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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Hein, Lucie

* 25.9.1910 – ✝ 15.9.1965

Geb. in Rüdersdorf (b. Berlin); Vater Werkmeister im Zementwerk Rüdersdorf, Mutter Fabrikarb.; Volksschule in Rüdersdorf u. Petershagen; 1925 / 26 kaufm. Handelsschule in Berlin, Ausbildung zur Stenokontoristin; 1926 – 34 Stenotypistin bei der Fa. Max Levy in Berlin, dann bei versch. Firmen in Petershagen u. Berlin; 1929 – 34 bei der Fa. Zorn & Jacobi Berlin; 1934 Heirat, Mithilfe im Räucherwarengeschäft des Ehemanns in Berlin; 1941 – 45 Hausfrau; Aug. 1944 Tod des Ehemanns an der Ostfront. 1945 – 52 Sekretärin, Sachbearb. u. Personalltr. beim Rat der Gemeinde Petershagen, Kr. Strausberg; 1947 SED; Febr. 1951 Bürgermeisterin in Petershagen; März – Juni 1951 Lehrgang an der SED-KPS in Wandlitz; 1952 – 60 polit. Mitarb. / Instrukteurin der SED-BL Frankfurt (Oder), Abt. Staatl. Organe; 1957 / 58 Einjahreslehrgang an der DASR »Walter Ulbricht«; 1958 – 60 persönl. Mitarb. des 1. Sekr. der SED-BL Frankfurt (Oder), zuständig für Staatsfragen, Blockpolitik u. Kirchenfragen; 1960 – 65 OB von Frankfurt (Oder) (Nachf. von  Else Noack); gest. in Frankfurt (Oder).Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Heinrich, Eberhard

* 12.3.1926

Geb. in Schönau am Katzbach (Niederschl./ Świerzawa, Polen); Vater Angest.; Volksschule, Handelsschule; Lehre als Industriekfm.; 1943 mehrmon. Jugendhaft wg. »illeg. pol. Tätigkeit«; 1944 Ausschl. aus HJ u. Einberufung zum RAD, anschl. Wehrmacht, 1945 desertiert, 1945/46 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Land- u. Hilfsarb. in Lützelsachsen (Baden); 1946 KPD u. Badische Volksjugend; Juni 1946 Übersiedl. in die SBZ; 1946 SED; Juni – Sept. 1946 Lehrgang an der Jugend- HS; ab Okt. 1946/47 Volontär in der Red. des »Vorwärts«; Okt. 1947 – Mai 1948 Journalistenlehrgang an der PHS; ab 1.1.1950 – 62 Abt.-Ltr. bzw. Redaktionssekr. beim »Neuen Dtl.«; 1953 Fernstudium an der FS für Journalistik Leipzig; 1962 – 65 1. Stellv. des Chefred. »Neues Dtl.«; 1965 – 67 hauptamtl. Mitgl. der Agit.-Kommission beim PB; 1967 – 78 im Range eines Abt.-Ltr. hauptamtl. Mitgl. der Agit.-Kommission u. persönl. Mitarb. beim Sekr. des ZK  Werner Lamberz; 1978 – Dez. 1980 hauptamtl. Mitgl. u. Sekr. der Agit.-Kommission beim PB des ZK; 1971 – 89 Kand. des ZK der SED; Jan. 1981 – 90 Mitgl. des Zentralvorst. u. Vors. des VDJ (Nachf. von  Harri Czepuck); Vizepräs. der Internat. Org. der Journalisten; Vors. des Internat. Rats für journalist. Ausbildung; 1959 Verdienstmedaille der DDR; 1961, 1965 u. 1974 VVO; 1970 Lenin-Jubiläumsmedaille und Verdienstmedaille der NVA; 1976 Banner der Arbeit; 1986 Stern der Völkerfreundschaft; 1990 Vorruhestand.Der Krieg einer unsichtbaren Armee – Porträt der CIA. Berlin 1983 (zus. mit K. Ullrich). Gebhardt, M.: Die Nackte unterm Ladentisch. Berlin 2002.Bernd-Rainer Barth / Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Heinze, Dieter

* 7.8.1928 – ✝ 3.3.2006

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); 1946 KPD/ SED; Mitgl. FDJ-KL Döbeln; 1947 Abitur; 1947 – 51 Studium der Wirtschaftswiss. an der Univ. Leipzig; 1947 – 49 Sekr. für Kultur u. Erziehung in der FDJ-Ltg. der Univ.; 1951 Referent für Schulen im Verb. Dt. Konsumgenossenschaften in Berlin; 1952 – 58 Abt.-Ltr. u. stellv. Dir. im Zentralhaus für Volkskunst Leipzig, Sekr. des Präs. für gesamtdt. Laien- u. Volkskunst; 1956 – 58 Mitarb. der SED-KL Leipzig; 1959 Instrukteur, 1960 – 62 Ltr. des Sektors Kunst u. Lit., 1963 – 69 stellv. Ltr. der Abt. Kultur des ZK der SED; 1969 – 73 Staatssekr. im MfK; 1973 – 77 Botschafter u. Ständiger Vertreter der DDR bei der UNESCO in Paris; 1977 – 85 1. Stellv. GD der AdK, 1985 – 90 Dir. der AdK-Abt. Nat. Forschungs- u. Gedenkstätten der DDR für dt. Kunst u. Lit. des 20. Jh.; Prof.; 1990 Vorruhestand.Der Fall D. H. In: Braun, M.: Kulturinsel u. Machtinstrument. Die Akad. der Künste, die Partei u. die Staatssicherheit. Göttingen 2007.Beatrice Vierneisel

Wer war wer in DDR

Heinze, Walter

* 18.3.1899 – ✝ 1.8.1987

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Böttchergeselle u. Molkereiinspektor; Mittelschule, Gymnasium, 1917 – 19 Militärdienst; 1919 Studium der Physik, Mathematik u. Chemie an der Univ. Greifswald, 1921 Prom. zum Dr. phil.; ab 1921 Physiker im Versuchslaboratorium der »Osram GmbH« bzw. ab 1939 bei der Firma »Telefunken«, 1943/44 Ltr. einer Außenstelle von »Telefunken« in Paris; 1944/ 45 ltd. Mitarbeiter im Telefunken-Röhrenwerk Erfurt. Ab 1945 Ltr. der Röhrenfertigung, ab 1949 Ltr. der Röhrenentwicklungsstelle bzw. des Zentrallaboratoriums für Empfängerröhren im Funkwerk Erfurt; 1946 SPD/SED, ab 1954 zeitw. Mitgl. der SED-BL Erfurt; 1956 Hauptkonstrukteur der HV »Radio u. Fernmeldetechnik« im Min. für allg. Maschinenbau; 1955 Habil.; Prof. mit vollem Lehrauftrag für Vakuumtechnik u. Dir. des Inst. für Elektronik an der HS für Elektrotechnik Ilmenau, 1959/60 Vors. der HS-Gewerkschaftsltg., bis 1961 auch Mitgl. des ZV der Gewerkschaft Wiss.; 1960/ 61 Techn. Ltr. des VEB Halbleiterwerk in Frankfurt (Oder), anschl. wiss. Berater des Werkes; 1962 – 64 Rektor der TH Ilmenau (Nachf. von  Hans Stamm), 1963 Prof. mit Lehrstuhl für Elektronik; 1962 Mitgl. der SED-BL Suhl; 1965 em.Andreas Herbst / Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Heisig, Bernhard

* 31.3.1925 – ✝ 10.6.2011

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Kunstmaler Walter Heisig; Ausbildung im Atelier des Vaters; 1940 – 42 Besuch der Kunstgewerbeschule Breslau; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1946 / 47 Grafiker im Amt für Information u. Prop. Wrocław, 1947 / 48 in Zeitz u. Gera; 1947 SED; 1948 / 49 Studium an der FS für angewandte Kunst in Leipzig; 1949 – 51 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, Lehrer  Max Schwimmer u. Walter Münze; 1951 – 54 freischaff.; 1954 – 68 Lehrtätigkeit in Leipzig; 1961 Prof., 1961 – 64 Rektor der HS für Grafik u. Buchkunst (Nachf. von  Albert Kapr); 1965 – 68 Ltr. der Abt. Freie Grafik; 1968 – 76 freischaff.; 1972 DAK; NP; 1974 – 78 Vizepräs., 1978 – 83 1. Stellv. des Präs. des VBK; 1976 – 87 erneut Rektor der HS für Grafik u. Buchkunst (Nachf. von  Werner Tübke); ab 1976 Kand., 1979 – 84 Mitgl. der SED-BL Leipzig; 1978 NP; seit 1987 freischaff.; 1989 SED-Austritt, Rückgabe seiner NP; 1989 / 90 große Retrospektive seiner Werke in West-Berlin, Bonn u. München. 1991 Austritt aus der AdK; Heirat mit der Malerin Gudrun Brüne; 1992 Übersiedl. nach Strodehne (Havel); 1997 / 98 beteiligt an der künstl. Ausgestaltung des Reichstagsgebäudes in Berlin (aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS u. seiner Rolle in der DDR öff. Diskussion um die Vergabe des Auftrags); gest. in Strohdehne (Havel). Werke: Graf. Zyklen: Der Krieg (1956), Die Pariser Kommune (1958 / 59), Blattfolge: Der fasch. Alptraum (1965 / 66); Porträts: Meine Mutter, Walter Schiller, Václav Neumann, Georgi Dimitroff, Helmut Schmidt; themat. Gemälde: Die mißbrauchten Götter (1965), Festung Breslau, Die Söhne des Ikarus (beide 1969), Lenin u. der ungläubige Timofej, Der Brigadier (beide 1970), Pariser Kommune (1971 – 73), Heroenwechsel (1973 / 74), Preuß. Museum (1975 – 77), Beharrlichkeit des Vergessens, Alles an einem Nachmittag (beide 1977), Der Traum des Soldaten, Lob der Unvernunft (beide 1980), Begegnung mit Bildern (1982 – 84), Ende des Abendprogramms (1982), Christus verweigert den Gehorsam (1986), Rücksichten (1986 / 87); Ausst. »B. H. – Die Wut der Bilder« in Leipzig, Düsseldorf, Berlin u. Wrocław (2005 / 06).; große Ausst. in Augsburg (2006).Hartleb, R.: B. H. Maler u. Werk. Dresden 1975; Kober, K. M.: B. H. Dresden 1981; Kat. B. H. Museum der bildenden Künste. Leipzig 1985; B. H. Retrospektive. Berlin. Galerie 1989.Anke Scharnhorst / Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Heitzer, Heinz

* 7.5.1928 – ✝ 19.4.1993

Geb. in Zwickau; Vater Steinsetzer; Volks- u. Mittelschule; 1944/45 Flak-Luftwaffenhelfer. 1945 Ausb. zum Buchhändler in Zwickau; 1946 KPD/SED; 1946 Heimschule für Lehrerausb. in Zwickau; 1946 Schulanwärter an der Rudolf-Weiß-Schule Zwickau; 1946 – 49 Studium der Geschichte an der Univ. Leipzig; 1949 Oberschullehrer für Geschichte nach einem Geschichtsstudium an der Univ. Leipzig; 1949 – 51 Doz. u. Fachrichtungsltr. an der ABF der Univ. Leipzig; 1951 – 56 Aspirant am IfG; 1956 Prom. mit einer Studie über »Volksbew. gegen die frz. Fremdherrschaft 1806 – 1813«; 1956 – 61 Doz. am IfG; 1961 – 68 Ltr. der Abt. Neueste Geschichte von 1945 bis zur Gegenwart am Inst. für Geschichte der DAW; 1969 –85 stellv. Dir. des ZI für Geschichte (mit zwei Unterbrechungen), 1979/80 stellv. Ltr. des Forschungsbereichs Ges.-Wiss. der AdW; 1979 NP; 1983/84 geschäftsf. Dir. des ZI für Geschichte; Mitgl. des Rats für Geschichtswiss.; 1980 Korr. Mitgl. der APW; 1991 Vorruhestand; 1965 – 85 vom MfS als IM »Werner« erf. H. H. galt als einer der wiss.-pol. einflußreichsten Historiker der DDR; sein hauptsächl. Arbeitsgeb. war die DDR-Geschichte; seit den 60er Jahren war er als Mitautor an den wichtigsten Großprojekten der DDR-Geschichtswiss. u. -prop. zur neuesten Geschichte (»Geschichte der dt. Arbeiterbew.«; »Grundriß der dt. Geschichte«; »Geschichte der SED«) beteiligt; zahlr. Funktionen im Partei- u. Staatsapparat sowie in wiss. Ltg.-Gremien.Andere über uns. Berlin 1969; DDR – Werden u. Wachsen. Berlin 1974 (Ltr.); DDR: Geschichtlicher Überblick. Berlin 1979; Eine Rev. im Geschichtsdenken. Berlin 1983 (mit W. Küttler).Ilko-Sascha Kowalczuk / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Held, Rudolf

* 22.3.1911 – ✝ 22.5.1987

Geb. in Bach (Krs. Oberwesterwald); Vater Arbeiter; Grundschule; Lehre u. Arbeit als Schmied u. Maschinenarb.; Mitgl. im Arbeitersportverein u. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. 1945 / 46 KPD / SED; 1945 / 46 Ltr. des techn. Amts der Stadt Bad Wilsnack; 1947 – 49 Arbeitsgebietssekr. der SED-KL Perleberg; 1949 / 50 Angest. der Sozialversicherungskasse in Bad Wilsnack u. Nauen; 1951 / 52 Vors. der SED-KPKK Osthavelland-Nauen; 1952 / 53 Mitgl. der SED-BPKK Frankfurt (Oder); 1954/ 55 Lehrgang an der SED-PHS; 1955 – 60 Vors. der SED-BPKK Frankfurt (Oder); 1960 –63 2. Sekr. der SED-BL Frankfurt (Oder); 1961 VVO; später Stellv. des Vors. für Inneres des Rats des Krs. u. zeitw. auch Sekr. der SED-GO im Rat des Krs. Altentreptow; ab 1976 Rentner.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Helfrich, Carl

* 13.8.1906 – ✝ 31.5.1960

Geb. in Lampertheim am Rhein (b. Mannheim); Vater Reichsbahnsekretär; Volksschule in Lampertheim, Oberrealschule in Worms; Studium in Heidelberg u. Gießen; 1935 Prom. zum Dr. phil.; Mitarb. des Ausw. Amts; 12.9. 1942 zus. mit Ilse Stöbe als GRU-Agent verhaftet; Haft zus. mit  Heinrich Rau in der Gestapo-Zentr. Prinz-Albrecht-Straße; Herbst 1943 KZ Sachsenhausen, Ende 1943 – 45 KZ Mauthausen (7.5. befreit, Aug. entlassen); informierte dort die illeg. Lagerltg. ( Franz Dahlem) über SS-Pläne; Ltr. des Dt. Komitees im Lager. Aug. 1945 Rückkehr nach Lampertheim; dann nach Berlin; Red. der »Berliner Ztg.«; Nov. 1945 – 48 Mitbegr. u. Chefred. des frz. lizensierten »Kuriers«, entlassen; 1947/48 Chrefred. des im Aug. 1947 gegr. VVN-Verbandsorgans »Unser Appell« (später »Die Tat«); 1948 – 51 Chefred. der Wochenztg. »Sonntag«; Mitbegr. u. zeitw. Vors. der dt.-poln. Hellmut-von-Gerlach-Ges.; Red. von »Dtl. Stimme«; 1952 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; ab 1952 Mitarb. des Hessischen Rundfunks, zul. stellv. Chefred. u. Ltr. des Bonner Büros; gest. in Bad Godesberg.Sahm, U.: Rudolf von Scheliha. München 1990; Erfaßt? Das Gestapo-Album zur Roten Kapelle. Halle 1992.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heller, Richard

* 26.10.1908 – ✝ 5.5.1944

Geboren am 26. Oktober 1908 in Dessau, Sohn einer Arbeiterfamilie; Knecht, Brauerei- und Steinbrucharbeiter. Er trat 1929 in Wülfrath im Rheinland in die KPD ein. Bereits 1930 holte ihn Robert Stamm, Polleiter des Bezirks Nordwest, aus dem Rheinland nach Bremen, wo er Johannes Koschnick als Sekretär für Gewerkschaftsarbeit der BL ablöste. 1932 Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus in Bremen, wurde im März 1933 verhaftet und saß bis Dezember 1933 in KZ-Haft. Nach seiner Freilassung übersiedelte Heller nach Hamburg und beteiligte sich am Widerstand gegen die Nazis. 1935 erneut verhaftet und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, aus dem er 1939 entlassen wurde. Heller fand Anschluß an die Widerstandsgruppe um Bernhard Bästlein. Im August 1943 in Bremen verhaftet, zunächst für einige Wochen in das KZ Sachsenhausen eingeliefert. Am 5. Mai 1944 durch den VGH zum Tode verurteilt, Richard Heller wurde am 6. Juli 1944 in Hamburg hingerichtet.

Wer war wer in DDR

Helm, Rolf

* 30.3.1896 – ✝ 9.4.1979

Geb. in Dresden; Vater Jurist; bis 1914 Gymnasium, Abitur; 1914 – 18 Militärdienst, 1915 Ltn.; 1919 – 22 Studium der Rechtswiss. in München, Jena u. Leipzig, 1. jur. St.-Ex.; an der Univ. Leipzig Prom.; 1922 – 25 Referendariat in Dresden, 2. jur. St.-Ex.; dort Zulassung als Rechtsanwalt; 1921 KPD; ständ. jur. Mitarb. der »Arbeiterstimme«; 1924 KPD-Stadtverordneter in Dresden; 1925 Rechtsanwalt für die RHD; Vors. der Freunde des neuen Rußlands u. des Bundes soz. Geistesarb. in Dresden; 1933 »Schutzhaft«; Ausschl. aus der Anwaltskammer; 1934 – 37 arbeitslos; 1937 – 44 tätig als Angest. u. Handelsvertreter; 1944 wieder inhaftiert im Gefängnis Bautzen. 1945 Ltr. der Rechtsabt. der Sozialversicherungsanstalt; anschl. bis 1947 Ltr. der Rechtsabt. in der Dt. ZV für Arbeits- u. Sozialfürsorge; 1946 SED; Nov. 1947 – 49 Gen.-Staatsanwalt des Landes Sachsen, danach Gen.-Staatsanwalt von Groß-Berlin; Hauptankläger im Görlitzer, Kamiennia- u. Bautzener Prozeß; April – Mai 1951 Ltr. der Präsidialkanzlei beim Präs. der DDR u. Staatssekr.; anschl. bis 1953 Dir. der Zentr. Richterschule in Potsdam-Babelsberg; 1953 – 58 als Abt.-Ltr. im Min. der Justiz zuständig für die Rechtsanwälte u. Notare; 1959 – 63 Justitiar der DAW; 1963 Ruhestand; Mitbegr. u. später Mitgl. des Sekr. der Vereinigung Demokrat. Jur. u. 1962 stellv. Vors. des Komitees zum Schutze der Menschenrechte; VVO.Grundfragen des Arbeitsrechts. Berlin 1948 (zus. mit P. Merker); Totengräber Dtl. Berlin 1952 (zus. mit K. Raddatz); Anwalt des Volkes – Erinnerungen. Berlin 1978.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hempel, Gunter

* 7.6.1932

Geb. in Annaberg / Erzgeb.; Schulbesuch in Annaberg u. Leipzig, 1950 Abitur; 1950 – 55 Studium der Musikwiss. u. Kunstgesch. an der Leipziger Univ.; 1961 Prom.; 1956 – 58 Ass. an der Leipziger Univ. (Leipziger Universitätschor); 1958 Mitarbeiter, 1961 Künstl. Ltr. der Konzert- und Gastspieldir. Leipzig; 1970 / 71 Chefred. AMIGA des VEB Deutsche Schallplatten Berlin; 1971 stellv. Verlagsleiter, 1974 Verlagsdir. der volkseigenen Musikverlagsgruppe Breitkopf & Härtel, Friedrich Hofmeister, Deutscher Verlag für Musik; 1982 ehrenamtl. Vors. der Stadtleitung des KB, 1987 – 89 deren stellv. Vors. 1990 – 92 Geschäftsf. der Leipziger Musikverlagsgruppe bis zu deren Auflösung; seitdem freischaff. Musikpublizist, lebt in Leipzig.u. a. Musikstadt Leipzig (mit I. Hempel). Leipzig 1979, 1984, 1986; Wahre Geschichten um J. S. Bach. Leipzig 1999; Wahre Geschichten um Thüringens Musikleben (mit I. Hempel). Leipzig 2005; Wahre Geschichten um Georg Friedrich Händel. Leipzig 2007. Seeger, H.: Musiklexikon Personen, Leipzig 1981.Carsten Wurm / Christoph Links

Wer war wer in DDR

Hengst, Adalbert

* 18.12.1905 – ✝ 17.8.1989

Geb. in Essen; Vater Techniker; Volksschule, Lehre u. Arbeit als Gärtner, Maurer u. graf. Zeichner; 1924 KJVD; 1928 KPD; 1930 Mitarb. in der Abt. Agit. der KPD-BL Ruhrgeb.; 1932 u. März 1933 Reichstagskand. im Wahlkrs. Düsseldorf-West; April u. Sept. 1933 durch die Gestapo verhaftet; Verurteilung durch das OLG Hamm; 1933 – 35 Häftling in Osnabrück u. im Moorlager Emsland; nach Entlassung Arbeit als Reklamezeichner u. erneut illeg. Arbeit, 2.9.1939 Verhaftung, 1939/ 40 KZ Sachsenhausen; anschl. erneut Reklamezeichner; 1942 – 45 »Frontbewährung« in der Wehrmacht; Mai 1945 kurzz. sowj. Kriegsgefangenschaft; anschl. Instrukteur in Antifa-Lagern in Polen. Juni 1945 zunächst Ltr. der Abt. Agit./Prop.; anschl. von 1946 – 48 1. Sekr. des SED-KV Plauen; Sept. 1948 – 50 1. Sekr. der SED-KL Dresden; 1950/51 Studium an der PHS; ab 1.11.1951 stellv. Ltr., ab 1.4.1952 Ltr. der Abt. Planung u. Finanzen des ZK u. zugl. persönl. Mitarb. im Büro  Willi Stophs; Okt. 1952 durch Beschluß des PB koopt. als Nichtmitgl. des ZK in das Sekr. des ZK, Sekr. für Wirtschaftsfragen; 17.6.1953 gem. mit Min. Bernhard Weinberger im Auftrag des ZK nach Rostock; während der Streiks auf der Rostocker Warnowwerft soll H. den Forderungen der Streikenden u. a. nach Rücktritt der Reg. zugestimmt haben; durch Beschluß des PB vom 14.7.1953 Enthebung aller Funktionen u. Parteiausschl. wegen »Kapitulantentums«; 1953 – 59 Ref. bzw. Oberref. in der Abt. Werbung u. Messen der KfA bzw. von 1959 – 61 dort Ltr. der Abt. Werbung; ab Aug. 1961 Retuscheur bei der Ztg. »Tribüne«; 1955 Wiederaufn. in die SED; Mitgl. der Ltg. der Lagerarbeitsgemeinschaft Sachsenhausen der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1978 u. 1986 VVO.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Heinitz, Walter

* 25.8.1915 – ✝ 10.3.1987

Geb. in Eppendorf (Krs. Flöha); Vater Streckenarb.; Volksschule; 1930 – 37 Ausbildung u. Arbeit als Orchestermusiker; 1937 RAD, dann Wehrmacht (Musiker u. Sanitäter); 1944 Verurteilung durch Militärgericht wegen »Wehrkraftzersetzung«, Strafbat. 999. April 1945 Rückkehr nach Dtl.; Antifa-Arbeit; 1945/46 KPD/SED; Sept. 1945 Einstellung bei der pol. Polizei (später K 5) Chemnitz; Sept. 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 Länderverw. Sachsen des MfS), Krs.-Dienststelle Chemnitz; 1950 Krs.-Dienststelle Stollberg, dann Abt. IV (Spionageabwehr) der Länderverw. Sachsen; 1951 Versetzung zum MfS Berlin, HA IX (Untersuchungsorgan), 1952 Abt.-Ltr., 1957 stellv. HA-Ltr.; 1962 Oberst; 1962 – 64 Fernstudium an der HU Berlin, St.-Ex. als Kriminalist; 1964 Ltr. der HA IX; 1973 Entlassung aus dem MfS; hauptamtl. Parteisekr. in einem Feierabendheim in Dresden, dann Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Heinrich, Reinhart

* 24.4.1946 – ✝ 23.10.2006

Geb. in Dresden, aufgewachsen in Kuibischew; Vater Mathematiker, der 1946 – 54 zur wiss. Tätigkeit in der Sowjetunion zwangsverpflichtet wurde; ab 1956 Schulbesuch in Dresden, 1964 Abitur an der Kreuzschule; anschl. Studium der Physik an der TU Dresden, dort 1971 Prom. mit einer Arbeit zur theoret. Festkörperphysik bei Hans-Georg Schöpf; ab 1971 Ass. am Inst. für Physiolog. u. Biolog. Chemie der HU Berlin, Beginn der Zusammenarbeit mit den Biochemikern  Mitja S. Rapoport u.  Tom A. Rapoport; 1974 Humboldt-Preis der HU Berlin; 1977 gemeinsame Diss. B mit T. A. Rapoport »Theoret. Untersuchung zur Regulation von Stoffwechselsystemen insb. der Erythrozytenglykolyse«, Dr. sc.; 1977 / 78 Studienaufenthalt am Inst. für Biolog. Physik der AdW der UdSSR bei Evgeni Selkov; 1979 Doz. u. Ltr. der Arbeitsgr. Theoret. Biophysik; 1985 / 90 Mitgl. des wiss. Rats des ZI für Molekularbiologie der AdW; 1990 Prof. für theoret. Biophysik; gest. in Berlin. Nach den Arbeiten zur Metabolischen Kontrolltheorie, die 1974 – 77 aus der Kooperation mit M. u. T. Rapoport hervorgegangen sind u. zu den meistzitierten Aufsätzen eines DDR-Wissenschaftlers zählen, beschäftigte sich H. mit weiteren Problemen der mathemat. Modellierung u. Analyse von Stoffwechselsystemen sowie von Membranprozessen u. -strukturen.The Regulation of Cellular Systems. New York 1996 (mit St. Schuster); Jenseits von Babel. Berlin 1987 (autobiogr. Roman, Louis-Fürnberg-Preis 1988). Kirschner, M. W.: R. H. (1946 – 2006). Pioneer in Systems Biology. Nature 444 (7.12.2006).Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Heinze, Frieder

* 27.3.1950

Geb. in Leipzig; Eltern Inh. eines Reformhauses; 1966 – 69 Berufsausbildung mit Abitur, Facharbeiterbrief als Maurer; 1969 – 74 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig bei  W. Tübke u.  W. Mattheuer; 1974 – 77 Meisterschüler bei W. Tübke und  B. Heisig, danach freischaff. Maler in Leipzig; 1977 VBK; 1980 erste gemeinsame Ausstellungsinstallation mit  O. Wegewitz in Leipzig; Beginn der Beschäftigung mit Stoff- und Papierbildern sowie Kaschuren; zus. mit  L. Dammbeck,  G. Firit,  H.-H. Grimmling,  G. Huniat u. O. Wegewitz seit Ende der 70er Jahre Arbeit an den intermedialen Ausstellungskonzepten »Tangente I« u. »Tangente II«; 1984 Mit-Initiator des »1. Leipziger Herbstsalons«, einer außerhalb des VBK org. Ausstellung im Leipziger Messehaus am Markt. 1983 – 86 Arbeit am Kunstbuchprojekt »unaulutu« mit O. Wegewitz; 1985 Vernichtung einer großen Gemeinschaftsarbeit mit O. Wegewitz (Flugobjekt) im Leipziger »Haus Auensee« durch die Auftraggeber; 1985 Beginn keram. Arbeiten in der Werkstatt von Claudia Rückert. 1989 / 90 Aufenthalt in Kuba u. Mexiko. 1991 Umzug nach Groß Pelsen (b. Leisnig), dort seither Atelier u. keram. Werkstatt; 1992 Agricola-Preis für Kunst und Wiss. der Stadt Glauchau; 2000 große Personalausstellung im Lindenau-Museum Altenburg, 2001 im Vonderau-Museum Fulda; 2002 Aufenthalt in der Sahara, 2007 in Lappland. Werke: Totentanz (Malerei, 1974), Imagination des Zorns (1975, sieben kollorierte Radierungen), unaulutu (Malerbuch mit O. Wegewitz, 1984 – 86), Aufsteigen-Stürzen (2001 / 02, Flachrelief in Stelen aus Rochlitzer Porphyr mit gußeisernem Aufsatz), Nordafrikanische Haut (2001 / 02, Acrylmalerei auf Leder), Architekt / Konzentration / Mensch / Tier / Mobilität / Dialog (2006 / 07, Gußeisen), Asien (2007, Malerei), Memento Mori (2007, Malerei), Gaukler (2008, Malerei), Paar (2008, figurative Keramik).Lang, L: in: Malerei und Graphik in der DDR. Leipzig 1974; Hartleb, R.: Künstler in Leipzig. Berlin 1976; Hollmann, E.: Kat. Ausstellung der Galerie Arkade, Berlin 1978; Lang, L.: Ein junger Leipziger, in: Weltbühne (1978) 73; Muschter, G.: Kat. F. H., Dres-Doris Liebermann

Wer war wer in DDR

Heiß, Kurt

* 13.8.1909 – ✝ 26.11.1976

Geb. in Mannheim; Vater Postbote; Volksschule, Gymn.; Studium der Rechtswiss. in Berlin u. Heidelberg; Mitgl. der Kommunist. Studentenfraktion; später von der Univ. relegiert; 1927 Mitgl. der KPD; Mitgl. im Bund der Freunde der Sowjetunion; 1929 RGO; SSB; 1932 Red. einer kommunist. Ztg.; 1933 »Schutzhaft« im KZ Kieslau, geflohen; Okt. 1933 Emigr. nach Frankreich; 1933/34 Red. der »L’Humanité« im Saargeb. (in Mühlhausen); 1934/35 Red. der »Arbeiter-Ztg.« in Saarbrücken; Okt. 1935 in die UdSSR, Mitarb. bei Radio Moskau; Interbrigadist in Spanien (Radioarbeit); anschl. bis Okt. 1947 wieder bei Radio Moskau. Nov. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1947/48 Kommentator u. Ltr. der HA Pol. Wort beim Berliner Rundfunk; 1948/49 Intendant des Mitteldt. Rundfunks Leipzig; 1949 – 51 Intendant des Berliner Rundfunks u. des Dtl.-Senders (Nachf. von  Max Seydewitz), Kontakt-Person des MfS, 1950 aktive Rolle bei der Verfolgung des angebl. Agenten  Leo Bauer u. bei der Verhaftung der Pflegetochter Noel Fields, Erica Glaser (Wallach); 1951 Gen.-Intendant der DDR-Rundfunkanstalten; 1952 –56 Vors. des im Aug. 1952 neu gebildeten Staatl. Rundfunkkomitees, Mitgl. von dessen ZPL; 1957 Gen.-Sekr. der Ges. für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland (Nachf. von  Karl-Friedrich Wiese); 1959 – 61 Chefred. der »Ostsee-Ztg.« in Rostock (Nachf. von  Theo Fettin); ab 1961 Chefred. der Ztschr. »Humanitas«; 1969 VVO; gest. in Berlin.Grimm, Th. (Hrsg.): Linke Vaterlandsgesellen. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth

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Heisig, Johannes

* 23.4.1953

Geb. in Leipzig; Vater Maler u. Grafiker  Bernhard H., Mutter Kunsthandwerkerin; 1971 Abitur; 1971 – 73 Biologiestud. an der KMU Leipzig; 1973 – 77 Stud. d. Malerei, Grafik an der HS f. Grafik u. Buchkunst Leipzig, Dipl.; 1974 – 79 Mitarb. in der Werkstatt des Vaters; 1978 – 80 Meisterschüler bei  Gerhard Kettner an der HS f. Bild. Künste Dresden, bis 1982 dessen Ass.; 1979 – 80 Stipendium F+F Schule für experimentelle Gestaltung Zürich; 1980 – 91 Lehrtätigkeit HS f. Bild. Künste Dresden, 1982 – 85 Ltr. des Grundlagenstudiums Malerei / Grafik (zus. mit Hubertus Giebe), 1985 – 89 Ltr. Fachbereich Freie Kunst, 1986 Dozentur u. Fachklasse Malerei / Grafik, 1988 Professur u. Lehrstuhl, 1989 – 91 Rektor; 1980 – 89 VBK (Austritt); 1983 Mitgl. des ZV, 1987 des Präs., ab 1984 Ltr. der Zentralen Arbeitsgemeinschaft Junge Künstler; 1986 – 89 SED; Werke u. a.: Im Kreis der Freunde (1981), Der Aussichtsturm (1982), Träum was Schönes (1983), Das Boot (1981 – 87), Triptychon Lebenszeiten, Wandbildauftrag des Rats des Bez. Leipzig (1983 / 84), Cellotrümmer, Sterntaler, Hohe Schule (alle 1988); A Love Parade (1998); Porträts von  Christoph Tannert (1983),  Palucca (1989), Lithographiezyklen zu einer Arie aus dem Weihnachtsoratorium J. S. Bachs (1985), zur Lyrik von Dylan Thomas (1986); Einzelausstellungen u. a. in Dresden u. Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) (1984), Erfurt u. Frankfurt (Oder) (1987), Dresden (1990); Ausstellungsbeteiligungen an XII. Biennale de Paris u. IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden (1982), »Expressivität heute – fünf junge Maler aus der DDR« (Kabinett Nationalgalerie Berlin, Ost, 1985), VI. Triennale of India New Delhi, u. International Contemporary Art Fair London (1986), Durchblick 2, Ludwig Inst. für Kunst der DDR in Oberhausen (1987), Internat. Kunstmesse in Basel (1987 u. 1988), Contemporary Painting of the G.D.R. in Peking, Taiyuan / China (1988), Konturen (Nationalgalerie Berlin, Ost), The Art of Young Painters of the 1980s from the G.D.R. in Solothurn / Schweiz u. Signs of the Times-Painting and Graphics from the G.D.R. in Tokyo-Nagano-Kumamoto-Kamakura-Kobe / Japan (1989). 1991 Rücktritt als HS-Rektor u. Aufgabe des Lehramts; Beteiligung an New Territory-Art from East Germany, School of the Museum of Fine Arts Boston u. weiteren US-Städten (1990 – 94); Arbeit an Porträts Willy Brandt (1999 – 2007), Egon Bahr (2002); Auftrag »W. Brandt« für das German Historical Institut in Washington / USA (2003),  Erich Loest (2005), Johannes Rau (2006); Altargemälde in der Kirche Gelliehausen (2002); 2003 / 04 Professur an der Univ. Dortmund; freiberufl. in Dresden u. Berlin. Kataloge: J. H. Malerei / Grafik. Dresden 1990; J. H. Edition Galerie Schwind, Frankfurt (Main) 1992; J. H. Berlin 1996; J. H. Aus der neuen Welt. Bilder seit 1989. Berlin 2003; Das Gelliehäuser Altarbild. Karlsruhe 2003; Ich geh und suche mit Verlangen. Arbeitsjournal des Eisenacher Stadtgastes 2004. Eisenach 2005; J. H. Es war einmal. Berlin 2008. Illustr. zu: Friedrich Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre. (Katzgrabenpresse) Berlin 2005; Blaise Pascal: Gedanken. Leipzig 2007.Makarinus, J.: Die verwandelten Bilder und über das Fragment, in: Galerie erph. Erfurt 1987; 1947 – 1987. Vierzig Jahre HS f. Bild. Künste Dresden. Dresden 1987; Kunst der 80er Jahre in der DDR. Esslingen 1986; Feist, G., Gillen, E.: Kunstkombinat DDR. Berlin (West) 1988 u. 1990; Ein Leipziger in Dresden. J. H. im Gespräch mit Eckhart Gillen, in: Kunst in der DDR. Köln 1990; Lammel, G.: Sammlung Siegfried Seitz. Figurative Malerei aus dem letzten Jahrzehnt der DDR, Potsdam 1999; Filmporträt »Ende der großen Belehrung«. arte / ZDF 2002.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

dissidenten.eu

Hejdánek, Ladislav

* 1927

Christlicher Philosoph, Wissenschaftler und Sprecher der *Charta 77. Veranstalter privater inoffizieller Philosophie-Seminare in den 70er Jahren.Ladislav Hejdánek wurde 1927 in Prag geboren. Er studierte Philosophie und Soziologie an der Prager Karls-Universität. Seine Doktorarbeit mit dem Titel „Der Begriff der Wahrheit und einige seiner ontologischen Voraussetzungen“ verteidigter er 1952 beim letzten nichtmarxistischen Professor der Philosophischen Fakultät, Jan Blahoslav Kozák. Aufgrund seiner christlichen Überzeugung wurde Hejdánek die wissenschaftliche Laufbahn verwehrt. Nach mehrmonatigen Arbeitseinsätzen und zweijährigem Militärdienst arbeitete er zwölf Jahre lang in der Archivabteilung des Medizinischen Institutes in Prag. Ab Anfang der 60er Jahre konnte er sporadisch in Literaturzeitschriften veröffentlichen. Im Juni 1968 trat Hejdánek eine Stelle am Institut für Philosophie der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften an; 1971 wurde ihm jedoch im Rahmen von Säuberungen der akademischen Einrichtungen gekündigt. Ab 1970 organisierte Hejdánek private Philosophie-Seminare. Im Verlaufe von zehn Jahren wurde daraus eine Reihe von regelmäßigen, montags stattfindenden Veranstaltungen. Referenten waren neben Hejdánek selbst bekannte Philosophen aus dem Ausland. An den Seminaren nahmen hunderte junger Menschen teil, die dadurch erstmals mit einer anderen Philosophie in Kontakt kamen, als der, die an den Fakultäten für Marxismus unterrichtet wurde. Für viele, die nicht studieren durften, waren die Privatseminare die einzige Möglichkeit, zumindest eine nicht formalisierte Bildung zu erhalten. Ende 1972 wurde Ladislav Hejdánek verhaftet und wegen „antistaatlicher Agitation“ zu neun Monaten Haft verurteilt. Gemeinsam mit ihm wurde auch seine Frau Hedvika verurteilt. Nachdem er zwei Drittel der Strafe verbüßt hatte, arbeitete er als Nachtportier im Museum für Nationalliteratur, als Nachtwächter und Heizer und nach einer Invaliditätsverrentung als Lagerverwalter. 1985 gab er unter dem Druck der Staatssicherheit seine berufliche Arbeit ganz auf. Im Dezember 1976 unterzeichnete Hejdánek die Erklärung der *Charta 77 und gehörte von Beginn an zu den charismatischsten Mitgliedern der Bürgerrechtsbewegung. Schon in den ersten Monaten nach der Veröffentlichung der *Charta 77 gab er im Samisdat den Zyklus „Briefe an einen Freund“ (Dopisy příteli) heraus, in denen er die Bedeutung der Bewegung innerhalb eines autoritären Staatssystems erklärte. Diese Briefe sind bis heute eines des bedeutendsten Zeugnisse der damaligen Zeit. Nach dem Tod von Jan Patočka im Herbst 1977 erklärte sich Ladislav Hejdánek bereit, dessen Nachfolge als Sprecher der *Charta 77 zu übernehmen. Die beiden anderen Sprecher waren zu diesem Zeitpunkt Jiří Hájek und Marta Kubišová. Nach der Verhaftung von Václav Benda und Jiří Dienstbier sowie dem Rücktritt von Zdena Tominová wurde Hejdánek 1979 erneut Sprecher – und dies in einer der schwersten Zeiten für die *Charta 77. Angesichts verstärkter Repressionen des Staatsapparates war die Beibehaltung der Geschlossenheit der Unterzeichner eine schwierige Aufgabe. Die hohe Autorität Ladislav Hejdáneks trug hierzu enorm bei. 1985 erhielt Hejdánek aus Paris den Jan-Palach-Preis und 1987 die Ehrendoktorwürde der Universität Amsterdam zuerkannt. Nach der *Samtenen Revolution kehrte Hejdánek 1990 zu seinen akademischen Wurzeln zurück und unterrichtete an der Philosophischen und an der Evangelischen Fakultät, die nach 1989 wieder Teil der Prager Karls-Universität wurde. Mit seiner Arbeit „Philosophie und Glauben“ („Filosofie a víra“) wurde er 20 Jahre nach deren Niederschrift habilitiert und zwei Jahre später zum Professor berufen. Bis 1996 unterrichtete er an der Philosophischen Fakultät und war bis 2004 Leiter des Lehrstuhles für Philosophie an der Evangelischen Fakultät.Petr Pospíchal Aus dem Polnischen von Tim Bohse Letzte Aktualisierung: 06/15

Wer war wer in DDR

Heldt, Otto

* 8.6.1904 – ✝ 7.7.1978

Geb. in Berlin; Vater Tischler; Besuch der Volksschule in Berlin; 1918 – 21 Banklehre bei der Stralauer Bank in Berlin; 1921 – 24 Bankangest.; 1924 / 25 arbeitslos; 1925 – 30 kaufm. Angestellter im Verlag Hackebeil in Berlin; 1930 – 41 Vertriebs- u. Werbeltr. im Sportverlag Berlin; 1941 – 45 Soldat. 1945 – 47 Arbeiter (Aufbauarbeiten) bei der Druckerei König; 1947 Ltr. des neugegr. Sportverlag GmbH (zus. mit Alfred Engel); 1948 SED; 1948 – 50 leitender Mitarb. im Verlag Kultur u. Fortschritt; 1949 Parteistrafe (»Rüge«) wg. »Unredlichkeit beim Einkauf von Papier« (1974 gelöscht); 1950 – 52 Ltr. der Dt. Funkverlag GmbH; 1952 – 59 stellv. Ltr. des Dt. Bauernverlags; 1959 – 65 Ltr. des Verlags Volk u. Gesundheit; 1965 – 70 stellv. Ltr. des Volkseigenen Verlags für Med. u. Biol.; ab 1970 freiberufl. Exportkaufm. bei der Dt. Buchexport u. Import GmbH Leipzig in Berlin; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Helfter, Theodor

* 1903

Geboren 1903 in Mainz; lernte Schlosser. Er war lange arbeitslos und lebte in München. Obwohl erst 1930 in die KPD eingetreten, wurde er 1932 Agitpropsekretär der BL Südbayern. Im November 1932 vom ZK an die Internationale Leninschule in Moskau delegiert, kam Helfter nach Kursende im März 1932 nach Engels in die Autonome Republik der Wolgadeutschen. Dort arbeitete er als Vorsitzender eines Gewerkschaftskomitees. Anfang 1937 vom NKWD verhaftet, soll Theodor Helfter während des Krieges im Gulag umgekommen sein.

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Hellmann, Martina

* 12.12.1960

Geb. in Leipzig; 1963 aktive Schwimmerin; 1972 für die Leichtathletik entdeckt; KJS u. Mitgl. des SC DHfK Leipzig (Trainer: Bernd Thomas); Spezialdisz.: Diskus; 1977 Eidsprecherin der Kinder- u. Jugendspartakia- de; 1982 – 89 SED; 1983 u. 1987 WM; 1988 Olympiasiegerin (persönl. Bestleistung: 76,92 m); VVO; Studium der Soziol. an der KMU Leipzig; nach 1990 Mitarb. der AOK Leipzig.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Helm, Rüdiger

* 6.10.1956

Geb. in Neubrandenb.; Vater Rundfunkmechaniker; 1963 – 75 POS, KJS, Abitur; 1969 – 84 Kanurennfahrer im SC Neubrandenb.; 1975 – 82 Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1985 – 88 Trainer im SC Neubrandenb.; ab 1988 DDR-Nationaltrainer; siebenmal Teiln. an Weltmeisterschaften: 1974 3. Platz im K II über 1.000 m, 1975 2. Platz im K IV u. 3. im K I über 1.000 m, 1977 2. Platz im K I über 1.000 m, 1978 Sieger im K I über 1.000 m, im K II über 500 m u. im K IV über 1.000 m, 1981 Sieger im K I u. im K IV über 1.000 m, 3. Platz im K IV über 500 m, 1982 Sieger im K I über 1.000 m, 2. Platz im K IV über 500 m u. 1.000 m, 1983 Sieger im K I über 1.000 m u. im K IV über 500 m, 2. Platz im K IV über 1.000 m; zweimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1976 Sieger im K I über 1.000 m, 3. Platz im K I über 500 m u. im K IV über 1.000 m, 1980 Sieger im K I u. im K IV über 1.000 m, 2. Platz im K II über 500 m; 19maliger DDR-Mstr.; beendete 1984 die sportl. Laufbahn; Cheftrainer Kanu Österreich; ab 1992 Ltr. des Kommunalen Bauhofs Timmendorfer Strand; seit 2008 Bundestrainer Drachenboot-Nationalmannschaft.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

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Hempel, Johannes

* 23.3.1929

Geb. in Zittau; Vater Kürschner, Mutter Hausfrau; Mai 1945 Einberufung zum Kriegsdienst; 1947 Abitur; 1947 – 52 Studium der Germanistik, Geschichte u. Philos., dann der Theol. in Tübingen, Heidelberg, Berlin u. Leipzig; kurzzeitig Mitgl. der CDU; 1955 – 58 Hilfsgeistlicher u. Gemeindepfarrer in Gersdorf (b. Glauchau), 1956 Ordination; 1958 – 63 Pfarrer an der Thomas-Kirche in Leipzig, zugl. Studieninspektor u. 1967 – 71 Studiendir. am Leipziger Predigerkolleg St. Pauli; 1960 Prom. zum Dr. theol.; 1963 – 71 Studentenpfarrer in Leipzig; Okt. 1971 Wahl zum Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen (Nachf. von  Gottfried Noth); ab 1972 verantw. Vertreter der Ev. Kirchen der DDR in der ev.-kath. Konsultativgr.; 1973 – 77 stellv. Vors. der Konferenz der Ev. Kirchenltg. (KKL) in der DDR; ab 1975 Mitgl. des Zentral- u. des Exekutivaussch. des Ökumen. Rats der Kirchen u. 1983 – 91 einer der Präs. des Rats; seit 1977 Mitgl. des Luth. Weltbunds; 1981 – 86 Ltd. Bischof der Vereinigten Luth. Kirche in der DDR (Nachf. von  Heinrich Rathke); 1982 – 86 Vors. der KKL in der DDR (Nachf. von  Werner Krusche); 1985 Kritik am amerik. SDI-Programm, Unterstützung der Forderung kirchl. Friedensgr. nach Anerkennung des Rechts auf Wehrdienstverweigerung u. Einführung eines sozialen Friedensdienstes bei einem Treffen mit dem Staatsratsvors.  Erich Honecker am 11.2.1985 in Dresden; 1983 theolog. Ehrenprom. der KMU Leipzig sowie der University of Kent at Canterbury (England) u. Muhlhouse (USA); Jan. 1990 Mitautor der »Loccumer Erklärung« mit dem Plädoyer für eine baldige Herstellung der Einheit der ev. Kirchen in Dtl. 1991 stellv. Vors. des Rats der EKD; 1994 Ruhestand; 2004 Bundesverdienstkreuz; lebt in Dresden.Die Vergegenwärtigung des Wortes. Berlin 1973; Über Kirche, über uns. Fragen u. Antworten eines Bischofs. Leipzig 1992; Erfahrungen u. Bewahrungen: ein biogr. Rückblick im Gespräch mit Udo Hahn. Leipzig 2004. Findeis, H., Pollack, D.: Selbstbewahrung oder Selbstverlust? Berlin 1999.Roger Sitter / Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Hengst, Karl

* 4.5.1928

Geb. in Meerane (Krs. Glauchau); Vater Arbeiter; Volks- u. Oberschule; Landarb., Landw.-Gehilfe; 1946/47 Studium an der landw. FS Thurm (Krs. Glauchau); 1947 – 49 Tierzuchtwart in Willerstedt (Krs. Weimar); 1949 – 51 Studium an den landw. FS Elbisbach u. Zwickau, staatl. geprüfter Landwirt; 1951 SED; 1951/52 Kulturltr. u. Arbeit als Agronom auf der MAS Kamenz; 1952 – 55 Abt.-Ltr. in der SPK; 1955/56 Studium an der Zentralschule des ZK in Schwerin; Fernstudium an der HfÖ Berlin; 1958 Dipl.-Wirtsch.; 1956 Instrukteur, 1960 Sektorenltr., 1963 stellv. Ltr. u. 1966 – 70 Ltr. der Abt. Planung u. Finanzen des ZK der SED (Nachf. von  Siefried Böhm); später wiss. Mitarb. in der SPK; 1988 VVO.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Heinks, Heinke

* 26.1.1895 – ✝ 29.1.1968

Geb. in Greetsiel (Krs. Norden, Ostfriesland); Eltern Landarb.; 1901 – 08 Volksschule in Pilsum (Krs. Norden (Ostfr.); 1909 – 12 Ausbildung zum Zimmermann, dann ein Jahr im Beruf tätig; Febr. 1913 – 18 freiw. Militärdienst in Wilhelmshaven (Marine); 1918 Mitgl. des Soldatenrats in Wilhelmshaven u. des Spartakusbunds; 1919 Mitgl. der KPD-Bremen, Ltr. der Land-Abt. Nordwest (Bremen); Sept. 1932 – Febr. 1933 Mitarb. in der Landabt. des ZK (zus. mit  Philipp Daub u.  Rudolf Reutter); Febr. 1933 Ref. des KPD-Bez. Ostpr. in der Wahlkampagne gegen Adolf Hitler; Instrukteur des Roten Landarbeiterverb.; Febr. 1933 in Preuß.-Eylau verhaftet, bis Dez. 1933 KZ Esterwegen; bis 1936 in Gadebusch (Mecklenb.) unter Polizeiaufsicht, dort 1934 – 36 Arbeit bei Baufirmen; ab März 1936 arbeitslos; Juli 1936 wegen »Verdachts der Teiln. am Hochverrat« verhaftet, mangels Beweisen nach elf Tagen entlassen; 1936 – 39 Kommissionsvertreter einer Hamburger Fa.; Aug. 1939 – April 1945 zur Wehrmacht, Luftwaffe (1940 – 43 Frankreich, 1943/44 Belgien), desertiert u. Flucht nach Emden (Ostfr.). Juli 1945 Rückkehr nach Gadebusch; Teiln. an der Bodenreform; Sept. 1945 – Mai 1946 Ltr. der Abt. Landw. der SED-LL Mecklenb.-Vorpom.; Juni 1946 – April 1948 Hauptref. in der Abt. Landw. des ZK der SED, verantw. für die Ref. Bäuerl. Org. u. Bauernhilfe u. 1946/47 für die »Westarbeit« dieser Abt., maßgebl. am Aufbau des gesamtdt. Arbeitskrs. beteiligt; Mai 1948 – Nov. 1949 stellv. Ltr. der HV Land- u. Forstw. der DWK; Nov. 1949 – Okt. 1950 Ltr. der HA Allg. Agrarfragen, Agrarwiss. u. landw. FS-Wesen im Min. für Land- u. Forstw.; ab Okt. 1950 Ltr. des gesamtdt. Arbeitskrs. der VdgB-ZV, zuständig für deren konspirative Kontakte zu bundesdt. Bauernfunktionären, 1951 – 53 Ltr. des Berliner Büros der VdgB, 1953 – 55 der Abt. Kleintierzucht; Mitgl. des Sekr. im ZV; 1955 – 57 im Min. für Innerdt. u. Außenhandel tätig; später Mitarb. der DIA Nahrung; 1957 Rentner; gest. in Neuenhagen (b. Berlin).Scholz, M. F.: Bauernopfer der Dt. Frage. Der Kommunist Kurt Vieweg im Dschungel der Geheimdienste. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Heintze, Horst

* 15.8.1927 – ✝ 14.12.1997

Geb. in Halle (Saale), Vater Arbeiter; Volksschule; 1942 – 44 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1944 NSDAP. 1945 – 48 Schlosser in Halle u. Ammendorf; 1945 FDGB; 1947 SED; 1948/49 Jugendsekr. des FDGB-KV Halle; 1949 – 52 Sekr. bzw. 1. Sekr. des LV Sachsen-Anh.; 1952/53 Vors. des Bez.-Vorst. Magdeburg des FDGB; 1953 Direkt-, 1954 – 62 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1954 – 58 stellv. Vors. des Zentralvorst. der IG Metallurgie; 1958 – 61 stellv. Vors. der IG Metall; 1961 kurzz. Ltr. der Abt. Wirtschaft im BV; 1961 – 89 Mitgl. des Präs. u. Sekr. des BV des FDGB für Arbeit u. Löhne/Wirtschaft; 1965 – 67 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Ökon.; 1963 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer, stellv. Vors. des Aussch. für Industrie, Bauwesen u. Verkehr; Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Die Arbeit«; 1960 Verdienstmedaille der DDR; 1965, 1974 u. 1987 VVO; 1977 Held der Arbeit; Nov./Dez. 1989 Entbindung von allen Gewerkschafts- u. Parteifunktionen.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Heinze, Günther

* 26.7.1923

Geb. in Dresden-Blasewitz; Volksschule in Dresden; Ausbildung zum Maschinenschlosser; Leichtathlet u. Basketballer; 1941 NSDAP; Wehrmacht (Luftwaffe), Gefreiter; 1944 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949 Vors. des Krs.-Sportaussch. Dresden; 1950 – 52 Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1951 Mitgl. der DDR-Basketballauswahlmannsch.; 1952 – 70 Präs. bzw. Präs.-Mitgl. des Dt. Basketballverb.; 1952 – 54 Abt.-Ltr. Sport- wiss. beim Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport; 1954 – 57 stellv. Vors. für Wissenschaftsfragen u. internationale Verbindungen; 1956 – 60 Fernstudium an der DASR Potsdam; 1957 – 89 Sekr. bzw. Vizepräs. des DTSB; 1970 – 84 Präs.-Mitgl. des Volleyballverb.; 1955 – 73 u. 1982 – 90 Vizepräs., 1973 – 82 Generalsekr. (Nachf. von  Helmut Behrendt) des NOK; VVO; 1985 Dr. h. c. der DHfK Leipzig; 1990 amtl. Präs. des NOK (Nachf. von  Manfred Ewald); 1981 – 91 IOC-Mitgl. (Nachf. von  Heinz Schöbel), danach Ehrenmitgl.; 1990 Rentner.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Heise, Thomas

* 22.8.1955

Geb. in Berlin; Vater Philosoph  Wolfgang H.; 1973 Abitur u. Facharbeiterabschluß als Drucker; 1975 Regieassistent bei  Heiner Carow (»Bis daß der Tod euch scheidet«); 1978 – 83 Regiestudium an der HFF; 1980 Dokumentarfilm »Wozu über diese Leute einen Film« (EA September 1989); 1982 Drehverbot für den Diplomfilm »Erfinder« u. vorzeitiger Studienabbruch; danach freischaff. Filmemacher ohne Genehmigungen sowie Produktions- u. Aufführungsmöglichkeiten; 1982/83 Hörspiel »Vorname Jonas« (Erstsendung 1990); Dokumentarfilme »Das Haus« (1984) u. »Volkspolizei« (1985) für die Staatl. Archivverwaltung (EA 2002); Zusammenarb. mit  Heiner Müller: Videodok. »Der Ausländer« (fertiggestellt 2003), 1985 Szenarium für »Schweigendes Dorf. Fragment eines Dokumentarfilms aus Papier« (Lesung in Potsdam 1987, Erstsendung 1992); 1987 – 90 Meisterschüler an der AdK; Regiearbeit am Berliner Ensemble, u. a. Assistenz bei Müllers »Germania Tod in Berlin« (1989); 1989 Dokumentarfilm »Imbiß spezial« über die letzten Tage der DDR (EA 1990); am 8.10.1989 Festnahme während der Protestkundgebung an der Gethsemane-Kirche in Berlin; Mitorg. der Protestdemonstration am 4.11.1989 auf dem Berliner Alexanderplatz. 1991 Dokumentarfilm »Eisenzeit«, der das Sujet bisher verbotener Filme u. Filmkonzepte umsetzt; 1992 »STAU – Jetzt geht’s los«, Dokumentarfilm über rechte Jugendliche in Halle; zugl. eigene Inszenierungen am Berliner Ensemble: »Brotladen« (Brecht), »Zement« (Müller); »Der Bau« (Müller); 1997 Dokumentarfilm »Barluschke« über den Identitätsverlust eines Spions; in »Vaterland« (2002) u. »Mein Bruder« (2005) werden Präsenz u. Distanz jüngster Vergangenheit dokumentiert; »Kinder, wie die Zeit vergeht« (2007) u. »Material« (2009); internat. Preise für »Eisenzeit«, »Stau« u. »Barluschke«; 2001 Mitgl. der AdK Berlin; 2007 Prof. an der Staatl. HS für Gestaltung Karlsruhe; lebt in Berlin.Bernd Florath

Wer war wer in DDR

Heitmann, Steffen

* 8.9.1944

Geb. in Dresden; 1963 Abitur; 1964 – 69 Studium der Theol. u. Altphilol. in Leipzig, Erstes u. Zweites theolog. Examen; 1971 – 73 Pfarrvikar u. Pfarrer in der ESG Dresden; 1973 – 82 Referent im Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsen, daneben kirchenjurist. Ausbildung, 1980 Erstes u. 1981 Zweites jurist. Examen; 1982 –90 Kirchenamtsrat u. Ltr. des Ev.-Luth. Bezirkskirchenamts Dresden; Okt. 1989 jurist. Berater der Dresdner Bürgerinitiative »Gruppe der 20«; 1989/90 Mitgl. der Basisdemokrat. Fraktion der Stadtverordnetenvers. Dresden; Dez. 1989 – März 1990 Mitwirkung an der Auflösung der MfS-BV Dresden. Ab. Apr. 1990 Ltr. einer Fachgr. der Gemeinsamen Kommission Baden-Württemb./Sachsen u. Vors. der Arbeitsgr. »Verfassung« (»Gohrischer Entwurf«); Mitgl. im Koordinierungsaussch. für die Bildung des Freistaats Sachsen. Nov. 1990 – Sept. 2000 Sächs. Staatmin. der Justiz; Dez. 1991 CDU; seit 1991 Präs. des Ev. Siedlungswerks in Dtl.; 1993 zeitw. Kandidat der CDU/CSU für das Amt des Bundespräs.; seit Okt. 1994 Mitgl. des Sächs. Landtags; seit 1995 Vors. des Sächs. Landesarbeitskreises Christl.-Demokrat. Juristen; Mithrsg. der Wochenztg. »Rhein. Merkur«; Mitgl. u. stellv. Vors. des Stiftungsrats der Stiftung Frauenkirche Dresden; 1995 Freiheitspreis der Stiftung Demokratie u. Marktwirtschaft; 1998 Bundesverdienstkreuz.Die Rev. in der Spur des Rechts. Hamburg 1996; Hat Dtl. sich verändert? Fürstenfeldbruck 1998. Bettina Röhl: Stigmatisiert. Der Terror der Gutmenschen. Unna 2003.Helmut Müller-Enbergs

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Helas, Martin

* 5.2.1912 – ✝ 22.12.1994

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volks- u. Fortbildungsschule; Lehre u. Arbeit als Schuhmacher, Gelegenheitsarb.; 1929 SAJ; 1931 KJVD; 1932 KPD; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit; 2.5.1933 »Schutzhaft« im KZ Colditz, nach Entl. erneute illeg. Arbeit, 19.11.1933 erneute Verhaftung, Mai 1934 Verurteilung zu einem Jahr Zuchthaus, Haft in den Zuchthäusern Zwickau u. Dresden; nach Entlassung Arbeit als Klempnergehilfe u. Schuhmacher; 1941 – 45 Wehrmacht, April – Juni 1945 amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Funktionär der KPD in Leipzig-Anger-Crottendorf; 1946 SED; 1946 – 50 Abt.-Ltr., später Sekr. des SED-KV Leipzig; 1950 Eintritt in die DVP; 1952 Oberst der DVP; 1952 zeitw. amtierender Vizepräs. u. Ltr. der PK-Abt. des PdVP Berlin; 1950 – 52 Vors. der PKK in der DVP-HV (Landesverb. VII a); Juni 1952 Wahl in die SED-Landesltg. Berlin; 1952/53 Sekr. für Kultur u. Volksbildung; 1954/55 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1955 – 57 Ltr. der Abt. für Sicherheitsfragen der SED-BL Groß-Berlin; 1957 – 60 Stellv. des Präs. der DVP Berlin für pol. Arbeit; 1961 Lehrgang an der Militärakad. »Friedrich Engels« in Dresden; 1961 – 63 Stellv. des Ltr. der HA Sicherheit der DVP-HV; 1963 –72 Stellv. des Ltr. der HA Kampfgr. des MdI; 1960 – 62 Kand. der SED-BL Berlin; 1964, 1976 u. 1982 VVO; 1972 Scharnhorst-Orden; 1987 Ehrenspange zum VVO.Andreas Herbst

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Heldt, Peter

* 8.11.1933 – ✝ 8.5.1991

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1949 FDJ; 1953 – 56 Studium der Wirtschaftswiss. an der HS für Binnenhandel Leipzig, Dipl.-Wirtsch.; 1954 SED; 1956 – 63 wiss. Assistent bzw. Oberassistent an der HS für Binnenhandel Leipzig, 1962 Prom. zum Dr. rer. oec.; 1963 – 66 wiss. Oberassistent an der KMU Leipzig; 1966/67 stellv. Sekr. der Univ.-Parteiltg. der SED an der KMU; 1967 – 70 Sekr. der SED-KL der KMU; 1970 – 73 Sekr. für Wiss., Volksbildung u. Kultur der SED-BL Leipzig; 1973 – 76 Ltr. der Abt. Kultur im ZK der SED (Nachf. von  Hans-Joachim Hoffmann); Habil.; anschl. Prof. für Wirtschaftsgeschichte an der KMU; 1982 – 90 Vors. des KB-Bez.-Vorst. Leipzig.Andreas Herbst

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Hellberg, Martin

* 31.1.1905 – ✝ 31.10.1999

Geb. in Dresden; Vater Pfarrer; Ausbildung zum Schlosser; Besuch von Abendkursen für Schauspiel am Dresdner Konservatorium; ab 1924 Schauspieler am Dresdner Staatstheater; Mitwirkung am Arbeitertheater »Rotor«; später in der Agit.-Prop.-Gruppe »Rote Raketen«; 1931 KPD; 1933 vom Staatstheater entlassen, ohne festes Engagement, illeg. Auftritte; 1941 Oberspielltr. in Freiburg i. Br.; 1942 aus der Reichskulturkammer ausgeschl.; 1943 Strafbat. 1945 Gründung der Dt. Schauspielschule München; 1946 Inszenierung von Jean Giraudoux’ »Der Trojanische Krieg findet nicht statt« an den Münchener Kammerspielen, damit Gastspiele in sächs. Städten; 1946 SED; 1950/51 Gen.-Intendant der Staatstheater Dresden; ab 1951 Regietätigkeit bei der DEFA, 15 Spielfilme, darunter »Das verurteilte Dorf«, »Geheimakten Solvay«, »Der Richter von Zalamea«, »Thomas Müntzer«, »Emilia Galotti«, »Kabale u. Liebe«; 1952 NP; 1953 Weltfriedenspreis; 1954 Mitbegr. der Dt. HS für Filmkunst Babelsberg; 1954 – 58 dort Prof. für Filmregie; 1962/63 Gen.-Intendant des Mecklenb. Staatstheaters Schwerin, 1963 wegen »Mißachtung staatl. Weisungen« entlassen; weiterhin tätig als Schauspieler, u. a. in der Verfilmung von Thomas Manns »Lotte in Weimar«; 1980 VVO; 1984 KMO; gest. in Bad Berka.Trilogie der Erinnerungen: Die bunte Lüge. Berlin 1972; Im Wirbel der Wahrheit. Berlin 1978; Mit scharfer Optik. Berlin 1982.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Hellmann, Rudolf

* 26.6.1926 – ✝ 31.12.2005

Geb. in Chemnitz; Vater Dreher; 1940 – 43 Ausbildung zum Maschinenschlosser; anschl. Kriegsdienst, 1944/45 freiw. als Torpedomechaniker bei der Kriegsmarine; brit. Kriegsgefangenschaft. 1946 KPD/SED; 1947 – 50 Schlosser bei der DR in Chemnitz; 1950 Instrukteur der FDJ im Reichsbahnamt; anschl. Landesltr. der SV Lokomotive Sachsen; ab 1952 Angeh. der VP; Sektorenltr. Agit./Prop. in der ZL der SV Lokomotive in Berlin; 1952/53 Sektorenltr. Agit. des Zentralvorst. der GST; 1954 Instrukteur für Jugend u. Sport der SED-BL Halle; 1954 Instrukteur, 1960 Ltr. der Arbeitsgr. u. 1965 – 89 Ltr. der Abt. Körperkultur u. Sport des ZK der SED; Mitgl. der Leistungssportkommission; ab 1961 Mitgl. des Bundesvorst. des DTSB; 1990 ausgeschl.; 1973 – 89 Vizepräs. des NOK; 1960 u. 1964 VVO; 1976 KMO; 1980 Großer Stern der Völkerfreundschaft; 1987 Olymp. Orden des IOC. H. hat neben  Manfred Ewald u.  Erich Mielke die Sportpolitik der DDR maßgebl. geprägt.Teichler, H.-J.: Die Sportbeschlüsse des Politbüros. Köln 2002.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Helms, Paul

* 13.10.1901 – ✝ 28.2.1958

Geboren am 13. Oktober 1901 in Hamburg; von Beruf Dreher, seit 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Helms gehörte 1932 der RGO-BL Wasserkante an und ging 1933 in die Illegalität. Er wurde verhaftet und 1934 zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung arbeitete er wieder illegal in Hamburg, emigrierte im September 1936 nach Dänemark, wo er Mitarbeiter der AL Nord unter Heinrich Wiatrek wurde. Im Mai 1941 in Kopenhagen verhaftet und am 9. Januar 1943 vom VGH zum Tode verurteilt. Auf Antrag der Hamburger Gestapo wurde die Vollstreckung des Todesurteils mehrmals ausgesetzt, da sich Helms als »Auskunftsperson« zur Verfügung stellte. Kurz vor dem Einmarsch britischer Truppen im April 1945 von der Gestapo freigelassen. Sein weiterer Lebensweg ist ungeklärt, politisch trat er nicht mehr hervor, bekannt ist lediglich, daß Paul Helms am 28.Februar 1958 in Hamburg gestorben ist.

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Hempel, Siegfried

* 27.2.1927

Geb. in Dresden; Vater Schriftsetzer, Mutter Modistin; 1933 – 40 Volksschule, 1941 – 44 Buchdruckerlehre bei B. G. Teubner in Dresden, 1944 / 45 Arbeitsdienst, Militär, Kriegsgef. 1945 Rückkehr nach Dresden, 1946 / 47 Buchdrucker in der Landesdruckerei Sachsen in Dresden, 1947 / 48 Studium an der Meisterschule für das Graf. Gewerbe, Leipzig; 1949 SED (bis 1989); 1948 / 49 Volontär in der Landesdruckerei Sachsen in Dresden, 1949 / 50 Fortsetzung des Studiums an der Meisterschule für das Graf. Gewerbe, Abschluß als Techniker; 1950 / 51 Betriebsleitungsass. in der Landesdruckerei Sachsen in Dresden, dort 1951 – 61 Betriebsdir., 1952 – 54 Fernstudium an der Ingenieurschule für Polygrafie, Leipzig, 1962 – 92 Betriebsdir. der Druckerei Offizin Andersen Nexö (OAN), Nutzung des Zeitungsschnellsatzes für die Buchprod., Entw. neuer Qualitätsstandards, verantw. für zahlr. »Schönste Bücher der DDR«, Entw. u. Gestaltung von Minibüchern; 1974 – 90 Stadtverordn. in Leipzig, 1975 – 77 Sonderstudium an der Ing.-HS, 1972 Ernennung zum Obering., 1977 Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig, 1987 Prom. an der KMU Leipzig über Miniaturbücher. 1992 Kündigung als OAN-Betriebsdirektor durch die Treuhandanstalt, im gleichen Jahr Wiedereinstellung durch den neuen Inhaber, Ltr. der Kundenberatung, 1996 nach dem Konkurs von OAN Rentner; ab 2005 verantw. für Auswahl und Gestaltung der Jahresgaben von OAN; lebt in Leipzig.Entstehung u. Entw. von Miniaturbüchern unter besonderer Berücksichtigung ihres kulturgeschichtl. Ranges in der DDR. Leipzig 1987; Bibliogr. der Miniaturbücher der DDR 1949 – 90. Leipzig 2002 (mit E. Walter). Bähring, H.; Rüddiger, K.: Lexikon der Buchstadt Leipzig. Taucha 2008.Christoph Links

Wer war wer in DDR

Henke, Georg

* 9.4.1908 – ✝ 8.12.1986

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter, Mutter Retoucheurin, Stiefvater Inhaber eines Antiquitätengeschäfts in Berlin; 1918 – 24 Grund- u. Realschule in Berlin; 1924 – 27 Ausbildung zum Exportkfm. in Berlin; 1927 – 33 im Beruf tätig; 1928 ZdA; Lehrer u. Ltr. der Arbeitsgemeinschaft Ökon. der MASCH; 1931 KPD; Verbindungsmann des KPD-UB Berlin-Moabit; 1933 – 35 arbeitslos; 1934/35 Mitarb. der KPD-BL Berlin u. des illeg. Pressedienstes; Mai 1935 Emigr. in die ČSR; 1935 – 37 Kursant an der Internat. Lenin-Schule der KI (»Fritz Krüger«); später nach Frankreich; 1938/39 Interbrigadist in Spanien, Angeh. der XI. Internat. Brigade, Parteibeauftragter der Transportkompanie, Einsatz an den Fronten Ebro u. Sierra de Cabais; 1938 KP Spanien; Febr. 1939 nach Frankreich; 1939 in Paris; ab 1939 illeg. Aufenthalt in Schweden; Instrukteur für Berlin der KPD-Auslandsltg. Stockholm; 1939/40 Instrukteursreisen nach Magdeburg u. Berlin (»Sven«); Mitarb. der Ztschr. »Die Welt« in Stockholm (»Erna Schmitz«); Aug. 1942 verhaftet, 1943 Ausreisehaft, nach Uppsala (Schweden) entlassen; dort Ltr. der KPD-Gruppe; Mitarb. im Freien Dt. KB u. der Ztschr. »Pol. Information« (Stockholm). Jan. 1946 Rückkehr nach Dtl.; Feb. 1946 Mitarb. der Abt. Wirtschaft beim ZK der KPD; 1946 Red., 1946 – 50 Chefred. der Ztschr. »Die Wirtschaft«, zeitw. Cheflektor des Verlags »Die Wirtschaft«; 1950/51 Handelsattaché (Handelsrat) der DDR in der UdSSR; 1950 – 55 Stellv. des Vertreters der DDR im RGW in Moskau; 1956 – 58 Stellv. des Vors. der SPK; 1958 – 63 Mitgl. der SPK; 1961 Ltr. der SPK-Vertr. in der UdSSR in Moskau; 1963 – 67 Ltr. der Abt. Wirtschaftspol. im MfAA; 1965 – 67 Mitgl. der Ideolog. Kommission der ZPL im MfAA; 1968 VVO; 1968 – 72 Botschafter in Pjöngjang (KDVR); Nov. 1972 Rentner; Mitgl. der ZL u. Ltr. der AG Soz. Länder des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; gest. in Berlin.Mewis, K.: Im Auftrag der Partei. Berlin 1971; Scholz, M. F.: Herbert Wehner in Schweden 1941 – 1946. München 1995.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heinks, Heinke

* 26.1.1895 – ✝ 29.1.1968

Geboren am 26. Januar 1895 in Greetsiel/Krs. Norden in Ostfriesland, Sohn einer Landarbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Zimmerer. 1913 Militärdienst, ab 1914 Soldat im Weltkrieg. 1918 Mitglied des Spartakusbundes, 1919 der KPD, M-Leiter des UB Emden, ab Februar 1924 UB-Sekretär im Industriebezirk Vegesack, anschließend in Bremerhaven. Die linke Opposition warf ihm später vor, daß er bis 1925 dem »Stahlhelm« angehört habe und erst 1927 der Gewerkschaft beigetreten sei. Ab 1926 Lokalredakteur der Bremer »Arbeiterzeitung«, an der Heinks in den folgenden Jahren die verschiedensten Posten ausfüllte und die er schließlich 1929 als Chefredakteur leitete. 1930 in der Bezirksleitung Nordwest Sekretär für Landfragen, seit 1927 Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft und Fraktionsvorsitzender der KPD. Im August 1932 wurde er Mitarbeiter der Abteilung Land im ZK der KPD. Am 28.Februar 1933 in Königsberg verhaftet und in das KZ Esterwegen gebracht, Ende 1933 entlassen, von 1939 bis 1945 Soldat in der Wehrmacht. 1945 wieder Mitglied der KPD, 1945/46 Leiter der Abteilung Landwirtschaft in der KPD-Landesleitung bzw. im SED-Landesvorstand Mecklenburg, von Juni 1946 bis April 1948 in der Abteilung Landwirtschaft im ZS der SED, anschließend stellvertretender Leiter der Hauptverwaltung Land- und Forstwirtschaft der DWK, 1949/50 im DDR-Ministerium für Land- und Forstwirtschaft. Heinks leitete ab September 1950 den Gesamtdeutschen Ausschuß, dann das Westbüro der VdgB. Zuletzt wohnhaft als Parteiveteran in Neuenhagen bei Berlin, wo Heinke Heinks am 29. Januar 1968 starb.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Heinz, Wolfgang

* 18.5.1900 – ✝ 30.10.1984

Geb. in Pilsen (Böhmen/Plzeň, Tschechien) in einer jüd. Fam., aufgew. in Wien; Vater Journalist; Volksschule u. Erzherzog-Rainer-Realgymnasium in Wien; 1917 erstes Engagement in Eisenach (Sommertheater); 1917/18 Schauspieler am Stadttheater Eisenach, 1918/19 am Volkstheater Wien, ab Dez. 1918 bei Max Reinhardt am Dt. Theater in Berlin, 1919 – 23 am Staatl. Schauspielhaus Berlin bei Leopold Jessner, 1923 – 27 in Hamborn u. Hagen sowie an den Hamburger Kammerspielen, 1927 – 33 am Staatl. Schauspielhaus Berlin, entlassen; 1930 – 43 KPD; Ltr. der Sekt. Theater-Film-Musik der RGO; Dez. 1933 – Aug. 1934 in Wien; Sept. 1934 Emigr. in die Schweiz; 1933/ 34 Gastspiele in Österreich, den Niederl., Großbritannien; 1934 – 46 Regisseur u. Schauspieler am Schauspielhaus Zürich; Gründungsmitgl. u. Präs. der Freien Österr. Bew. in der Schweiz; Sept. 1946 Rückkehr nach Wien; 1946 – 63 Mitgl. der KPÖ; 1946 – 48 am Volkstheater Wien, 1948 – 56 Mitbegr., Gesellschafter u. Dir. des Neuen Theaters in der Scala Wien. 1948 Übersiedl. nach Berlin; ab 1956 Schauspieler u. 1956 – 62 Oberspielltr. am Dt. Theater (DT), Hauptrollen als Prof. Mamlock, Nathan, Wallenstein, am Berliner Ensemble als Galilei; insges. mehr als 300 Rollen; in den 70er Jahren Inszenierung zahlr. klass. dt. u. russ. sowie zeitgenöss. Stücke am DT, Schiller-Theater, an der Dt. Staatsoper u. am Theater im Palast; 1959 – 62 Dir. der Staatl. Schauspielschule Berlin, Prof.; 1960 Mitgl. der DAK; 1962/63 Intendant der Volksbühne in Berlin; Nov. 1963 Übertritt zur SED; Aug. 1963 – 69 Intendant des DT (Nachf. von  Wolfgang Langhoff); Dez. 1966 Präs. des Verb. der Theaterschaffenden; 1968 – 74 Präs. der DAK, Mitgl. der Kulturkommission beim PB des ZK der SED; 1965 VVO; 1954, 1959, 1968 u. 1984 NP; 1974 KMO; 1976 Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1980 Ehrenspange zum VVO; 1983 Ehrenbürger von Berlin; gest. in Berlin.Waack, R.: W. H.: Denken, Handeln, Kämpfen. Berlin 1980.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Heinze, Rudolf

* 10.8.1932

Geb. in Leipzig; Ausbildung zum Mechaniker; später Abschluß eines Studiums als Dipl.-Ges.-Wiss.; in den 50er Jahren Planungsltr. im Funkwerk Kölleda (Krs. Sömmerda); 1958 Hauptdir. bzw. GD der VVB Rundfunk u. Fernsehen; 1964 GD der VVB Bauelemente u. Vakuumtechnik; ab 1972 stellv. Vors. der SPK für metallverarbeitende Industrie u. Metallurgie; Delegationsltr. in der Ständ. RGW-Kommission für Maschinenbau; Vors. des Gesellschaftl. Rats der HU Berlin.Hagen Schwärzel

Wer war wer in DDR

Heise, Wolfgang

* 8.10.1925 – ✝ 10.4.1987

Geb. in Berlin; Vater Pädagogikprof., Mutter Doz.; 1943 Abitur; 1943/44 kfm. Ausbildung in Berlin; 1944 als »jüd. Mischling« in einem Arbeitslager bei Zerbst interniert. 1945/46 KPD/SED; Mitarb. der Kulturabt. des Magistrats von Berlin-Steglitz; ab 1946 Studium der Geschichte, Kunstgeschichte, Philos. u. Germanistik an der HU Berlin; dort 1952 wiss. Oberass.; 1954 Prom. zum Dr. phil. über den Frühaufklärer Johann Christian Edelmann; 1955 Wahrnehmungsdoz. für Theorie u. Geschichte der Ästhetik; 1958 Wahrnehmungsprof. für Geschichte der marxist.-leninist. Philos.; 1963 Habil. über Entwicklungstendenzen der mod. bürgerl. Philos. in Dtl. u. ord. Prof. für Geschichte der Philos.; 1962 – 64 Ltr. der Fachrichtung Philos.; 1964 kurzz. Prorektor für Ges.-Wiss., wegen seines Eintretens für  Robert Havemann entpflichtet; 1965/66 Dekan der Philos. Fak.; wechselte im Zusammenhang mit den Ereignissen des Prager Frühlings 1968 zum Bereich Ästhetik/Kulturtheorie bzw. Inst. für Ästhetik a. o., ab 1972 ord. Prof. für Geschichte der Ästhetik; 1982 u. 1984 NP; 1985 em. u. Berufung zum Korr. Mitgl. der AdW; Lehrer u. a. von  Rudolf Bahro,  Wolf Biermann,  Hans-Peter Krüger,  Lothar Kühne,  Steffen Mensching,  Hans-E. Wenzel; W. H. war Gesprächspartner u. Berater für  Volker Braun,  Heiner Müller,  Christa Wolf,  Heidrun Hegewald,  Otto Niemeyer-Holstein u.  Ronald Paris.Aufbruch in die Illusion. Berlin 1964; Bild u. Begriff. Berlin u. Weimar 1975 (zus. mit J. Kuczynski); Realistik u. Utopie. Berlin 1983; Unzeit des Biedermeier. Leipzig, Jena u. Berlin 1985 (Hrsg. zus. mit H. Bock); Brecht 88; Hölderlin. Schönheit und Geschichte. Berlin u. Weimar 1988; Die Wirklichkeit des Möglichen. Berlin u. Weimar 1990. Bibl. In: angebote. organ für ästhetik (1993) 6 u. (1995) 8; Trebeß, A.: Entfremdungsbegriff u. Ästhetik in der DDR – am Beispiel W. H. Konstanz 1999; Salchow, C.: Theaterkritik, Theatertheorie, Theaterdebatte. Zwei Studien zu W. H. Teilhabe an den Diskussionen um das Berliner Theater der Nachkriegszeit sowie um das DDR-Theater. Berlin 1999.Claudia Salchow

Wer war wer in DDR

Heitsch, Heinrich

* 10.9.1916 – ✝ 31.3.1986

Geb. in Neusalza-Spremberg (b. Löbau, Sachsen); Vater Berufsoffz.; Privat- u. Volksschule, 1926 – 35 Gymnasium; HJ, zul. Führer eines Unterbanns; 1.4.1935 – 45 Wehrmacht, Major; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft in einem poln. Lager. Aug. 1949 Rückkehr nach Dtl.; ab 15.9.1949 VP-Inspekteur, ab 1.10.1949 VP-Chefinspekteur; Stellv. Ltr. der Abt. Allgemein in der DVdI; 1949/50 Stabschef der HV Ausbildung; 1950 OzbV. der HV A; 1951 – 53 Ltr. der Verw. Versorgung der HV; 1952 SED; 1.10. 1952 Gen.-Major; 1953 – 55 Ltr. der Offiziersschule Döbeln (Sachsen) der KVP; 1955 – 57 sowj. Gen.-Stabsakad. in Woroschilow, Dipl. rer. mil.; 1957/58 Stellv. des Kdr. der HS für Offz. der NVA in Dresden; 1958 – 63 1. Stellv. des Kdr. der Militärakad. Dresden, zugl. Stellv. für Lehr- u. Forschungsarbeit, Doz.; 1960 Verdienstmedaille der DDR; 1961 VVO; 1963/64 mit der Führung der Militärakad. beauftragt (Nachf. von  Friedrich Johne), 1970 – 77 erneut 1. Stellv., Prof.; 1966 u. 1974 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1969, 1976 u. 1986 VVO; 7.10.1977 Gen.-Ltn.; 30.11.1977 Beendigung des aktiven Wehrdienstes.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Helbig, Kurt

* 25.4.1919 – ✝ 21.2.1996

Geb. in Derenburg (Krs. Halberstadt); Vater Tischler; Ausbildung zum Schriftsetzer; vor 1933 SAJ; 1933 – 37 Teiln. an der illeg. pol. Arbeit; 1937 verurteilt zu zwölf Mon. Gefängnis; Arbeit u. Revolverdreher in versch. Betrieben; 1939 – 43 Wehrmacht (Infanterie), 1943 zur Roten Armee übergelaufen; 1943 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft; 1944 – 48 Lehrer an einer Antifa-Schule. 1948 Rückkehr nach Dtl.; FDGB; SED; 1948 – 59 Abt.-Ltr., anschl. Sekr. des FDGB-Bundesvorst.; 1954 – 58 Mitgl. des ZK der SED; 1960 Sekr. für Wirtschaft der SED-KL Berlin-Weißensee; 1960 – 76 Stadtrat für Innere Angelegenh. u. stellv. OB von Berlin; 1963 – 76 Stadtverordneter; 1976 u. 1979 VVO; 1976 – 79 Sekr. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; gest. in Berlin.Hennecke-Aktivisten schaffen das bessere Leben. Berlin 1949; Die Schulungs- u. Kaderarbeit in den Gewerkschaften. Berlin 1951; Ökon. Probleme des Übergangs vom Kap. zum Soz. u. die Gewerkschaften. Berlin 1955.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Helfgen, Johann

* 9.5.1887 – ✝ 19.12.1966

Geboren am 9. Mai 1887 in Dudweiler/Saar; 1903 bis 1925 Heizer und Maschinist auf den Gruben Dudweiler und Jägersfreude. Von 1907 bis 1909 Militärdienst, 1914/15 Soldat im Weltkrieg. 1917 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Helfgen gehörte von 1920 bis 1924 dem Landesrat Saar an, wurde auf dem VII. Parteitag im August 1921 als Vertreter des Bezirks Mittelrhein Ersatzmitglied des ZA. Ab 1922 Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Dudweiler, dort 1926 aus der KPD ausgeschlossen. Er trat im November 1933 der Saarländischen Sozialistischen Partei (SSP) bei. Nach der Abstimmungsniederlage mußte Helfgen um sein Leben fürchten. Vor seiner Wohnung in Dudweiler hatte die SA eine Hinrichtung inszeniert: Vier Männer der SA trugen eine Tragbahre mit einer ausgestopften männlichen Puppe und einem Mann mit Henkersbeil. Sie stießen dabei wildes Gebrüll und Drohungen gegen Helfgen aus. Am 16. Januar 1935 flüchtete er nach Frankreich, kehrte erst im Herbst 1945 ins Saargebiet zurück und war zeitweise Amtsvorsteher in Ludweiler/Warndt (heute ein Stadtteil von Völklingen). Er war später Funktionär der Bewegung für den Anschluß der Saar an Frankreich (MRS) und kam am 1. Juni 1951 wieder nach Dudweiler. Dort starb Johann Helfgen am 19. Dezember 1966.

Wer war wer in DDR

Heller, Bert

* 30.3.1912 – ✝ 29.4.1970

Geb. in Aachen; 1927 dort Studium an der Kunstgewerbeschule; 1930 Studienreisen in die Niederlande, nach Belgien, Süddtl., Österreich; bis 1940 freischaff. in Laurensburg (b. Aachen); 1940 NSDAP; 1940 – 42 Studium bei H. Kaspar an der Münchener Kunstakad.; 1942 architekturgebundene Werke. 1946 – 50 in Wernigerode (Harz); Doz. an der dortigen Kunstschule; in dieser Zeit Wand-, Tafelbilder u. Zeichnungen; 1950 – 53 Mstr.-Schüler an der DAK bei  Heinrich Ehmsen; Mitgl. der SED; 1951 NP; 1953 Prof. für Malerei an der HS für bildende u. angewandte Kunst in Berlin-Weißensee; 1956 – 58 hier Rektor (Nachf. von  Werner Laux); seit 1958 freischaff.; Studienreise nach China; 1963 Kunstpreis des FDGB; 1964 NP; 1965 Mitgl. der DAK. Werke: Geschichte des Verkehrs (1934); Porträts:  Helene Weigel (1951),  Bertolt Brecht (1955/56),  Täve Schur u. die Jungen (1959),  Wilhelm Pieck (1961),  Jutta Hoffmann (1964),  Arnold Zweig (1965), Aram Chatschaturjan (1967),  Gabi Seyfert (1968); Tafelbilder: u. a. Umsiedler u. Heimkehrer (1947), Thomas Müntzer (1947, 1951), Gavroche (1952), Scheideweg XX. Jahrhundert (1958).Lang, L.: B. H. Maler u. Werk. Dresden 1970; Kat. B. H. 1912 – 1970. Gemälde, Zeichnungen, Plakate, Illustrationen. Berlin 1972.Anke Scharnhorst / Bernd-Rainer Barth

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Hellmann, Willi

* 14.12.1930

Geb. in Wismar; Vater Tischler; Volksschule; Ausbildung zum Schiffsmakler u. Spediteur; 1947 FDJ; 1948 SED; DVP; 1950/51 Zentralschule für Kriminalistik in Arnsdorf (b. Dresden); 1951/52 Sachbearb. in der Kripo der Landesbehörde der DVP Mecklenb.; 1952 – 64 Dezernats-Ltr. bzw. Ltr. der Kripo in der Bez.-Behörde der DVP Rostock; 1955 – 60 Fernstudium an der ASR Potsdam, Dipl.-Jur., 1963 – 68 außerplanm. Aspirantur an der Sekt. Kriminalistik der HU Berlin, Dr. jur.; 1964 – 70 1. Stellv. des Chefs der Bez.-Behörde der DVP Rostock, Oberst; 1971 – 76 Ltr. der HS der DVP in Berlin; 1971/72 Mitgl. des Kolleg. des MdI; 1973 ord. Prof. für Kriminalistik; 1977 – 79 Kursant an der Akad. des Min. für Innere Angelegenh. der UdSSR in Moskau; danach erneut Ltr. der HS der DVP bzw. (1990) Rektor der HS des MdI; 1987 Gen.-Ltn., 1990 Gen.-Inspekteur; Okt. 1990 Ruhestand.Mein erstes Leben. Ein General der VP erinnert sich. Berlin 2001.Helmut Müller-Enbergs

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Helmschrott, Leonhard

* 5.6.1921 – ✝ 28.10.2011

Geb. in Unterthürheim (b. Augsburg); Vater Landwirt; Volks- u. Volksfortbildungsschule; 1935 – 41 Arbeit in der elterl. Landw.; 1941/42 Wehrmacht, Gefr.; Sept. 1942 – 45 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule; 1943 Gründungsmitgl. des NKFD, Frontagitator. Nov. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945 – 47 Red. bei der »Volksztg.« (KPD) bzw. »Landesztg.« (Organ der SED für Mecklenb.-Vorpom.); 1947/48 freier Journalist; 1948 PHS; Juni 1948 Mitbegr. der DBD, Mitgl. des PV u. des Sekr., ab 1955 auch des Präs.; 1948 – 89 Chefred. des DBD-Zentralorgans »Bauern-Echo«, dienstältester Chefred. einer dt. Tagesztg.; 1949 – 69 Mitgl. des NR der NF; 1949 – März 1990 Abg. der (Prov.) Volkskammer, 1963 – 86 Vors. der DBD-Fraktion (Nachf. von  Berthold Rose), 1971 – 76 stellv. Vors. der Interparlamentar. Gruppe; ab 1958 Mitgl., ab 1986 stellv. Vors. des Aussch. für Nat. Verteidigung; 1950 – 88 als IM des MfS erf.; 1956 – 61 stellv. Vors. des Verb. der Dt. Presse; nach einem Fernstudium an der KMU Leipzig 1962 Dipl.-Journalist; 1970 VVO; 1975 Stern der Völkerfreundschaft; 1981 Ehrenspange zum VVO; 1986 – März 1990 Mitgl. des Staatsrats (Nachf. von  Werner Seifert); 15.11.1989 auf eigenen Antrag als Chefred., Mitgl. von Präs. u. Sekr. abgelöst; Jan. 1990 aus dem PV der DBD ausgeschieden; seit Fusion der DBD mit der CDU parteilos. Gest. in Berlin.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hempel, Wolfgang

* 7.2.1927 – ✝ 4.12.2004

Geb. in Neustadt / Orla; Oberschule in Erfurt; 1944 / 45 Flakhelfer; nach 1945 kaufm. Lehre bei einer Raiffeisenbank; aktiver Fußballspieler bei Erfurt West (später Fortuna, KWU u. Turbine); ab 1948 freiberufl. Sportreporter beim Sender Weimar; 1952 Wechsel zur Sportred. von Radio DDR (genannt »Doktor«); freier Mitarbeiter beim DFF; Schwerpunktsportarten: Fußball, Eishockey; Berichterstatter von acht Fußball-WM (1954, 1958, 1970 – 90), vier Fußball-EM-Endrunden (1976 – 86), 12 Olymp. Spielen (1960, 1968 – 88) u. 35 Eishockey-WM (1955 – 90); 1976 Sportjournalistenpreis. Ab 1992 freie Mitarbeit bei MDR-Hörfunk Thüringen, MDR-Fernsehen, Thüringenwelle u. Eurosport; gest. in Erfurt.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Henke, Georg

* 9.4.1908 – ✝ 8.12.1986

Geboren am 9. April 1908 in Berlin, Sohn einer Kleinhändlerin. Ausbildung zum Exportkaufmann und bis 1933 Auslandskorrespondent bei der BAMAG-MEGUIN AG in Berlin-Moabit. Ab 1931 in der KPD, war Lehrer und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Ökonomie an der MASCH. 1933 illegale Arbeit für die KPD, Anfang 1934 von Robert Stamm für Kurier- und Verbindungsarbeit der Landesleitung herangezogen, emigrierte im Mai 1935 in die âSR. Bis 1937 unter dem Parteinamen Fritz Krüger Absolvent der Internationalen Leninschule. Er war später in Frankreich, 1938 Angehöriger der Internationalen Brigaden in Spanien und seit Anfang 1939 wieder in Paris. Henke wurde nach Schweden geschickt, dort Instrukteur der KPD-AL Mitte unter Karl Mewis in Stockholm. Aufträge führten ihn 1940 nach Magdeburg, Lübeck und Berlin. Unter dem Pseudonym Erna Schmitz Mitarbeit an der Komintern-Zeitschrift »Die Welt«, im August 1942 Festnahme und Internierung in Schweden. Anfang 1946 Rückkehr nach Deutschland, zunächst Mitarbeiter in der Abteilung Wirtschaft des ZK der KPD, 1950 Chefredakteur der Zeitschrift »Die Wirtschaft«. 1950/51 Handelsrat an der DDR-Mission in Moskau und dort bis 1955 Stellvertreter des DDR-Vertreters beim RGW. Später Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik im MfAA, von 1968 bis 1972 Botschafter der DDR in Nordkorea. Georg Henke starb am 8. Dezember 1986 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth