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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Bennewitz, Fritz

* 20.01.1926 – ✝ 13.09.1995

Geb. in Chemnitz; Vater Lokomotivführer, Mutter Näherin. 1950 – 53 Studium Germanistik in Leipzig, Theaterwiss. am Dt. Theaterinst. Weimar, Dipl.-Theaterwiss.; 1953 Doz. für Ästhetik an der Theater-HS Leipzig; 1955 – 60 Oberspielltr. in Meiningen, 1960 – 75 Schauspieldir. am Dt. Nationaltheater Weimar, danach Regisseur in Weimar; half Ende 50er/Anf. 60er Jahre,  Bertolt Brechts Werke auf den Bühnen der DDR außerhalb Berlins durchzusetzen (Beginn Brechtrezeption »Die Dreigroschenoper« 1958 in Meiningen), spezialisiert auf Brecht- u. Shakespeare-Rezeption, Inszenierungen von Goethes »Faust« I u. II 1965 – 67, 1975/76 u. 1981/82 in Weimar; 1967 NP; wiederholt Gastregisseur in Berlin (Berliner Ensemble, Dt. Theater, Volksbühne); Vorstandsmitgl. Shakespeare-Ges.; Konsultant des ITI-Komitees Dritte Welt, 1984 Vizepräs. ITI (Internat. Theaterinst.), seit 1970 über 20 Inszenierungen von Werken Brechts, Goethes u. Shakespeares in Indien, Südostasien, Lateinamerika, oft in Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Franz Havemann; seit 1977 Brecht-Seminare in den USA, auf den Philippinen u. in Indien; 1979 Ernennung zum Prof.; 1969 Mitgl., 1974 – 91 Ord. Mitgl. der AdK; 1992 Preis der Akad. für Darstellende Künste Indien; gest. in Weimar.Autorenkoll.: Theater in der Zeitenwende, Bd. 2. Berlin 1972; Bertolt Brecht u. das Theater in der DDR. Dresden 1967; Pietzsch, I.: Werkstatt Theater. Gespräche mit Regisseuren. Berlin 1975.Renate Rätz

Wer war wer in DDR

Bentzien, Hans

* 4.1.1927 – ✝ 18.5.2015

Geb. in Greifswald; Vater Arbeiter; Volks- u. Oberschule; 1. Lehrerprüfung; 1944 RAD, Wehrmacht; 20.4.1944 NSDAP; 1945 brit. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; 1946 – 48 Neulehrer in Greifswald; 1948 – 50 Studium der Geschichte an der EMAU Greifswald u. FSU Jena; zeitw. Assistent des Kulturdir. des VEB Carl Zeiss Jena; Instrukteur für Kultur der SED-LL Thür.; 1. Sekr. der SED-KL Jena-Stadt; 1954/55 Sekr. für Kultur u. Volksbildung der SED-BL Gera (Nachf. von Bruno Kiebs), zeitw. auch 1. Sekr. der SED-KL Jena-Stadt; 1955 – 58 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 – 61 Sekr. für Kultur u. Bildung der SED-BL Halle (Nachf. von Arthur Kleine); 1958 – 66 Mitgl. der Kulturkommission beim PB des ZK der SED; 1961 – 66 Min. für Kultur (Nachf. von  Alexander Abusch); infolge des 11. Plenums des ZK der SED im Dez. 1965 wegen »ernsthafter Fehler« abgelöst; 1965 VVO; 1966 – 75 Dir. des Verlags Neues Leben in Berlin; 1975 – 78 Ltr. der HA Funkdramatik beim Staatl. Komitee für Rundfunk u. stellv. Vors. des Staatl. Komitees für Fernsehen, 1979 abgesetzt nach Sendung der Filme »Geschlossene Ges.« u. »Ursula«, danach Arbeitsgr.-Ltr. u. Autor in der Red. Publizistik des DFF; 1985 Theodor-Körner-Preis; 1989/90 Gen.-Intendant des Fernsehens der DDR bzw. des DFF (Nachf. von  Heinrich Adameck); gest. in Bad Saarow.Bruder Martinus. Berlin 1983; Unterm Roten u. Schwarzen Adler. Berlin 1992; Meine Sekretäre u. ich. Berlin 1995; Friedrich II., König von Preußen: Ich, Friedrich II. Berlin 2002; Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Zwischen Soldateneid u. Tyrannenmord. 1997; Überhaupt zeigt man Charakter. Berlin 2002; Fragen an die DDR (zus. mit H. Czepuck u. G. Fischer) Berlin 2003; Was geschah am 17. Juni? Vorgeschichte, Verlauf, Hintergründe. Berlin 2003; Division Brandenburg. Die Rangers von Admiral Canaris. Berlin 2004; Warum noch über die DDR reden? Berlin 2009.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Bereska, Henryk

* 17.5.1926 – ✝ 11.9.2005

Geb. in Kattowitz-Schoppinitz, Schles. (Katowice-Szopienice, Polen), wo er zweisprachig aufwuchs; Vater Lokomotivführer im Bergbau; 1940 Landdienst; Verwaltungslehre; 1944 / 45 Pilotenausbildung in Fürstenfeldbruck. 1945 nach kurzer amerik. Kriegsgef. Gelegenheitsarb., Schiffbauhelfer, Landarb.; 1947 / 48 Abitur an einer Vorstudienanstalt in Berlin; 1948 – 52 Stud. der Germanistik, Polonistik u. Slawistik an der HU Berlin; 1953 – 55 Lektor für poln. Lit. beim Aufbau-Verlag; ab 1955 freiberufl. Übersetzer; übertrug poln. Lit. der Renaissance bis Gegenwart ins Deutsche (u. a. Andrzejewski, Borowski, Miłosz), wurde neben Karl Dedecius zum wichtigsten Übersetzer poln. Lit. in Dtl.; 1967 Literaturpreis des Verbandes der Autoren u. Komponisten Polens; veröff. ab 1963 eigene Gedichte u. Aphorismen in Anthologien u. Ztschr.; seit 1961 vom MfS in versch. OVs (OV »Zersetzer«, OV »Polo«) u. a. wg. vermeintl. staatsfeindl. Tätigkeit erfaßt; wichtige Übersetzungswerke wurden blockiert, erster eigener Gedichtband »Lautlose Tage« erschien 1980 nur in West-Berlin; neben Berlin bildete das märk. Kolberg den Lebensmittelpunkt; die märk. Landschaft wurde zu einem zentralen Motiv seiner Lyrik. Seit 1990 zahlr. Auszeichnungen in Polen u. in Dtl., u. a. 1997 Bundesverdienstkreuz am Bande; 1998 Kommandeurskreuz zum Verdienstorden der Rep. Polen; 2000 Hans-Sahl-Preis; 2001 Samuel-Bogumil-Linde-Preis; 2002 Ehrendoktorwürde der Univ. Breslau; 2005 Transatlantyk-Preis des poln. Buchinst.; 1991 Mitgl. des PEN.; 2002 Burgschreiber der Gemeinde Beeskow; gest. in Berlin.Berliner Spätlese. Gedichte. Mit fünf Zeichnungen von Horst Hussel. Berlin 1991; Ausgewählte Werke in 3 Bänden. Berlin 1995 – 2002; Burgschreiber zu Beeskow. Märkische Streifbilder. Berlin 2003; Kolberger Hefte. Die Tagebücher von HB 1967 – 1990. Mit einem Nachwort v. I. Geipel. Frankfurt (Main) 2007.Christian Krause

Handbuch Deutsche Kommunisten

Berg, Helene (Lene)

* 10.4.1906 – ✝ 21.2.2006

Geboren am 10. April 1906 in Mannheim als Tochter eines Müllers. Helene Veser war von Beruf Schneiderin, seit 1921 in der SAJ und ab 1922 im Deutschen Bekleidungsarbeiter-Verband organisiert, trat 1924 zur KJD über und wurde Mitglied der erweiterten BL Baden. Ab 1927 Mitglied der KPD, im selben Jahr Bezirksfrauenleiterin. 1929 bis 1931 Kursantin der Leninschule in Moskau, anschließend Mitarbeiterin in der Agitpropabteilung des ZK in Berlin, Ende 1932 als Bezirksagitpropsekretärin in der BL Hannover. Dann illegale Arbeit u. a. als Nachfolgerin von Max Opitz Polleiter des KPD-Bezirks Württemberg, mit Decknamen Lotte 1934/35 Instrukteurin der KPD-BL Saar. 1935 über Frankreich in die Sowjetunion emigriert, bekam sie den Parteinamen Helene Berg. Von 1935 bis 1937 stellvertretende Leiterin des deutschen Sektors der Internationalen Leninschule (Lene Neckar). Ab 1938 Mitarbeiterin des Info-Radios in Moskau, bis 1941 gemeinsam mit Rudolf Lindau Sammlung von Materialien zur KPD-Geschichte, übernahm bei Kriegsausbruch die Leitung der deutschen Gruppe an der Komintern-Schule. Anschließend Leiterin des deutschen Sektors an der Antifa-Schule in Taliza bzw. an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau. Im April 1946 Rückkehr nach Deutschland, war Helene Berg zunächst Lehrerin an der Parteischule in Liebenwalde. Von 1946 bis 1951 Funktionen im SED-LV Sachsen-Anhalt. 1951 kommissarische Direktorin der PHS, übernahm sie bis 1958 die Leitung des Instituts für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. Dann bis 1972 Vertreterin der SED in der Redaktion der Zeitschrift »Probleme des Friedens und des Sozialismus« in Prag. Anschließend bis 1979 Direktorin des Instituts für Meinungsforschung beim ZK der SED. Sie war von 1954 bis zum Herbst 1989 Kandidatin bzw. Mitglied des ZK der SED, erhielt 1966 den Karl-Marx-Orden. Helene Berg starb fast 100jährig am 21. Februar 2006 in Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Berger, Franz

* 1.6.1900 – ✝ 1938

Geboren am 1. Juni 1900 in Halle/Saale; lernte Schlosser, gehörte seit 1914 der Arbeiterjugend an und trat 1919 der KPD bei. Von 1924 bis 1927 Sekretär des Gewerkschaftskomitees, wurde nach dem Besuch einer Parteischule Polsekretär in Wittenberg-Bitterfeld bzw. in Schwarzenberg/Sachsen. Er gehörte 1928 zu den Versöhnlern, arbeitete 1929/1930 in Chemiebetrieben Mitteldeutschlands und war dann wieder in Bitterfeld UB-Sekretär. 1930 als Sekretär in die Genossenschaftsabteilung des ZK der KPD in Berlin berufen, übersiedelte er 1932 unter dem Namen Willi Leibrandt nach Moskau zur Genossenschaftsabteilung der Komintern. 1934 Rückkehr nach Deutschland, illegale Arbeit, Abschnittsinstrukteur der KPD-BL Berlin. Ab Herbst 1935 wieder in Moskau, wurde Berger 1936 in die KPdSU(B) überführt. Nach einem dreimonatigen Sanatoriumsaufenthalt kam er nach Engels zur Arbeit im Staatsverlag. Im Juli 1937 vom NKWD verhaftet, verurteilt zu Besserungsarbeitslager, vermutlich 1938 erschossen. Seine Frau Berta Dausacker (* 30. 5. 1905 in Bülach/Schweiz) lernte in Berlin Verkäuferin. Seit 1930 KPD-Mitglied, folgte sie ihrem Lebensgefährten 1932 in die Sowjetunion. Sie wurde 1940 mit der Tochter Helga (* 1. 7. 1935) nach Nazi-Deutschland ausgewiesen, an der Grenze festgenommen und einige Zeit inhaftiert. Mitglied der SED, arbeitete als Buchhalterin und Personalleiterin, zuletzt Kaderleiterin des HO-Kreisbetriebes in Berlin-Weißensee. Berta Dausacker starb am 10. Juni 1986 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Berger, Friedemann

* 13.4.1940 – ✝ 14.4.2009

Geb. in Schroda (Westpr./Środa Wielkopolska, Polen); Vater Pfarrer. 1945 Flucht nach Gotha; Schule in Gotha, im Zusammenhang mit dem »Fall  S. Schmutzler« vor dem Abitur relegiert; 1958 – 61 Theol.-Studium am Kirchl. Oberseminar in Naum- burg (Saale); 1961 – 66 Studium der Theol. u. Germanistik an der HU Berlin; parallel erste Veröff. als Lyriker, Mitgl. der Gruppe 47; 1966 – 68 freiberufl. Autor (Lit.-Kritik, Hörspiele); 1968 – 70 Ausbildung zum Buchhändler in Berlin; ab Herbst 1970 Lektor im (priv.) G. Kiepenheuer Verlag Weimar, nach dem Tode Noa Kiepenheuers 1971 Übernahme der Verlagsltg. bis zur Verstaatlichung des Unternehmens; 1977 nach Bildung der Verlagsgr. Kiepenheuer in Leipzig deren Cheflektor; 1983 SED; 1984 Prom. zum Dr. phil. über die frühe Reiselit. als Quelle der Geschichte des Kolonialismus; 1985 – 90 Aufenthalt in China, Lektor u. Ltr. der dt.-sprachigen Abt. im Verlag für fremdspr. Lit. in Peking. Okt. 1990 Rückkehr nach Leipzig; nach Auflösung der Kiepenheuer-Gr. 1990 – 92 Geschäftsf. des G. Kiepenheuer Verlags Leipzig (Nachf. von  Roland Lesiks) (im Auftrag der Treuhandanstalt, danach Management-Buy-Out), 1993/94 Programmltr. im Auftrag der Treuhandanstalt, 1994 nach Privatisierung u. Übernahme des Verlags durch die Aufbau-Gruppe Ausscheiden aus dem Verlag; danach freiberufl. Autor u. Publizist; gest. in Leipzig. Veröff. Lyrik, Prosa, Essays, Hörspiele, Sachbücher, Nachdichtungen; zahlr. Herausgaben u. Reiselit. sowie zur Geschichte des Gustav Kiepenheuer Verlages u. seiner Autoren; Geschichte u. Kultur Chinas.Krippe bei Torres. Ein neapolitanisches Idyll. Roman. Berlin 1971; Orts-Zeichen. Lyrik. Berlin 1973; Einfache Sätze. Gedichte. Berlin 1987; Die Milchstraße am Himmel und der Kanal auf Erden. Geschichte, Kultur und Gegenwart an Chinas Großem Kanal. Leipzig 1988; Gesichter Tibets. Leipzig 1990; Archäologie. Von der Errichtung der großen Mauer bis nach ihrer Zerstörung. Ausgewählte Gedichte 1961 – 99. Leipzig 2000.Frank Wagner

Wer war wer in DDR

Berger, Rolf

* 14.5.1921 – ✝ 30.12.1978

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volksschule; 1935 – 39 Ausbildung zum Werkzeugdreher, anschl. im Beruf tätig; 1942 – 45 Wehrmacht, Uffz.; bis Okt. 1945 brit. Kriegsgefangenschaft. 1945 Rückkehr nach Leipzig; wieder im Beruf tätig; 1945 FDGB; 1945/46 KPD/SED; Vors. des Aussch. der NF im Gemeindeverb. Klosterfelde; 1946 Vors. eines Betriebsrats; 1947 – 50 hauptamtl. Sekr. für Schulung im FDGB-Ortsvorst. Leipzig; 1948 Besuch von Gewerkschaftsschulen; 1951/52 Vors. des Ortsvorst. Leipzig der IG Metall, 1952 Vors. ihres BV Leipzig, 1953 – 57 Vors. des IG Metall-ZV (Nachf. von Hans Schmidt); 1957 – 60 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1960 – 71 Vors. des IG Metall-ZV (Nachf. von Herbert Dönitz); 1961 – 71 stellv. Vors. des FDGB-BV, Ltr. des Sekr. u. Mitgl. des Präs.; 1963 – 71 Mitgl. des ZK der SED u. Abg. der Volkskammer; 1964 Prom. zum Dr. rer. oec. an der HfÖ Berlin; 1965 VVO; 1969 Verdienstmedaille der DDR; 9.7.1971 wegen Forderungen nach Eigenständigkeit der Gewerkschaft u. Kritik an der zentralist. Planung abgesetzt; 1971 – 75 Ökon. Dir. in einem Berliner Betrieb des Metallurgiehandels, ab 1976 wiss. Mitarb. am Bez.-Inst. für Veterinärwesen in Frankfurt (Oder).Wettbewerb heute u. morgen. Berlin 1964; Weltanschaul. Probleme der Gewerkschaftsarbeit. Berlin 1967.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Berger, Wolfgang

* 24.8.1921 – ✝ 19.12.1994

Geb. in Leipzig; Vater Kellner; Volks- u. Berufsschule; Ausbildung zum Kfm. u. im Beruf tätig; Wehrmacht, 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; Studium an der Univ. Leipzig, später Prom. zum Dr. rer. pol.; Ende der 40er Jahre Ref. in der HA Finanzen der DWK, anschl. wirtschaftspol. Mitarb.  Walter Ulbrichts in der Reg.-Kanzlei; 1951 – 53 Ltr. der Abt. Planung u. Finanzen des ZK der SED; 1953 – 71 persönl. Ref. von Walter Ulbricht; später Abt.-Ltr. in der ZV für Statistik.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bergmann, Moische

* 1900

Geboren 1900 in der polnischen Provinz; übersiedelte 1919 nach Berlin, Druckereiarbeiter, trat 1920 der KPD bei. Er wurde 1925 Mitarbeiter in der Gewerkschaftsabteilung des ZK, später auch im AM-Apparat der KPD tätig. 1933 flüchtete er nach Paris, gab nach der »Brüsseler Konferenz« 1935 als enger Mitarbeiter von Paul Merker den »Informationsdienst der freien Gewerkschaftsgruppen Deutschlands« in Prag heraus. Nach der Trennung von der KPD Kurier von »Neu Beginnen«. Er unternahm mehrere Reisen zu illegalen Gruppen von »Neu Beginnen« nach Deutschland, wurde 1937 festgenommen, aber als polnischer Staatsangehöriger freigelassen und ausgewiesen. Bergmann emigrierte in die USA, baute in New York zunächst eine kleine Druckerei auf, wurde dann Besitzer einer Großdruckerei, die er später verkaufte. In den siebziger Jahren kam er als Privatier öfter nach Europa, auch nach Deutschland. Das Todesdatum von Moische Bergmann ließ sich nicht ermitteln.

Wer war wer in DDR

Bergmann, Werner

* 14.1.1921 – ✝ 25.10.1990

Geb. in Niederkaina (b. Bautzen, Lausitz); Vater Tischler u. Nachtwächter; Volksschule; Ausbildung als Porträt- u. Industriefotograf; 1938/39 Fotolaborant u. Kameraassistent bei Boehner-Film Dresden; ab 1939 als Soldat Kriegsberichterstatter für die »Dt. Wochenschau«, später Ltn. in einer Prop.-Komp. der Wehrmacht; drehte zahlr. Kriegssujets in Polen, Belgien, Frankreich u. der UdSSR, u. a. die Ausgrabungen im Wald von Katyn; Aug. 1943 Verlust des rechten Arms. Ab 1946 Kameramann bei der DEFA, zunächst Arbeit an populärwiss. u. anderen Kurzfilmen, ab 1953 ausschließl. an Spielfilmen; in seinem Gesamtwerk von 21 Spielfilmen nehmen die 14 Filme, die er mit  Konrad Wolf als Regisseur drehte, eine zentr. Bedeutung ein, in ihnen entwickelte er einen klar-nüchternen opt. Stil von Fotogr. u. Kameraführung, insbes. beim Blick auf Menschen u. in Gesichter (Großaufnahmen), u. prägte ihn aus, u. a. in »Sterne« (1959), »Der geteilte Himmel« (1964), »Ich war neunzehn« (1967); 1966 debütierte er als Regisseur mit »DEFA 70«, einem Experimentalfilm, dem die Spielfilme »Nachtspiele« (1980) u. »Die dicke Tilla« (1982) folgten; 1952 Heinrich-Greif-Preis; 1959, 1968, 1971 NP (auch im Koll.).Günter Agde

Wer war wer in DDR

Bergner, Herbert

* 31.1.1907 – ✝ 16.6.1987

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Ausbildung zum Buchbinder; 1926 SAJ u. SPD, 1931 KJVD u. KPD; Mitarb. an KPD-Betriebsztg.; 1933 illeg. Tätigkeit; April 1933 erste Verhaftung, KZ Colditz; nach Entlassung erneute illeg. Arbeit in Leipzig; 1934 erneut inhaftiert, Okt. 1936 durch den VGH zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, anschl. zwei Jahre KZ Sachsenhausen; 1940 nach Entlassung Polizeiaufsicht u. dienstverpfl. als Rüstungsarbeiter. 1945 Red. der »Sächsischen Volkszeitung« in Leipzig, anschl. der »Sächsischen Zeitung« in Dresden; 1946 Wirtschaftsred. bei der »Leipziger Volkszeitung« (LVZ, ab 1952 Organ der SED-BL Leipzig); 1947 / 48 Red. bzw. Chefred. beim Sender Leipzig; Kurzlehrgang an der PHS der SED Kleinmachnow; 1948 – 50 Chefred. der LVZ (Nachf. von  Gerhard Dengler); 1950 Intendant des Landessenders Dresden; Ende 1951 Aufbau der Betriebsztg. im VEB Zeiss-Ikon Dresden; ab 1954 im Berliner Verlag, später Red. im Staatl. Rundfunkkomitee, stellv. Chefred. der »Berliner Zeitung«; 1954 – 72 stellv. Chefred. der »Wochenpost«; gest. in Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Berndt, Georg Wilhelm

* 22.4.1880 – ✝ 2.8.1972

Geb. in Grabow (Krs. Stettin/Grabowo, Polen); Vater Schlossermstr.; Gymnasium; 1898 – 01 Physikstudium an der Univ. Halle-Wittenberg; 1900 – 04 Assistent an den Physikal. Inst. der Univ. Halle-Wittenberg u. Breslau, 1901 Prüfung für höheres Lehramt, Prom. mit einer Diss. »Über den Einfluß der Selbstinduktion auf die durch den Induktionsfunken erzeugten Metallspektra im Ultravioletten«; 1903 Habil. in Breslau mit der Arbeit »Beiträge zur Kenntnis der Gasspektra«; Privatdoz. an der TH Breslau; 1904 – 09 Doz. für Physik am Polytechnikum Köthen; 1909 – 12 Prof. für Physik u. Dir. des Physikal. Inst. der Univ. Buenos Aires; 1913 – 20 wiss. Mitarb. bei der Opt. Anstalt C. P. Goerz Berlin sowie Privatdoz. für Physik an der TH Berlin-Charlottenburg; 1920 – 24 Ltr. des Meßlaboratoriums der Werkzeugmaschinen- u. Meßzeugfabrik Ludwig Loewe Berlin; 1924 Berufung als a. o. Prof. an die TH Dresden, Gründung des Inst. für Meßtechnik u. wiss. Grundlagen des Austauschbaus (IMA), 1938 Mitbegr. der Arbeitsgemeinschaft für industrielle Meßtechnik. 1946 ord. Prof. mit Lehrstuhl an der TH Dresden, Wiederaufbau des IMA; 1955 em.; 1961 Gründungsmitgl. u. Ernennung zum Ehrenmitgl. des Vorst. der Dt. Ges. für Automatisierung u. Meßtechnik in der KdT; gest. in Dresden. Begründer der Wiss. des Feinmeßwesens, zus. mit O. Eppenstein auch des wiss. Feinmeßgerätebaus in Jena; setzte Maßstäbe bei der Ausbildung von Maschinenbauing. u. Meßtechnikern. Hauptarbeitsgebiete: angewandte Physik, Betriebswiss.; 26 Buchpubl. u. mehr als 440 weitere wiss. Veröff.; Hrsg. der Ztschr. »Feinmechanik« bzw. »Feinmechanik u. Präzision« (1922 – 27, 1931 – 34), seit 1949 Mithrsg. der Ztschr. »Feinwerktechnik«.Klaus-Peter Meinecke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Benscheid, Gustav Adolf

* 9.9.1888 – ✝ 26.10.1961

Geboren am 9. September 1888 in Remscheid, Sohn eines Feilenhauers. Schlosser, von 1914 bis 1918 Soldat einer Pionierkompanie, anschließend bis 1920 in seinem Beruf tätig. Seit 1907 Mitglied der Gewerkschaft und der SPD. 1910 Funktionär der Ortsverwaltung Remscheid des DMV. Er trat 1914 aus Protest aus der SPD, schloß sich während des Krieges der Spartakusgruppe an und wurde Mitglied der KPD bei deren Gründung. Benscheid arbeitete von 1920 bis 1923 als hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär, doch 1923 wurde er aus dem DMV ausgeschlossen. Danach Redakteur der KPD-Zeitung »Bergische Volksstimme« und Agitator der KPD im Rheinland, 1924 im Wahlkreis Westfalen-Süd in den Preußischen Landtag gewählt. Auf dem X. KPD-Parteitag 1925 Mitglied der Politischen Kommission. Mitte 1926 wurde Benscheid nach München-Gladbach geschickt, um dort den Einfluß des Ultralinken Heinrich Schlagewerth einzudämmen. Delegierter des XI. Parteitages 1927, auf dem er gegen die linke Opposition auftrat. Seit Oktober 1927 Sekretär des UB Koblenz. Auch 1928 wieder in den Landtag gewählt, diesmal im Wahlkreis Koblenz, Trier. Auf dem XII. Parteitag in Berlin-Wedding 1929 wandte er sich nicht nur scharf gegen die Versöhnler, sondern warf der Partei auch »Brandlerismus« vor, weswegen ihn Ernst Thälmann angriff. Die Delegation des Bezirks Mittelrhein distanzierte sich von Benscheid, und in der Folgezeit trat er etwas in den Hintergrund. 1932 Instrukteur der KPD in Braunschweig, zur Landtagswahl in Preußen 1932 jedoch nicht mehr als Kandidat aufgestellt. 1933 wurde er verhaftet und war einige Zeit im KZ Dachau, danach bei der Aktion »Gewitter« am 22. August 1944 erneut inhaftiert. Nach der Entlassung wieder als Feilenhauer in Heimarbeit beschäftigt, eröffnete er nach dem Krieg eine kleine Fabrik in Remscheid. 1946 Kandidat der KPD für die Wahlen zum Remscheider Stadtparlament, wurde er später aus der KPD ausgeschlossen und war seit 1950 1. Vorsitzender der BVN in Remscheid. Gustav Adolf Benscheid starb am 26.Oktober 1961 in Remscheid.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Benz, Irene

* 1899 – ✝ 23.9.1937

Geboren 1899 in Rußland, ihr ursprünglicher Name war Rosa Hartmann. Sie war Angestellte und seit 1924 Mitglied der KPD. Von 1923 bis 1930 bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin und auch im illegalen Apparat der KPD tätig. 1930 in die Sowjetunion zurückgerufen, arbeitete sie 1931 in der Bauern-Internationale. Danach im Apparat der Komintern eingesetzt, ab 1934 in deren »Verbindungsdienst« der »Abteilung SS«. Im August 1937 vom NKWD verhaftet und in einer Sitzung der KPD-Führung am 23. September 1937 aus der Partei ausgeschlossen. Vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR wurde Irene Benz (Rosa Hartmann) am 1.November 1937 zum Tode verurteilt und erschossen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Berg, Peter

* 7.4.1886

Geboren am 7. April 1886 in Simmern; übersiedelte früh ins Ruhrgebiet. Vor dem Ersten Weltkrieg Mitglied der SPD in Essen, danach im Spartakusbund aktiv. In der KPD Anhänger der Linken, war Berg Mitbegründer der KAPD im April 1920. Er wurde in Essen Sekretär dieser Partei und 1922 Bezirksleiter. Bei der faktischen Spaltung der KAPD in die Berliner und die Essener Richtung gehörte er zu deren Führung, blieb aber im Hintergrund. Bis 1924 Redakteur der »Kommunistischen Arbeiterzeitung – Essener Richtung«, dann verliert sich die Spur von Peter Berg.

Wer war wer in DDR

Berg, Hermann von

* 29.3.1933

Geb. in Mupperg (Krs. Sonneberg); Vater Metallarbeiter; 1945 Volkssturm. 1946 FDJ, 1950 SED; einjähriger Lehrgang an der Jugend-HS »Wilhelm Pieck«, anschl. 1. Sekr. der FDJ-KL Eisenach u. Mitgl. der SED-KL, zugl. Besuch der Abenduniv. in Erfurt; ab 1954 Studium der Geschichte, Ökon. u. Philos. am Franz-Mehring-Inst. der KMU Leipzig, stellv. Ltr. des Gesamtdt. Studentenkomitees der KMU Leipzig u. Tätigkeit für die Abt. Internat. Verbindungen des FDJ-ZR, erste Kontakte zu westdt. Juso-Funktionären; 1959 Abschl. als Dipl.-Lehrer; ab 1959 Hauptref. im Staatssekr. für HFS-Wesen; 1959 – 80 als IM »Günther« für die HV A erf.; danach Doz. an der FS für Außenwirtschaft bei Potsdam; spätestens ab Dez. 1961 konsp. Kontakte zu westdt. Politikern zur Anbahnung von Verhandl. über humanitäre Angelegenh.; ab 1962 Ltr. der Abt. Internat. Verbindungen im Presseamt beim Vors. des Min.-Rats, bis in die 70er Jahre Geheimverhandl. mit Emissären der Bundesreg., der SPD-Führung, des Senats von Berlin (West) u. der EG im Vorfeld der »neuen Ostpolitik«, u. a. zur Vorbereitung der Passierscheinabkommen (Dez. 1963, Sept. 1964), der Treffen zwischen Willy Brandt u. -> Willi Stoph in Erfurt (März 1970) u. Kassel (Mai 1970), des dt.-dt. Grundlagenvertrags (Nov. 1972); 1971 VVO; ab 1966 Aspirant an der AfG, Archivstudien in versch. bundesdt. Städten; 1970 Prom. mit einer Arbeit zur Geschichte der »Dt. Arbeiterverbrüderung«; anschl. Doz. an der HU Berlin, Sekt. ML; 1972 ord. Prof. an der Sekt. Wirtschaftswiss.; 1973 für ein Jahr abgestellt an das Min. für Außenwirtschaft zur Koordinierung der DDR-Positionen für Verhandl. zwischen RGW u. EG; Lektor bei Weiterbildungsmaßnahmen für staatl. Führungskader; Jan. 1978 Übergabe einer Erklärung, in der u. a. die nat. Frage thematisiert u. die SED-Führung scharf kritisiert werden, an das Hamburger Magazin »Der Spiegel«, veröff. als »Manifest der SED-Opp.«, anschl. bis März 1978 U-Haft beim MfS; 1980 Habil. mit einer Arbeit zu Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen; Anf. der 80er Jahre nach öff. Kritik am MfS u. Intervention -> Erich Honeckers Wechsel zur Sekt. Geschichte; Behinderung der wiss. Arbeit u. Publ.-Tätigkeit durch das MfS; 1985 illeg. Übergabe von zwei Buchmanuskripten mit Radikalkritik an Marx u. am östl. Wirtschaftssystem an einen Kölner Verlag, Aug. 1985 Ausreiseantrag, Austritt aus der SED, Sept. Veröff. des Buches »Die Analyse« in Köln, anschl. Verhöre durch das MfS u. Haftandrohung, Beurlaubung u. Entlassung von der HU Berlin, nach Intervention bundesdt. Politiker u. Einschaltung des Anwalts -> Wolfgang Vogel Mai 1986 Ausbürgerung u. Ausreise in die Bundesrep. Dtl.; 1987 – 90 an der Univ. Würzburg; scharfe Kritik an der Ostpol. der SPD. 1990 – 92 Lehrtätigkeit an der HU Berlin.Marx.-Lenin. Das Elend der halb dt., halb russ. Ideologie. Köln 1987; Die DDR auf dem Weg in das Jahr 2000 (mit F. Loeser u. W. Seiffert). Köln 1987; Vorbeugende Unterwerfung. Pol. im realen Soz. München 1988. Geppert, D.: Störmanöver. Das »Manifest der Opposition« u. die Schließung des Ost-Berliner »Spiegel«-Büros im Januar 1968. Berlin 1996.Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Berger, Almuth

* 29.4.1943

Geb. in Tangermünde (Elbe), aufgew. in Jerichow, später in Berlin; Eltern Theologen; 1961 Abitur; 1961 – 66 Studium der Theol. an der HU Berlin; 1975 2. theolog. Examen u. Ordination; 1976 – 85 Pastorin in der St. Michaelis-Gemeinde Magdeburg, 1986 – 90 in der St. Bartholomäus-Gemeinde Berlin; ab 1976 Mitarb. in der Bezugsgr. Frieden bei der Studienabt. des Bunds der Ev. Kirchen, beteiligt an den Magdeburger Friedenssonntagen, Mitbegr. des Krs. »Frauen für den Frieden« in Magdeburg; erste Anstöße für kirchl. Ausländerarbeit in der Kirchenprovinz Sachsen, seit 1986 intensive Arbeit mit Mosambikanern, 1988 maßgebl. beteiligt an der Gründung des ersten Begegnungszentrums für In- u. Ausländer in der Bartholomäus-Gemeinde Berlin (»Cabana«, später in mehreren Städten aufgegriffen: »Cabana-Bew.«); ab 1987 Mitarb. im Arbeitskrs. »Absage an Praxis u. Prinzip der Abgrenzung« u. ab Herbst 1989 in der daraus entstandenen Bürgerbew. Demokratie Jetzt (DJ); 1989/90 DJ-Delegierte in der Arbeitsgr. Ausländerfragen des Zentr. Runden Tischs; 1.3.1990 auf Vorschlag des Runden Tischs Berufung zur Staatssekr. u. Ausländerbeauftr. in der zweiten Reg.  Hans Modrow, später Übernahme in die Reg.  Lothar de Maizière; 3.10.1990/91 Ausländerbeauftragte in der »Gemeinsamen Einrichtung der Länder«. 1991 – 2006 Ausländerbauftragte des Landes Brandenb.; Theodor-Heuss-Preis; Bundesverdienstkreuz; Vors. des »Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus u. Fremdenfeindlichkeit« im Land Brandenb.; seit 2001 Mitgl. des Beirats des entw.-pol. Netzwerks »Inkota«; 2006 Ruhestand; lebt in Schmöckwitz (b. Berlin).Die Dt. und die Fremden. Aus dem Alltag eines Einwanderungslandes. Berlin 1995.Helmut Müller-Enbergs / Jan Wielgohs

Wer war wer in DDR

Berger, Götz

* 26.1.1905 – ✝ 6.3.1996

Geb. in Berlin in einer dt.-jüd. Familie; Vater Studienrat; Volksschule u. Gymnasium; Studium der Rechts- u. Staatswiss. sowie der Volksw. an den Univ. Berlin u. Freiburg i. Br.; 1923 Kommunist. Studentengr.; 1925 KJVD; 1927 KPD, RH u. Internat. Juristenvereinig. (dort Mitgl. des dt. LV); 1929 Prom. zum Dr. jur.; Referendartätigkeit in Berlin; 1932 Rechtsanwalt in der Kanzlei  Hilde Benjamins in Berlin-Wedding; Mai 1933 nach einjähriger Rechtsanwaltstätigkeit »wegen kommunist. Betätigung, insbes. Tätigkeit für die RH« während der NS-Zeit aus der Rechtsanwaltschaft ausgeschl.; Mai – Juli 1933 in Paris, anschl. in Spanien (Mallorca, Valencia, Barcelona); Nov. 1936 – Febr. 1939 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg, in der XI. Brigade als Dolmetscher, Einsatz im Ausbildungszentrum Madrigueras, dort Sekr., pol. Arbeit; 1938 KP Spaniens; Febr. 1939 nach Frankreich, dort bis 1941, danach bis 1943 in Djelfa (Algerien) interniert; kurze Zugehörigkeit zur brit. Armee in Algerien; 1943 – 46 Emigr. in die UdSSR; nach Ankunft in Krasnowodsk Verhöre durch das NKWD, anschl. Arbeiter in einer Seidenfabrik in Turkmenistan. April 1946 Rückkehr nach Dtl.; 1946 KPD/ SED; 1946 – 50 Mitarb., dann stellv. Ltr. der Abt. Justiz des ZS, dann des ZK der SED; maßgebl. Mitarb. am Aufbau der Justiz (insbes. der Richterschulen); Okt. 1950 – Mai 1951 Doz. an der DVA; Mai 1951 – Jan. 1957 Oberrichter in der Berliner Justiz (Vors. in Strafsachen wegen schwerer Staats- u. Wirtschaftsverbrechen); Dez. 1952 »beurlaubt« während der Kampagne gegen Westemigranten im Kontext des Slánský-Prozesses; 1957 kurzz. Sekr. der Vereinigung Demokrat. Juristen; ab Febr. 1958 Rechtsanwalt im Rechtsanwaltskolleg. von Groß-Berlin; 1959 Mitarb. des Sekr.  Ulbricht beim ZK der SED; seit 1963 Rechtsanwalt u. Mitgl. des Kolleg. der Rechtsanwälte Berlin; Mai 1975 VVO; 1.12.1976 im Zusammenhang mit der Übernahme der Verteidigung von  Robert Havemann u. dem Eintreten gegen die Aberkennung der Staatsbürgerschaft von  Wolf Biermann (in einem vertraul. persönl. Schreiben an das ZK hatte er rechtl. u. pol. Bedenken geltend gemacht) aus dem Rechtsanwaltskolleg. ausgeschl. u. Entzug der Zulassung als Rechtsanwalt; 15.11.1989 durch den Minister für Justiz rehabil. Verstarb im Gerichtssaal nach seiner Zeugenaussage gegen die Richter im »Havemann-Prozeß« vor dem LG Frankfurt (Oder).Zutrittserschleichung. Berlin 1929; Mit dem linken Auge ? Satiren aus dem Alltag des »realen Sozialismus«. Berlin 1991; Wie ich Olga Benario versteckte. Berlin 1995. Černý, J., Gloede, E. (Red.): Ein Jurist mit aufrechtem Gang. G. B. zum 90. Geburtstag. Berlin 1995; Leighton-Langer, P.: X steht für unbekannt. Deutsche u. Österreicher in den brit. Streitkräften im Zweiten Weltkrieg. Berlin 1999.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Berger, Rolf

* 29.12.1936 – ✝ 29.7.2009

Geb. in Leipzig; Vater Elektriker; Oberschule, Abitur; 1951 FDJ, 1955 SED; 1955 – 58 Ausbildung zum Flugzeugführer an der Offiziersschule »Franz Mehring« in Bautzen, Ernennung zum Ultn., Angeh. des Jagdfliegergeschwaders »Wilhelm Pieck«, Fluglehrerlizenz; 1960/61 Polit-Stellv. der Fliegerstaffel FG-7; 1961 – 64 Studium an der Militärakad. »Friedrich Engels« in Dresden, Dipl.-Militärwiss.; 1964/65 Ltr. Lufttaktik/Luftschießen des Jagdflieggeschwaders JG-9, 1965 – 68 Stellv. des Kdr. für flieger. Ausbildung des JG 9 der 3. Luftverteidigungsdiv. (LVD), 1968 – 73 Kdr. des Jagdflieggeschwaders JG-9 »Heinrich Rau« der 3. LVD, 1973 – 77 Abt.-Ltr. Ausbildung Jagdfliegerkräfte/Jagdbombenfliegerkräfte im Stab Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV), 1977 – 80 Stellv. des Kdr. für Jagdflieger der 1. LVD, 1980 – 82 Studium an der Generalstabsakad. der UdSSR, 1.9.1982 – 31.10.1985 Kdr. der 3. LVD (Nachf. von Hans Partzsch); 1984 Gen.-Major, 1988 Gen.-Ltn., 1986 – 89 Stellv. des Chefs LSK/LV u. Chef des Stabes (Nachf. von  Manfred Barthel), Dez. 1989/90 Chef LSK/LV der NVA (Nachf. von  Wolfgang Reinhold); gest. in Strausberg (b. Berlin).Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Berghaus, Ruth

* 2.7.1927 – ✝ 25.1.1996

Geb. in Dresden; Volksschule, Gymnasium; 1944 Mitgl. der NSDAP. Studium an der  Palucca-Schule Dresden; Mstr.-Schülerin von  Wolfgang Langhoff an der DAK, prägende Begegnung mit  Bertolt Brecht; 1951 – 64 Regieassistentin u. Choreographin an der Palucca-Schule, an versch. Berliner Bühnen (u. a. Dt. Theater, Theater der Freundschaft); 1954 Heirat mit  Paul Dessau; 1962 SED; 1964 – 77 am Berliner Ensemble (BE), 1970 stellv. Intendantin, Juli 1971 – April 1977 Intendantin des BE (Nachf. von  Helene Weigel); Inszenierungen hier u. a: 1968 »Viet Nam Diskurs« (Peter Weiss); 1974 »Die Mutter« (B. Brecht), gleichz. an der Dt. Staatsoper: 1966 »Puntila« (Paul Dessau), 1967 »Elektra« (Richard Strauss); 1972 Mitgl. der AdK; 1977 Regisseurin an der Dt. Staatsoper, Inszenierungen hier u. a.: 1979 »Das Rheingold« (Richard Wagner), 1983 »Die Verurteilung des Lukullus« (Paul Dessau), 1985 »Don Giovanni« (Mozart); 1973 VVO; 1978 Mitgl. des Präs. der AdK; 1974 u. 1987 NP; 1988  Konrad Wolf Preis der AdK; Gastinszenierungen u. a. in Wien, Paris, Cardiff, Mannheim, Freiburg i. Br. 1990 Mitgl. der PDS; Regie- u. Choreographiearbeiten an der Dt. Oper Berlin; gest. in Zeuthen (b. Berlin).Berliner Lektionen 1988. Berlin (West) 1989 (Mitautorin). Neef, S.: Das Theater der R. B. Berlin 1989; Bertisch, K.: R. B. Berlin 1990; Matussek, M.: Die Luxusdissidentin. Über die Regisseurin R. B. In: ders.: Palasthotel Zimmer 6101. Hamburg 1991; Gropp, U. (Regie): Anfänge – ein Regiekurs bei R. B. Berlin (SFB) 1994; Holtz, C.: R. B. Ein Porträt. Hamburg 2005.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Bergmann, Christine

* 7.9.1939

Geb. in Berlin; 1957 Abitur; 1957 – 63 Studium der Pharmazie an der KMU Leipzig, Staatsexamen; 1963 – 67 Arbeit in der Christburger Apotheke Berlin; 1967 – 77 freiberufl. Mitarb. beim »Zentralblatt für Pharmazie, Pharmakotherapie u. Laboratoriumsdiagnostik«; 1977 – 89 FDGB; 1977 – 90 wiss. Mitarb. im Inst. für Arzneimittelwesen der DDR; Ltr. des Red.-Sekr. beim »Zentralblatt für Pharmazie«; 1989 Prom. mit einer Untersuchung zur Effektivität der Arzneimittelinformation in der DDR an der HU Berlin; seit Dez. 1989 SDP/SPD; Febr. – Mai 1990 Abt.-Vors., 1990 – 2004 stellv. Vors. des SPD-LV Berlin; Mitgl. des SPD-KV Berlin-Hellersdorf; Mai 1990 – Jan. 1991 Mitgl. u. Präs. der Stadtverordnetenvers. von Berlin. Jan. 1991 – Okt. 1998 Mitgl. des Berliner Abg.-Hauses u. Bürgermeisterin; 1991 – 96 Senatorin für Arbeit u. Frauen in Berlin (Nachf. von Ingrid Stahmer), 1996 – 98 Senatorin für Arbeit, berufl. Bild. u. Frauen; 1995 – 2004 Mitgl. des SPD-Parteivorst. u. ab 1996 stellv. Vors. der Kommission Gesellschaftspolitik des SPD-Parteivorst.; 1998 – 2002 Bundesmin. für Familie, Senioren, Frauen u. Jugend (Nachf. von  Claudia Nolte); einziges ostdt. Kabinettsmitgl.; seit 2002 Vors. des SPD-Forums Einheit der Stadt Berlin; Apr. – Juli 2004 kommissar. Vors. des SPD-LV Berlin; 2007 Verdientsorden des Landes Berlin.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Bergmann-Pohl, Sabine

* 20.4.1946

Geb. in Eisenach, Vater Arzt; POS, ab 1960 in Berlin EOS, 1964 Abitur; nicht zum Studium zugelassen, 1964 – 66 Praktikum als Laborantin am Inst. für Gerichtsmed. der HU Berlin, 1966 – 72 dort Studium der Med., 1972 – 80 Facharztausbildung am Klinikum Berlin-Buch; 1980 Prom.; 1979 Fachärztin für Lungenkrankheiten, 1980 – 85 Ärztl. Ltr. der poliklin. Abt. für Lungenkrankheiten u. Tuberkulose in Berlin-Friedrichshain; 1981 CDU, Mitgl. des BV Berlin; 1985 – 90 Ärztl. Dir. der Bez.-Stelle für Lungenkrankheiten u. Tuberkulose in Berlin (Ost); Vors. des Aktivs Gesundheits- u. Sozialwesen der BV der CDU. 1990 Mitgl. des CDU-LV Berlin, März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer, 5.4. – 2.10. deren Präs. (Nachf. von  Günther Maleuda) u. de jure Staatsoberhaupt der DDR (Nachf. von  Manfred Gerlach); 2.10. Mitgl. des Präs. der CDU Dtl., 3.10.1990 Min. ohne Geschäftsbereich im Kabinett Kohl, 3.10.1990 – 22.9. 2002 Mitglied des Dt. Bundestages; seit 1990 Schirmherrin des Allgem. Behindertenverb. in Dtl.; Jan. 1991 – Okt. 1998 parl. Staatssekr. im Gesundheitsmin. (Nachf. von  Anton Pfeifer); 2003 – 07 Präs. des Berliner Roten Kreuzes, dann Vizepräs.Häufigkeit anamnestisch-klinischer Befunde chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen im Kindesalter. Berlin 1981; Abschied ohne Tränen. Rückblick auf das Jahr der Einheit. Berlin 1991. Elitz, E.: Sie waren dabei. Stuttgart 1991.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Bergold, Wolfgang

* 19.4.1913 – ✝ 14.8.1987

Geb. in Dresden; Vater Lithograph, Porzellanmaler, später Büchereiverwalter; 1919 – 32 Volksschule, Gymnasium, 1932 Abitur in Dresden; 1932/33 Studium der Volksw., Russ. u. Chinesisch an der TH Dresden; 1930 Mitbegr. des Soz. Schülerbund (SSB); 1930 KJVD, RH, Freisoz. Studentengr. Dresden; April 1933 – Juli 1934 Haft in Hohenstein; illeg. pol. Arbeit; Dez. 1934 erneut verhaftet, Nov. 1935 wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; 1935/36 Haft in Dresden u. im KZ Sachsenburg; 1937 – 41 Werkstattschreiber in Dresden; Mitorg. der Widerstandsgr. Stein u. Bochow; Jan./Febr. 1938 Militärdienst, Sonderabt. IV in Königsbrück; April 1941 in Dresden verhaftet u. im März 1942 vom VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt; 1942 – 45 Haft in Waldheim, Juli – Sept. 1943 Strafbat. 999. Mai – Sept. 1945 Aufbau der Gemeindeverw. Wilschdorf (Dresden); Sept. – Nov. 1945 Dt.-Lehrer für sowj. Offz. bei der SMA Dresden; 1945/46 KPD/SED; 1945 – 47 Reg.-Rat der Landesreg. Sachsen, Ltr. der Abt. Statistik/ Org. in der Abt. für Umsiedler; 1947 KPS; Nov. 1947 techn. Einkäufer, dann Sekr. des kfm. Dir. im Sachsenwerk Radeberg, dort Dez. 1948 – 54 Kulturdir. u. Parteisekr.; 1953 – 61 Fernstudium an der PHS, ohne Abschluß; 1954/55 Instrukteur der SED-BL Dresden; 1955 – 65 Instrukteur der Abt. Internat. Verb. des ZK der SED; 1963 – 68 Botschafter in der DR Vietnam (Nachf. von Karl Nohr); 1966 Banner der Arbeit; 1969 Sekr. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer in Berlin, ab 1969 Sekr. der FIR in Wien; 1982 Vors. der Finanz-Kontrollkommission in der ZL der FIR in Wien; 1983 VVO; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Berndt, Herbert

* 28.2.1908 – ✝ 24.10.1992

Geboren am 28. Februar 1908 in Berlin, Sohn eines Schlossers; lernte selbst Schlosser und arbeitete als Elektromaschinenbauer in den Siemens-Schuckert-Werken. Seit 1923 in der KJD, ab Anfang 1927 Mitglied der KPD, er arbeitete ehrenamtlich im AM-Apparat des Berliner UB Berlin Prenzlauer Berg. Er besuchte die M-Schule in Moskau und arbeitete anschließend für den geheimen Nachrichtendienst der Komintern (OMS) und für das Auslandssekretariat des ZK in Paris. Bei Kriegsausbruch im September 1939 interniert. Nach der Besetzung Südfrankreichs flüchtete er nach Spanien, wurde dort am 10. April 1943 festgenommen und kam in ein Lager nach Miranda. Hier nannte er sich Henri Barré. Ende 1945 wurde Berndt auf Antrag der sowjetischen Vertreter in der Alliierten Repatriierungskommission gegen in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befindliche Angehörige der Blauen Division, einer spanischen Hilfsorganisation der deutschen Wehrmacht, ausgetauscht und kehrte über Italien nach Deutschland zurück. Er meldete sich im ZK der KPD und erhielt die Weisung, ab sofort wieder seinen bürgerlichen Namen Herbert Berndt anzunehmen. Bis Mai 1951 Referent in der Personalpolitischen Abteilung, ab Sommer 1948 Referent in der von Richard Stahlmann geleiteten geheimen Abteilung Verkehr des ZK der SED. Nach einem Unfall Kaderleiter der Außenhandelsfirma China Export, später Schulleiter der Nachrichtenschule der GST in Oppin (Saalkreis). Von 1955 bis 1957 Kaderleiter im Institut für Bekleidungskultur in Ost-Berlin, anschließend als Offizier für Funktechnik im Hauptstab Verwaltung 15 des Ministeriums für Nationale Verteidigung und 1962 kam er ins Ministerium des Innern. Er erhielt 1988 den Stern der Völkerfreundschaft in Gold. Herbert Berndt starb am 24. Oktober 1992 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Benser, Günter

* 12.1.1931

Geb. in Heidenau (Sachsen); Ausbild. zum Industriekfm.; ABF; Studium der Geschichte an der Univ. Leipzig; 1952/3 Mitarb. beim Rat des Bez. Leipzig; 1955 – 89 wiss. Mitarb. am IML beim ZK der SED, zuletzt stellv. Abt.-Ltr.; 1964 Prom. am IfG beim ZK der SED mit einer Arbeit über Strategie u. Taktik der marxist. dt. Arbeiterparteien 1945 – 49; 1966 VVO; 1969 Prof. für Gesch. der Sozialdemokratie vor 1917 u. SED-Gesch.; Mitgl. des Rats für Geschichtswiss. u. des Nationalkommitees der DDR-Historiker; 1978 NP; 1989 – 92 gewählter Dir. des IfGA (Nachf. von  Günter Heyden); Vors. des Förderkreises Archive u. Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung bei der SAPMO.Zur Herausbildung der Eisenacher Partei. Berlin 1956; Die KPD im Jahre der Befreiung. Berlin 1985; DDR – gedenkt ihrer mit Nachsicht. Berlin 2000; Zusammenschluss von KPD u. SPD 1946. Berlin 2006; Was geschah mit den Archiven u. Bibliotheken. Berlin 2008.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Benzmann, Walter Friedrich Wilhelm

* 2.10.1885

Geboren am 2. Oktober 1885 in Traventhal/Krs. Segeberg. Vor dem Ersten Weltkrieg als Kraftfahrer bei verschiedenen Firmen beschäftigt, danach Kraftfahrer für das Städtische Rettungsamt Berlin. Seit 1923 Mitglied der KPD, gehörte Benzmann deren Geheimapparat an, wurde 1924 verhaftet und am 13. November 1925 vom Staatsgerichtshof zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Bis 1928 in Haft, anschließend sechswöchiger Erholungsurlaub auf der Krim. Von 1930 bis Februar 1933 offiziell in der Hausdruckerei des Karl-Liebknecht-Hauses angestellt, arbeitete Benzmann im Paßfälscherapparat von Richard Großkopf und war Bezirksverordneter in Berlin-Wilmersdorf. Walter Benzmann wurde am 27.Februar 1933 festgenommen und am 11.Januar 1935 vom VGH zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein weiteres Schicksal war nicht zu ermitteln.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Berg, Romanus

* 9.8.1894 – ✝ 8.10.1978

Geboren am 9. August 1894 in Lebehnke/Krs. Deutsch-Krone; von Beruf Bauarbeiter, seit 1919 Mitglied der KPD, 1928 Leiter des KPD-UB Schneidemühl. Berg wurde sowohl im Juli 1932 als auch im November 1932 im Wahlkreis Frankfurt/O. in den Reichstag gewählt. Am 15.März 1933 in Schneidemühl verhaftet, bis September 1934 in den KZs Hammerstein, Lichtenburg und Papenburg-Esterwegen in »Schutzhaft«. Nach seiner Entlassung Gelegenheitsarbeiter und von 1940 bis August 1944 Wehrmachtsangehöriger, zuletzt Oberbootsmaat (Hafen-Kommandant von Nizza). Nach 1945 lebte er in Niedersachsen, er trat politisch nicht mehr hervor. Romanus Berg starb am 8. Oktober 1978 in Stade.

Wer war wer in DDR

Bergander, Rudolf

* 22.5.1909 – ✝ 10.4.1970

Geb. in Meißen; Vater Werkzeugmacher; 1923 – 28 Ausbildung zum Porzellanmaler u. Arbeit in der Staatl. Porzellanmanufaktur Meißen; 1929 – 33 Studium an der Akad. für bildende Künste Dresden, Lehrer Richard Müller; Mstr.-Schüler von Otto Dix; 1928 KPD; 1929 Mitgl. der ASSO; 1933 – 40 freischaff. in Meißen; 1940 – 45 Wehrmacht, Kartenzeichner. 1946 KPD/SED; 1949 – 53 Lehrtätigkeit (Prof.); 1953 – 58 (Nachf. von  Fritz Dähn) u. 1964/65 Rektor der HS für bildende Künste Dresden (Nachf. von  Paul Michaelis); 1956 NP; 1961 Mitgl. der DAK, ständ. Sekr. für bild. Kunst der DAK; Studienreisen, u. a. nach Bulgarien, Italien, Rumänien, Jugosl., Polen, UdSSR, Ungarn, ČSR; gest. in Dresden. Werke: Das Jahr 1945 (1946), Kartoffelbuddlerinnen (1947), Kupferguß (1949, 1950), Das Hausfriedenskomitee (1952), Maurerlehrling (1956), Aufbauschicht (1959), Aufmarsch (1959), Arbeiter-Forscherkollekt. Agner/Thiele, Junge Menschen (1960/61); Bildnisse: Dr. Peters (1948), Olga Körner (1954), Meine Mutter (1954),  Otto Buchwitz (1957); Lithographienzyklus: Die Partei (1966).Schumann, W. (Hrsg.): R. B. Handzeichnungen. Aquarelle. Druckgrafik. Berlin 1978; Dänhardt, A.: R. B. Maler u. Werk. Dresden 1978; Kat. R. B. Staatl. Kunstsammlungen. Dresden 1969; Kat. R. B. Albertinum. Dresden 1959; Schumann, W.: R. B. Werkverzeichnis. Handzeichn., Aquarelle, Druckgrafik. Dresden 1978.Anke Scharnhorst / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Berger, Christfried

* 7.1.1938 – ✝ 19.11.2003

Geb. in Posen (Poznań, Polen); Vater Pfarrer; 1945 Flucht nach Gotha (Thür.). 1956 dort Abitur; 1956 – 61 Studium der Theol. an der HU Berlin, anschl. bis 1963 kirchl. Ausbildung mit Vikariat in Zeuthen u. am Predigerseminar in Brandenb. u. a. bei  Albrecht Schönherr; Auseinandersetzung mit staatl. Stellen nach Verhaftungen von Mitgl. der Jungen Gemeinde in Schmöckwitz 1961; 2. Theolog. Examen mit der Arbeit »Krieg, Kriegsdienst u. Kriegsdienstverweigerung bei Dietrich Bonhoeffer«, anschl. Assistent am Ökumen. Inst. Berlin; 1963 Ordination; 1964 – 66 als erster ordinierter Pfarrer Wehrersatzdienst in den Baueinheiten der NVA, Aufbau u. mehrjährige Ltg. des illeg. Konvents ehem. Bausoldaten in der DDR, unter intensiver Beobachtung durch das MfS; 1966 – 76 Pfarrer in Berlin-Schmöckwitz; 1976 Oberkonsistorialrat u. Dezernent für Ökumene, Mission u. Diakonie im Ev. Konsistorium der Kirchenprovinz Sachsen in Magdeburg; 1979/ 80 Mitarb. in der Dialogabt. des Ökumen. Rats der Kirchen in Genf; Mitarb. in versch. ökumen. Gremien u. Arbeitskrs., u. a. in den Bereichen Polen, Christl.-Jüd. Zusammenarbeit u. jüd. Regionalgeschichte, Arbeitsgemeinschaft Christl. Kirchen, Ausländer in der DDR; zeitw. Vors. der »Ökumene-Komission« des Kirchenbundes, Gründungshrsg. des informellen Infodienstes »Ökumene-Brief«; 1985 Dir. des Ökumen.-Missionar. Zentrums der Berliner Missionsges.; 1989/90 Moderator der Arbeitsgr. »Ausländerpolitik« des Zentr. Runden Tischs. Seit 1992 Ltr. des Ökumen.-Missionar. Inst. des Ökumen. Rats Berlin; 1997 Ruhestand; Mitarb. am geschichtspol. Filmprojekt des ORB 1997 »Meuterei vor Rügen. Was geschah wirklich auf der MS ?Seebad Binz??«; gest. in Berlin.»Als die Synagogen brannten.« Kristallnacht u. Kirche 1938 – 1978 (Hrsg.). Berlin 1978; Genfer Zwischenbilanz – Werkstattberichte von Mitarb. des Ökumen. Rates der Kirchen (Hrsg.). Berlin 1981.Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Berger, Karl-Heinz

* 28.7.1928 – ✝ 25.11.1994

Geb. in Köln; Vater Angest., Mutter Schneiderin; nach dem Abitur 1947 – 52 Studium der Germanistik, Geschichte u. Anglistik an der HU Berlin, u. a. bei  Alfred Kantorowicz; 1952 – 57 Lektor im Verlag Neues Leben; 1957 / 58 Studium am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig; gehörte 1956 zum »Donnerstagskreis«, einer Gruppe junger, kritischer Intellektueller um den Lit.-Wissenschaftler Fritz J. Raddatz; infolgedessen vom MfS jahrelang in verschiedenen OV erfasst (OV »Stachel«, OV »Zersetzer«, OV »Literatur«); nach dem Rauswurf aus Verlag u. Lit.-Inst. ab 1958 freier Schriftsteller, Lektor u. Übersetzer u. a. der Werke von Conan Doyle u. Mark Twain; das eigene Werk umfasst Romane, Kinder- u. Jugendbücher, romanhaft angelegte Biografien über J. G. Fichte (1953) u. G. E. Lessing (1956), zudem gab er Anthologien heraus u. schrieb Drehbücher für den DFF; seit 1969 zahlr. Kriminalromane für die »DIE (Delikte-Indizien-Ermittlungen)-Reihe«; benutzte auch die Pseudonyme »K. Heinz« u. »Charles P. Henry«; gest. in Berlin.Robin Hood, der Rächer v. Sherwood. Berlin 1968; Die Wohnung oder Auswege ins Labyrinth. Berlin 1976; Im Labyrinth oder Spaziergänge in zwei Landschaften. Berlin 1984; Was ich weiß, macht mich heiß. Berlin 1992. Walther, J.: Sicherungsbereich Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996.Christian Krause

Wer war wer in DDR

Berger, Siegfried

* 24.7.1918 – ✝ 29.1.2002

Geb. in Sebnitz (Sächs. Schweiz); Vater Metallarb. u. Bäcker, seit 1920 Mitgl. der KPD; Dresdener Versuchsschule, 1930 Stipendium für die Höhere Versuchsschule, Mitgl. der Arbeiterjugendorg. »Kinderfreunde«, Arbeitersportverein, Arbeiter-Mandolinenbund, SAJ; Lehre als Elektro-Maschinenbauer, 1938 – 40 Ing.-Studium, anschließend dienstverpflichteter Ziviling. Okt. 1945 Entlassung aus amerikan. Internierungslager; ab Nov. 1946 Arbeit als Ing., zuletzt im SAG-Betrieb »Sachsenwerk« Radeberg; Mitgl. einer illeg. sozialdemokrat. Gruppe, Kontakt zum SPD-Ostbüro; Sept. 1950 Umzug nach Berlin, Entwicklungsing. im VEB Funkwerk Köpenick; hält Kontakt zum SPD-Ostbüro, transportiert u. a. illeg. Funkgeräte in die DDR; 17.6.53 Streikführer im Funkwerk, 20.6.53 Verhaftung, 2.7.1953 Verurteilung zu 7 Jahren Arbeitslager durch das sowj. Militärtribunal, Mai 1954 Transport nach Workuta, Okt. 1955 Rückkehr nach West-Berlin, dort erfährt er, daß ihn das MfS erneut wegen der Arbeit für das SPD-Ostbüro verhaften u. verurteilen will; Übersiedl. nach Hamburg, später Kiel, dort Arbeit als Ing., aktiv im SPD-Arbeitskreis ehem. polit. Häftlinge; gest. in Kiel.»Ich nehme das Urteil nicht an«. Ein Berliner Streikführer des 17. Juni vor dem sowj. Militärtribunal. 2. Aufl., Berlin 2000.Ilko-Sascha Kowalczuk

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Berghofer, Wolfgang

* 25.2.1943

Geb. in Bautzen; Vater Bauschlosser; bis 1959 OS; 1957 FDJ; 1959 – 62 Ausbildung zum u. 1963/64 Arbeit als Maschinenbauer; 1964 SED; 1964 – 67 Krs.-Sportlehrer, Mitarb. des DTSB-Krs.-Vorst. Bautzen, ab 1967 dessen stellv. Vors.; 1968/69 Sekr. der FDJ-KL Bautzen; 1969/70 Jugend-HS; ab 1970 Mitarb. des ZR der FDJ, u. a. stellv. Ltr. des Org.-Büros der Weltfestspiele der Jugend u. Studenten in Berlin 1973, 1978 – 85 dort Abt.-Ltr.; 1971 – 81 als IM »Falk« für das MfS erf.; 1985 Dipl.-Hist.; Jan. 1986 – Mai 1990 OB von Dresden (Nachf. von Gerhard Schill) u. Mitgl. des Bez.-Tags; schloß Dez. 1987 den Vertrag über die Städtepartnerschaft Hamburg-Dresden mit Bürgermstr. Klaus von Dohnanyi; VVO; Okt. 1989 Mitinitiator des Dresdener Dialogs mit der opp. Gruppe der 20; 3.12.1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorber. des a. o. Parteitags der SED, 8.12.1989 stellv. Vors. der SED/ PDS, Ltr. der Kommission Pol. System; 20.1.1990 Austritt aus der SED/PDS. Seit 1990 Unternehmensberater der Häussler-Gruppe in Berlin; Mai 1991 Anklage wegen »gemeinschaftl. Anstiftung zur Wahlfälschung bei den DDR-Kommunalwahlen vom Mai 1989«; Okt. 1991 Verfahrenseröffnung, Febr. 1992 ein Jahr Freiheitsstrafe, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, Urteil wurde vom BGH bestätigt; Unternehmensberater; 2001 Kand. bei den OB-Wahlen in Dresden; seit 2004 Vorstandsvors. der Betriebl. Versorgungswerke für Unternehmen u. Kommunen e. V. (BVUK); lebt in Berlin.Träumen verboten. Göttingen 1990; Meine Dresdner Jahre. Berlin 2001. Höppner, R.: Leben mit der DDR. Halle (Saale) 2000.Elke Reuter / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Bergmann, Karl Hans

* 17.3.1910 – ✝ 19.8.2007

Geb. in Berlin; Vater Arzt, Mutter Hausfrau; Volksschule u. Gymn. in Berlin; 1929 – 32 Studium der Gesch. u. Theaterwiss. in Berlin u. München; ab 1930 Regieass. an der Volksbühne Berlin; 1931 KPD; 1932 RGO, Mitgl. des Reichskomitees der RGO, Dez. 1932 Ltr. der RGO-Gruppe Film-Bühne-Musik; 1933 – 35 illeg. Arbeit für die RGO; ab 1934 Hrsg. der illeg. Ztschr. »Die Rampe«; 1935 Verhaftung in Berlin, 1935 – 39 Haft in den KZ Dachau u. Sachsenhausen; danach illegal in Berlin, 8.10.1942 Flucht über den Bodensee in die Schweiz; 1942 / 43 Internierung in versch. Lagern; ab 1943 illeg. Parteiarbeit (Deckn. »Hans Burckhardt«); Red. der Ztschr. »Freies Dtl.«; 1943 – 45 Studium an der Univ. Zürich; 1944 Vors. der Ltg. der BFD in der Schweiz, ab 1945 Mitgl. der Landesltg. der BFD (führte Verhandlungen mit dem OSS-Residenten in Bern, u. a. über Repatriierung von KPD-Kadern); Mai 1945 Ablösung von der Leitungsfunktion wg. »Verletzung der Parteibeschlüsse u. eigenmächt. Verkehrs mit den Berner Behörden«. Sept. 1945 illeg. Rückkehr nach Dtl.; Sept. 1945 – Jan. 1946 Red. beim ZK der KPD in Berlin, im Parteiverlag Der Neue Weg (später Dietz), Ablösung wg. Verweigerung von Zensurmaßnahmen; 1946 – 49 Lizenzträger, Vorstandsvors. u. ökonom. Dir. der DEFA; 1947 – 49 Ltr. des Dt. Filmverlags Berlin, Hrsg. der Ztschr. »Neue Filmwelt«, 1948 / 49 der Ztschr. »Bild u. Ton«; Ltr. der Gruppe Film der Genossensch. Dt. Bühnen-Angehöriger (GDBA); April 1949 Ablösung von allen Funktionen, Bruch mit der SED (Dez. 1949 Ausschluß); Sommer 1949 Umzug nach West-Berlin; 1949 Hrsg. von »Cinema«; bis 1950 freier Mitarb. bei »Die Neue Zeitung« (Ps. »Hans Burkhardt«); 1951 / 52 Abt.-Ltr. bei den Berliner Filmfestspielen; 1952 – 68 Geschäftsf. der Freien Volksbühne; 1952 – 58 Mitgl. des Verbands Dt. Kritiker; 1954 – 60 Red. der »Blätter der Freien Volksbühne Berlin«; ab 1960 freier Schriftsteller; 1965 – 69 SDS.Bismarck – im Kampf um das Reich. Genf 1944 (Tarnschrift zur Verbreitung in Dtl., Nachdr. Erlangen 1975); Babeuf – Gleich u. Ungleich. Köln 1963; Die Bewegung Freies Deutschland in der Schweiz 1943 – 1945. München 1974; Blanqui. Ein Rebell im 19. Jahrhundert. Frankfurt (Main) 1986; Der Schlaf vor dem Erwachen. Stationen der Jahre 1931 – 49. Berlin 2003.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Bergner, Christoph

* 24.11.1948

Geb. in Zwickau; 1961 Umzug nach Saalfeld, dort 1964 – 67 Berufsausb. zum Rinderzüchter mit Abitur; 1967 – 69 Studium der Landwirtsch. an der FSU Jena, 1969 – 71 an der MLU Halle (Saale); 1971 CDU; 1972 – 74 Forschungsstudium u. Prom. an der MLU; 1974 – 90 wiss. Mitarb. am Inst. für Bio- chemie der Pflanzen der AdW in Halle (Saale); 1986 – 91 Gemeindekirchenrat der Petrusgemeinde Krollwitz; Sept. 1989 – Jan. 1990 Neues Forum; 1990 Ressortchef in der Bez.-Verwaltungsbehörde Halle (Saale). 1990 – 2002 MdL Sachsen-Anh., 1991 – 93 u. 1994 – 2001 Vors. der CDU-Fraktion; 1991 – 93 stellv. Landesvors. der CDU Sachsen-Anh.; Dez. 1993 – Juli 1994 Ministerpräs. von Sachsen-Anh. (Nachf. von Werner Münch); 1995 – 98 stellv. Bundesvors. der CDU; 1996 – 2000 Mitgl. des Vorst. der Europ. Volkspartei; seit Okt. 2002 MdB, Mitgl. im Aussch. für Bildung, Forschung u. Technologiefolgenabschätzung; seit 23.11.2005 Parl. Staatssekr. beim Bundesmin. des Innern; seit Febr. 2006 Beauftragter der Bundesreg. für Aussiedlerfragen u. nat. Minderheiten.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bergtel, Rudolf

* 25.12.1897 – ✝ 18.7.1981

Geboren am 25. Dezember 1897 in Immenhof/Ostpreußen, Sohn einer Arbeiterfamilie. Gehilfe in einer Gastwirtschaft, ab 1913 in Berlin. 1915 Soldat im Ersten Weltkrieg, trat Bergtel Anfang 1919 in die USPD ein und wurde 1923 Mitglied der KPD. 1932 Instrukteur des RGO Bezirksausschusses Berlin, bis November 1933 illegal in Charlottenburg. Wegen drohender Festnahme Flucht in die âSR, nach kurzer Schulung zur illegalen Arbeit nach Deutschland, hier Orgleiter der RGO für Berlin. Zusammenarbeit mit Erich Hanke und Wienand Kaasch. Am 8. August 1935 festgenommen, am 10. Mai 1936 vom VGH im Prozeß zusammen mit Kaasch u. a. angeklagt und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Er kam ins Zuchthaus Luckau, dann in die Lager Aschendorfer Moor und Esterwegen. Im Juni 1939 gelang ihm die Flucht in die Schweiz, dort interniert, konnte er im Oktober 1945 nach Berlin zurückkehren. Mitarbeiter bei der BVG und 2. Sekretär der SED-Gesamtbetriebsgruppe. Rudolf Bergtel starb am 18. Juli 1981 in Ost-Berlin. Seine zweite Frau Lotte Schleif (* 4. 7. 1903 – † 26. 2. 1965) war Bibliothekarin in Berlin-Neukölln. Sie half Rudolf Bergtel bei seiner Flucht in die Schweiz und arbeitete selbst eng mit Wilhelm Guddorf u. a. zusammen. Am 18. September 1942 festgenommen, am 6. Februar 1943 durch das Reichskriegsgericht zu acht Jahren Zuchthaus (Strafantrag Todesstrafe) verurteilt. Im April 1945 durch die US-Armee befreit. 1945/46 in der Abteilung Volksbildung des Magistrats von Berlin tätig. Als Mitglied der SED ab 1950 Dozentin der Berliner Fachschule für Bibliothekswesen.

Wer war wer in DDR

Berner, Helene

* 13.12.1904 – ✝ 22.12.1992

Geb. in Berlin; Vater Bildhauer u. SPD-Funktionär; 1911 – 19 Volksschule in Berlin; 1919 – 30 Dienstmädchen, Angest., Lehre im Großbuchhandel; ab 1927 Krankenschwester, Orthopädin; 1923 KJVD, 1927 KPD; ab 1927 Mitarb. des M-Apparats der KPD (Industriespionage); 1931 – 35 Ltr. des Orthopäd. Turninst. der Krankenkassen Berlin; 1933 – Juni 1935 illeg. pol. Arbeit, zunächst Kurier im Grenzapparat, dann für den sowj. Geheimdienst GRU (»Leni«, »Lore«); Juni 1935 Emigr. über die ČSR in die UdSSR; 1935/36 Tätigkeit im Stab der Roten Armee (GRU); Apr. 1936 – Mai 1937 Mitarb. in einem Moskauer Orthopäd. Inst.; 1936 in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Juli 1936 sowj. Staatsbürgerschaft; 1937 – 41 Sprachlehrerin im Generalstab der Roten Armee; 1941/42 Lehrerin an einer Militärschule in Moskau, dann in Stawropol; Anf. 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; 1942/43 Kursantin an der KI-Schule in Kuschnarenkowo, danach Spezialausbildung bei Moskau als Fallschirmagentin; Offz. der Roten Armee, 1944 Lehrerin in einer Frontschule für Kriegsgefangene im Bereich der 2. Balt. Front, dort an der Vorbereitung von Spezialabteilungen für den Einsatz im dt. Hinterland beteiligt. 1945 als Angeh. der Roten Armee Rückkehr nach Dtl.; Mai – Sept. 1945 Lehrgänge im Kriegsgefangenenlager in Rüdersdorf; Jan. 1946 – April 1948 Doz. an der Schule der SMAD für die Ausbildung von Kadern der Blockparteien in Königs Wusterhausen, 1949 Demobilisierung; danach Funktionärin der DSF, 1949 – 59 ltd. Mitarb. im Min. für Ausw. Angelegenh., Ltr. der Abt. Schulung; überwachte als GI im Auftrag des MfS den Außenmin. der DDR  G. Dertinger, dessen persönl. Referentin sie war; 1957 Ehrennadel der DSF; 1959 – 68 Ltr. des Zentralhauses der DSF in Berlin (Nachf. von  Gerhard Körbel); 1968 Rentnerin; Orden des Vaterländ. Krieges; 1974 VVO; 1979 Ehrenspange zum VVO; 1984 u. 1989 Stern der Völkerfreundschaft. 1990 PDS; gest. in Berlin.Mit der Sowjetarmee nach Berlin. In: Im Zeichen des roten Sterns. Berlin 1974. Scheidemann, Ch.: H. B. Im Dienst für den Außenminister. In: Müller, U., Scheidemann, Ch. (Hrsg.): Gewandt, geschickt u. abgesandt. Frauen im diplomat. Dienst. München 2000; Grundmann, S.: Der Geheimapparat der KPD im Visier der Gestapo. Berlin 2008.Peter Erler / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Benthien, Bruno

* 12.4.1930

Geb. in Schwerin; Vater Gärtnermstr.; OS, Abitur; 1948 FDJ; 1949 FDGB; 1949 – 52 Studium der Geographie, Anglistik u. Pädagogik an der Univ. Rostock, 1952/53 der Geographie an der EMAU Greifswald, Dipl.-Geograph; 1953 – 58 dort wiss. Assistent, 1956 Dr. rer. nat.; 1958/59 Oberassistent, 1959 Dr. rer. nat. habil.; 1960 – 62 Doz.; 1962 LDPD; 1962 a. o. Prof., 1969 ord. Prof. für allg. u. regionale Ökon. der soz. Staaten; 1970 Dr. sc. nat.; 1968 – 89 Dir. bzw. ab 1986 Ltr. des Wiss.-Ber. Ökon. Geographie der Sekt. Geographie an der EMAU Greifswald, Veröff. zu hist. Flurformen, Bevölkerungs- u. Siedlungsgeographie; 1968 – 71 stellv. Vors. u. 1980 – 84 Vors. des Krs.-Verb. Greifswald der LDPD, 1963 – 76 Abg. des Bez.-Tags Rostock; 1971 – 76 stellv. Vors. der Ständ. Kommission Erholungswesen; 1976 – 90 Abg. der Volkskammer, dort Mitgl. des Aussch. für Arbeits- u. Sozialpol.; 1980 – 84 Vors. der LDPD im Krs. Greifswald; Banner der Arbeit; Verdienstmedaille der DDR; Pestalozzi-Medaille; Nov. 1989 – April 1990 Min. für Tourismus; März – Aug. 1990 Bund Freier Demokraten, danach FDP; April – Okt. 1990 Staatssekr. im Min. für Handel u. Tourismus u. Vors. der Ges. für liberale Politik e. V. Anschl. erneut Ltr. eines Wissenschaftsber. am Geograph. Inst. der EMAU Greifswald; Mitgl. des Kuratoriums der Friedr.-Naumann-Stiftung.Die hist. Flurformen des südwestl. Mecklenb. Schwerin 1960; DDR. Ökon. u. soziale Geographie. Gotha 1990; Geographie der Erholung u. des Tourismus. Gotha 1997; Vom Studenten in Rostock zum Professor. Greifswald 2000; Was geschah am 17. Juni? Berlin 2003; Division Brandenburg. Berlin 2004. Vom Studenten in Rostock zum Professor u. Direktor der Sektion Geographie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Greifswald 2000.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Berends, Ernst

* 20.10.1901 – ✝ 17.1.1975

Geb. in Zehdenick; Vater Schmied; Volks- u. Mittelschule; Lehre u. Arbeit als Buchdrucker; Präparandenanstalt, Lehrerseminar, 1920 – 32 Red. bei versch. Ztg., u. a. »Zehdenicker Tageblatt«, »Laubaner Neueste Nachrichten« u. »Neumärkische Tägliche Nachrichten« sowie Mitarb. in der Pressestelle des Polizeipräs. Berlin; 1920 Mitgl. des Buchdruckerverban-des u. des Reichsverbandes der Dt. Presse, 1926 DDP, 1931 SPD; 1933 – 40 kaufm. Angest.; 1940 – 45 Wehrmacht, brit. Kriegsgef. 1945 / 46 SPD / SED; 1946 Angest. bei der Charlottenburger Wasser- u. Industriewerke AG; ab 25.2.1946 Redakteur der SPD-Ztg. »Märker«; 1946 – 48 Chefred. der SED-Ztg. »Märkische Volksstimme«, des späteren Organs der SED-BL Potsdam; 1948 Flucht in die Westzonen; gest. in West-Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Berg, Helene (Lene)

* 10.4.1906 – ✝ 21.2.2006

Geb. in Mannheim; Vater Müller, später Holzfabrikarb., Mutter Dienstmädchen; 1912 – 20 Volksschule in Mannheim; 1920 – 23 Ausbildung zur Schneiderin in Mannheim, 1923 – 28 im Beruf bei versch. Schneiderfirmen in Mannheim tätig; 1922 Mitgl. der Gewerkschaft; 1921 – 24 Mitgl. der SAJ, 1924 – 27 des KJV, Teiln. an »antimiltarist. Arbeit« unter den französ. Besatzungstruppen in der Pfalz, »Zersetzungsarbeit« bei der dt. Polizei; 1926 Besuch der Volksheim-HS des ADGB in Tinz; Okt. 1927 Mitgl. der KPD; leitete die Frauenarbeit in der BL Baden; 1928 – 31 Kursantin an der Internat. Lenin-Schule (ILS) in Moskau u. sowj. Staatsbürgerschaft; 1929 – 31 Mitgl. der KPdSU; 1931/32 Mitarb. im ZK der KPD, Instrukteurin in der Abt. Agit. u. Prop.; 1932/33 Sekr. der KPD-BL Hannover; 1933 – 35 illeg. pol. Arbeit in Dtl., 1933 Agit.-Prop.-Sekr. der KPD-BL Halle, 1933/34 Pol.-Ltr. des KPD-Bez. Württemberg (Nachf. von  Max Opitz), 1934/35 Instrukteurin der KPD-BL Saargebiet (»Lotte«); 1935 über Frankreich in die UdSSR emigriert (»Helene Berg«); 1935 – 37 stellv. Ltr. des dt. Sektors der Internat. Lenin-Schule (»Lene Neckar«), zugl. Lehrerin für Geschichte der KPdSU u. für Geschichte der dt. Arbeiterbew.; 1938 Mitarb. des Ino-Radios in Moskau, danach Konsultantin bei Sojus-Djetfilm (Kinderfilmstudio); 1939 – 41 wiss. Mitarb. der KPD-Vertr. bei der KI, (mit  Rudolf Lindau) Sammlung von Materialien zur KPD-Geschichte; 1941 – 43 Lehrerin bzw. Ltr. der dt. Gruppe an der KI-Schule Kuschnarenkowo bei Ufa (»Lene Ring«); Sept. 1943 – Dez. 1945 Lehrerin u. Ltr. des dt. Sektors an der Antifa-Schule für dt. Kriegsgefangene 165 in Taliza, teilw. auch an der PHS der KPdSU in Moskau; Mai 1945 Lehrerin an der KPD-Schule b. Moskau. April 1946 Rückkehr nach Dtl.; 1946 KPD/ SED; 1946 Lehrerin an der zentr. Parteischule der KPD/SED in Liebenwalde; 1946 – 51 Ltr. des Büros des Landessekr., dann Ltr. der Abt. für Prop. des SED-LV Sachsen-Anh. (enge Mitarb. von  Bernhard Koenen); ab 1949 Mitgl. der SED-LL Sachsen-Anh., Sekr. für Prop., Kultur u. Erziehung; 1951 kommissar. Dir. der PHS; 1951 – 58 Dir. des IfG beim ZK der SED, Prof.; 1954 – 58 Kand., 1958 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1958 – 71 Red. der Ztschr. »Probleme des Friedens u. des Soz.« in Prag; 1965 Banner der Arbeit; 1966 u. 1968 KMO; 1968 VVO; 1972 – 74 stellv. Dir., 1974 – 79 Dir. des Inst. für Meinungsforschung beim ZK der SED (Nachf. von  Karl Maron); April 1976 Stern der Völkerfreundschaft; 1976 Dr. phil. h. c. der AfG; 1979 – 89 Konsultantin in der Abt. Internat. Verbindungen des ZK; 1981 Großer Stern der Völkerfreundschaft; zeitw. verh. mit  Paul Wandel. Jan. 1990 Mitgl. des Rats der Alten der SED/ PDS; gest. in Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Bergemann, Sibylle

* 29.8.1941 – ✝ 1.11.2010

Geb. in Berlin; Vater Lehrer, Mutter Sekr.; 1950 – 58 Schule in Blankenfelde (b. Berlin); 1958 – 60 Ausbildung zum Kfm.; 1960 – 65 Bürotätigkeit; 1965 – 67 Arbeit in der Red. der Ztschr. »Magazin«; ab 1966 fotograf. Ausbildung bei  Arno Fischer; seit 1967 freischaff. als Fotografin; 1967 Mitgl. der Gruppe »Direkt«; ab 1969 Fotos für die Wochenztg. »Sonntag«, ab 1973 für die Modeztschr. »Sibylle« u. das »Magazin«; Fotografin für den Buchverlag Der Morgen u. den Greifenverlag; erste Personalausstellung 1974 im Haus der Jungen Talente, Berlin; ab 1977 VBK; 1986 Abschluß der fotograf. Dok. zur Entstehung des Marx-Engels-Denkmals in Berlin. 1990 Gründungsmitgl. der Arbeitsgemeinschaft der Fotografen »Ostkreuz«; 1990 Ausstellung PPS-Galerie Hamburg; 1991 Beteiligung am Projekt »Almediterranea 92«, Almería (Spanien); 1994 Mitgl. der AdK; 2006 in der AdK Berlin u. 2007 im Museum f. Photographie Braunschweig; lebte zuletzt mit dem Fotographen Arno Fischer in Gransee; gest. in Margarethenhof bei Gransee.Ein Reiseverführer (Text K. Walter). Rudolstadt 1980; Himmelhölle Manhattan (Text I. Runge). Berlin 1986; Du sollst nicht immer Holland sagen (Text I. Runge). Berlin 1990; Verwunderte Wirklichkeit. Berlin 1992; Photographien. Heidelberg 2006. Voigt, J. In: S. B. Verwunderte Wirklichkeit. Berlin 1992.Anke Scharnhorst

Wer war wer in DDR

Berger, Eduard

* 22.6.1944

Geb. in Posen (Poznań, Polen); Ausbildung zum Elektroinstallateur; 1963 Aufnahme des Studiums der Theol. an der MLU Halle; 1965 Verurteilung wegen versuchter Republikflucht zu 15 Mon. Haftstrafe; nach der Entlassung Forts. des Studiums am Katechet. Oberseminar in Naumburg (Saale) u. am Sprachenkonvikt in Berlin, anschl. Vikar in Halle; Inspektor eines Wohnheims der Theol.-Studenten in Halle; 1973 Ordination, Pfarrer in Kakerbeck (Altmark); 1978 Pfarrer an der Weinbergskirchengemeinde in Dresden; ab 1983 Superintendent im Kirchenkrs. Meißen u. Dompfarrer in Meißen. 1991 – 2001 Bischof der Pomm. Landeskirche (Nachf. von  Horst Gienke); seitdem Beauftragter der ev. Kirchen in Sachsen bei der Sächs. Landesreg.Roger Sitter / Ehrhart Neubert

Wer war wer in DDR

Berger, Max

* 11.7.1893 – ✝ 25.5.1970

Geb. in Freiwaldau (Krs. Sagan, Niederschles./ Gozdnica, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Kartonagenschneider; 1907 Arbeiterjugend, 1915 – 18 Militärdienst; 1912 – 24 SPD, 1926 KPD; 1920 – 23 Rechtsvertreter im Berliner Mieterverein »Königstor«, anschl. bis 1926 deren Vors.; später Angest. in der Inseraten-Expedition für Arbeiterztg.; 1925 – 33 eigene Praxis als Rechtsbeistand; 1932/33 Ltr. der Jur. Abt. der »Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit«; 1933/34 illeg. pol. Arbeit in Niederschl.; Inhaber eines Zigarrengeschäftes; 30.1.1936 verhaftet, 26.1.1937 Verurteilung wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu 32 Mon. Zuchthaus; 1939 – 45 Kartonagenarbeiter u. Hilfskontrolleur. Mai 1945 Aufbau der KPD-UB-Ltg. Berlin-Prenzlauer Berg sowie der Staatsanwaltschaft in Berlin-Prenzlauer Berg auf Befehl der sowj. Kommandantur; Okt. 1945 fristlose Kündigung durch den Gen.-Staatsanwalt Wilhelm Kühnast wegen »mangelnder akademischer Bildung«, nach Protest Staatsanwalt in Berlin-Mitte; 1946 SED; Nov. 1948 Sektorenstaatsanwalt für den sowj. Sektor; ab Febr. 1949 Gen.-Staatsanwalt beim LG Berlin C 2; ab Juli 1950 Oberstaatsanwalt von Berlin (Ost); Eintritt in die DVP, später KVP, ab 1956 NVA; ab 1.3. 1953 beauftragt mit der Bildung der Staatsanwaltschaft in den bewaffneten Organen, Oberstaatsanwalt der DVP im MdI; 1954 VVO; 1956 Chef der Verw. Militäroberstaatsanwaltschaft im Min. für Nat. Verteidigung u. erster Militäroberstaatsanwalt; 30.9.1958 Beendigung des aktiven Wehrdienstes; später Mitarb. im NR der NF.Andreas Herbst

Wer war wer in DDR

Berger, Uwe Ludwig

* 29.9.1928 – ✝ 16.2.2014

Geb. in Eschwege (Hessen); Vater Reichsbankdirektor; aufgew. in Emden, Augsburg u. ab 1939 in Berlin; 1939 – 44 Oberschule; 1944 / 45 Flakhelfer, Marineoffiziersanwärter; setzte nach der Entlassung aus dem Militärdienst die Schule fort; Abitur; 1947 – 49 Studium der Germanistik u. Kunstwiss. an der HU Berlin; 1949 FDGB, FDJ, KB; 1950 DSF; 1949 – 51 Mitarbeiter beim Verlag Volk u. Wissen; 1951 – 55 Lektor beim Aufbau-Verlag; seitdem freiberufl. Schriftsteller; 1970 – 86 vom MfS als IM »Uwe« erfaßt; leitete ab 1982 den Zirkel schreibender Tschekisten des MfS; 1973 – 89 Vorstandsmitgl. des SV; 1982 – 89 Mitgl. des Präsidialrats u. Vizepräs. des KB; verfasste vorrangig Gedichte, daneben auch Romane, Erzählungen u. Essays, trat zudem als Hrsg. in Erscheinung u. a. der Anthologie »Lyrik in der DDR« (mit  Günther Deicke, 1970); 1961 Johannes-R.-Becher-Preis; 1968 Heinrich-Heine-Preis; 1972 NP; 1974 Verdienstmed. der DDR; 1982 Johannes-R.-Becher-Med.; 1988 VVO; Theodor-Körner-Preis. Nach 1990 vereinzelt Essays u. Rezensionen u. a. für den »Tagesspiegel«; zuletzt erschien der Lyrikband »Den Granatapfel ehren. Hundert Gedichte 1946 – 89« (2007); gest. in Berlin.Der Dorn in dir. Gedichte. Berlin 1958; Der Erde Herz. Gedichte. Berlin 1960; Mittagsland. Gedichte. Berlin 1965; Bilder der Verwandlung. Gedichte. Berlin 1971; Das Verhängnis. Roman. Berlin 1983. Walther, J.: Sicherungsber. Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996.Christian Krause

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bergmann, Hermann

* 31.12.1892 – ✝ 1938

Geboren am 31. Dezember 1892 in Küstrin als Sohn eines Bankdirektors. Nach dem Studium arbeitete Bergmann als Arzt. 1918 Mitglied der USPD, 1920 der KPD, 1920/21 Mitglied der Zentrale des KJVD, außerdem ehrenamtlich für die KPD im Parteibezirk Berlin-Brandenburg tätig. 1933 zunächst nach Prag, anschließend in die UdSSR emigriert. Hier Arzt im Kreml-Krankenhaus, in der IRH und als Oberinspektor im Moskauer Volkskommissariat für Gesundheitswesen tätig. Im November 1936 wurde er vom NKWD verhaftet und am 16. August 1937 zu fünf Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Er kam in das Lager Magadan, wo er 1938 starb. Bergmann war von 1917 bis 1933 mit Franziska Hentschel (* 6. 4. 1894 – † 25. 2. 1971) verheiratet. Franziska Bergmann, die ebenfalls der Zentrale des KJVD angehörte, war Redakteurin der Zeitung »Junge Garde«, später bei Eugen Varga in der sowjetischen Botschaft in Berlin. Im April 1933 mit Hermann Bergmann in die UdSSR emigriert, später heiratete sie dort den Arzt Joseph Rubens (* 1900 – †1969), der von März 1938 bis November 1939 ebenfalls in der UdSSR in Haft war. Der mit in die Sowjetunion emigrierte Sohn Peter Bergmann (* 10. September 1921) wurde am 10. September 1941 unter dem Vorwurf des Verdachtes der Spionage verhaftet. Franziska Bergmanns Bemühungen, ihren Sohn zu retten, waren vergebens. Peter Bergmann wurde als »sozialgefährliches Element« am 13. Juni 1942 zu fünf Jahren Verbannung verurteilt, er starb am 4. Juli 1942 im Lager Krasnojarsk. Franziska und Joseph Rubens kamen 1948 in die SBZ. Sie war zunächst in der Abteilung Politkultur der HVDVP, später Mitarbeiterin im ZK der SED, zuletzt am IML. Hermann Bergmann wurde 1957 »rehabilitiert«.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bergmann, Karl Hans

* 17.3.1910 – ✝ 19.8.2007

Geboren am 17. März 1910 als Sohn eines Arztes; März 1929 Abitur, 1929 bis 1932 Studium der Geschichte und Theaterwissenschaften. 1931 Dramaturgie-Assistent an der Volksbühne Berlin, ab 1931 in der KPD, Mitglied des Reichskomitees der RGO und ab Ende 1932 Leiter der RGO-Gruppe Film-Bühne-Musik. Von 1933 bis 1935 illegale Arbeit als UB-Leiter und Instrukteur der BL in Berlin. Am 27. März 1935 verhaftet, 5./6. Januar 1936 Verurteilung zu zwei Jahren Gefängnis, von 1937 bis 1939 in den KZs Dachau und Sachsenhausen, danach in der Widerstandsgruppe um Beppo Römer, Oktober 1942 Flucht in die Schweiz, Redakteur der Zeitung »Freies Deutschland«. Im Oktober 1945 kehrte er nach Deutschland zurück, Mitarbeiter im ZK der KPD, 1946 bis 1949 Lizenzträger und Direktor der DEFA, später des Deutschen Filmverlages. Im März 1949 Austritt und Bruch mit der SED, war bis 1950 freier Mitarbeiter an »Der Neuen Zeitung«. Von 1952 bis 1968 Geschäftsführer der Freien Volksbühne Berlin. Im Jahre 2003 veröffentlichte Karl Hans Bergmann unter dem Titel: »Der Schlaf vor dem Erwachen. Stationen der Jahre 1931-1949« seine Lebenserinnerungen. Bianka Aybar veröffentlichte 2005 einen biographischen Artikel über Karl Hans Bergmann. Karl Hans Bergmann starb am 19. August 2007 in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in DDR

Bergner, Dieter

* 5.2.1928 – ✝ 7.10.1984

Geb. in Bautzen; Vater Arbeiter; 1943 – 46 Luftwaffenhelfer, RAD; Kriegsgefangenschaft. 1946 – 48 LDP; 1947 Abitur in Bautzen; 1948 – 53 Studium der Geschichtswiss. mit den Nebenfächern Philos. u. Germanistik; 1949 SED; 1953 Aspirant am Philosoph. Seminar der MLU Halle, dann mit  Georg Mende Wechsel an die FSU Jena; 1956 dort Prom. an der Philosoph. Fak. mit der Arbeit »Die Behandlung der nat. Frage in Dtl. durch den Patrioten J. G. Fichte«; danach Lehrbeauftr. für ML im ges.-wiss. Grundstudium; 1958 Rückkehr an die MLU Halle u. Berufung zum Prof. für dial. u. hist. Materialismus, bis 1968 zugl. Dir. des Inst. für Philos.; 1969 durch Fak.-Beschluß mit bis dahin veröff. Texten auf dem Gebiet »Analyse u. Kritik der bürgerl. Philos. u. Ideol. der Gegenwart« zum Dr. sc. phil. habil. u. zum Prof. für Geschichte der Philos. berufen; 1971 – 84 Mitgl. der SED-BL Halle; 1972 – 77 Dekan der Philosoph. Fak., 1977 – 80 Rektor der MLU Halle (Nachf. von  Eberhard Poppe). Hrsg. zahlr. ausgewählter philosophiehist. Texte (u. a.: J. G. Fichte, I. Kant, L. Feuerbach, F. Mehring) sowie von Monographien zur Auseinandersetzung mit (spät-)bürgerl. Weltanschauungs- u. Ges.-Denken.Neue Bemerkungen zu J. G. Fichte. Berlin 1957; Der Kreuzzug der ev. Akad. gegen den Marxismus (mit W. Jahn). Berlin 1960; Bürgerl. Ges.-Theorien (mit R. Mocek). Berlin 1976; Ges.-Denken: Philos. u. Lebensanspruch im Weltbild ges.-theoret. Denkens der Neuzeit (mit R. Mocek). Berlin 1986.Hans-Christoph Rauh

Wer war wer in DDR

Berlau, Ruth

* 24.8.1906 – ✝ 16.1.1974

Geb. in Kopenhagen (Dänemark); Vater Kaufmann; Klosterschule, 1919 vorzeitig wegen Schwangerschaft verlassen; Schauspielunterricht u. Arbeit am Königlichen Theater in Kopenhagen, dort erste Rolle im Experimentiertheater in »Trommeln in der Nacht« von Brecht; Heirat mit dem Arzt Robert Lund (Scheidung 1936); 1926 Fahrradtour nach Paris; 1930 in die Sowjetunion; Berichte in dän. Tageszeitungen; 1930 Mitgl. der KP Dänemarks; 1933 erste Begegnung mit  Bertolt Brecht auf der Insel Thurö; Gründung des ersten dän. Arbeitertheaters, für das sie auch Stücke schrieb u. übersetzte; ab 1936 auch Brechts Mitarbeiterin (neben  Elisabeth Hauptmann u. Margarete Steffin), Mitautorin, Übersetzerin u. Dokumentalistin; 1944 Geburt u. Tod des mit Brecht gemeinsamen Sohnes Michael; 1940 Veröffentlichung der von Brecht inspirierten Erzählung »Ethvert dyr kann det« (dt. »Jedes Tier kann es«, 1989); 1941 folgte sie Brecht u.  Helene Weigel ins Exil in die USA. Ab 1948 (zus. mit Brecht u. Weigel) in Berlin (SBZ); Aufbau des Bertolt-Brecht-Archivs, auch fotografische Dokumentation der Arbeit Brechts am Theater am Schiffbauerdamm (Berl. Ensemble); 1950 Bruch in den Beziehungen zu Brecht, Depressionen; nach Brechts Tod 1956 Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch das Berl. Ensemble, Hausverbot; Vereinsamung u. Alkoholsucht; gest. in Berlin.Brechts Lai-tu. Erinnerungen u. Notate, hrsg. von Hans Bunge. Darmstadt / Neuwied 1985. Kebir, S.: Ein akzeptabler Mann? Streit um Bertolt Brechts Partnerbeziehungen. Berlin 1987; Häntzschel, H.: Brechts Frauen. Reinbek 2002; Meyer, G. (Hrsg.): R. B. Fotografin an Brechts Seite. München 2003.Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Bernhardt, Karl-Heinz

* 24.12.1935

Geb. in Zwickau; Vater Lehrer; 1942 – 53 Volks- u. Oberschule, Abitur in Auerbach/ Vogtland; 1953 SED; 1953 – 57 Studium der Meteorol. an der KMU Leipzig; 1957 – 61 Aspirant u. 1961 – 69 Oberassistent am Geophysikal. Inst. der KMU; 1962 Prom., 1967 Habil.; 1969 Doz. u. 1970 – 94 ord. Prof. für Meteorol. an der HU Berlin; 1969 – 90 Ltr. des Bereiches Meteorol. u. Geophysik der Sektion Physik der HU, 1981 – 90 Ltr. von Projekten zur Physik der atmosphär. Grenzschicht im Rahmen der Kommission der Akad. der Wiss. der sozialist. Länder zum Thema »Planetare Geophysikal. Erscheinungen«; 1970 – 91 Vorstandsmitgl. u. 1982 – 90 Präs. der Meteorolog. Ges. d. DDR; 1972 – 91 Mithrsg. der »Ztschr. für Meteorol.«; Reinhard-Süring-Plakette der Meteorolog. Ges. (1978 Silber, 1989 Gold), 1989 Verdienter Hochschullehrer. 1990 korr. Mitgl. AdW der DDR; 1993 Gründungsmitgl. Leibniz-Sozietät, seit 1996 Sekretar d. Klasse Naturwiss. Arbeitsgebiete: Physik der Atmosphäre, insbes. Probleme der atmosphär. Grenzschicht, Klimatol., globale Umweltprobleme, Geschichte der Meteorol.; über 230 wiss. Publ.Horst Kant