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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Herrmann, Frank-Joachim

* 15.11.1931 – ✝ 28.12.2005

Geb. in Dresden; Vater Eisenbahner; 1938 – 42 Volksschule, 1942 – 50 OS, Abitur; 1942 – 45 Dt. Jungvolk der HJ; Mai 1945 Kurier des »Antifa. Kampfkomitees« Dresden. 1949 FDJ, SED; Okt. 1950 – 52 Volontär, 1952 – 56 Red. u. Abt.-Ltr., 1956 – 59 Mitgl. des Red.-Koll. u. Abt.-Ltr. der »BZ am Abend«; 1951 KPS; Juli – Dez. 1953 Sonderlehrgang am Inst. für Publizistik in Leipzig; 1959 – 63 Mitgl. des Red.-Koll. u. 1. Stellv. Chefred. der »Berliner Ztg.«; 1961 – 89 Mitgl. des ZV der VDJ; 1963 – 68 stellv. Ltr. der Abt. Agit. des ZK der SED; 1966 FS-Abschl., Journalist; 1967 – 89 Mitgl. der Agit.-Kommission beim PB des ZK der SED; 1968 – 89 persönl. Mitarb.  Erich Honeckers; 1979 – 89 Mitgl. der Ltg. der PO beim ZK der SED; 1980 u. 1984 VVO; 1980 – 89 Staatssekr. u. Ltr. der Kanzlei des Vors. des Staatsrats der DDR; 1981 – 86 Kand., 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 12.2.1990 aus dem PDS-PV ausgeschieden; arbeitslos, dann Rentner.Der Sekr. des Generalsekr. Honeckers persönl. Mitarb. über seinen Chef. Ein Gespräch mit B. Zimmermann u. R. Oschmann. Berlin 1996.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Herrmann, Joachim

* 19.12.1932 – ✝ 25.2.2010

Geb. in Lübnitz (b. Belzig); Vater Bauer; OS; 1951 – 55 Studium der Geschichte, Archäologie, Ethnographie u. Geologie an der HU Berlin; danach freier Mitarb.; 1954 SED; 1956 wiss. Assistent an der DAW; 1958 Prom. an der HU Berlin mit einer Arbeit über vor- u. frühgeschichtl. Burgwälle; 1960 Oberassistent, 1964 wiss. Arbeitsltr. an der DAW; 1965 Habil. an der HU Berlin über die Slawen zwischen Oder/Neiße u. Elbe; 1969 Prof.; 1969 – 1.10.1990 Dir. des ZI für Alte Geschichte u. Archäologie der DAW, nach massivem Druck der Mitarbeiter zurückgetreten; 1972 Korr. u. 1974 Ord. Mitgl. der AdW; 1980 Vors. der Kl. für Lit.-, Sprach-, Geschichts- u. Kunstwiss.; Mitgl. des Präs. der AdW; 1981 – 90 Vors. des Nationalkomitees der Historiker der DDR; 1988 – 96 Mitgl. des Büros des Comité Internat. des Sciences Historiques, seit 1990 einziger dt. Vertreter; 1985 Mitgl. der Poln. AdW; 1986 – 90 Präsident der Urania (Nachf. von  Eberhard Leibnitz); 1989 Mitgl. der Bulgar. AdW; 1990 Mitgl. der Ukrain. AdW; Ord. Mitgl. des Dt. Archäolog. Inst.; Dr. h. c. der Univ. Athen; 1992 Vorruhestand. Seit 1993 Mitgl. u. bis 2009 Sekretar der Klasse Sozial- und Geisteswiss. der Leibniz-Sozietät; gest. in Berlin. J. H.s wiss. Hauptinteresse gilt der Geschichte u. Kultur der Slawen, der Menschwerdung, der Frühgesch. europ. Völker u. d. Wissenschaftsgeschichte; 1989 – 91 massive öffentl. Kritik an seiner früheren geschichtspropagandist. Tätigkeit.Köpenick. Berlin 1962; Heinrich Schliemann. Berlin 1974; Die Menschwerdung. Berlin 1984; Die Slawen. Berlin 1985 (Hrsg.); Wege zur Geschichte. Bibliogr. Auswahl. Berlin 1986; Dt. Geschichte in zehn Kapiteln. Berlin 1988. Laudationes anlässl. des 70. Geburtstages von J. H. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät 59, 2003 (3).Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Herrmann, Liselotte

* 23.6.1909 – ✝ 20.6.1938

Geboren am 23. Juni 1909 in Berlin, Tochter eines Ingenieurs. Sie studierte Chemie und Biologie an der TH in Stuttgart und an der Universität Berlin. 1928 Mitglied des KJVD, im November 1931 der KPD. Im Juli 1933 von der Berliner Universität verwiesen, sie hatte bereits Verbindungen zum AM-Apparat der KPD. Im Mai 1934 wurde ihr Sohn Walter geboren (Vater war Fritz Rau), sie kehrte im September 1934 nach Stuttgart zurück, Stenotypistin im Ingenieurbüro ihres Vaters. Ab Ende 1934 enge Zusammenarbeit mit Stefan Lovacz, dem Leiter der illegalen KPD in Württemberg. Liselotte Herrmann leitete Informationen über die geheime Aufrüstung und die Produktion von Rüstungsgütern in den Dornier-Werken in Friedrichshafen sowie über den Bau einer unterirdischen Munitionsfabrik bei Celle an Heinrich Reichel, einen Instrukteur des ZK der KPD in der Schweiz weiter. Am 7.Dezember 1935 festgenommen, blieb sie 19 Monate in Untersuchungshaft und litt besonders unter der Trennung von ihrem Sohn, der bei den Großeltern aufwuchs. Am 12. Juni 1937 verurteilte sie der VGH wegen »Landesverrats und Vorbereitung zum Hochverrat« zum Tode. Gemein- sam mit Stefan Lovacz, Josef Steidle und Artur Göritz wurde Liselotte Herrmann am 20. Juni 1938 in Berlin-Plötzensee von den Nazis als erste Frau in NS-Deutschland hingerichtet. 1993 veröffentlichte Ditte Clemens unter dem Titel »Schweigen über Lilo« eine dokumentarische Erzählung über ihr Schicksal.

Wer war wer in DDR

Herrnstadt, Rudolf

* 18.3.1903 – ✝ 28.8.1966

Geb. in Gleiwitz (Oberschles./Gliwice, Polen) in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Rechtsanwalt; Humanist. Gymnasium; 1922 Jurastudium in Berlin u. Heidelberg; 1922 freier Publizist; 1922 – 24 Praktikant in den Oberschles. Zellstoffwerken Krappitz; 1924 – 28 Lektor in Berliner Verlagshäusern; 1928 Red. beim »Berliner Tageblatt«; 1931 KPD (»Friedrich Brockmann«); ab 1930 tätig für den Nachrichtendienst (Abt. IV) der Roten Armee (GRU); 1930 – 36 Auslandskorrespondent des »Berliner Tageblatts« in Prag, Warschau, Moskau; 1936 – 39 Auslandskorrespondent u. a. für »L’Europe«; Sept. 1939 Flucht in die UdSSR; 1940 – 43 Mitarb. im Gen.-Stab der Roten Armee; kurzz. Chefred. der Ztg. »Das freie Wort«; 1943 – 45 Mitarb. im NKFD, Mitautor des Gründungsmanifests, Chefred. der Ztg. »Freies Dtl.«; Mitautor der KPD-Richtlinien für die Arbeit in den sowj. besetzten dt. Gebieten. Mai 1945 Rückkehr nach Berlin; Mitbegr. von Berliner Verlag u. »Berliner Ztg.«, bis 1949 deren Chefred.; Juni 1949 – Juli 1953 Chefred. des »Neuen Dtl.« (Nachf. von  Lex Ende); seit 1946 SED; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; ab 1950 Mitgl. des ZK der SED u. Kand. des PB; Juli 1953 wegen angebl. fraktioneller Tätigkeit (mit  Wilhelm Zaisser) aus dem ZK u. im Jan. 1954 aus der SED ausgeschl. (29.11.1989 von der ZPKK der SED rehabil.); 1953 – 66 Angest. im Dt. Zentralarchiv, Abt. Merseburg; gest. in Halle (Saale).Der Kölner Kommunistenprozeß. Berlin 1958; Die Beine der Hohenzollern. Berlin 1960 (unter dem Ps. R. E. Hardt); Die Entdeckung der Klassen. Berlin 1965; Das Herrnstadt-Dokument. Das PB der SED u. die Geschichte des 17. Juni 1953. Reinbek 1990 (Hrsg. N. Stulz-Herrnstadt). Müller-Enbergs, H.: Der Fall Rudolf Herrnstadt. Tauwetterpol. vor dem 17. Juni 1953. Berlin 1991; ders.: Erst Chefred., dann »Unperson«. In: JHK 1995. Berlin 1996; Görldt, A.: R. H. u. Wilhelm Zaisser. Frankfurt (Main) 2002; Liebmann, I.: Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater R. H. Berlin 2008.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hertwig, Paula

* 11.10.1889 – ✝ 31.3.1983

Geb. in Berlin; Vater Univ.-Prof.; 1908 Abitur am Realgymnasium; Studium der Zoologie, Botanik u. Chemie an der Univ. Berlin, Prom. 1916 mit einer zoolog. Arbeit; 1919 Habil.; seit 1921 Assistentin bzw. Oberassistentin am Inst. für Vererbungs- u. Züchtungsforschung der Landw. Fak. der Univ. Berlin; 1927 – 45 Prof. an der Med. Fak. der Univ. Berlin; Febr. 1933 Abg. der Dt. Staatspartei im Preuß. Landtag, Juli 1933 aus dem Landtag ausgeschl. Mai 1946 Berufung an die Med. Fak. der MLU Halle; 1948 Dr. med. h. c. (MLU); ord. Prof.; Aufbau u. Ltg. des Biolog. Inst.; 1948 – 50 Dekanin der Med. Fak.; 1953 Mitgl. der Leopoldina; 1956 NP; 1957 em.; bis 1959 Forts. der Lehrtätigkeit u. kommissar. Dir. des Inst.; 1972 Übersiedl. nach Villingen (Schwarzw.); Dr. h. c. (Univ. Heidelberg); 1979 Ehrenmitgl. der Humangenet. Ges. der DDR. Arbeitsgebiete: Biolog. Wirkung von Röntgen- u. Radiumstrahlen, Probleme der Züchtungs- u. Vererbungswiss.; Einfluß physikal. u. chem. Faktoren auf das genet. Material; Verbindung der Erbbiol. u. Erbpathol. m. d. Entwicklungsgeschichte; las erstmalig an dt. Univ. Biol. f. Med.-Studenten in einheitl. Vorlesung.Sybille Gerstengarbe

Wer war wer in DDR

Hertzsch, Klaus-Peter

* 23.9.1930 – ✝ 25.11.2015

Geb. in Jena als Sohn des ev. Theologen  Erich Hertzsch; 1949 Abitur am Luther-Gymnasium in Eisenach; anschl. bis 1957 Studium der Theol. u. Germanistik in Jena u. Zürich; 1957 – 59 Vikar in Cospeda (b. Jena) u. Inspektor des Theologenkonvikts in Jena; 1959 – 66 Studentenpfarrer in Jena; danach bis 1966 Gen.-Sekr. u. Ltr. der Geschäftsstelle der Ev. Studentengemeinden der DDR in Berlin; 1957 Prom. mit einer Arbeit zu Ethik u. Anthropologie  Bertolt Brechts u. ihrer Bedeutung für die Hermeneutik der Rechtfertigungslehre; 1968 Doz. u. seit 1974 Prof. für prakt. Theol. an der FSU Jena; seit 1977 Mitgl. der Synode der Ev.-Luth. Kirche in Thür.; 1978 – 90 Mitgl. der Synode des Bundes der Ev. Kirchen in der DDR; K.-P. H. wurde durch zahlr. Synodenvorträge u. die Rede »Christus, Hoffnung für die Welt« vor der Vollvers. des Ökumen. Rats der Kirchen 1984 in Budapest als Fürsprecher eines eigenständigen Engagements der Kirchen im Soz. bekannt. 1995 em.; Vors. der Stiftung Ev. Studentenhaus »Karl von Hase« Jena; 2008 Martin-Luther-Med. des Rats der EKD; lebt in Jena. Forschungen v. a. zur Situation christl. Gemeinden in der Ges. sowie zu den Beziehungen zwischen Theol., Sprachwiss. u. Belletristik; entwarf von daher ein Konzept für eine erzählende Homiletik; trat als Schriftst. v. a. durch lyr. Arbeiten, Nachdichtungen bibl. Texte u. liturg. Gebrauchstexte hervor.Wie schön war die Stadt Ninive. Berlin 1967; Vertraut den neuen Wegen. Leipzig 1990. Nachdenken über den Fisch. Texte u. Predigten aus drei Jahrzehnten. Stuttgart 1994; Laß uns vorwärts in die Weite sehen. Stuttgart 2004 (Autobiogr.); Chancen des Alters – sieben Thesen. Stuttgart 2008. Raschzok, K., Petzold, K. (Hrsg.): Vertraut den neuen Wegen. Fs. für K.-P. H. Leipzig 2000.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Herzberg, André

* 28.12.1955

Geb. in Berlin; Mutter Staatsanwältin, Vater Rundfunkred., Übersetzer; 1961 – 71 POS, anschl. Berufsausb. zum Baufacharb. mit Abitur; 1973 Sänger in der Berliner Band »Bodyhall« u. Gesangsunterricht an der Musikschule Berlin-Friedrichshain; Grundwehrdienst bei der NVA in Torgelow; anschl. Studium an der HS für Musik »Hanns Eisler« in Berlin; 1979 Mitbegr. der »Gaukler Rock Band« (Ltr. Joachim Kielpinski), erste Rundfunkproduktionen; 1981 – 90 Sänger der Berliner Band »Pankow«, die in den 1980er Jahren zu einer der führenden Rockgruppen der DDR avancierte; 1982 Uraufführung des Konzeptprogramms »Paule Panke« (Text: H.s Bruder Wolfgang H., Ps. Frauke Klauke), das wegen Einwänden von Kulturfunktionären gegen die ungeschminkte Darstellung des sozialist. Alltags erst 1989 als LP veröffentlicht wurde; 1983 LP »Kille, Kille«, 1984 Konzeptprogramm u. LP »Hans im Glück«, ab 1986 Konzerte in der Bundesrep. Dtl. u. Westeuropa, LP »Keine Stars«, 1988 LP »Aufruhr in den Augen« mit dem zeitw. für den DDR-Rundfunk gesperrten Titel »Langeweile«, DDR-Tournee mit der Big Band der GSSD; ab 1987 auch Theaterarbeit, Musical »Paule Panke« am Theater Schwedt, 1989 Tourneetheater mit »Tagebuch eines Wahnsinnigen« (Gogol); Mitunterz. der Resolution der Rockmusiker vom 18.9. zur Unterstützung des Neuen Forums. 1991 Soloalbum »A. H.«, 1994 Soloalbum »Tohuwabohu«, gleichnamige Theatershow an der Berliner Volksbühne; 1996 Rückkehr zu »Pankow«, LP »Am Rande vom Wahnsinn«, 1998 Tournee mit »Pankow« (Brecht-Songs); Dez. 1998 Auflösung von »Pankow«; 2000 Lieder für »Das kalte Herz« (Hauff) am Hans-Otto-Theater Potsdam; 2004 Solo-CD »Losgelöst«; seit 2006 erneute Auftritte und Tourneen mit der wiederbelebten Band »Pankow«; 2008 CD »Das kalte Herz«.Geschichten aus dem Bett. Berlin 2000; Mosaik. Berlin 2004 (fiktives Tagebuch).Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Herzfelde, Wieland

* 11.4.1896 – ✝ 23.11.1988

Geboren am 11. April 1896 in Weggis in der Schweiz, Sohn des Dichters und Schriftstellers Franz Herzfeld (Pseudonym Franz Held). 1913 übersiedelte er nach Berlin und studierte dort Germanistik und Medizin. Zu Beginn des Weltkriegs Freiwilliger im Sanitätsdienst, wurde zum Kriegsgegner, nannte sich Herzfelde und publizierte 1916 in Berlin die Zeitschrift »Neue Jugend«, die nach wenigen Wochen verboten wurde. 1917 zwangsweise wieder zum Kriegsdienst eingezogen, desertierte er und wurde daraufhin unehrenhaft aus der Armee entlassen. Gemeinsam mit seinem Bruder John Heartfield und mit George Grosz gründete er den Malik-Verlag, den er bis 1933 leitete und der zunächst zu einem Sprachrohr der linksrevolutionären Literatur und des Dadaismus wurde. Er gab etliche Zeitschriften heraus, mit Grosz 1916/17 »Jedermann sein eigener Fußball« oder 1919 »Die Pleite«. Unmittelbar nach Gründung der KPD trat er mit Grosz und Heartfield der Partei bei. 1928 wurde er Mitglied im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller (BPRS), 1933 emigrierte er nach Prag und führte von dort aus den Verlag weiter. Gemeinsam mit Oskar Maria Graf und Anna Seghers gab er die Exilzeitschrift »Neue deutsche Blätter« heraus. 1938 floh er nach London, erhielt 1939 ein Visum für die USA und emigrierte nach New York, wo er sich als Buchhändler und Publizist betätigte und 1944 mit Bert Brecht, Heinrich Mann, Ernst Bloch und anderen deutschen Exilanten den antifaschistischen Aurora-Verlag gründete. Herzfelde kehrte 1949 nach Deutschland zurück, wurde Professor für Literatur an der Universität Leipzig. Sein Erinnerungsbuch »Immergrün« erschien 1949 im Aufbau-Verlag. Nach der Rückkehr seines Bruders arbeiteten beide in der DDR gemeinsam an Bühnenbildern und Buchausstattungen. Wegen der Westemigration und vor allem wegen Kontakten zu Noel und Hermann Field wurde Herzfelde 1951 aus der SED ausgeschlossen, später wieder aufgenommen, von 1959 bis 1970 war er Präsident des PEN-Zentrums der DDR, 1961 Mitglied der AdK der DDR. Er veröffentlichte u. a. 1962 das Buch »John Heartfield. Leben und Werk« und publizierte 1976 den Sammelband »Zur Sache geschrieben und gesprochen zwischen 18 und 80«. 1981 erhielt er den Karl-Marx-Orden und wurde 1986 Ehrenbürger von (Ost-)Berlin, was er auch nach dem Ende der DDR 1989 blieb. Am 23. November 1988 starb Wieland Herzfelde in Ost-Berlin. Sein Sohn George Wyland-Herzfelde (* 14. 10. 1925) wurde professioneller Eiskunstläufer, lebte von 1939 bis 1968 in den USA, seither in der Schweiz. 2003 erschienen in München seine Erinnerungen: »Glück gehabt«.Karin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Heßlich, Lutz

* 17.1.1959

Geb. in Tettau (b. Glauchau); Vater Bäckermstr.; 1965 – 77 POS, KJS, Abitur; ab 1977 Studium an der DHfK Leipzig; ab 1972 sportl. aktiv als Radrennfahrer (Sprint) beim SC Cottbus (Trainer: Gerd Müller); 1976 u. 1977 Junioren-WM; 1979, 1983, 1985 u. 1987 WM; 1980 u. 1988 Olympiasieger; 1988 Weltradsportler des Jahres; Europacup-Sieger; Fußballspieler bei der BSG Tettau; 1985 – 88 SED; Mitgl. des ZR der FDJ; Inhaber eines Fahrradgeschäfts in Cottbus.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hesse, Max

* 21.2.1895 – ✝ 7.6.1964

Geboren am 21. Februar 1895 in Berlin. Sein Vater war Metallarbeiter und Mitbegründer des Berliner DMV. 1908 aus Preußen ausgewiesen, weshalb seinem Sohn Max (einer der 20 besten Volksschüler) 1909 ein Freistipendium zur Erlangung der Reifeprüfung verweigert wurde. Max Hesse lernte Mechaniker und trat 1910 der Arbeiterjugend und 1912 der Gewerkschaft bei. Nach der Lehre ging er auf Wanderschaft nach Skandinavien und war später Monteur bei Siemens. 1914 eingezogen, kam an die Westfront und wurde dreimal verwundet. 1916 nach Berlin zurückgekehrt, wurde er Mitglied der Berliner Revolutionären Obleute. Im Herbst 1917 aktiv am »Brotkarten«-Streik beteiligt, deswegen wieder eingezogen, kam er (als Vizefeldwebel) an die Front nach Mazedonien. Im Oktober 1917 desertiert, im Dezember verhaftet, degradiert und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Im Februar 1918 Frontbewährung. Nach Kriegsende kam Hesse als Mitglied des Soldatenrates nach Spandau, wurde Mitglied des Spartakusbundes und der KPD. Er saß von März bis September 1919 im Gefängnis. Nach der Vereinigung der KPD mit der linken USPD Vorsitzender der KPD in Charlottenburg; von 1920 bis 1923 Betriebsratsvorsitzender; Mitglied der KPD-BL Berlin. Er war Anhänger des linken Parteiflügels und wurde zu den Verhandlungen über die Vorbereitung der deutschen Revolution, die 1923 in Moskau stattfanden, hinzugezogen. Im Auftrag des Berliner Bezirks fuhr er nach Sachsen, um die Arbeit der dortigen KP zu begutachten. 1924 als Vertreter der KPD ins Orgbüro des EKKI entsandt, in dieser Funktion blieb er bis 1926. Da in Deutschland das gegen ihn laufende Gerichtsverfahren unter Amnestie gefallen war, kehrte er 1926 nach Berlin zurück. Er trat für die Opposition auf und unterschrieb den »Brief der 700«, deshalb wurden ihm im November 1927 für ein Jahr alle Funktionen entzogen. Im Dezember 1927 aus der KPD ausgeschlossen, wurde Hesse einer der Mitbegründer des Leninbundes. Im Frühjahr 1929 trat er zur SPD über und war bis 1933 Vorsitzender der SPD Charlottenburg. Im größten Berliner Taxiunternehmen beschäftigt, dort Betriebsratsvorsitzender. Am 1.März 1933 verhaftete ihn die Gestapo und brachte ihn ins KZ Oranienburg, aus dem er im Juli 1933 flüchtete. Hesse ging nach Amsterdam und wurde Mitarbeiter der Internationalen Transportarbeiter-Föderation unter Edu Fimmen. Nach der Besetzung Hollands lebte er illegal, war dort in einer Widerstandsgruppe aktiv. Im Oktober 1941 von der Gestapo verhaftet, kam er – mit falschen Papieren als Holländer getarnt – ins KZ Verght. Auch dort gelang ihm im September 1944 die Flucht und er hielt sich in Amsterdam auf. Hesse kehrte 1947 nach Deutschland zurück, war von 1947 bis 1960 Sekretär der ÖTV in Emden und Mitglied der SPD, wohnte dann mit seiner Frau in Hamburg. Max Hesse starb am 7. Juni 1964.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heuck, Christian

* 18.3.1892 – ✝ 18.3.1934

Geboren am 18. März 1892 in Heuwisch/Holstein; arbeitete nach der Schulentlassung zwei Jahre in der Landwirtschaft, von 1909 bis 1911 Versandleiter eines Gemüsegeschäfts. 1912 aktiver Soldat. Während des Krieges an der Front, dreimal verwundet und mit dem EK 1. Klasse ausgezeichnet. Als Vizefeldwebel aus dem Krieg zurückgekehrt, war er von 1918 bis 1920 Pferdehändler, dann Inhaber eines Gemüseversandgeschäfts. Während der Revolution Soldatenrat in Wesselburen/Holstein, gründete dort eine SPD-Ortsgruppe. Ende 1919 Austritt aus der SPD, ein halbes Jahr parteilos, 1920 Mitglied der KPD und seit 1923 hauptamtlicher Parteifunktionär. Bis 1923 Vorsitzender der KPD in Wesselburen. Ab 1922 Mitglied des Provinziallandtages von Schleswig-Holstein, 1922 mußte er aus nichtpolitischen Gründen vier Monate ins Gefängnis. 1923 Übersiedlung nach Berlin, dann als Sekretär für Landfragen (Pseudonym Kurt Anders) nach Mecklenburg. Im Herbst 1923 AM-Leiter der KPD Mecklenburg, er organisierte die Bewaffnung der KPD in Norddeutschland. Im März 1924 als AM-Leiter nach Schlesien versetzt, dort schon am 21. Mai 1924 in Breslau verhaftet. Aus dem Gefängnis wehrte er sich gegen Vorwürfe, er habe Unterschlagungen begangen, diktatorisch gehandelt, Mitarbeiter geschlagen usw. Am 20. März 1926 zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, kam er durch die Amnestie im August 1928 wieder frei. Heuck, ein Freund Ernst Thälmanns, war kurze Zeit Orgleiter des KPD-Bezirks Wasserkante und übernahm dann andere hauptamtliche Aufgaben. 1929 erneut verhaftet und nach sechsmonatiger Untersuchungshaft zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis verurteilt. 1930 als Reichstagsabgeordneter gewählt, blieb er bis 1933 MdR und hatte leitende Funktionen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Als einer der RFB-Führer in Schleswig-Holstein bei der SA besonders verhaßt, wurde Christian Heuck (ein Hüne von Gestalt) nach dem Reichstagsbrand verhaftet und am 18. März 1934 im Gefängnis ermordet.

Wer war wer in DDR

Heusinger, Hans-Joachim

* 7.4.1925

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volksschule; 1939 – 42 Ausbildung zum Elektromechaniker; 1942 – 45 Wehrmacht. 1945 – 51 Elektromechaniker u. Kabelmonteur; 1946 FDGB, 1947 LDPD; 1951/52 Verw.-Bez.-Angest. u. stellv. Vors. des Rats des Stadtbez. II in Leipzig; 1952 – 57 Sekr. des Bez.-Vorst. Leipzig der LDPD u. Mitgl. des Rats des Bez.; ab 1957 Mitgl. des Zentralvorst. der LDPD u. seines Pol. Aussch.; 1955 – 60 Fernstudium an der DASR Potsdam, Dipl.-Jur.; 1955 – 62 als IM »Knebel« des MfS erf.; 1957 – 59 Dir. der IHK des Bez. Cottbus; Vors. des Bez.-Verb. Cottbus der LDPD u. ehrenamtl. Mitgl. des Rats des Bez.; 1959 – 73 Sekr. des PV; 1972 – 80 stellv. Vors. der LDPD; ab 1961 Abg. der Volkskammer; 1961 – 63 Mitgl. des Rechtsaussch.; 1963 – 67 Mitgl. u. 1967 – 73 stellv. Vors. des Aussch. für Industrie, Bauwesen u. Verkehr; Okt. 1972 – Nov. 1989 stellv. Vors. des Min.-Rats u. bis 11.1.1990 Minister für Justiz der DDR (Nachf. von  Kurt Wünsche); 1974 – 89 Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1975 VVO; 1990 Ruhestand; März 1990 Bund Freier Demokraten, April 1990 Austritt; Mitgl. der Ges. für rechtl. u. humanitäre Unterstützung (GRH), Arbeitsgr. Königs Wusterhausen; Aug. 2007 Rede auf einer Veranstaltung der DKP Brandenburg in der Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals.Rechtssicherheit, garantiert für jeden. Berlin 1985.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Herrmann, Gottfried

* 13.9.1915 – ✝ 31.5.1961

Geb. in Magdeburg; Gesangsausbildung, Operettenbuffo; nach 1945 Schauspieler u. a. in Schwerin; Regiearbeit, Gastregisseur am Berliner Theater am Schiffbauerdamm, anschl. beim Rundfunk sowie beim DFF; ab 1954 Dir. des Varietés Friedrichstadtpalast in Berlin; 1955 Vors. des Berliner Komitees der Kulturschaffenden; inszenierte große Revuen mit Artistik u. Ballett als Grundelementen, u. a. die »Varieté-Revuen«, die dem Friedrichstadtpalast internat. Geltung verschafften; bes. Erfolg mit »Kinder, wie die Zeit vergeht« (1956); spielte selbst in Programmen des Kindervarietés; unter der Direktion von G. H. gastierten im Friedrichstadtpalast internat. bedeutende Unterhaltungskünstler; gest. in Berlin.Carlé, W., Martens, H.: Kinder, wie die Zeit vergeht. Berlin 1987.Dietmar Winkler

Wer war wer in DDR

Herrmann, Werner

* 29.1.1938

Geb. in Dresden; Vater Kraftfahrer; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1956 / 57 Volontariat bei der »Sächsischen Zeitung« Dresden; 1957 – 61 Studium an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1959 SED; 1961 – 68 Red. bei der SED-Bezirksztg. »Das Volk« in Erfurt, 1968 – 72 Ltr. der Abt. Wirtschaft, 1970 – 72 Mitgl. des Red.-Koll., 1972 stellv. Chefred., 1981 – 89 Chefred. von »Das Volk« (Nachf. von  Harald Kreft); Mitgl. der SED-BL Erfurt; 1982 – 89 Vors. des BV Erfurt des VDJ. Nach 1990 freier Autor u. Journalist.Thüringen. Kulinarische Streifzüge. Blaufelden 2006.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Herrmann, Otto

* 28.8.1889 – ✝ 7.6.1976

Geboren am 28. August 1889 in Rothenburg/ Saale, Sohn eines Hüttenarbeiters; Lehre und Arbeit als Schuhmacher. Nach Wanderschaft und Militärdienst ab 1911 Metallarbeiter und Straßenbahner (Wagenführer) bei der Leipziger Straßenbahn. Von 1914 bis 1918 Soldat. Herrmann trat 1918 der USPD bei und gehörte während der Revolution dem Leipziger Arbeiter- und Soldatenrat an. 1919 Mitglied der KPD und Betriebsratsvorsitzender bei der Leipziger Straßenbahn. Dort wurde er nach einem – von ihm organisierten – Protest-Streik für einen von der Polizei erschossenen Straßenbahner 1924 entlassen. Eine Spendensammlung ermöglichte es ihm, einen Tabakwarenladen in Leipzig zu eröffnen, den er bis 1933 führte. Herrmann gehörte zu den führenden Ultralinken bzw. zur Leipziger Gruppe der Weddinger Opposition, ging aber 1928 auf die Linie des ZK über. Danach war er von 1929 bis 1933 Abgeordneter des Sächsischen Landtages, 1930 Wahl als stellvertretender Beisitzer in die Sächsische Gemeindekammer. Seiner Verhaftung im Landtagsgebäude entging Herrmann im März 1933 nur knapp, er lebte zunächst illegal in der Lüneburger Heide und in Berlin. Am 11. Juli 1934 in Leipzig verhaftet, kam er bis Ende 1936 ins KZ Sachsenburg. Nach der Freilassung zog er nach Kyhna/Krs. Delitzsch, wo er als Gartenarbeiter beschäftig war. Von 1943 bis 1945 noch zur Wehrmacht eingezogen, kam er im Mai/Juni 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zurückgekehrt nach Kyhna wurde Herrmann von Juni bis Oktober 1945 Bürgermeister, ab 17. Oktober 1945 Landrat in Delitzsch. Von 1951 bis 1953 Werkleiter, anschließend Kaderleiter der DDR-Handelsorganisation (HO) Delitzsch. Ab 1957 Rentner, er erhielt 1969 den VVO in Silber. Otto Hermann starb am 7. Juni 1976 in Kyhna.

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Hertelt, Horst

* 1.10.1929

Geb. in Königsbrück (Krs. Kamenz); Vater Bäcker; Volksschule; Ausbildung zum Bäcker in Dresden, Arbeit im elterl. Betrieb u. in Pulsnitz; 1945 Mitgl. des Antifa-Jugendaussch. in Dresden, FDJ; 1952 SED; 1951 – 61 Red.-Ass., später Abt.- Ltr. u. Mitgl. des Red.-Koll. der »Lausitzer Rundschau« in Cottbus; 1961 – 65 Korresp. des ADN u. des »Neuen Deutschlands« in Belgrad; 1965 – 70 stellv. Chefred. der Wochenztg. »NBI« (Neue Berliner Illustrierte) in Berlin; 1970 – 89 Chefred. der »BZ am Abend« (Nachf. von  Ernst Hansch); 1971 – 89 Mitgl. der SED-BL Berlin; 1972 – 90 Mitgl. des VDJ-ZV, 1972 – 77 seines Präs.; ab 1971 Abg. der Stadtverordnetenvers. von Berlin.Andreas Herbst

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Hertz, Gustav

* 22.7.1887 – ✝ 30.10.1975

Geb. in Hamburg; Vater Rechtsanwalt; 1906 Abitur; Studium der Mathematik u. Physik in Göttingen, München u. Berlin, 1911 Prom.; danach Assistent an der Univ. Berlin; gem. Arbeiten mit James Franck führten 1913 zu den Elektronenstoßexperimenten, die sich später als experiment. Beweis für die Bohrsche Atomtheorie u. die Quantentheorie erwiesen (für diesen Franck-Hertz-Versuch Physik-Nobelpreis 1925); 1920 Philips-Laboratorien, dort 1922 Trennung von Gasgemischen durch Diffusion; 1926 ord. Prof. für Physik an der Univ. Halle; 1927 Dir. des Physikal. Inst. der TH Berlin; 1932 Trennkaskade für gasförmige Isotopengemische; 1935 Rücktritt vom Ordinariat aus pol. Gründen u. Übernahme d. Ltg. des Siemens-Forschungslaboratoriums in Berlin. 1945 – 54 im Rahmen des sowj. Atombombenprojekts Ltr. eines Forschungsinst. bei Suchumi, Entw. des Gasdiffusionsverfahrens für die Uran-Isotopentrennung; 1951 Stalin-Preis der UdSSR; 1954 – 61 ord. Prof. u. Dir. des Physikal. Inst. der KMU Leipzig, Einsatz bes. für den Aufbau von Kernphysik u. -technik in der DDR; 1954 Ord. Mitgl. der DAW, 1963 – 68 Sekretar der Kl. Mathematik, Physik u. Technik (Nachf. von  Robert Rompe); 1955 NP; Mitgl. des Forschungsrats u. des Rats für die friedl. Anwendung der Atomenergie beim Min.-Rat; Vors. bzw. Ehrenvors. der Physikal. Ges.; Mitgl. vieler Akad., so in Halle, Göttingen, Leipzig, Moskau; Dr. h. c. mult.; gest. in Berlin. Sek.-Lit.: Wiss. Ztschr. der KMU Leipzig. Mathemat.-Naturwiss. (1987) Reihe 6 (Themat. Heft zum 100. Geb., mit Biogr./Bibl.); Kuczera, J.: G. H. Leipzig 1985.Die Elektronenstoßversuche. München 1967 (mit J. Franck, Hrsg. A. Hermann); Grundlagen u. Arbeitsmethoden der Kernphysik. Berlin 1957 (Hrsg.).Horst Kant

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Herwegen, Leo

* 25.2.1886 – ✝ 9.5.1972

Geb. in Köln; dort Volksschule u. Realgymnasium; Studium der Montanwiss. in Clausthal u. Aachen, 1909 Dipl.-Berging.; Assistent an der TH Aachen, Prom. zum Dr.-Ing.; ab 1913 Betriebsltr. von Bergwerken, u. a. in den Riebeckschen Montanwerken Halle; 1919 Zentrums-Partei; seitdem Vors. des Provinzialvorst. Sachsen; nach 1933 pol. verfolgt; bis 1944 Abt.-Ltr. der Bergwerke der IG Farben; 1944 verhaftet. Juli 1945 Mitbegr. der CDU in Sachsen-Anh., bis Mai 1948 1. Vors. des Landesvorst.; Sept. 1945 – Dez. 1946 Präsidialdir. in der Provinzialverw. Sachsen, Ltr. des Amts für Brennstoffindustrie u. Energiewirtschaft; 1945 – 49 Mitgl. des CDU-Hauptvorst. in der SBZ, Dez. 1945 – Sept. 1947 ihr 4. Vors., Sept. – Dez. 1947 Mitgl. ihres geschäftsf. Vorst., Nov./Dez. 1947 des Pol. Aussch.; Mitgl. der Arbeitsgemeinschaft CDU/CSU; Mai 1948 – Nov. 1949 stellv. Vors. der CDU Sachsen-Anh.; Okt. 1946 – Nov. 1949 Abg. des Landtags Sachsen-Anh.; Dez. 1946 – Nov. 1949 Landesmin. für Arbeit u. Sozialpol.; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 Abg. der Prov. Volkskammer; Okt. 1949 verhaftet; Nov. 1949 aller Ämter enthoben wegen angebl. Verwicklung in den Fall »Verschiebung von Vermögenswerten« der 1946 enteigneten Dt. Continental-Gas-Ges., April 1950 im Dessauer Schauprozeß mit  Willi Brundert zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt; Febr. – März 1956 Verlegung in die zentrale U-Haftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen; Sept. 1956 Entlassung aus der Haft; 1958 Flucht in die Bundesrep. Dtl.Zusammenfassende Darstellung der Kokereitechnik. Gelsenkirchen 1911; Das Tiefbohrwesen. Berlin 1912; Gewinnungsmaschinen. Berlin 1912; Der Streckenausbau im Braunkohlenbergbau. Halle 1918. Prozeß H. u. Brundert u. Komplicen. Berlin 1950; Eik, J., Mittmann, W.: Der Dessauer Prozeß. DDR 1950: Ein Stück Justizgeschichte im Originalton. Radio-Feature 1997.Helmut Müller-Enbergs

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Herzberg, Guntolf

* 9.6.1940

Geb. in Berlin; 1958 Abitur; nach Ablehnung der Bewerbung zum Journalistikstudium Lehre als Schriftsetzer u. Korrektor, dann als Korrektor tätig; 1961 – 65 Studium der Philos., Physik u. Geschichte an der HU Berlin, u. a. bei  Wolfgang Heise; 1964 SED; kurzz. wiss. Sekr. des Dekans der Philosoph. Fak.; ab 1966 Assistent am Inst. bzw. ZI für Philos. der DAW/AdW; zugl. Lehrtätigkeit an der HU Berlin u. einer Kunst-FS; 1972 Gründer der »Freitagsrunde«, die 1989 in die Initiativgr. für das Neue Forum überging; Observierung durch das MfS (OPK u. OV »Korrektor«); 1973 wegen des »nichtgenehmigten« Diskussionskrs. Parteiausschluß, Entlassung, Berufs- u. Publ.-Verbot; danach freiberufl. Red. u. Übersetzer für die Ztschr. »Sowjetwiss.«; 1974 Reservistendienst; 1976 Prom. an der HU Berlin mit der Diss. »Wilhelm Dilthey u. das Problem des Historismus«; 1976 freiberufl. Lektor für den Akad.-Verlag; Okt. 1976 Protestbrief gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; Zusammenarbeit mit  Rudolf Bahro; Mitbegr. u. Teilnehmer informeller Zirkel in Berlin, Naumburg (Saale) u. Leipzig (OV »Platon«); 1980 Vorträge zur Menschenrechtsproblematik in kirchl. Krs.; 1981 Mitbegr. des interdisz. »Wittenberger Arbeitskrs. Wiss.-Ethik« u. Mitautor des Papiers »Wiss.-Ethik – heute« (veröff. 1984); ab 1983 in der unabh. Friedensbew. engagiert; 1984 arbeitslos; 1985 Ausreise nach Berlin (West); Mitgl. der Grünen (AL); Mitarb. in der Initiative Ost-West-Dialog; 1986 Mitbegr. der Bundesarbeitsgemeinschaft Menschenrechte der Grünen; 1987 wiss. Mitarb. am Inst. für Philos. der FU Berlin; Sept. 1989 Mitautor des Aufrufs »Für ein Berlin ohne Mauern – in einem Dtl. ohne Panzer – in einem Europa ohne Grenzen«; Mitbegr. des »Demokrat. Forums West« zur Unterstützung der ostdt. Bürgerbew.; 1990 Mitarb. in versch. wiss.-pol. Gremien, u. a. am Zentr. Runden Tisch Wiss.; Mitarb. im Unabh. Historikerverb. 1990/91 beteiligt am Verfassungsentwurf des »Kuratoriums für einen demokrat. verfaßten Bund Dt. Länder«; 1991 Gründungsmitgl. der Partei Bündnis 90; 1993/94 Mitarb. der Abt. Bildung u. Forschung des Bundesbeauftr. für die Unterlagen des MfS; 1994 – 2005 Mitarb. am Inst. für Philos. der HU; lebt in Berlin.Überwindungen. Schubladentexte 1975 – 1980. Berlin 1990; Einen eigenen Weg gehen. Texte aus Ost u. West 1981 – 90. Berlin 1991; Abhängigkeit u. Verstrickung. Studien zur DDR-Philos. Berlin 1996; Aufbruch u. Abwicklung. Neue Studien zur Philos. in der DDR. Berlin 2000; Rudolf Bahro. Glaube an das Veränderbare. Berlin 2002; Anpassung u. Aufbegehren. Berlin 2006.Jan Wielgohs

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Herzig, Werner

* 16.12.1928

Geb. in Gutenswegen (Krs.Wolmirstedt); Vater Schmied; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Handlungsgehilfe; 1950 – 53 Kulturdir. des VEB »7. Oktober« in Magdeburg; 1953 / 54 Kaderltr. im VEB »Karl-Marx-Werk« Magdeburg; 1954 – 58 Sekr. der SED-BPO im VEB »Fahlberg-List« Magdeburg; 1952 – 57 Fernstud. der Industrieök. an der KMU Leipzig, Dipl.-Wirtsch.; 1958 Stellv. bzw. ab 1963 1. Sekr. der SED-Stadtbezirksltg. Magdeburg-Südost; 1960 / 61 Stud. an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau; 1963 – 65 Sekr. u. Ltr. des Büros für Ind. u. Bauwesen der SED-Stadtltg. Magdeburg; 1965 Studium an der Ingenieurschule für Maschinenbau u. Elektrotechnik, Ingenieurök.; 1965 – 89 OB von Magdeburg, (Nachf. von  Friedrich Sonnemann); Abg. des Bezirkstags u. Mitgl. der SED-BL Magdeburg.Andreas Herbst

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Hespers, Theodor

* 12.12.1903 – ✝ 22.7.1943

Geboren am 12. Dezember 1903 in München-Gladbach, Sohn eines Kaufmanns; kaufmännische Ausbildung. Seit seinem vierzehnten Lebensjahr war Hespers im katholischen Jugendbund Quickborn. 1925 trat er der Christlich Sozialen Jugend und später der Christlich Sozialen Reichspartei unter Vitus Heller bei. Er wirkte in der Pfadfinderschaft Westmark unter Hans Ebeling aktiv gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Seit 1926 war Hespers inoffiziell auch Mitglied der KPD und gehörte dem AM-Apparat an. 1927 Mitglied der IAH, 1929 besuchte Hespers mit einer Jugenddelegation die Sowjetunion und war 1931 Kursant an der M-Schule der Komintern. Im April 1933 emigrierte Hespers in die Niederlande und unterstützte den Transport kommunistischer Schriften nach Deutschland, dann trennte er sich von der KPD. Gemeinsam mit Hans Ebeling, Karl O. Paetel, Eberhard Koebel und Walter Hammer gründete Hespers den »Arbeitskreis bündische Jugend«, war Mitherausgeber deren Zeitschrift »Rundbriefe«. Besonders bemühte er sich um den Zusammenschluß bündischer und katholischer Jugendverbände im Exil in der »Deutschen Jungfront« und gab die »Sonderinformationen für die deutsche Jugend« heraus. Später an der Beschaffung militärischer Nachrichten für den britischen Geheimdienst beteiligt, plante Hespers 1939 Sabotageaktionen im holländischen Grenzgebiet. Bis zu seiner Verhaftung im Februar 1942 lebte er versteckt in den Niederlanden. Am 22.Juli 1943 wurde Theodor Hespers vom VGH zum Tode verurteilt und am 9. September 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

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Hetterle, Albert (Alfred)

* 31.10.1918 – ✝ 17.2.2006

Geb. in Peterstal (b. Odessa/Ukraine); Vater Landwirt; Volksschule in Peterstal; 1936 – 38 Eleve, dann Schauspieler am Dt. Kollektivistentheater in Odessa; 1937 – 41 Mitgl. des Komsomol; 1944 nach Dtl. zurückgeführt, zur Wehrmacht eingezogen, nach schwerer Erkrankung 1945 aus dem Lazarett entlassen. Ab 1947 Engagements in Sondershausen, Greifswald, Altenburg, Erfurt u. Halle; 1949 SED; ab 1955 am Maxim-Gorki-Theater Berlin; zahlr. Bühnenrollen u. a. in Friedrich Schillers »Die Räuber«, Friedrich Wolfs »Die Matrosen von Cattaro«, Maxim Gorkis »Nachtasyl«, in weiteren Stücken von Maxim Gorki sowie sowj. Autoren wie Wiktor Rosow, Schatrow, Alexander Gelman; 1965 – 69 Vors. der Gewerkschaft Kunst in Berlin; seit 1966 Mitgl. des Vorst. des Verb. der Theaterschaffenden; 1967 – 86 Mitgl. der SED-BL Berlin; 1967/68 stellv. Intendant, ab 1968 Intendant des Maxim-Gorki-Theaters; dort ab 1971 Inszenierungen vor allem klass. u. zeitgenöss. Bühnenwerke, weiter auch als Schauspieler tätig, u. a. 1988 in  Volker Brauns »Die Übergangsgesellschaft«; 1962 (im Koll.) u. 1977 NP; 1978 VVO. Bis zur Spielzeit 1993/94 Intendant des Maxim-Gorki-Theaters, danach weiterhin Schauspieler; gest. in Berlin.Gaus, G.: Zur Person. Berlin 1993.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heucke, Alwin

* 19.10.1890 – ✝ 15.3.1962

Geboren am 19. Oktober 1890 in Rodkendorf/ Sachsen; wuchs in Leipzig auf, wo er 1910 der SPD beitrat, gelernter Schneider. Vor dem Weltkrieg lebte er in Offenbach/Main als Bauarbeiter. Am Krieg nahm Heucke als Matrose teil und gehörte 1918 zur Führung der Kieler revolutionären Matrosen. Seit Gründung der KPD Mitglied, übte verschiedene Funktionen aus, war 1922/23 Bezirkssekretär der KPD Groß-Leipzig. 1924 wurde er wegen seiner Beteiligung an den Oktoberereignissen 1923 verhaftet und am 26. Februar 1925 in Leipzig zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ende August 1925 amnestiert und aus dem Zentralgefängnis Potsdam entlassen. Im September 1925 schickte ihn das ZK als Polleiter nach Hessen. In Frankfurt/M. blieb Heucke bis 1928 Polleiter. Als Anhänger der Rechten am 26.Oktober 1928 seiner Funktion enthoben. Aus der KPD ausgeschlossen, wurde Heucke Mitbegründer der KPO und deren Sekretär für Hessen in Offenbach. Nach der Spaltung der KPO blieb er in dieser Organisation, verlor aber seinen Sekretärsposten, da in Offenbach die Mehrheit mit Heinrich Galm zur SAP ging. 1933 flüchtete Heucke nach Frankreich und von da aus kurze Zeit später nach Paraguay, wo er bis 1958 als Siedler lebte. Nach Deutschland zurückgekehrt, schloß er sich der Gruppe Arbeiterpolitik an. Alwin Heucke starb am 15. März 1962 in Fulda.

Wer war wer in DDR

Heussi, Karl

* 16.6.1877 – ✝ 25.1.1961

Geb. u. aufgew. in Leipzig; Vater Kfm.; ab 1897 Studium der Theol. an den Univ. Leipzig, Berlin u. Marburg, u. a. bei Albert Hauck, Heinrich Böhmer, Adolf von Harnack, Adolf Jülicher u. Wilhelm Herrmann; 1903 Prom. bei Karl Lamprecht mit einer Arbeit über die Kirchengeschichtsschreibung Johann Lorenz Mosheims; 1904 – 24 Lehrer für Geschichte u. Religion am König-Albert-Gymnasium in Leipzig; ab 1924 ord. Prof. für Kirchengeschichte an der Univ. Jena; widersetzte sich als Rektor der Univ. 1930 dem Vordringen der Nationalsoz. in Thür. 1945 nach Wiedereröffnung der Univ. amt. Dekan der Theolog. Fak.; 1953 em.; K. H. gilt als Nestor der dt. Kirchengeschichtsschreibung; bereits als Gymnasiallehrer verfaßte er mit seinem »Kompendium der Kirchengeschichte« (Tübingen 1907/08, zul. 1913) ein Lehrbuch, das mehr als zehn akt. Aufl. erfuhr u. bis heute als Standardwerk gilt; schulbildend wirkte v. a. seine Behandlung der Kirchengeschichte in ihren Bezügen zur gesellsch. Gesamtentwicklung einschließl. der Kultur- u. Sozialgeschichte; zu eigenen Forschungen hat K. H. insbes. Hanna Jursch,  Erich Hertzsch, Herbert von Hintzenstern u. Eberhard H. Pältz angeregt; Schwerpunkte seiner Forschungen waren Patristik, Geschichte des Mönchtums, Historiographie u. Geschichtstheorie.J. L. Mosheim. Biogr. Tübingen 1906; Die Krisis des Historismus. Tübingen 1932; Der Ursprung des Mönchtums. Aalen 1936; Geschichte der Theolog. Fak. zu Jena. Weimar 1954. Pältz, E.: Geschichte als Selbstorientierung in der Zeit. Zum Vermächtnis K. H. In: Mosaiksteine. 22 Beiträge zur thür. Kirchengeschichte. Berlin 1981; Bibl. In: Theolog. Lit.-Ztg. (1952) 77 u. (1961) 86.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Herrmann, Harry

* 21.1.1930

Geb. in Niedersteina (Krs. Bischofswerda); Vater Maurer; Volks- u. Handelsschule; 1946 Hilfspacker, dann arbeitslos; 1947 Metalldrücker; 1947 SED; 1947 – 49 Verw.-Lehre in der Gemeinde Arnsdorf; 1949 – 52 ABF Dresden u. Greifswald; 1952 – 56 Studium an der KMU Leipzig, Dipl.-Wirtsch.; 1956 Einstellung beim MfS, Abt. XV (Auslandsspionage) der BV Leipzig; 1963 Versetzung zur HVA Abt. V (Wirtschaftsspionage), MfS Berlin; 1971 HVA-Abt. XV (Wehrtechnik, Maschinenbau, Luft- u. Raumfahrt); 1974 stellv. Ltr. der HVA Abt. V (Wirtschaftsspionage); 1975 Ltr. der AG 1 des HVA-Sektors Wiss. u. Technik; 1975 Ltr. der HVA-Abt. V; 1981 Oberst; 1989/90 Entlassung.Jens Gieseke

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Herrmann, Wolfgang

* 5.6.1939

Geb. in Großenhain; Grundschule; Ausb. zum Zimmerer; Ing. für Bauwesen; 1963 SED; ab 1964 FDJ-Funktionär; Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; Mitarb. der SED-BL Neubrandenb.; 1985 – 89 Aufenthalt in Nicaragua, Berater bei der Sandinist. Front der Nationalen Befreiung (FSLN); 1988/89 1. Sekr. der SED-KL Prenzlau; Nov. – Dez. 1989 1. Sekr. der SED-BL Neubrandenb. (Nachf. von  Johannes Chemnitzer); seit Mai 2004 Vors. der Regionalgruppe Uckermark der Org. »Rotfuchs – Tribüne für Kommunisten u. Sozialisten«; Mitgl. des DKP-PV; lebt in Dreesch (b. Prenzlau).Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Herrmann, Rudolf

* 23.8.1899 – ✝ 23.10.1978

Geboren am 23. August 1899 in Großbreitenbach/Krs. Arnstadt in Thüringen, Sohn eines Porzellanmachers. Glasmacher, seit 1913 in der Arbeiterjugend. 1917 Militärdienst, 1919 Mitglied der USPD, Mitbegründer der KPD in Großbreitenbach, bis 1933 Org- bzw. Polleiter. Er nahm unter dem Decknamen Fritz Schmidke von November 1930 bis April 1931 als Kursant an einem Lehrgang der M-Schule in Bakowka bei Moskau teil. Nach Rückkehr Arbeiter in der Fortschrittdruckerei der KPD in Erfurt und Leiter der militärpolitischen Abteilung der KPD-BL Groß-Thüringen. Von Februar bis April 1933 in »Schutzhaft«, im Juni 1933 erneute Verhaftung und am 1. März 1934 vom OLG Jena zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend bis Ende 1936 in das KZ Bad Sulza überführt. Danach Arbeiter in der Glashütte in Großbreitenbach. Im August 1944 erneute Festnahme, bis April 1945 Häftling im KZ Buchenwald. 1945 beteiligt an der Gründung der KPD in Großbreitenbach, war er ab Juni 1945 dort Bürgermeister und Leiter der KPD bzw. der SED, ab 1952 Vorsitzender des Rates des Kreises Arnstadt. Von 1954 bis 1962 war er Offizier des MfS, zeitweise 1. Sekretär der SED-BPO in der MfS-Bezirksverwaltung Erfurt. Rudolf Herrmann starb am 23. Oktober 1978 in Erfurt.

Wer war wer in DDR

Hertwig, Hans-Joachim

* 16.7.1928 – ✝ 28.9.1988

Geb. in Schmiedeberg (Krs. Hirschberg, Niederschl./Kowary, Polen); Vater Tischler; Volksschule; 1942 – 44 Lehre bei der Volksbank in Hirschberg; 1944/45 Luftwaffenhelfer u. Wehrmacht, kurzz. sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 SPD/SED; FDJ; 1945 – 50 Neulehrer an der Grundschule in Leegebruch; 1950 – 52 Schulltr. der Grundschule Schönwalde; 1952 – 55 Dir. der Grundschule in der Pionierrep. »Wilhelm Pieck« am Werbellinsee; 1954 – 88 Mitgl. des ZK des SED; 1955 – 58 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 – 60 Ltr. der Zentralschule der Pionierorg. »Ernst Thälmann« in Droyssig; 1960 – 64 Sekr., 1964 – 66 stellv. Vors. der ZL der Pionierorg.; 1963 – 67 Mitgl. des ZR der FDJ; 1966 – 68 Sekr. für Wiss., Volksbildung u. Kultur; 1968 – 71 2. Sekr. (Nachf. von  Heinz Vogel) u. 1971 – 88 1. Sekr. der SED-BL Frankfurt (Oder) (Nachf. von  Erich Mückenberger); 1971 – 88 Abg. der Volkskammer; 1976 – 88 Mitgl. des Red.-Kolleg. des SED-Organs »Einheit«; 1969 u. 1984 VVO; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1978 KMO.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Hertzfeldt, Gustav

* 4.6.1928 – ✝ 13.3.2005

Geb. in Berlin; Mutter Maschinenbuchhal- terin; Volks- u. Mittelschule; Lehre u. Beruf als Zimmermann, Hilfsarb.; nach 1933 aus »rass. Gründen« verfolgt, zeitw. illeg. lebend; 1942 – 44 inhaftiert, Zwangsarbeit, Flucht vor Transport in das KZ Auschwitz. 1945 Mitbegr. des antifa. Jugendaussch. Berlin-Prenzlauer Berg; KPD; 1946 SED; Mitbegr. der Berliner FDJ; 1947 Hilfsred. bzw. Red. beim »Berliner Rundfunk«; 1950 – 62 Red. der Ztschr. »Einheit«; 1954 – 57 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1962 – 65 Gen.-Konsul in Indonesien; 1966 – 69 stellv. Außenminister; 1969 – 73 Botschafter in der VR China; 1973 – 83 Chefred. der Ztschr. »Dt. Außenpol.«; 1978 VVO; 1988 Stern der Völkerfreundschaft. Nach 1990 aktiv in der Kommunist. Plattform der PDS, in der VVN u. der Gesell. für Bürgerrechte u. Menschenwürde.Andreas Herbst

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Herz, Joachim

* 15.6.1924 – ✝ 18.10.2010

Geb. in Dresden; Vater Kfm.; 1942 Reifeprüfung an der Kreuzschule; Beginn der Ausbildung für das Höhere Lehramt an der Staatl. HS für Musik in Leipzig; 1944/45 Militärdienst. 1946 Forts. des Studiums an der Staatl. Akad. für Musik u. Theater in Dresden, 1948 St.-Ex. als Fachlehrer für Musik; 1948 – 51 Studium der Regie u. Musikwiss. in Dresden u. an der HU Berlin; 1950 Regie »Die Bremer Stadtmusikanten« (HS u.  Palucca Schule Dresden); 1951 – 53 Regisseur an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul; 1953 – 56 Assistent an der Komischen Oper Berlin bei  Walter Felsenstein; hier 1954 »Die Zauberflöte«, 1955 »Manon Lescaut«; 1956/57 Regisseur an den Bühnen der Stadt Köln; 1957 – 59 Oberspielltr. der Städt. Oper Leipzig; 1959 – 76 Dir. der Oper Leipzig; hier 1960 »Die Meistersinger von Nürnberg« (Eröffnungsinszenierung); 1961 NP (im Koll.); seit 1963 Arbeiten für Funk, Film (1964 »Der fliegende Holländer« bei der DEFA), Fernsehen, Schallplatte; 1969 Mitgl. der DAK; seit 1971 zahlr. Inszenierungen im Ausland; 1972 »Ring des Nibelungen« (Oper Leipzig); 1976 – 81 Intendant der Komischen Oper Berlin (Nachf. von  Walter Felsenstein), »Bumbum« (UA), »Lulu«, »Peter Gri«; 1976 – 81 Lehrauftrag an der KMU Leipzig; seit 1981 Ltr. der Abt. Musiktheater-Regie an der HS für Musik Dresden; Lehraufträge, Gastseminare u. -vorlesungen in Europa u. Übersee; 1981 – 91 Chefregisseur an der Staatsoper Dresden; 1985 »Der Freischütz« (Eröffnungsinszenierung der Semper-Oper Dresden), 1986/87 »Die Nase«, »Falstaff« (Dresden); Ehrenmitgl. des Bolschoi-Theaters Moskau u. der Ges. für Musiktheater Wien; 1974 VVO; NP 1961 (im Koll.), 1970, 1977 u. 1985; 2005 Ehrenmitgl. der Kom. Oper Berlin; lebte zuletzt in Dresden; gest. in Leipzig.Und Figaro läßt sich scheiden. München 1985.Aune Renk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Herzfeld, Joseph

* 18.12.1853 – ✝ 27.7.1939

(* 1853 – † 1939) Geboren am 18. Dezember 1853 in Neuß/Rheinland, Sohn eines Fabrikanten. Sein Vater war Demokrat und Republikaner, in dessen Haus auch Karl Marx als Gast verkehrte. Die Erziehung der vier Söhne erfolgte im Geist der Aufklärung (Joseph war der älteste, der jüngste, Franz, wurde als Dichter unter dem Pseudonym Franz Held – Vater von John Heartfield und Wieland Herzfelde bekannt). Joseph Herzfeld besuchte von 1862 bis 1871 das Gymnasium in Düsseldorf. Nach dem Abitur in der Fabrik des Vaters beschäftigt, ab 1872 Volontär in einem Düsseldorfer Bankinstitut. 1874 ging er nach New York, arbeitete in der Versicherungsbank eines nahen Verwandten und absolvierte dort an einer Abendschule, danach von 1878 bis 1880 am Columbia College, ein Jurastudium. 1881 bis 1885 Attorney and Counselor of Law, L. B. B. Nach ausgedehnten Reisen durch die USA, Kanada und Kuba kehrte er 1885 nach Deutschland zurück, 1887 beendete er hier das Jurastudium mit der Promotion und ließ sich 1892 als Rechtsanwalt in Berlin nieder. Er wurde Atheist und trat 1898 aus der jüdischen Gemeinde aus. Herzfeld war schon unter dem Sozialistengesetz 1887 Mitglied der SPD geworden und zog 1898 für die SPD (Mecklenburg) in den Reichstag ein, dem er bis 1906 und dann wieder 1912 bis 1918 angehörte. Auf dem linken Flügel der Partei stehend, war er 1914 ein Gegner der Kriegskreditbewilligung. Aus Parteidisziplin stimmte er zwar anfangs den Krediten im Reichstag noch zu, 1915 lehnte er sie aber ab. Herzfeld, der schon Delegierter auf den SPD-Parteitagen 1903 (Dresden) und 1906 (Mannheim) gewesen war, wurde 1917 einer der Mitbegründer der USPD. Nach der Revolution 1918 USPD-Beigeordneter im Reichsministerium des Innern, trat aber schon Ende 1918 zurück. Auch in der USPD gehörte Herzfeld zum linken Flügel, er polemisierte auf dem USPD-Parteitag im März 1919 gegen Karl Kautsky, wurde vom USPD-Parteitag im Dezember 1919 in den Beirat der Partei berufen. Auf dem Parteitag in Halle zählte Herzfeld zu den Befürwortern des Anschlusses an die Komintern und ging 1920 mit der linken USPD zur KPD. Zusammen mit Clara Zetkin und Emil Eichhorn war er der einzige alte SPD-Führer, der auch nach der KAG-Krise in der KPD blieb. 1920 war Herzfeld für die USPD in den Reichstag eingezogen und gehörte dem Auswärtigen Ausschuß an. Von Mai bis Dezember 1924 für die KPD wieder in den Reichstag gewählt, blieb bis 1933 für die KPD aktiv. Vor allem in der Roten Hilfe trat er in vielen Prozessen als Verteidiger angeklagter Kommunisten auf. 1927 nahm er als Ehrengast an den Feiern zum 10. Jahrestag der Oktoberrevolution in Moskau teil. Auf Vorschlag der KPD-Reichstagsfraktion vom Reichstag 1928 als Beisitzer im Staatsgerichtshof gewählt. In den innerparteilichen Auseinandersetzungen hatte er sich zurückgehalten, sympathisierte jedoch 1924 mit der Mittelgruppe und später mit den Versöhnlern. Joseph Herzfeld wurde von seinem Neffen Wieland Herzfelde beschrieben als »ein uneitler, spartanischer, um nicht zu sagen puritanischer Mensch, der weder wohlhabend noch irgendwie bedeutend aussah ... Wichtigtun und Theatralik waren ihm fremd.« Trotz seines hohen Alters mußte Herzfeld 1933 aus Deutschland flüchten, er emigrierte im September 1933 zunächst in die Schweiz, dort verteidigte der über 80jährige noch Emigranten vor Gericht in Zürich. 1934 übersiedelte er nach Südtirol. Joseph Herzfeld starb am 27. Juli 1939 in Ritten (Collalbo) bei Bozen (Bolzano).

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Herzog, Wilhelm

* 12.1.1884 – ✝ 18.4.1960

Geboren am 12. Januar 1884 in Berlin. Nach dem Besuch des Gymnasiums Studium der Nationalökonomie, Germanistik und Literatur sowie Kunstgeschichte an der Universität Berlin. Schriftsteller, Kritiker und Essayist, (Pseudonym Julian Sorel). 1910/11 gemeinsam mit Paul Cassirer Mitbegründer der Zeitschrift »PAN« sowie später Redakteur der Zeitschrift »März« in München. Herzog war Herausgeber der Zeitschrift »Das Forum«, die 1915 wegen ihrer antimilitaristischen Haltung verboten wurde. 1918/19 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, 1919 Chefredakteur der Zeitung »Die Republik« in Köln. Seit 1919 in der KPD, reiste 1920 nach Moskau, wo er als Gast am II. Weltkongreß der Komintern teilnahm und Gespräche mit Lenin und Trotzki führte. Von Februar bis Mai 1921 war Herzog Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Im Januar 1925 gab ihm Stalin (auf Bitten von Ottomar Geschke) ein Interview, in dem dieser sich auch zur Lage in der deutschen Partei äußerte. Das Interview, das im Wortlaut in der »Prawda« am 3. Februar 1925 veröffentlicht wurde, rief die Kritik Arkadi Maslows hervor. Für ihn war Herzog ein Rechter. Stalin antwortete Maslow am 28. Februar 1925 mit einem konziliant gehaltenen Schreiben (in den Schriften Stalins aufgeführt als »Brief an Genossen Me-rt«, der Name Maslow war später tabu!). Herzog, der sich in den folgenden Jahren von der KPD abwandte, wurde im Dezember 1928 aus der Partei ausgeschlossen, er gehörte in Berlin noch zum Autorenkreis von Erwin Piscator. Im Februar 1933 emigrierte er in die Schweiz, 1939 nach Südfrankreich, wo er zeitweilig in Les Milles interniert war. 1941 gelang Herzog die Flucht nach Trinidad, 1945 konnte er in die USA einreisen. 1947 kehrte Herzog nach Europa zurück, lebte zunächst in der Schweiz und kam 1952 in die Bundesrepublik. Hier arbeitete er als Literatur- und Kulturhistoriker. 1959 veröffentlichte er sein Buch: »Menschen, denen ich begegnete«, in dem er u. a. auf sein Treffen mit Lenin, Trotzki und Stalin einging. Wilhelm Herzog starb am 18.April 1960.

Wer war wer in DDR

Hesse, Horst

* 12.5.1922 – ✝ 16.12.2006

Geb. in Magdeburg; Vater Maschinenmonteur; Volksschule; Lehre als Feinmechaniker; 1939 Soldat; 1943 engl. Gefangenschaft. 1945 Rückkehr nach Magdeburg; wegen Krankheit nicht berufstätig; 1946 Schlosser im VEB Schwermaschinenbau »Ernst Thälmann«; 1947 VP-Mstr.; 1948 SED; 1951 Instrukteur der NF, dann Dispatcher im o. g. VEB; in dieser Zeit Anwerbung durch den US-Geheimdienst Military Intelligence Department (MID), H. informierte darüber das MfS, dort dann ab Jan. 1954 als IM »Jürgen« bzw. »Lux« des MfS erf.; 1954 Instrukteur der GST-BL Magdeburg; dann nach Berlin (West); Spionage für das MfS in der MID-Zentr. in Würzburg; Abt.-Ltr. für Agentenwerbung, später Stellv. des Chefs für Sicherheitsfragen; 20.5.1956 Flucht in die DDR, unter Mitnahme eines Tresors mit Unterlagen; von einem US-Gericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt; 1956 Ltn. der Bereitschaftspolizei im Brigadestab Karl-Marx-Stadt; 1957 Einstellung beim MfS, BV Karl-Marx-Stadt, Abt. II (Spionageabwehr); 1959/ 60 Invalidenrentner; 1960 Wiederaufn. des Dienstes bei der HA II, MfS Berlin; 1962 Kontrollpunkt-Ltr. in Eberswalde; 1963 Vorbild für den DEFA-Film »For eyes only«; 1964 Versetzung zur Krs.-Dienststelle Eberswal- de; Major; 1966 Invalidenrentner; gest. in Schwedt.Schramm, G. (Hrsg.): Der Botschaftsflüchtling u. andere Agentengeschichten. Berlin 2006; Scherer, F. M.: H. H. In: Intelligence and Nat. Security (2006) 21.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Hettler, Wolfgang

* 3.4.1945

Geb. in Bad Elster; Vater Gärtner; Grund- u. Oberschule; 1961 – 64 Lehre im VEB Schwermaschinenbau »Heinrich Rau« in Wildau; 1964 – 69 Studium an der TH »Otto v. Guericke« Magdeburg, Dipl.-Ing.; 1969 – 75 wiss. Mitarb. an der TH Magdeburg, 1976 Prom. zum Dr.-Ing.; ab 1975 wiss. Mitarb., später Abt.-Ltr. im VEB Kombinat Binnenschiffahrt u. Wasserstraßen; 1977 SED; 1979 Stellv. des GD, 1980 – 90 GD des VEB Kombinat Binnenschiffahrt u. Wasserstraßen (Nachf. von Gerhard Müller).Andreas Herbst

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Heuer, Uwe-Jens

* 11.7.1927 – ✝ 22.10.2011

Geb. in Essen als Sohn eines Juristen; Schulbesuch in Berlin, 1945 Abitur in Kiel; 1946 – 51 Studium der Rechtswiss. an den Univ. Kiel u. Berlin; 1946 SED; ab 1951 Lehrtätigkeit an der HU Berlin; 1956 Prom. mit einer Arbeit zu einem rechtshist. Thema; 1958 – 60 Richter an den Staatl. Vertragsgerichten Berlin u. Karl-Marx-Stadt; Mitarb. am Inst. für Staatsrecht der HU Berlin, 1961 Ltr. der dortigen Arbeitsgr. für Wirtschaftsrecht; 1961 – 64 zugl. Fernstudium an der HfÖ Berlin mit Abschluß als Dipl.-Wirtsch.; 1963 Dir. des o. g. Inst.; 1964 Habil., 1965 Prof. für Rechtswiss.; 1968 Ltr. der Arbeitsgr. Wirtschaftsrecht am ZI für Soz. Wirtschaftsführung beim ZK der SED in Berlin-Rahnsdorf; 1979 Korr. Mitgl. der AdW; ab 1982 Mitarb. am Inst. für Theorie des Staats u. des Rechts der AdW, Bereichsltr. für staats- u. rechtstheoret. Fragen der Wirtschaftsltg.; März – Okt. 1990 Mitgl. der PDS-Fraktion der Volkskammer u. stellv. Vors. des Rechtsaussch.; Mitgl. der dt.-dt. Juristenvereinig.; Mitbegr. u. Präs. der Vereinig. für Pol. Wiss. Berlin (Auflösung 1991). 1990 – 98 Abg. des Dt. Bundestags, Gruppe Linke Liste/PDS; Mitgl. des Sprecherrats des Marxist. Forums; Vizepräs. des Ostdt. Kuratoriums von Verbänden e. V., Mitgl. des Kuratoriums der Rosa-Luxemburg-Stiftung; Mitgl. der Leibniz-Sozietät; lebte zuletzt in Berlin. J.-U. H. galt in der DDR als reformorientierter Theoretiker; seine wiss. Arbeiten zielten auf eine Erhöhung der Selbständigkeit der Wirtschaftssubjekte sowie die erhöhte Geltung des Rechts in den Beziehungen zwischen Wirtschaftseinheiten u. wirtschaftslenkenden Organen.Allgemeines Landrecht u. Klassenkampf. Berlin 1960; Demokratie u. Recht im Neuen Ökon. System der Volkswirtschaft. Berlin 1965; Recht u. Wirtschaftsltg. im Soz. Berlin 1982; Marx. u. Demokratie. Berlin, Baden-Baden 1989; Die Rechtsordnung der DDR. Baden-Baden 1995 (Hrsg.); Marxismus u. Politik. Hamburg 2004; Marxismus u. Glauben. Hamburg 2006.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hey, August

* 10.5.1897 – ✝ 5.2.1978

Geboren am 10. Mai 1897 in Dudweiler, Sohn einer Bergarbeiterfamilie. Als Handlanger, Laufbursche, Bergmann tätig. 1917 Militärdienst bei der II. Matrosendivision Kiel, im Januar 1918 am Aufstand der Matrosen von Cattaro beteiligt. Im Dezember 1918 Rückkehr in das Saargebiet, 1919 Mitglied der USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Von der französischen Besatzungsmacht zeitweilig verhaftet. Von 1928 bis 1935 gehörte Hey dem Landesrat Saar und dem Kreistag Saarbrücken an. 1930 Leiter der RGO Saar, aktiv im Abstimmungskampf. Im Februar 1935 emigrierte er nach Frankreich, war Bergarbeiter und wurde nach Kriegsausbruch zeitweise interniert. Am 4. März 1941 verhaftet und am 24. Oktober 1941 durch das OLG Stuttgart zu zwei Jahren und vier Monaten Zuchthaus verurteilt, saß bis 1943 im Zuchthaus Ludwigsburg, anschließend bis 1945 im KZ Dachau. Im Juli 1945 wurde Hey hauptamtlicher Bürgermeister von Dudweiler und bis 1947 Mitglied des KPD-LV Saar. Im Juni 1947 wegen seiner politischen Aktivitäten aus dem Saargebiet ausgewiesen, bis 1949 Mitglied des Sekretariats der KPD Baden, dann Betriebsarbeiter. Von 1956 bis 1960 war er Abgeordneter des Kreistages Saarbrücken-Land. Wegen seiner »Kandidatur als Unabhängiger zu den Bundestagswahlen 1961« verurteilte ihn das Landgericht Saarbrücken 1964 zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung. Bei Gründung 1968 Mitglied der DKP in Dudweiler. August Hey starb dort am 5. Februar 1978.

Wer war wer in DDR

Herrmann, Joachim

* 29.10.1928 – ✝ 30.7.1992

Geb. in Berlin; Vater Postarb., Mutter Hausgehilfin; 1935 Volksschule, 1939 – 45 Oberrealschule Langhans in Berlin; 1938 – 45 Dt. Jungvolk, bis 1942 Jungenschaftsführer; 1944/45 Luftwaffenhelfer, zul. Luftwaffenoberhelfer. 1946 Kurier beim Arbeitsamt Berlin-Mitte; dann bis 1949 Transportarb., Bote, Redaktionsvolontär, Hilfs- u. Red. der »Berliner Ztg.« u. des »Starts«; Mai 1948 SED; Dez. 1949 – 60 Stellv., dann Chefred. der Ztg. »Junge Welt«; 1952 – 61 Mitgl. u. 1959/60 Sekr. des ZR der FDJ; ab Sept. 1953 mehrmonatiger Lehrgang an der HS des Komsolmol in Moskau; 1958 Mitgl. der Jugendkommission des PB des ZK der SED; 1958 – 60 u. 1963 – 89 Mitgl. u. ab 1978 Ltr. der Agit.-Kommission des PB; Okt. 1960 – 72 Mitgl. der Westkommission des PB; 1960 – 62 stellv. Abt.-Ltr. des ZK der SED; Febr. 1962 – Dez. 1965 Chefred. der »Berliner Ztg.« (Nachf. von  Theo Grandy); 1966 – Juli 1971 Staatssekr. für Westdt. Fragen; April 1967 Kand., Juni 1971 – Okt. 1989 Mitgl. des ZK der SED; Juli 1971 – März 1978 Chefred. des »Neuen Dtl.«; Okt. 1973 – Mai 1978 Kand., bis Okt. 1989 Mitgl. des PB (Nachf. von  Werner Lamberz), dort ab 1979 zuständig für Medien, befreundete Parteien, Blockparteien u. die NF (Nachf. von  Albert Norden); Mai 1976 – Okt. 1989 Sekr. des ZK der SED (Nachf. von  Werner Lamberz); 10.11.1989 Parteiausschl.; 1970 VVO; 1978 u. 1988 KMO.Gemeinsam für Soz. u. Frieden. Ausgew. Reden u. Aufsätze. Berlin 1988. Müller-Enbergs, H.: Meinungsoffz. der Parteiführung. In: JHK. Berlin 1997.Helmut Müller-Enbergs

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Herrmann, Lilli (Luise)

* 13.2.1904 – ✝ 17.1.1971

Geboren am 13. Februar 1904 in Wiebelskirchen/Saar als Luise Karoline Ries, die Mutter starb bei der Geburt. Hausgehilfin, Verkäuferin in einem Warenhaus. 1923 Heirat mit dem Schlosser Wilhelm Herrmann. Lilli Herrmann, die 1927 Mitglied der Naturfreundjugend geworden war, schloß sich 1929 dem »Bund werktätiger Frauen« an und trat 1931 in die KPD ein. Seit 1932 war sie als einzige Frau Abgeordnete des Landesrats Saar, dem damaligen Saarparlament. Nach der Abstimmungsniederlage flüchtete sie im Januar 1935 nach Paris, reiste von dort nach Moskau und war bis Herbst 1937 Kursantin an der Internationalen Leninschule. Anschließend ging sie mit ihrem Mann nach Frankreich, wurde im September 1939 interniert und war 16 Monate lang mit kurzer Unterbrechung im Lager Gurs. Ende Juli 1941 kam Lilli Hermann mit ihrer Tochter nach Deutschland und arbeitete zunächst im Eisenwerk Neunkirchen. Am 20. September 1941 verhaftet und im Mai 1942 zu vier Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt, saß bis Mai 1945 im Frauenzuchthaus Aichach in Oberbayern, aus dem sie amerikanische Truppen befreiten. Politisch trat sie nicht mehr hervor, Lilli Hermann starb am 17. Januar 1971.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Herrmann, Wilhelm

* 17.11.1897 – ✝ 17.2.1944

Geboren am 17.November 1897 in Wiebelskirchen/Saar, Sohn eines Hüttenarbeiters; lernte Schlosser. 1923 Heirat mit Lilli Hermann. Er trat erst im Juni 1930 der KPD bei und wurde Funktionär in Wiebelskirchen, 1933 Polleiter des UB Neunkirchen, im Juni 1933 Leiter des KPD-Bezirks Saar. Im Sommer 1935 reiste Herrmann zur Berichterstattung nach Moskau, wo er im Oktober 1935 an der »Brüsseler Konferenz« unter dem Parteinamen Blank teilnahm. Im Februar 1937 in Paris Mitarbeiter im Auslandssekretariat der KPD. Im September 1939 interniert, wurde er am 29. April 1942 nach Saarbrücken überstellt. Der 2. Senat des VGH verurteilte ihn am 20. Mai 1942 zu 14 Jahren Zuchthaus, anschließend in Butzbach eingeliefert. Hier ist Wilhelm Herrmann am 17. Februar 1944 an den Folgen der Haft gestorben.

Wer war wer in DDR

Hertwig, Manfred

* 18.5.1924

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Mechaniker; Volks-, Mittel- u. Oberschule in Breslau; kfm. Ausbild.; 1942 – 45 Wehrdienst, Uffz.; 1945 Lazarettaufenthalt bei Bremen. 1946 SPD/SED; 1946 – 49 Studium der Philos. an der Univ. Jena; anschl. Assistent am dortigen Inst. für dialekt. Materialismus; 1949 – 51 Mitarb. im Forschungsinst. für wiss. Soz.; 1951/52 Oberref. im Sektor Philos. des Staatssekr. für HS-Wesen; 1952 – 55 Doz. für Marx.-Lenin. am Philosoph. Inst. der HU Berlin; ab 1953 auch Redaktionssekr. der Dt. Ztschr. für Philos.; ab Herbst 1955 freiberufl.; im März 1957 wegen »Teiln. an der konterrev. Gruppierung  Wolfgang Harichs« aus der SED ausgeschl.; Nov. 1956 – Apr. 1957 in der zentralen U-Haftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen; 9.3.1957 vom OG zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt; ab 1959 Studienltr. der Vereinigung für pol. Bildung Neue Ges. in Hamburg; freier Publizist.Über die Rolle der Volksmassen u. der Persönlichkeit in der Geschichte. Berlin 1956; Diskussion u. Dialektik. München 1965 (mit K.-H. Ness); Vom antiautor. Kampf zum antiautor. Zentralismus. Hamburg 1972; Der Umgang des Staates mit opp. u. widerständigem Verhalten. In: Dt. Bundestag (Hrsg.): Materialien der Enquete-Kommission »Aufarbeitung von Geschichte u. Folgen der SED-Diktatur in Dtl.« Bd. 7. Frankfurt (Main), Baden-Baden 1995.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hertzsch, Erich

* 31.3.1902 – ✝ 28.10.1995

Geb. in Unterbodnitz (b. Kahla, Thür.); 1921 Abitur am Gymnasium in Rudolstadt; anschl. Studium der Theol. u. Jura an den Univ. Tübingen u. Jena, 1924 Erstes theolog. Examen; 1924/25 Werkstudium im Ruhrgeb., erste Kontakte zur soz. Arbeiterbew.; 1925 Vikar in Leutenberg (Thür.); 1926 – 29 Pfarrer in Hartroda; anschl. bis 1932 Pfarrer in Bucha; 1931 SPD; Beitritt zum Bund religiöser Sozialisten; 1932 Prom. mit einer Arbeit über den radikalen Reformator Karstadt alias Andreas Bodenstein; 1932 – 45 als Nachf. des ihm persönl. u. theolog. nahestehenden  Emil Fuchs Pfarrer in der Arbeitergemeinde Eisenach-West; Einsatz zur Rettung von Juden, u. a. des späteren Priesters der anglikan. Kirche in Coventry, Paul Östreicher. 1945 SPD; ab 1946 Mitgl. der SED-Fraktion des Thür. Landtags; 1950 Austritt aus der SED wegen der weltanschaul. Intoleranz der Partei; 1945 – 47 Oberkirchenrat in der Thür. Kirchenltg. unter  Moritz Mitzenheim, u. a. zuständig für die Entnazifizierung der vom NS stark abhängig gewesenen Landeskirche; 1946 Mitbegr. u. Mitgl. des Beratenden Aussch. der CFK in Prag; 1947 Berufung zum Prof. u. ab März 1948 Prof. mit Lehrstuhl für prakt. Theol. an der FSU Jena; Dir. der prakt.-theolog. Abt. des Inst. für Theol.; 1. Vors. des Wiss. Beirats für die Theolog. Fak. beim Staatssekr. für HFS-Wesen; zeitw. Mitgl. des Präs. des Friedensrats der DDR; 1962 VVO; in den 60er Jahren allmähl. Rückzug aus pol. Ämtern; 1969 em. Forschungen u. zahlr. Aufsätze insbes. zur Liturgiewiss., Homiletik, Seelsorge sowie zur Stellung der Kirche in der Kultur u. zur pol. Verantw. der Kirche, Einführung psycholog. Methoden in der Seelsorge.Die Wirklichkeit der Kirche. Kompendium der praktischen Theol. Bd. 1. Berlin 1962.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Herz, Monika

* 12.7.1951

Geb. u. aufgewachsen in Letschin im Oderbruch; nach der POS Lehre als Gebrauchsgrafikerin; Mitgl. im Volkskunstensemble des EKO Eisenhüttenstadt; musikal. Ausbildung beim Nachwuchsstudio für Unterhaltungskunst Berlin, seit 1972 professionelle Schlagersängerin, durchgehende Zusammenarb. mit  Arndt Bause (Komposition) u. Dieter Schneider (Texte); 1975 Debüt-LP »Melodie Poesie«, 1978 LP »Bitte tanz mit mir«, 1979 LP »Mit besten Wünschen«, 1986 LP »Komm, wir müßten mal reden«; regelmäßige Auftritte in DFF-Unterhaltungssendungen, u. a. in »Schlagerstudio«, »Oberhofer Bauernmarkt«, »Mit Lutz u. Liebe«; Erfolgstitel: »Kleiner Vogel«, »Als die Sonne kam«, »Ich wünsch mir Rosen im Schnee«; 1989 Rückzug ins Privatleben. Seit 2002 im Duett mit Sohn David auf Tour, erster gemeinsamer Rundfunktitel »Ich bin stark durch die Liebe«; 2003 TV-Auftritt in der MDR-Sendung »Wiedersehen macht Freude«, 2004 Gast beim »Rügen Talk« in Binz. CDs: »M. H. Herzlichst – Meine schönsten Lieder« (1995), »Für die Seele 2« (2007), »Kleiner Vogel« (2008).Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Herzfelde, Wieland

* 11.4.1896 – ✝ 23.11.1988

Geb. in Weggis (Schweiz); Vater Schriftst. Franz Held, Mutter Textilarb.; nach dem frühen Tod der Eltern teilw. vom Bruder  John Heartfield erzogen; aufgew. bei Pflegeeltern in der Schweiz; 1913 Übersiedl. nach Berlin; »Kriegsabitur«; Studium der Germanistik u. Med.; 1914 Freiw. im Sanitätsdienst der Reichswehr; 1916 Gründung der Antikriegs-Ztschr. »Neue Jugend«; 1917 mit seinem Bruder Helmut ( John Heartfield) Gründung des Malik-Verlags, den er bis 1933 in Berlin leitete; Mitinitiator des Dadaismus; 1918 KPD; 1924 wird dem Verlag die Grosz-Galerie u. die Malik-Buchhandlung angeschlossen; 1928 BPRS; März 1933 Emigr. nach Prag, später Frankreich, Großbritannien u. 1939 in die USA; dort ebenfalls Mitgl. des BPRS; Mitunterz. des Aufrufs des Pariser Volksfrontkongresses vom April 1937; 1933 – 38 Ltg. des Malik-Verlags als Exilverlag in Prag; 1933 – 35 Mithrsg. der »Neuen Dt. Blätter« in Prag; 1939 – 48 Buchhändler in den USA; 1945 – 47 Initiator u. Gründer des Aurora-Verlags in New York zus. mit  Anna Seghers u. Oskar Maria Graf. 1949 Rückkehr nach Dtl.; Prof. für Soziol. der neueren Lit. an der Sekt. Journalistik der Univ. Leipzig; Dir. des Franz-Mehring-Inst.; Mitgl. der Pirckheimer Ges., 1951 des PEN-Zentrums Dtl., dann PEN-Zentrum Ost u. West, PEN-Zentrum DDR (1959 – 70 Präs., ab 1972 Ehrenpräs.); März 1951 wegen Kontakten zu Hermann u. Noel H. Field als SED-Kand. gestrichen, 1956 SED-intern rehabil.; Mitgl. des Vorst. des DSV; 1960 Heinrich-Heine-Preis; 1961 Mitgl. der DAK (zeitw. deren Vizepräs.); 1967 – 70 Sekr. der Sekt. Dichtkunst u. Sprachpflege der DAK; 1966 VVO; 1971 Stern der Völkerfreundschaft; 1973 NP; 1979 Goethe-Preis; 1976 Ehrenspange zum VVO; 1981 KMO; 1986 Ehrenbürger von Berlin; gest. in Berlin.Immergrün. Merkwürdige Erlebnisse u. Erfahrungen eines fröhlichen Waisenknaben. Berlin 1949 (erw. 1966/76); Unterwegs. Blätter aus fünfzig Jahren. Berlin 1961 (Autobiogr.); John Heartfield. Leben u. Werk meines Bruders. Leipzig 1962; Der Malik-Verlag 1916 – 1947. Berlin 1966 (Kat. zur Ausstellung); Anna Seghers / W. H. Ein Briefwechsel 1939 – 1946. Berlin, Weimar 1985; Zum Klagen hatt’ ich nie Talent. Kiel 1996 (Hrsg. von E. Trepte); Ernst Bloch/W. H.: Briefwechsel 1938 – 1949. Frankfurt (Main) 1997. Der Malik-Verlag 1916 – 1947. Chronik eines Verlages. Kiel 1986; Faure, U.: Im Knotenpunkt des Weltverkehrs. H., Heartfield, Grosz u. der Malik-Verlag 1916 – 1947. Berlin 1992; Grünzweig, W., Schulz, S. (Hrsg.): Werter Genosse, die Maliks haben beschlossen ? Upton Sinclair, Hermynia Zur Mühlen, W. H.: Briefe 1919 – 1950. Bonn 2001; Wyland-Herzfelde, G.: Glück gehabt. Erinnerungen 1926 – 1949. München 2003.Karin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Herzog, Wilhelm

* 22.5.1901 – ✝ 2.11.1970

Geboren am 22. Mai 1901 in Hörde/Westfalen. Mitglied der KPD. Bis 1931 Kunsterzieher und Lehrer; anschließend Redakteur und Chefredakteur der Zeitung »Echo des Westens«. Bis zu seiner Verhaftung am 29. April 1933 hauptamtlicher Funktionär der legalen bzw. illegalen BL Ruhrgebiet, dort zuletzt Agitpropleiter. Als Häftling in den KZs Brauweiler und Börgermoor gelang Herzog Ende April 1934 die Flucht in die Niederlande, im Juni 1934 Abschiebung über Belgien ins Saargebiet. Von September 1934 bis April 1935 illegale Aktivitäten in Berlin, anschließend Grenzarbeit in der âSR, Schweiz und Frankreich. Dort war Herzog von September 1939 bis zur Flucht im Mai 1940 interniert. Ab 1940 Mitarbeiter der sogenannten Toulouser Leitung der KPD in Frankreich und unter dem Decknamen Pierre Mansuy Angehöriger der Résistance. Seit der Rückkehr nach Deutschland im Juli 1948 aktiver KPD- und VVN-Funktionär sowie Generalsekretär des Internationalen Romberg-Park-Komitees. 1968 erschien sein Buch »Von Potempa bis zum Romberg-Park«. Wilhelm Herzog starb am 2. November 1970 in Dortmund.

Wer war wer in DDR

Hesse, Martin

* 4.5.1933

Geb. in Magdeburg; Vater Kaufm., Mutter Kindergärtnerin; Volksschule; 1947 / 48 Landarbeiter, 1948 – 50 Maurer; 1949 FDJ; 1950 – 52 Instrukteur der FDJ-KL Wernigerode, 1952 – 57 Sekr. der FDJ-Stadtltg. Magdeburg, 1954 / 55 1. Sekr. der FDJ-KL Magdeburg; 1954 SED; 1958 / 59 Schmelzer im VEB SKET Magdeburg, 1960 – 62 Meister, 1962 – 64 Obermeister; Abendstudium u. Fernstudium an den Ingenieurschulen Leipzig u. Riesa, Ing.-Ökonom; 1964 / 65 stellv. Stahlwerksltr., 1965/ 66 stellv. Betriebsltr., 1966 – 69 Sekr. der SED-BPO des SKET; 1969 – 73 polit. Mitarb. der SED-BL Magdeburg; 1973 Parteisekr. im SKET; Fernstudium an der SED-PHS, 1973 Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1974 – 79 Parteiorganisator des ZK im SKET; 1979 – 90 GD des VEB Schwermaschinenbaukombinat »Ernst Thälmann« Magdeburg (Nachf. von Eckhard Netzmann).Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Heubner, Wolfgang

* 18.6.1877 – ✝ 26.2.1957

Geb. in Leipzig; Vater Prof., Kinderarzt; Bürger- u. Thomasschule; 1894 Übersiedl. nach Berlin; 1896 hier Abitur; Med.-Studium in Göttingen, Marburg u. Straßburg; 1902 – 05 am Pharmakolog. Inst. der Univ. Straßburg tätig, 1903 Prom., 1907 Habil.; 1908 etatmäß. a. o. Prof. für Pharmakol. an der Univ. Göttingen u. Dir. des Pharmakolog. Inst.; 1910 ord. Prof.; 1914 – 18 Stabsarzt, pharmakolog.-toxikolog. Fachmann in der therapeut. Versuchsabt. des Kriegsmin.; ab 1918 Wiederausübung der Professur; 1927/28 Rektor der Univ. Göttingen; 1929 Prof. an der Med. Akad. Düsseldorf, 1930 in Heidelberg, 1932 – 52 in Berlin; Kritiker der NS-Wissenschaftspol. 1946 – 50 Ord. Mitgl. der DAW; bis 1949 Mitgl. der Med. Fak. der HU Berlin, u. a. Dir. des Hygien. Inst., Prodekan; 1950 – 52 Prof. für Pharmakol. an der FU Berlin; gest. in Heidelberg. Arbeiten zur Eiweißchemie (Spaltung des Fibrinogens bei Blutgerinnung), zu Vergiftungen durch Metalle u. Kampfgase, hämolyt. Wirkungen von Alkaloiden u. Terpenen, Analyse von Reizstoffen, Mineralstoffwechsel; zahlr. Veröff.Petra Werner

Wer war wer in DDR

Heukrodt, Olaf (Fritze)

* 23.1.1962

Geb. in Magdeburg; Vater Busfahrer; Schwimmer u. Leichtathlet; 1976 Wechsel zum Kanu-Rennsport beim SC Magdeburg (Trainer: Jürgen Harpke); 1981 – 92 13 WM-Medaillen, darunter sieben WM-Titel; 1980 Olymp. Spiele: 3. Platz (C 1), 2. Platz (C 2); 1988 Olymp. Spiele: Sieger (500 m im C 1), 2. Platz (1.000 m im C 2); VVO; 1981 – 90 SED; Ausbildung zum Maschinen-u.-Anlagenmonteur; ab 1985 Kapitän der DDR-Auswahl; seit 1986 verh. mit der Schwimmerin Birgit Meineke; Studium; anschl. wiss. Mitarb. 1991 Vize-WM (1.000 m im C 4), 3. Platz (500 m im C 1); 1992 Olymp. Spiele: 3. Platz (im C 1); beendete die sportl. Laufbahn; Ausbildung zum Bankkfm.; lebt in Berlin.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Heydemann, Max

* 3.2.1884 – ✝ 27.10.1956

Geboren am 3. Februar 1884 in Güstrow; besuchte das Gymnasium in Güstrow, Rostock und Waren. Nach dem Abitur studierte er Volkswirtschaft und Geschichte in Freiburg, München und Jena. Im Januar 1907 Mitglied der SPD, von 1910 an journalistisch für die SPD tätig und einige Jahre als Korrespondent im Ausland (Paris, Wien). Bei Kriegsausbruch kam er nach Deutschland zurück und war von 1915 bis 1918 Soldat. Im November 1918 Mitglied des Soldatenrates sowie anschließend im Vollzugsrat des 1. Artillerie-Regiments in Königsberg. Heydemann trat zur USPD über, war Delegierter des USPD-Parteitags im März 1919 und von 1919 an auch Stadtverordneter in Königsberg. Als Provinziallandtagsabgeordneter in Ostpreußen war er dort einer der Wortführer der USPD. Er war religiös (in einer Versammlung 1919 hatte er Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Kurt Eisner mit Christus verglichen – sie alle seien verkannte Märtyrer gewesen), kam aber 1920 mit dem linken Flügel der USPD zur KPD. Auf dem Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 in den ZA der VKPD gewählt, zog er 1921 bei der Nachwahl für die KPD in den Reichstag ein. Während der KAG-Krise unterschrieb er im Dezember 1921 den Protest gegen die Zentrale, blieb aber in der KPD. Auch im Mai 1924 erneut in den Reichstag gewählt, im Dezember 1924 in den Preußischen Landtag. Ende 1924 wurde er verhaftet, jedoch im Januar 1925 wieder freigelassen. Im April 1925 schied Heydemann aus der KPD aus, weil die Partei alle Abgeordneten aufgefordert hatte, aus der Kirche auszutreten. Er ging zur SPD und vertrat diese Partei bis 1928 im Landtag und wurde dann 1932 wieder SPD-Abgeordneter im Preußischen Landtag. Nach 1933 in verschiedenen KZs inhaftiert. Im Frühjahr 1945 aus dem Gestapogefängnis in Karlsbad befreit, ging er nach Bayern, wo er sich wieder der SPD anschloß. Max Heydemann starb am 27. Oktober 1956 in Alt-Ötting.