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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Kern, Karl-Heinz

* 18.2.1930

Geb. in Dresden; Vater Angest., Grund- u. OS; 1946 FDJ u. SED; 1946/47 Hilfsarb.; 1947 – 49 Lehre u. Arbeit als Chemotechniker; 1949 – 52 Sachbearb. bzw. Referent in der Landesreg. Sachsen, 1952 – 54 Abt.-Ltr. beim Rat des Bez. Dresden, 1954 – 59 stellv. Vors. u. zeitw. auch Sekr. des Rates des Kreises Sebnitz; Fernstudium an der DASR Potsdam, 1958 Dipl.-Jurist; ab 1959 Mitarb. des MfAA, 1959 – 61 Hauptreferent in der Abt. Afrika, 1961/62 Sektionsltr.; 1962 – 66 stellv. bzw. Ltr. der DDR-Handelsvertretung in Ghana, 1966 – 69 Ltr. der Abt. Afrika im MfAA; 1969/70 Studium an der PHS; 1970/71 erneut Ltr. der Abt. Afrika im MfAA; 1971 – 74 Ltr. der Handelsvertretung der DDR in Großbritannien, 1974 – 80 Botschafter der DDR in Großbritannien u. der Rep. Irland, 1982 – 86 Botschafter in Nordkorea (Nachf. von Hermann Schwiesau).Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Kerstan, Johannes

* 31.8.1926 – ✝ 21.1.1997

Geb. in Chemnitz; nach dem Abitur 1946 – 51 Studium der Mathematik u. Physik an der KMU Leipzig, hier 1951 Dipl.; 1955 Prom. zum Thema »Ein mengenalgebraisches Prinzip u. seine Anwendung auf Funktionsanalysis u. Topologie« an der HU Berlin; 1960 Habil. an der HU Berlin; 1961 Assistent am Inst. für Angewandte Mathematik u. Mechanik der DAW in der neugegr. Arbeitsgr. Wahrscheinlichkeitstheorie; ord. Prof. an der FSU Jena u. ab 1974 Ltr. des Wiss.-Bereichs »Stochastik u. ihre Anwendungen«; lange Jahre Dir. der Sekt. Mathematik der FSU Jena u. Ltr. der Arbeitsgr. Forschung des wiss. Beirats für Mathematik beim Min. für HFS-Wesen; 1971 NP; 1976 KMO; 1977 Korr. Mitgl., 1981 Ord. Mitgl. der AdW der DDR. Hauptarbeitsgebiete: anfangs Algebra, Ideal- u. Verbandstheorie, dann Maßtheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie u. mathemat. Statistik; J. K. gehörte zu den Pionieren einer eigenen wahrscheinlichkeitstheoret. Forschung in der DDR; bildete eine wiss. Schule u. erzielte internat. anerkannte Ergebnisse.Unbegrenzte teilbare Punktprozesse. Berlin 1974 (mit K. Matthes u. J. Mecke; ins Engl. u. Russ. übersetzt).Annette Vogt

Wer war wer in DDR

Kertscher, Norbert

* 21.1.1954

Geb. in Saalfeld; Vater Arbeiter; POS; Abitur mit Berufsausb. zum Elektronikfacharb.; Studium an der KMU Leipzig, Dipl.-Lehrer für Dt. u. Geschichte; 1973 SED; Lehrer an der BPS »Ernst Schneller« in Mittweida; 1982 – 86 Aspirant an der AfG beim ZK der SED, Dipl.-Gesellschaftswiss.; Prom zum Dr. oec; 1986 – 88 Sekr. der SED-KL Brand-Erbisdorf; 1988/ 89 1. Sekr. der SED-KL Hohenstein-Ernstthal; Nov. 1989/ 90 1. Sekr. der SED-BL Karl-Marx-Stadt (Nachf. von  Siegfried Lorenz); Dez. 1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorber. des außerord. SED-Parteitags; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer. Okt. – Dez. 1990 MdB; 1991 – 94 für die PDS Beobachter im Europ. Parlament in Brüssel.Sozialökonom. Stellung u. Entwicklungstendenzen von Beschäftigten im zentralen Staatsapp. der BRD. Berlin 1986.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kessel, Werner

* 19.7.1931 – ✝ 22.9.1992

Geb. in Zwickau; Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1950 / 51 Mitarb. u. Sekr. der FDJ-KL Zwickau; 1951 – 54 Journalistikstudium an der Univ. Leipzig, Dipl.-Journalist; 1952 SED; 1954 – 56 Red. u. Abt.-Ltr., 1956 – 58 Mitgl. des Red.-Koll., 1958 – 60 stellv. Chefred., 1960 – 62 Chefred. der in Zwickau erscheinenden Ztg. »Freie Presse«; 1962 – 76 Chefred. der »Volksstimme« bzw. der »Freien Presse« (seit Fusion mit der »Volksstimme« ab Jan. 1963 Organ der SED-BL Karl-Marx-Stadt) (Nachf. von  Heinz Friedrich); 1960 – 76 Mitgl. der SED-BL Karl-Marx-Stadt; 1967 – 77 Mitgl. des VDJ-ZV, 1963 – 77 Vors. des VDJ-BV Karl-Marx-Stadt; 1965 Prom. zum Dr. rer. pol.; 1976 – 90 Doz. für Journal. Allgemeinbildung an der Sektion für Journalistik der KMU Leipzig.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Kettner, Gerhard

* 10.8.1928 – ✝ 14.6.1993

Geb. in Mumsdorf (Thür.); Vater Schlosser, Bergarb.; 1943 Lithographenlehre in Altenburg; 1944 – 47 Kriegsdienst u. Gefangenschaft. 1948 Lindenau-Museumsschule Altenburg, Lehrer Heinrich Burkhardt; 1949 – 51 Studium an der Kunst-HS Weimar, 1951 – 53 an der HS für bildende Künste Dresden bei  Hans Grundig,  Max Schwimmer,  Hans Theo Richter; 1953 bis 1955 Assistent bei Hans Theo Richter; 1956 Aspirant für Grafik bei Max Schwimmer; 1961 Doz., 1968 Prof., 1970 – 74 (Nachf. von  Gerhard Bondzin) u. 1979 – 82 Rektor an der HS für bildende Künste Dresden (Nachf. von  Friedrich Eisel); 1970 Goldmedaille auf der II. Biennale für Grafik in Florenz; 1974 – 77 Vizepräs. des VBK; ab 1974 Ltr. einer Mstr.-Kl. an der HS für bildende Künste; 1978 AdK; 1972 u. 1987 NP; Studienreisen u. a. nach China, Österreich, Bundesrep. Dtl., UdSSR, Ungarn, Finnland, Frankreich, Italien u. in die Niederl. 1992 Niederlegung der Professur. Werke: Lithographien: Aus der Geschichte der dt. Arbeiterbew. (1956), Demonstrationen (1961 – 70), Zum Gedenken an die Geburt meines Sohnes am 13.10.1965 (1965); Porträts (zumeist Graphitzeichnungen): Rotraut (1962),  Werner Stötzer (1962), Hans Theo Richter (1969), Die kranke Mutter (1977),  Sigmund Jähn (1980), Gitta (1985).Kat. G. K. Staatl. Museen zu Berlin 1977; G. K. Galerie Rähnitzgasse u. Kupferstichkabinett 1989; Schaub, M.: Der Zeichner G. K., die HS für bildende Künste Dresden u. die Staatssicherheit. In: Kunstdok. SBZ/DDR (Hrsg. G. Feist u. a.). Köln 1996.Anke Scharnhorst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kiefert, Hans

* 1.6.1905 – ✝ 29.12.1966

Geboren am 1. Juni 1905 in Berlin, Sohn eines Angestellten; Tischler. 1920 wurde er Mitglied der KJD, 1923 der KPD. Auf dem 9. Reichskongreß im Oktober 1925 in Halle wurde Kiefert in das ZK des KJVD gewählt, dann im Herbst 1926 für einige Monate Bezirkssekretär des KJVD in Gleiwitz. Der 10. Reichskongreß im April 1927 wählte ihn und Grete Wilde als Vertreter Berlin-Brandenburgs in das Sekretariat des KJVD. Von April bis September 1928 Sekretär des KJVD in Hamburg. Während der Wittorf-Affäre stand Kiefert voll hinter Ernst Thälmann und wurde deshalb auf der KJVD-Reichskonferenz im November 1929 neben Walter Häbich 2. Vorsitzender des ZK des KJVD. Ein Jahr später schied er aus der Jugendarbeit aus, kam als Orgleiter in die BL Pfalz, ab August 1930 bis Ende 1931 in gleicher Funktion in die BL Hessen-Frankfurt. Ab Januar 1932 gehörte Kiefert dem Sekretariat der BL Halle-Merseburg an. Im März 1933 schickte ihn das ZK als neuen Leiter der KPD Mittelrhein nach Köln, wo er am 5. Mai 1933 verhaftet wurde. Er blieb bis Juni 1935 in »Schutzhaft«, war anschließend erwerbslos und ab 1937 Tischler bei der Mitropa in Berlin. Hier hatte Kiefert Verbindung zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow. 1943 zur Wehrmacht eingezogen, geriet er von Mai 1945 bis Dezember 1946 in sowjetische Kriegsgefangenschaft in Polen. Im Dezember 1946 Rückkehr nach Berlin und Mitglied der SED. Zunächst im Kreis Friedrichshain tätig, ab Anfang 1949 Leiter der Orginstrukteur-Abteilung der SED-Landesleitung Groß-Berlin. Nach einem Einjahreslehrgang an der PHS wurde Kiefert im November 1951 Vorsitzender der LPKK Berlin. Im August 1953 1. Sekretär der SED-BL Erfurt, im Februar 1957 1. Sekretär der BL Berlin. Mit dem robusten Kiefert hoffte Walter Ulbricht eine Stärkung des Einflusses der SED, vor allem in den Westsektoren von Berlin, zu erreichen. Doch die Abgeordnetenhauswahlen 1958 waren ein Debakel. Deshalb wurde Kiefert im Februar 1959 abgelöst, blieb aber noch bis November 1963 2. Sekretär. Seit November 1963 war er Stadtrat für Arbeit in Ost-Berlin und gehörte von 1954 bis 1966 dem ZK der SED an, 1965 mit dem VVO in Gold ausgezeichnet. Hans Kiefert starb am 29.Dezember 1966 in Ost-Berlin.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kieser, Jürgen (JüK)

* 20.8.1921

Geb. in Erkner (b. Berlin); Vater Bankangest.; Besuch der Ing.-HS Beuth in Berlin; 1940 zur Luftwaffe, Fluglehrer; 1945 Landarb. in Westdtl. 1946 Rückkehr nach Berlin; freischaff. Gebrauchsgrafiker; 1949 Dekorationszeichner u. Dekorateur bei der Handelskette HO, Atelierltr.; 1952 als Pressezeichner zum Verlag Junge Welt; erste Bildergeschichten für die Pionierztg. »Die Trommel«; freier Mitarb. beim Kindermagazin »Fröhlich sein u. singen« (später »Frösi«), dessen Profil er in den 50er Jahren wesentl. bestimmte; Bildergeschichten für die »Wochenpost« u. a. Ztschr.; kreierte 1955 für das Comic-Magazin »Atze« die Figur des Berliner Jungen Atze; nach versch. Comics erscheinen ab 1958 die Mäuseabenteuer von Fix u. Fax, den langlebigsten Comic-Helden der DDR, der teilw. Buchnachdruck erreichte bis 1990 eine Aufl. von 800.000. Seit 1994 erscheint eine aufwendige Reprintausg. aller Fix-u.-Fax-Geschichten; 1999 Premiere des ersten, in Dresden animierten, Zeichentrickfilms mit Fix u. Fax.Fix u. Fax Sammelbände. Berlin Scholz, M.: J. K. In: Lexikon der Comics. Hrsg. M. Czerwionka. Meitingen 1994.Michael F. Scholz

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kilian, Liddy

* 10.12.1895 – ✝ 9.4.1972

Geboren am 10. Dezember 1895 in Dresden als Liddy Deuerling, Tochter eines Schuhmachers. Nach zwei Jahren Kunstschule kaufmännische Angestellte und Fürsorgerin. 1919 Mitglied der KPD, war sie von 1920 bis 1924 Instrukteurin für Frauenarbeit bei der Berliner Zentrale der KPD. Liddy Kilian war von 1927 bis 1933 Bezirksverordnete in Köpenick. Mitglied im BPRS. Im März 1933 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, durfte sie ihr Mandat jedoch nicht mehr wahrnehmen. Seit 1923 war sie in zweiter Ehe mit dem Verlagsbuchhändler Götz Kilian (* 7. 10. 1891 – †1940) verheiratet. Dieser gründete mit Edwin Hoernle und anderen den Verlag Neues Dorf. 1925 wurde er wegen der Veröffentlichung einer von Heinrich Rau zum 400. Jahrestag des Bauernkrieges herausgegebenen Broschüre wegen Hochverrats verhaftet und angeklagt, aber nicht verurteilt. Später leitete er den Verlag für russische Agrarwissenschaften. Liddy Kilian kämpfte mit ihrem Ehemann gegen das NS-Regime, er war von März 1933 bis zum Juni 1933 in Haft, wurde während der »Köpenicker Blutwoche« von der SA schwer mißhandelt. Nach seiner Entlassung übersiedelte die Familie nach Hamburg. Er wurde1938 erneut inhaftiert, in die Gestapo-Zentrale in Berlin gebracht, verhört und gefoltert. Götz Kilian starb 1940 an den Folgen der Haft. 1945 ging Liddy Kilian zurück nach Berlin, wurde Mitglied der KPD und im Oktober 1946 für die SED in Köpenick zur Bezirksverordneten gewählt. Seit 1948 war sie mit dem Schuldirektor Johannes Adamiak bekannt, sie konnten aber erst 1956 heiraten, weil er vier Jahre lang unter dem Verdacht der »Sabotage« in Bautzen in Haft war. Liddy Kilian hatte für seine Freilassung und Rehabilitierung gekämpft. Sie war dann bis 1957 als Dozentin für Philosophie und Ökonomie tätig. Liddy Kilian starb am 9. April 1972 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Kimmel, Annelies

* 7.7.1934

Geb. in Hausdorf (Sachsen); Vater Arbeiter; Volksschule; 1949 – 52 Ausbildung zum Mechaniker; 1949 FDGB; FDJ; 1952 – 61 versch. FDJ-Funktionen; 1953/54 Studium an der Jugend-HS Bogensee; 1954 SED; 1958/59 Studium an der HS des Komsomol in Moskau; 1962 – 64 Ltr. des Referats Jugendfragen beim Berliner Magistrat; 1964 – 66 Studium an der Ing.-Schule Berlin-Lichtenberg, Maschinenbauing.; 1966/67 stellv. Sekr. der SED-GO im Glühlampenwerk Berlin; 1967 – 69 Mitarb., 1969 – 73 Sekr. der SED-KL Berlin-Treptow; 1973 – 76 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1977 – 79 Sekr. der SED-GO im Berliner Glühlampenwerk u. Parteiorganisatorin des ZK für das Kombinat NARVA; 1979 – 89 Vors. des FDGB-Bez.-Vorst. Berlin (Nachf. von Rudi Höppner); Mitgl. des FDGB-Bundesvorst. u. seines Präs.; Mitgl. des Sekr. der SED-BL Berlin; 1981 – März 1990 Abg. der Volkskammer, 1. stellv. Vors. des Aussch. für Handel u. Versorgung; 2.11.1989 Wahl zur Vors. des FDGB-Bundesvorst. (Nachf. von  Harry Tisch), 9.12. Rücktritt des Vorst. nach Protesten der Mitgl. gegen Verzögerung der Erneuerung des FDGB. 1990 Vorruhestand, dann Rentnerin; gelegentl. Auftritte als Referentin in soz. u. kommunist. Zirkeln.»Wir haben gedacht, daß wir länger dran sind«. Berlin 1990 (Hrsg. von H.-H. Hertle u. R. Weinert).Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kippenberger, Hans

* 15.1.1898 – ✝ 3.10.1937

Am 15. Januar 1898 in Leipzig geboren, besuchte der Sohn eines freireligiösen Predigers die Oberrealschule, war Volontär in einer Schnellpressenfabrik und meldete sich Anfang 1915 als Freiwilliger zum Kriegsdienst. Er nahm als Offizier am Weltkrieg teil, wurde mehrmals verwundet und schied im Januar 1919 als Oberleutnant aus. Ab Frühjahr 1919 kaufmännische Lehre, anschließend Angestellter in Leipzig, ab Juni 1921 in Hamburg als Korrespondent bei verschiedenen Firmen (für englische, französische, italienische und spanische Sprache). Er schloß sich in Leipzig der USPD an und kam mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Kippenberger studierte ab Anfang 1922 als Werkstudent in Hamburg Nationalökonomie. Seit 1922 im Apparat der KPD, spielte er beim Hamburger Aufstand 1923 eine führende Rolle. Es war vor allem seiner Umsicht und militärischen Erfahrung zuzuschreiben, daß die Kommunisten einen geordneten Rückzug antreten konnten. Nach dem Aufstand lebte er, schwerverwundet, bis März 1924 illegal in Leipzig, floh dann in die Sowjetunion. In Moskau besuchte er sowohl eine Militärschule als auch die Kommunistische Universität der nationalen Minderheiten des Westens. Ende 1924 kehrte Kippenberger zurück und lebte illegal (bis 1928) in Deutschland, von der Komintern mit dem Aufbau des AM-Apparates der KPD betraut. Obwohl er 1924/25 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft war, wurde er noch immer wegen des Hamburger Aufstandes polizeilich gesucht. 1928 kandidierte er für den Reichstag, während des Wahlkampfes zwar verhaftet, doch dann zum Abgeordneten gewählt, mußte er freigelassen werden. Auf dem XII. Weddinger Parteitag 1929 als Kandidat ins ZK aufgenommen, leitete er auch weiterhin den AM-Apparat und blieb bis 1933 Reichstagsabgeordneter. Nach 1933, beim illegalen Aufbau der zerschlagenen KPD, übernahm der AM-Apparat wichtige Aufgaben, doch der Gestapo gelang es, das Informations- und Verteilersystem der KPD zu sprengen. Kippenberger, der als Leo wirkte, wurde fieberhaft von der Gestapo gesucht. Weil Kippenberger mit seinem Apparat die Widersacher Walter Ulbrichts im Machtkampf um die Führung der KPD unterstützte, wurde er von diesem scharf attackiert. Aufgrund der ständigen Angriffe Ulbrichts und Wilhelm Piecks, setzte das Politbüro am 12. Februar 1935 eine Kommission zur Untersuchung der Beschwerden gegen Kippenberger ein. Mit der Niederlage Hermann Schuberts und Fritz Schultes auf der »Brüsseler Konferenz« 1935 wurde Kippenberger entmachtet und nicht mehr in das neue ZK gewählt. Aus Paris in die Sowjetunion beordert, wurde er hier als Industriearbeiter in einen Moskauer Betrieb geschickt. Vom NKWD am 5.November 1936 mit seiner Lebensgefährtin Christina (Aenne) Kerff, geborene Lenderoth im Moskauer Hotel Sojusnaja verhaftet. In einem Geheimprozeß wurde er der »Spionage und Teilnahme an einer konterrevolutionären terroristischen Organisation beschuldigt«. Hans Kippenberger wurde am 3. Oktober 1937 erschossen. Hans Kippenbergers erste Frau, Thea Kippenberger, geborene Niemand (* 10. 10. 1901), Mitglied der KPD, war von 1923 bis 1930 mit Hans Kippenberger verheiratet, emigrierte mit den Töchtern Margot (*7. 5. 1924 – † 2005) und Jeanette (* 23. 7. 1928) im Juli 1933 in die Sowjetunion. Thea Kippenberger arbeitete als Lehrerin und wurde im Februar 1938 verhaftet, durch ein NKWD-Sondertribunal zu mehrjähriger Lagerhaft verurteilt und kam 1939 in Sibirien ums Leben. Am 30. Mai 1957 wurden Hans und Thea Kippenberger durch das Militärtribunal des Moskauer Militärbezirks posthum rehabilitiert, was die SED aber geheim hielt. Ihre beiden Töchter Margot und Jeanette wurden im November 1937 nach Tschistopol, in die Tatarische ASSR in ein Heim für obdachlose Straßenkinder gebracht, in das mehr und mehr Kinder von »Volksfeinden« eingeliefert wurden. Margot Kippenberger heiratete 1948 den russischen Staatsbürger Igor Tschnernawin, konnte mit ihrer Familie im Mai 1958 in die DDR übersiedeln. Sie arbeitete zunächst als Wicklerin im VEB Elektro-Apparate-Werke »J.W. Stalin« in Berlin-Treptow. Da sie sich nicht in das verordnete Schweigen einbinden ließ, kam es zu ständigen Auseinandersetzungen mit dem SED-Parteiapparat. Ihr empörter Leserbrief an das SED-Zentralorgan »Neues Deutschland«, das im Dezember 1979 den 100. Geburtstag Stalins feierte, wurde natürlich nicht veröffentlicht. Sie blieb bis zu ihrer Ausreise nach West-Berlin im März 1981 unter ständiger Beobachtung des MfS. Die jüngere Tochter, Jeanette Kippenberger, arbeitete von 1956 bis 1973 in Ost-Berlin bei ADN als Schreibkraft für Russisch, ab September 1973 bei der SED-eigenen Übersetzerfirma Intertext. Am 14. Juli 1978 übersiedelte sie in die Bundesrepublik Deutschland.

Wer war wer in DDR

Kirchhoff, Werner

* 11.11.1926

Geb. in Berlin; Vater u. Mutter Künstler; 1933 – 43 Volks- u. Mittelschule; 1943 Landw.-Lehre; 1943 – 45 Wehrmacht (Pionier) u. Gefangenschaft. 1946 KPD/SED; FDGB; FDJ; 1946 Neulehrer; 1947 – 52 Ltr. des Schulamts bzw. Schulrat des Krs. Dippoldiswalde; 1949 Erste u. Zweite Lehrerprüfung; 1953 Zentralschule des ZK der SED in Erfurt; 1954 – 62 Abt.-Ltr. im Aussch. für Dt. Einheit; 1956 – 60 Fernstudium der Geschichte an der HU Berlin, Dipl.-Hist.; 1962 – 64 Arbeitsgr.-Ltr. beim Büro des Präs., 1964 – 66 Mitgl. des Sekr., 1966 – 89 Vizepräs. u. Vors. des Sekr. des NR der NF (Nachf. von  Horst Brasch); 1967 – 89 Kand. des ZK der SED; 1972/73 Besuch der PHS der KPdSU in Moskau; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1981 – 90 Präs. des DDR-Komitees für Freundschaft mit dem palästinens. Volk; VVO; 1990 Ruhestand.Unser Programm siegt. Schoenebeck 1966 (zus. mit E. Lindner u. W. Blumenthal); Grundlegende Aufgaben der Ausschüsse der NF im Jahre 1971. o. O. 1971.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kirchner, Martin

* 9.8.1949

Geb. in Weimar; Vater Inh. eines Haus- u. Küchengerätegeschäftes; EOS, Abitur; 1967 CDU; Studium der Rechtswiss. an der MLU Halle, 1973 Dipl.-Jur. u. Dipl.-Volksw.; 1973 – 75 Mitarb. beim Sekr. des CDU-Hauptvorst.; ab 25.8.1973 als IM »Küster«, »Franz Körner« bzw. »Hesselbarth« des MfS erf.; 1975 – 86 jurist. Mitarb. bzw. Ltr. des Krs.-Kirchenamts Gera; 1986 jurist. Oberkirchenrat; 1987 – 89 stellv. Vors. des Landeskirchenrats der Ev.-Luth. Kirche in Thür. (Sitz Eisenach; Nachf. von Hartmut Mitzenheim); Mitgl. der Konferenz der Ev. Kirchenltg. in der DDR; Sept. 1989 Mitunterz. des »Weimarer Briefes«, darin die Aufforderung an die CDU, drängende Probleme der DDR »endlich realist. u. unbeschönigt wahrzunehmen«; Dez. 1989 CDU-Gen.-Sekr. (Nachf. von  Gerald Götting); März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer; Aug. 1990 Entbindung vom Amt des CDU-Gen.-Sekr., nachdem am 2.2.1990 seine IM-Tätigkeit bekanntgeworden war. Seit Okt. 1990 in der thür. Wirtschaft tätig, u. a. Aufbau einer Supermarktkette, Gesellschafter einer Bauträgerges.; Austritt aus der CDU; arbeitet als Rechtsanwalt in Ruhla (Krs. Eisenach).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kern, Käthe (Katharina)

* 22.7.1900 – ✝ 16.4.1985

Geb. in Darmstadt; Vater Arbeiter; Mittelschule; 1917/18 kfm. Angest.; 1919 SAJ; 1920 SPD; 1921 – 24 Sekr. beim Präs. der Landesversicherungsanstalt Hessen in Darmstadt; 1925 – 28 Sekr. der wirtschaftspol. Abt. beim Allg. Freien Angest.-Bund; 1928 – 33 Mitgl. des SPD-Bez.-Vorst. Groß-Berlin u. Ltr. des Frauensekr.; Juni/Juli 1933 zeitw. inhaftiert; bis 1944 Kontakt zur Widerstandsgr. um Wilhelm Leuschner; 1933 – 35 Stenosekr. im Saar-Verein in Berlin; 1935 – 45 Stenotypistin bei der Preuß. Bergwerks- u. Hütten AG in Berlin. 1945/46 SPD/SED u. FDGB; ab Juni 1945 Mitgl. des ZA der SPD, des Bez.-Vorst. u. Frauensekr. der SPD für Berlin; ab 1945 Mitgl. u. 1946/47 Vors. des Zentr. Frauenaussch.; ab 1946 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED, 1946 – 49 Mitgl. des ZS des PV; 1946 – 50 MdL Sachsen-Anh.; 1947 Mitbegr. des DFD, bis 1951 stellv. Vors. u. bis 1985 Mitgl. des Präs. des Bundesvorst.; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats, 1949 – 85 Abg. der (Prov.) Volkskammer; ab 1957 Vors. der DFD-Fraktion; 1954 – 58 Vors. des Aussch. für Eingaben der Bürger; 1958 – 63 Mitgl. des Verfassungsaussch.; 1963 – 67 Mitgl. des Aussch. für Gesundheitswesen; 1949 – 70 Ltr. der HA Mutter u. Kind bzw. Sozialwesen im Min. für Arbeit u. Gesundheitswesen bzw. Min. für Gesundheitswesen; danach Rentnerin; 1958 – 62 Mitgl. des Präs. der DSF; ab 1958 Mitgl. des ZA der Volkssolidarität; 1955, 1958 u. 1960 VVO; 1970 Ehrenspange zum VVO; 1975 KMO; 1980 Stern der Völkerfreundschaft.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kersten, Kurt

* 19.4.1891 – ✝ 18.5.1962

(* 1891 – † 1962) Geboren am 19. April 1891 in Welheiden bei Kassel, Sohn eines Grundbesitzers. Er studierte Germanistik und Philosophie in München und Berlin, promovierte 1914 zum Dr. phil. Im Weltkrieg von 1915 bis 1918 Soldat, mit dem EK I. Klasse ausgezeichnet. Im Krieg radikalisiert, wurde Mitarbeiter an der Zeitschrift »Aktion« von Franz Pfemfert. Er stand in der Weimarer Republik der KPD nahe und galt als kommunistischer Schriftsteller. Kersten veröffentlichte 1920 eine Biographie Lenins, gab 1923 den Band »Das heutige Rußland 1917 bis 1923« heraus und schrieb 1924 nach seiner Rußlandreise »Moskau – Leningrad. Eine Winterfahrt«. Er war Mitarbeiter kommunistischer Zeitungen, u. a. der »Roten Fahne«, ab 1928 aktiv im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Kersten publizierte vor allem in den Presse-Organen von Willi Münzenberg. 1933 flüchtete er über Prag nach Paris. In der Emigration publizistisch gegen die Nazis tätig, gehörte er zu den Initiatoren und Mitgliedern der Deutschen Volksfront. Eng mit Münzenberg verbunden, unterstützte er diesen bei der Arbeit am Buch »Propaganda als Waffe«. Nach Münzenbergs Bruch mit Stalin wandte sich auch Kersten von der KPD ab, er schrieb nun in der »Zukunft«. Nach der Internierung in Frankreich 1939 gelangte er über Martinique nach New York. Auch als Emigrant blieb Kersten Schriftsteller und Historiker, er war 1955 Herausgeber von Arthur Rosenbergs Standardwerk »Entstehung und Geschichte der Weimarer Republik«. 1957 erschien in der »Deutschen Rundschau« der Artikel »Das Ende Willi Münzenbergs«. Darin vertrat er die These, ein »stalinistischer Fememord« an seinem Freund sei wahrscheinlich. Kurt Kersten starb am 18.Mai 1962 in New York.

Wer war wer in DDR

Kertzscher, Günter

* 16.11.1913 – ✝ 16.3.1995

Geb. in Leipzig; Vater Bankangest.; Realgymnasium, Abitur; 1933 – 38 Studium der Germanistik u. Geschichte an der Univ. Leipzig; 1934 SA; 1937 NSDAP; 1939 Eintritt in den höheren Schuldienst, Studienassessor; 1939 Wehrmacht, Gefr.; 1941 Prom. an der Univ. Leipzig zum Dr. phil. mit der Diss. »Der Cursus in der altdt. Prosa«; 1941 – 45 sowj. Kriegsgefangenschaft; 1943 Gründungsmitgl. des NKFD; Mitgl. der Red.-Kommission der NKFD-Ztg. »Freies Dtl.«; Anfang 1944 von einem dt. Militärgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/SED; Red. u. 1949 – 55 Chefred. der »Berliner Ztg.« (Nachf. von  Georg Stibi); 1954 – 58 Berliner Vertreter in der Volkskammer; 1955 – 83 Mitgl. des Red.-Kolleg. u. stellv. Chefred. des »Neuen Dtl.« (Kürzel als Kommentator: »Dr. K.«); 1957 Mitgl. des Präs. u. 1977 – 89 stellv. Vors. der VDJ; Vors. des Red.-Beirats der Ztschr. »Neue Dt. Presse«; 1965 Banner der Arbeit; 1973 VVO; 1978 Ehrenspange zum VVO; 1983 KMO; Dr. h. c. (KMU Leipzig); seit März 1983 Rentner; Publizist; 1990 PDS; tödlich verunglückt bei einem Autounfall.Die journalist. Sprache. In: Bertsch, H.: Journalist. Handbuch der Dt. Demokr. Rep. Leipzig 1960; Unser Standpunkt in der dt. Frage. Berlin 1968; Ist Potsdam noch aktuell? Berlin 1970.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Kesting, Edmund

* 27.7.1892 – ✝ 21.10.1970

Geb. in Dresden; Vater Gemeindepolizeisekr.; 1911 Studium der Malerei u. Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule Dresden bei Friedrich Kleinhempel, Ermenegildo Antonio Donadini u. Richard Guhr; 1915 Studium an der Kunstakad. Dresden bei Richard Müller; 1915 – 18 Militärdienst; 1919 – 22 Abschl. des Studiums u. Mstr.-Schüler bei Otto Gußmann; 1919 Gründung der priv. Kunstschule »Der Weg«; 1920 Beginn der experiment. Phase, Bilder mit verschränkter Leinwand, Schnittcollagen, Fotografie mit Doppel- u. Mehrfachbelichtung; 1923 Mitgl. der Künstlergr. »Der Sturm«; 1927 Studienaufenthalte in Italien u. Jugosl.; 1931 Mitbegr. der Dresdener Sezession; zeitw. Aufenthalt in Berlin als Ltr. der »Weg«-Schule; 1933 Ausstellungs- u. Malverbot; 1935 – 41 fotograf. Dokumentation der Werke des Grünen Gewölbes in Dresden. 1945 Mitbegr. der Künstlergr. »der ruf« in Dresden; 1946 Organisator u. Jury-Mitgl. der Ersten Allg. Dt. Kunstausstellung in Dresden; Prof.; Ltr. der Fachkl. Fotografie an der Staatl. HS für Werkkunst Dresden; 1948 Ltr. der Fachkl. für Fotografie an der HS für angewandte Kunst Berlin-Weißensee; Umzug nach Birkenwerder (b. Berlin); 1953 fristlose Kündigung durch die HS mit der Begründung von Strukturveränderungen; 1955 – 60 Lehrbeauftr. für Kamera an der HS für Film u. Fernsehen Potsdam-Babelsberg.Werner, K. (Hrsg.): E. K. Ein Maler fotografiert. Leipzig 1987; E. K.: Gemälde. Zeichnungen u. farb. Bilder. Graphik. Photographien. (Staatl. Kunstsamml.) Dresden 1988/ 89; Roese, G. (Hrsg.): E. K. – Im Licht des Nordens. Berlin 2003.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Kiefel, Josef

* 2.10.1909 – ✝ 11.3.1988

Geb. in Gotzing (Oberbayern); Vater Arbeiter; Volksschule; dann Laufbursche; 1923 – 26 Ausbildung zum Schlosser; arbeitslos, dann Bergmann, Straßenbauarb. u. Maschinist; 1927 Mitgl. des Fabrikarbeiterverb. u. der RH; 1928 RFB; 1929 KPD; 1931 Emigr. in die UdSSR; Maschinist, dann Mstr. bzw. Obermstr. im Pelzkombinat Kasan; 1942 – 44 Einberufung zur Roten Armee, 1942/43 Besuch der KI-Schule in Kuschnarenkowo, dann Ausb. als Funker; Apr. – Mai 1944 Einsatz im Frontlager 22 in Isaslawl (b. Schepetowka), 22./23.8.1944 Fallschirmabsprung im Raum Częstochowa in Polen, kann seinen Auftrag nicht ausführen u. versteckt sich bis zum Eintreffen der Roten Armee; Entlassung ins Lazarett Kasan. Juli 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1946/47 Instrukteur des SED-Landesvorst. Sachsen-Anh. in Halle bzw. Seminarlehrer an der LPS Wettin; 1947 – 49 Angeh. der DVP, Ltr. des Dezernats K 5 (Pol. Polizei) im Landeskriminalamt Sachsen-Anh.; 1949/50 Stellv. des Chefs der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft des Landes Brandenb. in Potsdam (ab Feb. 1950 Verw. für Staatssicherheit Brandenb.); Aug. 1950 stellv. Ltr. der Abt. IVa (Spionage/Westarbeit) des MfS Berlin; 1953 – 60 Ltr. der HA II (Spionageabwehr), 1953 Oberst; 1960 Ltr. der Abt. 21 (Innere Sicherheit im MfS); 1969 VVO; 1970 Ruhestand; 1984 KMO.Erinnerungen an ein Kämpferleben. Dok.-Film, Filmstudio der NVA 1988.Peter Erler / Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Kieling, Wolfgang

* 16.3.1924 – ✝ 7.10.1985

Geb. in Berlin; 1932 erste Filmrolle; sowj. Kriegsgef.; danach Theaterschauspieler in Hamburg, München, Berlin (West) sowie in der Schweiz u. in Österreich; 1954 aus privaten Gründen Flucht mit der Schauspielerin Gisela Uhlen über Wien u. Prag nach Berlin (Ost); Zweijahresvertrag mit der DEFA, u. a. in »Genesung« (1956,  R: Konrad Wolf), »Damals in Paris« (1956, R: Carl Balhaus), »Betrogen bis zum jüngsten Tag« (1957, R: Kurt Jung-Alsen); 1956 Rückkehr nach Berlin (West); 1965 in Hollywood unter Alfred Hitchcock in »Der zerrissene Vorhang«; 1967 Goldene Kamera (1968 aus Protest gegen die Springer-Presse zurückgegeben); 1965 Bundesfilmpreis (Filmband in Gold); 18. März 1968 erneute Übersiedl. mit seiner Tochter in die DDR (lernt seinen Sohn Florian Martens, später ebenfalls Schauspieler, kennen); Rollen in den DEFA-Filmen »Das siebente Jahr« (1968, R:  Frank Vogel) u. »Jungfer, Sie gefällt mir« (1968, R:  Günter Reisch), lernt die Schauspielerin Monika Gabriel kennen, »Jeder stirbt für sich allein« (1970, Regie Hans-Joachim Kasprzik), »Goya« (1971 R: K. Wolf); Gastauftritt im Dt. Theater Berlin; Nov. 1968 folgt ihm seine Frau, die Bühnenbildnerin Johanna K., in die DDR; Unzufriedenheit über mangelnde Arbeitsmöglichkeiten in der DDR; 1969 Dreh für den Bayerischen Rundfunk in Brasilien (»Hunger 2000«); Juli 1970 Rückkehr in die Bundesrep. Dtl. (M. Gabriel folgt ihm Juni 1971); dort Darsteller in mehr als 50 TV- u. Kinofilmen; gest. in Hamburg.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Kiesewetter, Wolfgang

* 2.12.1924 – ✝ 9.5.1991

Geb. in Scheibe-Alsbach (Thür.); Vater Angest.; Abitur; Wehrmacht (Marineartillerie), Ltn.; 1944 – 49 sowj. Gefangenschaft, Antifa-Schule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949 SED; seit 1950 Tätigkeit im MfAA; 1951 Ref., 1952 Ltr. der Betriebsparteiorg.; 1954 – 57 Ltr. der Presseabt.; 1957 – 59 Ltr. der HA Außereurop. Länder, speziell Afrika; 1959 – 61 GD des MfAA; 1961 – 63 Sonder- bzw. Botschafter in der Vereinigten Arab. Rep. (Nachf. von  Richard Gyptner); 1963 – 71 stellv. Außenminister; 1964 Prom. zum Dr. rer. pol.; 1971/72 PHS; 1972 – 74 stellv. Chefred. der außenpol. Wochenztg. »horizont«; 1974 – 82 Botschafter in Schweden (Nachf. von Peter Steglich), 1985 – 90 in Italien u. Malta (Nachf. von Hans Voss); 1985 VVO; 1990 Ruhestand.Die polit. Auslandsarbeit der DDR in Schweden. Münster 2007.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kilian, Otto

* 27.11.1879 – ✝ 1945

Am 27. November 1879 in Atzendorf/Krs. Calbe geboren; lernte Schriftsetzer, anschließend in diesem Beruf tätig. 1902 Mitglied der SPD, für die er ab 1906 als hauptamtlicher Funktionär arbeitete. Kilian war Redakteur in Solingen, 1907 in Kassel, dann ab 1. November 1913 in Halle am »Volksblatt«. Von 1914 bis 1918 Soldat an der Front. Als Kriegsgegner schloß er sich der USPD an. 1918 nach Halle zurückgekehrt, wurde Kilian, ein populärer Volksredner, dort am 8.November zum Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates gewählt. Der »rote General von Halle« übernahm außerdem die Redaktion des »Volksblattes«, seit 1917 (als die große Mehrheit der Halleschen SPD übergetreten war) Organ der USPD. Im März 1919 verhaftet, saß er bis November in Untersuchungshaft, dann wegen der revolutionären Tätigkeit des Arbeiterrates zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, aber vorzeitig amnestiert. Mit der linken USPD kam Kilian im Dezember 1920 zur KPD. In dieser Zeit entstand seine Schrift »Der singende Kerker. Dichtungen aus der Haft«, in der Folge veröffentlichte er, allgemein als großer Idealist geachtet, verschiedene Gedichtbände und versuchte sich außerdem auch als Musiker. 1921 geriet er in Konflikt mit der Partei, da er die März-Aktion ablehnte. Kilian blieb jedoch in der KPD und wurde 1921 für sie in den Preußischen Landtag gewählt, nachdem ihn schon die USPD in die Preußische Landesversammlung (1919) entsandt hatte. Vor allem als Redakteur tätig, gehörte er dem linken Parteiflügel um Arkadi Maslow und Ruth Fischer an und wurde 1924 kurze Zeit Agitpropleiter im Bezirk Halle-Merseburg. 1924 wieder in den Preußischen Landtag gewählt. Nach dem »Offenen Brief« der Komintern in Halle für die linke Opposition aktiv, unterschrieb Kilian 1926 den »Brief der 700« und wurde Leiter der Opposition in Halle-Merseburg. Mitte 1927 schloß ihn die KPD aus, da er seine Verbindung zur linken Opposition beibehielt. Nach einer Loyalitätserklärung im November 1927 wieder in die Partei aufgenommen, doch am 27.Januar 1928 trennte er sich endgültig von der KPD, wurde Mitgründer des Leninbundes, den er auch in den folgenden Jahren im Bezirk Halle-Merseburg leitete. Im Januar 1933 verbreitete Kilian ein in eigener Druckerei hergestelltes Flugblatt, das zum Sturz der »Hitler-Papen-Hugenberg-Diktatur« aufrief. Mitte September 1933 wurde er verhaftet und zu 16 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach der Strafverbüßung kam er in »Schutzhaft«. Im Februar 1945 vom KZ Sachsenhausen nach Bergen-Belsen gebracht, starb Otto Kilian hier nach wenigen Wochen an Typhus.

Wer war wer in DDR

Kind, Friedrich

* 20.12.1928 – ✝ 5.2.2000

Geb. in Leipzig; Vater Ing.; Volks- u. Mittelschule in Leipzig u. Limbach (b. Chemnitz), 1943/44 Ausbildung zum Mechaniker; 1944/ 45 notdienstverpflichtet. 1945 – 47 Forts. der Schul- u. Berufsausbildung; 1946 FDJ u. FDGB; 1947 – 49 FDJ-Arbeitsgebietsltr. in Chemnitz; 1948 CDU; 1949 CDU-Krs.-Außensekr. u. 1950 Krs.-Sekr. in Hoyerswerda; 1950 – 52 CDU-Landessekr. Brandenb.; 1952 – 90 Vors. des Bez.-Verb. Potsdam; 1952 – 54 Abg. der Volkskammer, 1954 – 58 der Länderkammer u. des Bez.-Tags Potsdam; 1956 Vors. des Bez.-Verb. Potsdam der DSF; 1958 – März 1990 wieder Abg. der Volkskammer, 1969 – 71 Mitgl. des Aussch. für Nat. Verteidigung; Sept. 1960 – 29.1.1990 Mitgl. des Staatsrats; 1960 – 77 Mitgl. des Präs. des CDU-Hauptvorst.; 1966 – 72 Fernstudium an der PH Potsdam, Dipl.-Lehrer für Geschichte; 1982 dort Prom. zum Dr. phil. mit einer Diss. zur Geschichte des CDU-Landesverb. Brandenb.; 1990 Vertriebs- u. Anzeigenltr. der Wochenztg. »Die Märkische«; gest. in Geeste, Krs. Emsland.Christl. Demokraten im Ringen um eine neue Demokratie. Berlin 1984.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kipphardt, Heinar

* 8.3.1922 – ✝ 18.11.1982

Geb. in Heidersdorf (Schles.); Vater Zahnarzt (1933 – 37 im KZ u. später ermordet); 1940 Abitur in Krefeld; Arbeitsdienst; 1941 – 42 Studium der Med. in Bonn, Köln u. Düsseldorf; 1942 Soldat an der Ostfront. Jan. 1945 Desertion; Studium der Med. in Düsseldorf; 1947 – 49 Assistenzarzt in Krefeld; 1949 Übersiedl. nach Berlin (Ost); 1949/50 Assistenzarzt an der Univ.-Nervenklinik der Charité; 1950 Prom. zum Dr. med. in Düsseldorf; 1950 – 59 Dramaturg u. Chefdramaturg am Dt. Theater Berlin (DT); 1952 UA der Szenen »Entscheidungen« (R: H. K.); 1953 Mitgl. der SED; UA »Shakespeare dringend gesucht« (R:  Herwart Grosse), erstes Beispiel des kurzlebigen »Neuen Kurses« der SED nach dem 17. Juni; NP; 1956 UA »Der Aufstieg des Alois Piontek« (DT, R: H. K.); 1959 nach öffentl. Angriffen wegen »revisionist. Tendenzen« Vorladung vor die Kulturkommission beim PB des ZK der SED, Kündigung beim DT; sechs Mon. Arbeitsaufenthalt als Dramaturg in Düsseldorf; 1960 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; 1960 – 69 freier Schriftst.; 1961 Dramaturg bei der Bertelsmann Fernseh-Prod.; Umzug nach München; 1962 UA »Der Hund des Generals« (Theaterstück u. 1964 Fernsehspiel); 1964 »In der Sache J. Robert Oppenheimer« (Fernsehspiel u. Theaterstück), wichtiges Dok. des bundesdt. Dok-Theaters, Welterfolg; Gerhart-Hauptmann-Preis; 1965 Adolf-Grimme-Preis; 1969 Dramaturg an den Münchener Kammerspielen; 1970 Chefdramaturg; 1971 Rücktritt wegen Auseinandersetzungen um H. K.s Programmheft zu  Wolf Biermanns »Der Dra-Dra«; 1975 »Leben des schizophrenen Dichters Alexander März« (Fernsehfilm); 1976 »März« (Roman); Prix Italia; 1977 Mithrsg. der »Autorenedition«; Bremer Lit.-Preis; 1981 Teiln. an der »Berliner Begegnung zur Friedensförderung«; Mitgl. der Akad. der darst. Künste Darmstadt u. des PEN-Zentrums der Bundesrep. Dtl.; 1983 posthum UA von »Bruder Eichmann«. Trotz seines Weggangs wurden Stücke von H. K., der fortan als »bürgerl.-humanist. Schriftst.« galt, weiterhin häufig an Theatern der DDR gespielt.Gesammelte Werke in Einzelausg. 10 Bde. Reinbek b. Hamburg 1986 – 1990. Stock, A.: H. K. Reinbek 1987; Naumann, U., Töteberg, M.: In der Sache H. K. Marbach 1992 (mit einer Bibl. v. N. Riedel); Hanuschek, S.: H. K. Berlin 1996; Hanuschek, S.: H. K.s Bibliothek: ein Verzeichnis. Bielefeld 1997.Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Kirchmeier, Emil

* 10.7.1895 – ✝ 7.4.1975

Geb. in Daber (Krs. Randow, Pommern / Dobra, Polen); Vater Arbeiter; Lehre u. Arbeit als Handlungsgehilfe; 1913 ZdA u. SAJ, 1918 USPD, 1922 SPD; 1924 – 33 Sekr. des ZdA-Gau Brandenburg / Mecklenburg / Grenzmark; 1933 – 37 arbeitslos; 1937 – 45 Vertriebskaufm. bei der Askania-Werke AG Berlin; nach 1933 illeg. antifasch. Arbeit in der Widerstandsgr. um Wilhelm Leuschner u.  Bernhard Göring. 1945 – 48 1. Vors. des engeren Vorstands der Gewerkschaft der kaufm. u. Büro-Angestellten; 1946 SED; 1948 – 54 Mitgl. des FDGB-BV Groß-Berlin; 1950 – 55 stellv. Dir. der Berliner Handelszentrale bzw. Ltr. der Berliner Niederlassung der Handelszentrale Lederwaren; zeitw. Vorstandsmitgl. der Dt. Volksbühne; bis 1958 Vors. des Besucherrats; 1955 – 63 Geschäftsf. des KB u. Mitgl. des Sekr. der Bundesltg. des KB; 1960 VVO; 1963 – 70 Gruppenltr. in der IHK Berlin.Kirsten Nies

Wer war wer in DDR

Kirchner, Peter

* 20.2.1935

Geb. in Berlin; Vater Bäcker, Mutter Lagerarb.; 1941 bis zur Schließung 1942 Besuch der Volksschule der Jüd. Kultusvereinigung in Berlin; 1943 zus. mit der Mutter Zwangseinweisung in das Berliner Durchgangslager Große Hamburger Straße; anschl. bis Kriegsende illeg. Aufenthalt in Neustadt/Dosse. Ab 1945 Schulbesuch in Berlin, 1954 Abitur; anschl. Studium der Med. an der HU Berlin; 1959 – 61 wiss. Assistent am Anatom. Inst. der HU, 1961 Prom.; danach Facharztausbildung u. Arzt in Berlin; ab 1967 Facharzt für Neurologie u. Psychiatrie im Krankenhaus Berlin-Lichtenberg (Herzberge); 1985 – 91 Bereichsltr. in der Zentralstelle für ärztl. Begutachtungswesen Berlin; 1971 – 90 Vors. der Jüd. Gemeinde von Berlin (Nachf. von Heinz Schenk); 1985 – 90 zugl. Vizepräs. des Verb. der Jüd. Gemeinden in der DDR; ab 1988 Präs. der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum; Teiln. an zahlr. Tagungen u. Kongressen internat. jüd. Org.; zahlr. publizist. Beiträge über jüd. Geschichte u. Kultur, insbes. in Berlin; Mithrsg. des Nachrichtenblatts der Jüd. Gemeinden in der DDR; 1977 – 89 beim MfS als IMV/IMB »Burg« erf. 1992 – 98 ärztl. Gutachter bei der Bundesversicherungsanstalt für Angest.; lebt in Berlin.Jüd. Friedhöfe in Berlin. Berlin 1987 (mit A. Etzold, J. Fait u. H. Knobloch). P. K. In: Herzberg, W. (Hrsg.): Überleben heißt Erinnern. Biogr. Berlin 1990.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Kerndl, Rainer

* 27.11.1928

Geb. in Bad Frankenhausen (Kyffhäuser); Vater kfm. Angest., Mutter Bibliothekarin; Volks- u. Oberschule in Bad Frankenhausen, dazw. 1942 – 45 in Bydgoszcz u. Szubin (Polen); 1945 RAD, Wehrmacht, kurzz. Waffen-SS (ab März 1945 Sold. im SS-Panzergrenadierbat. Ellwangen in Württemberg); bis Sept. 1945 amerik. Kriegsgef. 1946 FDJ; 1948 Abitur; 1949/50 SED, Ausschl. nach Offenlegung der Zugehörigkeit zur Waffen-SS, 1954 rückwirkende Wiederaufn.; 1949 Kurzlehrgang für Kulturredakteure an der SED-PHS; 1949 – 51 Volontär u. Red. bei der Saalfelder SED-Krs.-Ztg. »Das Volk«; seit Aug. 1951 freischaff. Journalist für die Ztg. »Tägl. Rundschau«; 1949 – 51 u. 1953/54 hauptamtl. FDJ-Sekr. an der Internats-OS Wickersdorf; ab 1955 freiberufl. journalist. Arbeiten für die Ztgn. »Junge Welt«, »Die Wahrheit« (West-Berlin); seit 1955 Vorstandsmitgl. im DSV-Bezirksverb. Berlin; seit Jan. 1963 ständ. Theaterkritiker der Ztgn. »Neues Dtl.« u. »Junge Welt«; 1961 erste Dramen, »Schatten eines Mädchens«, »Plädoyer für die Suchenden« (1966); 1965 Lessing-Preis; 1969 Mitgl. des Vorst., ab 1973 des Präs. des DSV, später SV; 1972 NP; 1975 VVO; 1978 – 89 Vizepräs. des SV; 1980 – 89 beim MfS als GMS »Rita« erf.; Febr. 1984 Absetzung seines Stücks »Der Georgsberg« am Maxim-Gorki-Theater wegen »parteischädigenden Verhaltens«; lebt als Rentner in Berlin.Ein ausgebranntes Leben. Berlin 1983; Ein heimatloser Typ. Halle (Saale) 1990; Bimbo Hubert. Berlin 1993.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Kersten, Rolf

* 31.7.1935 – ✝ 29.6.1986

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1950 FDJ; 1953 Schiffbaustudium an der Ingenieurschule Wismar; 1953 – 55 Kursant an der Offiziersschule VP-See; 1955 – 57 Schiffbauer im VEB Warnowwerft Warnemünde; Fernstudium an der Ingenieurschule Wismar, 1958 Ing.; 1957 SED; 1957 – 60 1. Sekr. der FDJ-GO im VEB Warnowwerft u. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Rostock; 1960 Konstrukteur im VEB Warnowwerft; 1960 / 61 Direktstudium, später Fernstudium an der Univ. Rostock, 1969 Dipl.-Ingenieurökon.; 1961 – 63 Hauptreferent in der VVB Schiffbau; 1963 – 67 Sektorenltr. am Inst. für Schiffbau Rostock; 1967 / 68 Lehrgang an der Zentralstelle zur Herausbildung von Führungskadern des Min. für Schwermaschinen- u. Anlagenbau; 1968 – 71 Abt.-Ltr. Prognose u. Strukturpolitik im Min. für Schwermaschinen- u. Anlagenbau, 1971 – 75 Abt.-Ltr. Prognose u. wiss.-techn. Entw., 1975 – 79 Stellv. des Ministers, 1979 – 81 1. Staatssekr., 1981 – 86 Minister für Schwermaschinen- u. Anlagenbau (Nachf. von  Gerhard Zimmermann) u. Mitgl. des Min.-Rats; 1985 VVO; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Keßler, Heinz

* 26.1.1920 – ✝ 2.5.2017

Geb. in Lauban (Niederschles. / Lubań, Polen); Vater Metallarb.; Volksschule in Chemnitz; Mitgl. des Jung-Spartakus-Bundes; 1934 – 40 Ausbildung u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1940/41 Wehrmacht; Juli 1941 Übertritt zur Roten Armee, Antifa-Schule; Mitbegr. des NKFD u. Frontbevollm. 1945 Rückkehr nach Dtl.; KPD; Ltr. des Hauptjugendaussch. von Groß-Berlin; 1946 Mitbegr. der FDJ; Vors. des Landesvorst. Berlin, später Sekr. für Arbeit u. Soziales, ab 1950 für Org. des ZR der FDJ; ab 1946 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED; 1949/50 des BV des FDGB; 1950 – 52 Chef der VP-Luft, dann Chef der Verw. Aeroklubs der KVP, 1952 Gen.-Inspekteur bzw. Gen.-Major; 1950 – 89 Abg. der Volkskammer; 1955/56 sowj. Luftkriegsakad., Dipl. rer. mil.; 1957 – 67 Stellv. des Ministers für Nat. Verteidigung u. Chef der Luftstreitkräfte u. Luftverteidigung, 1959 Gen.-Ltn.; 1967 – 78 Stellv. des Ministers u. Chef des Hauptstabs der NVA (Nachf. von  Sigfried Riedel), 1966 Gen.-Oberst, 1979 – 85 Stellv. des Ministers u. Chef der Pol. HV der NVA (Nachf. von  Waldemar Verner); Mitgl. des Nat. Verteidigungsrats; 1965 VVO; 1970 Orden des Vaterländ. Krieges (UdSSR); 1979 KMO; 1985 Min. für Nat. Verteidigung (Nachf. von  Heinz Hoffmann), 3.12.1985 Armee-Gen.; ab 1986 Mitgl. des PB des ZK der SED. Nov./Dez. 1989 Rücktritt von allen Ämtern mit der Reg.  Willi Stoph u. dem ZK der SED; Überprüfung durch den Volkskammer-Aussch. zur Untersuchung von Amtsmißbrauch, Korruption u. persönl. Bereicherung, vorübergehende U-Haft wegen Verdunklungsgefahr, keine strafrechtl. Konsequenzen; Jan. 1990 Ausschl. aus der SED/PDS; 1991/92 U-Haft im Zusammenhang mit dem Schießbefehl-Prozeß, Haftverschonung; am 16.9.1993 vom Berliner LG zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt, Bestätigung des Urteils durch den BGH wegen »mittelbarer Täterschaft«; Haft in Berlin-Hakenfelde, am 29.10.1998 aus gesundheitl. Gründen auf Bewährung entlassen.Für Frieden u. Sozialismus. Berlin 1989; Die Sache aufgeben, heißt sich selbst aufgeben. Hamburg 1993; Zur Sache u. zur Person. Berlin 1996; Die Verbrechen der NATO. Berlin 2000. Uhl, M.: H. K. – Honeckers polit. General. In: Ehlert, H., Wagner, A. (Hrsg.): Genosse General! Die Militärelite der DDR in biogr. Skizzen. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kettig, Alfred

* 23.9.1903 – ✝ 3.12.1951

Geboren am 23. September 1903 in Staßfurt/ Krs. Calbe, Sohn eines Schmieds; Lehre und Arbeit als Maschinenschlosser. Mitglied des DMV, 1920 zunächst Mitglied der SPJ, anschließend der KJD, Funktionär im UB Staßfurt. 1923 trat er der KPD bei, war zwei Jahre später bereits Vorsitzender des UB Staßfurt. 1929 kam er als Nachrücker in den Landtag von Anhalt, 1932 nicht mehr als Kandidat aufgestellt. Er arbeitete als Sekretär des UB Halberstadt, 1932 hauptamtlich beim Kampfbund gegen den Faschismus. Am 10. März 1933 in Aschersleben verhaftet, kam er in mehrere KZs, Ende Dezember 1935 entlassen. Kettig schloß sich in Magdeburg der Widerstandsgruppe »Bund Freies Deutschland« an, zu der u. a. Ernst Brandt und Erich Besser gehörten. Von 1940 bis 1942 erneut inhaftiert, wurde er Anfang 1944 zum Strafbataillon 999 einberufen und im Balkan eingesetzt. Am 17. Februar 1945 in Sarajewo festgenommen, noch aus der Wehrmacht »ausgestoßen« und nach Magdeburg in »Schutzhaft« gebracht. Durch amerikanische Truppen am 13.April 1945 befreit, organisierte Kettig in Magdeburg, anschließend in Staßfurt den Wiederaufbau der KPD. Er wurde Orgsekretär des UB Magdeburg, anschließend Instrukteur in Zerbst, zeitweilig Gewerkschaftssekretär, dann Instrukteur der SED in Dessau. Er kam 1948 als Schulungsleiter zur Konsumgenossenschaft, war ab Oktober 1949 hauptamtlicher Sekretär der SED im VEB Filmfabrik Wolfen. Alfred Kettig starb am 3.Dezember 1951.

Wer war wer in DDR

Kiefer, Marianne

* 3.9.1928 – ✝ 4.1.2008

Geb. in Dresden als Tochter eines Künstlerehepaars; Schauspiel- u. Ballettunterricht; 1945 Beginn der Karriere als Tanzsoubrette in Dresden, danach Engagements an Provinzbühnen in Köthen, Eisleben u. a. Stationen; 1968 Mitgl. des Ensembles des Friedrichstadtpalastes, später des Schauspielerensembles des DFF; erlangte v. a. durch komödiant. Rollen Popularität, die sie seit Ende der 1960er Jahre in zahlr. Fernsehlustspielen u. Theaterstücken verkörperte, so in der »Maxe Baumann«-Reihe (1981 – 87) oder in der TV-Serie »Drei reizende Schwestern« (1984 – 91) an der Seite von  H. Göring u.  I. Krabbe; moderierte die Unterhaltungsshow »Ein Kessel Buntes«. Nach 1990 u. der Abwickl. des DFF zunächst ohne Anstellung; moderierte ab 1992 die NDR-Show »Freut euch des Nordens«; stand zuletzt in Programmen der Komödie Dresden u. in Berlin auf der Bühne; verbrachte die letzten Lebensjahre in einem Seniorenstift in Zeuthen; gest. im sächs. Kreischa. Das wäre doch gelacht. Berlin 1996.Christian Krause

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Kienberg, Paul

* 15.10.1926 – ✝ 5.10.2013

Geb. in Mühlberg (Elbe); Vater Arbeiter; Volksschule; 1941 – 44 Schlosserlehre, Verweigerung der Facharbeiterprüfung wegen jüd. Herkunft des Vaters; 1944 Arbeitslager. 1945 KPD; 1945 – 49 Volontär, dann techn. Ltr. im städt. Elektro-Werk Mühlberg; Dez. 1949 Eintritt in die VP; 1950 MfS Berlin, Abt. VI (Staatsapparat, Parteien, Kirchen); 1953 HA V (ab 1965: HA XX-Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund); 1956 Ltr. der Abt. V/1 (Staatsapparat); 1959 stellv. Ltr., 1964 Ltr. der HA XX; 1963 – 65 u. 1966 – 68 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1973 VVO; 1989 Gen.-Ltn.; Dez. 1989 von allen Aufgaben entbunden; Jan. 1990 Entlassung, Rentner, gest. in Erfurt.Jens Gieseke

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Kiesler, Bruno

* 22.12.1925 – ✝ 10.06.2011

Geb. in Ebenrode (Ostpr./Nestorov, Rußland); Vater Telegrafenarb.; Volksschule; 1940 – 42 Lehre als Kfz-Schlosser; 1942 – 45 RAD u. Wehrmacht, engl. Gefangenschaft in Eutin (Schlesw.-Holst.). 1945 Gutsarb. in der Altmark; FDGB; 1946 FDJ; KPD/SED; 1946 – 51 Traktorist eines VdgB-Maschinenhofs bzw. (in der Aktion »FDJler auf die Traktoren«) der MAS Köckte (Krs. Stendal), erzielte hier Höchstleistun- gen durch Gerätekoppelung nach sowj. Vorbild, 1949 Jungaktivist (» Hennecke der Landw.«); 1950 NP; 1950 – 55 Mitgl. des Bundesvorst. des FDGB; 1950 – 86 Abg. der Volkskammer; 1950 bis zur Auflösung Mitgl. des Gesamtdt. Arbeitskrs. für Land- u. Forstw.; 1951 SED-LPS Ballenstedt; 1957 Vors. des LV Sachsen-Anh. der IG Land u. Forst; 1952/53 Ltr. der MTS-BV Magdeburg; 1953 – 58 stellv. Vors., 1957/58 amt. Vors. des Rats des Bez. Magdeburg (zeitw. für  Paul Hentschel); Abg. des Bez.-Tags; 1954 Ltr. der gesamtdt. Delegation zum 1. Weltkongreß der Landjugend in Wien; 1955 – 59 Mitgl. des ZR der FDJ; 1953 – 57 Fernstudium an der DASR Potsdam u. dem Inst. für Agrarökon. Bern-burg, Dipl.-Agrarökon.; 1959 – 81 Ltr. der Abt. Landw. des ZK der SED (Nachf. von  Fritz Mellenthin); 1967 Kand., 1971 – 86 Mitgl. des ZK, maßgebl. beteiligt an der Einführung industriemäßiger Produktionsmethoden in der Landw. u. der betriebl. Trennung von Pflanzen- u. Tierprod.; 1963 – 82 stellv. Vors. des Volkskammeraussch. für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1965 VVO; 1968 – 83 Ord. Mitgl. der DAL bzw. AdL; Jan. 1982 als Abt.-Ltr. des ZK der SED wegen Konflikten mit der Wirtschaftspol. ausgeschieden; 1981/82 Dir. des neugeschaffenen projekttechnolog. AdL-Inst. für rationelle Energieanwendung; 1982 Sekr., 1986 Vors. der Revisionskommission der Liga für Völkerfreundschaft; seit 1.12.1990 Rentner.Modrow, H., Watzek, H.: Junkerland in Bauernhand. Berlin 2005; Schöne, J.: Frühling auf dem Lande. Berlin 2007.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

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Kilian, Martin

* 21.5.1928 – ✝ 2.7.2014

Geb. in Strehlitz (Krs. Namslau, Schles. / Strzelce, Polen); Vater Bergmann; 1945 Aussiedl. nach Nachterstadt; Bergmann; 1948 SED; Leichtathlet (Mittelstreckenläufer), Skisportler; 1950 – 57 Bobsportler bei Chemie Rübeland / Harz (Anschieber im Zweier von Herbert Homann); 1956 Teiln. an gesamtdt. Ausscheidungswettkämpfen für die Olymp. Winterspiele, 1957 Teiln. an den letzten gesamtdt. Meisterschaften; 1951 – 59 Lehrer; 1959 – 62 Dir. der OS Wernigerode; 1962 – 90 Bürgermstr. von Wernigerode; 1962 Vizepräs., 1978 – 90 Präs. des Dt. Bob- u. Schlittensportverbandes (DSBV); 1974 VVO; 1978 – 90 Mitgl. des DTSB-Bundesvorst.; 1979 Mitgl. des NOK; 1985 – 90 NOK-Präsidiumsmitgl.; 1983 – 91 Vizepräs. der Internat. Bobsport-Föderation (FIBT); 4.3.1990 letzter Präs. des DTSB (Nachf. von  Klaus Eichler). 1990 Rentner; 15.12.1990 Vizepräs. des Dt. Sportbundes; 18.10.1991 Rücktritt aus gesundheitl. Gründen; 2008 Goldene Ehrennadel des Dt. Bob- u. Schlittensportverb.; gest. in Wernigerode.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Kindler, Heinrich

* 29.11.1909 – ✝ 23.2.1985

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); dort 1928 Abitur am Realgymnasium; 1928 – 34 Studium der Physik, Mathematik u. Chemie in Breslau u. Münster, 1934 Prom. zum Dr. phil. nat. in Breslau, danach Forschungstätigkeit an der Univ. Breslau u. am Heinrich-Hertz-Inst. der TH Berlin-Charlottenburg; ab 1936 Tätigkeit bei Telefunken u. Askania, dort erste Arbeiten zur Regelungstechnik (Kreiselgeräte, Folgeregler u. elektromechan. Rechengeräte zur Flugkörpersteuerung). 1946 – 53 Fortführung dieser Arbeiten in der UdSSR; 1953 – 57 wiss. Mitarb. am Inst. für Strahlenquellen der DAW; ab 1954 zugl. Lehrbeauftragter für Grundlagen der Regelungstechnik an der TH Dresden, 1955 dort ord. Prof.; ab 1955 Aufbau u. 1957 Gründung des Inst. für Regelungstechnik an der TH/TU Dresden, des ersten Inst. dieser Art in Dtl. nach dem 2. Weltkrieg; 1961 – 75 Prof. für Regelungstechnik an der Fak. für Elektrotechnik bzw. der Sektion Informationstechnik, 1958 – 60 Dekan; 1957 Gründer u. bis 1970 nebenamtl. Ltr. der Arbeitsstelle bzw. des Inst. für Regelungs- u. Steuerungstechnik der DAW/ AdW in Dresden; 1956 Gründungsmitgl. der International Federation for Automatic Control (IFAC), Vors. des Nat. Komitees der DDR in der IFAC, zeitw. Vors. des TC Education der IFAC; 1957 – 67 Mitgl. des Forschungsrats u. Vors. des Zentralen Arbeitskreises BMSR-Technik; 1963/64 Vors. der Dt. Ges. für Meß- u. Automatisierungstechnik der DDR; 1964 NP; 1968 Ehrendoktor der TH Darmstadt, Mitgl. der Dt. Akad. der Naturforscher (Leopoldina).Regelungstechnik. In: Philippow, E. (Hrsg.): Taschenbuch Elektrotechnik. Berlin 1963 (mit K. Reinisch); Aufgabensammlung zur Regelungstechnik. Berlin 1964 (mit H. Buchta u. H.-H. Wilfert); Der Regelkreis – Eine Einführung. Berlin 1972.Günter Dörfel

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Kipping, Herwig

* 31.3.1948

Geb. in Mayen (Krs. Naumburg); Vater Bauer, LPG-Vors.; 1954 – 64 Oberschule, Lehre als Betriebsschlosser, Abitur; 1967 – 72 Mathematikstudium an der HU Berlin, Abbruch, weil er nicht im Zentralamt für Statistik arbeiten will; 1972 – 75 NVA; Hilfsarbeiten; schreibt Gedichte, die nicht veröffentlicht werden; 1977 Volontär beim DFF; 1978 – 82 Regiestudium an der HFF in Potsdam-Babelsberg, 1982 Dipl.-Film »Hommage à Hölderlin«; SED; ab 1982 beim DFF im Bereich Publizistik, u. a. 1983 Filmporträt über eine Dachdeckerbrigade (»Sechs auf dem Dach«), weigert sich, geforderte Änderungen vorzunehmen, u. übt Kritik an der Informationspolitik, Kündigung u. Ausschluß aus der SED; 1984 – 89 freiberufl. Autor beim DEFA-Studio für Spielfilme; 1986 Meisterschüler bei  Heiner Carow; darf keinen seiner Filmstoffe in der DDR realisieren. Erst 1990 / 91 wird der Spielfilm »Das Land hinter dem Regenbogen«, eine Abrechnung mit der DDR, realisiert, 1992 dafür Bundesfilmpreis (Filmband in Silber), 1993 »Novalis – die blaue Blume« (letzter Film der DEFA); 1994 Akteur in dem Dok.-Film »Die DEFA – Zwischen Utopie u. Wirklichkeit«; danach bisher wg. fehlender Finanzierung keine weiteren Filme; lebt in Berlin.Ein Akt der Liebe (Werkstattgespräch). In: Film u. Fernsehen. Berlin 1991; DEFA NOVA – nach wie vor? Versuch einer Spurensicherung. Berlin 1993 (hrsg. von »Freunde der Deutschen Kinemathek e. V.«); Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg 1946 – 92. Berlin 1994 (hrsg. vom Filmmuseum Potsdam); Poss, I., Warnecke, P. (Hrsg.): Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Berlin 2006.Elke Schieber / Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Kirchner, Franz

* 20.4.1919

Geb. in Mährisch-Trübau (ČSR/Moravská Trebová, Tschechien); Vater Angest.; Volks- u. Oberschule, 1939 Abitur; Studium der Wirtschaftswiss. an der HS in Prag (ein Semester); danach Soldat; Umsiedl. 1945 CDU; 1945 – 50 Ltr. der Preisstelle der Krs.-Verw. Schönberg (Mecklenb.); 1948 Studium an der Finanzschule Königs Wusterhausen; 1950/51 Studium an der ASR Potsdam; 1951/52 Ref. bei der Landesfinanzdir. Schwerin; 1952 – 57 stellv. Vors. des Rats des Krs. u. Abg. des Krs.-Tags Bad Salzungen; seit 1952 Mitgl. des CDU-Hauptvorst. u. 1970 – 82 des Präs.; 1960 St.-Ex. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Staatswirtsch.; 1954 – 63 u. 1967 – 86 Abg. der Volkskammer; 1957 – 61 Stellv. des Vors. des Ständ. Aussch. für die örtl. Volksvertr.; seit 1971 Mitgl. des Aussch. für Ausw. Angelegenh.; 1961 – 70 Vors. der CDU im Bez. Erfurt (Nachf. von  Hermann Kalb); 1962 – 71 Abg. des Bez.-Tags Erfurt; 1970 – 82 OB von Weimar (Nachf. von Paul Ullmann); 1984 VVO; 1989 Ehrenmitgl. des Hauptvorst. u. Mitgl. des Ehrenrats der CDU.Weimar. Leipzig 1975.Helmut Müller-Enbergs

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Kirchner, Rudolf

* 20.6.1919 – ✝ 5.5.1984

Geb. in Hirschberg (Niederschles./Jelenia Góra, Polen); Vater Schmied u. Lokführer; Volksschule; 1933 – 37 Ausbildung zum Schriftsetzer, anschl. im Beruf tätig; 1937/38 RAD, 1939 – 45 Militärdienst (Luftwaffe); März 1945 – Juni 1949 sowj. Gefangenschaft, Besuch der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED u. FDGB; 1949/50 Abt.-Ltr. u. 1950 – 68 Mitgl. im Bundesvorst. des FDGB; 1950 – 52 Stellv. des Vors. u. Mitgl. des Sekr.; 1952 – 68 Mitgl. des Präs. u. des Sekr. des Bundesvorst., bis 1955 zuständig für Arbeit u. Löhne sowie Wirtsch., dann bis 1959 für Westarbeit u. Internat. Verbind., 1963 – 65 für Feriendienst u. Recht u. 1965 – 68 wieder für Westarbeit; 1950 – 63 Kand. des ZK der SED; 1954 – 59 Mitgl. des NR der NF; 1960 – 63 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1957 – 59 u. 1965 – 67 Mitgl. des Gen.-Rats u. Kand. des EK des WGB; 1950 – 71 Abg. der Volkskammer; 1953 – 59 (Nachf. von  Herbert Warnke) u. 1963 – 67 Vors. der FDGB-Fraktion (Nachf. von  Grete Groh-Kummerlöw) u. Vors. des Aussch. für Arbeit u. Sozialpol.; 1968 – 82 Mitarb. im Min. für Leichtindustrie bzw. Glas/Keramik; anschl. Invalidenrentner.Der Aktivistenplan im Kampf gegen alle Produktionsverluste. Berlin 1951; Die Tätigkeiten der Gewerkschaften im neuen Kurs. Berlin 1953; Friedensvertrag u. Gewerkschaften. Berlin 1959; Handbuch für den Gewerkschaftsfunktionär. Berlin 1965; Einige inhaltliche Probleme der Tätigkeit des FDGB zur Verständigung der Gewerkschaften in beiden dt. Staaten. Berlin 1967.Helmut Müller-Enbergs

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Kerschek, Dieter

* 13.12.1928 – ✝ 20.5.2003

Geb. in Berlin; Vater Elektromonteur, Mutter Schneiderin; Volks- u. bis 1944 Mittelschule; 1944/45 Luftwaffenhelfer; bis Aug. 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft. Übersiedl. nach Templin; landw. Gehilfe; 1946 FDJ u. SED; 1947/48 Jugendsekr. im SED-KV Templin; 1948 – 50 Sekr. für Presse, dann für Pionierorg. im FDJ-LV Brandenb.; 1950 verantw. Red. für die Ztschr. »Der Pionierltr.« im Verlag Junge Welt; 1952/53 Studium der Ges.-Wiss. an der HS des Komsomol in Moskau; 1953 stellv. Chefred., 1960 – 66 Chefred. der Ztg. »Junge Welt«; 1961 – 67 Mitgl. des ZR der FDJ; 1966 Chefred. der »Wochenpost«; Jan. 1967 – April 1968 stellv. Ltr. der Westabt. des ZK der SED, Ltr. der Arbeitsbereiche Berlin (West) u. Koord.; 1968 – 72 stellv. Chefred., 1972 – Nov. 1989 Chefred. der »Berliner Ztg.« (Nachf. von  Rolf Lehnert); 1974 – Nov. 1989 Mitgl. der SED-BL Berlin; Mitgl. des ZV des VDJ; 1980 u. 1985 VVO; 1988 Ehrenspange zum VVO. 1990 PDS; Juni 1990 Invalidenrentner; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Kerth, Jürgen

* 19.7.1948

Geb. in Erfurt; KJS, Spezialisierung Turnen; Feinwerktechnikerlehre; autodidakt. Gitarrenausb. u. Proben mit Heinz-Jürgen »Gotte« Gottschalk u. Roland Michi; 1965 Gründung der »Rampenlichter«, der ersten Beatgruppe in Erfurt, 1966 Auftritt in Esztergom (Ungarn), anschl. Auftrittsverbot wegen »zu vieler amerikan. Titel im Programm«; bis 1970 versch. Bands, die alle verboten wurden, 1970 Gründung der »Gruppe Jürgen Kerth« (mit Eberhard Meyerdirks, Roland Michi u. Lothar Wilke), Bandleader, Gesang u. Gitarre; 1971 Musikschule Erfurt, Einstufung als Berufsmusiker, erste Rundfunkaufnahme; 1978 LP »Jürgen Kerth«, 1980 LP »Komm herein«, 1982 LP »Gloriosa«, eine Hommage an die Glocke des Erfurter Doms, Beendigung der Zusammenarbeit durch Amiga wegen ideolog. Kritik an den Texten; danach ausschließl. Live-Konzerte, nach dem Tod von R. Michi ab 1979 im Trio. 1991 CD »Jürgen Kerth« (Reihe Rock aus Dtl., Vol. 6); 1991 – 93 zahlr. Konzerte in Ostdtl. mit den Söhnen Stefan u. Christoph, 1.11.1993 Gast im Konzert von B. B. King in der Weimarhalle, danach bis 1999 jährl. Konzerte in Klubs u. bei Open Air Festivals in Florida (USA); 1999 Kulturpreis der Stadt Erfurt; 2000 CD »Best of Blues«; 2006 CD »Blues-Anthologie«; lebt in Erfurt.Keller, M: Glorioser Blues. In: Rauhut, M., Kochan, Th. (Hrsg.): Bye Bye, Lübben City. Berlin 2004.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kessel, Franziska

* 6.1.1906 – ✝ 17.4.1934

Geboren am 6. Januar 1906 in Köln, Tochter eines Maurers und SPD-Funktionärs. Sie arbeitete als Verkäuferin in Frankfurt/M. Mitglied der SAJ, 1926 Anschluß an den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK), 1928 Mitglied der KPD. Franziska Kessel wurde 1930 wegen KPD-Propaganda in der Polizei vom Reichsgericht zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. Nach ihrer Freilassung Frauenleiterin der BL Hessen-Frankfurt, sie wurde im Juli 1932 im Wahlkreis Hessen-Nassau in den Reichstag gewählt, dem sie bis März 1933 angehörte. Im März 1933 aktiv bei der Organisierung des KPD-Widerstands in Bad Nauheim, am 4. April 1933 verhaftet, am 17. November 1933 vom OLG Darmstadt wegen »Verbrechens gegen §86 des StGB« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Franziska Kessel wurde am 17. April 1934 in ihrer Gefängniszelle im Landgerichtsgefängnis Mainz »erhängt aufgefunden«. Angeblich war es Selbstmord, doch Mord ist nicht auszuschließen. Ihr dreizehn Jahre älterer Bruder Nikolaus Kessel (* 13. 1. 1893), von Beruf Plattenleger, war zeitweise Kölner Stadtverordneter, Polleiter des UB Köln und Redakteur an der »Sozialistischen Republik«. Nikolaus Kessel wurde am 9. Mai 1945 in Pulheim bei Köln von Plünderern erschossen.

Wer war wer in DDR

Kettler, Louis-Heinz

* 13.12.1910 – ✝ 21.10.1976

Geb. in Halle, Vater kfm. Angest.; 1922 – 29 Gymnasium; 1929 – 34 Med.-Studium in Halle, 1935 Prom.; 1936 Militärdienst bei der Marine; 1936/37 Volontärarzt an der Berliner Charité; 1937 NSDAP; 1937 – 43 Assistenzarzt; 1943 – 48 Doz. u. Oberarzt an der Univ.-Klinik Halle; 1939 – 44 Marinestabsarzt. 1948 Prof., 1951 ord. Prof. für Pathologie; 1953 – 76 Dir. des Patholog. Inst., 1958 – 60 Dekan der Med. Fak. der HU Berlin; 1964 NP; Ord. Mitgl. der DAW; Ehrenmitgl. der Société anatomique in Paris; gest. in Berlin. Arbeitsgebiete: spezielle Pathologie von Leber, Niere u. Lymphknoten; allg. Pathologie der Stoffwechselstörungen; Organkonservierung u. Aufbau einer Gewebebank; Hrsg. u. Autor des Lehrbuchs der speziellen Pathologie (1965); Mitautor von Lehrbüchern der speziellen u. allg. Pathologie; Mithrsg. der »Acta biologica et medica germanica« u. a. med. Ztschr.Submikroskopische Ortho- u. Pathomorphologie der Leber. Berlin 1964 (zus. mit H. David, H. G. Epstein u. F. Hieke); Lehrbuch u. Atlas der laparoskopischen Diagnostik. Jena 1966 (zus. mit F. Renger).Jochen Richter

Wer war wer in DDR

Kiefert, Hans

* 1.6.1905 – ✝ 29.12.1966

Geb. in Berlin; Vater Angest.; Volks- u. Fortbildungsschule; 1919 – 25 Ausbildung u. Arbeit als Tischler; 1919 – 28 Mitgl. des Dt. Holzarbeiterverb.; 1920 KJVD, Funktionen auf regionaler Ebene; 1923 KPD; 1925 Mitgl. der ersten dt. Jugenddelegation in die UdSSR; 1926 – 29 Mitgl. des ZK des KJVD; 1926/27 Sekr. des KJVD-Bez. Oberschles. in Gleiwitz; 1927/28 Sekr. des KJVD in Berlin; April – Sept. 1928 Sekr. des KJVD in Hamburg; Okt. 1928 – Nov. 1929 2. Vors. des ZK des KJVD; 1929/30 Org.-Sekr. der KPD-BL Pfalz, 1930/ 31 der KPD-BL Hessen-Frankfurt, 1932/33 der KPD-BL Halle-Merseburg; ab März 1933 Ltr. der illeg. KPD Mittelrhein in Köln; am 5.5.1933 in Köln inhaftiert, Haft in Köln u. im KZ Brauweiler, Juni 1935 entlassen; bis 1937 arbeitslos; 1937 Tischler bei der Mitropa in Berlin; Mai – Juli 1938 inhaftiert in den Lagern Esterwegen u. Börgermoor; anschl. bis 1943 erneut Tischler bei der Mitropa in Berlin; Verbindung zur Widerstandsgr. um Anton Saefkow; 1943 – 45 Wehrmacht, 1945/46 sowj. Kriegsgefangenschaft in Polen. Dez. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; ab Jan. 1947 zunächst Abt.-Ltr., dann Sekr. u. ab Sept. 1947 parität. Krs.-Vors. der SED Berlin-Friedrichshain, Jan. 1949 – Okt. 1950 Ltr. der Org.-Instruktionsabt. in der SED-LL Groß-Berlin; 1950/51 Studium an der PHS; 1951 – 53 Vors. der Landes- bzw. Bez.-PKK der SED Groß-Berlin; 1953 – 57 1. Sekr. der BL der SED Erfurt (Nachf. von  Erich Mückenberger); 1954 – 66 Mitgl. des ZK der SED; 1954 – 66 Abg. der Volkskammer (seit 1958 als Berliner Vertreter); 1958 – 66 Stadtverordn. von Berlin; 1957 – 59 1. Sekr. der SED-BL Berlin (Nachf. von  Alfred Neumann), Febr. 1959 – 63 2. Sekr. der SED-BL Berlin; 1963 – 66 Mitgl. des Magistrats von Groß-Berlin u. Stadtrat für Arb. u. staatl. Organe; 1955, 1959, 1965 VVO; gest. in Berlin.Am Vorabend des 50. Jahrestages der Gründung der Arbeiterjugendbew. Dtls. Erfurt 1954.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kieß, Kurt

* 28.5.1914 – ✝ 30.12.1970

Geb. in Griesbach (Erzgeb.); Vater Schlos- ser; Volksschule; 1928 – 31 Ausbildung zum Klempner; dann arbeitslos; 1928 KJVD, Vorstandsmitgl. in Lauter; 1932 – 36 Arbeit als Klempner, Fräser u. Stanzer; 1932 KPD; 1936 – 38 Wehrdienst; Arbeit als Stanzer; 1939 – 45 Wehrdienst, Ofw.; 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Lager Tula; Mitgl. im Antifaaktiv u. Propagandist. Juni 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; Arbeit als Klempner; ab 1949 Maschinenschlosser bei der Wismut in Oberschlema; 1951 Gebietsparteischule, dann 1951 Kaderfunktionär; 1951/52 2. Sekr. der SED-Ltg. des Wismut-Objekts 11; 1952/53 1. Sekr. der SED-KL Wismut-Breitenbach, danach bis 1957 der SED-KL Wismut-Oberschlema; 1957 Sekr. für Wirtschaft in der Gebietsltg. Wismut; 1957/58 PHS; 1958 2. Sekr. u. 1960 – 70 1. Sekr. der SED-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von  Rolf Weihs); ab 1963 Abg. der Volkskammer; 1967 Kand. des ZK der SED; 1964 VVO; 1966 Lenin-Orden; 1970 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland.Elke Reuter

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Kilger, Heinrich

* 8.3.1907 – ✝ 19.1.1970

Geb. in Heidelberg; Vater Bierbrauer; 1921 Lehre als Laborant in Heidelberg; 1924 Volontär als Lithograph u. Dekorationsmaler; 1928/29 Studium an der Städt. Kunstgewerbeschule München; 1929 Übersiedl. nach Berlin; Besuch von Abendkursen der Riemann-Schule, der Akad. für bildende Künste u. der VHS; Mitarb. der Malerhütte Berlin; 1933 Entlassung, arbeitslos, Stubenmaler; 1936 Bühnenmaler am Dt. Theater Berlin (DT); 1941 – 43 Kriegsdienst, nach einer Verwundung in der Wachmannschaft des Wehrmacht-Untersuchungsgefängnisses in Berlin-Tegel; antifa. Widerstandskampf; 1945 sowj. Gefangenschaft. Sept. 1945 Maler am DT; Zeichner für die Ztschr. »Ulenspiegel«; 1948 Ernennung zum Chefbühnenbildner des DT; Lehrtätigkeit an der HS für bildende u. angewandte Kunst in Berlin-Weißensee; 1961 DAK; 1966 – 70 Mitgl. des Präs. des Verb. der Theaterschaffenden der DDR; SED; 1953 u. 1966 NP (im Koll.). Ausstattung der Inszenierungen u. a. von: Boleslaw Barlog (1947 »Dr. med. Hiob Prätorius« am Schloßparktheater), Jürgen Fehling (1948 »Die Fliegen« am Hebbel-Theater),  Bertolt Brecht u.  Erich Engel (1949 »Mutter Courage u. ihre Kinder« am DT/Berliner Ensemble),  Ernst Legal (1950 »Euryanthe« an der Dt. Staatsoper Berlin),  Wolfgang Langhoff (1948 »Optimist. Tragödie«, 1949 u. 1954 »Faust I«, 1951 »Egmont«, 1957 »König Lear«, 1962 »Die Sorgen u. die Macht« von  Peter Hacks, 1963 »Iphigenie auf Tauris« am DT),  Wolfgang Heinz (1961 »Der Kirschgarten«, 1964 »Hamlet«),  Benno Besson (1962 »Der Frieden«),  Friedo Solter (1966 »Nathan der Weise«),  Joachim Herz (1961 »Krieg u. Frieden« an den Städt. Theatern Leipzig).Im Dienste des Gesamtkunstwerkes. In: Bildende Kunst (1969) 2. Kunst-HS: H. K. Berlin 1987.Aune Renk

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Kilimann, Klaus

* 11.10.1938

Geb. in Ortelsburg (Ostpr. / Szczytno, Polen); Vater Eisenbahner, Mutter Hausfrau; 1944 / 45 Grundschule in Ortelsburg, 1945 – 52 Neukloster (Krs. Wismar); 1952 – 56 EOS in Neukloster, Abitur; 1956 – 61 Studium der Physik an Univers. Rostock, Dipl.-Phys.; 1961 – 63 postgrad. Studium an der Lomonossow-Univ. Moskau; 1963 / 64 Ass. am Math. Inst. der Univ. Rostock, 1964 – 70 dort Ass. am Phys. Inst., März 1966 Prom. mit einer Arbeit über Eigenschaften zylindr. Plasmoide, 1970 – 79 Oberass., 1978 Prom. B (Habil.) über Zweiteilchen-Zustände in wechselwirkenden Culombsystemen; 1980 – Mai 1990 dort außerord. Doz.; Okt.-Dez. 1989 Neues Forum Rostock, Mitarb. im Gerechtigkeitsaussch. des Runden Tisches Rostock. Jan. 1990 Mitgl. der SDP / SPD; 31.5.1990 –3.12.1993 OB von Rostock (Nachf. von Christoph Kleemann), Rücktritt anläßl. fremdenfeindl. Unruhen in Rostock-Lichtenhagen; Jan.–Sept. 1994 arbeitslos; 1994 – 2001 in St. Petersburg; 2001 Mitarb. in Consultingprojekten der EU in Moskau u. in Kirgistan 2005 (Dt. Gesell. für Techn. Zusammenarb. – GTZ); 2005 Ruhestand; lebt in Rostock.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kipp, Siegfried

* 28.4.1939

Geb. in Ober-Hartmannsdorf; Vater Arbeiter; Grund- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Versicherungskaufm.; 1954 FDJ; 1957 – 59 Studium an der FS für Finanzwirtschaft, Finanzwirtschaftler; 1959 – 61 Sachbearbeiter; 1960 – 65 Studium an der MLU Halle-Wittenberg, Dipl.-Wirtschaftler; 1961 – 69 Finanzwirtschaftler u. Gruppenltr. im VEB Elektrochem. Kombinat Bitterfeld; 1964 SED; 1969 / 70 Stabsltr. u. stellv. Ökon. Dir. im VEB Chemiekombinat Bitterfeld; 1970 Ökon. Dir., 1971 – 81 Dir. für Ökonomie u. 1. Stellv. des GD des VEB Petrolchem. Kombinat Schwedt; 1973 / 74 Lehrgang an der SED-PHS; 1981 – 90 GD des VEB Reifenkombinat Fürstenwalde (Nachf. von Gerhard Wirtz).Andreas Herbst

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Kirchberg, Helmut

* 31.1.1906 – ✝ 23.5.1983

Geb. in Mainz; Vater Schulrektor; 1915 – 1924 Gymnasium Zum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, Abitur; 1924 – 29 Bergbaustudium an der Bergakad. Freiberg, der TH Aachen u. der TH Berlin, Dipl. als Berging.; 1929 – 38 Ass., Oberass. u. Obering. am Lehrstuhl für Bergbau, Aufbereitungs- u. Brikettierkunde der TH Berlin, dort 1937 Prom.; 1938 – 43 erster wiss. Ass. an der Erzabt. des Kaiser-Wilhelm-Inst. für Eisenforschung Düsseldorf; 1943 Habil. an der TH Aachen; 1943 – 45 Prof. u. Dir. des Inst. für Bergbaukunde u. Aufbereitung an der TH Breslau. 1945 Evakuierung des Inst. nach Freiberg; 1946 / 47 Oberreferent für Ausbildungsfragen bei der Dt. Zentralverw. für Brennstoffind. in der SBZ in Berlin; 1947 – 60 Prof. für Aufbereitung u. Bergbaukunde sowie Institutsdir. an der Bergakad. Freiberg, 1948 – 50 Dekan der Fak. für Bergbau u. Hüttenwesen, 1953 – 55 Rektor der Bergakad. Freiberg (Nachf. von  Friedrich Leutwein); 1954 – 1971 Gründungsdir. des Forschungsinst. für Aufbereitung in Freiberg; 1956 korr. u. 1957 ord. Mitgl. der DAW; 1959 VVO; 1969 Banner der Arbeit; gest. in Freiberg. Hauptarbeitsgebiete: Erzaufbereitung, Aufbereitungstechnol., Aufbereitungsanlagen; fast 100 Veröff.Aufbereitung bergbaulicher Rohstoffe. Jena 1953 (Lehrbuch). Rotter, D.: Ehrenkolloquium zum 70. Geburtstag von Prof. Dr.-Ing. habil. H. K. (Laudatio). In: Freiberger Forschungshefte (1977) A 571; Lauterbach, W.: H. K. In: Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins (2003) 92.Roland Volkmer

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Kirchner, Mark

* 4.4.1970

Geb. in Neuhaus am Rennweg; begann 1976 in Scheibe-Alsbach mit Wintersport, Fußball u. Leichtathletik; 1982 KJS, ASK Vorwärts Oberhof; 1986 zweifacher DDR-Jugendmstr.; Junioren-WM 1988 15 km u. Staffel, 1989 in der Mannschaft; 1989 Europacup-Sieger 10 km u. 20 km; 1990 Abitur. 1990 – 93 beim WSV Oberhof, ab 1993 beim WSV Scheibe-Alsbach (Trainer  Frank Ullrich); ab 1991 Bundeswehr, Oberhofer Sportkompanie (zuletzt Ofw.); 1992 Olympiasieger 10 km u. Staffel, Silber 20 km, 1994 Olympiasieger Staffel; acht WM-Titel: 1990 10 km u. Mannschaft, 1991 10 km, 20 km u. Staffel, 1993 10 km, 1994 Staffel, 1995 Staffel; 1998 EM Staffel; danach Wechsel zum Skilanglauf: 1999 3. Platz bei den Dt. Meisterschaften 30 km, 4. Platz bei der WM 4 x 10 km; 1999 Rücktritt; danach Co-Kommentator für die ARD u. Nachwuchstrainer im Dt. Skiverband; seit 2007 Assistenztrainer von Bundestrainer  Frank Ullrich; lebt in Scheibe-Alsbach.Volker Kluge

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Kiriasis, Sandra

* 4.1.1975

Geb. in Dresden; begann als Fünfjährige in Geising mit Skilanglauf; ab 1984 Rennrodlerin im TZ Dynamo Altenberg; 1985 KJS Altenberg, SG Dynamo Altenberg; 1991 zum BSC Winterberg; Sportfördergruppe der Bundeswehr Warendorf (Oberfeldwebel) u. Ausbildung zur Bürokauffrau; 1993: Junioren-WM Einzel (Bronze), Mannschaft (Gold); Dt. Mstr.: 1995 3. Pl., 1996 6. Pl.; 1997 Abschied vom Rennrodeln; drei Jahre Zivilangest. der Bundeswehr in Köln; Sommer 2000 Wechsel zum Bobsport (Trainer Bernhard Lehmann); zweimal Olymp. Spiele: 2002: mit Ulrike Holzer (Silber), 2006 mit Anja Schneiderheinze (Gold); WM 2005; zweimal WM-Zweite (2003/04), einmal WM-Sechste (2001); 2003 – 06 viermal Gesamt-Weltcup-Siegerin, 2001 u. 2002 Zweite im Gesamt-Weltcup; 2003 – 06 viermal Dt. Mstr.; lebt in Winterberg.Volker Kluge