...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Köfer, Herbert

* 17.2.1921

Geb. in Berlin; Eltern Inh. eines Postkartenverlags; sozialist. Gemeinschaftsschule in Berlin-Niederschönhausen, mittl. Reife an einer Privatschule; kaufm. Lehre, Abbruch nach sechs Monaten; 1937 – 40 Ausbildung bei Agnes Windeck u. René Deltgen an der Schauspielschule des Dt. Theaters in Berlin; 1940 Debüt am Staatstheater Brieg (Schlesien); ab 1941 Kriegsdienst, Verwundung, engl. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 47 am Neuen Berliner Künstlertheater; 1946 SED; 1947/48 an der Volksbühne, 1950 –52 Engagement am Dt. Theater, 1956 – 59 beim Berliner Kabarett »Distel«; seit 1951 vorwiegend bei Film u. Fernsehen; präsentiert am 21.12.1952 mit den Nachrichten der »Aktuellen Kamera« die erste DFF-Sendung aus Berlin-Adlershof; Höhepunkte in der Rolle des SS-Hauptsturmführers Kluttig in »Nackt unter Wölfen« (1962), als Gutsverwalter Studtmann in »Wolf unter Wölfen« (1964) u. Werkmeister Barberino im TV-Mehrteiler »Krupp u. Krause« (1969); später vorzugsweise heitere Rollen, u. a. in den TV-Serien »Rentner haben niemals Zeit« (1978) u. »Geschichten übern Gartenzaun« (1982); Moderator zahlr. Unterhaltungsprogramme, u. a. »Da lacht der Bär«, »Das blaue Fenster« sowie der Kinomagazine »Hauptfilm läuft« u. »Treffpunkt Kino«; Mitwirkung in legendären Filmen, u. a. »Kleiner Mann – was nun?« (1967), »Hauptmann Florian von der Mühle« (1968), »Jeder stirbt für sich allein« (1970) u. der TV-Serie »Polizeiruf 110«; 1969 u. 1986 NP; wiederholt »Fernsehliebling« der Wochenztg. »FF dabei«; ab 1981 Mitgl. der Berliner Stadtverordnetenversamml. Nach 1990 verstärkt Rollen im Boulevard-Theater, u. a. in »Rosen-Emil« am Hansa-Theater Berlin, Hauptrolle in »Pension Schöller« an der Komödie Dresden u. im Theater am Kudamm, Berlin; TV-Serienrollen in »Auto Fritze«, »MS Königstein«, »Elbflorenz«, »In aller Freundschaft«; insg. mehr als 80 Filmrollen; im Guiness-Buch der Rekorde eingetragen als »dienstältester Trabrennfahrer«; 2002 »Goldene Henne« für sein Lebenswerk; seit 2003 Tourneetheater »Köfers Komidiantenbühne«; lebt in Zeuthen (b. Berlin).Das war’s noch lange nicht. Erinnerungen. Frankfurt (Main), Berlin 1995; »Nie war es so verrückt wie immer ?«. Berlin 2006.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Köhler, Fritz

* 13.10.1903 – ✝ 1956

Geboren am 13. Oktober 1903 in Berlin; kaufmännischer Angestellter, er besuchte die Fachschule der Korporation der Kaufmannsschaft Berlin. Seit 1918 Mitglied der FSJ, ab 1919 in der KPD, zeitweise gehörte Köhler der Zentrale der FSJ an und war 1921 Sekretär im Exekutivkomitee der KJI in Moskau. Von 1922 bis 1924 Buchhändler, dann Volontär bei der Zeitung »Welt am Abend«, ab 1925 Redakteur der Leipziger »Messeamts-Zeitung«. Er war von 1926 bis 1929 Redaktionsmitglied der »Roten Fahne« und Leiter des Berliner Lokalteils. Wegen Kritik am ultralinken Kurs aus der KPD ausgeschlossen, wurde Köhler im Mai 1929 Mitglied der SPD, Mitarbeiter beim »Vorwärts« und für verschiedene Zeitungen des ADGB tätig. Bis zum Verbot im Oktober 1933 freier Reporter für die »Tägliche Rundschau«, anschließend bis 1940 Lokalredakteur für die »Vossische Zeitung«, das »Berliner Tageblatt« und die »Berliner Volks-Zeitung«. Von 1940 bis 1945 zur Wehrmacht eingezogen, fünf Monate in Kriegsgefangenschaft. 1945 Mitglied der SPD, 1946 der SED, Köhler wurde Redakteur beim »Neuen Deutschland« und Leiter der Ausgabe für die SBZ. Im Herbst 1948 in die Westzonen geflüchtet, kam er als Redakteur zum Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. Fritz Köhler starb im August 1956 in Düsseldorf.

Wer war wer in DDR

Köhler, Heinz

* 20.11.1928 – ✝ 18.8.1986

Geb. in Schmalkalden; Vater Werkzeugschmied; Volksschule, Handelsschule; Lehre als Bankkfm.; 1945 KPD/SED; 1948/49 Besuch der ABF Jena; 1949 – 51 Studium der Volkswirtschaft in Jena; 1951 – 54 wiss. Mitarb. für Publikationswesen im Staatssekr. für HFS-Wesen; 1954 – 59 Mitarb. der Abt. Wiss. des ZK der SED; 1959/60 Verlagsassistent; 1961 – 76 Ltr. der Verlagsgr. Bibliograph. Inst. Leipzig, Verlag Enzyklopädie Leipzig, Max Niemeyer Verlag Halle (die Verlagsgr. produzierte hauptsächl. Lexika, Sprachlehr- u. Wörterbücher); 1963 – 84 Vorstandsmitgl., 1966 – 71 Vorsteher des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig (Nachf. von  Klaus Gysi); 1970 NP; 1976 – 86 Dir. des Leipziger Kommissions- u. Großbuchhandels (LKG).Carsten Wurm

Wer war wer in DDR

Köhler, Siegfried

* 2.3.1927 – ✝ 14.7.1984

Geb. in Meißen; 1933 – 45 Volks- u. Oberschule in Meißen; 1944 NSDAP; 1945 – 50 Studium von Komposition, Klavier u. Dirigieren an der Akad. für Musik u. Theater Dresden; daneben Ltr. des Jugendchors Meißen; 1950 – 52 Studium der Musikwiss. u. Kunstgeschichte an der Univ. Leipzig, 1952 – 55 dort Aspirantur; Lehrbeauftr. am Musikwiss. Inst. der Univ. Leipzig; 1952 – 57 1. Vors. des VDK im Bez. Leipzig; 1955 Prom.; 1955 – 57 wiss. Mitarb. im VDK; 1956 SED; 1957 – 63 Dir. der Internat. Musikbibliothek Berlin; 1963 – 68 künstler. Dir. des VEB Dt. Schallplatten; 1968 – 80 Rektor des HS für Musik Dresden (Nachf. von Hans Georg Uszkoreit); 1969 Prof.; 1970 Prof. für Komposition; 1972 Abg. des Bez.-Tags Dresden; 1974 Prom. B; ab 1980 freischaff.; 1979 – 83 Vors. des Beirats der Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte; 1978 AdK; 1979 NP; 1953 – 56 Vors. des Bez.-Verb. Dresden u. 1982 – 84 Präs. des VDK (Nachf. von  Ernst Hermann Meyer); 1983/84 Intendant der Semperoper Dresden; komponierte zunächst Chor- u. Massenlieder, u. a. »Heut ist ein wunderschöner Tag«, seit den 60er Jahren sinfon. Musik (vier Sinfonien), die Oper »Der Richter von Hohenburg« u. Oratorien, u. a. »Reich des Menschen«; Publ. über Heinrich Schütz (1972), die Musikstadt Dresden (1976) u. über Grundfragen der musikhist. Periodisierung; gest. in Berlin.Schönfelder, S.: S. K. Für Sie porträtiert. Leipzig 1984.Torsten Musial / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Kohlhaase, Wolfgang

* 13.3.1931

Geb. in Berlin; Vater Maschinenschlosser; Volksschule; ab 1947 Volontär bei der Jugendztg. »Start«, 1950 bei »Junge Welt«; dort Ltr. der Kulturabt.; 1950 SED; 1950 – 52 Dramaturg bei der DEFA; seit 1952 freischaff. Schriftst. (Film- u. Fernsehdrehbücher, Hörspiele, Erzählungen); 1954 NP; 1957 Kunstpreis der FDJ; seit 1957 Mitgl. im Vorst. des DSV/SV, zeitw. Mitgl. der SED-Parteiltg. des SV; 1968 NP; 1970 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR; 1972 Mitgl. der AdK; Prix Italia; Drehbuchpreis Chicago-Filmfestival; 1977 NP. 1990 Lubitsch-Preis; Käutner-Preis; 1991 Mitgl. der AdK Berlin-Brandenb.; 2000 Europ. Filmpreis; 2007 Bundesverdienstkreuz. Zu den bedeutenden Filmarbeiten (Drehbücher) zählen die am ital. Neorealismus orientierten Berlin-Filme »Alarm im Zirkus«, »Eine Berliner Romanze« u. »Berlin – Ecke Schönhauser«, R:  Gerhard Klein, UA 1954, 1956, 1957; maßstabsetzende Filme mit antifa. Themen: »Ich war neunzehn« (R:  Konrad Wolf, UA 1968), »Mama, ich lebe« (R: Konrad Wolf, UA 1977), »Der Aufenthalt« (R:  Frank Beyer, UA 1983), »Die Grünstein-Variante« (Hörspiel 1976), Filmregie: Bernhard Wicki (UA 1984), sowie einige realistische Gegenwartsfilme: »Der nackte Mann auf dem Sportplatz« (UA 1974), »Solo Sunny« (R: Konrad Wolf, UA 1980); weitere Arbeiten: »Der Sender Gleiwitz« (Dok.-Film, UA 1961), »Die Zeit, die bleibt« (Dok.-Film, UA 1985), »Der Bruch« (Spielfilm, UA 1989), »Der Hauptmann von Köpenick« (Fernsehfilm, UA 1996), »Die Stille nach dem Schuß« (R: Volker Schlöndorff, UA 1999); »Sommer vorm Balkon« (R.  Andreas Dresen, UA 2005); »Haus u. Kind« (R. Andreas Kleinert, 2008/ 09); »Whisky mit Wodka« (R. Andreas Dresen, 2009).Sylvester mit Balzac u. andere Erz. Berlin, Weimar 1977. Warnecke, P., Poss, I.: Spur der Filme. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth / Andreas Kölling

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kohn, Joseph (Joko)

* 1897

Über die Kindheit von Joseph Kohn war nichts zu ermitteln. Er soll 1897 geboren sein, wuchs in Wien auf, schloß sich bei ihrer Gründung der KPÖ an und übte verschiedene Funktionen aus, bis er 1924 aus der KPÖ ausgeschlossen wurde und im selben Jahr nach Berlin übersiedelte. Hier als Joko eifriger Anhänger von Arkadi Maslow, war in der linken Opposition aktiv, unterschrieb den »Brief der 700«. Joko wurde nach seinem Ausschluß aus der KPD im September 1926 in die Reichsleitung der Linken Kommunisten gewählt und unterzeichnete den Brief an den XI. Parteitag der KPD 1927. Im August 1927 stellte er mit Ruth Fischer und weiteren führenden Linken den Wiederaufnahmeantrag in die KPD, den die Zentrale als Provokation zurückwies. Er war 1928 Mitbegründer des Leninbundes, hat in dessen Reichsleitung eng mit Anton Grylewicz zusammengearbeitet und gehörte zu den Gründern des deutschen Trotzkismus. Seit der Schaffung der Linken Opposition (LO) der Trotzkisten war er in deren Reichsleitung und trat bei allen Diskussionen in den Organen der LO hervor. Auch nach dem Bruch mit Kurt Landau blieb Joko einer der Führer, wurde jedoch später seiner Funktionen enthoben und nach dem Erscheinen der gefälschten »Permanenten Revolution« durch Roman Well und Adolf Senin Anfang 1933 ausgeschlossen. Er war beim Übergang zur Illegalität und dann in der französischen Emigration wieder in den trotzkistischen Gruppen aktiv. Das weitere Schicksal von Joseph Kohn (Joko) ist unbekannt.

Wer war wer in DDR

Kolditz, Lothar

* 30.9.1929

Geb. in Albernau (Krs. Aue, Sachsen); Abitur; 1948 – 52 Studium der Chemie an der HU Berlin, Dipl.-Chemiker; dort 1954 Prom. zum Dr. rer. nat. u. 1957 Habil.; 1957 – 59 Prof. mit Lehrauftrag für anorgan. u. Radiochemie an der TH für Chemie Leuna-Merseburg; 1959 – 62 Prof. für anorgan. Chemie u. Dir. des Anorgan.-Chem. Inst. der FSU Jena; 1962 – 79 ord. Prof. mit Lehrstuhl für anorgan. Chemie u. Dir. des ersten Chem. Inst., später zeitw. Dir. der Sekt. Chemie der HU Berlin; 1972 Ord. Mitgl. der AdW, ab 1980 Dir. ihres ZI für anorgan. Chemie (Nachf. von Herbert Grunze); gleichz. Honorarprof. an der HU Berlin; 1980/ 81 stellv. Vors. des Bez.-Aussch. Berlin der NF; 1981 – 89 Präs. des NR der NF (Nachf. von  Erich Correns); seit 1982 Mitgl. des Staatsrats; 1983 Dr. h. c. der Bergakad. Freiberg; 1983 – 90 Mitgl. des Präs. des ZV der DSF; 1986 – 89 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1986 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1972 NP; 1984 VVO; 1992 Vorruhestand. Experte für Chemie der Halogene, insbes. des Fluors; Veröff. u. a. über reine u. gemischte Halogene, Halogenierungsreaktionen, Oxo- u. Thiofluorkomplexe.Anorganikum. Lehr- u. Praktikumsbuch der anorgan. Chemie. Berlin 1967 (mit Autorenkoll.); Nuclear quadrupole resonance in inorganic chemistry. Amsterdam u. a. 1987 (mit J. A. Buslaev u. E. Kravcenko).Hubert Laitko

Wer war wer in DDR

Kolodniak, Alfred

* 9.10.1931

Geb. in Dewitz (Krs. Neubrandenburg); Vater Melker, Mutter Hausfrau; 1938 – 46 Grundschule in Dewitz; 1946 – 49 Lehre als Klempner u. Installateur in Burg Stargard bei einem Klempnermeister; 1946 FDJ; 1948 / 49 Praktikant auf der Mathias-Thesen-Werft in Wismar; 1950 – 54 Studium an der Ingenieurschule für Schiffsbautechnik Wismar, Ing. für Schiffsmaschinenbau; 1954 / 55 Ing. für Neuererwesen im VEB Mansfeld-Bergbau-Kombinat; 1956 / 57 Hauptreferent für Neuererwesen in der Hauptverw. für Erzbergbau im VWR der DDR in Eisleben; 1959 SED; 1958 – 66 Ltr. des Büros für Neuererwesen in der VVB NE-Metallind. in Eisleben; 1958 – 60 Fachschulfernstudium beim Amt für Erfindungs- u. Patentwesen in Berlin, Patent-Ing.; 1964 – 66 Parteiorganisator des ZK u. Sekr. der SED-BPO in der VVB NE-Metallind.; 1967 – 69 Parteiorganisator des ZK u. Sekr. der SED-BPO in der VVB Metallaufbereitung Berlin; 1968 – 73 Fernstudium an der PHS »Karl Marx«, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1970 – 79 pol. Mitarb. der Abt. Maschinenbau / Metallurgie des ZK der SED; 1979 – 83 GD des VEB Kombinat Metallaufbereitung Halle; 1982 – 89 Vors. des BV der Volkssolidarität Halle u. Mitgl. ihres ZV; 1984 – Jan. 1990 Vors. des Rats des Bez. Halle (Nachf. von  Helmut Klapproth); 1985 – Jan. 1990 Abg. des Bezirkstags Halle; seit Jan. 1990 parteilos; 9.1.1990 bis 12.4.1990 in U-Haft in Halle; am 31.5.1990 Anklage wg. »zweifachen Vertrauensmißbrauchs in einem schweren Fall« durch den Bezirksstaatsanwalt Halle. 12.12.1990 vorläufige Einstellung des Verfahrens durch das Bezirksgericht Halle gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 10.000 DM; am 29.1.1991 endgültige Einstellung des Verfahrens.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Konieczny, Jakob

* 13.7.1886 – ✝ 10.1.1929

Geboren am 13. Juli 1886 in Zgliniec; Bergarbeiter. Er übersiedelte vor dem Weltkrieg ins Ruhrgebiet, Mitglied der SPD, Mitbegründer des Spartakusbundes in Herne. Ende 1918 Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD in Berlin. 1919 war er Mitglied des Zentral-Zechenrates (Neunerkommission) im Ruhrgebiet. Delegierter des III. Parteitags 1920 in Karlsruhe, im Herbst 1920 wurde Konieczny als Parteisekretär nach Oberschlesien geschickt. Vom V. Parteitag 1920 in Berlin in den Zentralausschuß gewählt, war er 1921 Anhänger von Paul Levi. Er trennte sich 1921 von der KPD und blieb parteilos. Jakob Konieczny starb am 10. Januar 1929 in Herne.

Wer war wer in DDR

König, Johannes

* 2.4.1903 – ✝ 22.1.1966

Geb. in Arnstadt; alleinerziehende Mutter Arbeiterin; Volksschule; Ausbildung zum Gerber; 1919 FSJ u. KPD; 1919 – 21 Ltr. des KJV in Arnstadt; 1921/22 hauptamtl. KJV-Sekr. in Thür.; 1923/24 Pol.-Ltr. der illeg. KPD in Westthür.; Frühjahr 1924 nach Aufhebung des KPD-Verbots erneut Arbeit als Gerber in Ilmenau u. Ltr. des KPD-UB Arnstadt; 1924 Red.-Volontär bei der »Neuen Ztg.« in Jena u. 1925 Ltr. der Red. in Gotha; 1925/26 2. Pol. Red. der »Soz. Rep.« in Köln; zeitw. auch Red. der KPD-Partei-Wochenztg. in Danzig; anschl. pol. Red. der »Arbeiter-Ztg.« in Mannheim; Anfang 1928 Chefred. der KPD-Ztg. in Remscheid, Ende 1928 Chefred. der KPD-Ztg. »Bergische Arbeiterstimme« in Solingen; 1929 Chefred. von »Kämpfer« Chemnitz; 1930 von »Arbeiterstimme« Dresden; 1930 vom Reichsgericht wegen »Hochverrats« zu anderthalb Jahren Festungshaft verurteilt, verbüßt in Gollnow; Sept. 1931 – Aug. 1932 Ltr. des gesamten Pressewesens der RGO; 1932/33 erneut Chefred. in Chemnitz; ab Febr. 1933 Ltr. der illeg. KPD im Gebiet Chemnitz; Mai 1933 Verhaftung, bis Okt. 1934 KZ Colditz u. Sachsenburg; Febr. 1936 Verhaftung in Köln, im Herbst 1936 vom Senat des VGH in Dresden zu 20 Mon. Haft verurteilt; nach der Entlassung Aufenthalt in Köln; 1.4.1939 Emigr. nach Shanghai; 1941 – 47 Mitarb. der Fernostabt. der sowj. Nachrichtenagentur TASS; Ltr. der dt. KP-Gruppe. Aug. 1947 Rückkehr in die SBZ; SED; 1947 – 50 Chefred. der »Sächs. Ztg.«; ab April 1950 Mitarb. des MfAA; 1950 – 55 Botschafter der DDR in der VR China; 1955 – 59 Botschafter der DDR in der UdSSR (Nachf. von  Rudolf Appelt); 1959 – 65 stellv. Minister für Ausw. Angelegenh.; ab 1965 Botschafter der DDR in der ČSSR im Range eines stellv. Ministers; 1954, 1959 u. 1963 VVO.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Arthur

* 18.4.1884 – ✝ 1945

Geboren am 18. April 1884 in Breslau; Arbeiter in Maschinen- und Papierfabriken, später Hausdiener und Zeitungsbote. Schließlich wurde er (nachdem er sich durch Selbststudium ein umfangreiches Wissen angeeignet hatte) Buchhändler. 1904 trat König der Gewerkschaft und der SPD bei, lebte im Ruhrgebiet und war von 1912 an in Dortmund in einer SPD-Buchhandlung angestellt. Von 1916 bis 1918 als Soldat an der Westfront, im September 1918 desertierte er und schloß sich der Spartakusgruppe an. König nahm als Delegierter Dortmunds am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin teil, wurde 1920 Vorsitzender der Partei in Essen und hauptamtlicher Sekretär. In der Roten Ruhrarmee spielte er 1920 eine bedeutende Rolle. Auf dem Vereinigungsparteitag mit der USPD 1920 in den ZA der VKPD gewählt, ebenso auf dem VII. Jenaer Parteitag 1921. 1922 leitete er als Sekretär den UB Dortmund der KPD, wurde 1923 Orgleiter des Oberbezirks West und als Vertreter der Linken auch in die Zentrale kooptiert. König gehörte in Westdeutschland zu den Führern der Linken und nahm im Januar 1924 als deren Vertreter an der Moskauer Konferenz gegen die Brandler-Führung teil. Auf dem Bezirksparteitag im Ruhrgebiet im März 1924 hielt er für die Linken das Hauptreferat. Der IX. Frankfurter Parteitag im April 1924 wählte ihn in die Zentrale, als Hauptkassierer führte er die Kasse der KPD. Im Mai und Dezember 1924 zog König im Wahlkreis Düsseldorf als Abgeordneter in den Reichstag ein. Die Gelder der KPD legte er in verschiedenen Fabriken usw. an, um Gewinne zu erzielen, stieg für die KPD sogar ins Schallplattengeschäft ein, was später als »idiotisch« verurteilt wurde, weil die KPD-Führung befürchtete, der Rundfunk werde die Schallplattenindustrie vernichten. Das Ergebnis seiner Transaktionen war ein Verlust von zunächst 100000 Mark. Da Geschäftsabschlüsse gefeiert worden waren und bald Gerüchte über wilde Gelage und Unterschlagungen in der Partei umgingen, wurde König als Kassierer 1925 abgesetzt und eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet. Diesen Skandal versuchte die Komintern nach dem »Offenen Brief« auch gegen Werner Scholem und Ruth Fischer auszunutzen; schließlich wurde jedoch festgestellt, daß König sich nicht persönlich bereichert hatte. Zwar nicht aus der KPD ausgeschlossen, mußte er jedoch im November 1925 sein Reichstagsmandat niederlegen, Nachrückerin wurde die Arbeiterin Agnes Plum. Die KPD-Führung erfüllte ihm allerdings seinen Wunsch, auf einer Italienreise die dortigen Kunstschätze kennenzulernen. Politisch spielte er keine Rolle mehr, blieb bis Anfang der dreißiger Jahre im Inseratengeschäft für die KPD tätig. Arthur Königs weiterer Lebensweg konnte nicht eindeutig geklärt werden. Er soll nach 1933 im antifaschistischen Widerstand gewesen sein, bei einer Gruppe in der Lausitz. Nach Angaben Robert Neddermeyers wurde Arthur König 1945 von der SS in Strausberg bei Berlin erschossen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Max

* 6.4.1868 – ✝ 1946

Geboren am 6. April 1868 in Berlin; lernte Mechaniker und besuchte eine Werkmeisterschule. Zunächst Gehilfe, dann Werkmeister einer Telegraphenbauanstalt. 1888 trat König der SPD bei und widmete sich als Schriftsteller solchen Themen wie der Volksgesundheit und Volkswirtschaft. Von 1897 bis 1910 war er Herausgeber der »Reformblätter«. 1912/13 lebte er in Hannover und übersiedelte anschließend nach Dresden-Niederlößnitz, war von 1913 bis 1920 1. Vorsitzender bzw. 2. Geschäftsführer des Verbandes »Volksgesundheit«. Ab Juni 1920 besoldeter Stadtrat (Kämmerer) in Weißenfels. Der 1917 zur USPD übergetretene König gehörte 1920 zu den Linken in der USPD-Bezirksorganisation Halle-Merseburg, die den Anschluß an die III. Internationale und die Vereinigung mit der KPD propagierten. Im Februar 1921 wurde er im Wahlkreis Merseburg in den Preußischen Landtag gewählt und gehörte der KPD-Fraktion bis zum Ende der Legislaturperiode 1924 an. Ende November 1924 wurde er als Kämmerer in Weißenfels abgelöst und in den einstweiligen Ruhestand versetzt, offiziell aus finanziellen Gründen. Dagegen legte König Widerspruch ein, denn er vermutete politische Gründe für seine Entlassung. Von November 1925 bis Juni 1932 war er ehrenamtlicher Geschäftsführer des Gewerkschaftshauses in Weißenfels. Wegen politischer Differenzen trat König 1927 aus der KPD aus und schloß sich 1932 der SAP an. 1932 kam er endgültig in den Ruhestand, arbeitete 1932/33 als ehrenamtlicher Wohlfahrtspfleger in Berlin-Charlottenburg. Nachdem König 1933 die Pension gestrichen wurde, lebte er bis 1939 als Versicherungsagent in Dresden-Radebeul, von Januar 1940 bis Juni 1943 war er Kassierer bei der Viktoria-Lebensversicherung in Osnabrück, ab Juli 1943 Buchhalter in der Firma seines Neffen Günter König. Max König starb 1946 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Kofler, Leo

* 26.4.1907 – ✝ 29.7.1995

Geb. in Chocimierz (Galizien, Österreich-Ungarn / Ukraine) in einer jüd. Familie, Vater Großgrundbesitzer; 1915 Übersiedl. der Familie nach Wien; 1916 – 27 Handelsgymnasium, Wiener Kunstakad.; SPÖ; ab 1928 Ref. der Wiener Bildungszentr. der Soz. Gewerkschaftsjugend; 1930 – 38 Studium bei Max Adler; 1938 Verhaftung durch die dt. Besatzungsmacht, Flucht in die Schweiz, dort Internierung u. Arbeitsdienst bis 1944; Ermordung der Eltern in Auschwitz; 1944 erscheint in Bern »Die Wiss. von der Ges.« (Ps. Stanisław Warynski). 1947 Übersiedl. in die SBZ; SED; Habil. mit der Arbeit »Zur Geschichte der bürgerl. Ges.« (Veröff. 1948 an der Univ. Halle); anschl. dort Prof. für Geschichtsphilos. u. Dir. des Inst. für Hist. Materialismus; 1949 Einzug von Teilen der 2. Aufl. des Buches aus dem Handel wegen »Kritik an bürokrat. Tendenzen in SED u. SBZ, fehlender Demokratie in der UdSSR u. der Verfechtung eines marxist. Totalitätsbegriffs«; Einsetzung einer Untersuchungskommission an der PHS, Denunziation als »idealist. Marxist« ( Kurt Hager), »ideolog. Schädling« ( Rugard O. Gropp) u. »Trotzkist«; Verweigerung der geforderten »Selbstkritik«; 1950 demonstrativer Austritt aus der SED, Entlassung aus allen Ämtern; Ende 1950 Flucht vor drohender Verhaftung nach Berlin (West); 1951 Niederlassung in Köln; 1953 Gastdoz. an der Sozialakad. Dortmund; danach Lebensunterhalt durch publizist. u. wiss. Autorentätigkeit (mehr als 30 Bücher, zahlr. Ztschr.- u. Ztg.-Artikel), Vortragsreihen, Lehraufträge in der Erwachsenenbildung; 1966 Gespräche mit Georg Lukács, Hans Heinz Holz u. Wolfgang Abendroth in Budapest; 1967 Diskussionen mit Herbert Marcuse bei den Salzburger Humanismusgesprächen; 1970 Doz. für Soziol. an der Kunstakad. Köln, 1973 Lehrstuhlvertr. in Bochum, 1975 Honorarprof. an der Ruhruniv. Bochum; 1977 Ehrenbürger von Wien. 1990 Reise in die DDR; Vorträge an der MLU Halle, KMU Leipzig u. HU Berlin; gest. in Köln.Das soziale Werden der Gegenwart. Düsseldorf 1954; Geschichte u. Dialektik. Hamburg 1955; Stalinismus u. Bürokratie. Neuwied, Berlin 1970; Soziol. des Ideologischen. Stuttgart 1975; Aufbruch in der Sowjetunion? Von Stalin zu Gorbatschow. Hamburg 1986. Bloch, E. (Hrsg.): Marx. u. Anthropologie. Fs. für L. K. Bochum 1980; Jünke, C. (Hrsg.): Am Beispiel L. K.s Marxismus im 20. Jh. Münster 2001; Jünke, C.: Sozialist. Strandgut. L. K. – Leben u. Werk. Hamburg 2007.Hans-Christoph Rauh / Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Köhler, Gustav

* 5.9.1885 – ✝ 20.8.1952

Geboren am 5. September 1885 in Stendal; lernte Mechaniker. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD. Nach dem Krieg Übersiedlung nach Ulm, wo er sich der USPD anschloß und 1920 mit der linken USPD zur KPD ging. Auch in der KPD Anhänger des linken Parteiflügels. 1924 in den Württembergischen Landtag gewählt, im gleichen Jahr hauptamtlicher Orgleiter des KPD-Bezirks Württemberg. Anfang 1927 als Orgleiter abgelöst, blieb Köhler hauptamtlicher Instrukteur im Schwarzwald, später in Ulm. Auch 1928 wieder in den Landtag gewählt, gehörte er dem Parlament bis 1933 an. Am 13. März 1933 verhaftet, wurde Köhler zwölf Jahre und zwei Monate lang von KZ zu KZ geschleppt (Heuberg 1933, bis 1935 Kuhberg, danach bis 1939 Dachau, anschließend bis 1940 Flossenbürg und schließlich bis 30. April 1945 Dachau) und kam erst 1945 frei. Gesundheitlich schwer angeschlagen, kehrte er nach Württemberg zurück. Hier arbeitete er bis zur Erreichung der Altersgrenze 1950 als Berichterstatter im Württembergischen Innenministerium und trat politisch nicht mehr hervor. Nach langer Krankheit starb Gustav Köhler am 20. August 1952 in Stuttgart.

Wer war wer in DDR

Köhler, Irene

* 23.6.1918 – ✝ 8.2.1984

Geb. in Weimar; Vater Schlosser; Volks- u. Aufbauschule; 1935 Werkstattschreiberin bei Carl Zeiss; anschl. Sekr. im Thüringenwerk. 1945 KPD; persönl. Ref. beim thür. Landesamt für Arbeit; 1945 – 51 Ltr. des Büros des Innenmin. der Landesreg. Thür. bzw. Ltr. in der Abt. Schulung; 1946 SED; 1951/52 Instrukteurin, 1952 – 62 Sektorenltr. im ZK der SED; Fernstudium an der ASR Potsdam, 1954 Dipl.-Staats- u. Rechtswiss.; 1962 – März 1969 Ltr. der Arbeitsgr. bzw. Abt. »Befreundete Parteien u. Org.« des ZK der SED; März 1969 – Mai 1970 Sekr. des DSF-ZV; später wissenschaftl. Mitarb. im Fernsehen der DDR; 1965 u. 1977 VVO.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Köhler, Thomas

* 25.6.1940

Geb. in Zwickau; Schule in Oberwiesenthal, 1954 – 58 OS in Schwarzenberg; Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1956 – 67 aktiv im Rennschlittensport; 1958 – 64 Fernstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; SED; 1968 – 76 Verb.-Trainer für Rennschlittensport; ab 1970 Präs.-Mitgl. des DTSB; Abg. der Volkskammer; 1974 Prom. zum Dr. paed. über Schlittensport; 1977 – 80 Abt.-Ltr. für Wintersport im DTSB; 1980 – 89 Vizepräs., verantw. für Leistungs-, ab 1987 für Wintersport; 2. Platz bei den Junioren-Europameisterschaften 1958, 1962 u. 1967 WM im Ein-, 1967 im Doppelsitzer; 1964 Olymp. Spiele: Sieger (Einsitzer); 1968 Olymp. Spiele: Sieger im Doppelsitzer, 2. Platz im Einsitzer; 1968 – 76 Verb.-Trainer für Rennschlittensport; 1976/ 77 Ltr. der Nationalmannschaft Spezialsprunglauf; VVO. Aug. 1990 – 93 Geschäftsf. des SV IHW Alex 78 e. V.; 1993 – 2005 Marketing-Ltr. einer Feinkostkette; Verurteilung ohne Prozess wg. Beihilfe zum Doping zu einer Geldstrafe; Ruhestand.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kohlmann, Paul

* 7.2.1894 – ✝ 17.10.1956

Geboren am 7. Februar 1894 in Berlin-Schöneberg; Schleifer. Seit Anfang der zwanziger Jahre Mitglied der KPD. Als Betriebsarbeiter im September 1930 für den Wahlkreis Potsdam II als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Von der KPD zu den Reichstagswahlen 1932 nicht mehr aufgestellt, trat er in der Partei nicht mehr hervor. Über Kohlmanns Schicksal nach 1933 sowie nach 1945 ist nichts bekannt, er wohnte als Arbeiter bzw. Rentner in West-Berlin. Paul Kohlmann starb am 17. Oktober 1956 in Berlin-Wilmersdorf.

Wer war wer in DDR

Kohrt, Günter

* 11.3.1912 – ✝ 17.12.1982

Geb. in Berlin; Vater Elektromonteur, Mutter Verkäuferin; 1912 – 18 Johannisstift in Berlin-Spandau, 1918 – 27 Volksschule, Realschule; 1927 – 30 Ausbildung zum kfm. Angest. in Berlin; 1927 – 29 ZdA; 1929 Freidenkerverb.; 1930 – 33 SPD; 1933 kfm. Angest. beim Mosse-Verlag; arbeitslos; 1932/33 Mitgl. der illeg. Gruppe »Sozialwiss. Vereinigung« bzw. »Rote Kämpfer«; 1934/35 Haussuchungen; 1933 – 45 Buchhalter; 1933 – 41 DAF; 1941 – 45 Wehrmacht; Mai/Juni 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft in Moosbach (Braunau / Inn). 1945/46 KPD/SED; Aug. 1945 – 49 Hauptsachbearb., Ref.-Ltr., Ref. u. ab Dez. 1948 Dezernent in der Abt. Volksbildung beim Magistrat von Groß-Berlin; April 1949 SED-KPS Kaulsdorf; Sept. – Dez. 1949 DVA; Dez. 1949 – Febr. 1951 persönl. Ref. von  Anton Ackermann im MfAA; 1951 Ltr. der Abt. I (Dtl.-Pol. der westl. Besatzungsmächte); ab 1952 Ltr. der HA II, 1953 der HA III im MfAA; 1954 – 57 PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1957 – 64 1. Stellv. Ltr. der Abt. IV des ZK der SED; 1964 – 66 Botschafter der DDR in der VR China (Nachf. von  Josef Hegen); 1966 – 73 Staatssekr. im MfAA, wesentl. an der Vorber. der dt.-dt. Gipfeltreffen in Erfurt u. Kassel beteiligt; 1973/74 Botschafter in Ungarn (Nachf. von Herbert Plaschke); 1974 Berater im MfAA; 1975 Invalidenrentner; 1972 VVO; 1980 Präs. der Liga der Vereinten Nationen in der DDR (Nachf. von  Peter Alfons Steiniger).Auf stabilem Kurs. Stationen der Außenpol. der DDR. Berlin 1980.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Koll, Otto

* 14.12.1905 – ✝ 29.5.1940

Geboren am 14. Dezember 1905 in Remscheid, Schlosser. Seit 1927 Mitglied der KPD, ab 1931 Organisationsleiter der RGO im UB Remscheid. 1932 Delegierung an die M-Schule der Komintern nach Moskau, Schuldeckname Klaus. Ab 1933 illegale Arbeit unter dem Decknamen Hans, Kurier der BL Niederrhein. 1934 Flucht in die Niederlande, dort Anfang Februar 1935 als Illegaler zusammen mit Karl Kleinjung festgenommen. Er wurde nach Belgien ausgewiesen, Leitungsmitglied der KPD-Emigration in Brüssel, Deckname Walter, zuletzt Grenzarbeit von Luxemburg aus. Nach Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit am 1. Februar 1937 wurde er Ende April 1940 von der belgischen Polizei festgenommen. Am 29. Mai 1940 beging Otto Koll angeblich Selbstmord im Gerichtsgefängnis Lüttich.

Wer war wer in DDR

Kolodziej, Horst

* 16.4.1935 – ✝ 27.7.2007

Geb. in Kupp (Krs. Oppeln, Schles. / Kup, Polen); Volksschule; Zimmermannslehre; Lehrer; 1955 Mitgl. der SED; 1961 Stellv. Vors. des Rats für Körperkultur u. Sport im Krs. Wolmirstedt; Stud. der Kunstwiss.; Aspirantur u. Prom. am Inst. für Gesellschaftswiss. beim ZK der SED; ab 1975 VBK, Abt.-Ltr. Angewandte Kunst, seit 1976 geschäftsf. Sekr. des ZV des VBK; 1979 u. 1982 VVO; 1984 – 89 1. Sekr. des ZV VBK; 1984 Banner der Arbeit; 1989 VVO. Nach 1990 Mitbegr. u. stellv. Bundesvors. der Gesell. zum Schutz von Bürgerrecht u. Menschenwürde (GBM).Kunstdokumentation SBZ / DDR 1945 – 1990. Köln 1996.Astrid Volpert, Jg. 1952; 1971 – 78 Studium der Kultur- und Kunstwissenschaften sowie Journalistik an der KMU Leipzig; bis 1991 Redakteurin für Kultur, Literatur und bildende Kunst in Berliner Verlagen (Junge Welt, Neues Leben, Henschelverlag); 2001 – 04 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitherausgeberin der Kopelew-Studien »Russen und Deutsche im 20. Jahrhundert« am Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum; seit 2004 freiberufliche Lektorin, Kuratorin und Kunstkritikerin in Berlin bzw. Russland.

Wer war wer in DDR

König, Gerd

* 24.6.1930 – ✝ 27.11.2009

Geb. in Klettwitz (Krs. Senftenberg); Vater Bergmann; 1937 – 44 Volksschule in Klettwitz u. 1944/45 OS in Senftenberg; 1940 – 45 Dt. Jugend, 1944/45 Jungzugführer. 1945 – 49 Ausbildung zum Chemielaboranten in Schwarzheide, danach tätig im Sonderlabor; 1946 – 49 FDJ-Funktionär; 1949 – 52 ABF in Potsdam; 1952 SED; 1952/53 Studium am Inst. für Internat. Beziehungen in Moskau, Dipl.-Staatswiss.; 1958/59 Praktikant in Bulgarien; 1959/60 Oberref. im MfAA; 1960 – 62 Kulturattaché in der DDR-Gesandtschaft in Jugosl.; 1962 – 66 Instrukteur für das Arbeitsgeb. Rumänien, Bulgarien, Albanien u. Ju- gosl., 1966 – 71 Ltr. des Sektors Soz. Länder, 1971 – 73 Stellv. Ltr. der Abt. Internat. Verbindungen des ZK der SED; 1970 Ehrennadel des MfS; 1970 – 74 Mitgl. des ZV der DSF; 1973 – 80 Botschafter der DDR in der ČSSR (Nachf. von  Herbert Krolikowski); 1976 – 86 Kand., 1986 – 3.12.1989 Mitgl. des ZK der SED; 1980 – 82 1. Sekr. der SED-KL im MfAA; 1982 – 86 stellv. Minister für Ausw. Angelegenh.; Okt. 1986 – 90 Botschafter der DDR in der UdSSR (Nachf. von  Egon Winkelmann); Dez. 1989 – Febr. 1990 Mitgl. des PV der PDS, Kommission Internat. Pol., Austritt; gest. in Prieros.Ehlert, H. (Hrsg.): Armee ohne Zukunft. Berlin 2002.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Johannes

* 2.4.1903 – ✝ 22.1.1966

Geboren am 2. April 1903 in Arnstadt, Sohn einer alleinerziehenden Mutter; Gerber, anschließend arbeitete er in Altenburg. 1919 Beitritt zur FSJ und KPD, 1920/21 Leiter der KJD im UB Arnstadt und von Herbst 1921 bis Herbst 1922 Sekretär der kommunistischen Jugend für den Bezirk Thüringen. Ende 1922 mußte König ausscheiden, da die hauptamtliche Stelle eines Jugendsekretärs von der Partei nicht mehr bezahlt werden konnte. Anschließend wieder Gerber, wurde er Anfang 1923 Leiter des KPD-UB Arnstadt und Leiter der Proletarischen Hundertschaften. Nach dem Herbst 1923 Polleiter der illegalen KPD in Westthüringen, ab Frühjahr 1924 wieder Gerber in Ilmenau und Mitglied der BL Thüringen. Er wurde Ende 1924 Redaktionsvolontär bei der »Neuen Zeitung« in Jena, leitete im Sommer 1925 die Redaktion der Zeitung in Gotha. Von Dezember 1925 bis Herbst 1926 war König zweiter politischer Redakteur der »Sozialistischen Republik« in Köln, dann in Danzig Redakteur an der dortigen Partei-Wochenzeitung. Er war ab Ende 1926 Redakteur der »Arbeiter-Zeitung« in Mannheim, ging Anfang 1928 als Chefredakteur zur KPD-Zeitung nach Remscheid, Ende 1928 zur KPD-Zeitung »Bergische Arbeiterstimme« in Solingen, dort aktiv an der Ausschaltung der Brandler-Gruppe beteiligt, die hier einen wichtigen Stützpunkt hatte. Im Sommer 1929 wurde König Chefredakteur der KPD-Zeitung »Der Kämpfer« in Chemnitz und blieb dies bis zur Verschmelzung der drei sächsischen Bezirke zum einheitlichen KPD-Bezirk Sachsen. Wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« im April 1930 zu eineinhalb Jahren Festung verurteilt, die er in Gollnow absaß. Er war nach seiner Freilassung im September 1931 Leiter des gesamten Pressewesens der RGO. Im August 1932 erneut Chefredakteur der Zeitung »Der Kämpfer«, leitete König ab Februar 1933 die illegale KPD im Gebiet Chemnitz, bis er im Mai 1933 verhaftet wurde und bis Oktober 1934 in »Schutzhaft« war. Danach in Köln (wo seine Frau lebte) aktiv im Widerstand gegen die Nazis. Im Februar 1936 dort verhaftet und im Herbst 1936 vom VGH in Dresden zu einem Jahr und acht Monaten verurteilt, anschließend wieder nach Köln. Hier verhaftete die Gestapo im Frühjahr 1938 auch seine Frau Henny König, geborene Schwarz (* 19. 2. 1902 – †11.2. 1951), die aus einer jüdischen Handwerkerfamilie stammte, und mit der er seit September 1926 verheiratet war. Mitglied der KPD seit 1922 und bis 1932 im Apparat tätig, sollte sie als »staatsgefährdende Jüdin« aus Deutschland ausgewiesen werden. Da ihr Mann schwer krank war, bat sie um ein halbes Jahr Aufschub. Johannes König lehnte es ab, sich von seiner Frau zu trennen, und wurde deshalb ebenfalls aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Als nach dem Pogrom vom 9.November 1938 die Wohnung demoliert und die Königs erneut bedrängt wurden, emigrierten sie am 1.April 1939 nach Shanghai. Von September 1941 bis Juli 1947 arbeitete Johannes König in der Fernostabteilung der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS als politischer Kommentator beim Sender »Stimme der Heimat«. Er war auch politischer Leiter der kleinen deutschen KPD-Gruppe in Shanghai. Im August 1947 konnten die Königs nach Deutschland zurückkehren. Er wurde Mitglied der SED und war von Herbst 1947 bis März 1950 Chefredakteur der »Sächsischen Zeitung«. Durch die Jahre seiner Emigration in China und zahlreiche Veröffentlichungen über Fernostprobleme hatte er sich als Asien-Spezialist der SED ausgewiesen. Im April 1950 wechselte König in das DDR-Außenministerium und wurde im Juni 1950 erster Botschafter der DDR in der VR China, von Juli 1955 bis August 1959 Botschafter der DDR in der Sowjetunion und der Mongolei. Nach seiner Rückkehr aus Moskau wurde er Stellvertretender DDR-Außenminister und im April 1965 zum Botschafter der DDR in der Tschechoslowakei ernannt. Er erhielt 1963 den VVO in Gold. Johannes König starb am 22.Januar 1966 in Prag.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Georg

* 19.9.1886 – ✝ 18.11.1965

Geboren am 19. September 1886 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Schlosser. König trat 1905 der Gewerkschaft und 1907 der SPD bei, 1914 war er Vorsitzender einer SPD-Gliederung in Berlin. 1916 zeitweilig zum Militärdienst einberufen, arbeitete er dann bis Ende des Krieges als Obermonteur in den Albatros-Flugzeugwerken. König schloß sich der Spartakusgruppe an und gehörte 1918/19 zum Berliner Arbeiter- und Soldatenrat. Ende Dezember 1918 war er Teilnehmer am Gründungsparteitag der KPD. Während der Januarkämpfe an der Besetzung des Dienstgebäudes der Eisenbahndirektion Berlin beteiligt, wurde er im April 1919 wegen »Landfriedensbruchs« zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, die er in der Haftanstalt Berlin-Tegel verbüßte. 1920 wurde König Bezirkssekretär der KPD in der Niederlausitz, von 1922 bis 1924 Sekretär im Bezirk Nord-West in Bremen. Wegen »rechter Abweichungen« 1924 abgesetzt und nach Berlin berufen, kam König für einige Zeit als Mitarbeiter in die Orgabteilung der Zentrale. Er wurde 1924 wegen »Weiterführung der verbotenen KPD« zu vier Monaten Haft verurteilt, die er im Gefängnis Stadelheim bei München absaß. Von 1925 bis 1928 war König Mitarbeiter der Gewerkschaftsabteilung der BL Berlin-Brandenburg. Er wurde Ende 1928 als Rechter aus der KPD ausgeschlossen. Als Mitglied der KPO dann bis Februar 1933 Geschäftsführer der DMV Ortsverwaltung Halle/S. König arbeitete nach 1933 illegal für die KPO, wurde im März 1934 verhaftet und vom 5. Senat des Kammergerichts Berlin zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Kassel-Wehlheiden verbüßte. Anschließend im KZ Lichtenburg und dann im KZ Buchenwald. Von 1939 bis 1945 war König Schlosser in Halle. Im Juli 1945 berief ihn der Chef der SMA in Sachsen-Anhalt, General Kotikow, zum Leiter der politischen Abteilung im Polizeipräsidium Halle, dann bis 1947 Chef der Landesbehörde der Volkspolizei für Sachsen-Anhalt. Wegen seiner KPO-Zugehörigkeit wurde er bereits 1947 als Polizeichef abgelöst und auf die Funktion eines Sonderbeauftragten des Wirtschaftsministeriums im Mineralölwerk Lützkendorf abgeschoben. Von 1948 bis 1950 war König als Kulturdirektor in der Farbenfabrik Wolfen, dann bis 1960 in regionalen Wirtschaftsfunktionen im Bezirk Magdeburg tätig, er erhielt 1961 den VVO in Bronze. Georg König starb am 18.November 1965 in Magdeburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Richard

* 28.3.1883 – ✝ 1942

Geboren am 28. März 1883 in Berlin; Graveur, seit 1908 Mitglied der SPD, 1917 der USPD, 1919 der KPD. Polleiter der KPD in Berlin-Neukölln. Mitarbeiter des AM-Apparates sowie des Nachrichtendienstes OMS der Komintern unter verschiedenen Pseudonymen während der Zeit der Weimarer Republik, daher keine herausragenden Parteifunktionen. Im April 1934 Emigration in das Saargebiet, im Februar 1935 nach Paris, von dort im Oktober 1935 in die Sowjetunion. Er war bis August 1938 Mitarbeiter bei der Komintern bzw. bei der IRH. 1941 vom NKWD verhaftet. Richard König ist vermutlich als Opfer der Stalinschen Säuberungen im Februar 1942 ums Leben gekommen. Rudolf König, ein Sohn aus Königs erster Ehe, arbeitete wie sein Vater vor 1933 für die Komintern und war später Mitarbeiter im Büro von Georgi Dimitroff. 1936 ging er nach Spanien, wo er 1938 fiel. Königs zweite Frau Margarete, geborene Zejaskowski (* 17. 8. 1889 – † 1. 11. 1972), war Schneiderin, seit 1917 in der USPD, ab 1920 der KPD. Bis 1933 Wohlfahrtspflegerin, folgte dann 1934 ihrem Mann mit zwei Kindern in die Emigration und kam erst Ende 1955 in die DDR. Helmut König (* 27. 9. 1919 – † 4. 7. 2000), ihr gemeinsamer Sohn, war 1935 in Paris im Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus, kam im Oktober 1935 nach Moskau, arbeitete im Jugendklub des Verlags für ausländische Literatur. Er wurde am 23. Februar 1938 vom NKWD verhaftet, der Zugehörigkeit einer »Gruppe der Hitlerjugend« angeklagt und am 27. Juli 1938 zu acht Jahren Lager verurteilt. Aus dem Zentrallager im Gebiet Magadan 1947 nach Karaganda zwangsumgesiedelt. Im September 1955 Ausreise in die Bundesrepublik. Dreher, dann Prüfer in Esslingen. Als Mitglied der KPD betätigte er sich für die Partei auch nach deren Verbot 1956. Seit Juni 1970 aktiv in der DKP, 1972 Übersiedlung in die DDR, Mitglied der SED und im MfAA angestellt.

Wer war wer in DDR

Kohl, Michael

* 28.9.1929 – ✝ 4.7.1981

Geb. in Sondershausen; Vater Rechtsanwalt u. Notar; Gymnasium in Sondershausen; ab 1945 Bauhilfsarb. in Sondershausen; 1946 – 48 OS in Sondershausen, Abitur; 1948 SED; 1948 – 52 Studium der Rechtswiss. an der FSU Jena; 1951 Hilfsassistent am Inst. für Zivilrecht; 1952 amtl. bestellter Rechtsanwaltsvertreter, Anwaltsbüro in Sondershausen; 1952 – 61 wiss. Aspirant, Lehr- u. Forschungstätigkeit am Inst. für Völkerrecht der FSU (Völker- u. Staatsrecht); 1956 Prom. zum Dr. jur. in Jena; 1958 – 63 Abg. des Bez.-Tags Gera; Mitgl. der BL Gera des KB; ab 1958 Mitgl. des Präs. der Dt. Liga für die Vereinten Nationen; 1961 – 63 Ltr. der Abt. Rechts- u. Vertragswesen u. Kolleg.-Mitgl. im MfAA; dort 1963 – 65 Ltr. der Grundsatzabt.; 1965 – 68 Staatssekr. beim Min.-Rat für West-Berlin-Fragen; 1965 Verhandlungsführer der DDR bei den Passierscheingesprächen mit dem Senat von Berlin (West); 1968 – 73 Staatssekr. für westdt. Fragen beim MfAA; seit 1970 Verhandlungsführer in den Verhandlungen zum Transitabkommen, zum Verkehrs- u. zum Grundlagenvertrag DDR – Bundesrep. Dtl.; ab 1971 Mitgl. der Außenpol. Kommission beim PB der SED u. der Westkommission beim PB des ZK der SED; 1971 – 76 Kand. der ZRK beim ZK der SED; 1972 VVO; Nov. 1973 Bevollm. Botschafter, 1974 – 78 Ltr. der Ständ. Vertr. der DDR in der Bundesrep. Dtl.; 1976 – 81 Kand. des ZK der SED; ab 1978 stellv. Min. für Ausw. Angelegenh.; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Köhler, Max

* 26.7.1897 – ✝ 15.12.1975

Als Sohn eines Webers am 26. Juli 1897 in Berlin geboren; lernte Tischler, besuchte vier Jahre eine Fachschule und bestand die Gesellenprüfung mit Auszeichnung. Im Oktober 1911 der Arbeiterjugendbewegung beigetreten, wurde er am 1. Oktober 1915 Mitglied der SPD. In Berlin gehörte er der Spartakusgruppe an und war an der Gründung des Jugend-Bildungsvereins Groß-Berlins, der Jugendorganisation des Spartakusbundes, im April 1916 beteiligt, Vorsitzender dieser Gruppe. Im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen die Verhaftung Karl Liebknechts festgenommen und 1917 wegen antimilitaristischer Arbeit zu sechs Jahren Festung verurteilt. Durch die Revolution befreit, gehörte Max Köhler zu den Mitbegründern der KPD in Berlin und war Teilnehmer des Gründungsparteitags der KPD Ende 1918. Mitglied der Zentrale der Freien Sozialistischen Jugend, des späteren Kommunistischen Jugendverbandes, sowie Inhaber des Verlages Junge Garde. 1923 als Abteilungsleiter in die Zentrale der KPD (Gewerkschaftsabteilung) berufen. Anhänger des rechten Flügels der KPD, blieb auch nach 1924 in der Gewerkschaftsabteilung, doch war er längere Zeit »kaltgestellt«. Bis 1928 Angestellter im ZK, zuletzt für die Sozialpolitik verantwortlich. Als einer der Führer der Rechten Ende 1928 aus der KPD ausgeschlossen, wurde Köhler Mitbegründer der KPO, Sekretär der Berliner KPO und Mitglied der erweiterten Reichsleitung. Bei der Spaltung der KPO 1932 ging er mit der Minderheit zur SAP, wurde Geschäftsführer und Orgleiter der Berliner SAP. Nach dem Verbot der SAP durch Hitler 1933 kurze Zeit verhaftet, übernahm Max Köhler sofort nach seiner Freilassung als Reichsorgleiter der SAP die illegale Inlandsleitung. Im November 1933 festgenommen und im großen SAP-Prozeß »Max Köhler und Genossen« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf Wunsch seiner politischen Freunde nach der Entlassung emigriert, wurde er nach Aufenthalten in Prag, Basel und Paris in Kopenhagen Leiter des SAP-Stützpunktes Dänemark, wo er sich von 1940 bis 1945 illegal aufhielt. 1955 kehrte Max Köhler nach Berlin zurück, wurde 1956 Mitglied der SPD. Aus der SAP-Zeit weiterhin eng mit Willy Brandt befreundet, obwohl sich ihr politischer Weg trennte, da Köhler Marxist blieb. 1961 wegen religionskritischer Äußerungen aus der SPD ausgeschlossen, aber 1962 durch Schiedsgerichtsverfahren wieder in die Partei aufgenommen, aktiv im Bund der Verfolgten des Naziregimes (BVN). Max Köhler starb am 15.Dezember 1975 in West-Berlin.

Wer war wer in DDR

Köhler, Johann

* 27.12.1920 – ✝ 30.12.2007

Geb. in Nikles (Krs. Mährisch Schönberg, ČSR/Raskov, Tschechien); Vater Seidenweber; 1931 – 34 Realschule; anschl. bis 1938 Bauschlosser in Brünn; 1938 KPČ; im Krieg Uffz. in der Luftwaffe, amerik. Gefangenschaft. Nach der Umsiedl. zunächst Lokschlosser bei der DR; dann Erwerb der HS-Reife an der ABF; 1948 – 51 Studium der Wirtschaftswiss. an der Univ. Leipzig; 1951 Aufn. einer Lehrtätigkeit an der Bergakad. Freiberg; 1955 Prom. u. 1959 Habil.; anschl. Prof. mit Lehrstuhl für pol. Ökon. des Kap. an der Bergakad.; 1958 – 71 Mitgl. der SED-BL Karl-Marx-Stadt; 1961 – 63 Dekan, 1963 – 67 Prorektor u. 1967 – 70 Rektor der Bergakad. (Nachf. von Karl-Friedrich Lüdemann); 1986 em.; gest. in Freiberg.Strittige Probleme der marxist.-leninist. Werttheorie. Leipzig 1977; Zu Grundfragen der marxist.-leninist. Rententheorie. Leipzig 1982; Beiträge zur Arbeitswerttheorie. Leipzig 1989.Hagen Schwärzel

Wer war wer in DDR

Köhler, Werner

* 24.3.1929

Geb. in Dresden; Vater Werkmstr.; 1945 Abschluß der OS; nach einem Prüfungskolloquium 1945 Aufn. des Med.-Studiums an der Univ. Jena, ab 1946 außerdem Studium der Anthropol. u. Ethnographie; 1953 naturwiss. Prom. an der FSU Jena, 1954 med. Prom. an der Univ. Rostock; 1951 – 53 Pflichtassistent an den Thür. Univ.-Kliniken in Jena, am Krankenhaus Chemnitz, am Krankenhaus u. im Forschungsinst. für Mikrobiol. u. Hygiene in Bad Elster; 1954 – 58 am Hygiene-Inst. der Univ. Rostock, hier 1956 Fach- u. Oberarzt; 1957 Habil.; 1958 Doz. für Med. Mikrobiol. an der Univ. Rostock, zugl. an der FSU Jena; seit 1958 Ltr. der Abt. Med. Mikrobiol. am Inst. für Mikrobiol. u. experiment. Therapie (ZIMET) der DAW/AdW in Jena; 1961 Prof. der DAW; 1964/65 Hospitant der Kl. Med. der DAW; 1966 – 72 nebenamtl. Ltg. des Forschungsinst. für Mikrobiol. u. Hygiene in Bad Elster; seit 1976 Stellv. des Dir. am ZIMET; seit 1968 Mitgl., seit 1990 Vizepräs. der Leopoldina; 1970 Korr. u. 1976 Ord. Mitgl. der AdW; 1970 Virchow-Preis; 1972 Aronson-Preis des Landes Berlin (1992 überreicht); 1982 Dr. med. h. c. Univ. Umeå/Schweden; 1988 NP; 1990 Ehrenmitgl. des Kitasato-Inst. Tokio. 1990 Mitgl., seit 1991 Präs. der Akad. gemeinnütziger Wiss. zu Erfurt; 1992 – 95 Dir. des Inst. für Experiment. Mikrobiol. u. 1993 – 95 Inhaber des Lehrstuhls für Experiment. Mikrobiol. u. Immunchemie an der FSU; 1994 a. o. Mitgl. der Berlin-Brandenb. AdW. Arbeitsgebiete: Streptokokkenforschung, u. a. Systematik der Streptokokken, epidemiolog. u. bakteriolog. Aspekte von Streptokokkeninfektionen, vor allem bei Scharlach, rheumat. Fieber u. tox. Schocksyndrom; Entw. von Arzneimitteln; Untersuchungen über erythrogene Toxine u. Mitogene; Geschichte der Bakteriol.Grundriß der Med. Mikrobiol. 5. überarb. Aufl. Jena 1980 (mit H. Mochmann); Mischinfektionen. Jena 1980 (mit A. Mayr); Meilensteine der Bakteriol. Jena 1984 (mit H. Mochmann).Michael Kaasch

Wer war wer in DDR

Kohlmey, Gunther

* 27.7.1913 – ✝ 25.12.1999

Geb. in Berlin; Vater Lehrer; Gymnasium; 1932 – 36 Studium der Nationalökon. an den Univ. Freiburg i. Br. u. Berlin, Dipl.-Volkswirt; 1937 NSDAP; 1939 Prom. mit einer Diss. zur Industrialisierung Brit.-Indiens u. Argentiniens; ab 1939 Soldat, zul. Ltn.; 1943 am Kuban Übertritt zur Sowjetarmee, zwischenzeitl. Gefangenschaft in Moskau; 1943 – 47 Assistent an der Zentr. Antifa-Schule Krasnogorsk. 1947 Rückkehr nach Berlin; 1948 SED; Gründungsdekan der wirtschaftswiss. Fak. sowie Dir. des Inst. für pol. Ökon. des Soz. an der DVA Forst-Zinna; 1949 Prof. mit Lehrstuhl an der DVA, ab 1953 an der daraus hervorgegangenen DASR Potsdam; 1953 Gründer u. Chefred. der Ztschr. »Wirtschaftswiss.«; 1954 Gründungsdir. des Inst. für Wirtschaftswiss. der DAW in Berlin; 1955 NP; 1956 – 59 Hrsg. des wiss. Bulletins »Geld u. Kredit«; nebenberufl. Prof. mit Lehrstuhl für pol. Ökon. des Soz. an der wirtschaftswiss. Fak. der HU Berlin; nach Kritik an der »bürokrat.-zentralist. Verw.-Wirtschaft«, Vorschlägen zum Abbau administrativer zugunsten verstärkter marktwirtschaftl. Regulierungsformen sowie zur Trennung von staatl. Finanzpol. u. der Geldpol. einer unabh. Notenbank ab 1956 offiz. »Revisionismus«-Anschuldigungen, 1957 Ablösung als Chefred. der »Wirtschaftswiss.«, 1958 Abberufung als Prof. der HU Berlin, Rücktritt als Dir. des DAW-Inst. für Wirtschaftswiss. zugunsten  Fred Oelßners; anschl. dort wiss. Mitarb. bzw. Bereichsltr.; 1960 Forschungsaufenthalt in den BUNA-Werken Schkopau; 1961 – 69 Prof. mit Lehrstuhl für internat. Handels- u. Valutabeziehungen an der HfÖ Berlin u. bis 1988 Mitgl. des Wiss. Rats der HfÖ Berlin; 1964 Ord. Mitgl. der DAW; 1967 Vors. des Wiss. Rats beim Min. für Außenwirtschaft; vor dem Hintergrund der Entw. in der ČSSR u. anläßl. seines Aufsatzes »Planen als Steuern u. Regeln« (Jb. 1968 des Inst. für Wirtschaftswiss.) von  Günter Mittag auf dem 9. Plenum des ZK der SED (Okt. 1968) wegen des »revisionist.« Konzepts einer sozialen Marktwirtschaft angegriffen, nach Bekräftigung seiner Forderung nach stärkerer Selbstregulierung durch »Wertkategorien« u. Marktgesetze Ablösung als Vors. des Wiss. Rats im o. g. Min.; ab 1974 Mitarb. in der Internat. Economic Association u. im internat. Steering Committee für Ost-West-Beziehungen in Europa; 1978 em.; Dr. h. c. der HfÖ Berlin; VVO; 1978 – 83 Vors. des Nat.-Komitees für Wirtschaftswiss.; 1979 Ehrenmitgl. der Ungar. AdW; 1983 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin. G. K. gilt als einer der anerkanntesten Wirtschaftswiss. der DDR; er hatte wesentl. Anteil an der Einführung der pol. Ökon. als Lehrfach. Wichtigste Forschungsgebiete: Weltwirtschaft u. soz. Weltwirtschaftssystem; Preise, Kredit u. Finanzen in nat. u. internat. Wirtschaftsbeziehungen; Theorie internat. Werte; soz. Planungstheorie.Der demokrat. Weltmarkt. Berlin 1955; Das Geldsystem der DDR. Berlin 1956; Karl Marx’ Theorie von den internat. Werten mit einigen Schlußfolgerungen für die Preisbildung im Außenhandel zw. den soz. Staaten. Berlin 1962; Internat. Werte heute. Berlin 1984; Moderne Prod. u. Arbeitswerttheorie. Berlin 1987. Bibl. In: G. K. aus Anlaß seines 70. Geburtstags. Fs. Berlin 1983; G. Herzberg: Anpassung u. Aufbegehren. Berlin 2006.Hagen Schwärzel

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kolbe, Ernst

* 6.4.1905 – ✝ 3.6.1989

Geboren am 6. April 1905 in Berlin, Arbeitersohn; Werkzeugmacher. Seit 1925 im KJVD, gehörte der BL Berlin-Brandenburg an. Er trat 1926 der KPD bei. 1932 Orgsekretär des »Vereins für Freidenker und für Feuerbestattung« in Berlin, anschließend Angestellter in der Verlagszentrale der KPD sowie 1932 Mitglied des Sekretariats der RGO-BL Berlin. Als illegaler Kurier am 12. April 1933 festgenommen und bis Oktober 1933 inhaftiert. Danach Emigration in die Sowjetunion, als Werkzeugmacher in einer Nadelfabrik in Kunzewo (Moskau) bzw. als Mechaniker im Allunionsveterinärinstitut in Kusminki. Kolbe wurde vom NKWD im November 1937 festgenommen und zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt, anschließend nach Karaganda verbannt. Schlosser und Werkzeugmacher. Ende 1956 konnte er in die DDR ausreisen, Mitglied der SED, Anfang 1957 nichtöffentliche »Rehabilitierung«. Bis Anfang der siebziger Jahre war er u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ministerium für Wissenschaft und Technik. Ernst Kolbe starb am 3. Juni 1989 in Ost-Berlin. Kolbes erste Frau Erna, geborene Denecke (*7.1. 1904 – † 15. 12 2000), war Stenotypistin. Seit 1919 in der FSJ, 1923 in der KPD. Bis 1928 Sekretärin im ZK der KJD bzw. des KJVD, dann im Sekretariat der Jugendinternationale in Moskau. Ab 1928 Mitarbeiterin in der Frauen- und Landabteilung des ZK in Berlin, sie emigrierte im September 1933 in die Sowjetunion. Dort war sie bis 1937 bei der Komintern beschäftigt. Sie wurde am 9. September 1937 vom NKWD verhaftet, im Februar 1938 zu mehrjähriger Lagerhaft verurteilt und 1947 nach Pawlodar/Kasachstan zwangsumgesiedelt. Sie durfte im Juli 1956 in die DDR ausreisen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kollwitz, Hans

* 13.8.1893 – ✝ 14.11.1948

Geboren am 13. August 1893 in Stralsund, Sohn eines Maurers und einer Waschfrau; lernte Tischler, von 1912 bis 1914 Wanderschaft. 1914 Soldat, nach einer Verwundung (Oberarmschuß) wurde er aus dem Militär entlassen, kriegsdienstverpflichtet als Tischler in Erfurt, Magdeburg und Berlin. 1914 hatte er sich der SPD angeschlossen, 1917 der USPD. Kollwitz nahm im Januar 1918 am Munitionsarbeiterstreik teil, danach übersiedelte er nach Parchim. Dort gründete er die USPD, wurde später Sekretär der USPD für Mecklenburg und kam im Juni 1920 in den Mecklenburgischen Landtag. Während des Kapp-Putsches verhaftet, nahm er im Oktober 1920 am Spaltungsparteitag der USPD teil und ging mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Bis Mitte August 1921 Sekretär der VKPD in Mecklenburg, danach bis Anfang 1923 Sekretär der KPD in der Provinz Hannover. 1923 wurde Kollwitz Sekretär des Landesausschusses der Betriebsräte der Ruhr. Anhänger des linken Flügels der Partei, von 1924 bis Mitte 1925 unter dem Pseudonym Schwarz Orgleiter des KPD-Bezirks Ruhr und Abgeordneter des Preußischen Landtages. Im Juli 1925 Teilnahme an einem Schulungskurs in Moskau, danach von 1926 bis 1929 Polleiter der KPD in Ostpreußen. Delegierter des XI. Essener Parteitages 1927 und als Kandidat ins ZK berufen. Im Mai 1928 im Wahlkreis Ostpreußen in den Reichstag gewählt. Dann im März 1929 als Polleiter des KPD-Bezirks Mittelrhein nach Köln versetzt, dort im April 1930 zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er in einer Versammlung des verbotenen RFB gerufen hatte: »Trotz alledem!« Mitte 1930 wurde Kollwitz als Polleiter des Bezirks Mittelrhein abgelöst, kandidierte im September 1930 auch nicht mehr für den Reichstag. Die Hintergründe dafür sind unklar, die Opposition vermutete »Abweichungen«. Von der Polizei im Februar 1931 verhaftet, trat Kollwitz im Essener Gefängnis in den Hungerstreik, den er über einen Monat durchhielt. Das Reichsgericht verurteilte ihn im April 1931 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zwei Jahren Festung. Im Dezember 1932 vorzeitig amnestiert, jedoch erst am 26.Januar 1933 entlassen, ging er nach Köln, wurde dort aber bereits im Februar 1933 festgenommen und saß bis 1935 im KZ Esterwegen/ Papenburg in »Schutzhaft«. 1935 Freilassung und Umzug nach Demmin, wurde Betonarbeiter und Tischler in Grimmen, später in Stralsund, beteiligte sich am Widerstand. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde er zunächst Polleiter des KPD-UB Stralsund, anschließend Polleiter der KPD im Bezirk Pommern, im August 1945 kam er nach Greifswald in das Sekretariat der KPD-Landesleitung Mecklenburg. Ab Dezember 1945 arbeitete Kollwitz in der Landesverwaltung des Präsidenten bzw. späteren Ministerpräsidenten Wilhelm Höcker. Er gehörte dem SED-Landesvorstand Mecklenburg an und war Vorsitzender des Landesparteischiedsgerichts. Im September 1946 wurde er im Range eines Regierungsdirektors Leiter der Abteilung Information beim Ministerpräsidenten. Hans Kollwitz starb am 14.November 1948 in einer Rostocker Klinik.

Wer war wer in DDR

Kondeyne, Inga

* 13.8.1950

Geb. in Hagenow (Mecklenb.); Vater privater Landarzt, Mutter Arzthelferin, Kulturltr.; aufgew. in Rheinsberg; dort 1969 Abitur; seit 1969 in Berlin; versch. berufl. Tätigkeiten; 1971 – 73 Abendstudium Malerei an der Kunst-HS Berlin-Weißensee; 1973 – 74 Pädagogikstudium, Fachrichtung Kunsterziehung/Dt. an der HU Berlin; ab 1974 – 79 dort Studium der Kunstwiss., Dipl.; 1979 – 80 wiss. Mitarb. der Galerie Arkade des Staatl. Kunsthandels der DDR unter  Klaus Werner; 1982 VBK; 1980 – 90 Ltr. der Galerie Rotunde des Staatl. Kunsthandels der DDR im Alten Museum, kontinuierl. Herausgabe von Faltblättern u. Kat. mit eigenen Textbeiträgen zur Berliner Kunst (u. a. zu  Lothar Böhme, Mark Lammert, Klaus Roenspieß,  Hanns Schimansky, Harald Toppl). 1990 Privatisierung der Galerie Rotunde im Alten Museum; 1995 Umzug der Galerie Inga Kondeyne in die Hackeschen Höfe Berlin, 2006 in die Linienstr. in Berlin-Mitte.(Mitautorin) Der eigene Blick. Berliner Kritiker zeigen Kunst ihrer Wahl. Kat. zur Ausstellung Ephraim Palais. Berlin 1988. Blechen, C.: Fluchtburg für Außenseiter. In: FAZ 16.3.1991; Flügge, M.: Kühler Wind für Überlebens-Künstler. In: Zeit Magazin 30.10.1992; Böttcher, F.: Langsame Bilder in einer schnellen Zeit. In: Tagesspiegel 14.4.1993; Clewing, U.: Renommier-Immobilie. In: art (1996) 7.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

König, Hartmut

* 14.10.1947

Geb. in Berlin; Vater Handelsvertreter bzw. Werkzeugmacher, Mutter Telegrafistin; 1954 – 62 POS, 1962 – 66 EOS in Berlin, Abitur; 1961 FDJ; 1963 – 66 Ausbildung zum Kühlanlagenbauer in Berlin; ab 1964 Gedichte u. Lieder (u. a. »Sag mir, wo du stehst«); 1964/65 Mitgl. der Beatgr. Team 4, bis 1971 Songtexte (1967 umbenannt in  Thomas Natschinski u. seine Gruppe); 1966/67 Volontär beim »Neuen Dtl.«; 1966 – 73 Mitgl. des Oktoberklubs Berlin (bis 1967 Hootenanny-Klub); 1967 SED; 1967 – 71 Journalistikstudium an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1971 – 73 dort Forschungsstud.; 1972 LP »Porträt in Liedern«; 1973 – 76 Chefred. der »Weltstudentennachrichten«, Organ des Internat. Studentenbunds in Prag; 1974 Prom. zum Dr. phil.; 1976 – 88 Mitgl. des Büros u. Sekr. des ZR der FDJ, zunächst für internat. Arbeit, ab 1979 für Kultur; 1977 Mitgl. des Weltfriedensrats; ab 1979 Mitgl. der Kulturkommission beim PB des ZK der SED; 1981 – 86 Kand., 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1982 – 86 Vizepräs. des DDR-Friedensrats; 1989 stellv. Min. für Kultur; 1990 Austritt aus der SED/PDS. Seit 1990 verleger. u. journalist. Tätigkeit, Mitarb. u. a. an  Egon Krenz’ Buch »Wenn Mauern fallen«.Liederbaum. Berlin 1986.Lutz Kirchenwitz

Wer war wer in DDR

König, Josef (Sepp)

* 9.11.1889 – ✝ 29.11.1959

Geb. in Braunsberg (Ostpr./Braniewo, Polen); Vater Eisenbahn-Betriebskontrolleur; bis 1903 Johannis-Volksschule in Danzig; 1903 – 06 Ausbildung zum Export-Kfm. in Danzig; 1908 – 14 kfm. Angest. u. Geschäftsf. in Berlin; 1909 SPD; bis zum 1. Weltkrieg aktiv in der Jugendbew.; 1914 – 18 Militärdienst; 1918/ 19 Mitgl. im Arbeiter- u. Soldatenrat in Berlin; 1919 – 22 Mitgl. u. Funktionär der USPD Berlin-Schöneberg; 1922 – 33 erneut SPD; 1919 – 24 Abt.-Ltr. im Reichsmin. des Innern, dort Betriebsratsvors.; 1924 Angest. der Ortskrankenkasse Berlin-Wilmersdorf, Ltr. der Rechtsabt.; 1933 entlassen, kurzz. inhaftiert; anschl. Wäschereibesitzer in Berlin; 1942 Mstr.-Prüfung; 1944/45 zeitw. inhaftiert. 1945 SPD; zeitw. UB-Bürgermstr. u. Bez.-Vorst. in Berlin-Zehlendorf / Nord; 1945/46 Prokurist; 1946 SED; 1946 parität. Vors. des SED-KV Berlin-Zehlendorf; 1946 – 49 Ltr. der Abt. Org. im ZS des SED-PV; 1949/50 Ltr. der ZK-Abt. Transport u. Verkehr, entlassen nach Verurteilung des Pflegesohns wegen »Spionage«; 1951 – 53 ltd. Mitarb. in der DHZ Kohle in Berlin; 1953 – 59 Auslieferungs- u. Niederlassungsltr. in der DHZ Kohle in Potsdam.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Gustav

* 1.6.1897 – ✝ 29.5.1937

Geboren am 1. Juni 1897 in Berlin-Schöneberg, bis 1916 Bote beim Ullstein-Verlag. Ab 1916 Militärdienst als Artillerist. Nach dem Krieg Bauarbeiter, schloß er sich 1920 der KPD an und wurde Mitarbeiter des AM-Apparates. Er gehörte in der Partei zu den Linken, war aktiver Anhänger Ruth Fischers. Unter den Decknamen Burg und Herzog im Herbst 1923 führend an den Vorbereitungen für den bewaffneten Aufstand im Oberbezirk Berlin-Brandenburg beteiligt. Er koordinierte militärische Aktionen in Hamburg, Halle und Fürstenwalde, auch Sprengstoffanschläge, u. a. im Juni 1924 in Potsdam. Wegen eines drohenden Strafverfahrens wegen Hochverrats und Sprengstoffvergehens flüchtete er in die Sowjetunion, besuchte dort einen militärpolitischen Lehrgang und arbeitete anschließend bis 1928 im Apparat der Komintern in Moskau. Nach einer Amnestie kehrte König im September 1928 nach Deutschland zurück, offiziell bei der IAH tätig, wurde er wieder Mitarbeiter des AM-Apparates. Er war beteiligt an verschiedenen Aktionen der KPD (z. B. am Mordanschlag auf Horst Wessel im Januar 1930). Am 28. März 1931 in Berlin verhaftet, wurde er am 9. Juli 1932 vom Reichsgericht zu drei Jahren Festungshaft verurteilt. Durch die »Schleicher-Amnestie« im Dezember 1932 aus dem Gefängnis Hamburg-Bergedorf entlassen, arbeitete er wieder für den AM-Apparat. Am 6. Juni 1933 in Berlin inhaftiert, am 17. April 1934 freigelassen, emigrierte er im Mai 1934 über die âSR in die Sowjetunion. Dort wurde er ab Dezember 1934 Sekretär des Direktors am Pädagogischen Institut in Odessa. Am 7. September 1935 vom NKWD verhaftet, aber am 1. April 1936 entlassen, jedoch am 6. August 1936 abermals festgenommen. Vom MKOG als »Spion« und wegen seiner Verbindungen zu Ruth Fischer, Arkadi Maslow und Alexander Emel am 29.Mai 1937 zum Tode verurteilt, wurde Gustav König noch am selben Tag erschossen. Im Februar 1940 durch die NS-Behörden noch ausgebürgert. Seine Frau Alma, geborene Schirro (*21.10. 1899 in Berlin-Schöneberg), seit 1920 in der KPD, emigrierte im Mai 1934 mit der Tochter Gerda (* 15. 8. 1923 in Berlin) in die Sowjetunion. Auch sie wurde im Herbst 1936 vom NKWD verhaftet und ist seitdem, wie ihre Tochter, verschollen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Wilhelm

* 4.6.1884 – ✝ 1945

Geboren am 4. Juni 1884 in Hetlingen/Krs. Pinneberg, kam als Kind nach Berlin; lernte Maschinenbauer. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD. 1918 Vorsitzender des Arbeiterrates bei der AEG, 1920 Übertritt zur KPD. Bis 1923 im Betriebsrat der AEG Turbine Berlin, dann Betriebsratsvorsitzender. Jahrelang kandidierte er im Deutschen Metallarbeiterverband auf der Liste der Kommunisten. 1928 zog Wilhelm König für die KPD in den Preußischen Landtag ein. 1929 gewann er als Spitzenkandidat der »roten Liste« die Mehrheit bei der Betriebsratswahl der AEG Turbine in Berlin-Moabit. Da er sich gegen den ultralinken Kurs wandte, geriet er bald in Widerspruch zur Parteilinie. Er protestierte in einem Brief an das ZK gegen die Aufstellung »roter«, d. h. eigener kommunistischer Betriebsratskandidaten. 1930 kandidierte er schließlich zusammen mit Sozialdemokraten auf einer gemeinsamen Liste erfolgreich für die Betriebsratswahl im selben Betrieb. Es gelang ihnen dabei, die Mehrheitsverhältnisse völlig umzudrehen. Daraufhin wurde er aus der KPD ausgeschlossen, er blieb als Fraktionsloser im Parlament, ging später wieder zur SPD. Es deutet vieles darauf hin, daß Wilhelm König unter dem Decknamen Heinrich mindestens von 1935 bis 1937 als V-Mann der Gestapo über die illegale SPD und deren Betriebszellenarbeit berichtete. Er wohnte 1945 in der Fehmarner Straße 21 in Berlin-Wedding und wurde 1945 vom NKWD festgenommen und ist seitdem spurlos verschwunden.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kohlberg, Erwin

* 6.4.1906

Geboren am 6. April 1906 in Neuruppin, Arbeitersohn; Schildermaler. 1921 Mitglied der KJD in Berlin, 1923/24 Angehöriger des Ordnerdienstes. Von 1924 bis 1933 Mitglied der Roten Jungfront und des RFB, ab 1929 der KPD, Mitarbeiter des AM-Apparates, (Abwehrarbeit, Zersetzung innerhalb der Polizei). Kohlberg gehörte der von Richard Großkopf geleiteten Paßfälscherwerkstatt des ZK der KPD an, wurde 1932 festgenommen, kam aber durch die »Schleicher-Amnestie« im Dezember 1932 frei. Erneut für den AM-Apparat tätig, emigrierte er 1933 in die Sowjetunion und war bis 1935 im Moskauer Autowerk (Automobilsawod) beschäftigt. Er war Kursant an der KUNMS, ging 1936 als Max Faber nach Spanien, dort Angehöriger der XIII. Internationalen Brigade. Von 1938 bis 1940 im Lager Gurs in Frankreich interniert, nach Flucht in Lyon festgenommen und nach Berlin überführt. Ein Verfahren wurde nach einjähriger U-Haft eingestellt, Kohlberg blieb bis Herbst 1943 jedoch in »Schutzhaft«, war Kalfaktor im Hausgefängnis der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße. Nach Freilassung Kraftfahrer. Im April 1945 Mitarbeit im Volkskomitee und Übersetzer für die sowjetische Bezirkskommandantur in Pankow, wurde Kohlberg Oberstaatsanwalt beim Amtsgericht Berlin-Pankow. Im Juni 1945 Mitglied der KPD, nach wenigen Wochen durch Beschluß der Kontrollkommission der BL wieder ausgeschlossen, ihm wurden antisowjetische Äußerungen während der Haftzeit vorgeworfen. Zuletzt Angestellter des Magistrats von Groß-Berlin, Erwin Kohlberg flüchtete 1951 in die Bundesrepublik. Weitere Lebensdaten waren nicht zu ermitteln.

Wer war wer in DDR

Köhler, Erich

* 28.12.1928 – ✝ 16.7.2003

Geb. in Karlsbad (ČSR/Karlovy Vary, Tschechien); Vater Porzellanschleifer, Sozialdemokrat, Mutter Buntdruckerin; Lehren als Bäcker, Schneider u. Maler abgebrochen; vom Militär ausgemustert. 1946 Aussiedl. nach Bad Lauchstädt (Sachsen-Anh.); Arbeit in der Landw.; Tramptour durch Westdtl. u. Niederlande; eine Bewerbung bei der frz. Fremdenlegion scheitert; 1950 Rückkehr in die DDR; SED; zunächst Arbeit im Uranbergbau (SAG Wismut), dann wieder in der Mecklenb. Landw.; 1956 erste Buchveröff.; 1958 – 61 Studium am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« Leipzig; 1962 – 81 freischaff. Schriftst.; 1977 Heinrich-Mann-Preis; seit 1978 Mitgl. des Vorst. des SV; seit Mitte der 1970er Jahre vom MfS als IM »Heinrich« erf., schrieb u. a. Gutachten zur vom MfS verhinderten Autorenanthologie »Berliner Geschichten« (geplant 1974/76 von  Ulrich Plenz- dorf,  Klaus Schlesinger,  Martin Stade); 1981 – 90 Arbeit auf einem VEG bei Lübben, gedacht als ein provokatives soziales Experiment, das MfS mißtraute dem Versuch, »direkte Beziehungen zw. Schriftst. u. Arbeiterkl. ohne Vermittlung u. Kontrolle der SED« aufzubauen; 1988 VVO. 1990 Vorruhestand; Mitgl. des VS; 1991 Dt. PEN-Zentrum (Ost); seine Mitgliedschaft behinderte zeitw. die Vereinigung des Dt. PEN-Zentrums (Ost) u. PEN-Zentrums (West); gest. in Alt-Zauche (b. Lübben). E. K. thematisierte in seinen Arb. das Verhältnis v. Arbeit u. Kunst; seit Anfang der 1960er Jahre verwendete er phantast. Sujets u. verstieß damit gegen kulturpol. Dogmen; mehrere Texte wurden erst 20 Jahre später gedruckt; öffentl. Diskuss. lösten Essays der 1980er Jahre aus, in denen E. K. u. a. den soz. Realismus m. dem »bürgerl. Kriminalroman« gleichsetzte.Der Krott oder Das Ding unterm Hut. Rostock 1976; Hinter den Bergen. Rostock 1976; Kiplag-Geschichten. Berlin 1980; Nichts gegen Homer. Betrachtungen u. Polemiken. Berlin 1986; Blasmagorien. Berlin 1996; Sentenzen kontra Schwarzbuch. Berlin 1998.Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Köhler, Johannes-Ernst

* 24.6.1910 – ✝ 13.9.1990

Geb. in Meran (Südtirol, Österreich), Vater Kirchenmusiker; aufgew. in Bernburg; 1929 Abitur; Studium der Mathematik an der Univ. Halle (ein Semester) u. 1929 – 33 der Musik an der Akad. für Kirchen- u. Schulmusik in Berlin-Charlottenburg; 1933 Examen für das Lehramt an höheren Schulen u. für Kirchenmusik; danach Kantor an der Pauluskirche in Berlin-Lichterfelde; Konzerttätigkeit; seit 1934 Organist an der Stadtkirche Sankt Peter u. Paul (Herderkirche) in Weimar u. Doz. an der Musik-HS Weimar; 1937 NSDAP; 1939 – 45 Wehrdienst. 1946 CDU; 1950 – 80 Kirchenmusikdir. u. Prof. für Orgelspiel an der HS für Musik »Franz Liszt« in Weimar; Ltr. der Abt. Kirchenmusik; seit 1950 Kirchenmusikdir. der Ev. Kirche in Thür.; seit 1954 Mitgl. des Hauptvorst. der CDU; Mitgl. des Musikrats der DDR; Ehrenmitgl. des CDU-Hauptvorst. u. Mitgl. des Ehrenrats beim Hauptvorst. der CDU; 1955 NP; 1958 – 62 Mitgl. des ZV der DSF; 1975 em.; 1985 Stern der Völkerfreundschaft; zahlreiche Schallplatteneinspielungen mit den Orgelwerken von Johann S. Bach u. a.; gest. in Weimar.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Köhler, Willi

* 31.1.1907 – ✝ 26.8.1977

Geb. in Kassel; Vater Gewerbetreibender; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1929 – 31 Studium der Germanistik an der Univ. Berlin; 1931 – 33 Zeitungshändler; 1931 KPD; 1932 Pol.-Ltr. der KPD-Straßenzelle »Onkel Toms Hütte«; zugl. freier Mitarb. für die Ztg. »Rote Fahne«, »Welt am Abend«, »Roter Aufbau«, »Rote Post« u. »Eulenspiegel«; 1933 – 40 Wohlfahrtsempfänger, Buchhandlungsgehilfe; ab 1933 illeg. Arbeit in Berlin-Zehlendorf; 1940 – 44 Wehrmacht, 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. Aug. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; bis 1951 Instrukteur in der Abt. Presse u. Rundfunk des ZS des SED-PV; 1951/52 Sektorenltr. in der Abt. Agit. des ZK u. Chefred. des SED-Pressedienstes; 1952 – 55 stellv. Ltr. der Abt. Presse/ Rundfunk des ZK der SED; 1955/56 stellv. Chefred. des »Neuen Dtl.«; 1956 – 64 Mitgl. des Red.-Kolleg., ab 1964 Kommentator des »Neuen Dtl.«; 1959, 1967 u. 1977 VVO.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Köhn, Otto

* 6.11.1888 – ✝ 9.3.1976

Geboren am 6. November 1888 in Zehlendorf/ Krs. Niederbarnim. Sohn eines Landarbeiters; lernte Drechsler. 1906 Mitglied der SPD, 1914 zum Kriegsdienst eingezogen, geriet er im März 1915 in russische Kriegsgefangenschaft, wurde 1918 ausgetauscht, arbeitete als Drechsler bei einer Reichsbahn-Werkstatt. Er trat in die USPD ein und nahm 1918/19 in Berlin an den Revolutionskämpfen teil, wurde 1920 Mitglied der KPD. Wegen seiner politischen Tätigkeit 1922 von der Reichsbahn entlassen, bei verschiedenen Firmen tätig. 1925 in die Bezirksversammlung Berlin-Wedding gewählt, bis zum Ausschluß 1930 Bezirksleiter des DHV. Von 1929 bis 1933 KPD-Abgeordneter der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Im Februar 1933 wurde Köhn verhaftet, kam Ende 1933 aus dem KZ Sonnenburg frei. Als Arbeitsloser machte er im Juli 1935 die Meisterprüfung, richtete sich eine Drechslerwerkstatt ein, die u.a. als geheimer Treff für kommunistische Widerständler diente. Im Juli 1944 zur Wehrmacht eingezogen, 1945 trat er wieder in die KPD ein, 1946 in die SED. Funktionär in West-Berlin. Er war als selbständiger Drechslermeister Leitungsmitglied der West-Berliner Drechsler-Innung, im Oktober 1975 übersiedelte er nach Ost-Berlin, wo Otto Köhn am 9.März 1976 starb.

Wer war wer in DDR

Kolbe, Uwe

* 17.10.1957

Geb. in Berlin; 1976 Abitur; nach Vermittlung durch  Franz Fühmann Veröff. erster Texte (zus. mit  Frank-Wolf Matthies) in »Sinn u. Form« (1976) 6; 1980 Debütband »Hineingeboren«; ab 1979 freiberufl. Schriftst.; 1980/81 Sonderkurs am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher«; Nov. 1981 auf Weisung des ZK der SED Verbot der von U. K. u.  Sascha Anderson zusammengestellten »Akad.-Anthologie« mit Texten von 30 bis dato unpublizierten Autoren; 1981 aufsehenerregende Polemik gegen den Staat in dem als Akrostichon getarnten Text »Kern meines Romans« (In: »Bestandsaufnahme Zwei«. Halle); 1981 – 83 Hrsg. der inoffiz. Ztschr. »Der Kaiser ist nackt«; 1982 – 85 fakt. Publikationsverbot; Übersetzungen u. Nachdichtungen (u. a. Stücke von García Lorca); 1983 – 89 vom MfS im OV »Poet« überwacht; 1984 »Offener Brief« an den Kulturminister mit einem Plädoyer für pol. Pluralismus u. Meinungsfreiheit; 1984 – 87 Hrsg. der inoffiz. Ztschr. »Mikado« (zus. mit  Lohar Trolle u.  Bernd Wagner); Mitarb. an den nichtoffiz. Ztschr. »Ariadnefabrik«, »Bizarre Städte«, »Oder«, »Radix-Blätter« (»Aufrisse«, »Wohnsinn«), »Schaden« u. »Zweite Person«; Hrsg. zahlr. Grafikbücher; 1986 Dauervisum; Mai 1987 Übersiedl. nach Hamburg; 1987 Förderpreis Lit. zum Kunstpreis Berlin (West); Förderpreis zum Hölderlin-Preis Bad Homburg; 1988 Nicolas Born-Preis, Übersetzerpreis des Henschelverlags; 1989 Gastdozentur in Austin (Texas); Mitgl. des PEN-Zentrums Bundesrep. Dtl. 1992 Villa-Massimo-Stipendium; 1992 Berliner Lit.-Preis; 1993 Friedrich-Hölderlin-Preis Tübingen; 1996 Austritt aus dem PEN-Zentrum der Bundesrep Dtl. aus Protest gegen die anstehende Vereinigung mit dem Dt. PEN-Zentrum (Ost); lebt in Berlin.Abschiede u. andere Liebesgedichte. Berlin, Weimar 1981; Bornholm II. Berlin, Weimar 1987; Mikado oder Der Kaiser ist nackt. Selbstverlegte Lit. in d. DDR. Frankfurt (Main) 1988 (Hrsg. mit L. Trolle u. B. Wagner); Die Situation. Göttingen 1994; Vineta. Frankfurt (Main) 1998; Renegatentermine. Frankfurt (Main) 1998; Der Tote von Belintasch. Heidelberg 2002; Thrak. Spiele. München 2005; Heimliche Feste. Frankfurt (Main) 2008. Cosentino, Ch. u. a. (Hrsg.): DDR-Lyrik im Kontext. Amsterdam 1988; Hesse, E.: Sprache & Antwort. Frankfurt (Main) 1988; Böthig, P., Michael, K. (Hrsg.): MachtSpiele. Lit. u. Staatssicherheit. 1993; Böthig, P.: Grammatik einer Landschaft. Lit. aus der DDR in den 80er Jahren. Berlin 1997.Klaus Michael / Andreas Kölling

Wer war wer in DDR

Koloc, Kurt

* 14.5.1904 – ✝ 2.12.1967

Geb. in Dresden, dort 1918 – 21 Schlosserlehre u. Besuch der Städt. Gewerbeschule; 1922 Bergmann im Ruhrgebiet; 1924 Schlosser im Eisenwerk Copitz; 1928 Werkstudent für Maschinenbau u. Betriebswiss. an der TH Dresden, 1933 Relegation aus polit. Gründen; 1938 Fortsetzung des Studiums u. 1939 Dipl. an der TH Dresden; 1939 Normierungsing. bei der Rheinmetall-Borsig AG in Berlin-Tegel. 1945 / 46 Referent für Normung u. Typung bei der Dt. Zentralverw. Berlin; 1946 Prom. mit der Arbeit »Zum Besteinsatz von Werk- u. Hilfsstoffen« bei Ewald Sachsenberg an der TH Dresden; beide gelten als Begründer der Dresdener Schule der Betriebswiss.; 1946 Berufung auf den Lehrstuhl für Allg. Gewerbelehre u. Normung der TH Dresden, 1949 Gründer u. Dir. des Inst. für Betriebswiss. u. Normung, Ltr. der Fachrichtung Betriebsingenieure; Vors. der Sächs. Landeskammer der Technik; 1949 – 53 Rektor der TH Dresden (Nachf. von  Werner Straub); 1950 – 54 Mitgl. der Volkskammer, Fraktion des KB; 1954 – 57 Ltr. des neugegr. Industrie-Inst. der TH Dresden; 1957 – 60 Dekan der Fak. Technologie der TH Dresden; gest. in Dresden.Stand u. Erneuerung der Betriebswiss. 1949; Die Verpackung vom Standpunkt der Forschung. 1950; Stoff-ABC: Handbuch der Werk- u. Hilfsstoffe für den Maschinenbau u. angrenzende Gebiete. Leipzig 1950; Werkstoff-Kartei Koloc. Leipzig 1957; Grundlagen u. Bedeutung der Standardisierung. Berlin 1960 (mit W. Meister u. H. Siemens); So heißen die Werkhölzer: Handelsnamen, botanische Namen. Leipzig 1961; Lehrbuch der Standardisierung, 1963 (Mitautor). Petschel, D.: Die Professoren der TU Dresden 1828 – 2003. Köln u. a. 2003.Uwe Fraunholz

Wer war wer in DDR

Konew, Iwan Stepanowitsch

* 28.12.1897 – ✝ 21.5.1973

Geb. in Lodejno (Gebiet Kirow); 1916 Militärdienst, 1918 KPR(B), 1918 – 21 Kommissar eines Panzerzugs, einer Schützenbrigade, einer Div. u. des Stabs der Rev. Volksarmee der Fernöstl. Rep.; 1921 als Deleg. des 10. Parteitages der KPR(B); Teiln. an der Niederschlagung des Kronstädter Aufstands; 1921 Kriegskommissar eines Verbandes, 1926 Kdr.-ausbildung an der Militärakad., danach bis 1930 Regt.-, bis 1932 Div.- u. Korpskdr. sowie Befehlshaber einer Armee; 1931 – 34 Mitgl. des Gesamtruss. Zentralexekutivkomitees; 1934 Absolvent der Militärakad. »M. W. Frunse«; 1939 – 52 Kand. des ZK der KPdSU(B); 1940 Kdr. der 2. Selbst. Fernostarmee, 1940 – 41 Oberbefehlshaber des Transbaikal- u. des Nordkaukas. Militärbez.; 1941 – 45 Befehlshaber der 19. Armee u. Oberbefehlshaber versch. Frontabschnitte: Sept./Okt. 1941 u. Aug. 1942 bis Febr. 1943 Oberbefehlshaber der Westfront, ab Okt. 1941 der Kalininfront (Schlacht vor Moskau), ab März 1943 der Nordwestfront, ab Juli 1943 der Steppenfront (Schlacht im Kursker Bogen, Smolensker Schlacht), ab Okt. 1943 der 2. u. von Mai 1944 bis Mai 1945 der 1. Ukrain. Front (Weichsel-Oder-Operation, Berliner Operation); Febr. 1944 Marschall der Sowjetunion. 1945 – 46 Oberkommandierender der Zentralgr. der sowjet. Streitkräfte u. Oberster Kommissar für Österreich; 1946 – 50 u. 1955/56 Oberkommandierender der Landstreitkräfte u. glz. Stellv. des Min. für Verteidigung der UdSSR; 1951 – 55 Oberbefehlshaber des Karpatenmilitärbez.; 1952 – 73 Mitgl. des ZK der KPdSU, 1956 – 60 Erster Stellv. des Min. für Verteidigung der UdSSR u. glz. Oberkommandierender der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrags; 1960/61 u. ab 1962 Mitgl. der Gr. der Generalinspekteure des Min. für Verteidigung der UdSSR, 9.8.1961 – 18.4.1962 Oberkommandierender der GSSD (Nachf. von Iwan I. Jakubowski); Abg. des Obersten Sowjets der UdSSR von der ersten bis achten Legislaturperiode; 1944 u. 1945 Held der Sowjetunion, 1970 Held der ČSSR, 1971 Held der Mongol. VR, Held der Ung. VR, Siegesorden; beigesetzt an der Kremlmauer in Moskau.Wladislaw Hedeler

Wer war wer in DDR

König, Jens

* 17.1.1964

Geb. in Berlin; Vater Ing., Mutter Friseuse; 1982 Abitur; 1982 / 83 Volontär bei der FDJ-Ztg. »Junge Welt«; 1983 – 87 Journalistikstudium an der KMU Leipzig u. an der Lomonossow-Univ. in Moskau; 1983 – 89 SED; ab 1987 Red. bei der »Jungen Welt«, 21. Nov. 1989 – 94 Chefred. (durch Wahl der Mitarb., Nachf. von  Hans-Dieter Schütt). 1994 – 2008 Red. bzw. Ltr. des Parlamentsbüros der »tageszeitung« (taz); 2007 Literaturpreis der Friedrich-Ebert-Stiftung (Das politische Buch); seit 2008 Reporter im Berliner Büro der Ztschr. »Stern«.Gregor Gysi. Eine Biogr. Berlin 2005; Einfach abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Dtl. Berlin 2006 (mit N. Klinger).Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

König, Otto

* 5.3.1929 – ✝ 22.1.1990

Geb. in Langewiesen (Krs. Ilmenau); Vater Glasbläser; Grund- u. Oberschule, 1947 Abitur; 1947 – 51 Studium der Chemie an der FSU Jena, Dipl.-Chemiker; 1951 – 60 Versuchsltr. des VEB Stickstoffwerke Piesteritz; 1960 Dr. rer. nat.; 1960/61 Assistent des Produktionsdir.; 1961 SED; 1961 – 63 Abt.-Ltr. im VEB Stickstoffwerke Piesteritz; 1964 – 66 Abt.-Ltr., 1966/67 Produktionsdir. u. 1967/68 Forschungsdir. des VEB Elektrochemie u. Plaste Halle; 1968 – 71 Dir. für Forschung im VEB Kombinat Leuna-Werke »Walter Ulbricht«; 1971/72 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1969 Korr. Mitgl. der DAW/AdW der DDR; Juni 1971 Kand. des ZK der SED; ab 1973 Dir. bzw. GD des Düngemittelkombinats Piesteritz/VEB Kombinat Agrochemie Piesteritz (Nachf. von Karl-Heinz Schäfer); Mitgl. des Forschungsrats der DDR; 1977 Verdienter Techniker des Volkes; 1982 NP (im Koll.); 1984 VVO; 1989 Ehrenspange zum VVO.Hagen Schwärzel / Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Josef

* 19.3.1898 – ✝ 12.8.1973

Geboren am 19. März 1898 in Ostritz/Krs. Görlitz; gelernter Schuhmacher, 1915 Soldat im Ersten Weltkrieg. Ende 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Königsberg, trat er 1919 in die USPD und Ende 1920 in die KPD ein. Hauptamtlicher Funktionär der KPD-BL Ostpreußen und Oberschlesien, sowie 1925 Mitbegründer und Gauführer des RFB in Schlesien, danach in dieser Funktion in Sachsen und Hessen. Nach einem militärpolitischen Lehrgang in der Sowjetunion 1929 wurde er im AM-Apparat Mitarbeiter der BL Oberschlesien, dort Provinziallandtagsabgeordneter. Ende 1932 gehörte er dem Sekretariat der BL unter Paul Wojtkowski an. Am 22. Juli 1933 festgenommen, bis September 1934 im KZ Esterwegen. Danach Schuhmacher, 1938 Übersiedlung nach Gottesberg/ Schlesien. Dort 1945/46 Angestellter der Stadtverwaltung, zunächst unter sowjetischer dann unter polnischer Verwaltung und zuletzt Zivilangestellter bei der Roten Armee. Im August 1946 Umsiedlung in die SBZ nach Potsdam, König blieb bis 1951 Mitarbeiter der SED-Landesleitung Brandenburg, war anschließend Leiter der Verschlußsachenabteilung der Landesregierung Brandenburg und zuletzt in der SED-KL Potsdam-Stadt tätig. Josef König starb am 12.August 1973 in Potsdam.

Wer war wer in DDR

Königsdorf, Helga (verh. Bunke)

* 13.7.1938 – ✝ 4.5.2014

Geb. in Gera; Vater Fabrikbesitzer; 1955 Abitur; 1955 – 61 Physikstudium in Jena u. Berlin; 1961 Heirat mit  Olaf Bunke; 1961 – 90 am Mathemat. Inst. der DAW/AdW, wiss. Mitarb., Abt.-Ltr.; 1963 Dr. rer. nat. an der HU Berlin; 1970 SED; 1972 Habil.; 1974 Prof. an der AdW; seit 1978 Veröff. von Kurzgeschichten u. Erzählungen; 1987 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR; 1985 Heinrich-Heine-Preis; 1989 NP; 1990 aus gesundheitl. Gründen em.; seither freischaff. Schriftst.; 1989 – 91 Mitgl. des Präs. des PEN-Zentrums DDR u. des Dt. PEN-Zentrums (Ost); 1990 PDS; bis Okt. 1990 Mitgl. des Präs. des SV; kandidierte für den Dt. Bundestag. Austritt aus der PDS; 1992 Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Gandersheim; gest. in Berlin. Iron.-satir. Alltagsgeschichten (u. a. »Meine ungehörigen Träume« 1978); »Ungelegener Befund« (1990) thematisiert am Beispiel Lise Meitners die Problematik der gesellsch. Verantwortung des Wissenschaftlers; pol.- publizist. u. liter. Engagement im gesellsch. Umbruch 1989/90, u. a. »Aus dem Dilemma eine Chance machen« (1989); »Adieu DDR« (1991); »Gleich neben Afrika« (1992).Der Lauf der Dinge. Geschichten. Berlin, Weimar 1982; Lichtverhältnisse. Berlin, Weimar 1988; Über die unverzügliche Rettung der Welt. Essays. Berlin 1994; Die Entsorgung der Großmutter. Berlin 1997; Der gewöhnliche Wahnsinn: Die besten Geschichten. Berlin 1998; Landschaft in wechselndem Licht. Erinnerungen. Berlin 2002. Dietrich, K.: »DDR-Lit.« im Spiegel der dt.-dt. Literaturdebatte: »DDR-Autorinnen« neu bewertet. Frankfurt (Main) 1998.Leonore Krenzlin / Andreas Kölling