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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Lauter, Hans

* 22.12.1914 – ✝ 31.10.2012

Geb. in Adelsberg (b. Chemnitz); Vater Former; Volks- u. Berufsschule; 1929 – 34 Ausbildung zum Glasschleifer, anschl. im Beruf tätig; 1930 KJVD; 1931/32 Mitgl. der KJVD-UBL Chemnitz; 1932 – 34 Pol.-Ltr. der KJVD-Ortsgr. Chemnitz-Ost; 1934 / 35 Pol.-Ltr. der KJVD-BL Leipzig; 28.5.1935 verhaftet, 28.3. 1936 Verurteilung durch den III. Senat des VGH wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu zehn Jahren Zuchthaus, verbüßt im Zuchthaus Waldheim u. Moorlager II, IV u. VII, Febr. 1945 Flucht. 1945 Agit.-Prop.-Ltr. der KPD-KL Chemnitz; 1946 stellv. Ltr. der Abt. Werbung u. Schulung des SED-Landesvorst. Sachsen; 1947 – 49 PHS; 1949/50 Mitgl. des Sekr. der SED-LL Sachsen; Juli 1950 – Mai 1953 Mitgl. des ZK der SED u. seines Sekr., verantwortl. für Kultur; 13./14.5.1953 wegen angebl. Verrats von KJVD-Mitgl. an die Gestapo von den Funktionen enthoben, Juli 1956 rehabil.; 1953 – 59 Doz. am Franz-Mehring-Inst. der KMU Leipzig; 1958 – 69 Abg. des Bez.-Tags Leipzig; 1956 – 62 Sekr. für Kultur (Nachf. von Siegfried Wagner), 1962 – 66 für Agit./Prop. (Nachf. von Hans Wetzel) u. 1966 – 69 für Wiss., Volksbildung u. Kultur (Nachf. von Hans Eisengräber) der SED-BL Leipzig, 1969 abgelöst wegen Konflikten mit dem Sekr. in Fragen der Intelligenzpol., insbes. wegen seiner Einstellung zur KMU; 1969 – 74 Doz. u. a. o. Prof., 1974 ord. Prof. im marxist.-leninist. Grundlagenstudium der TH Karl-Marx-Stadt; 1974 Prom. zum Dr. phil. mit einer Diss. zum Thema Technik u. Kultur; 1979 em.; Arbeiten u. Publ. zu kulturpol. u. -hist. Fragen sowie zur Geschichte der Arbeiterbew. u. des antifa. Widerstands; seit 1974 Vors. des Stadtkomitees Karl-Marx-Stadt der antifa. Widerstandskämpfer; Mitgl. im Ältestenrat der PDS; 1990 Mitgl. des Vorst. des IVVdN; ab Aug. 1990 Vors. des Stadtverb. Chemnitz des IVVdN. Gest. in Leipzig.Helmut Müller-Enbergs / Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Laux, Werner

* 15.4.1902 – ✝ 14.5.1975

Geb. in Berlin; Vater Postbeamter; Volks- u. Oberschule; 1919 – 22 Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser u. Betriebstechniker; 1922 – 25 Studium an der Beuthschule u. an der Staatl. Kunstschule Berlin, Ausbildung zum Kunstpädagogen u. Zeichenlehrer; 1925/ 26 Ausbildung bei Erich Wolfsfeld an der Vereinigten Staatsschule in Berlin; 1926 – 31 freischaff. Künstler; 1929 KPD; 1933 – 39 Maler u. Grafiker; illeg. Arbeit; 1939 Wehrmacht, 1942 schwere Verwundung bei Stalingrad, Lazarettaufenthalt, anschl. Sanitätsbat. 1945/46 Mitarb. der KPD-KL Berlin-Reinikkendorf; 1946 SED; 1946 – 48 Ltr. der »Käthe-Kollwitz-Kunstschule« in Berlin-Reinickendorf; 1948/49 Oberregierungsrat im Min. für Kultur der Landesreg. Mecklenb.; 1949 – 52 Mitbegr. u. Dir. der FS für angewandte Kunst in Heiligendamm (Krs. Wismar); ab 1950 auch Mitgl. der Staatl. Kunstkommission; 1949/50 Vors. des VBKD Mecklenb. u. zeitw. Mitgl. des Zentralvorst. des VBKD bzw. des VBK; 1952 – 56 Dir. bzw. Rektor der Kunst-HS Berlin-Weißensee; 1953 Prof.; 1956 – 59 Ltr. der HA Bildende Kunst im MfK; 1959/60 als Spezialist des Min. für Kultur der DDR in Vietnam; 1960 – 65 Prof. mit Lehrstuhl u. Inst.-Dir. an der HS für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein (Halle); 1965 – 68 Ltr. des ZI für Gestaltung u. Sekr. des Rats für Gestaltung im Dt. Amt für Material- u. Warenprüfung; 1967 VVO; ab 1968 wiss. Mitarb. beim Bez.-Vorst. der GST Berlin, zeitw. Mitgl. des GST-Zentralvorst.; Mitgl. der Kommission Seesport.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Lecht, Hans Otto

* 23.11.1925

Geb. in Geibsdorf; 1943 NSDAP, Studium der Volkswirtschaft mit den Spezialgebieten Urheber- u. Lizenzrecht sowie Außenhandel; Mitglied der NDPD; 1955 – 58 Mitarb. des zur NDPD gehörenden Verlags der Nation Berlin (Belletristik, Biogr. u. Parteilit.); 1958 – 67 stellv. Verlagsltr.; 1968 – 78 Dir. des Ztg.-Verlags der NDPD; 1978 – 91 Ltr. des Verlags der Nation (Nachf. von  Günter Hofé); 1983 – 90 Mitgl. des Vorst. des Börsenvereins der Dt. Buchhändler; 1990 dessen letzter Vorsteher (Nachf. von  Jürgen Gruner). 1990 – 92 stellv. Vorsteher des gesamtdt. Börsenvereins; 1991 nach Liquidationsbeschl. für den Verlag der Nation Gründg. des Vision-Verlags, dort Verleger bis 2006, Ruhestand, lebt in Schulzendorf (b. Berlin).Carsten Wurm

Wer war wer in DDR

Legal, Marga

* 18.2.1908 – ✝ 30.10.2001

Geb. in Berlin; Vater  Ernst L.; 1914 – 22 Besuch des Realgymnasiums in Wiesbaden; 1924 – 25 Schauspielunterricht in München bei Kammersänger Jacob Geiß; 1926 – 27 Debüt im Stadttheater Aachen; 1928 – 29 Wuppertal; 1929 – 32 Staatstheater Stuttgart; 1932 – 33 Königsberg; ab 1936 Auftrittsverbot wegen jüd. Familienmitgl.; geschieden von Heinz Klevenow, Schauspieler. 1946 Thalia-Theater in Hamburg; 1947 Theater am Schiffbauerdamm Berlin u. mit  Fritz Wisten Wechsel zur Volksbühne, dort bis 1955; 1955 – 68 Maxim-Gorki-Theater Berlin; Ehrenmitgl. nach Beendigung der Bühnenlaufbahn; seitdem freischaff. tätig bei Film, Fernsehen, DEFA-Synchronstudio, Funk (ab 1950); Rollen u. a.: Turussina (»Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste«, 1948, R: Aribert Wäscher), Anna (»Das Vertrauen«, 1956, R:  Maxim Vallentin), Juel (»David u. Goliath« von Karl Kaiser, 1957, R: Gerhard Klingenberg), Kwaschnja (»Nachtasyl«, 1957, R: Maxim Vallentin), ferner in: »Der Lohndrücker« (1958), »Nacktes Gras« von  Alfred Matusche (1958), »Feinde« (1959), »Rummelplatz« (1961), »Steine im Weg« von  Helmut Sakowski (1962), »Frau Jenny Treibel« (1964), »Um neun an der Achterbahn« (1964), »Seemannsliebe« (1967); 1968 NP (im Koll.); Gastrollen am Dt. Theater Berlin u. a. in »Bernarda Albas Haus« (1980) u. am Theater im Palast (TiP) »Der Krieg hat kein weibliches Gesicht« (1985, R: Kurt Veth); 1994 im Renaissance Theater Berlin »Haus Eden« (R: Gerhard Klingenberg); Rollen u. a. in den DEFA-Filmen: »Das verurteilte Dorf« (1952, R:  Martin Hellberg), »Fünf Tage – fünf Nächte« (Co-Prod. DDR-UdSSR, 1961, R: Lew Arnschtam), »Sonnensucher« (1958, Premiere 1972, R:  Konrad Wolf); Fernsehrollen u. a. in »Wolf unter Wölfen«, »Die Bilder des Zeugen Schattmann«, »Er u. Sie« (1990, R:  Frank Beyer), »Die beiden Alexander« (1991, R: Thomas Draeger), »No entry« (1993, R: Vivien Naefe), »Landarzt« (6. Staffel, 1994, R: Manfred Mosblech), mehrfach in »Polizeiruf 110« u. »Tatort«, u. a. »Ehrenwertes Haus« (1994, R: Petra Haffter); danach in kleineren Rollen in Fernsehfilmen; gest. bei einem Verkehrsunfall in Berlin.Aune Renk

Wer war wer in DDR

Lehmann, Christa

* 30.3.1921 – ✝ 20.10.1992

Geb. in Berlin; 1939 Abitur; 1940 Ausbildung an der Schauspielschule des Dt. Theaters Berlin (DT) bei  Gerda Müller (Schauspiel) u.  Ernst Legal (Gesang); 1942/43 Schauspielerin am Stadttheater Frankfurt (Oder); Dienstverpflichtung bei der Wehrmacht. 1945 – 47 am DT; Mitgl. der »Truppe junger Schauspieler« um Gustav v. Wangenheim; 1947 – 84 am Dt. Nationaltheater Weimar (DNT), verpflichtet von Gen.-Intendant Hans-Robert Bortfeldt; zunächst Schauspielerin, ab 1969 auch Regisseurin; 1981 – 86 Gastregisseurin; 1953 – 81 Lehrbeauftr. an der HS für Musik »Franz Liszt« in Weimar, Ltg. des Stanislawski-Seminars; seit 1956 Vors. u. Stellv. im Bez.-Vorst. Erfurt der Gewerkschaft Kunst, auch im Zentralvorst.; 1959 Opernschule mit eigenen Studioaufführungen im DNT, u. a. »Die Verlobung im Kloster«, »Die Dreigroschenoper«; 1968 NP (im Koll.); 1969 Prof. mit Lehrauftrag; 1976 – 81 amt. Schauspieldir.; Ehrenmitgl. des DNT; Mitgl. des Kuratoriums des Marie-Seebach-Stifts in Weimar; verh. mit Prof. Fritz Ehlers (Violinvirtuose u. -pädagoge). Rollen: Helena (»Faust« II, 1948), »Wassa Shelesnowa« (TR, 1964, R:  Fritz Bennewitz/Ekkehard Kiesewetter), »Frau Jenny Treibel« (TR, 1966), Elisabeth (»Königin Elisabeth« von Ferdinand Bruckner, 1969, R: Fritz Bennewitz), »Mutter Courage u. ihre Kinder« (1977), Claire (»Besuch der alten Dame«, 1978, letzte Rolle, R: Harry Buckwitz); Schauspielinszenierungen: »Minna von Barnhelm« (1970), »Der Lügner« (1972), »Ein Glas Wasser« (1978), »Armer Ritter« von  Peter Hacks (1979), »Jacques u. sein Herr« (nach Denis Diderot, UA 1980), »Das Tagebuch der Anne Frank« (1981), »Der Schuß in die Öffentlichkeit« von Georg Kaiser (1984), »Retro oder Zurück aufs Dach« von Alexander Galin (1986); Musiktheaterinszenierungen: »Die Hochzeit des Figaro«, »La Traviata«, »Eine Nacht in Venedig«, »Katja Kabanowa«; DFF: »Wege übers Land« (1968); DEFA: »Die Verlobte« (Co-Prod. mit dem DFF, 1980, R:  Günther Rücker/ Günter Reisch); Funk: »Porträt einer dicken Frau« von Günther Rücker.Aune Renk

Wer war wer in DDR

Lehmann, Helmut

* 1.12.1882 – ✝ 9.2.1959

Geb. in Berlin; Vater Schriftst.; 1888 – 97 Volks- u. Mittelschule in Straßburg u. Berlin; 1897 – 99 Ausbildung zum Zimmermann in Schöneiche (b. Berlin); 1900 – 03 Krankenkassen- u. Gewerkschaftsangest.; 1903 SPD; 1903 – 07 Abt.-Ltr. der Allg. Ortskrankenkasse Berlin; Gründer u. Vors. des Vereins der Lehrlinge u. jugendl. Arbeiter Berlins; 1905 – 13 Red. der »Dt. Angest. Ztg.«; Hrsg. u. Autor von Publ. für die Sozialversicherung; 1914 – 33 geschäftsf. Vors. des Hauptverb. Dt. Krankenkassen in Dresden bzw. Berlin; 1918 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrats in Dresden; 1921 – 33 Mitgl. des Beirats des Zentralverb. der Angest.; 1933 gemaßregelt u. von März/ April inhaftiert, Juni 1935 erneut U-Haft, Ltr. einer Widerstandsgr. von Sozialdemokraten u. Gewerkschaftern in Berlin; 23.8.1944 Verhaftung infolge des 20. Juli 1944, Jan. 1945 Verurteilung durch den VGH zu einem Jahr Gefängnis wegen »Feindbegünstigung«, bis 22.4.1945 Haft im Gefängnis Tegel. 1.5. – 30.6.1945 Ref. im Wirtschaftsamt Berlin-Pankow bzw. Berlin-Wedding; 1.7. – 31.7. 1945 stellv. Ltr. der Sozialversicherungsanstalt von Groß-Berlin; Juni 1945 Mitgl. des ZA der SPD; Mitunterz. seines Aufrufs vom 15.6.1945 u. des Aktionsabkommens von KPD u. SPD vom 19.6.1945; Juli 1945 stellv. Ltr. der Sozialversicherung von Groß-Berlin; Aug. 1945 Vizepräs. der ZV für Arbeit u. Sozialfürsorge; 1945/46 Teilnehmer der »Sechziger-Konferenz« von KPD u. SPD; Mitgl. der Studienkommission für »Grundsätze u. Ziele« u. Parteistatut, mit  Anton Ackermann verantw. für die Endred.; seit 1946 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED; ab 1946 des ZS u. 1949 – 50 des PB des ZK der SED; ab 1946 Präs. der Volkssolidarität; 1946 – 49 Abg. des Thür. Landtags; ab 1947 Mitgl. des Bundesvorst. des FDGB; 1948/49 des Dt. Volksrats; 1949/50 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 59 Vors. des ZV der Sozialversicherung; 1953 Held der Arbeit u. KMO; 1957 VVO; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Lehmann, Robert

* 23.11.1910 – ✝ 24.6.1993

Geb. in Hannover; Vater Werkzeugmacher; Volksschule; 1925 – 28 Ausbildung zum Maler, danach im Beruf tätig; 1926 Gewerkschaft; SAJ; 1929 KJVD u. Mitgl. seiner BL Hannover-Braunschweig; 1932 KPD; Besuch der Internat. Lenin-Schule in Moskau; Febr. 1934 Rückkehr nach Dtl. u. illeg. Jugendarbeit in Leipzig, ab Juli in Berlin; Dez. 1934 Mitgl. des ZK des KJVD; 1935 Teiln. am VII. Weltkongreß der KI; 1935 Emigr. nach Prag u. Paris; von Febr. 1939 – 45 illeg. in Amsterdam. Sept. 1945 Rückkehr nach Hannover; 1947 – 51 Abg. der KPD im Landtag von Niedersachsen u. 3. Vors. der KPD in Niedersachsen; Lizenzträger u. Hrsg. der »Niedersächs. Volksstimme« u. der Ztschr. »Neuer Weg«; 1951 Übersiedl. in die DDR; SED; 1951 – 57 versch. Funktionen in Thür., u. a. Ltr. der Abt. Kultur beim Rat des Bez. Gera; Dez. 1957 – Sept. 1964 Vors. der ZL der Pionierorg. »Ernst Thälmann« (Nachf. von  Heinz Plöger); 1961 VVO; 1965 Banner der Arbeit; 1958 – 67 Mitgl. des ZK der SED; 1958 – 67 Abg. der Volkskammer; 1964 – 67 stellv. Min. für Kultur; 1967 – 72 Dir. des Kulturfonds der DDR; 1972 – Juni 1982 Vors. des ZA der Volkssolidarität (Nachf. von  Walter Buchheim); Mitgl. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1975 VVO; 1980 KMO; 1982 Rentner; gest. in Berlin.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Lehweß-Litzmann,  Walter (urspr. Walter Lehweß)

* 5.6.1907 – ✝ 16.9.1986

Geb. in Bromberg (Westpr. / Bydgoszcz, Polen); Vater Regierungsbaumeister u. Architekt, Mutter Generalstochter Amelie Lehweß, geb. Litzmann; ab 1908 aufgew. in Berlin; 1913 – 18 Privatunterricht, 1918 – 25 Reform-Realgymn. in Berlin-Zehlendorf; 1925 – 28 Fahnenjunker in Fürstenwalde; 1925 / 26 Besuch der Infanterieschule Dresden u. der Kavallerieschule Hannover; Jan. 1929 Ltn. im Reiter-Rgt. 4 in Potsdam; 1932 Oltn.; 1933 Ausbildung beim Aeroklub Dtl. in Berlin-Staaken; ab 1933 Doppelname; Sept. 1933 Absturz in Staaken (ein Jahr lang dienstunfähig); 1934 auf eigenen Wunsch Versetzung zur Luftwaffe in Prenzlau; 1935 Aufklärungsfliegerschule Braunschweig, anschl. Staffelkapitän der Aufklärergruppe beim OKL Prenzlau; 1936 Hptm. im Stab der Luftwaffe; ab 1937 beim Generalstab Luftkreis III in München; 1938 Ltg. der Flugwaffe Österreich u. Aufbau der Luftflotte 3 in Wien; 1939 Luftkriegsakad. in Berlin-Gatow; Okt. 1939 im Stab der Fliegerdiv. 6 in Frankfurt (Main); 1940 im Generalstab X, Fliegerkorps Norwegen, Major; 1941 Umschulung auf Ju 88, Einsatz in Frankreich u. England; 1941 Teiln. am Angriff auf die SU; 1942 Chef des Sonderstabs Finnland u. Fliegerführer Nord-Ost im Bereich der Luftflotte 5, Oberstltn.; 1942 Dt. Kreuz in Gold; März 1943 Geschwaderkommodore KG 3 »Blitz« an der Ostfront; 1943 Ritterkreuz; Sept. 1943 Abschuß östl. von Jaroslawl; anschl. bis Dez. 1945 sowj. Kriegsgef., 1944 Mitgl. im Bund Dt. Offiziere im NKFD, Mitarb. der Presse- u. Rundfunkred. des NKFD, dort enge Zusammenarb. mit  Rudolf Herrnstadt,  Anton Ackermann u.  Günter Kertzscher. Dez. 1945 Rückkehr nach Dtl.; anschl. bis 1947 Ltr. der Bauabt. des Berliner Verlags; Febr. – Apr. 1946 SMA-Schule in Königs Wusterhausen; 1947 – 49 Red. im Allg. Dt. Verlag in Berlin, dort Ltr. des Buchverlags »Historisches Kabinett«; 1950 / 51 Red. der »Berliner Zeitung«; 1950 – 52 Abenduniv. für Marxismus-Leninismus; 1951 / 52 Sekr., dann Ltr. der Presseabt. u. Chefred. im Sekretariat des Dt. Friedenskomitees in Berlin; 1952 – 59 stellv. Ltr. bzw. Ltr. der HV Volkspolizei-Luft (KVP), Chef der flieger. Ausbildung der DDR-Luftstreitkräfte, Oberst; Aufstellung der 1. Fliegerdivision Cottbus; 1955 SED; 1956 / 57 im NVA-Kommando Luftstreitkräfte / Luftverteidigung; 1957 Ernst-Moritz-Arndt-Med.; 1957 –59 Kdr. der NVA-Fliegerschule Kamenz/ Bautzen; 1959 Verdienstmed. der NVA; 1959 –70 Dir. des Flugbetriebs der Dt. Lufthansa Ost bzw. ab Sept. 1963 der Interflug Berlin; 1968 Med. der Waffenbrüderschaft; Jan. 1970 schwerer Autounfall, Rentner; gest. in Wildau (b. Berlin); Trauerfeier mit zivilen u. militär. Ehren in Berlin.Lehweß-Litzmann, J.: Absturz ins Leben. Autobiographie. Hrsg. von Jörn L.-L. Querfurt 1994. »Meister der Waffe«. Über den »militärischen Experten« W. L.-L. In: Die Neue Ztg., 22.8.1952; Niemetz, D.: Das feldgraue Erbe. Die Wehrmachtseinflüsse im Militär der SBZ / DDR. Berlin 2006.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Leibholz, Siegfried

* 5.8.1925

Geb. in Berlin-Schöneberg; Vater Inhaber eines Konfektionsgeschäfts, Mutter Schneiderin; Volksschule, Ausschl. vom Gymnasium wegen jüd. Herkunft u. KPD-Zugehörigkeit des Vaters; 1939 – 41 Schlosserlehre, Abendschule, 1942 Abitur; 1941 – 43 Hilfsarb.; 1943 – 45 illeg. Aufenthalt in Sommerfeld (Osthavelland). 1945 Einstellung bei der VP, Krs. Osthavelland; 1946 SPD/SED; Besuch der Provinzialpolizeischule Mark Brandenb.; 1947 Lehrer an der VP-Anwärterschule Luckenwalde; dann Ltr. der Schutzpolizei Eberswalde, danach Lehrer an der Landespolizeischule Biesenthal; 1948 Ltr. der Schutzpolizei im Krs. Teltow; 1949 Stellv. Ltr. der Dienststelle Mahlow der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Brandenb. (ab Feb. 1950 Länderverw. Brandenb. des MfS); 1951 Ltr. der Abt. VII (Abwehr VP) der Länderverw. Brandenb., 1952 der BV Potsdam; 1954 Ltr. der Abt. II (Spionageabwehr) der BV Potsdam; 1955 Stellv. Operativ des Ltr. der BV Potsdam; 1960 – 68 Fernstudium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; 1971 Ltr. der BV Potsdam (Nachf. von  Julius Michelberger) u. Mitgl. der SED-BL Potsdam; 1980 Gen.-Major; 1985 Entlassung, Rentner; 1985 VVO.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Lekschas, John

* 10.10.1925 – ✝ 8.7.1999

Geb. in Memel (Litauen/Klaipeda); Vater Kapitän der Küstenschiffahrt; Schulbesuch in Königsberg; 1943 – 45 Kriegsdienst in der Marine, amerik. Gefangenschaft. Ab 1945 Maurerlehre zunächst in Hamburg, dann in Waldheim (Sachsen); vom dortigen Baubetrieb 1947 zum Studium an die ABF Halle delegiert; 1947 SED; 1947 – 51 Studium der Rechtswiss. an den Univ. Halle u. Berlin; 1952 Prom. zum Dr. jur. mit einer Arbeit zum Strafrecht; anschl. Doz. an der MLU Halle; 1955 – 57 nebenamtl. Richter am Krs.-Gericht Halle-Saalekrs.; 1956 Prof. mit Lehrauftrag für Strafrecht, ab 1957 zugl. Dekan der Jur. Fak. der MLU; Hilfsrichter am Obersten Gericht im Nebenamt; 1961 Habil.; Prof. mit Lehrstuhl für Strafrecht an der HU Berlin, 1962 – 66 Dir. des gleichnamigen Inst. u. bis 1964 zugl. Dekan der Jur. Fak.; Mitbegr. einer Forschungsgem. »Jugendkriminol.«; 1966 – 68 Prorektor für Ges.-Wiss. der HU; 1963 – 68 Mitgl. des Kolleg. beim Gen.-Staatsanwalt u. der Gesetzgebungskommission des Staatsrats, u. a. beteiligt an der Abfassung des Strafgesetzbuchs von 1968; 1969 – 73 Dir. der Sekt. Rechtswiss. der HU; 1969 Mitgl. des Rats für staats- u. rechtswiss. Forschung bei der ASR Potsdam; 1973 Korr. Mitgl. der AdW; 1975 – 79 Dekan der Ges.-wiss. Fak. der HU; 1976 NP; 1973 – 78 Vors. des Freundschaftskomitees DDR – Ägypten; dann bis 1981 Präs. der Freundschaftsges. DDR – Kanada; 1990 em.; gest. in Berlin. Veröff. insbes. zum Strafrecht u. zur Jugendkriminalität; Red. des Lehrbuchs zum DDR-Strafrecht, Allg. Teil (1957, 1976).Soz. Kriminol. Berlin 1966 (zus. mit E. Buchholz u. R. Hartmann); Kriminol.: theoret. Grundlagen u. Analysen. Berlin 1983; Strafrecht der DDR. Lehrbuch. Berlin 1988 (Ltr. des Autorenkoll.). Ewald, U., Woweries, K. (Hrsg.): Entwicklungsperspektiven von Kriminalität u. Strafrecht. Fs. für J. L. Mönchengladbach 1992.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Lemmnitz, Alfred

* 27.6.1906 – ✝ 23.9.1994

Geb. in Taucha (b. Weißenfels); Volksschule; Ausbildung zum Schriftsetzer, im Beruf tä- tig; VHS, Begabtenprüfung, kurzes Studium der Volkswirtschaft an der Univ. Leipzig; 1927 – 31 SPD; Jugendltr. in der SAJ in Moers; 1930 inoffiz. Übertritt, 1931 offiz. Übertritt zur KPD u. zum KJVD; Pol.-Ltr. des KJVD-UB Duisburg-Hamborn; 1932/33 Mitgl. u. Agitprop.-Ltr. der RGO-BL Ruhrgeb.; 1932 Agitprop.-Ltr. im KPD-UB Duisburg-Hamborn; März 1933 Wahl zum Stadtverordn. von Duisburg; Febr. 1933 illeg. Arbeit; 1. – 15.3. »Schutzhaft«; Mai – Sept. 1933 Instrukteur für die KPD-UB Duisburg, Hamborn, Oberhau- sen, linker Niederrhein; 3.9.1933 Verhaftung, »Schutzhaft«; Sept. 1933 erneute Verhaftung, Okt. 1933 – Febr. 1936 KZ Börgermoor u. Esterwegen, Febr. 1936 – Febr. 1937 U-Haft in Duisburg u. Hamborn, Prozeß vor dem VGH in Hamm, Verurteilung zu einem Jahr u. neun Mon. Gefängnis, Entlassung u. Ausweisung aus dem Ruhrgeb.; April 1937 Emigr. in die Niederl.; Mitgl. der KPD-Ltg. in den Niederl. in Amsterdam; 1938 Besuch der ZK-Schule in Paris; Juni 1940 Verhaftung nach dem Einmarsch der Wehrmacht in die Niederl., 1940/ 41 U-Haft in Düsseldorf, Aug. 1941 Verurteilung durch den VGH zu zehn Jahren Zuchthaus, Sept. 1941 – April 1945 Zuchthaus Brandenb.-Görden. 1945 Stadtrat für Volksbildung in Berlin-Spandau; 1946 SED; Wiederaufn. des Studiums, 1948 Prom. an der Univ. Leipzig; 1948 – 53 Lehrstuhlltr. für Pol. Ökon. an der PHS; 1953 – 55 Prof. für Pol. Ökon. an der Univ. Rostock; März 1953 – Nov. 1955 Prof. für Pol. Ökon. u. Dekan der Wirtschaftswiss. Fak. der Univ. Rostock; Nov. 1955 – Mai 1956 Rekt. der HS für Finanzwirtschaft in Potsdam-Babelsberg, Juni 1956 – Aug. 1958 Rekt. der HfÖ Berlin; Sept. 1958 – Dez. 1958 stellv. Staatssekr. im Staatssekr. für HFS-Wesen, Dez. 1958 – Okt. 1963 Minister für Volksbildung (Nachf. von  Fritz Lange); Mitgl. des Min.-Rats u. der Ideolog. Kommission beim PB; Nov. 1963 – Okt. 1965 wiss. Mitarb. am Wirtschaftswiss. Inst. der AdW; ab Okt. 1965 – 71 stellv. Dir. des Dt. Wirtschaftsinstit., anschl. Mitarb. am daraus hervorgegangenen IPW; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1958 NP; 1959 u. 1970 VVO; 1975 Ehrenspange zum VVO; 1980 KMO; 1985 Stern der Völkerfreundschaft; gest. in Berlin-Pankow.Beginn u. Bilanz. Erinnerungen. Berlin 1985.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Lentzsch, Bruno

* 14.11.1903 – ✝ 14.11.1972

Geb. in Torgelow; Vater Schlosser; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser u. Holzfäller; 1919 SPD; 1920 DMV; 1921 KJVD; 1923 KPD; nach 1933 illeg. Arbeit; 1935/36 inhaftiert. 1945 Ltr. des Ernährungsamtes Oranienburg; Vors. der Kreis-KG Oranienburg; 1946 – 48 Landrat in Luckau; 1946 SED; 1948/49 Ltr. der Landeskommission für Staatl. Kontrolle beim Min.-Präs. von Brandenb.; 1949 – 52 Minister des Innern der Landesreg. Brandenb. (Nachf. von  Bernhard Max Bechler); Mitgl. der SED-LL Brandenb. u. deren Sekr.; 1952 – 54 1. Sekr. der SED-KL Brandenb.-Stadt; ab 1954 Ltr. der HA Örtliche Räte beim Min.-Präs.  Otto Grotewohl; anschl. stellv. Staatssekr. im MdI der DDR; Oberst-Ltn.; 1960 VVO.Andreas Herbst

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Lauterbach, Robert

* 25.2.1915 – ✝ 19.8.1995

Geb. in Leipzig; Vater Pianist u. Kapellmstr.; 1934 Abitur an der Nikolaischule in Leipzig; 1934 – 38 Studium der Physik, Astronomie, Geophysik, Meteorol. u. Geol. an der Univ. Leipzig, Abschluß mit Prom. zum Dr. rer. nat.; 1939 – 45 wiss. Truppltr. in der Ges. für prakt. Lagerstättenforschung (PRAKLA) in Ber- lin; 1941/42 zwischenzeitl. Kriegsdienst als Meteorologe am Flughafen Berlin-Tempelhof. Ab 1945 Inhaber u. Ltr. eines Forschungsbüros für Hydro- u. Kohlengeol.; 1950 Lehrbeauftragter für Geol. u. Geophysik an der Leipziger Univ., 1951 kommissar. Dir. des Geolog.-Paläontolog. Inst. u. 1953 Prof. an der Univ. Leipzig; leitender Mitarb. des 1951 gegr. Geophysikal. Dienstes der DDR u. bis 1960 Forschungsltr. im VEB Geophysik Leipzig; 1957 Lehrstuhl für angew. Geophysik, 1958 Gründung des Inst. für geophysikal. Erkundung, 1965 – 69 Dekan der Math.-Naturwiss. Fak. der KMU Leipzig; Mitgl. des Forschungsrats der DDR; 1967 Mitgl. der DAW; 1964 – 66 Vors. der Ges. für Geolog. Wiss. der DDR; 1965 – 69 Vors. des Nationalkomitees für Geolog. Wiss. der DDR; seit 1959 Hrsg. der Schriftenreihe »Geophysik u. Geologie«, 1973 – 86 Chefred. der »Ztschr. für Geolog. Wiss.«; 1967 NP; 1980 Ruhestand; gest. in Leipzig. Forschungsschwerpunkte: Verfahren der Mikromagnetik zur Erforschung des strukturellen Aufbaus von Gesteinskomplexen; geophysikal. Verfahren zur Braunkohlenerkundung; gammaspektr. Erforschungen schwach radioaktiver Böden u. Gesteine; Biogeophysik; Radiogeochemie.Physik des Planeten der Erde. Berlin 1975 (Hrsg., Mitautor); Physik der Erdkruste. Berlin 1977; Erlebnis Geologie. Leipzig 1981; Der Mensch u. die Planeten. Leipzig 1987. Jacobs F., Börngen, M.: R. L. In: Leipziger Geowissenschaften. Bd. 2. Leipzig 1996.Martin Guntau

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Leben, Olaf

* 8.10.1932

Geb. in Berlin; Vater Elektromonteur; 1947 – 51 Ausbildung u. Arbeit als Fernmeldemonteur; 1949 SED; 1951 Einstellung beim MfS, Abt. N (Nachrichten); 1952 HA S; 1955 Abt. O; 1962 Abt. 26 (Tel.-Überwachung); 1963 stellv. Abt.-Ltr.; 1965 – 67 Studium an der HS für Verkehrswesen »Friedrich List« Dresden, Dipl.-Ing.-Ökon.; 1967 1. stellv. Ltr., 1977 Ltr. der Abt. 26 des MfS; 1984 Gen.-Major; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Ledermann, Otto

* 8.12.1924

Geb. in Brotterode; Vater Arbeiter; Volksschule; 1939 – 42 Lehre u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 amerik. Gefangenschaft. 1945/46 Werkzeugmacher; 1946 KPD/SED; Arbeitsgebietsltr. bei der FDJ Brotterode; dann Krs.-Vors. der FDJ Schmalkalden; 1949 Einstellung bei der VP Suhl, Propagandist; 1950/51 Jugend-, dann Parteisekr. bei der VP in Suhl; 1951 – 53 Politschule der KVP, Politstellv.; 1953 stellv. Politkultur bei der VP-Kommandantur Berlin; 1954 Einstellung beim MfS, HA I (pol. Spionage) der HA XV (später HV A); 1960 1. Sekr. der SED-PO in der HVA-Abt. II (Parteien u. Org. in der Bundesrep. Dtl.); 1964 1. Sekr. der SED-PO der HV A; 1969 – 72 Externstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1984 Gen.-Major; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Legge, Petrus

* 5.10.1882 – ✝ 9.3.1951

Geb. in Brakel (Westf.); 1903 Abitur in Warburg; 1904 – 07 Studium der Theol. in Würzburg u. Paderborn, 1907 Priesterweihe in Paderborn; 1907 – 11 Vikarieverweser in Gerbstedt (Mansfelder Land); 1911 – 21 Vikar in Halle; 1921 – 32 Propst in Magdeburg u. Kommissar für den sächs. Teil des Erzbistums Paderborn; Sept. 1932 Ernennung zum Bischof von Meißen mit Sitz in Bautzen; Okt. 1935 Verhaftung durch die Gestapo u. U-Haft, Nov. 1935 Verurteilung in Berlin zu einer Geldstrafe wegen »Devisenvergehens«; Aufenthaltsverbot für die Diözese Meißen, »Exil« in Paderborn; Mai 1937 Rückkehr nach Bautzen u. Wiederaufn. des Bischofsamts. 1946 Befürwortung des Volksentscheids zur Enteignung in Sachsen; gest. in Bautzen.Mitzscherlich, B.: Diktatur u. Diaspora. Das Bistum Meißen 1932 – 1951. Paderborn 2005.Bernd Schäfer

Wer war wer in DDR

Lehmann, Christian

* 20.7.1934

Geb. in Halbau (Krs. Sprottau, Niederschles./ Iłowa, Polen); Vater Lehrer; bis 1949 Besuch der Grundschule an versch. Orten, 1953 Abitur in Löbau; bis 1955 Studium der Fotografik an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; Wechsel an die Dt. HS für Filmkunst Potsdam-Babelsberg, Fachrichtung Kamera; arbeitete an den Filmen  Jürgen Böttchers mit, der während dieser Zeit an der HS Regie studierte; 1959 Diplom als Kameramann; 1959 – 61 im DEFA-Studio für Dok.-Filme Assistent des Kameramanns Wolfgang Randel bei Filmen des Regisseurs Joop Huiskens; 1961 – 90 dort Kameramann in der Gruppe »dokument«; intensive Zusammenarbeit (z. T. auch Mitarbeit am Buch) mit den Regisseuren  Jürgen Böttcher,  Karlheinz Mund u.  Volker Koepp; seine sich auf Beobachtungen einlassende ruhige Bildführung, die sich der Filmidee unterordnet, aber auch Subjektivität zu erkennen gibt, beeinflußte junge Kameraleute wie Thomas Plehnert u. Sebastian Richter. Ab 1990 freier Kameramann, vor allem Zusammenarb. mit dem Regisseur Peter Voigt; lebt in Berlin. Werke: Drei von vielen, Ofenbauer (beide 1962, R: Jürgen Böttcher), Stars (1963, R: Jürgen Böttcher), Bilder aus Ceylon (1964, R: Traute Wischnewski), Tito in Dtl. (1965, R:  Andrew Thorndike),  Paul Dessau (1966/67, R: Richard Cohn-Vossen), Granada, Granada, Granada moja (1967/68, R: Roman Karmen),  Otto Nagel 1894 – 1967 (1970, R: Karlheinz Mund), Tierparkfilm (1968, R: Jürgen Böttcher),  Slátan Dudow (1974, R: Volker Koepp), In Sibirien (1976, R: Karlheinz Mund), Leben u. Weben (Wittstock IV)/ (1981), In Rheinsberg (1982), Leben in Wittstock (1985, alle drei R: Volker Koepp), Woran wir uns erinnern (1984, R: Roland Steiner), Knabenjahre (1990, R: Peter Voigt), Wind sei stark (1990, R: Jochen Kraußer), Metanonia (1991), Jana u. Jan (1991/92), ABF-Memoiren (1991, R: Karlheinz Mund), Neues in Wittstock (1992, R: Volker Koepp), Albert Kahn – Architekt der Moderne (1992/93, R: D. Marcello), Dämmerung (1993), Der Ort. Die Zeit. Der Tod. Ein Heimatfilm (1994), Lange nach der Schlacht (1995), Wittstock, Wittstock (1996/97), Ich bin Ernst Busch (2000), Bertolt Brecht – Bild u. Modell (2006).Elke Schieber

Wer war wer in DDR

Lehmann, Nikolaus Joachim

* 15.3.1921 – ✝ 27.6.1998

Geb. in Camina (Oberlausitz); Vater Sägewerkbesitzer; Kath. OS in Bautzen, 1939 Abitur; 1940 – 45 (mit Unterbrechung durch Wehrdienst) Studium der Techn. Physik u. Mathematik an der TH Dresden, Dipl.-Ing. 1948 Dr.-Ing.; 1951 Dr.-Ing. habil. mit mathemat. Untersuchungen; seit 1947 Lehraufträge; 1952 Doz.; 1953 ord. Prof. für angewandte Mathematik an der TH Dresden; 1956 Gründungsdir. des Inst. für Maschinelle Rechentechnik (ab 1968 Wiss.-Bereich Mathemat. Kybernetik u. Rechentechnik, Sekt. Mathematik); 1964 bis 1967 zugl. Dir. des DAW-Inst. für Maschinelle Rechentechnik; seit 1962 Mitgl. des Forschungsrats; 1964 NP; 1970 Orden Kyrill u. Methodius (Bulg.); 1980 Korr. Mitgl. der AdW; 1981 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW; 1986 em.; 1989 Dr.-Ing. h. c. (WPU Rostock), Konrad-Zuse-Med. der Gesell. für Informatik; gest. in Dresden. Grundlegende Untersuchungen zur numer. Mathematik (L.-Verfahren zur numer. Berechnung optimaler Schranken für allg. lineare Eigenwertaufgaben, 1948) u. Informatik sowie Entwurfsarbeiten, die die mod. Rechentechnik in der DDR begründeten: 1950 – 52 Entwurf des ersten elektron. Rechenautomaten D1, 1956 Bau durch das VEB Funkwerk Dresden; 1956 – 59 Entwurf u. Fertigstellung von D2, 1959 – 63 des Kleinstrechners (PC) D4a (Cellatron); ab 1970 konzeptionelle Untersuchungen zu fremdsprachenorientierten Programmierungstechnol.; Studien zur Geschichte von Mathematik u. Rechentechnik.Dieter Hoffmann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lehmann, Robert

* 23.11.1910 – ✝ 24.6.1993

Geboren am 23. November 1910 in Hannover, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte von 1925 bis 1928 Maler. 1929 Mitglied des KJVD, 1932 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Im Februar 1934 zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurückgekehrt, war er von März bis Juli Leiter des KJVD in Leipzig und von Juli 1934 bis Juli 1935 Mitglied der illegalen KJVD-Leitung Berlins. 1934 noch in Moskau in das ZK des KJVD kooptiert, reiste Lehmann im Juli 1935 wieder in die UdSSR und nahm sowohl am VII. Weltkongreß der Komintern als auch im Oktober an der »Brüsseler Konferenz« der KPD in Moskau teil. Von 1935 bis 1939 Instrukteur des ZK in Prag und Paris, anschließend bis 1945 illegal in Amsterdam. Im September 1945 kam Lehmann wieder nach Deutschland und wurde Mitglied der KPD-BL Hannover-Braunschweig, später der Landesleitung Niedersachsen. Er war zeitweise Chefredakteur der »Niedersächsichen Volksstimme« und von 1947 bis 1951 Abgeordneter des Niedersächsischen Landtags. Im Zuge der Parteisäuberungen und Überprüfungen der Westemigranten erhielt Lehmann 1950 einen »Verweis« und mußte 1951 in die DDR übersiedeln. Von 1952 bis 1957 war er Leiter der Abteilung Kultur beim Rat des Bezirkes Gera. 1957 wurde der 47jährige in Ost-Berlin Vorsitzender des Kinderverbandes, der Pionierorganisation »Ernst Thälmann«, war von 1958 bis 1967 Mitglied des ZK der SED, von 1964 bis 1967 Stellvertreter des Ministers für Kultur und von 1967 bis 1972 Direktor des Kulturfonds der DDR. Er übernahm 1972 für zehn Jahre den Vorsitz der Volkssolidarität und erhielt 1980 den Karl-Marx-Orden. Robert Lehmann starb am 24. Juni 1993 in Berlin.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Leibbrand, Anna

* 2.5.1902 – ✝ 24.7.1972

Geboren als Anna Wiedemann am 2. Mai 1902 in München, Tochter eines Druckers; wurde 1917 technische Angestellte. Seit 1923 mit Robert Leibbrand verheiratet, trat 1924 in die KPD ein und gehörte in Königsberg, Danzig, Halle/S. und Berlin den jeweiligen KJVD-BL an. Sie reiste Ende 1926 mit ihrem Mann nach Moskau und arbeitete dort bis 1929 als Stenotypistin bei der Komintern. Dann Instrukteurin bzw. Frauenleiterin der BL Berlin-Brandenburg. Als eine bekannte Berliner Kommunistin und Rednerin war sie bis 1933 Abgeordnete der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Pankow und Redakteurin der Zeitschrift »Arbeiterin«. Bis Juli 1933 Mitglied der illegalen BL Berlin-Brandenburg, im September 1933 Emigration in die Schweiz, dort Dienstmädchen, später Arztgehilfin. Sie gehörte bis 1948 der KP der Schweiz bzw. PdA an, gründete 1937 die »Centrale Sanitaire Suisse« und führte illegale Aufträge für die KP Italiens aus. 1938 von Robert Leibbrand geschieden, heiratete sie 1939 den Schweizer Arzt Hans von Fischer und wurde Schweizer Staatsbürgerin. Im Oktober 1948 Übersiedlung in die SBZ, im Februar 1949 Mitglied der SED. Von Juni 1949 bis Anfang August 1951 Redakteurin bei der Zeitung »Tägliche Rundschau« für Sachsen in Dresden. Sie lebte inzwischen mit Friedrich Schlotterbeck (dem Autor des bekannten Buches »Je dunkler die Nacht, desto heller die Sterne«, einem Bericht über die Verfolgung der Familie Schlotterbeck durch die Nazis) zusammen und geriet mit ihm in die Säuberungen. Anfang 1951 wegen »Spionageverdachts« aus der SED ausgeschlossen, von der ZPKK der SED beschuldigt, sie habe 1941 Noel H. Field zahlreiche Adressen von Emigranten verschiedener Nationalitäten übergeben und zugleich in freundschaftlicher Verbindung zu Herta Jurr-Tempi gestanden. Anna Leibbrand und Friedrich Schlotterbeck mußten sich durch »hervorragende Arbeit bei der SDAG Wismut bewähren«. Am 15. Februar 1953 wurden beide vom MfS verhaftet und am 27. April 1954 vom 1. Strafsenat des Bezirksgerichts Rostock wegen »Verbrechens gemäß Artikel 6 der DDR in Verbindung mit einem Vergehen gegen die Kontrollratsdirektive 38« zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Eine Berufungsverhandlung minderte das Urteil lediglich um ein Jahr, beide wurden 1956 aus der Haft entlassen. Es folgten die übliche nichtöffentliche Rehabilitierung und Wiederaufnahme in die SED. Bis zu ihrem Tode lebte Anna Schlotterbeck mit ihrem Mann in Groß Glienicke bei Potsdam, sie arbeiteten gemeinsam als Schriftsteller und Hörspielautoren. Die (während der DDR-Zeit aufgeschriebenen) Erinnerungen Anna Schlotterbecks unter dem Titel: »Die verbotene Hoffnung«, worin sie über ihre Haft- und Leidenszeit in der DDR ergreifend berichtete, veröffentlichte der 1984 in die Bundesrepublik ausgereiste Ostberliner Schriftsteller Hans Noll 1990 in Hamburg. Anna Leibbrand (Schlotterbeck) starb am 24. Juli 1972.

Wer war wer in DDR

Leibner, Alfred

* 16.3.1922 – ✝ 5.1.1997

Geb. in Chemnitz; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufssschule; Lehre u. Arbeit als Maurer u. Eisenflechter; 1941 RAD, Wehrmacht; 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1949/50 Krankenpfleger; 1950/51 Schulungsltr. bei der HO; 1951 – 53 ABF, Abitur; Volksrichterlehrgang an der HS der Justiz in Bad Schandau; 1953 Assistent des Ersten Juristenlehrgangs an der HS für Offz. Dresden; 1954 Untersuchungsführer beim Untersuchungsbüro Berlin; 1954 – 60 Staatsanwalt im Kdo. Luftstreitkräfte/Luftverteidigung; 1955 – 58 Fernstudium der Rechtswiss. an der ASR Potsdam, Dipl.- Jur.; 1960 – 66 Militäroberstaatsanwalt; 1963 Oberst; 1966/67 Offiziershörer an der Militärakad. »Friedrich Engels« in Dresden«; 1967 – 87 Militäroberstaatsanwalt; 1971 Gen.-Major, 1981 Gen.-Ltn.; 1981 – 86 Stellv. des Gen.-Staatsanwalts der DDR; 1982 VVO; 1986 Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Lembke, Hans

* 28.5.1877 – ✝ 7.3.1966

Geb. in Malchow (Insel Poel, Mecklenb.); Vater Landwirt; Volks- u. Realschule in Wismar; 1893 – 95 landw. Lehre; 1895 – 1905 Verwalter versch. Güter; 1905 Übernahme des väterl. Hofs, Ausgestaltung zu einem beispielgebenden Saatzuchtgut; Neuzüchtung von Winterraps, Futterpflanzen u. v. a. Kartoffeln, Entwicklung von produktiven Methoden des Klee- u. Grassamenanbaus; 1925 Dr. h. c. der Univ. Rostock. 1945 Enteignung bei der Bodenreform; 1945 – 59 Ltr. des staatl. Saatzuchtguts bzw. der Zuchtstation Malchow des Inst. für Pflanzenzüchtung Groß Lüsewitz der DAL; Züchtung ertragreicher Kartoffelsorten mit bes. Toleranz gegenüber Abbaukrankheiten u. Widerstandsfähigkeit gegenüber Krebsbiotypen; 1946 Dr. h. c. der MLU Halle; 1947 – 58 Prof. mit Lehrauftrag bzw. Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung an der Univ. Rostock; 1951 Ord. Mitgl. der DAL; NP; 1958 Max-Eyth-Plakette der Dt. Landw. Ges. (Bundesrep. Dtl.); 1959 Justus-von-Liebig-Preis der Univ. Kiel; 1961 Erwin-Baur-Medaille der DAL; Ehrensenator der Univ. Rostock; 1962 em. H. L. galt als Nestor der dt. Pflanzenzüchtung; Züchtung insbes. von Kartoffel- u. Rapssorten, die im Anbau der DDR lange Zeit dominierten.Anbau von Raps, Rüben, Flachs. Berlin 1935. Schröder-Lembke: Geschichte eines Hofes. Frankfurt (Main) 1958; Seifert, M.: H. L. – sein Wirken als Landwirt, Züchter u. Hochschullehrer. In: »Beiträge der Züchtung zur Intensivierung der Pflanzenprod.« Tagungsbericht der AdL. Berlin 1977.Siegfried Kuntsche

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lengnink, Gustav

* 29.8.1894 – ✝ 23.11.1983

Geboren am 29. August 1894 in Kallnen/Krs. Labiau/Ostpreußen, Sohn eines Zimmermanns. Erlernte das Malerhandwerk und ging als Geselle von 1911 bis 1915 auf Wanderschaft. 1912 wurde er Mitglied der SPD. Während des Weltkrieges von 1915 bis 1918 als Soldat an der Front, erhielt mehrere Auszeichnungen. 1919 in Labiau Mitglied der USPD. Im Februar 1920 verhaftet, während des Kapp-Putsches befreit, wurde der Name Lengnink zur »Kampfparole«. Als Vorsitzender der Ortsgruppe führte er Ende 1920 fast die gesamte USPD Labiau zur KPD. 1920 Abgeordneter des Kreistages und des Provinziallandtages, von 1922 an hauptamtlicher Parteisekretär, zunächst in der BL Ostpreußen für Landarbeiterfragen zuständig. 1923 Leiter des AM-Apparats der KPD in Ostpreußen. Anhänger der Linken, wurde im Juni Polleiter des Bezirks Ostpreußen. Bereits am 20. Juli 1924 verhaftet, als Leiter der »Partisanengruppen« angeklagt und im Prozeß (19. bis 23. November 1924) zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Insterburger Zuchthaus im Jahre 1927 zunächst Maler in Königsberg. Er gehörte (zusammen mit Oskar Seipold) der linken Opposition in Ostpreußen an, kapitulierte dann aber vor dem ZK. Lengnink übernahm Ende 1928 den Literaturvertrieb in Königsberg. Anschließend Sekretär der Roten Hilfe im Bezirk Ostpreußen und 1931 ins das ZK der RHD gewählt, arbeitete dann im KPD-Verlagswesen. Ende 1932 ging er zurück nach Königsberg und wurde Polleiter der RGO-Industriegruppe Bau des Bezirks Ostpreußen. Am 1.März 1933 in Königsberg von der SA verhaftet, schwer mißhandelt, saß er bis zum 4. April 1934 im KZ, von 1935 bis 1945 wieder als Maler in Königsberg. Nach dem Einmarsch der Roten Armee bis 1948 Lektor im deutschen Klub in Königsberg. 1948 übersiedelte Lengnink in die SBZ, trat der SED bei und wurde politischer Mitarbeiter der SED Schwerin, im Oktober 1949 offziell politischer Mitarbeiter der Landesregierung Mecklenburg, war aber bis Juli 1952 1. SED-Sekretär in der MfS-Landesverwaltung Mecklenburg, danach bis 1956 1. Sekretär der SED Parchim. Als Parteiveteran erhielt er im Oktober 1974 den Karl-Marx-Orden. Gustav Lengnink starb am 23. November 1983 in Schwerin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lentzsch, Rudolf

* 7.11.1900 – ✝ 27.4.1945

Geboren am 7. November 1900 in Torgelow/ Krs. Uckermünde, Sohn eines Modellschlossers; Eisenformer. Im April 1919 gehörte er zu den Mitbegründern der KPD in Torgelow und stand im März 1920 an der Spitze des Widerstandes gegen den Kapp-Putsch. Ende 1924 übersiedelte er nach Berlin und wurde Funktionär der Branchenleitung der Eisenformer und Berufsgenossen im DMV, aus dem er 1928 ausgeschlossen wurde. 1929 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, nach der Rückkehr Mitbegründer des kommunistisch gelenkten Einheitsverbandes der Metallarbeiter Berlin (EVMB). 1930 Bezirksleiter des RGO in Halle-Merseburg und Mitglied der RGO-Reichsleitung, Ende 1932 Leiter des EVBM in Berlin. Am 22. März 1933 verhaftet, blieb Lentzsch sieben Wochen in »Schutzhaft«, Mitte Dezember erfolgte die erneute Inhaftierung, im Juni 1934 wurde er vom 4. Strafsenat des Kammergerichts Berlin zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, saß in Brandenburg-Görden und im KZ Sachsenhausen. Ende 1938 entlassen, stand er unter Polizeiaufsicht und arbeitete im Widerstand gegen die Nazidiktatur. Lentzsch heiratete 1940 Ella Wolke (* 19. 9. 1905 – † 25. 2. 1982), die ebenfalls wegen ihrer kommunistischen Tätigkeit drei Jahre im Zuchthaus und im KZ saß. Sie war 1945 Mitarbeiterin im ZK der KPD. Am Abend des 27. April 1945 wurde Lentzsch unter dem Vorwand, ihm Brot und Speck für die Hausgemeinschaft zu geben, auf die Straße gelockt. Dort entriß ihm ein sowjetischer Soldat die Lederjacke und gab einen Schuß auf ihn ab. An dessen Folgen starb Rudolf Lentzsch am 29.April 1945.

Wer war wer in DDR

Lauterbach, Werner

* 31.3.1913 – ✝ 25.7.1986

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Steindrucker; 1928 KPD; ab 1933 illeg. Arbeit als Instrukteur des KJVD in Leipzig-West; Juni – Nov. 1933 »Schutzhaft« im KZ Sachsenburg u. in Bautzen; im Aug. 1934 erneut inhaftiert u. im Mai 1935 Verurteilung durch das LG Dresden wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu fünf Jahren Zuchthaus, bis Sept. 1939 Haft in Leipzig, Dresden u. im Zuchthaus Waldheim; 1939 – 45 Markthelfer in Leipzig. 1945 Org.-Ltr. des KPD-UB Leipzig-Ost; 1945/46 Bez.-Bürgermstr. beim Rat der Stadt Leipzig; 1946 SED; 1946 – 48 Regierungsrat in der Landesreg. Sachsen; 1948 – 50 Personalltr. der VVB Guß- u. Schmiedestücke Leipzig; 1950 Stadtrat in Leipzig; 1951 – 53 Hauptdir. der VVB Druck- u. Papier Leipzig; 1953 – 55 Chef der Verw. der HO-Betriebe Berlin; 1955 – 57 Offz. der KVP/NVA, Verw. der Rückw. Dienste, 1955 Oberst-Ltn.; 1957 – 72 Dir. des Militärverlags der NVA; 1961 Oberst; 1963 – 86 Mitgl. der ZRK der SED; 1959, 1969 u. 1978 VVO.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Leber, Wolfgang

* 15.2.1936

Geb. in Berlin; Vater Schneider, Mutter Putzmacherin; 1943 – 51 Schule; 1955 – 57 erste künstler. Versuche u. Teiln. an Abendkursen; Bewerbung an der Kunst-HS Berlin-Weißensee ohne Erfolg; 1957 – 61 Studium in der Grafikkl. der Mstr.-Schule für das Kunsthandwerk Berlin-Charlottenburg bei Heinz Weißbrich u. Günter Scherbarth; 1961 Forts. des Studiums an der HS für bildende Künste Berlin-Charlottenburg bei Bachman u. Lemcke; Abbruch des Studiums durch den Bau der Mauer; Umzug nach Berlin-Friedrichshain; 1962 – 64 Arbeit als Grafiker an der Volksbühne Berlin; ab 1965 freiberufl. tätig; 1965 VBKD; ab 1967 Studienreisen nach Polen, Prag, Leningrad, Rumänien u. Bulgarien; Bewerbung als Mstr.-Schüler an der AdK ohne Erfolg; 1970 Gründung u. Ltg. des Werkstudios Grafik am Kulturhaus Prater, Berlin-Prenzlauer Berg; wirkt damit bis in die Gegenwart als wichtiger Anreger des künstler. Nachwuchses; 1972 erste Personalausstellung im Inst. für baugebundene Kunst, Berlin; 1973 Initiator der »Galerie am Prater« in Berlin-Prenzlauer Berg, die in den folgenden Jahren als kommunale Galerie erste Ausstellungsmöglichkeiten für junge Künstler bot; 1973 Ausstellung in der »Galerie am Prater«; 1974 – 78 Lehrtätigkeit im Abendstudium an der FS für Werbung u. Gestaltung in Berlin-Oberschöneweide; 1975 – 80 Ltg. eines Zirkels für Autodidakten am Kulturhaus Berlin-Lichtenberg; 1981 Berlin-Preis; 1983 Ausstellung in der »Galerie im Alten Museum«, Berlin; 1986 Ausstellung in der »Galerie Mitte«, Berlin. 1990 Initiator des »1. Maisalons« in Berlin, der ersten freien Ausstellung von Kunst nach dem Fall der Mauer. 1990 – 93 Lehrauftrag an der Kunst-HS Berlin-Weißensee. Seit Ende der 1960er Jahre ist der Mensch im urbanen Raum zentr. Thema der auf ein strenges Gerüst von leuchtenden Farbklängen gebauten Malerei.Kat. W. L. Galerie Unter den Linden. Berlin 1984; Kat. W. L. Galerie Mitte. Berlin 1986; Kat. W. L. AdK (mit Bibl.). Galerie am Pariser Platz. Berlin 1992; Kat. W. L. Galerie Sophien-Edition 2001.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Ledwohn, Josef (Jupp)

* 29.10.1907 – ✝ 4.10.2003

Geb. in Ruenthe (Krs. Unna); Vater Bergmann; in Ahlen aufgew.; 1914 – 22 dort Volksschule; 1922 – 25 Ausbildung zum Schlosser u. Elektromonteur; 1922 Bergarbeiterverb.; 1922 – 27 SAJ; 1927 – 31 Schlosser u. Elektromonteur in Ahlen; 1926/27 SPD; dann KPD u. KJVD; RH, IAH u. RFB; 1928 Besuch der KJV-Reichsschule in Dresden; Pol.-Ltr. des KJVD Ahlen; Agit.-Prop.-Ltr. des KPD-UB Hamm; 1930 in der UdSSR; 1932 Pol.-Ltr. des KPD-UB Ahlen; Frühj. 1932 Pol.-Ltr. des KJVD Ruhrgeb.; 1932 vom Sondergericht in Münster wegen »Landfriedensbruchs« zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, nach vier Mon. amnestiert; anschl. hauptamtl. Funktionär der KPD-BL Ruhr für Gewerkschaftsarbeit; illeg. Arbeit; Febr. 1933 verhaftet, 1933 Haft in westf. Gefängnissen u. KZ Esterwegen; Dez. 1933 vom OLG Hamm wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu 30 Mon. Zuchthaus verurteilt, Haft im KZ Aschendorfer Moor, 1936 Zuchthaus Werl; Mai 1936 entlassen; 1936 – 38 in Stettin als Elektromonteur; 1938 – 45 als Elektromonteur in Dtl., Polen u. der ČSR; 1943 – 45 Mitgl. der illeg. KPD im Ruhrgeb. u. in Hindenburg (Oberschles.). 1945 Aufbau der KPD im Ruhrgeb.; 1945 Elektromonteur in Essen; 1945 KPD-Funktionär in Herne (NRW); zeitw. stellv. Vors. des KPD-LV; 1946 – 49 Mitgl. des PV der SED; 1946/47 3. Sekr., dann 1. Sekr. bzw. Vors. der KPD-BL Ruhr; 1947 LPS; ab 1949 Mitgl. des PV der KPD; 1949 – 56 1. Vors. der KPD-LL in NRW; 1950 – 54 Abg. des Landtags von NRW; Aug. 1954 Verhaftung wegen »Vorber. zum Hochverrat«, 13.7.1956 vom BGH zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, Gefängnis Hagen, 4.12.1957 entlassen; 1956 – 68 Mitgl. des ZK u. des PB der KPD in Berlin (Ost) (Abt. Arbeitsbüro des ZK der SED); ab 1968 Mitgl. der neugegr. DKP; 1968 Mitgl. des Landesaussch. NRW; 1969 – 74 Mitgl. des PV; Jan. 1975 Übersiedl. in die DDR; SED; 1975/76 wiss. Mitarb. bzw. Abt.-Ltr. im IML beim ZK der SED; 1975 Rentner; 1977 VVO; 1982 KMO; 1990 PDS; gest. in Berlin.Gewerkschaften. Standort u. Perspektive. Frankfurt (Main) 1971. Buschfort, W.: Geheime Hüter der Verfassung. Paderborn 2004.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lehmann, Artur

* 18.7.1895 – ✝ 25.1.1974

Geboren am 18. Juli 1895 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; Gärtner und Kürschner. Von 1914 bis 1917 Soldat im Weltkrieg, 1917 wegen antimilitaristischer Arbeit zu viereinhalb Jahren Festungshaft verurteilt, bis zur Revolution in Ingolstadt eingesperrt. Im Spartakusbund organisiert, nahm Lehmann als Delegierter des Roten Soldatenbundes im Dezember 1918 am Gründungsparteitag der KPD teil. Von Ende 1918 bis 1923 arbeitete er bei der Reichsbahn, deren Beamtenrat er angehörte. Von 1923 bis 1925 war Lehmann hauptamtlicher Sekretär des Freien Eisenbahner-Verbandes in Berlin. Danach Leiter des RFB in Berlin-Mitte und von 1930 bis 1933 Chef der Expeditionsabteilung der »Roten Fahne«. Im März 1933 verhaftet, kam er ins KZ. 1934 emigrierte er über Prag in die Sowjetunion. Lehmann arbeitete von 1934 bis 1941 als Kürschner in Moskau bzw. als Instrukteur der Komintern im Internationalen Seemannsklub in Leningrad, dann wirkte er bis 1946 unter deutschen Kriegsgefangenen. Im April 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und war bis August 1948 Vorsitzender der SED Berlin-Mitte. 1948 Vizepräsident der Volkspolizei in Ost-Berlin, wurde Lehmann Vorsitzender der Parteileitung der SED bei der Reichsbahn, von 1952 bis 1960 Reichsbahn-Direktor, Leiter der Politischen Verwaltung der Reichsbahn-Bauunion. Er erhielt 1958 den VVO in Silber. Artur Lehmann starb am 25. Januar 1974.

Wer war wer in DDR

Lehmann, Dieter

* 19.9.1928

Geb. in Dresden; Vater Tischler, Mutter Verkäuferin; Volksschule; 1943 – 46 Lehre als Tischler. 1946 Arbeit als Tischler-Geselle; SED; 1948 Einstellung bei der VP Dresden; 1949 K 5 (pol. Polizei); Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 Länderverw. Sachsen des MfS), Abt. IV (Spionageabwehr); 1952 Versetzung zur Abt. KuSch der BV Dresden; 1953 Lehrer an der Schule des MfS Potsdam-Eiche; dann Versetzung, später Ltr. der Abt. VII (MdI/DVP) der BV Dresden; 1955 Ltr. der Krs.-Dienststelle Görlitz; 1958 stellv. Operativ des Ltr. der BV Dresden; 1962/63 Besuch der BPS Dresden; 1965 – 70 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1970 Ltr. der BV Gera (Nachf. von  Josef Sobeck) u. Mitgl. der SED-BL Gera; 1976 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche; 1979 Gen.-Major; 1988 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Lehmann, Otto

* 25.9.1913 – ✝ 1.7.1991

Geb. in Sandersdorf (Krs. Bitterfeld); Vater Arbeiter; Volksschule; 1927 DMV; KJVD; 1927 – 30 Ausbildung z. Elektriker; 1930 – 33 arbeitslos; 1932 KPD; 1933/34 RAD; 1934 – 39 Elektroinstallateur in der Elektroschmelze in Zschornewitz (Krs. Bitterfeld); anschl. Elektriker in der Filmfabrik Wolfen; 1939 – 43 Kriegsdienst (Nachrichten-Abt.), Uffz.; 1943 – 49 sowj. Gefangenschaft, Mitgl. des NKFD, 1948 Kursant, später Assistent u. Lehrer an einer Antifa-Schule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1950 FDGB; SED; 1950 – 52 Fernstudium an der PHS; 1950 – 68 Mitgl. u. 1950 – 63 Sekr. des FDGB-Bundesvorst.; 1952 – 68 Mitgl. seines Präs.; Verf. des am 16.6.1953 in der Ztg. »Tribüne« veröff. Artikels »Zu einigen schädlichen Erscheinungen bei der Erhöhung der Arbeitsnormen« zur Rechtfertigung von Normerhöhungen; 1954 – 63 Mitgl. des ZK der SED; 1957 – 59 stellv. Vors. des FDGB-Bundesvorst.; danach Sekr. für Wirtschaft; 1958 – 63 Abg. der Volkskammer, 1. stellv. Vors. des Wirtschaftsaussch.; 1961/62 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1963 – 67 Dir. der Sozialversicherung der Arbeiter u. Angest.; 1967 – 78 Personaldir. im VEB Kabelwerk Adlershof.Probleme der wiss. Leitung der Sozialversicherung. Berlin 1966.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Lehnert, Martin

* 20.6.1910 – ✝ 4.3.1992

Geb. in Rixdorf (heute Berlin) in einer Tischlerfam.; 1930 Abitur am Realgymn. Berlin-Köpenick; 1930 – 36 Stud. der Anglistik, Germanistik u. Romanistik an der Berliner Univ.; 1935 Prom. über »Die Grammatik des engl. Sprachmeisters John Wallis 1616 – 1703«; 1936 Lehrtätigkeit am Engl. Seminar der Berliner Univ.; 1937 NSDAP; 1937 Prof. in Greifswald; ab 1939 Wehrmacht, zuletzt als Ofw. 1948 – 51 wieder Prof. in Greifswald, 1950 / 51 dort Ltr. der Philosoph. Fak.; ab 1951 Inh. des Lehrstuhls für engl. Philol. an der HU Berlin; 1951 – 68 Fachrichtungsltr. für Anglistik u. Dir. des Engl.-Amerik. Inst.; Ltr. des Arbeitskreises der Sprachwissenschaftler u. Lektoren in der DDR; ab 1952 Vors. des wiss. Beirats für Anglistik sowie der späteren Sektion Anglistik im wiss. Beirat für Lit.-, Kunst- u. Sprachwiss. beim Staatssekretariat für Hoch- u. Fachschulwesen; ab 1953 Mitbegr. u. Hrsg. der »Ztschr. für Anglistik u. Amerikanistik«; 1957 – 61 Dekan der Philosoph. Fak. der HU Berlin; 1961 ord. Mitgl. der DAW, 1961 – 69 Ltr. der Arbeitsstelle für Anglistik der DAW; 1963 – 85 Präs. d. Dt. Shakespeare-Gesell., ab 1985 Ehrenpräs.; Stifter des Martin-Lehnert-Preises, der jährl. zur Förderung Studierender u. junger Wissenschaftler/innen vergeben wird. Trat v. a. durch sprachwiss. Arbeiten (»Dictionary«, 1956; »Rückläufiges Wörterbuch der engl. Gegenwartssprache«, 1971) u. Übersetzungen alt- u. mittelengl. Lit. hervor (»Beowulf«, 1939; »Geoffrey Chaucer. Die Canterbury-Erzählungen«, 1963); daneben literaturwiss. Arbeiten v. a. über Shakespeare (»Shakespeares Sprache und wir«, 1963; »Shakespeares Gestaltungsprinzipien«, 1975); 1960 VVO in Silber; 1964 NP; 1975 VVO in Gold; gest. in Berlin.Altengl. Elementarbuch. Einführung, Grammatik, Texte mit Übersetzung u. Wörterbuch. Berlin 1939; Laut u. Leben. Engl. Lautgeschichte der neueren Zeit 1400 – 1950, 2 Bd. Berlin 1954 (mit W. Horn); Die Sprache Shakespeares u. das amerikan. Englisch. Berlin 1976; Hier hatte ich einst viel Pläsier. Volkstümliche engl. Dichtung des Mittelalters. Berlin 1980; Anglo-Amerikanisches im Sprachgebrauch der DDR. Berlin 1990.Christian Krause

Handbuch Deutsche Kommunisten

Leibbrand, Robert

* 1.5.1901 – ✝ 25.1.1963

Geboren am 1. Mai 1901 in Suttgart, Sohn eines Straßenbahnarbeiters; lernte Modelltischler. Im April 1919 Mitglied der FSJ und der KPD. Leibbrand war ab 1922 hauptamtlicher Sekretär der KJD-BL in Ostpreußen, 1923 in das ZK der KJD gewählt, war er Sekretär des Bezirks Halle-Merseburg. Von 1924 von Ende 1926 gehörte er dem Sekretariat des ZK des KJVD an. Als Vertreter der Mittelgruppe übernahm er 1924 das Ressort Bildung. Ende 1926 reiste er nach Moskau, dort bis 1928 deutscher KJVD-Vertreter im Präsidium des EK der KJI. Wegen Auseinandersetzungen innerhalb der KJVD-Führung, namentlich mit Kurt Müller und Heinz Neumann, schied Leibbrand im Herbst 1929 aus dem Apparat des KJVD aus, 1929 auch nicht mehr ins ZK gewählt. Seit Oktober 1929 erwerbslos, lebte er vom Verdienst seiner Frau Anna Leibbrand. Im Mai 1931 wurde er Redakteur im Verlag für Literatur und Politik in Berlin und im Oktober 1932 Instrukteur der BL Hannover für den UB Braunschweig. Leibbrand wurde am 24. März 1933 in Braunschweig verhaftet, bis März 1935 U-Haft, anschließend Überführung in das KZ Dachau, im Juni 1939 entlassen. Zwei Monate Modelltischler in Stuttgart, dann bei Kriegsausbruch verhaftet und in das KZ Buchenwald eingeliefert, wo er bis zur Befreiung im April 1945 gefangengehalten wurde. Leibbrand kehrte nach Stuttgart zurück und gehörte sofort zur Führung der KPD Württemberg, im April 1949 1. Sekretär der KPD-Landesleitung Württemberg-Baden, von 1946 bis 1950 MdL von Württemberg-Baden, dort zeitweise Fraktionsvorsitzender, sowie 1949/50 Abgeordneter des ersten Deutschen Bundestages. Im Januar 1951 wurde er wegen »politischer Fehler und opportunistischer Abweichungen« seiner Funktionen enthoben und mußte in die DDR übersiedeln. Zunächst Referent, dann stellvertretender Leiter der Abteilung Schulung im Landesausschuß der Nationalen Front Mecklenburg. 1953 Leiter der SED-Bezirksparteischule der BL Schwerin. Von 1956 an war er wissenschaftlicher Mitarbeiter, Sektorleiter und zuletzt stellvertretender Leiter der Abteilung Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung am Ostberliner IML. Er erhielt 1957 den VVO in Silber. Robert Leibbrand starb am 25. Januar 1963 in Ost-Berlin. Seine zweite Frau Gertrud Leibbrand, geborene Schneck, verheiratete Strohbach (* 31. 12. 1911 – † 12. 7. 2002), mit der er seit 1945 zusammenlebte, war Tochter des bekannten württembergischen Kommunisten Karl Schneck, sie arbeitete als Stenotypistin. 1927 trat sie in den KJVD ein und war nach 1933 zeitweise inhaftiert. Ab 1945 Funktionärin der KPD in Stuttgart, wurde sie im Mai 1951 Abgeordnete des Deutschen Bundestages und arbeitete nach ihrer Übersiedlung in die DDR im Ausschuß für Deutsche Einheit.

Wer war wer in DDR

Leibnitz, Eberhard

* 31.1.1910 – ✝ 24.1.1986

Geb. in Hannover-Hainholz; Vater Obering.; 1916 – 22 Volksschule u. humanist. Gymnasium, 1922 – 28 Friedrich-Schule in Berlin-Friedrichshagen; 1928 – 32 Chemiestudium an der TH Berlin; 1931 SPD; 1933 Prom.; 1932/ 33 Hilfsassistent u. 1933 – 35 Ing. an der TH; 1935 – 37 Privatassistent von Eduard Ubbelohde, 1937 wegen seines jüd. Großvaters fristlos entlassen; 1938 – 45 Chemiker in der Lackfabrik Frenkel in Leipzig-Mölkau. 1945 – 47 Chemiker im techn. Büro der SMAD; 1947 SED; 1947/48 Treuhänder der Leipziger Lackfabrik Springer & Möller; 1948 – 52 Techn. Dir. der VVB Lacke u. Farben sowie der VVB Plaste; 1951 Prof. mit Lehrauftrag u. kommissar. Ltr. des Inst. für Chem. Technol. an der Univ. Leipzig; 1952 – 69 Dir. des Leipziger Inst. für Verfahrenstechnik der organ. Chemie (ab 1958 der DAW); 1953 Ord. Mitgl. der DAW; 1955 – 58 Rektor der TH für Chemie Leuna-Merseburg (THC); 1959 NP; 1958 – 68 Vors. des Direktoriums des chem. Akad.-Inst. Leipzig; 1960 Ehrenprom. u. 1965 Ehrensenator an der THC; 1961 – 64 Dir. des Inst. für Dokumentation der DAW in Berlin; 1964 Dir. der wiss. Red. der Zentralblätter der DAW-Forschungseinrichtungen; 1968 – 71 Ltr. des Forschungsber. Chemie u. Mitgl. des Präs. der DAW; 1971 – 75 wiss. Berater des Präs. der AdW; 1975 em.; 1971 – 86 Präs. der Urania (Nachf. von  Herbert Dallmann); 1972 – 86 Ltr. des Pugwash-Nat.-Komitees der DDR.Klaus-Harro Tiemann

Wer war wer in DDR

Lemme, Udo

* 19.9.1941

Geb. in Gießmannsdorf; 1960 Abitur; 1960 – 62 Wehrdienst; 1962 – 67 Studium an der MLU Halle-Wittenberg, Dipl.-Jur.; 1965 SED; 1967 Einstellung beim MfS, BV Halle, Abt. XX (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund); 1970 Versetzung zur Rechtsstelle des MfS Berlin; 1977 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche; 1978 stellv. Ltr., 1981 Ltr. der Rechtsstelle; 1986 Oberst; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Lengsfeld, Vera

* 4.5.1952

Geb. in Sondershausen, aufgew. in Berlin; Vater Offz., Mutter Lehrerin; 1970 Abitur; 1970/ 71 Studium der Philos. an der KMU Leipzig, 1972 – 75 an der HU Berlin; 1975 SED; 1975 – 80 wiss. Mitarb. an der AdW; 1981 – 83 Lektorin im Verlag Neues Leben; Herbst 1981 Mitbegr. des Pankower Friedenskrs. u. des dortigen Ökokrs.; 1983 SED-Ausschl. wegen öffentl. Stellungnahme gegen die Stationierung nuklearer Mittelstreckenraketen in der DDR, Berufsverbot; anschl. Imkerin, Übersetzerin; 1985 – 88 Studium der Theol. am Sprachenkonvikt Berlin; 1985 u. 1987 Mitgl. im Fortsetzungsaussch. des Netzwerks opp. Gruppen »Frieden konkret«; ab 1986 Mitgl. der Gruppe »Gegenstimmen«; Mitorganisatorin aller Friedenswerkstätten u. Ökoseminare bis Ende 1987; Mitbegr. der »Kirche von unten«; 1987 Mitorganisatorin des »Kirchentags von unten«; Jan. 1988 Verhaftung u. Verurteilung wegen versuchter »Zusammenrottung« bei der Berliner Liebknecht-Luxemburg-Demonstration; Febr. 1988 Abschiebung nach England; 1988/ 89 Studium an der Univ. Cambridge, Master-Abschl.; 9.11.1989 Rückkehr in die DDR; Eintritt in die Grüne Partei u. Wahl in deren Sprecherrat; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer. Okt. 1990 – Okt. 2005 Abg. des Dt. Bundestags, zunächst für Bündnis 90 / Die Grünen, 1996 Übertritt in die CDU; 1990 Aachener Friedenspreis; Gründungsmitgl. des »Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur«; seit 2005 freiberufl. Autorin; Kolumnistin des Online-Blogs »Die Achse des Guten«; 2008 Bundesverdienstkreuz; 2009 erfolglos Direktkandidatin für den Dt. Bundestag in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg. 1991 erfuhr V. L., daß ihr Ehemann Knud Wollenberger als IM »Donald« des MfS erf. war u. auch über sie berichtet hat, sie trennte sich von ihm u. nahm wieder ihren Geburtsnamen an.Virus der Heuchler. Innenansicht aus Stasi-Akten. Berlin 1992; Der Stalinismus ist eine Entzerrung des Kommunismus zur Kenntlichkeit. In: Jesse, E. (Hrsg.): Eine Revolution u. ihre Folgen. Berlin 2000; Mein Weg zur Freiheit. München 2002; Neustart! Was sich in Politik u. Gesell. ändern muss. Berlin 2006.Helmut Müller-Enbergs / Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Lenz, Klaus

* 22.3.1940

Geb. in Berlin; spielt bereits in der Schulzeit Trompete; Ausbildung am Konservatorium der späteren HS für Musik »Hanns Eisler« in Berlin; erste spielprakt. Erfahrungen in den Orchestern von Eberhard Weise u. Max Reichelt; Absolvent der Musikschule Berlin-Friedrichshain; seit Anfang der 60er Jahre als Trompeter, Arrangeur, Komponist u. Bandleader Pionier des Rock-Jazz in der DDR; ab 1961 eigenes »Quintett 61«; 1962 – 69 Klaus-Lenz-Sextett mit wechselnden Besetzungen (u. a. Klaus-Lenz-Combo) u. Orchester Klaus Lenz, u. a. mit  Horst Krüger,  Ernst-Ludwig Petrowsky,  Manfred Schulze, Peter Baptist,  Konrad Bauer,  Günther Fischer, Henning Protzmann,  Reinhard Lakomy u.  Ulrich Gumpert; Sänger waren u. a.  Uschi Brüning,  Christiane Ufholz,  Manfred Krug u.  Henry Kotowski; 1963, 1965 u. 1968 Ltr. einer All Star Big Band des DDR-Jazz; 1967 Zusammenarbeit mit Streichern (»Konzert der leisen Töne«); 1970 spaltet sich von der Klaus Lenz Big Band die Jazz-Rock-Band SOK ab; 1970 LP »Klaus Lenz für Fenz«; 1973 Verschmelzung der Klaus Lenz Big Band u. der Modern Soul Band (Ltg.:  Gerhard Laartz) mit Uschi Brüning als Sängerin zur Modern Soul Big Band (LP »Klaus Lenz – Modern Soul Big Band«, 1974); 1974 neue Bigband-Besetzung mit Musikern der Sieghart-Schubert-Formation; 1975 LP »Klaus Lenz Big Band«, 1976 LP »Aufbruch«; 1977 Teiln. am Festival des Pol. Liedes; Musik zu Fernsehfilmen u. Theaterstücken (u. a. »Joaquín Murieta«, »König Jörg«, »Maß für Maß«); 1977 LP »Wiegenlied« (erschienen in der Bundesrep. Dtl., Aufn. vom Rundfunk der DDR, 1976); 1978 Übersiedlung in die Bundesrep. Dtl.; zum 60. Geburtstag spontane Session mit Lakomy, Petrowski u. a.; lebt als Restaurator u. Antiquitätenhändl. in Manel (b. Köln).Rainer Bratfisch

Wer war wer in DDR

Laux, Karl

* 26.8.1896 – ✝ 27.6.1976

Geb. in Ludwigshafen; Vater Eisenbahninspektor; 1902 – 06 Volksschule, 1906 – 14 Gymnasium; 1914 Soldat; 1917 – 19 brit. Gefangenschaft; 1919 – 26 Studium der Musikwiss. an der Univ. Heidelberg, 1925 Prom.; seit 1922 auch Musikkritiker u. Doz. an der Musik- sowie der VHS Mannheim; 1926 – 34 Musikred. an der »Neuen Badischen Landesztg.« Mannheim, 1934 – 45 an den »Dresdner Neuesten Nachrichten«; 1936 bis 1948 zugl. Doz. am Konservatorium in Dresden. 1945 – 48 Ref. für Musik u. Theater, dann Ministerialrat in der Landesreg. Sachsen; 1946 KPD/SED; Mitgl. des KB; 1948 – 51 Musikred. der »Tägl. Rundschau«; 1951 Chefred. von »Musik u. Ges.«; 1951 Dir. u. Prof. der Dresdener Akad. für Musik u. Theater; Ausbau der Akad. unter seiner Ltg. zur HS für Musik; 1957 – 63 deren Rektor (Nachf. von  Fidelio F. Finke); 1952 Vors. der KB-BL Dresden; 1956 Präs. der Schumann-Ges.; 1951 Gründungsmitgl. des VdK; 1951 – 59 Mitgl. des VdK-Zentralvorst.; 1965 – 72 Vors. des Bez.-Verb. Dresden; 1958 – 63 Abg. der Volkskammer; 1963 em.; 1971 VVO; gest. in Dresden. Forschungen u. Publ. über zeitgenöss. Musiker u. die Musikgeschichte Dresdens.Torsten Musial

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lechleiter, Georg

* 14.4.1885 – ✝ 26.2.1942

Am 14. April 1885 in Appenweier/Baden geboren, entstammte einer kleinbäuerlichen, kinderreichen Familie und sollte Pfarrer werden. Nach wenigen Wochen verließ er das Priesterseminar, lernte Schriftsetzer und arbeitete in diesem Beruf in verschiedenen Städten Badens und der Schweiz. Dort schloß er sich der sozialistischen Jugend an und wurde Mitglied der sozialistischen Partei. Bis 1918 in marxistischen Zirkeln aktiv. 1918 Rückkehr nach Deutschland und Mitbegründer der KPD in Mannheim. Hauptamtlicher Parteifunktionär, von 1920 bis 1922 Sekretär des Bezirks Baden, von 1922 bis 1924 Redakteur an der »Arbeiter-Zeitung«, 1922 in den Mannheimer Stadtrat gewählt. Als Anhänger des rechten Parteiflügels trat er 1924 in den Hintergrund, leitete die Arbeiterbuchhandlung in Mannheim und mußte 16 Monate Haft auf der Festung Gollnow verbringen. Nach dem »Offenen Brief« 1925 wurde Lechleiter in den Badischen Landtag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Vorsitzender der Landtagsgruppe der KPD, ab 1930 außerdem in der BL für Kommunalfragen verantwortlich. Lechleiter wurde im April 1932 seiner Funktion als Vorsitzender der KPD-Landtagsgruppe enthoben, da diese im Parlament den Antrag gestellt hatte, außer der SA auch das sozialdemokratische »Reichsbanner« zu verbieten. 1933 verhaftet, 1935 aus dem KZ Kislau entlassen, mußte er seinen Lebensunterhalt zunächst als Erdarbeiter verdienen, bis er 1937 wieder Arbeit als Schriftsetzer fand. Er hielt illegal Verbindung zu anderen Kommunisten und baute ab 1941 systematisch eine der stärksten kommunistischen Widerstandsgruppen auf. Diese Lechleiter-Gruppe in Mannheim stellte Flugblätter und die illegale Zeitung »Der Vorbote« her, die sie in örtlichen Großbetrieben verteilte. Am 26. Februar 1942 wurde eine große Anzahl Personen in Mannheim verhaftet und 19 Mitglieder der Gruppe zum Tode verurteilt, unter ihnen im Mai 1942 auch Georg Lechleiter; er wurde mit 13 weiteren Widerstandskämpfern am 15. September 1942 in Stuttgart durch das Fallbeil hingerichtet.

Wer war wer in DDR

Legal, Ernst

* 2.5.1881 – ✝ 29.6.1955

Geb. in Schlieben (Prov. Sachsen); Vater Apotheker; 1890 – 94 Königl. Wilhelm-Gymnasium, 1894 – 98 Schulpforte; 1898 Ausbildung zum Buchhändler in Weimar; zugl. Statist am dortigen Theater; 1901 Studium an der Großherzogl. Musik- u. Theater-HS Weimar; kurze Engagements in Döbeln, Bautzen, Bochum u. Bonn; 1906 Festengagement am Schiller-Theater Berlin, Sommeraufführungen mit dem Ensemble von Paul Linsemann in Hamburg, Hannover, Leipzig u. Dresden; 1912 – 20 in Wiesbaden; dort Regisseur u. ab 1918 Intendant; zugl. ab 1917 Vertrag mit dem Staatl. Schauspielhaus Berlin; dort bis 1924 als Schauspieler u. Regisseur; 1924 – 26 Gen.-Intendant in Darmstadt; 1927/28 Intendant in Kassel; 1928 – 32 zus. mit Otto Klemperer Ltg. der Kroll-Oper Berlin; seit 1931 Ltg. des Schauspielhauses u. des Schiller-Theaters in Berlin; Austritt auf eigenen Wunsch 1932, da für ihn die pol. Verhältnisse untragbar geworden waren; 1933 – 36 Ltg. des Hebbel-Theaters zus. mit Kurt Raeck, 1936 Absetzung als Theaterltr. durch die Nazis; danach vor allem Darsteller im Film; 1938 – 44 Oberspielltr. u. Schauspieler am Schiller-Theater unter der Ltg. von Heinrich George; dort auch Aufführung seiner Dramen »Bradamante« (Berlin 1918 publ.) u. »Gott über Göttern« (Berlin 1938 publ.). 1945 Gründungsmitgl. des KB; Präs. der Genossenschaft Dt. Bühnenangeh.; 1945 – 52 Intendant der Dt. Staatsoper Berlin; März 1948 – Okt. 1953 Mitgl. des Dt. Volksrates u. der (Prov.) Volkskammer; 1949 NP; Inszenierung u. a. von 1946 Jacques Offenbachs »Hoffmanns Erzählungen«, 1947 Carl Zuckmayers »Der Hauptmann von Köpenick«, 1948 Alexander Ostrowskis »Wölfe u. Schafe«, 1949 Anton Tschechows »Onkel Wanja«; 1950 Gründungsmitgl. u. Ord. Mitgl. der DAK, Sekr. der Sekt. Darstellende Kunst; 1951 Inszenierung von Michail Glinkas »Ruslan u. Ludmilla«; 1952 Rücktritt vom Amt des Intendanten der Staatsoper u. Austritt aus der AdK; 1952 – 55 als Schauspieler am Schiller-Theater Berlin; Tochter: Schauspielerin  Marga L; gest. in Berlin.Barkhoff, H.: E. L. Berlin 1965; Anft, Ch.: E. L. (1881 – 1955). Berlin (West) 1981.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lehmann, Frieda

* 15.2.1888 – ✝ 2.7.1948

Frieda Schatz wurde am 15. Februar 1888 in Halle geboren. Nach der Schulentlassung arbeitete sie einige Jahre in einer Fabrik, später heiratete sie einen Arbeiter namens Lehmann. 1910 Mitglied der SPD, trat sie 1917 zur USPD über und kam mit der linken USPD 1920 zur KPD. In der KPD stand Frieda Lehmann auf dem linken Flügel. Anfang 1925 übernahm sie einige Monate die Leitung der Gewerkschaftsabteilung in der BL Halle-Merseburg. Ab 1925 gehörte sie als Abgeordnete dem Provinziallandtag von Sachsen an. Auf dem X.Parteitag 1925 in die Mandatsprüfungskommission gewählt, übernahm sie Mitte 1925 die Abteilung Frauen in der BL Halle-Merseburg. Nach dem »Offenen Brief« schloß sie sich Ende 1925 der linken Opposition an, die sie gemeinsam mit Otto Kilian in Mitteldeutschland leitete. Im April 1928 unterschrieb Frieda Lehmann den Aufruf der linken Kommunisten und wurde daraufhin aus der KPD ausgeschlossen. Sie trat dem Leninbund bei, den sie bis 1930 im Provinziallandtag von Sachsen vertrat, und blieb bis 1933 für den Leninbund aktiv. 1933 einige Zeit verhaftet. Frieda Lehmann starb am 2.Juli 1948.

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Lehmann, Edgar Theodor

* 25.3.1905 – ✝ 24.11.1990

Geb. in Berlin; Vater Innenarchitekt; Realgymnasium; 1925 – 30 Studium der Geogr., Geol., Geschichte u. Philos. an der Univ. Berlin; hier 1930 Prom. u. 1930 – 33 Hilfsassistent; 1933 – 50 am Bibliograph. Inst. Leipzig, Ltr. der Kartograph. Anstalt; 1940 NSDAP; 1939 – 45 Mitgl. des Forschungsbeirats für Vermessungstechnik u. Kartogr. beim Reichsamt für Landesaufnahme. 1950 – 53 beim VEB Dt. Buch- u. Landeskartendruckerei (vormals Bibliograph. Inst.) Leipzig, Ltr. der Kartograph. Anstalt; 1950 – 70 Dir. des Dt. Inst. für Länderkunde (1968 der DAW angegliedert u. 1969 in Geograph. Inst. umbenannt); 1952 Habil. u. Prof. für Geogr. mit vollem Lehrauftrag an der Univ. Leipzig; 1955 Dr. h. c. (Eidgenössische TH Zürich); 1956 – 68 Vizepräs. der Dt. Ges. für Kartogr. (Bundesrep. Dtl.); 1959 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW; 1959 Korr. u. 1961 Ord. Mitgl. der DAW; 1961 – 67 ord. Prof. u. Dir. des Geograph. Inst. der KMU Leipzig; 1963 – 68 Sekretar der Kl. für Chemie, Geol. u. Biol. der DAW (Nachf. von  Heinrich Bertsch); 1970 em. u. wiss. Berater des Präs. der AdW; 1983 NP. Internat. anerkannter Fachmann für Kartogr. u. sozio-hist. Geogr.; Verf. von ca. 75 Kartenwerken u. Schriften; Mithrsg. des »Weltatlas. Die Staaten der Erde u. ihre Wirtschaft« (1952), »Atlas DDR« (1977), »Internat. Jb. für Kartographie«; Mitgl. vieler in- u. ausländ. Ges. u. Gremien, u. a. Korr. Mitgl. der Kommission für Nationalatlanten der Internat. Geograph. Union.Klaus-Harro Tiemann

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Lehmann, Paul

* 21.9.1923

Geb. in Berlin; Vater kfm. Angest.; 1930 – 38 Volksschule; Maschinenschlosserlehre; 1941 – 47 Kriegsdienst, Gefangenschaft. 1947 Beginn des Studiums an der Berliner HS für angewandte Kunst, Fachrichtung Bühnenbild bei Heinrich Kilger; Assistenzarbeit bei »Fliegen« (R: Joachim Fehling), »Faust« (R:  Wolfgang Langhoff), »Mutter Courage« (R:  Bertolt Brecht); 1949 – 56 Bühnenbildner Landesbühne Stralsund, Nationaltheater Weimar, Landesbühne Eisenach, Theater Potsdam; 1956 – 90 Szenenbildner im DEFA-Studio für Spielfilme; Arbeit u. a. mit  Günter Reisch,  Gerhard Klein,  Ulrich Weiß, Herrmann Zschoche,  Walter Felsenstein,  Manfred Wekwerth; zeitw. Ltr. der Architektengr. im DEFA-Studio für Spielfilme; ab 1990 freischaff. Szenen- u. Bühnenbildner. Werke: Der Traum des Hauptmann Loy (1961, R:  Kurt Maetzig), Sonntagsfahrer (1963, R: Gerhard Klein), Alaskafüchse (1964, R: Werner W. Wallroth), Die Söhne der großen Bärin (1966, R: Josef Mach), Chingachgook, die große Schlange (1967, R:  Richard Groschopp), Krupp u. Krause (1969, R:  Horst E. Brandt), Meine Stunde Null (1970, R: Joachim Hasler), Ritter Blaubart (1973, R: Walter Felsenstein), Der Spiegel des großen Manus (1981, R: Dieter Scharfenberg), Dein unbekannter Bruder (1982, R: Ulrich Weiß), Automärchen (1983, R: Erwin Stranka), Ete u. Ali (1985, R: Peter Kahane), Der Bärenhäuter (1986, R: Walter Beck), Der Traum vom Elch (1986, R: Siegfried Kühn), Der Eisenhans (1988, R: Karl H. Lotz), Grüne Hochzeit (1989, R: Herrmann Zschoche).Elke Schieber

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Lehnert, Rolf

* 17.3.1930

Geb. in Ostrau (Krs. Pirna); Vater Feinmechaniker; Volks- u. Realschule; 1946 FDJ, 1947 SED; 1947 – 49 Lehrling u. Volontär in der Druckerei des Sachsen-Verlags in Dresden; 1949 Red.-Ass. bei der Ztschr. »Zeit im Bild« Dresden; 1949 / 50 Red. der FDJ-Ztg. »Junge Welt«, 1950 – 55 Mitgl. des Red.-Koll. u. Abt.-Ltr. bei der »Jungen Welt«; 1953 – 61 Fernstud. an der Sektion Journalistik der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1954 / 55 Stud. an der HS des Komsomol in Moskau; 1955 – 60 Redaktionssekr., Mitgl. des Red.-Koll. u. 1961/ 62 stellv. Chefred. der »Jungen Welt«; 1962 – 64 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Volkswacht« Gera; 1964 / 65 1. Stellv., 1966 – 72 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Berliner Zeitung«; 1967 – 74 Mitgl. der SED-BL Berlin; 1968 – 73 Vors. des VDJ-BV Berlin, 1967 – 77 Mitgl. des VDJ-ZV; Juli 1972 Abberufung aus gesundheitl. Gründen; 1969 VVO; später Ltr. der Abt. Dokumentation der Ztg. »Neues Deutschland«.Andreas Herbst

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Leiberg, Helge

* 27.10.1954

Geb. in Dresden; Vater Angest.; 1960 – 70 Schulbesuch; 1971 – 73 Lehre als Positivretuscheur bei der DEWAG; 1969 – 73 Abendstudium an der HS für Bildende Künste Dresden, 1973 – 78 dort Studium bei  Gerhard Kettner; ab 1978 freischaff.; VBK; Mitarb. in der Künstlergr. für Ausstellungen im Leonhardi-Museum; erste eigene Bücher u. Mappen in Zusammenarbeit mit  Sascha Anderson,  Uwe Kolbe,  Frank-Wolf Matthies u.  Bert Papenfuß-Gorek im Selbstverlag; Ltr. der AG Junge Künstler im VBK; Beschäftigung mit Jazz, Neuer Musik, experiment. Film, Tanz u. multimedialen Verbindungen der Kunst; 1979 erste Auftritte mit einer Malerband (u. a. Michael Freudenberg u.  A. R. Penck); Beginn der Zusammenarbeit mit dem Komponisten u. Gitarristen Lothar Fiedler, erste Untersuchungen zur Wechselwirkung von Musik u. Malerei, Beschäftigung mit Toncollagen u. strukturellen Klängen, Auftritte mit der Gruppe »Zwitschermaschine«, später »Factory« (mit Sascha Anderson u. Lothar Fiedler); ab 1980 Super-8-Filme, später Verwendung dieser Filme für Performances mit der Tänzerin Fine Kwiatkowski; Gestalter u. Regisseur für das Trickfilmstudio Dresden; ab 1980/81 Beobachtung durch das MfS; 1982 Gemeinschaftsbilder mit Veit Hoffmann; 1983/84 Mitarb. in der Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß in Berlin; 1984 Übersiedl. nach Berlin (West). 1985 Arbeitsstipendium des Senators für Kulturelle Angelegenh.; 1987 Mitbegr. der Edition Malerbuch in Berlin (West); Arbeit als Maler, Performer, Büchermacher; 1990 Lehrauftrag an der HdK Berlin; 1995 Arbeitsaufenthalt in den USA; zahlr. Performances, u. a. 1997/98 »Medea« mit  Christa Wolf in Lissabon, Leipzig u. Koblenz, 2003 »Medea-Stimmen« bei den Salzburger Festspielen, 2004 »Masse u. Macht« in Saarbrücken; nach dem 11.9. 2001 Bemalung eines Buddy Bären (dt. Botschaft in Washington); lebt in Berlin. Ausstellungen: Leonhardi-Museum Dresden (mit Veit Hoffmann) 1980; Kunstkabinett Erfurt 1987; Galerie autonom, Berlin (West) 1987; Galerie Bodo Niemann, Berlin (West) 1987; Remberti Galerie Bremen; Königer Galerie, Berlin (West). Seit 1990 zahlr. Einzel- u. Gemeinschaftsausstellungen, u. a. in Berlin, Basel, Köln, Neapel, Dresden, München, Leipzig, Frankfurt (Main), Peking, Oregon, Regensburg, New York, Halberstadt, Wiesbaden, Mannheim, Hongkong u. Seoul.Tannert, Ch.: H. L. In: Bildende Kunst (1983) 9; H. L. Bilder mit Texten von B. Papenfuß-Gorek u. S. Anderson. Galerie Bodo Niemann. Kat. Berlin (West) 1988 (mit Bibl.); Kat. H. L. Zwischen Sprung u. Fall. Hamburg 1999.Anke Scharnhorst

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Leich, Werner

* 31.1.1927

Geb. in Mühlhausen (Thür.); Vater Bürgermeister; »Nationalpolit. Erziehungsanstalt« Schulpforte u. Gymnasium Ernestinum in Gotha; 1942 – 44 Luftwaffenhelfer, Kriegsteiln. an der Ostfront. Ab 1945 Beschäftigung in einem Bergwerk, Schlosserlehre; 1947 – 51 Studium der Theol. in Marburg u. Heidelberg bei Rudolf Bultmann u. Edmund Schlink; anschl. bis 1953 Vikar in Angelroda; 1951 Ordination; ab 1954 Pfarrer in Wurzbach (Thür.); seit 1960 Synodale, 1967 – 78 Vizepräs. der Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Thür.; 1966 – 77 1. Vors. der Luth. Bekenntnisgem. in Thür.; 1969 Superintendent in Lobenstein; 1969 – 78 Mitgl. der Gen.-Synode der Vereinigten Ev.-Luth. Kirchen der DDR; Dez. 1977 Wahl u. Mai 1978 Amtsantritt als Landesbischof der Ev.-Luth. Kirchen Thür. (Nachf. von  Ingo Braecklein); 1980 Vors. des kirchl. Lutherkomitees; stellv. Vors. des Nationalkomitees des Luth. Weltbunds in der DDR; 1983 Dr. h. c. (FSU Jena); 1986 – 90 Vors. der Konferenz der Ev. Kirchenltg. in der DDR (Nachf. von  Johannes Hempel); 3.3.1988 Treffen mit dem Staatsratsvors.  Erich Honecker, Anmahnung von gesellsch. Reformen in der DDR; 19.10.1989 Treffen mit dem Staatsratsvors.  Egon Krenz; Jan. 1990 Mitautor der »Loccumer Erklärung« mit dem Plädoyer für eine baldige Herstellung der Einheit der ev. Kirchen in Dtl.; 1992 Ruhestand; lebt in Eisenach. W. L. vertrat eine konservative luth. Theol.; er beendete den unkrit. kirchenpol. Kurs seiner Vorgänger im Bischofsamt,  Moritz Mitzenheim u. Ingo Braecklein, u. war auf eine größere Unabhängigkeit der Kirche gegenüber dem Staat bedacht.Wechselnde Horizonte. Mein Leben in vier pol. Systemen. Wuppertal, Zürich 1992; Gesandt zum Dienst. Weimar 2002. Findeis, H.; Pollack, D. (Hrsg.): Selbstbewahrung oder Selbstverlust. Berlin 1999; Findeis, H.: Das Licht des Evangeliums u. das Zwielicht der Pol. Kirchl. Karrieren in der DDR. Frankfurt (Main) 2002; Gesandt zum Dienst. Weimar 2002.Ehrhart Neubert

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Lemmer, Ernst

* 28.4.1898 – ✝ 18.8.1970

Geb. in Remscheid; Vater Architekt; Realgymnasium in Remscheid, Notabitur; 1914 – 18 Kriegsfreiw., Wehrdienst, zul. Ltn.; 1918 Mitgl. eines Soldatenrats, Delegierter zum Kongreß der Arbeiterräte Essen; 1919 Mitgl. der Jungdemokraten, Vors.; Mitbegr. des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold; Mitgl. der DDP, ab 1930 Dt. Staatspartei; 1919 – 22 Studium der Theol., Gesch. u. Nationalök. in Marburg u. Frankfurt (Main); Volontariat bei der »Frankfurter Ztg.« u. a. Ztgn.; 1922 – 33 Gen.-Sekr. des Gewerkschaftsrings Dt. Arbeiter-, Angest.- u. Beamtenverb. (Hirsch-Dunckersche Gewerkschaft); Dez. 1924 – Nov. 1932 u. März – Juli 1933 Abg. des Dt. Reichstags, stimmte 1928 für den Bau des Panzerkreuzers A u. 1933 für das »Ermächtigungsgesetz«; 1927 Vors. der Jungdemokraten beim Reichsjugendtag in Heidelberg; ab 1933 Auslandskorrespondent für die Ztgn. »Pester Lloyd« (Budapest), »Neue Zürcher Ztg.« u. »Le Soir« (Belgien); Verbindung zu Widerstandsgr. 1945 2. Bürgermstr. von Kleinmachnow, Mitbegr. der CDU in Berlin; in ihrem PV bis Aug., Dez. 1946 – Dez. 1947 2. Vors. der CDU, von der SMAD abgesetzt, u. a. nach Ablehnung der Teiln. am ersten Dt. Volkskongreß; 1945 – 49 Mitgl. des Gründungsaussch. u. 3. Vors. des FDGB (HA Presse, Rundfunk); 1948/49 Vizepräs. des KB; 1946 – 49 Abg. des Landtags Brandenb.; Mai 1949 Übersiedl. von Kleinmachnow nach Berlin (West); 1949 – 56 Chefred. der Ztg. »Der Kurier«; 1950 – 69 Mitgl. des Abgeordnetenhauses von West-Berlin u. Vors. der CDU-Fraktion; 1950 – 61 stellv. Vors., seit 1961 Vors. der Exil-CDU; 1952 – 70 (West-) Berliner Vertreter im Bundestag; 1953 Deleg. zum Europarat; kandidierte am 16.11.1954 bei der Wahl des Bundestagspräsidenten erfolglos auf Vorschlag der FDP gegen den »offiziellen« Kand. der CDU/ CSU; 1950 – 56 stellv. Vors., 1956 – 61 Vors. des CDU-Landesverb. Berlin (West); 15.11. 1956 – 29.10.1957 Bundesmin. für Post- u. Fernmeldewesen (Nachf. von Siegfried Balke), 29.10.1957 – 11.12.1962 für Gesamtdt. Fragen (Nachf. von  Jakob Kaiser); 19.2.1964 – 26.10.1965 für Vertriebene, Flüchtlinge u. Kriegsgeschädigte (Nachf. von Hans Krüger), 1965 – 69 Sonderbeauftr. des Bundeskanzlers für Berlin (West); gest. in Berlin-Zehlendorf; Tochter Ingeborg L. verh. mit Gerhard Löwenthal.Berlin am Kreuzweg Europas, am Kreuzweg der Welt. Berlin 1957; Manches war doch anders. Frankfurt (Main) 1968; Skat Taktik. Erfahrungen u. Gedanken eines passionierten Spielers. Stuttgart 1969. Nationalrat der Nat. Front: E. L. Goebbels-Journalist, Nazi-Spitzel, Revanche-Minister. Berlin 1964.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Lenski, Arno von

* 20.7.1893 – ✝ 4.10.1986

Geb. in Czymochen (Krs. Oletzko, Ostpr./Cimochy, Polen); Vater Gutsbesitzer; 1900 – 03 Volksschule in Czymochen, 1903 – 08 Kadettenhaus Köslin, 1909 – 12 Kadettenkorps Groß Lichterfelde (b. Berlin), Abitur; 1912/13 Kriegsschule Hetzfeld, Offiziersexamen; 1913 Ltn.; während des 1. Weltkriegs eingesetzt in Rußland u. Frankreich; danach in versch. Offiziersstellungen in Bromberg u. Demmin; 1921 – 24 Schüler, 1925 – 29 Reitlehrer der Kavallerieschule in Hannover; 1929 – 33 Schwadronchef in Ludwigslust; 1933/34 Kdr. der Uffz.-Reitschule u. anschl. bis Okt. 1935 Adj. der Kavallerieschule Hannover; anschl. Kdr. des Kavallerie-Regt. 6 in Schwedt (Oder) bzw. Darmstadt; 1934/35 Teiln. an internat. Reitturnieren in Irland, Ungarn, Schweden; Sept. – Nov. 1939 Kdr. der Aufklärungsabt. der 33. Inf.-Div. im Westwall; ab Dez. 1939 Kdr. der »Schule für Schnelle Truppen« in Krampnitz (b. Potsdam); 1939 – 42 ehrenamtl. Beisitzer am NS-VGH, III. Senat (der auch Todesurteile fällte), hier als militär. Sachverständiger in Spionageprozessen; Aug. 1942 Gen.-Major, übernahm im Sept. 1942 das Kommando über die 24. Panzerdiv. während der Kämpfe um Stalingrad; 2.2.1943 sowj. Kriegsgefangenschaft bei Stalingrad; Lager 27 (Krasnogorsk), Susdal, Woikowa u. in »Spez. Objekten«; seit 27.5.1944 Mitgl. des Bundes Dt. Offz. im NKFD; Mitarb. der Ztg. u. des Senders »Freies Dtl.« in Lunowo; 1944 durch das Kriegsgericht Torgau in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Dez. 1944 – Mai 1945 Studium der Ges.-Wiss. u. Polit-Ökon. in der Antifa-Schule in Krasnogorsk; März 1946 – Aug. 1949 militär. Fachberater bei Mosfilm für den Dok.-Film »Die Schlacht um Stalingrad«; dazw. Antifa-Lehrgang Lager III/27 (Krasnogorsk). 17.8.1949 Rückkehr nach Berlin; Mitgl. der NDPD; als VdN anerkannt; 1949/50 stellv. Vors. des NDPD-LV Berlin; 1950/51 Pol. Mitarb. beim PV; 1952 – 86 Mitgl. des Hauptaussch.; Okt. 1949 – Jan. 1951 stellv. Vors. der DSF-LL Groß-Berlin; März 1951 – Sept. 1952 Dir. des Berliner Stadtkontors (Bank von Groß-Berlin); 1951 – 66 Mitgl. des ZV der DSF; Okt. 1952 Ernennung zum KVP-Gen.-Major der Panzertruppen; 1952 – 56 im MdI Aufbau der KVP; März 1956 – Juli 1958 Ltr. der Fachverw. Panzerwesen der NVA; 1957 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; Okt. 1957 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; Aug. 1958 Ruhestand; ab 1958 als Gen.-Major a. D. im MfNV; Berater für Reitausbildung im ASK »Vorwärts« Berlin (Nationalmannschaft u. mod. Fünfkampf); Vorstandsmitgl. u. 1964 – 71 Vors. der Arbeitsgemeinschaft ehem. Offz. (Nachf. von  Otto Korfes); 1958 – 67 Abg. der Volkskammer u. Mitgl. des Aussch. für Nationale Verteidigung; 1961 – 70 Präs. des Pferdesportverb. der DDR; Mitgl. des NOK der DDR, des ZV der DSF u. des BV des DTSB; 1968 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1973 VVO; 1978 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.Welz, H.: In letzter Stunde. Biogr. nach umfgr. Aufzeichnungen A. v. L. Berlin 1978; Wenzke, R.: A. v. L. – NVA-Panzergeneral mit preuß. Wurzeln. In: Ehlert, H., Wagner, A. (Hrsg.): Genosse General – Die Militärelite der DDR in biogr. Skizzen. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lenz, Walter

* 22.11.1903 – ✝ 1936

Geboren am 22. November 1903 in Berlin; gelernter Schriftsetzer. Lenz trat 1922 der KPD bei, wurde als hauptamtlicher Funktionär Redakteur der »Roten Fahne« und war zeitweise für die politische Redaktion verantwortlich. Da Lenz zu den rechten Kommunisten gezählt wurde, 1929 aus der KPD ausgeschlossen, nach der Kapitulation vor dem ZK 1931 aber Wiederaufnahme. Er wurde im AM-Apparat eingesetzt, 1932 in die Sowjetunion geschickt und war dort in der Komintern tätig. Im September 1936 vom NKWD verhaftet, wurde Walter Lenz noch im selben Jahr erschossen. Nach 1956 wurde er vom Obersten Gericht der Sowjetunion »rehabilitiert«.