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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Holtz, Jürgen

* 10.8.1932

Geb. in Berlin; Vater Kaufm. u. Kunsthandwerker; 1939 – 47 Volks- u. OS in Berlin bzw. 1943 – 45 in Coburg (Evakuierung); 1948 – 52 Schulfarm Scharfenberg zunächst in Berlin-Tegel, dann in Dölln u. Himmelpfort, Abitur; 1952 / 53 Schauspielstudium am Theaterinst. in Weimar, 1953 – 55 an der Theaterhochschule in Leipzig; 1955 – 57 Engagements am Theater in Erfurt, 1957 – 60 in Brandenburg (Havel), 1960 – 64 in Greifswald, 1964 – 66 an der Berliner Volksbühne, 1966 – 74 am Dt. Theater Berlin u. 1974 – 77 am Berliner Ensemble, 1977 – 83 wieder an der Volksbühne; Rollen in vielen Klassiker-Stücken von Shakespeare bis  Heiner Müller, u. a. Titelrolle in der Maßstäbe setzenden Uraufführung »Moritz Tassow« von  Peter Hacks in der Insz. von  Benno Besson in Greifswald, arbeitete un- ter  A. Dresen,  F. Solter,  W. Heinz,  R. Berghaus,  B. Tragelehn,  F. Marquardt,  E. Schleef u. a.; 1964 – 74 nebenbei Doz. an der Schauspielschule Berlin; außerdem in Film- u. Fernsehrollen, z. B. in DEFA-Filmen: »Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow«, 1968, Regie:  Siegfried Kühn), u. »Das Licht auf dem Galgen«, 1976, (R: Helmut Nitzschke); zahlr. Hörspielaufnahmen beim Rundfunk der DDR u. der ARD; Gastengagements 1978 am Schauspielhaus Hamburg (Titelrolle in dem Brecht-Stück »Fatzer«) u. 1981 / 82 am Schauspielhaus Bochum (in H. Müllers »Der Auftrag«); blieb 1983 in der Bundesrep. Dtl.; Engagement am Münchner Residenztheater; 1985 – 90 u. 1992 –95 am Schauspielhaus Frankfurt (Main). 1990 Adolf-Grimme-Preis; nebenbei auch Filmarbeit, u. a. als Karl Kautsky in »Rosa Luxemburg« (1986, Regie Margarethe von Trotta); 1991 Gastrolle am Schauspielhaus Zürich; 1993 große Popularität in der Titelrolle der Fernsehserie »Motzki« (von Wolfgang Menge); 1995 – 2000 wieder Engagement am Dt. Theater Berlin; seit 2000 Gast im Berliner Ensemble, u. a. in »Katarakt« von Rainald Goetz (1993 Gertrud-Eysoldt-Ring für die Darstellung des Alten), außerdem Gast am Nationaltheater Mannheim; weiterhin Filmrollen (»Good bye, Lenin!«, 2003, Regie Wolfgang Becker) u. zahlr. Hörbücher.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Holz, Otto

* 25.7.1902 – ✝ 30.8.1963

Geb. in Roßlau (Krs. Zerbst); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Maler; 1919 SAJ; 1921 KJVD u. KPD; 1923 – 28 Ltr. des KJVD-UB Dessau; 1928/29 Techn. Ltr. u. Kassierer des RFB-Gau Magdeburg-Anh.; 1929 Pol.-Ltr. des KPD-UB Dessau; 1930/31 Kursant an der Internat. Lenin-Schule; nach Rückkehr erneut Pol.-Ltr. des KPD-UB Dessau, 1931 – 33 Abg. des Dessauer Gemeinderats; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit, 7.3.1933 inhaftiert, bis April »Schutzhaft«; Nov. 1934 erneut inhaftiert, Verurteilung durch das Berliner Kammergericht zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Coswig, Lager Börgermoor u. 1938 – 45 im KZ Sachsenhausen. 1945 Vors. der KPD-Ortsgr. in Roßlau; 1945 – 47 Stadtrat in Roßlau; 1946 SED; 1947 – 50 1. Sekr. der SED-KL Zerbst; 1950 Hauptref. in der ZPKK; 1950 – 63 Mitgl. der ZPKK u. dort Abt.-Ltr. des ZK der SED; 1956 VVO.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hommes, Gerhard Rudolf

* 28.3.1894 – ✝ 6.10.1955

(* 1894 – † 1955) Am 28. März 1894 in Hannover geboren; besuchte das Gymnasium und studierte Germanistik und Geschichte. Er machte das Examen für das Lehramt an höheren Schulen und war nach dem Weltkrieg drei Jahre im Schuldienst tätig. 1917 Mitglied der USPD, Delegierter auf dem Spaltungsparteitag der USPD und auf dem Vereinigungsparteitag mit der KPD im Dezember 1920. Von 1921 bis 1926 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft, er vertrat die KPD auch im Bürgerausschuß und war 1923 während des Hamburger Aufstandes in der Militärleitung der KPD. Delegierter des VIII. Parteitags 1923, als Kandidat in den ZA der KPD gewählt. Von 1921 bis 1926 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, dann an die »Sächsische Arbeiterzeitung« nach Leipzig versetzt. Da er zur linken Opposition zählte, kam er 1927 nicht mehr in die Bürgerschaft. Ende der zwanziger Jahre trat Hommes der SPD bei, zog sich aber in der Folgezeit von der Politik zurück. Nach 1933 emigriert, kam während des Krieges nach Südamerika. Gerhard Hommes starb am 6.Oktober 1955 in Bogota/Kolumbien.

Wer war wer in DDR

Honigmann, Georg Friedrich Wolfgang

* 6.10.1903 – ✝ 4.11.1984

Geb. in Wiesbaden in einer jüd. Familie; Vater Internist u. Medizinhistoriker; Gymnasium, 1923 Abitur; 1923 – 27 Studium der Philos. u. Germanistik an den Univ. Berlin, Breslau, Prag u. Gießen, 1929 Prom. mit der Arbeit »Die sozialen u. polit. Ideen im Weltbild Georg Büchners«; Journalist in Frankfurt (Main) u. Düsseldorf, Ende der 20er Jahre bis 1933 Korrespondent der »Vossischen Ztg.« (Außenpol. u. Wirtschaft) in Berlin; nach 1933 Emigr. nach Großbritannien; Journalist u. Red. für die Agenturen Exchange Telegraph, Reuter u. Extel; arbeitete in England zus. mit seiner Frau Alice »Lizzy« Kohlmann für einen sowj. Nachrichtendienst; zul. Chefkorrespondent der Agentur Reuter. Mai 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Mitarb. im Sowj. Nachrichtenbüro (SNB) in Berlin-Weißensee; 1946 – Febr. 1948 Chefred. u. Lizenzträger der Ztg. »Berlin am Mittag«; 1948/ 49 stellv. Chefred. der »Berliner Ztg.«; 1949 – 53 Chefred. der »BZ am Abend«; danach für die DEFA tätig (Chefdramaturg der »Stacheltier«-Prod.); 1963 Autor der TV-Dokumentation »Die Geschäfte des Axel Caesar Springer«; Sept. 1963 – 68 Dir. des Berliner Kabaretts »Die Distel« (Nachf. von Hans Krause); »Silberner Lorbeer« des DDR-Fernsehfunks; in zweiter Ehe verh. mit  Gisela May, in dritter Ehe mit der Kunshistorikerin Liselotte Honigmann-Zinserling; gest. in Weimar.Vom Stacheltier gepieckt. Berlin 1960 (Mitautor); Chef weist an oder Der Fall des William Randolph Hearst. Berlin 1972; Kapitalverbrechen oder Der Fall des Geheimrats Hugenberg. Berlin 1976. Ash, T. G.: Die Akte »Romeo«. München, Wien 1997.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hopffe, Günther

* 19.7.1896 – ✝ 9.4.1940

Geboren am 19. Juli 1896 in Berlin; Handlungsgehilfe, Büroangestellter, später Redakteur. 1914 Mitglied der SPD, im April 1916 Teilnehmer der Jenaer »Osterkonferenz« oppositioneller junger Sozialdemokraten und am 1. Mai 1916 der Antikriegsdemonstration mit Karl Liebknecht auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Als Anhänger des Spartakusbundes gehörte er im Oktober 1918 mit Leo Flieg, Fritz Globig u. a. der ersten Zentrale der FSJ an. Seit 1919 in der KPD, wurde Hopffe letztmalig auf dem 8. KJD-Reichskongreß im Mai 1924 in Leipzig in die Zentrale gewählt. Er galt als theoretischer Kopf im Jugendverband. 1921 forderte er in einem Artikel in der »Roten Fahne« unter dem Titel »Neuen Stürmen entgegen« den Rücktritt aller Verantwortlichen der KPD-Zentrale. 1928 aus Protest gegen die ultralinke Politik aus der KPD ausgeschlossen, trat er der KPO bei. Hopffe schrieb in deren Zeitschriften »Gegen den Strom« und in der »Arbeiterpolitik«. 1932 verließ er mit der Minderheit die KPO und ging zur SAP, war zeitweise Polleiter für den Bezirk Berlin-Brandenburg und Mitglied der erweiterten SAP-Reichsleitung. Ende 1933 emigrierte er nach Dänemark und gehörte der Kopenhagener SAP-Gruppe an. Hopffe kritisierte die enge Zusammenarbeit von Teilen der SAP-Auslandsleitung um Jacob Walcher mit der KPD, die Distanzierung von der befreundeten POUM während des Spanischen Bürgerkrieges und die unkritische Haltung zu den Schauprozessen in Moskau. Deshalb wurde er Ende 1937 aus der SAP ausgeschlossen. Die in Prag erscheinende kommunistische »Deutsche Volkszeitung« meldete am 8. Januar 1938, Günther Hopffe sei wegen »trotzkistischer Umtriebe« aus der SAP ausgeschlossen worden. Die Mehrheit der SAP-Gruppe in Kopenhagen stand jedoch zu ihm und unterstützte die von Walter Fabian geführte Gruppe »Neuer Weg«. Im April 1939 von den NS-Behörden ausgebürgert, versuchte er nach der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 zusammen mit zwei Genossen in einem Ruderboot über den Belt nach Schweden zu gelangen. Günther Hopffe soll in der Ostsee ertrunken sein.

Wer war wer in DDR

Hoppe, Rolf

* 6.12.1930

Geb. in Ellrich (Harz); Vater Bäcker; Volksschule; Ausbildung zum Bäcker; Gründung einer Laienspielgr. in Nordhausen; Schauspielstudium am Landeskonservatorium Erfurt; 1949 Engagement in Erfurt; nach Krankheit Tierpfleger im Leipziger Zoo; Engagements 1951 am Theater der Jungen Garde Halle, 1952/53 in Greifswald, 1954/55 am Jugendtheater Leipzig, 1955 – 61 in Gera, 1962 – 86 am Staatstheater Dresden. Bühnenrollen u. a.: in Heinrich Kleists »Der zerbrochene Krug«, Sophokles’ »Elektra«, Friedrich Dürrenmatts »Besuch der alten Dame«, »Die Physiker«; seit 1963 bei Film u. Fernsehen (spielte in über 120 Prod.), u. a. in:  Günther Rückers »Die besten Jahre« (1965),  Konrad Wolfs »Goya« (1971), »Orpheus in der Unterwelt« (nach Jacques Offenbach), »Die Brüder Lautensack« (1973) (nach Lion Feuchtwanger),  Karl Georg Egels »Dr. Schlüter« (1965/66, TV), »Sachsens Glanz u. Preußens Gloria« (TV),  Frank Beyers »Der Bruch« u. zahlr. anderen Filmen, darunter mehreren Indianerfilmen; ab 1984 Mitgl. des Schauspielerensembles der DEFA, gleichz. Arbeiten bei ARD u. ZDF; seit 1985 internat. Filmprod., u. a. »Die Grünstein-Variante« (Bundesrep. Dtl.), »Mephisto« (Ungarn/Bundesrep. Dtl.), »Frühlingssinfonie« (Bundesrep. Dtl.); 1971 Kunstpreis der DDR für »Goya«; 1982 Preis der Film- u. Fernsehkritik des ungar. Journalistenverb. für »Mephisto«; 1989 NP für das künstler. Gesamtschaffen. Nach 1990 weitere TV- u. internat. Filmrollen, u. a. in »Mario u. der Zauberer« (R: Klaus Maria Brandauer, 1993), »Palmetto – Dumme sterben nicht aus« (R: Volker Schlöndorff, 1998), »Hans im Glück« (R: Rolf Losansky, 1999); 1997 Adolf-Grimme-Preis; Lessing-Preis des Freistaates Sachsen; »Tatort: Der schwarze Troll« (2003); »Wilsberg – Tod einer Hostess« (2003); »Hart am Wind« (2004); »Donna Leon – Acqua Alta« (2004); »Alles auf Zucker« (2005); »Comissario Laurenti« (2007/08); 2005 »Goldene Henne« für sein Lebenswerk; 2007 Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden; lebt in Weißig (b. Dresden) u. bestreitet auf Schloß Weesenstein musikal.-lit. Veranstaltungen.Görner, E. (Hrsg.): Der Schauspieler R. H. – Von Dresden in die Welt (mit Rollenverz.). Berlin 1996; Zumpe, D.: R. H.: Geträumtes Leben – gelebte Träume. Dresden 2007.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Höppner, Reinhard

* 2.12.1948 – ✝ 9.6.2014

Geb. in Haldensleben (b. Magdeburg), aufgew. in Magdeburgerforth (Krs. Burg); Vater Pfarrer, Mutter Katechetin; 1963 – 67 EOS in Prösen (Krs. Liebenwerda) u. Berufsausbildung zum Elektromonteur im Braunkohlenkombinat Lauchhammer; Teiln. an Mathematikolympiaden in Bulgarien u. Jugosl.; 1967 – 71 Mathematikstudium an der TU Dresden; Engagement in der ev. Studentengemeinde; 1971 – 90 Lektor im Akad.-Verlag Berlin, Fachgebietsltr. für Mathematik; seit 1972 Mitgl. der Synode der Kirchenprovinz Sachsen, seit 1980 Präses; Mitarb. an kirchl. Programmdokumenten, u. a. »Bekennen in der Friedensfrage«; Engagement in der Diskussion über Kirche im Soz.; 1974 – 76 NVA-Grundwehrdienst, Fahrer eines Sanitätskraftwagens; 1976 Prom. auf dem Gebiet der Wahrscheinlichkeitstheorie an der TU Dresden, Dr. rer. nat. Dez. 1989 SDP; Febr. 1990 Mitgl. des PV der SPD (DDR); März – Okt. 1990 Abg. u. Vizepräs. der Volkskammer; Sept. 1990 (mit der Vereinigung beider sozialdemokrat. Parteien) Mitgl. des PV der SPD; Vizepräses der Synode der Ev. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen; Okt. 1990 – 2006 MdL Sachsen-Anh., stellv. Landesvors. der SPD Sachsen-Anh.; 1990 – 94 Vors. der SPD-Fraktion; 1994 Präses der Synode der Kirchenprovinz Sachsen; Juli 1994 – Mai 2002 Min.-Präs. von Sachsen-Anh. (Nachf. von  Christoph Bergner); 2001 – 07 Mitgl. im Vorst. des Präsidiums des Dt. Ev. Kirchentags u. 2007 Präs. des Dt. Ev. Kirchentags in Köln; Mitgl. im Beirat zur Förderung, Unterstützung u. Begleitung des Projekts »Bibel in gerechter Sprache«.Hochschule 2000. Bonn 1990; Segeln gegen den Wind. Stuttgart 1996; Fragen zur dt. Einheit. Halle 1998; Acht unbequeme Jahre. Innenansichten des Magdeburger Modells. Halle (Saale) 2003; Wandern über das Wasser. Stuttgart 2003; Arbeit aus, alles aus? Anderbeck 2005; Versucht es doch. Gütersloh 2007; Wunder muss man ausprobieren. Berlin 2009.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Horn, Richard

* 20.2.1904 – ✝ 11.11.1977

Geb. in Marienthal (Krs. Zittau); Vater Brunnenbauer; Volksschule; 1918 – 29 Lehre u. Arbeit als Schlosser; 1923 KPD; 1929 Arbeit als Schweißer; 1930 – 33 erwerbslos bzw. Gelegenheitsarb.; 1933 Emigr. in die ČSR; illeg. Parteiarbeit; 1937 – 39 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg, Politkommissar einer Komp.; 1939 Internierung in Frankreich; 1940 dt. Gefangenschaft, unter falschem Namen Zwangsarbeit in Brüx. 1945 Bürgermstr. in Hirschfelde (Krs. Zittau); 1947 Sekr. im FDGB-Krs.-Vorst. Zittau; 1948 Kontrollbeauftr. der Landeskontrollkommission in Zittau; Okt. 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 LV Sachsen des MfS), Ltr. der Krs.-Dienststelle Großenhain; Mai 1952 Stellv. Operativ des Ltr. der LV Sachsen; Juli 1952 Ltr. der BV Neubrandenb., Nov. 1953 auf eigenen Wunsch von der Funktion entbunden; 1953 Oberst-Ltn.; Febr. 1954 stellv. Operativ des Ltr. der BV Neubrandenb.; Nov. 1954 Entlassung auf eigenen Wunsch; Abt.-Ltr. beim Rat des Krs. Neustrelitz, dann stellv. Vors. des Rats des Krs. Templin; 1956 Abt.-Ltr. beim Rat des Krs. Bernau; 1960 Mitarb. der Kaderabt. in der HS des FDGB; 1961 Entlassung, Rentner; 1974 VVO; gest. in Bernau.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Hörner, Silke

* 12.9.1965

Geb. in Leipzig; Vater Radsporttrainer; ab 1975 mit dem Wettkampftraining begonnen; Mitgl. des SC DHfK Leipzig (Trainer: Jochen Rudloff, ab 1983 Stefan Hetzer); Spezialdisz.: 100 u. 200 m Brust; viermal WR; 1982 bei den Weltmeisterschaften: 4. Platz (200 m Brust); 1985 bei den Europameisterschaften: 2. Platz (100 m), 3. Platz (200 m); 1986 Weltmeisterschaften: Sieger (200 m), 2. Platz (100 m); 1987 dreifache EM (100 m, 200 m, 4 x 100-m-Lagenstaffel); 1988 Olymp. Spiele: Siegerin (200 m), 3. Platz (100 m); VVO; Studium der Physiotherapie an der KMU Leipzig; Physiotherapeutin beim SC DHfK Leipzig. Seit 1993 verh. mit dem Kanuten Alexander Schuck; Anf. 1994 beendete sie ihre sportl. Laufbahn.Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Hörnig, Johannes

* 1.4.1921 – ✝ 24.1.2001

Geb. in Leppersdorf (b. Dresden); Vater Maschinenarb.; 1927 – 35 Volksschule; 1935 – 40 Lehre u. Arbeit als Karosserieschlosser in der Fabrik Gläser-Karosserie Radeberg; 1940 – 45 Wehrmacht, Uffz. im Waffenmeisterdienst. 1945/46 SPD/SED; Okt. 1945 Neulehrerkurs; 1946 – 49 Lehrer an der Grundschule Obersteina (Krs. Kamenz); 1948 Erste u. 1950 Zweite Lehrerprüfung; ab Mai 1949 Sekr. des FDGB-Krs.-Vorst. Kamenz, ab 1.9.1950 Krs.-Schulrat in Kamenz; 1950 – 52 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1953 Sektorenltr., 1953/54 stellv. Abt.-Ltr. u. 1955 – 89 Ltr. der Abt. Wiss. des ZK der SED (Nachf. von  Kurt Hager); 1963 Kand. u. 1967 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1959, 1971 u. 1980 VVO; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1972 u. 1976 Verdienstmedaille der NVA; 1981 Ehrenspange zum VVO; Dr. phil. h. c. der KMU Leipzig; 1982 Honorarprof.; 1984 Held der Arbeit; gest. in Berlin.Die Aufgaben unserer Universitäten u. Hochschulen in der Forschung. Berlin 1969. Min. für Hoch- u. Fachschulwesen: Lieber J. Zwickau 1986.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hörz, Martin Ludwig

* 26.6.1909 – ✝ 6.9.1983

Geboren am 26. Juni 1909 in Mannheim, Sohn eines Zeichners. Er studierte in Heidelberg, ab 1931 in Berlin und wurde Vorsitzender der Sozialistischen Studentengruppe. Schon in Heidelberg ein bekannter Studentenführer, der sich z. B 1930 in einem Flugblatt (»Verantwortlich und Herausgeber Martin Hörz, Mannheim, D1,3«) gegen das »Rowdytum« der Nazis wandte und aufrief: »Kämpft mit uns für den Sozialismus auf deutschen Hochschulen. Wählt Liste 4, Sozialistische Studentengruppe.« 1931 zur KPD übergetreten, wurde Hörz 1932 Polleiter der Kostufra für das Deutsche Reich. Vom Herbst 1932 bis zu seinem Ausschluß als Trotzkist war Hörz Vorsitzender der Kommunistischen Studenten-Internationale. Er ließ sich im März 1933 exmatrikulieren, hatte Verbindung zum AM-Apparat, verschaffte Hans Kippenberger ein illegales Quartier. Er wurde Ende 1934 verhaftet und am 26. März 1935 vom Berliner Kammergericht zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ab 1936 in illegalen trotzkistischen Studentenorganisationen aktiv, flüchtete er im Juli 1939 nach Dänemark und im August 1940 nach Schweden. Er fand Arbeit als Bibliothekar und lebte in Enköping in Schweden. Martin Ludwig Hörz starb dort am 6. September 1983.

dissidenten.eu

Hradílek, Tomáš

* 1945

Sprecher der *Charta 77 und Mitarbeiter des *Komitees zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten. Mitbegründer der *Bewegung für Bürgerfreiheit.Tomáš Hradílek wurde 1945 im mährischen Lipník nad Bečvou als Sohn eines Finanzbeamten geboren. Er studierte Zootechnik an der Hochschule für Landwirtschaft in Brünn (Brno) und arbeitete außerdem als Assistent am Lehrstuhl für Genetik. In der Überzeugung, Einfluss auf die politische Entwicklung nehmen zu können, trat er der Kommunistischen Partei bei. Im Sommer 1967 begann er einen einjährigen Militärdienst und war auch zur Zeit des *Einmarsches von Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei noch zwei Wochen beim Militär. Hradílek setzte sich aktiv für den Reformprozess ein. Auf einem Parteiaktivistentreffen im April 1969 äußerte er offene Kritik, woraufhin er gezwungen wurde, seine Arbeit als Zootechniker in einem staatlichen Landwirtschaftsbetrieb aufzugeben. Im August 1969 beantragte Hradílek die Aufhebung seiner Parteimitgliedschaft. Ab Dezember 1969 arbeitete er in einer Produktionsgenossenschaft in Lipník. Aufgrund seiner angeblichen antisowjetischen und antisozialistischen Ansichten verlor er dort seinen Leitungsposten und arbeitete forthin als Sachbearbeiter im Verkauf. Im Herbst 1976 verweigerte Hradílek gemeinsam mit seiner Frau demonstrativ die Beteiligung an den Wahlen. Nach Gründung der *Charta 77 entschied er sich, deren Erklärung zu unterzeichnen. Unter Druck des Sicherheitsdienstes wurde er kurz darauf von seiner Arbeit entlassen und blieb bis 1990 Arbeiter in einem Sägewerk der Nordmährischen Holzfabriken. Nach Unterzeichnung der Erklärung der *Charta 77 knüpfte Hradílek Kontakte zu anderen Unterzeichnern. 1979 wurde er Mitarbeiter des *Komitees zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten (Výbor na obranu nespravedlivě stíhaných; VONS) und zwei Jahre später Mitglied der Sprechergruppe der *Charta 77. Ende der 70er und in der ersten Hälfte der 80er Jahre lebte Hradílek unter ständiger Bewachung durch die Staatssicherheit, war jedoch keiner schwereren Verfolgung ausgesetzt. Im März 1987 forderte er gemeinsam mit Rudolf Bereza in einem offenen Brief den Rücktritt von Präsident Gustáv Husák. Dieser Brief löste ein großes Echo aus und trug deutlich dazu bei, dass sich oppositionelle Initiativen über den Kreis der traditionellen Zentren in Prag und Brünn hinaus ausdehnten. Auf der Parade zum 1. Mai 1987 in Olomouc (Olmütz) entfalteten Tomáš Hradílek und Rudolf Bereza vor der Haupttribüne ein Transparent mit der Losung „Charta 77 appelliert an die Zivilcourage“. Zusammen mit dem Fotografen Michal Mrtvý wurde Hradílek für einige Tage inhaftiert und im Sommer 1987 zu einer Geldstrafe verurteilt. Im Herbst 1987 gründete er mit anderen die „Vereinigung der Freunde der USA“. Im Juni des darauffolgenden Jahres erstattete er gemeinsam mit Rudolf Bereza Strafanzeige wegen Staatsverrates gegen Vasiľ Biľak, einem Mitglied der kommunistischen Parteiführung, der im Sommer 1968 zum Einmarsch sowjetischer Truppen in die Tschechoslowakei aufgerufen hatte. Diese Strafanzeige rief eine starke Resonanz hervor und wurde nicht nur in Oppositionskreisen intensiv diskutiert. Hradílek nahm auch an den Treffen mit der polnischen Opposition teil und beteiligte sich 1988 an der Gründung der *Bewegung für Bürgerfreiheit (Hnutí za občanskou svobodu; HOS). Im Januar 1989 übernahm er zusammen mit Dana Němcová und Saša Vondra die Funktion des Sprechers der *Charta 77. Noch im gleichen Jahr wurde er wegen „Aufwiegelung zum Aufstand“ zu 13 Monaten Haft mit zweijähriger Bewährung verurteilt. Während der *Samtenen Revolution war Hradílek Sprecher des *Bürgerforums (Občanské fórum; OF) in Ostrava und Mitglied in dessen Koordinierungszentrum. Ende Dezember 1989 kam er durch Nachwahlen als Abgeordneter in die Föderalversammlung, das tschechoslowakische Parlament. Bei den ersten freien Wahlen im Juni 1990 wurde er erneut in die Föderalversammlung gewählt und behielt sein Mandat bis zu den nächsten Wahlen im Juni 1992. Im Juli 1990 wurde Hradílek kurzzeitig Innenminister des tschechischen Teilstaates in der Regierung von Petr Pithart. Nach vier Monaten gab er dieses Amt jedoch auf und zog sich aus dem politischen Leben zurück. Heute lebt er wieder in seiner Geburtsstadt Lipník nad Bečvou.Petr Pospíchal Aus dem Polnischen von Tim Bohse Letzte Aktualisierung: 06/15

Wer war wer in DDR

Holtz-Baumert, Gerhard

* 25.12.1927 – ✝ 17.10.1996

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; aufgew. bei Pflegeeltern; Volksschule, ab 1938 Realgymnasium in Berlin; 1943/44 Flakhelfer, 1944 RAD, 1945 Soldat, April 1945 Desertion; amerik. Kriegsgefangenschaft bis Juli 1945, Flucht. 1947 Abitur in Berlin; Org.-Sekr. im Jugendaussch. Berlin-Friedrichshain; 1947 – 49 Funktionär im FDJ-Stadtvorst. Berlin; 1947 SED; KB; 1948 Ltr. der FDJ-Schule Berlin-Rahnsdorf; 1948 – 51 stellv. Dir. im Haus der Kinder, dem späteren Zentralhaus der Jungen Pioniere; 1951 – 58 Chefred. der »ABC-Ztg.« u. der »Schulpost«; 1951 – 54 Fernstudium der Pädagogik; 1953 – 55 Abenduniv. Marx.-Lenin.; 1958/59 Studium am Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« in Leipzig u. Fernstudium der Journalistik (Abschl. 1966); seit 1959 DSV; 1959 – 61 Sekr. für Nachwuchsarbeit des DSV; ab 1961 freier Schriftst.; 1963 – 92 Chefred. der Reihe »Beiträge zur Kinder- u. Jugendlit.«; 1969 – März 1990 Mitgl. des Vorst. des SV; seit 1971 Mitgl. der Volkskammer, Aussch. für Kultur; 1972 Mitgl. des Präs. des SV; 1973 Heinrich-Heine-Preis; seit 1977 Vizepräs. des SV; seit 1976 Mitgl. der Jugendkommission beim PB; 1975 u. 1987 NP; 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1987 Dr. h. c. der PH »Karl F. W. Wander«; vom MfS seit 1957 als IM »François Villon« erf.; gest. in Heinrichsfelde (b. Gransee).Alfons Zitterbacke. Berlin 1958; Der kleine Trompeter. Berlin 1959; Alfons Zitterbacke hat wieder Ärger. Berlin 1962; Trampen nach Norden. Berlin 1975; Die pucklige Verwandtschaft. Berlin 1985; Heinz Keßler u. a. (Hrsg.): Briefe aus Moabit. Berlin 1993; Alfons Zitterbackes neuer Ärger. Leipzig 1995; Berlin, wie es im Buche steht. Lit. Spaziergänge. Berlin 1996; Berlin, wie es im Buche steht. Neue liter. Spaziergänge. Berlin 1999.Carsten Wurm

Handbuch Deutsche Kommunisten

Holzfäller, Karl

* 5.2.1884 – ✝ 29.1.1945

Geboren am 5. Februar 1884 in Köslin; Steinmetz, Soldat im Ersten Weltkrieg. Gegen Ende des Krieges fand er Anschluß an den Spartakusbund, gehörte einem Arbeiter- und Soldatenrat an und war seit Anfang 1919 in der KPD. Von 1921 bis 1929 Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung, 1931 zog er nach Woltersdorf bei Berlin, arbeitete dort in seinem Beruf und bildete Lehrlinge aus. Mit einem ehemaligen Steinmetz, der als Soldat in der Sowjetunion war, führte er einen Briefwechsel über dortige Zustände und die Schwierigkeiten der deutschen Soldaten. Einer seiner Söhne war bereits in der Sowjetunion gefallen. Als ein Freund dieses Sohnes ihn 1943 besuchte, begrüßte er diesen: »Schämst du dich nicht, hier in Uniform hinzukommen, wo wir doch unseren Sohn verloren haben?« Er beklagte auch, der Sohn sei gefallen, weil »ein Wahnsinniger sich gegen das wehrt, was kommt«. Um den jungen Mann zu überzeugen, schaltete er den Radiosender Moskau ein und lud weitere Bekannte dazu. Daraufhin wurde Holzfäller denunziert, am 11. November 1943 festgenommen und am 5. Januar 1945 vom VGH in Potsdam wegen »Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat« zum Tode verurteilt. Karl Holzfäller wurde am 29. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg-Görden durch das Fallbeil ermordet.

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Homuth, Willi

* 30.12.1922 – ✝ 19.2.1988

Geb. in Nebelin (Krs. Perleberg); Vater Landarb.; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schmied u. Maschinenbauer; 1941 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1949 Antifa-Schule Ogre (b. Riga). 1950 Rückkehr in die DDR; SED; Ltr. der Abt. Prop. der SED-KL Perleberg; Okt. 1950 Kaderinstrukteur der SED-LL Brandenb.; 1951/52 Studium an der PHS; 1953 – 56 Instrukteur in der Abt. Prop.; 1956 – 58 Instrukteur im Arbeitsbüro, 1958 – 62 Instrukteur in der Abt. Org. bzw. Parteiorgane des ZK der SED; ab Juni 1962 hauptamtl. pol. Mitarb. in der Ltg. der PO beim ZK der SED; 1962 – 68 stellv. Sekr. u. 1968 – 76 1. Sekr. der PO beim ZK im Range eines ZK-Abt.-Ltr. (Nachf. von  Richard Herber); 1969 u. 1982 VVO; 1976 – 88 Mitgl. des Sekr. des NR der NF.Andreas Herbst

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Hönisch, Erich

* 26.1.1921 – ✝ 3.9.1971

Geb. in Röllingshain (b. Chemnitz); Vater Tischler; Volksschule; 1935 – 38 Berufsschule u. Lehre als Zimmerer; 1938 – 40 Zimmerer; 1940 RAD; 1941/42 Wehrmacht; 1942 – 46 sowj. Kriegsgef., Besuch von Antifaschulen. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED, FDJ; 1947 Jugendsekr. im SED-KV Rochlitz; 1948 / 49 Jugendsekr. im SED-LV Sachsen; 1949 / 50 Jugendsekr. im SED-PV, zeitw. Ltr. der Abt. Jugend des ZS des SED-PV; 1949 / 50 Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1950 / 51 Politoffizier u. Kommandeur in der HV für Ausbildung der KVP in Berlin; 1951 / 52 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1952 – 59 Mitgl. des Sekr. des Bezirksaussch. Berlin der NF; 1952 Sekr. für Prop. der SED-LL Berlin; 1952 / 53 2. Sekr. der SED-BL Berlin, 1953 – 59 dort Sekr. für Agit. u. Prop.; 1956 – 58 Mitgl. des NR der NF; 1959 – 61 1. Sekr. der SED-Stadtbezirksltg. IV in Karl-Marx-Stadt, aus »parteierzieherischen Gründen« von der Funktion entbunden; 1961 / 62 Zimmerer im VEB Bau Karl-Marx-Stadt; ab 1963 Ltr. der Abt. Arbeitsökon. im VE Wohnungskombinat Karl-Marx-Stadt; Studium der Ingenieurökon. an der Ingenieurschule für Bauwesen in Leipzig, 1970 Abschl. als Ing.-Ökonom.Mario Niemann

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Hopfgarten, Emil Richard

* 30.6.1899 – ✝ 15.3.1938

(* 1899 – † 1938) Geboren am 30. Juni 1899 in Hamburg, Sohn eines Schlossers. Gymnasium, Präparandenanstalt und Lehrerseminar in Osnabrück. Von 1917 bis 1919 Soldat im Ersten Weltkrieg. Er schloß Ende 1920 das Lehrerseminar in Osnabrück ab, 1921 KPD-Mitglied. Er bekam Ende 1922 eine Anstellung als Zeichenlehrer in Zella-Mehlis. Gemeinsam mit Nikolaus Pfaff bildete er im Oktober 1923 proletarische Hundertschaften und nahm am bewaffneten Aufstand im Herbst 1923 teil. Deswegen im Juni 1924 festgenommen und vom Schöffengericht Suhl zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ende 1924 aus dem Schuldienst entlassen, 1925 Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. 1929 an die Handelsvertretung nach Wien delegiert, dort arbeitete Hopfgarten zusätzlich für den sowjetischen Nachrichtendienst. 1930 ging er in die Sowjetunion und wurde Angehöriger der Verwaltung Aufklärung der Roten Armee, kam u. a. in Fernost zum Einsatz. Am 17. November 1937 in Moskau vom NKWD festgenommen, am 15. März 1938 vom Militärkollegium des Obersten Gerichtes der UdSSR wegen »Spionage« zum Tode verurteilt, am gleichen Tage wurde Emil Hopfgarten erschossen. Am 20. September 1989 wurde er »rehabilitiert«. Seine Frau Elfriede, geborene Eimecke (* 11. 10. 1895 – † 26. 4. 1975), die er im Frühjahr 1923 heiratete, war Erzieherin und Säuglingspflegerin. Sie trat 1925 der KPD bei. Anfang 1930 Trennung von Richard Hopfgarten, sie übersiedelte in die Sowjetunion und arbeitete für die Komintern. 1931 Heirat mit Sepp Schwab, wurde später Redakteurin beim Verlag für ausländische Arbeiter in Moskau. Ab 1941 beim Radiokomitee in Kuibyschew tätig. 1945 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED und bis 1947 Mitarbeiterin im Dietz Verlag.

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Hoppe, Wolfgang (»Hoppfried«)

* 14.11.1957

Geb. in Apolda; Vater Schlosser; 1963 – 67 aktiver Fußballspieler bei der Turn- u. Sportgemeinschaft Apolda; 1967 – 77 Leichtathlet im SC Turbine Erfurt; 1974 – 81 Ausbildung zum u. Arbeit als Maschinenbauer; 1981 – 90 NVA, Major; 1983 – 85 beim MfS als IM »Pilot« erf.; ab 1981 Bobfahrer beim ASK Vorwärts bzw. BSR Rennsteig Oberhof (Trainer: Wolfgang Müller); 1984 – 89 Studium am Inst. für Lehrerbildung in Meiningen; Bobsport: mehrmahlige Teiln. an Europameisterschaften: 1985 2. Platz im Zweier u. im Vierer, 1986 EM im Zweier, 4. Platz im Vierer, 1987 EM im Zweier u. im Vierer, 1989 2. Platz im Zweier; mehrmalige Teiln. an Weltmeisterschaften: 1983 3. Platz im Zweier, 4. im Vierer, 1985 WM im Zweier, 1986 WM im Zweier, 4. Platz im Vierer, 1987 2. Platz im Zweier u. im Vierer, 1989 WM im Zweier, 3. Platz im Vierer, 1990 3. Platz im Zweier, 1991 WM im Vierer und 3. Platz im Zweier; viermal Teiln. an Olymp. Spielen: 1984 Sieger im Zweier u. im Vierer, 1988 2. Platz im Zweier u. im Vierer, 1992 2. Platz im Vierer, 1994 3. Platz im Vierer. 1990 – 93 Bundeswehr (Sportgr.), Ofw.; 1995 WM im Vierer; 1996 3. Platz bei den Weltmeisterschaften; 1997 WM; Geschäftsmann; Finanzberater in einem Versicherungsbüro; Chef einer Marketingfirma; März 1998 endete die sportl. Laufbahn; ab 1999 Bundestrainer Frauenbob; Vizepräs. des Verb. FIBT; lebt in Apolda.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

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Horlamus, Sepp

* 26.1.1931

Geb. in Bad Frankenhausen; Vater Elektromeister; Grund- u. OS, Abitur; 1946 FDJ; 1949/50 Volontär bei der Kreisred. Saalfeld des »Thüringer Volks«; 1950 Schmelzer im VEB Maxhütte; 1950 / 51 Mitarb. der SED-KL Saalfeld; 1951 SED; Nov. 1951 Instrukteur der FDJ-KL Saalfeld; 1951 / 52 Volontär bei der Ztg. »Neues Deutschland« (ND); 1952 – 67 Red.-Assistent, Red., Abt.-Ltr., Mitgl. des Red.- Koll. der Ztg. »Junge Welt« (JW); 1953 Redakteurslehrgang des ZK der SED am Inst. für Publizistik in Leipzig; 1955 – 61 Fernstudium an der ASR Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Staatswiss., 1968 Zusatzprüfung an der FS für Journalistik; Nov. / Dez. 1956 Sonderkorresp. der JW in Ungarn; 1967 – 71 Chefred. der Ztschr. »Freie Welt« (Nachf. von  Karl-Heinz Wegner); 1967 – 72 Mitgl. des ZV der VDJ; 1970 schwerer Unfall; später Mitarb. beim IOJ (Internat. Organ. der Journalisten) in Prag; Mitarb. im ZK der SED; lebt in Berlin.Kirsten Nies

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Horn, Rudolf

* 24.6.1929

Geb. in Waldheim; 1943 – 46 Lehre als Tischler; 1948 – 50 Schüler der Fachkl. für Innenarchitektur bei Hermann Adlung, Mittweida; 1950/51 Betriebsassistent bei Jakob Jordan u. Ernst Könitzer; 1952 – 57 Mitarb. im Min. für Leichtindustrie; 1957 – 62 externes Studium an der Ing.-Schule für Holztechnologie Dresden; 1958 – 65 Ltr. des Büros für Entw., Messen u. Werbung der Möbelindustrie in Leipzig; 1965 externes Dipl. an der HS für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein; dort Dir. des Inst. für Möbel- u. Ausbaugestaltung; 1967 Entwurf des MDW-Programms (Montagemöbel) der Dt. Werkstätten Hellerau (zus. mit Eberhard Wüstner); seit 1968 Lehrtätigkeit als Doz., 1971 – 96 Prof.; seit 1980 Dir. der Sekt. für Produkt- u. Umweltgestaltung im Bereich des Wohnungs- u. Gesellschaftsbaus an der HS für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein; 1983 – 91 Mitgl. des Zentralvorst. des VBK; 1984 Weiterentw. des Montagemöbelprogramms: MDW 90, 1987 Stuhlprogramm mit Tisch (jeweils mit Erich Schubert); 1989 NP. Apr. 2009 Symposium zum 80. Geb. an der HS für Kunst u. Design Halle, Burg Giebichenstein; lebt in Leipzig u. Halle.Möbel – Ausbau. Burg Giebichenstein 1983 (Hrsg. mit St. Bräunig); Einfach – nützlich – offen. Möbel u. Raumgestaltung. Halle 2000.Gerd Dietrich

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Hornick, Paul

* 18.9.1898 – ✝ 9.9.1964

Geboren am 18. September 1898 in Forst/Lausitz, Sohn der Arbeiterin Berta Hornick. Lehre und Arbeit als Stukkateur und Putzer. 1916 Soldat, er desertierte und schloß sich 1918 der Volksmarinedivision an. In Forst zählte Hornick 1919 zu den Mitbegründern der FSJ und der KPD, deren Vorsitzender er bis Juni 1920 für den Bezirk Lausitz war. Von 1920 bis 1929 gehörte er der BL Berlin-Brandenburg an und war 1925 Mitbegründer des RFB, bis 1927 Untergauleiter für die Lausitz. Anfang 1927 Wahl in die RFB-Bundesführung und Gausekretär des RFB Mecklenburg, später Berlin und Hannover. Von Juni 1928 bis Oktober 1932 war Hornick 1. Sekretär der illegalen RFB-Bundesführung. Im September 1930 wurde er im Wahlkreis Berlin in den Reichstag gewählt, dem er bis Juli 1932 angehörte. Hornick wurde im Juli 1932 auf Beschluß des Polbüros wegen seiner Opposition gegen Willy Leow und seiner Unterstützung der Neumann-Remmele-Gruppe aus dem RFB entfernt und als Funktionär im UB Berlin-Lichtenberg strafversetzt. Ab Februar 1933 illegale Arbeit, am 15. Juli 1933 verhaftet, im Januar 1935 entlassen. Anfang März 1935 emigrierte Hornick nach Belgien und leitete die Grenzarbeit für das Rheinland. Von 1937 bis 1939 Angehöriger der Internationalen Brigaden, u. a. Stabsoffizier. Im Februar 1939 in Frankreich interniert. Ab November 1941 in Djelfa/Algerien festgehalten, kam Hornick nach Landung der Alliierten (November 1942) von April bis Oktober 1943 zu einer britischen Arbeitskompanie. Ende 1943 gelangte er mit einer Gruppe deutscher Spanienkämpfer über Ägypten, Irak und den Iran in die Sowjetunion. Dort sowohl vom NKWD als auch von der KPD verhört und für militärische Aufgaben als nicht geeignet befunden. Er mußte in die »Arbeitsarmee« und war ab April 1944 Bauhandwerker in einer Seidenspinnerei in Tschardshou/Turkmenien. Erst nach zwölf Jahren Zwangsarbeit durfte Paul Hornick im November 1956 in die DDR ausreisen. Er kam zunächst als Assistent des Direktors des VEB Gaskombinats »Schwarze Pumpe« nach Hoyerswerda, war ab 1958 Vorsitzender der BPKK und Mitglied des Büros der SED-BL Cottbus. Paul Hornick starb am 9. September 1964. Seine Mutter Berta Hornick (*24.11. 1873 – †10. 2. 1961), ab 1907 in der SPD, war 1919 Mitbegründerin und langjährige Frauenleiterin der KPD in Forst und 1929 Provinziallandtagsabgeordnete. Von 1935 bis 1941 Arbeit als Weberin, von 1946 bis 1950 Stadtverordnete in Forst.

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Horseling, Gerhard

* 15.4.1903 – ✝ 22.3.1992

Geboren am 15. April 1903 in Goch/Landkrs. Kleve, Sohn eines Pinselmachers; Handnäherlehre, später Arbeiter in der Gocher Margarine-Fabrik. 1918 Mitglied der Gewerkschaft und der SPD, Mitbegründer und erster Vorsitzender der Gocher Arbeiterjugend. 1923 trennte sich Horseling von der SPD und gründete in Goch die Ortsgruppe der KPD. Wegen seiner politischen Arbeit gemaßregelt, ging er auf Wanderschaft, dann zurück nach Goch, wieder Arbeiter in der Margarine-Fabrik. 1930 wurde Horseling KPD-Stadtverordneter in Goch (wo sein Vater seit vielen Jahren die SPD vertrat) und im Juli 1932 im Wahlkreis Düsseldorf-West als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Als Instrukteur des ZK u.a. in Thüringen eingesetzt, sprach er noch 1933 auf einer der letzten großen KPD-Versammlungen vor 60 000 Menschen in Düsseldorf. Horseling wurde am 28. Februar 1933 in Goch verhaftet, bis Dezember 1933 in »Schutzhaft«, dann zunächst erwerbslos, später dienstverpflichtet. 1943 zur Wehrmacht eingezogen, im April 1945 geriet er in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zurückgekehrt nach Goch, trat Horseling wieder der KPD bei und wurde 1946 erneut Stadtverordneter, dann Bezirksleiter Niederrhein der IG Bau-Steine-Erden. Da er es ablehnte, der kommunistischen Gewerkschaftslinie zu folgen und strikt für die parteipolitische Neutralität der Gewerkschaften kämpfte, wurde er im Januar 1956 aus der KPD ausgeschlossen, aber trotz seines Bekenntnisses zur parteipolitischen Neutralität dann nur wenige Tage später auch von der Gewerkschaftsführung als Bezirksleiter abberufen. Horseling wurde aber 1957 mit großer Mehrheit zum Leiter der Geschäftsstelle der IG Bau-Steine-Erde in Kleve-Geldern gewählt. 1961 trat Horseling der SPD bei und war für diese viele Jahre im Stadtparlament von Goch, dort war der sogenannte Fliesenlegerstreik 1967 eine seiner letzten populären politischen Aktionen. Gerhard Horseling starb am 22. März 1992 in Goch.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hösl, Viktoria

* 1902 – ✝ 1953

Geboren 1902 in München, aufgewachsen bei Pflegeeltern in Kirchentumbach/Oberpfalz; zunächst Haushaltshilfe, ab 1923 Fabrikarbeiterin in München. Sie wurde Mitglied der KPD, Funktionärin und war Betriebsrätin bei der Tabakfirma Austria. Im April 1932 als Abgeordnete in den Bayerischen Landtag gewählt. Am 10. März 1933 wurde Viktoria Hösl verhaftet und kam in das Gefängnis München-Stadelheim, 1936 in das KZ Moringen. 1937 freigelassen, stand sie unter Polizeiaufsicht. Sie fand Anschluß an die von Beppo Römer geleitete Widerstandsgruppe, wurde 1942 erneut inhaftiert und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg in der KPD aktiv, starb Viktoria Hösl 1953.

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Hübchen, Henry

* 20.2.1947

Geb. in Berlin; bereits als Kind u. Jugendl. diverse Filmrollen, darunter 1965 im ersten DEFA-Indianerfilm »Die Söhne der großen Bärin«; Abitur, anschl. zwei Semester Physikstudium; 1968 – 71 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin-Schöneweide; Debüt in Magdeburg, hier u. a. in Schillers »Die Räuber«, Büchners »Dantons Tod« u. Kleists »Amphitryon«; 1974 von  Benno Besson an der Berliner Volksbühne engagiert, hier u. a. in Stücken von  Heiner Müller wie »Der Bau«, »Die Bauern« u. »Die Schlacht«; 1985 in Ibsens »Nora« am Theater Anklam (R:  Frank Castorf); seit den 1970er Jahren auch regelmäßig für Film- u. Fernsehen tätig, 1974 in der  Jurek-Becker-Verfilmung »Jakob der Lügner«, 1975 in »Die Moral der Banditen«, 1982 in »Der Bastard« (TV), 1986 in »Das wirkliche Blau« nach einer Novelle von  Anna Seghers; schrieb Songs für die Rockgruppe »City« (»Casablanca«); 1980 u. 1981 DDR-Meister im Windsurfen. Nach 1990 enge Zusammenarb. mit Castorf an der Volksbühne; 1994 u. 2001 »Schauspieler des Jahres«, 2000 »Berliner Theaterpreis« (zus. mit Castorf); führt am Theater gelegentl. auch Regie, u. a. in Molières »Der Menschenfeind« (Friedrich-Luft-Preis 1993); Filmrollen u. a. 1998 im TV-Mehrteiler »Der König von St. Pauli«, 1999 in »Sonnenallee« u. »Warten ist der Tod« (Adolf-Grimme-Preis 2000), 2003 –05 als TV-Kommissar in »Polizeiruf 110«, 2004 in »Alles auf Zucker« (Dt. Filmpreis 2005), ab 2005 »Commissario Laurenti«, 2009 »Whisky mit Wodka«; lebt in Berlin.Matthias Braun / Christian Krause

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Holtzhauer, Helmut

* 2.12.1912 – ✝ 16.12.1973

Geb. in Leipzig; Vater Justizobersekr.; Grundschule, bis 1931 OS in Leipzig, 1932 Abitur; 1928 SAJ; 1930 KJVD; 1933 KPD; 1932 – 34 Ausbildung zum Buchhändler, abgebrochen; Juli 1934 verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt; 1934 – 39 Haft im Zuchthaus Waldheim; 1939 – 41 Arbeit als Verlagsbuchhändler beim Albatroß-Verlag in Leipzig; 1941 erneut verhaftet u. vom VGH zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, 1941 – 43 Haft im Gefängnis Zwickau; 1943 – 45 Angest. in Leipzig u. Meuselwitz; ab 1944 illeg. pol. Tätigkeit in der Leipziger Gruppe des NKFD. 1945/46 KPD-Sekr. in Leipzig, Stadtrat für Volksbildung; 1946 SED; 1946 – 48 Bürgermstr. von Leipzig (für Wirtschaft); 1948 – 51 Min. für Volksbildung in Sachsen (Nachf. von Erwin Hartsch); 1951 – 53 Mitgl. des Min.-Rats, Staatssekr. u. 1951 – 54 Vors. der Staatl. Kommission für Kunstangelegenh.; 1954 – 71 Dir. bzw. GD der Nat. Forschungs- u. Gedenkstätten der klass. dt. Lit. in Weimar, Mitbegr. der »Bibliothek Dt. Klassiker«, ab 1955 zunächst im Volksverlag Weimar, dann im Aufbau-Verlag Berlin, Mithrsg. der »Beiträge zur Dt. Klassik«; Abg. des Bez.-Tags Erfurt; 1960 Prof.; Präs. des Museumsrats der DDR, Vertreter der DDR beim International Council of Museums; seit 1955 Vizepräs., 1971 – 73 Präs. der Goethe-Ges.; 1968 – 71 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1956 u. 1964 VVO; 1969 NP (im Koll.); gest. in Bad Berka.Arbeiterbew. u. Klassik. Berlin, Weimar 1964; Das Goethe-Museum in Weimar. Weimar 1969; Literar. Rev. Weimar 1971. Cleve, I.: Zwischen Ideal u. Wirklichkeit. Klassik in Weimar in der Ära H. (1954 – 1973). Köln 2000; Holtzhauer, M. (Hrsg.): Biographisches zu H. H. Berlin 2002.Bernd-Rainer Barth

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Homann, Heinrich

* 6.3.1911 – ✝ 4.5.1994

Geb. in Bremerhaven; Vater Reedereidir.; Gymnasium, 1929 Abitur; danach Jurastudium an den Univ. Tübingen, Jena, Göttingen u. Hamburg, ohne Abschl.; Mitgl. eines Studentenkorps; 1933 NSDAP; ab 1934 Berufssoldat, 1934 Fahnenjunker, 1937 Ltn., 1940 Batteriechef an der Westfront, Abt.-Kdr.; gerät 1943 als Major in Stalingrad in sowj. Gefangenschaft; Mitbegr. des NKFD; Mitarb. an dessen Sender »Freies Dtl.« u. der gleichn. Ztg.; Besuch der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk. 1948 Rückkehr nach Dtl.; zunächst tätig für die Landesreg. Mecklenb.; Beitritt zur im Aufbau begriffenen NDPD; Abt.-Ltr. beim PV in Berlin; 1949 – 52 Pol. Geschäftsf.; ab 1949 Mitgl., 1952 – 54 Vizepräs. u. 1954 – 63 stellv. Präs. der (Prov.) Volkskammer; 1952 – 67 stellv. Vors. der NDPD; seit 1957 Mitgl. des Präs. des NR der NF; 1960 – 86 stellv. Vors. des Volkskammeraussch. für Nat. Verteidigung; ab 1960 stellv. Vors. des Staatsrats; 1964 Prom. zum Dr. phil. an der MLU Halle; 1964 VVO; 1971 Honorar-Prof. an der DASR Potsdam; 1967 – 72 geschäftsf. Vors. u. ab 1972 Vors. der NDPD (Nachf. von  Lothar Bolz); 1986 KMO; 2.11.1989 Rücktritt, 17.11.1989 Abberufung aus dem Staatsrat, 10.12.1989 Parteiausschl. nach pol. u. rechtl. Untersuchung des Finanzgebarens durch das Präs. des Hauptaussch., Entlastung durch Verlautbarungen des DDR-Gen.-Staatsanwalts.Das zweite Jahr der NDPD. Berlin 1950; Das dritte Jahr der NDPD. Berlin 1951; Auf Ehre u. Gewissen. Vom Sinn einer Wandlung. Berlin 1963; Die NDPD – Mitgestaltung der entwickelten soz. Gesellschaft. Aus Reden u. Beiträgen (1971 – 1985). Berlin 1986.Helmut Müller-Enbergs

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Honecker, Erich

* 25.8.1912 – ✝ 29.5.1994

Geb. in Neunkirchen (Saargeb.); Vater Bergarbeiter (SPD/USPD/KPD); 1918 – 26 Volksschule; 1922 – 26 Mitgl. der kommunist. Kindergr., des Jung-Spartakus bzw. Pionierverb. in Wiebelskirchen; 1926 KJVD; 1926 – 28 Landarb. in Pommern; 1928 – 30 zunächst Dachdeckerhelfer, dann Dachdeckerlehre in Neunkirchen, Abruch der Lehre ohne Abschl., um sich ganz der pol. Arbeit zu widmen; während der Lehrzeit Eintritt in den Holzarbeiterverb. des ADGB; 1929 ehrenamtl. Pol.-Ltr. der KJVD-Ortsgr.; Besuch einer Bez.-Schule des KJVD; seit 1930 KPD; RFB u. RH, später RGO; ab 1930 hauptamtl. Funktionär im KJVD; 1930/31 Internat. Lenin-Schule in Moskau (»Fritz Malter«); anschl. Sekr. für Agit./Prop. in der BL Saar u. seit Ende 1931 Pol.-Ltr. der BL des KJVD im Saargeb.; zugl. Mitgl. des Sekr. der KPD-BL u. Gauführer der Roten Jungfront; Juli 1933 Teiln. an der Sitzung des ZK des KJVD in Amsterdam; von Aug. 1933 bis Frühjahr 1934 im Auftrag des ZK des KJVD u. des ZK der KPD illeg. Instrukteur für den Wiederaufbau der kommunist. Jugendorg. im Ruhrgeb. (»Herbert«); 15.2.1934 kurzz. Festnahme durch die Kriminalpolizei in Essen, zur Beobachtung entlassen, Flucht in die Niederl.; später verantw. Bearbeiter des ZK des KJVD für die Bez. Hessen, Baden-Württemberg u. Pfalz; im Herbst 1934 Rückkehr ins Saarl., um die pol. Arbeit gegen den Anschluß des Saargeb. an das Dt. Reich zu unterstützen; im Dez. 1934 in Abwesenheit in das ZK des KJVD koopt.; nach dem Anschluß des Saargeb. Flucht vor drohender Verhaftung; lebte ab Febr. 1935 mit Unterstützung der RH als Saarflüchtling in Paris; ab 28.8.1935 unter dem Deckn. »Marten Tjaden« illeg. Tätigkeit in Berlin; Kurier u. Instrukteur der von  Bruno Baum geleiteten KJVD-Org.; am 4. Dez. 1935 verhaftet, beim Verhör durch die Gestapo zuerst belastende Aussagen gegen einige Mitkämpfer, die E. H. später z. T. widerruft, am 7./8. Juni 1937 vom 2. Senat des VGH zu zehn Jahren Haft verurteilt, ab 1937 im Zuchthaus Brandenb.; dort Kalfaktor, 1943 einer Baukolonne zugeteilt u. im Berliner Frauengefängnis (Magdalenenstr.) untergebracht; am 6.3.1945 Flucht vom Arbeitskdo. u. Unterschlupf bei der Gefängnisaufseherin Lotte Grund, die Mitte April 1945 seine unbeschadete Rückkehr in die Baukolonne organisiert; Rückkehr mit dem Arbeitskdo. nach Brandenb. u. Befreiung durch die Rote Armee. Mai 1945 – 46 als Jugendsekr. des ZK der KPD mit dem Aufbau einer antifa. Jugendorg. betraut; 1945/46 Vors. des Zentr. Antifa. Jugendaussch.; 1946 Mitbegr. u. bis Mai 1955 erster Vors. der FDJ; 1946/47 verh. mit Charlotte Schanuel (geb. Dorst); 1947 – 53 Ehe mit der aus der SPD kommenden Jugendfunktionärin  Edith Baumann; 1949 – 55 Mitgl. des EK des WBDJ; 1946 Mitgl. des PV u. ab 1949 des ZK der SED; 1948/49 Mitgl. des Präs. des Dt. Volksrats; 1949 – 89 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 58 Kand. des PB; nach der Scheidung von Edith Baumann 1953 Heirat mit Margot Feist ( Margot Honecker), mit der E. H. seit 1952 eine gem. Tochter hat; 1955/56 Besuch der PHS des ZK der KPdSU in Moskau; dann Sekr. der  Walter Ulbricht unterstellten »Sicherheitskommission«, führend an der »Entlarvung« u. Unterdrückung tatsächl. u. vermeintl. innerparteil. Opp. ( Wolfgang Harich,  Walter Janka,  Karl Schirdewan,  Ernst Wollweber,  Erich Selbmann,  Gerhart Ziller u. a.) beteiligt; seit dem VI. SED-Parteitag 1958 Mitgl. des PB, seit Febr. 1958 Sekr. des ZK der SED, verantw. für Sicherheitsfragen, Kaderfragen u. »Leitende PO« u. damit zweitwichtigster Funktionär nach Walter Ulbricht; 1960 – 71 Sekr. des NVR; da die von Walter Ulbricht in den 60er Jahren initiierten Reformversuche die Entscheidungskompetenzen des Parteiapparats u. auch E. H.s persönl. Machtposition zugunsten von Fachleuten beschneiden, geht E. H. zunehmend auf Distanz zu seinem pol. Ziehvater u. untergräbt seit 1965/66 mit Unterstützung anderer Funktionäre die innenpol. Reformversuche sowie die dtl.-pol. Annäherungsversuche; 1971 maßgebl. beteiligt am Sturz von Walter Ulbricht; auf dem 16. Plenum am 3.5.1971 in Nachf. von Walter Ulbricht Wahl zum Ersten Sekr. des ZK der SED, ab 1976 Gen.-Sekr.; seit 24.6.1971 Vors. des Nat. Verteidigungsrats; ab 1971 Mitgl. u. 29.10.1976 – 18.10.1989 Vors. des Staatsrats (Nachf. von  Willi Stoph); 1955 VVO; 1969, 1972, 1977, 1982 u. 1987 KMO; 1972, 1982 u. 1987 Lenin-Orden; 1981 Dr. h. c. Univ. Tokio. 18.10.1989 Rücktritt von allen Ämtern; 8.11. 1989 Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Amtsmißbrauch u. Korruption durch den Gen.-Staatsanwalt; 3.12.1989 Ausschl. aus der SED; danach Mitgl. der wiedergegr. KPD; 29./30.1.1990 U-Haft, Entlassung wegen Haftunfähigkeit, anschl. Unterkunft im Pfarrhaus der ev. Pflegeanstalt in Lobetal; ab 3.4.1990 im Spital der Westgr. der Sowjetarmee in Beelitz-Heilstätten; 30.11.1990 Haftbefehl; 13.3.1991 Flucht nach Moskau, ab 11.12.1991 dort in der chilen. Botschaft; 29.7.1992 Rückführung nach Berlin, bis 13.1.1993 U-Haft in Berlin-Moabit; Anklage vor der 27. Großen Strafkammer des Berliner LG; nach Aufhebung des Haftbefehls am 13.1.1993 Ausreise nach Santiago de Chile (da Tochter mit einem Chilenen verheiratet); dort gest.Aus meinem Leben. Berlin 1980; Reden u. Aufsätze. Bde. 1 – 12. Berlin 1975 – 88; Moabiter Notizen. Berlin 1994. Lippmann, H.: H. Porträt eines Nachfolgers. Köln 1971; E. H. Skizze seines pol. Lebens. Berlin 1977 (hrsg. vom IML); Borkowski, D.: E. H. Statthalter Moskaus oder dt. Patriot? Eine Biogr. München 1987; Andert, R., Herzberg, W.: Der Sturz: E. H. im Kreuzverhör. Berlin, Wien 1990; Przybylski, P.: Tatort Politbüro. Die Akte H. Berlin 1991; Deutz-Schroeder, M., Staadt, J. (Hrsg.): Teurer Genosse! Briefe an E. H. Berlin 1994; Staadt, J. (Hrsg.): Auf höchster Stufe. Gespräche mit E. H. Berlin 1995; Kaiser, M.: Machtwechsel von Ulbricht zu H. Funktionsmechanismen der SED in Konfliktsituationen 1962 – 1972. Berlin 1997; Kunze, Th.: Staatschef a. D. – Die letzten Jahre des E. H. Berlin 2001; Pötzl, N. F.: Eine dt. Biogr. Stuttgart 2002; Völklein, U.: H. Eine Biogr. Berlin 2003; Hertle, H.-H.: Risse im Bruderbund. Berlin 2006.Monika Kaiser / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoop, Martin

* 14.4.1892 – ✝ 6.5.1933

Geboren am 14. April 1892 in Lägersdorf/ Schleswig-Holstein; lernte Schmied und ging auf Wanderschaft. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt, nach dem Weltkrieg verschlug es ihn nach Sachsen. Als Mitglied der USPD kam er mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Hoop arbeitete als Elektriker in Bautzen und wurde dort 1923 in die UBL gewählt, auch Mitglied des Stadtrats. Ab 1925 Leiter des UB Bautzen. 1925 gehörte Hoop zu den Ultralinken, doch trennte er sich 1926 von ihnen und ging zur Thälmann-Fraktion über. Anfang 1927 als Orgleiter in die BL Ostsachsen nach Dresden berufen, blieb er bis 1929 in dieser Funktion. Nach der Zusammenlegung der drei sächsischen Bezirke wurde Hoop Redakteur an der »Arbeiterstimme« in Dresden, 1932 Leiter des KPD-UB Zwickau. Am 6. Mai 1933 verhaftet und ins KZ Oberstein verschleppt, dort schwer mißhandelt. Im Prozeß gegen seine Mörder im April 1948 in Zwickau sagte ein Zeuge aus: »Ich lag in der 00 (der berüchtigten Vernehmungszelle), mir gegenüber lag der Unterbezirkssekretär der KPD Martin Hoop. Ich habe des öfteren gehört, daß die Wachmannschaften die Zelle von Hoop betraten und denselben schwer mißhandelten...« Und ein anderer Zeuge: »Ich lag neben der Zelle von Martin Hoop und habe im Unterbewußtsein nachts nebenan Geräusche gehört. Als ich am nächsten Morgen zum Austreten geführt wurde, stand die Zellentür von Martin Hoop offen und auf dem Fußboden sah ich eine Lache Blut, auf der Pritsche und an den Wänden Blutspuren. Martin Hoop war verschwunden.« Martin Hoop wurde in der Nacht zum 11. Mai 1933 in der NS-Haft ermordet.

Wer war wer in DDR

Hopp, Hanns (Karl Gustav Hans)

* 9.2.1890 – ✝ 21.2.1971

Geb. in Lübeck; Vater Zimmermann, Bauunternehmer; 1909 – 11 Kunst- u. Architekturstudium in Karlsruhe u. 1911 – 13 an der TH München, Dipl.-Ing.; Architekt in Memel u. Königsberg (Ostpr.); 1921 Flughafen Königsberg, Bauten für die Ostmesse: 1922 Handelshof, 1925 »Haus der Technik«; 1923 Konsultant für die erste Landw.-Austellung in Moskau; ab 1926 eigenes Architekturbüro in Königsberg; weitere Bauten: 1928 Altersheim, 1929 – 31 Mädchengewerbeschule, 1930 – 32 Parkhotel, 1932/33 Reichssender u. Wohnbauten in Königsberg; ab 1933 keine öffentl. Aufgaben mehr; Mitgl. der Widerstandsgr. »Hertha«; 1939 zur Wehrmacht einberufen, Nov. 1940 für den Dienst in der Landesplanungsstelle Königsberg als unabkömml. freigestellt, ab 1943 Baultr. einer Betonfirma, ab 1944 in der Dresdner Filiale. 1945 HS-Lehrer in Dresden; Wiederaufbauplanungen für das Stadtzentrum Dresden; KPD; 1946 – 49 Dir. der Kunstschule Burg Giebichenstein Halle; SED; 1950 Ltr. der Abt. Hochbau im Inst. für Städtebau u. Hochbau des Min. für Aufbau; erstes Projekt für das Opernhaus Leipzig; 1951 Mitgl. der DBA, Inst.-Dir., als Ltr. der Mstr.-Werkstatt II; 1952 – 55 verantw. für Abschnitt F u. G der Stalinallee Berlin, 1951 – 55 Tbc-Heilstätte Bad Berka, 1952 – 54 Kulturhaus der Maxhütte Unterwellenborn, 1952 – 55 DHfK Leipzig, 1952/53 Krs.-Krankenhaus Saalfeld; leitet an der DBA die Grundlagenforschung für die Typenprojektierung von Schulen, Kindergärten u. -krippen, Kultur- u. Krankenhäusern, Ambulatorien; 1952 – 66 Präs. des BDA, danach Ehrenpräs.; 1957 em.; 1963 Wahl als Honorary Corresponding Member of the Royal Institute of British Architects; 1952 NP; 1970 VVO; gest. in Berlin. H. hatte wesentl. Anteil am entwerferischen Niveau u. der Detailqualität der Architektur der 50er Jahre.Fischer, E.:H. H. – Ein Architekt in Ostpreußen, Berlin 1929/1998; Wiesemann, G.: H. H. 1890 – 1971. Königsberg, Dresden, Halle, Ost-Berlin. Eine biogr. Studie zu mod. Architektur. Schwerin 2000.Simone Hain / Elke Reuter

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoppe, Wilhelm

* 3.6.1882 – ✝ 4.4.1962

Geboren am 3. Juni 1882 in Gallowitz/Krs. Breslau; kam 1896 nach Berlin und lernte Betonfacharbeiter. Ab 1901 in der SPD, von 1914 bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg, trat zur USPD über und wurde im November 1918 Vorsitzender des Soldatenrates seines Regiments. Anfang 1922 rückte er in die Bezirksversammlung Berlin-Mitte nach. 1923 hauptamtlicher Angestellter im »Baugewerksbund«, wegen kommunistischer Betätigung verlor Hoppe diese Stelle und wurde aus dem »Baugewerksbund« ausgeschlossen. Mit Otto Bachmann stand er als 2. Vorsitzender an der Spitze des »Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter Deutschlands« und überführte diese später in die RGO. Zeitweise Polleiter des KPD-UB Berlin-Lichtenberg, von 1924 bis 1932 war Hoppe technischer Angestellter im ZK der KPD. Von 1929 bis 1932 Stadtverordneter von Groß-Berlin. Nach siebenmonatigem Aufenthalt in der Sowjetunion Mitarbeiter im Berliner AM-Apparat. Am 28. Februar 1933 verhaftet, Ende September d. J. aus dem KZ Sonnenburg entlassen. Bei Kriegsbeginn im September 1939 erneut festgenommen, kam er drei Monate ins KZ Sachsenhausen. Nach seiner Freilassung nahm er Arbeit beim Bau des Flughafens von Bia?ystok an, wurde 1943 als Bauarbeiter zur »Organisation Todt« dienstverpflichtet. 1945 zunächst in Berlin-Mahlsdorf bei der Verwaltung der Lebensmittelversorgung angestellt und wieder Mitglied der KPD, 1946 der SED. Ende 1945 schied er aus der Verwaltung aus und ging als Polier in einen Baubetrieb, wo er zum Obmann des Betriebsrates gewählt wurde. Wilhelm Hoppe starb am 4. April 1962 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Horlbeck-Kappler, Irmgard

* 6.8.1925

Geb. in Leipzig; 1948 – 52 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig bei E. Pruggmayer; 1952 – 57 Lehrauftrag am Inst. für Kunsterziehung der KMU Leipzig; Mitarb. bei versch. Verlagen; seit 1952 an zahlr. Ausstellungen im In- u. Ausland beteiligt; ab 1953 Lehrtätigkeit an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig, 1959 Doz., 1968 – 85 Prof. u. Ltr. der Fachkl. Kalligraphie, dekorative Gestaltung u. Buchgestaltung; 1959 erste Personalausstellung in Leipzig; Teiln. an den Grafik-Biennalen in Kraków u. den Plakat-Biennalen in Warschau; Reisen in die UdSSR, nach München, Paris u. Havanna; mit ihrer Reihen-Gestaltung für die Bände des Reclam-Verlags Leipzig trug H.-K. maßgebl. zum Erscheinungsbild des Verlags bei; Juni 2004 Übergabe der »Irmgard-Horlbeck-Kappler-Stiftung«, die 100 ihrer Werke umfaßt, an die Stadt Leipzig; lebt u. arbeitet in Leipzig.Kapr, A.: Schriftkunst. 2. Aufl. Dresden 1971; Korger, H.: Schrift u. Schreiben. Leipzig 1971; Funke, F.: Skripturale Grafik von I. H.-K. In: Kat. I. H.-K. Museum der Bildenden Künste. Leipzig 1975 (mit Ausstellungs- u. Lit.-Verz.); Sonne im Gestein. Leipzig 2006; I-H-K-Stiftung (Hrsg.): Monumente u. Flügelfiguren. Leipzig 2005.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Horn, Siegbert

* 11.5.1950

Geb. in Hartmannsdorf (b. Cottbus); 1961 mit dem Kanu-Slalom in Dresden begonnen, 1969 Wechsel zum ASK Vorwärts Leipzig; 1970 – 90 SED; Spezialdisz.: Einerkajak; mehrf. DDR-Mstr.; 1971 u. 1975 WM; 1971 Vize-WM Herren-K I-Mannschaft; 1972 Olympiasieger; 1973 Vize-WM u. WM mit der Herren-K I-Mannschaft; nach Streichung der Disz. aus dem olymp. Programm u. Einstellung ihrer Förderung in der DDR endete 1979 die sportl. Laufbahn; Studium an der DHfK Leipzig, 1981 Dipl.-Sportlehrer; Nachwuchstrainer im TZ Kanu-Rennsport in Leipzig; später wiss. Mitarb. an der DHfK; 1984 – 90 Lehrer im HS-Dienst an der KMU Leipzig; Umschulung u. Abschlüsse als Physiotherapeut u. in Naturheilkunde; seitdem Physiotherapeut in Pirna.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hörnicke, Ernst

* 10.5.1898 – ✝ 7.1.1981

Geboren am 10. Mai 1898 in Zerbst/Anhalt, Sohn einer Arbeiterfamilie; Werkzeugmaschinenschlosser. 1913 Mitglied des DMV in Dessau. 1917 Soldat, war er als Torpedo-Heizer in Kiel stationiert und nahm dort an der Revolution teil. Im Mai 1919 Entlassung und Rückkehr nach Zerbst, wo er sich der USPD, Ende 1920 der KPD anschloß. Hörnicke führte ab 1923 die KPD-Ortsgruppe Zerbst und war zeitweise Anhänger der oppositionellen Gruppe Voigt-Kötter in Leipzig. Im Mai 1928 wurde er im Wahlkreis Magdeburg für die KPD in den Reichstag gewählt, dem er bis November 1932 angehörte. 1932 Kursant einer Parteischule. In der BL Magdeburg-Anhalt bearbeitete er das Ressort Land. Am 5. März 1933 verhaftet, kam er zunächst in das Gerichtsgefängnis Dessau. Von dort Überführung in das KZ Oranienburg, wegen schwerer Mißhandlungen im September 1933 in das Staatskrankenhaus Berlin gebracht. Im Februar entlassen, bekam Hörnicke später Arbeit in Zerbst. Im August 1944 erneute Inhaftierung im Rahmen der Aktion »Gewitter« und bis Januar 1945 im KZ Buchenwald, dann noch in Gestapohaft in Magdeburg. Nach der Befreiung im April 1945 stellvertretender Bürgermeister von Zerbst und ab Mai 1945 Landrat für den Kreis Zerbst. Nach längerem Aufenthalt im Tbc-Sanatorium wurde Hörnicke im Oktober 1948 Mitglied der Landeskommission für Staatliche Kontrolle Sachsen-Anhalt. Von 1949 bis 1957 Kaderleiter verschiedener volkseigener Betriebe in Halle, Suhl und zuletzt im VEB Industriewerke Ludwigsfelde. Ernst Hörnicke starb am 7.Januar 1981 in Ludwigsfelde.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Horstmann, Hermann

* 12.3.1893 – ✝ 24.6.1938

(* 1893 – † 1938) Geboren am 12. März 1893 in Osnabrück. Nach dem Jurastudium und der Promotion in Berlin wurde er 1921 Rechtsanwalt in Düsseldorf, zunächst Mitarbeiter im Büro von Gerhard Obuch. Seit 1919 in der USPD, trat Horstmann 1923 der KPD bei. Er führte nun eine gemeinsame Praxis mit Obuch und dem Sozialdemokraten Karl Siemsen. Horstmann wurde Rechtsberater der Roten Hilfe und wie Felix Halle und Obuch einer der bekanntesten kommunistischen Anwälte in Deutschland. Er verteidigte Kommunisten vor dem Reichsgericht, seine Klienten waren vor allem die KPD-BL Düsseldorf und das KPD-Organ »Freiheit«. Im April 1933 emigrierte Horstmann nach Paris, im Juli nach Belgien. Nach einigen Monaten in Holland, fand er in Rotterdam Arbeit bei der russischen Derutra. Im Herbst 1934 konnte er nach Genehmigung durch die KPD mit seiner Familie in die Sowjetunion reisen, in Moskau wohnten sie im Haus der MOPR. Horstmann arbeitete beim Rundfunk und war Korrektor an der »Deutschen Zentral-Zeitung«. Inzwischen desillusioniert, warnte er Zensl Mühsam nach deren erster Haftentlassung in Moskau, das NKWD werde sie erneut festnehmen. Am 15. Februar 1938 wurde Hermann Horstmann dann selbst verhaftet und am 26. Mai 1938 zu acht Jahren Straflager verurteilt. Er starb am 24. Juni 1938 im Moskauer Taganka-Gefängnis. Vom Obersten Gerichtshof der UdSSR im Juli 1962 »rehabilitiert«. Seine Tochter Sonja (* 1928 – †1944) starb in der Verbannung an Tbc, sie war mit ihrer Mutter, Horstmanns Ehefrau, Dagmar Horstmann, geb. Dirichs (* 1903 – † 1993), 1939 verschleppt worden. Von 1944 bis 1948 war Dagmar Horstmann als Lehrerin im Kinderheim in Iwanowo tätig, sie durfte 1948 nach Berlin zurückkehren und arbeitete bis zur Pensionierung 1957 in der DDR als Russischlehrerin.

Wer war wer in DDR

Hossinger, Karl

* 30.10.1904 – ✝ 6.5.1986

Geb. in Bensen (Nordböhmen / Benešov nad Ploučnicí, Tschechien); 1927/28 Dipl.-Kfm. u. Prom. als Versicherungsjurist; 1929 – 39 Mitarb. bei der Union-Versicherung in Prag, Entlassung aus polit. Gründen; 1939 kfm. Praktikant bei Siemens & Halske in Berlin; 1940/41 Wehrmacht, Baubataillon; 1942 – 45 Dienstverpflichtung bei Siemens & Halske, tätig in Berlin, Gera u. Pirmasens. 1945/46 KPD/SED; 1945 Bevollm. bei Siemens & Halske in Arnstadt; 1945 – 52 in der Landesreg. Thür., zuletzt Ministerialdir.; 1952 – 58 stellv. Vors. beim RdB Erfurt; Fernstudium an der DASR Potsdam; 1958 – 61 stellv. Dir. der Nat. Forschungs- u. Gedenkstätten der klass. dt. Lit. in Weimar; 1961 – 71 Dir. der DAK; Funktionen in den jeweiligen SED-Parteileitungen; Mitgl. im ZV der DSF; 1969 VVO. 1971 Ruhestand; Mitte der 1970er Jahre Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl., gest. in Weiden (Oberpfalz).Beatrice Vierneisel

Wer war wer in DDR

Hübener, Erhard

* 4.8.1881 – ✝ 3.6.1958

Geb. in Tacken (Westprignitz; Groß Pankow); Vater Pfarrer; Volksschule, 1894 Gymnasium in Seehausen (Altmark), dann Landesschule Schulpforte, 1901 Abitur; Studium der Staatswiss. u. Geschichte an den Univ. Kiel u. Berlin; 1905 Prom. zum Dr. phil.; danach u. a. volkswirtschaftl. Sekr. u. Syndikus der Handelskammer von Berlin; 1914 – 18 Militärdienst; ab 1919 Beamter im Preuß. Min. für Handel u. Gewerbe; ab 1922 Mitgl. der Sächs. Provinzialversicherung; 1919 DDP, ab 1922 stellv., 1924 – 33 Landeshptm. der Provinz Sachsen; DDP bzw. Dt. Staatspartei; 1933 zwangspensioniert; dann wiss. u. liter. Tätigkeit in Jena u. Wernigerode; 1941/42 Militärdienst. 1945 Mitbegr. der DVP in Halle (ab Sept. 1945 LDPD); von der amerik. Besatzungsmacht als Landeshptm. eingesetzt; von der SMAD als Präs. der Provinzialverw. Sachsen eingesetzt; 1946 Prof. für Verw.-Lehre u. Verw.-Wiss. an der MLU Halle; 3.12.1946 – 1.10.1949 Min.-Präs. des Landes Sachsen-Anh.; wirkte maßgebend an der einzigen gesamtdt. Minister-Konferenz am 5.6.1947 mit; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 aus Altersgründen Rücktritt vom Reg.-Amt; weiterhin als Prof. für Verw.-Recht an der MLU tätig; Verf. u. Hrsg. verwaltungsgeschichtl. u. a. wiss. Schriften unter dem Ps. F. J. Erhard; gest. in Bad Salzuflen. Nach E. H. ist eine FDP-nahe Stiftung benannt.Der Schlaftrunk. Berlin 1947; Richter u. Korsar. Berlin 1947; Lebenskreise: Lehr- u. Wanderjahre eines Ministerpräsidenten. Köln 1984.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Holweger, Erhardt

* 14.9.1911 – ✝ 3.2.1976

Geb. in Herrnstadt (Krs. Guhrau (Schles. / Wasosz, Polen); Vater Bergarbeiter; 1918 – 25 / 26 Volks- u. Fortbildungsschule in Recklinghausen; 1926 – 30 Gewerbe- u. Handelsschule u. Lehre, anschl. Arbeit als Werkzeug- u. Maschinenschlosser in Recklinghausen; 1928 SAJ; 1930 – 36 arbeitslos, anschl. Bauschlosser im Heinkel-Werk in Rostock bzw. bei den Norddt. Dornierwerken in Wismar, zuletzt als Kalkulator tätig. 1945 Angest. im Rat der Gemeinde, 1945 / 46 Bürgermstr. der Gemeinde Bad Kleinen; 1945 SPD, 1946 SED; 1946 – 49 Bürgermstr. von Neubukow; 1948 Lehrgang an der SED-LPS Mecklenb. in Wiligrad; 1949 / 50 Teiln. am 2. Zweijahreslehrgang der PHS »Karl Marx«; 1951 / 52 OB von Wismar; 1951 – 54 Fernstudium an der DVA bzw. der DASR, Dipl.-Staatswiss; 1952 Landrat des Krs. Hagenow.; 29.7.1952 – 6.8.1952 Vors. des Rats des Bez. Rostock, am 6.8.1952 von dieser Funktion abberufen, 19.8.1952 Rüge wg. »parteischädigenden Verhaltens«; 1952 / 53 Sonderbeauftragter des Rats des Bez. Rostock für Sondermaßnahmen im Krs. Bergen u. in Glowe (Rügen); 1953 / 54 Vors. des Rats des Krs. Bergen; 1954 – 57 OB von Stralsund; Okt. 1957 Rüge wg. »nicht parteimäßigen Verhaltens« u. Abberufung als OB; 1957 / 58 Dir. für Arbeit im VEB Bau Stralsund; 1958 – 75 Ltr. der Abt. für Innere Angelegenh. beim Rat des Krs. Stralsund-Land bzw. Ltr. des Abgeordnetenkabinetts.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hommes, Edith

* 10.2.1891 – ✝ 2.12.1935

Geboren am 10. Februar 1891 in Breslau als Edith Stillmann; besuchte die Mädchen-Mittelschule, dann die Handelsschule. Das Studium an der Handelshochschule in Berlin schloß sie mit der Diplom-Handelslehrerinnen-Prüfung ab und machte nach einem eineinhalbjährigen Studienaufenthalt in Amerika das Sprachlehrerinnen-Examen. Nach dem Weltkrieg ging sie nach Hamburg, heiratete dort Gerhard Hommes. Seit 1919 leitete sie die weibliche Abteilung der Berufsberatung des Hamburgischen Arbeitsamtes. Edith Hommes trat 1918 der USPD bei und kam mit deren linkem Flügel 1920 in die KPD. 1921 Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft, der sie bis 1927 angehörte. Bis 1927 auch Mitglied der KPD-BL Wasserkante. Da sie zum oppositionellen linken Flügel der Partei zählte, wurde sie 1927 nicht mehr als Kandidatin für die Bürgerschaft aufgestellt. Sie zog sich aus der aktiven Politik zurück. Von Gerhard Hommes geschieden, heiratete sie 1928 Andreas Knack (*12.9. 1886 – †3.5. 1956), der von 1919 bis 1933 als SPD-Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft war. Das Ehepaar wohnte in Hamburg-Barmbek. Beide wurden 1933 aus dem Staatsdienst entlassen und emigrierten nach China. Dort wurde Andreas Knack durch Vermittlung des Völkerbundes stellvertretender Direktor des Zentralkrankenhauses in Nanking und 1935 Leiter des belgischen Missionshospitals in Kweisu (südliche Mongolei). Hier soll Edith Hommes am 2.Dezember 1935 verstorben sein. Laut anderen Quellen kehrte das Ehepaar Knack 1948 nach Deutschland zurück. Andreas Knack wurde (bis 1952) Präsident der Hamburgischen Gesundheitsbehörde.

Wer war wer in DDR

Honecker, Margot

* 17.4.1927 – ✝ 6.5.2016

Geb. in Halle, Vater Gotthard F., Schuhmacher, Mutter Helene F., Arbeiterin, 1940 gest.; Volksschule in Halle; 1938 – 45 JM/BDM; kfm. Lehre, danach 1943 – 45 Telefonistin im Fernsprechamt Hirschberg. 1945/46 KPD/SED, FDGB, DSF, DFD, 1945/ 46 Mitbegr. u. Mitgl. des antifa. Jugendaussch. in Halle u. der FDJ; 1945/46 Stenotypistin beim FDGB-Landesvorst. Sachsen-Anh. in Halle; 1945/46 Lehrgang zum Studium der marxist.-leninist. Pädagogik u. Psychologie bei der KPD/SED-KL Halle-Süd; 1946 – 48 Mitgl. des FDJ-Krs.-Vorst. Halle u. Sekr. für Agit./ Prop.; 1946 Lehrgang an der Landesgewerkschaftsschule; 1947 Ltr. der Abt. Kultur u. Erziehung des FDJ-Krs.-Vorst. Halle; Mai 1948 Sonderlehrgang des ZS der SED für Jugendfunktionäre in Bad Liebenwalde; 1948/49 Mitgl. des FDJ-Landesvorst. Sachsen-Anh.; dort ab Juli 1948 Sekr. für Kultur u. Erziehung u. Ltr. der Kindervereinigung; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1949 – 54 Mitgl. des ZR der FDJ u. dessen Sekr. sowie der SED-BPO-Ltg. im ZR der FDJ; 1949 – 53 Mitgl. der ZL u. Vors. der Pionierorg. »Ernst Thälmann«; ab Juli 1950 Kand. u. seit dem VI. Parteitag der SED 1963 Mitgl. des ZK der SED; 1953 Heirat mit  Erich Honecker; 1953/54 Besuch der HS des Komsomol in Moskau; 1954 – 58 Abt.-Ltr. in der HA Lehrerbildung des Volksbildungsmin.; 1958 stellv. Min. u. ab 1963 Min. für Volksbildung (Nachf. von  Alfred Lemmnitz); 1960 – 65 Mitgl. der Ideolog. Kommission u. 1960 – 63 Mitgl. der Frauenkommission beim PB des ZK der SED; 1960 –89 Mitgl. der Kommission u. des Präs. der Kommission für UNESCO-Arbeit der DDR; 1963 – 89 Mitgl. des Min.-Rats; 1967 –März 1990 erneut Abg. der Volkskammer; 1970 – 89 Mitgl. der APW; 1974 Dr. h. c.; 1964 VVO; 1977 u. 1987 KMO. Nov./Dez. 1989 Rücktritt mit der Reg.  Willi Stoph u. dem ZK der SED; 4.2.1990 Austritt aus der SED/PDS; 1991 Ausreise in die UdSSR; seit 1992 Aufenthalt in Santiago de Chile; 2008 nicaraguanischer Orden »Ruben Dario«; gest. in Santiago de Chile.Ausgewählte Reden u. Schriften. Berlin 1986; Corvalan, L.: Gespräche mit M. H. über das andere Dtl. Berlin 2001. Stuhler, E.: M. H. Eine Biogr. Wien 2003; Ders.: Die Honeckers privat. Berlin 2005; Huhn, K.: M. H., die rote First Lady. Berlin 2005.Monika Kaiser / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Höpcke, Klaus

* 27.11.1933

Geb. in Cuxhaven; Vater Steuerinspektor, Stiefvater Lehrer, Mutter Lehrerin; Grund- u. OS, 1951 Abitur; 1943 ausgebombt u. Evakuierung nach Burg Stargard u. Neubrandenb. 1947 FDJ, örtl. Funktionen; 1951 – 55 Journalistikstudium an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1953 SED; 1953/54 Praktikum bei der Ztg. »Freiheit« in Halle; 1955 – 58 wiss. Assistent, 1958 – 60 wiss. Oberassistent an der Fak. für Journalistik der KMU Leipzig; 1960 – 62 stellv. Sekr. der Univ.-Parteiltg. an der KMU; 1962/63 1. Sekr. der FDJ-BL Leipzig (Nachf. von Kurt Knobloch); 1962 – 64 Mitgl. der SED-BL Leipzig; Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1964 – 73 Mitgl. des Red.-Kolleg. des »Neuen Dtl.«, zuständig für Kultur, Kunst, Lit.; 1968 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1973 – 89 stellv. Min. für Kultur, Ltr. der HV Verlage und Buchhandel, (Nachf. von  Bruno Haid); 1985 Disziplinarverfahren wegen der Druckerlaubnis für  Volker Brauns »Hinze-Kunze-Roman«; seit 1987 Mitgl. des PEN (DDR); März 1989 Maßregelung wegen Zustimmung zur PEN-Resolution für die Freilassung von Václav Havel; 1.11.1989 Ltr. der Kulturkommission beim PB des ZK der SED; 3.12. Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorber. des a. o. Parteitags der SED; 9.12.1989 Mitgl. des Präs. des PV der SED-PDS bzw. PDS, Ltr. der Kommission Kultur-, Wiss.- u. Bildungspol.; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer; Mai 1990 Ltr. der Grundsatzkommission des PV der PDS. 1990 – 99 MdL Thür., zunächst Vors. der PDS-Fraktion, ab 1994 wiss.- u. hochschulpol. Sprecher; danach weiterhin publizistisch aktiv; Mitgl. des Kuratoriums der Stiftung Archiv der Parteien u. Massenorg. der DDR im Bundesarchiv (SAPMO).Kultur in deinem Leben. Berlin 1967; Probe für das Leben. Halle 1982; Chancen Nakath, D., Stephan, G.-R.: Entweder es geht demokratisch – oder es geht nicht. K. H. – »Bücherminister« der DDR. Schkeuditz 2004.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Hoppe, Johannes

* 30.4.1907 – ✝ 20.4.1987

Geb. in Kriewen (Krs. Kosten, Provinz Posen/Krzywin, Polen); nach Besuch der Volksschule 1921 – 30 Gymnasium in Neisse (Oberschles.), Abitur; aus ökon. Gründen zunächst als Rechner an der Sternwarte Sonneberg tätig; 1933 – 36 Studium der Astronomie, Physik u. Mathematik an der Univ. Leipzig u. der FSU Jena; dort 1936 Prom. mit der Arbeit »Über die physikal. Vorgänge beim Eindringen meteorit. Körper in die Erdatmosphäre«; 1937 – 39 Hilfsassistent bzw. Assistent an der Universitätssternwarte Jena; 1937/38 Tätigkeit an der Volkssternwarte Berlin-Treptow; während des 2. Weltkriegs Meteorologe beim Wetterdienst der Luftwaffe u. Assistent an der Sternwarte der FSU; amerikan. Kriegsgefangenschaft. Juni 1945 Rückkehr nach Jena; zunächst Assistent am Meteorol. Inst., danach an der Sternwarte der FSU; 1946 – 52 Tätigkeit in der UdSSR; nach der Rückkehr Berufung zum Doz. für Astronomie der FSU Jena; 1954 dort Habil. mit der Arbeit »Untersuchungen zur physikal. Theorie der Sternschnuppen«; 1959 Prof. für Astronomie; 1962 – 66 Dir. der Sternwarte der DAW in Potsdam-Babelsberg; 1966 – 78 Präs. der Dt. Astronaut. Ges. (Nachf. von Ferdinand Ruhle); 1963 – 77 Mitgl. der Red. u. 1968 – 73 stellv. Chefred. der Ztschr. »Astronomie u. Raumfahrt«; Mitautor von Astronomielehrbüchern für den Schulunterricht; gest. in Jena. Hauptarbeitsgebiete: Satelliten-Beobachtungen, Astronomiegeschichte, Meteoritenforschung; 1981 anläßl. des 80. Geburtstags Benennung des vom Observatorium Tautenburg entdeckten Planetoiden 1981 VW 1 nach H.Johannes Kepler. Leipzig 1975. Nachruf in »Astronomie u. Raumfahrt« 25 (1987) 5.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Höppner, Manfred

* 16.4.1934

Geb. in Weinböhla (Sachsen); 1941 – 53 Schulbesuch in Meißen, Abitur; 1953 – 58 Studium der Med. an der KMU Leipzig; Facharzt für Sportmed., Facharzt für Sozialhygiene; 1958 Prom.; 1963 – 90 SED; 1964 – 78 Verbandsarzt des DDR-Leichtathletikverb. (DVfL); 1967 – 90 stell. Dir. des Sportmed. Dienstes (SMD); 1970 – 91 Mitgl. des Med. Komitees des Intern. Leichtathletikverb.; 1978 – 90 Mitgl. des Präs. des DVfL, 1990 Ehrenmitgl. 18.7.2000 im »Dopingprozeß« vom LG Berlin gemeinsam mit DTSB-Präs.  Manfred Ewald wegen Beihilfe zur Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt; lebt in Grünheide (b. Berlin).Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Horn, Ernst

* 18.4.1912 – ✝ 27.3.2001

Geb. in Berlin; Volksschule; Lehre als Feinmechaniker; 1931 KJVD, KPD; 1932 Ltr. des KJVD Berlin-Wedding; Herbst 1932 Teiln. an der ZK-Tagung des KJVD mit KPD-Vors. Ernst Thälmann in Prieros; 1933 Ltr. des KJVD im Saarland; 1939 – 45 Kriegsdienst. 1945 Ltr. des antifasch. Jugendaussch. in Apolda; Mitgl. des zentralen antifasch. Jugendaussch.; 1945 / 46 Vors. des Landesjugendaussch. Thüringen bzw. Landesvors. der FDJ; Mitgl. des ZR der FDJ; 1946 – 50 Abg. des Thüringer Landtags; 1948 – 50 Abg. des 1. Volksrats bzw. der DDR-Volkskammer; 1949 – 1950 Ltr. des Dt. Sportaussch.; ab 1950 Mitarbeiter der Abt. Wirtschaftspolitik des ZK der SED; danach Mitarbeiter im MdI bzw. Abt.-Ltr. im Min. für Post- u. Fernmeldewesen; Invalidenrentner; gest. in Berlin.Volker Kluge

Handbuch Deutsche Kommunisten

Horn, Lambert

* 27.12.1899 – ✝ 2.6.1939

Geboren am 27. Dezember 1899 in Düsseldorf, Sohn eines Eisenbahnsekretärs; 1913 bis 1915 Schlosserlehre. Ostern 1915 meldete sich Horn freiwillig zur Kriegsmarine, aus der er 1920 entlassen wurde. Dann Zugabfertiger bei der Eisenbahn, die ihn im April 1925 entließ. Horn schloß sich zunächst der christlichen Eisenbahnergewerkschaft an. Ende 1920 Mitglied der KPD, leitete von 1922 bis 1924 die Fraktion in der Düsseldorfer Ortsgruppe des kommunistischen Einheitsverbandes deutscher Eisenbahner. Ab Mitte 1925 Berichterstatter, anschließend Redakteur der »Freiheit« in Düsseldorf. Seit Dezember 1931 Orgleiter, im Mai 1932 Polleiter der BL Niederrhein. Im April 1932 wurde Lambert Horn in den Preußischen Landtag, im März 1933 (jeweils im Wahkreis Düsseldorf-Ost) in den Reichstag gewählt. Horn ging Ende Februar 1933 in die Illegalität und war ab Mai 1933 Polleiter der illegalen BL Berlin-Brandenburg. Er wurde am 23. November 1933 in Berlin verhaftet, in die Gestapozentrale in die Prinz-Albrecht-Straße gebracht und grausam mißhandelt. Am 29. November 1934 vom Ersten Senat des VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Remscheid-Lüttringhausen verbüßte. Anschließend kam er im November 1936 in das Polizeigefängnis Düsseldorf und wurde im April 1937 in das KZ Sachsenhausen transportiert. Dort starb Lambert Horn am 2.Juni 1939 an den Folgen der schweren Mißhandlungen.

Wer war wer in DDR

Hornig, Ernst

* 25.8.1894 – ✝ 5.12.1976

Geb. in Kohlfurt (Krs. Görlitz, Niederschles./ Węgliniec, Polen); Studium der Theol. in Halle u. Breslau; anschl. Pfarrvikar in Waldenburg; ab 1924 Pfarrer in Friedland (Schles.) u. Breslau; 1933 Vors. des Schles. Pfarrer-Notbunds; ab 1934 Mitgl. des Bruderrats der Bekennenden Kirche Schles. u. des Bruderrats der Ev. Kirche der Altpreuß. Union, Hrsg. der Rundbriefe des Bruderrats; aus pol. Gründen vom NS-Regime verfolgt, wiederholt in Haft, Gerichts- u. Strafverfahren; 1938 Ausweisung aus Berlin u. aus der Provinz Brandenb.; am 4.5. 1945 Sprecher der Abordnung der Ev. u. der Kath. Kirche vor dem Festungskommandanten von Breslau, um diesen zur kampflosen Übergabe der Stadt an die sowj. Armee zu bewegen. 1945/46 Vors. der Kirchenltg. Schles.; 1946 Bischof der Ev. Kirche von Schles. u. Bevollm. des Hilfswerks der Ev. Kirche der Union; 1947 Ausweisung aus Breslau; Verlegung des Bischofssitzes nach Görlitz; 1951 als Bischof der Ev. Kirche Schles. bestätigt; 1955 Dr. h. c. der Univ. Kiel; 1964 Pensionierung; anschl. Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; gest. in Bad Vilbel. Veröff. zu Ökumene u. Kirchengeschichte.Breslau 1945 – Erlebnisse in der eingeschlossenen Stadt. Autobiogr. Würzburg 1975 (2. Aufl. 1986); Die Bekennende Kirche in Schles. 1933 – 45. Göttingen 1977.Roger Sitter / Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Hörz, Herbert

* 12.8.1933

Geb. in Stuttgart; Schulbesuch in Erfurt; 1949 SED; 1952 Abitur; anschl. bis 1956 Studium der Philos. mit den Nebenfächern Physik u. Mathematik an der FSU Jena u. der HU Berlin; danach Assistent bei  Klaus Zweiling am Inst. für Philos. der HU; 1960 Prom. mit der Arbeit »Die philosoph. Bedeutung der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation«; anschl. bei  Hermann Ley beteiligt am Aufbau der Abt. »Philosoph. Probleme der Naturwiss.« an der HU; 1962 Habil. mit der Schrift »Dial. Materialismus u. Quantentheorie«, Doz.; 1965 Prof. mit Lehrauftrag für philosoph. Probleme der Naturwiss.; 1966 Prodekan, 1967/68 Dekan der Philosoph. Fak. u. nach der HS-Reform 1968 – 72 Dir. der Sekt. marxist.-leninist. Philos. der HU; 1969 ord. Prof. für dial. Materialismus; 1972 NP; 1972/73 Gastprof. an der Lomonossow-Univ. Moskau; 1973 Korr. Mitgl. der AdW; Wechsel zum ZI für Philos. der AdW (ZIPhil), dort 1973 – 89 Ltr. des Bereichs Philosoph. Fragen der Wissenschaftsentw.; 1977 Ord. Mitgl. der AdW; Mitgl. des Präs. des Zentralvorst. der FDGB-Gewerkschaft Wiss. u. deren Krs.-Vors. an der AdW; 1981 federführend beteiligt an der Maßregelung der Gruppe um  Peter Ruben; 1982 – 90 stellv. Dir. des ZIPhil; 1982 Korr. Mitgl. der APW; 1989 Dr. h. c. der PH Erfurt-Mühlhausen; ab Dez. 1989 amt. Vizepräs. (Nachf. von  Hans-Heinz Emons), April 1990 Wahl zum Vizepräs. der AdW. Nach Abwicklung des ZIPhil von 1992 – 95 Mitarb. an einer Forschungsstelle der Berlin-Brandenb. AdW; 1999 – 2000 Präs. der Leibniz-Sozietät (Nachf. von  Mitja S. Rapoport), seitdem Altpräs. Prominenter Repräsentant der DDR-Philos. im Bereich philosoph. Probleme der Naturwiss. u. der Wissenschaftsentw., Mitgl. der Ltg. des Wiss. Rats für marxist.-leninist. Philos. u. langj. Ltr. des Problemrats Philos. / Wiss.; 1979 – 91 Mitgl. des internat. Vorbereitungskomitees der Deutschlandsberger Symposien der Wiss.-Forscher; Mitveranstalter der Kühlungsborner Tagungsreihe zu philosoph. Problemen der Natur-, Technik- u. mathemat. Wiss.; Mithrsg. des Wörterbuchs »Philos. u. Naturwiss.«, Berlin 1978 (mit Rolf Löther u. Siegfried Wollgast); beteiligt an der Helmholtz-Ausgabe der AdW; Mitgl. in Red.-Kolleg. versch. Ztschr., so der »Dt. Ztschr. für Philos.«, »Wissenschaftsforschung« (Österreich) u. »Philosophy and Biology« (Kanada).Der dial. Determinismus in Natur u. Ges. Berlin 1962; Werner Heisenberg u. die Philos. Berlin 1966; Marxist. Philos. u. Naturwiss. Berlin 1976; Philos. der Zeit. Berlin 1989; Schopenhauer u. Helmholtz: Bemerkungen zu einer alten Kontroverse zw. Philos. u. Naturwiss. Berlin 1995; Lebenswenden. Berlin 2005 (Autobiogr.); Von Aufklärung bis Zweifel. Fs. für Siegfried Wollgast. Berlin 2008 (Mithrsg.). Banse, G. (Hrsg.): Philos. u. Wiss. in Vergangenheit u. Gegenwart. Fs. zum 70. Geburtstag von H. H. Berlin 2003; Ruben, P.: Neues von der philosoph. Front. In: Berliner Debatte Initial (2006) 1/2.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hotopp, Albert

* 20.9.1886 – ✝ 1.8.1942

Geboren am 20. September 1886 in Berlin, Sohn eines Schmieds; lernte Kellner, ab 1904 Maschinenarbeiter in Bremen, fuhr dann zur See. Mitglied der SPD, trat 1912 als Anarchist aus der Partei aus. Während des Weltkrieges Funker, schloß er sich 1918 der USPD und 1920 der KPD an. Arbeitete nach dem Krieg als Heizer und Kranführer, war Betriebsratsvorsitzender und wirkte als ehrenamtlicher Funktionär der KPD im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, wo er Bezirksverordneter war. Ab 1923 im Kurierdienst der Partei eingesetzt. 1924 vom Reichsgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, bis 1926 in Cottbus inhaftiert. Im Gefängnis verfaßte er erste Erzählungen und wurde Schriftsteller. Sein bekanntestes Buch »Fischkutter H.F. 13« erschien 1930. Er war von 1926 bis 1933 Mitarbeiter der KPD-Führung in Finanzfragen, bis 1933 war er auch im Verlagswesen der KPD tätig, als Mitglied des BPRS redigierte er von 1929 bis 1933 die Monatsschrift der Universum-Bücherei »Magazin für alle« und soll noch 1933 Reichskassierer der Partei gewesen sein. 1934 emigrierte Hotopp in die Sowjetunion, lebte mit seiner Frau Gertrud und zwei Töchtern in Moskau, arbeitete hier als Dozent unter dem Parteinamen Hermann Lieben am Institut für Fremdsprachen, später war er Oberlehrer am 1. Sprachinstitut. Wie alle in die UdSSR emigrierten deutschen Kommunisten lieferte auch Hotopp während der Säuberungen Berichte über andere Politemigranten an die Führung. Um die eigene Parteiergebenheit zu beweisen oder aus ideologischer Verblendung »Wachsamkeit« gegen Abweichler zu demonstrieren, waren solche Informationen meist mit Verdächtigungen und Denunziationen vermischt. Diese Dossiers waren natürlich nicht der Grund für die Verhaftungen durch das NKWD, sondern dienten eher als nachträgliche Rechtfertigung der Festnahmen. Hotopp informierte z.B. schriftlich über Herwarth Walden, der wie er am Institut für Fremdsprachen lehrte, 1941 festgenommen wurde und als Opfer Stalins umkam. Hotopp selbst wurde ebenfalls am 31.Mai 1941 verhaftet, seine Frau und die Töchter im September 1941 nach Kasachstan verbannt. Am 1. August 1942 wurde Albert Hotopp zum Tode verurteilt und bei Moskau erschossen. Gertrud Hotopp, geborene Horn (*3. 3. 1897 – †9.9. 1985), kam Ende 1955 in die DDR.

Wer war wer in DDR

Hübner, Beate Maria

* 31.5.1955

Geb. in Jena; POS; 1969 – 73 EOS, Abitur; 1973 – 75 Ausbildung zur Krankenschwester; Studium der Med. an der HU Berlin, 1987 Dipl.; 1981 CDU; 1988 Ausbildung zur Fachärztin für Physiotherapie am Krankenhaus Berlin-Friedrichshain; 1989 – 94 dort Ärztin; seit 1990 Mitgl. des CDU-KV Berlin-Friedrichshain; Mai-Dez. 1990 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Berlin. 1991 – 99 MdA Berlin; 1996 – 99 Senatorin für Gesundheit u. Soziales des Landes Berlin (Nachf. von  Peter Luther); seitdem wieder im Beruf tätig.Helmut Müller-Enbergs