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BioLex

In der Kategorie BioLex finden Sie drei biografische Lexika mit über 5500 Personeneinträgen.

 

Das Handbuch "Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945" wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam. Kurzbiografien zu Personen des poltischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 vor. Zudem ist das Onlinlexikon www.dissidenten.eu komplett in dieser  Rubrik recherchierbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Inforamtionen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in DDR

Lyr, Horst

* 24.10.1926

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Schneidermeister; Oberrealschule; 1944/45 Wehrmacht u. sowj. Gefangenschaft. 1946 – 49 Pädagogikstudium an der MLU Halle, Dipl.-Päd.; 1951 Erweiterungsprüfung für Biol. u. Chemie an der Mathemat.-Naturwiss. Fak.; 1951 – 53 Assistent am Botan. Inst.; 1952 Prom. zum Dr. rer. nat. mit einer Diss. über Ernährungsphysiol. u. Sexualverhältnisse der Pilzgattung Pilobolus; 1953 Wahrnehmungsdoz. u. Ltr. des Inst. für Forstbotanik der Forstwirtschaftl. Fak. der HU Berlin in Eberswalde; 1955 Doz.; 1956 Habil. mit einer Untersuchung über die Peroxydasen höherer Pilze; 1958 – 63 Prof. für Forstbotanik der HU; ab 1961 Mitgl. des Präs. u. Vors. der Sekt. Mikrobiol. der Biolog. Ges.; nach Auflösung der o. g. Fak. 1963 – 71 Dir. des Bereichs Forstschutz des Inst. für Forstwiss. der DAL in Eberswalde; 1965 Kand., 1968 Ord. Mitgl. der DAL; ab 1966 Mitgl. der Gruppe Biol. des Forschungsrats; 1974 – 76 Vors. der Sekt. Toxikol.; 1970 Landesforstmstr. h. c.; Korr. Mitgl. der Finn. Forstl. Ges.; ab 1971 Dir. des Inst. für Pflanzenschutzforschung der DAL in Kleinmachnow; 1976 wegen nichtgemeldeter »Westkontakte« disziplinar. gemaßregelt, als Inst.-Dir. u. aus dem AdL-Plenum abberufen; 1976 – 89 Dir. des neugegr. Grundlagenforschungsber. Pflanzenschutzmittel der AdL; ab 1989 Dir. des Inst. für Phytopharmakol. der Biolog. Zentralanstalt Kleinmachnow; März 1990 Rehabilitierungsbeschluß des AdL-Plenums u. Wiederaufn. als Ord. Mitgl., Berufung in den Ehrenaussch. zur Erneuerung der Gelehrtenges. 1992 Pensionierung; 1995 Anton-de-Bary-Medaille; Mitgl. der Leibniz-Sozietät; lebt in Eberswalde. Zahlr. Veröff. zur Pathophysiol. von Forstgehölzen, bes. zum Fermentstoffwechsel pilzl. Parasiten u. zur Wirkung fungizider Substanzen.Holzzerstörung durch Pilze. Berlin 1963; Gehölzphysiol. Jena 1967 (mit H. Polster u. H. J. Fiedler); Physiologie u. Ökologie der Gehölze. Jena 1992; Modern selective fungicides. Jena 1995 (Hrsg.); Strategien zum Schutze der Pflanzen zwecks Sicherung der Welternährung. Berlin 1999. PeW

Handbuch Deutsche Kommunisten

Maaßen, Johannes (Hanns)

* 26.12.1908 – ✝ 23.6.1983

(* 1908 – † 1983) Geboren am 26. Dezember 1908 in Lübeck, Sohn eines Zimmermanns; lernte Steinbildhauer. 1927 trat er in den KJVD, 1928 in die KPD ein. 1931 Volontär, später Redakteur an den KPD-Organen »Norddeutsche Zeitung« in Kiel und »Hamburger Volkszeitung«. Ende 1932 Agitpropsekretär der BL Halle-Merseburg, Januar 1933 ZK-Instrukteur bei der BL Baden-Pfalz. Maaßen wurde verhaftet und kam für ein Jahr in das KZ Kieslau. 1934 emigrierte er in das Saargebiet, später in die Schweiz. Zeitweilig Mitarbeiter des AM-Apparates der KPD (Reichstechnik). Er wirkte ab 1935 u. a. als Redakteur des »Gewerkschaftspressedienstes« in Paris, 1937 ging er als Angehöriger der Internationalen Brigaden nach Spanien. Mit Gerhart Eisler und Kurt Hager Redakteur an der Zeitung »El Voluntario de la Libertad« und Sprecher am »Deutschen Freiheitssender 29,8«. Nach der Trennung Kataloniens von Zentralspanien mußte Maaßen den »Deutschen Freiheitssender« in Madrid allein weiterführen. Im März 1939 geriet er in die Gefangenschaft der Franco-Truppen und wurde von einem spanischen Militärgericht in Valencia verurteilt. Nach mehr als sechs Jahren Zuchthaushaft kehrte er 1946 nach Deutschland zurück. Maaßen trat der SED bei, war Redakteur in Leipzig, 1950 wegen sogenannter linker Abweichungen entlassen. Ab 1953 Redakteur am Zentralhaus für Volkskunst in Leipzig, dann 1967/68 wissenschaftlicher Assistent am IML in Ost-Berlin, 1968 Redakteur bei der kulturpolitischen Zeitschrift »Sonntag«, zuletzt stellvertretender Chefredakteur. Ab 1971 freischaffender Schriftsteller in Kleinmachnow, er erhielt 1978 den VVO in Gold. Hans Maaßen starb am 23. Juni 1983.

Wer war wer in DDR

Macke, Wilhelm

* 14.9.1920 – ✝ 20.2.1994

Geb. in Hannover, dort 1938 Abitur; anschl. Arbeits- u. Kriegsdienst; 1943 – 47 Studium der Physik in Leipzig (u. a. bei  Friedrich Hund) u. Göttingen, dort 1947 Dipl. in Math. 1947 – 52 wiss. Ass. am Max-Planck-Inst. für Physik in Göttingen, dort 1949 Prom. bei Werner Heisenberg; 1950 / 51 Lehrstuhlvertretung für theoret. Physik an der TH Hannover; 1952 – 54 Prof. am Instituto de Fisica Teórica in São Paulo (Brasilien); 1953 Habil. an der TH Hannover. 1954 Berufung zum Prof. u. Dir. des Inst. für theoret. Physik an der TH Dresden, 1955 – 59 Dekan der neugegr. (bis 1962 bestehenden) Fak. für Kerntechnik u. 1959 – 66 Dir. des Inst. für Allg. Kerntechnik an der TU Dresden. 1968 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; Prof. für Theor. Physik an der TH Hannover; 1969 – 90 Gründungsprof. für Physik an der Johannes-Kepler-Univ. Linz (Österreich); gest. in Linz. M. trug maßgebl. zum Aufbau einer spezif. Kerntechnik-Ausbildung u. zur Profilierung der theoret. Physik in der DDR bei, u. a. mit anerkannten Beiträgen zur Theorie des entarteten Elektronengases und zur Hochenergiephysik sowie als Autor eines mehrbändigen Lehrbuchs (Leipzig 1958 / 63).Horst Kant

Wer war wer in DDR

Mader, Julius

* 7.10.1928 – ✝ 17.5.2000

Geb. in Radzein (ČSR / Radejcin, Tschechien); Vater Angest., Mutter Arbeiterin; 1945 Ausweisung aus der ČSR, Übersiedl. in die SBZ; 1946/47 LDPD Wirtschafts-OS; Ausbildung zum Textilkfm.; Studium der Wirtschaftswiss., Journalistik u. der Staats- u. Rechtswiss. an den Univ. Berlin u. Jena, der HS für Binnenhandel in Leipzig u. der DASR Potsdam, 1956 Dipl.-Wirtsch.; bis 1959 stellv. Chefred. der Ztschr. »Der Handel«; seit 1960 freischaff. Schriftst., Schwerpunkt: Reportagen u. Dok. der NS-Zeit, seine Bücher erreichten eine Aufl. von über drei Mio. Expl. u. wurden in zahlr. Sprachen übersetzt; ab Jan. 1960 als IM der MfS-Abt. Agitation erf. (Deckn. »Dokument«, »Julius«, »X55«, »Jäger«), ab 1962 als OibE »Faingold« des MfS erf.; 1963 SED; 1964 Major des MfS; 1965 Dr. rer. pol.; Tätigkeit im Binnenhandel; außerdem Chronist des MfS, u. a. Buchprojekte »Gelbe Liste. Wo ist die CIA? (1969)« u. »CIA-Operation Hindu Kush: Geheimaktivitäten im unerklärten Krieg der USA gegen Afghanistan« (1988); 1971 Dr. sc. Jur.; 1989 Entlassung aus dem MfS; gest. in Berlin.Die graue Hand. Berlin 1960; Die Killer lauern. Berlin 1961; Jagd nach dem Narbengesicht. Berlin 1962; Geheimnis von Huntsville. Berlin 1963; Der Banditenschatz. Berlin 1965; Dr. Sorge funkt aus Tokio. Berlin 1966 (zus. mit H. Pehnert); Nicht länger geheim. Berlin 1966; Who’s who in CIA. Berlin 1968; Hitlers Spionagegenerale sagen aus. Berlin 1970; Rote Kapelle gegen Hitler. Berlin 1979 (zus. mit A. S. Blank); Dr.-Sorge-Report. Berlin 1984. Förster, A.: Schatzräuber. Berlin 2000; Maddrell, P.: J. M. and the Western secret services during the Cold War. In: Cold War History 2005 (2).Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Maetzig, Kurt

* 25.1.1911 – ✝ 8.8.2012

Geb. in Berlin; Vater Photochemiker, Inhaber der FEKA GmbH; Studium der Soziol., Psychol. u. Jura an der Sorbonne (Paris); 1933 Debüt als Regieassistent beim Film; 1935 Prom. in München; 1934 Verbot jegl. Arbeit beim Film durch die Reichsfilmkammer (wg. jüd. Abstammung); kfm. Angest. der FEKA; eigenes Fotolabor in Werder (b. Berlin); 1944 Mitgl. der illeg. KPD. 1945/46 Mitgl. des Filmaktivs der ZV für Volksbildung; 17.5.1946 Mitbegr. u. Lizenzträger der DEFA; SED; Initiator u. erster Dir. der DEFA-Wochenschau »Der Augenzeuge«; erste Dok.-Filme 1946, u. a. »Einheit«, »Berlin baut auf«; 1949, 1950, 1954, 1959 u. 1968 NP; 1950 Mitgl. der DAK; 1955 Prof. für Filmregie; 1955 – 64 Dir. der Dt. HS für Filmkunst Potsdam-Babelsberg; 1956 erster Vors. der Vereinigung der Filmklubs der DDR; 1965 Verbot seines Films »Das Kaninchen bin ich«, danach öff. »Selbstkritik«; 1973 Präs. der Zentr. Arbeitsgemeinschaft für Filmklubs beim Min. für Kultur; 1976 Ruhestand; seit 1979 Ehrenpräs. der Internat. Filmcluborg. auf Lebenszeit; 1979 Kurt-Barthel-Medaille; 1981 Stern der Völkerfreundschaft; 1986 VVO; gest. im mecklenburgischen Bollewick-Wildkuhl. Insgesamt 23 Filme bei der DEFA u. a.: 1947 »Ehe im Schatten«, 1949 »Die Buntkarierten«, 1950 »Der Rat der Götter«, 1954 »Ernst Thälmann – Sohn seiner Kl.«, 1955 »Ernst Thälmann – Führer seiner Kl.«, 1957 »Schlösser u. Katen«, »Vergeßt mir meine Traudel nicht«, 1958 »Das Lied der Matrosen«; 1960 »Der schweigende Stern«, 1965 »Das Kaninchen bin ich« (erst 1990 aufgeführt), 1967 »Die Fahne von Kriwoi Rog«, 1972 »Januskopf«, 1976 »Mann gegen Mann«.Filmarbeit. Berlin 1987. Filmen für ein besseres Dtl. – der DEFA-Regisseur K. M. 2004; Schenk, R.: K. M. – Der Augenzeuge. TV-Dokumentation 2006.Bernd-Rainer Barth / Ingrid Kirschey-Feix

Wer war wer in DDR

Mahle, Hans (eigtl.: Heinrich August Ludwig Mahlmann&

* 22.9.1911 – ✝ 18.5.1999

Geb. in Hamburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Vater Mitbegr. der KPD in Hamburg; Volksschule; Lehre als kfm. Angest.; 1926 KJVD; 1928 Pionierltr. in Hamburg u. Ltr. des UB Nordwest des KJVD; 1931 Mitgl. der »Reichs-Pionier-Ltg.«, verantwortl. für die Herausg. der Ztg. die »Trommel«; Koopt. in das ZK des KJVD; 1932 KPD; 1. Sekr. der Pionierorg. in Dtl.; 1932 – 35 Mitgl. des ZK des KJVD; Okt. 1932 dt. Vertreter im »Internat. Kinderbüro« in Moskau; ab Juli 1933 illeg. Arbeit in Berlin, Sachsen u. im Ruhrgeb., dort jeweils Ltr. des KJVD; kam 1935 über Paris nach Prag; dort verantw. für die Anleitung der Jugendarbeit in Westdtl., Kurier; 1935 durch Provokateur in Amsterdam verhaftet; 1936 Emigr. über die ČSR in die UdSSR; Mitarb. des EK der KJI; 1938 – 41 außerdem Jugendred. beim Moskauer Rundfunk; Febr. 1937 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1941 Vertreter der Dt. Antifa. Jugend im Antifa. Komitee der Sowjetjugend; 26.10.1941 Evakuierung aus Moskau, Ltr. eines Transportzugs; Dez. 1941 mit  Walter Ulbricht Einsatz im Kriegsgefangenenlager Spaskij Zavod; 1942 Red. des Senders für die dt. Jugend Sturadler; Anf. 1943 kurzz. Ltr. der von der Moskauer KPD-Führung initiierten Arbeitsgr. über Jugendfragen u. Mitgl. der Arbeitsgr. zur Bearbeitung der Fragen wichtiger Bez. Dtl.-Wasserkante; Juli 1943 Gründungsmitgl. des NKFD, Vors. der Jugendkommission des NKFD; Aug. 1943 – Okt. 1944 Stellv. Ltr. des Senders Freies Dtl.; vom RKG wegen »Hochverrats« in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Feb. – Aug. 1944 Mitarbeit in einer Arbeitskommission zur Ausarbeitung des Nachkriegsprogramms der KPD; Besuch der Parteischule Nr. 12 der KPD bei Moskau. Ab 30.4.1945 Einsatz als Mitgl. der Gruppe Walter Ulbricht im Bereich der 1. Beloruss. Front in Berlin; Mai 1945 Ltr. des Berliner Rundfunks; Mitunterz. des Aufrufs des ZK der KPD vom 11.6.1945; Juni 1945 – Sept. 1947 Mitgl. des ZK/Vorstand der KPD/SED; Aug. 1945 – Mai 1947 Mitgl. des Präsidialrats des KB; 1946 Ltr. des Rundfunkreferats u. der Abt. für kulturelle Aufklärung der ZV für Volksbildung; 1949 Gen.-Intendant des Dt. Demokrat. Rundfunks; 14.7.1951 im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um  Paul Merker unter dem Vorwurf, »mit dem Klassenfeind kooperiert zu haben«, als Intendant abgesetzt; bis Mai 1952 Ltr. des für die Entw. des Fernsehens zuständigen Zentrallaboratoriums in Berlin-Adlershof; anschl. Versetzung nach Mecklenb., Verkäufer in einem Landkonsum; durch Vermittlung von  Bernhard Quandt Werbeltr. der Konsumgenossenschaft im Krs. Schwerin; Hrsg. der Ztschr. »Der Genossenschaftler«; ab Mai 1956 Chefred. des Bez.-Organs der SED »Schweriner Volksztg.«; 1959 Chefred. der Ztg. »Die Wahrheit« in Berlin (West); Koopt. in die BL Berlin der SED; 1961 VVO; 1962 Mitgl. des PV der SED-Berlin (West) bzw. SEW; Mai 1970 Mitgl. des Büros des PV der SEW; Ehrenvors. der DSF in Berlin (West). 1995 Spitzenkand. der PDS bei den Kommunal- u. Bundestagswahlen in Berlin-Steglitz.Leonhard, W.: Spurensuche. 40 Jahre nach »Die Rev. entläßt ihre Kinder«. Köln 1992; Gespräch mit H. M. In: Hering, S., Lützenkirchen, H.-G. (Hrsg.): Anderswerden. Die Anfänge der pol. Erwachsenenbildung in der DDR. Berlin 1995; Galle, P.: Ein »Moskau-Kader« als Sicherheitsrisiko. In: Krohn, C.-D., Schuldt, A.: Zwischen den Stühlen? Hamburg 2002; Riege, K.: Einem Traum verpflichtet. H. M. – eine Biogr. Hamburg 2003.Peter Erler

Wer war wer in DDR

Mahlow, Bruno

* 27.6.1937

Geb. in Moskau; Vater Arbeiter, aus Dtl. emigriert; 1947 Rückkehr der Familie nach Berlin; OS, ABF Halle, 1955 Abitur; 1955 – 61 Studium am Inst. für Internat. Beziehungen Moskau, Dipl.-Staatswiss.; 1957 SED; 1962 – 64 Mitarb. im MfAA; 1964 – 67 1. Sekr. an der DDR-Botschaft in China; 1967 – 73 Mitarb. im ZK der SED; Aug. 1973 – Nov. 1989 dort stellv. Ltr. der Abt. Internat. Verbindungen; 1976 VVO; 1974 – 89 Mitgl. des Zentralvorst. der DSF; 1976 – 81 Kand., 1981 – 89 Mitgl. der ZRK der SED; 1981 – 89 Mitgl. der Außenpol. Kommission beim PB des ZK der SED; 1985 – 89 stellv. Vors. des Freundschaftskomitees DDR – China; Nov. – Dez. 1989 Ltr. der Abt. Internat. Verbindungen des ZK der SED (Nachf. von  Günter Sieber); nach 1990 Berater der Internat. Kommission beim PV der PDS.Die Kommunisten u. ihr Zusammenwirken. Berlin 1983; Einführung in Lenins Schrift »Zwei Taktiken«. Berlin 1985.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in DDR

Maizière, Lothar de

* 2.3.1940

Geb. in Nordhausen (Harz); Vater Rechtsanwalt; 1956 CDU; 1958 Abitur im Gymnasium Zum Grauen Kloster Berlin; 1959 – 65 Studium an der HS für Musik Berlin, Fach Viola; 1965 – 75 Musiker in Orchestern, u. a. Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, aus gesundheitl. Gründen Berufswechsel; 1969 – 75 Jura-Fernstudium an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; ab 1976 Rechtsanwalt im Kolleg. der Rechtsanwälte in Berlin, ab 1987 stellv. Vors. des Kolleg.; ab 1985 Mitgl., ab 1986 Vizepräses der Synode des Bunds der Ev. Kirchen; ab 1987 Mitgl. der Arbeitsgemeinschaft Kirchenfragen beim CDU-Hauptvorst.; 10.11.1989 Vors. der CDU (Nachf. von  Gerald Götting); 17.11.1989 – 9.2.1990 stellv. Vors. des Min.-Rats für Kirchenfragen; 12.4. – 2.10.1990 Min.-Präs. (Nachf. von  Hans Modrow); 2.10.1990 Mitgl. des Präs. u. stellv. Vors. der CDU Dtl. Okt. 1990 – 11.9.1991 Abg. des Dt. Bundestags; 3.10. – 19.12.1990 Bundesmin. für bes. Aufgaben; Nov. 1990 Landesvors. der CDU Brandenb.; im Dez. 1990 wurde bekannt, daß das MfS M. als IMB »Czerny« erf. hatte, eine inoff. Tätigkeit dementierte er, bat aber dennoch am 17.12. um Entlassung aus den Ämtern, ließ sie bis 17.2.1991 ruhen, danach Wiederaufn.; 6.9.1991 Rücktritt als stellv. CDU-Vors. u. Aufgabe des Bundestagsmandats; seitdem Anwalt in Berlin, spezialisiert auf Fragen der Wiedervereinigung u. Anwalt des Internat. Delphischen Rats in Berlin, Delphischer Botschafter für die Bundesrep. Dtl.; 1994 lehnte er das Angebot der Berliner CDU auf einen Listenplatz für die Bundestagswahl ab; Sept. 1998 Mitbegr. der Initiative »Denkmal Dt. Einheit«; Mitgl. im Vorstand der Stiftung Denkmalschutz Berlin u. Vors. des dt. Lenkungsausschusses im Petersburger Dialog.Pol. für unser Volk. Berlin 1990; Ökosoziale Marktwirtschaft für Ost u. West. München 1990 (zus. mit T. de Maizière u. L. Wicke); Anwalt der Einheit. Berlin 1996. Gaus, G.: Zur Person. Berlin 1990; Koch, P.-F.: Die feindl. Brüder. DDR contra Bundesrep. Dtl. Bern 1994.Helmut Müller-Enbergs

Handbuch Deutsche Kommunisten

Makowski, Johann

* 19.7.1878 – ✝ 15.4.1938

Geboren am 19. Juli 1878 in Neuteich/Krs. Marienburg; von Beruf Schleifer. Übersiedelte ins Ruhrgebiet und gehörte vor dem Ersten Weltkrieg der SPD, dann der USPD an und war seit 1920 in der KPD aktiv. 1924 Stadtverordneter in Essen, wurde einer der Begründer des RFB und leitete diesen 1927 im Ruhrgebiet, war zugleich Mitglied der BL. Auf dem X. KPD-Parteitag 1925 vertrat er den Bezirk Ruhr in der Kommunalkommission. Nach dem Verbot des RFB führte er eine Zeitlang eine Nachfolgeorganisation, die AFO (Antifaschistische Organisation), hatte dann in Essen untergeordnete Funktionen. Im September 1930 vor Gericht gestellt, saß er kurze Zeit in Haft und vom 28. Februar bis November 1933 im KZ. Johann Makowski starb am 15. April 1938 in Essen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Malkowski, Hans

* 29.4.1901 – ✝ 1938

Geboren am 29. April 1901 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Elektriker und arbeitete in seinem Beruf. 1919 Mitglied der KPD, ging 1920 mit der Mehrheit der radikalen Berliner Organisation zur KAPD. Er war bis 1923 Funktionär dieser Partei, trat nach Differenzen aus und kehrte 1924 in die KPD zurück. Instrukteur der Partei, zunächst im UB Berlin-Südost, dann im AM-Apparat tätig. Im Juni 1933 flüchtete er nach Prag und kam dort in die Emigrationsleitung, anschließend im Oktober in die Sowjetunion emigriert. Hier wurde Hans Malkowski im Mai 1937 vom NKWD in Moskau verhaftet und kam 1938 im Gulag ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Malzahn, Heinrich

* 10.12.1884 – ✝ 9.4.1957

Geboren am 10. Dezember 1884 in Mühlheim/ Ruhr, Sohn eines Maurers; Schlosser- und Maschinenbaulehre, wobei er noch zwei Jahre eine Fachschule absolvierte. Schlosser in Berlin, 1906 trat Malzahn in die SPD und in die Gewerkschaft ein. 1917 wurde er Mitglied der USPD und gehörte in Berlin zu den Revolutionären Obleuten. Im Dezember 1918 war er Delegierter zum 1. Reichsrätekongreß und saß von Januar bis August 1919 im Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte und leitete einige Zeit die Zentrale der Betriebsräte Groß-Berlins. Im Juni 1920 wurde er im Wahlkreis Berlin in den Reichstag gewählt, in dem er bis Mai 1924 blieb. Mit dem linken Flügel der USPD setzte er sich für die Vereinigung mit der KPD ein und zählte Ende 1920 zu jenen Abgeordneten der USPD-Reichstagsfraktion, die mit Paul Levi und Clara Zetkin die VKPD-Fraktion bildeten. Neben seiner Tätigkeit in der Reichstagsfraktion arbeitete er auch für die Gewerkschaftsabteilung der Zentrale. Im April 1921 war er einer der acht prominenten KPD-Funktionäre, die sich an die Seite Paul Levis stellten und seine Kritik an der Zentrale wegen der März-Aktion unterstützten. Auf Wunsch Lenins nahm Malzahn noch am III. Kongreß der Komintern teil und trug dort die Ansichten der Opposition vor. In der Folgezeit bejahte Malzahn auch die Kritik Ernst Reuter-Frieslands an der Politik der Zentrale und an der Komintern. Im Januar 1922 aus der KPD ausgeschlossen, ging er zur KAG. Malzahn gehörte zu den wenigen KAG-Mitgliedern, die Ende 1922 wieder mit der KPD kooperierten. Er war bis 1924 Hospitant der KPD-Reichstagsfraktion, vertrat diese im sozialpolitischen Ausschuß und reiste im Auftrag der Zentrale als Referent nach West- und Süddeutschland. Sein Antrag auf Wiedereintritt in die KPD verhinderte die Führung um Ruth Fischer, im April 1924 wurde ihm von Werner Scholem mitgeteilt, daß er nicht mehr KPD-Mitglied sei. Bis 1929 als Maschinenschlosser tätig, wurde er dann Mitarbeiter im Jugendamt des Bezirksamts Berlin-Wedding und trat 1930 in die SPD ein. Im Mai 1933 entlassen, kam im Oktober 1933 für zehn Tage in Polizeihaft und arbeitete ab November 1934 als Maschinenrevisor in Berlin-Marienfelde. Wegen Verbindungen zur Widerstandsgruppe um Wilhelm Leuschner wurde Malzahn im Februar 1940 vom Sondergericht Berlin zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. 1945 trat er in die KPD ein, ab April 1946 Mitglied der SED. Bis September 1948 Jugendpfleger im Bezirksamt Berlin-Wedding, während der Berlin-Blockade entlassen. Anschließend Vorsitzender des FDGB-Bezirksausschusses Berlin-Wedding, er gehörte bis 1951 der SED-KL Berlin-Wedding an. Heinrich Malzahn starb am 9. April 1957 in West-Berlin.

Wer war wer in DDR

Mann, Dieter

* 20.6.1941

Geb. in Berlin-Tiergarten; Vater Arbeiter; 1947 – 55 Schulausbildung; bis 1958 Ausbildung zum u. Tätigkeit als Dreher im VEB Schleifmaschinenwerk; Abitur an der ABF in Berlin; nebenbei Kleindarsteller am Berliner Ensemble; Volontariat an der Volksbühne Berlin; 1962 – 64 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin (auch FDJ-Sekretär); danach Engagement am Dt. Theater (DT), erste Rolle in »Unterwegs« von Victor Rossow (R:  Friedo Solter), weitere Rollen u. a.: Tempelherr in »Nathan der Weise« (R:  Wolfgang Heinz), Clavigo, Edgar in »Die neuen Leiden des jungen W.« von  Ulrich Plenzdorf, Kellner Jean in »Zwei Krawatten«, Luftgeist Ariel in »Der Sturm«, Theaterdirektor in »Das Schwitzbad« u. unter  Alexander Lang in »Ein Sommernachtstraum« u. »Winterschlacht«; SED; 1984 NP; 1984 – 91 Intendant des DT (Nachf. von Rolf Rohmer), verpflichtete u. a.  Heiner Müller u.  Frank Castorf als Regisseure; 1986 Mitgl. der AdK u. im ZV der Gewerkschaft Kunst; seit Mitte der 1960er Jahre auch Mitw. in DEFA- u. DFF-Filmen: 1965/66 Leinwanddebüt in  Gerhard Kleins Gegenwartsfilm »Berlin um die Ecke«, der 1966 verboten u. erst 1987 uraufgeführt wurde, 1968 in »Ich war neunzehn« (R:  Konrad Wolf) u. »Der Streit um den Sergeanten Grischa«, 1969 in »Krause u. Krupp«, 1971 »Rottenknechte« (R:  Frank Beyer), 1972/73 in »Scheidungsprozeß« (R:  Lothar Bellag) u. »Die sieben Affären der Dona Juanita« (R: Frank Beyer), 1974 in »Der nackte Mann auf dem Sportplatz«, 1974/75 in der TV-Prod. »Die unheilige Sophia«, 1975 »Lotte in Weimar« (R:  Egon Günther), 1976 die Titelrolle in der zweiteiligen Verfilmung von  Erik Neutschs Roman »Auf der Suche nach Gatt« (R: Helmut Scheimann), 1978 »Das Versteck«, 1979 »Die Rache des Kapitäns Mitchell«, 1979/80 als unentschlossener Bibliothekar Karl Epp in »Glück im Hinterhaus« nach dem Roman »Buridans Esel« von  Günter de Bruyn (R:  Herrmann Zschoche), 1980 in »Levins Mühle«, 1981 in dem TV-Film »Emil, der Versager«, 1984 »Drost«, 1987 in »Die erste Reihe« (TV) u. 1989 in »Zwei schräge Vögel«. 1991 – 2009 als Schauspieler am DT/Kammerspiele Berlin sowie Gastrollen in Hamburg, Frankfurt (Main), Wien, Dresden, Düsseldorf, u. a.: 2005 Macheath in »Die Dreigroschenoper«, 2007 Nathan in »Nathan der Weise«, 2008 Lear in »König Lear«; Lehrtätigkeit an der Schauspielschule »Ernst Busch« Berlin; außerdem Filmrollen: 1992 in »Kaspar Hauser«, außerdem in verschiedenen TV-Filmen u. -Krimis, u. a. 1990/91 in »Der kleine Herr Friedmann«, 1997 »Todesspiel« u. 1999 »Nur ein toter Mann ist ein guter Mann«; Rollen in der ZDF-Krimi-Serie »Der letzte Zeuge« (1997 – 2007); »Der Untergang« (2004); 2004 Ehrenmitgl. des DT; zahlr. Hörbücher; lebt in Berlin.Monika Kaiser

Wer war wer in DDR

Maaß, Ekkehard

* 25.6.1951

Geb. in Naumburg; Vater Pfarrer aus dem Baltikum, aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert; als Jugendlicher enge Kontakte zu Soldaten der sowj. Armee und Interesse an den Kulturen der Sowjetunion; 1970 – 73 Studium der Theol. in Naumburg u. Berlin; seit 1970 Kontakte zu  Wolf Biermann; lernt hier u. a. Bulat Okudshawa u. Wladimir Wyssozki kennen; 1976 Studium der Philos. an der HU Berlin, 1979 Exmatrikulation wg. des Protestes gegen die Ausbürgerung Biermanns sowie seiner Kontakte zu sowj. Dissidenten; seither freischaff. Übersetzer; organisiert in seiner Wohnung regelmäßig Lesungen u. Konzerte verfemter Autoren der DDR u. osteurop. Staaten; sein von prominenten Künstlern wie  Franz Fühmann,  Christa Wolf,  Heiner Müller,  Volker Braun unterstützter privater Salon wird zu einem wesentl. Treffpunkt alternativer Künstler in Berlin; häufige Reisen in die UdSSR, Herstellung von Kontakten zu Oppositionellen im Baltikum, in Transkaukasien u. Rußland; das MfS versuchte, durch Zersetzungsmaßnahmen u. d. Einsatz des IM  Sascha Anderson diese Kontakte zu zerstören. Seit 1990 vielfältige Aktivitäten zur Unterstützung der Unabhängigkeitsbew. im Kaukasus, insb. Georgien u. Tschetschenien; 1990 – 98 ehrenamtl. Fachbeirat der Heinrich-Böll-Stiftung; 1991 Wiederaufnahme des Philosophiestudiums; 1996 Gründung u. Vorsitz der Dt.-Kaukas. Gesell.; 1998 Stipendium der Dt. Nationalstiftung.Die Schnupftabakdose. Berlin 1987 (Kinderbuch); Lang mögest Du leben, Giwi! Zum 75. Geburtstag des Chefs der Buch- u. Versweltverwaltung. Berlin 2002; Tschetschenien – Krieg u. Geschichte, 400 Jahre koloniale Eroberung – 400 Jahre Widerstand. Berlin, 2003. Rachowski, U.: E. M. In: Kowalczuk, I.-S., Sello, T. (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Berlin 2006.Bernd Florath

Wer war wer in DDR

Macher, Friedrich

* 27.2.1922

Geb. in Münzesheim / Baden; Vater Kesselschmied; Volksschule; Lehre und Arbeit als Telegrafenbauarbeiter bei der Deutschen Post; 1940 / 41 Dienstverpflichtung als Elektromonteur zur AEG Berlin; 1941 Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, 1947 / 48 Besuch der Antifa-Zentralschule. 1946 SED; Stellv. Ltr. des Fernamts Berlin der Dt. Post; Vors. des LV Sachsen-Anhalt der Gewerkschaft Post- und Fernmeldewesen; 1950 / 51 Studium an der SED-PHS; 1951 stellv. Vors., 1952 – 54 Vors. des ZV der IG Post und Fernmeldewesen, Mitgl. des Präs. des FDGB-Bundesvorst., 1953 – 58 Min. für Arbeit bzw. Arbeit und Berufsausbildung, 1958 – 61 Abt.-Ltr. in der SPK und im DDR-Büro für wirtschaftl. und wiss.-techn. Zusammenarbeit mit dem Ausland bzw. Ltr. der Abt. RGW beim Ministerrat der DDR; 1964 Prom. zum Dr. rer. oec., 1964 – 68 Ltr. des Bereichs Ökonomik des Post- u. Fernmeldewesens im Inst. für Post- und Fernmeldewesen; 1969 ord. Prof. f. Arbeitswiss. der TU Dresden, 1971 – 81 Dir. der Sektion Arbeitswiss. und Ltr. des Wiss.-Bereichs Theorie und Methodik an der Sektion Arbeitswiss. der TU Dresden; 1980 Orden Banner der Arbeit.Andreas Herbst

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Maddalena, Max

* 17.1.1895 – ✝ 23.10.1943

Geboren am 17. Januar 1895 in Riedheim/ Konstanz, Sohn eines Mosaikarbeiters italienischer Staatsangehörigkeit und einer deutschen Mutter, wuchs nach der Trennung der Eltern bei seiner Großmutter in Riedheim auf. Nach der Schulentlassung siedelte er zu seinem Vater nach Lyon über, um dort ein Handwerk zu erlernen, kehrte jedoch zurück und arbeitete als Schlosser. 1913 Mitglied der SPD. Im August 1914 meldete er sich, obwohl Italiener, freiwillig zur deutschen Marine, bis Kriegsende mehrmals verwundet. Nun badischer Staatsangehöriger, Maddalena arbeitete im Walzwerk in Singen. 1918 Übertritt zur USPD, Anhänger des linken Parteiflügels, 1920 Delegierter des Vereinigungsparteitages mit der KPD, ehrenamtlicher Funktionär der KPD in Südbaden. 1922 zum Geschäftsführer des Metallarbeiterverbandes im Bezirk Singen und Konstanz gewählt, 1925 wurde Maddalena hauptamtlich bei der KPD angestellt. Zunächst in der Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD in Berlin, anschließend Sekretär für Gewerkschaftsfragen in der BL Baden. Nachdem Polleiter Paul Langner im März 1925 verhaftet worden war, übernahm Maddalena im Juli 1925 als Polleiter die Führung des Bezirks Württemberg. Er gehörte dem linken Parteiflügel an, stellte sich nach dem »Offenen Brief« 1925 hinter Ernst Thälmann und gegen Ruth Fischer. Von 1926 bis 1928 Sekretär für Gewerkschaftsfragen in der KPD-BL Wasserkante in Hamburg. Im Mai 1928 im Wahlkreis Schleswig-Holstein in den Reichstag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Nach dem Ausschluß John Wittorfs war er kurze Zeit Polleiter des Bezirks Wasserkante. Ende 1928 in die Gewerkschaftsabteilung des ZK berufen, übernahm Maddalena Mitte 1929 wieder seine Funktion als Gewerkschaftssekretär der BL Wasserkante. Seit 1931 Leiter der IG Metall in der RGO und Mitglied der Reichsleitung. Im April 1931 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« vom Reichsgericht zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt, trat die Strafe nicht an, sondern floh im Juni 1932 aus Deutschland und wurde nach Moskau zur RGI entsandt. Bei der Rückreise von einer Reichstagssitzung wurde er am 3. November 1932 in Tilsit verhaftet und zur Verbüßung der Festungshaft nach Rastatt gebracht, jedoch am 7. Dezember 1932 auf Beschluß des Reichstages freigelassen. Maddalena ging wieder in die UdSSR, arbeitete bis November 1933 in der europäischen Sektion der RGI in Moskau. Seinen Angaben zufolge hatte er zeitweilig Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern in der RGI-Zentrale, wurde beurlaubt und bis August 1934 als Revolverdreher in einem Moskauer Betrieb beschäftigt. Dann erhielt er Anfang 1935 den Auftrag, zusammen mit Adolf Rembte und Robert Stamm die illegale KPD-Inlandsleitung in Berlin neu zu bilden. Am 10. März 1935 fuhr er nach Berlin, wurde aber dort schon am 27. März 1935 verhaftet. Maddalena stand im Mai 1937 zusammen mit Walter Griesbach, Käthe Lübeck, Robert Stamm und Adolf Rembte vor Gericht. Während Stamm und Rembte zum Tode verurteilt wurden, erhielt Maddalena, für den der Staatsanwalt ebenfalls die Todesstrafe beantragt hatte, am 4. Juni 1937 eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Er kam ins Zuchthaus Brandenburg, wo Max Maddalena nach jahrelanger schwerer Krankheit am 23.Oktober 1943 starb. Seine Frau Hilde Maddalena, geborene Eble (*26. 6. 1898), war Kindergärtnerin. 1920 wurde sie Mitglied der KPD, heiratete 1925 Max Maddalena und ging mit ihm nach Hamburg, war dort Orgleiterin des RFMB. 1932 reiste sie mit ihm nach Moskau, absolvierte hier Abendkurse an der KUNMS und ging 1934 in die Schweiz, wo sie bis Ende 1936 für die KPD arbeitete. Sie nahm an Solidaritätsaktionen für ihren Mann in Paris teil, wurde im Herbst 1939 verhaftet, war bis Mai 1941 in verschiedenen Fraueninternierungslagern. Im März 1942 gelang ihr die Ausreise nach Mexiko. Im Dezember 1945 heiratete sie den österreichischen Musiker und Komponisten Marcel Rubin. Sie kehrten Ende 1946 nach Europa zurück. Hilde Rubin starb am 1. Dezember 1994 in Wien. Maddalenas Sohn, Max Maddalena (* 1917), war 1932 durch Vermittlung der IRH nach Moskau gekommen und arbeitete hier als Laborant bei »Mosfilm«. Am 12. März 1938 im Rahmen einer NKWD-Operation gegen eine Gruppe angeblicher »Mitglieder der Hitlerjugend«, die einen »Anschlag« auf Stalin »planten«, verhaftet. Am 15. Mai 1938 aus »operativen Erwägungen« freigelassen, im September 1941 jedoch erneut vom NKWD wegen »sowjetfeindlicher Agitation« festgenommen und am 10. Juli 1942 zu fünf Jahren Verbannung nach Sibirien verurteilt. Während der Vater im NS-Zuchthaus saß, dort 1943 Opfer Hitlers wurde, starb der Sohn als Opfer Stalins. Max Maddalena jr. kam am 14.Juli 1942 in der Sowjetunion ums Leben.

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Mäder, Jürgen

* 30.3.1937

Geb. in Radebeul; Vater selbst. Handwerker (Stuhlbaumeister); Volks- u. Berufsschule, Ausbildung zum Polsterer; 1955 – 58 Abiturausbildung an der ABF der TH Dresden; 1958 – 62 Studium an der KMU Leipzig, Dipl.-Wirtsch.; 1962 / 63 stellv. Planungs-Ltr. in der VVB Maschinenbau Dresden; 1963 – 65 Hauptreferent in der VVB Bauglas Dresden; 1964 SED; 1965 – 70 Abt.-Ltr., 1970 / 71 Dir. für Ökonomie, 1971 – 76 1. Stellv. des GD der VVB Bauglas Dresden; Jan. – Juni 1972 Direktstudium am ZI für Sozialist. Wirtschaftsführung beim ZK der SED in Berlin-Rahnsdorf; 1976 – 78 GD der VVB u. 1978 – 90 des VEB Kombinat Bauglas Dresden; 1990 Chef der Glasindustrie-AG; am 5.7.1990 auf Vorschlag des Ministerpräs.  Lothar de Maizière von der Volkskammer in den Verwaltungsrat der Treuhandanstalt gewählt, dort bis Nov. 1990 tätig.Andreas Herbst

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Mager, Hermann

* 30.5.1872 – ✝ 1947

Geboren am 30. Mai 1872 in Heidingsfeld bei Würzburg; besuchte das Gymnasium, studierte Philologie und war bis 1914 Studienrat in München. Längere Zeit Erzieher der Wittelsbacher Prinzen am bayerischen Königshof; nach dem Krieg gehörte er zum Lehrkörper eines humanistischen Gymnasiums. Während des Krieges wurde der Pazifist Mager Mitglied der USPD und 1920 der KPD. Von 1924 bis 1928 Abgeordneter des Bayerischen Landtags und 1926 Mitglied der KPD-BL Südbayern. Mager hatte schon vorher aus politischen Gründen seinen Lehrerberuf aufgeben müssen. 1928 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur zum Landtag, da die BL gegen seine Nominierung war. Er lebte von Nachhilfestunden, die er Mittelschülern gab. Vor 1933 wurde er 2. Vorsitzender und Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft in München und geriet deswegen in Konflikt mit der KPD. Nach 1933 erhielt er eine kleine Rente aus einer Privatversicherung und erteilte wieder Nachhilfestunden. 1944/45 trat er in Kontakt zu einer Widerstandsgruppe. Mager versuchte im Herbst 1945, nach der Konstituierung von SPD und KPD, erstmals in Bayern vergeblich einen Zusammenschluß beider Parteien. Er schrieb 1947 noch ein Buch über Soziologie, für das er keinen Verleger fand. Während eines Vortrages auf einer Gewerkschaftstagung in Eichstätt im Juni 1947 erlag Hermann Mager einem Herzschlag.

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Mahle, Hans (eigtl.: Heinrich August Ludwig Mahlmann&

* 22.9.1911 – ✝ 18.5.1999

Geboren am 22. September 1911 in Hamburg als Hans Mahlmann, Sohn einer Arbeiterfamilie (sein Vater – Mitbegründer der KPD in Hamburg – wurde am 28. Februar 1945 im KZ Buchenwald ermordet); wurde kaufmännischer Angestellter. Als Mitbegründer der kommunistischen »Jungen Pioniere« und 1928 ihr Leiter in Hamburg gehörte er von 1931 bis Ende 1932 der Reichsleitung der »Jungen Pioniere« in Berlin an und wurde in das ZK des KJVD kooptiert. Im Dezember 1932 reiste er in die Sowjetunion, arbeitete bis August 1933 im Internationalen Kinderbüro in Moskau und war zugleich deutscher Vertreter in der KJI. Im August 1933 kehrte Mahle zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurück, bis Februar 1936 KJVD-Instrukteur in Sachsen, in Berlin und im Ruhrgebiet. Dann über Prag erneut in der Sowjetunion, begann als Referent bei der KJI und war von Juni 1936 bis September 1937 Seminarleiter an der Internationalen Leninschule. Bis Ende 1941 Redakteur für deutschsprachige Sendungen beim Moskauer Rundfunk, später bis September 1944 stellvertretender Chefredakteur des Senders Freies Deutschland. Mahle wurde in Abwesenheit vom Reichskriegsgericht wegen »Hochverrats« zum Tode verurteilt. Von September 1944 bis April 1945 Kursant eines »speziellen« Lehrgangs an der Parteischule der KPD bei Moskau, kehrte Ende April 1945 mit der Gruppe Ulbricht nach Deutschland zurück. Der sowjetische Stadtkommandant Nikolai Bersarin beauftragte ihn im Mai 1945 mit der Leitung des Berliner Rundfunks, dem er bis August 1946 als Intendant vorstand. Mahle war Mitunterzeichner des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945, wurde in das ZK der KPD kooptiert, ab April 1946 Mitglied des SED-PV, dem er bis zum II. Parteitag 1947 angehörte. Von Mai 1949 an Generalintendant des Deutschen demokratischen Rundfunks. Da er sich beharrlich sträubte, aus dem Westberliner Bezirk Steglitz in den Ostsektor umzuziehen, wurde er am 14. Juli 1951 unter dem Vorwurf, »mit dem Klassenfeind kooperiert zu haben«, abgesetzt. Danach bis August 1952 für die Entwicklung des DDR-Fernsehens in Berlin-Adlershof abgestellt, wurde er dort für »Havarien« verantwortlich gemacht und auf »Bewährung« als Gelegenheitsarbeiter nach Mecklenburg geschickt. Später rückte er in den Vorstand des Konsumvorstandes auf, Anfang November 1954 Chefredakteur der »Schweriner Volkszeitung« und Mitglied der BL Schwerin. Im Februar 1959 zur Leitung der Zeitung »Die Wahrheit«, Organ der erst kurz zuvor geschaffenen Sozialistischen Einheitspartei Westberlin (SEW), nach Berlin beordert. Schritt für Schritt rehabilitiert, gehörte Mahle der SEW-Leitung an, er erhielt 1981 den Karl-Marx-Orden. In den neunziger Jahren war er als PDS-Mitglied aktiv. Hans Mahle starb am 18. Mai 1999 in Berlin. 2003 veröffentlichte Katharina Riege eine Hans-Mahle-Biographie.Peter Erler

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Mahlow, Bruno

* 1.5.1899 – ✝ 3.2.1964

Geboren am 1. Mai 1899 in Göhren/Krs. Crossen, Sohn eines Mittelbauern; lernte Buchdrucker. 1916 Soldat, »wegen Widerstandes gegen Vorgesetzte« zu sieben Jahren Festung verurteilt, 1918 amnestiert. Im März 1918 Mitglied des Buchdruckerverbandes und der Spartakusgruppe. Mahlow war Delegierter des Gründungsparteitages der KPD Ende 1918 in Berlin. Von 1919 bis 1922 Funktionär der Banknotendruckergewerkschaft Berlins, verschwieg die Parteizugehörigkeit und trat erst 1922 offiziell der KPD bei. Nun Mitglied der engeren BL Berlin-Brandenburg. 1925 Anhänger der Ultralinken um Werner Scholem, war deren Vertreter im Berliner Verwaltungsbezirk Kreuzberg. Mitte 1926 trennte er sich von der linken Opposition und wurde Ende 1927 hauptamtlicher Mitarbeiter des ZK (Gewerkschaftsabteilung). Seit 1929 Mitglied der Reichsleitung der RGO, Sekretär und Redakteur des graphischen Blocks (RGO). Im März 1933 emigriert, zog sich Mahlow beim illegalen Grenzübertritt eine schwere Rückenmarkverletzung zu. Ab Ende Juni 1933 in Moskau, war dort nach einem Krankenhausaufenthalt seit Oktober 1933 als Referent im Mitteleuropäischen Büro der Profintern (RGI), dann ab 1934 verantwortlicher Sekretär der Internationalen Kommission der Arbeiter der Polygraphischen Industrie bei der RGI sowie Mitarbeiter der Gewerkschaftsabteilung des EKKI. 1937 wurde Mahlow vom NKWD verhaftet, zu dieser Zeit litt er an einer schweren Infektionskrankheit, war zeitweilig gelähmt, deswegen 1938 aus der Haft entlassen. Am 29.August 1941 mit der Familie nach Astrachan verbannt, im September nach Taschkent, wo er bis Frühjahr 1947 blieb. Mahlow kam im Mai 1947 schwerkrank nach Deutschland zurück und trat der SED bei, keine hauptamtlichen Funktionen, nur engagiert im »Arbeitskreis verdienter Gewerkschaftsveteranen«. Er erhielt 1957 den VVO in Silber. Bruno Mahlow starb am 3.Februar 1964 in Ost-Berlin. Mahlows Sohn Bruno (* 27. 6. 1937) war bis 1989 stellvertretender Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen des ZK der SED.

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Makarow, Wassili Jemeljanowitsch

* 14.2.1903 – ✝ 1.9.1975

Geb. in Moskau; bis 1926 Studium an der Arbeiterfak., bis 1930 am Moskauer Inst. für Industrie u. Ökon.; 1928 Mitgl. der KPdSU; 1933 Aspirant am Moskauer Inst. für Planung u. Industrie; 1933 – 37 Doz. am Inst. für sowj. Genossenschaftshandel; ab 1937 Parteifunktionär; ab 1938 Mitgl. des ZK der KPdSU; ab 1940 stellv. Volkskommissar für Staatskontrolle der UdSSR; nach 1941 Mitgl. versch. Kriegsräte bzw. Chef pol. Abt.; zul. ab 1944 pol. Mitgl. des Kriegsrats der 3. Weißruss. Front; 1944 Gen.-Ltn. 1946 – 47 Mitgl. des Kriegsrats der Gruppe der sowj. Besatzungstruppen in Dtl. bzw. gleichz. der SMAD (Nachf. von  Fjodor J. Bokow); 1946 – 48 zugl. Stellv. des Obersten Chefs der SMAD u. des Oberkommandierenden der Gruppe der sowj. Besatzungstruppen in Dtl. für pol. Angelegenh.; 1948 – 50 stellv. Chef der GlavPURKKA der Sowj. Armee; ab 1950 im Apparat des ZK der KPdSU tätig; 1951 stellv. Staatssicherheitsmin. der UdSSR für Kaderfragen; 1952 stellv. Verteidigungsmin. der UdSSR für pol. Aufgaben; 1962 Ruhestand; Lenin-Orden, zweimal Rotbannerorden; gest. in Moskau.Jan Foitzik

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Malachinski, Paul

* 15.12.1885 – ✝ 26.7.1971

Geboren am 15. Dezember 1885 in Danzig, Sohn eines Stauermeisters; lernte Schlosser. Bis zur Einberufung zum Militär im Jahre 1904 Werftarbeiter in Danzig, 1907 wurde er Mitglied des DMV, 1915 trat er in die SPD ein. 1915 in die Danziger Gewehrfabrik dienstverpflichtet, war dort 1917 Mitorganisator des »Danziger Brotstreiks«. 1918 Mitglied der USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Bis 1921 Werftarbeiter, dann offiziell Angestellter der russischen Handelsgesellschaft (Dura) in Danzig, tatsächlich aber Kurier der KPD-BL Danzig. Zunächst aktiver Anhänger der linken Opposition. Von 1924 bis 1933 hauptamtlich bei der BL Danzig tätig, wurde 1925 als Nachrücker in den Volkstag und die Stadtvertretung Danzigs gewählt, der er bis 1927 angehörte. Von 1933 bis 1937 Akquisiteur bei der »Freiheit« und der »Volksstimme« in Danzig. Im September 1939 verhaftet, saß bis 1941 im KZ Stutthof bei Danzig. Anschließend selbständiger Kaufmann, leistete illegale KPD-Arbeit. 1944 flüchtete er nach Zoppot und hielt sich bis zum Einmarsch der Roten Armee versteckt. 1945 baute Malachinski zunächst KPD-Ortsgruppen in Zoppot, Danzig u.a. auf und wurde anschließend Leiter des ersten Umsiedlerzugs nach Güstrow in Mecklenburg. Bis 1947 war er Bürgermeister in Bellin im Kreis Güstrow, ab 1947 Arbeitsgebietsleiter der SED Güstrow und von 1948 bis 1951 Kreissekretär der VVN. Er erhielt 1966 den VVO in Bronze. Paul Malachinski starb am 26. Juli 1971 in Güstrow.

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Mally, Heribert

* 23.11.1929 – ✝ 24.2.1995

Geb. in Wießen (Krs. Podersam, ČSR / Besno, Tschechien); Vater Dachdecker; OS; 1946 Umsiedl. nach Schönebeck (Elbe); 1946 – 48 Ausbildung zum Dachdecker; 1948 Eintritt in die VP; 1948 – 51 Verkehrsüberwacher, dann Sachbearb. für Kfz-Zulassung in der Abt. Verkehrspolizei (VK) des VP-Präs. Magdeburg; 1949 FDJ; 1951 SED; Absolvent des ersten Lehrgangs an der Zentralschule der VK in Magdeburg; 1951 – 65 Stellv. bzw. Ltr. einer Abt. in der HA VK im MdI; 1959 – 61 Fernstudium an der Ing.-Schule Berlin-Wartenberg, Ing. für Landtechnik; 1965 Stellv., 1967 – 69 Ltr. der HA VK (Nachf. von Heinz Trebstein); 1969 – 71 HS der DVP in Berlin-Kaulsdorf, Dipl. rer. pol.; 1970 bis 1990 Vizepräs. des Allg. Dt. Motorsportverb., zuständig für Fragen der Verkehrssicherheit; 1971 – 90 erneut Ltr. der HA VK im MdI (Nachf. von Alfred Heydel), 1972 – 89 auch Ltr. der Arbeitsgr. Verkehrssicherheit im RGW; 1975 VVO; 1977 Gen.-Major; Febr. 1990 Ruhestand.Fahrschullehrbuch für Unterricht u. Selbststudium. Berlin 1970 (zus. mit J. Pella u. E. Spahn).Helmut Müller-Enbergs

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Mangelsdorf, Werner

* 8.12.1925 – ✝ 1977

Geb. in Schönebeck (Elbe); Vater Bäcker u. Fräser, KPD; Volksschule; 1940 – 42 Dreherlehre; 1943 RAD, Einberufung zur Wehrmacht, Infanterist in Italien u. Frankreich, ab Okt. 1944 zunächst amerikan., dann brit. Kriegsgefangenschaft in Frankreich u. Großbritannien. 1948 Rückkehr nach Schönebeck, Dreher bei der SAG Gerätebau; 1949 VP, Nov. 1950 Entlassung als Oberkommissar; 1949 gescheiterter Versuch, als Polizist im Westen zu arbeiten; erneut Dreher im SAG Gerätebau, 1952 fristlose Entlassung, anschl. Schlosser im VEB Ausrüstung der geolog. Kommission, Werk Gommern; Juni 1952 bis April 1953 für das MfS als GI »Werkzeug« tätig; initiiert am 17.6.1953 einen Demonstrationszug zur Haftanstalt in Gommern, Erstürmung des Gefängnisses, Absetzung des Bürgermstr., M. ist als Nachf. im Gespräch bis zum Einmarsch sowj. Einheiten; 18.6. Flucht nach Potsdam u. Berlin, 30.6. Übertritt nach West-Berlin; ab Juli im dortigen »Komitee 17. Juni« aktiv; ab 19.10. Fahndung des MfS, 3.12.1954 Verhaftung des Bruders (Verurteilung zu fünf Jahren Zuchthaus), im Auftrag des MfS Kontaktaufnahme durch die Verlobte des Bruders, 20.12. erneute Verpflichtung zur Mitarb. für das MfS (»Erwin Stern«), M. gab selbst an, für französ. Dienste tätig gewesen zu sein u. in deren Auftrag erneut Kontakt mit dem MfS aufgenommen zu haben; 16.1.1954 Verhaftung durch das MfS in Ost-Berlin; 10. – 14.6.1954 angeklagt im Schauprozeß am OG gegen fünf »Drahtzieher u. Hintermänner« des Volksaufstands, Verurteilung zu 15 Jahren Zuchthaus; 1964 Entlassung; gest. in West-Berlin an den gesundheitl. Folgen der Haft.Eisenfeld, B. et. al.: Die verdrängte Revolution. Bremen 2004; Kowalczuk, I.-S.: 17. Juni 1953 – Volksaufstand in der DDR. Bremen 2003.Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mannbar, Artur

* 18.7.1913 – ✝ 30.12.2002

Geboren am 18. Juli 1913 in Landweiler/Saar, Sohn eines Bergarbeiters. Nach dem Gymnasium kaufmännische Lehre, Angestellter. Von 1931 bis 1935 Expedient, Redaktionsvolontär bzw. Redakteur der »Arbeiterzeitung«, dem Organ der KPD in Saarbrücken. 1934 Eintritt in die KPD, für die er ab 1935 illegal als Instrukteur in Paris, Moskau und Kopenhagen arbeitete. Von 1935 bis 1937 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Zuletzt Instrukteur der AL Nord unter Heinrich Wiatrek, er unternahm mehrmals illegale Reisen nach Hamburg. Im Mai 1940 in Dänemark verhaftet, im Juni an die Gestapo ausgeliefert und am 3. September 1942 vom VGH zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. 1945 aus dem Zuchthaus Brandenburg-Görden befreit, war Mannbar bis 1949 Leiter der Hauptabteilung Nachrichten und Kommentator beim Berliner Rundfunk. Ab 1946 Mitglied der SED, wurde er nach einer Untersuchung 1947 wegen seines »Verhaltens in der Gestapo-Untersuchungshaft« ausgeschlossen. Im Mai 1949 nach Leipzig zum MDR versetzt, von 1953 bis 1955 Redakteur des ADN-Büros in Leipzig. 1956 Wiederaufnahme in die SED, bis 1978 Chef vom Dienst, später Chefredakteur des ADN in Ost-Berlin. 1974 erhielt er den VVO in Gold. Er war 1975 gemeinsam mit Max Frenzel Mitherausgeber des Buches »Gesprengte Fesseln« über den antifaschistischen Widerstandskampf im Zuchthaus Brandenburg. Darin blieb nicht nur ihr Mithäftling Robert Havemann unerwähnt, sondern die Geschichte der inhaftierten Kommunisten im Zuchthaus Brandenburg wurde insgesamt verfälscht. Deswegen veröffentlichte acht Jahre später ihr Brandenburger Mithäftling Walter Uhlmann unter dem Titel: »Leben um zu sterben« in Köln eine Sammlung von Erinnerungsberichten. Artur Mannbar starb am 30. Dezember 2002 in Berlin.

Wer war wer in DDR

Maaß, Wilfried

* 22.9.1931 – ✝ 23.12.2005

Geb. in Seidenberg (Oberlausitz); Vater Lehrer; Volks- u. Oberschule; 1948 SED; 1950 Walzwerker im VEB Stahl- u. Walzwerk Hennigsdorf; 1951 – 55 Ass. u. Lehrer an den KPS der SED in Beeskow u. Wandlitz; 1955 – 57 Instrukteur der SED-BL Frankfurt (Oder); 1957 – 62 Studium u. Aspirantur am IfG, Prom. zum Dr. phil. mit einer Arbeit zum Thema »Über das Wesen des soz. Humanismus«; 1962 – 66 Sekr. für Wiss., Volksbildung u. Kultur bzw. Ltr. der Ideolog. Kommission der SED-BL Frankfurt (Oder); 1966 – 84 Stellv. des Ministers für Kultur, 1966 amt. Ltr. der HV Film (Nachf. von  Günter Witt); 1968 – 72 sowie 1984 – 90 Mitgl. des Präsidialrats des KB, 1984 – 90 Bundessekr. u. Stellv. des Ersten Bundessekretärs des KB. Ab Okt. 1990 arbeitslos, Bezug von Altersübergangsgeld; ab Okt. 1993 Altersrentner; bis 2002 Mitgl. des PDS-Ortsvorst. in Zeuthen; gest. in Zeuthen.Andreas Herbst

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Machts, Horst

* 25.2.1932

Geb. in Gera; Vater Former; Volksschule; 1946 – 50 Lehre u. Arbeit als Feinblechner in Gera; 1950 FDJ-Betriebssekr.; dann Abt.-Ltr. in der FDJ-KL Gera; 1951 SED; 1952 1. Sekr. der FDJ-KL Eisenberg; 1956/57 Besuch der Komsomol-HS in Moskau; 1957 1. Sekr. der FDJ-KL Gera-Land; 1959 1. Sekr. der FDJ-BL Gera; 1964 Sonderbevollm. beim ZR der FDJ; 1965 Einstellung beim MfS, HVA-Abt. III (legal abgedeckte Residenturen); 1973 stellv. Abt.-Ltr.; 1979 Oberst; 1980 1. stellv. Abt.-Ltr., 1983 Abt.-Ltr.; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

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Mäde, Alfred

* 16.6.1910 – ✝ 2.10.1988

Geb. in Borsdorf (Krs. Leipzig); Vater Lokführer; Abitur; Studium der Geophysik in Leipzig u. München; 1934 Prom. zum Dr. phil. in Leipzig; 1934 – 41 Agrarmeteorolog. Forschungsstelle des Wetterdienstes; 1941 – 45 Arbeit im Klima- u. meteorolog. Beratungsdienst. Nach 1945 Aufbau des Landeswetterdienstes in Schkeuditz (Sachsen-Anh.); Dir. der Landeswetterwarte; 1946 LDPD; 1950 – 70 Ltr. der agrarmeteorolog. Forschung des Meteorolog. Dienstes; 1958 – 62 Dekan der Landw. Fak.; 1963 – 65 Rektor der MLU Halle (Nachf. von  Gerhard Bondi); später Lehrstuhlltr. für Agrarmeteorol. an der Sekt. Pflanzenprod. der MLU; bis 1975 Dir. des Agrarmeteorolog. Inst. der MLU; 1962 – 82 Präs. der Meteorolog. Ges.Der Beitrag zur Symmetrieerscheinung von Luftdruckgängen des Winters 1928/29. Berlin 1935; Widerstandselektr. Temperaturmessungen in einem Topinamburbestand. Berlin 1936; Methodolog. Voruntersuchungen für eine Agrarklimatologie in der DDR. Berlin 1958. A. M. Beiträge zur angewandten Meterologie. Berlin 1970.Helmut Müller-Enbergs

dissidenten.eu

Madisson, Tiit

* 1950

Aktivist der Nationalbewegung, Mitgründer der Gruppe zur Bekanntmachung des *Hitler-Stalin-Pakts in der Öffentlichkeit; Autor und Verbreiter des Samisdat, politischer Häftling, Korrespondent von *Radio Freies Europa; Pseudonym: „Silber Ronk“.Madisson wurde 1950 in Tallinn (Reval) als Sohn eines Parteifunktionärs geboren. Sein Vater war II. Sekretär des ZK der Kommunistischen Partei Estlands und hatte die Aufsicht über die Miliz. Nach Verweis von der Höheren Schule absolvierte er das Abendgymnasium in Rakvere im Norden Estlands. In den 70er Jahren arbeitete er als Fahrer und Bauarbeiter und war in Fischverarbeitungsbetrieben in Rakvere, Viljandi, Kuressaare und Pärnu (Pernau) beschäftigt. Nach der Proklamation des *Baltischen Appells im August 1979 gründete Madisson zusammen mit einigen anderen Personen in Kuressaare eine politische Organisation unter dem Namen „Komitee zur Verbreitung des Baltischen Appells“. Die Mitglieder der Gruppe unterzeichneten und verbreiteten den in der „Stimme Amerikas“ gesendeten Text des Appells. Anfang 1980 knüpfte Madisson zu Aktivisten der Widerstandsbewegung Mart-Olav Niklus, Jüri Kukk, Enn Tarto, Lagle Parek und Viktor Niitsoo Kontakte. Er sammelte Informationen für das Untergrundbulletin *„Lisandusi mõtete ja uudiste vabale levikule Eestis“ (Beitrag zum freien Ideen- und Informationsaustausch in Estland) und kümmerte sich um dessen Verbreitung. Er verfasste die *Petition gegen den Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan vom 17. Januar 1989, Briefe zur Verteidigung von Jüri Kukk am 2. April 1980 sowie zusammen mit Janus Kuldkepp erneut am 9. Mai, sowie zur Verteidigung von Mart-Olav Niklus im Mai 1980. Unter dem Einfluss der Anerkennung der *Solidarność in Polen im August 1980 versuchte er, in Pärnu eine freie Gewerkschaft zu organisieren, woraufhin er am 20. Oktober 1980 zusammen mit Veljo Kalep verhaftet wurde. Am 14. Mai 1981 verurteilte ihn das Oberste Gericht der Estnischen SSR nach Artikel 68, Paragraf 1 Strafgesetzbuch der ESSR (siehe *Artikel 70 Strafgesetzbuch der RSFSR) zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren sowie zu zwei Jahren Verbannung. Seine Strafe musste er in den *Permer Lagern verbüßen. Dort beteiligte er sich an Widerstandsaktionen von politischen Häftlingen und unterschrieb gemeinschaftliche Protestbriefe. Am 23. August 1981 schickte er zusammen mit Viktor Niitsoo eine Erklärung zur Unterstützung des *Baltischen Appells an die Sowjetregierung. Dies hatte zur Folge, dass er mehrfach in eine Strafzelle verlegt wurde. Zudem wurde ihm verboten, seine Angehörigen zu sehen, Pakete zu empfangen und Lebensmittel zu kaufen. Von November 1984 bis Juni 1986 befand er sich im Dorf Syrjanka in der Jakutischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik in Verbannung. Nach seiner Freilassung lebte er in Pärnu und betätigte sich weiter in der estnischen Nationalbewegung. Im April 1987 wurde er zum Vorsitzenden der Estnischen Gesellschaft für Denkmalschutz des Bezirks Pärnu gewählt. Er war Mitgründer der Gruppe zur Bekanntmachung des *Hitler-Stalin-Pakts in der Öffentlichkeit und Herausgeber der ersten Nummer ihres Informationsbulletins. Gemeinsam mit anderen organisierte er am 23. August 1987 die *Kundgebung im Hirve-Park. Er unterhielt enge Kontakte zur litauischen katholischen Bewegung und zu lettischen Dissidenten in Riga.Im September 1987 emigrierte er nach Schweden, wo er journalistisch tätig war. 1988–90 war er Korrespondent von *Radio Freies Europa und gab westlichen Medien Dutzende Interviews zur Situation in Estland. Er wurde Vizevorsitzender des Stockholmer Hilfszentrums für Estnische Politische Häftlinge und estnischer Vertreter in der Pariser Organisation „Demokratie und Unabhängigkeit“. 1988–93 war er Mitglied der Estnischen Nationalen Partei der Unabhängigkeit. Er leitete ihre Strukturen in Schweden, und man wählte ihn mehrmals in die Parteiführung. Außerdem war er Redakteur der zentralen Parteizeitung „Võitleja“ (Kämpfer). Im Februar 1990 kehrte Madisson nach Estland zurück. Er wurde in den *Kongress Estlands entsandt und war 1990–92 Mitglied des *Estnischen Komitees. Außerdem stand er der Kommission zur Liquidierung des KGB beim *Estnischen Komitee vor und gehörte der Kommission zur Bekämpfung von Korruption an. 1992–93 war er im Innenministerium als Berater tätig. Danach wechselte er in die Wirtschaft. Im März 1994 gründete er den Zentralverband der Estnischen Nationalisten, dessen Programm die Ideologie der Vorkriegsbewegung des „Estnischen Bundes der Freiheitskämpfer“ (Eesti Vabadussõjalaste Liit, EVL) aufgriff. Diese rechtsradikale Bewegung hatte sich in der Zwischenkriegszeit für einen Führerstaat und gegen die parlamentarische Demokratie eingesetzt. Bei den Wahlen im März 1995 gelang es den Estnischen Nationalisten aber nicht, in das Parlament einzuziehen. Im Mai 1996 wurde Madisson unter dem Vorwurf eines Staatsstreichversuchs verhaftet und wegen Staatsverrats zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Am 14. November 1997 wurde er kraft eines Parlamentsdekrets vorzeitig entlassen. Madisson versuchte, im März 1999 in die Politik zurückzukehren, und bewarb sich um ein Abgeordnetenmandat,doch sein Versuch blieb erfolglos. Er veröffentlichte das Buch „Vastasseis“ (Widerstand) und seine Erinnerungen „Riigipööraja märrkmik“ (Notizen eines Verschwörers). Seit 2010 lebt er mit seiner Frau in Spanien.Viktor Niitsoo Aus dem Polnischen von Beata Kosmala Letzte Aktualisierung: 07/15

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Magirius, Friedrich

* 26.6.1930

Geb. in Dresden; Studium der Theol. in Berlin (West) u. an der EMAU Greifswald; Krankenpfleger in Dresden-Friedrichstadt; dann Vikariat bei der Inneren Mission u. in Löbau; 1955 Hilfsgeistl. u. Pfarrer am Diakonenhaus in Moritzburg; 1956 Ordination; ab 1958 Pfarrer in Einsiedel (b. Karl-Marx-Stadt); 1974 Pfarrer an der Kreuzkirche in Dresden; dann freigestellt als Ltr. der Aktion Sühnezeichen in der DDR; ab 1982 Superintendent von Leipzig-Ost u. Pfarrer an der St. Nikolaikirche; im Frühjahr 1989 in innerkirchl. Auseinandersetzungen um die wöchentl. Leipziger Friedensgebete an der St. Nikolaikirche verwickelt, dabei um die Entschärfung des pol. Konflikts bemüht; 1989/90 Moderator des Runden Tisches Leipzig; Juli 1990 Stadtpräs. in Leipzig. 1990 Gustav-Heinemann-Preis; 1994 von Bündnis 90 / Die Grünen nominierter Kand. für das Amt des Leipziger OB; 1995 Ruhestand; 2005 Ehrenbürger der Stadt Krakau (Polen), Ehrenmed. der Stadt Leipzig.Von Leipzig nach Dtl. Leipzig 1991; Leipzig im Oktober. Berlin 1994; Leipziger Bürgerporträts. Leipzig 1995.Ehrhart Neubert

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Mahler, Christian

* 12.11.1905 – ✝ 30.5.1966

Geb. in Hamburg; Vater Werftarb., Mutter Arbeiterin; Volkschule u. Schiffbauerlehre in Hamburg; 1924 KPD u. RFB; Agitprop.-Ltr. im Stadtteil Elmsbüttel; Polit.-Ltr. im RFB Hamburg, Mitarb. des M-Apparats der BL Wasserkante; Aug. 1933 Verhaftung u. Verurteilung »wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch u. Vergehen gegen das Schußwaffengesetz« zu fünf Jahren Zuchthaus; nach Strafverbüßung im Okt. 1938 bis 1943 inhaftiert im KZ Sachsenhausen, anschl. im Zweiglager Falkensee (b. Berlin), Apr. 1945 Befreiung. Mai 1945 Eintritt in die VP in Mecklenburg, VP-Insp.; 1949 HS der VP in Berlin; 1950 – 53 Ltr. der Schutzpolizei im Land Mecklenb.; Nov. 1953 Entlassung aus der VP weg. »Westkontakten« seiner Lebensgefährtin (einer jüd. Überlebenden des KZ Ravensbrück, deren Eltern in Hamburg wohnten); Dez. 1953 – Febr. 1955 2. Sekr. der SED-BPO der Elbewerft Boizenburg; ab März 1955 SED-BPO-Sekr. im VEB Klement-Gottwald-Werk in Schwerin; 1959 / 60 Ltr. der Abt. Inneres im Rat des Bez. Schwerin; 1959 Verdienstmed. der DDR; 1960 – 66 erster Dir. der Nat. Mahn- u. Gedenkstätte Sachsenhausen; 1965 VVO; gest. in Oranienburg.Die internat. Solidarität im ehem. faschist. Konzentrationslager Sachsenhausen. In: Jahnke, K. H., Lamprecht, W.: Wenn wir gemeinsam kämpfen, sind wir unüberwindlich. Berlin 1962. Hrdlicka, M. R.: Alltag im KZ. Das Lager Sachsenhausen bei Berlin. Opladen 1991.Bernd-Rainer Barth

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Mahlsdorf, Charlotte von

* 18.03.1928 – ✝ 30.04.2002

Schulbesuch in Berlin; ab 1945 Arbeit als Haushaltshilfe u. bei Haushaltsauflösungen; 1946 – 48 museale Ausstellung von Möbeln u. Haushaltsgegenständen im Schloß Berlin-Friedrichsfelde, Bewahrung des Schlosses vor dem Abriß durch Bewohnen u. Instandsetzen; 1948 Bemühungen um die Erhaltung des Schlosses Dahlwitz; 1949 Dolmetscherexamen; 1949 – 53 Ausbildung als Museumskonservator am Märk. Museum; 1953 – 71 freiberufl. Tätigkeit als Konservator; ab 1959 Bemühungen um den Erhalt des abrißbedrohten Gutshauses in Mahlsdorf, 1960 Umwandlung in ein priv. Gründerzeitmuseum, das gegen alle behördl. Behinderungen zu einer der bedeutendsten Historismus-Sammlungen Europas wurde; 1971 – 76 vom MfS als IM »Park« erf.; 1974 Verschenkaktion von Teilen der Sammlung an Museumsbesucher, um der drohenden Enteignung durch den Staat zuvorzukommen, Rettung des Restbestands durch die Schauspielerin Annekathrin Bürger u. den Rechtsanwalt Friedrich K. Kaul; Nutzung der Museumsräume für Treffen schwuler u. lesbischer Gruppen; allmähl. Wiederaufbau der Sammlung in den 80er Jahren, nach 1989 Ausbau zu einem vielbesuchten Museum. 1992 Bundesverdienstkreuz am Bande; 1997 Übersiedl. nach Schweden nach Verkauf des Museums an die Stadt Berlin; Fortführung durch einen Förderverein; Aufbau eines neuen Jahrhundertwende-Museums in der Villa Hamilton zu Porla (Schweden), gest. während eines Besuchs in Berlin, dort beigesetzt; 2003 Überstellung der schwed. Samml. als Leihgabe an das Gründerzeit-Museum Berlin-Mahlsdorf, wo sie seit 2004 der Öffentlichkeit zugänglich ist.Ich bin meine eigene Frau. St. Gallen, Berlin, São Paulo 1992 (im gleichen Jahr verfilmt von Rosa von Praunheim); Ab durch die Mitte. Ein Spaziergang durch Berlin. München 1997. Brang, G: Ch. v. M. – Berliner Köpfe. Berlin 2004; Wright, D.: I am my own wife (Broadway-Musical 2003); Süß, P.: Nichts darf sinnlos enden! Über Charlotte von Mahlsdorf und das Theaterstück »Ich bin meine eigene Frau«. Berlin 2006.Christoph Links

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Makosch, Ulrich

* 17.3.1933 – ✝ 16.5.2008

Geb. in Wittenberge; Vater Arbeiter; OS, Abitur; 1952 – 55 Studium an der Fak. für Journalistik der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1952 – 90 VDJ; 1955/56 Red. am Landessender Schwerin; 1956 – 64 Red. u. Reisekorrespondent in der HA Außenpol. des Staatl. Komitees für Rundfunk; 1963 SED; 1963 – 71 Mitgl. im Königl. Schriftst.-Verb. Kambodschas; 1965 – 71 Korrespondent für Rundfunk u. Fernsehen der DDR in Asien (Djakarta u. Singapur); er berichtete 1965 vom Putsch in Indonesien und später vom Vietnam-Krieg; veröff. zahlr. Bücher; 1972 – 75 stellv. Chefred. für Reportagen u. Dokumentation beim DFF; 1975 – 90 stellv. Chefred. der Aktuellen Kamera; 1976 – 89 Mitgl. der SED-BL Berlin; 1978 – 90 Präs. der Freundschaftsges. DDR – Mosambik; seit den 1950er Jahren als GI, ab 1969 als IMB »Primus« des MfS erf.; 1990 Vorruhestand. 1990 – 91 Korresp. der amerik. Fernsehges. CNN; ehrenamtl. Mitarb. in der Ges. für Bürgerrechte u. Menschenwürde; lebte in Schöneiche (b. Berlin); gest. in Berlin.Heute in Japan – Aufgezeichnet zwischen Tokio u. Hiroschima. Leipzig 1959; Zwischen Fudschijama u. Himalaja. Leipzig 1962; Paradies im Ozean. Leipzig 1966; Salaam fatima! Frauen der erwachsenen Welt. Leipzig 1972; Jahre in Asien. Leipzig 1970; Das Mädchen vom Sambesi. Leipzig 1975; Das Gebet in der Zitadelle. Reisen auf den Philippinen. Leipzig 1978; Hanoi, Manila, Pjöngjang. Auf Freundschaftsbesuch in Asien. Dresden 1978. Stoll, U.: Einmal Freiheit u. zurück. Berlin 2009.Bernd-Rainer Barth

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Maleuda, Günther

* 20.1.1931 – ✝ 18.7.2012

Geb. in Altbeelitz (Krs. Friedeberg, Ostbrandenb. / Staro Bielice, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule. 1945 – 47 Landarb. in poln. Gutsbetrieb; 1947 Zwangsumsiedl. der Familie nach Thür.; Landarb.; ab 1949 in einem VEG; Besuch von Landw.-Schulen; 1950 DBD; 1950 – 52 FS für Landw. Weimar, staatl. gepr. Landwirt; 1952 – 55 Studium an der DASR Potsdam, Dipl.-Wirtsch.; 1955 – 57 Abt.-Ltr. beim DBD-Bez.-Vorst. Potsdam; 1957 – 67 stellv. Vors. des Rats des Krs. für Landw. bzw. stellv. Vors. des Krs.-Landw.-Rats Königs Wusterhausen; 1958 – 67 Abg. des Krs.-Tags Königs Wusterhausen; 1965 – 67 Aspirantur an der HU Berlin; Prom. zum Dr. agr. mit einer Diss. zur stufenweisen Vergesellschaftung der Prod. in LPG Typ I; 1967 – 75 stellv. Vors. des Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft des Bez. Potsdam; 1975/76 Sektorenltr. beim Rat des Bez.; 1967 – 76 Abg. des Bez.-Tags u. Mitgl. des Bez.-Vorst. der DBD; 1976 – 82 Vors. des Bez.-Vorst. Halle der DBD; 1972 Kand., 1977 Mitgl. des PV u. seines Präs.; 1982 Sekr., 1984 stellv. Vors., ab 27.3.1987 Vors. der DBD (Nachf. von  Ernst Mecklenburg); 1977 – 82 Mitgl. des Bez.-Aussch. Halle der NF; 1981 – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer; 1986 stellv. Vors. der Interparl. Gruppe; ab 1986 Mitgl. des Präs. der Volkskammer; 1981 – 86 Mitgl. des Aussch. für Volksbildung; seit 1986 Mitgl. des Aussch. für Ausw. Angelegenh.; ab Juni 1987 stellv. Vors. des Staatsrats (Nachf. von  Ernst Mecklenburg); Mitgl. des NR der NF; 1986 VVO; 13.11.1989 – März 1990 Präs. der Volkskammer (Nachf. von  Horst Sindermann); Mitinitiator des Zentr. Runden Tisches, setzte sich für den gewaltfreien Übergang zum System der parl. Repräsentativdemokratie in der DDR ein; April – Juli 1990 Vors. der Fraktion DBD/DFD, dann fraktionslos; zum 30.6.1990 Rücktritt als Parteivors.; beteiligte sich nicht an der Fusion DBD-CDU. 1992 Mitunterz. des Appells zur Gründung von Komitees für Gerechtigkeit; Mitgl. des Vorst. der Alternativen Enquete-Kommission »Dt. Zeitgeschichte« bzw. Mitarb. des Alternativen Geschichtsforums Berlin; 1994 parteiloser Spitzenkand. auf der Offenen Liste der PDS in Mecklenb.-Vorpom. für die Bundestagswahl; 1994 – 98 Abg. des Dt. Bundestags; Jan. 2000 Berater der von Bundespräs. Johannes Rau eingesetzten Kommission Parteienfinanzierung; gestorben am 18. Juli 2012 in Bernau bei Berlin.Zu den Aufgaben u. Problemen der LPG des Typs I im Krs. Königs Wusterhausen. Berlin. 1967. Blockflöten, oder was? Zur Ge¬schichte der DBD 1948 – 90. Berlin 1997.Siegfried Kuntsche / Helmut Müller-Enbergs

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Malter, Frieda (Friedel)

* 1.11.1902 – ✝ 5.12.2001

Geb. in Breslau (Schles. / Wrocław, Polen); Vater Schriftsetzer; Volksschule; 1917 – 23 u. 1927 – 30 Weberin u. Hausangest.; 1925 in Wüstegiersdorf (Schles.) tätig; 1925 – 29 Dt. Textilarbeiterverb., ausgeschl.; 1927 – 30 Betriebsrat; 1926 Mitgl. der KPD u. der BL Schles., dort für Frauenfragen zuständig; 1926 – 30 Abg. des Provinziallandtags Schles. in Waldenburg u. 1931 – 33 des Preuß. Landtags; 1929 RGO; Juni 1933 wegen illeg. pol. Tätigkeit u. »Vorber. zum Hochverrat« verhaftet u. am 15.8.1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, 1933 – 38 Zuchthaus in Jauer, Mohringen (Solling) u. Lichtenburg; 1938 – 44 Arbeiterin; Abendschule; 1944 Kontoristin in Breslau; Aug. 1944 – Ende April 1945 Schreiberin des SS-Kommandanten im KZ Ravensbrück u. in Außenkdo. des KZ Sachsenhausen für Rüstungsbetriebe; 4.5.1945 vom Todesmarsch in der Prignitz geflohen. Mai – Okt. 1945 Ltr. des Ernährungsamtes Wittenberge; Mitbegr. der KPD in Wittenberge; 1946 SED; FDGB; Okt. 1945 – Febr. 1946 Abt.-Ltr. für Frauen im ZK der KPD; 1945 Zentr. Frauenaussch. Berlin; Febr. 1946 –Dez. 1989 Mitgl. des FDGB-BV, 1946 – 50 des geschäftsf. Vorst. u. 1949 – 54 des Sekr.; 1947 Mitbegr. des DFD; 1948 – 55 Mitgl. des DFD-BV u. seines Präs.; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats u. seines Präs.; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 56 Staatssekr. im Min. für Arbeit u. Berufsbildung u. dort stellv. Min.; 1956 aus gesundheitl. Gründen alle Funktionen niedergelegt; 1947 – 90 Mitgl. der VVN; Nov. 1952 Heirat mit  Fritz Apelt; ab 1953 Mitgl. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer u. seiner ZL; 1949 – 90 Mitgl. des NR der NF; 1959 – 90 Vors. des DDR-Komitees für Menschenrechte; 1967 VVO; 1977 KMO; gest. in Berlin-Friedrichshagen.Barnstedt, K.: Eine polit. Biogr. Diplomarbeit 2002.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

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Mangold, Ernst

* 5.2.1879 – ✝ 10.7.1961

Geb. in Berlin; Vater Gymnasialprof.; Gymnasium; 1897 – 1903 Studium der Med. u. Naturwiss. an den Univ. Gießen, Jena u. Leipzig; ärztl. Approbation u. Prom. zum Dr. med. mit einer Diss. über die postmortale Erregbarkeit der Muskeln; nach Assistenzzeit am Physiolog. Inst. der Univ. Jena 1905 Prom. zum Dr. phil. zool. bei Ernst Haeckel; 1906 Habil.; 1906 – 12 Privatdoz. an den Univ. Jena, Greifswald u. Freiburg; 1912 – 23 a. o. Prof. an der Univ. Freiburg, unterbrochen durch Kriegsdienst; 1923 – 35 ord. Prof. u. Dir. des Inst. für Tierphysiol. der Landw. HS Berlin; 1927 Mitgl. der Leopoldina; 1931 – 33 Rektor der Landw. HS Berlin; 1935 – 45 ord. Prof. u. Dir. des Inst. für Tierernährung der Landw.-Gärtner. Fak. der Univ. Berlin; ab 1942 nebenamtl. Oberstabsarzt. Jan. 1946 bestätigt als ord. Prof. mit Lehrstuhl für Ernährungsphysiol. der Haustiere, Dir. des Inst. für Tierernährungslehre u. stellv. Dir. des Inst. für Veterinärphysiol. der HU Berlin; 1949 Ord. Mitgl. der DAW; 1950 NP; 1950 u. 1954 Dr. h. c. der HU Berlin; 1951 Ord. Mitgl. der DAL; 1952 Dr. h. c. der MLU Halle. E. M. gilt als Nestor der Tierernährungslehre u. Ernährungsphysiol. der Haustiere; zahlr. Preise u. Ehrenmitgl. in wiss. Ges.; ab 1950 Hrsg. der Ztschr. »Archiv für Tierernährung«; mehr als 500 Publ. zur allg. u. vergleichenden Organphysiol., insbes. zur Physiol. der Ernährungsfunktionen landw. Nutztiere u. zur biolog. Wertigkeit u. Verdaulichkeit von Futtermitteln.Die Verdauung bei den Nutztieren. Berlin 1950; Das Eiweiß in der Geflügelernährung. Berlin 1951. Chronik des Inst. für Tierernährungslehre der HU Berlin. Berlin 1954 (mit Bibl.); Fs. für E. M. Berlin 1954.Siegfried Kuntsche

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Männchen, Horst

* 3.6.1935 – ✝ 12.1.2008

Geb. in Berggießhübel (Krs. Pirna); Vater Eisenformer, Mutter Chemielaborantin; 1953 Abitur u. Einstellung beim MfS, Abt. V (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund) der BV Dresden; 1953/54 Besuch eines Funkerlehrgangs des MfS; 1954 Versetzung zur HA S (Funk) des MfS Berlin; 1954 SED; 1960 – 65 Fernstudium an der Ing.-Schule Berlin-Lichtenberg u. in Mittweida, Ing. für Hochfrequenztechnik; 1961 entlassen aus disziplinar. Gründen, bis 1963 jedoch inoffiz. Arbeit für das MfS; 1963 erneute Einstellung, Abt. VIII (Funkaufklärung) der HV A des MfS Berlin; 1965 Versetzung zum Büro der Ltg. II (Unterstützung DKP/SEW); 1966 – 68 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1966 Operativstab beim 1. Stellv. des Min.; 1971 Ltr. des Bereichs III (Funkaufklärung) beim 1. Stellv. des Min. (später Abt. bzw. HA III); 1974 Prom. zum Dr. jur. an der JHS; 1979 Gen.-Major; Dez. 1989 von seiner Funktion entbunden; Jan. 1990 Entlassung; Rentner; gest. in Berlin.Grimmer, R. u. a. (Hrsg.): Die Sicherheit. Berlin 2002 (Mitautor).Jens Gieseke

Wer war wer in DDR

Maaßen, Hans

* 26.12.1908 – ✝ 23.6.1983

Geb. in Lübeck; Vater Zimmerergeselle; Berufsausbildung als Steinmetz u. Steinbildhauer; KJVD; 1928 KPD; 1931 Ltr. der RGO des Steinarbeiterverb. Kiel; erste journalist. Arbeiten als Red. der Kieler kommunist. »Norddt. Ztg.«; 1933 illeg. pol. Arbeit, verhaftet u. ca. ein Jahr lang im KZ Kieslau (Baden) inhaftiert; 1935 Emigr. nach Frankreich, später in die Schweiz; ab Nov. 1936 Angeh. der Internat. Brigaden im span. Bürgerkrieg; ab 1937 Sprecher des Dt. Freiheitssenders 29,8 (mit  Gerhart Eisler u.  Kurt Hager); Red. der dt.-spr. Ztg. der Internat. Brigaden »El Voluntario de la Libertad«; Gefangennahme durch Franco-Truppen in Madrid, 1946 Freilassung aufgrund internat. Interventionen. Juni 1946 Rückkehr nach Dtl.; 1946 – 49 Kommentator beim Mitteldt. Rundfunk Leipzig, wegen »linker Abweichungen« entlassen; freischaffender Schriftsteller; 1953 – 66 Chefred. der Ztschr. »Volkskunst«, Leipzig; 1957 Heinrich-Mann-Preis; 1957 – 61 als GI »Jakob Maurer« beim MfS erf., 1961 Einstellung des IM-Vorgangs u. Fortsetzung als offener Kontakt; 1958 – 68 Bez.-Vors. des SV Leipzig; 1960 Kunstpreis der Stadt Leipzig; 1968 – 71 stellv. Chefred. der KB-Ztg. »Sonntag«; zugl. tätig als Schriftst.; ab 1971 freischaffender Schriftst. in Mahlow (b. Berlin); 1979 VVO u. Kunstpreis des FDGB; gest. in Mahlow.Lieder u. Gedichte des Widerstandskampfes. Berlin 1953 (Hrsg.); Die Messe des Barcelo. Roman. Halle 1956; Die Söhne des Tschapajew. Roman. Berlin 1960; ... in der Stunde der Gefahr. Erinnerungen um Hans Beimler. Berlin 1971; Vom Heuberg weht ein scharfer Wind. Berlin 1979. Lehmstedt, M. (Hrsg.): Der Fall Hans Mayer. Leipzig 2007.Anette Leo / Bernd-Rainer Barth

dissidenten.eu

Macierewicz, Antoni

* 1948

Historiker; ab 1976 Mitglied im Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (*KOR), danach im Komitee für Gesellschaftliche Selbstverteidigung „KOR“ (*KSS „KOR“), ab 1977 Redakteur der unabhängigen Zeitschrift *„Głos“, ab 1980 Leiter des Zentrums für Gesellschaftsforschung der masowischen *Solidarność; Pseudonyme: „Marcin Ankwicz“, „Marian Korybut“, „Scriptor“; nach 1989 in höchsten Regierungsämtern und seit 2015 Verteidigungsminister Polens.Antoni Macierewicz wurde 1948 in Warschau geboren. Sein Großvater Adam Macierewicz war zur Zeit der Teilungen Polens Mitglied der konspirativen „Nationalen Liga“ zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit, sein Vater Zdzisław war Wissenschaftler und nach 1945 Untergrundaktivist der christdemokratischen Partei der Arbeit (Stronnictwo Pracy). Er wurde 1949 von Funktionären der kommunistischen Staatsicherheit ermordet. Als Schüler des XVII. Allgemeinbildenden Andrzej-Frycz-Modrzewski-Gymnasiums in Warschau weigerte sich Antoni Macierewicz, während eines Schulappells den „Hirtenbrief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder“ zu verurteilen, der den Deutschen die Hand der Versöhnung gereicht hatte. Er wurde dafür der Schule verwiesen. 1966–71 studierte er Geschichte an der Warschauer Universität. Als Student betreute er 1967 die „Schwarze Eins“ genannte I. Warschauer Pfadfindergruppe „Romuald Traugutt“, die den Vorkriegsprinzipien der Pfadfinderbewegung treu blieb und sich gegen das Erziehungsmodell des kommunistischen Polnischen Pfadfinderverbandes stellte. Mit einer Gruppe von Freunden (Marek Barański, Janusz Kijowski, Wojciech Onyszkiewicz) gründete er im Sommer 1969 die „Gruppe der Vagabunden“, in dem ältere Pfadfinder unabhängige Treffen und Diskussionen organisierten. 1967 gründete er die konspirative studentische Liga für Unabhängigkeit (Liga Niepodległościowa), aus deren Reihen sich später im *März 1968 das an den Studentenprotesten beteiligte Studentenkomitee (Komitet Studencki) an der Historischen Fakultät der Warschauer Universität bildete. Anfang 1968 sammelte Macierewicz Unterschriften gegen die Absetzung des von Kazimierz Dejmek inszenierten Mickiewicz-Stücks „Totenfeier“ (Dziady) am Warschauer Nationaltheater. Er nahm an den Protesten im *März 1968 teil (am Besetzungsstreik der Warschauer Universität), wurde am 26. März verhaftet und saß vier Monate im Gefängnis, in dem er mit Jakub Karpiński die Zelle teilte. Im *Dezember 1970 organisierte er zusammen mit Janusz Kijowski an der Warschauer Universität eine Blutspendenaktion für die bei der Niederschlagung der Streiks an der Küste Verletzten und verteilte regimekritische Flugblätter. 1972/73 unterrichtete er unter anderem an einem der Warschauer Gymnasium Geschichte;1974–76 hielt er historische Lehrveranstaltungen am Lehrstuhl für Hispanistik der Warschauer Universität. Zusammen mit der Pfadfindergruppe der „Vagabunden“ sammelte er im Dezember 1975 Unterschriften für einen Brief, der von 218 Personen in Warschau und Łódź unterschrieben wurde und gegen geplante Verfassungsänderungen protestierte. Anschließend war er einer der Initiatoren eines Briefes zur Verteidigung der beiden Studenten Stanisław Kruszyński von der Katholischen Universität Lublin, der für die „Verleumdung der Volksrepublik“ in Privatbriefen an die Familie verurteilt worden war, und Jacek Smykała, der von der Medizinischen Akademie Pommern wegen kritischer Äußerungen in Lehrveranstaltungen der Politikwissenschaften relegiert worden war. Im März 1976 rief er zum Boykott der Sejm-Wahlen auf und kontrollierte anschließend mit der Pfadfindergruppe die Höhe der Wahlbeteiligung, indem sie während der Öffnungszeiten die Anzahl der Personen zählten, die die Wahllokale betraten, und das Ergebnis anschließend mit der Anzahl der Stimmberechtigten verglichen.1976 schrieb Macierewicz unter dem Pseudonym „Marian Korbut“ in der Londoner Exilzeitschrift „Aneks“ (Anhang) den programmatischen Artikel „Nachdenken über die Opposition“ (Reflekcje o opozycji). Im Juli 1976 organisierte er Hilfsaktionen für die Arbeiter von Ursus, Radom, Płock, Nowy Targ und Grudziądz, die nach den Streiks vom *Juni 1976 verfolgt wurden. Daran beteiligten sich auch Ludwik Dorn, Urszula Doroszewska, Wojciech Fałkowski, Dariusz Kupiecki, Krzysztof Łączyński, Piotr Naimski, Wojciech Onyszkiewicz und andere. Macierewicz war – neben Jacek Kuroń – Ideengeber für die Gründung des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (Komitet Obrony Robotników; *KOR) und schrieb am 23. September 1976 den „Appell an die Gesellschaft und die Regierung der Volksrepublik Polen“ (Apel do społeczeństwa i władz PRL), was als Gründungsakt des *KOR gilt. An der Formulierung des Appells waren Jan Józef Lipski, Piotr Naimski, Jan Olszewski und Wojciech Onyszkiewicz beteiligt. Macierewicz zählte zu den wichtigsten Organisatoren des *KOR und war bis Mai 1977 für die Redaktion des „Komunikat ‚KOR‘“ (*KOR-Kommuniqué) verantwortlich. An der Warschauer Universität wurde ihm gekündigt. Im Mai 1977 half er in Krakau mit, eine Demonstration zur Erinnerung an den gewaltsamen Tod des *KOR-Mitglieds und Studenten der Krakauer Jagiellonen-Universität Stanisław Pyjas zu organisieren. Er wurde zusammen mit anderen *KOR-Mitgliedern verhaftet, saß mehr als zwei Monate in Haft und kam nach einer Solidaritätskampagne für die Inhaftierten im Rahmen einer Amnestie frei. Macierewicz unterschrieb die „Deklaration der Demokratischen Bewegung“ (Deklaracja Ruchu Demokratycznego) vom 18. September 1977, das Programm der Kreise um *KOR. Es erschien in der ersten Nummer der seit Oktober 1977 erscheinenden gesellschaftspolitischen Samisdat-Zeitschrift „Głos“ (Stimme). Außer Macierewicz arbeiteten Wojciech Arkuszewski, Ludwik Dorn, Urszula Doroszewska, Jakub Karpiński und Piotr Naimski in der Redaktion. Anfänglich waren auch Jacek Kuroń, Jan Józef Lipski, Jan Lityński und Adam Michnik mit dabei, sie verließen „Głos“ jedoch nach kurzer Zeit aufgrund politischer Differenzen wieder. Außerdem arbeiteten untere anderen Bohdan Cywiński, Stefan Kawalec, Jerzy Łojek, Jan Olszewski, Krzysztof Wolicki und Kazimierz Wóycicki mit der Monatszeitschrift zusammen. Im Sommer 1978 nahm Macierewicz an einem Treffen des Komitee für Gesellschaftliche Selbstverteidigung „KOR“ (Komitet Samoobrony Społecznej; *KSS „KOR“) mit Vertretern der tschechoslowakischen *Charta 77 im Riesengebirge teil und beteiligte sich vom 3. bis 10. Oktober am Hungerstreik in der Warschauer Heilig-Kreuz-Kirche, der der Solidarität mit den in der Tschechoslowakei inhaftierten Oppositionellen galt. Nach einer Demonstration in der Warschauer Altstadt im Dezember 1979 zum Jahrestag der Streiks an der Küste (siehe *Dezember 1970), die Macierewicz gemeinsam mit Andrzej Czuma und Mitgliedern der Bewegung zur Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte (Ruch Obrony Praw Człowieka i Obywatela; *ROPCiO) organisiert hatte, verschärften sich die Konflikte zwischen der Gruppe um die Zeitschrift „Głos“ und dem restlichen Teil von *KSS „KOR“. Die Gruppe um Macierewicz warf den Leuten um Jacek Kuroń und Adam Michnik Elitarismus vor und kritisierte deren Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Reformkommunisten in der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei. Sie beriefen sich anders als frühere Gruppierungen auf nationale Traditionen und befürworteten Demonstrationen auf der Straße sowie einen massiven offenen Protest.1977–80 war Macierewicz ohne Arbeitsplatz. Immer wieder wurde er für 48 Stunden festgenommen, im Auftrag der Staatssicherheit auf der Straße zusammengeschlagen, regelmäßig wurde seine Wohnung durchsucht. Der Staatssicherheitsdienst drohte ihm, seine einjährige Tochter zu entführen und zu ermorden. Im März 1980 rief Macierewicz zum Boykott der Parlamentswahlen auf. Im August 1980 tauchte er während einer Verhaftungswelle der Staatssicherheit unter. Am 2. September organisierte er zusammen mit Jarosław Kaczyński und Jan Olszewski in der Warschauer Bednarska-Straße eine Anlaufstelle mit Informationen über den Aufbau von unabhängigen Gewerkschaften. Im Oktober 1980 wurde Macierewicz Mitglied des Expertengremiums der Landesverständigungskommission (Krajowa Komisja Porozumiewawcza; KKP) der *Solidarność; im November1980 gründete er das Zentrum für gesellschaftliche Forschungen (Centrum Badań Społecznych) der *Solidarność Masowien mit und ab Dezember1980 gab er die Zeitung „Wiadomości Dnia“ (Nachrichten des Tages) heraus. Im Januar 1981 wurde er Mitglied des Programm- und Konsultativrates des Zentrums für gesellschaftlich-gewerkschaftliche Arbeit der Landesverständigungskommission der *Solidarność (Rada Programowo-Konzultacyjnej Ośrodka Prac Społeczno-Zawodowych przy KKP). Auf dem Ersten Landesdelegiertenkongress der *Solidarność forderte Macierewicz im September 1981 freie Wahlen zum Sejm und zu den Nationalräten. Am 27. September initiierte er gemeinsam mit Wojciech Ziembiński Klubs zum Dienst für die Unabhängigkeit (Kluby Służby Niepodległości), die ebenfalls freie Wahlen, wirtschaftliche Freiheit und die Pflege der Traditionen der Unabhängigkeit verlangten. Bei der Ausrufung des *Kriegsrechts in Polen am 13. Dezember 1981 entging Macierewicz der Verhaftung und beteiligte sich am Streik in der Danziger Lenin-Werft. Nach der Niederschlagung des Streiks durch die Motorisierte Bürgermiliz ZOMO wurde er verhaftet. Seine Frau Hanna kehrte beunruhigt am 18. Dezember von einem Stipendienaufenthalt aus London nach Polen zurück. Sie wurde auf dem Warschauer Flughafen verhaftet und bis Juni 1982 im masurischen Gołdap interniert. Macierewicz, der in den Gefängnissen von Iława, Złoty Piaski bei Kielce und Załęze festgehalten wurde, konnte im September aus dem Gefängnis von Łupków im Karpatenvorland fliehen. Er versteckte sich in Warschau und in der Region Kurpien und beteiligte sich an der Herausgabe der Samisdat-Wochenzeitschrift „Wiadomości“ (Nachrichten) sowie von „Głos“. Im 1983 veröffentlichten Programm der Gruppe um „Głos“ bekräftigte er, dass die *Solidarność, die Kirche und das Militär gemeinsam zu einer nationalen Verständigung kommen könnten, um das polnische Staatswesen neu zu gründen. 1984 verließ er den Untergrund und trat in den Programmrat für die Seelsorge arbeitender Menschen (Rada Programowa Duszpasterstwa Ludzi Pracy) ein. 1987 gründete er die Vereinigung „Freiheit und Solidarität“ (Wolność i Solidarność), die sich für die polnische Unabhängigkeit einsetzte und mit der Arbeitsgruppe der *Solidarność-Landeskommission zusammenarbeitete (mit Andrzej Gwiazda, Marian Jurczyk, Jan Rulewski, Andrzej Słowik und anderen). 1988 trat er gemeinsam mit den Kreisen um „Głos“ dem von Stanisław Stomma geleiteten Klub für politisches Denken „Dekanat“ (Klub Myśli Politycznej „Dziekania“) bei. Er verließ ihn wieder, als sich die anderen Gruppierungen des Klubs (die Gruppe von Alexander Hall, „Res Publika“ von Marcin Król, die Krakauer „13“ von Mirosław Dzielski und Tadeusz Syryjczyk) an den Vorbereitungen zu den Gesprächen am Runden Tisch beteiligten, denn das lehnte Macierewicz entschieden ab. In „Głos“ schrieb er: „Die linke *Solidarność-Führung wurde zum Werkzeug von General Jaruzelski. Selbst wenn dies ein Fortschritt gegenüber der Vergangenheit ist, muss man sich doch fragen, ob der Preis, den die Polen dafür zu zahlen haben, nicht zu hoch ist.“Nach 1989 engagierte sich Macierewicz in der Christlich-Nationalen Vereinigung (Zjednoczenie Chrześcijańsko-Narodowe). 1991–93 und 1997–2005 war er Abgeordneter des Sejm. Als Innenminister in der Regierung von Jan Oleksy setzte er von Dezember 1991 bis Juni 1992 die vom Parlament beschlossene Lustration um, mit der ehemalige Inoffizielle Mitarbeiter der kommunistischen Staatssicherheit aufgedeckt werden sollten, die nach 1989 hohe Staatsämter bekleideten. Die sogenannte Macierewicz-Liste mit Namen von Politikern, die vorgeblich mit der kommunistischen Geheimpolizei zusammengearbeitet haben sollten (darunter auch Staatspräsident Lech Wałęsa und der Parlamentspräsident, was jedoch nicht nachgewiesen wurde), löste ein politisches Erdbeben aus und führte zum Sturz der Regierung. 1995–97 war Macierewicz Vizepräsident der Bewegung für den Aufbau Polens (Ruch Odbudowy Polski) und ab 1998 Präsident der Katholisch-Nationalen Bewegung (Ruch Kaolicko-Narodowy). 2006 wurde er stellvertretender Verteidigungsminister, war für die Abschaffung des Militärgeheimdienstes zuständig und wurde Leiter der neu geschaffenen militärischen Spionageabwehr. Seit 2010 ist er als Abgeordneter der national-populistischen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (Prawo i Sprawiedliwość; PiS) Vorsitzender des Parlamentsausschusses zur Untersuchung der Flugzeugkatastrophe 2010 bei Smolensk, bei der der polnische Präsident und zahlreiche Führungspersönlichkeiten der Republik ums Leben kamen. Macierewiczs radikal-nationale und antisemitische Äußerungen – unter anderem in seiner als rechtsradikal kritisierten Zeitschrift „Głos“ – sorgten wiederholt für Kontroversen. Seit 2015 ist er erneut Verteidigungsminister im Kabinett von Beata Szydło.Teresa Bochwic Aus dem Polnischen von Markus Pieper und Wolfgang Templin Letzte Aktualisierung: 11/15

Wer war wer in DDR

Mäde, Hans Dieter

* 29.1.1930 – ✝ 29.5.2009

Geb. in Krakow am See (Mecklenb.), aufgew. in Schwerin; Vater Postbeamter; verließ das Gymnasium u. wurde hauptamtl. FDJ-Funktionär; 1946 SED; 1947 – 49 Studium der Germanistik u. Geschichte an der Univ. Rostock; 1949 – 52 Studium der Theaterwiss., Dramaturgie u. Regie am Dt. Theaterinst. Weimar, Diplom; 1952 Oberassistent am Theaterinst.; 1952 – 56 Chefdramaturg u. Regisseur in Erfurt; 1956 – 61 u. 1972 – 76 Regisseur am Maxim-Gorki-Theater Berlin; 1959 Kunstpreis der DDR; 1961 – 66 Gen.-Intendant u. Chefregisseur Schauspiel in Karl-Marx-Stadt; 1962 NP (im Koll.); 1963 – 81 Kand. des ZK der SED; 1966 – 77 Vizepräs. des Verb. der Theaterschaffenden; 1966 NP; 1966 – 72 Gen.-Intendant des Staatsschauspiels Dresden; 1972 – 76 Oberspielltr. am Maxim Gorki Theater in Berlin; 1969 a. o., 1974 – 91 ord. Mitgl. der AdK; 1977 – 89 GD des VEB DEFA-Studios für Spielfilme (Nachf. von  Albert Wilkening); 1979 Held der DDR; 1981 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1989 Vorruhestand. Inszenierte bis 1956 nur Klassiker, bemühte sich dann auch um die Erschließung der Gegenwartsdramatik, u. a. 1957  Heiner Müllers »Lohndrücker« u. »Korrektur« im Maxim-Gorki-Theater Berlin; 1964 William Shakespeares »Hamlet« in Karl-Marx-Stadt u. 1967 »König Lear« sowie Horst Kleineidams »Von Riesen u. Menschen«, UA in Dresden; 1971/72 Gorkis »Kleinbürger« u. »Barbaren« im Maxim-Gorki-Theater; 1970 Fernsehinszenierung von Armand Salacrous »Nächte des Zorns«; bei der DEFA verantw. für Themenwahl u. Gestaltung der Spielfilme.Dramaturgie des Positiven. Berlin 1973 (zus. mit U. Püschel). Pietzsch, I.: Werkstatt Theater: Gespräche mit Regisseuren. Berlin 1975; Schenk, R. (Red.): Das zweite Leben der Filmstadt Babelsb.: DEFA-Spielfilme 1946 – 1992. Berlin 1994; Warnecke, P.: Spur d. Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Berlin 2006.Renate Rätz / Bernd-Rainer Barth

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Maeß, Gerhard Siegfried Werner

* 27.10.1937

Geb. in Magdeburg; Vater Dipl.-Ing.; 1943 – 55 Schulbesuch in Magdeburg, Abitur; 1955 – 60 Studium der Mathematik u. Physik an der FSU Jena; 1960 – 70 wiss. Mitarb. am. Inst. für Angew. Mathematik u. Mechanik der AdW in Berlin; 1965 Prom. zum Dr. rer. nat.; 1970 Doz. für Numer. Mathematik an der WPU Rostock; 1977 Habil.; 1980 ord. Prof. für Numer. Mathematik; Mai 1990 Wahl u. bis 1998 Rektor der Univ. Rostock (Nachf. von  Klaus Plötner). 1998 Verdienstorden der Bundesrep. Dtl.; 1999 Ehrensenator der Univ. Rostock; 2003 Ruhestand; lebt in Bad Doberan. Forschungsschwerpunkte: algebraische Gleichungssysteme, Differentialgleichungen, Kurven- u. Flächenapproximation.Lineare Algebra. Berlin 1985; Analysis. Basel 1988.Martin Guntau

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Magritz, Kurt

* 13.11.1909 – ✝ 15.6.1992

Geb. in Johanngeorgenstadt; Vater Oberzollinsp.; 1917 – 28 Schulbesuch in Dresden; 1928 – 35 Studium der Architektur u. künstler. Ausbildung in Dresden, 1931 – 32 künstler. Ausbildung in Berlin; 1933 Hausdurchsuchungen u. Verhöre seiner Frau Johanna Leonore, Emigr. nach Prag u. Florenz, Rückkehr über Wien, Ende 1933 nach Dresden; 1935 – 45 Arbeit bei einer Baufirma in Dresden; 1941 wegen antifaschist. Betätigung unter Aufsicht gestellt; 1944 Hausdurchsuchung u. Verhöre durch die Gestapo; März 1945 Kriegsdienst; Mai 1945 von der Truppe entfernt. 1946 – 52 Prof. an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; 1950 - 54 dt. Chefred. der „Illustrierten Rundschau“ und freier Mitarbeiter der „Täglichen Rundschau; 1954 – 61 Chefred. der Ztschr. »Dt. Architektur«; 1961 – 74 Mitarb. der DBA; 1984 VVO. K. M. gehörte in der Realismus-Formalismus-Debatte der 50er Jahre zu den Wortführern eines starren Realismus-Konzepts, seine Äußerungen führten zu zahlr. Konflikten mit schwerwiegenden Folgen für die von ihm kritisierten Künstler.Das große Vorbild u. der sozialist. Realismus in der Architektur u. in der Malerei. Berlin 1952; Architektur u. Städtebau in der DDR. Berlin 1959. Stationen eines Weges: Daten u. Zitate zur Kunst- u. Kulturpol. der DDR 1945 – 1988. Zusammengestellt von G. Feist unter Mitarb. von E. Gillen. Berlin 1988; Kunstkombinat DDR. Eine Dokumentation 1945 – 1990. Berlin 1990; Feist, G. u. a. (Hrsg.): Kunstdokumentation SBZ/DDR. Köln 1996; Hartmann, A., Eggeling, W.: Sowj. Präsenz im kulturellen Leben der SBZ u. frühen DDR 1945 – 1953. Berlin 1998.Anke Scharnhorst / Bernd-Rainer Barth

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Mahler, Siegfried

* 28.10.1934

Geb. in Leipzig; Schauspielschule in Leipzig; 1954 – 87 Ensemblemitgl. der »Leipziger Pfeffermühle«, trat in Solo-Conferencen auf, führte auch Regie, ab 1960 einer ihrer führenden Autoren, seit den 1970er Jahren Zusammenarb. mit  Rainer Otto, als Autorengespann verfaßten sie die meisten Texte u. Programme der »Pfeffermühle«; seit 1987 freier Autor. 1995 Gründer des Kabaretts »Kleine Freiheit«, Eröffn. mit dem Programm »Noahs Tagebuch«; Mitwirkung in Spielfilmen u. Fernsehsendungen (»Scheibenwischer«); lebt in Leipzig.Pfeffermüllers Lachparade. Texte aus Programmen des Leipziger Kabaretts. Berlin 1966 (mit H. Gebhardt, H. Hoerning u. E. Külow); Werner Schneyder. Herz im Hirn. Lyrik, Aphorismen u. Prosa. Berlin 1988 (Hrsg.). Budzinski, K., Hippen, R.: Metzlers-Kabarett-Lexikon. Stuttgart 2000.Christian Krause

Wer war wer in DDR

Maier, Lutz

* 26.4.1929 – ✝ 17.9.2005

Geb. in Meuselwitz (Krs. Altenburg); Vater Arbeiter; Volks- u. Oberschule; Lehre als Industriekfm.; 1946 FDJ u. SED; 1948/49 Lehrer bzw. Instrukteur an den FDJ-Schulen Mackersdorf u. Zeulsdorf; 1949 Studium an der LPS Blankenburg; 1950 Schulltr. an der Pionierschule Dreißigacker; 1951 Assistent u. Schulltr. an der LPS Blankenburg; 1951/52 Lehrer an der LPS Erfurt; 1953 – 55 Aspirant am IfG beim ZK der SED; 1955 – 59 Studium an der AfG beim ZK der KPdSU in Moskau, 1959 Prom. zum Dr. rer. oec.; Doz. am Lehrstuhl für pol. Ökon. am IfG; 1964 Habil.; 1965 Ord. Prof. für pol. Ökon. des Kap.; 1965 – 71 Dir. des Dt. Wirtschaftsinst. (Nachf. von  Siegbert Kahn); 1972 – 90 stellv. Dir. des IPW; 1969, 1973 u. 1989 VVO; 1979 NP (im Koll.); gest. in Berlin.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Makower, Hermann

* 7.6.1900 – ✝ 22.10.1989

Geboren am 7. Juni 1900 in Berlin, Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts; Gymnasium, 1917 Abitur. Seit April 1920 in der KPD, bis 1923 Mitarbeiter des AM-Apparates in der Zentrale der KPD, dann bis 1926 Auslandskorrespondent und Buchhalter verschiedener Betriebe. 1926 wegen »kommunistischer Agitation« vom Reichsgericht zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, nach 18 Monaten frei und 1927 wieder Korrespondent. Von 1929 bis 1931 Studium der Rechtswissenschaften an der Berliner Universität. Anschließend Mitarbeiter der Rechtsabteilung der sowjetischen Handelsvertretungen in Berlin und Riga. 1933 illegale KPD-Arbeit. Im Februar 1934 emigrierte er zunächst nach Norwegen, dann nach Finnland, lebte ab Ende 1935 in der Sowjetunion, Parteiname Hans Matey. Bis 1937 Jurist bei der Maschinenhandelsfirma Stankoimport. 1938 Parteiausschluß wegen »ungenügender Wachsamkeit und Verbindung mit feindlichen Elementen«, vorübergehend inhaftiert. Ab 1940 Mitarbeiter in der Moskauer Wissenschaftlichen Bibliothek, dann bis 1946 Sprachlehrer; u.a. an der Militärakademie, wo Makower sowjetische Offiziere in deutscher Sprache unterrichtete. Ende 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED, Mitarbeiter in der Zentralverwaltung für Handel und Versorgung, ab 1949 im Ministerium für Außen- und Innerdeutschen Handel. Nach Abberufung wegen »Verstoßes gegen die Staatsdisziplin« bis 1955 Abteilungsleiter in der Zentralstelle für wissenschaftliche Literatur, zuletzt im Ministerium für Außenwirtschaft beschäftigt. Hermann Makower starb am 22. Oktober 1989 in Ost-Berlin.

Wer war wer in DDR

Malinin, Leonid Andrejewitsch

* 1907 – ✝ 1982

Geb. in Nowosibirsk; Bergmann; im Trans-portwesen tätig; Studium an der Zentralschule des NKWD; 1935 weiterhin im Transportwe-sen tätig; nach 1941 Chef der NKWD-BV in Odessa, ab 1943 in Nowosibirsk, 1944/45 in Ternopolskaja (Westukraine), Gen.-Major. 1946 – 48 Ltr. der sowj. Auslandsaufklärung in Dtl., getarnt als stellv. Pol. Berater der SMAD; sowj. Vertreter im Alliierten Kontrollrat u. im Koordinationsaussch.; Kontakte zu bürgerl. Politikern (Ps. »General Georgiew«); ab 1946 vom US-Geheimdienst in Berlin als Kontakt geführt (»Desoto«); am 16.1.1948 fand angebl. ein pol. Sondierungsgespräch zwischen ihm u. dem Pol. Berater der amerik. Militärreg., Ro¬bert Murphy, statt; wurde am 15.2.1948 in Moskau amtl. dementiert; aus Berlin abberufen u. zum Oberst degradiert.Bailey, G., Kondraschow, S. A., Murphy, D. E.: Die unsichtbare Front. Berlin 1997; Foitzik, J: Sowj. Militäradministration in Dtl. 1945 – 1949. Berlin 1999.Jan Foitzik

dissidenten.eu

Malý, Václav

* 1950

Katholischer Priester. Mitbegründer des *Komitees zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten und des *Bürgerforums. Sprecher der *Charta 77 und Weihbischof von Prag.Václav Malý wurde 1950 in Prag geboren. 1969 begann er ein Studium an der Kyrill- und Method-Fakultät für Theologie in Leitmeritz (Litoměřice), das er zwischen 1971 und 1973 aufgrund des Grundwehrdienstes unterbrechen musste. Nach Abschluss seines Studiums 1976 wurde er in der Veitskathedrale zu Prag zum Priester geweiht und war danach als Kaplan im mittelböhmischen Vlašim und in Pilsen (Plzeň) tätig. Schon während des Studiums unterhielt Malý Kontakte zu Kreisen sogenannter nonkonformistischer Katholiken wie Ivan Medek oder Zdeněk Bonaventura Bouše und – durch deren Vermittlung – mit den späteren Aktivisten der *Charta 77. Unter dem Einfluss dieses Umfeldes begann er, ein kritisches Verhältnis gegenüber der damaligen Kirchenhierarchie zu entwickeln. Anfang 1977 unterzeichnete Malý die *Charta 77, obwohl er als katholischer Priester damit die Ausübung des Priesteramtes riskierte. Im April 1978 gehörte er zu den Mitbegründern des *Komitees zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten (Výbor na obranu nespravedlivě stíhaných; VONS). Seine Tätigkeit im Kreis der Dissidenten führte schnell zur Verfolgung durch die Staatssicherheit. Im Januar 1979 wurde Malý die staatliche Erlaubnis für die Ausübung seines Amtes als Kaplan entzogen, im April wurde er zusammen mit neun weiteren Mitgliedern des *Komitees zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten verhaftet und wegen angeblichen „versuchten Republiksturz“ angeklagt, auf den die Arbeit des Komitees abgezielt haben sollte. Am 23. Dezember 1979 wurde Malý zusammen mit Jiří Němec, Ladislav Lis und Jarmila Bělíková zwar aus dem Gefängnis entlassen, das Strafverfahren wurde jedoch nicht eingestellt. Die anderen inhaftierten VONS-Mitglieder Václav Havel, Václav Benda, Petr Uhl, Jiří Dienstbier, Dana Němcová und Otka Bednářová wurden mit bis zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Untersuchungsverfahren gegen Václav Malý wurde erst 1989 eingestellt. Er lebte also zehn Jahre in ständiger Gefahr, verhaftet zu werden. Nach der Freilassung setzte Malý sein Engagement im *Komitee zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten fort. Er betätigte sich auch ohne offizielle Genehmigung als Seelsorger für Jugendliche und Erwachsene aus dem Umfeld der *Charta 77 und arbeitete mit den berühmten tschechischen Theologen Oto Mádr und Josef Zvěřina zusammen. Offiziell war Malý viele Jahre lang als Heizer und Laternenanzünder angestellt. Dank dieser Beschäftigungen hatte er Zeit für die Seelsorge und das Engagement in der Opposition. Zur Zeit der schärfsten staatlichen Repressionen gegen Mitglieder der Dissidentenbewegung 1981 war er zusammen mit Bedřich Placák und Jaroslav Šabata Sprecher der *Charta 77. In den 80er Jahren setzte Malý sein Engagement in der *Charta 77 und im *Komitee zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten fort. Er gab Samisdat-Publikationen heraus und schrieb auch selbst in religiösen Zeitschriften des Samisdat. Immer wieder wurde er kurzzeitig inhaftiert. Seit 1988 war er Mitglied des *Tschechoslowakischen Helsinki-Komitees (Československý helsinský výbor). Zusammen mit Václav Havel gehörte Malý zu den bekanntesten Persönlichkeiten der *Samtenen Revolution. Im November 1989 war er Mitbegründer des *Bürgerforums (Občanské fórum; OF) und dessen erster Sprecher. Wenig später zog er sich aus der politischen Tätigkeit zurück und wurde Pfarrer in Prag, zunächst im Stadtteil Smíchov, später in Holešovice. Seit Dezember 1996 ist Václav Malý Weihbischof von Prag. Als persönlichen Wahlspruch wählte er die Devise „Demut und Wahrheit“. Im Oktober 2005 wurde er für seine Verdienste um die Förderung der Menschenrechte mit dem Auschwitzer Johannes-Paul-II-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Václav Malý zählt bis heute zu den wichtigsten moralischen Autoritäten des öffentlichen Lebens in Tschechien.Petr Pospíchal Aus dem Polnischen von Tim Bohse Letzte Aktualisierung: 06/15

Wer war wer in DDR

Mann, Angelika

* 13.6.1949

Geb. in Berlin; Mutter Krankenschwester, Vater Arzt; POS; Apothekenfacharb.; 1969 – 73 Ausbildung an der Musikschule Berlin-Friedrichshain (Klavier u. Gesang); 1969 erste Auftritte in Amateurbands; 1971 von  Klaus Lenz entdeckt; 1971 – 77 Auftritte mit dem  Reinhard-Lakomy-Ensemble; Erfolgstitel: »Na und«, »Mir doch egal«, »Sieben Zwerge«, »Kutte«, »Schampus-Lied«, »Knutschlied«, »Komm, weil ich dich brauch«; 1978 Goldmed. beim IV. Interpretenwettbewerb der Unterhaltungskunst; zahlr. Schallplattenaufn. mit Lakomy, insb. Kinderlieder-Platten; 1978 Auftritt im Theaterstück »Lackys Zauberliedchen« im Theater im Palast (TiP) in Berlin; 1980 Mitarb. an der LP »Kinderfest« ( Thomas Natschinski, Texte: Konrad u. Gabriele Weiß); 1976 Unterz. der »Biermann-Erklärung«; 1979–84 Auftritte mit der Gruppe Obelisk (Ltg.: Andreas Bikking); 1981 – 84 eigenes Kinderprogramm »Kling-Klang«; Mitw. in Kino- u. Fernsehfilmen; Gastspiele in Polen, der ČSSR, UdSSR u. Bulgarien; 1981 LP »Was treibt mich nur«; 1982 Goldmed. beim VI. Interpretenwettbewerb der Unterhaltungskunst; 1982 –83 eigene Fernsehsendung »Rockmusik zum Anfassen«; 1983 »Liebeslied des Jahres« mit »Will mit dir zus. sein«; 1983 – 2003 verh. mit dem Musiker Udo Weidemüller; 1985 Ausreise nach West-Berlin; ab 1987 Theater- u. Kabarettarbeit: Theater des Westens (»Dreigroschenoper«); Kölner Schauspiel, »Die Stachelschweine«, »Tribüne«. Ab 1994 Friedrichstadtpalast »Hänsel u. Gretel« u. Claire-Waldoff-Revue; ab 1994 Programme mit Gerlinde Kempendorff (»Glanzlichter«) u. mit der Gruppe »Rumpelstil«; 1994 CD »Das Geburtstagspferd«; 1995 Mitwirkung in der Kinderrevue »Die Ente u. der Gorilla« u. in der Revue »Present 20« im Friedrichstadtpalast Berlin; 1996 CD »Glanzlichter« (mit Kempendorff); 1996 – 97 ARD-Fernsehsendung »Lüttes Lampenladen«; 1998 CD »Meine Lieder«; 2000 Rolle der Claire Waldoff im Berliner Theater »Tribüne«, eigenes Programm »Nach meene Beene ist janz Berlin verrückt«; 2001 CD »Der Traumzauberbaum 2 – Agga Knack, die wilde Traumlaus«; 2003 Kabarett-Chanson-Abend »Jetzt kommt zusammen, was zusammengehört« im Kleinen Theater, Berlin (mit Frank Golischewski); 27.4.2004 Mitwirkung bei der Geburtstagsgala des Friedrichstadtpalastes; 2004 Tournee mit Dagmar Gelbkes Helga-Hahnemann-Show »Jetzt käm’ die Süße«; Sommer 2004 Mitwirkung in der Revue »Der Mörder ist immer der Gärtner« im Kriminaltheater im Umspannwerk, Berlin; 10.11. 2004 im Berliner Kabarett-Theater »Die Wühlmäuse« Programm »90 Jahre Lütte« (55 Lebensjahre + 35 Jahre auf der Bühne), u. a. mit Lakomy,  Veronika Fischer,  Holger Biege, Hella von Sinnen; CD »Märchenrätsel mit A. M.«; seit 2005 Engagement an der Komödie Dresden in »Die Hexe Baba Jaga«; 2007 Theatertournee mit  Herbert Köfers Komödiantenbude »Zwei Mann an einem Herd«.Rainer Bratfisch

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Manneberg, Werner

* 19.6.1923 – ✝ 11.12.2000

Geb. in Breslau (Wrocław / Polen); Vater Gewerbetreibender, Mutter Verkäuferin; Volksschule; 1937 – 43 kaufm. Lehre u. Arbeit als Handlungsgehilfe in einer Breslauer Textilgroßhandlung; antifasch. Arbeit; im Aug. 1943 wg. »Zugehörigkeit zur bündischen Jugend« verhaftet u. bis Sept. 1943 in Polizeihaft, anschl. bis April 1945 im KZ Buchenwald inhaftiert. 1945 KPD, 1946 SED; 1945 – 49 Sekr. des Landrats in Döbeln; 1949 / 50 Kreisrat für Inneres beim Rat des Krs. Döbeln; 1950 Instrukteur in der Abt. Staatl. Organe der SED-LL Sachsen; 1951 Lehrgang an der SED-LPS Sachsen; Jan. / Febr. 1952 pers. Referent des Ministerpräs. von Sachsen  Max Seydewitz; anschl. Instrukteur der Abt. Staatl. Organe des ZK der SED; 1952 – 59 Vors. des Rats des Bez. Cottbus; 1956 / 57 Studium an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau; im Juni 1959 als Vors. des Rats des Bez. Cottbus abgelöst, da er »mit der Entwicklung und mit den ständig wachsenden Forderungen nicht Schritt hält«; 1952 – 59 Vors. des DSF-Bezirksvorst. Cottbus; 1959 – 62 Vors. des Rats des Krs. Neustrelitz; 1962 – 1974 1. Vizepräs. des Städte- u. Gemeindetags der DDR; 1969 – 88 Mitgl. des Nationalrats der NF; 1974 – 1988 stellv. Generalsekr. u. Mitgl. des Präsidiums der Liga für Völkerfreundschaft; 1975 Vizepräs. der Freundschaftsgesell. DDR – Portugal; 1988 Stern der Völkerfreundschaft in Silber; gest. in Berlin.Andreas Herbst