdienst in Wilhelmshaven (Marine); 1918 Mitgl. des Soldatenrats in Wilhelmshaven u. des Spartakusbunds; 1919 Mitgl. der KPD-Bremen, Ltr. der Land-Abt. Nordwest (Bremen); Sept. 1932 – Febr. 1933 Mitarb. in der Landabt. des ZK (zus. mit  Philipp Daub u.  Rudolf Reutter); Febr. 1933 Ref. des KPD-Bez. Ostpr. in der Wahlkampagne gegen Adolf Hitler; Instrukteur des Roten Landarbeiterverb.; Febr. 1933 in Preuß.-Eylau verhaftet, bis Dez. 1933 KZ Esterwegen; bis 1936 in Gadebusch (Mecklenb.) unter Polizeiaufsicht, dort 1934 – 36 Arbeit bei Baufirmen; ab März 1936 arbeitslos; Juli 1936 wegen »Verdachts der Teiln. am Hochverrat« verhaftet, mangels Beweisen nach elf Tagen entlassen; 1936 – 39 Kommissionsvertreter einer Hamburger Fa.; Aug. 1939 – April 1945 zur Wehrmacht, Luftwaffe (1940 – 43 Frankreich, 1943/44 Belgien), desertiert u. Flucht nach Emden (Ostfr.). Juli 1945 Rückkehr nach Gadebusch; Teiln. an der Bodenreform; Sept. 1945 – Mai 1946 Ltr. der Abt. Landw. der SED-LL Mecklenb.-Vorpom.; Juni 1946 – April 1948 Hauptref. in der Abt. Landw. des ZK der SED, verantw. für die Ref. Bäuerl. Org. u. Bauernhilfe u. 1946/47 für die »Westarbeit« dieser Abt., maßgebl. am Aufbau des gesamtdt. Arbeitskrs. beteiligt; Mai 1948 – Nov. 1949 stellv. Ltr. der HV Land- u. Forstw. der DWK; Nov. 1949 – Okt. 1950 Ltr. der HA Allg. Agrarfragen, Agrarwiss. u. landw. FS-Wesen im Min. für Land- u. Forstw.; ab Okt. 1950 Ltr. des gesamtdt. Arbeitskrs. der VdgB-ZV, zuständig für deren konspirative Kontakte zu bundesdt. Bauernfunktionären, 1951 – 53 Ltr. des Berliner Büros der VdgB, 1953 – 55 der Abt. Kleintierzucht; Mitgl. des Sekr. im ZV; 1955 – 57 im Min. für Innerdt. u. Außenhandel tätig; später Mitarb. der DIA Nahrung; 1957 Rentner; gest. in Neuenhagen (b. Berlin).Scholz, M. F.: Bauernopfer der Dt. Frage. Der Kommunist Kurt Vieweg im Dschungel der Geheimdienste. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Heintze, Horst

* 15.8.1927 – ✝ 14.12.1997

Geb. in Halle (Saale), Vater Arbeiter; Volksschule; 1942 – 44 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1944 NSDAP. 1945 – 48 Schlosser in Halle u. Ammendorf; 1945 FDGB; 1947 SED; 1948/49 Jugendsekr. des FDGB-KV Halle; 1949 – 52 Sekr. bzw. 1. Sekr. des LV Sachsen-Anh.; 1952/53 Vors. des Bez.-Vorst. Magdeburg des FDGB; 1953 Direkt-, 1954 – 62 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1954 – 58 stellv. Vors. des Zentralvorst. der IG Metallurgie; 1958 – 61 stellv. Vors. der IG Metall; 1961 kurzz. Ltr. der Abt. Wirtschaft im BV; 1961 – 89 Mitgl. des Präs. u. Sekr. des BV des FDGB für Arbeit u. Löhne/Wirtschaft; 1965 – 67 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Ökon.; 1963 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer, stellv. Vors. des Aussch. für Industrie, Bauwesen u. Verkehr; Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Die Arbeit«; 1960 Verdienstmedaille der DDR; 1965, 1974 u. 1987 VVO; 1977 Held der Arbeit; Nov./Dez. 1989 Entbindung von allen Gewerkschafts- u. Parteifunktionen.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Heinze, Günther

* 26.7.1923

Geb. in Dresden-Blasewitz; Volksschule in Dresden; Ausbildung zum Maschinenschlosser; Leichtathlet u. Basketballer; 1941 NSDAP; Wehrmacht (Luftwaffe), Gefreiter; 1944 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949 Vors. des Krs.-Sportaussch. Dresden; 1950 – 52 Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1951 Mitgl. der DDR-Basketballauswahlmannsch.; 1952 – 70 Präs. bzw. Präs.-Mitgl. des Dt. Basketballverb.; 1952 – 54 Abt.-Ltr. Sport- wiss. beim Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport; 1954 – 57 stellv. Vors. für Wissenschaftsfragen u. internationale Verbindungen; 1956 – 60 Fernstudium an der DASR Potsdam; 1957 – 89 Sekr. bzw. Vizepräs. des DTSB; 1970 – 84 Präs.-Mitgl. des Volleyballverb.; 1955 – 73 u. 1982 – 90 Vizepräs., 1973 – 82 Generalsekr. (Nachf. von  Helmut Behrendt) des NOK; VVO; 1985 Dr. h. c. der DHfK Leipzig; 1990 amtl. Präs. des NOK (Nachf. von  Manfred Ewald); 1981 – 91 IOC-Mitgl. (Nachf. von  Heinz Schöbel), danach Ehrenmitgl.; 1990 Rentner.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Heise, Thomas

* 22.8.1955

Geb. in Berlin; Vater Philosoph  Wolfgang H.; 1973 Abitur u. Facharbeiterabschluß als Drucker; 1975 Regieassistent bei  Heiner Carow (»Bis daß der Tod euch scheidet«); 1978 – 83 Regiestudium an der HFF; 1980 Dokumentarfilm »Wozu über diese Leute einen Film« (EA September 1989); 1982 Drehverbot für den Diplomfilm »Erfinder« u. vorzeitiger Studienabbruch; danach freischaff. Filmemacher ohne Genehmigungen sowie Produktions- u. Aufführungsmöglichkeiten; 1982/83 Hörspiel »Vorname Jonas« (Erstsendung 1990); Dokumentarfilme »Das Haus« (1984) u. »Volkspolizei« (1985) für die Staatl. Archivverwaltung (EA 2002); Zusammenarb. mit  Heiner Müller: Videodok. »Der Ausländer« (fertiggestellt 2003), 1985 Szenarium für »Schweigendes Dorf. Fragment eines Dokumentarfilms aus Papier« (Lesung in Potsdam 1987, Erstsendung 1992); 1987 – 90 Meisterschüler an der AdK; Regiearbeit am Berliner Ensemble, u. a. Assistenz bei Müllers »Germania Tod in Berlin« (1989); 1989 Dokumentarfilm »Imbiß spezial« über die letzten Tage der DDR (EA 1990); am 8.10.1989 Festnahme während der Protestkundgebung an der Gethsemane-Kirche in Berlin; Mitorg. der Protestdemonstration am 4.11.1989 auf dem Berliner Alexanderplatz. 1991 Dokumentarfilm »Eisenzeit«, der das Sujet bisher verbotener Filme u. Filmkonzepte umsetzt; 1992 »STAU – Jetzt geht’s los«, Dokumentarfilm über rechte Jugendliche in Halle; zugl. eigene Inszenierungen am Berliner Ensemble: »Brotladen« (Brecht), »Zement« (Müller); »Der Bau« (Müller); 1997 Dokumentarfilm »Barluschke« über den Identitätsverlust eines Spions; in »Vaterland« (2002) u. »Mein Bruder« (2005) werden Präsenz u. Distanz jüngster Vergangenheit dokumentiert; »Kinder, wie die Zeit vergeht« (2007) u. »Material« (2009); internat. Preise für »Eisenzeit«, »Stau« u. »Barluschke«; 2001 Mitgl. der AdK Berlin; 2007 Prof. an der Staatl. HS für Gestaltung Karlsruhe; lebt in Berlin.Bernd Florath