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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Klein, Fritz

* 11.7.1924 – ✝ 26.5.2011

Geb. in Berlin; Vater Journalist; wuchs nach dem frühen Tod seiner Eltern in den 30er Jahren bei  Heinrich Deiters auf; 1942 Abitur; anschl. Uffz. in der Wehrmacht. 1945 KPD; 1945/46 tätig in der Dt. ZV für Volksbildung; 1946 – 52 Studium der Geschichte an der Univ. Berlin; 1947 Vors. der Kommission Studenten des KB; 1952 Prom. über die dt.-sowj. Beziehungen während der Weimarer Rep.; 1952 – 53 stellv. Abt.-Ltr. am Museum für Dt. Geschichte; 1953 – 56 Mitbegr. u. Red.-Sekr. der »Ztschr. für Geschichtswiss.« (ZfG), 1956/57 Chefred. der ZfG; 1957 Absetzung wegen des Vorwurfs »objektivist. u. revisionist. Tendenzen« in der Ztschr.; 1957 wiss. Mitarb. am Inst. für Geschichte der DAW, 1958 Ltr. der Arbeitsgr. »1. Weltkrieg«; 1968 Habil. an der KMU Leipzig mit einer Arbeit über den dt. Imp. u. die Entstehung des 1. Weltkriegs; 1970 Ernennung zum Prof.; 1973 – 86 Ltr. des Bereichs »Allg. Geschichte« am ZI für Geschichte der AdW; 1982 Mitgl. des Büros der Association Internat. d’Histoire Contemporaine de l’Europe; 1979 – 89 als IM »Wilhelm« vom MfS erf.; 1986 – 89 Ltr. des Bereichs Kap. Hauptländer am Inst. für Allg. Geschichte der AdW; 1989 em.; Mitgl. des Präsidialrats des KB, des Friedensrats der DDR u. des DDR-Komitees für wiss. Fragen der Sicherung des Friedens u. der Abrüstung; Ltg.-Mitgl. des Rats für Geschichtswiss.; Ltr. des Rats für Allg. Geschichte. 1990/91 Wahl zum Dir. des Inst. für Allg. Geschichte der AdW; 1991 Mitgl. der Struktur- u. Berufungskommission Geschichte der HU Berlin; 1992 vorz. ausgeschieden; 1999 Dr. h. c. der Univ. Lüneburg; gest. in Berlin. F. K.s wiss. Interesse galt v. a. der dt. Geschichte 1900 – 18 u. der Problematik von Krieg u. Frieden im 20. Jh.; seit 1990 Engagement im Umstrukturierungsprozeß der hist. Forschung u. Lehre sowie in der Debatte um die DDR-Geschichtswiss.Die diplomat. Beziehungen Dtl. zur Sowjetunion 1917 – 33. Berlin 1952; Dtl. von 1897/98 bis 1917. Berlin 1961; Dtl. im Ersten Weltkrieg. (Ltr.) 3. Bde. Berlin 1968/69; Drinnen und Draußen. Ein Historiker in der DDR. Erinnerungen. Frankfurt (Main) 2000; Vierzig Jahre Weltkriegsforschung. Springe 2000.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Klein, Helmut

* 2.3.1930 – ✝ 26.6.2004

Geb. in Berlin-Lichterfelde, Vater Arbeiter; Volks- u. Oberschule, 1945/46 Lehre als Rundfunkmechaniker; 1946/47 Vorstudienanstalt Berlin, Abitur, 1947 – 50 Studium der Mathematik, Physik u. Pädagogik an der HU Berlin; 1952 Prom. zum Dr. paed., 1959 Habil.; anschl. Assistent bzw. Oberassistent an der HU Berlin; zeitw. Lehrer; 1961 Prof. für Systemat. Pädagogik an der HU Berlin; ab 1963 Mitgl. des ZV u. 1972 – 77 Mitgl. des Präs. der Gewerkschaft Unterricht u. Erziehung; 1969 – 76 Dir. der Sektion Pädagogik der HU Berlin; 1969 SED; 1970 Mitgl. der APW; 1976 – 88 Rektor der HU Berlin (Nachf. von  Karl-Heinz Wirzberger); 1976 – 88 Mitgl. der SED-KL der HU Berlin; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1979 korr. Mitgl. der AdW; 1989/90 Präs. des Verbandes der Freidenker der DDR. 1992 Vorruhestand; gest. in Berlin. Arbeitsfelder: Didaktik, DDR-Bildungspol., Ende der 1980er Jahre auch Konflikt- u. Friedensforschung.Didakt. Prinzipien u. Regeln. Berlin 1959; Polytechn. Erziehung in der DDR. Reinbeck 1961; Intensives Lernen. Berlin 1968.Andreas Herbst / Dieter Hoffmann

Wer war wer in DDR

Klein, Thomas

* 14.4.1948

Geb. in Berlin; Vater Mitarb. im Kulturmin., Mutter Sachbearb.; 1966 Abitur; 1966 – 73 Mathematikstudium/Forschungsstudium an der HU Berlin; nach Rücknahme eines Einstellungsversprechens der Univ. wegen seiner »pol. negativen« Einflüsse auf die Studenten 1973 – 79 wiss. Assistent am ZI für Wirtschaftswiss. der AdW; 1975 Prom. auf dem Gebiet der Kybernetik; seit 1973 in versch. opp. Zirkeln; ab 1976 Initiativen gegen Berufsverbote in beiden dt. Staaten nach der Ausbürgerung  Wolf Biermanns; 1979 Initiator von Protestbriefen gegen den Ausschl. krit. Autoren aus dem SV (mit  Jutta Braband u. Stefan Fechner); Sept. 1979 – Dez. 1980 Haftstrafe in der zentralen U-Haftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen u. Bautzen II wegen »ungesetzl. Verbindungsaufn.« (§ 219 StGB); anschl. Berufsverbot in der Wiss. u. Zuweisung einer Stelle als Preisbearb. im Möbelkombinat Berlin; seit 1981 Mitarb. im Friedenskrs. der ESG, ab 1983 Friedrichsfelder Friedenskrs.; Veranstaltungen im kirchl. Raum u. a. zu Militärgeschichte der Warschauer Vertragsstaaten, amerik. Weltraumrüstung (SDI), Atomkraftwerken, Herrschaftstechn. im Realsoz., KPD-, DDR-Geschichte, osteurop. Wirtschaftsgeschichte; illeg. Fragebogenuntersuchung zum Charakter der Arbeit im Realsoz.; 1986 Mitinitiator des ersten Menschenrechtsseminars (Berlin-Friedrichsfelde); Mitarb. in der Gruppe »Gegenstimmen« u. an den Samizdat-Ztschr. »Umweltblätter«, »Friedrichsfelder Feuermelder«, »Kontext«; Sept. 1989 Mitautor des Gründungsaufrufs der Vereinigten Linken (VL) »Böhlener Plattform«; Dez. 1989 – März 1990 VL-Vertreter am Zentr. Runden Tisch; April – Okt. 1990 Volkskammerabg. der VL. Okt. – Dez. 1990 Abg. des Dt. Bundestags für die VL, Abgeordnetengr. PDS; danach arbeitslos; seit 1995 wiss. Mitarb. am Zentrum für Zeithist. Forschung Potsdam; zahlr. Zeitschriftenaufsätze insbes. zur Geschichte der DDR, zur Opp. im Staatssoz. sowie zur Situation der Linken nach der dt. Vereinigung; lebt in Berlin.Keine Opp. Nirgends? Berlin 1991; Visionen. Repression u. Opp. in der SED. Frankfurt (Oder) 1996 (Mithrsg.); »Für die Einheit u. Reinheit der Partei« – Die innerparteil. Kontrollorgane der SED in der Ära Ulbricht. Köln 2002; »Frieden u. Gerechtigkeit«. Köln, Weimar 2007; SEW – Die Westberliner Einheitssozialisten. Berlin 2009.Silvia Müller

Wer war wer in DDR

Kleine, Alfred

* 13.11.1930

Geb. in Leipzig; Vater Kraftfahrer; 1947 Mittlere Reife; 1947 – 50 Lehre u. Arbeit als Verw.-Angest.; 1950 SED; Wirtschaftsltr. des Krankenhauses Leipzig-Dösen; 1952 Verw.-Ltr. eines Betriebs; 1953 Einstellung beim MfS, HA III (Sicherung der Volkswirtschaft); 1955 stellv. Abt.-Ltr., dann Abt.-Ltr., 1956 stellv. Ltr. der HA III (ab 1964 HA XVIII); 1956 – 62 Fernstudium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1967/68 Freistell., Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche; 1974 Ltr. der HA XVIII; 1985 VVO; 1989 Gen.-Ltn.; Dez. 1989 von der Funktion entbunden u. 1990 entlassen. Seit 1992 Mitbetr. einer Dienstleistungsfirma.Grimmer, R. u. a. (Hrsg.): Die Sicherheit. Berlin 2002 (Mitautor).Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Kleinert, Kurt

* 1.6.1927 – ✝ 21.4.2016

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Schuhmacher, Mutter Schneiderin; Volks- u. Mittelschule; 1943 / 44 RAD; 1944 / 45 Wehrmacht; April 1945 – Mai 1946 amerikan. Kriegsgef. 1946 KPD, Mitbegr. der FDJ in Niedersachsen; 1947 Übersiedl. in die SBZ; SED; 1947 / 48 Autoschlosser bei IFA-Autoreparaturen Dresden; 1948 ABF Dresden, Abitur; 1949 – 53 Studium der Wirtschaftswiss. an der TH Dresden, Dipl.-Wirtschaftler; 1953 / 54 Ass. an der Fak. Ingenieurökon. der TH Dresden; 1954 / 55 Hauptreferent im Min. für Schwerind.; 1955 – 60 Oberass. bzw. Prorektor an der TH für Chemie Leuna-Merseburg; 1960 Prom. zum Dr. rer. oec.; 1960 – 63 Sekr. der Ständigen Kommission für ökon. u. wiss.-techn. Zusammenarbeit auf dem Gebiet der chem. Ind. des RGW; 1963 – 65 Gruppen- u. Sektorenltr. in der Hauptabt. Chemie im VWR; 1966 / 67 Stellv. des Ltrs. des Büros des Min.-Rats, 1967 – 72 Stellv. des Staatssekr. für Staats- u. Wirtschaftsführung im Min.-Rat; 1972 stellv. Staatssekr., 1974 – 89 Staatssekr. u. Ltr. des Sekr. des Min.-Rats. (Nachf. von  Rudolf Rost); 1969 VVO.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Kleinschmidt, Sebastian

* 16.5.1948

Geb. in Schwerin; Vater Domprediger  Karl K., Mutter Krankenschwester; 1966 Abitur; Facharb. als Elektrosignalschlosser; 1966 – 70 Wehrdienst bei der Marine, Obermaat; 1968 SED; 1970 – 72 Studium der Geschichte an der KMU Leipzig, 1972 – 74 Studium der Philos. an der HU Berlin, 1974 – 78 Forschungsstudium Ästhetik; 1974 – 77 Mitgl. eines konspirativen oppositionellen Zirkels (mit Klaus Wolfram,  Wolfgang Templin u. a.), Auflösung durch das MfS (OV »Kreis«); 1978 Dr. phil.; 1978 – 83 wiss. Mitarb. am ZI für Lit.-Geschichte der AdW; 1984 – 87 Mitarb. der AdK; Red. der Ztschr. »Sinn u. Form«, 1988 – 90 stellv. Chefred.; 1989 bis Okt. 1990 PDS. Nov. 1990 Chefred. von »Sinn u. Form«; 1993 Mitgl. des PEN-Zentrum.Walter Benjamin – Allegorien kultureller Erfahrung. Leipzig 1984 (Hrsg.); Georg Lukács – Über die Vernunft in der Kultur. Leipzig 1985 (Hrsg.); Denk ich an Dtl. Frankfurt (Main) 1993 (Hrsg. mit W. Balk); Kinder der Opp. Gütersloh 1993 (Koautor); Lit. in der Diktatur. Paderborn 1997 (Koautor); Stimme und Spiegel. Fünf Jahrzehnte »Sinn und Form«. Berlin 1998 (Hrsg.); Pathosallergie u. Ironiekonjunktur. Zürich 2001; Brecht u. Sport. Berlin 2005 (Mithrsg.); Gegenüberglück, Essays. Berlin 2008.Christoph Links

Wer war wer in DDR

Klemperer, Victor

* 9.10.1881 – ✝ 10.2.1960

Geb. in Landsberg / Warthe (Gorzów Wielkopolski, Polen); Vater Prediger der jüd. Reformgemeinde Berlin; Abitur; 1899 – 1904 Studium der germanist. u. romanist. Philol. an den Univ. Berlin, München, Genf, Paris u. Rom; 1903 ev. Taufe; 1904 – 12 freischaff. Schriftst. u. Publizist; 1912 Dr. phil. u. 1914 Habil. an der Univ. München; 1914/15 Lektor an der Univ. Neapel; 1915 – 19 Privatdoz.; Soldat im 1. Weltkrieg; 1919 a. o. Prof. der Univ. München; 1920 – 35 Prof. für romanist. Philol. u. Ordinarius der TH Dresden; 1935 Entlassung durch die Nazis, Publ.- u. Bibliotheksverbot; partieller Schutz vor weiterer Verfolgung durch die Ehe mit einer nichtjüd. Frau; Zwangsarbeit an versch. Hilfsarbeitsstellen; im Chaos der Luftangriffe vom 13./14. Febr. 1945 Flucht nach Bayern. 1945 Prof. für romanist. Philol. der TH Dresden; 1945/46 KPD/SED; Ltr. der VHS u. des Abendgymnasiums; Mitgl. des KB Sachsen; 1947 Prof. der Univ. Greifswald; 1947 – 60 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1948 Dir. des romanist. Seminars der Univ. Halle; 1950 Dr. paed. h. c. an der TH Dresden; 1950 – 58 Abg. der Volkskammer; 1951 – 53 Mitgl. des ZV der VVN; danach Mitgl. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1951 – 54 Prof. am Romanist. Inst. der HU Berlin; em.; 1952 NP; Mitgl. des Dt. PEN-Zentrums Ost u. West; 1954 Ord. Mitgl. der DAW; 1956 VVO; Mitgl. der DAK u. des Ehrenaussch. der Paul-Claudel-Ges. Köln; F.-C.-Weiskopf-Preis; 1995 Geschwister-Scholl-Preis (posthum für »Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933 – 45«. Berlin 1995, TV-Verfilm. 1999). Wichtige Forschungen zur Geschichte der frz. u. ital. Lit. u. zu deren Einflüssen auf die dt. Lit.; Verf. der ersten komplexen Kritik der »Sprache des Dritten Reiches«, von DDR-Lesern später vielfach auch auf die offiz. DDR-Sprache bezogen; die Tagebücher aus der DDR-Zeit sind einzigartiges Zeugnis eines Lebens zw. Anpassung u. Desillusionierung.Montesquieu. München 1915; LTI. Notizbuch eines Philologen. Halle 1947 (zahlr. Nachaufl.); Geschichte der frz. Lit. im 18. Jh. Berlin 1954 – 56 (Neubearb.); Geschichte der frz. Lit. im 19. u. 20. Jh. Berlin 1956 (Neubearb.); Curriculum vitae. Jugend um 1900. Autobiogr. Berlin 1989; So sitze ich denn zw. allen Stühlen. Tagebücher 1945 – 1959. Hrsg. von W. Nowojski. Berlin 1999. Im Dienste der Sprache. Fs., Bibl. Halle 1958; Walser, M.: Das Prinzip Genauigkeit: Laudatio auf V. K. Frankfurt (Main) 1996; Dirschauer, J.: Tagebuch gegen den Untergang: zur Faszination V. K.s. Gießen 1997; Borchert, C. u. a.: V. K. Ein Leben in Bildern. Berlin 1999; Aschheim, S. E.: »Genosse K.«. Kommunismus, Liberalismus u. Judesein in der DDR, 1945 – 1959. In: Zuckermann, M. (Hrsg.): Zwischen Politik u. Kultur. Göttingen 2002.Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Klett, Eveline

* 9.10.1949

Geb. in Vielau (Krs. Zwickau); OS; 1964 FDJ; 1966 – 68 Ausbildung als Dreherin; seit 1968 Dreherin bzw. Mstr. einer Jugendbrigade im VEB Zwickauer Maschinenfabrik; 1969 SED; 1971 Mitgl. der ZPL; seit 1976 Mitgl. der SED-KL Zwickau-Stadt; 1976 DFD; 1979/80 Besuch der BPS; 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer, Mitgl. des Jugendaussch.; 1986 – 89 Mitgl. des Staatsrats; lebt in Neuplanitz (b. Zwickau).Die Staatsrätin. In: Die Zeit, 19.6. 1992.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Klinger, Leo

* 19.2.1890

Geboren am 19. Februar 1890 in Danzig; Tischler. Im Weltkrieg war er Verbindungsmann der Spartakusgruppe in Danzig. Klinger war Delegierter des Gründungsparteitages der KPD Ende 1918 sowie auf dem III. und V. Parteitag der KPD 1920. Der Vereinigungsparteitag mit der USPD und der VII. Parteitag 1921 wählten ihn für Danzig in den Zentralausschuß. Klinger war von 1920 bis 1922 hauptamtlicher Parteisekretär in Danzig, 1922 lehnte er die Parteilinie ab und wurde als Oppositioneller aus der KPD ausgeschlossen. Weitere Daten seines Lebenslaufs ließen sich nicht ermitteln.

Wer war wer in DDR

Klix, Friedhart

* 13.10.1927 – ✝ 22.9.2004

Geb. in Oberfriedersdorf (b. Löbau); Vater Landwirt; 1946 Abitur; kurzz. Hilfslehrer; 1948 – 53 Psychologiestudium an der HU Berlin; Prom. über Probleme der Wahrnehmungskonstanz; 1960 Habil. zur Psychophysik der Raumwahrnehmung; 1960 Prof. für Psychol. der FSU Jena u. kommissar. Dir. des Psycholog. Inst.; 1965 Ord. Mitgl. der DAW; ab 1966 Prof. für Psychol. an der HU Berlin; 1968 – 75 Vors. der Ges. für Psychol.; 1969 NP; 1970 Vors. des Wiss. Rats für Psychol.; 1970 Mitgl. der Leopoldina u. der APW; 1980 – 84 Präs. der Internat. Union für psycholog. Wiss.; 1984 KMO; 1983 Mitgl. der Finnischen AdW, 1987 der Schwedischen AdW, 1989 Mitgl. der Akad. Europa (London); Dr. h. c. Univ. Salzburg (1987), TU Dresden (1989); 1988/89 Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin (West). 1992 Mitgl. des Wissenschaftsrats; 1992 em.; gest. in Berlin. Arbeitsgebiete: Psychophysik der Raumwahrnehmung, Analysen kognitiver Prozesse, Arbeits- u. Ingenieurpsychol., menschl. u. künstl. Intelligenz; Hrsg. der »Ztschr. für Psychol.« (Berlin), Mithrsg. von »Psycholog. Forschung« (Göttingen), »Psychologia« (Japan) u. a.Information u. Verhalten. Berlin 1971; Human and Artificial Intelligence. Berlin 1978, Amsterdam 1979; Erwachendes Denken. Berlin 1980; Cognition and Memory. Amsterdam, Berlin 1980 (mit J. Hoffmann); Die Natur des Verstandes. Göttingen 1992; Wissen (Enzyklopädie der Psychol., Reihe C, Bd II/6). Göttingen u. a. 1997.Jochen Richter

Wer war wer in DDR

Klötzler, Rolf

* 11.1.1931

Geb. in Chemnitz; Vater Posthelfer, 1937 – 45 Grundschule u. 1945 – 49 Oberschule in Chemnitz, 1949 Abitur; anschl. Studium der Mathematik, Physik u. Astronomie an der Univ. Leipzig, Schüler von Ernst Hölder; 1953 Dipl.; 1953 – 56 Aspirantur, 1956 Prom. mit der Arbeit »Beiträge zur Theorie mehrdimensionaler Variationsprobleme mit geknickten Extremalen«; 1956 – 59 Assistent, ab 1958 Oberassistent am Inst. für reine Mathematik der DAW in Berlin; 1959 – 62 Doz. für Mathematik an der HS für Bauwesen (HfB) in Leipzig; 1960 Habil. an der KMU Leipzig; 1963 – 65 Prof. mit Lehrauftrag an der HfB; 1965 – 71 ord. Prof. an der MLU Halle; 1971 – 96 ord. Prof. für Math. Optimierung an der KMU/ Univ. Leipzig; 1981 – 90 Vors. der Math. Ges. der DDR (Nachf. von  Wolfgang Engel); 1988 Mitgl. der Dt. Akad. der Naturforscher Leopoldina. 1996 em.; 2001 Medaille für Freundschaft der Republik Vietnam für hervorragende Beiträge bei der Ausbildung vietnames. Wissenschaftler u. bei der wiss. Kooperation mit Vietnam. Forschungsgebiete: Analysis, Variationsrechnung, Operationsforschung, Steuerung optimaler Prozesse; Mithrsg. u. a. der Ztschr. »Beiträge zur Analysis«, »Optimization«, »Ztschr. für Operations Research«.Mehrdimensionale Variationsrechnung. Berlin 1969. S. Pickenhain. In celebration of Prof. Dr. R. K.’s 65th birthday. In: Optimization (1996) 38.Annette Vogt

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knab, Peter Alois

* 23.12.1895 – ✝ 22.7.1963

Geboren am 23. Dezember 1895 in Köln, Sohn eines Schreiners. Besuch des Lehrerseminars, während des Krieges Soldat, dabei schwer verwundet. 1918 Mitglied der USPD, Schriftführer der Kölner Ortsgruppe, 1920 mit der linken USPD Übertritt zur KPD und stellvertretender Vorsitzender der Kölner Ortsgruppe. Knab war Lehrer an einer weltlichen Schule in Köln. Nach dem Ausschluß Paul Levis aus der KPD Mitglied der KAG, einer der Initiatoren des »Putsches« gegen die KPD-Zeitung »Sozialistische Republik«. Mit der KAG zunächst Mitglied der USPD, kehrte aber 1922 in die KPD zurück. Von 1924 an Mitglied der BL Mittelrhein und Abgeordneter des Provinziallandtages der Rheinprovinz sowie bis 1927 Kölner Stadtverordneter. Bei der Wahl im Mai 1924 kandidierte Knab auf der Reichsliste der KPD, wurde zunächst nicht gewählt, rückte nach dem Ausscheiden Friedrich Jendroschs im September 1924 in den Reichstag nach, dem er bis zur Auflösung im Oktober 1924 angehörte. Im Dezember 1924 nicht wiedergewählt. Nach dem »Offenen Brief« 1925 schloß sich Knab der linken Opposition an und mußte im Juli 1926 alle Ämter in der Partei niederlegen. Er trat im Dezember 1927 aus der Partei aus, angeblich nicht nur aus politischen Gründen (im November 1927 wurden ihm finanzielle Verfehlungen vorgeworfen). Dann war Knab nicht mehr politisch aktiv, hielt aber Verbindung zu linken Kreisen. Nach 1933 einige Zeit inhaftiert, wurde er Ende der dreißiger Jahre Mitglied der NSDAP, um seinen Lehrerberuf weiter ausüben zu können. Gleichzeitig soll er sich aber in einer Widerstandsgruppe betätigt haben. Nach 1945 war Knab in keiner Partei mehr organisiert, bekam erst nach langen juristischen Kämpfen eine Wiedergutmachung. Er war Vorsitzender des Bürgervereins in Köln-Höhenhaus und wohnte seit seiner Pensionierung Ende 1953 in Enkirch/Mosel, wo Peter Alois Knab am 22.Juli 1963 starb.

Wer war wer in DDR

Klein, Gerhard

* 1.5.1920 – ✝ 21.5.1970

Geb. in Berlin; Vater Dreher; im Jugendalter wegen Beteiligung an illeg. Tätigkeit für die KPD-Org. zweimal verhaftet; Trickfilm u. Werbezeichner der Tolirag; Wehrmacht; Hrsg. einer illeg. Soldatenztg.; engl. Kriegsgefangenschaft. 1945 Tätigkeit im Hauptjugendaussch. der KPD u. beim Jugendamt des Berliner Magistrats; 1946 KPD/SED; ab 1946 Mitab. der DEFA; Drehbuchautor u. Regieassistent; Regiedebüt 1950 mit dem Propagandafilm »Für ein einiges, glückl. Vaterland«; 1952 Wechsel zum Spielfilm; 1954 Jugendkrimi »Alarm im Zirkus«; 1954 NP; weitere gem. Berlin-Filme mit  Wolfgang Kohlhaase: 1956 »Eine Berliner Romanze«, 1957 »Berlin – Ecke Schönhauser«, 1966 »Berlin um die Ecke« (Verbot infolge der Beschlüsse des 11. Plenums des ZK der SED vom Nov. 1965, Erstaufführung 1987); 1963 – 70 Abg. der Volkskammer, KB-Fraktion; 1970 »Leichensache Zernik« (abgebrochen wegen Krankheit u. Tod). Weitere Filme: 1961 »Der Fall Gleiwitz« über den Beginn des 2. Weltkriegs, 1963 »Sonntagsfahrer«; gest. in Berlin.Ralf Schenk / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Klein, Klaus-Wolfgang

* 23.11.1933 – ✝ 12.6.1993

Geb. in Königsberg (Ostpr./Kaliningrad, Rußland); Vater Buchhändler; Abitur; 1952 – 57 Med.-Studium an den Univ. in Leipzig u. Greifswald (Militärmed. Sekt.); 1957 Pflichtassistent im Armeelazarett Bad Saarow; 1958 Truppenarzt; 1960 Facharztausbildung; dann Oberarzt u. Lehrstuhlltr. in der Univ.-Klinik Greifswald; 1962 SED; 1967 Einstellung beim Med. Dienst des MfS als Facharzt für innere Med.; 1970 – 73 2. Stellv. des Ltr. des Zentr. Med. Dienstes (ZMD); 1974 stellv. Ltr., 1986 Ltr. des ZMD; 1987 Gen.-Major; 1990 Entlassung; gest. in Bad Pyrmont.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Klein-Reckard, Walter

* 28.3.1890 – ✝ 10.11.1984

Geb. in Oberstein an der Nahe; Vater Kaufmann; seit 1902 in Berlin; Gymnasium, 1910 Abitur; 1910 – 14 Studium der Geschichte, Philologie und Philosophie an der Univ. Berlin; 1913 Prom. zum Dr. phil.; ab 1914 Volontär, später Redakteur bei der Ztg. »Die Post« sowie Berliner Korrespondent der »Rheinisch-Westfälischen Zeitung«, der »Norddeutschen Allgemeinen Zeitung« bzw. der »Deutschen Allgemeinen Zeitung«; 1924 – 34 Berliner Redakteur der »Köllnischen Zeitung«; ab 1934 Berliner Korrespondent der »Leipziger Neuesten Nachrichten«. 1945 CDU; Ltr. der außenpolitischen Redaktion des Zentralorgans der CDU »Neue Zeit«, 20.12.1947 – Febr. 1950 Chefred. (Nachf. von  Wilhelm Gries), Febr. 1950 Absetzung; anschl. Redakteur bzw. Ltr. des Archivs der Ztg. »Der Tag« in West-Berlin bzw. Mitarb. im Bundeshaus in West-Berlin; gest. in Wesel.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Kleineidam, Erich

* 3.1.1905 – ✝ 21.4.2005

Geb. in Bielschowitz (Krs. Hindenburg, Oberschles./Bielszowice, Polen); 1915 – 24 humanist. Gymnasium in Brieg (Schles.), 1924 Abitur; Studium der Philos. u. Theol. an den Univ. Breslau, Freiburg i. Br. u. Innsbruck; 1929 Priesterweihe in Breslau; Alumnatssenior in Breslau; 1930 Dr. phil. an der Philosoph. Fak. der Univ. Breslau; 1930 Ltr. des Schülerkonvikts der staatl. Aufbauschule in Liebenthal; 1934 Repetitor u. 1935 stellv. Dir. des Erzbischöfl. Theologenkonvikts Breslau; 1939 Prof. für Philos. am Erzbischöfl. Priesterseminar Weidenau (Schles.); zugl. Vizerektor. 1946 Vertreibung; 1946 Administrator der Pfarrei Oberhausen (Krs. Neuburg/Donau) in der Diözese Augsburg; 1947 Prof. für Philos. am neugegr. Priesterseminar für Flüchtlingstheologen in Königstein (Taunus); 1948 zusätzl. Regens; später zugl. erster Rektor der neugegr. Philosoph.-Theolog. HS Königstein (Taunus); 1952 Berufung durch die Berliner Ordinarienkonferenz als Rektor, Regens u. ord. Prof. für Philos. an das neu zu errichtende Regionalpriesterseminar in Berlin-Biesdorf bzw. Erfurt, dort bis 1954 Rektor, bis 1959 Regens; 1954 Päpstl. Hausprälat; 1970 em. als Prof.; 1978 Apostol. Protonotar; Dr. h. c. der Univ. Münster u. München; zahlr. Aufsätze zu philosoph. u. hist. Themen; bis 1972 Mithrsg. der »Erfurter Theolog. Studien«, bis 1973 der »Erfurter Theolog. Schriften«. 1992 Bundesverdienstkreuz; gest. in Erfurt.Die Kirche u. die Welt. Salzburg, Leipzig 1938; Wissen, Wissenschaft, Theol. bei Bernhard von Clairvaux. Leipzig 1955; Die Kath. Theolog. Fak. der Univ. Breslau 1811 – 1945. Köln 1961; Universitas Studii Erfordensis. Geschichte der Univ. Erfurt im Mittelalter I – IV. Leipzig 1964 – 1981.Clemens Brodkorb

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Kleinert, Wolfgang

* 15.1.1919 – ✝ 25.4.2003

Geb. in Dresden; Vater Angestellter; Volksschule u. Techn. Lehranstalt Dresden, Lehre u. Arbeit als Feinmechanikergehilfe; Mitgl. der ev. Jungschar; 1933 / 34 NSDAP, 1934 Ausschluß aus der HJ; 1937 – 45 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgef., Besuch der Antifa-Zentralschule 9999, anschl. dort Ass. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1950 / 51 Mitarb. im Amt für Information, Rundfunkjournalist; 1950 SED; 1951 / 52 Abt.-Ltr. in der Generalintendanz des Rundfunks der DDR; 1952 stellv. Bereichsltr. im Fernsehzentrum Berlin-Adlershof; 1952 – 68 Stellv. des Vors. des Staatl. Rundfunkkomitees; 1956 – 66 Intendant von Radio DDR; 1960 / 61 Studium an der SED-PHS; 1966 – 69 1. Stellv. des Intendanten des DFF; 1969 – 74 1. Stellv. des Vors. des Staatl. Komitees für Fernsehen; 1974 – 83 Dir. des DEFA-Studios für Dokumentarfilme; danach Rentner.Andreas Herbst

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Kleinschmidt, Waldemar

* 25.7.1941

Geb. in Karolew (b. Łódź) (Polen); Grundschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser; 1962 – 65 Studium an der TH Dresden, Maschinenbau-Ing.; 1965 Techn. Ltr. im VEB Maschinen- u. Transportanlagenbau Falkenberg / Elster; 1967 CDU; 1977 – 79 Stud. an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; 1979 / 80 Mitarb. der Abt. Finanzen des Rats der Stadt Cottbus, 1980 – 89 Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Cottbus für Finanzen u. Preise; ab 13.12.1989 amt. OB von Cottbus (Nachf. von  Erhard Müller), Mai 1990 – 2002 OB von Cottbus; zeitw. Präs. des Brandenburg. Städte- u. Gemeindebundes, Mitgl. des Präs. des Dt. Städtetages u. des Hauptaussch. des Dt. Städte- u. Gemeindebundes; Vors. der Regionalen Planungsgemeinschaft »Lausitz-Spreewald«.Andreas Herbst

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Klenner, Hermann

* 5.1.1926

Geb. in Erbach (Odenwald) in einer An- gest.-Familie; Realgymnasium, 1944 Abitur; NSDAP; 1944/45 Kriegsdienst, verwundet. 1945/46 Bauarb.; SPD/SED; 1946 – 49 Studium der Jurisprudenz an der Univ. Halle; anschl. Aspirant an der Univ. Leipzig u. Lehrtätigkeit an der DVA; 1951 Wahrnehmungsdoz. für Staats- u. Rechtstheorie an der Jurist. Fak. der HU Berlin; 1952 dort Prom. zum Dr. jur. mit der Arbeit »Formen u. Bedeutung der Gesetzlichkeit als einer Methode in der Führung des Klassenkampfes« (veröff. Berlin 1953); 1953/54 Doz. u. stellv. Dir. des Inst. für Theorie des Staates u. des Rechts; 1956 Prof. mit Lehrauftrag u. Prodekan der Jurist. Fak. der HU; 1958 im Kontext der sog. Babelsberger Konferenz zur Rechtspol. der SED Revisionismus-Vorwürfe, Parteiverfahren (strenge Rüge), Entlassung aus allen Funktionen an der Univ. u. Einsatz zur »Bewährung in der Praxis« als Bürgermstr. der Gemeinde Letschin (Krs. Seelow); ab 1960 Mitarb. der HfÖ Berlin; 1964 dort Habil. mit »Studien über die Grundrechte« (veröff. Berlin 1965); 1965 Dir. des Inst. für Wirtschaftsrecht der HfÖ Berlin; 1967 Gründer u. Ltr. der Arbeitsstelle für Staats- u. Rechtstheorie an der DAW; Auflösung der Einrichtung nach erneuten Revisionismus-Vorwürfen wegen K.s Betonung der Bedeutung formellen Rechts im Kontext der damaligen Diskussion um Wirtschaftsreformen; 1969 bis zur Abwicklung im Dez. 1991 Mitarb. am ZI für Philos. (ZIPhil) der DAW/ AdW; 1968 – 87 Mitgl. des Präs. der Internat. Vereinigung für Rechts- u. Sozialphilos.; Gastprof. in den USA (1975), Japan (1979), Australien (1987); 1970 – 89 als IMS/IMB »Klee« des MfS erf.; 1976 Mitgl. des Präs. des DDR-Komitees für Menschenrechte; 1984 – 86 Ltr. der DDR-Delegation bei der UNO-Menschenrechtskonferenz in Genf, seine Wahl zum Vors. der Kommission scheiterte 1986 mit Hinweis auf seine einstige NSDAP-Mitgliedschaft; 1978 Korr., 1987 Ord. Mitgl. der AdW; 1988 NP; Herbst 1989 – 91 Vors. des Wiss. Rats des ZIPhil; Febr. – Juli 1990 Vors. des Runden Tisches an der AdW; Sept. 1990 Honorarprof. an der HU Berlin. 1992 em.; Mitgl. der Leibniz-Sozietät; Mitgl. des Kuratoriums der Rosa-Luxemburg-Stiftung; 2005 Menschenrechtspreis der Ges. für Bürgerrechte u. Menschenwürde e. V.; Mitgl. im Ältestenrat der Linkspartei; lebt in Berlin. Zahlr. rechtstheoret. u. rechtsphilosoph. Arbeiten sowie Editionen, u. a. von Thomas Hobbes, John Milton (1978), John Locke (1980), Georg W. F. Hegel (1981), Immanuel Kant, Baruch Spinoza (1988).Der Marx.-Lenin. Über das Wesen des Rechts. Berlin 1954; Rechtslehre. Berlin 1972; Marx. und Menschenrechte. Berlin 1982; Vom Recht der Natur zur Natur des Rechts. Berlin 1984; Dt. Rechtsphilos. im 19. Jh. Berlin 1991; Recht u. Unrecht. Bielefeld 2004. Schöneburg, V. (Hrsg.): Philos. des Rechts u. das Recht der Philos. Fs. für H. K. Frankfurt (Main) 1992 (mit Bibl.); Haney, G. (Hrsg.): Fs. für H. K. Bd. 1+2. Freiburg, Berlin 1996/98 (mit Bibl.); Adomeit, K.: Rechtsphilos., Marxismus u. Menschrechte. Ztschr. des Forschungsverbundes SED-Staat (1998) 5; Leide, H.: NS-Verbrecher u. Staatssicherheit. Göttingen 2005; Herzberg, G.: Anpassung u. Aufbegehren. Berlin 2006.Hans-Christoph Rauh

Wer war wer in DDR

Kley, Gerry

* 10.5.1960

Geb. in Eisenach; 1966 – 74 POS; 1974 – 78 EOS »Ernst Abbe« in Eisenach, 1978 Abitur; 1981 – 86 Studium der Biol. an der MLU Halle, Dipl.-Biol.; 1986 – 90 Ass. am Wiss.-Bereich Genetik der MLU Halle; 1989 LDPD, 1990 Vors. des FDP-Kreisvorst. Halle u. Vors. der Jungen Liberalen Sachsen-Anh.; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer. Okt. – Dez. 1990 MdB; 1990 – 94 u. seit 2002 MdL Sachsen-Anh., Vors. des Aussch. für Bundes- u. Europaangelegenh.; seit 1994 Stadtrat in Halle, dort 1999 – 2002 Vors. der FDP-Frakt.; 1994 – 2002 Geschäftsf. der Fa. Umwelt-Consult in Halle; Mai 2002 – 06 Minister für Gesundheit u. Soziales von Sachsen-Anh. (Nachf. von  Gerlinde Kuppe); Mitgl. des FDP-Bundesvorst.; Landesvors. der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker; seit 2006 Präs. des Leichtathletikverbands von Sachsen-Anh.Helmut Müller-Enbergs

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Klinkmann, Horst

* 7.5.1935

Geb. in Teterow (Mecklenb.), als Waise in einem Kinderheim aufgew.; 1954 bis 1959 Med.-Studium in Rostock; 1960 – 66 Facharztausbildung an den Physiolog. Inst. der Univ. Rostock u. Budapest, der Univ.-Poliklinik Rostock u. der Nierenklinik in Lund (Schweden); 1969 Habil.; 1969 – 71 Research Prof. of Medicine and Surgery u. Dir. des Center for Artificial Kidney der Univ. Utah (USA); 1971 Prof. für Innere Med.; 1974 SED; ab 1974 Dir. der Klinik für Innere Med. der WPU Rostock; 1980 Präs. des Rats für Med. Wiss.; 1981 Mitgl. des Forschungsrats; 1984 – 89 Mitgl. der SED-BL Rostock; 1982 Korr., 1986 Ord. Mitgl. der AdW; 1986 Mitgl. der Leopoldina, der New York Academy of Science u. der Königl. Belg. Akad. der Med. Wiss.; 1988 Fellow des Royal College of Physicians (Großbritannien); 1979 – 84 Präs., dann Ehrenpräs. der Internat. Ges. für Künstl. Organe; ab 1987 Präs. der Europ. Dialyse- u. Transplantationsges.; Ehrenmitgl. zahlr. med. Ges., Ehrenprom. in Marseille, Debrecen, Glasgow, Brno; NP 1977 u. 1985 (im Koll.); 1987 VVO (im Koll.). 1990 – 92 Präs. der AdW (Nachf. von  Werner Scheler); 1992 im Ergebnis der Untersuchung einer Ehrenkommission »wegen mangelnder persönl. Eignung« als Prof. der Univ. Rostock entlassen; 1992 Rektor der Europ. Univ. Bologna (Italien); Ehrendoktor der Univ. Nanking; seit 1995 wiss. Ltr. einer Produktionsstätte von Dialyseeinrichtungen in Saigon (Vietnam); Vorstandsvors. von BioCon Valley e. V. u. Aufsichtsratsvors. der BioCon Valley GmbH in Teterow; Prof. für Bioengeneering an der Strathelyde Univ. in Glasgow; 2004 von der Bundesreg. als Reg.-Berater in den Gesprächskrs. Ost berufen; Vors. des Kuratoriums für Gesundheitswirtsch. Mecklenb.-Vorpomm.; Gründungsmitgl. u. bis 2009 Aufsichtsratsvors. des FC Hansa Rostock, dann Ehrenvors.; Mitgl. der Leibniz-Sozietät; lebt in Rostock. Arbeitsgebiete: Nephrologie u. künstl. Organersatz; Untersuchungen zu chron. Niereninsuffizienz u. Dialyse; Beiträge zur Methodik der Membran-Plasma-Separation; 500 wiss. Arbeiten, Buchkapitel u. Bücher.Soziale Rev. u. med. Fortschritt. Berlin 1984 (Hrsg.); Detoxikationsverfahren des Blutes in Forschung u. Praxis. Berlin 1986; Therapie der chron. Niereninsuffizienz im Wandel der Zeiten. Berlin 1986.Jochen Richter

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Klopfer, Heinz

* 15.11.1919

Geb. in Werdau (Sachsen); Vater Schlosser, Mutter Spinnerin; 1925 – 34 Volks- u. Oberrealschule; Kameradschaftsführer der HJ; DAF; 1934 – 37 Ausbildung zum Industriekfm. in Werdau; 1937 – 39 HJ; 1937 – 39 kfm. Angest. im Fahrzeugwerk Schumann in Werdau; 1939/40 RAD; 1940 – 45 Wehrmacht, Artillerie, Oberwachtmstr.; 1945 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft in Ishewsk, Hlinka u. Glasow. Aug. 1947 Rückkehr nach Dtl.; 1947/48 Neulehrer in Werdau; 1948 SED; 1948/49 Einkaufsltr., 1949 – 53 kfm. Ltr. beim VEB Lowa Waggonbau in Werdau u. Görlitz; Okt. – Dez. 1951 KPS in Oybin; 1952/53 Mitgl. der SED-KL Görlitz; 1952 – 57 Fernstudium an der KMU Leipzig, Dipl.-Ökon.; 1953/54 HA-Ltr. Materialwirtschaft im Min. für Transportmittel u. Maschinenbau; 1954 – 58 kfm. Dir. beim VEB Mähdrescherwerk in Weimar; 1958/59 Mitarb., 1960/61 Ltr., 1962/63 Planungsltr., 1963 – 66 GD der VVB Ausrüstungen für die Schwerindustrie u. Getriebebau Magdeburg u. Leipzig; 1964 – 66 Mitgl. des Senats der TH Magdeburg u. der SED-BL Magdeburg; 1966 – 69 stellv. Vors. der SPK für Jahresplanung (Nachf. von  Karl Grünheid); 1969 – 90 Staatssekr. der SPK; 1974 – 90 Mitgl. des Min.-Rats der DDR; 1976 – 89 Kand. des ZK der SED; 1975 VVO; 1989 KMO.Die Kooperationsabt. Berlin 1960; Bananen für Erich Honecker. Die Geheimprotokolle der staatl. Plankommission der DDR. Hamburg 1990 (Hrsg.).Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kluge, Heinz

* 3.8.1924

Geb. in Linderode (Krs. Sorau, Schles. / Lipinki, Polen); Vater Heizer u. Maschinist; Volks- u. kaufm. Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Industriekaufm.; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 brit. Kriegsgef. 1946 / 47 Bauarb. bzw. Montagehelfer in Forst; 1947 / 48 Kursant am Päd. Inst. Cottbus; 1947 SED; 1948 – 51 Lehrer bzw. Dir. an Grundschulen in Forst; 1952 Referent für Lehrerbildung beim Rat des Krs. Cottbus; 1952 – 55 Referent für Lehrerbildung, Schulinspektor u. Ltr. der Abt. Volksbildung beim Rat des Bez. Cottbus; Juni – Aug. 1955 Kursant an der KVP-Offiziersschule Erfurt, 1955 – 58 Polit.-Stellv. u. Parteisekr. bei der Bereitschaftspolizei Potsdam, zuletzt Oberltn.; 1958 Ass. bzw. Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Spremberg; 1958 – 74 OB von Cottbus (Nachf. von  Herbert Bomski); Fernstud. an der DASR Potsdam, 1958 Dipl.-Jurist; 1974 Lehrer am Inst. für Lehrerbildung Cottbus; 1977 – 89 Dir. der Med. FS Cottbus; danach Rentner.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knapp, Wilhelm

* 6.1.1898 – ✝ 4.4.1984

Geboren am 6. Januar 1898 in Bremen, Sohn einer Arbeiterfamilie; kaufmännische Lehre. Von 1916 bis 1918 Soldat im Weltkrieg. 1919 Mitglied der KPD, von 1921 bis 1923 Angestellter des Versorgungsamtes in Oldenburg. Ab 1923 hauptamtlich im Apparat der KPD, war Knapp 1923/24 Orgleiter der BL Nordwest und gehörte während der Aufstandsvorbereitung im Herbst 1923 dem sogenannten Direktorium in Bremen an. Dann führend im Verlagswesen der KPD tätig, 1924 Leiter des Verlages »Thüringisches Volksblatt« in Gotha, ab 1926 der »Südwestdeutschen Arbeiter-Zeitung« in Frankfurt/M. und von 1929 bis 1932 der »Süddeutschen Arbeiterzeitung« in Stuttgart. 1932 vom ZK nach Wien entsandt, wo er bis 1934 den Verlag der »Roten Fahne« für die KPÖ leitete. Im Auftrag des ZK auch »Reichskurier« und 1934/35 Verlagsleiter der »Arbeiterzeitung« in Saarbrükken. 1935 in Berlin verhaftet und 1936 zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau und Brandenburg verbüßte. 1945 zunächst Personaldirektor der BVG in Groß-Berlin, ab 1948 Hauptdirektor der Ostberliner Verkehrsbetriebe, anschließend im Außenhandel der DDR tätig. 1961 wurde er nach Rom entsandt und leitete dort bis 1964 die DDR-Handelsvertretung in Italien. Er erhielt 1983 den Karl-Marx-Orden. Wilhelm Knapp starb am 4.April 1984.

Wer war wer in DDR

Klein, Günter

* 12.1.1922 – ✝ 23.8.1982

Geb. in Breckerfeld (Westfalen); Vater Graveurmeister; Volksschule u. Gymnasium, 1940 Abitur; 1940 Wehrmacht; 1941 – 45 sowj. Kriegsgef., Kursant u. Lehrer an der Antifa-Schule; 1944 / 45 Frontbevollmächtigter des NKFD. Mai 1945 – Febr. 1946 Lehrer an der Antifa-Schule der SMAD in Rüdersdorf; 1945 / 46 KPD / SED; Febr. 1946 – Jan. 1949 Korresp. des SNB; 1947 / 48 1. Vors. der SED-Betriebsgr. beim SNB; 1949 Mitgl. des Red.-Koll. u. stellv. Chefred. der »Berliner Zeitung«; Okt. 1949 – Jan. 1953 Chefred. der DEFA-Wochenschau »Der Augenzeuge«; Jan. 1953 – 60 Dir. des DEFA-Studios für Wochenschau u. Dokumentarfilme; 1951 – 54 Fernstudium an der SED-PHS; 1960 beauftragt mit der Vorbereitung des Aufbaus eines II. Programms des DFF, 1960 – 69 stellv. Intendant des DFF; Ltr. des Operativstabs II. Fernsehprogramm; 1969 – 74 Stellv. des Min. für Kultur (verantw. für Filmwesen) u. Ltr. der HV Film im MfK (Nachf. von  Siegfried Wagner); ab 1974 stellv. Dir. u. Ltr. des Bereichs Informationslit. bei der Auslandspresseagentur »Panorama DDR«.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Klein, Manfred

* 20.7.1935 – ✝ 15.1.1981

Geb. in Berlin; Vater Angest.; wg. Aktivität in der Kath. Jugend 1942 für kurze Zeit von der Gestapo verhaftet; August 1943 Wehrmacht, 1944 bei Sewastopol schwer verletzt, ca. ein Jahr lang in versch. Lazaretten; gleichzeitig Germanistikstudium an der Univ. Breslau; Apr. 1945 sowj. Kriegsgef. Aug. 1945 Besuch der Antifa-Schule des NKFD in Rüdersdorf (b. Berlin); ab Sept. 1945 auf Anregung von Bischof  Konrad Graf von Preysing Vertreter der kath. Jugend im zentralen Jugendaussch. der SBZ, Dezernent für Kulturarb. im Zentraljugendaussch.; Nov. 1945 CDU u. Vors. der Jungen Union Berlin-Prenzlauer Berg; Febr. 1946 Redner der Jugend auf der ersten zentralen KPD-Kulturtagung, sprach sich für freiwilligen Religionsunterricht aus u. würdigte den Widerstand von Katholiken u. Protestanten gegen das NS-System; 1946 Stud. an der HU Berlin; Gründungsmitgl. der FDJ, Mitgl. u. bis 8.10.1946 Sekr. des ersten FDJ-Zentralrats; zus. mit  Georg Wrazidlo Aufbau der CDU-Hochschulgr. an der HU Berlin; Mitgl. des Studentenrats u. dessen Pressereferent; 1946 Gründung einer kath. Presseagentur; nach wiederholter Kritik am monopolist. Machtanspruch der Kommunisten am 13.3.1947 von der sowj. Besatzungsmacht zus. mit G. Wrazidlo u. a. wg. »Spionage« verhaftet; U-Haft im GPU-Keller Berlin-Prenzlauer Berg so- wie in Potsdam u. Berlin-Hohenschönhausen; 13.12.1948 vom Sowj. Militärtribunal Berlin-Lichtenberg zu 25 Jahren »Besserungs- u. Arbeitslager« verurteilt; anschl. Haft in Bautzen I (»Gelbes Elend«), dort im März 1950 beteiligt an Hungerstreiks u. Unruhen, anschl. als angebl. Rädelsführer nach Torgau verlegt; 27.6. 1955 Bestätigung des Urteils durch sowj. Organe; nach Einsatz von Probst  Heinrich Grüber Verringerung der Strafe auf 15 Jahre; 19.10.1956 Entlassung in Folge des XX. KPdSU-Parteitags, im Gegenzug für K.s Begnadigung Entlassung des komm. Funktionärs Jupp Angenfurth aus einem westdt. Gefängnis. Nov. 1956 Flucht nach West-Berlin; Jura-Studium an der FU Berlin; 1959 – 63 für die CDU MdA Berlin (West); anschl. Referent bei der Bundeszentrale für polit. Bildung, gest. in Bonn.Jugend zwischen den Diktaturen 1945 – 1956. Mainz 1956. Kowalczuk, I.-S.: M. K. In: Ders., Sello, T. (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Opposition u. Widerstand in Biographien u. Fotos. Berlin 2006.Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kleine, August (Guralski

* 10.4.1890 – ✝ 1960

(* 1890 – † 1960?) August Kleine-Guralski wurde am 10. April 1890 als Abram Jakowlewitsch Heifetz, Sohn einer kinderreichen jüdischen Familie in Riga geboren. Sein Vater war dort Lehrer an der jüdischen Schule. Er besuchte von 1902 bis 1910 die Handelsschule in Riga, schloß sich der jüdischen Arbeiterorganisation »Bund« an, trat in die lettische Sozialdemokratie ein und wurde als Samuel Guralski Funktionär in deren Kulturzentrum. 1908 erste Verhaftung wegen seiner Aktivitäten im Rigaer »Bund«. Als Abgesandter des »Bundes« hielt er sich in Lettland und in Weißrußland auf, wurde mehrmals inhaftiert und erhielt Aufenthaltsbeschränkungen. 1912 emigrierte er aus Rußland und nahm im selben Jahr an der 9. Konferenz des »Bundes« in Wien teil. 1913 wurde Guralski in ¸ódê festgenommen, nach Rußland überführt, floh dann erneut nach Wien, wo er sein Universitätsstudium durch Gelegenheitsarbeiten finanzierte. 1914 setzte er sein Studium in Lausanne fort, lernte 1916 Leo Trotzki und Grigori Sinowjew kennen und reiste im Mai 1917 im zweiten »verplombten Eisenbahnzug« nach Rußland. Im Oktober 1917 gehörte Guralski als Vertreter der Internationalisten im »Bund« in Odessa zusammen mit den Bolschewiki dem Revolutionären Komitee an und wurde unter seinem Familiennamen Heifetz verhaftet. Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Kiew übernahm er verschiedene staatliche Funktionen in der Ukraine. Im September 1919 schickte ihn das EKKI als Vertreter (Pseudonym Kleine) nach Deutschland, er wurde zwar ausgewiesen, kam aber 1921 zusammen mit Bela Kun wieder zurück, um hier den März-Aufstand vorzubereiten. Kleine-Guralski nahm am III. Komintern-Kongreß teil und wurde dann Mitglied der Zentrale der KPD. Zusammen mit seiner Frau Käthe Pohl spielte er bald eine führende Rolle in der KPD. Käthe Pohl war ab 1922 Sekretärin des Polbüros der KPD, sie hatte 1922 bis 1924 in der KPD wie Kleine erheblichen Einfluß, wurde 1924 von den Linken abgelöst. Die Ehe August Kleines mit Käthe Pohl wurde 1923 geschieden, danach heiratete er R. Jezerskaja. Auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 in Leipzig wurde er als August Kleine offiziell in die Zentrale der KPD gewählt, von dieser in das Polbüro aufgenommen, er beteiligte sich führend an den Aufstandsvorbereitungen im Herbst 1923. Nach der Oktoberniederlage war Kleine einer der Hauptorganisatoren der Mittelgruppe und gehörte nach deren Übernahme der Parteiführung im Januar 1924 wieder zur Spitze der KPD. Da die Mittelgruppe auf dem IX. Frankfurter Parteitag scheiterte, verließ Kleine Deutschland. Auf dem V. Komintern-Kongreß im Sommer 1924 wandte er sich gegen Karl Radek und Heinrich Brandler, kritisierte deren Rückzugspolitik. Ab Sommer 1924 war Guralski-Kleine offizieller EKKI-Vertreter bei der französischen KP. Er forcierte den Kurs der Bolschewisierung der FKP mit der neuen Führung um Thorez-Cachin-Semard. In Frankreich lebte er unter dem Decknamen Auguste Lepetit, wurde im Juli 1925 verhaftet, ausgewiesen und ging nach Rußland zurück. Da er hier aktiv für die »Neue Opposition« unter Sinowjew/Kamenew wirkte, aus der Komintern-Arbeit entlassen. Abteilungsleiter im Marx-Engels-Institut. Er war weiter führend in der Opposition, unterzeichnete im Mai 1927 die »Plattform der 83«. Daraufhin im Dezember 1927 zusammen mit Trotzki, Sinowjew, Radek und zahlreichen anderen Oppositionellen aus der KPdSU ausgeschlossen und Anfang 1928 nach Frunse (Kirgisien) verbannt. Nach einer Unterwerfungserklärung im Mai 1928 durfte Kleine-Guralski nach Taschkent übersiedeln und kam als Lehrstuhlleiter an die Kommunistische Universität. Er soll sich bereit erklärt haben, für die GPU/NKWD zu arbeiten, im Juni 1928 wieder KPdSU-Mitglied. Ab August 1929 erneut im Komintern-Apparat, zuerst im Mitteleuropäischen Ländersekretariat, dann von 1930 bis 1934 unter dem Decknamen Rustico als EKKI-Vertreter in Südamerika zusammen mit seiner dritten Ehefrau Nadeshda Tultschinskaja, die als Chiffreurin für die OMS arbeitete. Im August 1936 wurde Guralski wiederum aus der Partei ausgeschlossen, verhaftet und im August 1937 zu acht Jahren Lager verurteilt. Im Mai 1938 freigelassen, war er nach Aufhebung des Urteils als Mitarbeiter des NKWD eingesetzt und soll in Berichten Bela Kun, Poganyi-Pepper, Ossip Pjatnitzki und Hugo Eberlein »entlarvt« haben. Später Dozent an der historischen Fakultät der Moskauer Universität, promovierte im April 1941 über »Französische Geschichte 1919-1924«. Wieder in die KPdSU aufgenommen, wirkte Kleine-Guralski bis 1948 unter dem Namen Professor Arnold als Propagandist unter deutschen Kriegsgefangenen und wurde Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften. Dort entlassen, im November 1950 im Rahmen der antijüdischen Verfolgungen festgenommen und im März 1952 zu zehn Jahren Lager verurteilt. Versuche, ihn 1956 zu amnestieren, scheiterten. Er wurde erst 1958 wegen Invalidität vorzeitig freigelassen. August Guralski-Kleine soll im Sommer 1960 in Moskau gestorben sein.

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Kleinert, Fritz

* 21.3.1920 – ✝ 10.6.2007

Geb. in Koitz-Überschau (Krs. Liegnitz, Niederschles. / Kawice Cichoborz, Polen); Vater Bauer; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser; 1941 Wehrmacht, 1944 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule, Angeh. des NKFD. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Arbeit als Schlosser in Halle; ab 1948 hauptamtl. SED-Funktionär, u. a. 1949 1. Sekr. der SED-KL Wittenberg, 1950 1. Sekr. der SED-KL Quedlinburg, 1951 Ltr. für Organisationsfragen der SED-Landesltg. Sachsen-Anh.; 1952/53 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1954 – Dez. 1956 Ltr. der Abt. Leitende Organe des ZK der SED (Nachf. von Willi Elstner); März 1958 im Zusammenhang mit den innerparteil. Auseinandersetzungen um die » Ernst Wollweber- Karl Schirdewan-Fraktion« Ablösung von der Funktion als Ltr. der ZK-Abt.; 1958 – 61 1. Sekr. der SED-KL Oranienb.; Juli 1961 erneute Kritik, strenge Rüge u. Ablösung als 1. Sekr. der SED-KL; anschl. Arbeit als Schlosser im VEB LEW Henningsdorf; 1962 – 86 dort Ltr. der HA für Neuerer- u. Patentwesen; Ruhestand. Mitgl. der Linkspartei; lebt in Birkenwerder.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Kleinjung, Karl

* 11.3.1912 – ✝ 20.2.2003

Geb. in Remscheid-Stockten (Westf.); Vater Heftemacher; Volksschule; Ausbildung zum Friseur; danach arbeitslos; 1929 KJVD; 1930 RFB; bis 1933 Pol.-Ltr. in Remscheid-Vieringhausen; 1931 KPD; 1933 Emigr. in die Niederlande, 1935 Verhaftung, anschließend Abschiebung nach Belgien; KPD-Kurier; 1936 – 39 Interbrigadist in Spanien, zuletzt in der Gegenaufklärung; anschl. UdSSR; bis 1941 Schlosser in einer Autofabrik in Gorki; 1941 – 45 nach Spezialausbildung Aufklärer, Kurier u. Partisan; 1945/46 Sonderstudium in der UdSSR. Febr. 1946 Rückkehr nach Dtl.; Krs.-Polizeidir. in Nordhausen, Gruppenchef der Grenzpolizei in Mühlhausen; SED; 1947 – 49 stellv. Ltr. der VP-Landesbehörde Thür. bzw. Ltr. der VP Mecklenb.; 1949/50 Lehrgang für DVP-Offz. an der Militärakad. der UdSSR in Privolsk; 1950 Einstellung beim MfS; Ltr. der Verw. Groß-Berlin; 1951 – 55 Ltr. der Objektverw. Wismut des MfS; 1955 Ltr. der HA I (Abwehr in der KVP, ab 1956 NVA) (Nachf. von  Martin Weikert); 1974 Gen.-Ltn.; 1981 Ruhestand; 1965 VVO; 1982 KMO; 1987 Stern der Völkerfreundschaft. Nach 1990 mehrere Ermittlungsverfahren u. Anklagen, u. a. 1997 wegen Todschlags an  Michael Gartenschläger, wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Klemke, Werner

* 12.3.1917 – ✝ 26.8.1994

Geb. in Berlin; Vater Tischler; Autodidakt; 1937 – 39 Trickfilmzeichner; 1947 – 50 Mitarb. am »Ulenspiegel« u. a. Zschr.; seit 1951 Doz. an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; von 1954 – 89 Gestalter der Titelseite der Monatsztschr. »Magazin«, Urheber der Figur des »Magazin«-Katers; 1956 Prof.; 1961 Mitgl. der DAK u. der Alliance Graphique Internat.; 1964 – 74 u. 1978 – 89 Sekretar der Sekt. Bildende Kunst der AdK; 1973 Ehrenmitgl. der AdK der UdSSR; 1967 Auszeichnung bei der Biennale der Illustratoren in Bratislava; Studienreisen u. a. nach China, Indien u. in die UdSSR; Ehrenbürger der Boccaccio-Stadt Certaldo (Italien) für seine »Decamerone«-Illustr.; 1962, 1969 u. 1977 NP; gest. in Berlin. Werke: Plakate, TV-Ankündigungsgrafiken, Bühnenbilder, Buchillustr. u. Gestaltung von Bilder-, Märchen- u. Schulbüchern für Kinder, Werken der Weltlit., u. a. von Balzac, Boccaccio,  Brecht, Chaucer, Cervantes, Diderot,  Fürnberg, E. T. A. Hoffmann, Homer, Lukian, Majakowski.Kunze, H.: W. K.s ges. Werke. Dresden 1977. Kat. Staatl. Museum Schloß Burgk 1984; AdK Berlin 1987; Kahane, S., Köhler, J. (Hrsg.): W. K. Das große Bilderbuch. Berlin 1996.Anke Scharnhorst

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Klepper, Julius

* 12.3.1897 – ✝ 21.7.1960

(* 1897 – † 1960) Als Sohn eines Postamtmannes am 12. März 1897 in Köln geboren; besuchte das Gymnasium, machte 1915 das Notabitur in Limburg/Lahn. Von 1915 bis 1921 studierte er mit Unterbrechungen Nationalökonomie. 1916 Soldat im Weltkrieg, bei Verdun verwundet. Während der Revolution Bahnhofskommandant in Wiesbaden. Im März 1919 trat er der Sozialistischen Studentengruppe bei, promovierte 1921 in Köln zum Dr. rer. pol. mit der Dissertation: »Das Gesetz der ursprünglichen Akkumulation und seine wirtschaftspolitische Auswertung«. 1919 Mitglied der USPD, im Dezember 1920 Übertritt zur KPD. Von 1920 bis 1923 Angestellter beim Zentralverband der deutschen Metallindustrie in Köln. 1924 politischer Redakteur, ab 1926 Chefredakteur des KPD-Organs »Sozialistische Republik« in Köln. Im August 1928 wurde Klepper auf einer NSDAP-Versammlung in der Diskussion niedergeschlagen und erlitt schwere Verletzungen. 1928/29 war er Sekretär der Reichstagsfraktion. Im April 1929 vom Reichsgericht wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu einem Jahr Festung verurteilt, Haft in Gollnow in Pommern. Da Klepper 1927 gegen sektiererische Tendenzen in der Gewerkschaftsfrage aufgetreten war, kritisierte ihn Polleiter Jean Winterich als Versöhnler. Daraufhin grenzte sich Klepper in einem »Offenen Brief«, den Arthur Golke im Herbst 1929 dem ZK übergab, scharf von den Versöhnlern ab, die wiederum meinten, er leide an einer Haftpsychose. 1931 noch Redakteur an der Zeitung »Berlin am Morgen« und der »Frankfurter Arbeiter-Zeitung«, dann reiste Klepper in die Sowjetunion, war bis Ende 1932 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Marx-Engels-Institut in Moskau, dann Leiter der Informationsabteilung im Staatsinstitut zur Projektierung von Werken der Buntmetallindustrie. 1936/37 Redakteur in der Hauptverwaltung für Literatur, ab 1938 in der VAA bzw. in der Informationsabteilung der Komintern. Klepper wurde während der Stalinschen Säuberungen 1937 verhaftet, 1938 jedoch wieder entlassen. Dann im Sommer 1941 mit Frau und Kind nach Bugulma in die Tatarische ASSR verbannt, dort Ende Februar 1942 erneut inhaftiert. Seine Frau Gertrud richtete ein Bittgesuch an Wilhelm Pieck, der sich zunächst bei Dimitroff für die Freilassung von Klepper einsetzte. Da sich Gertrud Klepper im Frühjahr 1941 zwecks Rückreise nach Deutschland an die deutsche Botschaft in Moskau gewandt hatte, änderte die Parteiführung jedoch ihre Haltung. Seine Frau wandte sich nochmals an Pieck und obwohl sich dieser 1943 erneut für den schwer lungenkranken Klepper einsetzte, wurde er am 25. März 1944 zu fünf Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Exakt auf den Tag genau, fünf Jahre nach seiner Verhaftung, wurde Klepper am 23.Februar 1947 freigelassen und konnte nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SED und nach einem längeren Sanatoriumsaufenthalt ab Juni 1948 Hauptreferent bei der DWK, kam im Oktober 1949 ins Deutsche Wirtschaftsinstitut und war später noch publizistisch tätig. Julius Klepper wohnte als Parteiveteran in Berlin-Köpenick, wo er am 21. Juli 1960 starb. Seine Frau Gertrud (Heirat 1922), geborene Schmitz (* 10. 10. 1897 in Heinsberg/Rheinprovinz), Tochter eines Lehrers, besuchte die höhere Mädchenschule. Sie war Mitglied der RH und der IAH. Im März 1934 Emigration in die Sowjetunion, Korrektorin und Hilfsredakteurin im VAA bzw. an der DZZ. Im Sommer 1941 Verbannung in die Tatarische ASSR, Arbeiterin in Kasan. Im Juli 1948 kehrte sie nach Moskau, im September nach Berlin zurück. Sie zog später in die Bundesrepublik, wo sie am 21. Januar 1968 in Essen starb.

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Klier, Freya

* 4.2.1950

Geb. in Dresden; Vater Dekorateur, Mutter Arbeiterin; 1953 nach Verhaftung des Vaters in einem staatl. Kinderheim; POS, 1968 Abitur mit Ausbildung zur Maschinenbauzeichnerin; Verurteilung zu 16 Mon. Haft wegen »versuchter Republikflucht«, vorz. entlassen; anschl. Postangest., Kellnerin, Disponentin im Dresdener Puppentheater; 1970 – 75 Schauspielstudium an der Theater-HS Leipzig u. im Staatstheater Dresden, Dipl.; ab 1975 Schauspielerin am Theater Senftenberg; 1978 – 82 Regiestudium am Inst. für Schauspielregie Berlin, Dipl.; Inszenierungen in Halle (Arabal), Bautzen (Friedrich Dürrenmatt), Berlin (Carl Sternheim, John M. Synge); 1980 Mitbegr. der autonomen Friedensbew.; ab 1982 Regisseurin am Theater Schwedt (William Shakespeare, Molière, Wladimir Majakowski); 1983/84 Durchführung einer inoffiz. Frauenbefragung; 1984 DDR-Regiepreis für die UA von  Ulrich Plenzdorfs »Legende vom Glück ohne Ende«; freischaff. Regisseurin; inszenierte 1984/85 in Berlin am Dt. Theater Athol Fugard, an der Schauspielschule Wsewolod Wischnewski; 1985 Berufsverbot; 1985 – 87 gem. Auftritte mit  Stephan Krawczyk in ev. Kirchen; eigene Stücke u. Prosaarbeiten; 1986 Aufn. der Arbeit am Buch »Jugend u. Erziehungswesen der DDR«; Mitbegr. der Solidar. Kirche; 1986/87 inoffiz. Jugendbefragung; Jan. 1988 Verhaftung, zentrale U-Haftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen, Beschlagnahme der Manuskripte u. Febr. 1988 nach Androhung langjähriger Haftstrafen unfreiw. Ausbürgerung; lebt danach als freischaff. Autorin u. Regisseurin in Berlin (West). 1995 Verdienstorden des Landes Berlin; Juni 1996 Mitinitiatorin u. Gründungsmitgl. des Bürgerbüros e.V. (Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur); 2007 Verfassungsmedaille des Freistaats Sachsen. 1991 Theaterstück »Schwarzer Rotgold«, UA in Berlin; 1993 »Verschleppt ans Ende der Welt – Ostdt. Frauen auf Spurensuche in Sibirien«; 1996 »Johanna, eine Dresdner Ballade«; 1997 »Das kurze Leben des Robert Bialek« (Dok.-Film); 2001 »Flucht mit dem Moskau-Paris-Express« (Dok.-Film).Abreiß-Kalender. München 1988; Lüg Vaterland. München 1990; Die Kaninchen von Ravensbrück. München 1994; Penetrante Verwandte. Frankfurt (Main), Berlin 1996; Verschleppt ans Ende der Welt. Schicksale dt. Frauen in sowj. Arbeitslagern. Frankfurt (Main), Berlin 1998; Wir Brüder u. Schwestern. Berlin 2000; Gelobtes Neuland. Berlin 2004; Oskar Brüsewitz. Berlin 2004; Matthias Domaschk u. der Jenaer Widerstand. Berlin 2007; Michael Gartenschläger. Berlin 2009. Wierling, D.: Geboren im Jahr Eins. Berlin 2002; Sasse, T. (Regie): Rebellion hinter der Mauer – Kampf um Meinungsfreiheit (ARD 2005).Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Klinkowski, Maximilian

* 24.5.1904 – ✝ 22.6.1971

Geb. in Berlin; Vater Schneidermstr.; Realgymnasium; landw. Lehre, 1924 – 27 Studium an der Landw. HS Berlin, Dipl.-Landwirt; 1929 Prom. zum Dr. agr.; 1929 – 39 wiss. Mitarb. der Dienststelle für Botanik bzw. für angewandte Vererbungslehre der Biolog. Reichsanstalt für Land- u. Forstw. in Berlin-Dahlem; 1939 – 41 Wehrmacht; 1940 NSDAP; 1941 – 44 Aufbau des Pflanzenschutzes in den okkupierten balt. Staaten, Dir. des Inst. für Pflanzenkrankheiten der Landw. Forschungsanstalt in Riga; 1943 Habil. an der Landw.-Gärtner. Fak. der Univ. Berlin; 1944/45 erneut Wehrdienst. Ab Aug. 1945 Ltr. der Zweigstelle Aschersleben der Biolog. Zentralanstalt in Berlin-Dahlem bzw. Kleinmachnow; 1951 – 69 Dir. des aus der Zweigstelle hervorgegangenen Inst. für Phytopathol. der DAL in Aschersleben; 1951 – 64 Prof. mit Lehrstuhl an der Landw. Fak. u. Dir. des Phytopatholog. Inst. der MLU Halle; 1952 Ord. Mitgl. der DAL; 1963 – 69 Sekretar der Sekt. Acker- u. Pflanzenbau sowie Pflanzenschutz; 1960 NP; 1970 em.; 1955 Mitgl. der Sekt. Biol. der DAW; 1958 Mitgl. der Leopoldina; 1960 Mitgl. der Sächs. AdW; 1965 Ord. Mitgl. der DAW; 1967 Auswärtiges Mitgl. der Poln. AdW; Ehrenprom. durch die Landw.-HS Stuttgart-Hohenheim. M. K. baute das Inst. in Aschersleben zu einem internat. anerkannten Forschungszentrum für pflanzl. Virologie aus; 170 Veröff. zur Phytopathol., insbes. zur Virologie; Mithrsg. der »Phytopatholog. Ztschr.« (ab 1954).Pflanzl. Virologie. 2 Bde. 1958; Phytopathol. u. Pflanzenschutz. 3 Bde., 2. Aufl. 1976 (mit E. Mühle u. E. Reinmuth).Siegfried Kuntsche

Handbuch Deutsche Kommunisten

Klose, Willi

* 9.6.1902

Geboren am 9. Juni 1902 in Berlin, Sohn eines Maurers; lernte Maschinenschlosser. Seit 1919 in der FSJ, seit 1923 in der KPD, schon früh für den Nachrichtendienst der Komintern (OMS) und den sowjetischen Geheimdienst tätig. Offiziell bis 1930 bei der sowjetischen Botschaft in Berlin beschäftigt, er unterhielt enge Kontakte zu Alexander Abramow (Mirow), dem OMS-Vertreter (1937 Opfer des Stalin-Terrors), der zeitweise Leiter der Paßabteilung der Botschaft war. Klose gehörte der von Richard Großkopf geleiteten Paßfälscherwerkstatt der KPD an, war 1930 Leiter der Wiener Paßfälscherzentrale, dort am 3.November 1931 festgenommen und am 23.März 1932 vom österreichischen Landgericht zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Anschließend Abschiebung nach Berlin, im Juli 1932 ging er in die Sowjetunion und studierte an der KUNMS. Klose wurde am 16. Januar 1938 in Moskau vom NKWD verhaftet, nach vierzehn Monaten U-Haft am 28.März 1939 entlassen, über Finnland und Schweden an Deutschland ausgeliefert. Am 31.Oktober 1939 in Saßnitz von der Gestapo festgenommen, dann am 5.November 1940 vom VGH zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Während der Haft umfangreiche Aussagen bei der Gestapo. Bis 1942 war er im Zuchthaus Brandenburg-Görden inhaftiert, anschließend Flugzeugschlosser in Berlin-Adlershof. Nach Evakuierung des Betriebes nach Kamenz erneute Festnahme und drei Wochen Haft im Lager Radeburg bei Dresden. Nach der Freilassung zog Klose zur Familie seiner Frau nach Jößnitz bei Plauen. Eine Anerkennung als OdF wurde im Oktober 1945 abgelehnt, einer Mitteilung von Elisabeth Brichmann zufolge befand sich Klose seit Sommer 1946 in sowjetischer Haft. Weitere Lebensdaten über Willi Klose konnten nicht ermittelt werden.

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Kluge, Volker

* 14.10.1944

Geb. in Altenburg (Thür.); Vater Justizinspektor; 1951 – 63 OS, Abitur; 1963 – 65 Schriftsetzerlehre; 1965 – 67 Volontariat bei der Ztg. »Junge Welt«; 1967 – 71 Journalistikstudium KMU Leipzig; 1970 SED; 1971 – 80 Sportred. der »Jungen Welt«; 1980 – 90 Abt.-Ltr., Ressortchef; ab 1982 Mitgl. des Kolleg., 1971 – 89 Organisator der »Junge Welt« – Umfrage nach dem »DDR-Sportler des Jahres«; 1980 - 89 als IM "Frank" des MfS erf.; 1982 – 90 Mitgl. des Präs. u. Pressechef des NOK; 1984 – 90 Mitgl. des DTSB-Bundesvorst. 1990 – 93 persönl. Mitgl. im NOK für Deutschland; seit 1994 selbständ. Publizist u. Journalist; Autor zahlr. sportgeschichtl. Veröff. u. statist. Kompendien.Olymp. Spiele 1896 – 1980. Berlin 1981; Meilenweit bis Marathon. Berlin 1987; Katarina – eine Traumkarriere auf dem Eis. Berlin 1988; Olympische Spiele. Die Chronik. Berlin 1997 – 2001; Olympiastadion Berlin. Steine beginnen zu reden. Berlin 1999; Otto der Seltsame. Die Einsamkeit eines Mittelstreckenläufers. Berlin 2000; Max Schmeling. Eine Biographie in 15 Runden. Berlin 2004; Chefredaktion Olympiabücher. Berlin 2000 – 2006.Olaf W. Reimann

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Knapp, Heinz

* 1.12.1929

Geb. in Mannheim in einem kommunist. Elternhaus; Vater Arbeiter, Mutter Angestellte; 1936 – 44 Volksschule in Schwetzingen; 1944/ 45 Schüler einer Lehrerbildungsanstalt, dort aktiv im antifasch. Widerstand. 1945 KPD, 1946 SED; 1946 – 49 Stud. an der Vorstudienanstalt der Univ. Berlin, danach journalist. Tätigkeit im Berliner Verlag (Volontär, Red.-Assist.); Red. u. Abt.-Ltr. bei der Ztschr. »Demokratischer Aufbau«, dann bei der »NBI«; 1954 – 56 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1956 stellv. Chefred., 1958 – 61 Chefred. der »NBI« (Nachf. von  Rudolf Reinhardt); 1961 – 65 Kollegiumsmitgl. u. Abt.-Ltr. der Ztschr. »Freie Welt«; 1965 – 72 freischaff. Journalist; 1973 – 90 Mitgl. der Wiss. Arbeitsgruppe des MfK; lebt in Schwetzingen.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Klein, Hans (Knud)

* 5.5.1904 – ✝ 29.8.1970

Geb. in Hamburg-Billstedt; Vater Büro-Schreiber, Mutter Landarb.; Volksschule, Fortbildungsschule; Bäckerlehre; Strecken- u. Bauarb.; 1923 KPD, mehrmals in pol. Haft; 1928 Parteischule in Berlin-Fichtenau; Instrukteur für KPD-BL Wasserkante; in den Krs.- u. Provinziallandtag Schlesw.-Holstein gewählt; nach 1933 antifa. Widerstand; 1934 wegen »Vorber. zum Hochverrat« zweieinhalb Jahre Zuchthaus (Rendsburg); 1937 Emigr. nach Dänemark, 1943 nach Schweden. Dez. 1945 Rückkehr in die SBZ; Instrukteur bzw. 1. Krs.-Sekr. der SED in Waren, ab 1948 in Wismar; MdL Mecklenb.; Jan. bis Aug. 1950 Kaderltr. in der SED-Landesltg., dann nach Berlin; Gen.-Inspekteur der DVP; Okt. 1950 stellv. Chef der DVP, gerät hier in Konflikt mit dem DVP-Chef  Karl Maron; Dez. 1950 Krankheit; kurz darauf Entzug der Funktionen im Zuge der Überprüfung der Westemigranten durch die ZPKK der SED; auf eigenen Wunsch zur PHS; 1953 Parteiorganisator des ZK im Transformatorenwerk in Berlin-Oberschöneweide; Dez. 1959 Instrukteur in der Internat. Abt. des ZK der SED; 1961 aus gesundheitl. Gründen aus dem Berufsleben ausgeschieden.Michael F. Scholz

Wer war wer in DDR

Klein, Matthäus

* 18.12.1911 – ✝ 2.2.1988

Geb. in Bettingen (Baden); Vater Bauer; Gymnasium in Wertheim, 1931 Abitur; Studium der ev. Theol. in Greifswald, Erlangen, Heidelberg; Pfarrer; Wehrmacht, Uffz.; 1941 sowj. Kriegsgefangenschaft; 1943 Mitbegr. u. Mitgl. des NKFD; Mitgl. des Arbeitskrs. für kirchl. Fragen; Propagandaeinsätze an der Front; vom RKG wegen »Hochverrats« in Abwesenheit zum Tode verurteilt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; KPD; Mitw. beim Aufbau des Berliner Rundfunks, Ltr. der Personalabt.; 1947 Lehrer für Philos. an der PHS; ab 1950 Doz. für Ges.-Wiss. an der FSU Jena; 1951 – 62 Doz. bzw. Prof. u. stellv. Dir. am IfG; 1956 – 60 Chefred. der »Dt. Ztschr. für Philos.«, dann Mitgl. in deren Red.-Kolleg.; Mitgl. des Red.-Kolleg. der theoret. SED-Ztschr. »Einheit«; 1961 Prom. zum Dr. phil. mit einer Diss. zur Rolle des gesellschaftl. Bewußtseins; 1962 – 73 stellv. Dir. des ZI für Philos. der DAW; Mitbegr. u. 1954 – 76 Vizepräs. der Urania; 1977 Dr. h. c. der FSU Jena; im gleichen Jahr em.; KMO; Ehrenspange zum VVO; Arbeiten zur Geschichte der marxist. Philos., Persönlichkeitstheorie, Ethik u. Humanismus.Oktoberrev. – Grundanliegen d. Menschheit. Berlin 1967; Humanismus, Menschheit, Frieden. Berlin 1967 (mit M. Buhr); Soz., Humanismus, Frieden. Eine Auswahl aus Arbeiten von M. Klein anläßlich seines 70. Geburtstags. Berlin 1981 (mit Biogr. u. Bibl.).Peter Erler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kleine, Gustav

* 19.3.1896 – ✝ 29.12.1958

Geboren am 19. März 1896 in Zörbig/Krs. Bitterfeld; Bürogehilfe in Bernsdorf/Thüringen. Im Ersten Weltkrieg Soldat, kam im September 1919 nach Rahnsdorf bei Berlin. Dort zuerst beim Gemeindevorstand tätig, 1920 wurde er bei der Eingemeindung von Rahnsdorf vom Bezirksamt Berlin-Köpenick übernommen. Er war Mitglied der KPD und Mitbegründer der Reichsgewerkschaft deutscher Kommunalbeamter, 2.Vorsitzender des Beamtenrates im Bezirksamt Berlin-Köpenick und wurde 1929 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Am 12.März 1933 Wiederwahl, er durfte das Mandat jedoch nicht mehr wahrnehmen. Von 1927 bis 1930 Polleiter der KPD in Berlin-Köpenick und Mitglied der erweiterten BL Berlin-Brandenburg. 1933 in der Nacht des Reichstagsbrandes festgenommen, kam er nach sechs Wochen frei. Kleine war bis 1936 arbeitslos, dann Inspektor bei einer Versicherung, von 1939 bis 1940 Sanitäter bei der Wehrmacht. Im Zuge der Aktion »Gewitter« im August 1944 wurde er verhaftet, nur kurz im Polizeipräsidium Berlin festgehalten und wegen einer akuten Tuberkulose-Erkrankung freigelassen. Am 5.Mai 1945 vom sowjetischen Kommandanten als Bezirksbürgermeister von Köpenick eingesetzt, veranstaltete er im Juni 1945 eine erste Gedenkfeier für die Opfer der »Köpenicker Blutwoche«. Wieder Mitglied der KPD, 1946 der SED, wurde er im Dezember zum stellvertretenden Bezirksbürgermeister von Köpenick gewählt. Gustav Kleine starb am 29.Dezember 1958 in Ost-Berlin.

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Kleinert, Inge

* 22.11.1923 – ✝ 14.2.1972

Geb. in Berlin; Vater Fabrikdir.; bis 1937 Besuch der Privatschule in Berlin-Grunewald; Okt. 1937 Emigr. in die Niederlande, dort Anschluß an die zionist. Jugend; Lehre in einer Gärtnerei; Mai 1940 Flucht nach Großbritannien; Gärtnerin in Nottingham; Anschluß an eine Gruppe junger dt. Antifaschisten; 1943 Aufnahme in die KJVD-Gruppe in Leicester; Mitbegr. der FDJ in Großbritannien, Anfang 1944 KPD. Aug. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED; Einsatz in Thüringen, zunächst in Erfurt, dann Kulturreferentin beim FDJ-LV in Weimar; Heirat mit  Heinz Lippmann (bis 1950); Jan. 1949 Kurzlehrgang für Jugendfunktionäre an der SED-PHS (Abbruch wg. Krankheit); Okt. 1949 Mitarb. im Amt für Information, Ltr. der Abt. für Kulturelle Fragen, ab Sept. 1950 Ltr. der Abt. Kleinkunst; 1952 / 53 stellv. Ltr. der Zentralstelle für Landfilme, Berlin; 1953 / 54 Red. bei der Betriebszeitung im VEB Kabelwerk Oberspree in Berlin-Köpenick; 1954 – 59 Red., Chef v. Dienst, stellv. Ltr. einer Hauptabt. beim ADN, zeitw. Sekr. der SED-BPO im ADN u. Mitgl. des Büros der SED-KL Berlin-Mitte; 1962 – 72 Dir. des VEB DEFA-Studio für Wochenschau u. Dokumentarfilme.Andreas Herbst

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Kleinschmidt, Karl

* 26.4.1902 – ✝ 13.8.1978

Geb. in Hannover; Vater Gymnasiallehrer; 1921 – 24 Studium der Theol. an den Univ. Jena u. München; nach dem Vikariat 1927 – 33 Pfarrer in Weißbach u. Eisenberg; führendes Mitgl. im Thür. Landesverb. des Bunds Religiöser Sozialisten; 1928 SPD; 1933 verhaftet; nach pol. Konflikten mit der Kirchenltg. Entlassung aus dem Pfarrdienst, 1935 Wiederaufn. in den kirchl. Dienst, Domprediger in Schwerin; 1939 erneutes Disziplinarverfahren; 1939 – 45 Kriegsteiln., zul. Ofw., amerik. Gefangenschaft. 1945 Wiedereinsetzung als Domprediger in Schwerin; Mitgl. der kirchl. Spruchkammer u. Synode; Mitbegr. des KB in Mecklenb.; Ltr. der Informationsabt. der Landesreg. Mecklenb.; 1946 SED; 1947 Mitbegr. der VVN; 1947 – 49 Vizepräs. des KB; 1949 Teiln. am Weltfriedenskongreß in Paris; Gründungsmitgl. des Dt. Komitees der Kämpfer für den Frieden, des späteren Friedensrats; 1949 – 54 Abg. der Volkskammer; ab 1954 Beiträge für die »Berliner Ztg.«; 1955 Mithrsg. von »Glaube u. Gewissen«; 1958 Mitbegr. u. Vorst.-Mitgl. des Bunds Ev. Pfarrer in der DDR; 1959 ltd. Red. des »Ev. Pfarrerblatts«; Ehrenmitgl. der Kirchl. Bruderschaft Sachsens; 1961 – 73 Mitgl. des DDR-Regionalaussch. der CFK; 1962 VVO; 1964 Mitgl. der Ges. Neue Heimat; 1968 Ruhestand.Die Kirche in der Ostzone. Frankfurt (Main) 1949; Trilogie über die dt. Reformation. Berlin 1952 – 55; Keine Angst vor guten Sitten. Berlin 1957; Kurt Tucholsky, sein Leben in Bildern. Leipzig 1961. Auswahlbibl. In: Standpkt. (1977) 4.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Klemm, Otto

* 23.9.1882 – ✝ 12.6.1952

Geboren am 23. September 1882 in Lindenstadt/Provinz Posen. Sohn eines Bauunternehmers. Seit 1902 in Berliner Großbetrieben als Metallhobler beschäftigt. 1906 Eintritt in die SPD, wurde Klemm 1908 bei Daimler-Benz in Berlin-Marienfelde gemaßregelt. Von 1909 bis 1916 bei der AEG in Schöneweide, hier Obmann der Vertrauensleute. 1917 ging er zur USPD und schloß sich der Spartakusgruppe an. Zum Militärdienst eingezogen, wegen politischer Unzuverlässigkeit dann Kohlenarbeiter. Klemm war in Berlin u. a. für Hugo Eberlein tätig und war 1918/19 an den Revolutionskämpfen beteiligt. Bis 1923 (Cuno-Streik) hauptamtlicher Arbeiterrat bei der Firma Autogen in Berlin-Lichtenberg. Seit 1919 Mitglied und Funktionär der KPD, war er von Oktober 1923 bis April 1924 Reichskurierleiter im zentralen AM-Apparat der KPD. Zunächst koordinierte er von Dresden, dann von Berlin die Einsätze der Kuriere der Zentrale. Im Mai 1924 flüchtete Klemm in die Sowjetunion, nahm dort gemeinsam mit Joseph Gutsche, Heinz Neumann u. a. am ersten Lehrgang an der M-Schule der Komintern teil. Anschließend in Moskau, in der Wolgadeutschen Republik und in Leningrad Metallarbeiter, Mitglied der KPdSU. Im August 1926 Rückkehr nach Deutschland, zehn Tage später wurde er festgenommen und im kleinen »Tschekaprozeß« vom Reichsgericht in Leipzig zu zwei Jahren und neun Monaten Festung verurteilt. Belastungszeuge war Felix Neumann. Nach seiner Freilassung wurde er Mitarbeiter des ZK im Büro von Leo Flieg und Eugen Schönhaar, übernahm erneut Aufgaben im AM-Apparat, war zugleich Fraktionsvorsitzender der KPD in der Bezirksversammlung Berlin-Tempelhof. Am 28. Februar 1933 Festnahme und bis 1934 »Schutzhaft«. Anschließend Metallhobler, im November 1939 und im August 1944 jeweils mehrwöchige Haft. Im Mai 1945 Polleiter der KPD Berlin-Tempelhof, dort im Juni 1945 Dezernent (Stadtrat) für Sozialwesen. Von April 1947 bis Februar 1951 als SED-Mitglied Angestellter der Deutschen Zentralverwaltung für Verkehr, zuletzt bei der Generaldirektion der Reichsbahn in Ost-Berlin. Otto Klemm starb am 12.Juni 1952 in Lehnitz/Krs. Oranienburg.

Wer war wer in DDR

Klering, Hans

* 8.11.1906 – ✝ 30.10.1988

Geb. in Berlin; Stiefvater Arbeiter, Mutter Arbeiterin; Gemeinde- u. Fortbildungsschule in Berlin; 1921/22 Soz. Proletarierjugend, dann KJVD; 1921 – 24 Lehrling; 1924 – 28 Gelegenheitsarbeiten u. erwerbslos, u. a. Hafenarb. in Hamburg u. Bremen, Schriftmaler u. Plakatzeichner in Köln; 1926 KPD; Mitgl. der Agitpropgr. »Rote Raketen« u. »Blaue Blusen« in Köln u. Berlin; ab 1930 bei der »Kolonne Links« (UBL Berlin-Mitte der KPD); blieb 1931 nach einem Gastspiel in der UdSSR; Plakatmaler im Dynamo-Werk in Moskau; bis 1933 nebenberufl. Mitarb. bei der »Kolonne Links«; 1932 Sprecher in der dt. Red. des Moskauer Rundfunks, ab 1933 Schauspieler in der Moskauer Kinofabrik »Rot Front« u. bei anderen Kinostudios; Studium am Moskauer Inst. für graf. Kunst; Zeichner im Verlag für fremdspr. Lit.; 1936 sowj. Staatsbürgerschaft; 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; 1942 Mobilisierung zur Arbeitsarmee; Dispatcher beim Bau eines Industriewerks in Bakal im Ural; 1942/43 Kursant an der KI-Schule in Kuschnarenkowo; Orden »Snak Potschota« (Ehrenzeichen); 1945 Besuch eines Parteischulungskurses bei Moskau, trug dort den Namen »Karl Strauch«. Okt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; anschl. Ref. für Filmwesen in der Dt. ZV für Volksbildung; 1946 SED; 1946 Lizenzträger der DEFA, entwarf das Emblem der DEFA; 1946 – 50 Künstler. Dir. u. Vors. des Verw.-Rats der DEFA; 1949/50 Aufenthalt in der UdSSR; 1950 Staatsbürgerschaft der DDR; ab 1950 als Schauspieler tätig, Mitw. in ca. 150 Filmen; stellv. Vors. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden der DDR; 1981 Ehrenspange zum VVO; 1986 KMO. Filme: Stschors (1941); Wie der Stahl gehärtet wurde (1942); Bogdan Chmelnitzki (1942); Regenbogen (1944); Die Unbeugsamen (1945); Die Buntkarierten (1949); Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse (1954); Thomas Müntzer (1956).Mit »Kolonne Links« durch Sibirien. In: Im Zeichen des roten Sterns. Erinnerungen an die Traditionen der dt.-sowj. Freundschaft. Berlin 1975; Drehlizenz für die DEFA. In:Peter Erler

Wer war wer in DDR

Kling, Wilhelm

* 7.2.1902 – ✝ 17.11.1973

Geb. in Bammental (Krs. Heidelberg); Vater Mühlenarb., Mutter Heimarb.; Volksschule; 1916 – 21 Ausbildung zum Kfm. in Heidelberg; 1919 ZdA-Jugend; Hrsg. der Ztschr. »Aktivist«; 1921 – 24 Angest. in Dortmund; 1922 – 24 Mitgl. u. Sekr. im »Verein zur Abwehr des Antisemitismus in Dtl.«; 1923 Mitarb. im AM-Apparat der KPD Ruhrgeb.; 1925 KPD, versch. Funktionen im UB Dortmund; 1925 – 28 Arbeiter bei Baufirmen, Betriebsrat; 1926/ 27 Besuch der KPD-Schule Ruhrgeb.; 1928/29 arbeitslos; journalist. Beiträge in der KPD-Ztg. »Ruhr-Echo«; 1929 – 33 Red. der Tagesztg. »Berlin am Morgen«; Funktionär des KPD-UB Berlin Moabit u. Südost; ab März 1933 illeg. in Berlin; Mitarb. im M-Apparat der KPD (»Erwin«); Okt. 1933 verhaftet, bis März 1934 Haft im Berliner Kolumbiahaus; Juni 1934 illeg. in Prag; 1934/35 Pol.-Ltr. des KPD-UB Berlin-Neukölln (»Fritz«); Juli 1935 verhaftet, bis Okt. 1936 U-Haft in Berlin-Moabit; Okt. 1936 bei der letzten öffentl. Verhandlung des VGH zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, 1936 – 45 Haft u. a. in den Zuchthäusern Berlin-Plötzensee, Brandenb.-Görden u. Bayreuth sowie in den KZ Aschendorfer Moor, Sachsenhausen (dort Stafkompanie) u. Mauthausen. Juni 1945 Rückkehr nach Berlin; 1945/46 KPD/SED; 1945 Sekr. der KPD Berlin-Neukölln; 1945 – 48 Mitarb. u. Hauptref. der Abt. Wirtschaft des ZK der KPD, dann des ZS der SED; 1948/49 Hauptref. der Abt. Personalpol. des ZK der SED, Ltr. der Unterabt. Funktionäre in Staat u. Wirtschaft, maßgebl. an der Enteignung von »Konzern- u. Kriegsverbrecherbetrieben« beteiligt; 1950/51 Hauptref. für Wirtschaftsfragen der Abt. Westkommission des ZK der SED; 1951 Mitarb. für westdt. Fragen u. KPD-Anleitung (Wirtschaftsfragen) in der Abt. Wirtschaftspol. des ZK der SED; 1951 – 53 Sektorenltr. in der Abt. Planung u. Finanzen des ZK der SED; 1953 – 64 stellv. Dir. des Dt. Wirtschaftsinst.; 1964 – 69 wiss. Mitarb. der Agit.-Kommission beim PB des ZK der SED; 1965 VVO; 1967 KMO; 1970 Rentner; ltd. Mitgl. im Komitee der antifa. Widerstandskämpfer der DDR; gest. in Berlin.Kleine Geschichte der IG Farben, der Großfabrikanten des Todes. Berlin 1957.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Klinz, Werner

* 25.12.1901 – ✝ 22.4.1969

Geboren am 25. Dezember 1901 in Halle/Saale, Sohn einer Arbeiterfamilie. Nach einer kaufmännischen Lehre Schreiber in Rechtsanwaltskanzleien und von 1921 bis 1924 beim thüringischen Ministerium für Volksbildung in Weimar. Seit 1921 in der KPD, war er von Oktober 1924 bis November 1929 Sekretär der KPD-Fraktion im Thüringer Landtag. Wegen Kritik am ultralinken Kurs 1929 Ausschluß aus der KPD, Mitglied der KPO. Bis 1933 erwerbslos, im März 1933 verhaftet, einige Wochen im KZ Nohra, danach wirkte er in der Illegalität. Im März 1935 erneut festgenommen und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Ab 1939 bei einem Akademischen Verlag beschäftigt, wurde Klinz im Mai 1944 zum Strafbataillon 999 eingezogen. Von 1945 bis Mai 1951 Sekretär der KPD bzw. SED-KL Saalkreis. Im Zuge der Parteiüberprüfungen als früherer »Abweichler« abgelöst, kam er als Hauptsachbearbeiter zum Konsum in Halle und wurde am 1. September 1957 Leiter des Heimatmuseums Halle. Im Mai 1961 bestätigte die ZPKK seine KPD-Mitgliedschaft ab 1921. Werner Klinz starb am 22. April 1969 in Halle.

Wer war wer in DDR

Klotz, Sibyll-Anka

* 4.3.1961

Geb. in Berlin; Vater Chemiker; Mutter Gastronomin; 1967 – 75 POS, 1975 – 79 EOS in Strausberg, Abitur; 1975 – 83 FDJ; 1979 – 84 Studium der Philos. an der HU Berlin; 1983 – 89 SED; 1984 – 90 wiss. Mitarb. an der Charité in Berlin; 1989 Gründungsmitgl. des UFV; 1990 Prom. zum Dr. phil. an der HU mit einer Arbeit zu August Bebels »Die Frau u. der Sozialismus«. Jan. 1991 – 2006 Mitgl. des Berliner Abg.-Hauses (anfangs für den UFV); 1997 Mitgründerin der Berliner Initiative »Europa ohne Rassismus«; 1992, 1995 – 97 u. Juni 2000 – Okt. 2006 Vors. (Nachf. von Renate Künast), 1993 – 95 u. Jan. 1998 – Nov. 1999 stellv. Vors. der Frakt. Bündnis 90 / Die Grünen; seit 1995 Mitgl. der Partei Bündnis 90 / Die Grünen; arbeitsmarkt- und frauenpolitische Sprecherin; 2001 Spitzenkand. von Bündnis 90/Die Grünen für das Berliner Abg.-Haus; 2004/05 Vors. der Enquetekommission »Eine Zukunft für Berlin«; seit. Nov. 2006 Stadträtin für Gesundheit u. Soziales im Berliner Stadtbez. Tempelhof-Schöneberg; Gründungsmitgl. der Fraueninitiative »Berlin – Stadt der Frauen«; Beirat der Stiftung Berliner Tafel; lebt in Berlin-Kreuzberg.Olaf W. Reimann / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kmiec, Paul

* 10.8.1893 – ✝ 25.3.1946

Geboren am 10. August 1893 in Dessau, Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Schmied in Uelzen und Hannover, Wanderschaft. 1914 Einberufung zum Kriegsdienst, als Heizer bei der Marine. Anfang 1919 Rückkehr nach Dessau, wurde Mitglied der KPD. Er arbeitete in Wolfen und Dessau, war zeitweise Vorsitzender des Betriebsrates. Kmiec gehörte von 1924 bis 1933 dem Landtag von Anhalt an, war ab 1930 Vorsitzender des Kampfbundes gegen den Faschismus und Mitglied der BL Magdeburg. Am 17. März 1933 auf dem Dessauer Hauptbahnhof verhaftet, kam in »Schutzhaft« und wurde im Juni 1934 in das KZ Oranienburg überführt, von dort in das KZ Roßlau. Danach wieder Arbeiter, aber 1944 erneut inhaftiert und in das KZ Buchenwald eingeliefert. Kmiec kam im Juni 1945 nach Dessau zurück, wo er 1945/46 Sekretär des KPD-UB Dessau wurde. Paul Kmiec starb am 25. März 1946 in Dessau. Marion Goers veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Paul Kmiec.

Wer war wer in DDR

Kneifel, Josef

* 15.11.1942

Geb. in Weißig (Niederschl.); Eltern Gewerbetreibende; aufgew. bei Pflegeeltern in Sachsen; Pflegevater KPD-Funktionär; Lehre als Fleischer, später als Dreher; 1957 – 63 FDJ; freiw. Helfer der VP; Kand. des MfS-Wachregt.; 1968 Protestflugblätter gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR; ab 1972 mehrere Ausreiseanträge; 1975 erste Verurteilung wegen »Staatsverleumdung« zu zehn Mon. Freiheitsentzug, anschl. Schikanen durch staatl. Behörden; nach dem Einmarsch der Roten Armee in Afghanistan Beteiligung an einem Sprengversuch des sowj. Panzermonuments in Karl-Marx-Stadt (9.3.1980); 18.8.1980 gem. mit Ehefrau u. Sohn verhaftet; Verurteilung zu lebenslängl. Haftstrafe, auf die Urteilsverkündung reagiert J. K. mit dem Ausruf: »Genug den Namen des Volkes mißbraucht, ihr Lakaien!«; 1981 – 87 überwiegend in Isolationshaft, u. a. in Brandenb., im Haftkrankenhaus Meusdorf u. im Arrestkeller des Gesonderten Kommandos der Strafvollzugseinrichtung Bautzen I; nach Schikanen u. Mißhandlungen schwere gesundheitl. Schäden; Freilassung u. Abschiebung in die Bundesrep. Dtl. im Rahmen eines Agenten / Dissidenten-Austauschs im Juli 1987. Lebt in Nürnberg; autobiogr. Bericht in »Stalins DDR – Berichte pol. Verfolgter«. Leipzig 1991; im Umfeld der als rechtsextremist. angesehenen Hilfsorgan. Nationaler Gefangener (HNG) aktiv.Siegmar Faust