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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Hofé, Günter

* 17.3.1914 – ✝ 27.12.1988

Geb. in Berlin; Vater Kunstschlosser; Oberrealschule, Abitur; 1934 – 39 Mitarb. der Dt. Bank, Lehrzeit; Bankkfm., Direktionsassistent; Studien an der Bank-HS Berlin, außerdem in England u. Frankreich; 1936 – 38 u. 1939 – 45 Wehrmacht, zul. Major; 1945 brit. Gefangenschaft. 1945 Transportarb.; 1946 – 48 Mitarb. im Volksbildungsamt Berlin-Köpenick; Doz. u. Ltr. der VHS; 1948/49 Lektor im Kulturellen Beirat für das Verlagswesen; 1948 NDPD; 1949 Cheflektor, ab 1950 Ltr. des Verlags der Nation (Verlag der NDPD mit breitem themat. Spektrum: aktuell-pol. Lit., Biogr., Belletristik); 1951 – 54 Fernstudium an der DVA u. der DASR Potsdam, Dipl.-Jur.; 1952 – 82 stellv. Vorsteher des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig; 1953 PEN; 1955 DSV; 1956 Mitgl. des Präsidiums des Büros für Urheberrechte; ab 1956 vom MfS als offizielle Verbindung zum MfS-HA V/6, ab 1958 als inoff. Verbindung zur HV A erf.; Okt. 1963 auf der Frankfurter Buchmesse unter dem Verdacht verhaftet, seit 15 Jahren für den sowj. Nachrichtendienst KGB u. das MfS gearbeitet zu haben, nach einem Jahr U-Haft Entlassung in die DDR; 1979 VVO; zeitw. Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Berlin; 1982 Ruhestand; Autor erfolgr. Kriegsromane; 1984 NP; gest. in Königs Wusterhausen.Roter Schnee. Berlin 1962; Merci Kamerad. Berlin 1970; Schlußakkord. Berlin 1974. Posser, D.: Anwalt im Kalten Krieg. Ein Stück dt. Geschichte in polit. Prozessen 1951 – 1968. München 1991; Walther, J.: Sicherungsbereich Literatur. Berlin 1996; Dunkel, M.: Verlegerpersönlichkeit u. Zensur. G. H. u. der Verlag der Nation. In: Leipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte (2003) 12.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Eugen

* 27.9.1892 – ✝ 1.7.1955

Geb. in Dresden; Vater Schuhmacher; 1906 – 10 Lehre als Musterzeichner in einer Dresdner Tapetenfabrik; Abendkurse an der Dresdner Kunstakad. bei C. Rade; 1915 – 17 Kriegsdienst, Kriegsgefangenschaft in der Ukraine; 1918 – 23 Studium der Bildhauerei an der Dresdner Kunstakad., dort Mstr.-Schüler von Karl Albiker; 1919/20 erste Personalausstellung in der Galerie Emil Richter, Dresden; 1919 Mitgl. der Dresdner Sezession; 1923 KPD; IAH; 1925 Mitbegr. der Dresdner Sekt. der Ges. der Freunde des neuen Rußlands; 1929 Mitbegr. der ASSO in Dresden, Ltg. von Zirkeln der Arbeiterzeichner; 1933 sechs Wochen Gefängnishaft, Beschlagnahme des Ateliers, ab 1936 Arbeits-u. Ausstellungsverbot; vom nationalsoz. Regime als »entartet« diffamiert, 1937 Aufnahme seiner Werke in die Ausstellung »Entartete Kunst« in München; 1938 Emigr. nach Prag; 1939 über Polen nach England, Aufenthalt in London; Mitgl. des Freien Dt. KB. 1946 Rückkehr nach Dresden; 1947 Prof. an der HS für Bildende Künste Dresden; 1954 vorz. em. Werke: Mutter mit Kind. Plastik 1921 (zerstört); Otto Dix. Porträtplastik 1925; Pol Cassel. Porträtplastik 1926; Das Leben. Plastik 1949; Die Partisanin. Plastik 1949/51.Kat. E. H. Staatl. Kunstsammlungen Dresden 1973; Förster, A. In: Wegbereiter. Dresden 1976; E. H. – Lebensbild, Dokumente – Zeugnisse. Wiss. Beiträge der HS für Bildende Künste Dresden (1985) 27; Schätzke, A.: Rückkehr aus dem Exil. Zur Remigration Bildender Künstler in die SBZ/DDR. In: Kunstdokumentation SBZ/DDR. Köln 1996 (Hrsg. G. Feist u. a.).Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Heinrich

* 8.1.1899 – ✝ 23.12.1979

Geb. in Schleswig; Vater selbst. Handwerker; Volksschule; Ausbildung zum Friseur; 1917 Soldat, 1918 schwere Verwundung, brit. Kriegsgefangenschaft; 1919/20 Angest. in der Schleswiger Betreuungsstelle für Kriegsgefangenenheimkehrer; 1920 Mitbegr. der SAJ u. bis 1927 Vors. des SAJ-UB Schlesw.-Hol- stein; 1920 SPD; 1924 – 33 Mitgl. des Bundesvorst. des Reichsbanners; ab 1927 Red. des Thür. SPD-Landesorgans »Das Volk«; Red. u. 1930 – 33 Mitgl. des Bundesvorst. des Reichsbunds der Kriegsbeschädigten in Berlin; Mitgl. der Kriegsopferinternationale Ciamag in Genf; 1933 – 35 antifa. Tätigkeit in der Thür. SPD; 1936 – 45 Arbeit als Reiseinspektor der Victoria-Versicherung bzw. Bez.-Inspektor im Bestattungswesen in Gera u. Erfurt. Sommer 1945 Regierungsrat u. Ltr. der Pressestelle in der Präsidialkanzlei der Landesverw. Thür.; Mitarb. am Wiederaufbau der SPD in Thür.; Mitgl. des Landesvorst.; Jan. – April 1946 Landesvors. der SPD; April 1946 –  Dez. 1948 Parität. Landesvors., bis Dez. 1949 1. Landesvors. der SED in Thür.; 1946 – 50 Abg. des Thür. Landtags u. Vors. der SED-Fraktion; April 1946 – Juli 1950 Mitgl. des PV der SED; 1948 – 50 Mitgl. des Dt. Volks- rats bzw. der Prov. Volkskammer; Jan. 1950 Wahl zum Gen.-Staatsanwalt in Mecklenb., Sept. 1950 Rücktritt aus persönl. Gründen, 21.10.1950 strenge Rüge u. Funktionsentzug für zwei Jahre für alle Nomenklaturpositio- nen, 28.10.1950 Ausschl. aus der SED wegen »pol. Fehler« u. »großer moral. Schwächen«; 1951/52 Sachbearb. in der Filiale der Dt. Notenbank Schwerin; 1952 – 54 Sachbearb. in der BV der Auto-Transport-Genossenschaft Neubrandenb.; 1954 Sachbearb. in der Filiale Anklam der Dt. Versicherungsanstalt; 1954/55 Hauptsachbearb. in der HO-BV Schwerin; Okt. 1955 Rehabil., Wiederaufn. in die SED; 1955/56 Vertragssachbearb. im Großhandelskontor Textilwaren Rostock; 1956 Ver- kaufssachbearb. im VEB Damenbekleidungswerk Glauchau; 1956 – 66 Vertragssachbearb. im VEB »Apollo-Werke« in Gößnitz (Krs. Schmölln); KMO; VVO; Stern der Völkerfreundschaft.Simowitsch, S.: »?Werden als Wortbrüchige in die Geschichte der SPD eingehen?« Sozialdemokrat. Konvertiten. Wilhelm Höcker, Carl Moltmann, Otto Buchwitz u. J. H. berlin 2006.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Oskar

* 27.5.1904 – ✝ 24.8.1984

Geb. in Iserlohn (Westf.); Vater Schriftsetzer; Volksschule in Wuppertal; 1922 – 24 Ausbildung u. Arbeit in einer Privatbank in Wuppertal; 1925 Laborant bei den Bayer-Farbwerken in Wuppertal; 1926 Hauslehrer; 1927 – 30 Wanderschaft; ab 1930 in Berlin; 1930 KPD; 1930/31 arbeitslos; 1931 Landinstrukteur der KPD-BL Berlin-Brandenb.; 1931 – 34 Buchhalter in der sowj. Handelsvertr. in Berlin; 1933/34 Mitgl. der zentr. Ztg.-Kommission der KPD-BL Berlin-Brandenb.; 1934/35 Agit./ Prop.-Ltr. u. Pol.-Ltr. des KPD-UB Berlin-Schöneberg; 1935/36 Pol.-Ltr. des KPD-UB Berlin-Pankow; 1935/36 Buchhalter bei einer Großhandelsfirma in Berlin; April 1936 verhaftet; 1936 – 45 Haft im Gefängnis Berlin-Moabit, Zuchthaus Brandenb., KZ Sachsenhausen, zul. im KZ Mauthausen; dort Mitgl. illeg. KPD-Gruppen. 1945/46 Ltr. der Personalabt. in der ZV für Volksbildung; 1946 Ltr. der Rundfunkschule in Berlin u. 1946/47 Ref.-Ltr. für Rundfunksendungen im Inst. für Publizistik; 1947/48 Chefred. bzw. Intendant des Berliner Rundfunks im Funkhaus Grünau; 1948 – 50 Red. der theoret. SED-Ztschr. »Einheit«; 1950 pol. Betreuer in der ZK-Abt. (Büro) für Internat. Verbindungen; 1950/51 Einjahreslehrgang an der PHS; 1951 – 56 Ltr. der Abt. Begutachtung im Amt für Lit. u. Verlagswesen; 1956 – 58 Ltr. der HV Verlage im Min. für Kultur (Zensurbehörde); 1958/59 kommissar. Ltr. bzw. stellv. Ltr. der Abt. Lit. u. Buchwesen im Min. für Kultur; 1959 – 77 wiss. Mitarb. des IML beim ZK der SED, Abt. Geschichte bis 1945; 1977 Rentner; VVO; gest. in Berlin.Barck, S. u. a.: »Jedes Buch ein Abenteuer«. Zensur-System u. liter. Öffentlichkeit(en) in der DDR bis Anfang der 60er Jahre. Berlin 1997.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Erich

* 13.2.1906 – ✝ 14.2.1959

Geboren am 13. Februar 1906 in Zerbst, Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Kernmacher in Kiel, ab 1927 in Hamburg. 1922 Mitglied der kommunistischen Jugend, 1927/28 UB-Leiter des KJVD in Hamburg, dann Gausekretär (»Gauführer«) der Roten Jungfront im RFB, zunächst ehrenamtlich, dann als Parteiangestellter. 1929 bis 1932 Volontär bzw. Redakteur an der »Hamburger Volkszeitung«, 1930 »Sitzredakteur« der HVZ, Verurteilung durch das Reichsgericht zu Festungshaft, die er von Januar bis November 1931 auf der Festung Gollnow verbüßte. Von 1931 bis 1933 gehörte Erich Hoffmann der Hamburger Bürgerschaft an. Er wurde 1933 in Lübeck verhaftet und im KZ Fuhlsbüttel schwer mißhandelt. Nach der Freilassung im Juni 1933 zunächst Leiter des illegalen RFB in Hamburg, flüchtete dann nach Dänemark. Dort als Instrukteur der Roten Hilfe im März 1934 ausgewiesen, ging er ins Saargebiet, Ende Februar 1935 nach Paris, im Mai 1937 nach Spanien und kämpfte als Angehöriger der Internationalen Brigaden (Panzerfahrer). Im Juli 1937 bei der Brunete-Offensive schwere Kopfverwundung, danach Politkommissar im Service Sanitär. Ab Mai 1939 Internierung in französischen Lagern, im Sommer 1942 mit der Gruppe jüdischer Kommunisten (u. a. Kurt Goldstein und Hermann Axen) nach Auschwitz deportiert. Bis Anfang 1945 Haft im KZ Auschwitz, von Januar bis April 1945 im KZ Buchenwald. Im Mai 1945 Rückkehr nach Hamburg, Hoffmann wurde dort einer der führenden KPD-Funktionäre. Zunächst Agitpropleiter, im Mai 1946 Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«, im Februar 1950 Orgleiter der KPD-Landesleitung Hamburg. Von 1951 bis 1953 gehörte er der Hamburger Bürgerschaft an, Vorsitzender der KPD-Fraktion. Nach dem KPD-Verbot 1956 freier Journalist. Wegen einer schweren Erkrankung übersiedelte er 1958 in die DDR. Erich Hoffmann starb am 14.Februar 1959.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Paul

* 4.11.1867 – ✝ 17.6.1945

Geboren am 4. November 1867 in Borschen/ Krs. Steinau/Oder; lernte Maurer, kam in jungen Jahren nach Berlin und arbeitete später als Krankenkassenangestellter. Hier schloß er sich der SPD an, als aktiver Funktionär mehrmals gemaßregelt, eröffnete Paul Hoffmann 1911 eine Gastwirtschaft. 1913 wurde er für die SPD ins Preußische Abgeordnetenhaus gewählt. Im Krieg trat er zur USPD über. Von November 1918 bis Januar 1919 war Paul Hoffmann Beigeordneter für öffentliche Arbeiten in der Preußischen Regierung und wurde für die USPD 1919 in die Preußische Landesversammlung gewählt. Delegierter des USPD-Parteitages im März 1919, Anhänger der linken Strömung in der USPD. Mit der linken USPD kam er Ende 1920 zur KPD. Er vertrat die KPD ununterbrochen von 1921 bis 1933 im Preußischen Landtag. Ungeachtet seines hohen Alters war er während der NS-Diktatur längere Zeit inhaftiert. Paul Hoffmann starb am 17. Juni 1945 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Hofmann, Artur

* 24.6.1907 – ✝ 4.5.1987

Geb. in Plauen; Vater Bauschlosser; Mutter Fabrikarb., 1918 gest.; Volksschule; 1920 Markthelfer in Plauen; 1921 – 27 Ausbildung u. Arbeit als Maschinen- bzw. Reparaturschlosser in Thür., Bayern u. im Ruhrgeb.; 1927 – 29 Wanderschaft in die Niederlande, dann über Österr., die Slowakei, Ungarn u. Jugosl. nach Bulgarien; 1928 Arbeiter-Esperantobund; 1929/30 Schlosser bei Blohm & Voß in Hamburg, dann arbeitslos; 1931 KPD; März 1931 als Deleg. zum Kongreß der opp. Esperantisten, Faltbootfahrt von Kiel über Dänemark, Schweden u. Finnland nach Kronstadt (UdSSR), sowj. Aufenthaltsgenehmigung; 1931 Brigadier im Hüttenwerk Nadeschinsk (Ural), dann Mstr. im Werk für Schwermaschinenbau in Swerdlowsk; bis Anf. 1933 in Serow; dann bis Aug. 1937 im Werk für Schwermaschinenbau in Swerdlowsk; ab 1937 Montageltr. im Hüttenkombinat Nishnij Tagil u. Tagilstroi; Febr. 1938 vom NKWD verhaftet, elf Mon. U-Haft in Moskau, Verfahren eingestellt, 15.1.1939 entlassen; Wiederaufn. in die KPD; Anf. 1942 in der Arbeitsarmee in Nishnij Tagil; Apr. – Juni 1943 Kursant an der KI-Schule in Kuschnarenko, dann Ausb. als Fallschirmspringer in Puschkino (b. Moskau); Apr. – Mai 1944 Propagandist im Kriegsgefangenenlager Uman (Ukraine); 22./23.4.1944 Fallschirmabsprung im Raum Częstochowa (Polen), kann Auftrag nicht erfüllen, versteckt sich bis März 1945; danach Aufenthalt in Moskau. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl. mit der KPD-Initiativgr.  Anton Ackermann; bis Juli. 1945 stellv. Landrat bzw. 2. Bürgermstr. in Görlitz, dann Chef der VP Sachsen; Juli 1949 sächs. Innenmin. (Nachf. von  Wilhelm Zaisser); 1950 Einjahreslehrgang an der SED-PHS; 1952 stellv. Vors. des Rats des Bez. Dresden; 1952/53 Abg. des Bez.-Tags Dresden; Juli 1953 Einstellung beim Staatssekr. für Staatssicherheit, Ltr. der HA III (Volkswirtschaft), Oberst (Nachf. von  Reinhold Knoppe); 1954 Dipl. in Gesellschaftswiss. an der SED-PHS; Apr. 1957 – 60 OibE als Mitarb. der Abt. Sicherheit des ZK der SED, Ltr. des Sektors MfS; 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch.; 1960 Banner der Arbeit; 1960 schwere Erkrankung; Okt. 1960 – 70 stellv. Operativ des Ltr. der BV Dresden; 1967 VVO; sowj. Jubiläumsmed. »50 Jahre Tscheka«; 1970 Entlassung, Rentner; 1977 Ehrenspange zum VVO; 1982 KMO; gest. in Berlin.Die Partei ruft. In: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbew. (1962) 1; Gemeinsam gegen den Feind. In: Doernberg, St. (Hrsg.): Im Bunde mit dem Feind. Deutsche auf alliierter Seite. Berlin 1995.Jens Gieseke / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Höft, Otto

* 31.3.1907 – ✝ 23.3.1973

Geboren am 31. März 1907 in Plagow/Neumark als Sohn eines Schneidermeisters. Nach dem Abitur von 1927 bis 1930 kaufmännische Lehre, trat der KPD bei und war in der Berliner Opposition, der Gruppe 60 ( Erich Raddatz), aktiv. Von Willi Münzenberg in der IHA als Sekretär für Ostdeutschland angestellt, emigrierte Höft 1933. Die KPD-Führung schickte ihn 1934 als Chef der illegalen Reichsleitung der Roten Hilfe nach Berlin zurück. Nach erneuter Emigration 1935 arbeitete er in verschiedenen Organen des »Münzenberg-Konzerns«. Höft war 1938 Redakteur der von Münzenberg publizierten Zeitschrift »Die Zukunft« und wurde deswegen aus der KPD ausgeschlossen. 1939 interniert, floh Höft 1941 ins unbesetzte Frankreich und kam in den französischen Alpen zum Maquis, wurde verantwortlich für den Grenzverkehr in die Schweiz. Zusammen mit Hans Schulz u. a. Mitgliedern der Münzenberg-Gruppe in Frankreich fand er Anschluß an die SPD. Nach 1945 versuchte Höft zunächst noch, oppositionelle Kommunisten zu organisieren, war dann in der SPD aktiv. Ab 1948 arbeitete er als freier Journalist, wurde 1950 Redakteur im Hauptvorstand der Gewerkschaft ÖTV in Stuttgart. Otto Höft starb am 23. März 1973 in Stuttgart.

Wer war wer in DDR

Höhn, Kurt

* 21.5.1907 – ✝ 26.9.1991

Geb. in Wiesbaden; Vater Steuersekretär; Volksschule u. Realreformgymnasium, 1926 Abitur; 1926 – 33 Studium der Gesch., Germanistik u. Anglistik an den Univ. Marburg, Wien u. Halle; Tätigkeit als Journalist; 1933 NSDAP; 1934 – 39 Red. u. a. bei der »Saale-Zeitung« in Halle; 1939 – 45 Wehrmacht, sowj. Kriegsgef. Nach 1945 Haft im sowj. Internierungslager in Sachsenhausen; 1947 – 51 Angest. bei der Landesreg. Sachsen-Anh. in Halle; 1948 CDU, 1951 / 52 Red. u. stellv. Chefred. der CDU-Ztg. »Der neue Weg« in Halle, ab 1952 zunächst Mitarb., später bis 1977 Ltr. der Hauptabt. Presse u. des Büros des CDU-HV; 1954 – 82 Mitgl. des CDU-HV; 1952 – 71 Sekr. des CDU-HV; 1972 VVO; 1982 Ruhestand; 1966 Mitgl. des Präs., 1970 – 82 Stellv. des Vors. des ZA der Volkssolidarität.Kirsten Nies

Wer war wer in DDR

Hölder, Ernst Otto

* 2.4.1901 – ✝ 30.6.1990

Geb. in Leipzig als Sohn des Mathematikers Otto Hölder; Schulbesuch in Leipzig, dort 1920 Abitur; anschl. Studium der Math. u. Physik an der Univ. Leipzig, 1926 dort Prom. mit der Arbeit »Gleichgewichtsfiguren rotierender Flüssigkeiten mit Oberflächenspannung« bei Leon Lichtenstein; 1926 – 39 an der Univ. Leipzig, zunächst Ass., 1929 Habil. mit »Mathematischen Untersuchungen zur Himmelsmechanik«, anschl. Privatdoz. bzw. Doz.; 1939 – 45 Mitarb. der Luftfahrt-Forschungsanstalt Braunschweig. 1945 apl. Prof., 1946 – 58 ord. Prof. für Math. an der Univ. Leipzig u. Dir. des Mathemat. Inst.; 1948 ord. Mitgl. der Sächs. AdW zu Leipzig, 1952 Mitglied der Leopoldina; 1955 ord. Mitgl. der DAW zu Berlin, ab 1969 Ausw. Mitgl.; 1958 Prof. für Math. an der Univ. Mainz, 1966 em.; gest. in Mainz. Arbeitsgebiete: Variationsrechnung u. Theorie partieller Differentialgleichungen u. deren Anwendungen; wichtige Arbeiten zur Gestaltung u. Bewegung der Himmelskörper, zur Aero- u. Hydrodynamik sowie zur mathemat. Physik; setzte in Leipzig die Schule der mathemat. Physik von L. Lichtenstein fort.Die Verzweigungsgleichungen für die krit. Kreise des restringierten Dreikörperproblems. Leipzig 1931; Poissonsche Wellenformel in nichteuklidischen Räumen. Leipzig 1938; Über die Variationsprinzipien der Mechanik der Kontinua. Berlin 1950; Fortsetzung Abelscher Differentiale 1. Gattung ins Nichtlineare. Helsinki 1958; Mit harmonischen Feldern verwandte Differentialformen unter Rand- u. Anfangsbedingungen. Helsinki 1964. Beckert, H.: Nachruf auf E. H. In: Jahrbuch der Sächs. AdW 1989 – 90; Beckert, H.: E. H. u. die mathemat. Physik. In: Beckert, H. / Schumann, H. (Hrsg.): 100 Jahre Mathematisches Seminar der Karl-Marx-Universität Leipzig. Berlin 1981 (mit Schriftenverz.).Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Hollitscher, Walter

* 16.5.1911 – ✝ 6.7.1986

Geb. in Wien, Vater Baumwollgroßhändler, später verarmt; Oberschule in Arnau (Hostinné, Tschechien), 1929 Abitur; Jugendgruppe der KPČ, später KPÖ; 1929 – 38 Studium der Med. u. Philos. in Wien, Schüler von Otto Neurath u. Moritz Schlick; 1934 philosoph. Prom. bei Schlick u. Robert Reininger mit der Diss. »Gründe u. Ursachen des Streites um das Kausalprinzip in der Quantenphysik«; Ausbildung in Psychoanalyse; 1938 nach der Annexion Österreichs Emigr. über die Schweiz nach Engl., Arbeit als Psychoanalytiker in London; zugl. Lehre an der Freien Dt. HS, Vizepräs. des Austrian Centre u. Sekretär der Free Austrian Movement. Febr. 1946 Rückkehr nach Wien; Wissenschaftskonsulent des Amts für Kultur u. Volksbildung der Gemeinde Wien; Ltr. der Abt. Wissenschaftstheorie u. Psychologie des städt. Inst. für Wiss. u. Kunst; Mitgl. der österr. UNESCO-Kommission; 1949 Übersiedl. in die DDR, Prof. mit vollem Lehrauftrag für Philos., ab 1951 ord. Prof. für Logik u. Erkenntnistheorie am Inst. für Philos. der HU Berlin; Frühjahr 1953 kurzzeitige Verhaftung, Auflösung des Arbeitsvertrags; Rückkehr nach Wien; Tätigkeit als freier Wissenschaftspublizist, Wissenschaftskonsulent; Mitgl. des ZK der KPÖ; Ltr. der Wissenschaftsrubrik der »Volksstimme« Wien, Mitgl. der Red. von »Weg u. Ziel«; 1966 Gastprof. für philosoph. Probleme der mod. Naturwiss. an der KMU Leipzig, bis zum Lebensende jährl. mehrere Wochen Lehre in Leipzig, 1971 Ehrendoktor der KMU; 1976 Stern der Völkerfreundschaft; Vizepräs. der Gesell. »Österreich – DDR«. H. war in der DDR der wichtigste Vertreter der Auffassung, wonach die zentrale Funktion der (marxist.) Philosophie in einer offenen Synthese des jeweils aktuellen Gesamtwissens der Menschheit im Rahmen der Kategorien Struktur (mat. Einheit der Welt) u. Evolution (Entw.) besteht.Sigmund Freud. An Introduction. London 1947; Die Entw. im Universum. Berlin 1951; ... wissenschaftlich betrachtet. Berlin 1951; Horstmann, H. (Hrsg.): Natur u. Mensch im Weltbild der Wiss. 6 Bde. Wien 1983 – 1985 (Mitautor); Vorlesungen über Dialektik der Natur. Erstveröff. der 1949 / 50 an der HU gehaltenen Vorlesungsreihe. Marburg 1991. Zwischen Wiener Kreis u. Marx. W. H. (1911 – 1988). Hrsgb. von der Alfred Klahr Gesellschaft. Wien 2003.Hubert Laitko

Wer war wer in DDR

Holm, Johannes (Hans)

* 3.1.1895 – ✝ 31.10.1981

Geb. in Hamburg; Vater Arbeiter (SPD); Dekorationsmaler; 1911 SAJ; 1914 SPD in Hamburg-Altona; Weltkriegsteilnehmer/Westfront; Arbeiter- u. Soldatenrat (Presseabt. unter  Rudolf Lindau); 1918/19 Spartakusbund; KPD; KPD-Org.-Ltr. in Hamburg; ab 1919 für die KPD im Buchwesen; April 1921 Ltr. des Verlags Carl Hoym Nachf. Hamburg (Außenstelle Berlin); 1923 Auftrag zur Org. einer illeg. Druckerei; April 1924 wegen Differenzen in der Gewerkschaftsfrage mit Ruth Fischer Parteiausschl.; April 1926 Aufhebung des Ausschlusses; vom ZK nach Berlin gerufen; Ltr. des Parteiverlags Viva (Vereinigung Internat. Verlagsanstalten); Mitgl. der Abt. Agit.-Prop. beim ZK; 1927 mit Arbeiterdelegation sechs Wochen in der UdSSR; Juni 1929 wegen Meinungsverschiedenh. als »Versöhnler« von allen Funktionen entbunden; Mitarbeit bei Willi Münzenberg als Ltr. des Neuen Dt. Verlags, später auch der Universumbücherei für Alle; mehrfach in Moskau; April 1932 Kontrolle u. Beratung der KI-Verlage der einzelnen Sekt. (unterstand dem Ltr. der Abt. Internat. Verbindungen der KI, Ossip Pjanitzki, vermittelt durch Hugo Eberlein); April 1933 auf Parteiweisung nach Kopenhagen, Juni illeg. in Berlin, Juli 1933 Zürich, Nov. 1934 nach Paris (Edition sociales internationales); Reisen nach Amsterdam, Rotterdam, Kopenhagen, Oslo, Stockholm, Brüssel, Zürich, Basel, Wien; Jan. 1936 bis Herbst 1938 in Prag, legaler Vertrieb dt. Lit.; Juni 1936 zur Berichterstattung in Moskau; März 1939 mit  Willi Langrock u.  Sepp Miller über Polen mit der Nansen-Hilfe nach Norwegen; nach dt. Okkupation mit der illeg. KP Norwegens Kontakt; Hrsg. illeg. Schriften, Ltr. eines Grenztransportapparats, Bau kleiner Radiogeräte; 8.1.1943 in Oslo verhaftet; Juni 1943 ohne Prozeß ins KZ Sachsenhausen, Verbindungsmann zwischen dt. u. norweg. Parteigr.; April 1945 nach Evakuierung aus Sachsenhausen, aus dem Waldlager Wittstock (Mecklenb.) als »Norweger« mit den »Weißen Bussen« nach Schweden. Aug. 1945 Übersiedl. nach Norwegen; auf Wunsch der KP Norwegens Ltr. ihres Parteiverlags, trotz Anforderung aus Berlin auf eigenen Wunsch Tätigkeit in Norw. verlängert; Febr. 1948 Rückkehr in die SBZ; Hauptref. für Buchwesen beim ZK; April – Mai 1948 u. Jan./ Febr. 1949 im Parteiauftrag nach Prag, Wien, Zürich, Basel, Paris, Kopenhagen, Oslo; 1949 in Basel verhaftet, vier Wochen U-Haft (Deligentia-Affäre); Jan. 1950 Abt.-Ltr. bei Zentrag; April 1952 Opfer der »Säuberungen«, Parteiausschl.; Aug. 1952 im Mitteldt. Verlag Halle, Leipzig Ltr. der Abt. Presse u. Werbung; Okt. 1956 Parteiausschl. aufgehoben; 1957 – Okt. 1960 in der Verlagsltg. des Urania-Verlags in Leipzig tätig; Dez. 1961 –  Nov. 1962 als Kopf einer »parteifeindl. Gruppierung« innerhalb des Verlagswesens Gegenstand des Operativ-Gruppen-Vorlaufs »Verschwörer«; gest. in Berlin.Petrick, F.: Der dt. Kommunist H. H. u. der antifa. Widerstand in Norwegen. In: Ders., »Ruhestörung«. Studien zur Nordeuropapol. Hitlerdtl. Berlin 1998.Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Hoffmann, André

* 11.8.1961

Geb. in Berlin; 1970 mit dem Eisschnellauftraining bei der BSG Einheit Berliner Bär begonnen, anschl. bei der SG Dynamo Hohenschönhausen; ab 1974 KJS u. Mitgl. des SC Dynamo Berlin (Trainer: Joachim Franke); 1979 u. 1981 Spartakiadesieger; 1988 Olymp. Spiele: Sieger über 1.500 m mit WR (1.52,06 min); neunmaliger DDR-Mstr.; 1980 – 90 SED. Studium der Rechtswissenschaft; seit 1990 Mitgl. des Sportclub Berlin; 2003 – 06 Studium an der Trainerakademie Köln; 2006 Trainer-Diplom; Sprint-Trainer der Dt. Eisschnelllauf Gemeinschaft e. V. am Olympiastützpunkt Berlin-Hohenschönhausen; VVO.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Falk

* 29.8.1952

Geb. in Chemnitz; Fußballspieler bei Aufbau Bruckdorf; 1962 Trainingsbeginn im Wasserspringen, Mitgl. des SC Chemie Halle (Trainer: Heiner Rothe); 1966 Spartakiadesieger im Turmspringen; 1972 – 89 SED; Abg. der Stadtverordnetenvers. Halle-Neustadt, dort Mitgl. der Ständ. Kommission für Jugendfragen, Körperkultur u. Sport; 1977 EM im Kunstspringen; 1978 Vize-WM im Kunst- u. im Turmspringen; 1980 Olymp. Spiele: Sieger im Turmspringen; Chemie- dann Sportstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1983 endete die sportl. Laufbahn; Lehrer im HS-Dienst an der MLU Halle. 1990/91 Bundestrainer für Wasserspringen; internat. Kampfrichter im Wasserspringen; Verkaufsgebietsltr. eines niederländ. Sportartikelherstellers in Halle (Saale); lebt in Leipzig.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Heinz

* 28.11.1910 – ✝ 2.12.1985

Geb. in Mannheim; Vater Schlosser; 1917 – 25 Volksschule in Mannheim; 1925 – 28 Ausbildung zum u. 1928/29 Arbeit als Maschinenschlosser in Mannheim; 1925 – 30 Mitgl. des DMV, 1926 – 30 des KJVD, der RH, der Roten Sportgemeinschaft u. Naturfreunde; mehrere kurze Haftstrafen wegen »Teiln. an Demonstrationen u. Handgreiflichkeiten«; 1929 – 33 arbeitslos bzw. Gelegenheitsarbeiten; 1930 KPD; ab 1933 illeg. pol. Tätigkeit; Org.- bzw. Pol.-Ltr. der KPD-BL Baden-Pfalz; Jan./Febr. 1935 in der Schweiz; Juli 1935 Emigr. in die UdSSR; 1935/36 Internat. Lenin-Schule; 1936/ 37 Sonderlehrgang an der Offiziersschule Rjasan, Ltn.; 1937 – 39 Interbrigadist in Spanien, 11. Internat. Brigade, Ltn., dann Bat.-Kommissar des »Hans-Beimler-Bat.« (»Heinz Roth«); 1937 verwundet, 1937/38 Lazarett in Madrid, 1938/39 in Frankreich (Eaubone); April 1939 –Nov. 1940 Erholungsheim in der UdSSR; 1941 Stud. der Schule der KI (EKKI); 1941 – 44 Mitarb. des NKWD, Partisanenausbildung; 1942 pol. Arbeit in einem Kriegsgefangenenlager; 1942 – 44 Lehrer in einer Antifa-Schule im Gebiet Gorki, dann in Krasnogorsk; 1945 Ltr. einer Spezial-Polit-Schule bei Moskau (Objekt 12). Jan. 1946 Rückkehr nach Dtl. (Berlin); Mit- arb. im ZK der KPD bzw. PV der SED; Jan. 1946 persönl. Mitarb. von  Wilhelm Pieck, dann bis Sept. 1947 von  Walter Ulbricht; 1947 – 49 Org.-Sekr. der SED-Landesltg. Groß-Berlin; 1949/50 Vizepräs. der DVdI u. Ltr. der HA Polit-Kultur, Gen.-Inspekteur; 1950 – 55 Stellv. des Min. des Innern, 1950 – 52 Ltr. der HV für Ausbildung (HVA), 1952 – 55 Chef der KVP, 1.10.1952 Gen.-Ltn.; ab 1950 Abg. der Volkskammer; 1950 Kand., ab 1952 Mitgl. des ZK der SED; 1955 – 57 sowj. Gen.-Stabsakad., Dipl. rer. mil.; 1.12.1957 – 1.7.1960 1. Stellv. des Min. für Nat. Verteidigung; 1.3.1958 – 1.7.1960 zugl. Chef des Hauptstabs; 1958 Teiln. an der Außenministerkonferenz in Genf; 7.10.1959 Gen.-Oberst; 1960 – 85 Min. für Nat. Verteidigung (Nachf. von  Willi Stoph); 1.3.1961 Armee-Gen.; ab 1969 Mitgl. des Komitees der Verteidigungsmin. der Warschauer Vertragsstaaten; 1970, 1980 u. 1985 KMO; 1973 – 85 Mitgl. des PB des ZK der SED; 1973 Studium an der Gen.-Stabsakad.; 1954 VVO, 1965 Rotbannerorden (UdSSR); 1974 u. 1980 Lenin-Orden; 1974 Scharnhorst-Orden; Dez. 1975 Dr. h. c. der SED-PHS; 1975 u. 1980 Held der DDR; gest. in Berlin.Die marxist.-leninist. Lehre vom Krieg u. von den Streitkräften. Berlin 1960; Soz. Landesverteidigung. Aus Reden u. Aufsätzen. 5 Bde. Berlin 1971 – 1983; Mannheim, Madrid, Moskau. Erlebtes aus drei Jahrzehnten. Berlin 1981; Moskau, Berlin. Erinnerungen. Berlin 1989. Heider, P.: H. H. – Parteifunktionär, Armeegeneral u. Verteidigungsminister. In: Ehlert, H., Wagner, A. (Hrsg.): Genosse General! Die Militärelite der DDR in biogr. Skizzen. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Siegfried

* 28.9.1922 – ✝ 14.7.1999

Geb. in Mölkau (b. Leipzig), Vater Angest.; 1934 – 41 Buchhändlerlehre u. Gehilfenzeit bei der Leipziger Verlags- u. Kommissionsbuchhandlung Dörffling & Franke; 1941 RAD, danach Wehrmacht (Ostfront); 1945 – 47 amerik. Kriegsgefangenschaft. Seit 1947 bei Koehler & Volckmar (ab 1953 Dt. Buch-Export u. -Import GmbH) Leipzig tätig; dort ab 1953 zweiter Geschäftsf.; 1952 SED; ab 1955 HS-Fernstudium, Fachrichtung Außenhandel; ab 1957 im Fachbuchverlag Leipzig; dort zunächst Mitarb. der Verlagsltg. für Vertrieb/Werbung/Statistik, 1960 – 83 Verlagsltr.; 1961 – 89 Mitgl. des Vorst. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig; 1967 Vors. des Verlegeraussch. u. stellv. Vorsteher, 1971 – 83 Vorsteher (Nachf. von  Heinz Köhler); 1983 – 87 GD Buch-Export; 1988 Ruhestand; gest. in Leipzig.Bücher – meine Wegbegleiter. Erinnerungen eines Verlegers. Taucha 1998.Frank Wagner

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Gotthard

* 26.4.1905 – ✝ 2.8.1941

Geboren am 26. April 1905 in Warnsdorf/Böhmen; Arbeiter. Seit 1920 in der KJD, Orgleiter im Bezirk Schlesien, 1922/23 Mitglied des Erwerbslosenausschusses Breslau. Im Herbst 1923 verhaftet. Seit 1925 in der KPD, zog er 1928 nach Berlin, war dort später Polleiter im UB Prenzlauer Berg bzw. Nordost. Im März 1933 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, sein Mandat konnte er jedoch nicht mehr wahrnehmen. Bereits in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, blieb Hoffmann bis zum 9. März 1933 in »Schutzhaft«. Bis zu seiner erneuten Festnahme am 30. Januar 1934 organisierte er als Polleiter für Neukölln bzw. Kreuzberg unter dem Decknamen Walter die illegale Arbeit gegen das NS-Regime. Im Juni 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte, wurde er schon nach wenigen Wochen in Freiheit, am 24. März 1937, erneut festgenommen und in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Gotthard Hoffmann kam dort am 2. August 1941 durch einen Unfall beim Entschärfen von Munition ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann-Gwinner, Margarete

* 27.3.1888 – ✝ 30.9.1980

(* 1888 – † 1980) Geboren am 27. März 1888 in Polnisch Neukirch als Tochter des Güterdirektors Max Gwinner. Sie besuchte das Lyzeum und wollte Lehrerin werden, was ihr jedoch von der Familie verwehrt wurde, sie arbeitete als Hausgehilfin und Erzieherin. 1909 heiratete sie den Postobersekretär Wilhelm Hoffmann und war wie ihr Ehemann nach dem Weltkrieg in der USPD aktiv. Während sich ihr Mann jedoch 1922 der SPD anschloß, ging sie mit dem linken Flügel der USPD zur KPD, war 1920/21 und von 1923 bis 1925 Bezirksverordnete in Wilmersdorf. Von 1925 bis 1929 war sie KPD-Stadtverordnete in Berlin und führend in der ARSO aktiv. 1930 trat sie aus der KPD aus. Sie hatte sich 1929 scheiden lassen und heiratete im Mai 1931 den Stadtsyndikus im Magistrat und Bürgermeister von Berlin, Friedrich Lange. Zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, der 1933 entlassen wurde, zog sie aufs Land. 1936/37 stand sie unter Beobachtung der Gestapo. Nach 1945 nicht mehr politisch aktiv, sie lebte in Westdeutschland. Margarete Hoffmann-Gwinner starb am 30. September 1980 in Murrhardt/Württemberg.

Wer war wer in DDR

Hofmann, Ulrich

* 26.6.1931

Geb. in Dolsthaida/Lauchhammer; 1945 – 48 Schlosserlehre; 1951 Abitur an der ABF in Halle; anschl. Beginn des Physikstudiums in Dresden; 1953 – 58 Forts. an der Lomonossow-Univ. Moskau, Dipl.; 1966 Prom. an der TU Dresden; dort 1969 Honorarprof. für Festkörperphysik; 1958 – 65 Assistent am Inst. für metall. Spezialwerkstoffe der AdW in Dresden, dort 1965 – 67 Bereichsltr., 1967 – 69 stellv. Dir., 1968 – 70 Ltr. des Forschungsbereichs Werkstoffwiss. der AdW; 1970 – 82 Vizepräs. für Forschung; 1980 – 90 1. Vizepräs. der AdW; 1970 Ord. Mitgl. der AdW; 1984 – 92 Sekretar der Kl. Informatik, Kybernetik u. Automatisierung; 1981 VVO. Nach Abwicklung der AdW-Inst. seit 1992 als Firmenberater tätig. Forschungsschwerpunkte: Festkörpermagnetismus, allg. Fragen der Werkstoffphysik u. -kunde, Tieftemperaturphysik.Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Hohmann, Charlotte

* 19.5.1900 – ✝ 8.12.1971

Geb. in Gera; Vater Maler, Mutter Näherin; 1906 – 14 Mittelschule in Gera; 1914 – 16 Schneiderlehre; 1917 – 19 Hilfsbeamtin im Rathaus Gera; 1919 – 21 Haushaltshilfe; 1921 – 23 Kontoristin im Kalksyndikat Gera (Entlassung wg. kommunist. Betätigung); 1922 KJV, KPD; 1924 / 25 Sekretärin bei der Sozialen Bauhüttengenossenschaft; 1925 – 30 Chefsekretärin Architekturbüro Schraps bzw. Bauhüttenbetrieb Ostthüringen in Gera; 1926 Heirat mit dem KPD-Fkt.  Paul Hohmann; nebenberufl. Arbeiterkorresp.; 1931 Umzug nach Berlin, Schulung an der Reichsparteischule der KPD in Berlin-Fichtenau, anschl. Referentin in der Frauenabt. des ZK der KPD; Ende 1931 – 33 Volontärin u. Red. der KPD-Frauenztschr. »Die Kämpferin« (Zeitschriftenverlag »Roter Stern«); 1933 – 35 Mitarb. in einem privaten Feinkost- u. Milchgeschäft; ihre Wohnung wurde Anlaufstelle für illeg. KP-Widerstandskämpfer u. Kuriere, Vertrieb illeg. Druckschriften u. Post, Vermittlung von Unterkünften für illeg. KP-Aktivisten (»Iffland-Apparat«); Mai 1933 Verhaftung des Ehemanns; weiter illeg. Arbeit in den Widerstandsgruppen Saefkow, Seelenbinder, Rudolf Scheffel / Felix Tucholla; 1936 – 42 Kontoristin d. Wirtschaftsgruppe Elektro-Ind. (aus Krankheitsgründen ausgeschieden); 1942 – 45 Hausfrau; Aug. 1942 Verhaftung u. Sept. 1943 Hinrichtung des Bruders Rudolf Scheffel; zwischen 1933 u. 1944 mehrfach von der Gestapo verhört. Mai – Nov. 1945 Sachbearbeiterin beim Magistrat (Finanzabt. in Berlin-Schöneberg); 1946 – 57 Chefred. der Ztschr. »Frau von Heute« (Organ des Zentralen Frauenaussch., ab 1948 des DFD); 1948 – 50 stellv. Chefred. der Ztschr. »Für Dich« (unter Chefred. Willi Karsch), 1950 – 55 Hauptgeschäftsf. des VDJ; ab 1955 Rentnerin, weiterhin ehrenamtl. Parteiarbeit; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch. 1933 – 45; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Höhn, Wilhelm

* 10.9.1892 – ✝ 8.6.1938

Geboren am 10. September 1892 in Enzheim bei Alzey, Sohn einer kinderreichen Tagelöhnerfamilie. Er lernte Schuhmacher und wurde später Funktionär im Ortsverband der Schuhmacher in Frankfurt am Main. 1920 Mitglied der USPD, seit 1921 der KPD, gehörte er früh der BL Hessen-Frankfurt an, arbeitete im Ressort Landwirtschaft und war führend im AM-Apparat der BL tätig. Im März 1933 festgenommen und durch SA-Leute schwer mißhandelt, kam er in das KZ Osthofen bei Worms, aus dem er im Juli 1933 flüchten konnte. Zunächst lebte er in Frankreich, konnte im Oktober 1935 in die Sowjetunion reisen. Im März 1938 verhaftet und am 8. Juni 1938 von der Sonderberatung des NKWD zu acht Jahren Lager verurteilt. Wilhelm Höhn wurde am 15. November 1938 im Gulag ermordet, am 12. Februar 1959 juristisch rehabilitiert. Verheiratet war er von 1915 bis 1932 mit Eva Höhn, geborene Grösch (* 15. 2. 1893 in Gichenbach/Rhön), Tochter eines Holzarbeiters, Hausangestellte und Weberin. Seit 1923 in der KPD, Mitbegründerin und Gauleiterin des RFMB in Hessen-Frankfurt, dort ab Juni 1928 Stadtverordnete. Mitglied der BL Hessen-Frankfurt, ab März 1933 in der »Emigranten-Kommission« der illegalen BL, wurde sie am 15. März 1935 festgenommen. Aus »Mangel an Beweisen« entlassen, erneut am 1. September 1939 verhaftet und am 12. Oktober 1940 vom OLG Kassel zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach 1945 wieder Mitglied und Funktionärin der KPD Hessen. Eva Höhn starb am 14. Oktober 1966 in Frankfurt am Main. Der Sohn Willi Höhn (* 3. 4. 1915 – † 4. 7. 1980) gehörte seit 1929 dem KJVD und seit 1933 der KPD an. Er emigrierte Ende 1933 nach Frankreich. Dort war er im Juni 1936 Mitbegründer der Freien Deutschen Jugend in Paris. Interbrigadist im Spanischen Bürgerkrieg, Betreuer und Übersetzer von Hans Beimler. 1939 in Paris interniert, 1941 der Gestapo übergeben und vom Sondergericht zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach 1945 hauptamtlicher Funktionär der KPD, ab 1969 der DKP, Sprecher der Gemeinschaft der Spanienkämpfer in der Bundesrepublik. Sein Bruder Erich (* 25. 8. 1921 – † 15. 3. 2000) übersiedelte im November 1931 in die Sowjetunion, war später Sportlehrer. Ab März 1949 in Berlin Redakteur der »Täglichen Rundschau«, kehrte er 1950 zurück in die UdSSR. Lehrer an einer Mittelschule. Ab 1959 lebte er mit seiner Familie in Schwerin. Michael Bermejo veröffentlichte 2006 eine biographische Skizze über Eva Höhn.

Wer war wer in DDR

Holland-Moritz, Renate

* 29.3.1935 – ✝ 14.6.2017

Geb. in Berlin; Vater selbst. Kaufm., Mutter Artistin, später Buchhalterin; Ober- u. Handelsschule; ab 1952 Volontariat in versch. Ztschr. des Verlags Kultur & Fortschritt; Redaktionsass. der »BZ am Abend«, Red. der »National-Zeitung«, freiberufl. Gerichtsreporterin; seit 1956 ständige Mitarb. der Satireztschr. »Eulenspiegel«, seit 1960 dort Filmkritikerin; 1972 Kunstpreis des FDGB; 1973 Heinrich-Greif-Preis; 1978 Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1984 Heinrich-Heine-Preis. Seit 1998 auch Filmkritikerin des MDR-Hörfunks Sachsen-Anh.; gest. in Berlin. Autorin von 20 Büchern (die meisten illustriert von  Manfred Bofinger), darunter die heiter-satir. Erzählungen: 1967 »Das Durchgangszimmer« (1972 vom DFF verfilmt unter dem Titel »Florentiner 73«), 1969 »Graffunda räumt auf« (1972 von der DEFA verfilmt unter dem Titel »Der Mann, der nach der Oma kam«), 1973 »An einem ganz gewöhnl. Abend« (1974 vom DFF verfilmt unter dem Titel »Eine Stunde Aufenthalt«), 1980 »Klingenschmidts Witwen«; die Kurzgeschichten-Sammlungen: 1967 »Guten Morgen, Fröhlichkeit« (zus. mit ihrem damaligen Mann  Lothar Kusche), »Ein Vogel wie du und ich«, 1971 (mit L. Kusche), 1975 »Der Ausflug der alten Damen«, 1978 »Bei Lehmanns hat’s geklingelt«, 1980 »Die schwatzhaften Sachsen«; 1986 »Die tote Else. Ein wahrhaftiges Klatschbuch«, 1993 »Ossis, rettet die Bundesrepublik«, 1997 »Die tote Else lebt. Wahrhaftige Klatschgeschichten aus fünf Jahrzehnten« u. drei Bände »Die Eule im Kino« (Filmkritiken 1960 – 2005).Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hollmann, Oskar

* 13.9.1897 – ✝ 2.5.1956

Geboren am 13. September 1897 in Gevelsberg/ Schwelm, zehntes Kind eines österreichischen Porzellan- und Glasmalers; Lehre als Schriftenmaler, bis 1917 in der Rüstungsindustrie beschäftigt, dann Kriegsdienst in der österreichisch-ungarischen Armee. 1918 Kohlenarbeiter bei der Reichsbahn, 1919 in den Betriebsrat gewählt, USPD-Mitglied. Er trat 1923 in die KPD ein, war zunächst Zellenleiter, später Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Er gehörte zeitweise der Berliner und der Reichsleitung der RGO an. Im November 1929 erstmals zum Berliner Stadtverordneten gewählt, im März 1933 wiedergewählt. Anfang März 1933 festgenommen, kam aber nach vier Monaten wieder frei. Als Hollmanns Einbürgerung, die 1924 erfolgt war, widerrufen wurde, hatte er als Staatenloser Schwierigkeiten, eine Aufenthaltserlaubnis zu erlangen. Da seine Frau Margarete (* 14. 8. 1902 – † 5. 5. 1987) 1937 eine Stelle als Buchhalterin bekam, konnte er deren Heimarbeit übernehmen. Ab 1941 war Hollmann Angestellter bei einer Ersatzkasse, im Zuge der Aktion »Gewitter« wurde er im August 1944 noch einmal kurz verhaftet, Ende 1944 zur Wehrmacht einberufen. Ende April 1945 vom sowjetischen Kommandanten als stellvertretender Bezirksbürgermeister von Neukölln eingesetzt, er trat wieder in die KPD ein. Später arbeitete er im FDGB-Bundesvorstand, war Mitglied des Sekretariats des ZV der IG Eisenbahn bzw. stellvertretender Leiter der Abteilung Finanzen. Dann im Ministerium für Arbeit und Berufsausbildung der DDR beschäftigt. Oskar Hollmann starb am 2.Mai 1956 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Holm, Johannes (Hans)

* 3.1.1895 – ✝ 31.10.1981

Geboren am 3. Januar 1895 in Hamburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Dekorationsmaler, trat 1911 der Arbeiterjugend, 1914 der SPD bei. Weltkriegsteilnehmer, während der Novemberrevolution gehörte er dem Hamburger Arbeiter- und Soldatenrat an und arbeitete mit Rudolf Lindau in der Presseabteilung. 1918/19 Mitglied des Spartakusbundes und der KPD, zeitweise Orgleiter der KPD in Hamburg, wechselte aber dann in das Verlagswesen der jungen Partei. Seit April 1921 Leiter der Berliner Außenstelle des Verlages Carl Hoym Nachf. Hamburg, baute 1923 eine illegale Druckerei auf. Nach Differenzen mit Ruth Fischer in der Gewerkschaftsfrage im April 1924 aus der KPD ausgeschlossen. Im April 1926 wurde der Beschluß aufgehoben, Holm wurde in Berlin als Nachfolger von Robert Siewert Leiter der VIVA (Vereinigung Internationaler Verlagsanstalten). Er gehörte auch der ZK-Abteilung für Agitation und Propaganda an. Im Juni 1929 als Versöhnler von allen Funktionen entbunden, begann er bei Willi Münzenberg als Leiter der Buchabteilung des Neuen Deutschen Verlags, der späteren »Universumbücherei für alle«. Als erfahrener Verlagsspezialist unterstützte Holm auf Empfehlung von Hugo Eberlein für die Komintern ausländische, kommunistische Verlage, u. a. ab April 1933 in Dänemark. Im März 1939 flüchtete er gemeinsam mit Sepp Miller und Willi Langrock nach Norwegen, sie beteiligten sich nach der deutschen Besetzung am illegalen Kampf der KP Norwegens. Im Januar 1943 in Oslo verhaftet, kam Holm in das KZ Sachsenhausen, von dort im April 1945 als »Norweger« im Zusammenhang mit der Rot-Kreuz-Aktion des schwedischen Gesandten Bernadotte nach Schweden evakuiert. Im August 1945 Übersiedlung nach Norwegen, Leiter des Parteiverlages der KP Norwegens. Im Februar 1948 Rückkehr nach Berlin, Holm begann als Hauptreferent für Buchwesen im PV der SED und wurde Anfang 1952 noch Abteilungsleiter in der Zentrag. Bereits im April 1952 wegen seiner Westemigration aus der SED ausgeschlossen und als Leiter der Presseabteilung in den Mitteldeutschen Verlag nach Leipzig abgeschoben. Im Oktober 1956 »rehabilitiert«, arbeitete er von 1957 bis 1960 in der Leitung des URANIA-Verlages. Da sich Holm nach 1956 ablehnend zur dogmatischen Politik Walter Ulbrichts äußerte, im Sommer 1960 offen die Verhaftung des einstigen VVN-Generalsekretärs Karl Raddatz kritisierte, wurde gegen ihn durch das MfS ein operativer Vorgang »Verschwörer« angelegt. Hans Holm starb am 31.Oktober 1981 in Berlin.Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Ernst

* 19.9.1909 – ✝ 1.10.1984

Geb. in Berlin; Vater Gürtler u. Metallarb., Mutter Dienstmädchen u. Fabrikarb.; Volksschule in Berlin; 1924 – 28 SAJ; 1924 – 26 Ausbildung zum Kesselschmied im RAW Berlin-Tempelhof; 1928 – 30 im Beruf u. als Rohrleger tätig; 1928 SPD; 1928 – 30 SAJ-Werbebez.-Ltr. in Berlin-Neukölln; 1930 – 33 arbeitslos; 1930/31 Besuch der Staatl. FS für Wirtsch. u. Verw. in Berlin; ab 1933 illeg. Arbeit, Mitgl. der Gruppe Helmut Bock/Rudolf Zimmermann in Berlin-Neukölln (»Fritz Körner«); 1933 – 34 Straßenbuchhändler; Mitarb. einer Buchhandlung; 21.9.1934 Verhaftung wegen »Vorber. zum Hochverrat«, U-Haft in Moabit, bis 20.10.1937 Haft im Zuchthaus Brandenb.-Görden; anschl. Ausbildung zum Rohrleger; in dieser Zeit illeg. pol. Arbeit in der Gruppe Emil Wölk/Harry Wachtel; ab Okt. 1942 Strafbat. 999; 1943 – 46 amerik. Kriegsgefangenschaft; zul. Camp Butner in North Carolina (USA), dort zeitw. Lehrer. März 1946 Rückkehr nach Dtl.; SPD/SED; Jugend-Sekr. im SPD-ZA; 1946 – 54 Mitgl. des PV bzw. des ZK der SED; 1946 – 50 Mitgl. des ZR der FDJ; 1946 – 48 Jugendsekr. u. stellv. Ltr., ab Okt. 1947 neben  Paul Verner gleichber. Ltr. der Abt. Jugend im ZS der SED; Mitgl. des SED-KV Berlin-Neukölln; 1948 – 52 2. Sekr. der SED-Landesltg. Groß-Berlin u. 2. Vors. des Landesaussch. der NF; ab 1949 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 67 Berliner Vertreter in der Volkskammer; Juni 1952 – 54 Ltr. der HA Bildende Kunst in der Staatl. Kommission für Kunstangelegenh.; 1954 – 59 Ltr. der HA Kulturelle Massenarbeit bzw. der HA Örtl. Organe, Inspektion u. Grundsatzfragen des Min. für Kultur; 1959 – 63 Hauptdir. der VVB Film Berlin; 1962/63 Ltr. der HA Film im Min. für Kultur; ab 1963 Abg. der Volkskammer; 1963 – 67 Stadtrat für Kultur, Körperkultur u. Sport im Berliner Magistrat, Ltr. der Abt. Kultur; 1967 – 71 HA-Ltr. für kulturelle Beziehungen im Min. für Kultur; 1971 Rentner; ab 1976 Mitgl. der Zentr. Kommission zur Betreuung alter verdienter Parteimitgl. beim PB des ZK der SED; 1974 VVO; 1979 Ehrenspange zum VVO.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Günter

* 8.12.1932

Geb. in Frankleben; Vater Chemiewerker; Grundschule; 1949 – 52 Ausbildung zum Elektromotorenschlosser; 1953 – 55 Studium an der FS Velten-Hohenschöpping, Ing.; ab 1955 im VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke (LEW) »Hans Beimler« Hennigsdorf, 1955 – 59 Produktionsplaner, 1959 – 63 Abt.-Ltr., 1963 – 68 Absatzltr.; 1965 SED; 1969 Dir. für Absatz, 1970 – 73 Dir. für Absatz u. Außenhandel im LEW Hennigsdorf; 1973 1. Stellv. des GD, 1975 1. Stellv. des GD u. Dir. für Absatz u. Außenhandel, 1983 – 90 GD des Kombinats VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hennigsdorf.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Jan

* 26.10.1955

Geb. in Dresden; begann mit dem Eiskunstlauf bei der BSG Einheit Verkehrsbetriebe Dresden; 1963 Wechsel zum SC Einheit Dresden (Trainerin Annemarie Halbach); 1966 Spartakiade-Zweiter (Schüler B), danach Wechsel zum SC Karl-Marx-Stadt (Trainerin  Jutta Müller); achtmal DDR-Mstr. (1971, 74, 1976 – 80); Olympia-Teiln.: 1968 (26. Pl., mit 12 Jahren u. 110 Tagen jüngster Teiln. Olymp. Winterspiele aller Zeiten), 1972 (6. Pl.), 1976 (4. Pl.), 1980 (Silber); 1974 u. 1980 WM, 1977 u. 1978 Vize-WM, 1973, 1976 u. 1979 WM-Bronze; EM 1974 u. 1977 – 79; Abitur an der KJS Karl-Marx-Stadt; ab 1978 Studium der Medizin an der HU Berlin, der Med. Akad. Dresden u. in Moskau; ab 1980 Preisrichter, 1987 Intern. Preisrichter. Seit 1992 niedergelassener Facharzt für Orthopädie in Radeberg; 2000 – 02 2. Stellv. Vors. der Dt. Eislauf-Union (vorzeitiger Rücktritt); lebt in Dresden-Langebrück.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Theodor

* 27.2.1935

Geb. in Gustävel (Krs. Wismar); Vater Landarb.; Grundschule; 1949/50 Landarb.; 1950/51 Landw.-Lehre; 1951/52 hauptamtl. Pionierltr.; 12.5.1952 als Matrose zur Seepolizei, Offiziersschule der VP-See; 1955 Unter-ltn. z. S.; 1956 SED; bis 1959 Kommandant eines Schul- bzw. Torpedoschnellboots u. Chef einer TS-Bootsgr.; 1960 – 63 Seekriegsakad. der UdSSR, Dipl. rer. mil.; 1964 Stabschef, dann Chef einer Raketenschnellbootsbrigade, Korv.-Kapitän; 1968 Stabschef, anschl. Chef einer Flottille, Kapitän z. S.; 1974 Stellv. des Chefs des Stabs der Volksmarine für operative Arbeit; 1977 Konteradmiral; 1985 Stellv. des Chefs der Volksmarine, zuerst als Chef für Ausbildung, dann des Stabs; 1987 Stellv. des Min. u. Chef der Volksmarine (Nachf. von  Wilhelm Ehm), 1987 Vizeadmiral; 16.11. 1989 Admiral; 18.11.1989 – 18.4.1990 Min. bzw. (ab 19.3.1990) amt. Min. für Nat. Verteidigung (Nachf. von  Heinz Keßler); 20.11. 1989 Durchführung einer Kdr.-Tagung zur Einleitung der Militärreform; 18.4. – 15.9.1990 Chef der NVA; 24.9.1990 Vorruhestand. 1990 – 2003 als Unternehmensberater tätig.Das letzte Kdo. – Ein Min. erinnert sich. Herford 1993; Kdo. Ostsee. Vom Matrosen zum Admiral. Berlin 1995. Ehlert, H.: T. H. – Mecklenburger, Marineoffizier, Minister. In: Ehlert, H., Wagner, A. (Hrsg.): Genosse General! Die Militärelite der DDR in biogr. Skizzen. Berlin 2003.Helmut Müller-Enbergs

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Hoffmann, Martin

* 18.10.1901 – ✝ 1945

Geboren als Sohn eines Volksschullehrers am 18.Oktober 1901 in Hohensalza; besuchte die Realschule und dann ein Realgymnasium bis zur Reifeprüfung und war anderthalb Jahre kaufmännischer Lehrling. 1918 wegen seiner Antikriegshaltung zu einem Jahr Festung verurteilt. Martin Hoffmann wurde Mitbegründer des Spartakusbundes und 1919 der KPD in Königsberg, er arbeitete zunächst als Volontär dann bis 1926 als Redakteur an der »Roten Fahne des Ostens«. 1923 Chefredakteur des »Echos des Ostens«, als Anhänger der Rechten vom ZK 1924 wieder abgelöst. Für einige Zeit Bezirkssekretär in Danzig, dort von Frühjahr bis Herbst 1925 in »Schutzhaft«. Anfang 1926 bis Ende 1928 ging er nach Jena an die »Neue Zeitung«, anschließend bis April 1929 Redakteur beim Pressedienst in Berlin. Bei den Auseinandersetzungen 1928/29 aktiver Anhänger der Versöhnler, deshalb als Redakteur entlassen, Hoffmann kehrte nach Ostpreußen zurück. Da er zunächst nicht kapitulierte, zusammen mit anderen führenden Versöhnlern Ostpreußens (Glagau u. a.) am 23.August 1929 aus der Partei ausgeschlossen. Nach einer Reueerklärung 1930 wieder in die KPD aufgenommen, war zunächst in der Erwerbslosenbewegung im Rheinland tätig, danach Redakteur am »Ruhr-Echo« in Essen. Bis 1933 Gewerkschaftsredakteur dieser Zeitung, zeitweise (unter Alexander Abusch) stellvertretender Chefredakteur. Am 13. April 1933 in Duisburg verhaftet, kam Hoffmann in das KZ Brauweiler, im Oktober nach Essen in Untersuchungshaft. Am 17. Mai 1934 entlassen, er flüchtete nach Holland, kehrte aber im gleichen Jahr nach Deutschland zurück. Gemeinsam mit Wilhelm Firl leitete Hoffmann in Berlin die illegale Reichsarbeit der KPD und wurde am 19. Februar 1936 in Berlin erneut festgenommen. Im Mai 1937 stand er mit Firl vor dem VGH, der ihn am 22. Mai 1937 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte (Firl erhielt die Todesstrafe). In der Komintern-Zeitschrift »Rundschau« Nr. 28/1938 machte Ernst Weber ( Albert Norden) auf Martin Hoffmanns Schicksal aufmerksam. Zunächst war er im Zuchthaus Münster, vom Februar bis Dezember 1941 in der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden inhaftiert. Am 1. Dezember 1942 wurde Hoffmann auf Anordnung des Reichsjustizministers der Gestapo übergeben. Hier verliert sich seine Spur. Martin Hoffmann ist vermutlich noch vor Kriegsende umgekommen oder ermordet worden.

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Hoffmeister, Cuno

* 2.2.1892 – ✝ 2.1.1968

Geb. in Sonneberg (Thür.); Vater Lederpuppenfabrikant; mittlere Reife; Handelsschule u. Lehre im väterl. Betrieb; autodidakt. Bildung in Astronomie; 1911/12 Geschäftspraktikum in den USA; 1915 – 18 Hilfsassistent an der Sternwarte Bamberg; 1920 Reifeprüfung; danach Student u. Hilfsassistent an der Univ.-Sternwarte Jena; 1925 Dir. der neugegr. Sternwarte Sonneberg, seit 1937 Abt. der Univ.-Sternwarte Berlin in Babelsberg. Seit 1947 Einrichtung der Sternwarte der DAW/AdW; betrieb bes. nach 1950 deren Modernisierung mit neuen Instrumenten u. physikal. Laboratorien; 1951 – 67 Schriftltr. bzw. Hrsg. der Ztschr. »Die Sterne«; 1951 NP; Mitgl. der Internat. Astronom. Union, der DAW, der Leopoldina u. der Sächs. AdW Leipzig; Prof.; nach C. H. wurde der Planetoid Nr. 1726 benannt; gest. in Sonnenberg. Hauptarbeitsgebiete: Meteore u. veränderl. Sterne (hierzu anerkannte Standardwerke), Zodiakallicht; Begründer der Sonneberger Himmelsüberwachung (zweitgrößtes Plattenarchiv der Erde); Förderer vielfältiger Amateurarbeiten auf astronom. Gebiet; zahlr. wiss. u. populärwiss. Publ.Hoffmeister, W.: Die Anfänge der Sternwarte Sonneberg. Sonneberg 1969 (Schriftenreihe des Dt. Spielzeugmuseums Sonneberg); Richter, N.: C. H. Sein Werk u. seine Persönlichkeit. In: Die Sterne (1968) 44.Jürgen Hamel

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Hofmann, Theodor Lothar

* 16.2.1903 – ✝ 2.4.1989

(* 1903 – † 1989) Geboren am 16. Februar 1903 in Leipzig, Sohn eines Oberlehrers. Nach dem Gymnasium Banklehre, ab 1925 Angestellter, kam 1929 zur sowjetischen Handelsvertretung in Hamburg. 1929 Mitglied der KPD, Lehrer an der MASCH und bereits 1930 im AM-Apparat der KPD tätig. 1931/32 wegen versuchten Verrats von militärischen Geheimnissen inhaftiert und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, im Dezember 1932 amnestiert. Er floh 1933 nach Dänemark, dort in der Grenzarbeit eingesetzt, dann Instrukteur im Saargebiet. Von November 1934 bis August 1935 war Hofmann Kursant an der M-Schule in Moskau, dort anschließend Betriebsarbeiter. Er ging 1938 als Soldat der Internationalen Brigaden nach Spanien. Im Mai 1939 schickte ihn das ZK wieder nach Kopenhagen, er wurde zunächst Instrukteur, dann ab November 1939 »zweiter Mann« der Emigrationsleitung hinter Heinrich Wiatrek in der AL Nord. Im Mai 1941 verhaftet, verurteilte ihn der VGH am 5.Januar 1943 zum Tode. Als sogenannte Auskunftsperson beantragte die Hamburger Gestapo mehrmals den Aufschub der Vollstreckung des Todesurteils. Trotz einer am 13.Februar 1945 ausgesprochenen Vollstreckungsanordnung überlebte Hofmann und meldete sich nach der Befreiung bei der KPD Hamburg, die ihn als »Verräter« zurückwies. Er übersiedelte später nach Dänemark und war dort Mitarbeiter in einem Reisebüro. Theodor Hofmann starb am 2.April 1989 in Kopenhagen.

Hohmann, Ruth

* 19.8.1931

Geb. in Eisenach; 1949 Schauspielausbildung am Landeskonservatorium Erfurt; 1951 Heirat und Umzug nach Berlin; 1961 erster Auftritt als Jazz-Sängerin mit den Jazz-Optimisten Berlin; bis 1966 ständig Konzerte mit den Jazz-Optimisten und den Dresdner Tanzsinfonikern (mit beiden Ensembles Amiga-Aufnahmen), dem Harry-Seeger-Trio, dem Weißensee-Sextett, dem Bernd-Wefelmeyer-Quartett, dem Sextett und der Big Band von  [linkintern=?ID=2073]Klaus Lenz[/linkintern]; 1964 und 1965 mehrfache Mitwirkung in den Veranstaltungen »Jazz und Lyrik«, »Lyrik – Jazz – Prosa« und »Bücher – Songs – Balladen« des Verlags »Volk und Welt«; 1964 mit  Ernst-Ludwig Petrowsky Auftritt beim Prager Jazz Festival; 1965 Titel-Partie in der Fernseh-Oper »Hete« von  [linkintern=?ID=2960]Helmut Sakowski[/linkintern] und  [linkintern=?ID=852]Jean Kurt Forest[/linkintern] unter der Regie von  [linkintern=?ID=1974]Harry Kupfer[/linkintern] (die aus »kulturpolitischen Gründen« nicht gesendet, viel später aber »wiederentdeckt« wurde), Veröffentlichung von französischen Chansons mit Studioorchester auf der Amiga-LP »Die Mädchen von La Rochelle« und Lieder auf der Litera-LP »Die Söhne der großen Bärin«; 1966 – 72 gleichfalls aus »kulturpolitischen Gründen« keine Auftritte; danach Fortsetzung der Konzerttätigkeit mit dem Jazz Collegium Berlin, das bis heute ihre »Stammband« blieb (mit dem Jazz Collegium 1975 beim Jazz Festival Lublin, 1978 und 1979 Aufnahmen auf Amiga-LPs); 1975 Goldmed. bei der Leistungsschau Unterhaltungskunst in Leipzig mit dem Programm »Jazz oder nie«; 1976 Berufung als Gesangsdozentin an die Hochschule für Musik »[linkintern=?ID=706]Hanns Eisler[/linkintern]« Berlin (die Lehrtätigkeit dauerte bis 1996 und wurde dann auf ihren eigenen Wunsch beendet); 1976 Veröffentlichung von französischen Chansons mit Studioorchester auf Amiga und Begründung der (bis heute existierenden) Veranstaltungsreihe »Jazz für Sie« im Kulturhaus Berlin-Karlshorst; mehrfache Mitwirkung beim Internationalen Dixieland Festival Dresden (1977 – 90, 2001); 1984 Chansons im Hörspiel »Der arme Heinrich« von  [linkintern=?ID=925]Louis Fürnberg[/linkintern] und Peter Gotthardt und – zusammen mit Wolfgang Dehler – Gesang auf der Litera-LP »Ströme« zu Texten von Langston Hughes; 1985 Schlager-Parodien auf der von Joachim Dannenberg arrangierten Amiga-LP »Unter der Blechpalme«; 1995 CD »Swingin’ Compliments« mit dem Jazz Collegium Berlin, mit dem sie auch ständig an der Reihe »Jazz in town« im Köpenicker Rathaus teilnahm und 2003 ein Mitschnitt vom Ahrenshooper Jazz-Fest auf CD veröffentlicht wurde; seit 1997 bis heute ständige Mitwirkung in der Veranstaltungsreihe »Jazz – Lyrik – Prosa«, begleitet von der Hermann-Anders-Band, dem Macky-Gäbler-Quartett, dem Jazz Collegium und dem Swing-Duo Berlin, speziell auch im Sonderprogramm »Love and Blues« mit  Walfriede Schmitt,  [linkintern=?ID=1162]Ulrich Gumpert[/linkintern] und  Konrad Bauer; Veröffentlichung von Hohmann-Mitschnitten bei »Jazz – Lyrik – Prosa« 1999 auf der CD »Jazz – Lyrik – Prosa II« (dabei ein Duo-Titel mit  [linkintern=?ID=441]Uschi Brüning[/linkintern]) und 2000 auf der Ohr-Eule-CD »Kalauer Doppelsalto« mit  [linkintern=?ID=3404]Hansgeorg Stengel[/linkintern] und dem Macky-Gäbler-Quartett; seit 2003 alljährlich im Januar Mitwirkung in Konzerten »Jazz – Lyrik – Prosa« im großen Saal der Komischen Oper Berlin; 2005 Porträt-CD »Ruth seventy5«; 2006 Ehrenmitgl. des Jazzclub Eisenach.

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Höhne, Christoph

* 12.2.1941

Geb. in Borsdorf (b. Leipzig); seit 1956 Leichtathlet zunächst in Machern, dann bei der SG Dynamo Leipzig, beim ASK Berlin u. beim SC Dynamo Berlin (Trainer: Max Weber); Spezialdisz.: Gehen; 1965, 1967 u. 1970 Sieger beim Lugano-Cup (Weltcup der Geher), 1968 Olympiasieger, 1969 EM, 1971 Vize-EM, 1974 EM; zwischen 1965 u. 1971 drei WR; nach dem Schulabschl. Ausbildung zum Werkzeugmacher; Tätigkeit als Sportinstrukteur; arbeitet als Fotograf.Klaus Gallinat

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Höllein, Emil

* 8.2.1880 – ✝ 18.8.1929

Geboren am 8. Februar 1880 in Eisfeld/Thüringen, Sohn eines Textilarbeiters. 1885 wanderten die Eltern nach Löwen in Belgien aus. Er besuchte von 1885 bis 1895 die Mittelschule und das Athenäum in Löwen und bildete sich später selbst weiter. 1895 starben die Eltern; mit vier Geschwistern wurde Höllein nach Deutschland abgeschoben. Von 1895 bis 1898 Schlosserlehre, arbeitete bis 1904 als Werkzeugmacher, dazwischen von 1900 bis 1902 im Militärdienst. Von 1904 bis 1915 war Höllein als Privatsprachlehrer in Jena tätig. 1905 Mitglied der SPD, 1907 Vorsitzender der SPD in Jena, 1912/13 SPD-Gemeinderat. Von 1915 bis 1918 an der Front. 1917 Übertritt zur USPD, Mitbegründer des USPD- (später KPD-)Organs »Neue Zeitung« und deren politischer Redakteur. 1919/20 Abgeordneter des Landtags von Sachsen-Weimar und im Juni 1920 im Wahlkreis Thüringen für die USPD in den Reichstag gewählt. Bei der Spaltung der USPD schwankte Höllein, ehe er sich mit deren linkem Flügel der KPD anschloß. Im Oktober 1921 übersiedelte er – ein populärer Redner – als Redakteur an die »Inprekorr« nach Berlin. Im März 1923 von der KPD nach Paris geschickt, dort verhaftet und bis Juli festgehalten, dann aus Frankreich ausgewiesen, kam er wieder nach Thüringen zurück. Bis 1923 Anhänger Heinrich Brandlers, schloß er sich 1924 der Mittelgruppe an und ging dann – wohl nicht zuletzt unter dem Einfluß seiner Lebensgefährtin Gertrud Morgner, die in der KPD auf dem linken Flügel stand – zu den Linken. Im Mai 1924 im Wahlkreis Thüringen für die KPD in den Reichstag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Seit Mitte 1924 in Haft und erst nach dem Einspruch des Reichstags im Januar 1925 freigelassen. Im ZK war er dann für die Abteilung Sozialpolitik verantwortlich. Höllein veröffentlichte 1927 sein Buch »Gegen den Gebärzwang! Der Kampf um die bewußte Kleinhaltung der Familie«. Nach der Wittorf-Affäre vertrat er als Anhänger Ernst Thälmanns die Linie des ZK im Kampf gegen die Rechten. Emil Höllein starb überraschend am 18. August 1929. Das ZK ehrte ihn durch öffentliche Aufbahrung, die Gedenkrede hielt Ottomar Geschke.

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Hollweg, Günther

* 24.5.1902 – ✝ 7.6.1963

Geb. in Hütte (b. Lanken, Kreis Flatow, Westpr. / Łąkie, Polen); Vater Landwirt; 1911 – 20 Realgymnasium Nordhausen, Abitur; 1920 – 25 Bergbau-Studium an der TH Berlin u. der Bergakad. Clausthal, Dipl.; 1926 – 29 Betriebsltr. im Flußspatbergbau in Schwarzenfeld (Oberpfalz) sowie ab 1928 in Sulzbach an der Donau; 1929 – 45 im Braunkohlenbergbau, zunächst Betriebsing. bei der Fa. Gebrüder Fielitz in Klettwitz (Niederlausitz), ab 1936 Betriebsdir. der Beutersitzer Kohlenwerke GmbH in Wildgrube, Krs. Liebenwerda; 1933 NSDAP. 1945 CDU; 1945 – 47 Werkltr. der Gewerkschaft Leonhardt in Neumark (Geiseltal); 1947 / 48 Techn. Ltr. des Reviers Merseburg; 1948 / 49 Referent für Tagebau in der neugebildeten Braunkohlenverwaltung Merseburg; 1949 – 1952 Leiter der Produktionsabteilung der Braunkohlenverw. Senftenberg; 1952 / 53 Techn. Ltr. der VVB der Kohlenindustrie Senftenberg sowie kurzzeitig komm. Techn. Ltr. der HV Kohle in Berlin; 1953 – 56 Techn. Ltr. des Reviers Halle; 1956 Berufung als Prof. für Org. des Bergbaubetriebes an die Bergakad. Freiberg, dort Dir. des Inst. für Ökon. der Montanind.; ab 1956 auch Abt.-Ltr. Betriebs- u. Arbeitsökon. am Dt. Brennstoffinst. Freiberg; 1957 Dir. des neugegr. Inst. für Ökon., Org. u. Planung des Bergbaus, 1957 – 61 Dekan der Fak. für Ingenieurökon.; 1961 – 63 Rektor der Bergakad. Freiberg (Nachf. von  Oskar Oelsner); 1956 Verdienter Bergmann der DDR; 1959 VVO; gest. in Freiberg. Hauptarbeitsgebiete: Begutachtung von Investvorhaben der Braunkohlenindustrie, u. a. dritte Ausbaustufe des Kombinats »Schwarze Pumpe«; Arbeiten zur Perspektivplanung der Kohleindustrie u. Energiewirtschaft; Nestor der Ingenieurökon. an der Bergakad. Freiberg; ca. 40 Veröffentlichungen.Arnold, W.: Zum 30. Todestage von Prof. Dr.-Ing. G. H. In: Ztschr. für Freunde u. Förderer der TU Bergakad. Freiberg (1992 / 93) 2; Gallenmüller, O.: Prof. Dr.-Ing. G. H. – 100 Jahre. In: Ztschr. für Freunde u. Förderer der TU Bergakad. Freiberg (2002) 9.Roland Volkmer

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Holstein, Ernst

* 14.5.1901 – ✝ 30.8.1985

Geb. in Berlin; Vater Tischlermstr.; Gymnasium u. Med.-Studium in Berlin, 1926 Prom.; 1925 – 28 Assistenzarzt an der klin. Abt. für Gewerbekrankheiten am Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Lichtenberg (b. Ernst W. Baader); 1928 Gewerbemedizinalrat in Frankfurt (Oder); 1940 Habil. an der Med. Akad. Danzig; 1942 hier Doz. für Gewerbehygiene. 1946/47 Stadtarzt u. Ltr. des Gesundheitsamts in Frankfurt (Oder); 1947 – 50 Referats- u. Abt.-Ltr. für Arbeitsmed. in der Dt. ZV für Gesundheitswesen u. Ltr. der HA Arbeitsschutz bei der Dt. ZV für Arbeit u. Soziales; 1946 Doz. für Hygiene u. Berufskrankheiten an der HU Berlin; 1947 Prof. mit Lehrauftrag; 1951 – 61 stellv. Dir. des ZI für Sozial- u. Gewerbehygiene; 1961 – 66 Ltr. des ZI für Arbeitsmed., Prorektor der Akad. für ärztl. Fortbildung; 1957 – 83 Nat. Sekr. der DDR bei der Ständ. Kommission u. Internat. Vereinigung für Arbeitsmed., 1961 – 64 Präs. der Ges. für die gesamte Hygiene (Nachf. von Paul Oesterle); 1956 VVO, 1984 Dr. h. c. der Akad. für ärztl. Fortbildung; gest. in Berlin. Forschungsgebiete: Intoxikationen durch Quecksilber, Blei, Nitro- u. Aminoverbindungen sowie Silikoseerkrankungen.Grundriß der Arbeitsmed. Berlin 1949 (5. Aufl. 1969); Mithrsg. der »Ztschr. für die gesamte Hygiene u. ihre Grenzgeb.«, des »Internat. Archivs für Gewerbepathologie u. Gewerbehygiene« u. der Schriftenreihe »Arbeitshygiene«.Ralf Schenk

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Ernst

* 2.8.1912 – ✝ 23.8.2003

Geb. in Elberfeld; Vater Red. u. SPD-Landtagsabg.; Realgymnasium u. Abitur; 1930 KJVD; 1932 Studium der Mathematik u. Naturwiss. an der Univ. Köln, 1933 abgebrochen wegen illeg. antifa. Widerstandstätigkeit in Berlin (mit Rudi Arndt); Okt. 1933 verhaftet u. mißhandelt, 1934 angeklagt u. vom VGH wegen »Vorber. zum Hochverrat« verurteilt; 1936 entlassen, Bauarb. u. fortgesetzte illeg. Arbeit; wegen erneut drohender Verhaftung Flucht nach Prag; dort Gründung der FDJ u. deren Sekr.; 1937 KPD; 1938 Emigr. nach England u. in Manchester Weiteraufbau der FDJ; Studium der Chemie u. 1940 erneuter Abbruch wegen Internierung; 1941 Betriebsstatistiker u. in der brit. Gewerkschaft aktiv; 1942 Funktionär der Landesgr. Dt. Gewerkschafter in Großbritannien. Okt. 1946 Rückkehr nach Berlin; SED; persönl. Mitarb. von  Paul Wandel; 1948 Teiln. am 1. Doz.-Lehrgang Philos. der SED-PHS; danach stellv. Abt.-Ltr. für Philos. am Forschungsinst. für wiss. Soz. beim PV der SED (ab Sept. 1949 Marx-Engels-Lenin-Inst.) u. dessen stellv. Ltr.; 1950 Ltr. des Sektors Hochschulen u. Wiss. der ZK-Abt. Prop. (Ltr.  Kurt Hager) u. verantw. für die 2. DDR-HS-Reform; zugl. Doz. für Philos. des dial. u. hist. Materialismus an der HS für Planökon. in Berlin-Karlshorst; 1950/51 philosoph. Arbeit, u. a. 2. Hauptreferat der Jenenser Logik-Konferenz im Nov. 1951; 1952 auf Beschluß des ZK der SED Prof.-Titel für Philos., verliehen durch das neue Staatssekr. für Hochschulwesen; stellv. Ltr. des Lehrstuhls Geschichte Dtl. u. der dt. Arbeiterbew. (Ltr.  Hermann Matern) am IfG beim ZK der SED; 1958 – 62 stellv. bzw. amt. Dir. des IfG; nach Ablösung 1962 Prof. für Theorie u. Methode der Geschichtswiss. an der HU Berlin, 1977 em.; 1972 VVO; 1982 KMO; gest. in Berlin.zahlr. Artikel u. a. in »Einheit«, »Neue Welt« u. Ztschr. für Geschichtswiss.; anläßl. des 70. Geburtstags Artikelsammlungen mit Lebenslauf u. Bibl.: Rev. u. proletar. Partei in der dt. Geschichte. Berlin 1982 (hrsg. von der AfG); Gesellschaftsformation in Theorie u. Geschichte. Berlin 1983 (hrsg. von der HU Berlin).Hans-Christoph Rauh

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Hans-Joachim

* 10.10.1929 – ✝ 19.7.1994

Geb. in Bunzlau (Niederschl./Bolesławiec, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; 1943 – 45 Ausbildung u. 1945 – 48 Arbeit als Elektromonteur; 1945/46 KPD/SED; ab 1948 versch. Funktionen in FDJ u. SED auf Krs.- u. Bez.-Ebene; 1. Sekr. der FDJ-KL Leipzig, Sekr. für Agit. u. Prop. der FDJ-BL u. SED-Stadtltg. Leipzig; 1953 – 55 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1960 – 62 1. Sekr. der SED-KL Eilenburg; 1966 – 71 zunächst Sekr. für Agit./Prop. (Nachf. von  Hans Lauter), dann für Wiss., Volksbildung u. Kultur (Nachf. von Hans Lauter), schließl. 2. Sekr. der SED-BL Leipzig (Nachf. von  Horst Schumann); 1972/73 Ltr. der Abt. Kultur des ZK der SED (Nachf. von  Arno Hochmuth); ab 1973 Min. für Kultur (Nachf. von  Klaus Gysi); 1974 VVO; ab 1976 Mitgl. des ZK der SED; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1977 Präs. des KB (Nachf. von  Max Burghardt); seit 1978 Mitgl. des ZV der DSF; 1980 Vors. des Nat. Rats zur Pflege u. Verbreitung des dt. Kulturerbes; 1982 Prom. zum Dr. phil. über die Entw. der marxist.-leninist. Kulturpol. u. ihre wichtigsten Ergebnisse seit dem VIII. Parteitag; Nov./Dez. 1989 Rücktritt mit der Reg.  Willi Stoph u. dem ZK der SED; Rentner; gest. in Berlin.Martin Luther u. seine Zeit. Berlin 1980 (Mitautor). Höpcke, K., Hoffmann, G. (Hrsg.): Das Sicherste ist die Veränderung. H.-J. H. Kulturminister der DDR u. häufig verdächtigter Demokrat. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hoffmann, Jutta

* 3.3.1941

Geb. in Halle; OS; während der Schulzeit Mitgl. einer Laienspielgr. der Buna-Werke; 1959 Abitur; ab 1959 Besuch der HS für Film u. Fernsehen Potsdam-Babelsberg, 1962 Abschluß; 1961 – 67 u. 1969 – 73 Engagements am Maxim-Gorki-Theater Berlin, u. a. 1965 in Claus Hammels »Um neun an der Achterbahn« (R.  Horst Schönemann) u. 1972 in Lessings »Minna von Barnhelm« (R.  Albert Hetterle); 1965 – 67 Engagement am Dt. Theater unter  Benno Besson, u. a. 1967 in Molières »Don Juan«; erste Filmrolle: 1960 in »Das Rabaukenkabarett«, erste Hauptrolle bei der DEFA 1963 in »Julia lebt« (R. Frank Vogel); 1964 – 66 in den vom 11. ZK-Plenum verbotenen Filmen »Denk bloß nicht, ich heule« (R. F. Vogel), »Wenn du groß bist, lieber Adam« (R.  Egon Günther) sowie »Karla« (R. Herrmann Zschoche); erfolgr. in Film- u. Fernsehrollen: 1967 »Kleiner Mann, was nun?« (R. Hans-Joachim Kasprzik), 1969 »Zeit zu leben« (R.  Horst Seemann) u. »Weite Straßen – stille Liebe« (R. H. Zschoche), dann vor allem unter E. Günther: 1969 »Junge Frau von 1914«, 1971 »Der Dritte« (1972 Beste Darstellerin auf der Biennale in Venedig), 1974 »Die Schlüssel«, 1975 »Lotte in Weimar«; 1972 NP; 1973 DDR-Fernsehkünstlerin des Jahres; 1973 – 78 Engagement am Berliner Ensemble unter Ruth Berghaus, u. a. 1975 in Strindbergs »Fräulein Julie« (Insz.  B. K. Tragelehn /  Einar Schleef, nach 10 Aufführungen abgesetzt); im Film unter  Frank Beyer 1977 mit  Manfred Krug in »Das Versteck«, bei der DEFA letztmalig nach Unterzeichn. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns in dem Indianerfilm »Blauvogel« (R.  Ulrich Weiß); dann in der DDR nur noch in Fernsehrollen: 1978 mit  Armin Mueller-Stahl in »Geschlossene Gesellschaft« (wird nur einmal spätabends ausgestrahlt), 1982 »Stella« (R.  Thomas Langhoff), 1983 »Zeit der Einsamkeit« (R. Peter Vogel); ab. 1978 Theatergastspiele im Westen, u. a. an der Freien Volksbühne Berlin (West) unter Luc Bondy; ab 1983 ständiger Aufenthalt in der Bundesrep. Dtl., Gastspiele 1983 / 84 in Salzburg u. ab 1984 unter Peter Zadek an den Münchner Kammerspielen (Schauspielerin des Jahres) u. am Dt. Schauspielhaus Hamburg, mehrfach auch am Berliner Schiller-Theater; lebt seit 1986 in Hamburg. Nach 1990 wieder Gastrollen am Dt. Theater Berlin u. am Berliner Ensemble; 1992 – 2006 Prof. für darstellende Kunst an der HS für Musik u. Theater in Hamburg; 1993 Hauptrolle in der TV-Reihe »Motzki« von Wolfgang Menge; 1998 Caroline-Neuber-Preis der Stadt Leipzig; 1998 – 2002 als TV-Kommissarin in »Polizeiruf 110«; Spielfilmrollen in »Bandits« (1997), »Der alte Affe Angst« (2003); 2005 Preis der DEFA-Stiftung; 2007 Rundfunkregie von Heinrich Zilles »Hurengespräche« (MDR).Poss, I., Warnecke, P. (Hrsg.): Spur der Filme. Berlin 2006.Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Adolph

* 22.3.1858 – ✝ 1.12.1930

Geboren am 22. März 1858 in Berlin, aufgewachsen als Pflegesohn in einer Tuchmacherfamilie; er konnte nur drei Jahre die Volks- bzw. Armenschule besuchen. Hoffmann, der sich autodidaktisch weiterbildete, arbeitete in den siebziger Jahren bei Binnenschiffern, Holzfällern und Korbmachern, anschließend nahm er eine Lehre als Graveur auf und war dann Vergolder, Buchhändlergehilfe und Maler. Über die Freireligiöse Gemeinde kam Hoffmann mit der Sozialdemokratie in Berührung und wurde 1876 ihr Mitglied. In den folgenden Jahren war er der populärste und anerkannteste Berliner SPD-Funktionär. Er nahm am Gründungskongreß der II. Internationale sowie an fast allen SPD-Parteitagen bis zum Ausbruch des Weltkrieges teil. Er erhielt mehrmals Gefängnisstrafen, war von 1890 bis 1893 Redakteur am »Volksboten« in Zeitz bzw. am »Volksblatt« in Halle. In seiner (1891 gedruckten) Rede »Die zehn Gebote und die besitzende Klasse«, die ihm den Beinamen »Zehn-Gebote-Hoffmann« einbrachte, attackierte er die bürgerliche Gesellschaft. Seine 1892 veröffentlichte Broschüre »Vorsicht! Hütet Euch! Die Sozialdemokraten kommen!«, die bis Mitte 1893 in über 100 000 Exemplaren verbreitet wurde, half der deutschen Sozialdemokratie wesentlich bei der Landagitation. Schließlich gab er später biographische Skizzen heraus (»Adolph Hoffmanns Erzählungen« und »Episoden und Zwischenrufe aus der Parlaments- und Ministerzeit«). 1893 kehrte Hoffmann nach Berlin zurück, lebte und arbeitete fortan als Buchhändler und Verleger. Von 1900 bis 1921 und erneut ab 1925 war Hoffmann Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung, von Januar 1904 bis Januar 1907 Abgeordneter des Reichstages (Wahlkreis: Sachsen 22) und von 1908 bis 1918 mit kurzer Unterbrechung des Preußischen Abgeordnetenhauses. In den Parlamenten war Hoffmann wegen seiner scharfen Zwischenrufe und seines Mutterwitzes berühmt. Er kritisierte 1914 die Burgfriedenspolitik des Parteivorstandes und nahm an den internationalen Konferenzen in Zimmerwald und Kienthal in der Schweiz teil. Von Juni 1916 bis Ende 1918 war er Vorsitzender des Zentralvorstandes des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlin und Umgegend. Wegen seiner antimilitaristischen Haltung und seiner Kritik an der SPD-Führung schloß ihn die Mehrheit der SPD-Abgeordnetenhausfraktion (zusammen mit Adolf Hofer, Paul Hoffmann und Heinrich Ströbel) im Januar 1917 aus der Fraktion aus. Adolph Hoffmann gehörte zu den Begründern der USPD, war Delegierter ihrer Parteitage und wurde im April 1919 in Leipzig in das ZK der USPD gewählt. Vom 12. November 1918 bis Anfang Januar 1919 leitete er gemeinsam mit Konrad Haenisch das Preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, kam im Januar 1919 in die Preußische Landesversammlung, in der er bis April 1921 als USPD bzw. VKPD-Abgeordneter blieb. Im Juni 1920 wurde er im Wahlkreis Berlin in den Reichstag gewählt, dem er bis Mai 1924 angehörte. Hoffmann setzte sich 1920 entschieden für den Anschluß an die Kommunistische Internationale und die Vereinigung mit der KPD ein und wurde auf dem Spaltungsparteitag in Halle im Oktober 1920 neben Ernst Däumig Vorsitzender der USPD (Linke). Der Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 berief ihn zum Beisitzer der Zentrale in die Führung der VKPD. Im Februar 1921 gehörte Hoffmann zu der Gruppe von Zentralausschußmitgliedern, die den Kurs Paul Levis unterstützten. Berühmt wurde sein Ausspruch bei einer Berliner Funktionärskonferenz der KPD, wo ihn in der Diskussion Ruth Fischer, leicht bekleidet, temperamentvoll angriff und ihr dabei ein Träger des Kleides verrutschte. Dagegen »berlinerte« Hoffman (wie immer): »Jenossen, gegen so viel nackte Tatsachen komme ick nicht an, ick verzichte aufs Schlußwort.« Hoffmann trat mit Ernst Däumig, Clara Zetkin und Otto Brass aus der Zentrale aus und verließ im September 1921 die KPD-Fraktion. Er bildete mit anderen ausgeschlossenen und ausgetretenen ZA-Mitgliedern die KAG. Da er sich weigerte, sein Reichstagsmandat zurückzugeben, wurde er im Januar 1922 aus der KPD ausgeschlossen. Daraufhin ging er im Februar 1922 wieder zur USPD und kehrte mit ihr im September 1922 zur SPD zurück. Hoffmann stand auf dem linken Flügel der SPD, setzte sich 1926 für die Fürstenenteignung ein und wurde im Mai 1928 für die SPD wieder in den Preußischen Landtag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Adolph Hoffmann starb am 1. Dezember 1930 in Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Otto Karl

* 14.10.1882 – ✝ 14.9.1955

Geboren am 14. Oktober 1882 in Hamburg, trat vor dem Weltkrieg der SPD bei. Im Krieg Mitglied der Hamburger Linksradikalen, mit denen er bei Gründung der KPD in die neue Partei kam. Auf dem Jenaer Parteitag 1921 in die Statutenkommission gewählt. Von 1926 bis 1932 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und in den Jahren 1926/27 auch Mitglied der KPD-BL. Otto Hoffmann galt als Spezialist für Landwirtschaftsfragen. 1926 hauptamtlicher Sekretär für Kommunales in der BL Wasserkante und in den folgenden Jahren Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Nach 1933 mehrmals inhaftiert, trat er nach 1945 politisch nicht mehr hervor. Otto Hoffmann starb am 14. September 1955 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Höflich, Karl (Höft)

* 1896 – ✝ 1.11.1937

Geboren 1896 in Budapest; Mechaniker. Während der Revolution 1919 in Ungarn Vorsitzender des Revolutionären Militärtribunals, nach der Niederschlagung der Räterepublik Ausreise nach Deutschland. Zunächst Mitglied und Funktionär der KPD in Solingen, später Mitarbeiter in der Juristischen Zentralstelle der KPD-Reichs- und Landtagsfraktion in Berlin. Im März 1933 in die Sowjetunion emigriert, Technologieingenieur im Werk »KIM« im Moskauer Gebiet. Dort im Frühjahr 1937 vom NKWD verhaftet und am 1. November 1937 zum Tode verurteilt, Karl Höflich wurde am 3. November 1937 in Butowo erschossen. Seine 1911 in Berlin geborene Frau Gertrud arbeitete bis zu ihrer Festnahme in der Sowjetunion als Lehrerin. Am 20. Juni 1937 ebenfalls verhaftet und der »Spionage« beschuldigt, wurde Gertrud Höflich am 1.November 1937 zum Tode verurteilt und wie ihr Mann am 3. November 1937 erschossen. Beide wurden als Opfer des stalinistischen Terrors am 15. September 1989 juristisch rehabilitiert.

Wer war wer in DDR

Höfner, Ernst

* 1.10.1929 – ✝ 24.11.2009

Geb. in Liebenstein (Thür.); Vater Dreher; Grundschule; Lehre u. Arbeit als Glas- bläser, kaufm. Lehre, Industriekaufm.; 1948 SED; 1948 / 49 Finanzbuchhalter; 1949 / 50 Fachschulstudium; 1950 / 51 Hauptbuchhalter, 1951 / 52 Hauptreferent im Min. der Finanzen; 1952 – 55 Studium an HS für Finanzwirtschaft, Dipl.-Wirtschaftler; 1955 – 62 Fachgebiets- bzw. Abt.-Ltr. im Min. der Finanzen; 1962 – 65 Studium an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1965 – 70 Arbeitsgruppenltr. bzw. Ltr. der Abt. Grundsatzfragen u. Perspektivplan im Min. der Finanzen, 1970 – 76 Stellv. des Min. der Finanzen; 1976 – 79 1. Sekr. der SED-KL Zentrale Bank- u. Finanzorgane (Nachf. von Walter Schindler), 1979 – 81 1. Sekr. der SED-KL SPK (Nachf. von  Wolfram Krause); 1981 –89 Minister für Finanzen der DDR (Nachf. von  Werner Schmieder); Mitgl. des Präs. des Min.-Rats; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Hohn, Uwe

* 16.7.1962

Geb. in Neuruppin; begann 1971 in Rheinsberg mit der Leichtathletik; 1975 KJS Brandenburg; 1981 Wechsel zum ASK Vorwärts Potsdam (Trainer Wolfgang Skibba); 1977 u. 1979 Spartakiadesieger im Speerwerfen; 1980 DDR-Juniorenmstr.; 1981 Junioren-EM; 1982 – 85 sieben Länderkämpfe; 1982 Europamstr. (91,34 m); 1984 u. 1985 DDR-Mstr.; 1985 Sieger beim Europa- u. Weltpokal; 25.5.1984 ER in Potsdam (99,52 m); 20.7.1984 spektakulärer WR in Berlin (104,80 m) (daraufhin Einführung eines neuen Speers mit schlechteren Flugeigenschaften durch den Intern. Leichtathletikverb. ab 1.4.1986); 1984 DDR-Sportler des Jahres; 1984 SED; 1986 Bandscheibenschaden; nach erfolgloser Operation in der Charité Sportinvalide; 1982 Studium an der Außenstelle Potsdam der DHfK. 1990 Abschied als Hptm. der NVA; danach Zivilbeschäftigter der Bundeswehr; Honorartrainer beim SC Potsdam; lebt in Potsdam.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Höhne, Gerd

* 13.8.1929

Geb. in Dautzschen (Krs. Torgau); Vater Arbeiter; Volks- u. Handelsschule, 1949 – 52 ABF; 1952 – 55 Studium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; ab 1955 Angeh. des MfAA; 1961 – 63 Botschaftssekr. in Prag; 1963 – 65 Sektionschef, 1965/66 u. 1968 – 76 stellv. Ltr. der Abt. Internat. Organisationen des MfAA; 1966 – 68 Studium an der ASR Potsdam, Prom. zum Dr. rer. pol.; 1976 – 79 Botschafter u. Ständiger Vertreter der DDR bei den Vereinten Nationen u. anderen internat. Organisationen in Genf, 1982 – 86 Botschafter u. Ständiger Vertreter der DDR bei den Vereinten Nationen u. anderen internat. Organisationen in Wien.Handbuch der internat. Organisationen. Berlin 1969.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Höllerzeder, Michael

* 15.8.1898 – ✝ 28.9.1938

Geboren am 15. August 1898 in Untergrießbach/Bayern. Maschinenarbeiter in Deggendorf, 1921 Mitglied der KPD und aktiver Funktionär in Bayern. Im November 1932 wurde Höllerzeder im Wahlkreis Oberbayern-Schwaben in den Reichstag gewählt. Von Februar 1933 bis April 1934 war er in »Schutzhaft« im KZ Dachau. Danach lebte er als Arbeiter in Deggendorf. Höllerzeder starb am 28. September 1938 in Deggendorf.

Wer war wer in DDR

Holm, Andreas

* 22.10.1942

Geb. in Berlin; Vater Friseur; Lehre u. Meisterabschluß als Friseur u. bis 1967 Mitarb. im väterl. Geschäft; mit 12 Jahren Aufnahme in den Kinderchor der Staatsoper Berlin, später Mitgl. der Laiengr. »Akadia Combo«, anschl. im Manfred-Lindenberg-Sextett; 1962 Bekanntschaft mit  Thomas Lück bei einem Talentewettbewerb, 1964 erfolgr. Mikrophonprobe beim Rundfunk, erste Rundfunkprod. »Mein Herz ist ein Kompaß der Liebe« u. »Ein kleines Bild von Dir«; 1964 – 67 Gesangsausb. an der Musikschule Berlin-Friedrichshain, Zulassung als Berufsmusiker; 1967 erste eigene TV-Sendung »Holm im Heim«, Tourneen mit der Berliner Band »Fontanas«, 1969 erstes Duett mit Thomas Lück »Am Märchenbrunnen«; ab 1971 Mitwirkung im Tourneeprogramm »Musikexpreß«, zahlr. Rundfunkaufnahmen u. Fernsehauftritte; erfolgreichste Titel: »Morgenrot – Abendrot«, »Varadero«, »Ein Mädchen wie dich«; LPs »A. H.« (1974), »exclusiv« (1976), »Disco mit A. H.« (1977), »Die großen Erfolge« (1978), »non stop« (1979), insg. 31 Singles bei Amiga. 1990 Einbruch der Karriere, Betreiber eines Imbißstands; 1997 zus. mit Thomas Lück erster Nachwende-Auftritt in der MDR-Sendung »Wiedersehen macht Freude«, musikal. Neuanfang im Duo Holm & Lück, einige TV-Auftritte, 2004 gemeinsame Moderation des »Langen Samstags« im MDR-Fernsehen, 2001 Gründung eines Fanclubs des Duos; 2009 mit Th. Lück Tournee zum 45. Bühnenjubiläum; CDs »Das Beste von Holm u. Lück« (2000), »Jubiläumsparty« (2002, anläßl. des 40. Bühnenjubiläums).Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Holter, Helmut

* 22.5.1953

Geb. in Ludwigslust; 1971 Abitur an der ABF der MLU Halle (Saale), 1971 – 76 Studium an der Bauingenieur-HS Moskau, Dipl.-Ing. für Betontechnologie; 1973 SED; 1976 – 79 Technologe, 1979 – 81 Prod.-Ltr. u. 1981 – 85 Sekr. der SED-BPL im VEB Beton Nord Milmersdorf; 1985 – 87 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; anschl. bis 1989 Mitarb. in der Abt. Bau-Verkehr-Energie der SED-BL Neubrandenb.; 1990 Ref. des PDS-LV Mecklenb.-Vorpomm. 1991 – 2001 Landesvors. der PDS Mecklenb.-Vorpomm.; 1994 – 2002 u. seit 2006 MdL Mecklenb.-Vorpomm.; 1998 – 2002 Min. für Arbeit u. Bau u. stellv. Ministerpräs. des Landes Mecklenb.-Vorpomm. sowie Mitgl. des Bundesrats; 2000 – 02 Mitgl. des PDS-Bundesvorst.; Nov. 2002 – Nov. 2006 Min. für Arbeit, Bau u. Landesentw. in Mecklenb.-Vorpomm.; 2006 – 09 Stellv., ab Apr. 2009 Vors. der Fraktion Die Linke u. deren Sprecher für Wirtschaftspolitik, Tourismus, Gewerkschaften u. Kirchen im Landtag Mecklenb.-Vorpomm.Helmut Müller-Enbergs