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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kops, Erich

* 20.1.1905 – ✝ 58 bis 196

Geboren am 20. Januar 1905 in Jena, Sohn eines Metallarbeiters; lernte Schlosser. 1922 Mitglied der SPD, Vorsitzender der Jenaer Arbeiterjugend und deren Orgsekretär für den Bezirk Thüringen. Im August 1923 Austritt aus der SAJ und der SPD, als Mitglied der KJD und der KPD hauptamtlicher Funktionär der BL der KJD Thüringen. Im Oktober 1924 verhaftet, wurde er Ende 1925 vom Staatsgerichtshof in Leipzig wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, kam aber wegen einer Amnestie kurz danach frei. Von Ende 1925 bis Ende 1928 war Kops Gauführer und Sekretär der Roten Jungfront in Thüringen. 1928/29 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, danach 1929/30 Lokalredakteur der »Neuen Zeitung« und Organisator des KPD-Literaturvertriebs in Thüringen. Ab August 1930 Mitarbeiter der Agitpropabteilung des ZK der KPD, von April 1931 bis Anfang 1933 Agitpropleiter der BL Halle-Merseburg. Bis Sommer 1933 illegaler Orgleiter an der Seite von Polleiter Adolf Rembte im Bezirk Halle-Merseburg, im Februar 1934 emigrierte Kops in die Tschechoslowakei. Kops leistete zunächst Grenzarbeit im Gebiet Reichenberg, dann im Büro der IRH in Prag tätig, ab Dezember 1935 in der Sowjetunion Maschinenschlosser in Jegorowsk. Ab Mai 1937 in Spanien Offizier des »Thälmann-Bataillons« der Internationalen Brigaden, von 1939 bis 1943 in Frankreich interniert. Im April 1943 nach Deutschland ausgeliefert, Häftling im KZ Sachsenhausen. Nach der Befreiung 1945 kurzzeitig Landrat im Kreis Ludwigslust in Mecklenburg, ab August 1945 Orgsekretär der KPD Thüringen. Kops war von 1946 bis 1950 Mitglied des SED-PV, ab September 1947 Vorsitzender der SED Thüringen (paritätisch mit Heinrich Hoffmann). Obwohl er bedingungslos die Weisungen aus Berlin in Thüringen durchführte, wurden seine Tätigkeit und seine Personalentscheidungen kritisiert, und er wurde im Oktober 1949 abgelöst. Zunächst außerordentlicher Gesandter der DDR in Ungarn. Im Sommer 1950 gab es Vorwürfe der ZPKK, er sei 1938 in Spanien aus der Partei ausgeschlossen worden, und es gab auch Beschwerden an seinem Führungsstil als Botschafter. Daher im November 1950 abberufen, bekam untergeordnete Funktionen im Bereich Handel und Versorgung. Von 1958 bis 1961 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates des Bezirks Dresden, 1959 erhielt er den VVO in Bronze. Erich Kops starb am 28. Mai 1961 in Dresden. Kurt Menzel veröffentlichte im Jahre 2000 eine biographische Skizze über Erich Kops.

Wer war wer in DDR

Kormes, Karl

* 23.3.1915 – ✝ 9.4.1995

Geb. in Berlin in einer jüd. Fam.; Vater Uhrmacher u. Juwelier, Mutter Putzmacherin; Jüd. Knabenschule in Berlin, Oberrealschule; während der Schulzeit Mitgl. der zionist. Org. »Brit. Trumpeldor«; 1927/28 über den Jung-Jüd. Wanderbund (IIWB), die Borochow-Jugend u. den Jüd. Arbeiterkulturverein 1928 zum KJVD; 1928 – 30 Ausbildung zum Schlosser; 1930 RH; RGO; 1930 – 33 Gelegenheitsarb., Angest. beim Zentralverein Dt. Staatsbürger Jüd. Glaubens; illeg. pol. Arbeit; März 1933 verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu 18 Mon. Haft verurteilt, Haft in Berlin-Moabit u. Cottbus; 1934 als poln. Staatsbürger nach Polen ausgewiesen; Ende 1936 auf eigene Initiative nach Spanien, 11. Internat. Brigade (Thälmann-Bat.); 1937 schwere Verwundung u. Gefangenschaft, ab Juni 1937 in versch. span. Gefängnissen u. Lagern, im Parteiauftrag Kapo, durch Vermittl. des poln. Roten Kreuzes 1943 Entlassung nach Marokko (Casablanca); 1943/44 Soldat beim brit. Pioniercorps bzw. Zivilangest. der brit. Armee in Casablanca u. Algier; in Absprache mit der KPF u. dem sowj. Konsul in Algier (über die Parteiverbindung  Hans Schaul) 1944/45 Mitarb. des amerik. Nachrichtendienstes OSS; Ausbildung für Fallschirmeinsätze in Italien, kam aber nicht mehr zum Einsatz. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; KPD; versch. Funktionen in Berlin; Kaderltr. in der Provinzialverw. Potsdam; 1946/47 Kadersekr. des SED-KV Potsdam; 1947/48 persönl. Ref. von  Willy Sägebrecht; Mitgl. des SED-Landesvorst. Potsdam; 1948/49 Assistent u. Lehrer an der LPS Potsdam; 1949/51 Kaderltr. im Staatssekr. für Erfassung u. Aufkauf der DWK, Berlin, im Kontext der Noel-Field-Affäre abgesetzt; 1951 Kulturdir. im VEB Schering, Berlin-Adlershof; 1951/52 Kulturdir. im VEB Reifenwerk Fürstenwalde; Jan. 1953 im Ergebnis des Slánský-Prozesses durch die BPKK Frankfurt (Oder) aus der SED ausgeschl.; 1953 – 56 Schweißer im VEB Gaselan Fürstenwalde, 2. BGL-Vors.; Nov. 1955 parteiinterne Rehabil. durch die ZPKK, die den Parteiausschl. in eine strenge Rüge mit zweijährigem Funktionsverbot umwandelt, Wiederaufn. in die SED; 1957/58 Kaderltr. im DIA Nahrung Berlin; 1958 – 60 Dreijahreslehrgang an der PHS; 1960 – 63 Handelsrat in Rumänien; 1963 – 66 stellv. Ltr. der 3. europ. Abt. im MfAA (Südosteuropa); 1966 – 68 Botschaftsrat in Rumänien; 1969 – 73 Botschafter in Jugosl. (Nachf. von Eleonore Staimer); 1973 – 79 Ltr. der DDR-Delegation der Grenzkommission DDR – Bundesrep. Dtl.; 1979 VVO; 1979 – 81 Botschafter in Ekuador (Nachf. von Helmut Bauermeister); 1981 Ruhestand; Präs. der Freundschaftsges. DDR – Ekuador; stellv. Vors. der Sekt. Spanienkämpfer im Komitee der Antifa. Widerstandskämpfer; Mitgl. des Gen.-Rats der FIR. 1990 PDS; 1993 stellv. Vors. der Gemeinschaft ehem. rep. Spanienkämpfer in Dtl.; gest. in Berlin an den Folgen eines Verkehrsunfalls.Carmen. Prosa über den span. Krieg aus der Ztschr. »Das Wort« 1936 bis 1939. Eine Anthologie. Berlin 1986 (Hrsg. mit H. Maaßen). Uhl, M.: Mythos Spanien. Berlin 2004.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Kornagel, Rudolf

* 11.1.1921 – ✝ 2.3.1981

Geb. in Crimmitschau (Krs. Zwickau); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Betonbauer. 1945 / 46 KPD / SED; Studium an der SED-PHS; 1954 – 60 2. Sekr. der SED-BL Magdeburg; anschl. Vors. des Rats des Krs. Gotha; 1964 – 66 Vors. des Rats des Krs. Worbis; anschl. Vors. des Bezirksaussch. der NF Erfurt u. polit. Mitarb. der SED-BL Erfurt.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Korsch, Karl

* 15.8.1886 – ✝ 21.10.1961

Am 15. August 1886 in Tostedt/Hamburg geboren, stammte aus einer Familie, die seit Generationen ein Bauerngut in Friedland/Ostpreußen bewirtschaftete. Korschs ehrgeiziger Vater übersiedelte nach Tostedt und später nach Meiningen/Thüringen, wo er Bankbeamter und zuletzt auch Bankdirektor war. Karl Korsch besuchte das Gymnasium in Meiningen und studierte an den Universitäten München, Berlin, Genf und Jena. 1909 Referendar, 1910 in Jena Promotion zum Dr. jur., von 1909 bis 1911 juristischer Vorbereitungsdienst in Meiningen. 1910/11 Soldat beim Infanterie-Regiment 32 in Meiningen. Im Januar 1912 siedelte Korsch auf Empfehlung der Universität Jena nach London über und absolvierte dort juristische, ökonomische und politische Studien. In dieser Zeit Mitglied der Sozialistischen Fabian Society. Bei Kriegsausbruch Rückkehr nach Deutschland. Wegen kriegsgegnerischer Äußerungen im August 1914 vom Leutnant der Reserve zum Vizefeldwebel degradiert, dann Fronteinsatz und wieder Offizier, 1918 Oberleutnant. Zweimal schwer verwundet, mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Korsch trat der USPD bei und war nach dem Krieg Mitglied der Sozialisierungskommission in Berlin (wissenschaftlicher Hilfsarbeiter). Er ging mit dem linken Flügel der USPD zur KPD, obwohl er vor der Vereinigung schwere Bedenken gegen die 21 Bedingungen der Komintern hatte. Ständiger Mitarbeiter der KPD-Presse und Delegierter des VIII. Parteitags 1923. Im Oktober 1919 habilitiert, Privatdozent der juristischen Fakultät in Jena. Im Oktober 1923 zum ordentlichen Professor ernannt und Übertragung eines Extraordinariats in Jena. Ebenfalls im Oktober 1923 Justizminister in der sozialdemokratisch-kommunistischen Regierung in Thüringen, ab Februar 1924 Abgeordneter im Thüringer Landtag. Korsch schloß sich dem linken Flügel der KPD an und wurde im Mai 1924 Chefredakteur des theoretischen KPD-Organs »Die Internationale«. Im Juli 1924 rückte er in den Reichstag nach und wurde im Dezember erneut ins Parlament gewählt. Er gewann im August 1925 in zweiter Instanz einen Prozeß gegen das Land Thüringen, das ihm 1924 seine Professur entzogen hatte und mußte wieder in seine Rechte eingesetzt werden. Inzwischen gehörte Korsch dem ultralinken Flügel der Partei an und war dessen theoretischer Kopf. Die zunächst einheitliche ultralinke Opposition, Scholem-Katz-Rosenberg-Korsch-Schwarz, fiel jedoch auseinander, und die Gruppe um Korsch und Ernst Schwarz stand bald in striktem Gegensatz zur Komintern. Am 30. April 1926 wurde Korsch aus der KPD ausgeschlossen. Er gab gemeinsam mit Schwarz die Zeitschrift »Kommunistische Politik« heraus und organisierte eine eigene linke Gruppe gleichen Namens. In Berlin entstand um ihn ein Zirkel, der über die kommunistische Theorie diskutierte (daran beteiligten sich u. a. Bert Brecht, Alfred Döblin, Susanne Leonhard). Korsch hatte auch Verbindung zu der Oppositionsgruppe Sapronow-Smirnow in der KPdSU. 1926 kam es zum Bruch zwischen Korsch und Schwarz; während Schwarz und seine Anhänger die Gruppe Entschiedene Linke bildeten, blieben Korsch und Heinrich Schlagewerth, der die Organisation leitete, weiterhin Herausgeber der »Kommunistischen Politik«. 1927/28 verschwand die Korsch-Gruppe von der politischen Bühne, nachdem sie die stalinistische Entwicklung der Sowjetunion scharf kritisiert hatte. Korsch hatte am 24. Juni 1927 als einziger Redner im Reichstag gegen den Abschluß des deutsch-sowjetischen Handelsvertrages gesprochen. Er blieb bis 1928 Reichstagsabgeordneter, widmete sich in der Folgezeit ausschließlich theoretischen Problemen und veröffentlichte eine große Anzahl von Arbeiten über theoretische Fragen des Marxismus. Seit 1930 relativierte er dabei den Marxismus, ohne ihn jedoch völlig abzulehnen. Ende 1933 floh Korsch nach Dänemark, nach England und schließlich 1936 in die USA. 1950 hatte er in seinen »Thesen über den heutigen Marxismus« erklärt, alle Versuche, »die marxistische Doktrin als Ganzes und ihrer ursprünglichen Funktion als Theorie der sozialen Revolution der Arbeiterklassen wiederherstellen zu wollen«, sei eine »reaktionäre Utopie«. Korsch, der auch in den USA eine Reihe von Arbeiten publizierte und 1950 und 1956 nochmals kurz Europa besuchte, war in seinen letzten Lebensjahren sehr krank, er kam in ein Sanatorium. Karl Korsch starb am 21. Oktober 1961. Seine Frau, die als Pädagogin hervorgetretene Dr. Hedda Korsch, lebte mit ihm in den USA. Von den zahlreichen Veröffentlichungen Korschs hier einige: »Was ist Sozialisierung« (Hannover 1919), »Die materialistische Geschichtsauffassung – Auseinandersetzung mit K. Kautsky« (Leipzig 1922), »Quintessenz des Marxismus« (Berlin 1922), »Kernpunkte der materialistischen Geschichtsaufassung« (Berlin 1922), »Marxismus und Philosophie« (Leipzig 1923), »Why I am Marxist« (1935). Inzwischen liegen Karl Korschs Gesammelte Werke (Hrsg. Michael Buckmiller) vor.

Wer war wer in DDR

Kosel, Gerhard

* 18.2.1909 – ✝ 21.9.2003

Geb. in Schreiberhau (Krs. Hirschberg, Niederschl./Szklarska Poręba, Polen); Vater Klempnermstr.; Volks-u. Oberrealschule; Lehre als Klempner u. Maurer; 1927 – 31 Studium an der TH München u. Berlin-Charlottenburg bei Bruno Taut u. Hans Poelzig; 1929 Konstrukteur in Sevilla in Spanien; 1931 KPD; 1932 als Spezialist in die Sowjetunion, Architekt u. Projektant auf der Großbaustelle in Nowokusnezk; 1936 Übersiedl. nach Moskau; dort Ltr. einer Projektierungsgr. im Projektierungsbüro »Gorstrojprojekt«, tätig auf dem Gebiet der Industrialisierung des Bauens; 1938 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; 1941 Evakuierung von Industriebetrieben aus Moskau; dann Arbeit in der Verteidigungsindustrie; Chefing. eines Baubetriebs in Tomsk; dort auch Lehrtätigkeit an einer Ing.-Schule; 1942 befristete Freistellung, Entwurf für das Gebäude der Oper in Ulan-Bator (1948 fertiggestellt); nach dem Krieg Mitarb. von NKWD / MGB-Projektierungseinrichtungen in der Nähe der Stadt Ostaschkow, die Laboratorien, Prüfstände u. andere Bauten für die Kernforschung u. Entw. der Raketentechnik entwarfen; seit 1948 Veröff. zur Theorie der wiss.-techn. Rev. in sowj. Fachztschr.; März 1951 Antrag beim ZK der SED auf Abberufung aus der UdSSR. Sept. 1954 Ankunft in der DDR; SED; Abt.-Ltr. im Min. für Aufbau; 1955 Staatssekr. u. Erster stellv. Min. für Aufbau, maßgebend beteiligt an der Einführung u. dem Ausbau der Typenprojektierung u. der Industralisierung des Bauwesens in der DDR; 1958 – 67 Mitgl. des ZK der SED; 1961 Präs. der DBA (Nachf. von  Kurt Liebknecht); 1963 NP; 1965 nach Konflikten mit der SED-Führung über die Rolle der wiss.-techn. Intelligenz Absetzung als DBA-Präs. u. Entzug der Gesamtverantw. für die Planung u. Ltg. des Baus des Berliner Fernsehturms; 1967 – 72 stellv. Min. für Bauwesen u. Ltr. der Ständ. Kommission Bauwesen des RGW; 1977 – 84 Vertreter der DDR in der UNO-Kommission für menschl. Siedlungen; gest. in Berlin.u. a. Produktivkraft Wissenschaft. Berlin 1957; Die Naturwiss. als Potenz der gesellsch. Prod. Berlin 1987; Unternehmen Wissenschaft. Die Wiederentdeckung einer Idee. Erinnerungen. Berlin 1989.Simone Hain / Peter Erler

Wer war wer in DDR

Kossok, Manfred

* 18.5.1930 – ✝ 27.2.1993

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Hilfsmaschinist; 1945 Lehre als Schuhmacher; 1945 – Jan. 1947 Internierungslager in Schles.; 1947 Umsiedl. in die Lausitz; 1949 SED; 1950 Abitur in Hoyerswerda; 1950 – 54 Studium der Geschichte, Lit. u. Philos. an der Univ. Leipzig; 1954 – 58 Assistent; 1955 Ergänzungsstudium an der Univ. Köln; 1957 Prom. mit einer Studie über die »sozialökon. Struktur des Vizekönigreiches Río de la Plata«; 1958 – 62 Oberassistent; seit 1961 Ltr. der Abt. Lateinamerika am Inst. für Allg. Geschichte der KMU Leipzig; 1962 Habil. über die Pol. der dt. Staaten unter der Heiligen Allianz gegenüber Lateinamerika; 1962 Doz.; 1963 Prof. mit Lehrauftrag; 1964 – 68 Prorektor für Ges.-Wiss.; 1966 Prof. mit vollem Lehrauftrag; 1966 – 69 Ltr. der Sekt. Asien-, Afrika- u. Lateinamerikawiss. der KMU; 1969 ord. Prof.; 1970 – 90 Ltr. des Lehrstuhls Allg. Geschichte u. Geschichte der internat. Arbeiterbew.; 1971 – 90 Ltr. der Forschungsgr. Vergleichende Geschichte der Neuzeit; 1972 Korr. Mitgl. der DAW; 1973 Präs. des Solidaritätszentrums für das Volk Chiles; 1974 – 90 Vors. des Beirats für Geschichtswiss. beim Min. für HFS-Wesen; 1975 Ord. Mitgl. der AdW, 1976 – 90 Ltr. des Interdisz. Zentrums für vergleichende Rev.-Geschichte Leipzig; 1976 – 90 Mitgl. des HFS-Rats der DDR; 1977 NP; nach schwerer Erkrankung seit 1981 Dialysepatient; 1986 Stern der Völkerfreundschaft; 1988 Andrés-Bello-Orden Venezuelas für Verdienste um die Wiss.; 1989 Mitgl. der Nat. Akad. für Geschichte Venezuelas; Dr. h. c. der Univ. Huacho (Peru). 1990 – 92 Dir. des Inst. für Universal- u. Kulturgeschichte der Neuzeit; bis zu seinem Tode Lehrtätigkeit an der Univ. Leipzig; Gastprof. in Chile, Kolumbien, Kuba, Peru, Uruguay, Spanien, Frankreich u. an der Univ. Köln. M. K. gilt als einer der internat. anerkanntesten Vertreter der DDR-Geschichtswiss.; er war u. a. Hrsg. der »Studien zur Rev.-Geschichte«, 11 Bde., Berlin 1969 ff.; sein Werk, das der marxist. Methode u. Geschichtsauffassung verpflichtet ist, umfaßt mehr als 600 Publ., v. a. zur neuzeitl. Geschichte Lateinamerikas u. Spaniens, zur vergleichenden Kolonial- u. Rev.-Geschichte, zur Geschichte der Frz. Rev. sowie zu methodolog. Problemen der Welt- u. Globalgeschichte; der streitbare Schüler -> Walter Markovs gilt mit seinem universalgeschichtl. Ansatz als eine Ausnahmeerscheinung der dt. Geschichtswiss.Im Schatten der heiligen Allianz. Berlin 1964; Allg. Geschichte der Neuzeit 1500 – 1917. (Ltr.) Berlin 1986; In Tyrannos. Berlin 1989; Am Hofe Ludwig XIV. Stuttgart 1990; Das Jahr 1492. Leipzig 1992; Ausgewählte Schriften. Bd. 1 – 3. Leipzig 2000 (mit Bibliogr.).Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in DDR

Kotikow, Alexander Georgewitsch

* 27.8.1902 – ✝ 19.7.1981

Geb. in Bakino (Tulaer Gebiet); Kupferschmied; 1920 KPdSU; Berufsoffz. u. pol. Instrukteur in der Armee; 1930 Absolvent der Militärakad.; ab 1941 Stabsoffz.; Chef der Pol. Abt. der 61. Armee. 1945/46 stellv. Chef der SMA Sachsen-Anh. für Zivilangelegenh.; April 1946 – Juni 1950 Chef der Garnison u. Kommandant des sowj. Sektors in Berlin; 1949/50 Vertreter der SKK in Berlin; Gen.-Major; 1950 – 55 bei der Luftwaffe; zul. Gen.-Ltn.; Ehrenbürgerschaft von Berlin, 1992 aberkannt; gest. in Moskau.Jan Foitzik

Wer war wer in DDR

Koven, Ludolf

* 28.4.1900 – ✝ 20.6.1984

Geb. in Steimke (Altmark); Vater Pastor; Gymnasium; vaterländ. Hilfsdienst, 1918 Kriegsdienst als Kanonier; 1918 – 21 Buchhändlerlehre; 1921 – 41 Buchhändler u. 1. Sortimenter in führenden Buchhandlungen in Koblenz, Marburg, Frankfurt (Main) u. Berlin; 1923/24 in Marburg enge Verbindung zu freien student. Gruppen u. zur Wandervogelbew.; 1931 KPD; 1941 Wehrmacht, Verw.-Dienst; 1945 sowj. Gefangenschaft. 1945/46 Mitarb. der VHS im Krs. Flöha bei der Entnazifizierung der Buchhandlungen u. Büchereien; 1946 – 51 stellv. Geschäftsf. des Kulturellen Beirats für Verlagswesen; zugl. Chefred. des »Börsenblatts für den Dt. Buchhandel – Leipziger Ausg.«; 1951 – 53 Ltr. der Buchabt. des Amts für Lit. u. Verlagswesen; 1953 – 55 Ltr. des VEB Dt. Verlag der Wiss. Berlin; 1955 – 65 Ltr. des Akad.-Verlags Berlin; 1965 Rentner; viele Jahre Vorstandsmitgl., Vors. des Verlegeraussch., stellv. Vorsteher des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig. CaW Kowal, Konstantin Iwanowitsch 1908 – 1999 1. Stellv. des Obersten Chefs der Sowjetischen Militäradministration Ing.; ab 1941 stellv. Volkskommissar für Schwerindustrie der UdSSR; März – Juni 1945 Stellv. Bevollm. des Besonderen Komitees des Staatl. Verteidigungskomitees. Juni 1945 – 49 Gehilfe bzw. Stellv. für ökon. Fragen bzw. Erster Stellv. des Obersten Chefs der SMAD; 1946 – 48 sowj. Dir. der Abt. Wirtschaft des Alliierten Kontrollrats für Dtl.; 1949 – Juni 1950 Erster stellv. Vors. der SKK für ökon. Fragen. Stellv. Außenhandelsminister der UdSSR; ab 1956 Vors. des Staatskomitees der UdSSR für Auswärtige Wirtschafsbeziehungen; gest. in Moskau.Na postu samestitelja Glawnonatschalstwujuschtschewo SWAG 1945 – 1949. In: Nowaja i noweischaja istorija 1987; Posledni swidetel. »Germanskaja karta« w cholodnoi woine. Moskwa 1997.Jan Foitzik

Wer war wer in DDR

Koziolek, Helmut

* 5.7.1927 – ✝ 19.5.1997

Geb. in Beuthen (Oberschles. / Bytom, Polen); Vater Lokführer, Stiefvater Tischler, Mutter Schneiderin; 1933 – 44 Volks- u. Oberschule in Zwickau, Gersdorf u. Kattowitz; 1937 – 45 Dt. Jungvolk, HJ, Fähnleinführer; 1944/45 RAD, Untertruppführer; Mai 1945 amerik. Gefangenschaft in Mölln (Neuengamme). 1945 Studium an der Textil-Ing.-Schule in Chemnitz; 1945 – 48 Studium der Rechts- u. Staatswiss. an der MLU Halle; dort 1948 Ref. im Kuratorium; Dipl.-Volkswirt; 1946 SED; 1948/49 Assistent; 1949 – 53 Doz. der DVA in Forst-Zinna; 1953 – 56 Prof. u. Abt.-Ltr. für pol. Ökon. des Soz. an der HS für Finanzwirtsch. Potsdam-Babelsberg, die 1956 mit der HS für Planökon. Berlin-Karlshorst zur HfÖ Berlin vereinigt wurde; 1955 Prom. zum Dr. oec. mit der Arbeit »Zur marxist.-leninist. Theorie des Nationaleinkommens«; 1956 – 63 Prorektor für das ges.-wiss. Grundstudium u. stellv. Rektor an der HfÖ Berlin; 1957 Prof.; 1960 ordentl. Prof. für pol. Ökon. des Soz. an der HfÖ Berlin; 1962 amtl. Dir.; 1961 Habil. zu »Grundfragen der marxist.-leninist. Theorie des Nationaleinkommens«; 1963 – 65 Ltr. des Ökon. Forschungsinst. bei der SPK Berlin; ab 1965 ord. Mitgl. der AdW; 1966 u. 1970 NP; 1972 Vors. der Kl. »Gesetzmäßigkeiten der entw. soz. Ges.« u. des Wiss. Rats für Wirtschaftswiss. Forschung; Mitgl. des Forschungsrats der DDR, Vors. der DDR-Delegation der Gem. Kommission der Ökonomen UdSSR – DDR; 1966 – 90 Dir. des ZI für soz. Wirtschaftsführung beim ZK der SED; 1969 ord. Prof.; ab 1976 Mitgl. des Red.-Kolleg. der »Einheit«; Mitgl. der Wirtschaftskommission des PB des ZK der SED u. der Kommission der Ltr. der ges.-wiss. Inst. beim ZK der SED; 1976 – 81 Kand., 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1982 VVO; 1987 KMO; 1988 ausw. Mitgl. der AdW der UdSSR. Forschungsgebiete: marxist.-leninist. Re- produktions- u. Nationaleinkommenstheorie, Wachstumsfaktoren des Nationaleinkommens, soz. Wirtschaftsführung; als Wissenschaftsfunktionär war H. K. insbes. an der Planung u. Koordinierung der wirtschaftswiss. Forschung in der DDR u. im RGW beteiligt.Zur marxist.-leninist. Theorie des Nationaleinkommens. Berlin 1953; Reprod. u. Nationaleinkommen. Berlin 1979; Wiss., Technik u. Reprod. Berlin 1981; Arbeitsproduktivität, Wertbildung u. ökon. Kreisläufe. Berlin 1984; Berührungen zwischen Physik u. Ökon. Berlin 1986 (mit R. Schwarz); Aktuelle Probleme der pol. Ökon. des Soz. Berlin 1989.Hagen Schwärzel / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Krabbe, Ingeborg

* 13.6.1931

Geb. in Leipzig; ab 1949 Ausbildung an der Staatl. HS für Musik u. Darstellende Kunst in Leipzig; erstes Engagement an den dortigen Städt. Bühnen; 1954 Mitbegr. des Kabaretts »Leipziger Pfeffermühle«; Umzug nach Berlin; ab 1962 zehn Jahre Schauspielerin am Theater der Freundschaft; seit Anfang der 1960er Jahre Filmrollen, Mitwirkung in rd. 300 Produktionen des DFF u. der DEFA, insbes. in Schwänken u. Komödien; erlangte Popularität durch die TV-Serien »Maxe Baumann« (1976 – 87) u. »Drei reizende Schwestern« (1984 – 89) zus. mit  M. Kiefer u.  H. Göring; div. Male Fernsehliebling des Jahres des DFF. Nach 1990 zunächst Arbeit als Synchronsprecherin; dann Fortsetzung der TV-Karriere, so in den Krimi-Serien »Polizeiruf 110«, »Der Bulle von Bad Tölz«, »Siska«; zahlr. Engagements an Boulevardtheatern wie der »Komödie am Kurfürstendamm«, dem Hamburger »Winterhuder Fährhaus« oder dem Berliner »Hansa-Theater«; 2007 beteiligt an der UA des Udo-Jürgens-Musicals »Ich war noch niemals in New York« am Hamburger Operettenhaus; lebt in Berlin.Christian Krause

Wer war wer in DDR

Krämer, Ingrid

* 29.7.1943

Geb. in Dresden; EOS, Abitur; 1955 begann ihre sportl. Laufbahn als Wasserspringerin; 1958 DDR-Mstr. (3-m-Brett) u. 3. Platz (10-m-Turm); 1960 Olymp. Spiele: Siegerin im Kunst- u. Turmspringen; 1960 u. 1962 DDR-Sportlerin des Jahres; Verdienter Meister des Sports; 1962 zweifache EM; 1963 u. 1967 Siegerin im Europapokal; 1964 Olymp. Spiele: Siegerin im Kunstspringen, 2. Platz im Turmspringen; 1967/68 Sportstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrerin; 1968 Olymp. Spiele: 5. Platz im Kunstspringen; bis 1.7.1991 Nachwuchstrainerin für Wasserspringen in Halle u. Dresden, Trainerin von Jan Hempel, Michael Kühne u. Martina Jäschke. 1991 Umschulung zur Sporttherapeutin; ehrenamtl. Übungsltr. für Gymnastik; Bankangest.; lebt in Dresden; verh. mit dem Wassersportler Helmut Gulbin.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Krasnogolowy, Hilde

* 3.8.1919 – ✝ 27.7.2010

Geb. in Köln; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausb. zur Verkäuferin; im Beruf tätig; 1943 – 45 Lohnrechnerin bei der Wehrmacht. 1945 Landarb.; 1945 – 49 Ortssekr., dann Krs.-Sekr. der Volksolidarität in Großenhain; 1946 SED; 1949/50 Instrukteurin, dann Sekr. der SED-KL Großenhain; 1950 Instrukteurin der SED-KL Berlin-Lichtenberg; 1950 – 52 1. Sekr. der SED-KL Berlin-Treptow; 1953/54 Studium an der PHS; 1954/55 Ass. an der PHS; 1955 – 60 Instrukteurin in der Abt. Frauen des ZK der SED; 1959 – 61 amt. Ltr. der Arbeitsgr. Frauen des ZK der SED (Nachf. von  Edith Baumann); 1961/62 Studium an der PHS; ab 1962 polit. Mitarb. in der Westkommission beim PB des ZK der SED.Zachmann, K.: Mobilisierung der Frauen. Technik, Geschlecht u. Kalter Krieg. Frankfurt (Main) 2004.Helmut Müller-Enbergs

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Korb, Robert

* 25.9.1900 – ✝ 31.12.1972

Geb. in Bodenbach (b. Tetschen, Nordböhmen/ Dečin-Podmokly, Tschechien); Vater Lokführer; 1906 – 17 Volks- u. Mittelschule; 1918 Militärdienst; dann Angest. der Waggonfabrik Böhmisch Leipa; 1918 SPČ; 1919 Tätigkeit als Gewerkschafts- u. soz. Jugendfunktionär; 1921 KPČ; 1921 – 23 Militärdienst, wegen »Hochverrats u. Meuterei« sechs Mon. Festungshaft; 1923 Bez.-Sekr. der KPČ in Böhmisch Leipa; 1924 – 30 Partei- u. Jugendfunktionär, später Red.; 1930 Chefred. der dt. Parteipresse der KPČ; 1931 KPČ-Krs.-Sekr. in Reichenberg (ČSR); ab 1932 Mitgl. des ZK der KPČ; 1933/34 13 Mon. Haft wegen »Verschwörung gegen die Rep.«; 1934 u. Mai 1937 – Dez. 1938 Chefred. der dt.-spr. »Roten Fahne« in Prag; 1936 Mitgl. des PB des ZK der KPČ; 1937 zeitw. Aufenthalt bei den Internat. Brigaden in Spanien; Jan. 1939 UdSSR; 1939 – 46 KI-Mitarb. in Moskau; Mitgl. der Red. des »Sudetendt. Freiheitssenders«. Juli 1946 Übersiedl. nach Berlin; SED; Aug. 1946 – 48 Chefred. des Pressedienstes des PV; 1948 Ltr. der Abt. Presse u. Information des PV, 1949 Ltr. der Abt. Agit. des ZK der SED; 1951 Einstellung beim Inst. für Wirtschaftswiss. Forsch. (Vorläufer der HV A des MfS); Ltr. der HA II (Westalliierte), dann HA III (Auswertung); 1956 stellv. Ltr. der HV A; 1959 Ltr. der Zentr. Informationsgr., 1962 Gen.-Major; 1965 Ruhestand; 1965 VVO; 1970 KMO; gest. in Berlin.Menschen, ich hatte euch lieb, seid wachsam! Erinnerungen an R. K. Leipzig 1985.Jens Gieseke

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Korn, Klaus

* 23.8.1930

Geb. in Königsberg (Ostpr. / Kaliningrad, Rußland); Eltern KPD u. im antifasch. Widerstand, Vater Zimmermann (inhaftiert im KZ Börgermoor), Mutter Bernsteindreherin; 1936 – 40 Volksschule, 1940 – 44 Mittelschule; Einsatz im Luftschutz u. bei Räumarbeiten in Königsberg; 1944 Flucht mit der Mutter nach Dänemark, Internierung im Flüchtlingslager Aalborg / Ost; 1946 zeitw. Besuch einer Lagerschule. Mai 1947 Rückkehr in die SBZ, zunächst nach Blankenfelde (b. Berlin), dann Abiturausbildung in Zossen u. Kyritz; 1948 SED; Einsatz bei der FDJ-LL Brandenburg; 1950 Vorbereitung auf diplomat. Auslandseinsatz im MfAA; Jan. 1951 Studienbeginn an der Wirtschaftswiss. Fak. der HU Berlin; Okt. 1952 Exmatr. u. Ausschluß aus der SED wg. »Trotzkismus«, »Denunziation führender Persönlichkeiten« u. »Zersetzung der Univ.«; 1954 Rehabilitierung u. Fortsetzung des Studiums, 1955 Staatsexamen als Diplomwirtschaftler; 1955 wiss. Ass. mit Lehrberechtigung, Lehraufträge für Gesch. der ökonom. Lehrmeinungen, philosoph. Fragen der polit. Ökon., Vorlesungen zur formalen Logik, Spezialseminare zu Marx; 1960 Geschäftsf. wiss. Oberass. am Inst. für polit. Ökon. der HU Berlin; 1963 Prom. mit einer Diss. über den Eigentumsbegriff in der polit. Ökon. u. Soziol. bei Heinz Mohrmann u.  Kurt Braunreuther; 1964 im Auftrag des Ministerrats Gründung u. Ltg. des Wiss. Beirats für Jugendforschung beim Amt für Jugendfragen; Hrsg. des Bulletins / Ztschr. »Jugendforschung«; 1966 Gründung des ZI für Jugendforschung in Leipzig; 1965 Aufbau u. Ltg. eines Expertenrats bei der Ministerin für Volksbildung; 1966 Ltr. der Abt. Wiss. im Min. für Volksbildung; Hrsg. des Periodikums »Pädagog. Forschung«; Vors. des Wiss. Rats beim Min. für Volksbildung; 1969 Honorarprof. für Polit. Ökon. an der HU Berlin (dort Lehre bis 1989); 1970 ord. Prof. für Polit. Ökon. an der APW, dort Dir. des Inst. für Ökon. u. Planung des Volksbildungswesens; korr. Mitgl. der APW; 1971 Mitgl. der UNESCO-Kommission der DDR (ab 1990 der dt. UNESCO-Kommission); Mitgl. der Wiss. Räte für Jugendforschung, Philosophie, Soziologie u. Wirtschaftswiss.; 1989 Wahl in die neue Ltg. der APW, 1990 in die geschäftsf. Ltg. der APW berufen; Wahl zum Vors. des Plenums der APW. 1990 / 91 Mitgl. des Bildungsrats bei der Berliner Senatsverw.; 1991 beauftragt mit der Abwickl. der APW; 1991 / 92 Lehrauftrag an der FU Berlin; 1992 / 93 ABM-Arbeiten zur Prognose der Bildungsentw. in den östl. Berliner Stadtbez.; 1994 arbeitslos; 1995 Altersrentner; 1997 – 99 Mitgl. des Sachverständigenrats Bildung der Hans-Böckler-Stiftung. Maßgebl. Verdienste um den Aufbau der bildungsökon. Forsch. u. Lehre in der DDR.Ökonomie u. Bildung im Soz. Berlin 1977 (Hrsg., mit H. Maier); Die Ltg. u. Planung der kulturell-sozialen Bereiche. Berlin 1984; Ökon. u. Planung der Volksbildung. Berlin 1985; Education, employment and development in the GDR. Paris 1986; Reformempfehlungen für das Bildungswesen. Hrsg. von der Hans-Böckler-Stiftung, Weinheim, München 2002. Steiner, H.: Die DDR-Jugendforschung – Ausgangsbedingungen u. Spezifika im Gesamtverbund der Sozialwiss. In: H. Bleiber, W. Küttler (Hrsg.): Revolution u. Reform in Dtl. im 19. u. 20. Jh. Berlin 2005; Friedrich, W.; Jugendforschung in der DDR. In: N. Genov, R. Kreckel (Hrsg.): Soziolog. Zeitgesch. Berlin 2007.Helmut Steiner; Jg. 1936; 1954 – 58 Studium der Wirtschaftswissenschaften an der HU Berlin, dort Promotion; 1977 Habilitation an der AdW; 1979 Professor und 1983 – 87 Leiter des Bereichs Theorie und Geschichte am Institut für Soziologie und Sozialpolitik der AdW in Berlin; 1987 – 91 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Geschichte der AdW; 2009 gest. in Berlin. / Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Körner, Theo

* 24.3.1932

Geb. in Giesensdorf (Prignitz); Vater Arbeiter; Volksschule in Zempin u. Karlshagen (Krs. Wolgast); 1946 – 49 Ausbildung zum Bäcker in Karlshagen, 1949/50 im Beruf tätig; 1950/ 51 Ltr. des Berufsschulaktivs in Heringsdorf; 1951 – 54 Sportstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1953 SED; 1954 – 57 Oberref. beim Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport in Berlin; 1957 – 59 Aspirantur, 1959/60 Wiss. Assistent an der HU Berlin; 1962 – 72 Verb.-Trainer; 1972 – 80 u. 1983 – 86 Verb.-Trainer (Männer); 1980 – 83 Chefverbandstrainer; Vors. der Leistungssportkommission des Internat. Ruderverb. (FISA); Mitgl. des Präs. des DTSB-BV; 1987 – 90 Mitarb. im Wiss. Zentrum des DRV; 1990 Techn. Dir. des Austral. Ruderverb. in Canberra.Volker Kluge / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Korth, Werner

* 17.8.1929 – ✝ 19.1.1998

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Schlosser; Mittelschule; 1944/45 kfm. Lehre; 1945/46 Landarb. 1946 – 48 Lehre u. Arbeit als Verw.-Gehilfe bei der Stadt Rostock; 1948 SED; 1948 zuerst Org.-Ltr., dann 1. Sekr. der FDJ-KL Rostock; 1950 Einstellung beim MfS, Abt. Kader u. Schulung der LV Mecklenb.; 1952 stellv. Personalltr. der LV Mecklenb., dann Ltr. der Abt. Personal der BV Schwerin; 1957 1. Sekr. der SED-PO der BV Schwerin; 1961 – 63 wegen Unfalls dienstunfähig; 1965 stellv. Operativ des Ltr. der BV Schwerin; 1966 – 68 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1968 Ltr. der BV Schwerin (Nachf. von  Rudolf Vödisch); 1973 Prom. zum Dr. jur. an der JHS; 1979 Gen.-Major; 1990 Entlassung. Aug. 1991 Verurteilung zu zwei Jahren u. zehn Mon. Haft wegen Untreue; gest. in Rostock.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Kosing, Alfred

* 15.12.1928

Geb. in Wolfsdorf (Krs. Samland, Ostpr.); Vater Schuhmacher; Volksschule; 1944/45 Kriegsteiln. als Soldat in der Wehrmacht. 1945 – 47 Maurerlehre; 1946 SED; 1947/48 Abiturlehrgang an der Vorstudienanstalt Halle, der späteren ABF; 1948 – 51 Studium der Geschichte u. Philos. an der MLU Halle u. der HU Berlin; 1950 – 53 Assistent u. Lehrbeauftr. am Inst. für Philos. der HUB; 1953 – 64 Doz. bzw. Prof. am IfG (spätere AfG) beim ZK der SED; 1956 – 70 stellv. Chefred. u. bis 1989 Mitgl. des Red.-Kolleg. der »Dt. Ztschr. für Philos.« (darin zahlr. Grundsatzartikel zur marxist.-leninist. Philos. in der DDR); 1960 Prom. mit der Arbeit »Über das Wesen der marxist.-leninist. Erkenntnistheorie« am IfG; 1964 Habil. über »Die Theorie der Nation u. die nat. Frage in Dtl.« an der KMU Leipzig; 1965 – 69 dort Prof. u. Dir. des Inst. bzw. der Sekt. Marxist.-Leninist. Philos.; 1969 – 71 Ltr. des Lehrstuhls Philos. am IfG; danach bis 1990 Bereichsltr. für Dial. Materialismus des Inst. für marxist.-leninist. Philos. der AfG (zentr. Forschungsthema: Dialektik des Soz., publ. Berlin 1981 ff.); 1969 Korr. u. seit 1971 Ord. Mitgl. der AdW; seit 1973 Mitgl. des Comité Directeur der Fédération Internat. des Sociétés de Philos. sowie 1983 – 88 deren Vizepräs.; 1975 NP; nach Selbstauflösung der AfG 1990 Vorruhestand. Arbeitsgebiete: marxist.-leninist. Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Nationenfrage, Soz.-Theorie u. Umweltproblematik; Hrsg. u. Mitautor zahlr. diesbezügl. Lehr- u. Wörterbücher seit 1959.Ernst Fischer – ein mod. Marxist? Berlin 1969; Die Grundfrage der Philos. Berlin 1974; Nation in Geschichte u. Gegenwart. Berlin 1976; Soz. u. Umwelt. Berlin 1988; Innenansichten als Zeitzeugnisse. Berlin 2008 (Autobiogr.). Bibl. wiss. Arbeiten von A. K. AfG Berlin 1988; Gespräch mit A. K. In: Dt. Ztschr. für Philos. (1989) 8; Warnke, C.: A. K.: Innenansichten als Zeitzeugnisse. In: Berliner Debatte Initial (2009) 2.Hans-Christoph Rauh

Wer war wer in DDR

Köste, Klaus

* 27.2.1943 – ✝ 14.12.2012

Geb. in Frankfurt (Oder); Vater Gärtner; OS, 1961 Abitur; 1949 – 74 aktiver Turner, anfangs in Frankfurt (Oder), 1958 – 62 bei Lok Leipzig, dann DHfK Leipzig; 1961/62 Praktikum bei der DR; 1961 – 74 34maliger DDR-Mstr.; 1962 – 75 Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; dreimal Teiln. an Europameisterschaften: 1971 Sieger (Reck), 2. Platz (Barren), 3. Platz (Sprung) u. 4. Platz (Mehrkampf), 1973 Sieger (Reck), 3. Platz (Mehrkampf u. Boden); Weltmeisterschaft 1970: 3. Platz (Mannschaft u. Reck); dreimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1964 3. Platz (Mannschaft), 1968 3. Platz (Mannschaft), 1972 Sieger (Sprung), 3. Platz (Mannschaft) u. 6. Platz (Mehrkampf); ab 1974 Cheftrainer Frauenturnen; 1975/76 Leitungsassistent; 1976 – 85 Cheftrainer Turnen beim SC Leipzig; 1985 – 87 Sportlehrer an der DHfK Leipzig; anschl. Ltr. der Sportschau des DTSB. Nach 1989 Aufbau u. Ltg. einer akrobat. Schautruppe; 1998 – 2002 pers. Referent des PDS-Bundestagsabg.  G. Schur; 2001 – 05 Vorstandsmitgl. des Dt. Turner-Bunds; 2003 – 05 Standortmanager Frauenturnen Leipzig; lebte in Kossen (b. Leipzig); gest. in Wurzen.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Kotowski, Henry

* 24.9.1944

Geb. in Alt-Grottkau, aufgewachsen in einer Musikerfamilie in Berlin; 1960 – 62 Lehre als Lokomotivschlosser, anschl. Ausbildung u. Arbeit als Fachverkäufer für Musikinstrumente; als Kind autodidakt. Ausbildung an Schlagzeug u. Gitarre; mit 15 Jahren erstes Engagement als Schlagzeuger in »Papa Rüdigers Dixiland Band«; 1960 Wechsel zum »Franke-Echo-Qintett«, lernt dort die späteren »Sputniks« Bernd Emich (Baß) u. Achim Döring (Gitarre) kennen; 1962 Gründung der nach einem amerikan. Satelliten benannten »Telstars«, der ersten dt. Big-Beat-Band; 1963 Amiga-Live-Mitschnitt im »Twistkeller« Berlin-Treptow, auf Empfehlung von Amiga Umbenennung der Band in »Sputniks«, 1964 erste Single mit »Gitarrentwist« u. »Theme for Young Lovers«, Studioprod. als Back-up Band; ab 1964 Studium an der Musikschule Berlin-Friedrichshain; mit den »Sputniks« zahlr. Filmmusiken für die DEFA, Auftritte in diversen TV-Prod., u. a. »Tipparade«, »Amiga-Cocktail« u. im Programm »Hallo Dr. Watson« im Friedrichstadtpalast, Gastspiele in Osteuropa; Dez. 1966 Auflösung der »Sputniks« aufgrund der allg. Restriktionen nach dem 11. Plenum des ZK der SED, anschl. Wechsel zur Uwe-Schikora-Band in Dresden, nach deren Verbot 1967 – 69 Mitgl. der  Klaus-Lenz-Big-Band, Tourneen mit Edda Cameron u.  Manfred Krug; 1969 Gründung des Henry-Kotowski-Sextetts (u. a. mit  Herbert Dreilich u. den späteren Puhdys Harry Jeske u. Peter Meyer); 1974 – 76 Mitgl. im Gerd-Michaelis-Chor, Soloerfolge als Schlagersänger, Platz 1 im »Schlagerstudio« mit »Geh nicht allein« u. »Du bist da«; 1976 Gründung des Duos »Peter & Cott’n« u. 1978 der ersten Country-Band der DDR »Cott’n & Co.«; 1984 Übersiedlung nach München, Engagement in versch. Bands u. Zusammenarb. mit versch. Country-Musikern; Inhaber eines Restaurants u. Lehrer an der Musikschule in Schwandorf. 1994 Rückkehr nach Berlin, Einstieg in die Country-Band »Silverdollar«; 1995 mit Emich Konzerte unter »Cott’n Feels«; 1996 Wiedergründung der »Sputniks«, 1997 TV-Übertragung der Record Release Party »Re Entry« aus dem »Twistkeller«, 2002 Debüt-Album der Sputniks »Big Beat. Twangy, Surf & Rock’n Roll«, 2004 Einladung der Band zum »Cliff Richard & The Shadows Fan Meeting« in die Niederlande; 2005 Jubiläums-CD »40+2«; komponiert neuerdings auch Filmmusik, u. a. für den Kinofilm »Teil« (2007, R.: Mike Eschmann); lebt in Berlin.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kowalke, Alfred

* 11.4.1907 – ✝ 6.3.1944

Geboren am 11. April 1907 in Berlin; lernte Tischler und arbeitete anschließend in Berlin und Hamburg. 1925 trat Kowalke in die KPD ein, zählte zu den Linken und unterschrieb 1926 den »Brief der 700«. Er gehörte seit Ende 1931 dem illegalen AM-Apparat des ZK der KPD an. Er war für Waffen- und Munitionsbeschaffung verantwortlich und reiste Ende 1932 zu einer militärischen Ausbildung nach Moskau. Nach Beendigung des Kurses kehrte er über Prag im Mai 1935 nach Deutschland zur illegalen Arbeit zurück. Ende 1935 emigrierte Kowalke nach Prag und war dort im AM-Apparat der Auslandsleitung der KPD eingesetzt. Er kam dann als Instrukteur unter dem Namen Arthur Janda nach Danzig und arbeitete mit den zwei kommunistischen Volkstagsabgeordneten Otto Langnau und Paul Serotzki zusammen. Als diese verhaftet wurden, ging Kowalke erneut nach Prag und wurde zur illegalen Arbeit nach Mitteldeutschland geschickt. Im Februar 1937 reiste er über Amsterdam nach Paris, in den folgenden Monaten Instrukteur des ZK der KPD in Bremen und im Ruhrgebiet. Bei Kriegsausbruch in den Niederlanden, ging Kowalke im Spätherbst 1941 nach Westdeutschland, um Verbindungen zu suchen und aufzubauen sowie für illegal einreisende Instrukteure Quartiere zu beschaffen, was erst in der Folgezeit in Berlin gelang. Kowalke wurde ein enger Mitarbeiter des illegalen ZK-Instrukteurs Wilhelm Knöchel. Mit dem ZK-Instrukteur Wilhelm Beuttel schrieb er Artikel für die Zeitungen »Ruhr-Echo«, »Freiheit« und die von Knöchel redigierte Zeitung »Der Friedenskämpfer«. Während eines illegalen Treffs am 2. Februar 1943 verhaftet, am 5.November 1943 vom 2. Senat des VGH zum Tode verurteilt, wurde Alfred Kowalke am 6.März 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kozlecki, Wenzel (Julik)

* 17.9.1906 – ✝ 28.10.1995

(* 1906 – † 1995) Geboren am 17. September 1906 in Dresden; Werkzeugmacher. Er gehörte seit den zwanziger Jahren zu einer politisch aktiven Bergsteigergruppe der Naturfreunde, stand seit 1930 in Verbindung zur LO der Trotzkisten und verbreitete deren Literatur. Mit Gerhard Grabs u. a. bildete er im August 1932 die LO in Dresden, die er bis zu seiner Emigration 1933 leitete. Gemeinsam mit seiner Frau (seit 1929 verheiratet) Käthchen, geborene Hempel (* 30. 6. 1908 – † 11. 10. 1976), leistete er mit der trotzkistischen Gruppe 1933 Widerstand gegen die Nazis. Vor drohender Verhaftung mußten beide im August 1933 in die âSR fliehen. Er wurde als Julik in der trotzkistischen Auslandsleitung der LO bzw. der IKD und der illegalen Grenzarbeit aktiv, nahm 1934 als Delegierter an einer trotzkistischen Konferenz der IKD in Zürich teil. 1936/37 spielte Julik als Leiter der Reichenberger Grenzstützpunkte sowie als Mitglied des Auslandskomitees bei den Auseinandersetzungen in der trotzkistischen IKD eine wichtige Rolle. Er stand 1938 in Briefwechsel mit Trotzki, der ihn schätzte. Im September 1938 flüchteten er und Käthchen Kozlecki aus dem Sudetenland nach Prag. Im Dezember 1938 gelangte er über Rotterdam nach Mexiko, um dort als Sekretär Leo Trotzkis zu arbeiten. Seine Frau (die Scheidung erfolgte erst 1954) emigrierte nach England. Kozlecki trennte sich bereits im Herbst 1939 von Trotzki, blieb weiterhin in Mexiko und war als Handwerker tätig. Eine Rückkehr in die SBZ als Trotzkist war nicht möglich, 1962 übersiedelte er in die Bundesrepublik und soll in Nürnberg einen kleinen Betrieb besessen haben. Wenzel Kozlecki starb am 28.Oktober 1995 in Nürnberg. Über ihn und die politisch aktive Bergsteigertruppe veröffentlichte Barbara Weinhold 2004 die Arbeit »Eine trotzkistische Bergsteigergruppe aus Dresden im Widerstand gegen den Faschismus«.

Wer war wer in DDR

Krack, Erhard

* 9.1.1931 – ✝ 11.12.2000

Geb. in Danzig (Gdańsk, Polen); Vater Heizungsmonteur, Mutter Verkäuferin; Grund- u. Hauptschule; Aug. 1945 Umsiedl. mit den Eltern nach Stralsund; 1945/46 Lehre als Installateur, anschl. Beendigung der Mittelschule; 1946 FDJ; 1951 Abitur; 1951 FDGB u. SED; 1951/52 Mitarb. der Stadtverw. Stralsund, persönl. Ref. des OB; 1952 – 56 Studium der Wirtschaftswiss. an der Univ. Rostock, Dipl.-Wirtsch.; 1956/57 Betriebsassistent auf der Warnowwerft Warnemünde; 1957 – 59 Ltr. der Abt. Betriebsorg.; 1959 – 61 Sekr. für Wirtschaft der SED-BPO auf der Warnowwerft Warnemünde; 1961 – 63 Haupttechnologe auf der Warnowwerft; 1963 – 65 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. Rostock, Vors. des Wirtschaftsrats beim Rat des Bez. Rostock (Nachf. von  Kurt Westphal); Abg. des Bez.-Tags; 1964/65 Mitgl. der SED-BL; 1965 – 74 Min. für Bezirksgeleitete Industrie u. Lebensmittelindustrie; 1965 – 89 Mitgl. des Min.-Rats; 1969 – 90 Mitgl. des NR der NF; ab 12.2.1974 OB von Berlin (Nachf. von  Herbert Fechner); Mitgl. des Sekr. der SED-BL Berlin; 1976 – 90 Stadtverordn. u. Abg. der Volkskammer; 1976 Kand. u. 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1979/80 Studium an der AfG beim ZK der KPdSU in Moskau; 1969 u. 1978 VVO; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1981 Stern der Völkerfreundschaft; 5.12.89 erstes offiz. Gespräch über kommunale Zusammenarbeit mit dem Regierenden Bürgermstr. von Berlin (West), Walter Momper; 23.2.1990 Rücktritt als OB nach dem Vorwurf der Wahlfälschung bei den Kommunalwahlen im Mai 1989; 8.9.1993 Verurteilung zu zehn Mon. Freiheitsentzug auf Bewährung wegen Wahlfälschung; gest. in Berlin.Hülsbergen, H.: E. K. In: Stadtoberhäupter. Biogr. Berliner OB im 19. u. 20. Jh. Berlin 1992.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krämer, Walter

* 21.6.1892 – ✝ 12.4.1941

Geboren am 21. Juni 1892 in Siegen/Westfalen, Sohn eines Lokführers; lernte Schlosser. Als Kriegsfreiwilliger meldete er sich 1914 zur Marine, wurde bereits 1915 wegen Rebellion zu Festungshaft verurteilt und war 1917 Teilnehmer am Aufstand der deutschen Flotte. Das Kriegsgericht verurteilte ihn zu vier Jahren Festung. Nach Ausbruch der Revolution kehrte Krämer im November 1918 nach Siegen zurück und wurde Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates. Er schloß sich der USPD an. Im März 1920, während des Kapp-Putsches, Abschnittskommandeur der Roten Ruhrarmee. Ende 1920 Mitglied der KPD, dann ab 1923 Orgleiter der KPD in Siegen. Am 28. Januar 1925 wurde Krämer im »Siegerländer Kommunistenprozeß« zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, kam 1928 durch eine Amnestie frei. Er übernahm die Leitung des UB Siegen, dann Krefeld, schließlich Wuppertal, gehörte der BL Niederrhein an und war auch zeitweise Sekretär der BL Hessen-Kassel. Er war Stadtverordneter und Stadtrat in Siegen und wurde im April 1932 im Wahlkreis Düsseldorf-West in den Preußischen Landtag gewählt. Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand wurde er in »Schutzhaft« genommen und am 19. Dezember 1934 durch den 2. Senat des VGH zu drei Jahren Haft verurteilt. Im KZ Lichtenburg, anschließend im KZ Buchenwald eingesperrt, baute er das Krankenrevier mit auf. Dank medizinischer Vorbildung, die er sich während seiner Gefangenschaft angeeignet hatte, konnte er zahlreichen Häftlingen helfen, galt für sie als der »Arzt von Buchenwald«. 1939 erster Kapo des Häftlingskrankenbaus, 1941 von der SS abgelöst und im Außenkommando Goslar am 12.April 1941 ermordet. Seine posthume Würdigung erfolgte im Jahre 2000 durch den Staat Israel. Dort wurde Walter Krämer mit der Medaille und der Urkunde der Gedenkstätte Yad Vashem zum »Gerechten unter den Völkern« ernannt.

dissidenten.eu

Krassó, György

* 1932 – ✝ 1991

Radikaler Vertreter der Opposition, saß wegen seiner Teilnahme an der *Ungarischen Revolution von 1956 lange Zeit im Gefängnis. Initiator zahlreicher oppositioneller Aktivitäten, Chef des Samisdat-Verlages „Magyar Október“, Vorsitzender der 1989 gegründeten Partei gleichen Namens.György Krassó wurde 1932 in einer Budapester Intellektuellenfamilie geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt, arbeitete jedoch nach der Machtübernahme durch die Kommunisten als Lehrer. Seine Mutter war Hausfrau, später Fabrikarbeiterin. Krassó wurde bereits im Alter von 14 Jahren aufgrund einer Sondergenehmigung Mitglied der kommunistischen Partei. Mit 17 Jahren verließ er das Gymnasium, um den Beruf des Drehers zu erlernen, denn er wollte „das wahre Leben der Arbeiter“ kennenlernen. 1951 absolvierte er das Abendgymnasium und begann an der Wirtschaftsuniversität in Budapest zu studieren. Während des Studiums kritisierte er auf Versammlungen die Politik von Staats- und Parteichef Mátyás Rákosi sowie von Stalin. 1952 wurde er aus der Partei ausgeschlossen, im April 1955 folgte die Zwangsexmatrikulation von der Hochschule. Er begann als ungelernter Arbeiter zu arbeiten und verabschiedete sich bereits damals von seinen kommunistischen Überzeugungen. Während der *Ungarischen Revolution 1956 war er bereits in den ersten Tagen der Belagerung des Budapester Rundfunkgebäudes aktiv. Er kämpfte mit der Waffe in der Hand. Gemeinsam mit einigen Kameraden gelang es ihm, einen Vervielfältigungsapparat zu erbeuten, auf dem in der Folgezeit Flugblätter des „Magyar Október“ (Ungarischer Oktober) sowie die Zeitung „Szabadságharc“ (Freiheitskampf) gedruckt wurden. Darin kritisierten die Autoren die unentschlossene Haltung von Imre Nagy und stellten sich ohne Wenn und Aber auf die Seite der Aufständischen. Am 25. Oktober 1956 wurde Krassó vom Staatssicherheitsdienst festgenommen. Er sollte vor ein Sondergericht gestellt werden, da er sich über die Ausgangssperre hinweggesetzt hatte und im Besitz von Waffen war. Schließlich wurde er jedoch am 30. Oktober 1956 nach fünftägigen Verhören und Misshandlungen auf freien Fuß gesetzt. Nach der sowjetischen Invasion am 4. November 1956 gelang es Krassó erneut, ein Kopiergerät zu erbeuten, und rüstete sich gemeinsam mit seinen Freunden zum weiteren Kampf. Sie vervielfältigten und verteilten Flugblätter mit Aufrufen der Arbeiterräte und des Bundes der Literaten. In der Nacht zum 15. November 1956 wurde er erneut festgenommen. Im Juni 1957 wurde er erstinstanzlich zu einer Haftstrafe von sieben Jahren, im Oktober 1956 von einem Gericht zweiter Instanz zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt.Am 27. März 1963 kam Krassó im Rahmen einer Amnestie frei, da er jedoch in aller Offenheit über seine Erfahrungen aus der Haftzeit berichtete, unter anderem über Hinrichtungen, deren Zeuge er geworden war, wurde er erneut verhaftet. Nach einem halben Jahr in Untersuchungshaft wurde er vor Gericht der Aufwiegelung angeklagt, dann jedoch mangels Beweisen freigesprochen. In der Folgezeit arbeitete Krassó bis zu seiner Invalidisierung in den 70er Jahren als Dreher und als Übersetzer. Mitte der 70er Jahre lernte er die Soziologen István Kemény, Ottilia Solt und Zoltán Zsille kennen, die ihrerseits in Kontakt mit der damals aufkeimenden ungarischen Opposition standen. Zu anderen Bürgerrechtlern, die damals noch marxistischen Denkweisen nahestanden (unter anderen Mikós Haraszti, György Dalos, György Bence, János Kis) unternahm Krassó aus ideologischen Gründen gar nicht erst den Versuch einer Kontaktaufnahme. Krassó hat sich um die Erinnerung an die *Ungarische Revolution von 1956 sehr verdient gemacht, insbesondere in Bezug auf die vielen namenlosen Teilnehmer an den Kämpfen. Neben der 1984 erfolgten Gründung des Verlags „Magyar Október“ war die größte Leistung Krassós die Herausgabe einer kommentierten Übersetzung des berühmten Buches „Hungary 1956“ aus der Feder von Bill Lomax. Krassós Verlag gab auch das „Ungarische Tagebuch“ (Dziennik Węgierski) von Wiktor Woroszylski heraus (übersetzt von Grácia Kerényi, 1984), des Weiteren die gesammelten Schriften von István Bibó sowie die Schrift „Ohne jeden Zwang“ (Minden kényszer nélkül, 1984) von Béla Szász. Die Publikationen aus Krassós Verlag zeichneten sich durch einen für Samisdat-Erzeugnisse ungewöhnlich hohen technischen Standard, eine sorgfältige grafische Gestaltung sowie eine gute Papierqualität aus. Ein wichtiges Projekt waren Vorlesungsreihen in den Jahren 1981 und 1983 aus Anlass des 25. Jahrestages der Hinrichtung von Imre Nagy. Krassó versorgte außerdem *Radio Freies Europa mit Informationen über die Aktivitäten der ungarischen Opposition. Wegen seiner oppositionellen Betätigung wurde er 1984 unter *Polizeiaufsicht gestellt. Aufgrund der gegen ihn verhängten Repressionsmaßnahmen beschwerten sich insgesamt 228 Personen beim Generalstaatsanwalt. 1985 besuchte Krassó in London seinen schwerkranken Bruder. Nach dessen Tod beschloss er, in England zu bleiben. Dort gründete er das Büro „M. O.“, dessen Ziel es war, den Westen über die Aktivitäten der ungarischen Opposition zu informieren. Telefonisch gewonnene Informationen leitete er an *Radio Freies Europa und andere Nachrichtenagenturen weiter. Im Juni 1989 kehrte er nach Ungarn zurück, um an den Begräbnisfeierlichkeiten für Imre Nagy teilzunehmen. Er kritisierte jedoch die allzu „kompromissbereite“ Haltung von unabhängigen Organisationen, die an den Feierlichkeiten teilnahmen. Vor den ersten freien Parlamentswahlen 1990 gründete er die radikale Partei „Magyar Október“, der es jedoch nicht gelang, ins Parlament einzuziehen. Krassó und seine Anhänger genossen breite Anerkennung in den Medien, die ihnen vor allem durch spektakuläre politische Aktionen zuteilwurde, so wie zum Beispiel die Rückbenennung der Budapester Straße Nádor utca, die nach dem Krieg den Namen des Kommunisten Ferenc Münnich erhalten hatte. Schon bald darauf erhielten viele Budapester Straßen ihre alten Namen zurück. György Krassó starb 1991 in Budapest.Sándor Szilágyi Aus dem Polnischen von Gero Lietz Letzte Aktualisierung: 05/15

Handbuch Deutsche Kommunisten

Korbmacher, Willy

* 23.11.1897 – ✝ 28.4.1977

Geboren am 23. November 1897 in Krefeld; Arbeiter. Mitglied der SPD, der USPD und 1920 der KPD. Korbmacher war von 1922 bis 1929 Sekretär des Zentralvorstandes der Roten Hilfe. Er gehörte zu den Rechten in der RHD-Führung und wurde aus der KPD ausgeschlossen, trat 1929 der KPO und der IHV bei. Von 1929 bis 1931 studierte er an der Hochschule für Politik in Berlin. Mit der Minderheit der KPO ging er 1931 zur SAP und arbeitete ab 1933 bis Ende 1934 für sie illegal. Anfang 1935 emigrierte er in die Tschechoslowakei, 1938 nach Schweden, dort gehörte Korbmacher der SAP und der Landesgruppe deutscher Gewerkschaften an. Er arbeitete in der Textilindustrie, war dann Archivar und später Fürsorger. Korbmacher kehrte nach 1945 nicht nach Deutschland zurück, lebte in Göteborg und wurde Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens. Willy Korbmacher starb am 28. April 1977 auf einer Urlaubsreise in der marokkanischen Hafenstadt Tanger.

Wer war wer in DDR

Korn, Roland

* 11.5.1930

Geb. in Saalfeld; Vater Klempner u. Installateur, 1940 – 44 Hauptschule; 1945 HJ; Wehrmacht (Panzerabwehr in Ruhla, Thür.), 1945 fahnenflüchtig, Versteck im Elternhaus. 1945 Lehre als Maurer u. Bauzeichner, Gesellenprüfung; 1946 SED; 1948 – 51 Studium an der FS für Bauwesen in Gotha, Bauing.; 1951 – 54 Studium an der HAB Weimar (gleichz. Abitur nachgeholt), Dipl.-Ing.; 1951 – 55 »Generalprojekt für die erste sozialist. Stadt« Stalinstadt / Eisenhüttenstadt (mit  Hans-Erich Bogatzky, unter der Ltg. von  Kurt Leucht); 1956 1. Preis beim Wettbewerb Elbe-Schwimmhalle Magdeburg, 1957 – 61 Planung u. Ausführung; 1961 beim VEB Berlin-Projekt; 1961 – 64 Kollektivltg. Staatsratsgebäude Berlin; 1964 Schinkelmed.; 1964 vorgesehen für das Stadtplanungsbüro in Bagdad (Irak), auf SED-Beschluss aber 1965 / 66 Projektierung Alexanderplatz mit H.-E. Bogatzky u. Heinz Scharlipp; 1965 »Hotel Stadt Berlin«, 1968 – 71 »Haus des Reisens« (mit Johannes Briske u. Roland Steiger); 1969 NP; 1969 – 73 Zweitstudium an der HAB Weimar; 1970 unter der Ltg. von Prof. Pellegrin Mitarbeit an einem Wohnungsbauprogr. für Obdachlose in Chile (mit H. Gelbrich; auf Wunsch von Salvador Allende); Rückkehr nach Berlin; 1973 – 89 Chefarchitekt von Berlin; Projektierung des Palasts der Republik (mit  Wolf-Rüdiger Eisentraut,  Heinz Graffunder,  Manfred Prasser u. Karl-Ernst Swora); 1980 Goethe-Preis; 1989 Planung der Rekonstruktion der Rykestraße in Berlin-Prenzlauer Berg (nicht ausgeführt). Nach 1990 Architekt in der Berliner Senatsverw. für Bauen u. Wohnen, 1992 Kündigung auf eigenen Wunsch; 1992 Architekt für Inter-Hotel bis zur Privatisierung; 1992 – 2000 freier Architekt, versch. Einfamilienhäuser u. Büroprojekte; seit 2000 im Ruhestand; lebt in Dannenreich (Brandenburg).Haus des Reisens in Berlin. In: Dt. Architektur (DA) (1970) 5; Wohnkomplex Greifswalder Straße in Berlin. In: Architektur der DDR (AdDDR) (1977) 5; Gaststättenbauten, Planung, Projektierung, Ausführung. Berlin 1984 (mit Jürgen Wenzel); Bauten unserer Tage. Berlin-Information 1985; Das Bild unserer Hauptstadt verändert sich. In: AdDDR (1986) 4; Berlin plant u. baut für die Zukunft. In: AdDDR (1987) 10. Architektenporträt R. K. In: DA (1971) 12; Krenz, G.: Architekten unserer Zeit: R.K. In: (AdDDR) (1983) 10; Barth, H., Topfstedt, T. u. a.: Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Erkner 2000; Wagner, V.: Regierungsbauten in Berlin. Berlin 2001; Hohlfelder, M.: Der Palast der Republik. Berlin 2008.Volker Wagner

Handbuch Deutsche Kommunisten

Körner, Olga

* 3.6.1887 – ✝ 22.12.1969

Geboren am 3. Juni 1887 in Rübenau/Krs. Marienberg (Erzgebirge) als Olga Schubert. Die Tochter einer Arbeiterfamilie verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Dienstmädchen, Packerin und Heimarbeiterin, später Ausbildung als Näherin und Köchin, von 1920 bis 1930 Küchenhilfe in der Volksküche Dresden. Sie trat 1911 in die SPD ein, 1917 ging sie zur USPD und Ende 1920 zur KPD. Von 1929 bis 1933 gehörte sie der BL Ostsachsen an und war nach Bildung des einheitlichen Bezirks Sachsen von 1930 bis 1933 Frauensekretärin der BL. Im September 1930 wurde sie im Wahlkreis Dresden-Bautzen in den Reichstag gewählt, dem sie bis März 1933 angehörte. Seit Juni 1930 auch Abgeordnete des Sächsischen Landtages. Olga Körner flüchtete Ende April 1933 in die Tschechoslowakei, kehrte im Juli nach Deutschland zurück und arbeitete illegal in Dresden-Radeberg. Am 23.August 1933 wurde sie in Chemnitz verhaftet und im März 1934 vom OLG Dresden zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie in Waldheim verbüßte. Nach Freilassung im September 1935 Hausfrau, stand bis zu ihrer erneuten Festnahme im November 1939 unter Polizeiaufsicht. Bis zur Befreiung im Mai 1945 im KZ Ravensbrück gefangengehalten, sie kehrte nach Sachsen zurück und wurde Sekretärin der KPD Dresden bzw. der BL Sachsen. Von 1946 bis 1952 Mitglied des Sekretariats, u. a. für Arbeit und Soziales verantwortlich. Olga Körner gehörte von 1946 bis 1950 dem PV der SED an und bis 1952 auch dem Sächsischen Landtag. Sie erhielt 1953 den Karl-Marx-Orden. Olga Körner starb am 22.Dezember 1969.

Wer war wer in DDR

Körzendörfer, Marinka

* 23.12.1953

Geb. in Berlin; 1973 – 77 Studium der Journalistik an der KMU Leipzig; danach Journalistin u. Dokumentaristin bei versch. Ztgn. u. Verlagen; 1983 lesb. Coming-out, Kontakt zu den Gründerinnen der ersten Lesben-Gruppe in der DDR; 1984 Arbeitskrs. Homosexuelle Selbsthilfe – Lesben in der Kirche (»Gethsemane-Lesben«); seitdem aktiv in der Homosexuellenbew., Beteiligung an DDR-weiten Lesbentreffen; 1989 Mitinitiatorin der Tagung Lesben im Umfeld der Kirche; Mitbegr. des Unabhängigen Frauenverb. (UFV). 1990 – 95 Medienverantwortl. des UFV; danach Umschulung, Beschäftigungsmaßnahmen, arbeitslos; 1998/99 Mitarb. der Forschungsstelle der Magnus-Hirschfeld-Ges.; erneut Umschulung, arbeitslos. Mitwirkende an zahlreichen Dokumentationen über die DDR-Lesbenbewegung, u. a. »Viel zu viel verschwiegen« (Film und Buch, 1996), »Warum wir so gefährlich waren« (Film, 2006).Christoph Links

Handbuch Deutsche Kommunisten

Koska, Willi

* 9.1.1902 – ✝ 4.5.1943

Geboren am 9. Januar 1902 in Berlin, Sohn eines Schlossers; lernte Dreher. 1918 Mitglied der Gewerkschaft, 1917 schloß er sich der sozialistischen Jugendbewegung an und stieß 1921 zur KPD. In der Partei übernahm er verschiedene ehrenamtliche Funktionen wie Straßengruppen- und Betriebszellenleiter. 1928 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg, auf dem XII. Weddinger Parteitag im Juni 1929 wurde Koska als Betriebsarbeiter zum Kandidaten in das ZK gewählt, er übernahm im August 1929 die politische Leitung der Roten Hilfe im Bezirk Berlin-Brandenburg und wurde hauptamtlicher Sekretär. Ende 1931 Nachfolger Joseph Millers als Polleiter der Reichsorganisation der RHD. 1932 berief der Weltkongreß der IRH Koska in das Exekutivkomitee. Seit 1929 Berliner Bezirksverordneter, wurde er im Juli 1932 im Wahlkreis Westfalen-Süd in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Er stand bis Mitte 1933 der illegalen Reichsleitung der RHD vor, und koordinierte zeitweise vom Ausland her die Arbeit der Roten Hilfe. Am 20. Juli 1933 in Berlin verhaftet, kam er zunächst in die Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße. Als Koska zu fliehen versuchte, wurde er angeschossen und in das Staatskrankenhaus gebracht. Bei der Überführung zur Gestapo konnte er am 9. August 1933 flüchten, hielt sich zwei Wochen illegal in Berlin auf und emigrierte nach Rücksprache mit Walter Ulbricht zunächst über die Schweiz nach Frankreich. In Paris war er Mitarbeiter im Internationalen Befreiungskomitee für die Angeklagten im Reichstagsbrandprozeß, Anfang 1934 Leiter der Auslandsvertretung der RHD und Mitglied des Europäischen Büros der MOPR. Im Oktober 1934 wurde Koska aus dieser Funktion abberufen, da ihn Hans Kippenberger schwer belastete, die IKK leitete ein Untersuchungsverfahren ein, das aber nach seiner Ankunft im Juni 1935 in Moskau niedergeschlagen wurde. Koska lebte und arbeitete in der Sowjetunion unter dem Parteinamen Rudolf Rischauk. Im März 1937 erhielt er eine schwere Rüge von der IKK wegen »Nachlassens der Parteiwachsamkeit«. Er war nämlich mit Hans Stauer (Konon Berman-Jurin) befreundet, der 1936 im ersten Moskauer Schauprozeß zum Tode verurteilt worden war. Von Februar 1940 bis Juli 1941 Arbeit als Dreher in Moskau. Am 5. Juli 1941 wurde Willi Koska vom NKWD verhaftet. Seine Lebensgefährtin Gertrud Pfister erhielt erst Jahre später lediglich die Mitteilung, daß Willi Koska am 4. Mai 1943 verstorben sei. Gertrud Pfister (* 10. 9. 1908) aus Berlin, Kontoristin, trat 1924 in die KJD, 1927 in die KPD ein. Von 1927 bis 1929 Sekretärin in der Reichsleitung des RFB, ab 1929 Mitarbeiterin im ZK der RHD. Ab August 1935 in Moskau, arbeitete bis Oktober 1936 bei der Komintern. Von Ende 1936 bis Juli 1941 im deutschen Sektor beim Radiokomitee in Moskau Sekretärin. Sie erhielt 1937 eine Rüge durch die IKK wegen »mangelnder Wachsamkeit«. Im August 1941 entlassen, mit ihrem vierjährigen Sohn Willi zunächst nach Swerdlowsk, dann nach Kamischlow evakuiert und von Juli 1947 bis März 1955 in einer Filzstiefelfabrik beschäftigt. Nach der Befreiung 1945 bat die Mutter Willi Koskas, Minna Koska, geborene Görsch (* 3. 4. 1873 – † 21. 2. 1947), sofort um Auskunft über das Schicksal ihres Sohnes. Die KPD-Straßengruppe fünf im Verwaltungsbezirk Berlin-Tiergarten richtete deshalb am 13. September 1945 einen Brief an das ZK, in dem sie um Nachforschungen bat: »Der Gen. Willi Koska geb. am 9.1. 02 in Berlin war MdR und zuletzt Generalsekretär der RHD. Er wurde im Sommer 1933 bei seiner Festnahme durch die Gestapo verwundet. Aus dem Staatskrankenhaus konnte er mit Hilfe einer Genossin fliehen und emigrierte nach Frankreich. Von dort kam er später nach Rußland und hat zum letzten mal am 30. 3. 1937 aus Moskau Nachricht gegeben. Seine Mutter ist 72 Jahre alt und lebt in sehr bescheidenen Verhältnissen in Bln. NW 87 Siemensstr. 7 Stfl IV. ... Sie sorgt sich sehr um ihren einzigen Sohn und möchte gerne Gewißheit über sein Schicksal haben. Der Vater des Gen. Koska ist im Nov. 1935 gestorben. Um recht baldige Nachricht bitten die Genossen der KPD.« Gertrud Pfister bemühte sich um rasche Rückkehr nach Deutschland, durfte aber erst im April 1955 mit ihrem inzwischen 17jährigen Sohn in die DDR ausreisen. Arbeit als Referentin beim Staatlichen Rundfunkkomitee, 1978 erhielt sie die Ehrenspange zum VVO in Gold. Gertrud Pfister starb am 21. Juni 1979 in Ost-Berlin. Ermutigt durch Glasnost und Perestroika in der Sowjetunion wandte sich der Sohn Koskas, Willi Rischauk, dann im Mai 1988 an Staats- und Parteichef Honecker mit der Bitte um vollständige Rehabilitierung seines Vaters. Zwei Beauftragte der Kaderabteilung des ZK der SED informierten Willi Rischauk, daß seiner Mutter schon 1957 die Wiederherstellung der Parteimitgliedschaft des Vaters mündlich mitgeteilt worden sei. Erst auf Nachfrage erfuhr er, daß sein Vater in der Sowjetunion umgebracht wurde. Die Vertreter der SED-Kaderabteilung verlangten von ihm aber »Verständnis, daß keine schriftliche Mitteilung darüber durch den Genossen E. Honecker erfolgen kann«.

dissidenten.eu

Kőszeg, Ferenc

* 1939

Einer der Gründer der Samisdat-Zeitschrift *„Beszélő“, Politiker, Mitgründer des Netzes Freier Initiativen und des *Bundes Freier Demokraten, Vorsitzender des Helsinki-Komitees für Menschenrechte in Budapest.Ferenc Kőszeg wurde 1939 in Budapest geboren. Er entstammt einer Ärztefamilie. Noch vor der *Ungarischen Revolution von 1956 beteiligte er sich als Gymnasiast an Diskussionen des *Petőfi-Kreises (Petőfi Kör). An den unmittelbaren Kämpfen während des Volksaufstandes konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Nach der sowjetischen Invasion am 4. November 1956 engagierte er sich jedoch beim Druck und dem Verteilen von Flugblättern. Am 21. Oktober 1957 wurde er festgenommen, die Ermittlungen wurden jedoch nach sieben Wochen eingestellt. Kőszeg erhielt eine Verwarnung von der Staatsanwaltschaft und wurde wieder freigelassen.Von 1957 bis 1962 studierte er ungarische und klassische Philologie an der Loránd-Eötvös-Universität Budapest. In den Jahren 1963–75 war er im Verlag „Szépirodalmi Kiadó“, von 1975 bis 1980 im Europa-Verlag als Redakteur tätig. 1970 lernte er dank seiner literarischen Kontakte, vermittelt über András Lakatos und János Kenedi, György Bence und die anderen Schüler des Philosophen Georg Lukács kennen, welche spätere führende Vertreter der demokratischen Opposition werden sollten. Kőszeg, der sich selbst nie als Marxist betrachtete, sympathisierte aber mit den marxistischen Reformern. 1970 nahm er an Seminaren teil, die in György Bences Haus stattfanden, ab 1972 veranstaltete er dann in seiner eigenen Wohnung Seminare zur Ästhetik. 1978 unterzeichnete er eine Petition gegen die Verhaftung von Unterstützern der *Charta 77. Wegen der Teilnahme an einer Unterschriftensammlung verlor er seine Arbeit im Europa-Verlag. Seine aktive Oppositionstätigkeit begann 1980. Er engagierte sich für den *Armenhilfefonds (Szegényeket Támogató Alap; SZETA). Ab 1981 war er an den Redaktionsarbeiten für die von ihm mitgegründete Untergrundzeitschrift *„Beszélő“ (Sprecher) beteiligt. Er verfasste auch selbst viele Beiträge, in denen er vor allem Menschenrechtsfragen thematisierte. 1982 gab er die Samisdat-Anthologie „Fekete“ (Schwarz) heraus. In den Jahren 1982 bis 1984 arbeitete er als Verkäufer in einer Buchhandlung, ab 1986 verdiente er seinen Lebensunterhalt mit der Erteilung von Deutschunterricht. Zur Parlamentswahl 1985 traten dank Kőszegs Initiative auch Vertreter der Opposition an (László Rajk, Gáspár Miklós Tamás, Ferenc Langmár, Tamás Bauer). Dies war möglich, da für diese Wahl erstmals auch Kandidaten von einer sogenannten Bevölkerungsliste aufgestellt werden durften. Von Herbst 1985 bis Sommer 1986 weilte er zu einem Forschungsaufenthalt an der New School for Social Research in New York. An den Universitäten Columbia und Berkeley hielt er Vorlesungen zu den politischen Reformen in Osteuropa und zu den ungarischen Parlamentswahlen. Gemeinsam mit Sándor Szilágyi, der sich damals ebenfalls in den USA aufhielt, gründete er das *Samisdat-Archiv. Zusammen wendeten sie sich mit Vorträgen zur ungarischen Opposition an die ungarischen Emigranten in den USA. 1986 sammelte Kőszeg in Warschau Unterschriften polnischer, ungarischer, tschechischer, slowakischer und ostdeutscher Bürgerrechtler für eine Erklärung zum 30. Jahrestag der *Ungarischen Revolution von 1956. Nach der Rückkehr aus Warschau zogen die Behörden seinen Pass ein. Kőszeg bat daraufhin im *„Beszélő“ alle diejenigen um Kontaktaufnahme, denen ebenfalls die Pässe abgenommen worden waren. Als Ergebnis veröffentlichte er 1987 ebenfalls in *„Beszélő“ eine Studie, in der er zeigte, wie die Herrschenden die Reisefreiheit beschränkten und die Menschen daran hinderten, das Land zu verlassen. Im Juli 1988 trat er dann aus Protest gegen die Beschränkung der Reisefreiheit gemeinsam mit acht anderen Bürgerrechtlern in einen einwöchigen Hungerstreik, der damit endete, dass den Teilnehmern Pässe ausgestellt wurden. 1989, ein Jahr später, wurden dann per Gesetz die bestehenden Beschränkungen aufgehoben. Im Januar 1988 organisierte Kőszeg eine Postwurfaktion, in der die Ungarn auf Flugblättern aufgerufen wurden, aus den offiziellen Gewerkschaftsverbänden auszutreten. Er gründete eine unabhängige Rechtshilfeorganisation, deren Aufgabe zum einen darin bestand, die Verletzung von Bürgerrechten durch den Staat zu dokumentieren, zum anderen sollte sie von solchen Bürgerrechtsverstößen betroffenen Personen helfen. Auch an der Entstehung des Netzes Freier Initiativen war Kőszeg beteiligt. Dieses Netzwerk zur Koordinierung oppositioneller Aktivitäten entstand im Mai 1988, aber bereits im August desselben Jahres kam Kőszeg zu dem Schluss, das Netzwerk müsse in eine selbstständige politische Organisation umgestaltet werden. Gemeinsam mit Bálint Magyar und Miklós Szabó ergriff er die Initiative zu einer Vollversammlung der Mitglieder des Netzwerkes, in deren Ergebnis am 13. November 1988 die Partei *Bund Freier Demokraten (Szabad Demokraták Szövetsége; SZDSZ) gegründet wurde. 1988 war Kőszeg Mitglied des Landesrates, bis Dezember 1990 dann Sprecher der Partei. Er war auch einer der Gründer des Helsinki-Komitees für Menschenrechte, das am 19. Mai 1989 in Ungarn seine Tätigkeit aufnahm. Zwei Legislaturperioden lang, von 1990 bis 1998, war er Abgeordneter für den *Bund Freier Demokraten (Szabad Demokraták Szövetsége; SZDSZ) im ungarischen Parlament, war Fraktionssprecher, saß im Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit und bekleidete von 1996 bis zum Ende der Legislatur die Funktion des Stellvertretenden Parlamentspräsidenten. Als Parlamentsmitglied war Kőszeg an der Erarbeitung von Gesetzen beteiligt, die unter anderem die Kompetenzen des Ombudsmanns für Menschenrechte und der Polizei sowie die Kontrolle hoher staatlicher Funktionsträger betrafen. Zu seinen Arbeitsbereichen gehörten auch die Einsetzung eines Amts für Geschichte (das die Ressourcen des Innenministeriums erforschen sollte), die nationale Sicherheit sowie ein neues Asylgesetz. 1998 zog er sich aus der Politik zurück, war fortan publizistisch tätig und bis 2006 Vorsitzender des Ungarischen Helsinki-Komitees (anschließend dessen Alterspräsident). Bis heute engagiert er sich in Minderheiten- und Flüchtlingsfragen.Sándor Szilágyi Aus dem Polnischen von Gero Lietz Letzte Aktualisierung: 06/15

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kötter, Wilhelm

* 29.3.1902 – ✝ 3.11.1957

Geboren am 29. März 1902 in Senne bei Bielefeld; lernte Kaufmann und arbeitete als kaufmännischer Angestellter in verschiedenen Firmen. 1920 Eintritt in die KPD, aktiver Funktionär in Bielefeld, 1923 dort UB-Leiter und hauptamtlicher Sekretär. Ende 1923 in »Schutzhaft«, entfloh er, wurde im Mai 1924 erneut verhaftet und zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Anschließend von der KPD als Wanderredner eingesetzt. 1925 leitete er wieder den UB Bielefeld und gehörte mit diesem 1925 zur ultralinken Opposition. Als Vertreter der Ultralinken wählte ihn der X. Parteitag 1925 in die Kommunalkommission. Um die Ultralinken zu schwächen und Kötter zu isolieren, wurde er Anfang 1926 als Mitarbeiter des ZK nach Berlin versetzt, doch hier bald einer der Führer der Weddinger Opposition. Auf dem XI. Essener Parteitag 1927 sprach er für diese Oppositionsgruppe. Nach der Spaltung der Weddinger Opposition gehörte er zur gemäßigten Richtung, die nach ihm Kötter-Gruppe genannt wurde. Im August 1927 nach Bielefeld zurückgekehrt und wieder Polleiter des oppositionellen UB. Am 19. Juni 1930 legte er sein Stadtverordnetenmandat nieder, wurde am 24.Juni 1930 wegen »groben Disziplinbruchs und Parteischädigung« mit 24 gegen 22 Stimmen aus der KPD ausgeschlossen. Dazu vermerkte die KPD-Zeitung: »Parteifeind über Bord«. Kötter hatte schon vorher einen Zigarrenladen eröffnet, den er in der Folgezeit in Bielefeld betrieb. Politisch trat er nicht mehr hervor. Trotzdem am 4.März 1933 sofort verhaftet und bis 1934 in »Schutzhaft«, später noch einige Male inhaftiert. Nach 1945 führte Kötter wieder seinen Zigarrenladen in Bielefeld. Politisch war er nicht mehr organisiert, hatte aber seinen kommunistisch-oppositionellen Standpunkt beibehalten. Wilhelm Kötter starb am 3. November 1957 in Bielefeld.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kowalski (Dobler), Werner

* 28.12.1901 – ✝ 1.7.1943

(* 1901 – † 1943) Geboren am 28. Dezember 1901 in Lüdenscheid; Buchbinderlehre, später auch Metallarbeiter in einem Aluminiumwerk. 1919 gehörte er in Lüdenscheid zu den Mitbegründern der FSJ und trat der USPD bei. Im März 1920 nahm er an den Kämpfen während des Kapp-Putsches teil und wurde Ende 1920 Mitglied der KPD. 1923 UB-Leiter für die Jugendarbeit und für den OD in Lüdenscheid zuständig. Von Oktober 1923 bis April 1924 in Untersuchungshaft, wurde er wegen seiner Mitgliedschaft in der Proletarischen Hundertschaft des »Landfriedensbruchs« angeklagt, aber freigesprochen. Kowalski leitete in Lüdenscheid den Erwerbslosenausschuß, war dort von November 1929 bis Juli 1931 Stadtverordneter. 1930 Orgleiter des UB, absolvierte er von Juni bis Oktober 1931 einen Lehrgang an der M-Schule der Komintern in Moskau. Das ZK setzte ihn 1932 als Instrukteur in Offenbach, Mainz und im UB Friedberg ein. Als UB-Sekretär in Worms tat er sich, wie er selbst später schrieb, im Kampf gegen die KPO hervor. Ende 1932 ging Kowalski nach Südbayern, im Januar 1933 RGO-Instrukteur in Augsburg. Ab Februar 1933 illegaler UB-Leiter im Bezirk Niederrhein, wurde dort am 23. April 1933 verhaftet und in das KZ eingeliefert. Ostern 1934 entlassen, setzte er die illegale Arbeit für die KPD fort, ab Januar 1935 Polleiter des KPD-UB Lüdenscheid. Kowalski mußte aber bereits Anfang Mai 1935 aus Deutschland fliehen. Über die Niederlande, Belgien und die Tschechoslowakei traf er am 22.Juli 1935 in Moskau ein. Dort war er zunächst unter seinem Pseudonym Franz Bromejn, später unter Erich Klose an der Internationalen Leninschule und gehörte zur deutschen Delegation zum VII. Weltkongreß der Komintern. Im Oktober 1935 nahm er unter seinem Pseudonym Erich Dobler an der »Brüsseler Konferenz« teil. Kowalski-Dobler hielt auf der Parteikonferenz eine kritische Rede, in der er die Revision des bisherigen Kurses der KPD forderte und für eine Einheitsfront mit der Sozialdemokratie als Kern einer Volksfront mit allen Nazigegnern eintrat. Am Ende der Konferenz wurde Erich Dobler zum Kandidaten des ZK gewählt, ab 1936 war er bei der KPD-AL West in Amsterdam tätig. Anschließend kam Kowalski als Instrukteur der Roten Hilfe nach Brüssel, wohin auch seine Frau und seine Tochter emigrierten. Er verhandelte mit anderen deutschen Emigranten (Vertreter der bürgerlichen, katholischen und sozialdemokratischen Jugend) und war im Juli 1937 an der Gründungskonferenz der »Deutschen Jugendfront« beteiligt. Den Führungsgremien der Komintern und der KPD in Moskau mißfielen diese Aktivitäten, zumal Kowalski Kritik am Personenkult um Stalin äußerte und Sympathien für den aus der KPD ausgeschlossenen Willi Münzenberg zeigte. Auf der »Berner Konferenz« im Januar 1939 wurde Doblers Parteiausschluß offiziell bekanntgegeben, der aber bereits im Mai 1938 wegen »fraktioneller Treibereien und unkommunistischen Verhaltens« erfolgt war. Am 10. Mai 1940 verhaftete ihn die belgische Polizei und schob ihn nach Frankreich ab, wo er in den Lagern St. Cyprien, Gurs und Annecy interniert wurde. Nachdem deutsche Truppen im Dezember 1942 in den unbesetzten Teil Frankreichs einmarschierten, flüchtete er aus dem Internierungslager Annecy in ein Dorf nahe der Stadt Frangy. Hier wurde er von Bauern mehrere Monate lang versteckt, bis ihn der deutsche NS-Sicherheitsdienst aufspürte. Werner Kowalski (Dobler) wurde am 1. Juli 1943 von einem SD-Offizier erschossen. Dietmar Simon veröffentlichte 2004 eine Biographie über Werner Kowalski.

Wer war wer in DDR

Kraatz, Helmut

* 6.8.1902 – ✝ 13.6.1983

Geb. in Wittenberg; Vater Bäckermstr.; Gymnasium in Wittenberg; 1922 – 28 Med.-Studium in Halle, Berlin u. Heidelberg, hier 1928 Prom.; 1928/29 Assistenzarzt in Hamburg; 1929 Schiffsarzt; 1930 Assistenzarzt an der Univ.-Frauenklinik Berlin (b.  Walter Stoeckel); 1940 Habil.; 1941 Doz.; NSDAP; 1941 – 44 Einberufung zum Militärdienst als Marinearzt. 1944 – 49 Oberarzt an der Univ.-Frauenklinik Berlin; 1948 hier Prof. mit Lehrauftrag; 1949 – 51 Ordinarius für Frauenheilkunde an der MLU Halle; 1950/51 Dekan der Med. Fak.; 1952 – 70 Ordinarius für Frauenheilkunde u. Dir. der I. Univ.-Frauenklinik an der HU Berlin (Nachf. von Walter Stoeckel); 1954 – 56 hier Dekan der Med. Fak.; 1953 Mitgl. der Leopoldina; 1956 Ord. Mitgl. der DAW; 1960 NP; 1961 – 75 Sekretar bzw. Vors. der Kl. für Med.; 1962 Präs. des Rats für Planung u. Koordinierung der med. Wiss. beim Min. für Gesundheitswesen; 1966 Ltr. der Gruppe Med. beim Forschungsrat; 1970 em.; als Emeritus weiter wiss. u. gesellsch. tätig, so u. a. 1972 Chefred. des »Zentralblatts für Gynäkologie«, 1972 Mitgl. des Präs. des KB u. Vors. des Clubs der Kulturschaffenden »Johannes R. Becher« in Berlin, Mitgl. des Kolleg. beim Min. für Gesundheitswesen; wiss. Arbeiten bes. auf dem Gebiet der Urogynäkol. u. der operativen Geburtshilfe; 1972 VVO; gest. in Berlin.Zw. Klinik u. Hörsaal. Berlin 1977 (Autobiogr.).Peter Schneck

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Krahl, Toni

* 3.10.1949

Geb. in Berlin; 1968 Haftstrafe (später zur Bewährung ausgesetzt) wegen Flugblattaktion u. Protestdemonstration gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR; 1973 – 75 Musikschule Berlin-Friedrichshain (Spezialkl. Tanzmusik); College-Formation; ab Mai 1975 Sänger der Rockgr. City (gegr. 1972 von Fritz Puppel u. Klaus Selmke); erster Erfolgstitel »Am Fenster«; 1979 Filmmusik »Bis daß der Tod euch scheidet« (R:  Heiner Carow), erste LP »Am Fenster« (auch in der Bundesrep. Dtl. erschienen, Goldene Schallplatte für 250.000 verkaufte Expl.); City als erste dt.-spr. Gruppe in bundesdt. Fernsehsendung »Rockpalast«; 1979 LP »Der Tätowierte«; 1980 LP »Dreamer« (in engl.); 1981 Goldene Schallplatte in Griechenland; 1983 LP »Unter der Haut«; 1985 LP »Feuer im Eis«; 1986 »Rock für den Frieden« Berlin, Mitw. in der Allstar-Band Gitarreros (Tournee, LP »It’s Only Rock ’n’ Roll«); Mai 1987 »Casablanca« (Text von »z. B. Susan« muß wegen Bezugs auf die Intervention in der ČSSR 1968 entschärft werden, Rundfunk u. Fernsehen der DDR boykottieren mehrere Titel, Schallplattenhandel einiger Bez. storniert Bestellungen); 1988 »Goldene Amiga« für LP »Casablanca«; Midtfyns-Festival Dänemark; Initiator »Rock für Armenien« in Schwerin u. Halle-Neustadt; Benefizkonzert für den Wiederaufbau der Neuen Synagoge Berlin; ab Ende 1988 Vors. der Sekt. Rockmusik beim Komitee für Unterhaltungskunst; 18.9.1989 Mitinitiator der Resolution der Rockmusiker u. Liedermacher für Demokratisierung der DDR-Ges., 15.10.1989 »Konzert gegen Gewalt« in der Berliner Erlöserkirche (gegen die Übergriffe der Sicherheitskräfte bei den Demonstrationen am 7. u. 8.10.), 25.10.1989 Konzert »Hierbleiber für Hierbleiber« im Haus der Jungen Talente Berlin. 1990 Vors. des Verb. Musik-Szene e. V.; mit Fritz Puppel Gründung der ersten unabh. DDR-Schallplattenfirma KPM-Records (2001 aufgelöst, Nachfolgefirma K & P Music); 1993 CD »The Best of City«; »Rauchzeichen« (1997); 1998 CD »Das Platin Album«; »Am Fenster 2« (2002); »Live aus Berlin – Das Jubiläumskonzert im Tempodrom« (DVD, 2002); März 2002 Goldene Schallplatte für 250.000 CD »Best Of City«; 5./6.4.2002 Jubiläumskonzert »30 Jahre City« im Tempodrom Berlin, danach Jubiläumstour; 2003 Tournee mit  Ute Freudenberg u. den Puhdys; 2004 Sonderkonzert zum 20-jährigen Jubiläum des Berliner Friedrichstadtpalastes (mit dem Chor des Berliner Coppi-Gymnasiums); CD »Meister aller Klassen – The Best Of City« (2004); »Silberstreif am Horizont« (2004); 2007 »Goldene Henne«.Bertram, L.: Musikal. Porträt – City. Leipzig 1968; Otto, Th.: City – Am Fenster. Die Band, die Songs, die Story. Berlin 1997.Rainer Bratfisch

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Kramer, Richard

* 21.4.1895 – ✝ 28.1.1974

Geboren am 21. April 1895 zu Küdow/Krs. Neuruppin; Landwirt in Miersdorf-Wustermark. Mitglied der KPD, Funktionär der BL Berlin-Brandenburg. Im April 1932 im Wahlkreis Frankfurt/Oder in den Preußischen Landtag gewählt. Vom 28. Februar 1933 bis 31. Juli 1933 lebte Kramer illegal in Berlin, Bitterfeld und Halle. Am 1. August 1933 wurde er verhaftet und war bis Mitte April 1934 in »Schutzhaft« in Berlin-Plötzensee und in Brandenburg. Ende November erneut festgenommen, saß er bis Ende Januar 1937 in Königs Wusterhausen im Gefängnis. Von August bis November 1940 in Potsdam inhaftiert, dann nochmals im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« im August 1944 in das KZ Sachsenhausen gebracht, aus dem er im Dezember 1944 entlassen wurde. Er trat nach dem Krieg politisch nicht mehr hervor, wohnte in Westdeutschland. Richard Kramer starb am 28.Januar 1974 in Nümbrecht/Krs. Gummersbach.

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Kraszon, Paul

* 3.3.1918

Geb. in Ruda (Krs. Ratibor, Oberschles./Ruda, Polen); Vater Bergmann; Volks- u. Berufsschule; Bergmann u. Steiger in Oberschles.; Wehrmacht, Feuerwerke. 1946 Mitgl. der SED; Werkltr. des VEB Braunkohlenwerk Phännerhall in Bransbedra (Krs. Merseburg); 1952/53 Sekr. für Wirtschaft der SED-Bez.-Ltg. Chemnitz; 1953/54 Ltr. der Abt. Grundstoffindustrie im ZK der SED (Nachf. von  Eberhard Arlt); Werkltr. im VEB Steinkohlenwerk »Martin Hoop« in Zwickau; Mitgl. der SED-Stadtltg. Zwickau.Helmut Müller-Enbergs

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Korfes, Otto

* 23.11.1889 – ✝ 24.8.1964

Geb. in Wenzen (Weserbergl.); Vater Pfarrer; 1901 – 09 Gymnasium in Blankenburg, Abitur; anschl. Offizierslaufbahn, 1910 Ltn.; Teiln. am 1. Weltkrieg, 1918 Hptm. u. Bat.-Kdr., verwundet; 1919 Kriegsgeschichtl. Abt. des Grossen Gen.-Stabs (aus dem das Reichsarchiv in Potsdam entstand); 1919 – 22 Studium der Volkswirtsch., Staatswiss. u. Geschichte an der Univ. Berlin; 1923 Prom. über »Die Anwendbarkeit der Lehren der Bodenreform auf die Landw.«; 1923 Mitarb. in der Kriegsgeschichtl. Abt. des Reichsarchivs in Potsdam, beteiligt an der Hrsg. der offiziösen »Geschichte des 1. Weltkrieges«; 1930 – 37 Mitarb. an der Kriegsgeschichtl. Forschungsanstalt des Heeres; 1937 Reaktivierung als Offz., Oberst-Ltn. u. Bat.-Kdr.; Teiln. an der Besetzung des Sudetengeb., Polens; als Reg.-Kdr. am Westfeldzug u. am Überfall auf die UdSSR; 1941 Oberst; 1942 Div.-Kdr. in der 6. Armee, Gen.-Major; 31.1.1943 Gefangenschaft in Stalingrad; 1943 Gründungs- u. Vorstandsmitgl. des Bunds Dt. Offz.; Mitgl. des NKFD; Mitgl. im Geschäftsf. Aussch. u. der Fachgr. Kultur; durch ein dt. Gericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt, Familie in Sippenhaft. 1948 Antifa-Schule; Rückkehr nach Dtl.; Mitgl. des Gründungsaussch. der NDPD; 1948/49 Ltr. des Zentralarchivs Potsdam; 1949 – 52 Ltr. der HA für Archivwesen im MdI; 1950 – 52 Ltr. des Inst. für Archivwiss. Potsdam; 1952 – 56 Gen.-Major der KVP; Ltr. der Hist. Abt. im Stab der KVP; 1956 Ruhestand; 1958 Vors. der Arbeitsgemeinschaft ehem. Offz.; Mitgl. der Kommission für Landesgeschichte bei der Sächs. AdW; Mitgl. des Wiss. Beirats beim Museum für Dt. Geschichte; für die NDPD Mitgl. im NR der NF u. des Bez.-Tags Potsdam; gest. in Potsdam. O. K. zählte zu den Begründern der Militärgeschichtsschreibung in der DDR; Publ. über das NKFD, den 2. Weltkrieg u. Carl von Clausewitz.Wegner-Korfes, S.: Zur Biographie O. K. In: Ztschr. f. Geschichtswiss. (1982) 1; Wegner-Korfes, S.: O. K. In: Wegbereiter der DDR-Geschichtswiss. Berlin 1989; Wegner-Korfes, S.: Weimar – Stalingrad – Berlin. Berlin 1994.Ilko-Sascha Kowalczuk

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Korn, Vilmos

* 3.4.1899 – ✝ 6.11.1970

Geb. in Groß-Kikinda (nördl. Banat, Österreich-Ungarn, heute: Kikinda, Serbien); Vater kaisertreuer dt. Beamter, Publizist, Mutter Köchin; Volksschule; 1914 Kriegsfreiwilliger (vom Vater gezwungen), 1916/17 Leutnant/ Reserve-Offizier; 1918 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrates; 1919 – 24 kfm. Angestellter einer Angestelltengewerkschaft in Görlitz, Osnabrück u. Duisburg; Artikel für Betriebs- u. Gewerkschaftsztg.; arbeitslos; nannte sich ab 1920 Vilmos Korn; 1928 – 30 NSDAP, verließ die Partei als Mitgl. der Gr. um Otto Strasser, wurde aber von dort wg. »marx. Tendenzen« entfernt; Okt. 1930 Übertrittserklärung zur roten Klassenfront (veröffentl. in »Die Rote Fahne«), Mitbegr. der Ztschr. »Aufbruch«; 1931 erste literar. Arbeit (»Hinter Hitlers Trommeln«); journ. Arbeit f. »Die Rote Fahne«; Redner auf Streikversamml. u. Demonstrationen; Abendschule bei  Hermann Duncker; 1931 KPD; ab Jan. 1933 Mitgl. der Reichsltg. des Kampfbundes gegen den Fasch.; Juli 1933 – Apr. 1936 in der Illeg. in Berlin, im Erzgeb. u. im Allgäu tätig; lernt 1935 in Dresden die Bibliothekarin Ilse Truöl (1907 – 1975) kennen, die ihn in der Illeg. unterstützt; 1943 Heirat (1938 Geburt der Tochter Nina); 1942 mit Hilfe eines Kriegskameraden legal als Luftwaffenoffz. in die Wehrmacht integriert; nach Denunziation Dez. 1943 Verhaftung, Juni 1944 wg. »Vorbereitung zum Hoch- u. Kriegsverrat« zum Tode verurteilt (Mitgefangener Werner Krauss), bis 1945 Haft im Reichskriegsgericht Torgau, anschl. im amerikan. Internierungslager in Schwarzenborn (Hessen). Juni 1945 Rückkehr nach Dresden; 1946 Mitbegr. des KB in Sachsen; 1945 – Nov. 1949 Ltr. der Abt. Belletristik im Min. f. Volksbildung Sachsens; Arbeit als Lektor; 1946 literar. Veröff.: Schauspiel »Das Segel des Colon«; 1947 UA des Einakters »Münzers Tod«; Mitarb. an Konzept u. Drehbuch zum Dok.-Film »Dresdens Zerstörung«; 1947 SED; Juni 1948 im SED-Auftrag Gründungsmitglied der NDPD in Sachsen; 1948 – 58 NDPD-Landesvors. in Sachsen, Abg. der Volkskammer u. Mitgl. des Hauptaussch. der NDPD; 1949 – 51 Referent bzw. Ltr. der Abt. Begutachtung u. Beratung im kulturellen Beirat beim Min. für Volksbildung (Vorläufer des Amts für Llit. u. Verlagswesen); 1950 Umzug nach Berlin; Hrsg. von Anthologien neuer Autoren, ab 1951 freiberufl. Schriftsteller, u. a. Kinderbücher »Das Milchbächlein (1953), »Das Nikolastürmchen« (1956); Mitgl. im DSV; sein Roman »Wenn die Gestirne wechseln«, Geschichte einer Familie u. ihre unterschiedl. Wege im geteilten Deutschland, sollte 1957 im Verl. der Nation erscheinen; zahlr. Reden u. Artikeln in der »Nationalztg.« über Schönfärberei u. mangelnde Volksnähe der Regierenden führten 1958 zum Ausschluß aus der NDPD wg. angebl. »fortgesetzter u. direkter Begünstigung feindl. Hetze«; Verbot u. Beschlagnahme des Romanmanuskripts, Schreib- u. Redeverbot (Vorwurf: »Pogromhetze gegen den Kommunismus«); seine Frau Ilse K. erstritt beim Verlag seine Mitautorenschaft am Kinderbuch »Mohr u. die Raben von London« (1962, verfilmt 1968) über Karl Marx im engl. Exil sowie am Märchen »Meister Hans Röckle u. Mister Flammfuß« (1968, auch als Oper u. als Film 1974); 1962 Rehabilitierung durch Beschluß der ZPKK der SED, Anerkennung der KPD-Mitgliedschaft seit 1931; 1964 zus. mit Ilse K. Fontane-Preis; 1965 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1970 Johannes-R.-Becher-Medaille; gest. in Kleinmachnow.Offen steht das Tor des Lebens. Halle 1951 (Hrsg.); Dein Herz gehört der ganzen Welt. Gedichtsammlung, Berlin 1967. Barck, S., Langermann, M., Lokatis, S.: »Jedes Buch ein Abenteuer«. Berlin 1997; Coppi, H., Römer, S. (Hrsg.): Aufbruch. Koblenz 2001.Ingrid Kirschey-Feix / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Korotkow, Alexander Michailowitsch

* 22.11.1909 – ✝ 27.6.1961

Geb. in Moskau; Chef der Auslandsaufklärung in der SBZ, Chef der KGB-Vertretung in der DDR 1941 stellv. Resident des NKWD in Berlin, Oberst; 1945/46 Chef der sowj. Auslandsaufklärung in der SBZ; stellv. Pol. Berater des Obersten Chefs der SMAD; Ltr. der Abt. Agenten beim Auslandsnachrichtendienst Komitee für Information beim Min.-Rat der UdSSR bzw. des MGB; 1957 – 61 Chef der KGB-Vertr. in der DDR, Gen.-Major; gest. in Moskau.Bailey, G.; Kondraschow; S. A., Murphy, D. E.: Die unsichtbare Front. Berlin 1997.Jan Foitzik

Handbuch Deutsche Kommunisten

Koschnick, Johannes

* 19.9.1902 – ✝ 21.9.1944

Geboren am 19. September 1902 in Kiel, Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Dreher auf der Germania-Werft in Kiel. 1919 Mitglied des Jungspartakusbundes, 1920 der KPD. Koschnick war von 1923 bis 1925 Sekretär des KJVD für Nordwestdeutschland. Von 1925 bis Anfang 1931 wirkte er zunächst als Gewerkschaftsredakteur der Bremer »Arbeiterzeitung« und als Sekretär für Gewerkschaften der KPD-BL Nordwest, später RGO-Leiter von Bremen. Da er nach Ansicht der Zentrale auf versöhnlerischen Positionen verharrte und zum Kreis der engen Mitstreiter um Polleiter Paul Taube gehörte, wurde er im März 1931 aus Bremen abgezogen und nach Hamburg versetzt. Als Sekretär der Reichsleitung des Einheitsverbandes der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer der RGO wirkte er bis 1933 in Hamburg. Koschnick bat das ZK im März 1932, die BL Nordwest zu veranlassen, die Bezahlung seiner Gerichtskosten zu übernehmen. Er war 1930 nämlich für ein Flugblatt der KPD-Betriebszelle der Bremer Jutespinnerei verantwortlich gemacht worden, aber die neue BL unter Robert Stamm weigerte sich zunächst, für die Gerichtskosten aufzukommen. Im Februar 1933 ging Koschnick in die Illegalität und organisierte noch am 1. Mai 1933 eine Kundgebung an der Bezirksgrenze zwischen Hamburg und Altona. Er wurde verhaftet und wegen »Landfriedensbruchs« zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, anschließend für die gleiche Aktion durch das Hanseatische OLG zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im KZ Fuhlsbüttel verbüßte. Nach der Entlassung kam er bis Januar 1939 in »Schutzhaft« in das KZ Sachsenhausen. Von 1939 bis 1943 arbeitete er als Dreher in Bremen-Kattenturm. Obwohl nur »bedingt wehrwürdig«, wurde Johannes Koschnick 1943 zur Wehrmacht eingezogen und ist am 21.September 1944 in Finnland gefallen. Sein Sohn Hans (* 2. 4. 1929) wurde später als Bremer Bürgermeister und führender SPD-Politiker sehr bekannt. David Frechenhäuser veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Johannes Koschnick.

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Kossakowski, Adolf

* 11.5.1928

Geb. in Lindenau (Krs. Osterode, Ostpr. / Lipówka, Polen), Vater Bauer; Grundschule in Lindenau; 1942 – 44 Schüler an der Lehrerbildungsanstalt Patschkau; 1944 / 45 Arbeitsdienst. 1945 / 46 Landarbeiter in Heiligenhagen (b. Rostock), 1946 / 47 Neulehrer in Warnow (Krs. Güstrow); 1947 – 49 Pädagogikstudium an der Univ. Rostock; 1949 – 51 Lehrer an der OS Bad Doberan; 1950 SED; 1951 / 52 Oberreferent im Min. für Volksbildung des Landes Mecklenb.; 1952 / 53 Studium an der DASR Potsdam-Babelsberg; ab 1953 Studium der Psychol. an der KMU Leipzig, dort 1956 Dipl.; 1957 – 64 Aspirantur, 1960 Prom. »Über gestörte Funktionen bei Lese-Rechtschreib-Schwäche«, 1964 Habil. mit der Arbeit »Bedingungen für den Entwicklungswandel in der Pubertät«; 1964 Doz. für Psychol., 1966 Prof. mit Lehrauftrag u. Dir. des Psycholog. Inst., 1968 ord. Prof. für Psychol. (Persönlichkeitspsychol.) an der KMU; ab 1970 Aufbau u. bis 1990 Prof. u. Dir. des neugegr. Inst. für Pädagog. Psychol. an der APW in Berlin; 1975 – 89 Vors. der Gesell. für Psychol., 1989 Abwahl; nach Abwickl. der APW 1990 Ruhestand; lebt in Berlin. K. hat wesentl. zur Entw. u. Etablierung der pädagog. Psychol. in der DDR im Spannungsfeld von fachl. Ausrichtung (Basis: Entwicklungs- u. Persönlichkeitspsychol.) u. polit. Legitimationsdruck beigetragen.Wie überwinden wir die Schwierigkeiten beim Lesen- u. Schreibenlernen, insb. bei Lese-Rechtschreib-Schwäche?. Berlin 1961; Zur Psychol. des Jugendalters. Berlin 1962 (mit W. Friedrich); Über die psychischen Veränderungen in der Pubertät: Bedingungsanalyse. Berlin 1965; Handlungspsycholog. Aspekte der Persönlichkeitsentw. Berlin 1980; Psychische Entw. der Persönlichkeit im Kindes- u. Jugendalter. Berlin 1987 (Hrsg.); Die Pädagog. Psychol. der DDR im Spannungsfeld zwischen kindorientierter Forschung u. bildungspolit. Forderungen. In: Cloer, E. / Wernstedt, R. (Hrsg.): Pädagogik in der DDR. Weinheim 1994. Busse, S.: Psychologie in der DDR. Weinheim 2004.Dieter Hoffmann / Ulrich Jahnke

Wer war wer in DDR

Koszycki, Gerhard

* 29.6.1928

Geb. in Frauensee (Krs. Bad Salzungen); Vater Bergmann; Volksschule; 1944 forstw. Lehre; 1944 / 45 RAD; 1945 amerikan. Kriegsgef. 1945 / 46 Waldarb.; 1946 – 49 Bergmann; 1948 SED; 1949 Praktikant im Bergbau; 1949 / 50 Student an der ABF Freiberg; 1950 – 52 Hauer u. Steiger im Kaliwerk Heiligenroda; 1952 Abschluß der Ausbildung zum Meister der Volkseigenen Industrie; 1953 Lehrgang an der Zentralschule der SED in Ballenstedt; 1954 / 55 Instrukteur der SED-BL Suhl; 1955 – 61 Sekr. der SED-BPO im VEB Kali-Kombinat »Werra« in Merkers; 1958 – 61 Mitgl. der SED-BL Suhl u. ihres Büros; 1961 – 64 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1964 Sekr. der SED-BPO in Aderstedt; 1964 – 68 Sekr. der SED-BPO im VEB Kaliwerk »Thomas Müntzer«, 1968 – 73 Sekr. der SED-BPO im VEB Kalikombinat »Werra« in Merkers; 1973 – 81 1. Sekr. der SED-KL Bad Salzungen; 1980 VVO; 1981 – 89 2. Sekr. der SED-BL Suhl.Mario Niemann

Wer war wer in DDR

Kouba, Josef

* 5.9.1908 – ✝ 30.4.1983

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volksschule; 1923 – 27 Ausbildung zum Schlosser, anschl. bei zwischenzeitl. Arbeitslosigkeit (1930 – 34) bis 1945 Schlosser in Leipzig; 1927 KPD. 1945 – 48 hauptamtl. Betriebsratsvors., dann bis 1952 Werkltr. der Eisengießerei Becker in Leipzig; 1949/50 Mitgl. der SED-Stadtltg. Leipzig; 1952/53 pol. Mitarb., 1953 – 55 Sektorenltr., 1955 – 58 stellv. Abt.-Ltr. im ZK der SED; 1958 – 74 Ltr. des Sektors NVA der Abt. Sicherheitsfragen des ZK der SED; 1964 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1978 VVO.Elke Reuter

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kox, Wilhelm

* 8.11.1900 – ✝ 20.3.1940

Geboren am 8. November 1900 in Aachen, Sohn einer Arbeiterfamilie. Er lernte Metzger bei einem seiner Brüder. Wegen eines Diebstahlversuches kam er für einige Zeit in eine Fürsorgeeinrichtung, noch 1918 zum Kriegsdienst einberufen. Danach Metallarbeiter in Hürth, 1924 Vertrauensmann des DMV, 1920 Mitglied der KPD, lange erwerbslos, dann Metzger in einer Groß-Schlächterei. Ende 1930 wurde Kox besoldeter Sekretär der KPD im UB Koblenz. Von Mai 1931 bis Oktober 1933 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, nach seiner Rückkehr Zusammenarbeit in Berlin mit Herbert Wehner bei der Auflösung des Sekretariats des ZK der KPD und der Bildung der illegalen Landesleitung, der er selbst von Mitte November 1933 bis Mai 1934 angehörte. Kox war für die Verbindung zu den Oberbezirken Mitte, Südwest und Süd verantwortlich und übertrug diese Aufgaben im Juni 1934 seinem Nachfolger Adolf Rembte. Ab Juli 1934 war er einer der sogenannten Reichstechniker mit Sitz in Saarbrücken. Im März 1935 nach Paris gerufen, wo gegen ihn mehrere Parteiuntersuchungen durch die Internationale Kontrollkommission der Komintern wegen »Sabotage der Parteiarbeit« durchgeführt wurden. Im Januar 1936 in Prag vorübergehend verhaftet, teilte ihm das ZK im Mai 1936 mit, daß er aus der KPD ausgeschlossen sei. Als Grund wurden Meinungsverschiedenheiten mit dem ZK, ungenügende Selbstkritik, fahrlässiges Verhalten bei der Aushebung der illegalen Druckerei in Saarbrücken genannt. Kox lehnte Bewährungsaufträge in Amsterdam bzw. eine Rückkehr nach Moskau oder einen Einsatz in Spanien ab. Er kehrte nach Deutschland zurück, wurde mehrmals verhaftet, zuletzt am 16. September 1939 in Berlin wegen angeblicher Mitarbeit für den Nachrichtendienst der Tschechoslowakei. Wilhelm Kox wurde am 20. März 1940 vom 2. Senat des VGH zum Tode verurteilt und am 10. August 1940 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Wer war wer in DDR

Krabbe, Katrin

* 22.11.1969

Geb. in Neubrandenb.; Vater Trainer (Fußball); POS; Studium der Pädagogik, Unterstufenlehrerin; seit 1981 aktiv in der Leichtathletik (Spezialdisz.: Sprint) beim SC Neubrandenb. (Trainer: Otto Guth, dann Thomas Springstein); 1987 Siegerin mit der 4 x 100-m-Staffel bei den Junioren-Europameisterschaften; 1988 Siegerin über 200 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel bei den Junioren-Weltmeisterschaften; 1988 Teiln. an den Olymp. Spielen; 1988 Junioren-WR; 1989 Siegerin über 100 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel beim Europacup; 1990 EM über 100 m, 200 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel. 1990 u. 1991 Sportlerin des Jahres; 1991 Weltsportlerin des Jahres; Aug. 1991 WM über 100 m u. 200 m; Inhaberin von Sportartikelgeschäften in Neubrandenb.; Gesellschafterin an einem priv. Rundfunksender; 1991/92 Verdacht auf Dopingvergehen; 1992 Dt. Hallenmstr. (60 m); 1992 vom DLV für ein Jahr, vom IAAF für zwei Jahre gesperrt; 17.5. 1995 urteilt das LG München, die Sperre des IAAF erfolgte zu Unrecht, des DLV zu Recht, 28.3.1996 vom OLG München bestätigt; im Mai 1998 forderte K. K. vom IAAF Schadenersatz; 2001 verurteilt das LG München den IAAF zur Zahlung von 1,2 Mio. DM an K.; verh. mit dem Ruderer u. Rechtsanwalt Michael Zimmermann; lebt in Neubrandenb.Klaus Gallinat / Olaf W. Reimann

Wer war wer in DDR

Kramer, Erwin

* 22.08.1902 – ✝ 10.11.1979

Geb. in Schneidemühl (Westpr./Piła, Polen); Vater Lokomotivführer; 1908 – 12 Volksschule, 1912 – 19 Realschule; 1919 KJD; 1920 – 22 Praktikant im RAW Schneidemühl; 1923 – 29 Studium der Elektrotechnik u. Eisenbahnwiss. an der TH Berlin, Ing.; 1924 – 27 Mitgl. des Roten Studentenbunds; KJVD; während des Studiums Erwerbstätigkeit in versch. Laboratorien der Berliner Elektroindustrie; 1929 KPD; 1930 – 32 Bauführer bei der Reichsbahndirektion Berlin; Angeh. des M-Apparats der KPD; 1932 Haft in Berlin-Moabit; wegen drohenden Hochverratsprozesses Ende 1932 Emigr. in die UdSSR; wiss. Mitarb. am Zentr. Forschungsinst. für Verkehrswesen in Moskau, wiss. Arbeiten auf dem Gebiet der Rationalisierung von Verschiebebahnhöfen u. der selbsttätigen Zugbeeinflussung; 1932 – 36 Abendkurse an der KUNMS; 1937 Lehrgang Taktik der Pioniertruppen an der Militärschule »Erste Reiterarmee« in Tambow; ab Nov. Teiln. am span. Bürgerkrieg, Ing.-Offz. in der XI. Internat. Brigade, Instrukteur für das Pionierwesen im 15. Armeekorps, Ltn.; Febr. – April 1939 Internierung im Lager St. Cyprien in Frankreich; 1939 Rückkehr in die UdSSR; Ing. in einem Betrieb in Moskau; 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; Übersetzer u. Sprecher in der dt. Red. des Moskauer Rundfunks; Okt. 1941 Evakuierung nach Kuibyschew; Entlassung aus dem Sender, »Verwarnung« durch die KPD-Führung; Ing. in Kuibyschew; 1943 wegen angebl. Verkaufs von Lebensmittelkarten auf dem Schwarzmarkt Ausschl. aus der KPD; 1945 Kursant einer pol. Schule in der Nähe von Moskau. Dez. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1946 SED; 1946 Vizepräs. der RBD Berlin; 1946 – 49 Ltr. der maschinentechn. Abt./HA in der ZV bzw. HV Verkehr in der DWK; 1949/50 stellv. GD der DR; wegen Fahrt in den frz. Sektor von Berlin während eines Streiks der S-Bahnarb. am 19.7.1949 »strenge Verwarnung« durch die ZPKK; 1950 – 53 GD der DR (Nachf. von  Willi Kreikemeyer); 1953/54 Stellv. des Ministers für Verkehrswesen; 1954 – 70 Minister für Verkehrswesen (Nachf. von  Roman Chwalek) u. GD der DR; 1954 – 70 Mitgl. des ZK der SED; 1958 – 79 Abg. der Volkskammer; 1966 – 71 Ltr. der DDR-Delegation in der ständ. Kommission des RGW für Transport; Nov. 1971 stellv. Ltr. des Komitees der Interparl. Gruppe u. Mitgl. des Aussch. für Ausw. Angelegenh. der Volkskammer; 1958 NP; 1967 Ehrenspange zum VVO; 1970 KMO; Orden des Vaterländischen Krieges; 1977 Stern der Völkerfreundschaft; Ehrenpension; gest. in Berlin.Peter Erler / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kranz, Max Albert

* 7.3.1897 – ✝ 27.5.1982

Geboren am 7. März 1897 in Sedlitz bei Calau; kaufmännische Lehre, arbeitete dann einige Jahre in Delitzsch. Von 1916 bis 1918 Soldat. Von der Front zurückgekehrt, schloß er sich der USPD an und ging 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD. Kranz übte in Delitzsch verschiedene Parteifunktionen aus, 1923 hauptamtlicher Sekretär und aktiv an der Vorbereitung des geplanten Oktoberaufstandes 1923 beteiligt. 1924 Anhänger des linken Parteiflügels, im Juni 1924 wurde er als Orgleiter des Bezirks Nordwest nach Bremen entsandt. Delegierter des X.Berliner Parteitags 1925, als Anhänger der Ruth-Fischer-Führung wurde er nach dem »Offenen Brief« 1925 abgelöst und als Parteisekretär nach Osnabrück abgeschoben, dann 1926 nach Ostpreußen versetzt. Kranz blieb Mitglied der KPD, betätigte sich aber nicht mehr hauptamtlich, sondern arbeitete Anfang der dreißiger Jahre als Kraftfahrer in Leipzig. 1933 von den Nazis verhaftet, saß er ein Jahr in »Schutzhaft«. Ab 1944 bewirtschaftete er die Gaststätte »Neue Schänke« in Mehltheuer bei Riesa. 1945 wieder Mitglied der KPD, aber 1950 aus der SED ausgeschlossen, zog er sich politisch zurück. Kranz wurde 1958 wegen angeblicher Steuerhinterziehung verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Bautzen war er bis zur Rente Gaststättenleiter in Riesa und Oschatz. Max Kranz starb am 27.Mai 1982 in Riesa.

Wer war wer in DDR

Kratsch, Günther

* 21.10.1930 – ✝ 9.5.2006

Geb. in Monstab (b. Altenburg); Vater kfm. Angest.; 1937 – 45 Volksschule. 1945 – 48 Verkäuferlehre; 1948 – 50 Arbeiter im Konsum Meuselwitz; 1950 SED; 1950 Sekr. der NF Meuselwitz; 1951 Mitarb. des MfS, Dienststelle Altenburg; 1952 Versetzung zum MfS Berlin, Abt. II (Westarbeit); 1960 Abt.-Ltr. in der HA II (Spionageabwehr); 1960 – 65 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1973 stellv. Ltr., 1976 Ltr. der HA II; (Nachf. von  Werner Grunert); 1977 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche (Überwachung von diplomat. Vertretern in der DDR); 1985 Gen.-Ltn.; Dez. 1989 von der Funktion entbunden; Jan. 1990 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke