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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Anton

* 19.4.1883 – ✝ 12.4.1965

Geboren am 19. April 1883 in Stoßdorf/Krs. Siegburg als Sohn eines Landarbeiters (»Äckerers«). Zunächst selbst Landarbeiter, dann Lehre und Tätigkeit als Dreher. Vor dem Weltkrieg Übersiedlung nach Hamburg, Mitglied der SPD. Nach dem Krieg Übertritt zur USPD, 1920 mit der linken USPD zur KPD. In den zwanziger Jahren lange erwerblos, wurde Becker einer der Führer der Hamburger Arbeitslosen; 1925 Mitglied der BL Wasserkante, von 1926 bis 1931 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. 1931 schied er wegen Differenzen aus der BL aus und zog sich von der aktiven Politik zurück. 1943 verzog er von Hamburg nach Düsseldorf. Nach 1945 lebte er als Rentner in Geesthacht, war politisch aber nicht mehr aktiv. Anton Becker starb am 12. April 1965 in Geesthacht.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Gesine

* 16.4.1888 – ✝ 9.12.1968

Gesine Bolle wurde am 16. April 1888 in Meinershausen/Krs. Osterholz bei Bremen als Tochter eines Kleinbauern geboren. Sie arbeitete als Laden- und Haushaltshilfe, von 1911 bis 1925 als Hausmeisterin, später als Kontoristin. 1910 wurde sie Mitglied der SPD und kam über die Bremer Linksradikalen 1919 zur KPD. Ihr Mann, Gottfried Becker (*1.2.1884 – †22.10.1956) war 1921 Leiter der Bremer KPD. Von 1919 bis 1929 vertrat Gesine Becker die KPD in der Bremer Bürgerschaft. 1923/24 arbeitete sie aktiv in der Mittelgruppe. Von 1925 bis 1927 Kontoristin, half sie später ihrem Ehemann, der ein Werbebüro für die Reichsbahn unterhielt. 1929 war Gesine Becker einige Monate Orgleiter des KPD-Bezirks Nordwest. Im Dezember 1930 verzog sie mit ihrem Mann (er war bis zum Machtantritt der Nazis als Akquisiteur für die gesamte KPD-Presse zuständig) aus Bremen nach Berlin-Lichtenberg. Von 1934 bis 1936 war Gesine Becker hier Inhaberin des Cafés »Derby« in der Schlesischen Straße. Von 1939 bis 1944 als Kontoristin dienstverpflichtet. Nach 1945 zunächst Hausfrau, wurde Gesine Becker 1946 Mitglied der SED, ohne wichtige Funktionen auszuüben. Bis 1955 Büroangestellte im VEB Schrott Berlin-Lichtenberg, danach Sachbearbeiterin in der Kaderabteilung der Humboldt-Universität Berlin. Gesine Becker starb am 9. Dezember 1968 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Ludwig

* 25.10.1892 – ✝ 9.4.1974

Geboren am 25. Oktober 1892 in Gmünd/ Württemberg als Sohn eines Goldschmieds und Sozialisten; erlernte den Beruf eines Fassers (Spezialberuf der Goldschmiedebranche) und ging anschließend auf Wanderschaft. 1907 Eintritt in die Gewerkschaft und die sozialistische Jugendorganisation, 1910 in die SPD. Übersiedelte 1911 von Gmünd nach Berlin, besuchte hier die Arbeiterbildungsschule, an der auch Rosa Luxemburg wirkte. 1913 Einberufung zum Militär, bis 1918 Soldat. Von der Front aus hielt er enge Verbindung mit der Stuttgarter radikalen Gruppe Westmeyer. 1918 in den Soldatenrat gewählt. Mitglied des Spartakusbundes, seit der Gründung für die KPD aktiv. Bis 1922 in seinem Beruf tätig. Mit anderen Stuttgarter Funktionären wurde Becker wegen seiner Tätigkeit für die illegale KPD Anfang 1924 verhaftet und am 27. September 1924 zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Während der Haft im Mai 1924 in den Württembergischen Landtag gewählt, so daß er als Abgeordneter einige Monate früher aus dem Gefängnis entlassen werden mußte. Im Juli 1925 Parteisekretär in Stuttgart. In den folgenden Jahren im Bezirk Württemberg tätig; Anhänger des rechten Parteiflügels. 1928 erneut in den Landtag gewählt. 1929 als Rechter aus der KPD ausgeschlossen. Er trat zur KPO über und blieb für diese bis 1932 im Württembergischen Landtag. Im Dezember 1930 hauptamtlicher Bevollmächtigter des Metallarbeiterverbandes in Schwenningen; diese Funktion behielt er bis 1933. 1933 versuchte die Deutsche Arbeitsfront, ihn für die NSDAP zu gewinnen. Becker lehnte alle Angebote ab und arbeitete bis 1938 in seinem Beruf. Als oppositioneller Kommunist kam er von 1938 bis 1945 ins KZ Buchenwald. Nach Schwenningen zurückgekehrt, baute Becker 1945 die KPD auf und war hier einige Monate stellvertretender Bürgermeister. 1948 Leiter der IG Metall Südwürttemberg-Hohenzollern und KPD-Abgeordneter des Landtags Südwürttemberg-Hohenzollern. Nach neuen Differenzen mit der KPD wurde er 1951 aus der Partei ausgeschlossen, er trat 1955 der SPD bei. Von 1953 bis 1959 war Becker Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg in Stuttgart, seit 1969 im Ruhestand. Ludwig Becker starb am 9.April 1974 in Stuttgart.

Wer war wer in DDR

Becker, Jurek

* 30.9.1937 – ✝ 14.3.1997

Geb. in Łódź (Polen); Vater Angest.; aufgew. im Ghetto u. in den KZ Ravensbrück u. Sachsenhausen. 1945 in Berlin; OS, 1955 Abitur; Mitgl. der FDJ, Wehrdienst; 1957 SED; 1957 – 60 Philosophiestudium an der HU Berlin, Studienausschl. aus pol. Gründen; 1959 – 89 u. a. im OV »Lügner« erf.; 1960 Studium an der Film-HS-Babelsberg; 1962 – 77 DEFA-Drehbuchautor u. anschl. freiberufl. Schriftst. in Berlin (Ost); zuerst Texte für das Kabarett »Die Distel« u. für die Filme »Wenn ein Marquis schon Pläne macht« (1962), »Gäste im Haus« (1963), »Zu viele Kreuze« (1963/64) u. »Immer um den März« (1967); 1968 Roman »Jakob der Lügner«; seine Romane »Der Boxer« (1976) u. »Bronsteins Kinder« (1986) gehen den seel. Konflikten jüd. Menschen in Dtl. nach; 1971 Heinrich-Mann-Preis, Charles-Veillon-Preis; 1972 PEN-Zentrum DDR; 1973 Mitgl. des Vorst. des SV; 1974 Bremer Lit.-Preis für den Roman »Irreführung der Behörden«; 1975 NP; 1976 Mitunterz. der »Biermann-Resolution«; protestierte als einziger DDR-Schriftst. gegen den Ausschl.  Reiner Kunzes aus dem SV, 1977 Austritt aus dem SV u. Ausschl. aus der SED; Umzug in die Bundesrep. Dtl., lebte v. a. in Berlin (West); ab 1977 verschiedene Gastprofessuren in den USA, u. a. Oberlin College, University of Texas, Washington University (St. Louis); 1978 Gastprof. Gesamt-HS Essen; 1981 Gastprof. Univ. Augsburg; 1982/83 Stadtschreiber von Bergen-Enkheim; 1983 Mitgl. der Akad. für Sprache u. Dichtung Darmstadt; seit 1986 große Popularität v. a. mit seinen Drehbüchern zur Serie »Liebling Kreuzberg«; 1988 Adolf-Grimme-Preis; 1989 Poetikvorlesungen an der Univ. Frankfurt (Main). 1990 Mitgl. der AdK, Berlin; 1990 Bayr. Fernsehpreis; 1991 Filmband für das Drehbuch zu »Neuner«; 1996 Krebserkrankung; gest. in Sieseby (Schleswig-Holstein).Schlaflose Tage. Frankfurt (Main) 1978; Aller Welt Freund. Rostock 1983; Erzählungen. Rostock 1986; Amanda Herzlos. Frankfurt (Main) 1992; Wir sind auch nur ein Volk. Drehbücher 1994/95; Ende des Größenwahns: Aufsätze, Vorträge. Frankfurt (Main) 1996; J. B.s Neuigkeiten an Manfred Krug & Otti. Düsseldorf 1997; Mein Vater, die Deutschen u. ich. Frankfurt (Main) 2007. Arnold, H. L. (Hrsg.): J. B. München 1992; J. B. – Das letzte Interview. In: Spiegel (1997) 13; Heidelberger-Leonard, I. (Hrsg.): J. B. Frankfurt (Main) 1997; Jung, T.: »Widerstandskämpfer oder Schriftst. sein«: J. B. – Schreiben zwischen Soz. u. Judentum. Frankfurt (Main) 1998; Gilmann, S. L.: J. B. die Biogr. Berlin 2002; Kiwus, K. (Hrsg.): »Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, dann muss ich leider sagen«. Dokumente zu Leben u. Werk aus dem J.-B.-Archiv. AdK, Berlin 2002; Kutzmutz, O.: J. B. Frankfurt (Main) 2008.Leonore Krenzlin / Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Begemann, Jürgen

* 3.7.1941

Geb. in Potsdam; Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule; FDJ; 1960 Abitur; 1960 – 66 Studium an der Univ. Rostock, Dipl.-Ing. für Schiffsmaschinenbau; 1962 SED; 1966 / 67 Reparatur-Ing. im VEB Dt. Seereederei Rostock, 1967 – 69 wiss. Mitarb.; 1969 / 70 Ltr. Neubau in der Abt. Flottenentw. des Invest-Konsortiums Reederei u. Befrachtung Rostock; 1970 / 71 Abt.-Ltr. Flottenentw. im VEB Deutfracht, 1971 / 72 amt. Dir. für Wiss. u. Technik bei Deutfracht, 1972 / 73 erneut Abt.-Ltr. Flottenentw., 1974 / 75 Dir. für Technik des VE Kombinat Seeverkehr u. Hafenwirtschaft; 1975 / 76 Lehrgang an der SED-BPS; 1976 – 78 erneut Dir. für Technik u. 1979 – 88 Stellv. des GD für Wiss. u. Technik im VE Kombinat Seeverkehr u. Hafenwirtschaft – Deutfracht – Seereederei; 1984 / 85 Studium an der AfG beim ZK der KPdSU in Moskau; 1988 – 90 GD des VEB Kombinat Schiffbau Rostock; bis Ende 1990 Vorstandsvors. der Dt. Maschinen- u. Schiffbau AG, Rostock.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Behnke, Wilhelm

* 7.3.1914 – ✝ 9.5.1979

Geb. in Stettin (Szczecin / Polen); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufschule; 1928 – 31 Bäckerlehre; 1931 KJVD u. KPD, Polit. Ltr. des KJVD-Bez. Stettin; 1933 illegale Arbeit; 1934 festgenommen u. u. a. in den KZ Sachsenhausen u. Dachau inhaftiert; 1944 Soldat in einer Strafkompanie, 1945 Desertion in sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945 Arbeit als Bäcker; 1946 SED; 1946 – 51 Offizier der DVP; 1951 – 53 Kulturdir. im VEB Karl-Marx-Werk in Potsdam-Babelsberg; 1954 Sekr. der SED-KL Brandenburg; 1954 – 57 OB u. Vors. des Rats der Stadt Brandenburg; 1957 / 58 Studium an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1958 – 67 Vors. des Rats des Bez. Suhl; 1967 – 71 Abg. der Volkskammer; stellv. Vors. der Interparlamentar. Gruppe der DDR; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Behrendt, Gerhard

* 3.4.1929 – ✝ 26.9.2006

Geb. in Potsdam; 1943 Ausbildung als Theatermaler in Berlin, Schauspielunterricht; 1946 – 48 Arbeit als Filmarchitekt; 1948 – 53 Erster Theatermaler am Hans-Otto-Theater Potsdam; 1949 Zulassung als Bühnenbildner; 1953 – 56 Puppengestalter u. Animator am DEFA-Studio in Potsdam-Babelsberg sowie am DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden; 1956 – 91 Puppengestalter u. Regisseur beim DFF in Berlin; 1958 Gründung des Puppenstudios des DFF, ab 1959 als Autor, Regisseur, Szenenbildner u. Animator, Entw. der Sandmännchenfigur u. versch. Serien des »Abendgrußes«; 1969 NP. 1991 – 95 nach Einstellung des Sendebetriebs des DFF freier Regisseur u. Puppengestalter; 1992 Übernahme des »Sandmännchens« in die dritten Programme der ARD; 1995 Ruhestand; 2005 Bundesverdienstkreuz; gest. in Berlin. Filme: »Unser Sandmännchen: Der zerbrochene Zauberstab« (1994), »Wo wohnt der Sandmann« (1996), »Herr Fuchs u. Frau Elster« (1998), »Pittiplatsch, Schnatterinchen u. Moppi« (1999), »Traumsand in Gefahr« (2000); »In 80 Tagen um die Welt« (2005), »Sandmann-Geschichten: Tobias Trotz« (2005).Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Behrendt, Horst

* 16.12.1910 – ✝ 29.11.1975

Geb. in Lanz b. Lenzen (Krs. Westpriegnitz); Vater Friseur, später Chemiearb.; Mutter Näherin; 1917 – 25 Volksschule in Halle ; 1925 – 30 Ausbildung zum u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1926 ADGB, Naturfreunde, RFB, ATSB; 1927 – 31 Schlosser bei Wegelin & Hübner in Halle; 1931 – 34 arbeitslos; 1931 KPD; ab 1933 illeg. Arbeit für die KPD-Halle (»Herbert«); 1934 Landhelfer in Hundeluft (Landkrs. Wittenberg); Juli 1934 – 39 Emigr. in die ČSR, hier Jugendheimltr. u. Instrukteur in der KPD-Emigrationsgr.; März 1939 Verhaftung durch die Gestapo in Prag; Okt. 1939 vom Reichskammergericht Halle Verurteilung zu 18 Mon. Haft wegen »Vorber. zum Hochverrat«; Haft im Zuchthaus Halle (Roter Ochse), dann in den KZ Sachsenhausen, Fallensleben, Berlin-Lichterfelde (Außenlager), Apr. 1945 Flucht. Juni 1945 – Nov. 1946 Agitprop.-Sekr. der KPD/SED-KL Halle, gleichz. Verbindungsmann zur Kommandantur der SMAD Halle; Dez. 1946 Ltr. der Abt. Grundstücke/Liegenschaften beim FDGB-LV Sachsen-Anh.; 1949 Landesgewerkschaftsschule Beesenstedt; Dez. 1949 – Mai 1950 kommissar. Personalltr. bei den Dt. Schiffahrts- u. Umschlagsbetrieben Berlin; Juni 1950 Einstellung bei der VP, Referatsltr. bei der VP Halle; Sept. 1951 – Aug. 1953 Polit.-Stellv. im VP-Kreisamt Wenigerrode, Sept. 1953 – Jan. 1954 stellv. Unterabt.-Ltr. BDVP Magedeburg; 1954 – 56 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; Juli 1956 – Nov. 1957 Instrukteur in der Abt. Sicherheit des ZK der SED; Dez. 1957 Einstellung beim MfS, 1. Sekr. der SED-PO in der HV A, Major; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; Dez. 1960 Entlassung aus der HV A; 1961 – 63 Vors. der KPKK des MDI, Berlin, Oberstltn.; 1963 – 67 Vors. der KPKK der NVA; 1967 Invalidenrentner; gest. in Berlin.Jens Gieseke / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Behrens, Manja

* 11.04.1914 – ✝ 18.01.2003

Geb. in Dresden; Vater Kgl. Sächs. Hofsyndikus, Rechtsanwalt u. Notar, Mutter Maria Lichtenegg Kgl. Sächs. Hofschauspielerin; ab 1930 privater Schauspielunterricht bei Kammersänger Waldemar Staegemann, später bei Erich Ponto; Tätigkeit als Zahnarzthelferin; 1935 – 54 Engagement am Staatstheater Dresden, zunächst jugendl. Liebhaberin u. Naive in zahlr. Boulevard-Stücken; seit 1936 Filmrollen (»Stärker als Paragraphen«, »Susanna im Bade«), keine Filmkarriere, weil von Goebbels ausgegrenzt wegen Abbruch der Bekanntschaft mit Martin Bormann; seit 1937 zunehmend klass. Rollen am Staatstheater Dresden, beginnend mit »Und Pippa tanzt« (TR 1937). Nach 1945 Filmarbeit u. a. mit Wolfgang Staudte (»Kirmes«), bei der DEFA mit Konrad Wolf (»Sonnensucher«, Prod.-Jahr: 1958, Premiere: 1972), Frank Beyer (»Karbid u. Sauerampfer«, 1963); seit 1945 auch zeitgenöss. Dramatik, u. a. »Die letzte Probe« von Friedrich Wolf (UA 1945, R: Paul Lewitt); 1952 erste Auftritte in Berlin im Theater am Schiffbauerdamm, u. a. in »Die Feinde« (Tatjana); 1953 – 67 an der Volksbühne Berlin u. a. »Anna Karenina« (TR 1954, R: Werner Stewe), »Die Ratten« (Frau John, 1956, R: Walter Suessenguth), »Der Besuch der alten Dame« (Claire, 1965, R: Fritz Bornemann) u. Gastauftritte im Berliner Ensemble (»Coriolan«, 1964, alternierend mit Helene Weigel); 1967 – 91 am Maxim-Gorki-Theater Berlin, u. a. »Wassa Shelesnowa« (TR 1967, R: Maxim Vallentin u. 1970, R: Albert Hetterle), »Bolschewiki« von Schatrow (1969), »Das gewöhnl. Wunder« (1974, R:. Wolfram Krempel), damit Beginn der Zusammenarbeit mit W. Krempel, »Altmod. Komödie« von Arbusow (1982, R: ders.); 1974 Kunstpreis der DDR. Seit 1991 Gastrollen am Burgtheater Wien, 1992 am Akad.-Theater Wien (»Onkel Wanja«), seit 1993 am Stadttheater Bern, dort 1994 »Der Vater« von Strindberg, auch am Maxim-Gorki-Theater, »Unzulängliche Aufzeichnungen über die dumme alte Großmutter Himmelreich u. einige andere unwesentliche Ereignisse« von Heinz Darwin, UA Stadttheater Ingolstadt, TR.; mit dem Bühnenbildner Karl von Appen verh.; gest. in Berlin; CD »Dt. Balladen«. Stadttheater Ingolstadt 1998.Aune Renk

Wer war wer in DDR

Beier-Red, Alfred

* 1.11.1902 – ✝ 3.2.2001

Geb. in Berlin; Vater Maler, Mutter Näherin; Volks- u. Berufsschule; 1917 – 23 Lehre u. Tätigkeit als Buchdrucker; 1918 FSJ; 1923 KPD; 1927 – 29 Studium an der Berliner Kunstgewerbeschule-Ost (Schule für Graph. Gewerbe), März 1929 Abschluß als Graphiker; seit 1924 freischaff. polit.-satir. Zeichner, der die Linie von Kollwitz, Baluschek u. Zille fortsetzte u. in der Tradition des Berliner Realismus von Chodowiecki, Schadow u. Hosemann stand; Aufträge vornehml. für die Blätter der Arbeiterpresse, »Rote Fahne«, »Der Knüppel«, »Eulenspiegel«, »Der Rote Pfeffer«, »Die Rote Post«, 1932 / 33 auch für die Moskauer »Prawda«, signierte zum Schutz vor polizeil. Repressalien mit dem Ps. »Red« (Rot); 1928 – 33 Mitbegr. u. Mitgl. der ASSO; 1933 – 45 illeg. Tätigkeit; 1935 – 37 Graphiker beim Dt. Reformverlag; 1937 – 42 Werbeltr. der Werbegemeinschaft Dt. Reformwaren-Unternehmen; 1942 – 45 Wehrmacht; Ende April–Dez. 1945 Kriegsgef. im Zivillager Danzig u. Pötzlitz. Seit 1945 wieder freiberufl. Pressezeichner, u. a. für »Tägl. Rundschau« u. ab 1946 vor allem für »Neues Deutschland«; 1946 SED; Mitgl. des VDP bzw. VDJ, 1947 – 60 Vors. der Sektion der Pressezeichner, Mitgl. des Vorst. des Berliner VDJ u. ab 1967 des VDJ-ZV; 1950 VBK; 1954 Initiator der 1. Dt. Karikaturen-Ausstellung; 1955 internat. Karikaturen-Schauen in Wien u. 1957 in Berlin; 1959 Kunstpreis der DDR; 1961 VVO u. Franz-Mehring-Med.; 1962 Prof., Kunstpreis des FDGB; 1969 Beteiligung an der Karikaturenretrospektive zum 20. Jahrestag der DDR u. an DDR-Kunstausstellungen in Dresden; 1970 NP. Sek.-Lit.: Kuhirt, U.: A. B.-R. Gezielt u. getroffen. Berlin 1962; Bild der Klasse. Berlin 1971; Haese, K.: Kunst soll Waffe sein! A. B.-R. zum 80. Geb., in: Bildende Kunst (1982) 10.Mit dem polit. Pinsel. Berlin 1952; Polit. Bilderbuch. Berlin 1958.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

Wer war wer in DDR

Beleites, Michael

* 30.9.1964

Geb. in Halle; Vater Pfarrer; 1971 – 82 POS in Trebnitz (b. Zeitz); 1981 – 83 Ausbildung zum zoolog. Präparator in Gera u. Berlin; aufgrund einer Intervention des MfS nicht zum Abitur u. Studium zugelassen; seit 1976 Teiln. an Naturschutzarbeiten u. Vogelberingung, seit 1982 Mitarb. in versch. kirchl. Friedens- u. Umweltgr., 1982 – 84 im Vorbereitungskrs. der Radsternfahrten kirchl. Umweltgr. nach Potsdam-Hermannswerder; 1982 – 89 vom MfS im OV »Entomologe« erf.; 1983 Mitgl. der Ltg. des Landesjugendkonvents der Ev. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen; Mai 1984 Initiator des Umweltgottesdienstes in Bitterfeld, Greppin u. Wolfen, der ersten großen Protestdemonstration gegen Umweltzerstörung in der Chemieregion, Sept. 1984 Mitorg. des Meininger Friedensgottesdienstes (Parallelveranstaltung zur Herbstdemonstration der westdt. Friedensbew. in Fulda); Mitorg. von Ost-West-Treffen der Friedensbew., die ab 1985 wegen Einreisesperre gegen westdt. Teiln. in der ČSSR, Ungarn u. Polen stattfanden; seit 1986 illeg. Recherchen zu den ökolog. u. gesundheitl. Folgen des Uranabbaus der SDAG Wismut; seit 1987 Auslandsreisesperre u. wiederholtes Berlin-Verbot; 1988 öff. Vortrag »Uranbergbau in der DDR« auf der 1. Ökumen. Vers. in Dresden, Juni 1988 Veröff. der Dokumentation »Pechblende – Der Uranbergbau in der DDR u. seine Folgen« durch das Kirchl. Forschungsheim Wittenberg; Dez. 1989 Mitgl. des Geraer Bürgerkomitees zur MfS-Auflösung; Febr. 1990 Berater des Neuen Forums am Zentr. Runden Tisch; 1990 Mitbegr. von Greenpeace in der DDR; freischaff. Autor. 1991 Berater von Greenpeace in Hamburg; 1992 Berater der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Sächs. Landtag; 1992/93 landw. Studium an der HU Berlin, abgebrochen; 1993 – 95 landw. Studium an der FS für Landw. in Großenhain (b. Dresden); ab 1995 wieder freier Autor; Ausstellungen in Lutherstadt Wittenberg; seit Dez. 2000-2010 Sächs. Landesbauftragter für die MfS-Unterlagen; lebt in Dresden.Untergrund. Ein Konflikt mit der Stasi in der Uran-Provinz. Berlin 1991; Altlast Wismut. Ausnahmezustand, Umweltkatastrophe u. das Sanierungsproblem im dt. Uranbergbau. Frankfurt (Main) 1992.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bellemann, Franz

* 30.8.1899 – ✝ 30.3.1987

Geboren am 30. August 1899 in Heilbronn; lernte Buchbinder und war in diesem Beruf tätig. 1919 USPD, 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD, in der er zunächst wiederum dem linken Flügel angehörte. Nach dem IX. Frankfurter Parteitag 1924 trat er in Württemberg in den Vordergrund. Auf dem X. Berliner Parteitag 1925 Mitglied der Politischen Kommission. Ab 1925 Leiter des RFB in Württemberg und zugleich Mitglied der BL, 1926/27 arbeitete er eng mit dem neuen Polleiter Karl Fugger zusammen. Bellemann wurde auf dem XI. Parteitag 1927 als Kandidat ins ZK gewählt. Während der Auseinandersetzung nach der Wittorf-Affäre stand er bei den Versöhnlern, nach der Auflösung dieser Gruppe wurde er Agitpropsekretär in Württemberg. Zusammen mit dem Polleiter Joseph Schlaffer und Orgleiter Karl Schneck wurde Bellemann im Januar 1932 vom ZK-Beauftragten Walter Ulbricht abgesetzt. Er konnte sich im März 1933 der Festnahme entziehen, wurde jedoch am 16.Juni 1933 durch die Gestapo verhaftet und am 28. September 1933 vom Landgericht Stuttgart zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung weiter illegal tätig, gehörte er der Widerstandsgruppe um Stefan Lovacz u. a. an, wurde am 25. Januar 1936 erneut festgenommen und am 9. November 1937 vom OLG Stuttgart zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, ab Januar 1943 bis 1945 im KZ. Nach 1945 wieder als Buchbinder tätig; er war nicht mehr hauptamtlich für die KPD aktiv, soll aber Mitglied der Partei gewesen sein. Franz Bellemann starb am 30.März 1987 in Stuttgart.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Artur

* 12.5.1905 – ✝ 13.4.1938

Geboren am 12. Mai 1905 in Remscheid, Sohn eines Feilenhauers, der nach dem Kriege der USPD angehörte; Schlosserlehre. 1920 Mitglied der FSJ. 1923 Eintritt in die KPD; Orgleiter und ab Januar 1925 Polleiter des UB Remscheid des KJVD. Von 1926 bis 1928 Leiter des Bezirks Niederrhein der kommunistischen Jugend, ab August 1928 Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Jugendinternationale in Moskau. Auf dem 11. KJVD-Kongreß in Berlin im September 1929 in das ZK des Jugendverbandes gewählt, wurde er im April 1930 2. Vorsitzender des KJVD. 1930 jüngster Reichstagsabgeordneter, ab Juni 1931 Vorsitzender des KJVD. Im Frühjahr 1932 für die Fehlschläge der KJVD-Arbeit verantwortlich gemacht, aus dem ZK des KJVD entfernt und zur Jugendarbeit in der RGO abgestellt. Becker wurde im November 1932 »rehabilitiert« und seine Absetzung als Intrige der Neumann-Gruppe bezeichnet. Er übersiedelte nach Moskau und arbeitete im EKKI der Jugendinternationale. Ab Ende August 1937 Angehöriger, später Kommissar der XI. Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg. Am 13.April 1938 geriet Artur Becker verwundet in die Gefangenschaft der Franco-Truppen, die ihn am 16. Mai 1938, vier Tage nach seinem 33. Geburtstag, in Burgos erschossen. 2005 veröffentlichte Karl-Heinz Jahnke eine Broschüre über Artur Becker.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Karl Albin

* 19.11.1894 – ✝ 1.12.1942

Geboren am 19. November 1894 in Hannover als Kind einer sozialistischen Familie; von Beruf Schriftsetzer. Auch seine Geschwister waren später Kommunisten ( Ernst Becker, Lina Becker). Mit 15 Jahren 1909 Mitglied der sozialistischen Jugendorganisation, 1912 der SPD. Während des Weltkrieges gehörte er zunächst in Dresden, dann in Bremen zu den führenden Köpfen der Bremer Linksradikalen. Deswegen 1917 verhaftet, erst durch den Ausbruch der Novemberrevolution wieder frei. Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates Dresden, Delegierter der Internationalen Kommunisten Deutschlands auf dem Gründungsparteitag der KPD. 1919 Funktionär der KPD, Mitglied des »Bremer 21er Ausschusses«. Bei der Spaltung 1919 zunächst beim linken Flügel, Anhänger der Allgemeinen-Arbeiter-Union. Im März 1920 Abkehr von der Opposition, wurde er 1921 führend in der Hamburger KPD und Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 als einer der Jüngsten zum Mitglied der Zentrale gewählt, sogar ins Polbüro berufen, mußte nach dem Parteiverbot 1923 – steckbrieflich gesucht – untertauchen. Vorübergehend in Schlesien und bis zum IX. Parteitag (1924) wieder Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«. In den Auseinandersetzungen nach 1923 gehörte er zu den Rechten ( Heinrich Brandler, August Thalheimer, Jacob Walcher). Er lebte einige Zeit in Moskau, schloß sich nach seiner Rückkehr im Jahre 1925 eng an die Gruppe um Ernst Meyer an und gelangte mit dieser Gruppe 1926 wieder in leitende Positionen. Becker arbeitete in der Gewerkschaftsabteilung des ZK, war von 1927 bis Anfang 1928 Chefredakteur der KPD-Gewerkschaftszeitung »Kampf«. Vom XI. Parteitag 1927 wieder als Mitglied ins ZK gewählt, 1928 zum KPD-Abgeordneten des Preußischen Landtags. Bei den innerparteilichen Auseinandersetzungen 1928 einer der Wortführer der Versöhnler und mit diesen aus allen wichtigen Funktionen verdrängt, 1929 kam er nicht mehr ins ZK. Becker kapitulierte und betätigte sich in Nebenorganisationen der KPD (Rote Hilfe, Kampfbund gegen den Faschismus). Von 1931 bis 1933 in Berlin Landessekretär des Bundes der Freunde der Sowjetunion. 1933 ging Becker in die Illegalität, emigrierte im Oktober 1934 zunächst nach Prag, dann nach Amsterdam. Er arbeitete später für die KPD in Frankreich, übernahm 1937 beim Weltkomitee der Freunde der Sowjetunion in Paris eine führende Funktion. Am 18. Juni 1941 wurde Becker gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin seit 1932, Elsa Arnold, in Paris verhaftet, das Vichy-Regime hat beide an Deutschland ausgeliefert. Am 4. September 1942 wurde Karl Albin Becker vom VGH zum Tode verurteilt und am 1. Dezember 1942 in Plötzensee hingerichtet. Im letzten Brief an Elsa Arnold schrieb er: »Ich sterbe aufrecht, wie ich gelebt habe, wie ein Soldat für mein Ideal.« Elsa Arnold, geborene Sens (* 9. 10. 1903 in Hamburg), arbeitete als Stenotypistin und Übersetzerin. Seit 1919 Mitglied der SAJ, gehörte sie 1924 der Monistischen Jugend und ab 1925 der KPD an. Mit ihrem ersten Mann, Dr. jur. Arthur Arnold, einem Mitarbeiter der sowjetischen Handelsvertretung, lebte sie von 1926 bis 1930 in Paris, war dort bei der französischen Gewerkschaft C.G.T.U. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland Angestellte der RGO, der IAH und beim Weltkomitee der Freunde der Sowjetunion, wo sie zuletzt der Reichsleitung angehörte. 1933 emigrierte sie nach Amsterdam, Zusammenarbeit mit August Creutzburg, ab 1936 in Paris enge Mitarbeiterin von Paul Bertz. Mit Karl Albin Becker im Weltkomitee der Freunde der Sowjetunion tätig. Elsa Arnold wurde gemeinsam mit Becker angeklagt und im Prozeß vor dem VGH im September 1942 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Mai 1945 aus dem Zuchthaus Waldheim befreit, wurde sie 1946 Sekretärin der KPD/SED-KL Berlin-Spandau, ab 1950 Instrukteurin im ZK der SED. 1953 wegen »kleinbürgerlichen Verhaltens« in die Filmfabrik nach Wolfen versetzt, wurde sie 1954 Abteilungsleiterin der SED-BL Halle, war zuletzt bei der Deutschen Notenbank. Elsa Arnold starb am 16. Mai 1986 in Ost-Berlin.

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Becker, Achim

* 21.11.1931

Geb. in Hamburg; Vater Milchhändler, Mutter Reinigungskraft; Grund- u. bis 1947 OS; 1943 Evakuierung nach Mecklenb. 1947 – 49 in Grevesmühlen Ausbildung zum Kfm., Getreidekfm.; 1949/50 kfm. Angest. im VEAB Krs.-Kontor; 1950 KPS; 1950/51 Sachbearb. beim Krs.-Jugendamt; 1950/51 FS für Rundfunk Berlin-Grünau; VDJ; 1951 Rundfunkjournalist, Hilfsred. im Funkhaus Grünau, Red. »Pol. Wort«; 1951 – 53 Red. im Berliner Rundfunk u. im Dtl.-Sender, dort in der Red. »Hier spricht die KPD« u. »Wir sprechen für Westdtl.«; Febr. 1952 SED; 1953/54 Schüler der Zentralschule der SED in Schwerin; Jan. 1954 – Juli 1956 Red.-Ltr. der Berlin-Red. im Dtl.-Sender von »Aus Dtl. Hauptstadt«, Mitgl. der ZPL beim Staatl. Rundfunkkomitee; 1954 – 62 Fernstudium PHS, Abschl. als Dipl.-Ges.-Wiss.; Aug. 1956 – 62 offiz. als kfm. Ltr. im VEB Kraftverkehr Berlin-Lichtenberg, tatsächl. Mitarb. am Dt. Freiheitssender 904; 1962 – 64 Red., 1964 – 66 Ltr. der Red. »Aus dem Arbeiterleben« des Dtl.-Senders; 1966 Abschl. der FS für Journalistik, Ltr. der Red. Gewerkschaft im Dtl.-Sender; 1969 – 72 Chefred. von Stimme der DDR im Staatl. Komitee für Rundfunk beim Min.-Rat; 1967 VDJ; im Aug. 1968 nach der Okkupation der ČSSR einige Wochen Sonderkorrespondent in Prag; 1970 Gerhart-Eisler-Plakette; 1972 – 76 1. Sekr. der SED-BPO im Staatl. Komitee für Rundfunk, Mitgl. der SED-KL Berlin-Köpenick; 1975 Oblt. der Reserve; 1976 – Okt. 1980 hauptamtl. Mitgl. der Agit.-Kommission beim PB des ZK der SED, verantw. für publ. Fragen der Außenpol. u. internat. Beziehungen der SED; Nov.1980 – 89 Vors. des Staatl. Komitees für Rundfunk (Nachf. von  Rudolf Singer); 1981 – 86 Kand., 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1982 Verdienstmedaille der Organe des MdI; 1982 – 89 Mitgl. des ZV des VDJ; 1985 VVO; 1985 – 87 Vors. des Verw.-Rats der Internat. Rundfunk u. Fernsehorg. OIRT; Oberst-Ltn. der Reserve der NVA. 1990 Rentner, Mitgl. der PDS; lebt in Berlin.Bernd-Rainer Barth

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Beckers, Paul

* 1.11.1878 – ✝ 27.4.1965

Geb. in Magdeburg; Orchestermusiker (Flöte, Oboe), ab 1899 auch Chargendarsteller am Magdeburger Theater, dann Mitgl. der sächs. Herrensängerges. Tymian; von 1927 – 30 eigene Ges. »Beckers Bunte Bühne«; Soloauftritte, Rundfunk; gastierte in allen bekannten dt. Varietés, u. a. 25mal im Berliner »Wintergarten«. 1945 – 61 nur noch Soloauftritte, v. a. in Varietés u. Kabaretts; gest. in Leipzig. Verkörperte den Typ des sächs. Komikers; bes. bekannt seine Sketche »Fliegentütenheinrich« u. »Das Pläätbräät«.Unterhaltungskunst A–Z. Berlin 1975; Günther, E.: Geschichte des Varietés. Berlin 1981.Dietmar Winkler

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Behling, Heinz

* 9.10.1920 – ✝ 5.6.2003

Geb. in Berlin-Prenzlauer Berg; Volksschule; 1934 – 39 Kinoreklamemaler; zugleich Karikaturen, u. a. in »Roter Stern«; 1939 – 45 Wehrmacht, sowj. Kriegsgef., Antifaschule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949 – 50 Stahlwerker in Hennigsdorf; 1950 – 53 Studium an der HS für angewandte Kunst Berlin-Weißensee; ab 1953 Pressezeichner bei der Ztschr. für Humor u. Satire »Frischer Wind«, Mitbegr. des 1954 daraus hervorgegangenen »Eulenspiegels«; gilt als Schöpfer des Staatswappens der DDR (1953); lebte u. arbeitete 1956 – 72 in Stölln (Bez. Potsdam), danach wieder in Berlin; neben zahlr. Karikaturen, vor allem auch zum DDR-Alltag (in der Tradition des Simplicissimus u. Thomas Theodor Heines) auch Bühnenbilder (u. a. für das Kabarett »Distel«), Gestaltung von Plakaten, Programmheften, Wandbildern (z. B. 1964 für Otto Lilienthal im Treppenhaus der Oberschule Rhinow); stiftete ab 1980 den »EDDI« an Nichtwürdenpreisträger; 1985 Goethepreis der Stadt Berlin; etwa 20 illustr. Bücher, vor allem für Kinder, u. a. 1956 »Teddy Brumm« u. 1957 »Alarm im Kasperletheater« (beide mit Nils Werner), 1961 »Der fliegende Großvater« (mit Heinz Kahlow); insgesamt mehr als 100 Ausstellungen; ab 1985 Rentner. Nach 1990 weiterhin Karikaturen für den »Eulenspiegel«; Engagement gegen Kriegseinsätze, Gründungsmitgl. des Linkentreffs u. Vereins »Helle Panke«; gest. in Berlin.Immer an der Wand lang. Karikaturen. Berlin 1988; Karikaturen aus der Zeit von 1959 – 1989. Greiz 2000.Ingrid Kirschey-Feix

Handbuch Deutsche Kommunisten

Behr, Karl

* 29.5.1892

Geboren am 29. Mai 1892 in Gleiwitz/Oberschlesien; arbeitete in mehreren Berufen, u. a. als Autobusschaffner. Behr trat 1920 der KPD bei und übte verschiedene Funktionen aus, u. a. gehörte er als KPD-Abgeordneter dem Schlesischen Provinziallandtag an. 1927 wurde er Orgleiter des Bezirks Oberschlesien, leitete nach 1928 die RGO und war 1932 kurze Zeit Polleiter in Oberschlesien. Er lebte auch in den dreißiger Jahren in Gleiwitz und kandidierte 1932 für den Preußischen Landtag. Weitere Daten seines Lebenslaufs ließen sich nicht ermitteln.

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Behrendt, Heinz Karl

* 23.5.1913 – ✝ 26.2.2003

Geb. in Potsdam; 1939 – 45 Wehrmacht (Luftnachrichtenregt. 24), Uffz. 1946 SED; Textilien-Kalkulationsprüfer bei der Landesreg. Brandenb.; 1951 Ltr. HA Industrie im Min. für Wirtschaft u. Arbeit bzw. Arbeit u. Berufsausbildung Brandenb.; 1952/53 stellv. Vors. des Rats des Bez. Cottbus; 1953 – 58 Vizepräs. der IHK; 1958 – 65 Ltr. der HA u. Bevollm. für den Innerdt. Handel im Min. für Außenhandel u. Innerdt. Handel, Verhandlungspartner der Treuhandstelle für den Interzonenhandel mit der Bundesrep. Dtl., 1965 – 78 Stellv. des Min. für Außenhandel, zuständig für den Handel mit der Bundesrep. Dtl.; 1973 VVO; 1978 Ruhestand; gest. in Berlin.Methode zur ökonom. Analyse der inneren Proportionen von Jahres- u. Fünfjahresplänen. Berlin 1976.Helmut Müller-Enbergs

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Behrendt, Jutta

* 15.11.1960

Geb. in Berlin; Vater Ing., Mutter Ing.-Ökonom; 1967 – 80 EOS, Abitur; KJS, anschl. Sportstudium an der DHfK Leipzig; seit 1975 aktiv im Rudern, zuerst bei der BSG Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow, ab 1981 beim SC Dynamo Berlin (Trainerin: Rita Bludau); ab 1980 Sportstudium an der DHfK Leipzig; 1985 Eintritt in die DVP; 1988 Olympiasiegerin (Einer), fünfmal WM: 1983 (Einer), 1985 (Doppelvierer), 1986 (Einer), 1987 u. 1989 (Doppelvierer), zweimal Vize-WM: 1981 (Doppelzweier), 1982 (Doppelvierer); war Mitgl. des Präs. des NOK der DDR; 1984 u. 1988 VVO; Stern der Völkerfreundschaft. 1990 – 93 Mitgl. Präs. NOK, 1993 – 97 persönl. Mitgl. NOK; ab 1995 Ruder-Nationaltrainerin für Norwegen; Physiotherapeutin im Holmenkollen-Hotel.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

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Behrens-Hangeler, Herbert

* 3.8.1898 – ✝ 20.11.1981

Geb. in Berlin; Vater Gärtner, später Funktionär der christl. Gewerkschaften u. Reichstagsabg.; aufgew. in Essen; 1916 erstes gegenstandsloses Bild, Collagen, dadaist. Gedichte, später auch Theaterstücke, feuilletonist. u. wiss. Schriften; 1917/18 Kriegsdienst, Verwundung; 1919 in Bielefeld Gründung der Künstlergemeinschaft »Der Wurf«, Veranstalter von Ausstellungen u. Lesungen; Schüler von Lovis Corinth u. Hans Baluschek in Berlin; Musikstudium bei Ferruccio Busoni; ab 1921 wieder in Berlin, 1921 – 33 Mitgl. der Novembergr. Berlin; journalist. Arbeit u. a. als Red. für Sport u. Reisen bei der »Tägl. Rundschau« Berlin; 1924 Zusammenstellung der 1. Internat. Kunstausstellung in Bielefeld, 1924 Beteiligung an der 1. Allg. Dt. Kunstausstellung in Moskau u. 1926 u. 1928 an den Ausstellungen Der Wurf, Bielefeld; 1928 Mitgl. des dt. Künstlerbundes; 1932 mit Willy Baumeister, Karl Hofer, Lyonel Feininger u. a. Gründung der Gruppe »Selection«; 1930, 1931 u. 1932 Beteiligung an der Großen Berliner Kunstausstellung; 1933 als »entartet« verfemt, Vernichtung von Werken durch die Nationalsozialisten; seit 1936 als Fachmann bei Entwicklungsarbeiten für Farbfilme in der Filmindustrie tätig; Farbfilmregisseur, Kameramann b. Testaufnahmen des Siemens-Berthon-Farbfilmverfahrens der Firma Siemens & Halske, Regisseur der Gasparcolor Werbefilm GmbH u. Berater der Tobis für Trick- u. Versuchsaufnahmen; entzieht sich der Einberufung zur Wehrmacht durch Untertauchen im Rheinl. 1945 Rückkehr nach Berlin, Ansiedl. in Fredersdorf (b. Berlin); experiment. Fotografie u. plast. Arbeiten, 1948 gem. mit Fritz Kuhr Ausstellung in der Galerie Franz Berlin; 1949 – 63 Lehrer für Maltechnik u. Farbenlehre an der Kunst-HS Berlin-Weißensee; nach Bezichtigung des »Formalismus« durch  W. Sem- jonow (Ps. N. Orlow: »Wege u. Irrwege der mod. Kunst«. In: »Tägl. Rundschau« vom 20/21.2.1951) Rückzug in die innere Emigr.; ab 1961 Mitarb. am Lexikon der Kunst des Seemann-Verlags Leipzig, dort Texte über Maltechnik; gest. in Fredersdorf. Werke: In unserem Jahrhundert / Unser technisches Zeitalter. 1925/1932/1948; Vegetation. 1921; Nocturno. 1924; Hemingway. 1927; Orchesterbild. 1960.Schmidt, D. In: Kat. H. B. H. Galerie am Sachsenplatz. Leipzig 1981; Feist, U.: Stürze – falle – liege – bin – H. B. H. ein dt. Künstlerschicksal. In: Feist, G. u. a. (Hrsg.): Kunstdokumentation SBZ / DDR. Köln 1996; Fluchtburg Fredersdorf. H. B. H., ein Abstrakter in der DDR. Film von U. Feist u. G. Feist (Erstsendung: SFB/B 1. 18.4.1995).Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Beil, Gerhard

* 28.5.1926 – ✝ 19.8.2010

Geb. in Leipzig-Volkmarsdorf; Vater Tischler; 1932 – 40 Grundschule; 1937 – 41 Dt. Jugend, HJ; 1940 – 43 Ausbildung zum kfm. Angest., 1943 – 45 kfm. Gehilfe bei der Chemiefirma C. Erdmann in Liebertwolkwitz (Sachsen); 1943 – 45 RAD, Vormann; Juli 1944 NSDAP-Mitgliedschaft beantragt, im Okt. 1944 abgelehnt. 1945 Bauschlosser; 1945/46 SPD/SED; 1945/ 46 Angest. in Naumburg (Saale) u. Leipzig, 1946/47 in der Verkaufsabt. der IG Farben in Frankfurt (Main); 1947 Maschinist in Espenhain; 1947/48 wieder Angest. in Leipzig; 1949 FDJ; 1949 Bergmann bei der Wismut AG in Aue (Sachsen); 1950 – 52 Arbeiter, Stahlbauschlosser u. Vorzeichner in Leipzig; 1952 – 54 Studium an der HS für Planökon., dann bis 1957 an der HU Berlin, Dipl.-oec.; Juli 1953 SED; 1954 – 58 Ober-, dann Hauptref., Abt.-Ltr. beim Staatssekr. für örtl. Wirtschaft; 1957 wegen verletzter Parteidisz. gerügt; 1958 – 61 wiss. Mitarb. in der Handelsvertr. der DDR in Österreich; 1961 – 65 Direktionsbereichsltr. Westeuropa im Min. für Außenhandel; 1965 – 69 Stellv. des Min. für Außenwirtsch.; 1968 Prom. zum Dr. rer. pol. an der DASR Potsdam; 1969 – 76 Staatssekr. im Min. für Außenhandel, Vors. des Wirtschaftsaussch. DDR-Frankreich; 1976 VVO; ab 1976 Staatssekr. u. 1. Stellv. Min. für Außenhandel; Mai 1976 Kand., 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1977 Vors. des Handels- u. Wirtschaftsaussch. DDR-USA; 1984 Vors. des Wirtschaftsaussch. DDR-Japan; ab 1977 Mitgl. des Min.-Rats; 1983 KMO; März 1986 – 12.4.1990 Min. für Außenhandel (Nachf. von  Horst Sölle), Berater der Reg.  Lothar de Maizière; 19.4. 1990 Ruhestand. Okt. 1990 – April 1991 Projektberater Sowjetunion beim Krupp-Konzern; anschl. bis 2007 selbst. Berater; alle 11 Ermittlungsverfahren, die nach 1990 gegen B. eingeleitet wurden, wurden eingestellt; gest. in Berlin.Außenhandel u. Politik. Ein Minister erinnert sich. Berlin 2009. Mathiopoulos, M.: Rendezvous mit der DDR. Düsseldorf 1994; Modrow, H.: Ich wollte ein neues Dtl.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Beling, Walter

* 19.5.1899 – ✝ 31.5.1988

Geb. in Berlin; Vater Schneider, Mutter Heimarb.; 1906 – 13 Volksschule in Berlin, daneben Botenjunge; 1913 – 17 Ausbildung zum Maschinenschlosser, gleichz. sechs Semester an der Berliner Maschinenbauschule; 1916 – 18 Militärdienst; 1918/19 an Revolten in Kiel u. Berlin beteiligt; 1919 Mitgl. der Gewerkschaft; 1919 – 26 im Beruf tätig, Betriebsvertrauensmann, mehrfach gemaßregelt; 1924 KPD, 1924/25 Betriebszellenltr., Gruppenltr.; 1926 – 29 zeitw. Beschäftigung in Handelsbetrieben; 1926 – 30 stellv. Vors. u. Vors. (Pol.-Ltr.) der KPD-UBL Berlin-Prenzlauer Berg; 1928 Mitarb. des ZK der KPD, 1929 Abt.-Ltr., 1930 – 33 Ltr. der Abt. Finanzen; 1929 – 31 Mitgl. der KPD-BL Berlin; 1932 Halbjahreslehrgang an der Reichsparteischule der KPD; 1932 Parteiaufträge in Amsterdam; 1932/33 Lehrer an KPD-Schulen; ab 1933 illeg. pol. Arbeit, zentr. Kassierer der KPD (»Wallbaum«), Juli 1933 verhaftet, schwer gefoltert; März 1935 vom VGH zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus wegen illeg. Forts. der KPD verurteilt, 1935/36 Haft in Plötzensee u. Luckau; Jan. 1936 Entlassung ohne Auflagen (durch techn. Versehen wurde die Gestapo nicht informiert), Febr. 1936 Emigr. in die ČSR, Mitarb. des Sekr. des ZK der KPD, Red. der »Dtl.-Informationen«; Nov. 1936 – 39 in Paris red. Mitarb. der Ztg. »Rote Fahne«, »Internationale«, »Rundschau« u. des »Freiheitssender 29,8«; ab 1937 Mitgl. der KPD-Emigr.-Ltg., Ltr. der Abt. Kasse; ab Sept. 1939 in versch. Lagern interniert, Juni 1940 geflohen; 1940 illeg. Arbeit in Toulouse u. Pol.-Ltr. der KPD-LL Toulouse (»Claude«, Clement«); versuchte den internierten  Franz Dahlem zu befreien; 1941 verhaftet u. zu sechs Mon. Haft verurteilt, Haft in Les Milles, vor drohender Auslieferung nach Dtl. im Sept. 1942 aus dem Lager geflohen; Kontakte zu Noel H. Field; 1943/44 Mitarb. im Komitee Freies Dtl. im Westen; Jan 1944 auf KPD-Weisung aus der illeg. Arbeit ausgeschaltet, arbeitete individuell weiter in der Résistance (»Knot«). Nov. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/SED u. Chefred. des Berliner Rundfunks; 1945 – 47 Mitarb. der Abt. Org. des ZK der KPD bzw. des PV der SED; 1947 – 50 Mitgl. des PV der SED u. seines ZS; 1947 – 50 Ltr. der Abt. Finanzen u. der Abt. Verw. der Parteibetriebe im ZK der SED; 1948 als Alleingesellschafter der Konzentration GmbH (Sozialdemokrat. Druckerei u. Verlagsbetriebe) eingesetzt; 1948 Heirat mit Theodora Saefkow, geb. Brey; 24.8.1950 wegen der im Exil zu Noel H. Field unterhaltenen Verbindungen von allen Funktionen entbunden; 1950/51 erkrankt; 1951 – 55 Normensachbearb., Ltr. der Abt. Betriebsorg., stellv. bzw. kommissar. Arbeitsdir. im VEB Kranbau Eberswalde; 1955 – 57 Dir. des VEB Filmtheater Berlin; 1956 1. Stellv. Hauptdir. des DEFA-Studios für Spielfilme; 1956 parteiintern rehabil.; 1957 – 59 Ltr. der HA Europa im Min. für Ausw. Angelegenh. u. Mitgl. des Kolleg.; 1958 Medaille für Teiln. an den bewaffneten Kämpfen der dt. Arbeiterkl. in den Jahren 1918 – 23; 1959 – 65 Ltr. der Ständ. Vertr. der DDR bei der Wirtschaftskommission der UNO für Europa (ECE) in Genf; 1964 u. 1974 VVO; 1965 Rentner; 1969 KMO; 1984 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin.Beginn der Arbeit unter den dt. Soldaten in Frankreich. In: Schaul, D.: Résistance. Berlin 1973. Zorn, E.: Einige neue Forschungsergebnisse zur Tätigkeit dt. Antifaschisten, die an der Seite der Résistance kämpften. In: BzG (1965) 2.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bellert, August

* 3.7.1877 – ✝ 25.2.1951

Geboren am 3. Juli 1877 in Langenzenn/Fürth in Bayern als Sohn eines Drechslers. Lehre und bis 1908 Arbeit als Drechsler. Ab 1908 hauptamtlicher Angesteller der Stockarbeiter-Branche im Deutschen Holzarbeiterverband in Solingen. Bellert war von 1908 bis 1917 Sekretär der SPD in Solingen. 1917 trat er der USPD bei und führte die Mehrheit der Solinger USPD als ihr Vorsitzender im Dezember 1920 in die VKPD. Während der Novemberrevolution Mitglied im geschäftsführenden Ausschuß des Arbeiter- und Soldatenrates in Solingen. 1919/1920 gehörte er der Verfassunggebenden Preußischen Versammlung an. August Bellert, der seit 1920 in Nürnberg wohnte, trat politisch nicht mehr hervor, er starb am 25. Februar 1951.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Ernst

* 1900 – ✝ 1.7.1932

Als Kind einer proletarischen Sozialistenfamilie ( Karl Albin Becker war sein Bruder, Lina Becker seine Schwester) 1900 geboren. Schon als Schüler Mitglied der revolutionären Jugendorganisation. Nach dem Krieg in KPD-Organisationen in Hamburg (u. a. in der IAH) tätig. Später Redakteur in Breslau. 1922 wurde Becker zu einem Jahr Festung verurteilt, anschließend arbeitete er im Pressedienst der KPD in Berlin. Ab 1925 Redakteur der KPD-Zeitung in Gotha, Anfang 1927 Chefredakteur der Solinger »Bergischen Arbeiterstimme«. Becker stand auf dem rechten Flügel der Partei und setzte sich schon im Februar 1927, auf dem Bezirksparteitag Niederrhein, für die rechte Gruppe um Paul Herbert Böttcher ein. Nach der Wittorf-Affäre 1928 als Rechter entlassen und im Dezember 1928 aus der KPD ausgeschlossen. Becker trat der KPO bei und gab seit April 1929 deren Organ »Klassenkampf« in Düsseldorf heraus, später war er Gewerkschaftsredakteur des KPO-Organs »Arbeiterpolitik«. Ernst Becker starb am 1. Juli 1932 an einem Herzleiden. Becker war mit der kommunistischen Funktionärin Martha Moritz verheiratet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Karl

* 3.9.1896 – ✝ 5.12.1961

Geboren am 3. September 1896 in Gülchen/ Schlesien; Schmied. 1913 bis 1918 Militärdienst und Soldat im Weltkrieg. Seit 1919 Mitglied des DMV und Mitglied der KPD, Becker gehörte in den zwanziger Jahren zu den führenden KPD-Funktionären im Waldenburger Bergbaugebiet in Niederschlesien. 1929 Gemeindevertreter in seinem Heimatort Dittersbach, wo er als Schmied arbeitete. Er wurde im September 1930 für den Wahlkreis Breslau in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. 1933 lebte er zehn Monate illegal in Schlesien, floh im Dezember 1933 in die âSR. Im Februar 1939 ausgewiesen, emigrierte er nach Großbritannien, wo er von 1940 bis 1942 insgesamt 20 Monate interniert war. Becker gehörte in Großbritannien dem Vorstand der Landesgruppe deutscher Gewerkschafter an, war von 1941 bis 1945 außerdem Mitglied der Bergarbeiter-Internationale. 1946 im Arbeitsausschuß freigewerkschaftlicher Bergarbeiter Deutschlands in Paris, im gleichen Jahr kehrte er nach Deutschland zurück, zunächst war er von Juni bis November 1946 Sekretär der IG Bergbau Bezirk Gelsenkirchen-Buer, von Dezember 1946 bis Dezember 1948 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der IG Bergbau Bochum und von Januar 1949 bis Dezember 1951 Sekretär in der Hauptverwaltung der IG Bergbau in Bochum, verantwortlich für Schulung und Bildung, er wurde Mitglied der SPD. Karl Becker starb am 5. Dezember 1961 in Gelsenkirchen.

Wer war wer in DDR

Becker, Heinrich

* 25.5.1891 – ✝ 28.7.1971

Geb. in Berlin; Vater preuß. Staatsbeamter; Gymnasium in Berlin-Steglitz; 1903 – 14 Wandervogelbew., Schüler-Bibelkrs., Baptistengemeinde, Dt. Christl. Studentenvereinigung; 1910 – 14 Studium der Geschichte, Philos., Germanistik u. Theol. an den Univ. Berlin u. Marburg (ohne Abschluß); 1914 freiw. Meldung zum Kriegsdienst, Ltn.; 1916 – 20 frz. Kriegsgef.; 1920 – 24 Mitarb. der Pädagog. Abt. der Dt. Liga für den Völkerbund u. der dt. Sekt. im Weltbund für die Erneuerung der Erziehung (den Quäkern nahestehend) sowie Mitarb. der pädagog. Ztschr. »Das werdende Zeitalter«; 1923 SPD; 1924 – 26 eigenständige verleger. Arbeit im Quäker-Verlag in Berlin-Lübars; 1925 Geschäftsf. der »Dt. Jahresversammlung« (Dachorg. der dt. Quäker); 1926 – 30 Mitarb. bzw. 1. Geschäftsf. der Dt. Zentralstelle für volkstüml. Büchereiwesen in Leipzig; 1930 – 32 Min.-Rat für Bibliotheks- u. Volksschul-Wesen im Preuß. Min. für Wiss., Kunst u. Volksbildung, 1933 entlassen; 1933 – 36 Landaufenthalt in Bad Freienwalde u. Auslandsseminar in England (Quäker-Colleges Woodbrooke); 1936 – 45 Katalogbearb., Ltr. der Verlagsabt. der Verlagsbuchhandlung Otto Harrassowitz Leipzig; Sept. 1939 (aus unbekannten Gründen) Bruch mit den Quäkern, 1941 formeller Austritt aus der »Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker)«. 1945/46 kommissar. Ltr. der Stadtbibliothek u. der Städt. Bücherhallen Leipzig, Ltr. der Abt. Buch- u. Bibliothekswesen im Städt. Volksbildungsamt, bis 1952 Mitarb. an der Liste der auszusondernden NS-Lit. u. polit. unerwünschter Lit. aus Ämtern u. öff. Bibliotheken; 1946 SPD/SED; 1946 – 60 Geschäftsf. bzw. Ltr. des VEB Bibliograph. Inst. Leipzig, ab 1956 auch Ltr. des VEB Verlag Enzyklopädie, Mitarb. an der Herausgabe neuer Lexika (Nachschlagewerke, Sprachlehrbücher), Hrsg. mehrbändiger Goethe-, Schiller- u. Lessing-Volksausgaben, Verf. populärer Einführungen; 1946 – 60 stellv., kommissar. bzw. ab 1948 1. Vorsteher des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig (Nachf. von Ernst Reclam); 1953 Held der Arbeit; 1956 Dr. h. c. der KMU Leipzig; 1960 Ruhestand; gest. in Leipzig.Handwörterbuch des dt. Volksbildungswesens. Breslau 1932 (Mithrsg.); Ballade von Johnie Cock. Leipzig, um 1936; Zwischen Wahn u. Wahrheit. Autobiogr. Berlin 1972. Otto, H.: Quäker des Anfangs: Dem Gedenken H. B.s. In: Der Quäker. Monatsschrift der dt. Freunde XLVII (1973) 4; Faust, G.: H. B. Autobiogr. »Zwischen Wahn u. Wahrheit«. In: Quäker. Ztschr. der dt. Freunde LVII (2003) 3.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Beckert, Herbert

* 12.10.1920 – ✝ 24.3.2004

Geb. in Colmnitz (b. Freiberg in Sachsen); Vater Rangieraufseher; Studium der Math. u. Physik an der TH Dresden u. der Univ. Leipzig, dort 1947 Prom. mit der Arbeit »Existenz- u. Eindeutigkeitsbeweise für das Differenzenverfahren zur Lösung des Anfangswertproblems, des gemischten Anfangs-, Randwert- u. des charakterist. Problems einer hyperbol. Differentialgleichung 2. Ordnung mit zwei unabh. Variablen« bei  Ernst Hölder; 1949 Habil. u. 1951 ord. Professor für Math., 1959 – 69 Dir. des Mathemat. Inst. (Nachf. von E. Hölder), 1969 – 86 stellv. Dir. für Forschung der Sektion Math. u. Ltr. der Forschungsgr. »Analysis I« der KMU Leipzig; 1965 NP für Arbeiten auf dem Gebiet der partiellen Differentialgleichungen; 1969 Mitgl. der Leopoldina; 1975 ord. Mitgl. der Sächs. AdW zu Leipzig, langjähriger Sekretär der Math.-nat. Klasse; 1986 em., Dr. h. c. der TU Karl-Marx-Stadt; gest. in Markleeberg (b. Leipzig). Arbeitsgebiete: Analysis, insb. anwendungsbezogene Probleme der Theorie der partiellen Differentialgleichungen u. Variationsrechnung; wichtige Arbeiten zur Elastizitätstheorie allgemeiner Strukturen, darunter Mitte der 1970er Jahre seine Theorie zur Extrapolation der linearen Elastizitätstheorie ins Nichtlineare; wirkte als Hochschullehrer an der Leipziger Univ. schulenbildend.Bemerkungen über die Verbiegung hyperbolisch gekrümmter Flächenstücke. Berlin 1951; Bemerkungen zur Theorie der Stabilität. Berlin1977; 100 Jahre Mathemat. Seminar der Karl-Marx-Universität Leipzig. Berlin 1981 (Hrsg. mit H. Schumann); Nichtlineare Elastizitätstheorie. Berlin 1984; Axiomatik–Math. u. Erfahrung. Berlin 1985; Leipziger mathemat. Antrittsvorlesungen: Auswahl aus den Jahren 1869 – 1922. Leipzig 1987 (Hrsg.); Bemerkungen zu den Anwendungen der Theorie der Wahrscheinlichkeit. Berlin 1990; Zur Erkenntnis des Unendlichen. Stuttgart 2001. Beyer, K.: Nachruf auf H. B. In: Jahrbuch der Sächs. AdW 2003 – 04 (mit Schriftenverz.); Beyer, K. (Hrsg.): Angewandte Analysis in Leipzig von 1922 bis 1985. In memoriam H. B. Abhandlungen der Sächs. AdW zu Leipzig, Math.-naturwiss. Klasse, Bd. 64 (2007) 3 (darin autobiogr. Aufzeichnungen »Begegnungen«); Bibliographie der Artikel in: Jahrbuch der Sächs. AdW 2003 – 04.Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Behnke, Erich

* 10.8.1893 – ✝ 16.11.1977

Geb. in Berlin; Vater Schlosser; Volksschule; kaufm. Lehre; 1910 Gewerkschaft, 1912 SAJ; 1911 / 12 Angest. im Gewerkschaftshaus Berlin; 1912 – 15 Arbeiter in versch. Betrieben; ab 1915 Militärdienst; 1920 KPD, ab 1926 hauptamtl. Fkt., 1926 / 27 Sekr. des KPD-Unterbez. Bitterfeld, 1924 – 33 KPD-Stadtverordn. in Wittenberg u. Halle, 1927 Red. der KPD-Ztg. »Klassenkampf«; 1929 / 30 Kursant an der Internat. Leninschule in Moskau, anschl. Chefred. der Ztg. »Klassenkampf« u. Mitgl. der KPD-BL Halle-Merseburg; April 1933 inhaftiert, bis Febr. 1935 »Schutzhaft« im KZ Lichtenburg, anschl. Polizeiaufsicht; 1935 – 37 Tiefbauarb. in Halle; 1937 erneut für einen Monat Haft im KZ Lichtenburg; 1937 – 39 Arbeiter in versch. Betrieben; 1939 / 40 Haft im KZ Buchenwald, nach Entlassung Arbeit in der chem. Fabrik »Jakob« in Ammendorf; Kontakte zur Widerstandsgr. Schumann-Kühn. 1945 / 46 Stadtrat u. Ltr. des Personalamts der Stadtverwalt. Halle, zeitw. stellv. OB von Halle; 1945 KPD, 1945 / 46 Mitgl. der KPD-BL Sachsen-Anh., 1946 SED; 1946 / 47 Ltr. der Provinz-Kommunalabt. der Provinzialverwalt. Sachsen-Anh., 1947 – 49 Hauptabt.-Ltr. der Präsidialkanzlei im Landtag von Sachsen-Anh.; 1948 – 50 Stadtverordnetenvorsteher in Halle; 1945 – 50 Mitgl. des Sekr. der KPD-BL Halle bzw. ab 1946 der SED-LL Sachsen-Anh., später auch Mitgl. der SED-BL Halle; 1949 / 50 Chefred. der SED-Ztg. »Freiheit«, des späteren Organs der SED-BL Halle (Nachf. von  Peter Florin); 1950 – 52 Hauptabt.-Ltr. des Landtags von Sachsen-Anh.; 1952 / 53 Pressereferent im Rat des Bez. Halle, Abt. Information; 1953 – 59 polit. Mitarb. der SED-BL Halle; zuletzt Doz. an der MLU Halle-Wittenberg; 1973 VVO; gest. in Halle.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Behrendt, Konrad (Konni)

* 4.8.1902 – ✝ 20.5.1943

Geboren am 4. August 1902 in Berlin, arbeitete als Bäcker und Arbeiter. Er trat nach dem Ersten Weltkrieg zuerst der USPD bei und kam über die SPD 1924 zur KPD. Im Kaufhaus Wertheim in Berlin-Kreuzberg beschäftigt, wurde Bezirksverordneter in Berlin-Kreuzberg. Behrendt gehörte mit der Mehrheit Berliner Funktionäre der KPD zu den Linken und unterschrieb noch im Herbst 1926 den oppositionellen »Brief der 700«, kapitulierte aber dann wie zahlreiche Funktionäre vor der Thälmann-Leitung. Von 1929 bis 1933 in der KPD-Fraktion der Berliner Stadtverordnetenversammlung, war er später bei der Berliner Verkehrsgesellschaft beschäftigt und gehörte als Betriebsrat deren Aufsichtsrat an. Zunächst Organisationsleiter der RGO in Berlin-Wedding, ab 1932 Mitglied im Berliner Bezirkskomitee der RGO und maßgeblich am BVG-Streik im November beteiligt. In der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, blieb er bis September 1933 in »Schutzhaft«. Bis zu seiner erneuten Verhaftung am 5. März 1935 arbeitete er ab Mai 1934 als Organisationsleiter der illegalen RGO Berlin, betreute zeitweise den Berliner Kurier- und Materialverteilungsapparat der KPD. Am 29. April 1936 vom Volksgerichtshof zu einer achtjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Er kam zunächst in das Zuchthaus Luckau, dann nach Börgermoor, Esterwegen und nach Brandenburg-Görden. Schließlich wieder nach Luckau verlegt. Konrad Behrendt starb am 20.Mai 1943 als Opfer des NS-Terrors, angeblich an Lungentuberkulose.

Wer war wer in DDR

Behrendt, Helmut

* 18.1.1904 – ✝ 4.9.1985

Geb. in Königsberg (Ostpr./Kaliningrad, Rußland); Vater Putzer; Grundschule, 1919 – 22 Ausbildung zum Schwachstrom-Elektriker, danach Monteur; ab 1919 Rasensportler bei Concordia Königsberg, 1922 beim Arbeiter-Rasensportverein, 1925 Besuch der Schule des ATSB in Leipzig; 1928 Umzug nach Berlin; 1929 – 33 Fußballspieler bei Fichte Südost Berlin; 1931 KPD u. Rote Sport-Einheit; 1933 Emigr. in die UdSSR, Herbst 1934 illeg. Rückkehr nach Berlin; 1935 Verurteilung wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu sieben Jahren Zuchthaus, 1935 – 42 Haft in Luckau u. Brandenb.; Mitbegr. der illeg. KPD-Org.; 1942 – 45 KZ Sachsenhausen bzw. KZ Mauthausen. 1945 – 48 Mitarb. der Sportamtverw. bzw. des Hauptsportamts in Berlin, 1949/50 Mitarb. des DS, Sekt. Fußball, 1952 – 54 Ltr. der Abt. Internat. Verbindungen beim Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport; 1952 Vizepräs. des DFB, 1952 – 73 Gen.-Sekr. des NOK (Nachf. von Heinz Dose), 1973 Rentner u. NOK-Ehrenmitgl; 1978 erhielt er als erster DDR-Bürger den »Olympischen Orden« des IOC; KMO; VVO; Banner der Arbeit. Am 20. Todestag Rückbenennung der Schwimmhalle am Springpfuhl (Berlin-Marzahn) in H.-B.-Schwimmhalle.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Behrendt, Wolfgang

* 14.6.1936

Geb. in Berlin; Vater Maschinist; Grundschule; Ausbildung zum Schlosser; aktiver Boxsportler; begann bei BSG Einheit Weißensee, danach SC Einheit (Trainer: Erich Sonnenberg); 1.12.1956 in Melbourne Olympiasieger im Bantamgewicht (nach Punktsieg im Finale über Song Soon-Chung, Rep. Korea), erster Olympiasieg des DDR-Sports; Box-Europameisterschaften 1959 Viertelfinale, bei der gesamtdt. Olympiaqualifikation 1960 u. 1964 ausgeschieden; von 104 Boxkämpfen verlor er sieben, davon sechs als Jugendlicher; ab 1960er Jahre Mitgl. des NOK; Ausbildung als Kameraassistent beim DFF, dann Sport-Pressefotograf, Preisträger bei internat. Fotowettbewerben. Seit 1990 persönl. Mitgl. des NOK; 1998 – 2000 Musikclown im Zirkus »Aeros«; arbeitet als Sportfotograf in Berlin.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

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Behring, Joseph

* 7.8.1884

Geboren am 7. August 1884 in Gelsenkirchen, schloß sich vor dem Ersten Weltkrieg der SPD an und trat 1917 zur USPD über. Er kam mit der linken USPD 1920 zur KPD und wurde Parteisekretär im Bezirk Wasserkante. Von 1921 bis 1924 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, trat danach in den Hintergrund. Sein weiterer Lebensweg ließ sich nicht ermitteln.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Beimler, Hans

* 2.7.1895 – ✝ 1.12.1936

Geboren am 2. Juli 1895 in München, Sohn eines Landarbeiters; Schlosser und Metallarbeiter. Von 1914 bis 1918 Soldat, 1918 Mitglied des Spartakusbundes, dann der KPD, Teilnehmer an den Kämpfen der Bayerischen Räterepublik. 1921 Verhaftung und im Juni Verurteilung zu zwei Jahren Festung. Nach der Entlassung in einer Lokomotivfabrik in München beschäftigt, dort Mitglied des Betriebsrates. Im August 1925 Teilnehmer der ersten deutschen Arbeiterdelegation in die UdSSR, danach hauptamtlicher Funktionär der BL Südbayern. Von April 1928 bis 1932 Leiter des UB Augsburg. Im Frühjahr 1932 wurde Beimler Polleiter der BL Südbayern, im Juli 1932 im Wahlkreis Oberbayern-Schwaben in den Reichstag gewählt und im November 1932 noch zusätzlich in den Bayerischen Landtag. Er nahm im Februar 1933 an der illegalen Funktionärstagung in Ziegenhals teil. Am 11.April 1933 verhaftet und nach brutalen Folterungen in das KZ Dachau gebracht, dort gelang ihm in der Nacht vom 8. zum 9.Mai 1933 die Flucht. Emigration in die Schweiz, später nach Frankreich, in die âSR bzw. die Sowjetunion. Beimler veröffentlichte hier die Broschüre »Im Mörderlager Dachau – vier Wochen in den Händen der braunen Banditen«. Im August 1936 wurde er zur politischen Arbeit unter den deutschen Emigranten nach Spanien entsandt, zunächst am deutschsprachigen Sender in Barcelona und beim Aufbau der »Centuria Thälmann«. Unklar sind die Umstände seines Todes. Bis heute ist umstritten, ob Hans Beimler bei einem Aufenthalt in der Gefechtsstellung des »Thälmann-Bataillons« am 1.Dezember 1936 bei Madrid durch einen Schuß eines Scharfschützen der Franco-Truppen ums Leben kam oder ob der sowjetische Geheimdienst NKWD in diesen Fall verstrickt war. Tatsache ist, daß sein am 28. April 1921 in München geborener Sohn Johann Beimler 1937 in Moskau wegen angeblicher Teilnahme an der Vorbereitung eines Attentates auf Stalin verhaftet, später freigelassen wurde und nach Mexiko fliehen konnte. Seine zweite Frau (seit Juli 1930), Centa Beimler (* 12. 3. 1909 – † 19. 8. 2000), war Sekretärin in der Redaktion der KPD-Zeitung »Neue Zeitung« in München. Im April 1933 wurde Centa verhaftet, anschließend war sie im Frauen-KZ Moringen. 1942 erneut festgenommen und vom OLG München zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. 1945 wurde sie hauptamtliche Funktionärin in der VVN und der KPD in Bayern.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Beling, Walter

* 19.5.1899 – ✝ 31.5.1988

Geboren am 19. Mai 1899 in Berlin, Sohn eines Schneiders; nach der Fachschule Maschinenschlosser bzw. Angestellter in Handelsbetrieben. Von 1916 bis 1918 Soldat, er beteiligte sich 1918/19 an den Aufständen in Kiel und Berlin. 1924 Mitglied der KPD. 1928 wurde er unter dem Reichskassierer Arthur Golke hauptamtlicher Mitarbeiter in der Abteilung Kasse, die er ab 1932 leitete. Nachdem Golke im April 1933 seiner Funktion enthoben war, wurde Beling zentraler Kassierer des ZK der KPD. Am 20. Juli 1933 durch Verrat von Paul Grobis und Werner Kraus in Berlin verhaftet, verurteilte ihn der VGH zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Luckau im Januar 1936 flüchtete er in die âSR, von dort im November 1936 nach Frankreich. Hier war Beling Mitglied der Emigrationsleitung der KPD, arbeitete als Redakteur der »Roten Fahne« und am »Freiheitssender 29,8«. Im September 1939 interniert, gelang ihm im Juni 1940 die Flucht in die unbesetzte Zone Frankreichs. Am 12.Dezember 1941 in Marseille verhaftet, konnte am 1. September 1942 erneut fliehen und war in der Résistance aktiv. Im November 1945 kehrte er nach Deutschland zurück. Zunächst Chefredakteur beim Berliner Rundfunk, bei Gründung der SED wurde Beling Leiter der Abteilung Organisation im ZS des PV. Der II. SED-Parteitag im September 1947 wählte ihn in den Parteivorstand und in dessen ZS, bis zu seinem Ausscheiden 1950 verantwortlich für die Parteikasse und alle Geschäftsangelegenheiten der SED. Im Zusammenhang mit der Noel-H.-Field-Affäre verlor Beling im August 1950 sämtliche Ämter. Wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe schwer erkrankt, blieb er bis November 1951 arbeitsunfähig, dann als Normensachbearbeiter in den VEB Kranbau Eberswalde abgeschoben, später dort Vizedirektor. Nachdem das 28. ZK-Plenum im Juli 1956 die Parteistrafen von August 1950 auch formal annullierte, ohne eine wirkliche Rehabilitierung vorzunehmen, kam Beling als Hauptabteilungsleiter in das DDR-Außenministerium. Von 1959 bis 1965 war er Ständiger Vertreter der DDR bei der UNO-Wirtschaftskommission für Europa in Genf. Als Parteiveteran erhielt er u. a. 1969 den Karl-Marx-Orden. Walter Beling starb am 31. Mai 1988. Seine Frau Theodora (Thea) Beling, geborene Brey (* 11. 11. 1909 in Gelsenkirchen), war die Tochter eines Bergarbeiters, nach kaufmännischer Ausbildung Kassiererin. Seit 1927 Mitglied des KJVD, seit 1930 der KPD, arbeitete sie 1932 für die RGO-Leitung Ruhrgebiet. Im Dezember 1932 heiratete sie Anton Saefkow, (die Ehe wurde 1939 geschieden). 1933 in Hamburg mehrere Monate verhaftet, danach als Detacheuse in einer chemischen Reinigung in Hamburg. 1935 emigrierte sie zunächst nach Prag, dann in die Sowjetunion, wo sie von November 1935 bis November 1937 Kursantin der Internationalen Leninschule in Moskau war. 1937 nach Frankreich geschickt, arbeitete sie an der »Deutschen Volks-Zeitung«. Im Mai/Juni 1940 im Lager Gurs interniert, danach in der Résistance. Als Mitarbeiterin des Verbindungsdienstes für die illegale Wehrmachtarbeit sammelte sie unter dem Namen Mado wichtige Informationen und gab sie an die Résistance weiter, dann enge Mitarbeiterin von Harald Hauser, dem Generalsekretär des Komitees Freies Deutschland in Frankreich. Im Mai 1945 Rückkehr nach Deutschland, zunächst Instrukteurin der KPD-BL Niederrhein, später Redakteurin der »Volkszeitung« in Dortmund. 1948 Übersiedlung in die SBZ, 1950 Heirat mit Walter Beling. SED-Funktionärin, Leiterin der Abteilung Schulung der DEFA, ab 1955 der Abteilung Kontrolle in der Hauptverwaltung Film des Ministeriums für Kultur. Thea Beling starb am 17. März 1990 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Belleville, Fritz

* 30.12.1903 – ✝ 3.5.1994

Geboren am 30. Dezember 1903 in Berlin. Studium der Rechtswissenschaften in Berlin und Frankfurt. Korrektor in Druckereien, 1919 Eintritt in die Kommunistische Jugend, 1922 in die KPD. Aktiver Funktionär und Anhänger der Linken, 1925 für Karl Korsch in Frankfurt a. M. tätig. 1926 wegen »Linksabweichung« Parteiausschluß aus der KPD. Seit Gründung des Leninbundes Führungsmitglied, zeitweise Mitglied der Reichsleitung, 1932 in der Führung der deutschen Trotzkisten der »Linken Opposition« (LO). 1933 Emigration nach Basel, studierte dort Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie und engagierte sich in der marxistischen Studentengruppe. In Deutschland steckbrieflich gesucht, fahndete der ORA nach ihm. 1933 bis 1934 gehörte Belleville der Marxistischen Aktion an, während des Krieges zeitweise in Arbeitslagern interniert. 1940 von den NS-Behörden ausgebürgert, erhielt er erst 1954 die schweizerische Niederlassungsbewilligung. Nach 1945 Korrektor und Referent bei der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale und Präsident der Ortsgruppe Basel der Freidenker. 1977 nahm er wieder die deutsche Staatsangehörigkeit an. Fritz Belleville starb am 3. Mai 1994 in Basel.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Friedrich

* 5.11.1886

Geboren am 5. November 1886 in Schlagbrügge; Arbeiter. Er gehörte vor dem Ersten Weltkrieg der SPD an und ging 1919 in Bremen zur KPD. Er war zeitweise Vorsitzender der KPD in Bremen-Stadt und von 1924 bis 1927 sowie von 1927 bis 1933 Mitglied der Bremer Bürgerschaft. Anfang 1931 wurde seine Immunität vorübergehend aufgehoben. 1933 inhaftiert, später arbeitete er als Vertreter für Elektrowaren. Sein weiteres Schicksal ließ sich nicht ermitteln.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Lina Maria

* 22.3.1898 – ✝ 1976

Geboren am 22. März 1898 in Hannover als Kind einer sozialistischen Arbeiterfamilie; schloß sie sich wie ihre Brüder Ernst Becker und Karl Albin Becker nach 1918 der KPD an und war in Hamburg aktiv. Von 1924 bis 1927 vertrat sie die KPD in der Hamburger Bürgerschaft. Verheiratet mit Emil Unfried; Übersiedlung nach Berlin. Wie ihre Brüder und ihr Mann stand sie den rechten Kommunisten nahe. Sie zog sich später aus der Politik zurück, starb 1976, wohlhabend durch den Kinobesitz ihres Mannes Emil Unfried, in Bremen.

Wer war wer in DDR

Becker, Helmut

* 25.2.1917 – ✝ 12.9.1998

Geb. in Papitz (Krs. Merseburg); Vater Handwerker; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Friseur; 1928 Jungspartakusbund, 1929 KJVD; 1938 – 45 Soldat der Wehrmacht; 1945 – 48 in sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 / 49 Mitarb. im FDGB-LV Sachsen-Anh.; 1949 / 50 Bürgermeister in Schkeuditz; 1950 – 52 Ltr. der Abt. Staatl. Verw. der SED-LL Sachsen-Anh.; 1952 – 55 Sekr., 1955 – 58 Vors. des Rats des Bez. Halle (Nachf. von  Werner Bruschke); 1958 im Zusammenhang mit der »Wollweber-Schirdewan-Affäre« abgelöst; anschl. »Bewährungsauftrag« in den VEB Buna-Werken; später Fernstudium der Wirtschaftswiss. an der MLU Halle-Wittenberg; gest. in Halle.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Beckmann, Hans

* 1.2.1915 – ✝ 6.3.1982

Geb. in Lebus (Krs. Seelow); Vater Reichsbahnangest.; 1922 – 29 Volksschule in Lebus; 1929 – 33 Ausbildung zum Tischler u. Geselle in Frankfurt (Oder); 1933 / 34 arbeitslos; 1934 – 36 Tischler in Rangsdorf (b. Berlin); 1936 Arbeitsmann im RAD-Lager 7 / 92 in Groß-Besten; Nov. 1936 – Febr. 37 arbeitslos; März – Nov. 1937 Modelltischler in Frankfurt (Oder); Dez. 1937 zur Wehrmacht eingezogen, nach Ausbildung Flugzeugmechaniker in der Heeresfliegerstaffel Cottbus; später Fluglehrer an versch. Flugzeugführerschulen der Luftwaffe, ab März 1945 an der Fliegerschule Straubing (Donau), Desertion, zuletzt Fw.; Apr. / Mai 1945 in amerikan. Kriegsgef. in Cham (b. Regensburg). Mai – Juli 1945 Aufbauarbeiten in Booßen (b. Frankfurt (Oder)); KPD; dann Gruppenpostenltr. bzw. Abschnittsltr. der Kreispolizei Seelow in Booßen; Juni – Dez. 1946 Landespolizeischule Biesenthal; anschl. Abschnittsltr. der Schutzpolizei im Krs. Seelow, VP-Kommissar; Sept. 1947 – Apr. 1949 Polit-Lehrer an der Landespolizeischule Brandenb. in Biesenthal u. Glöwen, VP-Oberkommissar; Apr. – Nov. 1949 Lektor an der Polit-Offz.-Schule der VP in Torgau, VP-Oberrat; anschl. Polit-Stellv. der VP-Schule Primerwald (b. Güstrow); Dez. 1950 – Juli 1952 Polit-Stellv. der VP-Bereitschaft Burg (b. Magdeburg); Febr. – Mai 1951 Höherer Politlehrgang an der SED-LPS Potsdam; Juli 1952 – Febr. 1953 stellv. Ltr. der Polit-Abt. der KVP-Bereitschaft in Eggesin; Okt. 1952 Oberstltn. der KVP; März – Aug. 1953 Ltr. der Polit-Abt. der KVP-Division in Prora (Rügen); Sept. 1953 – Nov. 1955 Ltr. der Polit-Abt. der KVP-Division in Schwerin; Nov. 1955 Ltr. der Polit-Abt. der Polit-Offz.-Schule Berlin-Treptow, 1957 – 60 Kdr. der Politschule der NVA (Nachf. von Richard Hintz), 1957 Generalmajor; Okt. 1960 Mitgl. der Red., 1961 – 65 Chefred. der NVA-Wochenztg. »Die Volksarmee«; 1965 – 67 Studium an der Militärakad. »Friedrich Engels«, Fachrichtung Gesellschaftswiss.; 1967 – 76 Kdr. der Militärpolit. HS der NVA »Wilhelm Pieck« in Berlin; 1969 Lehrgang für leitende Kader an der Militärakad. »Friedrich Engels«; 1975 VVO; 1976 aus gesundheitl. Gründen aus dem aktiven Dienst ausgeschieden; Rentner; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Behnke, Erich

* 10.8.1893 – ✝ 16.11.1977

Geboren am 10. August 1893 in Berlin als Sohn eines Schlossers; kaufmännische Lehre. 1910 Mitglied der Gewerkschaft, 1912 der Arbeiterjugend. 1911 Gewerkschaftsangestellter in Berlin, anschließend Arbeiter. Von 1915 bis 1919 Soldat. Er trat im Mai 1920 der KPD bei und war ab 1926 hauptamtlicher Funktionär, 1926/27 Sekretär des UB Bitterfeld. Von 1924 bis 1933 war Behnke Stadtverordneter in Wittenberg und Halle, ab 1927 Redakteur an der KPD-Zeitung »Klassenkampf«. Von September 1929 bis September 1930 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Nach seiner Rückkehr übernahm er von Fritz Rau die Chefredaktion der Zeitung »Klassenkampf« und gehörte dem Sekretariat der BL Halle-Merseburg an. Er wurde bereits im April 1933 inhaftiert und war bis Februar 1935 im KZ Lichtenburg, danach Tiefbauarbeiter in Halle. Von September 1939 bis April 1940 im KZ Buchenwald, später hatte er Kontakt zur Widerstandsgruppe um Georg Schumann. Von Mai 1945 bis Mai 1946 Leiter des Personalamtes der Stadtverwaltung Halle, zeitweilig stellvertretender Oberbürgermeister. Behnke wurde im August 1949 Chefredakteur der SED-Zeitung »Freiheit«, 1952 zunächst Pressereferent beim Rat des Bezirkes und ab Februar 1953 politischer Mitarbeiter der BL Halle. Zuletzt arbeitete er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er erhielt 1973 den VVO in Gold. Erich Behnke starb am 16.November 1977.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Behrendt, Armin

* 29.6.1934

Geb. in Osterode (Ostpr./Ostroda, Polen); Vater Tischler; bis 1953 OS in Grevesmühlen, Abitur; 1953 – 57 Studium der Geschichte an der HU Berlin, Dipl.-Hist.; 1958 LDPD; 1957 – 66 Red., ab 1958 Ltr. der Abt. Pol. der Ztg. »Der Morgen«; 1966 – 82 persönl. Mitarb. des LDPD-Vors.  Manfred Gerlach; 1968 Prom. zum Dr. phil. mit einer Diss. über  Wilhelm Külz; 1981 in den ZV der LDPD koopt.; ab 1982 Mitgl. des Präs.-Rats des KB, des EK der Liga für die Vereinten Nationen in der DDR u. des DDR-Komitees für europ. Sicherheit u. Zusammenarbeit; 1982 – 90 Mitgl. des Pol. Aussch. u. Sekr. des ZV der LDPD (Nachf. von  Gerhard Lindner); 1986 – März 1990 Abg. der Volkskammer, Mitgl. des Aussch. für Ausw. Angelegenh.; März – Aug. 1990 Bund Freier Demokraten, danach FDP; April – Okt. 1990 zus. mit  Hans-Dieter Raspe geschäftsf. Vorst.-Mitgl. der Ges. für liberale Pol. e. V.Wilhelm Külz. Aus dem Leben eines Suchenden. Berlin 1968 u. 1985.Helmut Müller-Enbergs

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Behrendt, Holger

* 29.1.1964

Geb. in Schönebeck (b. Magdeburg); 1974 Beginn mit dem Turntraining im TZ Schönebeck, 1975 KJS in Brandenb. (Trainer: Paul Müller), ab 1983 beim ASK Vorwärts Potsdam (Trainer: Bernd Jäger, dann Reinhard Rückriem); 1985 – 90 SED; WM 1987: 3. Platz am Reck; EM 1987: 2. Platz am Barren, 3. Platz im Sprung; 1988 Olympiasieger an den Ringen, 3. Platz am Reck u. 2. Platz mit der Mannschaft; VVO; Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; Obltn. der NVA a. D. 1990 – 94 Bundesliga-Turner beim OSC Potsdam, zugl. Nachwuchstrainer Turnen; betreibt mit seinem Vater ein Antiquitätengeschäft; lebt in Sacrow (b. Potsdam).Olaf W. Reimann

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Behrens, Friedrich (Fritz)

* 20.9.1909 – ✝ 16.7.1980

Geb. in Rostock; Vater Seemann; ab 1924 Ausbildung zum Maschinenbauer auf der Neptun-Werft; 1924 – 28 SAJ, 1926 – 31 SPD; 1928 Maschinenassistent bei der Handelsmarine, Heim-VHS in Leipzig; 1931 SAP; nach Begabtenprüfung 1931 – 35 Studium der Volkswirtschaftslehre u. Statistik an der Univ. Leipzig, Dipl.-Volksw.; 1932 KPD; 1935 Prom. an der Univ. Leipzig mit der Arbeit »Das Geldkapital in den Wechsellagen«, anschl. wiss. Hilfsref. im Statist. Reichsamt in Berlin; 1939 Statistiker für Preis- u. Vertragsprüfung; anschl. Dienstverpflichtung zum OKW u. 1941 – 45 zum Statist. Zentralamt in Prag, bis 1944 zugl. Lehrauftrag für Statistik an der Prager Karls-Univ. 1945 Stadtrat für Volksbildung u. Jugend in Zwickau; 1946 SED; Berufung auf den Lehrstuhl für Statistik u. pol. Ökon. an der Univ. Leipzig; 1947 Habil. mit einer »theoret. u. statist. Studie über die produktive Arbeit im Kap.« (veröff. Berlin 1948); 1947 ord. Prof. mit Lehrstuhl für pol. Ökon., Dir. des Inst. für Wirtschaftswiss. u. Gründungsdekan der ges.-wiss. Fak. der Univ. Leipzig; Vorwürfe des »Objektivismus« nach krit. Äußerungen über staatsbürokrat. Züge der soz. Ges.; 1954 NP; 1954/55 auf Initiative von  G. Kohlmey beteiligt an der Gründung des Inst. für Wirtschaftswiss. der DAW in Berlin, dort stellv. Dir.; bis 1957 nebenamtl. Lehrauftrag in Leipzig; 1955 – 57 Ltr. des Staatl. Zentralamtes für Statistik (Nachf. von Max Scholz), stellv. Vors. der SPK u. Mitgl. des Min.-Rats; 1956 Ord. Mitgl. der DAW, Abgabe des Buchmanuskripts »Zur ökon. Theorie u. ökon. Pol. in der Übergangsperiode« (mit  Arne Benary), aufgrund der hier enthaltenen Kritik am bürokrat.-zentralist. Wirtschaftssystem, des Konzepts einer demokrat. soz. Selbstverw. sowie der These vom Absterben der wirtschaftsorg. Funktion des Staates Auslieferungssperre für das Buch, Vorwürfe des »Revisionismus« auf der 30. Tagung des ZK der SED im Jan./Febr. 1957, Auslösung einer breiten Anti-Revisionismus-Kampagne in den Ztschr. »Einheit« u. »Wirtschaftswiss.«, Parteiverfahren, Ablösung von allen staatl. Funktionen, anschl. Arbeitsgr.-Ltr. am Inst. für Wirtschaftswiss. der DAW; 1961 »Selbstkritik«; 1964 VVO; nach öff. geäußerten Zweifeln an der Reformierbarkeit des Staatssoz. erneute Anschuldigungen, 1967 vorzeitige Em.; 1979 Dr. h. c. der KMU Leipzig; 1990 von der PDS rehabilitiert. B. gilt als einer der anerkanntesten Wirtschaftswiss. der DDR u. als maßgebl. Vordenker des »Neuen ökon. Systems« (NÖS). Als Mitbegründer der Produktivitätstheorie u. mit seinen Arbeiten zu »Ware-Geld-Beziehungen« in einer soz. Wirtschaft war er maßgebl. an der Formierung der pol. Ökon. des Soz. als Lehr- u. Forschungsdisz. in der DDR beteiligt, galt zugl. als führender Vertreter des »wirtschaftstheoret. Revisionismus«. Nach seiner Em. befaßte sich B. erneut mit Konzepten für soz. Pluralismus u. Selbstverw. sowie mit den Niedergangsursachen der »soz. Variante des Staatsmonopolismus« – hrsg. von seiner Tochter H. Loschinski u. a. im Nachlaßwerk »Abschied von der sozialen Utopie«, Berlin 1992.Zur Methode der pol. Ökon. Leipzig 1952; Ware, Wert u. Wertgesetz. Krit. u. selbstkrit. Betrachtungen zur Werttheorie im Soz. Berlin 1961; Grundriß der Geschichte der pol. Ökon. 4 Bde. Berlin 1962 – 81; Ursachen, Merkmale u. Perspektiven des neuen Modells der Ltg. der soz. Wirtschaft. Berlin 1966. Herzberg, G.: Anpassung u. Aufbegehren. Berlin 2006; Caldwell, P. C.: Productivity, Value, and Plan: F. B. and the Economics of Revisionism in the GDR. History of Political Economy (2000) 32; Draheim, H.-G.: F. B. u. Arne Benary als krit. Vordenker einer soz. Wirtschaftstheorie. Utopie kreativ (2002) 144.Hagen Schwärzel

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Beier, Wilhelm (Willi) Ferdinand Hermann

* 13.8.1905 – ✝ 19.2.1988

Geb. in Berlin; Vater Schlosser, Mutter Näherin; Besuch der Volks- u. Realschule in Berlin; 1919 Buchdruckerfachschule; 1921 – 23 Studium an der Kunstgewerbeschule Berlin u. 1923 – 28 an der Staatl. Kunsthochschule Berlin-Schöneberg, daneben 1924 – 26 Zeitschriftenred. (»Hackebeils Illustrierte«, »Hausfrau« u. »Sportschau«); 1926 – 31 Graphiker u. Hersteller bzw. Werbefachmann in versch. Berliner Betrieben; 1929 KPD; 1931 – 39 als Drucker u. Fälscher (Stempelmacher für Pässe) in versch. Werkstätten der KPD (unter Ltg. von Leo Flieg bzw.  Richard Großkopf u. Adolf Sauter) in Berlin (Deckn. »Dühring«) u. 1934 / 35 in Saarbrücken bzw. Wiebelskirchen; 1935 Aufbau einer KPD-Druckerei u. Setzerei in Paris; 1935 / 36 Aufbau u. Mitarb. versch. Paßfälscherwerkstätten der KPD in Prag (Deckn. »Burger«); 1936 – 39 Neuaufbau des Paßfälscherapparats in Paris; gleichzeitig Studium der Hochfrequenztechnik an der Pariser Sorbonne, Arbeit am Inst. für Hochfrequenztechnik; 1939 (auf Weisung von  Franz Dahlem) Auflösung der Druckerei u. Paßfälscherwerkstatt; Internierung; 1939 / 40 mit falschen Papieren in Arbeitskompanien in Algerien u. Marokko; danach in Gurs, Arbeit als Holzfäller; ab Herbst 1941 Anschluß an die KP Spaniens bzw. die span. Gruppe der MOI in Südfrankreich (Deckn. »François«), Waffentransporte u. Dynamitbeschaffung für Sabotageakte; 1941 – 43 Hilfsarbeiter; 1943 / 44 in Paris in der Résistance; 1944 / 45 Mitgl. der KPD-Ltg. in Paris u. der Bewegung Freies Dtl. für den Westen (CALPO), Ltr. der KPD-Druckerei in Paris. Okt. 1945 Rückkehr nach Berlin (zus. mit  Käthe Dahlem); 1946 SED; 1945 – 50 Ltr. des Dt. Funkverlags, Gründer u. Chefred. (bis 1946) einer Rundfunkztschr. (später »FF dabei«); 1947 Lizenzträger, Mitbegr. u. Ltr. des Verlags Volk und Welt (mit  Michael Tschesno-Hell); 1950 – 54 Ltr. des Sportverlags u. des Verlags Tribüne; 1955 – 74 wiss. Mitarb. der Arbeitsgr. bzw. des Inst. für Theorie u. Gesch. der Körperkultur an der DHfK Leipzig; 1956 – 78 Vors. der ZRK des VDJ; ab 1970 Mitgl. der Historikerkomm. des Weltrats für Sport u. Körpererziehung bei der UNESCO; bis 1978 auch als Französisch-Dolmetscher für die Abt. Internat. Verbindungen des ZK der SED tätig; 1981 VVO; 1985 KMO; gest. in Berlin.Grundmann, S.: Richard Großkopf u. die kommunist. Paßfälscherorg. In: IWK (2004) 4.Bernd-Rainer Barth

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Bein, Richard

* 6.6.1920 – ✝ 19.9.2003

Geb. in Meerane (Sachsen); Vater Eisendreher, Mutter Spulerin; Volksschule; 1934 Textilschule, 1935 – 37 Ausbildung zum Weber; 1937 Angest. in einem Textilbetrieb, 1939 stellv. Betriebsltr.; 1940 – 43 Wehrmacht; 1943/44 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule in Gorki, 1944 NKFD-Beauftr. an der Karelischen Front, 1945 an der 1. Weißruss. Front. 1945/46 KPD/SED; 1945 Ltr. des Jugendaussch. beim Magistrat Berlin-Schöneberg; 1946 Personalltr. beim Mitteldt. Rundfunk, Sender Leipzig; 1949 Sekr. für Wirtschaft bei der SED-KL Borna; 1950 Einjahreslehrgang an der PHS; 1951 Einstellung beim MfS, Abt.-Ltr. in der HA Personal, 1953 stellv. HA-Ltr.; 1955 Ltr. der Abt. Allgemeines; 1956 Ltr. des Büros der Ltg.; 1957 stellv. Ltr., 1960 Ltr. der HA Verw. u. Wirtschaft; 1961 Oberst; 1968 Ltr. der Abt. Kader des VEB Montagebau Berlin (MBB – MfS-Betrieb); 1974 Entlassung, Rentner; gest. in Teupitz.Jens Gieseke

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Bellag, Lothar

* 27.11.1930 – ✝ 8.8.2001

Geb. in Berlin; 1947 – 49 Schauspielstudium an der Mendelssohn-Akad. Leipzig; 1949 – 51 Schauspieler in Rostock, 1951 – 53 in Berlin, Theater der Freundschaft; 1954 – 62 Schauspieler u. Regisseur am Berliner Ensemble (1957 Regie gem. mit  Palitzsch, Rülicke, Swinarski u. Weber bei »Furcht u. Elend des Dritten Reiches« von  Bertolt Brecht); seit 1960 gelegentl. Regie beim DFF bzw. Fernsehen der DDR, seit 1962 dort festangestellt; 1958 Vize-, 1980 – 89 Präs. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden der DDR (Nachf. von  Andrew Thorndike), 1988 wiedergewählt; 1969 a. o., 1974 – 91 Ord. Mitgl. der AdK; 1968 u. 1987 NP; Fernsehinszenierungen (Regie u. Drehbücher) u. a. 1969 »Der Engel im Visier«, 1970 »Fiete Stein«, 1974 »Der kaukas. Kreidekrs.« als Studioinszenierung, 1976 »Daniel Druskat«, 5 Teile, 1985 »Johann Sebastian Bach«, 4 Teile. Nach 1990 gelegentl. Theaterregie an kleinen Bühnen.Theater in der Zeitenwende (Autorenkoll.). Bd. 2. Berlin 1972; Film- u. Fernsehkunst der DDR (Hrsg. HS für Film u. Fernsehen der DDR). Berlin 1979.Renate Rätz

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Bellmann, Rudi

* 6.11.1919 – ✝ 6.1.2002

Geb. in Lengefeld (Erzgeb.); Vater Arbei- ter; Volksschule; 1934 – 37 Rechtsanwaltslehr- ling u. Prozeßagent; 1937 – 44 Wehrmacht; 1944 – 46 sowj. Kriegsgefangenschaft; Besuch einer Antifa-Schule, Mitgl. des NKFD. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Presselektor in der Dt. Verw. für Volksbildung; 1947 – 49 Abt.-Ltr. in der Informationsverw. der SMAD; 1949 – 53 Abt.-Ltr. im Amt für Information u. Verlagswesen bzw. Amt für Lit. u. Verlagswesen (Ltr. der Abt. Informationskontrolle, Ltr. der Abt. Druckgenehmigung); 1954/55 Studium an der Verw.-Akad. »Edwin Hoernle« in Weimar; seit 1955 Mitarb. bzw. stellv. Ltr. der Arbeitsgr. Kirchenfragen beim ZK der SED; Fernstudium der Philos. an der FSU Jena; 1969 Dipl.-Phil.; mitverantw. für die von der Arbeitsgr. u. dem Staatssekr. für Kirchenfragen gem. org. Lehrgänge für die Funktionäre für Kirchenfragen bei den BL der SED u. Ref. bei den Räten der Bez.; 1977 – 88 Ltr. der Arbeitsgr. für Kirchenfragen beim ZK der SED (Nachf. von  Willi Barth); 1979 maßgebl. beteiligt an der Planung der Gedenkveranstaltung zum 40. Jahrestag der »Kristallnacht«; VVO; Sekr. der auf Beschluß des Sekr. des ZK der SED vom 29.9.1982 gebildeten u. von  Paul Verner geleiteten Arbeitsgr. zur Koordinierung u. Kontrolle der pol. Aktivitäten im Zusammenhang mit der Luther-Ehrung 1983; 1986/87 Erarbeitung einer Dokumentation über Juden in der DDR. Vorbereitung öff. Gedenkveranstaltungen zum 45. Jahrestag der »Wannseekonferenz« in Zusammenarb. mit den jüd. Gemeinden.Wegweise zum Atheismus. Bd. 1, Leipzig 1959; Militarismus u. polit. Klerikalismus. Berlin 1961.Wilfriede Otto