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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Kretzschmar, Bernhard

* 29.12.1889 – ✝ 16.12.1972

Geb. in Döbeln; Vater Schneider; 1896 – 1904 Bürger- u. Volksschule; 1904 – 09 Lehre als Dekorationsmaler u. Malergehilfe; 1909 – 11 Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden bei Ermenegildo Donadini; 1911 Reise durch Süddtl. u. die Schweiz; 1911 – 17 Studium an der Sächs. Kunstakad. in Dresden bei Robert Sterl, Johann Raphael Wehle, Richard Müller, Oskar Zwintscher, Osmar Schindler u. Otto Gußmann; 1913 Reise nach Spanien, u. a. Mallorca; 1914 Mstr.-Schüler von Carl Bantzer; 1917/18 Sanitätssoldat in Bautzen, Galizien u. Frankreich; 1918 – 20 Mstr.-Schüler von Robert Sterl in Dresden; vernichtete 1920 einen wesentl. Teil seiner expressionist. Arbeiten; 1920 – 46 freischaff. in Dresden; 1930 Gründung der Gruppe Aktion; 1932 Gründung u. Ltg. der Neuen Dresdner Sezession; 1937 Beschlagnahmung der als »entartete Kunst« eingestuften Arbeiten B. K.s aus dt. Museumsbesitz durch das NS-Regime; 1942 – 44 Reisen nach Galizien; 13.2.1945 Vernichtung von Teilen des Werks durch den Bombenangriff auf Dresden. 1946 Prof. an der HS für bildende Künste in Dresden; 1954 Reise nach China; ab 1956 mehrfach in Bulgarien; 1969 Mitgl. der DAK; B. K. malte u. zeichnete hauptsächl. Landschaften, Bildnisse u. figürl. Kompositionen; Radierfolgen: »Erlebnisse«, 1921; »Kleiner Zirkus«, 1922; »Um einen Menschen«, 1933.Schmidt, G.: B. K. Werkverz. der Druckgrafik 1914 – 1969. Berlin 1981; Löffler, F.: B. K. Dresden 1985; Kat. B. K. Gemäldegalerie Neue Meister. Dresden 1989.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Kreutzer, Hermann

* 3.5.1924 – ✝ 28.3.2007

Geb. in Saalfeld (Thür.) in einer sozialdemokrat. Familie; als Jugendlicher im antifasch. Widerstand aktiv; 1942 Einberufung zum Kriegsdienst, 1945 Verurteilung zu 10 Jahren Festungshaft wg. Wehrkraftzersetzung. Juli 1945 SPD; Ltr. der Abt. Kommunalpolitik des Landkrs. Saalfeld; April 1946 SED, zugleich Ltr. einer illeg. SPD-Org. in Thüringen; 4.4.1949 Verhaftung durch die sowj. Geheimpolizei, U-Haft in Weimar; 31.8.1949 zus. mit seinem Vater u. drei weiteren Sozialdemokraten durch das Sowj. Militärtribunal Weimar zu 25 Jahren Haft verurteilt, Überstellung ins Speziallager Bautzen, bis 1954 Haft im Zuchthaus Bautzen u. im Lager X in Berlin-Hohenschönhausen, anschl. bis 31.5.1956 im Zuchthaus Brandenburg; danach Übersiedl. nach West-Berlin; SPD-Kreisvors. in Berlin-Tempelhof; 1961 MdB; 1967 als Ministerialdir. im Min. für Gesamtdt. Fragen verantw. für den Freikauf polit. Häftlinge aus der DDR; 1968 Mitbegr. des Kurt-Schumacher-Kreises; 1980 Protest gegen Kontakte der SPD-Führung zur SED, Mitbegr. des Seeheimer Kreises, ruft 1981 zur Wahl der CDU in Berlin auf, daraufhin Ausschluß aus der SPD; 1982 Mitbegr. der Gesell. für soziale Demokratie.In Deutschland. Aufschlüsse über politische Ereignisse u. Personen in sechs Jahrzehnten für Freiheit. Berlin 2002. Ploog, S.: H. K. In: Kowalczuk, I.-S., Sello, T. (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Berlin 2006.Bernd Florath

Wer war wer in DDR

Kröber, Günter

* 12.1.1928

Geb. in Leipzig; 1946 Abitur; 1946 – 62 Mitgl. der LDP, Ausschluß wg. »staatsfeindl. Verhaltens«; 1946 – 50 Jura-Studium an der Univ. Leipzig; 1950 Mitgl. des LDP-Landesvorst. Sachsen; 1950 – 52 Mitgl. des Sächs. Landtags; 1951 / 52 jur. Vorbereitungsdienst; 1951 / 52 LDP-Organisationsltr. des Kreisvorst. Leipzig-Stadt; 1953 – 55 u. 1956 – 61 Rechtsanw.; 1955 verhaftet wg. angebl. staatsfeindl. Verhaltens, Ausschluß aus der Anwaltschaft, 1956 freigespr. u. rehabilitiert; 1961 in Jugoslaw. verhaftet u. ausgeliefert, 1962 verurteilt wg. Verstoßes gegen das Paßgesetz, bis 1963 in Haft; 1963 – 66 Absatzltr. im Montagewerk Leipzig; 1966 – 90 Justitiar der Centrum-Warenhäuser Leipzig; 1970 Prom.; 1989 Gründungsinitiator der FDP in Sachsen, 1990 Mitgl. FDP-Kreisvorst. Leipzig u. des FDP-Landesvorst. Sachsen; 1990 als Rechtsanwalt rehabil. Okt. 1990 – 94 Mitgl. des Sächs. Landtags, Okt. 1990 – Dez. 1993 Vors. der FDP-Fraktion; seit Nov. 1995 Mitgl. des Sächs. Verfassungsgerichtshofs in Leipzig; 1998 – 2003 Mitgl. des Stiftungsrats der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; 1998 Sächs. Verdienstorden; Mitgl. des Bundesvorst. u. Vors. Landesverb. Sachsen des Bundes der Stalinistisch Verfolgten e. V.; Präs. der Rechtsanwaltskammer Sachsen; arbeitet als Rechtsanwalt für Gesellschafts- u. Vermögensrecht.Der Kaufvertrag zwischen Handel u. Bürger. Leipzig 1970.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kröger, Herbert

* 15.7.1913 – ✝ 19.9.1989

Geb. in Dortmund; Vater Ministerialrat; Grundschule u. Gymnasium in Berlin-Friedenau, 1931 Abitur; 1931 – 35 Studium der Rechts- u. Staatswiss. an den Univ. in Jena u. Berlin; 1933 – 36 SA; 1935 Erstes jur. Staatsexamen u. 1935 Prom. zum Dr. jur. an der Univ. Jena; Gerichtsreferendar in Berlin, Frankfurt (Oder) u. Neustadt (Orla); 1936/37 Wehrmacht; 1937 NSDAP; 1938 SS, Oberscharführer im SD-Hauptamt; 1939 Zweites jur. Staatsexamen; 1940 Gerichtsassessor in Wurzen, 1941 Landgerichtsrat am LG Guben (aber nicht ausgeübt); 1940 – 42 Wehrmacht, Oberltn. in der 16. Panzerdiv.; 1943 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1944 – 47 Antifa.-Polit-HS in Moskau, 1944/45 NKFD, zeitw. Ass. u. Mitarb. von  Wilhelm Zaisser. 1947 Rückkehr nach Dtl.; 1947/48 Mitarb. an der Dt. Zentralverw. für Volksbildung; 1948 SED; 1948 – 51 Prof. u. Dekan an der DVA in Forst-Zinna; 1951 dort Prof. mit Lehrstuhl für Staatsrecht, ab 1953 (nach Eingliederung der DVA) an der DASR Potsdam-Babelsberg, 1955 – 63 Rektor der DASR (Nachf. von Hermann Kleyer); 1956 – 60 Mitgl. der Red. des SED-Organs »Einheit«; 1964 – 78 Dir. bzw. stellv. Dir. des Inst. für Internat. Beziehungen an der DASR/ASR; 1950 – 63 Mitgl. der Volkskammer; Mitgl. der Verteidigung im KPD-Verbotsprozeß; 1965 – 89 Vizepräs. der Ges. für Völkerrecht, Vizepräs. der Liga für Menschenrechte; seit 1968 Mitgl. des Kollegiums des MfAA; Abt.-Ltr. für Völkerrecht, Diplomaten- u. Konsularrecht des Inst. für Internat. Beziehungen der DASR; 1973 VVO.Die Haftung für Schädigungen Dritter durch Handlungen der Feuerwehr. Leipzig 1936; Völkerrecht. Lehrbuch. Berlin. 1973; Friedl. Koexistenz u. Völkerrecht. Berlin 1975.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Krolikowski, Herbert

* 15.3.1924 – ✝ 28.11.2012

Geb. in Oels (Niederschles./Oleśnica, Polen); Vater Arbeiter, Bruder  Werner K; Ausbildung zum kfm. Angest.; ab 1942 RAD, Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. Nov. 1949 Rückkehr nach Dtl.; zunächst kfm. Angest. beim Krs.-Konsum Malchin; März – Aug. 1950 1. Sekr. des DSF-KV Malchin; 1950 – 52 Instrukteur bzw. Sektorenltr. des ZV der DSF; 1952/53 persönl. Ref. des Gen.-Sekr. der DSF; 1952 SED; 1954/55 Studium an der SED-BPS Berlin; 1956 – 58 3. Sekr. an der DDR-Botschaft in Moskau; 1958 – 60 kommissar. Ltr., 1960/61 Ltr. der Abt. Skandinavien im MfAA; Fernstudium an DASR Potsdam, 1959 Dipl.-Staatswiss.; 1962/63 Ltr. der 1. Europaabt. im MfAA; 1963 – 67 stellv. Minister für Ausw. Angelegenh.; 1967 – 69 Studium u. Aspirantur an der Diplomaten-HS der UdSSR, 1969 Prom. zum Dr. phil.; 1969 – 72 Botschafter der DDR in der ČSSR (Nachf. von  Peter Florin); 1971 Kand., 1976 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1973 – 75 erneut stellv. Außenminister, 1975 – 90 Staatssekretär u. 1. Stellv. des Ministers für Ausw. Angelegenh. (Nachf. von  Oskar Fischer); bis 1987 Gen.-Sekr. des »Pol. Beratenden Aussch. der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrags«; 1964 u. 1977 VVO. Gest. in Berlin.Die Org. des Warschauer Vertrages. Berlin 1975; Der Warschauer Vertrag. Berlin 1985.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Krone, Tina (eigtl. Martina)

* 28.2.1957

Geb. in Haldensleben; 1963 Annahme des Namens Rosenkranz vom Stiefvater; 1963 – 71 POS u. 1971 – 75 EOS »Heinrich Heine« in Haldensleben, Abitur; 1975 – 76 Stud. der Lebensmitteltechnol., 1977 – 82 Lehrerstud. mit den Fächern Deutsch u. Engl. an der HU Berlin, Dipl.; ab 1982 Arbeit als Lehrerin; polit. alternatives Engagement u. a. im Friedenskreis Berlin-Friedrichsfelde, der Gruppe »Frauen für den Frieden«, als Red. der illeg. Ztschr. »Friedrichsfelder Feuermelder« sowie in der linken Menschenrechtsgr. »Gegenstimmen«; aufgrund des polit. Engagements diverse Kontrollen und Sanktionierungen, die zu örtl. u. tätigkeitsbezogenen Umsetzungen innerhalb der Volksbildung führten: ab 1983 nur noch als Aushilfslehrerin bzw. Lehrerin ohne eigene Klasse an anderen Schulen eingesetzt, 1986-90 als Erzieherin an einer Hilfsschule geduldet; ab Herbst 1989 aktiv im Neuen Forum. 1990 – 92 Red. der Wochenztg. »die andere«; ab 1992 Bestandsbearb. u. Archivltr. in der Robert-Havemann-Gesell.; Autorin u. Hrsg. mehrerer Sammelbände u. Ztschr.; 2005 Berufung in die Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes »Aufarbeitung der SED-Diktatur«.Wenn wir unsere Akten lesen: Handbuch zum Umgang mit den Stasi-Akten. Berlin 1992 (mit I. Kukutz u. H. Leide); »Sie haben so lange das Sagen, wie wir es dulden«: Briefe an das Neue Forum September 1989 – März 1990. Berlin 1999 (Hrsg.); Wohin treibt die DDR-Erinnerung? Dokumentation einer Debatte. Göttingen 2007 (Mithrsg.).Arno Polzin, Jg. 1962; 1978 – 90 Facharbeiterausbildung und Arbeit als Werkzeugmacher; 1982 – 84 Bausoldat in der NVA; 1984 – 89 Technologie-Fernstudium an der Fach- / Hochschule für Maschinenbau und Elektrotechnik Berlin; 1990 Mitarbeit im Bürgerkomitee zur Kontrolle der Auflösung der Staatssicherheit Berlin; seit 1990 in verschiedenen Positionen bei dem / der BStU in Berlin, seit 2003 dort Mitarbeiter in der Abt. Bildung und Forschung.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kropp, Willi (Wilhelm)

* 3.1.1899 – ✝ 8.8.1961

Geboren am 3. Januar 1899 in Grünberg/ Hessen, Sohn eines Kaufmanns; lernte Buchhändler. Aktiv in der Wandervogelbewegung, 1915 begann Kropp eine landwirtschaftliche Lehre auf einem hessischen Gut, ab 1917 war er Volontär einer Obst- und Gartenbau-Genossenschaftssiedlung bei Oranienburg. 1918 Soldat, zuletzt Unteroffizier. 1919/20 in einer Landkommune, dann im Ruhrgebiet, Hilfsschlepper auf einer Zeche in Bochum. Er wurde Mitglied der KJD und der KPD, Funktionär der BL Ruhrgebiet, später Leiter der KJD-Gruppe Darmstadt und Mitglied der BL Hessen-Frankfurt, dort für das Ressort Bildung verantwortlich. Im Juni 1923 wurde Kropp wegen seiner kommunistischen Tätigkeit von der französischen Geheimpolizei verhaftet und einen Monat später zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung siedelte er nach Diez/Lahn über, wo er politisch nicht hervortrat. Er wurde im September 1924 Leiter der Partei-Buchhandlung und des Literaturvertriebes in Frankfurt/M., dann in Stuttgart. Dort in der BL Agitpropleiter, er tendierte zu den Linken und führte heftige Auseinandersetzungen mit den Rechten in Württemberg. Im Mai 1925 wurde Kropp UB-Sekretär, außerdem Geschäftsführer der »Niederrheinischen Arbeiterzeitung« in Duisburg. 1925 standen fast alle UB-Sekretäre Wilhelm Schwan, Max Schütz und Arthur König auf der Seite Ruth Fischers, Kropp war damals der einzige Gegner. 1926 holte Wilhelm Florin den Thälmann-Anhänger Kropp als Agitpropsekretär in die BL Ruhr. Er wurde von Dezember 1926 bis 1928 Orgleiter des Bezirks Ruhr in Essen, dann Redakteur am »Ruhr-Echo«. Während der Konflikte mit den Rechten und Versöhnlern tendierte Kropp zu den Rechten, gab im Dezember 1928 eine Erklärung für das ZK, aber gegen die BL Ruhr ab. Im April 1930 zu zwei Jahren Festung verurteilt, schickte ihn das ZK als Instrukteur nach Baden, anschließend im Auftrag des Westeuropäischen Büros der Komintern verschiedene Einsätze. Anfang Mai 1931 stellte er sich nach Absprache mit Wilhelm Pieck den deutschen Justizbehörden und mußte bis 28. Januar 1933 seine Haftstrafe absitzen, da die Weihnachtsamnestie 1932 für ihn abgelehnt worden war. Kropp übernahm die Agitproparbeit in Berlin-Brandenburg und wurde am 4. Mai 1933 durch Verrat verhaftet und im Polizeipräsidium am Alexanderplatz schwer mißhandelt. Ende September 1934 aus dem KZ Sonnenburg entlassen, emigrierte er im November über Saarbrücken nach Paris und kam im März 1935 in die Sowjetunion. Dort arbeitete er bis 1940 als persönlicher Mitarbeiter von Florin im skandinavischen Ländersekretariat des EKKI. 1941 nach Ufa evakuiert, ab Februar 1942 dort Propagandist unter deutschen Kriegsgefangenen, bis Februar 1943 Oberkommissar in einem Lager am mittleren Ural, anschließend an der Zentralschule 27. Im Sommer 1944 unter dem Pseudonym Willi Keller in der als Objekt 12 getarnten deutschen Parteischule. In der zweiten Maihälfte 1945 wurde Kropp zur Verstärkung der Gruppe Sobottka über Danzig nach Mecklenburg geflogen. Im Juli 1945 Leiter der Abteilung Kultur und Schulung der KPD-Landesleitung Mecklenburg in Schwerin, wegen Differenzen mit Gustav Sobottka bereits im September 1945 nach Berlin, Kropp wurde der erste Leiter der SED-Parteihochschule »Karl Marx« in Liebenwalde. Im Herbst 1947 abberufen, wurde er Direktor der Deutschen Verwaltungsakademie in Forst Zinna. Am 9. August 1951 erhielt Kropp wegen »parteischädigenden Verhaltens« eine Rüge und wurde seiner Funktion enthoben, weil er u. a. den ZK-Beschluß über das Verbot des Betretens der Berliner Westsektoren ignorierte. Ab 1951 Redakteur beim ADN bzw. beim »Neuen Deutschland«, im September 1955 wurde er zum Professor an die FDGB-Hochschule Bernau berufen und erhielt den Orden »Banner der Arbeit«. Wilhelm Kropp starb am 8. August 1961 in Weimar.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Krötke, Wolf

* 5.10.1938

Geb. in Berlinchen (Krs. Soldin, Ostbrandenb./ Barlinek, Polen); Vater 1945 gefallen; 1957 Abitur am Philantropinum in Dessau; anschl. Beginn des Studiums der Theol. an der Theolog. Fak. der KMU Leipzig; 1958/59 Haft im Zuchthaus Waldheim wegen »Hetze u. staatsgefährdender Prop. u. Herstellung u. Verbreitung von Hetzschriften«; danach Forts. des Studiums am Katechet. Oberseminar in Naumburg (Saale) u. am Sprachenkonvikt Berlin; 1965 Erstes theolog. Examen; 1967 kirchl. Qualifikationsprüfung (Prom.) über Karl Barths Lehre von der Sünde; 1967 – 70 Vikar u. Hilfsprediger in Görschen (Krs. Naumburg (Saale)); anschl. Studentenpfarrer in Halle; 1973 – 91 Doz. des Kirchl. Lehramts für systemat. Theol. am Sprachenkonvikt Berlin; Forschungen zur Theol. Karl Barths u. Dietrich Bonhoeffers, zum Verständnis von Religion u. zur Gotteslehre; 1976 Dr. h. c. der Univ. Tübingen; Mitgl. der Synode der EKU u. des Theolog. Aussch. der EKU; Mitgl. der Kommission für Theolog. Grundsatzfragen beim Bund der Ev. Kirchen in der DDR; 1990 Karl-Barth-Preis der EKU. 1991 Mitgl. in der Kammer für Theol. bei der EKD, im Bonhoeffer-Komitee, der Karl-Barth-Ges. u. der societas ethica; Berufung zum Prof. für systemat. Theol. u. bis 1993 Dekan der Theolog. Fak. der HU Berlin; 1995 Mitgl. der Europ. AdW (Salzburg); 2004 em. W. K. galt als führender systhemat. Theologe in der DDR; zahlr. Veröff. zu dogmat. u. kirchenhist. Themen.Die Kirche im Umbruch der Ges. Tübingen 1994; Gottes Klarheiten. Tübingen 2001; Erschaffen u. erforscht. Mensch u. Universum in Theol. u. Naturwiss. Berlin 2002.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Ernst

* 9.1.1895 – ✝ 26.10.1970

Geboren am 9. Januar 1895 in Eberswalde, Sohn eines Lackierers; Schlosser und Metallarbeiter. Von 1915 bis 1918 Soldat. 1918 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1920 trat Krüger in die preußische Polizei ein, war Hilfswachtmeister, quittierte im Februar 1921 den Dienst und war ab 1921 Schlosser in Berlin. Seit Herbst 1923 Sekretär für Betriebsräte der KPD-BL Hessen-Kassel, im Februar 1924 verhaftet und zu neun Monaten verurteilt. 1926/27 Polleiter in Berlin-Moabit. 1928/29 hauptamtlicher KPD-Sekretär für den Bezirk Nord mit Sitz Eberswalde, kam Krüger im Herbst 1929 als Abgeordneter in den Brandenburgischen Provinziallandtag, wurde 1929 Sekretär in der Orgabteilung der BL Berlin-Brandenburg und Instrukteur für den Landarbeiterverband der RGO, 1932/33 Redakteur an der Kasseler Parteizeitung. Am 28. Juli 1933 in Brandenburg verhaftet, wurde er zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte. Im Februar 1936 emigrierte er in die ?CSR, dort Emigrationsleiter. Er ging im Dezember 1936 nach Spanien, Angehöriger der Internationalen Brigaden, anschließend im Juli 1938 nach Frankreich, im September 1939 interniert. Krüger gelangte im Mai 1941 über Trinidad in die USA, dort Mitarbeiter und Geschäftsführer der Zeitung »The German American«. Im Oktober 1946 kehrte Krüger nach Deutschland zurück und gehörte von 1947 bis 1949 dem Sekretariat des FDGB-Bundesvorstandes an, 1948/49 Generalsekretär des Bundesvorstandes. 1949 im Sekretariat der SED-Landesleitung Berlin, aber wegen seiner Westemigration aus dem Parteiapparat entfernt, danach Ende 1950 Magistratsdirektor für Materialversorgung von Ost-Berlin. Später war er Werkleiter des VEB »Schnitt und Formenbau« in Berlin-Köpenick, zuletzt Personalleiter bei den Ostberliner Wasserwerken in Friedrichshagen. Er erhielt den VVO in Silber. Ernst Krüger starb am 26. Oktober 1970 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Krüger, Hans-Dieter

* 10.3.1930 – ✝ 11.2.2012

Geb. in Penzig (Krs. Görlitz / Pieńsk, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Motorenschlosser u. Elektro-Installateur; 1948 SED; Mitarb. der Jugendabt. beim FDGB-LV Sachsen-Anh. in Halle; 1948 – 52 Red. in der Bezirksred. der »Tribüne« in Halle; ab 1952 in der Red. der »Freiheit« Halle; 1952 / 53 Abt.-Ltr. in der Red. »Freie Erde« in Neustrelitz; 1953 / 54 Schüler, Lehrer, später stellv. Lehrgangsltr. an der Sonderschule des ZK der SED für Journalisten in Leipzig, Fernstud. an der Fak. für Journalistik der KMU Leipzig, 1956 Dipl.-Journalist; ab 1955 Red., Abt.-Ltr., stellv. Chefred., Mitgl. des Red.-Koll. der Ztg. »Freiheit«, 1967 – 89 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Freiheit« Halle (Nachf. von  Günther Bobach); 1969 – 89 Mitgl. der SED-BL Halle; 1955 – 89 Vors. des VDJ-BV Halle, 1967 – 72 auch Mitgl. des Präsidiums des VDJ.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Krüger, Kurt Hermann Ernst Paul

* 17.9.1925 – ✝ 21.10.2006

Geb. in Jüterbog; Vater Kellner, Mutter Verkäuferin; Grundschule u. OS in Jüterbog u. in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf (b. Saalfeld), 1943 Notabitur; anschl. RAD in Unterried (b. Tamm); ab Juni 1943 Wehrmacht, Sold. in Polen, ab Juni 1944 in der UdSSR, 1944 Uffz.; Sept. 1944 übergelaufen beim Kampf um Jassi, anschl. Frontpropaganda bei der kämpfenden Truppe im Auftrag des NKFD; ab Dez. 1944 sowj. Kriegsgef., zahlr. Sonderaufträge des NKWD in den Lagern Asbest, Resch, Jegorachina, Kostensowo u. Irbit; ab 1948 Produktionsltr. im Lager 7351 / 6, Antifa-Schule in Tagil (b. Moskau). Okt. 1949 Rückkehr nach Dtl.; Einsatz bei der Registrierung der zurückkehrenden Kriegsgefangenen in Gronenfelde; dann Tiefbauarb. bei der Bauunion Jüterbog; Febr. 1950 Ref. für Jugendschutz im Landratsamt Luckenwalde; 1950 FDJ, 1950 SED; 1950 / 51 Ltr. der Abt. Agitation der SED-KL Luckenwalde; Apr. – Aug. 1951 illeg. Aufträge des ZK der SED (Abt. Arbeitsbüro) in der Bundesrep. Dtl.; Sept. 1951 2. Sekr. der SED-KL Luckenwalde; 1952 Lehrgang an der SED-LPS »Ernst Thälmann« in Schmerwitz; 1953 – 59 Instrukteur u. bis 1956 Ltr. des Sektors MdI in der Abt. »M«, der späteren Abt. Sicherheitsfragen des ZK der SED, verantw. für den Aufbau der Kampfgruppen; 1954 – 57 Teiln. am 3. Fernunterrichtslehrgang der SED-PHS »Karl Marx«; 1956 Ltr. der AG DVP in der ZK-Abt. Sicherheitsfragen; 1959 Offiziershörer (Stabslehrgang) an der Polit-Schule der NVA in Berlin-Treptow; 1959 – 62 Sektorenltr. der Abt. Sicherheitsfragen des ZK der SED; 1962 – 72 Chef der BdVP Frankfurt (Oder), Oberst; 1963 – 72 Abg. des Bezirkstags Frankfurt (Oder); 1966 / 67 Sonderlehrgang für Führungskader des MdI an der HS der VP in Berlin, Dipl.-Staatswiss.; 1967 Mitgl. der SED-BL Frankfurt (Oder); Sept. 1972 Mitarb. der Abt. Internat. Verbindungen des ZK der SED; 1972 stellv. Generalsekr., 1974 – 82 Generalsekr. des Solidaritätskomitees der DDR; Apr. 1982 – Juni 1986 Botschafter in Afghanistan; 1986 sowj. Med. »40. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg«; 1988 Rentner; gest. in Berlin.Diedrich, T., Wenzke, R.: Die getarnte Armee. Gesch. der KVP der DDR 1952 – 1956. Berlin 2001.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Krusche, Werner

* 28.11.1917 – ✝ 24.7.2009

Geb. in Lauter (Erzgeb.) als Sohn eines Predigers; 1937 Abitur am Reform-Realgymnasium in Striegau; 1940 – 44 Kriegsdienst, schwer verwundet; anschl. Studium der Theol. in Leipzig. 1945 – 49 Forts. des Studiums in Bethel, Göttingen, Basel u. Heidelberg; anschl. bis 1954 wiss. Assistent an der Univ. Heidelberg, 1953 Prom. bei Edmund Schlink; 1954 Ordination; danach bis 1958 Pfarrer in Dresden; 1958 – 66 Studiendir. des sächs. Predigerseminars in Lückendorf bei Zittau; 1966 – 68 Doz. für Systemat. Theol. am Kirchl.-theolog. Seminar der KMU Leipzig; Okt. 1968 – Aug. 1983 Bischof der ev. Kirchenprovinz Sachsen (Nachf. von  Johannes Jähnicke); 1974 Mitgl. des Präs. der Konferenz Europ. Kirchen; 1976 – 79 Ltd. Bischof der Ev. Kirche der Union (Nachf. von  Horst Gienke); 1977 – 81 stellv. Vors., 1981/82 Vors. der Konferenz der Ev. Kirchenltg. in der DDR (Nachf. von  Albrecht Schönherr); 1977 Dr. h. c. der Univ. Basel; 6.3.1978 Teiln. am Treffen zw. dem Staatsratsvors.  Erich Honecker u. Bischof Albrecht Schönherr; 1983 Ruhestand. 2000 Bundesverdienstkreuz; gest. in Magdeburg. W. K. galt in der DDR als anerkannter Theologe, der u. a. zu Fragen der dt. Schuld, der Kirche in der Minderheitssituation u. zur Kirchenreform (Einführung der Krs.-Synoden u. größerer Mitspracherechte der Laien) Stellung nahm; gegenüber dem Staat bemühte er sich um einen Ausgleich, scheute aber bei staatl. Übergriffen nicht das öffentl. krit. Wort.Die Schönen Gottes. Predigten.Waltrop 2006. Falcke, H. u. a. (Hrsg.): Als Boten des gekreuzigten Herrn (Fs. für W. K. zum 65. Geburtstag). Berlin 1982; Findeis, H., Pollack, D. (Hrsg.): Selbstbewahrung u. Selbstverlust. Berlin 1999.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Kretzschmar, Waltraud

* 1.2.1948

Geb. in Lehnin (Brandenburg); Vater Gärtner; Grundschule; 1964 – 70 Lehre u. Tätigkeit als Bankkauffrau; Handballspielerin in Damsdorf (b. Potsdam); 1964 – 80 Handballspielerin beim SC Leipzig (entdeckt von Trainer Peter Kretzschmar, den sie 1972 heiratet); 1972 – 80 Fernstudium an der DHfK Leipzig; 15 Jahre Mitgl. der DDR-Nationalmannschaft; dreimal Weltmeisterin (1971, 1975, 1978), Teiln. an den Olymp. Spielen 1976 (Silber) u. 1980 (Bronze), 10mal DDR-Mstr. mit dem SC Leipzig, 1966 u. 1974 Europapokalgewinnerin, 1967, 1970 u. 1972 Finalteiln.; nach 1980 Mitarb. im DTSB-BV Leipzig bzw. Trainerin bei der SV Dynamo, Trainingszentrum in Berlin-Lichtenberg. Seit 1994 gemeinsam mit Peter Kretzschmar Bewirtschaftung des Casinos im Berliner BVB-Stadion; trägt heute den Namen Czelake; Sohn Stefan K. (Jg. 1973), Handballnationalspieler der Bundesrep. Dtl.Volker Kluge

Wer war wer in DDR

Krickow, Rolf

* 29.4.1921 – ✝ 14.3.2003

Geb. in Leipzig; Vater Lithograph; Abitur; 1937 – 39 kfm. Ausbildung; Angest.; 1936 – 40 Klavier- u. Gesangsunterricht; 1940/41 RAD, 1941 – 44 Wehrmacht; 1944 in Rumänien desertiert, 1944 – 47 hier zunächst untergetaucht, dann interniert; 1947 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, antifa. Schulung. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1950 Mitarb. in der DSF; SED; 1951/52 Mitarb. im Mitteldt. Rundfunk Leipzig; 1952 – 91 Red. u. Moderator für Unterhaltungssendungen beim Berliner Rundfunk; mit Horst Lehn Schöpfer vieler Unterhaltungsreihen, u. a. »Per Draht gefragt«, »Wie geht’s, wie steht’s« sowie der Sendereihe »Die kleine Premiere« für junge Talente; 1959 – 90 in der Sendereihe »Lampenfieber« Vorstellung der DDR-Theater u. ihrer Solisten; ab 1964 Konzipierung u. Gestaltung der Sendereihe »Berolina-Konzerte« mit dem Großen Rundfunkorchester Berlin (Ltg. Robert Hanell); seit den 60er Jahren Mitgl. nat. u. internat. Jurys bei Gesangs- u. Instrumentalwettbewerben; 1962 – 90 Mitgl. des ZV der Gewerkschaft Kunst; 1986 Präs. des Künstlerclubs »Möwe« in Berlin; 1990 Rentner; gest. in Berlin. Dageblieben. Frankfurt (Oder) 1997.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Kröber, Günter

* 12.2.1933 – ✝ 16.11.2012

Geb. in Meuselwitz (Krs. Altenburg); Vater Bergarb., Mutter Köchin; 1951 Abitur an der Friedrich-Schiller-OS in Weimar; 1952 SED; 1951 – 57 Studium der Math., Physik u. Philos. an der FSU Jena u. der Leningrader Staatl. Univ.; 1958 – 61 Aspirant in Leningrad, Prom. mit der Arbeit »Das Verhältnis der Kategorien ?Bedingung? u. ?Ursache? u. die Rolle der Bedingungen für das Wirken objektiver Gesetze«; 1961/62 Wiss. Abt.-Ltr. am Inst. für Philos. der DAW in Berlin, 1962 – 69 dort Ltr. der Abt. Dialekt. Materialismus; 1969 Ernennung zum Prof; 1970 korr. Mitgl. der APW; 1976 Habil. zum Thema »Grundprobleme der marxist.-leninist. Wissenschaftstheorie« an der EMAU Greifswald, korr. Mitgl. der AdW; 1970 – 90 Dir. des Inst. für Theorie, Geschichte u. Org. der Wiss. (ITW) der AdW; 1988 ord. Mitgl. der AdW; 1980/90 Vors. des Nationalkomitees für Geschichte u. Philos. der Wiss. der DDR; seit 1971 Mitgl. u. 1986 – 90 Vizepräs. der International Union for History and Philosophy of Science sowie Mitgl. anderer internat. Gremien; 1984 VVO. 1990/91 wiss. Mitarb. am ITW, nach Abwickl. des Inst. 1992 arbeitslos, anschl. Vorruhestand; 1993 Gast des Rektors des Wissenschaftskollegs zu Berlin; gest. in Berlin.Der Gesetzesbegriff in der Philos. u. den Einzelwiss. Berlin 1968 (Hrsg.); Wissenschaft: Studien zu ihrer Geschichte, Theorie u. Org. Berlin 1972 (Hrsg. mit H. Steiner); Wissenschaft u. friedl. Koexistenz. Berlin 1979; Wissenschaft. Das Problem ihrer Entw. Bd. 1 – 2. Berlin 1987/88 (Hrsg. mit H.-P. Krüger); Das Märchen vom Apfelmännchen. Bd. 1 – 2. Reinbek 2000; Ein Esel lese nie. Mathematik der Palindrome. Reinbek 2003.Hans-Christoph Rauh

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Kroh, Fritz

* 11.4.1892 – ✝ 18.10.1983

Geboren am 11. April 1892 in Görlitz, Sohn eines Tischlers; lernte Schriftsetzer. 1906 wurde er Mitglied der Arbeiterjugend, 1910 der Gewerkschaft und 1912 der SPD. Ab 1914 Geselle, Wanderschaft, danach Leiter einer Druckerei in Berlin. 1917 Mitglied der USPD. Im Juni 1920 übernahm er die Verlagsleitung des in Halle erscheinenden »Volksblattes«. Kroh kam Ende 1920 mit der linken Mehrheit des Bezirks zur KPD, arbeitete ab 1921 für die KPD-Zeitungen in Mitteldeutschland. 1926/27 vom ZK beauftragt, die von »Trotzkisten durchsetzte Verlagsgenossenschaft« in Hamburg zu »säubern«. Die Komintern schickte ihn 1928/29 nach Wien, wo er den Verlag und die Redaktion der Zeitung der KPÖ »Die Rote Fahne« reorganisierte. Von November 1930 an leitetet er den Verlag der »Roten Fahne« in Berlin und ab 1932 war er Leiter des Komintern-Verlages Literatur und Politik (Wien-Berlin) bzw. der Peuvag. Ab 1933 illegale Arbeit, 1933/34 achtmonatige Haft im KZ Sonnenburg. Er emigrierte Ende 1934 nach Frankreich, war von 1936 bis 1939 Verlagsmitarbeiter der in Paris erscheinenden »Deutschen Volkszeitung«. Kroh wurde im September 1939 interniert und im April 1943 nach Deutschland ausgeliefert, hier bis 1945 Häftling im KZ Sachsenhausen. Im Mai 1945 Mitbegründer und erster Verlagsleiter der »Berliner Zeitung« und Geschäftsführer des Verlages Einheit, von 1949 bis 1956 Instrukteur für Verlage des ZK der SED. Von 1957 bis 1967 Werkleiter der Phönix-Druckerei, zuletzt Mitarbeiter am IML. Er erhielt 1962 den Karl-Marx-Orden. Fritz Kroh starb am 18. Oktober 1983 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Krolikowski, Werner

* 12.3.1928

Geb. in Oels (Niederschles./Oleśnica, Polen); Vater Arbeiter, Bruder  Herbert K.; Volksschule; Ausbildung zum Verw.-Angest.; 1946 SED; 1946 – 50 Mitarb. u. Abt.-Ltr. beim Rat des Krs. Malchin; 1951/52 Mitarb. u. Ltr. der Abt. Agit. in der SED-LL Mecklenb.; 1952 1. Sekr. der SED-KL Ribnitz-Damgarten, Dez. 1952 »wegen grober Verletzung des Parteistatuts« Entbindung von der Funktion; 1953 Sekr. für Agit./Prop. bzw. 2. Sekr., u. Dez. 1953 – Juni 1958 1. Sekr. der SED-KL Greifswald; 1958 – 60 Sekr. für Agit./Prop. (Nachf. von Gerhard Holzmacher), zul. amt. 2. Sekr. der SED-BL Rostock (Nachf. von  Karl Zylla); Abg. des Bez.-Tags Rostock; 1960 – 73 1. Sekr. der SED-BL Dresden (Nachf. von  Fritz Reuter); Abg. des Bez.-Tags Dresden; 1963 – 89 Mitgl. des ZK der SED; ab 1970 Abg. der Volkskammer, 1973 – 76 Vors. des Aussch. für Industrie, Bauwesen u. Verkehr, Mitgl. des Aussch. für Nat. Verteidigung; 1971 – 89 Mitgl. des PB u. 1973 – 76 Sekr. für Wirtschaft des ZK der SED (Nachf. von  Günter Mittag); 1976 – 88 1. Stellv. des Vors. des Min.-Rats (Nachf. von Günter Mittag); 1976 – 89 Mitgl. der Wirtschaftskommission u. der AG Zahlungsbilanz u. Bundesrep. Dtl. beim PB; 1988/89 erneut Sekr. (als Nachf. von  Werner Felfe für das Ressort Landw.) des ZK der SED; Mitgl. des Staatsrats; Nov. 1989 Rücktritt mit der Reg.  Willi Stoph, aus PB u. Staatsrat ausgeschieden; 3.12.1989 Ausschl. aus der SED; Dez. 1989 Ermittlungsverfahren wegen des »Verdachts auf Amtsmißbrauch u. Korruption«, Mai 1990 Anklage wegen »Veruntreuung von Staatsgeldern« u. Festnahme, dann Haftverschonung, der Prozeß entfiel aus gesundheitl. Gründen; 1964, 1970 u. 1988 VVO; 1970 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1978 KMO; Dez. 1989 U-Haft in Berlin-Hohenschönhausen.Je stärker der Soz., desto sicherer der Frieden. Berlin 1988.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Kronheim, Erwin

* 1902 – ✝ 1938

Geboren 1902 in Wanne-Eickel. Er studierte nach dem Abitur von 1923 bis 1926 Nationalökonomie, danach war er in Berliner Firmen tätig. 1922/23 Mitglied der SPD, ab 1925 Funktionär der KPD in Berlin. Kronheim wurde 1930 in den zentralen AM-Apparat der KPD aufgenommen. Vor der drohenden Verhaftung flüchtete er 1932 in die Sowjetunion und wurde Mitarbeiter im Komintern-Apparat in Moskau. Im Zuge der stalinistischen Säuberungen wurde Erwin Kronheim im November 1937 vom NKWD verhaftet und 1938 erschossen.

Wer war wer in DDR

Kroske, Gerd

* 4.1.1958

Geb. in Dessau; Vater Prof., Mutter Fremdsprachenlehrerin; 1964 – 74 POS; Lehre als Betonwerker; 1979 Abitur, anschl. Arbeit als Telegrammbote u. in der Jugendkultur; 1980 Stud. der Kulturwiss. an der HU Berlin; 1984 – 89 externes Regiestudium an der HFF »Konrad Wolf« in Potsdam-Babelsberg; ab 1987 Autor u. Dramaturg im DEFA-Dokumentarfilmstudio, u. a. bei Filmen von  Helke Misselwitz,  Volker Koepp,  Jürgen Böttcher; SED; erste Regiearbeit »Cassiber«; 1989 Film »Leipzig im Herbst« (mit Sebastian Richter u. Andreas Voigt); 1989 u. 1990 Preis der Internat. Jury beim Leipziger Dokumentarfilmfestival. Seit 1991 freischaff. Autor u. Regisseur; Filme: »La Villette« (1990), »Nordlicht« (1992), »Kurzschluß« (1993), »Kurt oder Du sollst lachen« (1992), »Vokzal – Bahnhof Brest« (1993 / 94), »Neues Deutschland« (1993); 1995 Grand Prix de Cinema du reél Paris; 1996 Gründung einer eigenen Produktionsfirma »realistfilm« in Berlin; Filme: »Galera« (1996 / 1997), »Der Boxprinz« (1999 / 2000), »Autobahn Ost« (2004), »Die Stundeneiche« (2006), »Wollis Paradies« (2007) u. Trilogie über Leipziger Straßenkehrer in der Nachwende-Zeit: »Kehraus« (1990), »Kehrein, Kehraus« (1996 – 97), »Kehraus, wieder« (2006); 1997 Grand Prix Festival Int. de Cine Independiente de Barcelona (Spanien); 1999 Runner up Price beim Internationalen Filmfestival Yamagata (Japan); 2000 Prix du Longmetrage Nyon (Schweiz); 2008 Spezial Mentions Cinema du reél Paris.Günter Agde

Wer war wer in DDR

Krug, Manfred

* 8.2.1937 – ✝ 21.10.2016

Geb. in Duisburg; nach der Scheidung seiner Eltern 1949 mit seinem Vater nach Brandenb. umgezogen; nach der Schulzeit Ausbildung zum Schmelzer im Stahl- u. Walzwerk Brandenb.; Abitur an der Abendschule; ab 1954 eineinhalb Jahre Studium an der Schauspielschule in Berlin-Schöneweide, Exmatrikulation; anschl. Eleve beim Berliner Ensemble; seit 1957 auch freischaff. bei der DEFA u. beim DFF; hier zunächst kl. Rollen in Musikfilmen wie »Mazurka der Liebe« (1956/57) u. »Der Freischütz« (1957), dann häufig Charakterrollen als jugendl. Halbstarker in DEFA-Filmen, u. a. 1958 »Ein Mädchen von 16 1/2« (R: Carl Balhaus), 1960 »Leute mit Flügeln« (R:  Kurt Maetzig); erste große Rolle 1960 als poln. Interbrigadist Oleg in »Fünf Patronenhülsen« (R:  Frank Beyer), 1962 Durchbruch mit der autobiogr. Züge einschließenden Hauptrolle des Schauspielstudenten in der Gegenwartskomödie »Auf der Sonnenseite« (R:  Ralf Kirsten), ebenfalls 1962 in »Königskinder« (R: Frank Beyer) u. in »Der Kinnhaken«, wozu er gemeinsam mit Heinz Thiel auch das Drehbuch schrieb u. an der Regie beteiligt war, 1963 in »Beschreibung eines Sommers« (R: Ralf Kirsten) 1963/64 in dem komödiantischen Abenteuerfilm »Mir nach, Canaillen!«, 1965 in »Wenn du groß bist, lieber Adam« (R:  Egon Günther, Verbot 1965, Aufführung 1990) u. 1965/1990 in dem Märchenfilm »König Drosselbart«, 1966 als Brigadier Balla in der Verfilmung von  Erik Neutschs Erfolgsroman »Spur der Steine« (R: Frank Beyer), der nach wenigen Aufführungen u. inszenierten Krawallen 1966 verboten u. erst Ende 1989 wiederaufgeführt wurde; 1968 in der TV-Serie »Wege übers Land«, 1970 in »Junge Frau von 1914«, 1971/72 in der Koprod. DDR/ČSSR »Die gestohlene Schlacht«, 1973 in der TV-Serie »Stülpner-Legende« u. 1976 in der TV-Serie »Daniel Druskat«, 1976/ 78 in »Das Versteck«; große Popularität erlangte er außerdem durch Jazz-Konzerte u. etwa zehn Schallplatten bei Amiga, darunter z. B. die Mitschnitte von »Jazz – Lyrik – Prosa«; 1970 Gastspiel an der Kom. Oper in »Porgy and Bess« (R:  Walter Felsenstein); mehrfach ausgezeichnet, 1968 u. 1971 NP; Verdienstmedaille der DDR; Nov. 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung von  Wolf Biermann, verstärkte Reglementierung u. Beschränkungen der künstler. Arbeit: Nichtabnahme fertiger Filme, Annullierung geplanter Prod., Boykottierung seiner Jazz-Konzerte; 1977 Ausreise nach Berlin (West). In der Bundesrep. Dtl. v. a. in populären TV-Serien, wie »Sesamstraße«, »Auf Achse«, als Hauptkommissar Stoever in »Tatort« u. in der speziell für ihn von seinem Freund  Jurek Becker geschriebenen Rolle als Rechtsanwalt Liebling in der TV-Serie »Liebling Kreuzberg«; zahlr. Preise, u. a. 1988 Adolf-Grimme-Preis, 1991 Ernst-Lubitsch-Preis; gest. in Berlin.Abgehauen. Ein Mitschnitt u. ein Tagebuch. Düsseldorf 1996; Becker, Jurek: Jurek Beckers Neuigkeiten. An M. K. & Otti. Düsseldorf 1997 (hrsg. u. kommentiert von M. K.); Mein schönes Leben. Berlin 2003; Schweinegezadder. Berlin 2008. Schulz, B.: »M. K.«. Bergisch Gladbach 1989; Blum, H. R.: M. K. – seine Filme, sein Leben. München 1993; Schenk, R. (Hrsg.): M. K. Die großen Kinofilme. Berlin 1997.Monika Kaiser

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Frida

* 31.8.1900 – ✝ 15.12.1991

Geboren am 31. August 1900 in Berlin, Tochter eines Schneiders; Büroangestellte, Stenotypistin und Telefonistin in Berlin. 1919 Eintritt in den ZdA und die KPD. Von 1920 bis 1922 arbeitete sie als Stenotypistin im EK der KJI in Moskau, 1922/23 im ZK der KPD in Berlin und dort 1924/25 als Korrespondentin beim »Freien Eisenbahner-Verband«. Von 1925 bis 1927 war sie Korrespondentin in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin und 1927/28 bei der Industrie- und Handelsreklame »Tergprom«. 1928 kam sie zu einem Lehrgang nach Moskau und wurde nach ihrer Rückkehr Frauenleiterin der BL Berlin-Brandenburg. Auf dem XII. Weddinger Parteitag 1929 wurde Frida Krüger als Kandidatin ins ZK gewählt und im gleichen Jahr Berliner Stadtverordnete. 1930/31 Kursantin an der Internationalen Leninschule, 1931/32 Frauenleiterin im Reichskomitee der RGO. Von 1932 bis 1934 arbeitete sie im Frauensekretariat der RGI in Moskau, von 1934 bis 1937 im Grenzapparat und als Kurierin in der Tschechoslowakei. Ab August 1937 in der Schweiz, lebte in Basel und hielt lose Verbindung zur deutschen Parteiemigration. Im Oktober 1945 nach Berlin zurückgekehrt, wurde Frida Krüger Frauensekretärin des FDGB Groß-Berlin und ab Ende 1948 in der Orgabteilung des LV des FDGB eingesetzt. Nachdem sie im November 1949 von West- nach Ost-Berlin übergesiedelt war, erhielt sie den Auftrag, die Gewerkschaft Handel in Ost-Berlin aufzubauen und war deren 1. Vorsitzende. Ab 1953 Inspekteurin und Referentin beim Vorsitzenden des FDGB-Bundesvorstandes Herbert Warnke. Sie erhielt 1980 den Karl-Marx-Orden. Frida Krüger starb am 15.Dezember 1991 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Krüger, Hans-Peter

* 18.3.1954

Geb. in Potsdam, aufgew. bei Treuenbrietzen, seit 1963 in Berlin; 1972 Abitur; anschl. bis 1979 Studium bzw. Forschungsstudium an der Sekt. Philos. der HU Berlin; 1973 SED; 1974 Eintritt in eine opp. Gruppe um  Bernd Gehrke; nach einer Geldsammlung für das Komitee zum Schutz der Arbeiter-Rechte (KOR) in Polen 1977 Auflösung der Gruppe durch das MfS, Parteiverfahren, Lehr- u. Publikationsverbot bis 1979; anschl. Strafversetzung an die HfÖ Berlin; 1980 Prom. mit einer Diss. über den jungen Georg W. F. Hegel; 1981 – 89 wiss. Mitarb. am Inst. für Theorie, Geschichte u. Org. der Wiss. (ITW) an der AdW Berlin; nach wiederholten Revisionismusvorwürfen 1987 Habil. mit der Arbeit »Kritik der kommunikativen Vernunft« (Veröff. 1990); erste Vortragsreisen ins westl. Ausland; initiierte 1987/88 die Bildung eines DDR-weiten interdisz. Arbeitskrs. für Kommunikationsforschung; 1988/89 Kooperation mit den Autoren des reformtheoret. Projekts »Konzeption eines mod. Soz.« an der HU Berlin; Sept. 1989 Prof. für Wissenschaftstheorie am ITW; Austritt aus der SED nach dem Sonderparteitag im Dez. 1989. 1990/91 Mitgl. des Direktoriums des ITW u. Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin; 1992 – 95 Mitarb. u. Dir. des Forschungsprojekts Wissenschaftsgeschichte u. -theorie der Max-Planck-Ges. in Berlin; 1992/93 Fellow an der Univ. of Pittsburgh (USA); seit 1994 Prof. für Philos. an der Univ. Potsdam; Gastprof. in Krakau, Wien u. Uppsala; seit der Neugründung 1993 Mithrsg. der Dt. Ztschr. für Philos.; seit 2005 Hrsg. der Buchreihe »Philosoph. Anthropol.« (mit G. Lindemann); Präs. der Helmuth-Plessner-Ges. H.-P. K.s Arbeiten zu einer kommunikationstheoret. fundierten Überwindung der Grenzen marxist. Geschichtsphilos. u. Ges.-Theorie gehören zu den bedeutendsten Modernisierungsansätzen in der Geschichte der DDR-Philos.Objekt- u. Selbsterkenntnis. Berlin 1991 (Hrsg.); Demission der Helden. Berlin 1992; Perspektivenwechsel. Autopoesie, Moderne u. Postmoderne im kommunikationsorientierten Vergleich. Berlin 1993. Zwischen Lachen u. Weinen. Bd. 1 u. 2. Berlin 1999/2001; Philosoph. Anthropol. als Modernekritik. Berlin 2007. H.-P. K. In: Herzberg, G., Meier, K.: Karrieremuster. Berlin 1992.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Krüger, Thomas

* 20.6.1959

Geb. in Buttstädt; 1966 – 76 POS; Ausbildung zum Plast- u. Elastfacharb. bei Pneumant in Fürstenwalde, Abitur; 1979 – 81 NVA; 1981 – 87 Studium der Theol. in Berlin; 1987 – 89 Vikariat in Berlin u. Eisenach, Praktikum beim Kunstdienst des Bundes der Ev. Kirchen in der DDR; 1989 Gründungsmitgl. der SDP, Geschäftsf. u. stellv. Bez.-Vors. der SDP in Berlin; 1990 – 92 stellv. Vors. des SPD-LV Berlin; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer; 1990/91 Stadtrat für Inneres u. 1. Stellv. des OB im Magistrat von Berlin. 1991 – 94 Senator für Jugend u. Familie des Landes Berlin; 1992 – 94 Mitgl. des Berliner Abg.-Hauses; seit 1992 Vors. des SPD-KV Berlin-Lichtenberg; 1994 – 98 MdB; 1995 – 99 Mitgl. des Präs. der Filmförderungsanstalt; 1995 Präs. des Dt. Kinderhilfswerks; 1998 – 2000 Erziehungsurlaub; seit Juli 2000 Präs. der Bundeszentrale für polit. Bildung; Präs. des Dt. Kinderhilfswerks.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kruse, Otto

* 14.6.1912 – ✝ 27.4.1968

Geb. in Binz (Rügen); Vater Maurer u. Kleinbauer; Volksschule; 1927 – 41 Lehre u. Arbeit als Maurer, ein Jahr arbeitslos; 1927 KPD; 1941 – 45 Wehrmacht; 1945 / 46 brit. Kriegsgef. 1946 SED; 1946 / 47 Mitarb. im landw. Betrieb der Schwester; 1947 – 50 Verkaufsstellenltr. bei der Konsumgenossenschaft; 1950 Kultur-Ltr. der MTS in Stolpe; 1951 Lehrgang an der SED-LPS Mecklenb.; 1951 / 52 polit. Mitarb. der SED-LL Mecklenb.; 1952 – 54 Sekr. für Wirtschaft, anschl. bis Sept. 1955 2. Sekr. der SED-BL Neubrandenb.; 1955 – 58 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1958 – 60 Sekr. für Wirtschaft, anschl. bis 1966 2. Sekr. der SED-BL Cottbus.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Kreuer, Götz

* 24.1.1940

Geb. in Friedersdorf (heute Polen); Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule, Abitur: 1958 / 59 NVA; 1960 – 63 Studium der Betriebswirtschaft an der WPU Rostock, Dipl.-Ing.; 1963 – 67 Sachbearb. bei der Dt. Notenbank, Bezirksdir. Rostock; 1968 SED; 1967 – 81 Referent, Hauptreferent, Abt.-Ltr., stellv. bzw. 1. Stellv. des Vors. des Wirtschaftsrats des Bez. Rostock; 1981 – 85 Ltr. des VEB Jugendmode Rostock; 1986 – 90 Abg. des Bezirkstags Rostock; 1984 / 85 Studium an der SED-BPS Rostock; 1986 – 89 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. für bezirksgeleitete Industrie u. Vors. des Bez.-Wirtschaftsrates; Dez. 1989 – April 1990 Vors. des Rats des Bez. Rostock; 1990 PDS. 1990 – 1994 MdL Mecklenburg-Vorpommern.Andreas Herbst

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Krjenc, Kurt (Kurt Krenz)

* 7.7.1907 – ✝ 28.11.1978

Geb. in Malschwitz (Krs. Bautzen); Vater Steinbrucharb.; Volksschule; 1922 – 25 Ausbildung zum Porzellandreher; 1923 KPD; 1925 – 33 Steinarb., Speller u. Maschinenschläger in Steinbrüchen u. Granitwerken; 1927 – 33 Vors. einer KPD-Ortsgr.; 1933 illeg. Tätigkeit; Mai – Nov. 1933 »Schutzhaft« im Lager Kupferhammer Bautzen u. KZ Hohnstein; 1934 – 39 Maschinenschläger in Pließkowitz; 1939 – 45 Wehrmacht, Fw.; Mai-Sept 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; 1945 Arbeitsgebietsltr. der KPD-KL Bautzen; 1945/46 LPS in Ottendorf (Sachsen); danach Kadersekr. der KPD-KL Bautzen; ab April 1946 Sekr. der SED-BL Lausitz; 1947/48 Vors. des SED-Krs.-Vorst. Bautzen; 1948 – 52 stellv. Ltr. bzw. Ltr. des Sorb. Kultur- u. Volksbildungsamts der Landesreg. Sachsen (Außenstelle Bautzen); ab 1949 Mitgl. der SED-LL Sachsen; ab 1952 der SED-BL Dresden; 1949 – 78 Abg. der (Prov.) Volkskammer; ab 1948 Mitgl. des Domowina-Aussch. u. Vors. des Zentr. Volksaussch.; 1949/50 PHS; 1951 – 73, ab 1953 hauptamtl. Vors. der Domowina (Nachf. von  Paul Nedo), danach Mitgl. des Bundesvorst.; KMO u. VVO.Domowina – Die nat. Org. der Lausitzer Sorben. Bautzen 1954; Jan – Roman eines suchenden Menschen. Bautzen 1955.Elke Reuter / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Kröber, Leander

* 21.8.1902 – ✝ 9.6.1980

Geb. in Schnauderhainichen (Krs. Altenburg); Vater Bergarb.; 1908 – 14 Volksschule in Schnauderhainichen; 1917 – 32 Bergarb., zeitw. erwerbslos; 1921 USPD, 1922 SPD; 1923 KPD; 1932 Mitarb. der KPD-BL Groß-Thür. u. MdL in Thür.; 1933/ 34 »Schutzhaft«; 1934/35 illeg. Parteiarbeit; 1935 Verhaftung, sieben Jahre Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat«, 1942 KZ Buchenwald; 1943 Außenkdo. Schönebeck (Elbe), Ltr. der Krankenabt. 1945/46 Mitgl. der KPD-BL Thür.; April – Dez. 1945 Bürgermstr. in Meuselwitz; 1945 – 47 Polizeidir. in Eisenach; 1947 Gebietsinspektor der Polizei Thür. Süd u. West in Gotha; April 1948 Ltr. der Landespolizeischule in Weimar; Okt. 1948 Ltr. der VP-Landesbehörde Thür. (Nachf. von Max Rausch); 1949/ 50 Sonderlehrgang in der UdSSR; 1950 stellv. Ltr., 1951 Ltr. der MfS-LV Thür.; 1952 Ltr. der MfS-BV Chemnitz; März 1953 Adjutant des Innenministers z. b. V.; 1955 Kdr. der Offiziersschule der Dt. Grenzpolizei in Sondershausen; 1958 Kdr. der 3. Grenzbrigade in Erfurt, Oberst; 1960 Rentner; 1972 VVO; gest. in Erfurt.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krohn, Albert (Fred)

* 8.12.1891 – ✝ 3.11.1967

Geboren am 8. Dezember 1891 in Nevesen/Krs. Wismar in Mecklenburg, Sohn einer Landarbeiterfamilie; Maurer. 1909 Mitglied der SPD. Von 1911 bis 1913 Militärdienst, 1914/15 Soldat im Weltkrieg. 1917 trat er der USPD, 1919 der KPD bei. Wegen seiner Teilnahme an den Kämpfen von März bis Juli 1919 in Berlin-Lichtenberg und Berlin-Moabit war er von März bis August 1920 wegen »Landfriedensbruchs und Aufruhrs« in Dresden inhaftiert. Krohn saß auch von Mai 1924 bis Dezember 1925 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« in Haft. Im Mai 1931 kam er als Nachrücker in die Bremer Bürgerschaft, hier bis 1933 Fraktionsvorsitzender, gehörte der KPD-BL Nordwest (Bremen) an und war UB-Leiter in Bremerhaven, Emden und Vegesack. Er wurde am 6. März 1933 festgenommen und am 9. November 1933 vom OLG Hamburg zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, dann 1938 und 1944 erneut mehrmonatige Haft. 1945 Funktionär der KPD in Bremen. Von 1947 bis 1950 Hafenarbeiter. Bei der KPD-BL Bremen 1952 hauptamtlich Leiter der Kaderabteilung. Er war von 1945 bis 1947 Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft, nach 1956 Mitarbeiter der VVN. Albert Krohn starb am 3.November 1967 in Bremen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krollmann, Erich

* 11.6.1904 – ✝ 1937

Geboren am 11. Juni 1904 in Hamme (heute zu Bochum gehörend); wurde Bergmann. Mitglied der Arbeiterjugend, dann der KJD, nahm 1920 an Kämpfen gegen den Kapp-Putsch teil und wurde 1920 Mitglied der KPD. Ab 1927 gehörte er der RFB-Gauleitung Wasserkante in Hamburg an und arbeitete von Juli 1931 bis August 1932 bei der sowjetischen Handelsvertretung in Hamburg. Erich Krollmann wurde als Mitverantwortlicher für die Ereignisse des »Altonaer Blutsonntags« im Juli 1932 verhaftet und von der KPD in einer spektakulären Aktion befreit. Er lebte zunächst illegal in Deutschland, besuchte die Bezirksparteischule und die Reichspropagandistenschule. Ende März 1933 emigrierte er in die Sowjetunion, soll dort Kursant an der Militärakademie der Roten Armee und später auch an der Komintern-Schule gewesen sein. Im Mai 1936 offenbarte er gegenüber Vertretern der deutschen Botschaft in Moskau seine Rolle während des »Altonaer Blutsonntags« 1932. Dies diente der Entlastung des in Deutschland angeklagten Edgar André. Das weitere Schicksal von Erich Krollmann konnte bis heute nicht exakt geklärt werden. Ob er tatsächlich 1937 vom NKWD verhaftet wurde und nach Abschluß des Hitler-Stalin-Paktes im Niemandsland ausgesetzt und umgekommen ist, wie sein Schicksalsgefährte Viktor Pries (der 1957 nach Hamburg zurückkehrte) äußerte, ist nach neuesten Forschungen umstritten, aber wahrscheinlich.

Kropinski, Uwe

* 20.2.1952

Geb. in Berlin; beginnt 1966 Gitarre zu spielen; 1968 – 79 Rockmusiker; 1973 – 76 Studium an der HS für Musik »[linkintern=?ID=706]Hanns Eisler[/linkintern]« Berlin; ab 1976 Jazzgitarrist, zuerst mit dem Posaunisten  Konrad Bauer im Duo u. in dessen Trio u. Quartett (LPs: 1979 »Was ist denn nun?« bei Free Music Production (FMP) u. Live »Jazzbühne Berlin ’79« bei Amiga, 1982 »Round About Mittweida« bei FMP); 1977 erstes Solokonzert, Soloauftritte bei internat. Jazzfestivals 1982 in Berlin, Nürnberg u. Moers, 1983 in Zürich; 1980 – 83 eigenes Quartett (Amiga-Kleeblatt-LP 1982); seit 1982 Mitgl. des Quartetts »Doppelmoppel« mit den Posaunen-Brüdern Konrad u. Johannes Bauer u. dem Gitarristen  [linkintern=?ID=2955]Helmut »Joe« Sachse[/linkintern] (Amiga-Live-LP »1. Jazztage der DDR – Weimar 1985« u. auf Doppelmoppel-CD »Reflections« auf FMP); 1982 Mitgl. des Studio-Orchesters unter Ltg. von Eberhard Weise (LP »[linkintern=?ID=441]Uschi Brüning[/linkintern]« bei Amiga); Duos mit Rudolf Dašek (Gitarre), Peter Gröning (Schlagzeug) u. Jürgen Heckel (Gitarre); 1983 Festivalauftritt in Warschau mit den Saxophonisten Tony Lakatos u.  [linkintern=?ID=3062]Volker Schlott[/linkintern] u. in Berlin mit John Tchicai; 1985 erste Solo-LP bei Amiga u. Auftritte mit der Bassistin Joelle Léandre. 1987 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; mehrere Solo-CDs: »So oder so«, »Guitar, Guitar«, »Berlin Concert: Live« u. »Faces« (alle 1997), »Universal Language« (2006), »Hey Joe – Hey Uwe« u. DVD »The man is a guitar« (beide 2008); CDs mit dem Bassisten David Friesen: »Dancing With The Bass« (1988), »Two For The Show« (1993), »Made In Berlin« (1999), »Made with Friends« (2006); CDs mit Dieter Köhnlein: »By The Way« (1989), »In u. um C« (1999); gelegentl. Reunion von »Doppelmoppel«, zuletzt auf CD »Outside this Area« (2007); 1993 CD »First Time In Manhattan« mit Cecil McBee u. Pheeroan akLaff; 1994 CD »Dinner For Two« mit V. Schlott; 1995 CD »African Notebook« mit Sunny Murray u. Michael Heupel u. CD »Picture In Black And White« mit John Stowell; wiederholt auch Trioauftritte mit Günter Bartel (Baß) u. Wolfgang »Zicke« Schneider (Schlagzeug); seit Anfang der 1990er Jahre fotograph. Arbeiten für CD-Cover, versch. Fotoausstellungen unter Ps. THEO K.; lebt seit 1998 wieder in Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krosse, Arno

* 30.1.1893 – ✝ 31.8.1951

Geboren am 30. Januar 1893 in Seesen/Krs. Gandersheim; Tischler und Zigarrenarbeiter. Von 1914 bis 1917 Vorsitzender des Gewerkschaftskartells in Seesen, ab 1919 Tischlermeister in Seesen. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Ab 1919 zunächst für die USPD Abgeordneter des Landtages von Braunschweig, ab Oktober 1920 Mitglied der Fraktion der USPD (Linke), ab Ende 1920 für die der VKPD. Bis 1924 gemeinsam mit Hans Sievers für die KPD im Landtag von Braunschweig. Später wieder Mitglied der SPD, stellvertretender Vorsteher bzw. Gemeinderatsmitglied der Gemeinde Lehndorf. Von April 1945 bis März 1946 SPD-Bürgermeister bzw. Stadtdirektor von Seesen. Arno Krosse starb am 31. August 1951.

Wer war wer in DDR

Krügel, Heinz

* 24.4.1921 – ✝ 27.10.2008

Geb. in Ober-Planitz (b. Zwickau); ab 1927 Fußballspieler bei der SG Planitz, 1948 SBZ-Mstr.; 1948 – 50 bei Vorwärts Crimmitschau, verletzungsbedingte Beendigung der sportl. Laufbahn; ab 1951 Trainer; 1951 Landestrainer Sachsen; 1951 – 53 als jüngster Oberligatrainer beim KVP Vorwärts Leipzig; 1953 – 56 beim SC Rotation Leipzig; 1956 – 59 beim SC Empor Rostock, 1957 Aufstieg in die Oberliga u. FDGB-Pokalfinalist; 1959 – 61 DDR-Nationaltrainer; 1961 – 66 beim Halleschen FC Chemie, 1962 FDGB-Pokalsieger; 1966 Übernahme des Traineramts beim Zweitligisten 1. FC Magdeburg, Aufstieg in die Oberliga, 1969 u. 1973 FDGB-Pokalsieger, 1972, 1974 u. 1975 DDR-Mstr., 1974 Gewinner des Europapokals der Pokalsieger (2:0 gegen den AC Mailand in Rotterdam); mehrere Angebote westeurop. Vereine; 1976 Entlassung u. fakt. Berufsverbot wegen angebl. ungenügender Förderung der Magdeburger Nationalspieler; anschl. Objektltr. einer Sportstätte in Magdeburg; seit 1986 Rentner. 1990 rehabilitiert u. durch den DFB ausgezeichnet; gest. in Magdeburg. K. gewann mit dem 1. FCM als einziger DDR-Trainer einen Europapokal u. gilt als der erfolgreichste Vereinstrainer des DDR-Fußballs.Laube, V., Uhl, R.: H. K. – Der Meistermacher. Magdeburg 2003.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Hedwig

* 1.4.1882 – ✝ 16.2.1938

Am 1. April 1882 als Hedwig Hennig in Halle/ Saale geboren, besuchte die Mittelschule und zwei Jahre die Volkshochschule. Angestellte in der Ortskrankenkasse in Halle. 1908 Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Delegierte des Vereinigungsparteitages 1920, auf dem sie in den Zentralausschuß gewählt wurde. Nach der März-Aktion 1921 verurteilte ein Sondergericht Hedwig Krüger (sie hatte den Arbeiter Krüger geheiratet, der 1927 starb) zu einer langjährigen Gefängnisstrafe, sie kam nach einem Hungerstreik schließlich frei. Im Mai 1924 im Wahlkreis Merseburg anstelle des zu ihren Gunsten zum Rückzug gezwungenen Georg Schumann in den Reichstag gewählt, dem sie bis Oktober 1924 angehörte. Im Dezember 1924 Abgeordnete des Preußischen Landtages. Hedwig Krüger stand auf dem linken Flügel der Partei und war Mitglied der BL Halle-Merseburg. Im September 1926 unterschrieb sie den »Brief der 700« (linken Oppositionellen), distanzierte sich aber auf Druck des ZK sofort wieder von ihrer Unterschrift und erklärte, daß sie »nirgends eine Unterschrift gegeben« habe. Im April 1927 vom ZK erneut verwarnt, weil sie einen Protest gegen den Ausschluß von Jakob Ritter und anderen Linken unterzeichnet hatte. 1928 nicht mehr als Kandidatin für den Landtag aufgestellt. Hedwig Krüger hatte sich zwar von der linken Opposition getrennt, doch fanden in ihrer Wohnung in Halle weiterhin Versammlungen der Führer der Linken ( Otto Kilian usw.) statt. 1933 unter dem Namen Rühle illegale Arbeit, Reisevertreterin für Massage- und Leibhalter einer Leipziger Firma. Am 7.November 1934 in Leipzig verhaftet und nach Halle überstellt, kam sie zunächst in das KZ Lichtenburg, Ende des Jahres in das KZ Moringen, von wo sie am 4. Juni 1935 nach Halle entlassen wurde. An einer Blinddarmentzündung, die wegen ihres illegalen Lebens und ihrer Haft nicht rechtzeitig behandelt und zu spät operiert wurde, starb Hedwig Krüger am 16.Februar 1938.

Wer war wer in DDR

Krüger, Heinz

* 12.11.1919

Geb. in Leipzig; Vater Maurer, Mutter Arbeiterin; Volks- u. Berufsschule; 1934 – 38 Textilarbeiter; 1938 – 45 RAD u. Wehrmacht; 1945 vier Wochen in brit. Internierung. 1945 – 49 Arbeiter u. Verwalter bzw. Treuhänder kleiner Textilbetriebe; 1945 SPD, 1946 SED; 1949 – 51 Abt.-Ltr. im Rat des Krs., 1951/ 52 Bürgermeister; 1952 / 53 1. Vors. des Rats des Krs. Weißwasser; 1953 1. Sekr. der SED-KL Weißwasser; 1954 – 56 Studium an der PHS »Karl Marx«, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1956 – 59 1. Sekr. der SED-KL Jessen; 1959 – 62 Vors. des Rats des Bez. Cottbus (Nachf. von  Werner Manneberg); 1962 Abberufung wg. »parteischädigenden Verhaltens«; anschl. Mitarb. in der SPK.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Krummacher, Friedrich-Wilhelm

* 3.8.1901 – ✝ 19.6.1974

Geb. in Berlin; Vater Pfarrer u. Hofpredi- ger an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche; 1910 – 19 Gymnasium in Potsdam; 1919 – 22 Studium der Theol. in Berlin, Tübingen u. Greifswald; 1923 Erstes Theolog. Examen in Berlin; anschl. Vikar in Neuruppin; 1925 Zweites Theolog. Examen u. Ordination; danach Hilfsprediger in Berlin; 1926 – 28 Provinzvikar in der Kurmark; 1927 Prom. in Tübingen; 1928 – 33 Pfarrer in Essen-Werden u. Synodalvertreter für soziale Arbeit; Berufung in das Dt. Ev. Kirchenbundesamt nach Berlin; 1933 NSDAP; 1934 – 39 Personalref. bzw. Oberkonsistorialrat im Kirchl. Außenamt; ab 1939 Kriegsdienst als Lazarett- bzw. Div.-Pfarrer; sowj. Gefangenschaft, Mitarb. im NKFD u. Mitgl. in dessen Arbeitskrs. für kirchl. Fragen, hier auch partielle Zusammenarbeit mit dem NKWD. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl. im Gefolge der Gruppe  Walter Ulbricht; ab Herbst 1945 Gemeindepfarrer in Berlin-Weißensee; 1945 – 49 Superintendent des Kirchenkrs. Berlin-Land; nebenamtl. Oberkonsistorialrat in der Kirchenkanzlei der EKD u. 1946 – 55 Gen.-Superintendent in Berlin; in dieser Zeit versch. Verhandlungen mit der SMAD bzw. der DDR-Reg.; 1949 Mitbegr. des Norddt. Kirchenkonvents; 1953 Dr. h. c. der HU Berlin; 1955 – 72 Bischof der Pommerschen Ev. Kirche mit Sitz in Greifswald (Nachf. von Karl von Scheven); 1960 – 68 Vors. der Konferenz der Ev. Kirchenltg. in der DDR; 1957 – 70 Mitgl. des Exekutivaussch. des Luth. Weltbunds, ab 1961 des Rats der EKD; Mitarb. in der Kommission für Internat. Angelegenh. des Ökumen. Rats der Kirchen. Da sich F.-W. K. von der SED-Führung nicht instrumentalisieren ließ, war er in den 60er Jahren heftigen öffentl. Angriffen ausgesetzt.Mäkinen, A.: Der Mann der Einheit. Bischof F.-W. K. als kirchl. Persönlichkeit in der DDR in den Jahren 1955 – 1969. Greifswald 2002.Ehrhart Neubert

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krzikalla, Anton

* 30.8.1887 – ✝ 22.8.1944

Geboren am 30. August 1887 in Laurahütte/ Oberschlesien, wohnte in Mariendorf bei Aachen; Bergarbeiter. Er war dort von 1919 bis 1921 Gemeindevertreter und Gesamtbetriebsratsvorsitzender, dann wegen Beteiligung am März-Aufstand 1921 längere Zeit inhaftiert. 1929 erneut Gemeindevertreter und im September 1930 im Wahlkreis Köln-Aachen für die KPD in den Reichstag gewählt. Im Juli 1931 gab Krzikalla sein Mandat an den Eisendreher Engelbert Esser ab. Vom 28. Februar bis Dezember 1933 in »Schutzhaft«, er war in verschiedene Hochverratsverfahren verwickelt. Im Juli 1937 erneut verhaftet, kam in das KZ Buchenwald, aus dem er im April 1939 nach Mariendorf bei Aachen entlassen wurde. Im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« wurde er am 22.August 1944 wieder festgenommen und in das KZ Sachsenhausen gebracht. Dort ist Anton Krzikalla als Häftling im Außenkommando (Klinkerwerke) am 5.Oktober 1944 umgekommen. Rainer Böger veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Anton Krzikalla.

Wer war wer in DDR

Kreusel, Karl

* 6.10.1911 – ✝ 14.6.1996

Geb. in Buchholz (Krs. Annaberg); Vater Arbeiter; Volksschule; 1925 – 30 Lehre u. Arbeit als Maurer; 1928 KPD; 1930 arbeitslos; 1935/36 Haft; 1936 – 40 Arbeit als Maurer; 1940 – 45 Wehrmacht. 1945 Org.-Ltr. beim KPD-Krs.-Vorst. Stollberg; Aug. 1945 Einstellung bei der Polizei, Ltr. der Kripo Oelsnitz/Vogtl.; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 LV Sachsen des MfS), Krs.-Dienststelle Oelsnitz; 1951 Ltr. der Abt. V (Kirchen, Untergrund) der LV Sachsen; 1952 Ltr. der Krs.-Dienststelle Marienberg, BV Chemnitz; Dez. 1952 Ltr. der Abt. V der BV Chemnitz (ab 1953 BV Karl-Marx-Stadt); 1953 stellv. Operativ, 1954 Ltr. der BV Suhl; 1955/56 wegen Krankheit nicht im Dienst; 1956 stellv. Operativ des Ltr. der BV Leipzig; 1959 Oberst-Ltn.; 1962 stellv. Operativ des Ltr. der BV Gera; 1965 aus gesundheitl. Gründen entlassen, danach Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Kröber, Gerhard

* 23.4.1922 – ✝ 1999

Geb. in Theißen (b. Zeitz); Vater Landwirt; 1940 – 45 Militärdienst, Ltn. der Reserve. 1946 – 49 Studium an der TH München, Dipl.-Ing.; 1949 – 57 Architekt in versch. Projektierungsbüros in Halle, tätig im Schulbau (Gräfenhainichen, Wolfen, Schkopau, Kötzschau), Mitarb. am Kulturhaus u. Lehrlingsheim des Mansfeldkombinats Eisleben; 1957 – 68 Chefarchitekt im Entwurfsbüro für Gebiets-, Stadt- u. Dorfplanung des Bez. Halle, städtebaul. Planung u. a. für Halle, Dessau, Merseburg; 1959 Sieger im Zentrumswettbewerb für die Hauptstadt der DDR, Berlin; 1968 – 83 Stadtarchitekt der Stadt Halle, maßgebl. Einfluß auf die Entw. der Stadt, insbes. Schaffung von Fußgängerber. im Zentrum, Umgestaltung des Marktplatzes; 1963 Rekonstruktion des Zentrums von Merseburg; 1975 Prom. zum Dr. phil. (Städtebautheorie); zahlr. Artikel in Fachztschr.; 1977 NP; gest. in Halle.Das städtebaul. Leitbild zur Umgestaltung unserer Städte. Berlin 1980; Barth, H, Topfstedt, T. u. a.: Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Berlin 2000.Simone Hain

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kröber, Leander

* 21.8.1902 – ✝ 9.6.1980

Geboren am 21. August 1902 in Meuselwitz/ Landkrs. Altenburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Bergarbeiter. 1921 trat er in die USPD ein und gehörte 1922/23 der SPD an, im August 1923 Mitglied der KPD, ab 1928 Stadtrat in Meuselwitz, im Juli 1932 als Abgeordneter in den Thüringer Landtag gewählt. Anfang 1933 Instrukteur im UB Sonneberg, im März 1933 verhaftet, war er bis April 1934 in mehreren KZs in »Schutzhaft«. Am 26. März 1935 erneut festgenommen und im Oktober 1935 vom 1. Strafsenat des OLG Jena zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt, ab April 1942 im KZ Buchenwald, ab März 1943 im Außenkommando Schönebeck/ Elbe. Nach der Befreiung wurde Kröber zunächst 1. Bürgermeister in seiner Heimatstadt Meuselwitz. Ab Oktober 1945 Regierungsrat der Landesregierung Thüringen, von August 1948 bis 1950 Chefinspekteur und Chef der DVP-Landesbehörde Thüringen. Nach einem Sonderlehrgang in der UdSSR wurde Kröber 1950 stellvertretender, ab 1951 Leiter der MfS-Landesverwaltung Thüringen bzw. ab 1952 der MfS-Bezirksverwaltung Chemnitz und im März 1953 Adjudant beim DDR-Minister des Innern, Willi Stoph. Danach leitete er bis 1958 die Zentralschule der Deutschen Grenzpolizei in Sondershausen. 1960 beendete er den aktiven Dienst als Oberst d. R. Er erhielt 1972 den VVO in Gold. Leander Kröber starb am 9. Juni 1980.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Kroker, Herbert

* 24.8.1929

Geb. in Groß-Merzdorf (Krs. Schweidnitz, Niederschles. / Marcinowice, Polen) in einer Arbeiterfamilie; Volksschule; 1944/45 kfm. Lehre; 1945 Volkssturm, sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Landarb. auf einem poln. Staatsgut; 1946 – 49 Lehre als Bauschlosser; bis 1953 als Bauschlosser u. Monteur tätig; 1953 FDGB; 1954 SED; 1953 – 55 BGL-Vors. im VEB Starkstromanlagen u. 1957 – 61 im VEB Industriewerke Karl-Marx-Stadt; 1961 – 63 Vors. des Bez.-Vorst. der IG Metall Karl-Marx-Stadt; 1963/64 Organisator des FDGB-Bundesvorst. in der VVB Werkzeugmaschinen Karl-Marx-Stadt; 1964 – 68 Parteiorganisator des ZK der SED in der VVB Werkzeugmaschinen; 1967/68 externes Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1969/70 Werkdir. des VEB Pressen- u. Scherenbau; 1970 – 83 GD des Kombinats Umformtechnik »Herbert Warnke« in Erfurt; ab 1976 Abg. des Bez.-Tags Erfurt; 1979 Prom. an der PHS, Dr. rer. oec.; ab 1979 Mitgl. der SED-Stadtltg. u. 1981 – 86 der SED-BL Erfurt; 1981 – 86 Abg. der Volkskammer; 1982 Versetzung als Dir. des VEB Feuerlöschgerätewerks Apolda; 1983 Ablösung als GD wegen Differenzen mit  Günter Mittag; 1986 – 89 Dir. des VEB Weimar-Werk für Landmaschinen; Nov. 1989 Wahl zum 1. Sekr. der SED-BL Erfurt (Nachf. von  Gerhard Müller); Nov./Dez. 1989 nach dem Rücktritt des PB u. des ZK Ltr. des zeitw. Arbeitsaussch. der SED, ab 1990 Mitgl. der PDS; 1972 VVO; 1976 Stern der Völkerfreundschaft; 1979 Verdienter Techniker des Volkes.Erinnerungen. Kindheit – Vertreibung – Neuanfang. Norderstedt 2008.Hagen Schwärzel / Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krollmann, Maria

* 15.1.1904 – ✝ 13.5.1994

Geboren am 15. Januar 1904 in Wanne-Eickel als Maria Johanna Burbaum. Die Tochter eines Bergmanns besuchte die Handelsschule, anschließend kaufmännische Lehre, arbeitete als Kontoristin und Stenotypistin. Während des Kapp-Putsches im März 1920 war sie Sanitätshilfe und trat zunächst in die USPD und Ende 1920 in die KPD ein. Im Sekretariat der KJD in Bochum tätig, später UB-Leiterin des KJVD Essen. 1926 heiratete sie den Bochumer KPD-und RFB-Funktionär Erich Krollmann. Ende 1928 Instrukteurin der Abteilung Agitprop der BL Wasserkante in Hamburg und in Schleswig-Holstein, zeitweise gehörte sie dem Sekretariat der BL Wasserkante an. 1929 wurde sie Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft. Von Januar 1933 bis Februar 1934 Kursantin an der Internationalen Leninschule in Moskau. 1934 kehrte sie über Prag zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurück (Deckname Hertha). Zunächst Instrukteurin und UB-Leiterin in Leipzig, anschließend Oberberaterin für die Anleitung der illegalen Bezirksleitungen in Stuttgart, Frankfurt/M. und Mannheim. Im Januar 1935 in Mannheim verhaftet und nach Leipzig überführt, wo sie am 4. Oktober 1935 vom 1. Senat des VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Sie saß bis zur Befreiung im Zuchthaus Jauer und kehrte 1945 dann nach Lübeck zurück. Inzwischen mit dem bekannten Lübecker Kommunisten Erich Klann verheiratet, gehörte Maria Krollmann Ende der vierziger Jahre zu den Spitzenfunktionären der KPD in Schleswig-Holstein. Die Zeitschrift »Stern« nannte sie 1949 sogar in Anspielung an die rumänische Stalinistin Pauker »Anna Pauker des Nordens«. Aber Anfang der fünfziger Jahre kritisierte Maria Klann die totale Unterordnung der westdeutschen KPD unter die SED. Daraufhin im August 1952 aus der KPD wegen »parteischädigenden Verhaltens« ausgeschlossen, galt sie nunmehr wie üblich als »Titoistin und amerikanische Agentin«. Die »überparteiliche« VVN, deren langjährige Lübecker Vorsitzende sie war, verstieß sie ebenfalls. Ein Antrag auf Mitgliedschaft in der SPD wurde 1954 noch abgelehnt, zwei Jahre später wurde sie in die Reihen der deutschen Sozialdemokratie aufgenommen. Das Landesamt für Verfassungsschutz Schleswig-Holstein warnte aber noch 1958 vor Maria Krollmann-Klann. Sie mußte viele Jahre für ihre Anerkennung als Opfer des Nazi-Regimes kämpfen. Bis 1973 ehrenamtliche Vorsitzende der AWO in Lübeck. Maria Krollmann-Klann starb am 13. Mai 1994 in Lübeck.

Wer war wer in DDR

Kropp, Willi (Wilhelm)

* 3.1.1899 – ✝ 8.8.1961

Geb. in Grünberg (b. Giessen); Vater Kfm., Mutter Bäuerin; Grund- u. Realschule; bis 1916 Anhänger der Wandervogelbew.; 1914/15 Volontär in einer Hamburg Buchhandlung; 1915/16 Eleve auf einem Gut u. Besuch einer Landw.-Schule; 1917 Volontär in der Gartenbaugenossenschaft Eden bei Oranienburg; 1918 Kriegsdienst, Uffz.; 1919/20 Mitgl. einer Siedlergr. in der Nähe der Edertalsperre; 1920 – 22 Bergarb. bei Bochum; 1920 KJVD; KPD; 1921 – 23 KJVD-Bildungsobmann im Ruhrgeb. u. im Bez. Hessen / Frankfurt (Main); 1921 – 51 Lebensgem. mit Gertrud Sartorius; 1922/23 Assistent der landw. Versuchsstation in Darmstadt; 1923 Angest. beim Arbeitsamt Dotzheim (b. Wiesbaden); antimilitar. Tätigkeit gegen die frz. Besatzungstruppen, Juni 1923 Festnahme in Wiesbaden u. Verurteilung durch ein frz. Militärgericht zu einem Jahr Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Diez / Lahn; Sept. – Nov. 1924 Ltr. des Lit.-Vertriebs der KPD in Frankfurt (Main) u. in Stuttgart; Mitgl. der KPD-BL Württemberg; 1925 – 30 versch. KPD-Funktionen im Ruhrgeb., u. a. 1. Red. der Ztg. »Ruhr-Echo«; Ende 1929 wegen »Hochverrats« zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt; 1930/31 Emigr. in die UdSSR; Red. der »Dt. Zentralztg.« in Moskau; 1931 – 33 Haft in der Festung Darmstadt; Jan. 1933 Mitarb. in der Abt. Agit./Prop. des ZK der KPD; dann Mitgl. der BL u. Sekr. für Agit./Prop. des Parteibez. Berlin-Brandenb.-Lausitz-Grenzmark; Mai 1933 Verhaftung u. Beugehaft, bis Okt. 1934 KZ Sonnenburg u. Lichtenburg; Mitgl. der illeg. Parteiltg.; nach Entlassung Buchhalter; Dez. 1934 Emigr. nach Frankreich u. 1935 in die UdSSR; Ltr. des Thälmann-Komitees der KPD-Führung; bis Ende 1940 Ref. im Skandinav. Ländersekr. der KI, persönl. Mitarb. von Wilhelm Florin; 1941 Mitarb. im Verlag für fremdspr. Lit.; Kursant an der KI-Schule in Kuschnarenkowo; 1942 Spezialschule für Fallschirmspringer in der Nähe von Moskau; danach Einsatz in einem Kriegsgefangenenlager im Ural; 1943 Lehrer an der Kriegsgefangenenschule in Krasnogorsk; 1944 Lektor an der Parteischule der KPD Nr. 12 bei Moskau. 28.5.1945 als Mitgl. der Gruppe  Gustav Sobottka nach Stettin; dort Vorträge in einer Kriegsgefangenenschule; gerät wegen Aufbau u. Ltg. eines eigenständigen KPD-Parteibez. Nordpommern mit Sitz in Greifswald in Konflikt mit dem Vors. der KPD-LL Mecklenb.-Vorpom., Gustav Sobottka; Juli – Nov. 1945 Ltr. der Abt. Kultur in der KPD-LL in Schwerin; am 18.9.1945 per Beschluß der LL der Fraktionsmacherei u. separatist. Bestrebungen beschuldigt u. dem ZK zur Verfügung gestellt; nach Aussprache bei  Wilhelm Pieck im Nov. 1945 zum Ltr. der zukünftigen PHS berufen; 1946/47 Ltr. der PHS; anschl. bis 1951 Vizepräs. u. Studiendir. der DVA; 9.8.1951 Rüge durch die ZPKK u. a. wegen Unterdrückung von Kritik u. Betretens des Berliner Westsektors, Entlassung aus der DVA; dann Red. in der Abt. Information des ADN; Hrsg. der internen »Roten Information«; 1952 Heirat mit Waltraud Schlegel; 1953/54 Ltr. der ADN-Abt. Schulung; 1954 Red. in der Abt. Prop. der Ztg. »Neues Dtl.«; Lehrstuhl Hist.-Mat. an der FDGB-HS Bernau; gest. in Weimar.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Kroszewski, Gerhard

* 7.3.1921 – ✝ 31.1.1996

Geb. in Erfurt; Vater Heizer u. KPD-Funktionär; 1935 Verhaftung des Vaters, Abbruch der Mittelschule; 1936 – 45 Lehre u. Arbeit als Büromaschinenmechaniker; 1945 Volkssturm. 1945/46 KPD/SED; 1945 Einstellung bei der Polizei, Kriminalamt Erfurt; 1947 Ltr. der Kripo Eisenach; 1948 Lehrer an der Landespolizeischule Erfurt; 1949 Vors. der PKK an der VP-Schule Pirna; 1950 Einstellung beim MfS, Abt.VIIa (ab 1951 HA I, VP-Bereitschaften), später Abt.-Ltr.; 1953 Oberst-Ltn.; 1955 2. Sekr. der SED-PO im MfS; 1955 – 58 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 BdL, 1959 Ltr. des BdL; 1961 OibE im Min.-Rat der DDR, stellv. Ltr. des Büros des Präs.; 1962 Ltr. der Wirtschaftsverw., dann Ltr. der Protokollabt.; 1969 Abt.-Ltr. in der ZAGG; Nov. 1969 wiss. Mitarb. der HA KuSch, Abt. Schulung; 1972 Entlassung, Rentner; gest. in Berlin.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Emil Fritz

* 13.11.1872 – ✝ 1933

Geboren am 13. November 1872 in Leipzig; besuchte die höhere Schule. Er lebte einige Jahre in Budapest, kam 1900 nach Berlin. Der gelernte Notenstecher und spätere Krankenkassenangestellte gehörte dem Verband der Notenstecher an und trat in die SPD ein. Von 1906 bis 1909 Inhaber eines Restaurants, dann Schleifer bei Siemens & Halske. Dort wegen seiner Beschwerden über schlechte sanitäre Einrichtungen entlassen, später Krankenkassenangestellter in Charlottenburg und Reinickendorf. Er war Vorstandsmitglied des II. Wahlkreises Groß-Berlin der SPD und der Pressekommission des »Vorwärts« sowie der Branchenkommission des Verbandes der Büroangestellten Deutschlands. Als Mitglied des Zentralvorstandes der USPD von Groß-Berlin gehörte er zu der am 24. März 1918 verhafteten Helfergruppe um Leo Jogiches. Er nahm am Gründungsparteitag der KPD teil, hat dort den Bericht der Mandatsprüfungskommission verlesen und wurde für Berlin in die Programmkommission gewählt. Im Protokoll des Gründungsparteitages ist nur von »Krüger« die Rede. 1919 für einige Wochen in Moabit inhaftiert, trat er in der KPD später nicht mehr in Erscheinung. 1931 als Krankenkassenangestellter pensioniert, 1933 schwer erkrankt, Emil Fritz Krüger starb Pfingsten 1933 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Krüger, Alfred

* 28.9.1920

Geb. in Emden; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Bäcker; RAD; Wehrmacht u. Kriegsgefangenschaft, anschl. Wald- u. Transportarb. Ab 1946 erneut als Bäcker tätig, dann Konsum-Verkaufsstellenltr. in Schwarzenberg; SED; 1948 – 51 Dir. der HO in Aue, danach Ltr. der HO-Gaststättenbetriebe des Leipziger Hauptbahnhofs; 1958 – 77 GD der MITROPA, später Ltr. des MITROPA-Betriebes auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Krüger, Horst

* 14.12.1942 – ✝ 10.3.2005

Geb. in Berlin; Maurerlehre; Mitgl. einer Amateurband in Eisenhüttenstadt (Gesang, Keyboard, Baßgitarre, Schlagzeug); 1960 – 61 Wehrdienst bei der NVA, Sänger im Erich-Weinert-Ensemble, dort musikal. Weiterbildung; anschl. in versch. Jazzformationen, u. a.  Klaus Lenz Band, 1966 Wechsel zum Wolfgang-Brandenstein-Ensemble u. Mitbegr. des Gerd-Michaelis-Chors, 1968 erste eigene Gruppe: Horst-Krüger-Sextett, später erweitert um Bläser zum Septett u. mit Gerti Möller als Sängerin, von Beat-Musik beeinflußte Schlagerkompositionen; 1971 LP »Horst Krüger u. sein Ensemble«, 1972 LP »Geh durch die Stadt«; 1972 Gründung der Horst-Krüger-Band u. a. mit Michael Heubach (Keyb.), Heinz-Jürgen »Gotte« Gottschalk u.  Tamara Danz (1973), 1974 2. Preis beim Interpretenwettbewerb der DDR, 1975 LP »Horst-Krüger-Band«, Erfolgstitel »Tagesreise« (Heubach/ Schaffer), »Ich bin da« (Krüger/Schaffer), Auftritte in Polen, Bulgarien, Sowjetunion, Nordafrika, West-Berlin; 1977 Auflösung der Band, danach vornehml. Kompositionen u. Arrangements für zahlr. Solisten (Karel Gott, Eva-Maria Pieckert, Halina Franckowiak, Gerti Möller u. a.), das Rundfunk-Tanzorchester Berlin u. »Ein Kessel Buntes«; Komposition der ersten DDR-Rockoper »Rosa Laub« (Libretto  Waldtraut Lewin), 1981 Uraufführung mit der Amateurband »Badister« am Rostocker Volkstheater (LP 1982); ab 1980 auch Filmmusiken; 1980 Kunstpreis der FDJ; 1982 Konzertprogramm »Horst-Krüger-Band live«, Rockoper »Zaubersprüche« (unveröff.); Mentor u. Berater für Nachwuchsinterpreten, ca. 1.200 Kompositionen, mehr als 40 Veröff. auf Singles u. Samplers. Nach 1990 gelegentl. Auftritte; CD »Quer-Beat« mit Titeln versch. Krüger-Formationen.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Krusche, Günter

* 25.2.1931

Geb. in Dresden; Vater kirchl. Angest.; Abitur in Radebeul; 1949 – 54 Studium der Theol. an der Univ. Leipzig; anschl. Predigerseminar in Lückendorf; 1956 Ordination; 1956 – 58 Pfarrer in Taucha (b. Leipzig); danach Studieninspektor am sächs. Predigerseminar in Lückendorf; 1966 – 69 Ref. im Landeskirchenamt Sachsen u. Pfarrer in Dresden; anschl. bis 1974 Studiendir. in Lückendorf; 1970 – 84 Mitarb., ab 1977 Vors. der Studienkommission des Luth. Weltbunds; 1974 Doz. am Sprachenkonvikt in Berlin; ab 1983 Gen.-Superintendent des Sprengels Berlin der Ev. Kirche Berlin-Brandenb. (Nachf. von Hartmut Grünbaum); Mitgl. der Arbeitsgr. »Menschenrechte« des Bunds der Ev. Kirchen in der DDR; 1983 Prom. an der KMU Leipzig; nach anfängl. Unterstützung opp. Gruppen bestritt G. K. in den 1980er Jahren zunehmend die Legitimität opp. Handelns im Schutzraum der Kirche, so war er u. a. 1986 am Verbot der Veranstaltung der »Friedenswerkstatt« in Berlin beteiligt; seit Ende der 1960er Jahre Kontakte zum MfS u. dort als IMB »Günther« erf.; 1991 Wahl in den Zentralaussch. des Ökumen. Rats der Kirchen; seit 1992 Vors. des Kuratoriums der Gossner-Mission; Febr. 1993 nach innerkirchl. Untersuchung u. öff. Diskussion zu K.s MfS-Kontakten Rücktritt als Gen.-Superintendent u. Wechsel in den vorzeitigen Ruhestand; lebt in Berlin. G. K. gilt als Theologe mit besonderem Interesse für sozialwiss. Fragen.Bekenntnis u. Weltverantwortung. Berlin 1986; Spannende Zeiten. Erlebnisse u. Erfahrungen als Generalsuperintendent des Sprengels Berlin von 1989 – 1993. In: Jb. für Berlin-Brandenburg. Kirchengeschichte. Berlin 2007. Findeis, H.; Pollack, D. (Hrsg.): Selbstbewahrung oder Selbstverlust. Berlin 1999.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Kubach, Paul

* 15.6.1918 – ✝ 7.12.1995

Geb. in Dresden; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer; 1938/39 RAD, 1939 – 43 Wehrmacht, 1943 – 48 franz. Kriegsgefangenschaft in Algerien. 1948 Rückkehr nach Dtl.; 1948 SED; 1948 – 50 Betriebsabrechner u. 1949/50 Ltr. der Betriebswirtschaft im Sachsenverlag Dresden; 1950/51 Planungsltr. u. 1951/52 Hauptreferent in der Zentrag; 1952 – 57 Abt.-Ltr. Planung, 1957 Instrukteur der Abt. Finanzverw. u. Parteibetriebe im ZK der SED; ab 1963 Dir. für Technik, stellv. Hauptdir. bzw. stellv. GD, 1967 – 83 GD der Zentrag (Nachf. von  Paul Hockarth); 1968 NP.Andreas Herbst