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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hopfgarten, Emil Richard

* 30.6.1899 – ✝ 15.3.1938

(* 1899 – † 1938) Geboren am 30. Juni 1899 in Hamburg, Sohn eines Schlossers. Gymnasium, Präparandenanstalt und Lehrerseminar in Osnabrück. Von 1917 bis 1919 Soldat im Ersten Weltkrieg. Er schloß Ende 1920 das Lehrerseminar in Osnabrück ab, 1921 KPD-Mitglied. Er bekam Ende 1922 eine Anstellung als Zeichenlehrer in Zella-Mehlis. Gemeinsam mit Nikolaus Pfaff bildete er im Oktober 1923 proletarische Hundertschaften und nahm am bewaffneten Aufstand im Herbst 1923 teil. Deswegen im Juni 1924 festgenommen und vom Schöffengericht Suhl zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ende 1924 aus dem Schuldienst entlassen, 1925 Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. 1929 an die Handelsvertretung nach Wien delegiert, dort arbeitete Hopfgarten zusätzlich für den sowjetischen Nachrichtendienst. 1930 ging er in die Sowjetunion und wurde Angehöriger der Verwaltung Aufklärung der Roten Armee, kam u. a. in Fernost zum Einsatz. Am 17. November 1937 in Moskau vom NKWD festgenommen, am 15. März 1938 vom Militärkollegium des Obersten Gerichtes der UdSSR wegen »Spionage« zum Tode verurteilt, am gleichen Tage wurde Emil Hopfgarten erschossen. Am 20. September 1989 wurde er »rehabilitiert«. Seine Frau Elfriede, geborene Eimecke (* 11. 10. 1895 – † 26. 4. 1975), die er im Frühjahr 1923 heiratete, war Erzieherin und Säuglingspflegerin. Sie trat 1925 der KPD bei. Anfang 1930 Trennung von Richard Hopfgarten, sie übersiedelte in die Sowjetunion und arbeitete für die Komintern. 1931 Heirat mit Sepp Schwab, wurde später Redakteurin beim Verlag für ausländische Arbeiter in Moskau. Ab 1941 beim Radiokomitee in Kuibyschew tätig. 1945 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED und bis 1947 Mitarbeiterin im Dietz Verlag.

Wer war wer in DDR

Hoppe, Wolfgang (»Hoppfried«)

* 14.11.1957

Geb. in Apolda; Vater Schlosser; 1963 – 67 aktiver Fußballspieler bei der Turn- u. Sportgemeinschaft Apolda; 1967 – 77 Leichtathlet im SC Turbine Erfurt; 1974 – 81 Ausbildung zum u. Arbeit als Maschinenbauer; 1981 – 90 NVA, Major; 1983 – 85 beim MfS als IM »Pilot« erf.; ab 1981 Bobfahrer beim ASK Vorwärts bzw. BSR Rennsteig Oberhof (Trainer: Wolfgang Müller); 1984 – 89 Studium am Inst. für Lehrerbildung in Meiningen; Bobsport: mehrmahlige Teiln. an Europameisterschaften: 1985 2. Platz im Zweier u. im Vierer, 1986 EM im Zweier, 4. Platz im Vierer, 1987 EM im Zweier u. im Vierer, 1989 2. Platz im Zweier; mehrmalige Teiln. an Weltmeisterschaften: 1983 3. Platz im Zweier, 4. im Vierer, 1985 WM im Zweier, 1986 WM im Zweier, 4. Platz im Vierer, 1987 2. Platz im Zweier u. im Vierer, 1989 WM im Zweier, 3. Platz im Vierer, 1990 3. Platz im Zweier, 1991 WM im Vierer und 3. Platz im Zweier; viermal Teiln. an Olymp. Spielen: 1984 Sieger im Zweier u. im Vierer, 1988 2. Platz im Zweier u. im Vierer, 1992 2. Platz im Vierer, 1994 3. Platz im Vierer. 1990 – 93 Bundeswehr (Sportgr.), Ofw.; 1995 WM im Vierer; 1996 3. Platz bei den Weltmeisterschaften; 1997 WM; Geschäftsmann; Finanzberater in einem Versicherungsbüro; Chef einer Marketingfirma; März 1998 endete die sportl. Laufbahn; ab 1999 Bundestrainer Frauenbob; Vizepräs. des Verb. FIBT; lebt in Apolda.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Horlamus, Sepp

* 26.1.1931

Geb. in Bad Frankenhausen; Vater Elektromeister; Grund- u. OS, Abitur; 1946 FDJ; 1949/50 Volontär bei der Kreisred. Saalfeld des »Thüringer Volks«; 1950 Schmelzer im VEB Maxhütte; 1950 / 51 Mitarb. der SED-KL Saalfeld; 1951 SED; Nov. 1951 Instrukteur der FDJ-KL Saalfeld; 1951 / 52 Volontär bei der Ztg. »Neues Deutschland« (ND); 1952 – 67 Red.-Assistent, Red., Abt.-Ltr., Mitgl. des Red.- Koll. der Ztg. »Junge Welt« (JW); 1953 Redakteurslehrgang des ZK der SED am Inst. für Publizistik in Leipzig; 1955 – 61 Fernstudium an der ASR Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Staatswiss., 1968 Zusatzprüfung an der FS für Journalistik; Nov. / Dez. 1956 Sonderkorresp. der JW in Ungarn; 1967 – 71 Chefred. der Ztschr. »Freie Welt« (Nachf. von  Karl-Heinz Wegner); 1967 – 72 Mitgl. des ZV der VDJ; 1970 schwerer Unfall; später Mitarb. beim IOJ (Internat. Organ. der Journalisten) in Prag; Mitarb. im ZK der SED; lebt in Berlin.Kirsten Nies

Wer war wer in DDR

Horn, Rudolf

* 24.6.1929

Geb. in Waldheim; 1943 – 46 Lehre als Tischler; 1948 – 50 Schüler der Fachkl. für Innenarchitektur bei Hermann Adlung, Mittweida; 1950/51 Betriebsassistent bei Jakob Jordan u. Ernst Könitzer; 1952 – 57 Mitarb. im Min. für Leichtindustrie; 1957 – 62 externes Studium an der Ing.-Schule für Holztechnologie Dresden; 1958 – 65 Ltr. des Büros für Entw., Messen u. Werbung der Möbelindustrie in Leipzig; 1965 externes Dipl. an der HS für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein; dort Dir. des Inst. für Möbel- u. Ausbaugestaltung; 1967 Entwurf des MDW-Programms (Montagemöbel) der Dt. Werkstätten Hellerau (zus. mit Eberhard Wüstner); seit 1968 Lehrtätigkeit als Doz., 1971 – 96 Prof.; seit 1980 Dir. der Sekt. für Produkt- u. Umweltgestaltung im Bereich des Wohnungs- u. Gesellschaftsbaus an der HS für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein; 1983 – 91 Mitgl. des Zentralvorst. des VBK; 1984 Weiterentw. des Montagemöbelprogramms: MDW 90, 1987 Stuhlprogramm mit Tisch (jeweils mit Erich Schubert); 1989 NP. Apr. 2009 Symposium zum 80. Geb. an der HS für Kunst u. Design Halle, Burg Giebichenstein; lebt in Leipzig u. Halle.Möbel – Ausbau. Burg Giebichenstein 1983 (Hrsg. mit St. Bräunig); Einfach – nützlich – offen. Möbel u. Raumgestaltung. Halle 2000.Gerd Dietrich

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hornick, Paul

* 18.9.1898 – ✝ 9.9.1964

Geboren am 18. September 1898 in Forst/Lausitz, Sohn der Arbeiterin Berta Hornick. Lehre und Arbeit als Stukkateur und Putzer. 1916 Soldat, er desertierte und schloß sich 1918 der Volksmarinedivision an. In Forst zählte Hornick 1919 zu den Mitbegründern der FSJ und der KPD, deren Vorsitzender er bis Juni 1920 für den Bezirk Lausitz war. Von 1920 bis 1929 gehörte er der BL Berlin-Brandenburg an und war 1925 Mitbegründer des RFB, bis 1927 Untergauleiter für die Lausitz. Anfang 1927 Wahl in die RFB-Bundesführung und Gausekretär des RFB Mecklenburg, später Berlin und Hannover. Von Juni 1928 bis Oktober 1932 war Hornick 1. Sekretär der illegalen RFB-Bundesführung. Im September 1930 wurde er im Wahlkreis Berlin in den Reichstag gewählt, dem er bis Juli 1932 angehörte. Hornick wurde im Juli 1932 auf Beschluß des Polbüros wegen seiner Opposition gegen Willy Leow und seiner Unterstützung der Neumann-Remmele-Gruppe aus dem RFB entfernt und als Funktionär im UB Berlin-Lichtenberg strafversetzt. Ab Februar 1933 illegale Arbeit, am 15. Juli 1933 verhaftet, im Januar 1935 entlassen. Anfang März 1935 emigrierte Hornick nach Belgien und leitete die Grenzarbeit für das Rheinland. Von 1937 bis 1939 Angehöriger der Internationalen Brigaden, u. a. Stabsoffizier. Im Februar 1939 in Frankreich interniert. Ab November 1941 in Djelfa/Algerien festgehalten, kam Hornick nach Landung der Alliierten (November 1942) von April bis Oktober 1943 zu einer britischen Arbeitskompanie. Ende 1943 gelangte er mit einer Gruppe deutscher Spanienkämpfer über Ägypten, Irak und den Iran in die Sowjetunion. Dort sowohl vom NKWD als auch von der KPD verhört und für militärische Aufgaben als nicht geeignet befunden. Er mußte in die »Arbeitsarmee« und war ab April 1944 Bauhandwerker in einer Seidenspinnerei in Tschardshou/Turkmenien. Erst nach zwölf Jahren Zwangsarbeit durfte Paul Hornick im November 1956 in die DDR ausreisen. Er kam zunächst als Assistent des Direktors des VEB Gaskombinats »Schwarze Pumpe« nach Hoyerswerda, war ab 1958 Vorsitzender der BPKK und Mitglied des Büros der SED-BL Cottbus. Paul Hornick starb am 9. September 1964. Seine Mutter Berta Hornick (*24.11. 1873 – †10. 2. 1961), ab 1907 in der SPD, war 1919 Mitbegründerin und langjährige Frauenleiterin der KPD in Forst und 1929 Provinziallandtagsabgeordnete. Von 1935 bis 1941 Arbeit als Weberin, von 1946 bis 1950 Stadtverordnete in Forst.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Horseling, Gerhard

* 15.4.1903 – ✝ 22.3.1992

Geboren am 15. April 1903 in Goch/Landkrs. Kleve, Sohn eines Pinselmachers; Handnäherlehre, später Arbeiter in der Gocher Margarine-Fabrik. 1918 Mitglied der Gewerkschaft und der SPD, Mitbegründer und erster Vorsitzender der Gocher Arbeiterjugend. 1923 trennte sich Horseling von der SPD und gründete in Goch die Ortsgruppe der KPD. Wegen seiner politischen Arbeit gemaßregelt, ging er auf Wanderschaft, dann zurück nach Goch, wieder Arbeiter in der Margarine-Fabrik. 1930 wurde Horseling KPD-Stadtverordneter in Goch (wo sein Vater seit vielen Jahren die SPD vertrat) und im Juli 1932 im Wahlkreis Düsseldorf-West als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Als Instrukteur des ZK u.a. in Thüringen eingesetzt, sprach er noch 1933 auf einer der letzten großen KPD-Versammlungen vor 60 000 Menschen in Düsseldorf. Horseling wurde am 28. Februar 1933 in Goch verhaftet, bis Dezember 1933 in »Schutzhaft«, dann zunächst erwerbslos, später dienstverpflichtet. 1943 zur Wehrmacht eingezogen, im April 1945 geriet er in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zurückgekehrt nach Goch, trat Horseling wieder der KPD bei und wurde 1946 erneut Stadtverordneter, dann Bezirksleiter Niederrhein der IG Bau-Steine-Erden. Da er es ablehnte, der kommunistischen Gewerkschaftslinie zu folgen und strikt für die parteipolitische Neutralität der Gewerkschaften kämpfte, wurde er im Januar 1956 aus der KPD ausgeschlossen, aber trotz seines Bekenntnisses zur parteipolitischen Neutralität dann nur wenige Tage später auch von der Gewerkschaftsführung als Bezirksleiter abberufen. Horseling wurde aber 1957 mit großer Mehrheit zum Leiter der Geschäftsstelle der IG Bau-Steine-Erde in Kleve-Geldern gewählt. 1961 trat Horseling der SPD bei und war für diese viele Jahre im Stadtparlament von Goch, dort war der sogenannte Fliesenlegerstreik 1967 eine seiner letzten populären politischen Aktionen. Gerhard Horseling starb am 22. März 1992 in Goch.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hösl, Viktoria

* 1902 – ✝ 1953

Geboren 1902 in München, aufgewachsen bei Pflegeeltern in Kirchentumbach/Oberpfalz; zunächst Haushaltshilfe, ab 1923 Fabrikarbeiterin in München. Sie wurde Mitglied der KPD, Funktionärin und war Betriebsrätin bei der Tabakfirma Austria. Im April 1932 als Abgeordnete in den Bayerischen Landtag gewählt. Am 10. März 1933 wurde Viktoria Hösl verhaftet und kam in das Gefängnis München-Stadelheim, 1936 in das KZ Moringen. 1937 freigelassen, stand sie unter Polizeiaufsicht. Sie fand Anschluß an die von Beppo Römer geleitete Widerstandsgruppe, wurde 1942 erneut inhaftiert und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg in der KPD aktiv, starb Viktoria Hösl 1953.

Wer war wer in DDR

Hübener, Erhard

* 4.8.1881 – ✝ 3.6.1958

Geb. in Tacken (Westprignitz; Groß Pankow); Vater Pfarrer; Volksschule, 1894 Gymnasium in Seehausen (Altmark), dann Landesschule Schulpforte, 1901 Abitur; Studium der Staatswiss. u. Geschichte an den Univ. Kiel u. Berlin; 1905 Prom. zum Dr. phil.; danach u. a. volkswirtschaftl. Sekr. u. Syndikus der Handelskammer von Berlin; 1914 – 18 Militärdienst; ab 1919 Beamter im Preuß. Min. für Handel u. Gewerbe; ab 1922 Mitgl. der Sächs. Provinzialversicherung; 1919 DDP, ab 1922 stellv., 1924 – 33 Landeshptm. der Provinz Sachsen; DDP bzw. Dt. Staatspartei; 1933 zwangspensioniert; dann wiss. u. liter. Tätigkeit in Jena u. Wernigerode; 1941/42 Militärdienst. 1945 Mitbegr. der DVP in Halle (ab Sept. 1945 LDPD); von der amerik. Besatzungsmacht als Landeshptm. eingesetzt; von der SMAD als Präs. der Provinzialverw. Sachsen eingesetzt; 1946 Prof. für Verw.-Lehre u. Verw.-Wiss. an der MLU Halle; 3.12.1946 – 1.10.1949 Min.-Präs. des Landes Sachsen-Anh.; wirkte maßgebend an der einzigen gesamtdt. Minister-Konferenz am 5.6.1947 mit; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 aus Altersgründen Rücktritt vom Reg.-Amt; weiterhin als Prof. für Verw.-Recht an der MLU tätig; Verf. u. Hrsg. verwaltungsgeschichtl. u. a. wiss. Schriften unter dem Ps. F. J. Erhard; gest. in Bad Salzuflen. Nach E. H. ist eine FDP-nahe Stiftung benannt.Der Schlaftrunk. Berlin 1947; Richter u. Korsar. Berlin 1947; Lebenskreise: Lehr- u. Wanderjahre eines Ministerpräsidenten. Köln 1984.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hübner, Arthur

* 13.6.1899 – ✝ 13.10.1962

Geboren am 13. Juni 1899 in Sommerfeld bei Frankfurt/Oder, Sohn einer Arbeiterfamilie, 1905 Übersiedlung nach Berlin. Von 1913 bis 1917 Besuch der Kunstgewerbeschule und Lehre als Plakatzeichner. 1917/18 Soldat im Weltkrieg, Hübner desertierte im Oktober 1918. Er wurde gefaßt und von einem Hamburger Militärgericht verurteilt. Bei Ausbruch der Revolution am 6.November 1918 befreit und Kommandant des Hamburger Hauptbahnhofes, er beteiligte sich später an den bewaffneten Kämpfen in Berlin. Der FSJ beigetreten, nahm er am Gründungskongreß der KJI in Weimar teil und war 1920 Delegierter zum II. Weltkongreß der Komintern. Von 1920 bis 1922 folgten Auslandseinsätze im Auftrag der KJI. Von 1922 bis 1924 offiziell Korrespondent der Deutsch-Russischen Export-Gesellschaft, leitete Hübner im Auftrag des ZK der KJI, dessen Mitglied er war, 1923 den KJVD Berlin. Zur Tarnung nachrichtendienstlicher Arbeit für die Sowjetunion war er von 1924 bis 1928 kaufmännischer Leiter eines Elektro-Versandgeschäftes. Von 1928 bis 1939 führten ihn Auslandseinsätze vornehmlich für die 4. Verwaltung des Generalstabes der Roten Armee unter diversen Decknamen wie Ali, Hertz, Klein und Hansel nach Schweden, Dänemark, Norwegen und Rumänien. 1939 kam Hübner in die UdSSR und wurde hier zunächst Mitarbeiter der 4. Verwaltung. 1941 Evakuierung nach Kuibyschew, dort am 13. November 1941 verhaftet und zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt, 1949 Verbannung nach Sibirien. Diese wurde erst im Mai 1956 aufgehoben, im Juli 1957 erfolgte seine Rehabilitierung durch das Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR. Hübner durfte in die DDR ausreisen, wurde Mitglied der SED und ab Oktober 1957 Hauptsachbearbeiter und Parteisekretär im Außenhandelsbetrieb DIA Elektrotechnik. Er erhielt 1959 den VVO in Silber. Arthur Hübner starb am 13. Oktober 1962 in Ost-Berlin. Seine Ehefrau, eine Sowjetbürgerin, kehrte nach dem Tod ihres Mannes in die UdSSR zurück. Zahlreiche Familienangehörige Hübners hatten im Krieg zur Schulze-Boysen-Harnack-Widerstandsgruppe gehört. Sein Vater Emil Hübner (*26. 3. 1861), seine Schwester Frieda Hübner, verheiratete Wesolek (* 2. 9. 1887) und sein Schwager Stanislaus Wesolek (*10. 9. 1878) sind am 5.August 1943 mit dem Fallbeil in Berlin-Plötzensee hingerichtet worden.

Wer war wer in DDR

Huhn, Bernhard

* 4.8.1921 – ✝ 14.9.2007

Geb. in Liegnitz (Niederschles. / Legnica, Polen); 1953 Priesterweihe in Neuzelle; 1954 Kaplan in Görlitz; 1955 – 59 Diözesanjugendseelsorger im Diözesanber. Görlitz-Cottbus; 1959 – 63 Rektor des Katechetenseminars in Görlitz; 1964 – 70 Ordinariatsrat in Görlitz, 1968 Domkapitular; 1970 Gen.-Vikar im Erzbischöfl. Amt Görlitz, 1971 Weihbischof; 1972 – 94 Apostol. Administrator u. Bischof der Administratur Görlitz (Nachf. von  Gerhard Schaffran). 1994 Ruhestand; Ehrenbürger von Görlitz; gest. in Görlitz.Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Hummitzsch, Manfred

* 7.7.1929 – ✝ 23.12.2015

Geb. in Limbach; Vater Lagerarb., Mutter Näherin; Volksschule; 1944 – 47 kfm. Lehre; 1947 kfm. Angest.; 1948 Postarb.; 1949 Stadtjugendltr. beim FDJ Krs.-Vorst. Chemnitz; 1949 SED; 1950 Einstellung beim MfS, Dienststelle Flöha; 1951 Länderverw. Sachsen, Abt. III (Wirtschaft), dann HA III des MfS Berlin; 1955/56 Einjahreslehrgang an der SED-BPS Berlin; 1957 Ltr. der Abt. III, BV Leipzig; 1958 1. Sekr. der SED-BPO der BV Leipzig; 1960 – 65 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1962 stellv. Operativ des Ltr. der BV Leipzig; 1966 Ltr. der BV Leipzig (Nachf. von  Hans Schneider); 1967 Mitgl. der SED-BL Leipzig; 1975 Prom. zum Dr. jur. an der JHS; 1989 Gen.-Ltn.; Febr. 1990 Entlassung, Rentner. Mitgl. der »Gesellsch. zur rechtl. u. humanitären Unterstützung« (GRH), bis 1994 Mitgl. des Vorstandes.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Husemann, Walter

* 2.12.1909 – ✝ 26.1.1943

Geboren am 2. Dezember 1909 in Ellerbeck bei Kiel als Sohn von Wilhelm und Luise Husemann (* 4. 4. 1884 – † 3. 8. 1964). Dreher; 1924 Mitglied der KJD, Arbeiterkorrespondent der »Roten Fahne«, Mitorganisator der »Antifaschistischen Jungen Garden« Berlin-Brandenburg, der Jugendorganisation des Kampfbundes gegen den Faschismus. Husemann ging nach einem Überfall der SA als Volontär zum »Ruhr-Echo« nach Essen, war anschließend Lokalredakteur bei der »Sozialistischen Republik« in Köln, 1932 2. politischer Redakteur bei der Mannheimer »Arbeiterzeitung«. Im Februar 1933 Rückkehr nach Berlin, dort illegale Arbeit mit seinem Vater und seiner Lebensgefährtin. Am 26.November 1936 festgenommen, in das KZ Sachsenhausen, später in das KZ Buchenwald verschleppt. Im September 1938 Freilassung, als Werkzeugmacher tätig, Mitarbeit in der Widerstandsgruppe »Rote Kapelle«. Am 19. September 1942 verhaftet, unternahm er einen Selbstmordversuch. Am 26. Januar 1943 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat und Beihilfe zur Spionage« vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt, Walter Husemann wurde am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Husemanns spätere Frau Marta, geborene Wolter (* 20. 8. 1913 – † 30. 6. 1960), war Schneiderin, seit 1928 im KJVD und seit 1931 in der KPD. Im November 1936 festgenommen, in das KZ Moringen eingeliefert, dort 1937 freigelassen. Bis 1942 Telefonistin, sie fand Anschluß an die Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen, Ende 1942 verhaftet und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Sie wurde 1945/46 Sekretärin in der Kaderabteilung der KPD-BL Berlin. Seit 1947 mit Hans Jendretzky verheiratet und ab April 1951 Personalleiterin der SPK, später 2.Vorsitzende der Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Hopp, Hanns (Karl Gustav Hans)

* 9.2.1890 – ✝ 21.2.1971

Geb. in Lübeck; Vater Zimmermann, Bauunternehmer; 1909 – 11 Kunst- u. Architekturstudium in Karlsruhe u. 1911 – 13 an der TH München, Dipl.-Ing.; Architekt in Memel u. Königsberg (Ostpr.); 1921 Flughafen Königsberg, Bauten für die Ostmesse: 1922 Handelshof, 1925 »Haus der Technik«; 1923 Konsultant für die erste Landw.-Austellung in Moskau; ab 1926 eigenes Architekturbüro in Königsberg; weitere Bauten: 1928 Altersheim, 1929 – 31 Mädchengewerbeschule, 1930 – 32 Parkhotel, 1932/33 Reichssender u. Wohnbauten in Königsberg; ab 1933 keine öffentl. Aufgaben mehr; Mitgl. der Widerstandsgr. »Hertha«; 1939 zur Wehrmacht einberufen, Nov. 1940 für den Dienst in der Landesplanungsstelle Königsberg als unabkömml. freigestellt, ab 1943 Baultr. einer Betonfirma, ab 1944 in der Dresdner Filiale. 1945 HS-Lehrer in Dresden; Wiederaufbauplanungen für das Stadtzentrum Dresden; KPD; 1946 – 49 Dir. der Kunstschule Burg Giebichenstein Halle; SED; 1950 Ltr. der Abt. Hochbau im Inst. für Städtebau u. Hochbau des Min. für Aufbau; erstes Projekt für das Opernhaus Leipzig; 1951 Mitgl. der DBA, Inst.-Dir., als Ltr. der Mstr.-Werkstatt II; 1952 – 55 verantw. für Abschnitt F u. G der Stalinallee Berlin, 1951 – 55 Tbc-Heilstätte Bad Berka, 1952 – 54 Kulturhaus der Maxhütte Unterwellenborn, 1952 – 55 DHfK Leipzig, 1952/53 Krs.-Krankenhaus Saalfeld; leitet an der DBA die Grundlagenforschung für die Typenprojektierung von Schulen, Kindergärten u. -krippen, Kultur- u. Krankenhäusern, Ambulatorien; 1952 – 66 Präs. des BDA, danach Ehrenpräs.; 1957 em.; 1963 Wahl als Honorary Corresponding Member of the Royal Institute of British Architects; 1952 NP; 1970 VVO; gest. in Berlin. H. hatte wesentl. Anteil am entwerferischen Niveau u. der Detailqualität der Architektur der 50er Jahre.Fischer, E.:H. H. – Ein Architekt in Ostpreußen, Berlin 1929/1998; Wiesemann, G.: H. H. 1890 – 1971. Königsberg, Dresden, Halle, Ost-Berlin. Eine biogr. Studie zu mod. Architektur. Schwerin 2000.Simone Hain / Elke Reuter

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoppe, Wilhelm

* 3.6.1882 – ✝ 4.4.1962

Geboren am 3. Juni 1882 in Gallowitz/Krs. Breslau; kam 1896 nach Berlin und lernte Betonfacharbeiter. Ab 1901 in der SPD, von 1914 bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg, trat zur USPD über und wurde im November 1918 Vorsitzender des Soldatenrates seines Regiments. Anfang 1922 rückte er in die Bezirksversammlung Berlin-Mitte nach. 1923 hauptamtlicher Angestellter im »Baugewerksbund«, wegen kommunistischer Betätigung verlor Hoppe diese Stelle und wurde aus dem »Baugewerksbund« ausgeschlossen. Mit Otto Bachmann stand er als 2. Vorsitzender an der Spitze des »Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter Deutschlands« und überführte diese später in die RGO. Zeitweise Polleiter des KPD-UB Berlin-Lichtenberg, von 1924 bis 1932 war Hoppe technischer Angestellter im ZK der KPD. Von 1929 bis 1932 Stadtverordneter von Groß-Berlin. Nach siebenmonatigem Aufenthalt in der Sowjetunion Mitarbeiter im Berliner AM-Apparat. Am 28. Februar 1933 verhaftet, Ende September d. J. aus dem KZ Sonnenburg entlassen. Bei Kriegsbeginn im September 1939 erneut festgenommen, kam er drei Monate ins KZ Sachsenhausen. Nach seiner Freilassung nahm er Arbeit beim Bau des Flughafens von Bia?ystok an, wurde 1943 als Bauarbeiter zur »Organisation Todt« dienstverpflichtet. 1945 zunächst in Berlin-Mahlsdorf bei der Verwaltung der Lebensmittelversorgung angestellt und wieder Mitglied der KPD, 1946 der SED. Ende 1945 schied er aus der Verwaltung aus und ging als Polier in einen Baubetrieb, wo er zum Obmann des Betriebsrates gewählt wurde. Wilhelm Hoppe starb am 4. April 1962 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Horlbeck-Kappler, Irmgard

* 6.8.1925

Geb. in Leipzig; 1948 – 52 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig bei E. Pruggmayer; 1952 – 57 Lehrauftrag am Inst. für Kunsterziehung der KMU Leipzig; Mitarb. bei versch. Verlagen; seit 1952 an zahlr. Ausstellungen im In- u. Ausland beteiligt; ab 1953 Lehrtätigkeit an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, 1959 Doz., 1968 – 85 Prof. u. Ltr. der Fachkl. Kalligraphie, dekorative Gestaltung u. Buchgestaltung; 1959 erste Personalausstellung in Leipzig; Teiln. an den Grafik-Biennalen in Kraków u. den Plakat-Biennalen in Warschau; Reisen in die UdSSR, nach München, Paris u. Havanna; mit ihrer Reihen-Gestaltung für die Bände des Reclam-Verlags Leipzig trug H.-K. maßgebl. zum Erscheinungsbild des Verlags bei; Juni 2004 Übergabe der »Irmgard-Horlbeck-Kappler-Stiftung«, die 100 ihrer Werke umfaßt, an die Stadt Leipzig; lebt u. arbeitet in Leipzig.Kapr, A.: Schriftkunst. 2. Aufl. Dresden 1971; Korger, H.: Schrift u. Schreiben. Leipzig 1971; Funke, F.: Skripturale Grafik von I. H.-K. In: Kat. I. H.-K. Museum der Bildenden Künste. Leipzig 1975 (mit Ausstellungs- u. Lit.-Verz.); Sonne im Gestein. Leipzig 2006; I-H-K-Stiftung (Hrsg.): Monumente u. Flügelfiguren. Leipzig 2005.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Horn, Siegbert

* 11.5.1950

Geb. in Hartmannsdorf (b. Cottbus); 1961 mit dem Kanu-Slalom in Dresden begonnen, 1969 Wechsel zum ASK Vorwärts Leipzig; 1970 – 90 SED; Spezialdisz.: Einerkajak; mehrf. DDR-Mstr.; 1971 u. 1975 WM; 1971 Vize-WM Herren-K I-Mannschaft; 1972 Olympiasieger; 1973 Vize-WM u. WM mit der Herren-K I-Mannschaft; nach Streichung der Disz. aus dem olymp. Programm u. Einstellung ihrer Förderung in der DDR endete 1979 die sportl. Laufbahn; Studium an der DHfK Leipzig, 1981 Dipl.-Sportlehrer; Nachwuchstrainer im TZ Kanu-Rennsport in Leipzig; später wiss. Mitarb. an der DHfK; 1984 – 90 Lehrer im HS-Dienst an der KMU Leipzig; Umschulung u. Abschlüsse als Physiotherapeut u. in Naturheilkunde; seitdem Physiotherapeut in Pirna.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hörnicke, Ernst

* 10.5.1898 – ✝ 7.1.1981

Geboren am 10. Mai 1898 in Zerbst/Anhalt, Sohn einer Arbeiterfamilie; Werkzeugmaschinenschlosser. 1913 Mitglied des DMV in Dessau. 1917 Soldat, war er als Torpedo-Heizer in Kiel stationiert und nahm dort an der Revolution teil. Im Mai 1919 Entlassung und Rückkehr nach Zerbst, wo er sich der USPD, Ende 1920 der KPD anschloß. Hörnicke führte ab 1923 die KPD-Ortsgruppe Zerbst und war zeitweise Anhänger der oppositionellen Gruppe Voigt-Kötter in Leipzig. Im Mai 1928 wurde er im Wahlkreis Magdeburg für die KPD in den Reichstag gewählt, dem er bis November 1932 angehörte. 1932 Kursant einer Parteischule. In der BL Magdeburg-Anhalt bearbeitete er das Ressort Land. Am 5. März 1933 verhaftet, kam er zunächst in das Gerichtsgefängnis Dessau. Von dort Überführung in das KZ Oranienburg, wegen schwerer Mißhandlungen im September 1933 in das Staatskrankenhaus Berlin gebracht. Im Februar entlassen, bekam Hörnicke später Arbeit in Zerbst. Im August 1944 erneute Inhaftierung im Rahmen der Aktion »Gewitter« und bis Januar 1945 im KZ Buchenwald, dann noch in Gestapohaft in Magdeburg. Nach der Befreiung im April 1945 stellvertretender Bürgermeister von Zerbst und ab Mai 1945 Landrat für den Kreis Zerbst. Nach längerem Aufenthalt im Tbc-Sanatorium wurde Hörnicke im Oktober 1948 Mitglied der Landeskommission für Staatliche Kontrolle Sachsen-Anhalt. Von 1949 bis 1957 Kaderleiter verschiedener volkseigener Betriebe in Halle, Suhl und zuletzt im VEB Industriewerke Ludwigsfelde. Ernst Hörnicke starb am 7.Januar 1981 in Ludwigsfelde.

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Horstmann, Hermann

* 12.3.1893 – ✝ 24.6.1938

(* 1893 – † 1938) Geboren am 12. März 1893 in Osnabrück. Nach dem Jurastudium und der Promotion in Berlin wurde er 1921 Rechtsanwalt in Düsseldorf, zunächst Mitarbeiter im Büro von Gerhard Obuch. Seit 1919 in der USPD, trat Horstmann 1923 der KPD bei. Er führte nun eine gemeinsame Praxis mit Obuch und dem Sozialdemokraten Karl Siemsen. Horstmann wurde Rechtsberater der Roten Hilfe und wie Felix Halle und Obuch einer der bekanntesten kommunistischen Anwälte in Deutschland. Er verteidigte Kommunisten vor dem Reichsgericht, seine Klienten waren vor allem die KPD-BL Düsseldorf und das KPD-Organ »Freiheit«. Im April 1933 emigrierte Horstmann nach Paris, im Juli nach Belgien. Nach einigen Monaten in Holland, fand er in Rotterdam Arbeit bei der russischen Derutra. Im Herbst 1934 konnte er nach Genehmigung durch die KPD mit seiner Familie in die Sowjetunion reisen, in Moskau wohnten sie im Haus der MOPR. Horstmann arbeitete beim Rundfunk und war Korrektor an der »Deutschen Zentral-Zeitung«. Inzwischen desillusioniert, warnte er Zensl Mühsam nach deren erster Haftentlassung in Moskau, das NKWD werde sie erneut festnehmen. Am 15. Februar 1938 wurde Hermann Horstmann dann selbst verhaftet und am 26. Mai 1938 zu acht Jahren Straflager verurteilt. Er starb am 24. Juni 1938 im Moskauer Taganka-Gefängnis. Vom Obersten Gerichtshof der UdSSR im Juli 1962 »rehabilitiert«. Seine Tochter Sonja (* 1928 – †1944) starb in der Verbannung an Tbc, sie war mit ihrer Mutter, Horstmanns Ehefrau, Dagmar Horstmann, geb. Dirichs (* 1903 – † 1993), 1939 verschleppt worden. Von 1944 bis 1948 war Dagmar Horstmann als Lehrerin im Kinderheim in Iwanowo tätig, sie durfte 1948 nach Berlin zurückkehren und arbeitete bis zur Pensionierung 1957 in der DDR als Russischlehrerin.

Wer war wer in DDR

Hossinger, Karl

* 30.10.1904 – ✝ 6.5.1986

Geb. in Bensen (Nordböhmen / Benešov nad Ploučnicí, Tschechien); 1927/28 Dipl.-Kfm. u. Prom. als Versicherungsjurist; 1929 – 39 Mitarb. bei der Union-Versicherung in Prag, Entlassung aus polit. Gründen; 1939 kfm. Praktikant bei Siemens & Halske in Berlin; 1940/41 Wehrmacht, Baubataillon; 1942 – 45 Dienstverpflichtung bei Siemens & Halske, tätig in Berlin, Gera u. Pirmasens. 1945/46 KPD/SED; 1945 Bevollm. bei Siemens & Halske in Arnstadt; 1945 – 52 in der Landesreg. Thür., zuletzt Ministerialdir.; 1952 – 58 stellv. Vors. beim RdB Erfurt; Fernstudium an der DASR Potsdam; 1958 – 61 stellv. Dir. der Nat. Forschungs- u. Gedenkstätten der klass. dt. Lit. in Weimar; 1961 – 71 Dir. der DAK; Funktionen in den jeweiligen SED-Parteileitungen; Mitgl. im ZV der DSF; 1969 VVO. 1971 Ruhestand; Mitte der 1970er Jahre Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl., gest. in Weiden (Oberpfalz).Beatrice Vierneisel

Wer war wer in DDR

Hübner, Beate Maria

* 31.5.1955

Geb. in Jena; POS; 1969 – 73 EOS, Abitur; 1973 – 75 Ausbildung zur Krankenschwester; Studium der Med. an der HU Berlin, 1987 Dipl.; 1981 CDU; 1988 Ausbildung zur Fachärztin für Physiotherapie am Krankenhaus Berlin-Friedrichshain; 1989 – 94 dort Ärztin; seit 1990 Mitgl. des CDU-KV Berlin-Friedrichshain; Mai-Dez. 1990 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Berlin. 1991 – 99 MdA Berlin; 1996 – 99 Senatorin für Gesundheit u. Soziales des Landes Berlin (Nachf. von  Peter Luther); seitdem wieder im Beruf tätig.Helmut Müller-Enbergs

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Hubrich, Theodor

* 13.5.1919 – ✝ 27.3.1992

Geb. in Glatz (Niederschles./Kłodzko, Polen); 1940 – 44 Studium der Theol. in Breslau. 1945 – 48 Studium der Theol. in Tübingen, Königstein (Taunus) u. Freiburg i. Br.; 1948 Priesterweihe in Freiburg; Übersiedl. in die SBZ; 1948 – 54 Vikar in Delitzsch, 1954 – 57 Vikar in Burg, 1957 – 59 Vikar in Magdeburg-Sudenburg; 1959 – 64 Caritasdir. im Erzbischöfl. Kommissariat Magdeburg; 1964 – 68 Caritasdir. im Dt. Caritasverb. Berlin (Ost); 1968 – 72 Ltr. der Zentralstelle Berlin (Ost) des Dt. Caritasverb. (Nachf. von  Johannes Zinke); Beauftr. zu Verhandlungen mit dem Min. für Gesundheitswesen u. ab 1969 mit dem MfS, von letzterem 1970 – 89 als IM »Theodor« geführt; 1972 – 85 Gen.-Vikar im Bischöfl. Amt Magdeburg; Beauftr. zu Verhandlungen mit den Räten der Bez. Magdeburg u. Halle u. dem MfS, 1975 – 87 Weihbischof; verantw. für Seelsorge an poln. Arbeitern in der DDR, Kontakte zur kath. Kirche in Polen; 1986 Absetzung als Gen.-Vikar durch Bischof  Johannes Braun u. Ernennung zum Caritasdir. in Magdeburg; Dez. 1987 Ernennung zum Apostol. Administrator in Schwerin, Jan. 1988 Amtseinführung in Schwerin (Nachf. von  Heinrich Theissing); gest. in Schwerin.Schäfer, B.: Staat u. kath. Kirche in der DDR. Köln, Weimar 1998.Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Huhn, Reinhold

* 8.3.1942 – ✝ 18.6.1962

Geb. in Braunsberg (b. Elbing, Westpr./Braniewo, Polen); 1945 Übersiedl. der Fam. in die SBZ; Grundschule bis zur 7. Kl. in Niederdorf im Erzgeb.; Ausbildung zum Melker; 1957 FDJ; 1960 Eintritt in die VP; Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei des MdI, 1961 Gefr. in der 1. Grenzbrigade; Einsatz als Grenzposten in Berlin; bei einer Personenkontrolle des Fluchthelfers Rudolf Müller wurde er am 18.6. 1962 von diesem erschossen; posthum Beförderung zum Uffz.; nach ihm wurden Straßen u. Schulen benannt; zahlr. Ehrungen im Rahmen der Traditionspflege der Grenztruppen der DDR. 1996 nach Übergabe von DDR-Akten an die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Fluchthelfer Rudolf Müller, der im April 1999 zu einem Jahr Haft auf Bewährung wegen »Totschlags« verurteilt wurde, 2001 wurde die Tat vom Bundesgerichtshof bei gleicher Strafhöhe als »heimtück. Mord« bewertet.Kirschey, P.: Der Tod des Gefreiten R. H. Berlin 1999; Der Todesstreifen – Tödl. Schüsse, MDR-Dok.-Film 2001; Frotscher, K., Liebig, H.: Opfer deutscher Teilung – Beim Grenzschutz getötet. Schkeuditz 2005.Christoph Links

Wer war wer in DDR

Hund, Friedrich

* 4.2.1896 – ✝ 31.3.1997

Geb. in Karlsruhe; Vater Inhaber eines Eisenwarengeschäfts; Abitur; 1915 – 22 Studium der Math. u. Physik in Marburg u. Göttingen, 1922 dort Prom. bei Max Born; 1925 Privatdoz., 1922 – 27 wiss. Assistent an der Univ. Göttingen; 1926/27 bei Niels Bohr in Kopenhagen; 1927/28 außerord. Prof. u. 1928/29 ord. Prof. für Physik an der Univ. Rostock; 1929 – 46 ord. Prof. für math. Physik an der Univ. Leipzig. 1945/46 Prorektor der Univ. Leipzig; 1946 – 51 ord. Prof. für Physik u. Dir. des Inst. für Theoret. Physik an der FSU Jena; 1948 Rektor der FSU, Rücktritt nach einem halben Jahr aus polit. Gründen; 1949 ord. Mitgl. (ab 1969 ausw. Mitgl.) der DAW/AdW; 1949 NP; 1951 – 56 Prof. für theoret. Physik an der Univ. Frankfurt (Main); 1956 – 64 ord. Prof. an der Univ. Göttingen; 1958 Mitgl. der Göttinger Akad.; 1964 em., bis 1991 Vorlesungstätigkeit; 1966 Dr. h. c. der Univ. Frankfurt (Main) u. 1973 der Univ. Uppsala u. Köln; 1970 Ehrenmitgl. der Dt. Bunsenges. u. 1977 der Dt. Physikal. Ges.; Mithrsg. der Ztschr. »Ergebnisse der exakten Naturwiss.«; gest. in Göttingen. Arbeitsgebiete: Quantenmechanik, insb. Theorie chem. Bindungen u. Theorie der Kernkräfte; Physikgeschichte.Linienspektrum u. Period. System der Elemente. Berlin 1928; Einführung in die theoret. Physik. 5 Bde. Leipzig 1945 – 51; Geschichte der Quantentheorie. Mannheim 1967. M. Schröder (Hrsg.): Hundert Jahre F. H. Göttingen 1996; Rechenberg, H., Wiemers, G.: F. H. In: Sächsische Lebensbilder (2003) 5.Horst Kant

Handbuch Deutsche Kommunisten

Husemann, Wilhelm

* 8.12.1882 – ✝ 24.11.1966

Geboren am 8. Dezember 1882 in Böken/Krs. Rendsburg, Sohn eines Landwirts; Dreherlehre auf der Howaldts-Werft in Kiel, Wanderschaft, 1904 Militärdienst, 1907 Eintritt in die SPD, 1919 Übertritt zur USPD, seit August 1923 in der KPD. Neben ehrenamtlichen Funktionen innerhalb der KPD gehörte Husemann zum AM-Apparat, er war u. a. für die illegale Quartierbeschaffung zuständig und unterstützte den Paßfälscherapparat. Ende 1925 festgenommen und im Juli 1926 vom Reichsgericht wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Später Mitarbeiter der sowjetischen Handelsvertretung. Nach 1933 leistete er zusammen mit seinem Sohn Walter Husemann illegale Arbeit, wurde Ende 1936 verhaftet und bis September 1938 in den KZs Sachsenhausen und Buchenwald festgehalten. 1945 Polleiter der KPD in Berlin-Blankenfelde, 1946 Mitglied der SED, arbeitete Wilhelm Husemann beim Wachschutz des ZS des SED-PV. Wilhelm Husemann starb am 24.November 1966 in Ost-Berlin. Sein ältester Sohn Wilhelm Heinrich-Christian (* 5. 7. 1908 in Wellingdorf bei Kiel) lernte Werkzeugmacher. 1928 Mitglied der KPD, ging Anfang der dreißiger Jahre als Facharbeiter in die Sowjetunion. 1936 in Lugansk bei Charkow vom NKWD verhaftet, wurde Wilhelm Husemann jr. mit der stalinistischen Verleumdung »Zugehörigkeit zu einer faschistischen Organisation« zum Tode verurteilt und erschossen.

Wer war wer in DDR

Hoppe, Johannes

* 30.4.1907 – ✝ 20.4.1987

Geb. in Kriewen (Krs. Kosten, Provinz Posen/Krzywin, Polen); nach Besuch der Volksschule 1921 – 30 Gymnasium in Neisse (Oberschles.), Abitur; aus ökon. Gründen zunächst als Rechner an der Sternwarte Sonneberg tätig; 1933 – 36 Studium der Astronomie, Physik u. Mathematik an der Univ. Leipzig u. der FSU Jena; dort 1936 Prom. mit der Arbeit »Über die physikal. Vorgänge beim Eindringen meteorit. Körper in die Erdatmosphäre«; 1937 – 39 Hilfsassistent bzw. Assistent an der Universitätssternwarte Jena; 1937/38 Tätigkeit an der Volkssternwarte Berlin-Treptow; während des 2. Weltkriegs Meteorologe beim Wetterdienst der Luftwaffe u. Assistent an der Sternwarte der FSU; amerikan. Kriegsgefangenschaft. Juni 1945 Rückkehr nach Jena; zunächst Assistent am Meteorol. Inst., danach an der Sternwarte der FSU; 1946 – 52 Tätigkeit in der UdSSR; nach der Rückkehr Berufung zum Doz. für Astronomie der FSU Jena; 1954 dort Habil. mit der Arbeit »Untersuchungen zur physikal. Theorie der Sternschnuppen«; 1959 Prof. für Astronomie; 1962 – 66 Dir. der Sternwarte der DAW in Potsdam-Babelsberg; 1966 – 78 Präs. der Dt. Astronaut. Ges. (Nachf. von Ferdinand Ruhle); 1963 – 77 Mitgl. der Red. u. 1968 – 73 stellv. Chefred. der Ztschr. »Astronomie u. Raumfahrt«; Mitautor von Astronomielehrbüchern für den Schulunterricht; gest. in Jena. Hauptarbeitsgebiete: Satelliten-Beobachtungen, Astronomiegeschichte, Meteoritenforschung; 1981 anläßl. des 80. Geburtstags Benennung des vom Observatorium Tautenburg entdeckten Planetoiden 1981 VW 1 nach H.Johannes Kepler. Leipzig 1975. Nachruf in »Astronomie u. Raumfahrt« 25 (1987) 5.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Höppner, Manfred

* 16.4.1934

Geb. in Weinböhla (Sachsen); 1941 – 53 Schulbesuch in Meißen, Abitur; 1953 – 58 Studium der Med. an der KMU Leipzig; Facharzt für Sportmed., Facharzt für Sozialhygiene; 1958 Prom.; 1963 – 90 SED; 1964 – 78 Verbandsarzt des DDR-Leichtathletikverb. (DVfL); 1967 – 90 stell. Dir. des Sportmed. Dienstes (SMD); 1970 – 91 Mitgl. des Med. Komitees des Intern. Leichtathletikverb.; 1978 – 90 Mitgl. des Präs. des DVfL, 1990 Ehrenmitgl. 18.7.2000 im »Dopingprozeß« vom LG Berlin gemeinsam mit DTSB-Präs.  Manfred Ewald wegen Beihilfe zur Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt; lebt in Grünheide (b. Berlin).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Horn, Ernst

* 18.4.1912 – ✝ 27.3.2001

Geb. in Berlin; Volksschule; Lehre als Feinmechaniker; 1931 KJVD, KPD; 1932 Ltr. des KJVD Berlin-Wedding; Herbst 1932 Teiln. an der ZK-Tagung des KJVD mit KPD-Vors. Ernst Thälmann in Prieros; 1933 Ltr. des KJVD im Saarland; 1939 – 45 Kriegsdienst. 1945 Ltr. des antifasch. Jugendaussch. in Apolda; Mitgl. des zentralen antifasch. Jugendaussch.; 1945 / 46 Vors. des Landesjugendaussch. Thüringen bzw. Landesvors. der FDJ; Mitgl. des ZR der FDJ; 1946 – 50 Abg. des Thüringer Landtags; 1948 – 50 Abg. des 1. Volksrats bzw. der DDR-Volkskammer; 1949 – 1950 Ltr. des Dt. Sportaussch.; ab 1950 Mitarbeiter der Abt. Wirtschaftspolitik des ZK der SED; danach Mitarbeiter im MdI bzw. Abt.-Ltr. im Min. für Post- u. Fernmeldewesen; Invalidenrentner; gest. in Berlin.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Horn, Lambert

* 27.12.1899 – ✝ 2.6.1939

Geboren am 27. Dezember 1899 in Düsseldorf, Sohn eines Eisenbahnsekretärs; 1913 bis 1915 Schlosserlehre. Ostern 1915 meldete sich Horn freiwillig zur Kriegsmarine, aus der er 1920 entlassen wurde. Dann Zugabfertiger bei der Eisenbahn, die ihn im April 1925 entließ. Horn schloß sich zunächst der christlichen Eisenbahnergewerkschaft an. Ende 1920 Mitglied der KPD, leitete von 1922 bis 1924 die Fraktion in der Düsseldorfer Ortsgruppe des kommunistischen Einheitsverbandes deutscher Eisenbahner. Ab Mitte 1925 Berichterstatter, anschließend Redakteur der »Freiheit« in Düsseldorf. Seit Dezember 1931 Orgleiter, im Mai 1932 Polleiter der BL Niederrhein. Im April 1932 wurde Lambert Horn in den Preußischen Landtag, im März 1933 (jeweils im Wahkreis Düsseldorf-Ost) in den Reichstag gewählt. Horn ging Ende Februar 1933 in die Illegalität und war ab Mai 1933 Polleiter der illegalen BL Berlin-Brandenburg. Er wurde am 23. November 1933 in Berlin verhaftet, in die Gestapozentrale in die Prinz-Albrecht-Straße gebracht und grausam mißhandelt. Am 29. November 1934 vom Ersten Senat des VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Remscheid-Lüttringhausen verbüßte. Anschließend kam er im November 1936 in das Polizeigefängnis Düsseldorf und wurde im April 1937 in das KZ Sachsenhausen transportiert. Dort starb Lambert Horn am 2.Juni 1939 an den Folgen der schweren Mißhandlungen.

Wer war wer in DDR

Hornig, Ernst

* 25.8.1894 – ✝ 5.12.1976

Geb. in Kohlfurt (Krs. Görlitz, Niederschles./ Węgliniec, Polen); Studium der Theol. in Halle u. Breslau; anschl. Pfarrvikar in Waldenburg; ab 1924 Pfarrer in Friedland (Schles.) u. Breslau; 1933 Vors. des Schles. Pfarrer-Notbunds; ab 1934 Mitgl. des Bruderrats der Bekennenden Kirche Schles. u. des Bruderrats der Ev. Kirche der Altpreuß. Union, Hrsg. der Rundbriefe des Bruderrats; aus pol. Gründen vom NS-Regime verfolgt, wiederholt in Haft, Gerichts- u. Strafverfahren; 1938 Ausweisung aus Berlin u. aus der Provinz Brandenb.; am 4.5. 1945 Sprecher der Abordnung der Ev. u. der Kath. Kirche vor dem Festungskommandanten von Breslau, um diesen zur kampflosen Übergabe der Stadt an die sowj. Armee zu bewegen. 1945/46 Vors. der Kirchenltg. Schles.; 1946 Bischof der Ev. Kirche von Schles. u. Bevollm. des Hilfswerks der Ev. Kirche der Union; 1947 Ausweisung aus Breslau; Verlegung des Bischofssitzes nach Görlitz; 1951 als Bischof der Ev. Kirche Schles. bestätigt; 1955 Dr. h. c. der Univ. Kiel; 1964 Pensionierung; anschl. Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; gest. in Bad Vilbel. Veröff. zu Ökumene u. Kirchengeschichte.Breslau 1945 – Erlebnisse in der eingeschlossenen Stadt. Autobiogr. Würzburg 1975 (2. Aufl. 1986); Die Bekennende Kirche in Schles. 1933 – 45. Göttingen 1977.Roger Sitter / Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Hörz, Herbert

* 12.8.1933

Geb. in Stuttgart; Schulbesuch in Erfurt; 1949 SED; 1952 Abitur; anschl. bis 1956 Studium der Philos. mit den Nebenfächern Physik u. Mathematik an der FSU Jena u. der HU Berlin; danach Assistent bei  Klaus Zweiling am Inst. für Philos. der HU; 1960 Prom. mit der Arbeit »Die philosoph. Bedeutung der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation«; anschl. bei  Hermann Ley beteiligt am Aufbau der Abt. »Philosoph. Probleme der Naturwiss.« an der HU; 1962 Habil. mit der Schrift »Dial. Materialismus u. Quantentheorie«, Doz.; 1965 Prof. mit Lehrauftrag für philosoph. Probleme der Naturwiss.; 1966 Prodekan, 1967/68 Dekan der Philosoph. Fak. u. nach der HS-Reform 1968 – 72 Dir. der Sekt. marxist.-leninist. Philos. der HU; 1969 ord. Prof. für dial. Materialismus; 1972 NP; 1972/73 Gastprof. an der Lomonossow-Univ. Moskau; 1973 Korr. Mitgl. der AdW; Wechsel zum ZI für Philos. der AdW (ZIPhil), dort 1973 – 89 Ltr. des Bereichs Philosoph. Fragen der Wissenschaftsentw.; 1977 Ord. Mitgl. der AdW; Mitgl. des Präs. des Zentralvorst. der FDGB-Gewerkschaft Wiss. u. deren Krs.-Vors. an der AdW; 1981 federführend beteiligt an der Maßregelung der Gruppe um  Peter Ruben; 1982 – 90 stellv. Dir. des ZIPhil; 1982 Korr. Mitgl. der APW; 1989 Dr. h. c. der PH Erfurt-Mühlhausen; ab Dez. 1989 amt. Vizepräs. (Nachf. von  Hans-Heinz Emons), April 1990 Wahl zum Vizepräs. der AdW. Nach Abwicklung des ZIPhil von 1992 – 95 Mitarb. an einer Forschungsstelle der Berlin-Brandenb. AdW; 1999 – 2000 Präs. der Leibniz-Sozietät (Nachf. von  Mitja S. Rapoport), seitdem Altpräs. Prominenter Repräsentant der DDR-Philos. im Bereich philosoph. Probleme der Naturwiss. u. der Wissenschaftsentw., Mitgl. der Ltg. des Wiss. Rats für marxist.-leninist. Philos. u. langj. Ltr. des Problemrats Philos. / Wiss.; 1979 – 91 Mitgl. des internat. Vorbereitungskomitees der Deutschlandsberger Symposien der Wiss.-Forscher; Mitveranstalter der Kühlungsborner Tagungsreihe zu philosoph. Problemen der Natur-, Technik- u. mathemat. Wiss.; Mithrsg. des Wörterbuchs »Philos. u. Naturwiss.«, Berlin 1978 (mit Rolf Löther u. Siegfried Wollgast); beteiligt an der Helmholtz-Ausgabe der AdW; Mitgl. in Red.-Kolleg. versch. Ztschr., so der »Dt. Ztschr. für Philos.«, »Wissenschaftsforschung« (Österreich) u. »Philosophy and Biology« (Kanada).Der dial. Determinismus in Natur u. Ges. Berlin 1962; Werner Heisenberg u. die Philos. Berlin 1966; Marxist. Philos. u. Naturwiss. Berlin 1976; Philos. der Zeit. Berlin 1989; Schopenhauer u. Helmholtz: Bemerkungen zu einer alten Kontroverse zw. Philos. u. Naturwiss. Berlin 1995; Lebenswenden. Berlin 2005 (Autobiogr.); Von Aufklärung bis Zweifel. Fs. für Siegfried Wollgast. Berlin 2008 (Mithrsg.). Banse, G. (Hrsg.): Philos. u. Wiss. in Vergangenheit u. Gegenwart. Fs. zum 70. Geburtstag von H. H. Berlin 2003; Ruben, P.: Neues von der philosoph. Front. In: Berliner Debatte Initial (2006) 1/2.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hotopp, Albert

* 20.9.1886 – ✝ 1.8.1942

Geboren am 20. September 1886 in Berlin, Sohn eines Schmieds; lernte Kellner, ab 1904 Maschinenarbeiter in Bremen, fuhr dann zur See. Mitglied der SPD, trat 1912 als Anarchist aus der Partei aus. Während des Weltkrieges Funker, schloß er sich 1918 der USPD und 1920 der KPD an. Arbeitete nach dem Krieg als Heizer und Kranführer, war Betriebsratsvorsitzender und wirkte als ehrenamtlicher Funktionär der KPD im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, wo er Bezirksverordneter war. Ab 1923 im Kurierdienst der Partei eingesetzt. 1924 vom Reichsgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, bis 1926 in Cottbus inhaftiert. Im Gefängnis verfaßte er erste Erzählungen und wurde Schriftsteller. Sein bekanntestes Buch »Fischkutter H.F. 13« erschien 1930. Er war von 1926 bis 1933 Mitarbeiter der KPD-Führung in Finanzfragen, bis 1933 war er auch im Verlagswesen der KPD tätig, als Mitglied des BPRS redigierte er von 1929 bis 1933 die Monatsschrift der Universum-Bücherei »Magazin für alle« und soll noch 1933 Reichskassierer der Partei gewesen sein. 1934 emigrierte Hotopp in die Sowjetunion, lebte mit seiner Frau Gertrud und zwei Töchtern in Moskau, arbeitete hier als Dozent unter dem Parteinamen Hermann Lieben am Institut für Fremdsprachen, später war er Oberlehrer am 1. Sprachinstitut. Wie alle in die UdSSR emigrierten deutschen Kommunisten lieferte auch Hotopp während der Säuberungen Berichte über andere Politemigranten an die Führung. Um die eigene Parteiergebenheit zu beweisen oder aus ideologischer Verblendung »Wachsamkeit« gegen Abweichler zu demonstrieren, waren solche Informationen meist mit Verdächtigungen und Denunziationen vermischt. Diese Dossiers waren natürlich nicht der Grund für die Verhaftungen durch das NKWD, sondern dienten eher als nachträgliche Rechtfertigung der Festnahmen. Hotopp informierte z.B. schriftlich über Herwarth Walden, der wie er am Institut für Fremdsprachen lehrte, 1941 festgenommen wurde und als Opfer Stalins umkam. Hotopp selbst wurde ebenfalls am 31.Mai 1941 verhaftet, seine Frau und die Töchter im September 1941 nach Kasachstan verbannt. Am 1. August 1942 wurde Albert Hotopp zum Tode verurteilt und bei Moskau erschossen. Gertrud Hotopp, geborene Horn (*3. 3. 1897 – †9.9. 1985), kam Ende 1955 in die DDR.

Wer war wer in DDR

Hübner, Siegfried

* 9.1.1923

Geb. in Oelsnitz (Erzgeb.); 1952 Priesterweihe in Leipzig; Oratorianer in Leipzig; 1958 Lokalkaplan in Naundorf; 1965 Studentenpfarrer in Erfurt u. Weimar; 1966 – 75 Pfarradministrator in Pirna; Dr. theol.; seit 1972 Lehraufträge für Dogmatik am Regional-Priesterseminar/Studium Erfurt; dort 1976 Doz. für Dogmatik u. Ökumen. Theol.; 1987 em.; lebt in Berggießhübel (Sachs.). Publ. v. a. zu dogmat. Fragestellungen, u. a.: Cyprian von Karthago. Briefe aus dem Exil (eingeleitet u. übersetzt). Leipzig 1965; Henri de Lubac. Mysterium Ecclesiae. Auswahl aus den Werken über die Kirche (ausgewählt u. eingeleitet). Leipzig 1981.Clemens Brodkorb

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hübschmann, Oskar

* 12.4.1908 – ✝ 23.1.1942

Geboren am 12. April 1908 in Frankfurt am Main als sechstes Kind eines Oberpostschaffners. Bis 1931 kaufmännischer Angestellter, anschließend erwerbslos. Seit 1929 Mitglied der IAH, trat er 1932 in die KPD ein und war Funktionär der IAH im Bezirk Hessen-Frankfurt, im Sommer 1933 übernahm er illegal deren Leitung. Er emigrierte im September 1934 in das Saargebiet, wurde Organisationsleiter der IAH für das Saargebiet und Mitglied des ZK der IAH. Im Januar 1935 Flucht nach Frankreich, dort nach zeitweiliger Festnahme und Internierung wieder ausgewiesen. Hübschmann lebte dann illegal in Deutschland, floh nach Belgien und arbeitete für die RH in Brüssel und Antwerpen. Ende 1936 ging er nach Spanien, war Angehöriger der XI. Internationalen Brigade, und kam als Schreibkraft und Übersetzer beim Brigadekassierer und Kapitän Herbert Müller an den Fronten Cordoba, Madrid, Jarama und Guadalajara zum Einsatz. Anfang Februar 1939 zurück nach Frankreich, interniert in St. Cyprien und Gurs. Anfang April 1940 von der französischen Polizei festgenommen und an Deutschland ausgeliefert. Trotz umfangreicher Aussagen bei der Gestapo in Frankfurt am Main über deutsche Spanienkämpfer verurteilte ihn der VGH am 20. Oktober 1941 zum Tode. Oskar Hübschmann wurde am 23. Januar 1942 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

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Hülsenberg, Dagmar

* 2.12.1940

Geb. in Sonneberg (Thür.); Vater 1943 gefallen, Mutter Putzmacherin; Abitur; Facharb. für Techn. Keramik; ab 1960 Studium der Silikathüttenkunde an der Bergakad. Freiberg, 1965 Dipl.-Ing.; Assistentin u. Oberassistentin; 1969 Prom. zum Dr. rer. oec. (Kostenrechnung) u. 1970 Dr.-Ing. (Feuerfestkeramik); anschl. im Min. für Glas- u. Keramikindustrie; 1975 ord. Prof. an der TH Ilmenau; 1976 Vors. des Fachverb. Silikattechn. der KdT, 1978 Mitgl. des Präs., 1987 – 92 Präs. der KdT (Nachf. von Manfred Schubert); Mitgl. des Forschungsrats der DDR; 1986 Mitgl. der Sächs. AdW; 1989 Korr. Mitgl. der AdW. Seit 1992 Mitgl. der Dt. Keram. Gesell.; 1995 Umberufung zur Prof. für Glas- u. Keramiktechnol. an der TU Ilmenau; 2005 Mitgl. der technikwiss. Vereinigung »Akatec«; 2006 em.; lebt in Ilmenau.Neue Glas- u. Keramikwerkstoffe – Werkstoffe der Zukunft. Berlin 1989; Keramikformgebung. Leipzig 1987 (mit H.-G. Krüger u. W. Steiner); Mikrostrukturierung von Gläsern. Berlin 1996; Glastechnologien für Recyclingaufgaben. Leipzig 1998.Andreas Kahlow

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Hunger, Daniela

* 23.3.1972

Geb. in Berlin; Suche-Bator-OS; Schwimmtraining im TZ Berlin-Lichtenberg, ab 1982 KJS; ab 1984 beim SC Dynamo Berlin (Trainer: Volker Frischke); Spezialdisz.: Lagen; 1987 Vize-EM über 200 m Lagen; 1988 Olympische Spiele: Siegerin (200 m u. mit der 4 x 100-m-Lagenstaffel); 1989 EM (200 m u. 400 m Lagen, 4 x 100-m-Freistilstaffel); VVO. Nach 1990 beim SV Preußen Berlin; 1991 EM; 1991 bei den Weltmeisterschaften: 3. Platz (200 m); 1991 Schwimmerin des Jahres; 1992 Olymp. Spiele: 3. Platz (200 m Lagen), 2. Platz (4 x 100-m-Lagenstaffel), 3. Platz (4 x 100-m-Freistilstaffel); Studium; 1994 EM; Ausbildung zur Industriekauffrau bei Mercedes Benz; Sprecherin des Frauen-Nationalteams; 1995 bei den Europameisterschaften: Siegerin (4 x 100-m-Freistilstaffel); 1995 Fair-Play-Preis des Dt. Sparkassen- u. Giroverb.Olaf W. Reimann

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Hussel, Horst

* 28.4.1934 – ✝ 18.11.2017

Geb. in Greifswald; Vater Lehrer; 1940 – 53 Volksschule in Sternberg u. Gymnasium in Wismar; Ausbildung an der FS für angewandte Kunst in Wismar bei Heinz Dubois; 1953/54 Studium an der HS für bildende Künste Dresden bei Erich Fraaß; 1954 – 58 Studium der Malerei an der HS für bildende u. angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, Exmatrikulation während der Diplomarbeit aus pol. Gründen; 1958 Beginn eines Grafikstudiums an der HS für bildende Künste Berlin-Charlottenburg bei Friedrich Stabenau, Abbruch des Studiums durch den Bau der Mauer; seit 1957 Beteiligung an zahlr. Ausstellungen im In- u. Ausland; 1959 3. Preis des BDI; VBK; freischaff. Grafiker u. Buchillustrator; 1987 Präs. der Kurt-Schwitters-Gesell. der DDR; Arbeiten mit skurril hintergründigem Charakter. 1990 nachträgl. Zuerkennung des Dipl. durch die Kunst-HS Berlin-Weißensee; seit 1990 Mitgl. des PEN-Zentrums; 1993 Jule-Hammer-Preis; 1994 Gründung der Dronte-Presse; gest. in Berlin.Briviéra. Berlin 1982; Calmen. Leipzig 1985; Abendglühn. Gespräche, Briefe, Geschichten. München 1986; Gouachen u. Zeichnungen 2006 – 2008. Berlin 2009; Aprilwetter. Geschichten u. Dramolette. Berlin 2009. Kat. H. H. Bücher u. Buchgrafik. Staatl. Museum Schloß Burgk 1987; H. H. Werkverz. der Druckgrafik u. Bücher (mit Bibl.). Berlin 1993; Briefe an H. H. Leipzig 2005.Anke Scharnhorst

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Hoppe, Rolf

* 6.12.1930

Geb. in Ellrich (Harz); Vater Bäcker; Volksschule; Ausbildung zum Bäcker; Gründung einer Laienspielgr. in Nordhausen; Schauspielstudium am Landeskonservatorium Erfurt; 1949 Engagement in Erfurt; nach Krankheit Tierpfleger im Leipziger Zoo; Engagements 1951 am Theater der Jungen Garde Halle, 1952/53 in Greifswald, 1954/55 am Jugendtheater Leipzig, 1955 – 61 in Gera, 1962 – 86 am Staatstheater Dresden. Bühnenrollen u. a.: in Heinrich Kleists »Der zerbrochene Krug«, Sophokles’ »Elektra«, Friedrich Dürrenmatts »Besuch der alten Dame«, »Die Physiker«; seit 1963 bei Film u. Fernsehen (spielte in über 120 Prod.), u. a. in:  Günther Rückers »Die besten Jahre« (1965),  Konrad Wolfs »Goya« (1971), »Orpheus in der Unterwelt« (nach Jacques Offenbach), »Die Brüder Lautensack« (1973) (nach Lion Feuchtwanger),  Karl Georg Egels »Dr. Schlüter« (1965/66, TV), »Sachsens Glanz u. Preußens Gloria« (TV),  Frank Beyers »Der Bruch« u. zahlr. anderen Filmen, darunter mehreren Indianerfilmen; ab 1984 Mitgl. des Schauspielerensembles der DEFA, gleichz. Arbeiten bei ARD u. ZDF; seit 1985 internat. Filmprod., u. a. »Die Grünstein-Variante« (Bundesrep. Dtl.), »Mephisto« (Ungarn/Bundesrep. Dtl.), »Frühlingssinfonie« (Bundesrep. Dtl.); 1971 Kunstpreis der DDR für »Goya«; 1982 Preis der Film- u. Fernsehkritik des ungar. Journalistenverb. für »Mephisto«; 1989 NP für das künstler. Gesamtschaffen. Nach 1990 weitere TV- u. internat. Filmrollen, u. a. in »Mario u. der Zauberer« (R: Klaus Maria Brandauer, 1993), »Palmetto – Dumme sterben nicht aus« (R: Volker Schlöndorff, 1998), »Hans im Glück« (R: Rolf Losansky, 1999); 1997 Adolf-Grimme-Preis; Lessing-Preis des Freistaates Sachsen; »Tatort: Der schwarze Troll« (2003); »Wilsberg – Tod einer Hostess« (2003); »Hart am Wind« (2004); »Donna Leon – Acqua Alta« (2004); »Alles auf Zucker« (2005); »Comissario Laurenti« (2007/08); 2005 »Goldene Henne« für sein Lebenswerk; 2007 Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden; lebt in Weißig (b. Dresden) u. bestreitet auf Schloß Weesenstein musikal.-lit. Veranstaltungen.Görner, E. (Hrsg.): Der Schauspieler R. H. – Von Dresden in die Welt (mit Rollenverz.). Berlin 1996; Zumpe, D.: R. H.: Geträumtes Leben – gelebte Träume. Dresden 2007.Bernd-Rainer Barth

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Höppner, Reinhard

* 2.12.1948 – ✝ 9.6.2014

Geb. in Haldensleben (b. Magdeburg), aufgew. in Magdeburgerforth (Krs. Burg); Vater Pfarrer, Mutter Katechetin; 1963 – 67 EOS in Prösen (Krs. Liebenwerda) u. Berufsausbildung zum Elektromonteur im Braunkohlenkombinat Lauchhammer; Teiln. an Mathematikolympiaden in Bulgarien u. Jugosl.; 1967 – 71 Mathematikstudium an der TU Dresden; Engagement in der ev. Studentengemeinde; 1971 – 90 Lektor im Akad.-Verlag Berlin, Fachgebietsltr. für Mathematik; seit 1972 Mitgl. der Synode der Kirchenprovinz Sachsen, seit 1980 Präses; Mitarb. an kirchl. Programmdokumenten, u. a. »Bekennen in der Friedensfrage«; Engagement in der Diskussion über Kirche im Soz.; 1974 – 76 NVA-Grundwehrdienst, Fahrer eines Sanitätskraftwagens; 1976 Prom. auf dem Gebiet der Wahrscheinlichkeitstheorie an der TU Dresden, Dr. rer. nat. Dez. 1989 SDP; Febr. 1990 Mitgl. des PV der SPD (DDR); März – Okt. 1990 Abg. u. Vizepräs. der Volkskammer; Sept. 1990 (mit der Vereinigung beider sozialdemokrat. Parteien) Mitgl. des PV der SPD; Vizepräses der Synode der Ev. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen; Okt. 1990 – 2006 MdL Sachsen-Anh., stellv. Landesvors. der SPD Sachsen-Anh.; 1990 – 94 Vors. der SPD-Fraktion; 1994 Präses der Synode der Kirchenprovinz Sachsen; Juli 1994 – Mai 2002 Min.-Präs. von Sachsen-Anh. (Nachf. von  Christoph Bergner); 2001 – 07 Mitgl. im Vorst. des Präsidiums des Dt. Ev. Kirchentags u. 2007 Präs. des Dt. Ev. Kirchentags in Köln; Mitgl. im Beirat zur Förderung, Unterstützung u. Begleitung des Projekts »Bibel in gerechter Sprache«.Hochschule 2000. Bonn 1990; Segeln gegen den Wind. Stuttgart 1996; Fragen zur dt. Einheit. Halle 1998; Acht unbequeme Jahre. Innenansichten des Magdeburger Modells. Halle (Saale) 2003; Wandern über das Wasser. Stuttgart 2003; Arbeit aus, alles aus? Anderbeck 2005; Versucht es doch. Gütersloh 2007; Wunder muss man ausprobieren. Berlin 2009.Helmut Müller-Enbergs

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Horn, Richard

* 20.2.1904 – ✝ 11.11.1977

Geb. in Marienthal (Krs. Zittau); Vater Brunnenbauer; Volksschule; 1918 – 29 Lehre u. Arbeit als Schlosser; 1923 KPD; 1929 Arbeit als Schweißer; 1930 – 33 erwerbslos bzw. Gelegenheitsarb.; 1933 Emigr. in die ČSR; illeg. Parteiarbeit; 1937 – 39 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg, Politkommissar einer Komp.; 1939 Internierung in Frankreich; 1940 dt. Gefangenschaft, unter falschem Namen Zwangsarbeit in Brüx. 1945 Bürgermstr. in Hirschfelde (Krs. Zittau); 1947 Sekr. im FDGB-Krs.-Vorst. Zittau; 1948 Kontrollbeauftr. der Landeskontrollkommission in Zittau; Okt. 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 LV Sachsen des MfS), Ltr. der Krs.-Dienststelle Großenhain; Mai 1952 Stellv. Operativ des Ltr. der LV Sachsen; Juli 1952 Ltr. der BV Neubrandenb., Nov. 1953 auf eigenen Wunsch von der Funktion entbunden; 1953 Oberst-Ltn.; Febr. 1954 stellv. Operativ des Ltr. der BV Neubrandenb.; Nov. 1954 Entlassung auf eigenen Wunsch; Abt.-Ltr. beim Rat des Krs. Neustrelitz, dann stellv. Vors. des Rats des Krs. Templin; 1956 Abt.-Ltr. beim Rat des Krs. Bernau; 1960 Mitarb. der Kaderabt. in der HS des FDGB; 1961 Entlassung, Rentner; 1974 VVO; gest. in Bernau.Jens Gieseke

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Hörner, Silke

* 12.9.1965

Geb. in Leipzig; Vater Radsporttrainer; ab 1975 mit dem Wettkampftraining begonnen; Mitgl. des SC DHfK Leipzig (Trainer: Jochen Rudloff, ab 1983 Stefan Hetzer); Spezialdisz.: 100 u. 200 m Brust; viermal WR; 1982 bei den Weltmeisterschaften: 4. Platz (200 m Brust); 1985 bei den Europameisterschaften: 2. Platz (100 m), 3. Platz (200 m); 1986 Weltmeisterschaften: Sieger (200 m), 2. Platz (100 m); 1987 dreifache EM (100 m, 200 m, 4 x 100-m-Lagenstaffel); 1988 Olymp. Spiele: Siegerin (200 m), 3. Platz (100 m); VVO; Studium der Physiotherapie an der KMU Leipzig; Physiotherapeutin beim SC DHfK Leipzig. Seit 1993 verh. mit dem Kanuten Alexander Schuck; Anf. 1994 beendete sie ihre sportl. Laufbahn.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Hörnig, Johannes

* 1.4.1921 – ✝ 24.1.2001

Geb. in Leppersdorf (b. Dresden); Vater Maschinenarb.; 1927 – 35 Volksschule; 1935 – 40 Lehre u. Arbeit als Karosserieschlosser in der Fabrik Gläser-Karosserie Radeberg; 1940 – 45 Wehrmacht, Uffz. im Waffenmeisterdienst. 1945/46 SPD/SED; Okt. 1945 Neulehrerkurs; 1946 – 49 Lehrer an der Grundschule Obersteina (Krs. Kamenz); 1948 Erste u. 1950 Zweite Lehrerprüfung; ab Mai 1949 Sekr. des FDGB-Krs.-Vorst. Kamenz, ab 1.9.1950 Krs.-Schulrat in Kamenz; 1950 – 52 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1953 Sektorenltr., 1953/54 stellv. Abt.-Ltr. u. 1955 – 89 Ltr. der Abt. Wiss. des ZK der SED (Nachf. von  Kurt Hager); 1963 Kand. u. 1967 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1959, 1971 u. 1980 VVO; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1972 u. 1976 Verdienstmedaille der NVA; 1981 Ehrenspange zum VVO; Dr. phil. h. c. der KMU Leipzig; 1982 Honorarprof.; 1984 Held der Arbeit; gest. in Berlin.Die Aufgaben unserer Universitäten u. Hochschulen in der Forschung. Berlin 1969. Min. für Hoch- u. Fachschulwesen: Lieber J. Zwickau 1986.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hörz, Martin Ludwig

* 26.6.1909 – ✝ 6.9.1983

Geboren am 26. Juni 1909 in Mannheim, Sohn eines Zeichners. Er studierte in Heidelberg, ab 1931 in Berlin und wurde Vorsitzender der Sozialistischen Studentengruppe. Schon in Heidelberg ein bekannter Studentenführer, der sich z. B 1930 in einem Flugblatt (»Verantwortlich und Herausgeber Martin Hörz, Mannheim, D1,3«) gegen das »Rowdytum« der Nazis wandte und aufrief: »Kämpft mit uns für den Sozialismus auf deutschen Hochschulen. Wählt Liste 4, Sozialistische Studentengruppe.« 1931 zur KPD übergetreten, wurde Hörz 1932 Polleiter der Kostufra für das Deutsche Reich. Vom Herbst 1932 bis zu seinem Ausschluß als Trotzkist war Hörz Vorsitzender der Kommunistischen Studenten-Internationale. Er ließ sich im März 1933 exmatrikulieren, hatte Verbindung zum AM-Apparat, verschaffte Hans Kippenberger ein illegales Quartier. Er wurde Ende 1934 verhaftet und am 26. März 1935 vom Berliner Kammergericht zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ab 1936 in illegalen trotzkistischen Studentenorganisationen aktiv, flüchtete er im Juli 1939 nach Dänemark und im August 1940 nach Schweden. Er fand Arbeit als Bibliothekar und lebte in Enköping in Schweden. Martin Ludwig Hörz starb dort am 6. September 1983.

Wer war wer in DDR

Hübchen, Henry

* 20.2.1947

Geb. in Berlin; bereits als Kind u. Jugendl. diverse Filmrollen, darunter 1965 im ersten DEFA-Indianerfilm »Die Söhne der großen Bärin«; Abitur, anschl. zwei Semester Physikstudium; 1968 – 71 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin-Schöneweide; Debüt in Magdeburg, hier u. a. in Schillers »Die Räuber«, Büchners »Dantons Tod« u. Kleists »Amphitryon«; 1974 von  Benno Besson an der Berliner Volksbühne engagiert, hier u. a. in Stücken von  Heiner Müller wie »Der Bau«, »Die Bauern« u. »Die Schlacht«; 1985 in Ibsens »Nora« am Theater Anklam (R:  Frank Castorf); seit den 1970er Jahren auch regelmäßig für Film- u. Fernsehen tätig, 1974 in der  Jurek-Becker-Verfilmung »Jakob der Lügner«, 1975 in »Die Moral der Banditen«, 1982 in »Der Bastard« (TV), 1986 in »Das wirkliche Blau« nach einer Novelle von  Anna Seghers; schrieb Songs für die Rockgruppe »City« (»Casablanca«); 1980 u. 1981 DDR-Meister im Windsurfen. Nach 1990 enge Zusammenarb. mit Castorf an der Volksbühne; 1994 u. 2001 »Schauspieler des Jahres«, 2000 »Berliner Theaterpreis« (zus. mit Castorf); führt am Theater gelegentl. auch Regie, u. a. in Molières »Der Menschenfeind« (Friedrich-Luft-Preis 1993); Filmrollen u. a. 1998 im TV-Mehrteiler »Der König von St. Pauli«, 1999 in »Sonnenallee« u. »Warten ist der Tod« (Adolf-Grimme-Preis 2000), 2003 –05 als TV-Kommissar in »Polizeiruf 110«, 2004 in »Alles auf Zucker« (Dt. Filmpreis 2005), ab 2005 »Commissario Laurenti«, 2009 »Whisky mit Wodka«; lebt in Berlin.Matthias Braun / Christian Krause

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Hübner, Werner

* 17.7.1931

Geb. in Jauer (Niederschles./Jawor, Polen); Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule; 1946 FDJ u. SED; Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1949 – 51 ABF, Abitur; 1951 – 55 Studium an der HU Berlin, Abschl. als Oberstufenlehrer für Geschichte; 1955 – 64 Instrukteur in der Abt. S (Sicherheit) des ZK der SED; 1959 Lehrgang an der Politschule der NVA in Berlin-Treptow; 1965 Oberst; 1964 – 79 Ltr. der Arbeitsgr. Soz. Wehrerziehung; 1960 – 64 Aspirantur an der KMU Leipzig, Prom. zum Dr. phil.; 1973 – 77 Aspirantur am Militärgeschichtl. Inst., Habil., Dr. sc. phil.; 1979 – 90 Sektorenltr. in der Abt. für Sicherheitsfragen des ZK der SED; 1987 Gen.-Major; 1974 u. 1987 VVO.Andreas Herbst

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Huchel, Peter

* 3.4.1903 – ✝ 30.4.1981

Geb. in Lichterfelde (b. Berlin) als Hellmut Huchel (1930 Annahme des Namens Peter); Vater Berufssoldat, Beamter im preuß. Staatsdienst; 1923 Abitur; ab 1918 erste Gedichtversuche; 1923 – 26 Studium der Lit. u. Philos. in Berlin, Freiburg i. Br. u. Wien; 1927 – 30 Reisen nach Frankreich, Rumänien, Ungarn u. in die Türkei; 1928 längerer Parisaufenthalt; 1930 – 36 Publ. in »Die Liter. Welt«, »Das Innere Reich«, »Die Kolonne«, »Vossische Ztg.«; die frühe Lyrik ist stark von der märk. Landschaft geprägt; 1931 gem. Wohnung mit  Alfred Kantorowicz; 1932 Preis der Ztschr. »Kolonne« für den Lyrikband »Der Knabenteich«; 1934 – 40 Rückzug nach Michendorf (b. Berlin); Arbeit als Hörspielautor (14 Hörspieltexte) u. a. für den Reichssender Berlin u. den Dt. Kurzwellensender, dort Adaption der Reportage »Die Greuel von Denshawai« von George B. Shaw (1940); 1941 – 45 Soldat bei der Luftwaffe, sowj. Gefangenschaft. Aug./Sept. 1945 Lehrgang an der Antifa-Schule Rüdersdorf; danach Dramaturg u. persönl. Ref. des Sendeltr. des Berliner Rundfunks; 1946 Chefdramaturg, dann Sendeltr., 1947/48 Künstler. Dir.; 1949 Mitgl. im PEN-Zentrum Dtl., später im PEN-Zentrum Bundesrep. Dtl.; 1949 – 62 erster Chefred. der Ztschr. »Sinn u. Form«, als erstes Heft erscheint das berühmte »1. Sonderheft  Bertolt Brecht«; Veröff. eines breiten Spektrums der Weltlit. u. Lit.-Theorie (u. a. frz. Existenzialisten, russ. Formalisten, Franz Kafka, Walter Benjamin,  Ernst Bloch, Theodor W. Adorno u. v. m.); 1951 NP für den Band »Gedichte«; 1952 – 71 Mitgl. der DAK/AdK; 1952 anläßl. der Formalismusdebatte Veröff. von Bertolt Brechts Verteidigung des Werks von Ernst Barlach, Veröff. eines Ausschnitts von  Hanns Eislers »Doktor Faustus« in »Sinn u. Form«; 1953 Versuch  Alexander Abuschs, P. H. als Chefred. abzusetzen; 1955 Fontane-Preis des Bez. Potsdam; 1957 Korr. Mitgl. der Hamburger AdK; nach heftigen Anfeindungen gegen P. H.s parteiunabh. künstler.-verleger. Konzeption 1962 Rücktritt als Chefred. (letztes Heft: 5/6 mit Texten u. a. von  Hans Mayer, Isaak Babel, Paul Celan, P. H.); 1963 Theodor-Fontane-Preis Berlin (West) für den Lyrikband »Chausseen Chausseen«, Annahme trotz der Forderung  Alfred Kurellas, den Preis zu verweigern; 1963 – 65 Ermittlungen des MfS im Operativen Vorlauf (VAO) »Ahornkrs.« wegen der krit. Positionen zum Kunstprogramm der SED (»Bitterfelder Weg«); 1963 – 71 fakt. Publikationsverbot in der DDR, Reiseverbot; 1965 nach Berufung an den Lehrstuhl für Poetik an die Univ. Frankfurt (Main) Verweigerung der Ausreisegenehmigung durch DDR-Behörden; 1965 Preis der jungen Generation Hamburg u. 1968 Großer Kunstpreis des Landes NRW, wegen Reiseverbots jeweils Verleihung in Abwesenheit; ab 1968 völlige Isolierung in Wilhelmshorst (b. Potsdam), Konfiszierung der Post, Überwachung der Familie durch das MfS; nach Interventionen der AdK Berlin (West), Hamburg u. Bayern, des Präs. des Internat. PEN, David Carrer, u. Heinrich Bölls im April 1971 Ausreise aus der DDR zunächst nach Italien (Ehrengast der Villa Massimo), dann Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; Johann-Heinrich-Merck-Preis der Akad. für Sprache u. Dichtung Darmstadt; ab 1972 zahlr. Reisen in westeurop. Länder; 1976 Mitgl. des Ordens »Pour le mérite« (Bonn); 1979 Mitgl. der Bayr. Akad. der schönen Künste, der Dt. Akad. für Sprache u. Dichtung Darmstadt, der Societé Européenne (Venedig) u. der Comes (Rom); zahlr. in- u. ausländ. Lit.-Preise; gest. in Staufen (b. Freiburg i. Br.); 1982 u. 1988 erschienen erstmals wieder Gedichte von P. H. in »Sinn u. Form« (1982) 1 u. (1988) 6; 1984 Stiftung des Peter-Huchel-Preises durch das Land Baden-Württemberg u. den Südwestfunk Baden-Baden. Mit seiner freirhythmischen, astrophischen u. unpathetischen Lyrik trug P. H. maßgebl. dazu bei, den aufklärerischen u. didaktischen Poesiekanon der DDR-Lyrik (Bertolt Brecht,  Johannes R. Becher) zur Moderne hin zu öffnen.Gedichte. Berlin 1948; Die Sternenreuse. Gedichte 1925 – 1947. München 1967; Gezählte Tage. Frankfurt (Main) 1972; Die Neunte Stunde. Frankfurt (Main) 1979; Gesammelte Werke in zwei Bänden. Frankfurt (Main) 1984 (Hrsg. A. Vieregg); Die Gedichte. Frankfurt (Main) 1997. Vieregg, A. (Hrsg.): P. H. Materialienbd. Frankfurt (Main) 1986; Schoor, U.: Das geheime Journal der Nation. Die Ztschr. »Sinn u. Form«. Chefred.: P. H. 1949 – 1962. Berlin u. a. 1992; Nijssen, H.: Der heimliche König: Leben u. Werk von P. H. Würzburg 1998; Die brüchige Idylle: P. H.s Lyrik zwischen Magie u. Entzauberung. Frankfurt (Main) 1998; Wieczorek, S.: Erich Arendt u. P. H. Kleine Duographie sowie vergleichende Lektüre der lyr. Werke. Marburg 2001; Seiler, L., Walther, P. (Hrsg.): P. H. Text u. Kritik. München 2003.Andreas Kölling

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Hummeltenberg, Max

* 8.10.1913 – ✝ 25.3.2004

Geb. in Remscheid; Volksschule u. Gymnasium, Abitur; Studium der Kunstgeschichte u. Psychol. an der Univ. Marburg, Prom. zum Dr. phil.; 1937 NSDAP; Wehrmacht, sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule, Angeh. des NKFD. 1950 Rückkehr nach Dtl.; NDPD; Dir. der Schule des NDPD-Landesvorst. Sachsen-Anh.; 1951 Abt.-Ltr. im NDPD-PV; persönl. Ref. des Pol. Geschäftsf. der NDPD; 1952/53 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Leipzig; 1953 – 55 Vors. des NDPD-Bez.-Vorst. Potsdam; 1955/56 stellv. Chef u. 1956 – 59 Chef des Protokolls im MfAA; 1958 Vorstandsmitgl. der Arbeitsgemeinschaft ehem. Offiziere (AeO) u. 1958 – 71 Chefred. des Mitteilungsblatts der AeO; anschl. bis 1978 wiss. Mitarb. am Inst. für Militärgeschichte in Potsdam; Übersetzer zahlr. Kinderbücher aus dem Russ., u. a. von Arkadi Gaidars »Timur u. sein Trupp«, »Die Feuertaufe« u. »Das Schicksal des Trommlers«; 1965 u. 1978 VVO.Vorstellungstypus, Gedächtnis u. Gesamtpersönlichkeit. Leipzig 1939.Andreas Herbst

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Huniat, Günther

* 23.9.1939

Geb. in Thammühl (b. Hirschberg) (Böhmen / Stare Splavny, Tschechien); Vater Kunstschlosser, Mutter Hausfrau; 1946 Umsiedl. nach Dtl.; Lehre als Möbeltischler; 1958 – 61 Besuch des Päd. Inst. in Leipzig; 1965 – 68 Studium der Sozialpäd. in Ludwigsfelde, bis 1970 Arbeit in diesem Beruf in Leipzig; autodidakt. Arbeit als Künstler, seit 1973 freischaff. in Leipzig, Arbeitsgebiete Malerei, Skulptur, Objekte, Grafik, Zeichnung, baugebundene Kunst; 1971 VBK; 1980 mit  Frieder Heinze Gründung der Freiluftgalerie Stötteritz; zus. mit  L. Dammbeck,  G. Firit,  H.-H. Grimmling,  F. Heinze u.  O. Wegewitz; seit Ende der 1970er Jahre Arbeit an den intermedialen Ausstellungskonzepten »Tangente I« u. »Tangente II«; 1984 Mit-Initiator des »1. Leipziger Herbstsalons«, einer außerhalb des VBK org. Ausstellung im Leipziger Messehaus am Markt. Seit 1990 Mitgl. des Bundes Bildender Künstler Leipzig; 1994 Mitbegr. der 1. Leipziger Autorengalerie; lebt und arbeitet in Leipzig. Werke: Serie »Schwarzer Engel« (Malerei Acryl 1984 – 94), Serie »Spontane Physiognomien« (Mischtechnik, 1985 – 95 u. seit 2005), Serie »Physiognomien eines Vogelfluges« (1985 – 98).Meißner, G.: Leipziger Künstler der Gegenwart. Leipzig 1997; Thomas, K.: Die Malerei in der DDR 1949 – 79. Köln 1980; Die Einübung der Außenspur. Die andere Kultur in Leipzig 1971 – 90, hrsg. von Grundmann, U., Michael, K. u. Seufert, S. Leipzig 1996; Boheme und Diktatur in der DDR. Gruppen, Konflikte, Quartiere, hrsg. von Kaiser, P. u. Petzold, C., Berlin 1997.Doris Liebermann

Wer war wer in DDR

Huth, Karl

* 27.7.1894 – ✝ 8.10.1957

Geb. in Bad Frankenhausen (Kyffhäuser); Vater Weißgerber; 1901 – 09 Knabenbürgerschule in Frankenhausen; 1909 – 12 Ausbildung zum Schriftsetzer, danach Gehilfe; 1911 Mitgl. im Verb. dt. Buchdrucker; 1912 – 19 SPD; ab 1913 Wanderschaft, 1914 Buchdruckergehilfe in Hannover; Okt. 1914 – 18 Militärdienst, Uffz., 1917 EK; 1919 Schriftsetzer in Frankenhausen; Jan. 1920 KPD; 1920 – 22 Betriebsltr. der Genossensch. Braunschweig; 1922 – 25 Geschäftsf. der »Niedersächs. Arbeiterztg.« der KPD; 1925 – 33 Geschäftsf. des »Ruhrechos« (Essen); 1927 Mstr.; 1928 – 30 mit Parteiauftrag in die Schweiz u. Niederlande; März 1933 – Okt. 1934 wegen »Vorber. zum Hochverrat« verhafet, Haft in Bochum; 1935 – 45 Mstr. in Leipzig, Hannover, Altenburg; 1936 arbeitslos. 1945/46 KPD/SED; Ltr. der SPD-Druckerei in Altenburg, ab Aug. 1945 der Druckereien u. Verlage beim ZK der KPD; Mitbegr. der Zentrag, dann Geschäftsf.; 1946 VVN; Druckerei des »Neuen Dtl.«; 1947 mit Parteiauftrag in Österreich; ab 1949 »Sonderaufg.«; bis Febr. 1951 Ltr. der »Phönix-Druckerei« in Berlin; 1957 Genesungskur in der UdSSR; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth