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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Kröber, Leander

* 21.8.1902 – ✝ 9.6.1980

Geb. in Schnauderhainichen (Krs. Altenburg); Vater Bergarb.; 1908 – 14 Volksschule in Schnauderhainichen; 1917 – 32 Bergarb., zeitw. erwerbslos; 1921 USPD, 1922 SPD; 1923 KPD; 1932 Mitarb. der KPD-BL Groß-Thür. u. MdL in Thür.; 1933/ 34 »Schutzhaft«; 1934/35 illeg. Parteiarbeit; 1935 Verhaftung, sieben Jahre Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat«, 1942 KZ Buchenwald; 1943 Außenkdo. Schönebeck (Elbe), Ltr. der Krankenabt. 1945/46 Mitgl. der KPD-BL Thür.; April – Dez. 1945 Bürgermstr. in Meuselwitz; 1945 – 47 Polizeidir. in Eisenach; 1947 Gebietsinspektor der Polizei Thür. Süd u. West in Gotha; April 1948 Ltr. der Landespolizeischule in Weimar; Okt. 1948 Ltr. der VP-Landesbehörde Thür. (Nachf. von Max Rausch); 1949/ 50 Sonderlehrgang in der UdSSR; 1950 stellv. Ltr., 1951 Ltr. der MfS-LV Thür.; 1952 Ltr. der MfS-BV Chemnitz; März 1953 Adjutant des Innenministers z. b. V.; 1955 Kdr. der Offiziersschule der Dt. Grenzpolizei in Sondershausen; 1958 Kdr. der 3. Grenzbrigade in Erfurt, Oberst; 1960 Rentner; 1972 VVO; gest. in Erfurt.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krohn, Albert (Fred)

* 8.12.1891 – ✝ 3.11.1967

Geboren am 8. Dezember 1891 in Nevesen/Krs. Wismar in Mecklenburg, Sohn einer Landarbeiterfamilie; Maurer. 1909 Mitglied der SPD. Von 1911 bis 1913 Militärdienst, 1914/15 Soldat im Weltkrieg. 1917 trat er der USPD, 1919 der KPD bei. Wegen seiner Teilnahme an den Kämpfen von März bis Juli 1919 in Berlin-Lichtenberg und Berlin-Moabit war er von März bis August 1920 wegen »Landfriedensbruchs und Aufruhrs« in Dresden inhaftiert. Krohn saß auch von Mai 1924 bis Dezember 1925 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« in Haft. Im Mai 1931 kam er als Nachrücker in die Bremer Bürgerschaft, hier bis 1933 Fraktionsvorsitzender, gehörte der KPD-BL Nordwest (Bremen) an und war UB-Leiter in Bremerhaven, Emden und Vegesack. Er wurde am 6. März 1933 festgenommen und am 9. November 1933 vom OLG Hamburg zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, dann 1938 und 1944 erneut mehrmonatige Haft. 1945 Funktionär der KPD in Bremen. Von 1947 bis 1950 Hafenarbeiter. Bei der KPD-BL Bremen 1952 hauptamtlich Leiter der Kaderabteilung. Er war von 1945 bis 1947 Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft, nach 1956 Mitarbeiter der VVN. Albert Krohn starb am 3.November 1967 in Bremen.

Wer war wer in DDR

Krolikowski, Werner

* 12.3.1928

Geb. in Oels (Niederschles./Oleśnica, Polen); Vater Arbeiter, Bruder  Herbert K.; Volksschule; Ausbildung zum Verw.-Angest.; 1946 SED; 1946 – 50 Mitarb. u. Abt.-Ltr. beim Rat des Krs. Malchin; 1951/52 Mitarb. u. Ltr. der Abt. Agit. in der SED-LL Mecklenb.; 1952 1. Sekr. der SED-KL Ribnitz-Damgarten, Dez. 1952 »wegen grober Verletzung des Parteistatuts« Entbindung von der Funktion; 1953 Sekr. für Agit./Prop. bzw. 2. Sekr., u. Dez. 1953 – Juni 1958 1. Sekr. der SED-KL Greifswald; 1958 – 60 Sekr. für Agit./Prop. (Nachf. von Gerhard Holzmacher), zul. amt. 2. Sekr. der SED-BL Rostock (Nachf. von  Karl Zylla); Abg. des Bez.-Tags Rostock; 1960 – 73 1. Sekr. der SED-BL Dresden (Nachf. von  Fritz Reuter); Abg. des Bez.-Tags Dresden; 1963 – 89 Mitgl. des ZK der SED; ab 1970 Abg. der Volkskammer, 1973 – 76 Vors. des Aussch. für Industrie, Bauwesen u. Verkehr, Mitgl. des Aussch. für Nat. Verteidigung; 1971 – 89 Mitgl. des PB u. 1973 – 76 Sekr. für Wirtschaft des ZK der SED (Nachf. von  Günter Mittag); 1976 – 88 1. Stellv. des Vors. des Min.-Rats (Nachf. von Günter Mittag); 1976 – 89 Mitgl. der Wirtschaftskommission u. der AG Zahlungsbilanz u. Bundesrep. Dtl. beim PB; 1988/89 erneut Sekr. (als Nachf. von  Werner Felfe für das Ressort Landw.) des ZK der SED; Mitgl. des Staatsrats; Nov. 1989 Rücktritt mit der Reg.  Willi Stoph, aus PB u. Staatsrat ausgeschieden; 3.12.1989 Ausschl. aus der SED; Dez. 1989 Ermittlungsverfahren wegen des »Verdachts auf Amtsmißbrauch u. Korruption«, Mai 1990 Anklage wegen »Veruntreuung von Staatsgeldern« u. Festnahme, dann Haftverschonung, der Prozeß entfiel aus gesundheitl. Gründen; 1964, 1970 u. 1988 VVO; 1970 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1978 KMO; Dez. 1989 U-Haft in Berlin-Hohenschönhausen.Je stärker der Soz., desto sicherer der Frieden. Berlin 1988.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kronheim, Erwin

* 1902 – ✝ 1938

Geboren 1902 in Wanne-Eickel. Er studierte nach dem Abitur von 1923 bis 1926 Nationalökonomie, danach war er in Berliner Firmen tätig. 1922/23 Mitglied der SPD, ab 1925 Funktionär der KPD in Berlin. Kronheim wurde 1930 in den zentralen AM-Apparat der KPD aufgenommen. Vor der drohenden Verhaftung flüchtete er 1932 in die Sowjetunion und wurde Mitarbeiter im Komintern-Apparat in Moskau. Im Zuge der stalinistischen Säuberungen wurde Erwin Kronheim im November 1937 vom NKWD verhaftet und 1938 erschossen.

Wer war wer in DDR

Kroske, Gerd

* 4.1.1958

Geb. in Dessau; Vater Prof., Mutter Fremdsprachenlehrerin; 1964 – 74 POS; Lehre als Betonwerker; 1979 Abitur, anschl. Arbeit als Telegrammbote u. in der Jugendkultur; 1980 Stud. der Kulturwiss. an der HU Berlin; 1984 – 89 externes Regiestudium an der HFF »Konrad Wolf« in Potsdam-Babelsberg; ab 1987 Autor u. Dramaturg im DEFA-Dokumentarfilmstudio, u. a. bei Filmen von  Helke Misselwitz,  Volker Koepp,  Jürgen Böttcher; SED; erste Regiearbeit »Cassiber«; 1989 Film »Leipzig im Herbst« (mit Sebastian Richter u. Andreas Voigt); 1989 u. 1990 Preis der Internat. Jury beim Leipziger Dokumentarfilmfestival. Seit 1991 freischaff. Autor u. Regisseur; Filme: »La Villette« (1990), »Nordlicht« (1992), »Kurzschluß« (1993), »Kurt oder Du sollst lachen« (1992), »Vokzal – Bahnhof Brest« (1993 / 94), »Neues Deutschland« (1993); 1995 Grand Prix de Cinema du reél Paris; 1996 Gründung einer eigenen Produktionsfirma »realistfilm« in Berlin; Filme: »Galera« (1996 / 1997), »Der Boxprinz« (1999 / 2000), »Autobahn Ost« (2004), »Die Stundeneiche« (2006), »Wollis Paradies« (2007) u. Trilogie über Leipziger Straßenkehrer in der Nachwende-Zeit: »Kehraus« (1990), »Kehrein, Kehraus« (1996 – 97), »Kehraus, wieder« (2006); 1997 Grand Prix Festival Int. de Cine Independiente de Barcelona (Spanien); 1999 Runner up Price beim Internationalen Filmfestival Yamagata (Japan); 2000 Prix du Longmetrage Nyon (Schweiz); 2008 Spezial Mentions Cinema du reél Paris.Günter Agde

Wer war wer in DDR

Krug, Manfred

* 8.2.1937 – ✝ 21.10.2016

Geb. in Duisburg; nach der Scheidung seiner Eltern 1949 mit seinem Vater nach Brandenb. umgezogen; nach der Schulzeit Ausbildung zum Schmelzer im Stahl- u. Walzwerk Brandenb.; Abitur an der Abendschule; ab 1954 eineinhalb Jahre Studium an der Schauspielschule in Berlin-Schöneweide, Exmatrikulation; anschl. Eleve beim Berliner Ensemble; seit 1957 auch freischaff. bei der DEFA u. beim DFF; hier zunächst kl. Rollen in Musikfilmen wie »Mazurka der Liebe« (1956/57) u. »Der Freischütz« (1957), dann häufig Charakterrollen als jugendl. Halbstarker in DEFA-Filmen, u. a. 1958 »Ein Mädchen von 16 1/2« (R: Carl Balhaus), 1960 »Leute mit Flügeln« (R:  Kurt Maetzig); erste große Rolle 1960 als poln. Interbrigadist Oleg in »Fünf Patronenhülsen« (R:  Frank Beyer), 1962 Durchbruch mit der autobiogr. Züge einschließenden Hauptrolle des Schauspielstudenten in der Gegenwartskomödie »Auf der Sonnenseite« (R:  Ralf Kirsten), ebenfalls 1962 in »Königskinder« (R: Frank Beyer) u. in »Der Kinnhaken«, wozu er gemeinsam mit Heinz Thiel auch das Drehbuch schrieb u. an der Regie beteiligt war, 1963 in »Beschreibung eines Sommers« (R: Ralf Kirsten) 1963/64 in dem komödiantischen Abenteuerfilm »Mir nach, Canaillen!«, 1965 in »Wenn du groß bist, lieber Adam« (R:  Egon Günther, Verbot 1965, Aufführung 1990) u. 1965/1990 in dem Märchenfilm »König Drosselbart«, 1966 als Brigadier Balla in der Verfilmung von  Erik Neutschs Erfolgsroman »Spur der Steine« (R: Frank Beyer), der nach wenigen Aufführungen u. inszenierten Krawallen 1966 verboten u. erst Ende 1989 wiederaufgeführt wurde; 1968 in der TV-Serie »Wege übers Land«, 1970 in »Junge Frau von 1914«, 1971/72 in der Koprod. DDR/ČSSR »Die gestohlene Schlacht«, 1973 in der TV-Serie »Stülpner-Legende« u. 1976 in der TV-Serie »Daniel Druskat«, 1976/ 78 in »Das Versteck«; große Popularität erlangte er außerdem durch Jazz-Konzerte u. etwa zehn Schallplatten bei Amiga, darunter z. B. die Mitschnitte von »Jazz – Lyrik – Prosa«; 1970 Gastspiel an der Kom. Oper in »Porgy and Bess« (R:  Walter Felsenstein); mehrfach ausgezeichnet, 1968 u. 1971 NP; Verdienstmedaille der DDR; Nov. 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung von  Wolf Biermann, verstärkte Reglementierung u. Beschränkungen der künstler. Arbeit: Nichtabnahme fertiger Filme, Annullierung geplanter Prod., Boykottierung seiner Jazz-Konzerte; 1977 Ausreise nach Berlin (West). In der Bundesrep. Dtl. v. a. in populären TV-Serien, wie »Sesamstraße«, »Auf Achse«, als Hauptkommissar Stoever in »Tatort« u. in der speziell für ihn von seinem Freund  Jurek Becker geschriebenen Rolle als Rechtsanwalt Liebling in der TV-Serie »Liebling Kreuzberg«; zahlr. Preise, u. a. 1988 Adolf-Grimme-Preis, 1991 Ernst-Lubitsch-Preis; gest. in Berlin.Abgehauen. Ein Mitschnitt u. ein Tagebuch. Düsseldorf 1996; Becker, Jurek: Jurek Beckers Neuigkeiten. An M. K. & Otti. Düsseldorf 1997 (hrsg. u. kommentiert von M. K.); Mein schönes Leben. Berlin 2003; Schweinegezadder. Berlin 2008. Schulz, B.: »M. K.«. Bergisch Gladbach 1989; Blum, H. R.: M. K. – seine Filme, sein Leben. München 1993; Schenk, R. (Hrsg.): M. K. Die großen Kinofilme. Berlin 1997.Monika Kaiser

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Frida

* 31.8.1900 – ✝ 15.12.1991

Geboren am 31. August 1900 in Berlin, Tochter eines Schneiders; Büroangestellte, Stenotypistin und Telefonistin in Berlin. 1919 Eintritt in den ZdA und die KPD. Von 1920 bis 1922 arbeitete sie als Stenotypistin im EK der KJI in Moskau, 1922/23 im ZK der KPD in Berlin und dort 1924/25 als Korrespondentin beim »Freien Eisenbahner-Verband«. Von 1925 bis 1927 war sie Korrespondentin in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin und 1927/28 bei der Industrie- und Handelsreklame »Tergprom«. 1928 kam sie zu einem Lehrgang nach Moskau und wurde nach ihrer Rückkehr Frauenleiterin der BL Berlin-Brandenburg. Auf dem XII. Weddinger Parteitag 1929 wurde Frida Krüger als Kandidatin ins ZK gewählt und im gleichen Jahr Berliner Stadtverordnete. 1930/31 Kursantin an der Internationalen Leninschule, 1931/32 Frauenleiterin im Reichskomitee der RGO. Von 1932 bis 1934 arbeitete sie im Frauensekretariat der RGI in Moskau, von 1934 bis 1937 im Grenzapparat und als Kurierin in der Tschechoslowakei. Ab August 1937 in der Schweiz, lebte in Basel und hielt lose Verbindung zur deutschen Parteiemigration. Im Oktober 1945 nach Berlin zurückgekehrt, wurde Frida Krüger Frauensekretärin des FDGB Groß-Berlin und ab Ende 1948 in der Orgabteilung des LV des FDGB eingesetzt. Nachdem sie im November 1949 von West- nach Ost-Berlin übergesiedelt war, erhielt sie den Auftrag, die Gewerkschaft Handel in Ost-Berlin aufzubauen und war deren 1. Vorsitzende. Ab 1953 Inspekteurin und Referentin beim Vorsitzenden des FDGB-Bundesvorstandes Herbert Warnke. Sie erhielt 1980 den Karl-Marx-Orden. Frida Krüger starb am 15.Dezember 1991 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Krüger, Hans-Peter

* 18.3.1954

Geb. in Potsdam, aufgew. bei Treuenbrietzen, seit 1963 in Berlin; 1972 Abitur; anschl. bis 1979 Studium bzw. Forschungsstudium an der Sekt. Philos. der HU Berlin; 1973 SED; 1974 Eintritt in eine opp. Gruppe um  Bernd Gehrke; nach einer Geldsammlung für das Komitee zum Schutz der Arbeiter-Rechte (KOR) in Polen 1977 Auflösung der Gruppe durch das MfS, Parteiverfahren, Lehr- u. Publikationsverbot bis 1979; anschl. Strafversetzung an die HfÖ Berlin; 1980 Prom. mit einer Diss. über den jungen Georg W. F. Hegel; 1981 – 89 wiss. Mitarb. am Inst. für Theorie, Geschichte u. Org. der Wiss. (ITW) an der AdW Berlin; nach wiederholten Revisionismusvorwürfen 1987 Habil. mit der Arbeit »Kritik der kommunikativen Vernunft« (Veröff. 1990); erste Vortragsreisen ins westl. Ausland; initiierte 1987/88 die Bildung eines DDR-weiten interdisz. Arbeitskrs. für Kommunikationsforschung; 1988/89 Kooperation mit den Autoren des reformtheoret. Projekts »Konzeption eines mod. Soz.« an der HU Berlin; Sept. 1989 Prof. für Wissenschaftstheorie am ITW; Austritt aus der SED nach dem Sonderparteitag im Dez. 1989. 1990/91 Mitgl. des Direktoriums des ITW u. Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin; 1992 – 95 Mitarb. u. Dir. des Forschungsprojekts Wissenschaftsgeschichte u. -theorie der Max-Planck-Ges. in Berlin; 1992/93 Fellow an der Univ. of Pittsburgh (USA); seit 1994 Prof. für Philos. an der Univ. Potsdam; Gastprof. in Krakau, Wien u. Uppsala; seit der Neugründung 1993 Mithrsg. der Dt. Ztschr. für Philos.; seit 2005 Hrsg. der Buchreihe »Philosoph. Anthropol.« (mit G. Lindemann); Präs. der Helmuth-Plessner-Ges. H.-P. K.s Arbeiten zu einer kommunikationstheoret. fundierten Überwindung der Grenzen marxist. Geschichtsphilos. u. Ges.-Theorie gehören zu den bedeutendsten Modernisierungsansätzen in der Geschichte der DDR-Philos.Objekt- u. Selbsterkenntnis. Berlin 1991 (Hrsg.); Demission der Helden. Berlin 1992; Perspektivenwechsel. Autopoesie, Moderne u. Postmoderne im kommunikationsorientierten Vergleich. Berlin 1993. Zwischen Lachen u. Weinen. Bd. 1 u. 2. Berlin 1999/2001; Philosoph. Anthropol. als Modernekritik. Berlin 2007. H.-P. K. In: Herzberg, G., Meier, K.: Karrieremuster. Berlin 1992.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Krüger, Thomas

* 20.6.1959

Geb. in Buttstädt; 1966 – 76 POS; Ausbildung zum Plast- u. Elastfacharb. bei Pneumant in Fürstenwalde, Abitur; 1979 – 81 NVA; 1981 – 87 Studium der Theol. in Berlin; 1987 – 89 Vikariat in Berlin u. Eisenach, Praktikum beim Kunstdienst des Bundes der Ev. Kirchen in der DDR; 1989 Gründungsmitgl. der SDP, Geschäftsf. u. stellv. Bez.-Vors. der SDP in Berlin; 1990 – 92 stellv. Vors. des SPD-LV Berlin; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer; 1990/91 Stadtrat für Inneres u. 1. Stellv. des OB im Magistrat von Berlin. 1991 – 94 Senator für Jugend u. Familie des Landes Berlin; 1992 – 94 Mitgl. des Berliner Abg.-Hauses; seit 1992 Vors. des SPD-KV Berlin-Lichtenberg; 1994 – 98 MdB; 1995 – 99 Mitgl. des Präs. der Filmförderungsanstalt; 1995 Präs. des Dt. Kinderhilfswerks; 1998 – 2000 Erziehungsurlaub; seit Juli 2000 Präs. der Bundeszentrale für polit. Bildung; Präs. des Dt. Kinderhilfswerks.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Krusche, Werner

* 28.11.1917 – ✝ 24.7.2009

Geb. in Lauter (Erzgeb.) als Sohn eines Predigers; 1937 Abitur am Reform-Realgymnasium in Striegau; 1940 – 44 Kriegsdienst, schwer verwundet; anschl. Studium der Theol. in Leipzig. 1945 – 49 Forts. des Studiums in Bethel, Göttingen, Basel u. Heidelberg; anschl. bis 1954 wiss. Assistent an der Univ. Heidelberg, 1953 Prom. bei Edmund Schlink; 1954 Ordination; danach bis 1958 Pfarrer in Dresden; 1958 – 66 Studiendir. des sächs. Predigerseminars in Lückendorf bei Zittau; 1966 – 68 Doz. für Systemat. Theol. am Kirchl.-theolog. Seminar der KMU Leipzig; Okt. 1968 – Aug. 1983 Bischof der ev. Kirchenprovinz Sachsen (Nachf. von  Johannes Jähnicke); 1974 Mitgl. des Präs. der Konferenz Europ. Kirchen; 1976 – 79 Ltd. Bischof der Ev. Kirche der Union (Nachf. von  Horst Gienke); 1977 – 81 stellv. Vors., 1981/82 Vors. der Konferenz der Ev. Kirchenltg. in der DDR (Nachf. von  Albrecht Schönherr); 1977 Dr. h. c. der Univ. Basel; 6.3.1978 Teiln. am Treffen zw. dem Staatsratsvors.  Erich Honecker u. Bischof Albrecht Schönherr; 1983 Ruhestand. 2000 Bundesverdienstkreuz; gest. in Magdeburg. W. K. galt in der DDR als anerkannter Theologe, der u. a. zu Fragen der dt. Schuld, der Kirche in der Minderheitssituation u. zur Kirchenreform (Einführung der Krs.-Synoden u. größerer Mitspracherechte der Laien) Stellung nahm; gegenüber dem Staat bemühte er sich um einen Ausgleich, scheute aber bei staatl. Übergriffen nicht das öffentl. krit. Wort.Die Schönen Gottes. Predigten.Waltrop 2006. Falcke, H. u. a. (Hrsg.): Als Boten des gekreuzigten Herrn (Fs. für W. K. zum 65. Geburtstag). Berlin 1982; Findeis, H., Pollack, D. (Hrsg.): Selbstbewahrung u. Selbstverlust. Berlin 1999.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Kube, Eberhard

* 19.4.1936

Geb. in Berlin; 1954 – 58 Studium der Geschichte u. Körpererziehung in Berlin; 1958 – 62 Lehrer in Berlin; 1960 Pantomimenunterricht bei Brigitte Soubeyran; 1961 Gründung des Pantomimen-Studios Berlin; 1962 Berufspantomime; 1966 – 87 Lehrbeauftr. an der Theater-HS Leipzig, der Film-HS Babelsberg u. der HS für Schauspielkunst Berlin; 1971 – 87 Ltr. des Pantomimentheaters vom Prenzlauer Berg in Berlin; 1980 NP; Tourneen als Solist u. Doz. in über 15 Ländern; 1982 – 86 Regiearbeit an Theatern in Weimar, Erfurt, Leipzig u. Berlin; 1984 – 91 Initiator u. künstler. Ltr. der Internat. Woche des gestischen Theaters in Berlin; 1987 Kunstpreis der DDR; 1988/89 Regiearbeit in Köln, Zürich, Bonn. 1990 Gründungsmitgl. der Europ. Mime Föderation; 1991 Gründung des Mime Centrums Berlin; 1993 Eröffnung einer Internat. Ausbildungsstätte für Pantomime u. Animation in Berlin, ab 1999 im Kultur-Gut Wrechen (b. Feldberg).Christoph Links

Handbuch Deutsche Kommunisten

Küchenmeister, Walter

* 9.1.1897 – ✝ 6.2.1943

(* 1897 – † 1943) Geboren am 9. Januar 1897 in Waldheim/Sachsen, Sohn eines Schuhmachers. Eisendreher und Bergarbeiter, seit 1911 aktiv in der Jugendbewegung und der Gewerkschaft. 1917/18 bei der Marine, beteiligte sich am Aufstand der Kieler Matrosen im November 1918 und ging in Berlin zur SPD, 1921 Übertritt zur KPD. Funktionär in Ahlen, Redakteur der »Westfälischen Arbeiterzeitung« und des »Ruhr-Echos«. 1926 wegen »unproletarischen Verhaltens« aus der KPD ausgeschlossen, er wurde als Polizeispitzel verdächtigt und soll Gelder unterschlagen haben. Anschließend freier Schriftsteller und Inseratenwerber. 1929 Übersiedlung nach Berlin, hier Zusammenarbeit mit Karl Otto Paetel und den Nationalbolschewisten. 1933 und 1934 zweimalige Inhaftierung, u. a. im KZ Sonnenburg. Nach seiner Freilassung Verbindung zu Harro Schulze-Boysen, Küchenmeister gehörte zum Kern der entstehenden Widerstandsgruppe. Er half bei der Herstellung von Flugschriften u. a. »Der rote Stoßtrupp«, organisierte Spendensammlungen für politische Gefangene und politische Schulungen unter Berliner Studenten. Wegen einer schweren Tbc-Erkrankung zum Kuraufenthalt in der Schweiz, trat er in Kontakt mit KPD-Funktionären, z. B. mit Wolfgang Langhoff. Nach seiner Rückkehr wieder im Führungskreis der Schulze-Boysen-Gruppe. Durch die von Wilhelm Guddorf in die Gruppe hineingetragenen Vorbehalte wegen Küchenmeisters früheren Ausschlusses aus der KPD kam es zu Konflikten. Am 16. September 1942 in Berlin festgenommen, vom 2. Senat des Reichskriegsgericht am 6.Februar 1943 wegen Zugehörigkeit zur Widerstandsorganisation »Rote Kapelle« zum Tode verurteilt, wurde Walter Küchenmeister am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Seine Lebensgefährtin Elfriede Paul (*14.1. 1900), die er in die illegale Arbeit einbezogen hatte, wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie war ab August 1945 Landärztin in Burgdorf/Niedersachsen, wieder in der KPD und von 1945 bis 1947 Ministerin für Aufbau, Arbeit und Wohlfahrt in der Landesregierung Niedersachsen, zugleich dort MdL. Ende 1947 übersiedelte Elfriede Paul in die SBZ, wurde Mitglied der SED und Abteilungsleiterin in der Zentralverwaltung für Gesundheitswesen, ab 1949 Leiterin der Medizinischen Abteilung der Versicherungsanstalt von Ost-Berlin. Später am Aufbau des Instituts für Sozialhygiene der Medizinischen Akademie Magdeburg beteiligt, bekam sie dort einen Lehrstuhl bis zur Emeritierung 1964. 1950/51 untersuchte die ZPKK Elfriede Pauls zeitweilige Kontakte nach 1945 zu Kurt Müller, dessen Frau Hedda Fischer und Edu Wald, sie saß deswegen vom 23. August bis 14.September 1951 in der MfS-Untersuchungshaftanstalt Berlin. 1980 erhielt sie den VVO in Gold. Ihre Lebenserinnerungen erschienen 1981 unter dem Titel »Ein Sprechzimmer der Roten Kapelle«. Elfriede Paul starb am 30. August 1981 in Ahrenshoop.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kröber, Leander

* 21.8.1902 – ✝ 9.6.1980

Geboren am 21. August 1902 in Meuselwitz/ Landkrs. Altenburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Bergarbeiter. 1921 trat er in die USPD ein und gehörte 1922/23 der SPD an, im August 1923 Mitglied der KPD, ab 1928 Stadtrat in Meuselwitz, im Juli 1932 als Abgeordneter in den Thüringer Landtag gewählt. Anfang 1933 Instrukteur im UB Sonneberg, im März 1933 verhaftet, war er bis April 1934 in mehreren KZs in »Schutzhaft«. Am 26. März 1935 erneut festgenommen und im Oktober 1935 vom 1. Strafsenat des OLG Jena zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt, ab April 1942 im KZ Buchenwald, ab März 1943 im Außenkommando Schönebeck/ Elbe. Nach der Befreiung wurde Kröber zunächst 1. Bürgermeister in seiner Heimatstadt Meuselwitz. Ab Oktober 1945 Regierungsrat der Landesregierung Thüringen, von August 1948 bis 1950 Chefinspekteur und Chef der DVP-Landesbehörde Thüringen. Nach einem Sonderlehrgang in der UdSSR wurde Kröber 1950 stellvertretender, ab 1951 Leiter der MfS-Landesverwaltung Thüringen bzw. ab 1952 der MfS-Bezirksverwaltung Chemnitz und im März 1953 Adjudant beim DDR-Minister des Innern, Willi Stoph. Danach leitete er bis 1958 die Zentralschule der Deutschen Grenzpolizei in Sondershausen. 1960 beendete er den aktiven Dienst als Oberst d. R. Er erhielt 1972 den VVO in Gold. Leander Kröber starb am 9. Juni 1980.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Kroker, Herbert

* 24.8.1929

Geb. in Groß-Merzdorf (Krs. Schweidnitz, Niederschles. / Marcinowice, Polen) in einer Arbeiterfamilie; Volksschule; 1944/45 kfm. Lehre; 1945 Volkssturm, sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Landarb. auf einem poln. Staatsgut; 1946 – 49 Lehre als Bauschlosser; bis 1953 als Bauschlosser u. Monteur tätig; 1953 FDGB; 1954 SED; 1953 – 55 BGL-Vors. im VEB Starkstromanlagen u. 1957 – 61 im VEB Industriewerke Karl-Marx-Stadt; 1961 – 63 Vors. des Bez.-Vorst. der IG Metall Karl-Marx-Stadt; 1963/64 Organisator des FDGB-Bundesvorst. in der VVB Werkzeugmaschinen Karl-Marx-Stadt; 1964 – 68 Parteiorganisator des ZK der SED in der VVB Werkzeugmaschinen; 1967/68 externes Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1969/70 Werkdir. des VEB Pressen- u. Scherenbau; 1970 – 83 GD des Kombinats Umformtechnik »Herbert Warnke« in Erfurt; ab 1976 Abg. des Bez.-Tags Erfurt; 1979 Prom. an der PHS, Dr. rer. oec.; ab 1979 Mitgl. der SED-Stadtltg. u. 1981 – 86 der SED-BL Erfurt; 1981 – 86 Abg. der Volkskammer; 1982 Versetzung als Dir. des VEB Feuerlöschgerätewerks Apolda; 1983 Ablösung als GD wegen Differenzen mit  Günter Mittag; 1986 – 89 Dir. des VEB Weimar-Werk für Landmaschinen; Nov. 1989 Wahl zum 1. Sekr. der SED-BL Erfurt (Nachf. von  Gerhard Müller); Nov./Dez. 1989 nach dem Rücktritt des PB u. des ZK Ltr. des zeitw. Arbeitsaussch. der SED, ab 1990 Mitgl. der PDS; 1972 VVO; 1976 Stern der Völkerfreundschaft; 1979 Verdienter Techniker des Volkes.Erinnerungen. Kindheit – Vertreibung – Neuanfang. Norderstedt 2008.Hagen Schwärzel / Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krollmann, Erich

* 11.6.1904 – ✝ 1937

Geboren am 11. Juni 1904 in Hamme (heute zu Bochum gehörend); wurde Bergmann. Mitglied der Arbeiterjugend, dann der KJD, nahm 1920 an Kämpfen gegen den Kapp-Putsch teil und wurde 1920 Mitglied der KPD. Ab 1927 gehörte er der RFB-Gauleitung Wasserkante in Hamburg an und arbeitete von Juli 1931 bis August 1932 bei der sowjetischen Handelsvertretung in Hamburg. Erich Krollmann wurde als Mitverantwortlicher für die Ereignisse des »Altonaer Blutsonntags« im Juli 1932 verhaftet und von der KPD in einer spektakulären Aktion befreit. Er lebte zunächst illegal in Deutschland, besuchte die Bezirksparteischule und die Reichspropagandistenschule. Ende März 1933 emigrierte er in die Sowjetunion, soll dort Kursant an der Militärakademie der Roten Armee und später auch an der Komintern-Schule gewesen sein. Im Mai 1936 offenbarte er gegenüber Vertretern der deutschen Botschaft in Moskau seine Rolle während des »Altonaer Blutsonntags« 1932. Dies diente der Entlastung des in Deutschland angeklagten Edgar André. Das weitere Schicksal von Erich Krollmann konnte bis heute nicht exakt geklärt werden. Ob er tatsächlich 1937 vom NKWD verhaftet wurde und nach Abschluß des Hitler-Stalin-Paktes im Niemandsland ausgesetzt und umgekommen ist, wie sein Schicksalsgefährte Viktor Pries (der 1957 nach Hamburg zurückkehrte) äußerte, ist nach neuesten Forschungen umstritten, aber wahrscheinlich.

Kropinski, Uwe

* 20.2.1952

Geb. in Berlin; beginnt 1966 Gitarre zu spielen; 1968 – 79 Rockmusiker; 1973 – 76 Studium an der HS für Musik »[linkintern=?ID=706]Hanns Eisler[/linkintern]« Berlin; ab 1976 Jazzgitarrist, zuerst mit dem Posaunisten  Konrad Bauer im Duo u. in dessen Trio u. Quartett (LPs: 1979 »Was ist denn nun?« bei Free Music Production (FMP) u. Live »Jazzbühne Berlin ’79« bei Amiga, 1982 »Round About Mittweida« bei FMP); 1977 erstes Solokonzert, Soloauftritte bei internat. Jazzfestivals 1982 in Berlin, Nürnberg u. Moers, 1983 in Zürich; 1980 – 83 eigenes Quartett (Amiga-Kleeblatt-LP 1982); seit 1982 Mitgl. des Quartetts »Doppelmoppel« mit den Posaunen-Brüdern Konrad u. Johannes Bauer u. dem Gitarristen  [linkintern=?ID=2955]Helmut »Joe« Sachse[/linkintern] (Amiga-Live-LP »1. Jazztage der DDR – Weimar 1985« u. auf Doppelmoppel-CD »Reflections« auf FMP); 1982 Mitgl. des Studio-Orchesters unter Ltg. von Eberhard Weise (LP »[linkintern=?ID=441]Uschi Brüning[/linkintern]« bei Amiga); Duos mit Rudolf Dašek (Gitarre), Peter Gröning (Schlagzeug) u. Jürgen Heckel (Gitarre); 1983 Festivalauftritt in Warschau mit den Saxophonisten Tony Lakatos u.  [linkintern=?ID=3062]Volker Schlott[/linkintern] u. in Berlin mit John Tchicai; 1985 erste Solo-LP bei Amiga u. Auftritte mit der Bassistin Joelle Léandre. 1987 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; mehrere Solo-CDs: »So oder so«, »Guitar, Guitar«, »Berlin Concert: Live« u. »Faces« (alle 1997), »Universal Language« (2006), »Hey Joe – Hey Uwe« u. DVD »The man is a guitar« (beide 2008); CDs mit dem Bassisten David Friesen: »Dancing With The Bass« (1988), »Two For The Show« (1993), »Made In Berlin« (1999), »Made with Friends« (2006); CDs mit Dieter Köhnlein: »By The Way« (1989), »In u. um C« (1999); gelegentl. Reunion von »Doppelmoppel«, zuletzt auf CD »Outside this Area« (2007); 1993 CD »First Time In Manhattan« mit Cecil McBee u. Pheeroan akLaff; 1994 CD »Dinner For Two« mit V. Schlott; 1995 CD »African Notebook« mit Sunny Murray u. Michael Heupel u. CD »Picture In Black And White« mit John Stowell; wiederholt auch Trioauftritte mit Günter Bartel (Baß) u. Wolfgang »Zicke« Schneider (Schlagzeug); seit Anfang der 1990er Jahre fotograph. Arbeiten für CD-Cover, versch. Fotoausstellungen unter Ps. THEO K.; lebt seit 1998 wieder in Berlin.

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Krosse, Arno

* 30.1.1893 – ✝ 31.8.1951

Geboren am 30. Januar 1893 in Seesen/Krs. Gandersheim; Tischler und Zigarrenarbeiter. Von 1914 bis 1917 Vorsitzender des Gewerkschaftskartells in Seesen, ab 1919 Tischlermeister in Seesen. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Ab 1919 zunächst für die USPD Abgeordneter des Landtages von Braunschweig, ab Oktober 1920 Mitglied der Fraktion der USPD (Linke), ab Ende 1920 für die der VKPD. Bis 1924 gemeinsam mit Hans Sievers für die KPD im Landtag von Braunschweig. Später wieder Mitglied der SPD, stellvertretender Vorsteher bzw. Gemeinderatsmitglied der Gemeinde Lehndorf. Von April 1945 bis März 1946 SPD-Bürgermeister bzw. Stadtdirektor von Seesen. Arno Krosse starb am 31. August 1951.

Wer war wer in DDR

Krügel, Heinz

* 24.4.1921 – ✝ 27.10.2008

Geb. in Ober-Planitz (b. Zwickau); ab 1927 Fußballspieler bei der SG Planitz, 1948 SBZ-Mstr.; 1948 – 50 bei Vorwärts Crimmitschau, verletzungsbedingte Beendigung der sportl. Laufbahn; ab 1951 Trainer; 1951 Landestrainer Sachsen; 1951 – 53 als jüngster Oberligatrainer beim KVP Vorwärts Leipzig; 1953 – 56 beim SC Rotation Leipzig; 1956 – 59 beim SC Empor Rostock, 1957 Aufstieg in die Oberliga u. FDGB-Pokalfinalist; 1959 – 61 DDR-Nationaltrainer; 1961 – 66 beim Halleschen FC Chemie, 1962 FDGB-Pokalsieger; 1966 Übernahme des Traineramts beim Zweitligisten 1. FC Magdeburg, Aufstieg in die Oberliga, 1969 u. 1973 FDGB-Pokalsieger, 1972, 1974 u. 1975 DDR-Mstr., 1974 Gewinner des Europapokals der Pokalsieger (2:0 gegen den AC Mailand in Rotterdam); mehrere Angebote westeurop. Vereine; 1976 Entlassung u. fakt. Berufsverbot wegen angebl. ungenügender Förderung der Magdeburger Nationalspieler; anschl. Objektltr. einer Sportstätte in Magdeburg; seit 1986 Rentner. 1990 rehabilitiert u. durch den DFB ausgezeichnet; gest. in Magdeburg. K. gewann mit dem 1. FCM als einziger DDR-Trainer einen Europapokal u. gilt als der erfolgreichste Vereinstrainer des DDR-Fußballs.Laube, V., Uhl, R.: H. K. – Der Meistermacher. Magdeburg 2003.Jan Wielgohs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Hedwig

* 1.4.1882 – ✝ 16.2.1938

Am 1. April 1882 als Hedwig Hennig in Halle/ Saale geboren, besuchte die Mittelschule und zwei Jahre die Volkshochschule. Angestellte in der Ortskrankenkasse in Halle. 1908 Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Delegierte des Vereinigungsparteitages 1920, auf dem sie in den Zentralausschuß gewählt wurde. Nach der März-Aktion 1921 verurteilte ein Sondergericht Hedwig Krüger (sie hatte den Arbeiter Krüger geheiratet, der 1927 starb) zu einer langjährigen Gefängnisstrafe, sie kam nach einem Hungerstreik schließlich frei. Im Mai 1924 im Wahlkreis Merseburg anstelle des zu ihren Gunsten zum Rückzug gezwungenen Georg Schumann in den Reichstag gewählt, dem sie bis Oktober 1924 angehörte. Im Dezember 1924 Abgeordnete des Preußischen Landtages. Hedwig Krüger stand auf dem linken Flügel der Partei und war Mitglied der BL Halle-Merseburg. Im September 1926 unterschrieb sie den »Brief der 700« (linken Oppositionellen), distanzierte sich aber auf Druck des ZK sofort wieder von ihrer Unterschrift und erklärte, daß sie »nirgends eine Unterschrift gegeben« habe. Im April 1927 vom ZK erneut verwarnt, weil sie einen Protest gegen den Ausschluß von Jakob Ritter und anderen Linken unterzeichnet hatte. 1928 nicht mehr als Kandidatin für den Landtag aufgestellt. Hedwig Krüger hatte sich zwar von der linken Opposition getrennt, doch fanden in ihrer Wohnung in Halle weiterhin Versammlungen der Führer der Linken ( Otto Kilian usw.) statt. 1933 unter dem Namen Rühle illegale Arbeit, Reisevertreterin für Massage- und Leibhalter einer Leipziger Firma. Am 7.November 1934 in Leipzig verhaftet und nach Halle überstellt, kam sie zunächst in das KZ Lichtenburg, Ende des Jahres in das KZ Moringen, von wo sie am 4. Juni 1935 nach Halle entlassen wurde. An einer Blinddarmentzündung, die wegen ihres illegalen Lebens und ihrer Haft nicht rechtzeitig behandelt und zu spät operiert wurde, starb Hedwig Krüger am 16.Februar 1938.

Wer war wer in DDR

Krüger, Heinz

* 12.11.1919

Geb. in Leipzig; Vater Maurer, Mutter Arbeiterin; Volks- u. Berufsschule; 1934 – 38 Textilarbeiter; 1938 – 45 RAD u. Wehrmacht; 1945 vier Wochen in brit. Internierung. 1945 – 49 Arbeiter u. Verwalter bzw. Treuhänder kleiner Textilbetriebe; 1945 SPD, 1946 SED; 1949 – 51 Abt.-Ltr. im Rat des Krs., 1951/ 52 Bürgermeister; 1952 / 53 1. Vors. des Rats des Krs. Weißwasser; 1953 1. Sekr. der SED-KL Weißwasser; 1954 – 56 Studium an der PHS »Karl Marx«, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1956 – 59 1. Sekr. der SED-KL Jessen; 1959 – 62 Vors. des Rats des Bez. Cottbus (Nachf. von  Werner Manneberg); 1962 Abberufung wg. »parteischädigenden Verhaltens«; anschl. Mitarb. in der SPK.Andreas Herbst

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Krummacher, Friedrich-Wilhelm

* 3.8.1901 – ✝ 19.6.1974

Geb. in Berlin; Vater Pfarrer u. Hofpredi- ger an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche; 1910 – 19 Gymnasium in Potsdam; 1919 – 22 Studium der Theol. in Berlin, Tübingen u. Greifswald; 1923 Erstes Theolog. Examen in Berlin; anschl. Vikar in Neuruppin; 1925 Zweites Theolog. Examen u. Ordination; danach Hilfsprediger in Berlin; 1926 – 28 Provinzvikar in der Kurmark; 1927 Prom. in Tübingen; 1928 – 33 Pfarrer in Essen-Werden u. Synodalvertreter für soziale Arbeit; Berufung in das Dt. Ev. Kirchenbundesamt nach Berlin; 1933 NSDAP; 1934 – 39 Personalref. bzw. Oberkonsistorialrat im Kirchl. Außenamt; ab 1939 Kriegsdienst als Lazarett- bzw. Div.-Pfarrer; sowj. Gefangenschaft, Mitarb. im NKFD u. Mitgl. in dessen Arbeitskrs. für kirchl. Fragen, hier auch partielle Zusammenarbeit mit dem NKWD. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl. im Gefolge der Gruppe  Walter Ulbricht; ab Herbst 1945 Gemeindepfarrer in Berlin-Weißensee; 1945 – 49 Superintendent des Kirchenkrs. Berlin-Land; nebenamtl. Oberkonsistorialrat in der Kirchenkanzlei der EKD u. 1946 – 55 Gen.-Superintendent in Berlin; in dieser Zeit versch. Verhandlungen mit der SMAD bzw. der DDR-Reg.; 1949 Mitbegr. des Norddt. Kirchenkonvents; 1953 Dr. h. c. der HU Berlin; 1955 – 72 Bischof der Pommerschen Ev. Kirche mit Sitz in Greifswald (Nachf. von Karl von Scheven); 1960 – 68 Vors. der Konferenz der Ev. Kirchenltg. in der DDR; 1957 – 70 Mitgl. des Exekutivaussch. des Luth. Weltbunds, ab 1961 des Rats der EKD; Mitarb. in der Kommission für Internat. Angelegenh. des Ökumen. Rats der Kirchen. Da sich F.-W. K. von der SED-Führung nicht instrumentalisieren ließ, war er in den 60er Jahren heftigen öffentl. Angriffen ausgesetzt.Mäkinen, A.: Der Mann der Einheit. Bischof F.-W. K. als kirchl. Persönlichkeit in der DDR in den Jahren 1955 – 1969. Greifswald 2002.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Kruse, Otto

* 14.6.1912 – ✝ 27.4.1968

Geb. in Binz (Rügen); Vater Maurer u. Kleinbauer; Volksschule; 1927 – 41 Lehre u. Arbeit als Maurer, ein Jahr arbeitslos; 1927 KPD; 1941 – 45 Wehrmacht; 1945 / 46 brit. Kriegsgef. 1946 SED; 1946 / 47 Mitarb. im landw. Betrieb der Schwester; 1947 – 50 Verkaufsstellenltr. bei der Konsumgenossenschaft; 1950 Kultur-Ltr. der MTS in Stolpe; 1951 Lehrgang an der SED-LPS Mecklenb.; 1951 / 52 polit. Mitarb. der SED-LL Mecklenb.; 1952 – 54 Sekr. für Wirtschaft, anschl. bis Sept. 1955 2. Sekr. der SED-BL Neubrandenb.; 1955 – 58 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1958 – 60 Sekr. für Wirtschaft, anschl. bis 1966 2. Sekr. der SED-BL Cottbus.Mario Niemann

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Kubiczeck, Walter

* 7.10.1931 – ✝ 21.1.2009

Geb. in Berlin; vom 8. Lebensjahr an Musikunterricht bei Generalmusikdir. Otto Fielitz; mit 17 Jahren Pianist in versch. Big Bands u. Combos; nach dem Abitur 1951 – 54 Stud. der Germanistik an der HU Berlin; 1954 – 59 Lehrer, gleichzeitig am Aufbau des Nachwuchsstudios für Schlagergesang der Amiga beteiligt, das er 1956 – 58 leitete; 1958 – 63 Ltr. der Abt. Tanzmusik von Radio DDR, hier u. a. verantwortl. für die »Schlager-Revue«; 1963 – 73 freischaff. als Komponist, Arrangeur u. Orchesterleiter; 1964 Verb. der Komponisten u. Musikwiss.; gründete 1965 das »Studio-Orchester Walter Kubiczeck« am Berliner Rundfunk; 1973 – 83 stellv. GD beim Komitee für Unterhaltungskunst, 1983 – 89 ehrenamtl. Vizepräs. des Komitees; Träger des Kunstpreises der DDR. Schrieb Chansons, Schlager (u. a. für  Dagmar Frederic u.  Fred Frohberg), Kinder- u. Chorlieder, Orchestermusik, Vorspanntitel für Radio (DT 64) u. Fernsehen (»Schlager-Revue«), seit 1971 die Musiken für über 50 Filme des DFF u. der DEFA (»Das unsichtbare Visier«); produzierte zwei LPs u. nach 1990 zwei CDs (u. a. »Amiga a gogo. Vol. 3. Deutsch-demokratische Soundtracks: East German film and TV themes«, 2001); gest. in Berlin.Christian Krause

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Küchenmeister, Claus

* 7.9.1930 – ✝ 13.12.2014

Geb. in Berlin; Vater Walter K. (als Mitgl. der Widerstandsgr. »Rote Kapelle« 1943 hingerichtet); bis 1945 zeitw. Aufenthalt in einem Schweizer Internat; Studium 1949/50 am Dt. Theaterinst. Weimar, 1950/51 am DEFA-Nachwuchsstudio; 1951 – 55 Mstr.-Schüler bei  Bertolt Brecht im Berliner Ensemble; Doz. u. Fachrichtungsltr. an der HS für Filmkunst, Babelsberg; später freier Autor in Berlin; SED; ab 1968 Mitgl. des Vorst. des SV; verh. mit  Wera K.; 1958/59 Preis für Kinder- u. Jugendlit. des Min. für Kultur; 1959 Ernst-Zinna-Preis u. Heinrich-Greif-Preis; Kunstpreis der FDJ; 1965 u. 1971 NP; 1971 Kunstpreis des FDGB (alle Preise gem. mit Wera K.); ab 1964 vom MfS als IM »Kaminski« bzw. ab 1976 als »Kaminski I« geführt; 1970 Verdienstmedaille der NVA; lebte zuletzt in Siethen (Brandenb.). Filmszenarien (mit Wera K.): »Sie nannten ihn Amigo« (1959), »Die Abenteuer des Werner Holt« (1965, C. K.), »KLK an PTX – die Rote Kapelle« (1971), »Der große u. der kleine Klaus« (1970), »Aus dem Leben eines Taugenichts« (1973), »Der Lude« (1985).Blankensee, Thümenscher Winkel. Schwedt 1995.Anette Leo

Wer war wer in DDR

Kröger, Herbert

* 15.7.1913 – ✝ 19.9.1989

Geb. in Dortmund; Vater Ministerialrat; Grundschule u. Gymnasium in Berlin-Friedenau, 1931 Abitur; 1931 – 35 Studium der Rechts- u. Staatswiss. an den Univ. in Jena u. Berlin; 1933 – 36 SA; 1935 Erstes jur. Staatsexamen u. 1935 Prom. zum Dr. jur. an der Univ. Jena; Gerichtsreferendar in Berlin, Frankfurt (Oder) u. Neustadt (Orla); 1936/37 Wehrmacht; 1937 NSDAP; 1938 SS, Oberscharführer im SD-Hauptamt; 1939 Zweites jur. Staatsexamen; 1940 Gerichtsassessor in Wurzen, 1941 Landgerichtsrat am LG Guben (aber nicht ausgeübt); 1940 – 42 Wehrmacht, Oberltn. in der 16. Panzerdiv.; 1943 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1944 – 47 Antifa.-Polit-HS in Moskau, 1944/45 NKFD, zeitw. Ass. u. Mitarb. von  Wilhelm Zaisser. 1947 Rückkehr nach Dtl.; 1947/48 Mitarb. an der Dt. Zentralverw. für Volksbildung; 1948 SED; 1948 – 51 Prof. u. Dekan an der DVA in Forst-Zinna; 1951 dort Prof. mit Lehrstuhl für Staatsrecht, ab 1953 (nach Eingliederung der DVA) an der DASR Potsdam-Babelsberg, 1955 – 63 Rektor der DASR (Nachf. von Hermann Kleyer); 1956 – 60 Mitgl. der Red. des SED-Organs »Einheit«; 1964 – 78 Dir. bzw. stellv. Dir. des Inst. für Internat. Beziehungen an der DASR/ASR; 1950 – 63 Mitgl. der Volkskammer; Mitgl. der Verteidigung im KPD-Verbotsprozeß; 1965 – 89 Vizepräs. der Ges. für Völkerrecht, Vizepräs. der Liga für Menschenrechte; seit 1968 Mitgl. des Kollegiums des MfAA; Abt.-Ltr. für Völkerrecht, Diplomaten- u. Konsularrecht des Inst. für Internat. Beziehungen der DASR; 1973 VVO.Die Haftung für Schädigungen Dritter durch Handlungen der Feuerwehr. Leipzig 1936; Völkerrecht. Lehrbuch. Berlin. 1973; Friedl. Koexistenz u. Völkerrecht. Berlin 1975.Helmut Müller-Enbergs

dissidenten.eu

Król, Marcin

* 1944

Philosoph, Ideenhistoriker, politischer Publizist, Professor der Universität Warschau; Teilnehmer des *März 1968, ab 1979 Chefredakteur der Zeitschrift „Res Publica“.Marcin Król wurde 1944 in Warschau geboren. Als Doktorand an der Historischen Fakultät der Universität Warschau unterhielt er in der zweiten Hälfte der 60er Jahre Kontakt zu den sogenannten „Kommandeuren“, einer Gruppe unabhängiger junger Menschen, die sich um Jacek Kuroń und Karol Modzelewski scharten. Król nahm zusammen mit Jadwiga Staniszkis, Jakub Karpiński, Aleksander Smolar und anderen an den unabhängigen Seminaren von Assistenten der Warschauer Universität teil. Im März 1968 gab er dem Warschauer Korrespondenten der französischen Tageszeitung „Le Monde“, Bernard Margueritte, den Inhalt von Andrzej Mencwels Bericht über eine Versammlung des Polnischen Schriftstellerverbandes wieder, auf dem über das Verbot des Stücks „Totenfeier“ (Dziady) von Adam Mickiewicz in der Regie von Kazimierz Dejmek am Nationaltheater diskutiert worden war. Auf diese Weise erfuhr die westliche Öffentlichkeit von den Protesten polnischer Schriftsteller gegen die Zensur, die Kulturpolitik der kommunistischen Machthaber und das Aufbrechen antisemitischer Tendenzen in Polen. Am 8. März 1968 nahm Król an einer Protestversammlung auf dem Campus der Warschauer Universität teil und war Mitglied der Delegation, die vom Rektor den Rückzug der Miliz vom Campus sowie die Freilassung der verhafteten Studenten forderte. Gemeinsam mit Jakub Karpiński arbeitete er eine Resolution aus, die am 11. März auf einer Folgeversammlung verlesen werden sollte. Die Resolution formulierte unter anderem den Vorschlag, studentische Komitees in den Fakultäten sowie auf zwischenuniversitärer Ebene zu bilden, und enthielt eine „Erklärung der didaktischen und wissenschaftlichen Mitarbeiter der Philosophischen Fakultät der Universität Warschau“, die die Forderungen der Studenten unterstützte und die Angriffe der Miliz auf Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter genauso verurteilte wie die Desinformationskampagnen der Presse und das Aufwiegeln antisemitischer Stimmungen. Król war auch einer der Autoren der „Deklaration der Studentenbewegung“ (Deklaracja ruchu studenckiego), die als das wichtigste Dokument des *Märzes 1968 gilt. Neben hochschulspezifischen Forderungen wie die Gründung einer neuen Jugendorganisation stellte die Deklaration auch allgemeinpolitische Postulate auf, die die Aufhebung der Zensur, ökonomische Reformen zur Steigerung der Effektivität und der Eigenverantwortung in der Wirtschaft, die Unabhängigkeit der Justiz, die Schaffung eines Verfassungsgerichtes und unabhängiger Gewerkschaften betrafen. Am 10. April 1968 wurde Król verhaftet und für drei Monate ins Gefängnis gesteckt.1972–77 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Gemeinsam mit Małgorzata Dziewulska übersetzte er Tocquevilles Werk „Über die Demokratie in Amerika“ (erschienen 1976). 1975 unterschrieb Król den *Brief der 59 vom 5. Dezember an den Sejm, in dem die geplanten Verfassungsänderungen kritisiert und die politische Zielstellung der Opposition vorgestellt wurde. Er publizierte in Exilzeitschriften – in der Pariser *„Kultura“ (Kultur) und dem Londoner „Aneks“ (Anhang) – sowie in der Samisdat-Zeitschrift *„Zapis“ (Aufzeichnung). Im September 1978 trat er der *Gesellschaft für Wissenschaftliche Kurse (Towarzystwo Kursów Naukowych; TKN) bei, wo er Vorlesungen und Seminare zum polnischen konservativen Denken im 19. Jahrhundert, zu den politischen Traditionen der Oppositionsverlage nach 1976 und zum polnischen Denken im 20. Jahrhundert sowie ein Doktorandenstudium (unter anderem für Aleksander Hall) abhielt.Gemeinsam mit Wojciech Karpiński schrieb er das Buch „Von Mochnacki zu Piłsudski. Politische Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts“ (Od Mochnackiego do Piłsudskiego. Sylwetki polityczne XIX. w.; 1974), das zu einer der wichtigsten Lektüren junger Oppositioneller in der zweiten Hälfte der 70er Jahre wurde. 1977/78 war Kisielewski Dozent an den Universitäten Yale und Austin in den USA. 1979 veröffentlichte er in Paris das Buch „Stilformen politischen Denkens. Im Umfeld von ‚Bunt Młodych‘ und ‚Politika‘“ (Style politycznego myślenia. Wokół „Buntu Młodych“ i „Polityki“), in dem er die Ideenwelt der Vorkriegszeitschriften analysierte, deren Redakteur Jerzy Giedroyc war. In Polen erschien das Buch 1980 im Unabhängigen Verlagshaus *NOWA (Niezależna Oficyna Wydawnicza NOWA). Król nahm an inoffiziellen Seminaren teil, die ab 1976 bei Jerzy Jedlicki stattfanden. Bei diesen Treffen entstand die Idee, eine vierteljährlich erscheinende politologische Zeitschrift herauszugeben, die den polnischen intellektuellen Eliten aktuelle Trends des politischen Denkens des Westens näherbringen sollte. Król wurde Leiter der Redaktion der zu diesem Zweck gegründeten „Res Publica“, der außerdem Wiktor Dłuski, Damian Kalbarczyk, Wojciech Karpiński, Paweł Kłoczowski, Tomasz Łubieński, Paweł Śpiewak und Barbara Toruńczyk angehörten. Die Erstausgabe der „Res Publica“ erschien im Frühjahr 1979 (heute heißt die Zeitschrift „Res Publica Nowa“). Der Anspruch der Zeitschrift bestand in der Analyse der Wirklichkeit sowie der „unterschiedlichen Möglichkeiten, die sich sogar in unserer geopolitischen Situation ergeben“. (Der bekannteste Autor von „Res Publica“, Stefan Kisielewski, vertrat unter anderem die Forderung, die polnische Opposition solle sich mit der sowjetischen Führung über die Köpfe der polnischen Kommunisten hinweg direkt verständigen.) Die Texte der „Res Publica“ waren von der Überzeugung geleitet, dass die Rechte und Freiheiten des Individuums im Mittelpunkt stehen. Sie pflegten einen liberal-konservativen Stil und waren Utopien und jeglichem Extremismus gegenüber misstrauisch. Patriotische Parolen und die Verwendung von Symbolen der polnischen Unabhängigkeit durch die Opposition wurde von „Res Publica“ als Anheizen „dummer Emotionen“ verurteilt. 1980 wurde Król Berater der Gewerkschaft *Solidarność der Region Masowien. Im Herbst 1981 wandte er sich an die Behörden, um die legale Herausgabe der „Res Publika“ zu erreichen. Trotz mündlicher Zusagen fiel bis zur Ausrufung des *Kriegsrechts am 13. Dezember 1981 keine Entscheidung. (Insgesamt erschienen acht Ausgaben im Samisdat; eine neunte war vorbereitet, aber das *Kriegsrecht verhinderte ihre Auslieferung.) Nach dem 13. Dezember 1981 publizierte Król zahlreiche analytische und programmatische Texte, unter anderem im *„Tygodnik Powszechny“, in der *„Krytyka“ und den Broschüren der „Gruppe politischer Publizisten“ (Grupa Publicystów Politycznych). 1982 trat er in die Redaktion des *„Tygodnik Powszechny“ ein, ab 1984 war er Mitglied im inoffiziellen von Stanisław Stomma geleiteten Klub für politisches Denken „Dekanat‘“ (Klub Myśli Politycznej „Dziekania“). Dieser strebte die stufenweise Legalisierung von oppositionellen Organisationen an, um so mit der Zeit zu einer Koexistenz oppositioneller Mitte-Rechts-Milieus mit der geschwächten Staatsmacht zu kommen. Diese Taktik beurteilten viele im Untergrund tätige *Solidarność-Aktivisten als gegen die Gewerkschaft gerichtet und als eine De-facto-Integration der Opposition in das kommunistische System.Mitte 1987 akzeptierte Król den Vorschlag der Behörden, „Res Publica“ offiziell unter Kontrolle der Zensur erscheinen zu lassen. Dies rief die Kritik einer Reihe von Oppositionsaktivisten hervor, aber die Zeitschrift erreichte nunmehr eine Auflage von 25.000 Exemplaren. Ab November 1987 gehörte er einer Gruppe von Persönlichkeiten an, die von Lech Wałęsa zusammengerufen worden waren und sich am 18. Dezember 1988 als *Bürgerkomitee beim Vorsitzenden der *Solidarność (Komitet Obywatelski przy Przewodniczącym NSZZ „Solidarność“) konstituierten. Er nahm an den Beratungen des *Runden Tisches (6. Februar bis 5. April 1989) als Mitglied der Kommission für politische Reformen und der Unterkommission für Massenmedien teil. Nach dem politischen Umbruch war Marcin Król bei den Präsidentenwahlen 1990 Mitglied im Wahlkampfteam von Tadeusz Mazowiecki. Seit 1992 ist er Professor am Institut für Angewandte Gesellschaftswissenschaften der Universität Warschau und publizistisch tätig (unter anderem bei „Res Publica Nowa“ und dem *„Tygodnik Powszechny“).Krzysztof Burnetko Aus dem Polnischen von Markus Pieper und Wolfgang Templin Letzte Aktualisierung: 11/15

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Krollmann, Maria

* 15.1.1904 – ✝ 13.5.1994

Geboren am 15. Januar 1904 in Wanne-Eickel als Maria Johanna Burbaum. Die Tochter eines Bergmanns besuchte die Handelsschule, anschließend kaufmännische Lehre, arbeitete als Kontoristin und Stenotypistin. Während des Kapp-Putsches im März 1920 war sie Sanitätshilfe und trat zunächst in die USPD und Ende 1920 in die KPD ein. Im Sekretariat der KJD in Bochum tätig, später UB-Leiterin des KJVD Essen. 1926 heiratete sie den Bochumer KPD-und RFB-Funktionär Erich Krollmann. Ende 1928 Instrukteurin der Abteilung Agitprop der BL Wasserkante in Hamburg und in Schleswig-Holstein, zeitweise gehörte sie dem Sekretariat der BL Wasserkante an. 1929 wurde sie Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft. Von Januar 1933 bis Februar 1934 Kursantin an der Internationalen Leninschule in Moskau. 1934 kehrte sie über Prag zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurück (Deckname Hertha). Zunächst Instrukteurin und UB-Leiterin in Leipzig, anschließend Oberberaterin für die Anleitung der illegalen Bezirksleitungen in Stuttgart, Frankfurt/M. und Mannheim. Im Januar 1935 in Mannheim verhaftet und nach Leipzig überführt, wo sie am 4. Oktober 1935 vom 1. Senat des VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Sie saß bis zur Befreiung im Zuchthaus Jauer und kehrte 1945 dann nach Lübeck zurück. Inzwischen mit dem bekannten Lübecker Kommunisten Erich Klann verheiratet, gehörte Maria Krollmann Ende der vierziger Jahre zu den Spitzenfunktionären der KPD in Schleswig-Holstein. Die Zeitschrift »Stern« nannte sie 1949 sogar in Anspielung an die rumänische Stalinistin Pauker »Anna Pauker des Nordens«. Aber Anfang der fünfziger Jahre kritisierte Maria Klann die totale Unterordnung der westdeutschen KPD unter die SED. Daraufhin im August 1952 aus der KPD wegen »parteischädigenden Verhaltens« ausgeschlossen, galt sie nunmehr wie üblich als »Titoistin und amerikanische Agentin«. Die »überparteiliche« VVN, deren langjährige Lübecker Vorsitzende sie war, verstieß sie ebenfalls. Ein Antrag auf Mitgliedschaft in der SPD wurde 1954 noch abgelehnt, zwei Jahre später wurde sie in die Reihen der deutschen Sozialdemokratie aufgenommen. Das Landesamt für Verfassungsschutz Schleswig-Holstein warnte aber noch 1958 vor Maria Krollmann-Klann. Sie mußte viele Jahre für ihre Anerkennung als Opfer des Nazi-Regimes kämpfen. Bis 1973 ehrenamtliche Vorsitzende der AWO in Lübeck. Maria Krollmann-Klann starb am 13. Mai 1994 in Lübeck.

Wer war wer in DDR

Kropp, Willi (Wilhelm)

* 3.1.1899 – ✝ 8.8.1961

Geb. in Grünberg (b. Giessen); Vater Kfm., Mutter Bäuerin; Grund- u. Realschule; bis 1916 Anhänger der Wandervogelbew.; 1914/15 Volontär in einer Hamburg Buchhandlung; 1915/16 Eleve auf einem Gut u. Besuch einer Landw.-Schule; 1917 Volontär in der Gartenbaugenossenschaft Eden bei Oranienburg; 1918 Kriegsdienst, Uffz.; 1919/20 Mitgl. einer Siedlergr. in der Nähe der Edertalsperre; 1920 – 22 Bergarb. bei Bochum; 1920 KJVD; KPD; 1921 – 23 KJVD-Bildungsobmann im Ruhrgeb. u. im Bez. Hessen / Frankfurt (Main); 1921 – 51 Lebensgem. mit Gertrud Sartorius; 1922/23 Assistent der landw. Versuchsstation in Darmstadt; 1923 Angest. beim Arbeitsamt Dotzheim (b. Wiesbaden); antimilitar. Tätigkeit gegen die frz. Besatzungstruppen, Juni 1923 Festnahme in Wiesbaden u. Verurteilung durch ein frz. Militärgericht zu einem Jahr Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Diez / Lahn; Sept. – Nov. 1924 Ltr. des Lit.-Vertriebs der KPD in Frankfurt (Main) u. in Stuttgart; Mitgl. der KPD-BL Württemberg; 1925 – 30 versch. KPD-Funktionen im Ruhrgeb., u. a. 1. Red. der Ztg. »Ruhr-Echo«; Ende 1929 wegen »Hochverrats« zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt; 1930/31 Emigr. in die UdSSR; Red. der »Dt. Zentralztg.« in Moskau; 1931 – 33 Haft in der Festung Darmstadt; Jan. 1933 Mitarb. in der Abt. Agit./Prop. des ZK der KPD; dann Mitgl. der BL u. Sekr. für Agit./Prop. des Parteibez. Berlin-Brandenb.-Lausitz-Grenzmark; Mai 1933 Verhaftung u. Beugehaft, bis Okt. 1934 KZ Sonnenburg u. Lichtenburg; Mitgl. der illeg. Parteiltg.; nach Entlassung Buchhalter; Dez. 1934 Emigr. nach Frankreich u. 1935 in die UdSSR; Ltr. des Thälmann-Komitees der KPD-Führung; bis Ende 1940 Ref. im Skandinav. Ländersekr. der KI, persönl. Mitarb. von Wilhelm Florin; 1941 Mitarb. im Verlag für fremdspr. Lit.; Kursant an der KI-Schule in Kuschnarenkowo; 1942 Spezialschule für Fallschirmspringer in der Nähe von Moskau; danach Einsatz in einem Kriegsgefangenenlager im Ural; 1943 Lehrer an der Kriegsgefangenenschule in Krasnogorsk; 1944 Lektor an der Parteischule der KPD Nr. 12 bei Moskau. 28.5.1945 als Mitgl. der Gruppe  Gustav Sobottka nach Stettin; dort Vorträge in einer Kriegsgefangenenschule; gerät wegen Aufbau u. Ltg. eines eigenständigen KPD-Parteibez. Nordpommern mit Sitz in Greifswald in Konflikt mit dem Vors. der KPD-LL Mecklenb.-Vorpom., Gustav Sobottka; Juli – Nov. 1945 Ltr. der Abt. Kultur in der KPD-LL in Schwerin; am 18.9.1945 per Beschluß der LL der Fraktionsmacherei u. separatist. Bestrebungen beschuldigt u. dem ZK zur Verfügung gestellt; nach Aussprache bei  Wilhelm Pieck im Nov. 1945 zum Ltr. der zukünftigen PHS berufen; 1946/47 Ltr. der PHS; anschl. bis 1951 Vizepräs. u. Studiendir. der DVA; 9.8.1951 Rüge durch die ZPKK u. a. wegen Unterdrückung von Kritik u. Betretens des Berliner Westsektors, Entlassung aus der DVA; dann Red. in der Abt. Information des ADN; Hrsg. der internen »Roten Information«; 1952 Heirat mit Waltraud Schlegel; 1953/54 Ltr. der ADN-Abt. Schulung; 1954 Red. in der Abt. Prop. der Ztg. »Neues Dtl.«; Lehrstuhl Hist.-Mat. an der FDGB-HS Bernau; gest. in Weimar.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Kroszewski, Gerhard

* 7.3.1921 – ✝ 31.1.1996

Geb. in Erfurt; Vater Heizer u. KPD-Funktionär; 1935 Verhaftung des Vaters, Abbruch der Mittelschule; 1936 – 45 Lehre u. Arbeit als Büromaschinenmechaniker; 1945 Volkssturm. 1945/46 KPD/SED; 1945 Einstellung bei der Polizei, Kriminalamt Erfurt; 1947 Ltr. der Kripo Eisenach; 1948 Lehrer an der Landespolizeischule Erfurt; 1949 Vors. der PKK an der VP-Schule Pirna; 1950 Einstellung beim MfS, Abt.VIIa (ab 1951 HA I, VP-Bereitschaften), später Abt.-Ltr.; 1953 Oberst-Ltn.; 1955 2. Sekr. der SED-PO im MfS; 1955 – 58 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 BdL, 1959 Ltr. des BdL; 1961 OibE im Min.-Rat der DDR, stellv. Ltr. des Büros des Präs.; 1962 Ltr. der Wirtschaftsverw., dann Ltr. der Protokollabt.; 1969 Abt.-Ltr. in der ZAGG; Nov. 1969 wiss. Mitarb. der HA KuSch, Abt. Schulung; 1972 Entlassung, Rentner; gest. in Berlin.Jens Gieseke

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Krüger, Emil Fritz

* 13.11.1872 – ✝ 1933

Geboren am 13. November 1872 in Leipzig; besuchte die höhere Schule. Er lebte einige Jahre in Budapest, kam 1900 nach Berlin. Der gelernte Notenstecher und spätere Krankenkassenangestellte gehörte dem Verband der Notenstecher an und trat in die SPD ein. Von 1906 bis 1909 Inhaber eines Restaurants, dann Schleifer bei Siemens & Halske. Dort wegen seiner Beschwerden über schlechte sanitäre Einrichtungen entlassen, später Krankenkassenangestellter in Charlottenburg und Reinickendorf. Er war Vorstandsmitglied des II. Wahlkreises Groß-Berlin der SPD und der Pressekommission des »Vorwärts« sowie der Branchenkommission des Verbandes der Büroangestellten Deutschlands. Als Mitglied des Zentralvorstandes der USPD von Groß-Berlin gehörte er zu der am 24. März 1918 verhafteten Helfergruppe um Leo Jogiches. Er nahm am Gründungsparteitag der KPD teil, hat dort den Bericht der Mandatsprüfungskommission verlesen und wurde für Berlin in die Programmkommission gewählt. Im Protokoll des Gründungsparteitages ist nur von »Krüger« die Rede. 1919 für einige Wochen in Moabit inhaftiert, trat er in der KPD später nicht mehr in Erscheinung. 1931 als Krankenkassenangestellter pensioniert, 1933 schwer erkrankt, Emil Fritz Krüger starb Pfingsten 1933 in Berlin.

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Krüger, Alfred

* 28.9.1920

Geb. in Emden; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Bäcker; RAD; Wehrmacht u. Kriegsgefangenschaft, anschl. Wald- u. Transportarb. Ab 1946 erneut als Bäcker tätig, dann Konsum-Verkaufsstellenltr. in Schwarzenberg; SED; 1948 – 51 Dir. der HO in Aue, danach Ltr. der HO-Gaststättenbetriebe des Leipziger Hauptbahnhofs; 1958 – 77 GD der MITROPA, später Ltr. des MITROPA-Betriebes auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld.Andreas Herbst

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Krüger, Horst

* 14.12.1942 – ✝ 10.3.2005

Geb. in Berlin; Maurerlehre; Mitgl. einer Amateurband in Eisenhüttenstadt (Gesang, Keyboard, Baßgitarre, Schlagzeug); 1960 – 61 Wehrdienst bei der NVA, Sänger im Erich-Weinert-Ensemble, dort musikal. Weiterbildung; anschl. in versch. Jazzformationen, u. a.  Klaus Lenz Band, 1966 Wechsel zum Wolfgang-Brandenstein-Ensemble u. Mitbegr. des Gerd-Michaelis-Chors, 1968 erste eigene Gruppe: Horst-Krüger-Sextett, später erweitert um Bläser zum Septett u. mit Gerti Möller als Sängerin, von Beat-Musik beeinflußte Schlagerkompositionen; 1971 LP »Horst Krüger u. sein Ensemble«, 1972 LP »Geh durch die Stadt«; 1972 Gründung der Horst-Krüger-Band u. a. mit Michael Heubach (Keyb.), Heinz-Jürgen »Gotte« Gottschalk u.  Tamara Danz (1973), 1974 2. Preis beim Interpretenwettbewerb der DDR, 1975 LP »Horst-Krüger-Band«, Erfolgstitel »Tagesreise« (Heubach/ Schaffer), »Ich bin da« (Krüger/Schaffer), Auftritte in Polen, Bulgarien, Sowjetunion, Nordafrika, West-Berlin; 1977 Auflösung der Band, danach vornehml. Kompositionen u. Arrangements für zahlr. Solisten (Karel Gott, Eva-Maria Pieckert, Halina Franckowiak, Gerti Möller u. a.), das Rundfunk-Tanzorchester Berlin u. »Ein Kessel Buntes«; Komposition der ersten DDR-Rockoper »Rosa Laub« (Libretto  Waldtraut Lewin), 1981 Uraufführung mit der Amateurband »Badister« am Rostocker Volkstheater (LP 1982); ab 1980 auch Filmmusiken; 1980 Kunstpreis der FDJ; 1982 Konzertprogramm »Horst-Krüger-Band live«, Rockoper »Zaubersprüche« (unveröff.); Mentor u. Berater für Nachwuchsinterpreten, ca. 1.200 Kompositionen, mehr als 40 Veröff. auf Singles u. Samplers. Nach 1990 gelegentl. Auftritte; CD »Quer-Beat« mit Titeln versch. Krüger-Formationen.Jan Wielgohs

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Krupski, Janusz

* 1951 – ✝ 2010

Historiker; Herausgeber des unabhängigen Bulletins „Komunikat“ des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (*KOR) und von *„Zapis“; Gründer und langjähriger Autor der Zeitschrift junger Katholiken „Spotkania“; Koordinator der Historischen Sektion beim Überbetrieblichen Gründungskomitee und später beim Danziger Regionalvorstand der *Solidarność; Pseudonym: „Janusz Topacz“.Janusz Krupski wurde 1951 in Lublin geboren. 1970–75 studierte er an der Katholischen Universität Lublin Geschichte. Er und seine Studienfreunde Bogdan Borusewicz und Piotr Jegliński waren entschlossen, radikale Schritte zu unternehmen, um die Unabhängigkeit Polens zu erreichen. Sie hielten es für möglich, in der Tradition des antikommunistischen Untergrundes den bewaffneten Kampf aufzunehmen. Krupski versuchte sogar, sich in der paramilitärischen staatlichen Liga zur Landesverteidigung (Liga Obrony Kraju) anzumelden, um schießen zu lernen. 1973 widersetzte sich Krupski als Vorsitzender des Wissenschaftskreises der Geschichtsstudenten seiner Universität auf einer Studentenversammlung dem Plan der Behörden, alle Jugendorganisationen zu vereinigen und an der Katholischen Universität Lublin den staatlichen Sozialistischen Polnischen Studentenverband (Socjalistyczny Związek Studentów Polskich; SZSP) als einzige Vertretung aller Studenten zuzulassen. Offen kritisierte er dort das politische System Volkspolens und seiner Verbündeten. Nachdem der SZSP gegründet worden war, trafen sich Krupski, Bogdan Borusewicz und andere Studenten mit dem polnischen Primas Kardinal Stefan Wyszyński, der Kanzler der Katholischen Universität war. Wyszyński verbot, nachdem er sich ihre Argumente angehört hatte, die Tätigkeit des Sozialistischen Studentenverbandes an seiner Hochschule. 1974–76 war Krupski Vorsitzender des „Verständigungskomitees der akademischen Gesellschaften der Katholischen Universität Lublin“, wie sich die unabhängige Studentenselbstverwaltung nannte, und nahm an zahlreichen Treffen mit Studenten anderer Universitäten am Rande von wissenschaftlichen Tagungen und Workshops teil. Zusammen mit seinen Kommilitonen führte er dort manches Redegefecht, vor allem mit den die Theorie und Praxis des volkspolnischen Kommunismus verteidigenden Studenten der Politischen Militärakademie. 1974 hing er gemeinsam mit Kommilitonen am Jahrestag der Arbeiterproteste vom *Dezember 1970 öffentlich Traueranzeigen aus und organisierte einen Gottesdienst für die polnischen Offiziere, die 1940 in Katyń von der sowjetischen Geheimpolizei ermordet worden waren. Ende 1975 besuchte Krupski als Beobachter den Prozess gegen den Lubliner Studenten Stanisław Kruszyński, der angeklagt war, sich in Privatbriefen an seine Familie kritisch über das politische System Volkspolens geäußert zu haben und der dafür zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Im Frühjahr 1976 beteiligte sich Krupski an der Sammlung von Unterschriften zu Kruszyńskis Verteidigung. Im Juni 1976 gingen Krupski und einige Kommilitonen (Janusz Bazydło, Janusz Krzemiński und andere) zur „Versammlung der Jugend und Studenten Europas“, die in Warschau tagte. Dort gaben sie sich als Vertreter eines „Komitees der Polnischen Jugend zur Überwachung der Einhaltung der Beschlüsse der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ aus und übergaben einen offenen Brief, der anhand zahlreicher Beispiele Menschenrechtsverletzungen in Polen auflistete. Die geistlichen und intellektuellen Autoritäten waren für die unabhängigen Lubliner Studentenkreise Dominikanerpater Ludwik Wiśniewski, der die akademische Seelsorge leitete und Vorlesungen und Seminare an Universität hielt, die Historiker Władysław Bartoszewski und Zdzisław Szpakowski sowie der Pädagoge Adam Stanowski. Władysław Bartoszewski erinnerte sich später wie folgt an jene Zeit: „Für mich [...] bleibt eine wertvolle Erinnerung, dass sich unter meinen Schülern [...] Bogdan Borusewicz, Janusz Krupski, Jan Stepek, Piotr Jegliński und viele andere befanden, denen ich – wie sie mir bestätigten – erstmals vom polnischen Untergrundstaat und den damit verbundenen polnischen Traditionen erzählte, die bis heute weiter gelten.“ Es waren die Schilderungen von der funktionierenden Untergrundpresse in der Zeit der Okkupation im Zweiten Weltkrieg, die Krupski und seine Kommilitonen davon überzeugten, selbst eine eigene Verlagstätigkeit im Untergrund aufzubauen.Die Lubliner Studenten entwickelten einen eigenen Stil, der von der Betonung der katholischen Soziallehre ebenso geprägt war wie von der Distanz zum rechtsnationalen Katholizismus und zu einem Personalismus, wie ihn die katholische Monatszeitschrift „Więź“ (Bindung) vertrat. Krupski trat erst 1976 dem Warschauer *Klub der Katholischen Intelligenz (Klub Inteligencji Katolickiej; KIK) bei, um die Gruppe um Tadeusz Mazowiecki zu unterstützen, die sich immer entschiedener der Politik der Machthaber entgegenstellte. Bis dahin interessierten sich Krupski und wahrscheinlich auch der Rest der Lubliner Gruppe noch für die Befreiungstheologie, was sie kurzzeitig Antoni Macierewicz näherbrachte, der zu dieser Zeit ähnliche Überzeugungen vertrat. Zum Jahreswechsel 1976/77 sammelte Krupski Unterschriften für eine Petition, die die Einrichtung einer parlamentarischen Kommission zur Untersuchung der Übergriffe im *Juni 1976 in Radom und Ursus forderte. Bereits im Sommer 1974 plante Krupski gemeinsam mit Piotr Jegliński eine Reise in den Westen, um dort einen Vervielfältigungsapparat für die Untergrund-Verlagsarbeit zu besorgen. Er erhielt jedoch keinen Pass, woraufhin Piotr Jegliński allein fuhr. Anfang 1976 erhielt Krupski Witold Wójtowicz, einem Schauspieler des Universitätstheaters Lublin, ein Spiritus-Abzugsgerät. Dieses war eines der ersten, das sich in den Händen der Opposition befand. Krupski schickte über Piotr Jegliński mikroverfilmte Informationsmaterialien über die polnische Opposition an das Pariser Exil und an *Radio Freies Europa und fuhr mit dem gleichen Ansinnen 1977 mehrmals nach Dresden, von wo aus die Möglichkeit bestand, Bücher und Samisdat-Publikationen in den Westen schmuggeln zu lassen. Im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten wurde ein Prozess von der Obersten Militärstaatsanwaltschaft gegen Krupski wegen vermeintlicher Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten vorbereitet, der erst 20 Jahre später eingestellt werden sollte. Dank der Vermittlung von Antoni Macierewicz konnten die ersten „Kommuniqués“ (Komunikaty) des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (Komitet Obrony Robotników; *KOR) und die ersten beiden Ausgaben der unabhängigen Literaturzeitschrift *„Zapis“ (Aufzeichnung) vervielfältigt werden. Zusammen mit Witold Wójtowicz erfand Krupski den Namen ihrer neuen Unternehmung: „Unzensierte Verlagsanstalt“ (Nieocenzurowana Oficyna Wydawnicza). Kurz darauf schlug Mirosław Chojecki vor, die Untergrundverlage in Warschau und Lublin zusammenzulegen und den Namen in Unabhängiges Verlagshaus *NOWA (Niezależna Oficyna Wydawnicza NOWA) zu ändern. Im Herbst 1977 begann Krupski, gemeinsam mit anderen die Zeitschrift „Spotkania“ (Begegnungen) als „unabhängige Zeitschrift junger Katholiken“ herauszugeben. Außer ihm gehörten zu den Verantwortlichen Zdzisław Bradel, Wojciech Oracz, Józef Ruszar und Stefan Szaciłowski, die von verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen in Lublin, Krakau und Warschau kamen. Mit der Zeitschrift verbunden war auch Janusz Basydło. Jan Chomicki, Jegliński und Tadeusz Konopka arbeiteten mit. Krupski formulierte in dem mit einem Pseudonym unterschriebenen Einführungsartikel die politischen Ziele von „Spotkania“ wie folgt: „Unser Hauptziel, ein unabhängiges und demokratisches Polen, erfordert internationale Zusammenarbeit. Ein freies Polen in einer freien Welt! Ohne die Unabhängigkeit der Völker der Sowjetunion werden wir unsere eigene Freiheit, weder erringen noch behalten können.“ Außerdem sei es notwendig, so Krupski weiter, ungerechte Gesellschaftsstrukturen umzubauen und die Individualität der Menschen zu stärken. (O co chodzi?/Worum geht es?, „Spotkania“ Nr. 1/1977)In der mit einer Auflage von 300–400 Exemplaren hergestellten, kostenlos verteilten Zeitschrift, die anfangs einen Umfang von einigen Dutzend (in den achtziger Jahren dann einige Hundert) Seiten hatte, schrieben unter anderen folgende Autoren Artikel und Beiträge: die Priester Franciszek Blachnicki, Adam Boniecki, Henryk Gulbinowicz, Stanisław Małkowski, Tadeusz Styczeń, Józef Tischner, Ignacy Tokarczuk, Karol Wojtyła und Stefan Wyszyński, bekannte Intellektuelle wie Władysław Bartoszewski, Stefan Kisielewski, Leszek Kołakowski, Stanisław Krajewski, Henryk Krzeczkowski, Jan Józef Lipski, Leszek Nowak, Adam Stanowski und Jacek Woźniakowski, aber auch Jüngere wie Janusz Bazydło, Wojciech Chudy und Jan Andrzej Stepek. Die „Spotkania“ zeichnete sich dadurch aus, dass sie zum ökumenischen Dialog mit anderen Konfessionen sowie mit Atheisten offen war. Thematisiert wurden Menschenrechtsfragen, die Rolle von Familie und Schule in der Erziehung und Behindertenrechte. Man druckte Erklärungen der katholischen Kirche, Dokumentationen des Pontifikats Johannes Pauls II. und Informationen über das katholische Leben in Polen, Litauen, der Ukraine und der Tschechoslowakei, deren Veröffentlichung andernorts von der Zensur verhindert wurde. Dazu gehörte beispielsweise 1980 die päpstliche Enzyklika „Redemptor hominis“ in tschechischer Sprache. Während des *Kriegsrechts propagierte die Zeitschrift unter anderem Gewaltlosigkeit, den Rückzug ins Private und die Kritik am Marxismus. Ende 1978 stellte Krupski die Zeitschrift im größten unabhängigen Kultursalon von Anna und Tadeusz Walendowski in Warschau vor. Er war der einzige, der von der ersten bis zur letzten Ausgabe von „Spotkania“ (Nr. 35 im Herbst 1988) in der Redaktion geblieben war. Oftmals half er auch beim Druck und der Verteilung der Zeitschrift mit, als Redaktionsadresse war seine private Adresse zu Hause angegeben. Krupski wirkte bei der Gründung des Verlages „Editions Spotkania“ in Paris mit, der nicht nur ab Anfang 1978 „Spotkania“ in einer Ausgabe für das Exil herausbrachte, sondern auch eine eigene Buchreihe, in der unter anderem folgende Texte erschienen: „Erinnerungen aus Kasachstan“ (Wspomnienia z Kazachstanu) von Władyslaw Bukowiński, „Betrachtungen über Moral und die Ursachen gesellschaftlicher Unterdrückung“ von Simone Weil, „Polnische Art des Dialoges“ (Polski kształt dialogu) von Józef Tischner, „Starobilsker Erinnerungen“ (Wspomnienia starobielskie) von Józef Czapski sowie das „Kultbuch“ der demokratischen Opposition in Polen: „Die Abstammung der Hochmütigen“ (Rodowody niepokornych) von Bohdan Cywiński. Krupski wirkte außerdem am Disskussionsklub „Spotkania“ mit, der in Lublin in der Wohnung von Bożena Wronikowska stattfand. Krupski war Mitunterzeichner des am 23. August 1979 veröffentlichten Appells für freie Wahlen in Polen des Verständigungskomitees für nationale Selbstbestimmung (Komitet Porozumienia na rzecz Samostanowienia Narodu). Während der 70er Jahre wurde er mehrmals von Miliz und Staatssicherheit verhaftet und verhört. Von Herbst 1980 bis Dezember 1981 war Krupski Koordinator der Historischen Sektion beim Überbetrieblichen Gründungskomitee (Międzyzakłodowy Komitet Założycielski), später bei der Danziger Regionalleitung *Solidarność. Ein Ergebnis seiner dokumentarischen Arbeit war der 1987 in Paris erschienene Sammelband „Dezember 1970. Chronik. Dokumente. Berichte“ (Grudzień 1970. Kronika. Dokumenty. Relacje).Direkt nach der Ausrufung des *Kriegsrechts am 13. Dezember 1981 entkam Krupski der Internierung und hielt sich versteckt. Am 22. Oktober 1982 wurde er verhaftet und bis zum 8. Dezember in Lublin interniert. Er lehnte den Vorschlag der Staatssicherheit ab, „Spotkania“ offiziell herauszugeben. Im Januar 1983 wurde Krupski in Warschau auf der Straße von der Staatssicherheit entführt, in die Puszcza Kampinoska, ein Waldgebiet nordwestlich von Warschau, verschleppt und dort mit einer phenolhaltigen Flüssigkeit übergossen, woraufhin er schwere Verätzungen erlitt. Ein nach dem politischen Umbruch 1994 durchgeführter Prozess führte zur Bestrafung der unmittelbaren Täter. 1990–92 war Krupski Direktor des Verlages „Editions Spotkania“ und 1991–93 Redaktionsmitglied der Wochenzeitschrift „Spotkania“. Er war 1992–95 als Experte in der außerordentlichen Parlamentarierkommission zur Untersuchung des *Kriegsrechts und 1995–97 in der Parlamentarierkommission für die Anwendung des Verfassungsrechts (Komisja Odpowiedzialności Konstytucyjnej; KOK). 1993–2000 leitete Krupski den Verlag „Krupski und S-ka“, 2000–06 war er stellvertretender Präsident des Institut für Nationales Gedenken (Instytut Pamięci Narodowej; *IPN) und anschließend Leiter der Behörde für Kriegsveteranen und Opfer von Repressionen (Urząd do spraw Kombatantów i Osób Represjonowanych). Janusz Krupski starb 2010 beim Absturz eines polnischen Regierungsflugzeuges in der Nähe der westrussischen Stadt Smolensk.Agata Kunicka-Goldfinger, Marek Kunicki-Goldfinger Aus dem Polnischen von Markus Pieper Letzte Aktualisierung: 11/15

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Krzikalla, Anton

* 30.8.1887 – ✝ 22.8.1944

Geboren am 30. August 1887 in Laurahütte/ Oberschlesien, wohnte in Mariendorf bei Aachen; Bergarbeiter. Er war dort von 1919 bis 1921 Gemeindevertreter und Gesamtbetriebsratsvorsitzender, dann wegen Beteiligung am März-Aufstand 1921 längere Zeit inhaftiert. 1929 erneut Gemeindevertreter und im September 1930 im Wahlkreis Köln-Aachen für die KPD in den Reichstag gewählt. Im Juli 1931 gab Krzikalla sein Mandat an den Eisendreher Engelbert Esser ab. Vom 28. Februar bis Dezember 1933 in »Schutzhaft«, er war in verschiedene Hochverratsverfahren verwickelt. Im Juli 1937 erneut verhaftet, kam in das KZ Buchenwald, aus dem er im April 1939 nach Mariendorf bei Aachen entlassen wurde. Im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« wurde er am 22.August 1944 wieder festgenommen und in das KZ Sachsenhausen gebracht. Dort ist Anton Krzikalla als Häftling im Außenkommando (Klinkerwerke) am 5.Oktober 1944 umgekommen. Rainer Böger veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Anton Krzikalla.

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Kubišová, Marta

* 1942

Sängerin. Sprecherin der *Charta 77 und prominente Vertreterin der tschechoslowakischen Gegenkultur.Marta Kubišová kam 1942 in Budweis (České Budějovice) zur Welt. 1959 schloss sie die Mittelschule in Poděbrady ab. Dreimal fiel sie durch die Aufnahmeprüfung für ein Medizinstudium in Prag, da ihr die Leitung der Glasfabrik, in der sie arbeitete, eine Studienempfehlung verweigerte. 1962 trat Kubišová am Stop-Theater in Poděbrady auf und wechselte nach zehn Monaten an das Alfa-Theater in Pilsen (Plzeň). Ab August 1964 arbeitete sie für vier Jahre am Rokoko-Theater in Prag. 1966 nahm sie am Musikfestival „Zlatá Lýra“ (Goldene Lyra) in Bratislava (Pressburg) teil und gewann im selben Jahr den Wettbewerb „Zlatý slavík“ (Goldene Nachtigall) als beste Sängerin. Ein Jahr später fand die Premiere des Films „Märtyrer der Liebe“ (Mučednicí lásky) mit ihr als Darstellerin statt, bei dem Jan Němec – seit 1970 mit ihr verheiratet – Regie geführt hatte. Im Juni 1968 gewann Kubišová mit dem Lied „Cesta“ (Der Weg) den ersten Preis des Festivals „Zlatá Lýra“. „Cesta“ war das erste Lied in ihrem Repertoire, mit dem sie ihren Protest zum Ausdruck brachte. Einige Kritiker aus der DDR bezeichneten es damals als konterrevolutionär. Im August 1968 nahm sie unter dramatischen Umständen das Lied „Modlitba pro Martu“ (Gebet für Marta) auf, welches zum überragenden Symbol des Widerstands gegen den *Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei wurde. Im Herbst desselben Jahres verließ Kubišová zusammen mit Václav Neckář und Helena Vondráčková das Rokoko-Theater und trat gemeinsam mit den beiden als das äußerst populäre Trio „Golden Kids“ auf. 1968 gewann Kubišová das zweite Mal den „Zlatý slavík“-Wettbewerb, 1969 erschien ihre erste Langspielplatte „Songy a balady“ (Songs und Balladen), bei deren Neuauflage 1970 die Lieder „Gebet für Marta“ und „Ne“ (Nein) zensiert wurden. Ab Herbst 1969 durfte Kubišová nicht mehr im Fernsehen auftreten, im Rundfunk durften ihre Lieder auf Anweisung der kommunistischen Parteiführung nur noch einmal pro Tag gespielt werden. Als sie 1969 trotzdem erneut den „Zlatý slavík“-Wettbewerb gewann, wurde darüber in den tschechoslowakischen Medien nicht berichtet. Anfang 1970 trat Kubišová zum letzten Mal mit den „Golden Kids“ in Prag auf. Durch eine Intrige der Staatssicherheit wurden ihr weitere Auftritte in der Öffentlichkeit verwehrt: Funktionäre des Staatssicherheitsdienstes hatten Nacktfotos eines Mädchens verbreitet, das Marta Kubišová ähnlich sah und beschuldigten sie in aller Öffentlichkeit der Pornographie. Ihre Karriere als Sängerin war damit bis zum Ende des Kommunismus beendet, sie klebte fortan Tüten für die Produktionsgenossenschaft „Směr“ und fand erst ein Jahr später eine Anstellung als Schreibkraft in einem Prager Baubetrieb. 1972 wurde sie geschieden, ihr zweiter Ehemann war der Regisseur Jan Moravec. Ende 1976 unterzeichnete Kubišová die Erklärung der *Charta 77 und war ab September 1977 zusammen mit Jiří Hájek und später auch mit Jaroslav Šabata und Ladislav Hejdánek deren Sprecherin. 1978 nahm sie zusammen mit Jaroslav Hutka einige Lieder für den Exilverlag „Šafrán“ auf, die auf der Schallplatte „Verbotene Sänger der zweiten Kultur“ (Zakázaní zpěváci druhé kultury) erschienen. Am 1. September 1978 traten beide gemeinsam auf dem „Festival der zweiten Kultur“ auf, das im Sommerhaus von Václav Havel in Hrádeček stattfand. Aufgrund ihrer Schwangerschaft trat Kubišová im November 1978 als Sprecherin der *Charta 77 zurück. 1981 ließ sie sich ein zweites Mal scheiden und begann, in einem Baukombinat zu arbeiten. Am 10. Dezember 1988 trat sie zum Jahrestag der *Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erstmals wieder in der Öffentlichkeit bei einer Versammlung von Oppositionsgruppen auf dem Škroup-Platz in Prag auf und sang dort die tschechoslowakische Nationalhymne. Am 17. November 1989 nahm sie an der Studentendemonstration im Prager Albertov-Viertel teil. Während der *Samtenen Revolution war sie in zahlreichen Initiativen aktiv, beteiligte sich an den ersten Versammlungen des *Bürgerforums (Občanské fórum; OF), sang während einer Großdemonstration in Prag auf dem Wenzels-Platz und nahm an Studentendemonstrationen auf der Letná-Höhe teil. Am 3. Dezember 1989 sang sie auf dem „Konzert für alle redlichen Menschen“. 1990 gewann sie für das *Bürgerforum ein Mandat in der Föderalversammlung, auf das sie jedoch nach kurzer Zeit verzichtete.In den 90er Jahren erschienen in Tschechien eine Reihe von Aufnahmen ihrer alten und neuen Lieder, unter anderem „Lampa“ (Lampe; 1990), „Řeka vůní“ (Der Fluss duftet; 1995) und „Bůh ví“ (Gott weiß es; 1996). Sie moderierte die populäre Fernsehsendung „Chcete mě?“ (Wollt ihr mich?) über ausgesetzte Haustiere, veröffentlichte neue Alben und arbeitete am Theater. Marta Kubišová ist nach wie vor ein fester Bestandteil des tschechischen Kulturlebens. Als Frau, die sich über zwanzig Jahre dem totalitären Regime widersetzt hatte, gilt sie noch heute als Symbol für Mut und Entschlossenheit. Luboš Veselý Aus dem Polnischen von Tim Bohse Letzte Aktualisierung: 06/15

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Küchenmeister, Wera

* 18.10.1929 – ✝ 6.4.2013

Geb. in Berlin; Abitur; seit 1945 freundschaftl. Beziehung zu  Erich Honecker, der sich bei seiner zeitw. Flucht aus dem Zuchthaus bei einer Nachbarin der Skupins aufhielt; 1949/50 Studium am Dt. Theaterinst. Weimar; 1950 – 54 Mstr.-Schülerin bei  Bertolt Brecht; Tätigkeit als Dramaturgin; Doz. an der HS für Filmkunst, Babelsberg; Autorin der DEFA; ab 1966 Chefdramaturgin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters; später Sekr. des Filmbeirats beim Min. für Kultur; freie Autorin in Berlin; verh. mit  Claus K.; 1958/59 Preis für Kinder- u. Jugendlit. des Min. für Kultur; 1959 Ernst-Zinna-Preis und Heinrich-Greif-Preis; Kunstpreis der FDJ; 1971 Kunstpreis des FDGB u. NP (alle Preise gem. mit Claus K.); ab 1964 vom MfS als IM »Sonja«, ab 1976 als IM »Kaminski II« geführt; 1970 Verdienstmedaille der NVA; gest. in Blankensee/Trebbin. Filmszenarien (mit Claus K.): »Sie nannten ihn Amigo« (1959), »Die Abenteuer des Werner Holt« (1965, C. K.), »KLK an PTX – die Rote Kapelle« (1971), »Der große u. der kleine Klaus« (1970), »Aus dem Leben eines Taugenichts« (1973), »Der Lude« (1985).Blankensee, Thümenscher Winkel. Schwedt 1995.Anette Leo

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Kroh, Fritz

* 11.4.1892 – ✝ 18.10.1983

Geboren am 11. April 1892 in Görlitz, Sohn eines Tischlers; lernte Schriftsetzer. 1906 wurde er Mitglied der Arbeiterjugend, 1910 der Gewerkschaft und 1912 der SPD. Ab 1914 Geselle, Wanderschaft, danach Leiter einer Druckerei in Berlin. 1917 Mitglied der USPD. Im Juni 1920 übernahm er die Verlagsleitung des in Halle erscheinenden »Volksblattes«. Kroh kam Ende 1920 mit der linken Mehrheit des Bezirks zur KPD, arbeitete ab 1921 für die KPD-Zeitungen in Mitteldeutschland. 1926/27 vom ZK beauftragt, die von »Trotzkisten durchsetzte Verlagsgenossenschaft« in Hamburg zu »säubern«. Die Komintern schickte ihn 1928/29 nach Wien, wo er den Verlag und die Redaktion der Zeitung der KPÖ »Die Rote Fahne« reorganisierte. Von November 1930 an leitetet er den Verlag der »Roten Fahne« in Berlin und ab 1932 war er Leiter des Komintern-Verlages Literatur und Politik (Wien-Berlin) bzw. der Peuvag. Ab 1933 illegale Arbeit, 1933/34 achtmonatige Haft im KZ Sonnenburg. Er emigrierte Ende 1934 nach Frankreich, war von 1936 bis 1939 Verlagsmitarbeiter der in Paris erscheinenden »Deutschen Volkszeitung«. Kroh wurde im September 1939 interniert und im April 1943 nach Deutschland ausgeliefert, hier bis 1945 Häftling im KZ Sachsenhausen. Im Mai 1945 Mitbegründer und erster Verlagsleiter der »Berliner Zeitung« und Geschäftsführer des Verlages Einheit, von 1949 bis 1956 Instrukteur für Verlage des ZK der SED. Von 1957 bis 1967 Werkleiter der Phönix-Druckerei, zuletzt Mitarbeiter am IML. Er erhielt 1962 den Karl-Marx-Orden. Fritz Kroh starb am 18. Oktober 1983 in Ost-Berlin.

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Krolikowski, Herbert

* 15.3.1924 – ✝ 28.11.2012

Geb. in Oels (Niederschles./Oleśnica, Polen); Vater Arbeiter, Bruder  Werner K; Ausbildung zum kfm. Angest.; ab 1942 RAD, Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. Nov. 1949 Rückkehr nach Dtl.; zunächst kfm. Angest. beim Krs.-Konsum Malchin; März – Aug. 1950 1. Sekr. des DSF-KV Malchin; 1950 – 52 Instrukteur bzw. Sektorenltr. des ZV der DSF; 1952/53 persönl. Ref. des Gen.-Sekr. der DSF; 1952 SED; 1954/55 Studium an der SED-BPS Berlin; 1956 – 58 3. Sekr. an der DDR-Botschaft in Moskau; 1958 – 60 kommissar. Ltr., 1960/61 Ltr. der Abt. Skandinavien im MfAA; Fernstudium an DASR Potsdam, 1959 Dipl.-Staatswiss.; 1962/63 Ltr. der 1. Europaabt. im MfAA; 1963 – 67 stellv. Minister für Ausw. Angelegenh.; 1967 – 69 Studium u. Aspirantur an der Diplomaten-HS der UdSSR, 1969 Prom. zum Dr. phil.; 1969 – 72 Botschafter der DDR in der ČSSR (Nachf. von  Peter Florin); 1971 Kand., 1976 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1973 – 75 erneut stellv. Außenminister, 1975 – 90 Staatssekretär u. 1. Stellv. des Ministers für Ausw. Angelegenh. (Nachf. von  Oskar Fischer); bis 1987 Gen.-Sekr. des »Pol. Beratenden Aussch. der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrags«; 1964 u. 1977 VVO. Gest. in Berlin.Die Org. des Warschauer Vertrages. Berlin 1975; Der Warschauer Vertrag. Berlin 1985.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Krone, Tina (eigtl. Martina)

* 28.2.1957

Geb. in Haldensleben; 1963 Annahme des Namens Rosenkranz vom Stiefvater; 1963 – 71 POS u. 1971 – 75 EOS »Heinrich Heine« in Haldensleben, Abitur; 1975 – 76 Stud. der Lebensmitteltechnol., 1977 – 82 Lehrerstud. mit den Fächern Deutsch u. Engl. an der HU Berlin, Dipl.; ab 1982 Arbeit als Lehrerin; polit. alternatives Engagement u. a. im Friedenskreis Berlin-Friedrichsfelde, der Gruppe »Frauen für den Frieden«, als Red. der illeg. Ztschr. »Friedrichsfelder Feuermelder« sowie in der linken Menschenrechtsgr. »Gegenstimmen«; aufgrund des polit. Engagements diverse Kontrollen und Sanktionierungen, die zu örtl. u. tätigkeitsbezogenen Umsetzungen innerhalb der Volksbildung führten: ab 1983 nur noch als Aushilfslehrerin bzw. Lehrerin ohne eigene Klasse an anderen Schulen eingesetzt, 1986-90 als Erzieherin an einer Hilfsschule geduldet; ab Herbst 1989 aktiv im Neuen Forum. 1990 – 92 Red. der Wochenztg. »die andere«; ab 1992 Bestandsbearb. u. Archivltr. in der Robert-Havemann-Gesell.; Autorin u. Hrsg. mehrerer Sammelbände u. Ztschr.; 2005 Berufung in die Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes »Aufarbeitung der SED-Diktatur«.Wenn wir unsere Akten lesen: Handbuch zum Umgang mit den Stasi-Akten. Berlin 1992 (mit I. Kukutz u. H. Leide); »Sie haben so lange das Sagen, wie wir es dulden«: Briefe an das Neue Forum September 1989 – März 1990. Berlin 1999 (Hrsg.); Wohin treibt die DDR-Erinnerung? Dokumentation einer Debatte. Göttingen 2007 (Mithrsg.).Arno Polzin, Jg. 1962; 1978 – 90 Facharbeiterausbildung und Arbeit als Werkzeugmacher; 1982 – 84 Bausoldat in der NVA; 1984 – 89 Technologie-Fernstudium an der Fach- / Hochschule für Maschinenbau und Elektrotechnik Berlin; 1990 Mitarbeit im Bürgerkomitee zur Kontrolle der Auflösung der Staatssicherheit Berlin; seit 1990 in verschiedenen Positionen bei dem / der BStU in Berlin, seit 2003 dort Mitarbeiter in der Abt. Bildung und Forschung.

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Kropp, Willi (Wilhelm)

* 3.1.1899 – ✝ 8.8.1961

Geboren am 3. Januar 1899 in Grünberg/ Hessen, Sohn eines Kaufmanns; lernte Buchhändler. Aktiv in der Wandervogelbewegung, 1915 begann Kropp eine landwirtschaftliche Lehre auf einem hessischen Gut, ab 1917 war er Volontär einer Obst- und Gartenbau-Genossenschaftssiedlung bei Oranienburg. 1918 Soldat, zuletzt Unteroffizier. 1919/20 in einer Landkommune, dann im Ruhrgebiet, Hilfsschlepper auf einer Zeche in Bochum. Er wurde Mitglied der KJD und der KPD, Funktionär der BL Ruhrgebiet, später Leiter der KJD-Gruppe Darmstadt und Mitglied der BL Hessen-Frankfurt, dort für das Ressort Bildung verantwortlich. Im Juni 1923 wurde Kropp wegen seiner kommunistischen Tätigkeit von der französischen Geheimpolizei verhaftet und einen Monat später zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung siedelte er nach Diez/Lahn über, wo er politisch nicht hervortrat. Er wurde im September 1924 Leiter der Partei-Buchhandlung und des Literaturvertriebes in Frankfurt/M., dann in Stuttgart. Dort in der BL Agitpropleiter, er tendierte zu den Linken und führte heftige Auseinandersetzungen mit den Rechten in Württemberg. Im Mai 1925 wurde Kropp UB-Sekretär, außerdem Geschäftsführer der »Niederrheinischen Arbeiterzeitung« in Duisburg. 1925 standen fast alle UB-Sekretäre Wilhelm Schwan, Max Schütz und Arthur König auf der Seite Ruth Fischers, Kropp war damals der einzige Gegner. 1926 holte Wilhelm Florin den Thälmann-Anhänger Kropp als Agitpropsekretär in die BL Ruhr. Er wurde von Dezember 1926 bis 1928 Orgleiter des Bezirks Ruhr in Essen, dann Redakteur am »Ruhr-Echo«. Während der Konflikte mit den Rechten und Versöhnlern tendierte Kropp zu den Rechten, gab im Dezember 1928 eine Erklärung für das ZK, aber gegen die BL Ruhr ab. Im April 1930 zu zwei Jahren Festung verurteilt, schickte ihn das ZK als Instrukteur nach Baden, anschließend im Auftrag des Westeuropäischen Büros der Komintern verschiedene Einsätze. Anfang Mai 1931 stellte er sich nach Absprache mit Wilhelm Pieck den deutschen Justizbehörden und mußte bis 28. Januar 1933 seine Haftstrafe absitzen, da die Weihnachtsamnestie 1932 für ihn abgelehnt worden war. Kropp übernahm die Agitproparbeit in Berlin-Brandenburg und wurde am 4. Mai 1933 durch Verrat verhaftet und im Polizeipräsidium am Alexanderplatz schwer mißhandelt. Ende September 1934 aus dem KZ Sonnenburg entlassen, emigrierte er im November über Saarbrücken nach Paris und kam im März 1935 in die Sowjetunion. Dort arbeitete er bis 1940 als persönlicher Mitarbeiter von Florin im skandinavischen Ländersekretariat des EKKI. 1941 nach Ufa evakuiert, ab Februar 1942 dort Propagandist unter deutschen Kriegsgefangenen, bis Februar 1943 Oberkommissar in einem Lager am mittleren Ural, anschließend an der Zentralschule 27. Im Sommer 1944 unter dem Pseudonym Willi Keller in der als Objekt 12 getarnten deutschen Parteischule. In der zweiten Maihälfte 1945 wurde Kropp zur Verstärkung der Gruppe Sobottka über Danzig nach Mecklenburg geflogen. Im Juli 1945 Leiter der Abteilung Kultur und Schulung der KPD-Landesleitung Mecklenburg in Schwerin, wegen Differenzen mit Gustav Sobottka bereits im September 1945 nach Berlin, Kropp wurde der erste Leiter der SED-Parteihochschule »Karl Marx« in Liebenwalde. Im Herbst 1947 abberufen, wurde er Direktor der Deutschen Verwaltungsakademie in Forst Zinna. Am 9. August 1951 erhielt Kropp wegen »parteischädigenden Verhaltens« eine Rüge und wurde seiner Funktion enthoben, weil er u. a. den ZK-Beschluß über das Verbot des Betretens der Berliner Westsektoren ignorierte. Ab 1951 Redakteur beim ADN bzw. beim »Neuen Deutschland«, im September 1955 wurde er zum Professor an die FDGB-Hochschule Bernau berufen und erhielt den Orden »Banner der Arbeit«. Wilhelm Kropp starb am 8. August 1961 in Weimar.Peter Erler

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Krötke, Wolf

* 5.10.1938

Geb. in Berlinchen (Krs. Soldin, Ostbrandenb./ Barlinek, Polen); Vater 1945 gefallen; 1957 Abitur am Philantropinum in Dessau; anschl. Beginn des Studiums der Theol. an der Theolog. Fak. der KMU Leipzig; 1958/59 Haft im Zuchthaus Waldheim wegen »Hetze u. staatsgefährdender Prop. u. Herstellung u. Verbreitung von Hetzschriften«; danach Forts. des Studiums am Katechet. Oberseminar in Naumburg (Saale) u. am Sprachenkonvikt Berlin; 1965 Erstes theolog. Examen; 1967 kirchl. Qualifikationsprüfung (Prom.) über Karl Barths Lehre von der Sünde; 1967 – 70 Vikar u. Hilfsprediger in Görschen (Krs. Naumburg (Saale)); anschl. Studentenpfarrer in Halle; 1973 – 91 Doz. des Kirchl. Lehramts für systemat. Theol. am Sprachenkonvikt Berlin; Forschungen zur Theol. Karl Barths u. Dietrich Bonhoeffers, zum Verständnis von Religion u. zur Gotteslehre; 1976 Dr. h. c. der Univ. Tübingen; Mitgl. der Synode der EKU u. des Theolog. Aussch. der EKU; Mitgl. der Kommission für Theolog. Grundsatzfragen beim Bund der Ev. Kirchen in der DDR; 1990 Karl-Barth-Preis der EKU. 1991 Mitgl. in der Kammer für Theol. bei der EKD, im Bonhoeffer-Komitee, der Karl-Barth-Ges. u. der societas ethica; Berufung zum Prof. für systemat. Theol. u. bis 1993 Dekan der Theolog. Fak. der HU Berlin; 1995 Mitgl. der Europ. AdW (Salzburg); 2004 em. W. K. galt als führender systhemat. Theologe in der DDR; zahlr. Veröff. zu dogmat. u. kirchenhist. Themen.Die Kirche im Umbruch der Ges. Tübingen 1994; Gottes Klarheiten. Tübingen 2001; Erschaffen u. erforscht. Mensch u. Universum in Theol. u. Naturwiss. Berlin 2002.Ehrhart Neubert

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Krüger, Ernst

* 9.1.1895 – ✝ 26.10.1970

Geboren am 9. Januar 1895 in Eberswalde, Sohn eines Lackierers; Schlosser und Metallarbeiter. Von 1915 bis 1918 Soldat. 1918 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1920 trat Krüger in die preußische Polizei ein, war Hilfswachtmeister, quittierte im Februar 1921 den Dienst und war ab 1921 Schlosser in Berlin. Seit Herbst 1923 Sekretär für Betriebsräte der KPD-BL Hessen-Kassel, im Februar 1924 verhaftet und zu neun Monaten verurteilt. 1926/27 Polleiter in Berlin-Moabit. 1928/29 hauptamtlicher KPD-Sekretär für den Bezirk Nord mit Sitz Eberswalde, kam Krüger im Herbst 1929 als Abgeordneter in den Brandenburgischen Provinziallandtag, wurde 1929 Sekretär in der Orgabteilung der BL Berlin-Brandenburg und Instrukteur für den Landarbeiterverband der RGO, 1932/33 Redakteur an der Kasseler Parteizeitung. Am 28. Juli 1933 in Brandenburg verhaftet, wurde er zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte. Im Februar 1936 emigrierte er in die ?CSR, dort Emigrationsleiter. Er ging im Dezember 1936 nach Spanien, Angehöriger der Internationalen Brigaden, anschließend im Juli 1938 nach Frankreich, im September 1939 interniert. Krüger gelangte im Mai 1941 über Trinidad in die USA, dort Mitarbeiter und Geschäftsführer der Zeitung »The German American«. Im Oktober 1946 kehrte Krüger nach Deutschland zurück und gehörte von 1947 bis 1949 dem Sekretariat des FDGB-Bundesvorstandes an, 1948/49 Generalsekretär des Bundesvorstandes. 1949 im Sekretariat der SED-Landesleitung Berlin, aber wegen seiner Westemigration aus dem Parteiapparat entfernt, danach Ende 1950 Magistratsdirektor für Materialversorgung von Ost-Berlin. Später war er Werkleiter des VEB »Schnitt und Formenbau« in Berlin-Köpenick, zuletzt Personalleiter bei den Ostberliner Wasserwerken in Friedrichshagen. Er erhielt den VVO in Silber. Ernst Krüger starb am 26. Oktober 1970 in Ost-Berlin.

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Krüger, Hans-Dieter

* 10.3.1930 – ✝ 11.2.2012

Geb. in Penzig (Krs. Görlitz / Pieńsk, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Motorenschlosser u. Elektro-Installateur; 1948 SED; Mitarb. der Jugendabt. beim FDGB-LV Sachsen-Anh. in Halle; 1948 – 52 Red. in der Bezirksred. der »Tribüne« in Halle; ab 1952 in der Red. der »Freiheit« Halle; 1952 / 53 Abt.-Ltr. in der Red. »Freie Erde« in Neustrelitz; 1953 / 54 Schüler, Lehrer, später stellv. Lehrgangsltr. an der Sonderschule des ZK der SED für Journalisten in Leipzig, Fernstud. an der Fak. für Journalistik der KMU Leipzig, 1956 Dipl.-Journalist; ab 1955 Red., Abt.-Ltr., stellv. Chefred., Mitgl. des Red.-Koll. der Ztg. »Freiheit«, 1967 – 89 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Freiheit« Halle (Nachf. von  Günther Bobach); 1969 – 89 Mitgl. der SED-BL Halle; 1955 – 89 Vors. des VDJ-BV Halle, 1967 – 72 auch Mitgl. des Präsidiums des VDJ.Andreas Herbst

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Krüger, Kurt Hermann Ernst Paul

* 17.9.1925 – ✝ 21.10.2006

Geb. in Jüterbog; Vater Kellner, Mutter Verkäuferin; Grundschule u. OS in Jüterbog u. in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf (b. Saalfeld), 1943 Notabitur; anschl. RAD in Unterried (b. Tamm); ab Juni 1943 Wehrmacht, Sold. in Polen, ab Juni 1944 in der UdSSR, 1944 Uffz.; Sept. 1944 übergelaufen beim Kampf um Jassi, anschl. Frontpropaganda bei der kämpfenden Truppe im Auftrag des NKFD; ab Dez. 1944 sowj. Kriegsgef., zahlr. Sonderaufträge des NKWD in den Lagern Asbest, Resch, Jegorachina, Kostensowo u. Irbit; ab 1948 Produktionsltr. im Lager 7351 / 6, Antifa-Schule in Tagil (b. Moskau). Okt. 1949 Rückkehr nach Dtl.; Einsatz bei der Registrierung der zurückkehrenden Kriegsgefangenen in Gronenfelde; dann Tiefbauarb. bei der Bauunion Jüterbog; Febr. 1950 Ref. für Jugendschutz im Landratsamt Luckenwalde; 1950 FDJ, 1950 SED; 1950 / 51 Ltr. der Abt. Agitation der SED-KL Luckenwalde; Apr. – Aug. 1951 illeg. Aufträge des ZK der SED (Abt. Arbeitsbüro) in der Bundesrep. Dtl.; Sept. 1951 2. Sekr. der SED-KL Luckenwalde; 1952 Lehrgang an der SED-LPS »Ernst Thälmann« in Schmerwitz; 1953 – 59 Instrukteur u. bis 1956 Ltr. des Sektors MdI in der Abt. »M«, der späteren Abt. Sicherheitsfragen des ZK der SED, verantw. für den Aufbau der Kampfgruppen; 1954 – 57 Teiln. am 3. Fernunterrichtslehrgang der SED-PHS »Karl Marx«; 1956 Ltr. der AG DVP in der ZK-Abt. Sicherheitsfragen; 1959 Offiziershörer (Stabslehrgang) an der Polit-Schule der NVA in Berlin-Treptow; 1959 – 62 Sektorenltr. der Abt. Sicherheitsfragen des ZK der SED; 1962 – 72 Chef der BdVP Frankfurt (Oder), Oberst; 1963 – 72 Abg. des Bezirkstags Frankfurt (Oder); 1966 / 67 Sonderlehrgang für Führungskader des MdI an der HS der VP in Berlin, Dipl.-Staatswiss.; 1967 Mitgl. der SED-BL Frankfurt (Oder); Sept. 1972 Mitarb. der Abt. Internat. Verbindungen des ZK der SED; 1972 stellv. Generalsekr., 1974 – 82 Generalsekr. des Solidaritätskomitees der DDR; Apr. 1982 – Juni 1986 Botschafter in Afghanistan; 1986 sowj. Med. »40. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg«; 1988 Rentner; gest. in Berlin.Diedrich, T., Wenzke, R.: Die getarnte Armee. Gesch. der KVP der DDR 1952 – 1956. Berlin 2001.Bernd-Rainer Barth

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Krusche, Günter

* 25.2.1931

Geb. in Dresden; Vater kirchl. Angest.; Abitur in Radebeul; 1949 – 54 Studium der Theol. an der Univ. Leipzig; anschl. Predigerseminar in Lückendorf; 1956 Ordination; 1956 – 58 Pfarrer in Taucha (b. Leipzig); danach Studieninspektor am sächs. Predigerseminar in Lückendorf; 1966 – 69 Ref. im Landeskirchenamt Sachsen u. Pfarrer in Dresden; anschl. bis 1974 Studiendir. in Lückendorf; 1970 – 84 Mitarb., ab 1977 Vors. der Studienkommission des Luth. Weltbunds; 1974 Doz. am Sprachenkonvikt in Berlin; ab 1983 Gen.-Superintendent des Sprengels Berlin der Ev. Kirche Berlin-Brandenb. (Nachf. von Hartmut Grünbaum); Mitgl. der Arbeitsgr. »Menschenrechte« des Bunds der Ev. Kirchen in der DDR; 1983 Prom. an der KMU Leipzig; nach anfängl. Unterstützung opp. Gruppen bestritt G. K. in den 1980er Jahren zunehmend die Legitimität opp. Handelns im Schutzraum der Kirche, so war er u. a. 1986 am Verbot der Veranstaltung der »Friedenswerkstatt« in Berlin beteiligt; seit Ende der 1960er Jahre Kontakte zum MfS u. dort als IMB »Günther« erf.; 1991 Wahl in den Zentralaussch. des Ökumen. Rats der Kirchen; seit 1992 Vors. des Kuratoriums der Gossner-Mission; Febr. 1993 nach innerkirchl. Untersuchung u. öff. Diskussion zu K.s MfS-Kontakten Rücktritt als Gen.-Superintendent u. Wechsel in den vorzeitigen Ruhestand; lebt in Berlin. G. K. gilt als Theologe mit besonderem Interesse für sozialwiss. Fragen.Bekenntnis u. Weltverantwortung. Berlin 1986; Spannende Zeiten. Erlebnisse u. Erfahrungen als Generalsuperintendent des Sprengels Berlin von 1989 – 1993. In: Jb. für Berlin-Brandenburg. Kirchengeschichte. Berlin 2007. Findeis, H.; Pollack, D. (Hrsg.): Selbstbewahrung oder Selbstverlust. Berlin 1999.Ehrhart Neubert

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Kubach, Paul

* 15.6.1918 – ✝ 7.12.1995

Geb. in Dresden; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer; 1938/39 RAD, 1939 – 43 Wehrmacht, 1943 – 48 franz. Kriegsgefangenschaft in Algerien. 1948 Rückkehr nach Dtl.; 1948 SED; 1948 – 50 Betriebsabrechner u. 1949/50 Ltr. der Betriebswirtschaft im Sachsenverlag Dresden; 1950/51 Planungsltr. u. 1951/52 Hauptreferent in der Zentrag; 1952 – 57 Abt.-Ltr. Planung, 1957 Instrukteur der Abt. Finanzverw. u. Parteibetriebe im ZK der SED; ab 1963 Dir. für Technik, stellv. Hauptdir. bzw. stellv. GD, 1967 – 83 GD der Zentrag (Nachf. von  Paul Hockarth); 1968 NP.Andreas Herbst

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Kübler, Karl

* 9.11.1889 – ✝ 13.3.1948

Geboren am 9. November 1889 in Backnang; Schreiner. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD, 1917 Übertritt zur USPD, 1920 mit dem linken Flügel der USPD zur KPD. Kübler übte verschiedene Funktionen in Stuttgart aus, war seit 1926 Mitglied der BL Württemberg und wurde 1927 in eine Kommission zur Ausarbeitung eines Aktionsprogramms der KPD in Württemberg gewählt. Da er bei den Auseinandersetzungen mit der starken Gruppe der Rechten in der KP Württemberg 1928/29 zu den eifrigsten Linken zählte, wurde Kübler vom XII. Parteitag 1929 als Kandidat ins ZK berufen. Nach 1933 längere Zeit inhaftiert, trat er nach 1945 politisch nicht mehr hervor. Karl Kübler starb am 13. März 1948 in Stuttgart.

Wer war wer in DDR

Kuckhoff, Greta

* 14.12.1902 – ✝ 11.11.1981

Geb. in Frankfurt (Oder); Vater Musikinstrumentenmacher; Lyzeum u. Oberlyzeum in Frankfurt (Oder); 1924 – 29 Studium der Volkswirtschaft in Berlin u. Würzburg sowie der Soziol. an der Univ. Wisconsin / Madison (USA), Dipl.-Volkswirtin; 1928/29 »honorary fellow« der soziolog. Fak. u. Assistentin von Edward A. Ross; nach Rückkehr aus den USA freiberufl. Sprachlehrerin u. Übersetzerin für engl. u. amerik. Wirtschaftsrecht; 1930 – 32 Assistentin eines Züricher Rechtsanwalts; danach Lehrerin für amerik. Wirtschaftsrecht in Berlin; 1932/33 wiss. Assistentin von Karl Mannheim am Inst. für Sozialforschung in Frankfurt (Main); 1933 Studienaufenthalt an der London School of Economics, dort Vorbereitung der Emigr. für Karl Mannheim; seit 1937 verh. mit Adam K. (1943 hingerichtet); Dolmetscherin im rassenpol. Amt der NSDAP; 1935 KPD; Mitgl. der »Roten Kapelle«, beteiligt an Vorbereitungen für die Nachrichtenübermittlung an den sowj. Nachrichtendienst GRU; 12.9.1942 verhaftet, Febr. 1943 vom 2. Senat des RKG wegen Beihilfe zur »Vorber. zum Hochverrat« zum Tode verurteilt, 1943 zu zehn Jahren Zuchthaus begnadigt; 1944/45 Haft im Frauenzuchthaus Cottbus u. Zuchthaus Waldheim. Mai 1945 Ltr. der Amtsstelle für die entnazifizierten u. herrenlosen Betriebe; 1945/46 stellv. Ltr. der Abt. Ernährung beim Magistrat von Berlin; 1946 SED; ab 1947 stellv. Vors. der Stadtltg. des KB Berlin; 1948/49 Mitgl. des Sekr. der DWK, dort stellv. Ltr. im Fachsekr. Landw., Handel u. Versorgung; 1949 Aufsichtsrat im Verb. Dt. Konsumgenossensch.; 1949/50 Ltr. der HA Wirtschaftspol. im MfAA; 1949 – 58 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 58 Präs. der Dt. Notenbank mit Sitz u. Stimme im Min.-Rat, Apr. 1958 nach Konflikten mit der SED-Führung aus gesundheitl. Gründen ausgeschieden; ab 1964 Vizepräs. des Friedensrats der DDR u. Mitgl. des Weltfriedensrats; 1963 – 75 Präs. der Dt.-Brit. Ges.; 1968 Vizepräs. der Liga für Völkerfreundschaft; 1965 VVO; 1968 Stern der Völkerfreundschaft; 1977 KMO; 1973 Dr. h. c. der MLU Halle; gest. in Berlin.Vom Rosenkranz zur Roten Kapelle. Ein Lebensbericht. Berlin 1972; Vom humanist. Bildungsideal zum realen Soz. Halle 1973. Griebel, R., Coburger, M., Scheel, H.: Erfaßt? Das Gestapo-Album zur Roten Kapelle. Eine Fotodokumentation. Halle 1992; Coppi, H., Danyel, J., Tuchel, J.: Die Rote Kapelle im Widerstand gegen den Nationalsoz. Berlin 1994; Scheidemann, Ch.: G. K. Eine kurze, aber wichtige Episode. In: Müller, U., Scheidemann, Ch. (Hrsg.): Gewandt, geschickt u. abgesandt. Frauen im diplomat. Dienst. München 2000.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs